/
Text
VEB GUSTAV FISCHER VERLAG J E‚‚tf A
BACKEBERG
DAS
KAKTEEN
LEXIKON
CÜRT BACKEBERG
DAS
KAKTEEN
LEXIKON
BACKEBERG
Das Kakteenlexikon
Nordargentinische Helianthocereus-Landschaft. (Farbfoto: Rausch)
Das Kakteenlexikon
Enumeratio diagnostica Cactacearum
Von Curt Backeberg
mit einem Anhang von Walther Haage, Erfurt
Fünfte Auflage
Mit 543 zum Teil farbigen Abbildungen und 18 Verbreitungskarten
VEB GUSTAV FISCHER VERLAG JENA • 1979
Die Abbildungen ohne Autorenangaben sind Aufnahmen des Verfassers.
Eine Anzahl neuer Fotos stellte J. MARNIER-LAPOSTOLLE zur Verfügung,
in dessen Sammlungen auch die Aufnahmen von L. SCHATTAT gemacht wurden.
1. Auflage 1966
2. Auflage 1970
3. Auflage 1976
4. Auflage 1977
Das Kakteenlexikon
Enumeratio cliagnostica Cactacearum
Backeberg, K.
5. Auflage
Jena
VEB Gustav Fischer Verlag
1979
5. Auflage
Alle Rechte vorbehalten
© VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 1979
Lizenznummer 261 700/197/79
Lektor: Johanna Schlüter
LSV 1354
Printed in the German Democratic Republic
Gesamtherstellung: Volksdruckerei Zwickau
Bestellnummer 532 252 1
DDR 48,00 M
Vorwort zur ersten Auflage
Das Kakteenlexikon hat eine zweifache Aufgabe: Einmal soll es dem botanischen Fachmann
und dem Berufszüchter raschen Aufschluß über alle bekannt gewordenen Kakteenarten und
deren Hauptmerkmale geben, einschließlich der letzten Neufunde, die großenteils mit ein-
und mehrfarbigen Abbildungen dargestellt wurden. Die Beschreibungen der jüngsten
Entdeckungen sind zugleich die Ergänzung zu meinem Handbuch. In den einleitenden Texten
zu den Gattungen wurde es, wo erforderlich, begründet, wenn nach den Richtlinien für diese
Ausgabe eine von dem Verfahren einiger zeitgenössischer Autoren abweichende Behandlung
systematischer Fragen notwendig war.
Zum anderen soll das Lexikon den Kakteenliebhaber möglichst vielseitig über sein
Sammelgebiet orientieren, das heißt, jenen Freunden der stachligen Flora, die nicht das umfangreiche
Gesamtwerk benötigen, die Fragen beantworten: Zu welcher Gattung gehören die jeweiligen
Arten, woher stammen sie, woran erkennt man sie und worin unterscheiden sie sich von
anderen näher verwandten Spezies, an welche Benennung sollte man sich halten, und was ist
das Wichtigste, das über die einzelnen Artgruppen zu sagen ist?
Um dem Leser dazu einen einprägsamen Überblick über die ganze Familie zu geben, wurde
dem Werk eine Darstellung fast jeder Gattung angefügt. Dieser Illustrationsteil vermittelt
ein aufschlußreiches Gesamtbild von der Vielfalt der Erscheinungen, die die Natur bei den
Cactaceae hervorgebracht hat, und die Buntfotos zeigen auch die farbige Schönheit der
Kakteen, darunter zahlreicher neuerer Funde, mit denen gerade die Liebhaber sich häufig
eingehender befassen.
Die alphabetische Anordnung des gesamten Beschreibungstextes ermöglicht ein rasches
Nachschlagen, und die Bestimmung wie die Namensüberprüfung werden dadurch erleichtert, daß
nur die Differentialdiagnosen aufgeführt wurden, das heißt jene Kennzeichen, in denen sich
die Arten und Varietäten der jeweiligen Gattungen voneinander unterscheiden. Die
schematische Wiedergabe der wichtigsten Einzelheiten wird auch dem fremdsprachigen Benutzer
des Lexikons eine ausreichende Orientierung ermöglichen.
Die unterscheidenden Merkmale der Kategorien oberhalb der Art sind ähnlich leicht
übersehbar in der Systematischen Übersicht dargestellt. Um in ihr die Position jedes Genus
schneller auffinden zu können, wurde im Beschreibenden Teil hinter dem Gattungsnamen in
Klammern die betreffende Zahl genannt.
Da es bisher keine andere vollständige Gliederung nach dem gegenwärtigen Stand unseres
Gesamtwissens gibt, konnten die Gattungs- und Artbeschreibungen auf jene Namen beschränkt
werden, die auf Grund des hier verwandten phytographischen Systems, das sich an
naturgegebene klare Unterscheidungsmerkmale hält, geobotanisch abgestimmt ist (vgl. auch die
beigegebenen Arealkarten) und somit jede theoretische Unsicherheit vermeidet, als gültig
anzusehen und außerdem überwiegend im Gebrauch sind. Das Werk darf daher auch als ein
Beitrag zur notwendig gewordenen Vereinheitlichung und damit nicht weniger dringend
erforderlichen Beruhigung der Namensbezeichnungen gelten.
Da die lateinischen Diagnosen zu meinen meisten Neubeschreibungen in dem Vorabdruck
„Descriptiones Cactacearum Novarum III" (1963) veröffentlicht wurden, erübrigt sich deren
Wiederholung. Die erst in diesem Werk von mir neu beschriebenen Arten sind dagegen auch
an dem beigefügten lateinischen Text erkennbar.
Hamburg-Volksdorf, August 1965
Curt Backeberg
„In wissenschaftlichen Dingen kann man sich nie
übereilen. Was man richtig beobachtet hat, wirkt
tausendfältig auf andere und von ihnen wieder
auf uns zurück. Wenn man etwas übersieht oder in
gewissen Dati zu geschwinde folgert, das braucht
man sich nicht reuen zu lassen."
Goethe an Alexander von Humboldt am 18. 6. 1795
Vorwort zur dritten Auflage
Am 14. Januar 1966 ist Curt Backeberg kurz vor dem Erscheinen seines „Kakteenlexikons"
verstorben. Ein Leben für die Kakteenforschung fand jäh und unerwartet ein Ende. Mehr
und mehr wird seitdem den Kakteenfreunden klar, welche enorme Arbeit der Verstorbene
in Jahrzehnten geleistet hat und welche große Bereicherung er ihnen durch seine Arbeit für
ihr Hobby schenkte.
Gewiß gibt es auch Kakteenliebhaber und Experten, die nicht immer seine Ansichten teilen.
Ihre Kritik richtet sich gegen einige Aspekte seines vielfach nach geographischen
Gesichtspunkten orientierten Systems. Der Vorwurf, daß seine Neubeschreibungen nicht immer
vollständige Angaben über Blüten- und Samenbau enthalten, mag mitunter berechtigt sein.
Diese Beobachtungen hätten oft noch jahrelanges Warten erfordert, und man sollte verstehen,
daß ein Autor im 72. Lebensjahre sein Werk endlich abschließen möchte. Die Klärung noch
offener Fragen muß in solchem Falle der Nachwelt überlassen bleiben. Sein Werk ist trotzdem
ein geschlossenes Ganzes, und selbst wenn spätere Jahre neue Erkenntnisse gebracht haben,
soll man es nicht zerstückeln oder daran herumkorrigieren.
Es ist eine dankenswerte Weitsichtigkeit des VEB Gustav Fischer Verlag, der dritten Auflage
einen Anhang zu geben, der dem Leser auch eine Übersicht über die vielen Neuentdeckungen
der Jahre 1966 bis 1973 gibt. Es ist zwar noch nicht sicher, wieviele dieser Funde zu Recht
„Arten" genannt werden dürfen, aber man muß sie dem Leser vorstellen und vorläufig so
aufführen, wie sie benannt wurden. Bei den von Friedrich Ritter in den letzten Jahrzehnten
entdeckten Arten fehlt uns häufig die Beschreibung, und es ist unbekannt, ob und wann sie
veröffentlicht wird. Oft wurden diese Pflanzen auch inzwischen nachgesammelt und unter
anderen Namen beschrieben.
Wenn ich die bei wissenschaftlichen Arbeiten unerläßliche, sehr ausführliche Beschreibung
hauptsächlich der Samen gekürzt habe, so geschah dies in Anpassung an die Form der
Beschreibung im Hauptteil des Lexikons.
Wer eine bestimmte Pflanze sucht und das Jahr ihrer Erstbeschreibung nicht kennt, wird an
zwei Stellen, im Hauptteil und im Anhang, unter dem Gattungsnamen suchen müssen. Ist
das aber nicht besser, als wenn die gesuchte Art überhaupt nicht im Lexikon zu finden wäre?
An dieser Stelle möchte ich den erfolgreichen Sammlern unserer Tage danken, die mir von
ihren Neuentdeckungen bzw. Neubeschreibungen gute Farbaufnahmen zur Verfügung
stellten, da mir immer sehr daran gelegen ist, dem Leser wenigstens einen Teil der Neuheiten auch
im Farbbild zu zeigen.
Mein Dank gilt den Herren
A. F. H. Buining, Leusden, HoUand Abb. Nr. 460 -464, 468 -470, 473
486-494,496,522-527
Fred H. Brandt, Paderborn, BRD Abb. Nr. 497 -521
Walter Rausch, Wien, Österreich Abb. Nr. 465-467, 471, 472,
474-485,528-534
D. J. Van Vliet, Scheveningen, Holland Abb. Nr. 495
Zugleich möchte ich auch denen danken, die mir bei der oft schwierigen Beschaffung der
ausländischen Fachliteratur halfen.
Erfurt, im Frühjahr 1974
Walther Haage
Inhaltsverzeichnis
Vorworte zur 1. und 3. Auflage 5
Abkürzungsverzeichnis 8
Über das systematische Gliederungsprinzip 9
Zum Thema Kultur 13
Klassifikation (Schlüssel der Kategorien) 17
Verzeichnis der Gattungen, Arten und Varietäten 55
Anhang: Seit 1966 neu beschriebene Arten und weitere Neufunde 459
Ergänzende Angaben zur 2. und 3. Auflage 511
Darstellung der Kakteenverbreitung 513
Büdteü 539
Abkürzungsverzeichnis
Um die Beschreibungen so knapp wie möglich zu halten, wurden folgende Abkürzungen
verwendet :
Ar.
Ax.
B.
Bl.
Bst.
Bz.
Ceph.
Dr.
Fr.
Frkn.
G.
Gl.
Gr.
H.
Hck.
K.
Mst.
N.
Oberst.
Ov.
Pet.
R.
= Areolen
= Axillen
= Blätter
= Blüte
= Borsten
= Berührungszeilen (Zahl der sich
kreuzenden Warzenspiralen)
= Cephalium
= Drüsen
= Frucht
= Fruchtknoten
= Glieder
= Glochiden
= Griffel
= Haare
= Höcker
= Körper
= Mittelstacheln
= Narben
(Ost.) = Oberstacheln
= Ovarium
= Petalen
= Röhre
Ri.
Rst.
S.
Seh.
Sep.
St.
Stbb.
Stbf.
T.
Tr.
W.
Wz.
0
lg-
h.
br.
gr-
v. (var.)
subv.
sensu
sens. lat.
I.e.
±
= Rippen
= Randstacheln
= Samen
= Schuppen
= Sepalen
= Stacheln
= Staubbeutel
= Staubfäden
= Typus
= Triebe
= Warzen
= Wurzeln
= Durchmesser
= lang
= hoch
= breit
= groß
= Varietät
= Untervarietät
= im Sinne von ...
= sensu latiore (im weiteren Sinne)
= an zitierter Stelle
= mehr oder weniger
n. comb. = nova combinatio, neue Umstellung in die jeweilige Gattung, wie sie die systematische
Ordnung meines Handbuches „Die Cactaceae" erforderlich macht.
Bas. = Abkürzung für „Basionyni": die frühere Namenskombination, die gemäß den
Nomenklaturregeln zitiert werden muß, damit die neue Umstellung gültig ist.
n. g., n. sp., n. v. = neues Genus (Gattung), neue species (Art), neue Varietät.
n. nud. (subnud.) = nicht (vollgültig) beschriebener Name.
Publikationsangaben, in Klammern hinter dem Artnamen, besagen zugleich, daß die Art oder Varietät
erst nach Erscheinen meines Handbuches veröffentlicht wurde. Das gleiche gilt für solche Hinweise
bei Gattungsnamen.
Über das systematische Gliederungsprinzip
Eine Gesamtbeschreibung der Kakteen ist heute weder ohne eine die ganze Familie
umfassende Klassifikation möglich noch ohne eine Entscheidung, ob dafür Groß- oder
Kleingattungen zu wählen sind. Erstere stellen eine mehr künstliche Gruppierung dar und sind
demgemäß bezüglich ihrer Abgrenzung verschiedenen Anschauungen unterworfen. Wo
bisher solche Zusammenfassungen unternommen wurden, konnten sie keine Gewähr bieten, auf
diese Weise zu einer besseren Gesamtordnung als bisher zu gelangen. Eine Klassifikation
nach Großgattungen für die ganze Familie zu schaffen erscheint auch angesichts der
außerordentlich umfangreich gewordenen Materie als nahezu unmöglich, denn sie müßte die
gesamte Artenzahl der Gactaceae erfassen, nach einem einheitlichen systematischen
Gliederungsprinzip, ganz abgesehen davon, daß sie nicht zu einer untragbaren Verwirrung führen
dürfte und einen wirklich überzeugenden und nützlichen Fortschritt bedeuten müßte. Erst
dann wären „Revisionen", wie sie neuerdings in Europa und in den USA bei einzelnen
Gattungen vorgenommen wurden, als berechtigt anzusehen. Mit Stückwerk ist es da nicht getan.
Die Verfasser solcher ‚,Teilbearbeitungen" haben aber vorläufig nicht erkennen lassen,
wie sie sich danach eine Gesamtgliederung vorstellen.
Andere Versuche zielten darauf ab, von phylogenetischen Gesichtspunkten her eine
Neuordnung anzustreben. Ihre längere Geschichte, die bisher zu keinen abschließenden
Ergebnissen führte, wohl aber zu wiederholten Änderungen, ferner die Tatsache, daß ein einzelner
die Untersuchungen kaum auf die ganze Familie auszudehnen vermag, weil dafür gar nicht
genug lebendes Material zu beschaffen ist, und daß solche Bearbeitungen weitgehend auf
theoretische Gedankengänge angewiesen sind, beweist, daß es sich hier nur um ein
Sondergebiet phylogenetischer Studien handelt, die für eine Gesamtbeschreibung der Gactaceae —
zumindest in absehbarer Zeit — ebenfalls keine vollständige und befriedigende
systematische Übersicht liefern können. Das ist auch weder ihre Aufgabe, noch liegt ein allgemeines
Bedürfnis danach vor. Der amerikanische Phylogenetiker G. Ledyab‚d Stebbins jr. verwies
denn auch schon vor längerer Zeit darauf, daß Phylogenie und Phytographie besondere
Disziplinen sind, die nach eigener Zielsetzung und unterschiedlichen Methoden arbeiten.
Die Nichtbeachtung dieser Maxime hat oft zu unnötigem Widerstreit statt zu nützlicher
Zusammenarbeit geführt.
Bisher hat sich die Kleingattung immer wieder durchgesetzt, da sie für eine alle
Erscheinungsformen der Gactaceae übersichtlich nach ihren Unterschieden wiedergebende systematische
Ordnung am besten geeignet ist, denn sie. fußt auf naturgegebenen Tatsachen und stellt
jeweils eine Gruppe von Pflanzen einheitlicher generischer Kennzeichen dar, also die
denkbar natürlichste Gattung, für die allein auch der „Typus“-Begriff eindeutig anwendbar ist.
Hinzu kommt noch, daß bei den Kakteen eine auffällige Häufung der Gattungen und Arten
zu zwei weit voneinander entfernten Zentren stärkster Verbreitungsdichte um die
Wendekreise zu beobachten ist. Es hat sich erwiesen, daß sich eine befriedigende Gliederung auch
geobotanischer Gesichtspunkte bedienen und das vorerwähnte bizentrische Phänomen
berücksichtigen muß. Sonst ist es allein schon bei den hochsukkulenten Gereoideae gar nicht
möglich, die Zweiteilung der Verbreitung in der systematischen Übersicht deutlich
wiederzugeben, bzw. bei den Kugelformen, daß sie zwei auch in den Merkmalen unterschiedene,
getrennte Großgruppen sind.
Bei der Kleingattung hat die Natur überdies insofern noch für eine ebenso natürliche wie
praktische Handhabe der Abgrenzung gesorgt, als die Gattungstrennung nach den Stufen der
10 Über das systematische Gliederungsprinzip
Sproßmerkmalsreduzierung an der Blüte leicht ist, wobei verschiedenartige Blütenzonen
ebenfalls zu berücksichtigen sind. Diese systematische Methode gibt damit auch den
gegenwärtigen Stand im Entwickhmgsprozeß wieder und vereinfacht zugleich die Bestimmung,
weil man sich an leicht erkennbare Merkmale halten kann.
Es ist nach alledem verwunderlich, wenn man zuweilen noch Einwände gegen die
Kleingattung vorbringt, wobei dann freilich keine natürlichere und theorienfreie, vor allem aber
keine vollständige Lösung anderer Art geboten wird.
Dafür wird der Gattungsstreit nicht selten übertrieben, als wäre dies die wichtigste Aufgabe
unserer Zeit. Seit Salm-Dyck kamen und gingen die Systeme, und auch künftig wird sich
in ihnen wohl noch einiges ändern, obwohl es in der Kakteenkunde keine großen
Überraschungen mehr geben dürfte. Das Genus ist im übrigen zwar ein wichtiges Hilfsmittel für
die Gesamtordnung, ohne eine klare Richtlinie aber mitunter in seiner abgrenzenden
Bedeutung kurzlebig, wie z. B. neuerdings Buxbatjms Aufspaltung bei Mamillaria bewies. Weit
notwendiger ist gegenwärtig die sorgsame Registrierung der wichtigsten Details aller heute
bekannten Arten und ihrer Abänderungen. Es muß auch bedacht werden, daß, je größer ein
Werk ist, desto unkomplizierter seine Ordnungsmethode und ihre Begriffe sein sollten. Vor
allem der Praxis ist mit verwickelten oder rein theoretischen Gedankengängen wenig gedient.
Eine spezielle Bedeutung hat das in der jetzigen Zeit des Auftauchens zahlreicher neuer
Arten, die im Interesse aller möglichst bald bearbeitet sein wollen, nötigenfalls mit späteren
Ergänzungen, um zu vermeiden, daß sie in Vergessenheit geraten oder mehrere Namen für
sie auftauchen. Gleichzeitig gilt es, das Problem der zentralen Orientierung zu lösen, was nur
eine Gesamtbeschreibung mit ergänzenden Ausgaben ermöglicht und worin die zum Teil
weit verstreuten und oft schwer zugänglichen Publikationen zusammengetragen sind. Dies
erfordert, wie bereits gesagt, eine Ordnüngsgrundlage, die für jeden Benutzer brauchbar und
leicht verständlich ist. Dem allem soll die vorliegende Ausgabe dienen, und daher können
in ihr auch nicht die ständigen und uneinheitlichen Änderungsversuche auf Teilgebieten
berücksichtigt werden, in denen einige ihre Hauptaufgabe zu sehen scheinen, ohne daß dabei
wenigstens der Versuch erkennbar wäre, zu einer einheitlichen Ausrichtung zu gelangen.
In diesem Lexikon mußte, nach seiner systematischen Grundlage, vor allem die Frage geklärt
werden: wo soll das eine Kleingenus aufhören und das andere beginnen? Hierbei ist eine
Abstimmung auf die Gesamtheit der Familie erforderlich, und es darf auch nicht unlogisch
vorgegangen werden, wie es zum Beispiel der Fall ist, wenn ein Autor für seine eigenen
Gattungen behaarte Blüten und Borstenschöpfe als ausschlaggebend ansieht (Pilocopiapoa und
Cephálocleistocactus), sie aber bei Gattungen anderer Autoren ablehnt (Submatucana und
Seticereus).
Ein weiterer beachtlicher Vorteil der Kleingattung ist, daß sie zu sorgfältigen Untersuchungen
jeder einzelnen natürlichen Artengruppe und ihrer Unterschiede zwingt und der Bearbeiter
dabei oft den feinsten Differenzierungen nachgehen muß. Es ist die Methode, die das ge-
naueste Spiegelbild des Naturgeschaffenen liefert, die phytographische Bearbeitung auf das
sorgfältigste ausfeilen läßt und unser Wissen um vordem Unbekanntes bereichert. Nur so
vermögen wir den rechten Einblick in das bewundernswürdig vielfältige Schöpfungsbestreben
der Natur zu gewinnen, was doch die wichtigste Aufgabe solcher Arbeiten ist. Eine
Aufteilung in Kleingattungen nur als Aufsplitterung zu bezeichnen, wie es zuweilen einzelne
Autoren taten, die zum Teil nicht einmal Varietäten anerkannten, ist dagegen ein mehr
oberflächliches als sachlich richtiges Urteil.
Ohne Abtrennung von Varietäten vermögen wir die Abwandlung bei gewissen Arten nicht
richtig darzustellen. Ein überzeugendes Beispiel dafür ist der Tephrocactus-articulatiis-'Kom.-
plex. Britton und Kose nannten die Spezies irrtünüich Opuntia glomerata; unter diesem
Namen zogen sie alle Abänderungen ein. Dabei sind allein schon die var. cálvus, var. inermis,
var. ovatus, var. polyacanthus und var. syringacanthus so verschieden aussehende Pflanzen,
daß der ganze Varietätenschwarm in einer einzigen Beschreibung nicht klar wiederzugeben
ist und man sich danach auch kein rechtes Bild von dem Ausmaß der hier auftretenden
Formabwandlung machen, geschweige sich über sie verständigen kann. Eine sorgfältigere
Bearbeitung des ganzen Varietätenkomplexes verlangt bei manchen Arten freilich eine ein-
Teilansicht aus den Kakteenhäusern des Jardin Botanique „Les Cédres" vonJ. Marnibk-Lapostolle,
St. Jean-Cap-Ferrat, mit der größten Sukkulentensammhmg der Welt.
¾Hv?
.o»,* ~
Blick in den Opuntiengarten von F. Reviere de Caralt, Pinya de Rosa bei Blanes (Katalonien), der
bedeutendsten Opuntiensammlung.
Eingangsallee des Morawetz Garden in South Carolina (USA), mit der Sehenswürdigkeit fast gleich großer
Exemplare der Carnegiea gigantea.
Blick in eine japanische Hybriden-Anzuchtstätte. Y. Ito zog viele schöne Bastarde mit
prächtigen Blüten. (Farbfoto: Yosmo Ito.)
Oben: Moderne holländische Anzuchtstätte mit einer Jahresproduktion von 2—3 Millionen Kakteenjung-
pflanzen.
Unten: Selenicereus-grandiflorus-Kultur für medizinische Zwecke in einem süddeutschen pharmazeutischen
Werk. Das aus den Pflanzen gewonnene Mittel wirkt spasmolytisch auf die Coronargefäße und steigert die
Durchblutung.
Mit Sämlingspfropfungen auf Peireskiopsis-Unterlagen gelang es, das Wachstum von Jungpflanzen um das
Vielfache zu beschleunigen.
Links: Micropuntia gracilicylindrica Wieg. & Backbg., auf Peireskiopsis spathulata gepfropft.
Rechts: Blühende zweijährige Sämlingspflanze von Lobivia arachnacantha Bxjik. & Ritt, auf gleicher
Unterlage. (Fotos: Schattat [links] und J. Makniek-L. [rechts]).
Über das systematische Gliederungsprinzip 11
gehende Sachkenntnis, die sich nicht leicht gewinnen läßt, weshalb das Zusammenfassen oft
mehr ein bequemer Ausweg ist.
Das besonders in den USA beliebte „lumping" (Zusammenziehen) erscheint, abgesehen von
seiner Anfechtbarkeit (welchen Sinn hat dann z. B. in vielen Fällen noch die Typus-Angabe?)
als nicht gerade logisch, wenn man bedenkt, daß man dort selbst Naturhybriden mit
Hybridgattungsnamen versah, wie x Myrtgerocereus R. Moran und x Pachgerocereus R. Moran,
einzelne Naturkreuzungen von Bergerocactus mit Myrtillocactus und Pachycereus. Konsequent
wäre es, dann auch alle anderen Gattungshybriden zu benennen, was noch unabsehbare Folgen
haben könnte. Seit eine Kreuzung von Aporocactus mit Trichocereus gelang, wissen wir, daß
man selbst so ausgefallene Bastarde erzielen kann, vom wissenschaftlichen Standpunkt
gesehen zwar interessant, aber es sind dann noch viele Hybridgenera denkbar. An der Cöte
d'Azur hat man z. B. Bastarde zwischen Cleistocactus, Oreocereus, Morawetzia und Benmoza
sowie Seticereus gezogen, zum Teil enorm reich blühend und sehr wüchsig. Da einige auch
eine erhebliche züchterische Bedeutung haben, bedarf das Benennungsproblem noch
eingehender Erwägungen, auch was die intragenerischen Kreuzungen anbetrifft. Ich zog z. B.
Bastarde zwischen Arthrocereus microsphaericus und A. campos-portoi (heute im Jardin
Exotique de Monaco), die an Wuchsfreudigkeit und Blühwilligkeit die Eiterarten weit
übertreffen. Die Regeln sehen hier zwar eine Benennungsmöglichkeit vor, wie sie
notwendigerweise z. B. bei den sogenannten „Phyllohybriden" durchgeführt ist, noch nicht aber bei den
hochsukkulenten Cactaceae, obwohl es bei ihnen ebenfalls in mehrerer Beziehung beachtliche
und wertvolle Bastarde gibt, die auch züchterisch bedeutsamer als die obenerwähnten sind.
Alle solche Hybriden gehören jedoch nicht in ein Handbuch natürlicher Arten; sie können
daher hier nur zum Teil erwähnt werden, bzw. mit gelegentlichen Hinweisen.
Die Arealkarten veranschaulichen die Verbreitung der Hauptkategorien und ihre zu
beobachtende Zweiteilung. Dementsprechend war die Systematische Übersicht zu gliedern.
Besonders bei der Unterfamilie Opuntioideae mußten, neben der Berücksichtigung anderer, für
die Gattungsteilung maßgebender Kennzeichen (z. B.: durchgehende Stammbildung) auch die
Gruppen stark unterschiedlicher Gestalt getrennt werden (zylindrische, + kugelige und
flachrunde Glieder), zumal bei allen eine deutliche geographische Zweiteilung in je ein
Großverbreitungsgebiet im Norden und im Süden des amerikanischen Kontinentes festzustellen ist, wie
noch deutlicher bei den Gattungen der Cereoideae. In einigen Fällen war eine
Gattungsabgrenzung ähnlich der konventionellen von Trichocereus und Echinopsis vorzunehmen, wenn be
stimmte Argumente dies als notwendig erscheinen ließen (z. B. Pseudolobivia; die geobotanisch
begründete Trennung der ost- und westandinen Kugelkakteen-Gattungen Südamerikas).
Schließlich sei noch darauf verwiesen, daß die schlüsselmäßig abgefaßte Systematische
Übersicht die Hauptmerkmale der einzelnen Kategorien bzw. ihrer Untergruppen ein für alle Male
festhält, so daß diese Kennzeichen bei den Beschreibungen meist nicht wiederholt zu werden
brauchen und dadurch deren Unterschiede deutlicher hervortreten. Die Merkmale der höheren
Kategorien sind bei den jeweiligen Diagnosen hinzuzudenken.
Wenn in besonderen Fällen Arten auch unter anderen Gattungsnamen in Gebrauch sind (z. B.
Ghüeorebutia, „Pyrrhocactus"-Spezies des pazifischen Verbreitungsraumes), wurden
entsprechende Hinweise gegeben, die das Aufsuchen im Lexikon erleichtern.
Die vorstehenden Ausführungen erscheinen mir zum besseren Verständnis der hier gewählten
neuartigen Systematischen Übersicht und der bei den einzelnen Gattungen vertretenen
Anschauungen als angebracht, denn es handelt sich dabei um Fragen, die angesichts des heutigen
Standes der Kakteenkunde und -liebhaberei einen breiteren Leserkreis interessieren.
Auf die Wiedergabe der Autorenbezeichnungen konnte ich aus mehreren Gründen nicht
verzichten, zumal durch sie zum Teil auch Verwechslungen vermieden werden. Der
‚,Klammerautor" hat jeweils die Art erstmalig unter einem anderen Gattungsnamen beschrieben, der
hinter dem eingeklammerten genannte ist der Autor der heute als gültig angesehenen
Benennung. In den meisten Fällen werden die Namen dem Leser auch in der Abkürzung geläufig
sein; sonst wird man sich darüber aus anderen Fachbüchern informieren können.
2 Kakteenlexikon
Zum Thema Kultur
Wenn es auch üblich ist, in Kakteenbüchern Kulturfragen zu behandeln, so kann doch dieses
Kapitel hier ebenfalls knapp gehalten werden, denn die meisten Benutzer dieser Ausgabe sind
entweder fortgeschrittene Pflanzenfreunde oder Berufszüchter, die beide über soviel Erfahrung
nach den jeweils bei ihnen gegebenen Verhältnissen verfügen, daß das Wort „Kultur" für
sie kaum noch ein Problem bedeutet. Ich kenne viele Sammlungen, und wo der Besitzer
genügend Sorgfalt aufwendet, sind die Pflanzen gewöhnlich in denkbar bestem Zustand, wie dies
früher nur bei „alten Hasen" der Fall war. Man hat längst die Bedeutung der Düngung
erkannt, es gibt viele Kunstdüngersorten mit geringerem Stickstoff- und stärkerem Kali- und
Phosphorgehalt sowie Spurenelementen, brauchbare Spezialerden werden angeboten, jeder
einigermaßen Erfahrene weiß inzwischen, daß die Kakteen eine Winterruhe brauchen, die
Wassergáben im Sommer reichlicher, im Frühjahr und im Herbst aber der sichtbaren
Wuchsregung angepaßt sein müssen, daß das Wurzelwerk kontrolliert werden muß, um das
Umsichgreifen von Fäulniserscheinungen rechtzeitig durch Beschnitt zu verhindern, und daß das
Pfropfen kein Schönheitsfehler ist, sondern eine Notwendigkeit, wenn man kostbare Arten
sichern, vermehren und Sämlingsanzuchten schneller zu blühfähiger Größe bringen will, weil
damit erst die wirkliche Freude an ihnen beginnt. Der Berufszüchter hingegen ist sowieso
darauf angewiesen, seine Kulturen mit der auch sonst im Gartenbau üblichen Sorgfalt zu
behandeln, und ihm gegenüber kann man höchstens wünschen, daß diese sich überall auch auf
die Bodenbehandlung erstreckt, das heißt: auf die Wurzellaus- und Nematoden- (Älchen-)
Bekämpfung. Es gibt heute genügend Mittel dafür, aber ihre Anwendung ist meist
umständlich. Die Nematodenverseuchung schreitet leider schnell fort, und das merkt dann auch der
Käufer bald. Eingeschleppte Wurzel- oder Schildläuse sowie Rote Spinne können sich
ebenfalls rasch verbreiten, und ihre Beseitigung erfordert dann viel mehr Mühe als eine sorgsame
Sofortbehandlung. Schild- und Schmierläuse sind dabei das geringste Problem; immer wieder
sind es dagegen die im Boden verborgenen Schädlinge, die die größte Gefahr bedeuten, weil
man sie nicht gleich sieht und damit auch nicht ihre Ausbreitung, und die Beseitigung eines
stärkeren Befalls kostet dann auch viel Zeit.
Durch den Fortschritt der Chemie und der Technik ist selbst die Kakteenzucht stärker be-
einflußt worden, ja sie hat sich zum Teil sogar völlig gewandelt, vor allem durch die
Hydrokultur (richtiger würde man sagen: halbe Hydrokultur). Die rasche und genau dosierbare
Durchflutung des Bimskiessubstrates, das auch die vorbeugende Behandlung gegen Pilze und
Ungeziefer erleichtert, beschleunigt die Anzucht so sehr, daß sich Großzüchter mehr und mehr
auf sie einstellten, zumal dabei die Pflanzen durchweg schöner aussehen und die Umbettung
wie die Weiterbewurzelung in „Verkaufs-Substrat" ohne weiteres möglich ist;
Wuchsstockungen zeigen sich relativ selten. Es ist auch wohl auf die richtigen und reichlicheren Gaben von
anorganischem Dünger ohne zuviel Stickstoff zurückzuführen, daß die Verluste in der
Großkultur — sofern auch die Pilzgefahr durch entsprechende Mittel rechtzeitig gebannt ist —
stark zurückgingen, weil die Pflanzen bei dieser Anzuchtmethode widerstandsfähiger sind als
bei früheren Treibverfahren.
Was Wunder, daß sich heute sogar schon mancher mit „Heim-Hydrokultur" befaßt, zumal die
Industrie bereits Nährsalze, Geräte und Anzuchttöpfe für private Bedürfnisse auf den Markt
bringt.
Der Tontopf wird bei den Sukkulenten wohl bald ganz verschwinden. Die modernen
Plastiktöpfe haben sich besser bewährt: sie sind fast unzerbrechlich, die feinen Saugwurzeln setzen
14 Zum Thema Kultur
sich nicht fest an wie beim Tontopf, so daß bei Aus- und Umtopfen der Ballen leicht
herausgleitet und ganz erhalten bleibt, er erwärmt sich rasch (genügende Einbettung ist ratsam),
und die Bewurzelung wird so beim richtigen Substrat beschleunigt. Der Plastiktopf hält auch
besser die Feuchtigkeit, wodurch sich manches Gießen erübrigt (ohne ausreichendes Gießen
geht es zur Wachstumszeit natürlich nicht; gegen ihr Ende aber Vorsicht vor zuviel
Feuchtigkeit!). Ich habe bei der Verwendung solcher Töpfe eine erstaunlich schnelle Bewurzelung und
einen hervorragenden Wuchszustand beobachtet. Ein wichtiges neues Substrat für alle Arten,
besonders jedoch für die, welche keinen stark humosen Boden lieben, ist die sogenannte
„Chemieerde", ein mit Nährsalzen angereichertes Quarzsandgemisch mit Ziegelgrus. Von dem
hervorragenden Ergebnis seiner Anwendung habe ich mich überzeugen können. Diese Erde
gestattet, selbst empfindlichere Arten auch ohne Pfropfen zu halten, bzw. wertvolle
Seltenheiten besser zu erhalten. Voraussetzung für die erfolgreiche Pflege ist dabei, wie immer,
neben vorschriftsmäßiger Behandlung ein heller Stand, dem jeder Sonnenschein zugute
kommt. Für ungünstige Fensterbanklagen sind empfindliche Arten sowieso nicht geeignet.
Mit der Chemieerde werden auch Anweisungen für die pH-Wert-Prüfung und die Erzielung
der richtigen Eeaktion gegeben, damit die günstigsten „sauren Zahlen" 5—6 (saure
Indikatorfarbe des Lakmus-Papiers: rot) nicht ins Unzuträgliche über- oder unterschritten werden.
Zwar gingen unsere Altvorderen sozusagen nur der Nase nach und zogen doch auch gute
Pflanzen, aber heute verringert die sorgsame Kontrolle des Substrates die Verlustquote und
ist daher bei einem Bestand von vielen neuen, kostbaren und mitunter schwierigen Arten
besonders wichtig. Vor allem da, wo sich Stachelverkalkung zeigt, darf die
pH-Wert-Ermittlung nicht vernachlässigt werden, und bei kalkhaltigem Gießwasser ist — als einfachstes
Mittel — eine Schwefelsäureeintropfung bis zum richtigen Grad notwendig.
Ganz wird man auf das Pfropfen nie verzichten können, insbesondere da nicht, wo man bei
freier Auspflanzung rasch große Schaustücke heranziehen will. Die imposante Schau z. B. der
MARNiER-Sammlung wäre ohne das Hilfsmittel des Pfropfens auf starken Unterlagen gar nicht
zu erzielen gewesen.
Es werden aber immer noch zu wenig Unterlagen für den Verkauf herangezogen. Vor allem
fehlt es an P^Vesfcio^sis-Schnittlingen zur Sämlingspfropfung, die zweifellos eine Zukunft hat,
sowohl beim Züchter wie beim Liebhaber. Hier sollte der Erwerbsgartenbau für genügend
Unterlagenmaterial dieser Art sorgen. Es grenzt an das Unwahrscheinliche, wie schnell sich
auf Peireskiopsis die anfangs winzigen Sämlinge weiterentwickeln (siehe Abb.), wie rasch sie
eine Größe erreichen, die zum Umpfropfen auf stärkere Unterlagen zwingt. Dazu müssen diese
aber ebenfalls in genügender Zahl vorhanden sein. Auch der Berufszüchter wird — wie es
schon hier und da der Fall ist — Nutzen aus der beschleunigten Sämlingszucht ziehen können,
zumal die nach dem Umpfropfen verbleibenden Stümpfe bald austreiben und damit viel
Nachwuchs ergeben. Das ist wiederum Voraussetzung für eine lohnende Anzucht von selteneren
Arten und solchen, die auf eigenen Wurzeln bei weitem nicht so gut oder so rasch
vorankommen. Gerade aber die Seltenheiten wie im Habitus besonders schöne neue Arten sind es,
die die Liebhaberei und damit das Kaufinteresse beleben. Man sollte dieser Frage also noch
weit mehr Aufmerksamkeit widmen als bisher.
Dem fortgeschrittenen Liebhaber hier Pfropfwinke zu geben, erscheint ebenfalls als
überflüssig. Es gibt unter ihnen oft wahre Pfropfkünstler, und manchem verdanke ich wertvolle
Angaben, Beobachtungen und Abbildungen für meine Arbeit, besonders von jenen Neufunden,
die sonst gar nicht so schnell die erforderliche Größe erlangt hätten, um in die Beschreibungen
aufgenommen bzw. darin abgebildet zu werden. Für ältere Pflanzen erwies sich der von mir
einst aus Ekuador eingeführte Trichocereas pachanoi als die beste Unterlage, weil er durch
Austreiben für genügenden Nachwuchs sorgt, fast stachellos ist (beim Pfropfen angenehm),
dem Kopf im Dickenwachstum folgt, grün bleibt, durch seine Saftbeschaffenheit leicht
Pfröpflinge annimmt, sie gut ernährt und auch weder verholzt noch so ausgesogen wird wie die
früher mehr üblich gewesenen Trichocereus~spachianus-\Jnterlagen. Eine Ausnahme bilden
die Rivierakulturen, in denen stärkere Unterlagen letzterer Art erhältlich sind bzw. als solche
gezogen werden, und wo man gute Erfahrungen machte mit dem „Pfropfen an Ort und Stelle"
(mittels neben die Pflanzen gesteckter Vierkantstäbe mit abwärts geneigten Schrägkerben
Zum Thema Kultur 15
und Bandeisenstücken darin, die den Pfröpflingen den nötigen Andruck geben, wobei die
Scheitel durch Filzstücke geschützt werden); man braucht die Unterlage dabei also nicht zu
bewegen, was für das gute Weiterwachsen der Pfropfungen wichtig ist. Der selten in
harmonischer Proportion zum Pfröpfling stehende Eriocereusjusbertii, der auch leichter schrumpft,
wird heute nur noch wenig >bzw. für kleiner bleibende Arten benutzt.
Daß Liebhabersammlungen ausgepflanzt in Kästen oder in versenkten Töpfen besonders gut
gedeihen, ist inzwischen auch längst bekannt; leider steht aber nicht immer genug Platz dafür
zur Verfügung. Solche sommerliche Umbettung empfiehlt sich sogar bei Sammlungen, für
die ein Glashaus vorhanden ist. Bei einem Stand im Freien während der Hauptwachszeit ist
auch die Kultur von Epiphyllum und Nopalxochia (Blattkakteen), Zygocactus (Glieder- oder
Weihnachtskaktus) und Epiphyllopsis (Osterstern) sowie vor allem auch Rhipsalis viel
erfolgreicher; der Knospenansatz ist besser, es werden nach dem Wiedereinräumen keine Glieder
abgeworfen, weil die Triebe härter sind, die Rhipsalis füllen sich gut und bringen nach dem
Wärmestoß beim Zurückbringen ins Haus oder auf die Fensterbank gern Blüten hervor.
Ein Aufhängen an Obstbäumen hat sich ebensosehr bewährt wie ein Aussetzen auf Grasstücken
(Schneckentod ausstreuen!). Auf diese Weise befriedigt auch die sonst ziemlich
vernachlässigte Rhipsalis-Kultur weit mehr, wie überhaupt diese zierlich-triebigen und relativ
widerstandsfähigen Gewächse ein größeres Interesse verdienen.
Nach dem Vorhergesagten ist es verständlich, wenn ich von weiteren „Kulturwinken"
Abstand nehme. Außerdem gibt es mehrere Fachbücher, die darüber alles Nötige sagen. Ich
kann mich daher hier darauf beschränken, bei den Gattungen Kulturzeichen zu geben und
dabei auf eine etwa erforderliche besondere Behandlung hinzuweisen.
Die folgenden Zeichen bedeuten:
O Will sonnig stehen
• Liebt Schatten
C> In Halbschatten halten
(g) Braucht nicht gepfropft zu werden
P Wächst gepfropft besser
* Verträgt nicht stärkere Feuchtigkeit
/// Im Sommer möglichst ins Freie stellen oder mehr Feuchtigkeit geben
Klassifikation
(Schlüssel der Kategorien)
Mit Blättern:
Ohne Glochiden; Samen weichschalig, groß . Unterfamilie 1: Peireskioideae K. Sch.
Mit Glochiden, z. T. reduziert; Samen
hart und ziemlich groß Unterfamilie 2: Opuntioideae K. Sch.
Ohne Blätter:
Ohne Glochiden; Samen kleiner, nicht
beinhart Unterfamilie 3: Cereoideae K. Sch.*)
Unterfamilie 1: Peireskioideae K. Sch.
Schlüssel der Tribus:
Mit + normalen Blättern, nicht zylindrisch
reduziert; Blüten nicht endständig . . . Tribus 1: Peireskieae Br. & R.
Mit zylindrisch reduzierten Blättern;
Blüten (stets ?) endständig Tribus 2: Maihuenieae Backbg.
Tribus 1: Peireskieae Br. & R.
Schlüssel der Gattungen:
Strauch- oder baumförmig; Samenhöhle
oberständig 1: Peireskia (Plum.) Mill.
Blüten größer, nicht sitzend, gebüschelt . U.-G. 1: Peireskia
Blüten klein, sitzend, özipfliger Kelch . . U.-G. 2: Neopeireskia Backbg.
Baumförmig; Samenhöhle + unterständig . . 2: Rhodocactus (Berg.) Knuth
Tribus 2: Maihuenieae Backbg.
Eine Gattung:
Niedrige Polster; Blätter nicht bald abfallend,
kurz, rundlich 3: Maihuenia Phil.
Unterfamilie 2: Opuntioideae K. Sch.
Schlüssel der Tribus:
Strauchig bis baumförmig; + normale bzw.
rippenlose, sukkulente Blätter Tribus 1: Phyllopuntieae Backbg.
*) Nach der Regeländerung von 1961 miißte die Unterfamilie jetzt „Cactoideae" heißen. Hier muß mit
Rücksicht auf einen breiteren Leserkreis von diesem verfehlten Namen Abstand genommen und der seit
70 Jahren eingeführte weit treffendere beibehalten werden, zumal man ja auch den Begriff „nom. alt."
kennt und die Möglichkeit besteht, eine ältere Bezeichnung zu schützen, was in diesem Falle sogar
gefordert werden muß, weil ja nicht nur die Vertreter der Unterfamilie 3 „kakteenähnlich" sind.
18 Klassifikation
Fleischig-triebig verzweigend; mit stark
reduzierten, ziemlich kleinen Blättern . . Tribus 2: Euopuntieae Backbg.
Strauchig, lang-dünnzylindrisch verzweigend,
anlehnend; Blätter stärker reduziert
(einziger Nachtblüher) Tribus 3: Pseudopuntieae Backbg.
Tribus 1: Phyllopuntieae Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Mit dünnen Nebenstacheln (keine echten
Glochiden?)
Blüten echt endständig
Ovarium eng, aufsitzend 4: Quiabentia Br. & R.
Mit Glochiden
Blüten nicht echt endständig
Ovarium zum Teil gestielt 5: Peireskiopsis Br. & R.
Tribus 2: Euopuntieae Backbg.
Schlüssel der Subtribus:
Triebe zylindrisch; wenn kugelig, in der
Kultur nicht konstant Subtfibus 1: Cylindropuntiinae Backbg.
Triebe kugelig, keulig bzw. kurzzylindrisch;
Formen in der Kultur konstant Subtribus 2: Sphaeropuntiinae Backbg.
Triebe + abgeflacht Subtribus 3: Platyopuntiinae Backbg.
Subtribus 1: Cylindropuntiinae Backbg.
Schlüssel der Sippen *):
Zylindrische Triebe ohne Scheidenstacheln . . Sippe 1: Austrocylindropuntiae Backbg.
Zylindrische Triebe mit Scheidenstacheln
(z. T. nur an jungen Areolen) Sippe 2: Boreocylindropuntiae Backbg.
Sippe 1: Austrocylindropuntiae Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten nicht echt endständig eingefügt;
Samen nicht geflügelt 6: Austrocylindropuntia Backbg.
Blüten echt endständig eingefügt;
Samen geflügelt 7: Pterocactus K. Sch.
Sippe 2: Boreocylindropuntiae Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Keine echt endständigen, höchstens
scheitelnahe Blüten; keine durchlaufenden
Rippen
Scheidenstacheln und Glochiden vorhanden . 8: Cylindropuntia (Eng.) Knuth
emend. Backbg.
Scheitel- bzw. endständige Blüten
Scheiden an den Stacheln reduziert;
Glochiden, falls vorhanden, offenbar bis auf die
*) Über die Kategorie-Bezeichnung „Sippe" (nach Berger) siehe Fußnote zur Einleitung „Die Verbreitung
der Cactaceae".
Klassifikation 19
jüngsten Areolen bzw. die des Ovariums
reduziert
Blüten scheitelständig;
durchlaufende Rippen 9: Grusonia F. Reichenb.
Blüten und Frucht endständig eingesenkt;
Triebende mit der Frucht darin keulig
bei der Reife schwellend und seitlich
einreißend; Rippen nicht durchlaufend . . 10: Marenopuntia Backbg.
Subtribus 2: Sphaeropuntiinae Backbg.
Schlüssel der Sippen:
Kugelige bis kurzzylindrische Triebe Sippe 1: Austrosphaeropuntiae Backbg.
Keulige bis etwas verlängerte Triebe Sippe 2: Boreosphaeropuntiae Backbg.
Sippe 1: Austrosphaeropuntiae Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Glieder nie unten verwachsen 11: Tephrocactus Lem. emend. Backbg.
Glieder im unteren Teil verwachsen 12: Maihueniopsis Speg.
Sippe 2: Boreosphaeropuntiae Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Ohne große Rübenwurzeln
Glochiden vorhanden
Scheiden der Stacheln bis auf
gelegentliche Rudimente reduziert 13: Corynopuntia Knuth
Mit großen Rübenwurzeln; Körper winzig
Glochiden + fehlend (reduziert?)
Scheiden der Stacheln offenbar ganz
reduziert 14: Micropuntia Daston
Subtribus 3: Platyopuntiinae Backbg.
Schlüssel der Sippen:
Mit durchlaufendem Hauptstamm Sippe 1: Cauliopuntiae Backbg.
Ohne durchlaufenden Hauptstamm,
unregelmäßig verzweigt
Blüten normal gebaut Sippe 2: Platyopuntiae Backbg.
Blüten nahezu geschlossen, Staubblätter
herausragend Sippe 3: Nopaleae Backbg.
Sippe 1: Cauliopuntiae Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Zweige + quirlständig; Blüten mit haarförmi-
gen Staminodien; wenige, z. T. wollige
Samen Untersippe 1: Brasiliopuntiae Backbg.
Zweige + kreuzständig; Blüten ohne
Staminodien; Samen wollig (alle?) Untersippe 2: Consoleae Backbg.
20 Klassifikation
Untersippe 1: Brasiliopuntiae Ba<?kbg.
Nur eine Gattung:
Hauptstamm rund; Neutriebe dünn 15: Brasiliopuntia (K. Sch.) Berg.
Untersippe 2: Consoleae Backbg.
Nur eine Gattung:
Hauptstamm + abgeflacht; Neutriebe dicker . 16: Consolea Lem.
Sippe 2: Platyopuntiae Backbg.
Nur eine Gattung:
Flachtriebig; Blüten offen, ohne Staminodien;
Samen meist nicht wollig (wollige Samen
öfter in der Pars „Australes") .... 17: Opuntia (Tournef.) Mill.
Sippe 3: Nopaleae Backbg.
Nur eine Gattung:
Längliche Triebe; Blütensaum geschlossen;
Samen nicht wollig 18: Nopalea SD.
Tribus 3: Pseudopuntieae Backbg.
Nur eine Gattung:
Dünne, langzylindrische Triebe; Glochiden
leicht abfallend; Blätter winzig; Blüten
mit langem Ovarium, nächtlich, mit
umrollenden Hüllblättern und mit
Haarbildung an der inneren Petalenbasis . . 19: Tacinga Br. & R.
Unterfamilie 3: Cereoideae K. Sch.
Schlüssel der Tribus:
Mit Luftwurzeln; epiphytisch, halbepiphytisch
oder kletternd Tribus 1: Hylocereeae Backbg.
Ohne Luftwurzeln; bodenbewohnend, mit
Ausnahme der kleinwüchsigen Pfeiffera . . Tribus 2: Cereeae Br. & R. emend. Backbg.
Tribus 1: Hylocereeae Backbg.
Schlüssel der Subtribus:
Meist überhängende Epiphyten mit
überwiegend kleineren Blüten und Früchten;
Triebe meist nicht fortlaufend
weiterwachsend Subtribus 1: Rhipsalidinae Backbg.
Mehr buschig-aufrechte, flachtriebige Pflanzen;
Blüten und Früchte überwiegend größer
(Früchte nie ziemlich klein); Triebe
gewöhnlich nicht jährlich abgegliedert . . Subtribus 2: Phyllocactinae Backbg.
Klassifikation 21
Langtriebige, nicht flache, sondern cereoide,
mehrrippige oder -kantige Körper, bis
auf zwei modifizierte flachhaftende bzw.
windende drei- bis vierflügelige Pflanzen;
Blüten mit + längeren Röhren ....
Subtribus 3: Hylocereinae Backbg.
Subtribus 1: Rhipsalidinae Backbg.
Schlüssel der Sippen:
Seitlich erscheinende Blüten (normaler
Blütensitz) Sippe 1: Rhipsalides Backbg.
Scheitelständig entspringende Blüten (und
Triebe) Sippe 2: Epiphylloides Backbg.
Sippe 1: Rhipsalides Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Blüten röhrenlos; Glieder vielgestaltig .... Untersippe 1: Eurhipsalides Backbg.
Blüten mit kurzen Röhren; Glieder flach . . . Untersippe 2: Pseudorhipsalides Backbg.
Untersippe 1: Eurhipsalides Backbg.
Schlüssel der Gattungen und Untergattungen:
Blüten röhrenlos
Fruchtknoten freistehend 20: Rhipsalis Gärtn.
Glieder stielrund, ohne Borsten
(Eurhipsalis K. Sch.) U.-G. 1: Rhipsalis
Glieder stielrund bzw. leicht gefurcht, mit
reichlichen Borsten U.-G. 2: Ophiorhipsalis K. Sch.
Glieder deutlich gekantet oder gerippt . . U.-G. 3: Goniorhipsalis K. Sch.
Glieder flach, blattähnlich oder dreiseitig,
ohne Borsten U.-G. 4: Phyllorhipsalis K. Sch.
Fruchtknoten eingesenkt 21: Lepismium Pfeiff.
Glieder schmal-flach oder dreiseitig; Areo-
len tiefliegend, sehr borstig (Eulepis-
mium Knuth) U.-G. 1: Lepismium
Glieder stielrund U.-G. 2: Calamorhipsalis K. Sch.
Glieder dreikantig, abgegliedert, mit
Kanten und Flächen wechselnd U.-G. 3: Epallagogonium K. Sch.
Glieder fortlaufend dreikantig; Areolen
nicht borstig U.-G. 4: Trigonorhipsalis Berg.
Glieder verschiedengestaltig, anfangs
zierlich, ökantig, später stärker und 3(—4)-
kantig, z. T. rundlich oder Flanken
eingefallen ; Areolen anfangs borstig, später
nur vereinzelte Borsten, dicke weiße
Wollflocken U.-G. 5: Heteropodium Backbg.
Untersippe 2: Pseudorhipsalides Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten mit kurzen Röhren
Glieder bestachelt, flach bis dreiflügelig. . 22: Acanthorhipsalis (K. Sch.) Br. & R.
Glieder stets unbestachelt, flach 23: Pseudorhipsalis Br. & R.
22 Klassifikation
Sippe 2: Epiphylloides Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Areolen allseitig
Glieder zylindrisch, keulig oder mehrkantig
Blüten normal, stärker in der Größe
reduziert Untersippe 1: Mediorhipsalides Backbg.
Glieder klein-opuntioid (selten
zylindrischverlängert)
Blüten hochmodifiziert, schiefsaumig . . Untersippe 2: Epiphyllanthi Backbg.
Areolen seitlich oder/und scheitelständig
Glieder zygocactoid übereinander abgesetzt
Blüten einfach (z. T. klein) bis
hochmodifiziert Untersippe 3: Epiphylli Backbg.
Untersippe 1: Mediorhipsalides Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Triebe rundlich-keulig, verkürzt oder gestreckt
Areolen meist winzig und unbekleidet,
höchstens mehr an verkürzten Nebentrieben;
größere Scheitelareolen als Blütensitz;
Frucht + kahl 24: Hatiora Br. & R.
Triebe rundlich, gegliedert
Areolen reichlicher behaart; Früchte größer
als beiRhipsalis, borstig 25: Erythrorhipsalis Berg.
Triebe 2—3—ökantig, gewöhnlich am Ende
verzweigend; Blüten größer als bei vorigen
Areolen kantenständig, etwas borstig. . . . 26: Rhipsalidopsis Br. & R.
Untersippe 2: Epiphyllanthi Backbg.
Nur eine Gattung:
Triebe meist zwergig-opuntioid, in einem Falle
zylindrisch verlängert (nur
Standortsform? lt. Voll), nicht ausgesprochen
endständig verzweigend, + feinstachlig
Blüten scheitelnah, größer, zygomorph ... 27: Epiphyllanthus Berg.
Untersippe 3: Epiphylli Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten regelmäßig, ohne echte Blumenkronen-
röhre
Blüten rhipsalioid reduziert, klein 28: Pseudozygocactus Backbg.
Blüten größer
Staubfäden in einer Gruppe, spreizende
Narben; Frucht scharf ökantig
(Scheitelareolen häufig stark langborstig).... 29: Epiphyllopsis (Berg.) Knuth & Backbg .
Staubfäden in zwei Gruppen, Narben kopfig
zusammengeneigt; Scheitelareolen
weniger borstig; Frucht 4kantig 30: Schlumbergera Lem. non E. Morr.
Klassifikation 23
Blüten stark zygomorph, mit echter Blumen-
kronenröhre
Staubfäden (und Griffel) bogig
herausragend, innere Gruppe am Fuß mit
feinem, zurückgeschlagenem Hautring;
Frucht kreiseiförmig, nicht kantig . . .
31: Zygocactus K. Sch.
Subtribus 2: Phyllocactinae Backbg.
Nur 1 Sippe: Phyllocacti Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Mit normalen, trichterigen Blüten Untersippe 1: Euphyllocacti Backbg.
Mit ^ modifizierten Blüten Untersippe 2: Wittiae Backbg.
Untersippe 1: Euphyllocacti Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten trichterig
Ovarium mit Borsten und Stacheln .... 32: Cryptocereus Alex.
Ovarium ^ festborstig bekleidet 33: Marniera Backbg.
Ovarium nur befilzt 34: Lobeira Alex.
Ovarium kahl 35: Epiphyllum Haw. (Phyllocactus)
Blüten + glockig-trichterig
Ovarium schwachkantig, etwas filzige Achseln,
manchmal Börstchen (Nachtblüher) . . 36: Eccremocactus Br. & R.
Ovarium beschuppt, mit 1—4 weißlichen
Borsten (Tagblüher) 37: Pseudonopalxochia Backbg.
Ovarium klein, kahl (Tagblüher) 38: Nopalxochia Br. & R.
Untersippe 2: Wittiae Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten zierlich-mittelgroß
Blüten glockig-trichterig;
Ovarium kugelig 39: Chiapasia Br. & R.
Blüten nicht glockig, über der Röhre
abgesetzt, locker schmalblättrig; Röhre
kürzer; Ovarium länglich 40: Disocactus Lindl.
Blüten ziemlich klein
Röhre eng, dünn
Blütensaum wenig öffnend, nicht
umbiegend 41: Wittia K. Sch.
Subtribus 3: Hylocereinae Backbg.
Schlüssel der Sippen:
Triebe stammanliegend modifiziert, flach oder
dreifl\igelig Sippe 1: Strophocerei Backbg.
Triebe nicht stammanliegend modifiziert, kantig
oder vielrippig; nicht dünn und hängend Sippe 2: Nyctohylocerei Backbg.
Triebe dünn, hängend Sippe 3: Heliohylocerei Backbg.
24 Klassifikation
Sippe 1: Strophocerei Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Triebe flach-stammanliegend (dreikantig nur
selten) Untersippe 1: Nyctostrophocerei Backbg.
Triebe typisch dreikantig, flügelig Untersippe 2: Heliostrophocerei Backbg.
Untersippe 1: Nyctostrophocerei Backbg.
Nur eine Gattung:
Nachtblüher; Ovarium und Frucht mit Filz und
Borstenstacheln 42: Strophocactus Br. & R.
Untersippe 2: Heliostrophocerei Backbg.
Nur eine Gattung:
Tagblüher; Ovarium mit Haaren und Borsten;
Frucht sehr stachlig 43: Deamia Br. & R.
Sippe 2: Nyctohylocerei Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Ovarien nicht auffällig beschuppt, mit Stacheln
oder steifen Borsten in den Achseln . . Untersippe 1: Selenicerei Backbg.
Ovarien auffällig dicht beschuppt, in den
Achseln fast oder völlig kahl Untersippe 2: Hylocerei Backbg.
Untersippe 1: Selenicerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blütenröhre stärker bestachelt
Früchte bzw. Ovarium nicht gebuckelt, stark
bestachelt
Röhre kurz, derb, Ovarium mit vielen
scharfen, schwarzen Stacheln 44: Werckleocereus Br. & R.
Röhre länger, + lang behaart und
bestachelt 45: Selenicereus (Berg.) Br. & R.
Blütenröhre nur unten mit wenigen Stacheln
oder Borsten (47)
Früchte (bzw. Ovarium) anfangs + gebuckelt,
locker bestachelt oder nur behaart (47)
Röhre länger, trichterig, Schuppen klein,
Ovarium und Frucht stachlig 46: Mediocactus Br. & R.
Röhre kürzer, gekrümmte Schuppen,
Ovarium mit steifen Borsten; Frucht
behaart 47: Weberocereus Br. & R.
Untersippe 2: Hylocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten + kahl
Blüten ziemlich klein, fast röhrenlos, fast kahl 48: Wilmattea Br. & R.
Blüten groß, trichterig, kahl 49: Hylocereus (Berg.) Br. & R.
Klassifikation 25
Sippe 3: Heliohylocerei Backbg.
Nur eine Gattung:
Triebe dünn, hängend, + schrägsaumige
Tagblüten
Röhre oder nur Ovarium borstig, ebenso
die Frucht 50: Aporocactus Lem.
Tribus 2: Cereeae Br. & R. emend. Backbg.
Schlüssel der Semitribus:
Südliche Gruppe, mit anderen Merkmalen der
Blüte als die nördliche; noch häufig
Stacheln bzw. Borsten an den Blüten und
Früchten der Kugelformen Semitribus 1: Austrocereeae Backbg.
Nördliche Gruppe, mit anderen Merkmalen der
Blüte als die südliche; nie Stacheln oder
Borsten an den Blüten bzw. Früchten
der Kugelformen Semitribus 2: Boreocereeae Backbg.
Semitribus 1: Austrocereeae Backbg.
Schlüssel der Subtribus:
Cereoide Formen, in einigen Fällen stark
reduziert: zwergcereoid (Ghamaecereus) und
+ kugelig (Pseudolobivia) Subtribus 1: Austrocereinae Backbg.
Cactoide Formen, nur die Übergangsstufen bzw.
bei den übrigen nur ältere + verlängert Subtribus 2: Austrocactinae Backbg.
Subtribus 1: Austrocereinae Backbg.
Schlüssel der Sippen:
Kleine halbepiphytische bis epiphytische
Sträucher; Ovarium und Frucht bestachelt . Sippe 1: Pfeifferae Berg.
Kleine bodenbewohnende Kolonien; Ovarium
etwas bekleidet, Frucht kahl Sippe 2: Milae Backbg.
Aufrechte Cereen, selten liegend; Blüten mit +
bestachelten Ovarien bzw. Früchten, z. T.
aus modifizierten Areolen Sippe 3: Corryocerei Backbg.
Aufrechte, baumförmige Cereen mit kahlen
Ovarien und Früchten Sippe 4: Gymnanthocerei Backbg.
Aufrechte bis niederliegende Cereen mit
spezialisierten, engsaumigen oder zygomorphen
Blüten Sippe 5: Loxanthocerei Backbg.
Aufrechte Cereen mit + trichterigen, behaarten
Blüten, nur die Übergangsstufen mit +
Borsten am Ovarium (nie Stacheln);
Früchte + behaart Sippe 6: Trichocerei Berg, emend. Backbg.
Sippe 1: Pfeifferae Berg.
Nur eine Gattung:
Pflanzen, -Blüten und Früchte klein; Frucht
stachlig, kleinkugelig 51: FJteiffera SD.
26 Klassifikation
Sippe 2: Milae Backbg.
Nur eine Gattung:
Pflanzen, Blüten und Früchte klein, die
letzteren so gut wie nackt; Triebe weich-
fleischig 52: MilaBR. & R.
Sippe 3: Corryocerei Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Nicht verengte Tagblüten; bei zwei Gattungen:
aus modifizierten Areolen Untersippe 1: Heliocorryocerei Backbg.
Verengte Nachtblüten; niemals modifizierte
Areolen Untersippe 2: Nyctocorryocerei Backbg.
Untersippe 1: Heliocorryocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Ohne modifizierte Blütenareolen
Blüten hochseitlich erscheinend, überwiegend
größer, ebenso die Früchte; glockige
Röhre, unbestachelt 53: Corryocactus Br. & R.
Blüten scheitelnah erscheinend
(normalerweise), kleiner, auch die ziemlich
dünnhäutigen Früchte; Röhre nicht glockig,
bestachelt 54: Erdisia Br. & R.
Mit modifizierten Blütenareolen
Areolen großknollig bis zylindrisch verlängert
Blüten kurztrichterig; Röhre nicht
deutlich bestachelt 55: Neoraimondia Br. & R.
Areolen mäßig rundlich verdickt
Blüten mehr zylindrisch; Röhre lang
bestachelt 56: Neocardenasia Backbg.
Noch unbeschriebene bzw. ungenügend bekannte Gattungen:
(Tag- oder Nachtblüher?)
Glockige, weiße Blüten; ästige Bäume .... 57: Yungasocereus Ritt.
Blüten schwarz-weiß (?), röhrig, dicht mit Wolle
und Borsten besetzt; baumartig .... 58: Lasiocereus Ritt.
Untersippe 2: Nyctocorryocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Aufrechte, große Säulenformen, Triebe jährlich
abgesetzt
Knospen normal gebaut
Innere Blütenblätter nicht sehr schmal
Frucht ziemlich groß, stachlig 59: Armatocereus Backbg.
Knospen mit übergreifendem Ovariummantel
Frucht lang, kantig, fast stachellos ... 60: Calymmanthium Ritt.
Schlanke, niedrige Säulen in Gruppen, Triebe
nicht jährlich abgesetzt
Klassifikation 27
Innere Blütenblätter sehr schmal
Frucht ziemlich klein, nur 1,3 cm
Durchmesser (2,5—4 cm lang)
61: Brachycereus Br. & R.
Sippe 4: Gymnanthocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
62: Jasminocereus Br. & R.
Blüten höchstens mit Filzspuren
Schuppen, besonders am Ovarium, klein .
Blüten völlig kahl
Blütensaum gerade; Frucht nicht trocken
Schuppen größer
Schuppen dachziegelig dicht ....
Schuppen locker spreizend, länglich .
Schuppen breit, beim Abblühen
einziehend, an der Frucht +
verschwunden 65: Gymnocereus Backbg.
Blütensaum etwas schräg; Frucht trocken
Schuppen dicht, an Röhre und Ovarium. . 66: Azureocereus Akers & Johnson
63:
64:
Stetsonia Br. &
Browningia Br.
R.
&R.
Sippe 5: Loxanthocerei Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Jugendform stets cereoid Untersippe l:Euloxanthocerei Backbg.
Jugendform z. T. kugelig oder kurz Untersippe 2: Brachyloxanthocerei Backbg.
Untersippe 1: Euloxanthocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten nur zylindrisch; Hülle gradsaumig und
nur mäßig breit, Öffnung nicht trichterig;
Röhre gerade, z. T. innen mit
Haarbildung (größere Sträucher) 67: Clistanthocereus Backbg.
Blüten nicht nur zylindrisch; Öffnung bei 68—70
+ trichterig, bei 71—73, 77—78 ± schief
und enger, bei 74—76 cleistocactoid
zylindrisch, eng- und kurzsaumig
Triebe unbehaart (Haarfilz höchstens im
Scheiteltrieb)
Blüten (Hülle) breiter und + schiefsaumig
Ohne Borstenzone an blühbaren Areolen
Blüten trichterig-schlundig, +
schiefsaumig
Röhre rund, überwiegend +
gekrümmt
Perigon ohne kürzere, dem Griffel
+ anliegende innere Serie . .
Perigon mit einer, dem Griffel
anliegenden inneren, kürzeren
Serie, Hüllblätter locker und
länger bzw. weiter spreizend .
68: Loxanthocereus Backbg.
69: Winterocereus
Backbg. nom. nov.
(Winteria Ritt.)
3 Kaktecnlexikon
28 Klassifikation
Blüten sehr schiefsaumig
Eöhre zusammengedrückt .... 70: Bolivicereus Card.
Köhre rund, Schlund ziemlich eng,
nicht trichterförmig offen .... 71: Borzicactus Rice.
Mit Borstenzone an blühbaren Areolen
Röhrenbekleidung ohne Borsten
Röhre etwas zusammengedrückt 72: Seticereus Backbg.
Röhrenbekleidung mit Borsten
Röhre rund 73: Akersia Buin.
Blüten nur sehr gering geöffnet
Blütenröhre und Frucht mit Borsten. . 74: Seticleistocactus Backbg.
Blütenröhre und Frucht ohne Borsten
Röhre z. T. gebogen oder geknickt bis
zuweilen + gerade
Ohne Borstenzone am blühbaren
Teil 75: Cleistocactus Lem.
Mit Borstenzone am blühbaren Teil. 76: Cephalocleistocactus Ritt.
Triebe normalerweise behaart
Ohne Schöpfbildung 77: Oreocereus (Berg.) Rice.
Mit Scheitelcephalium 78: Morawetzia Backbg.
Untersippe 2: Brachyloxanthocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten behaart
Pflanzen später säulig
Blütensaum fast geschlossen und nicht
schief; Staubblätter hervorragend;
Wollring im Röhrengrund 79: Denmoza Br. & R.
Blütensaum offen und schräg; ohne
Wollring im Röhrengrund 80: Arequipa Br. & R.
Pflanzen mehr kugelig bleibend
Blütensaum schräg; Staubblätter
aufgerichtet 81: Submatucana Backbg.
Blüten kahl
Pflanzen kugelig bis + gestreckt
Blütensaum + schräg; Hüllblätter meist
stärker zurückgekrümmt 82: Matucana Br. & R.
Sippe 6: Trichocerei Berg, emend. Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Hohe, aufrechte bzw. niedrigere schlankere
Säulen; Nachtblüten, z. T. über Tag
weiterdauernd und Röhren dann nicht
verkürzt derbtrichterig Untersippe 1: Nyctotrichocerei Backbg.
Aufrechte, dicksäulige aber nur mittelhohe, oder
niedrige schlanke und basal sprossende
Cereen mit verkürzt derbtrichterigen
Tagblüten; oder Körper ^ rundlich
reduziert, Blüten nur noch am Tage
offen Untersippe 2: Heliotrichocerei Backbg.
Klassifikation 29
Untersippe 1: Nyctotrichocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blütenröhren -j- mit Borsten versehen (außer ^
Haaren)
Blüten engzylindrisch, Röhren mit einigen
Borsten; Frucht nur unten etwas
bekleidet
Blüten glockig, ziemlich dicht mit Borsten
versehen (an der Frucht nur oben). . .
Blüten langröhrig, schlank, mittelgroß,
schmale Hüllblätter, meist autogam;
Borsten nur gelegentlich am Ovarium;
Frucht ohne Borsten; schlanke, zwerg-
cereoide Körper
Blütenröhren stets ohne Borsten, nur behaart
(ebenso die Frucht)
Körper nie cactoid in der Jugend
Blütensaum nie auffällig schräg
Stärkere Säulen mit trichterigen Blüten
Schuppen nicht größer bzw. nicht
abstehend und an der Frucht nicht
auffällig dreikantig
Höhere Cereen, Blüten mehr groß-
trichterig, mehr nächtlich. . . .
Mittelhohe bis niedrigere bzw.
Kolonien bildende Cereen, Blüten kür-
zer-trichterig und noch am Tage
offen (z. T. mehrere Tage) . . .
Schuppen am Ovarium groß, ziemlich
abstehend, an der Frucht 3kan-
tig und rot gefärbt (anlehnende
Pflanzen; Zwischenstufe zu Erio-
cereus?), Achseln stark behaart .
Baumförmige Cereen mit kurzglockigen,
seidig behaarten Blüten (z. T. sehr
kurzhaarig), in der Nacht und über
Tag offen (wie bei U.-G. 2 von Tri-
chocereus) ‚
Schuppen an Röhre und Frucht
ziemlich dichtstehend
Niedrigere bzw. schlanke Säulenkakteen
Blüten glockig-trichterig, dicht
beschuppt
Blüten trichterig, zierlicher als bei
Trichocereus, wenig behaart....
Zwergpflanzen, mit langer, dünner Röhre
Blütensaum meist ^ schräg, Röhre ^ S-
förmig gekrümmt, dicht beschuppt;
Frucht gering behaart
Nacht- und auch Tagblüher? . . .
Körper anfangs + cactoid (reduziert), z. T.
säulig
83: Samaipaticereus Card.
84: Philippicereus Backbg.
85: Setiechinopsis (Backbg.) De Haas
86: Trichocereus (Berg.) Rice.
U.-G. 1: Trichocereus
U.-G. 2: Medioeulychnia Backbg.
87: Roseocereus (Backbg.) Backbg.
5: Eulychnia Phil.
89: Rauhocereus Backbg.
90: Haageocereus Backbg.
91: Fygmaeocereus Johns. & Backbg.
92: Weberbauerocereus Backbg.
30 Klassifikation
Blütensaum gerade
Blüten lang und + schlanktrichterig,
nur behaart 93: Echinopsis Zucc.
Untersippe 2: Heliotrichocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Körper dicksäulig, später verzweigt
Röhre bzw. Frucht mit Borsten, derbtrichterig
Blüten in Scheitelnähe 94: Leucostele Backbg.
Röhre und Frucht ohne Borsten 95: Helianthocereus Backbg.
Blüten am Scheitel oder hoch sitzend . U.-G. 1: Helianthocereus
Körper schlanker, niedrigere Kolonien bildend
Blüten hochseitlich U.-G. 2: Neohelianthocereus Backbg.
Körper zwergig cereoid
Blüten zierlich trichterig 96: Chamaecereus Br. & R.
Körper + flachkugelig reduziert, nie verlängert
Blüten schlanktrichterig, ähnlich wie bei
Echinopsis, etwas zierlicher und meist
kürzer, Rippen + gekerbt bis beilhöckrig 97: Pseudolobivia (Backbg.) Backbg.
Subtribus 2: Austrocactinae Backbg.
Schlüssel der Sippen:
Blüten aus älteren, mehr seitlichen Areolen bis
tief blutig; Blüten + verlängert-trichterig
Blüten aus jüngeren scheitelnahen Areolen, nie
tief blutig; Blüten überwiegend kürzer
Sippe 1: Lobiviae Backbg.
Sippe 2: Austroechinocacti Backbg.
Sippe 1: Lobiviae Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Röhre und Frucht behaart (in einem Falle
die Frucht bestachelt) Untersippe 1: Eriolobiviae Backbg.
Röhre und Frucht mit Haaren und zarten
Borsten Untersippe 2: Chaetolobiviae Backbg.
Röhre und Frucht kahl Untersippe 3: Gymnolobiviae Backbg.
Untersippe 1: Eriolobiviae Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten trichterig, nachts offen, selbstfertil bzw.
autogam; Frucht stachlig 98: Acantholobivia Backbg.
Blüten weit-trichterig; Frucht behaart
Schuppen an der Röhre stachelspitz
Mit Haarring im Grunde der Blüte.... 99: Acanthocalycium Backbg.
Blüten trichterig, verschieden geöffnet, ohne
Haarring; Frucht behaart 100: Lobivia Br. & R.
Innere Hüllblätter ^ aufwärtsstehend bis
zusammengeneigt, äußere abgebogen . . U.-G. 1: Lobivia
Blütenkrone breittrichterig bis radf örmig
ausgebreitet U.-G. 2: Neolobivia Backbg.
Klassifikation 31
Untersippe 2: Chaetolobiviae Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten zierlich-trichterig, dünn behaart und
beborstet 101: Mediolobivia Backbg.
Nur freistehende Warzen; Pflanzen kugelig
Griffel ganz freistehend U.-G. 1: Mediolobivia
Warzig geteilte Rippen noch deutlich
erkennbar oder bei langzylindrischen Arten z. T.
mit kleinen Warzen
Griffel überwiegend etwas verwachsen . . U.-G. 2: Pygmaeolobivia Backbg.
Blüten stielig, Hüllblätter abstehend
Griffel ganz mit der Röhre verwachsen . . 102: Aylostera Speg.
Untersippe 3: Gymnolobiviae Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten zierlich-trichterig, ohne Haare und
Borsten
Ohne Rübenwurzel und Furche; Stacheln nur
borstig fein; Areolen rund 103: Bebutia K. Sch.
Griffel ganz freistehend U.-G. 1: Rebutia
Griffel etwas verwachsen U.-G. 2: Neorebutia Bewge.
Mit Rübenwurzel; Stacheln + steifer;
Areolen schmallang 104: Sulcorebutia Backbg.
Sippe 2: Austroechinocacti Backbg.
Die exakte Phytographie (Pflanzenbeschreibung) hat in erster Linie die Aufgabe, das von
der Natur Geschaffene insgesamt genau zu erfassen. Seine systematische Ordnung verlangt
heute aber auch die Berücksichtigung arealgeographischer Argumente, die sich aus der
Betrachtung sowohl der einzelnen wie der gesamten Verbreitung ergeben.
Stammesgeschichtliche Erwägungen sind dabei ein mehr theoretisches Sondergebiet, während sich die phyto-
graphische Klassifikation an die wohlerwogene Einordnung von Tatsachen zu halten hat.
Dabei mußte einmal systematisch die deutlich erkennbare Zweiteilung der Gesamtverbreitung
in ein nördliches und ein südliches Großgebiet berücksichtigt werden (siehe die mit den
Vorsilben „Austro-" und „Boreo-" gekennzeichneten Kategorien). Darüber hinaus lassen sich
aber auch, für eine klarere Übersicht, konventionelle Trennungen nicht umgehen, wie das
gattungsmäßige Auseinanderhalten von Trichoeereus und Echinopsis, eine schon seit langem
erkannte Notwendigkeit. Aus dem gleichen Grunde mußte hier auch das besonders bei einigen
Arten mehr Lobivia als Echinopsis ähnelnde Genus Pseudolobivia abgetrennt werden. Das
Bestreben der Natur läuft offenkundig auf das Entstehen jeder Form und Zwischenform
hinaus; sie schafft dabei nicht für den menschlichen Theoretiker oder unser Ordnungsbedürfnis.
Dennoch gibt sie uns genug Tatsachen an die Hand, die dieses erleichtern, wie z.B. die
obenerwähnte Zweiteilung der Gesamtverbreitung. Ohne deren Berücksichtigung gelang es bisher
niemals, eine überzeugende systematische Ordnung zu finden. Die größte Schwierigkeit aber
bedeutet die wohlgeordnete Erfassung der pazifischen Kugelkakteen wie der ähnlichen ost-
andinen (Pyrrhocactus). Die südliche Andenhebung ist sehr alt und sie ließ daher schon seit
unvordenklichen Zeiten keine Verbreitung von Ost nach West mehr zu. Wir wissen ferner
nichts Genaues darüber, wie die pazifischen Arten entstanden. Die sich der Theorie
enthaltende phytographische Systematik kann also nur annehmen, daß die Gattungen bzw. Arten
der Westküste Südamerikas seit langen Zeiten einen getrennten eigenen Entwicklungsweg von
vielleicht einmal gemeinsamen Ausgangspopulationen genommen haben, so daß es z. T. zu
32 Klassifikation
gewissen Ähnlichkeiten kam. Geht man von diesem Gedankengang aus, trennt man danach
schärfer, wird auch die systematische Einordnung dieser Kakteengruppe wesentlich
erleichtert. Zur Bestimmung muß man sich dann freilich notfalls der Mühe unterziehen, die
Gattungsmerkmale der nördlichen und der südlichen Gattungen miteinander zu vergleichen,
und sich bei der ostandinen und der pazifischen Gruppe an die festgelegten
Unterscheidungsmerkmale halten.
Demgemäß trennte ich die „Austroechinocacti" in einen „Östlichen Zweig" und einen
„Westlichen Zweig", um die systematische Ordnung mit den geologischen bzw.
entwicklungsgeschichtlichen Tatsachen in Einklang zu bringen.
(Sippe 2: Austroechinocacti): östlicher Zweig
Schlüssel der Gattungen:
Blüten (bzw. Ovarium und Frucht) bestachelt
(z. T. Borstenstacheln)
Blüten trichterig, ansehnlich; Körper weich 105: Austrocactus Br. & R.
Blüten kurz, ansehnlich, i urnenförmig
(Borstenstacheln) 106: Pyrrhocactus Berg, emend. Backbg.
Blüten klein, stachlig, fast röhrenlos, innere
Hüllblätter zusammenneigend 107: Brasilicactus Backbg.
Blüten an der Röhre mit + Borsten (bei Bloss-
féldia reduziert); Röhre + behaart
Blüten + trichterig bis klein und nahezu
röhrenlos
Blüten ansehnlich; Früchte dünnhäutig
auftrocknend 108: Parodia Speg.
Blüten kurz, mäßig groß, in weißen
Wollscheiteln; Frucht beerenartig bei der
Reife in die Länge wachsend .... 109: Wigginsia D.M.Port. (Malacocarpus
SD. non Fisch. & Mey.)
Blüten ziemlich groß, kurzröhrig, breit
öffnend; Frucht fleischig, rund, basal
aufreißend; Wollscheitel 110: Eriocactus Backbg.
Blüten trichterig, mittelgroß bis ziemlich
groß, meist längere Röhre 111: Notocactus (K. Sch.) Berg, emend.
Backbg.
Frucht kleinkugelig, fleischig,
aufplatzend U.-G. 1: Notocactus
Frucht bei der Reife länglich, z. T.
schlaff oder zerfallend U.-G. 2: Neonotocactus Backbg.
Blüten klein, schwach-trichterig, oben mit
Borsten; Frucht klein-kugelig, oben
Borsten; Samen nicht staubfein (Blüten oft
cleisto-bzw. autogam) 112: Frailea Br. & R.
Blüten winzig-trichterig bis glockig
(meist [?] autogam), Borsten an der
Röhre fehlend, ebenso an der Frucht;
Samen staubfein, mit größerem Nabel 113: Blossfeldia Werd.
Blüten und Frucht ohne Borsten, nur Haare
oder Filzspuren
Blüten derbtrichterig, behaart, auch die
kugelige, auftrocknende Frucht (Körper
großkugelig) 114: Soehrensia Backbg.
Klassifikation 33
115: OrovaBR. & R.
Blü*en zierlich, innere Hüllblätter zuein-
andergeneigt; Röhre, Ovarium und
Frucht nur mit Filzspuren; Frucht basal
aufreißend, Samen herausfallend. ...
Blüten und Frucht kahl, nur beschuppt
Blüten größer, + röhrig-trichterig, größer
beschuppt, auch die Frucht 116: Gymnocalycium Pfeiff.
Blüten größer, fast urnenförmig, röhrenlos
Frucht derb, beschuppt 117: Brachycalycium Backbg
Blüten + klein, ebenso die Frucht
Körper z. T. von einer Rübe durch stielige
Verbindung getrennt
Frucht kleinkugelig, nicht platzend .
Körper flach auf einer dicken Rübe auf
sitzend
Frucht winzig, mit ganz wenigen Samen 119:
118: Weingartia Werd.
Neowerdermannia Fric
(zu Weingartia Werd.)
(Sippe 2: Austroechinocacti): Pazifischer Zweig
Schlüssel der Gattungen:
Pflanzen später dickzylindrisch, ohne
Filzscheitel, bis 1,50 m; Frucht fleischig. . 120: Bodentiophila Ritt, (unbeschrieben)
Pflanzen nie dickzylindrisch werdend, Frucht
nicht fleischig
Scheitel wenig-filzig, manchmal fast kahl
Blüten trichterig, weit öffnend
Borsten an der Blüte vorhanden
Blüten nicht röhrenlos, nicht diözisch
Röhre -^ behaart, auch Ovarium
und Frucht 121: Neochilenia Backbg.
Röhre, Ovarium und Frucht nur mit
Filzspuren 122: Horridocactus Backbg.
Blüten röhrenlos, diözisch 123: Dclaetia Backbg.
Borsten an der Blüte nicht vorhanden
Röhre ziemlich kurz; Ovarium und
Frucht dicht behaart 124: Reicheocactus Backbg.
Blüten stielig-röhrig; innere Hüllblätter
zueinandergeneigt
Borsten oben an der Röhre und Frucht
Röhre, Ovarium und Frucht nur mit
Filzspuren 125: Neoporteria Br. & R.
emend. Backbg.
Pflanzen groß-und dick-kugelig, mit Filzscheitel
Blüten glockig-trichterig, dicht weiß behaart,
oben beborstet, ebenso die Frucht, basal
öffnend 126: Eriosyce Phil.
Pflanzen kugelig bis verlängert; Filzscheitel
Blüten kurztrichterig, ziemlich klein, locker
behaart, oben beborstet (auch die
Frucht)
Frucht bei der Reife + verlängert; Samen
z. T. in einem Hautsäckchen 127: Islaya Backbg.
34 Klassifikation
Blüten und Früchte wollig behaart, sonst aber
denen von Copiapoa ähnlich 128: Pilocopiapoa Ritt.
Blüten fast röhrenlos
Blüte und Frucht kahl
Frucht bei der Reife oben
auseinanderplatzend (zweiEntwicklungsformen: cereoide
und polsterförmige Pflanzen) 129: Copiapoa Bit. & R.
Semitribus 2: Boreocereeae Backbg.
Schlüssel der Subtribus:
Cereoide Formen, in einigen Gattungen (der
Echinocerei bzw. bei Arthrocereus) stark
reduziert bis zwergig; mit einer +
cactoiden aber schopftragenden
Abzweigung '(Cephalocacti) Subtribus 1: Boreocereinae Backbg.
Cactoide Formen (ohne Schopfbildung), in der
Größe von Riesenformen bis zu
zwergigen reichend (Parallelismus zum
Südgebiet der Cactoiden); Blüten nie mit
Stacheln oder Borsten (wie bei vielen
südamerikanischen Gattungen), bei einer
Anzahl aus der Axille erscheinend (nie bei
den südamerikanischen Gattungen). . . Subtribus 2: Boreocactinae Backbg.
Subtribus 1: Boreocereinae Backbg.
Schlüssel der Sippen:
Strauchig bis baumf örmig
Blüten mit einer Reduktionslinie von
Stacheln bis Borsten oder nur Haaren an der
Röhre
Röhren derb-trichterig; wenn mehr
zylindrisch, kurzer Blütensaum; Frucht z. T.
kahl (Nacht- und Tagblüher)
Blüten ±: zylindrisch-glockig, klein, ohne und
mit Haarring im Innern
Röhren dicht mit Schuppen, Haaren und
Borsten besetzt
(Nachtblüher?)
Kleincereoide Gruppen oder locker verzweigt,
weichfleischig
Blüten trichterig, bestachelt bis + beborstet
(Tagblüher)
Strauchige größere bis kleine Pflanzen
Blüten ziemlich schlanktrichterig, größer
Röhren stachlig-borstig bis nur behaart
(Nachtblüher)
Strauchige, aufrechte bis niederliegende
Pflanzen
Sippe 1: Leptocerei Berg.
Sippe 2: Leocerei Backbg.
Sipp“e 3: Echinocerei Backbg.
Sippe 4: Nyctocerei Berg, emend. Backbg.
Blüten verschieden groß, + trichterig, z. T.
eng- und schrägsaumig, stachlig bzw.
borstenstachlig
Röhren lang bis kurz (Tagblüher) ....
Große, aufrechte Säulenkakteen (nur Hertricho-
cereus buschig-niedriger)
Blüten in Übergängen von trichteriger zu
glockiger bis mehr zylindrischer Form,
mäßig groß bzw. mittelgroß bis kleiner,
in einem Fall (Polaskia) ziemlich klein
Röhren mit einer vollständigen
Reduktionslinie von stachlig-borstigen bis zu kahlen
bzw. nackten, ebenso die Früchte, an
denen z. T. erst Stacheln erscheinen; bei
einer Zweiglinie mit beborsteten,
behaarten bis zu kahlen Blüten werden
verschiedene Arten von Cephalien
entwickelt, in seitlichen, teils später
ringsherum reichenden Bahnen oder auf dem
Scheitel, z. T. später durchwachsen
(Parallelismus zu einigen Gattungen der Ce-
phalocerei); Tag- und Nachtblüher [zum
Teil noch ungeklärt]
Breit verzweigend, halb baumartig bis aufrecht
strauchig
Blüten klein und kahl, meist zu mehreren
gleichzeitig aus einer Areole
Röhren sehr kurz, kahl (Tag- und
Nachtblüher)
Buschig-strauchig, aufrecht bis überlehnend
und auch baumförmig
Blüten trichterig, + beschuppt, Röhren und
Ovarien kahl (Nachtblüher)
Strauchig bis baumförmig, aufrecht
Blüten aus + modifizierten Areolen, ^ glok-
kig bis trichterig-glockig oder +
zylindrisch; Blütenzone mit
Stachelverlängerung, zum Teil Rippenauflösung,
Haarbildung (bis zur völligen Reduzierung),
Cephalien verschiedener Art
(Parallelismus zu entsprechenden Stufen der Pa-
chycerei, bei denen die Cephalien aber,
den starken Trieben entsprechend, viel
kompakter sind), seitlich, z. T. in einer
Rinne, oder am Scheitel
Röhren mit Filz, Haaren, Borsten, bis kahl
und nackt, in allen Übergängen (in einem
Fall [Castellanosia: glockige Blüten]
Tag-, sonst alle Nachtblüher)
Kugelige Pflanzen mit Scheitelschöpfen
(Abzweigung der Cephalocerei?)
Blüten klein bis ziemlich groß; Beerenfrüchte
Röhren kahl (Tag- und Nachtblüher). . .
Klassifikation 35
Sippe 5: Heliocerei Backbg.
Sippe 6: Pachycerei Berg, emend. Backbg.
Sippe 7: Polyanthocerei Backbg.
Sippe 8: Gymnocerei Berg, emend. Backbg.
Sippe 9: Cephalocerei Backbg.
Sippe 10: Cephalocacti Backbg.
36 Klassifikation
Sippe 1: Leptocerei Berg.
Schlüssel der Untersippen:
Blüten trichterig oder (Neoabbottia) mehr
zylindrisch (Nachtblüher) Untersippe 1: Nyctoleptocerei Backbg.
Blüten glockig-zylindrisch, derb, ziemlich kurz
(Tagblüher) Untersippe 2: Helioleptocerei Backbg.
Untersippe 1: Nyctoleptocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Buschige, gebogen-triebige Hochsträucher;
wenige, hohe Rippen
Blüten groß, meist bestachelt, ebenso die
Frucht; Perianth trichterig 130: Acanthocereus (Berg.) Br. & R.
Dünnstrauchige bis (z. T. dimorphe) rutenartig-
triebigePflanzen mit (z.T.dickeren)Rüben
Blüten schlanktrichterig, Perianth
herabgebogen; Röhre, Ovarium und Frucht ^
steif borstenstachlig 131: Peniocereus (Berg.) Br. & R.
Baumförmige Pflanzen, wenig-rippig
Blüten großtrichterig, Stacheln an den
Röhren fast reduziert; Filzring über der
Nektarkammer
Frucht birnförmig, kahl 132: Dendrocereus Br. & R.
Blüten zylindrisch, kurzsaumig, nur kurz
behaart
Frucht eiförmig, kahl (die Gattung bildet
die Blüten entweder hochseitlich oder
aus dem Scheitel, z. T. aus einer ^
verfilzten Triebregion); Knospen
borstenstachlig 133: Neoabbottia Br. & R.
Untersippe 2: Helioleptocerei Backbg.
Nur eine Gattung:
Niederliegend, buschig bis hochstrauchig und
4: baumartig, meist dünnrippig
Blüten glockig-zylindrisch, stachlig
Frucht ^ bestachelt 134: Leptocereus (Berg.) Br. & R.
Sippe 2: Leocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Dünntriebige Pflanzen (Nachtblüher?)
Blüten klein, ohne Haarring im Innern
Röhren behaart und z. T. stachelborstig,
dicht beschuppt (blühende Areolen mit
verdickter Wolle) 135: Leocereus Br. & R.
Baumförmige Pflanzen
Blüten klein, mit längerem Haarring im
Innern
Röhren nur behaart (Blüten kurzsaumig) . 136: Zehntnerella Br. & R.
Klassifikation 37
Sippe 3: Echinocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Niedrige, kräftige, aufrechte Einzelpflanzen
(zylindrisch) bis + niederliegende,
schlankere und ziemlich stark
verzweigende bis Kolonien bildende Pflanzen
Blüten kurz- bis langtrichterig, bestachelt,
ebenso die Früchte 137: Echinocereus Eng.
Elastische, dünn- bis langtriebig verzweigende
schlanke Pflanzen mit Wurzelknollen
Blüten ziemlich kleintrichterig, wie die Frucht
mit + steifen Borstenstacheln ■: . . . 138: Wilcoxia Br. & R.
Sippe 4: Nyctocerei Berg, emend. Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Sträucher mit schlankeren Ästen bzw. Trieben,
± aufrecht bis liegend
Blüten trichterig, aus der Scheitelregion, z. T.
auch der vorjährigen, die am Trieb
verdickt markiert bleibt
Röhre ^ lang, borstenstachlig
Frucht borstenstachlig 139: Nyctocereus (Berg.) Br. & R.
Blüten stark-bzw. ziemlich großtrichterig
Röhre und Ovarium + behaart
Frucht rot, ^ gering behaart, z. T.
stachlig, platzend 140: Eriocereus (Berg.) Rice.
Frucht gelblich, nur mit Filz, nicht
platzend 141: Harrisia Britton
Zwergige Pflanzen, z. T. aus holzigen größeren
Wurzeln
Blüten + schlank-trichterig, + behaart
(auch die Frucht) 142: Arthrocereus Berg.
Röhre dünn, schwach behaart U.-G. 1: Arthrocereus
Röhre kräftiger, ziemlich dicht behaart. . U.-G. 2: Cutakia Backbg.
Pflanzen kräftiger, niedrig-buschig oder liegend
Blüten schlankröhrig
Röhre nur am unteren Teil bestachelt
Frucht bzw. Ovarium stachlig .... 143: Machaerocereus Br. & R.
Sippe 5: Heliocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten gradsaumig
Triebe ziemlich weich, wenig- (3—4- oder
etwas mehr-) kantig, strauchig-lehnend
Blüten großtrichterig
Röhre mittellang, bestachelt
Frucht bzw. Ovarium stachlig . . . 144: Heliocereus (Berg.) Br. & R.
Triebe fester, dünn bis stärker, +
niederhegend, reich verzweigte Kolonien
38 Klassifikation
Blüten ziemlich klein
Röhre kurz und dichtstaehlig
Frucht bzw. Ovarium stachlig
(Frucht kugelig, dichtstachlig) . . 145: Bergerocactus Br. & R.
Blüten ± schrägsaumig
Triebe schlank, weicher, z. T. aufrecht oder
gebogen
Blüten engröhrig
Ovarium nur mitunter mit Stacheln
Frucht stachlig 146: Rathbunia Br. & R.
Sippe 6: Pachycerei Berg, emend. Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Pflanzen ohne cephalioide Bildungen
Triebe derb, aufrecht
Blüten ohne pergamentartige Schuppen
Blüten klein; Hüllblätter nach unten
gebogen
Röhre sehr kurz
Ovarium dicht beschuppt
Frucht kurzstachlig 147: Polaskia Backbg.
Blüten größer
Röhre bzw. Blütenform nicht verengt
Blüten glockig, am Scheitel
Röhre und Ovarium behaart
und beborstet
Frucht bestachelt 148: Lemaireocereus Br. & R.
emend. Backbg.
Blüten trichterig-glockig
Röhre dichtfilzig
Ovarium dichtfilzig, ^ borstig
Frucht + lang
borstenstachlig oder nur filzig .... 149: Pachycereus (Berg.) Br. & R.
Blüten trichterig
Röhre lang behaart und dicht
beborstet
Ovarium behaart und borstig
Frucht stachlig 150: Heliabravoa Backbg.
Röhre mit Füz, kurzen Haaren
und gelegentlich einer Borste in
den Achseln
Ovarium borstenstachlig
Frucht stachlig 151: Marshallocereus Backbg.
Röhre kahl, entfernt beschuppt
Ovarium oben stachlig
Frucht bestachelt (kurz) . . 152: Rooksbya Backbg.
Röhre + kahl bzw. kurz befilzt
Ovarium kurz befilzt
Frucht stachlig 153: Ritterocereus Backbg.
Röhre nur mit Filzspuren
Ovarium nur mit Filzspuren
Frucht nur gelegentlich mit
winzigen Stächelchen . . 154: Carnegiea Br. & R. non Perkins
Klassifikation 39
Blüten zylindrisch-glockig bis
breiter-saumig
Röhre kahl, beschuppt
Frucht ± kahl bis z. T.
mit Borstenstächelchen
und ^ Filzpolster ....
Ovarium nicht verengt,
Schuppenachseln an der Frucht mit
^ Filz und manchmal
Börstehen oder + reduziert, z. T.
Schuppen mit
auftrocknender Verlängerung, dann
abfallend (Dawson)
Ovarium verengt, Blüten nicht
zylindrisch-röhrig, sondern
ausgesprochen -glockig;
Bekleidung am ziemlich
großschuppigen Ovarium völlig
reduziert
Blüten zylindrisch-trichterig
Röhre dickfleischig beschuppt,
starkfilzig, bestachelt
Ovarium filzig, bestachelt
Frucht fleischig-wandig, mit
Filz und Stacheln ....
Röhre bzw. Blütenform verengt
Blüten ziemlich engzylindrisch, kurz
behaart
Röhre mit einzelnen Borsten
Ovarium nur filzig
Frucht stachlig (Areolen
mehrblütig)
Röhre ohne Borsten
Ovarium mit Borsten
Frucht stachlig
Frucht (wie das Ovarium) mit
Filz und nur gelegentlich
mit einigen Borsten . . .
Blüten mit pergamentartigen Schuppen
Blüten ziemlich groß und dickglockig
Röhre dicht mit umgebogenen
Schuppen bekleidet, mit Filz
Ovarium ebenso, mit Borsten
Frucht (mit Filz und
Borstenstacheln?) angeblich
trocken
Blüten kurzglockig, kleiner
Röhre mit dreieckigen
Schuppen besetzt, kahl
Ovarium und Frucht trocken
beschuppt, kahl
Frucht fleischig
155: Neobuxbaumia Backbg.
U.-G. 1: Neobuxbaumia
U.-G. 2: Crassocereus Backbg.
156: Pterocereus McDoug. & Mir.
157: Marginatocereus (Backbg.) Backbg.
158: Stenocereus (Berg.) Rice.
159: Isolatocereus (Backbg.) Backbg.
160: Anisocereus Backbg.
161: Escontria Rose
40 Klassifikation
163: Mitrocereus (Backbg.) Backbg.
Triebe schlanker, überbiegend bis liegend
Blüten trichterig, nur mittelgroß (Morgen-
blüher)
Röhre wenig-schuppig, kahl
Ovarium(schuppen) etwas befilzt und
(Br. & R.) mit Stächelchen, die aber
nicht immer oder erst später
ausgebildet werden (beim Übergang zur
Fruchtreife?)
Frucht höckrig, klein, bestachelt,
trocken werdend und dann basal
öffnend („wie bei Oreocereus":
Britton & Rose, The Cact., IV:
274) 162: Hertrichocereus Backbg.
Pflanzen mit cephalioiden Bildungen
Triebe groß, aufrecht
Scheitelschöpfe bzw. -cephalien aus Filz,
Haaren oder mit modifizierten Stacheln
Schöpf aus Haarfilz und/oder stärker
modifizierten Stacheln
Blüten glockig, dicht behaart und
beborstet
Ovarium und Frucht ebenso . .
Haarcephalium am Scheitel, das
durchwachsen wird
Blüten ^ glockig- bis röhrig-trichterig
Röhre mit kleinen Schuppen, etwas
Filz u. gelegentlich kurzen Borsten
Ovarium und Frucht behaart,
letztere kurz bestachelt. . . . 164: Neodawsonia Backbg.
Seiten- bzw. Rundcephalien aus Haaren
und z. T. auch Borsten
Cephalium verbreiternd bis später
ringsum wachsend, weißwollig
mit Bst.-St.
Blüten breittrichterig, gelblich bis
rosa, behaart
Frucht violettrot, schwach behaart
Cephalium langborstig, später
unregelmäßig verbreiternd, auch seitlich
herablaufend, dazwischen nur
kurze Wolle
Blüten etwas zylindrisch
Röhre mit flockigem Filz und
wenigen Borsten
Ovarium ebenso, Borsten mehr
nach oben zu
Frucht mit einigen Schuppen,
Wolle und oben längeren
Borsten (Samen komma-
förmig) 166: Backebergia H. Bravo
Cephalium aus Haaren und Borsten
stets (?) einseitig an sich
verjüngendem Triebende
165: Cephalocereus Pfeiff.
Klassifikation 41
Blüten kurzglockig
Köhre etwas beschuppt, kahl
Ovarium (und wohl auch
Frucht) nackt1 167: Haseltonia Backbg.
Sippe 7: Polyanthocerei Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Breitkronige, baumartige Pflanzen, im
allgemeinen weiter oben verzweigend
Ohne Stachelverlängerung an blühbaren
Areolen (Tagblüher) Untersippe 1: Heliopolyanthocerei Backbg.
Breitbuschige, stärkertriebige Pflanzen, im
allgemeinen basal verzweigend
Mit Stachelverlängerung bei einigen, an
blühbaren Areolen (Nachtblüher) Untersippe 2: Nyctopolyanthocerei
Backbg.
Untersippe 1: Heliopolyanthocerei Backbg.
Nur eine Gattung:
Blüten klein, z. T. mehrere gleichzeitig
Röhre fast fehlend
Ovarium kugelig, mit Schuppenspuren
Frucht nackt 168: Myrtillocactus Cons.
Untersippe 2: Nyctopolyanthocerei Backbg.
Nur eine Gattung:
Röhre kurz, aber ausgebildet, schlank, kurz
beschuppt
Ovarium mit mehreren Schüppchen
Frucht klein, kahl oder zuweilen mit
Stächelchen 169: Lophocereus (Berg.) Br. & R.
Sippe 8: Gymnocerei Berg, emend. Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten fast geknickt-gebogen, glockig über der
Röhre
Röhre mit großen Schuppen, derb-kurztrich-
terig, beschuppt, kahl
Ovarium kurz, dichtschuppig, kahl
Frucht klein, gebuckelt, kahl, Schuppen
fast halbmondförmig 170: Brasilicereus Backbg.
Blüten schlankzylindrisch, kahl, mittelgroß;
Griffel nicht allein sitzenbleibend,
sondern die ganze vertrocknende Blüte 171: Monvillea Br. & R.
Röhre mit kleinen Schuppen, kahl
Ovarium und Frucht ^ rundlich .... U.-G. 1: Monvillea
Ovarium und Frucht schlank-oblong
(Frucht fast keulig bzw. ellipsoid) . . U.-G. 2: Ebneria Backbg.
42 Klassifikation
Ovarium und Frucht oblong bis + ovoid U.-G. 3: Hummelia Backbg.
Blüten sehr groß, nach Abblühen abfallend;
Griffel sitzenbleibend
Röhre wenig beschuppt; Frucht glatt . . . 172: Cereus Mill.
Frucht aufreißend U.-G. 1: Cereus
Frucht nicht aufreißend U.-G. 2: Neocereus Backbg.
Sippe 9: Cephalocerei Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Ohne eigentliche Cephalien, nur mit
verlängerten Stacheln in blühbaren Areolen oder
i Areolenhaa-ren in der Blühzone . . . Untersippe 1: Acephalocerei Backbg.
Mit pseudocephaliumartiger Woll- bzw.
Haarmasse auf den normalen Areolen, ohne
Rippenauflösung, mit Deckelfrucht
(Blüten sehr klein) Untersippe 2: Hemicephalocerei Backbg.
Mit Cephalien verschiedener Art, als seitliche
Zonen, zum Teil aus Furchen, oder als
verdickte Masse von Haarfilz und
Borsten, oder als Scheitelschöpfe mit Haaren
und Borsten bzw. als jährliche
Bildungen, die durchwachsen werden und
ringähnlich stehenbleiben Untersippe 3: Eucephalocerei Backbg.
Untersippe 1: Acephalocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Ohne cephaliumartige Blühzonen
Ohne Haarbildung, nur mit
Stachelverlängerung
Blüten glockig (Tagblüten!)
Röhren dicht beschuppt, mit Filzpolstern
Ovarium und Frucht ebenso
(Stachelverlängerung borstig; Samen klein;
Frucht rundlich) 173: Castellanosia Card.
Mit + verstärkter Haarbildung in der
Blütenzone, z. T. reduziert (alle Nachtblüher)
Früchte oblong
Areolenhaare sehr gering
Blüten trichterig-glockig, in der Mitte
etwas eingeengt
Röhre kahl
Ovarium oblong
Frucht dickwandig, Samen groß
und matt 174: Subpilocereus Backbg.
Früchte gedrückt rundlich und + runzlig
Areolenhaare meist stärker ausgebildet
(nur bei der Übergangsstufe U.-G.
Mediopilocereus reduziert bzw.
Röhre noch mit Filzspuren)
Blüten glockig bis glockig-trichterig
Klassifikation 43
Röhre nicht ausgesprochen
eingeengt
Ovarium rundlich
Frucht kahl, mit blanken,
kleinen Samen 175: Pilosocereus Byles & Rowl.
(Areolenhaare reduziert)
Röhre mit Filzspuren U.-G. 1: Mediopilocereus Backbg.
(Areolenhaare nicht reduziert, z. T. lang
und dicht)
Röhre kahl U.-G. 2: Pilosocereus
Untersippe 2: Hemicephalocerei Backbg.
Nur eine Gattung:
Mit pseudocephaliumartiger Woll- bzw.
Haarmasse, keine Borsten, nur verlängerte
Stacheln
Blüten sehr klein
Röhre winzig, innen unten mit einem
Kranz von Schüppchen
Frucht sehr klein, mit Deckel
(Sämlinge unten mit langen
Borsten) 176: Micranthocereus Backbg.
Untersippe 3: Eucephalocerei Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Mit echten Cephalien aus Wolle und/oder
Borsten oder als Haarkränze
Seitencephalien, später nicht das Triebende
umfassend
Oberflächencephalium, z. T. leicht
eingezogen, aber nicht bis zur Achse und ohne
Rinne
Blüten klein, gestaucht
zylindrischglockig, sehr kurzsaumig;
Nektarkammer ziemlich geschlossen
Cephalium aus einer braunrötlichen
Wollmasse
Samen ohne großes Hilum
Pflanzen baumförmig, anfangs
ohne basalen Borstenkranz . .
Blüten größer, + trichterig bis glockig-
trichterig; Nektarkammer nicht
ziemlich geschlossen
Cephalium aus gelblichweißer Wolle
mit langen, schwarzen Borsten
Samen mit großem Hilum
Pflanzen strauchig, anfangs mit
basalem Borstenkranz ....
Cephalium aus bräunlichweißer Wolle,
ohne Borsten
177: Facheiroa Br. & R.
178: Thrixanthocereus Backbg.
4 Kakteenlexikon
44 Klassifikation
Samen ohne großes Hilum
Pflanzen strauchig, basal
verzweigend, ohne basalen
Borstenkranz 179: Pseudoespostoa Backbg.
Seitencephalien in der Jugend, später -das
Triebende umfassend, nicht
eingesenkt, z. T. langborstig (180)
Blüten fast walzenförmig, kurzsaumig
Röhre, Ovarium und Frucht lang
seidig, bräunlich behaart und
beborstet 180: Vatricania Backbg.
Blüten ^ glockig, ziemlich kurzsaumig
Röhre bzw. Frucht kahl 181: Austrocephalocereus (Backbg.)
Backbg.
Stufen- oder ± ringförmige bis
herablaufende Blütenzonen aus
Wollflocken, z. T. fellartig dicht
Blüten ^ glockig-trichterig
Röhre, Ovarium und Frucht locker
behaart 182: Neobinghamia Backbg.
emend. Backbg.
Rinnencephalien, an der Triebseite tiefer
eingesenkt, aus Wolle und z. T.
(184) mit Borsten
Blüten trichterig, mittelgroß
Röhre, Ovarium und dickbeerige
Frucht locker behaart .... 183: Espostoa Br. & R.
Blüten ^ glockig emend. Werd.
Röhre und Ovarium etwas beschuppt,
kahl
Frucht eine nackte Deckelfrucht. . 184: Coleocephalocereus Backbg.
Scheitelcephaljen aus Wolle und Borsten
(später durchwachsen und einige Zeit
noch blühbar bleibend)
Blüten mittelgroß, etwas nach außen
abwärts gekrümmt
Röhre, Ovarium und die längliche
oder gedrückte Frucht glatt (Ce-
phalium mehr ein Borstenkranz mit
Wolle darin) 185: Stephanocereus Berg.
Blüten ziemlich klein und engröhrig, bei
der Vollblüte aber den Saum weit
öffnend
Röhre, Ovarium und Deckelfrucht ^
glatt (Früchte rund bis
kreiseiförmig, mit Blütenrest) 186: Arrojadoa Br. & R. non Mattf
Sippe 10: Cephalocacti Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Tagblüher
Cephalien im Alter erhaben bis zylindrisch
Blüten klein, Früchte ähnlich denen von
Mamillaria Untersippe 1: Heliocephalocacti Backbg.
Klassifikation 45
Nachtblüher
Cephalien im Alter nie zylindrisch, breit
geformt
Blüten ziemlich groß bzw. lang; Früchte:
dickere Beeren Untersippe 2: Nyctocephalocacti Backbg.
Untersippe 1: Heliocephalocacti Backbg.
Nur eine Gattung:
Körper kugelig bis + verlängert
Scheitelschopf, anfangs -^ flach, später meist
höher und z. T. langzylindrisch,
vorwiegend aus rötlichen dichten Borsten
und Filz (Tagblüher)
Blüten klein, kurz, nackt, Hüllblätter bei
Vollblüte oft etwas umschlagend
Früchte ähnlich denen von Mamillaria,
keulig-länglich, weiß und rot, nackt,
mit kleinem Deckel und Blütenrest . 187: Melocactus Lk. & 0.
Untersippe 2: Nyctocephalocacti Backbg.
Nur eine Gattung:
Körper nur kugelig
Scheitelschopf nie zylindrisch bzw. verlängert
wachsend, sondern später mehr
verbreiternd, aus weißer Wolle und mit
+ Borsten, in einem Falle fehlend
(Nachtblüher)
Blüten lang und engröhrig, die äußeren und
inneren Hüllblätter lang nach außen
umbiegend, zum Ovarium hin
allmählich kürzer werdend; Röhre nach
unten zu nackt
Frucht eine rundliche, nackte Beere . . 188: Discocactus Pfeiff.
Subtribus 2: Boreocactinae Backbg.
Schlüssel der Sippen:
Blüten aus den Areolen, diese z. T. + verlängert Sippe 1: Boreoechinocacti Backbg.
Blüten aus der Axille, bzw. z. T. aus dem Grunde
halber oder ganzer Furchen (nicht Lang-
areolen) Sippe 2: Mamillariae Berg, einend. Backbg.
Sippe 1: Boreoechinocacti Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Blüten aus Areolen, ohne Drüsen; ohne wäßrige
Früchte Untersippe 1: Euboreoechinocacti Backbg.
Blüten aus der Basis von Langareolen mit
Drüsen oder aus Langareolen ohne Drüsen,
dann Früchte wäßrig (Übergang zu den
Coryphanthae) Untersippe 2: Mediocoryphanthae Backbg.
46 Klassifikation
Untersippe 1: Euboreoechinocacti Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blütenröhren ^ trichterig, z. T. glockig, mit
Wolle, auch an der Frucht
Mit festen Stacheln, keiner hakig
Schuppen ziemlich dicht und fest, spitzig
Ovarium und Frucht (oblong) ziemlich
stark bewollt, letztere basal öffnend
Ovarium reich befilzt
Frucht (kugelig) anfangs auch befilzt,
später + verkahlt, unregelmäßig
aufreißend
Mit meist weicheren oder fehlenden Stacheln
(feste nur bei A. ornatum)
Schuppen weniger dicht bzw. fest
Ovarium und Frucht (kugelig) lockerer
behaart
Frucht oben sternförmig öffnend . .
Frucht basal öffnend
Blütenröhren bzw. Blüten fast glockig, nur mit
Filzspuren, auch an der Frucht
Mit meist elastischen Stacheln, Mittelstacheln
z. T. hakig
Schuppen dünn, locker
Ovarium und Frucht mit Filzspuren
Frucht + oblong, basal öffnend . . .
Blütenröhren ^ trichterig, kahl, aber ^
beschuppt
Körper fest
Stacheln lang, papierartig
Lange, kantige Warzen (unten +
gekielt), fest
Blüten langröhrig
Köhre größer beschuppt
Frucht trocken, beschuppt,
spindelförmig, basal öffnend . . .
Stacheln sehr kurz, wenn vorhanden
Statt Rippen stark verlängerte kantige
Warzen (unten gerundet), weich
Blüten langröhrig, zentral, aus
jüngsten Areolen
Köhre glatt
Frucht keulig, schnell reifend . .
Stacheln fest, nicht sehr kurz
Rippen ohne warzige Höcker
Stacheln z. T. hakig
Blüten bzw. Röhre stark beschuppt;
Frucht basal öffnend
Blüten bzw. Röhre weniger stark
beschuppt
Frucht klein, wenig beschuppt,
basal öffnend
189: Echinocactus Lk. & 0.
190: Homalocephala Br. & R.
191: Astrophytum Lem.
U.-G. 1: Astrophytum
U.-G. 2: Neoastrophytum Backbg.
192: Sclerocactus Br. & R.
193: Leuchtenbergia Hook.
194: Neogomesia Castan.
195: Ferocactus Br. & R.
196: Hamatocactus Br. & R.
Klassifikation 47
Rippen meistens schmal und i gewellt
Stacheln nie hakig
Blüten meist kürzer
Röhre und Frucht klein
beschuppt, basal öffnend
(Stacheln äußerst variabel) (Rippen
scharfkantig, nur in einem Fall
breiter)
Rippen stark quergefurcht
Stacheln nie hakig
Blüten bzw. Röhre beschuppt
Frucht rundlich, unregelmäßig (!)
aufreißend
Höckerrippen (Rippen i in fast warzige
Höcker aufgetrieben)
(Areolen ± verlängert)
Rippen stärker bzw. höher (als bei
Echiriomastus)
Blüten ansehnlich, größer, breiter
öffnend
Frucht wenig-schuppig, basal
öffnend
Rippen zierlicher, zahlreicher, Höcker
zierlicher (als bei Thelocactus)
Blüten kleiner, nicht breit öffnend
Frucht wenig-schuppig, basal
öffnend
Bestachlung durchweg stärker
verflochten
Warzen statt Rippen (Rippen in
freistehende "Warzen aufgelöst)
Blüten kleiner, undeutlich trichterig,
+ geschuppt
Röhre dicht mit trockenen ge-
wimperten Schuppen besetzt
(Blüte fast radförmig)
Ovarium mit gewimperten
Schuppen 201: Utahia Br. & R.
Röhrenschuppen nicht gewimpert
Ovarium und Frucht nackt . . 202: Pediocactus Br. & R.
Röhre und Frucht nackt, letztere
beerenartig, meist in der
Scheitelwolle versteckt, oben
querreißend 203: Gymnocactus Backbg.
Stacheln weich, die unteren meist abfallend
Früchte verschieden öffnend, z. T. basal,
zerreißend oder verfallend
(jedenfalls nicht als schlanke
Beeren weit herausgeschoben,
ähnlich denen von Mamillaria)
Warzen ungewöhnlich geformt, quer-
oder hoch-vierflächig, gestutzt
197: Echinofossulocactus Lawr.
198: Coloradoa Boiss. & Davids.
199: Thelocactus (K. Sch.) Br. & R.
200: Echinomastus Br. & R.
48 Klassifikation
Blüten etwas glockig öffnend
Röhre oben mit trockenrandigen
Schuppen
Frucht fast nackt, seitlich
aufreißend (Samen hier allein
staubfein) 204: Strombocactus Br. & R.
Warzen schuppenartig aufgebogen
Blüten etwas trompetenförmig
Röhre nur oben mit Hüllblattresten,
sonst kahl
Frucht keulig, kahl, basal
aufreißend 205: Obregonia Fric
Warzen winzig, rund
Stacheln abgeflacht, papierdünn, länger
sitzenbleibend
Blüten zylindrisch-glockig, mäßig weit
öffnend
Ovarium ^ beschuppt, mit
Filzspuren und (oben) z. T.
winzigen Stacheln, flach
Frucht ziemlich trocken, kugelig,
dünnhäutig, längsreißend, oben
1—2 Schuppenreste 206: Toumeya Br. & R.
Warzen kurzzylindrisch, gestutzt, klein
Stacheln korkartig, außen z. T. 4:
haarfilzig, doch mit festem Kern,
rund bis gedrückt-rund, länger
sitzenbleibend
Blüten klein, röhrenlos, i glockig-
trichterig
Ovarium nackt (?)
Frucht halb-trocken,
kreiseiförmig, 1 oder mehrere winzige
Schuppen 207: Navajoa Croiz.
Stacheln dünn, bald haarartig und lang,
sitzenbleibend
Blüten klein, nackt, weit offen
Röhre kurz, kräftig
Frucht trocken, verkehrt-eiförmig,
von oben her mit klaffendem
Seitenriß öffnend 208: Pilocanthus B. W. Benson& Backbg.
Warzen breit-niedrig, klein
Stacheln -± zusammengedrückt bis
borstenartig, gewöhnlich bald
abfallend
Blüten + stielig-trichterig, z. T. locker
öffnend, 4i nackt
Röhre nur oben mit Schuppenspuren
Frucht eine anfangs fleischige,
nackte Beere, mit winzigem
Deckel, querreißend (z. T. oben
mit Schuppenspuren) .... 209: Turbinicarpus (Backbg.) F. Buxb. &
Backbg.
Klassifikation 49
Früchte beerenartig, lang hervorgeschoben
Faltig gestauchte Kippen mit
Nebenrippen ; Stacheln klein, bald abfallend
Blüten trompetenförmig, wenigblättrig
Eöhre stielig 210: Aztekium Böd.
Körper weich
Stachellose Kippen
Blüten klein
Köhre kurz, winzig beschuppt (nur
die ersten Sämlingsstacheln sind
etwas fiedrig und bald abfallend;
statt der Stacheln oft längere
Filzbüschel)
Frucht beerenartig, hervortretend . 211: Lophophora Coult.
Körper mamillarienartig, mit winzigen
Wärzchen und feinen Stächelchen
Blüten winzig, im Wollscheitel (einige
Arten haben längere Wurzeln)
Frucht beerenartig, hervortretend . 212: Epithelantha (Web.) Bit. & R.
Untersippe 2: Mediocoryphanthae Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Körper später länglich wachsend
Rippen -^ warzenförmig aufgetrieben
Ein langer Mittelstachel, gehakt
Langareolen mit Drüsen
Blüten aus dem Grunde der Areole
Röhre mit dreieckigen Schuppen
Frucht oblong, fleischig (eßbar)
beschuppt 213: Glandulicactus Backbg.
Körper später + länglich oder auch ^ kugelig
bleibend
Rippen stark warzenförmig geteilt
Ein Mittelstachel gehakt
Areolen ohne Drüsen
Blüten klein, kurztrichterig
Ovarium mit wenigen dünnen
Schüppchen
Frucht wäßrig, ähnlich der von
Coryphantha (Br. & R.)
Samen braun oder schwarz
(eine Art macht größere
Rüben, mit dem Körper
durch dünnen Hals
verbunden) 214: Ancistrocactus Br. & R.
Sippe 2: Mamillariae Berg, emend. Backbg.
Schlüssel der Untersippen:
Blüten aus Furchen oder deren Rudimenten,
±: zentral-ständig Untersippe 1: Coryphanthae (Berg.)
Backbg.
50 Klassifikation
Blüten nur aus der Axille, ^ seitlich- bis
kranzständig
Blüten behaart Untersippe 2: Mediomamillariae Backbg.
Blüten kahl Untersippe 3: Eumamillariae Backbg.
Untersippe 1: Coryphanthae (Berg.) Backbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten aus der Basis von Furchen
Früchte nie basal aufreißend
Warzen normal geformt
Frucht nicht wäßrig, dünn auftrocknend
Samen hart
Blüten etwas größer, im Scheitel
Ovarium etwas beschuppt ...
Blüten aus dem Grunde einer
vollständigen Furche . . .
Blüten hinter unregelmäßig
ausgebildeten Furchen (pseudo-
axillär), z. T. Hakenstacheln
(wie sie bei den
Eumamillariae auch als entsprechende
Stufen gefunden werden) . .
Frucht + rot, ±' saftig-fleischig, nicht
rasch reifend
Samen hart, -^ schwarz
Blüten nahe dem Scheitel, größer
Ovarium nackt
Warzen später zurückgehend
Samen mit großem Arillus .
Blüten im Scheitel, klein
Warzen später stehenbleibend
Samen mit kleinem Arillus
Frucht zuweilen mit einem
Schüppchen
Frucht grünlich, wäßrig, rasch reifend
Samen weich (gelb)braun
Furchen nur über die halbe Warze
Blüten im Scheitel, meist größer
Ovarium mit Schuppenspuren,
in den Achseln schwach filzig .
Furchen über die ganze Warze . . .
Blüten mittel- bis sehr groß
Ovarium mit oft 1—2 stachelartig
geformten Schuppen, kahl . .
Ovarium (und Frucht) völlig nackt
Warzen nicht normal geformt, Samen nicht
weich
Warzen nicht dachziegelig gestellt und
nicht seitlich zusammengedrückt,
+ runzlig, mit Areolenspalt
215: Neolloydia Br. & R.
U.-G. l:Neolloydia
U.-G. 2: Cumarinia (Knuth)
Backbg.
216: Neobesseya Br. & R.
217: Escobaria Br. & R.
218: Lepidocoryphantha Backbg.
219: Coryphantha (Eng.) Lem.
U.-G. 1: Neocoryphantha Backbg.
U.-G. 2: Coryphantha
220: Roseocactus Berg.
Frucht auftrocknend
Blüten aus (z. T. verkürzter) Furche
oder deren Grunde, zentral . .
Warzen dachziegelig gestellt und
schuppenartig
Frucht nackt
Blüten aus der Axille (pseudoaxil-
lär?, d. h. aus rudimentärer
Furche [?]) 221: Encephalocarpus Berg.
Warzen seitlich zusammengedrückt, z.T.
holzig fest; Furche am First
Frucht zerfließend (im Scheitel)
Blüten + glockig-trichterig, mit
kurzer Röhre, aus jüngsten
Warzen bzw. unvollständiger Furche? 222: Pelecyphora Ehrenbg.
Untersippe 2: Mediomamillariae Bagkbg.
Nur eine Gattung:
Blüten aus der Axille, behaart
Warzen ohne Furchen
Frucht trocken, behaart 223: Ortegoeactus Alex.
Untersippe 3: Eumamillariae Bagkbg.
Schlüssel der Gattungen:
Blüten aus der Axille, kahl
Warzen ohne Furchen
Blüten ohne stärkere, längere Röhren
Frucht nicht basal aufreißend
Warzen i modifiziert, fest
Pflanzen mit Milchsaft, kugelig
Warzen seitlich
zusammengedrückt und gestutzt, klein
Blüten mehr seitlich erscheinend
Frucht nackt, längliche
Beere, reif hervortretend
Pflanzen ohne Milchsaft, niedrig
Warzen hornig, dreiseitig, groß
Blüten groß (Areolen winzig,
z. T. unterdrückt)
Frucht nackt, oblong . . .
Warzen normal, fest, kleiner und
schlanker, konisch, rundlich oder
^ kantig, nicht basal verbunden
Pflanzen mit und ohne Milchsaft,
+ rundlich oder + verlängert
Blüten meist klein, fast röhrenlos,
um den Scheitel erscheinend
Griffel freistehend
Frucht nach + langer Ruhe
reifend, oft erst im
nächsten Jahr, dann
hervorgeschoben
224: Solisia Br. & R.
225: Arioearpus Scheidw.
52 Klassifikation
Sektion 1: Galactochylus
K. Sch.
Mit Milchsaft; verletzte
Warzen milchend
Sektion 2: Subhydrochylus
Backbg.
Milchsaftschläuche im
Körper; Warzen bei
Verletzung nicht milchend
Sektion 3: Hydrochylus
K. Sch.
Mit wäßrigem Saft
Untersektion 1: Parvi-
florae Backbg.
Mit kleinen Buten
Untersektion 2: Grandi-
florae Backbg.
Mit ziemlich großen
Blüten
In allen Sektionen auch
hakenstachlige Stufen. . 226: Mamillaria Haw.
Pflanzen mit Milchsaft, flach auf
dickeren Rüben
Blüten ansehnlich, kurzröhrig
Griffel freistehend
Frucht immer im gleichen
Jahr reifend? 227: Porfiria Böd.*)
Pflanzen ohne Milchsaft, + kugelig
Blüten größer, mit ziemlich
schlanken Röhren
Griffel freistehend
Samen nicht mit großem,
korkigem Nabel 228: Krainzia Backbg.
Samen mit großem, korkigem
Nabel 229: Phellosperma Br. & R.
Warzen meist verlängert und weich
Pflanzen ohne Milchsaft, +
rundlich-niedrig
Blüten teils größer-trichterig,
teils kleiner; Röhre nicht
sehr lang oder derb
Griffel teilweise mit der Röhre
verwachsen (alle?)
Frucht grünlich, lang- bis
kurzkeulig bzw. stark
verlängert oder dickrund, bei
Reife hervorgeschoben;
Stacheln zuerst nicht fest,
ziemlich locker stehend,
z.T. hakig 230: Dolichothele (K. Sch.) Br. & R.
emend. Backbg,
*) getrennt aufgeführt, da der Name noch öfter im Gebrauch; gehört m. E. zu Mamillaria.
Klassifikation 53
Frucht bei der Keife auftrocknend und
basal aufreißend, Samen in einer
Vertiefung sitzenbleibend
Warzen breitrund, fest, basal etwas
verbunden
Pflanzen ohne Milchsaft
Blüten ziemlich groß, trichterig
Griffel z. T. mit der Röhre
verwachsen 231: Bartschella Br. & K.
Blüten mit stärkeren, längeren Röhren
Frucht bei der Reife nicht basal
aufreißend
Warzen nicht weich, nicht basal
verbunden
Pflanzen ohne Milchsaft, rundlich,
große Polster oder Kolonien
bildend
Blütensaum normal
Blüten mit langer, derber, dicht
beschuppter Röhre, ebenso
Ovarium 232: Mamillopsis (Mohren) Web.
Pflanzen ohne Milchsaft, zylindrisch,
verzweigt
Blütensaum schief
Blüten mit längerer nackter
Röhre und Ovarium 233: Cochemiea (K. Brand.) Walton
Verzeichnis der Gattungen, Arten und Varietäten
Hierunter werden, ergänzend zu den in der Klassifikation wiedergegebenen Unterscheidungs-
Merkmalen der Gattungen, diese näher beschrieben und ihre Arten mit Beschreibungen der
Hauptkennzeichen aufgeführt. Die Neufunde sind meist eingehender behandelt.
Die „Differentialdiagnosen", die kein Ersatz für die längeren botanischen Beschreibungen
sein sollen, haben ihnen gegenüber jedoch den Vorteil, daß sie — ähnlich wie ein Schlüssel —
die für die Artabtrennung maßgebenden „unterscheidenden Kennzeichen" in anschaulicher
Form wiedergeben. Hierbei dienen die halbfett gedruckten Abkürzungen der wichtigsten
Pflanzenteile der besonders schnellen Orientierung und erleichtern diese bei größeren
Gattungen noch dadurch, daß etwaige Untergliederungen in der Gattungsbeschreibung
wiedergegeben werden, bzw. auch durch eingeklammerte Zahlen hinter den Artnamen, so daß man
gegebenenfalls nur diejenigen Beschreibungen durchzusehen braucht, die den entsprechenden
Untergattungs- oder Reihenvermerk tragen. Wo hinter den Namen Literaturhinweise gegeben
wurden, handelt es sich um Arten" oder Kombinationen, die erst nach Erscheinen meines
Handbuches „Die Cactaceae" veröffentlicht worden sind. Sie stellen damit auch dessen
Ergänzungen dar.
Das Lexikon soll durch seine bildsam straffe Darstellung die Auswahl der Arten und die
Übersicht über ihre charakteristischen Kennzeichen, besonders auch der Neufunde aus jüngerer
Zeit, vereinfachen und zugleich eine praktische Hilfe zur raschen Auffindung der richtigen
Namen sein, sei es, um eine vorhandene Pflanzenbezeichnung nachzuprüfen, oder — falls eine
Pflanze namenlos ist und man an Hand der Klassifikation ihre Gattungszugehörigkeit
ermitteln konnte — für die Feststellung, um welche Art es sich handelt. Artnamen, die man
unter der betreffenden Gattung nicht findet, sind im Sinne dieses Lexikons ungültige
Kombinationen und evtl. unter anderen, nahestehenden Gattungen zu suchen. Es wurden auch
hierfür viele Hinweise gegeben.
Eine Anzahl neuer Namen Kitters (z. B. unter Pyrrhocactus; Chüeorébutia) sowie einiger
anderer Autoren mußten hier zu den Gattungen umgestellt werden, zu denen sie nach meiner
Klassifikation gehören. Die Wiedergabe der Beschreibungen bedeutet (z. B. im Falle Ritters)
kein Urteil über die Berechtigung ihres Artranges usw., sondern sie wurden, der Aufgabe des
Lexikons gemäß, unverbindlich so registriert, wie sie veröffentlicht worden sind.
Acanthocalycium 57
Acanthocalycium Backbg. (99)
Kugelige bis verlängerte Pflanzen mit weißen, rosa,
roten oder gelben, trichterigen Blüten, deren
Röhren- und Fruchtknotenschuppen oben zu Stacheln
umgewandelt sind; im inneren Röhrengrund der
Blüte wird ein kleiner wolliger Ring gebildet. Bisher
12 Arten bekannt. — Verbreitung: Nördliches
Argentinien [O. ® P.].
Acanthocalycium brevispinum Ritt. — „Taxon",
XIII: 4, 144. 1964.
K. bis 50 cm lg.; Ri. 14—25, bis 1,5 cm h.; Ar.
eingesenkt, bis 8 mm entfernt; Mst. 2—6 (bei A. thio-
nanthum 1—4, Bst. wie bei diesem); B. mit
schmalen Seh. (bei A. thionanthum mit breiteren); Bl. wie
bei A. thionanthum, nur kürzere R. und Perigonbl.;
Fr. dunkelgrün, 1,5 cm gr.; S. 1,5 mm lg., dunkel,
Nabel weiß. — Argentinien (Prov. Salta, südl.
Cafayate, nahe Prov. Tucuman) (FR 968). Mangels
Abb. gibt die Beschreibung wenig Aufschluß, ob als
eigene Art berechtigt.
Acanthocalycium catamarcense Ritt.,
unbeschrieben: aus Winter-Samen gezogene Pflanzen sind
mehr grau als grün; Bi. 13; St. anfangs schwarz mit
rotem Fuß, später ± rosa-hornfarben; Bst. bis ca. 9,
strahlend abstehend, ziemlich lang; Mst. 1, so lang
wie die Rst.; Bl. ? — Argentinien (Catamarca).
Ob die Art von A. glaueum Ritt, hinreichend
abweicht, läßt sich danach nicht sagen.
Acanthocalycium chionanthum (Speg.) Backbg.
K. kugelig bis zylindrisch, graugrün, bis 7 cm h. und
6,5 cm 0; Bi. 13—15, niedrig, gerundet; Ar.
elliptisch; St. 7—9, gerade, randständig, steif pfriemlich,
aschgrau; Bl. 4,5 cm lg., weiß; Gr. grün; N. 13,
weiß; Bing braun. — Argentinien (Salta: bei
Cachi).
Acanthocalycium glaueum Ritt. — „Taxon", XIII:
4, 143. 1964.
K. blaugrün, bis 7 cm 0, 15 cm h.; Wz. derb; Bi.
8—14, stumpf, bis 1,5 cm h., gekerbt; Ar. 1,5—2
cm entfernt, weiß; St. gleichmäßig schwarz, unten
derber; Bst. 5—10, 5—20 mm lg., pfriemlich,
gerade; Mst. 0, zuweilen 1—2, im oberen Ar.-Teil; Bl.
6 cm lg. und 0, weiß beflockt; B. mit oben borstig
verlängerten Seh.; Pet. goldgelb, oben gerundet;
Ring weiß; Fr. bis 2 cm 0, dunkelgrün, kugelig; S.
1,5 mm gr., braun bis dunkler, Nabel weiß. —
Argentinien (Prov. Catamarca, nördlich Belén) (FR
970).
Acanthocalycium griseum Backbg. — Descr. Cact.
Nov., III: 5.1963 (Pyrrhocactus griseus n. nud.,
„Die Cactaceae", 3907, Abb. 3548, 1962).
K. erst kugelig, dann länglich, bis 15 cm 0,
bleigrau; Ri. ca. 11; St. zuerst 3, später 5, stärker
pfriemlich, basal verdickt, bis ca. 1,5 cm lg., seitlich
und (einer) abwärts gerichtet, alle zuerst schwarz,
feucht nach unten zu rötlich mit hellem Fuß; BL
ca. 4 cm lg. und 0, kräftig, mit aufgerichteten, ±
anliegenden graubraunen H. und feinen, dunklen
Sch.-Stachelspitzen; Bing kurz, fein und
bräunlich, an der Stbf.-Basis; Pet. gelb, bis 9 mm br.; Sep.
mit bräunlicher Tönung und Mittellinie. —
Nordargentinien (ohne näheren Standort; von
Fechser gefunden). (Abb. 1.)
Es ist auch eine var. rubriflorum n. nud. mit roten
Bl. berichtet.
Acanthocalycium klimpelianum (Weidl. & Werd.)
Backbg.
K. flachrund, dunkelgrün, bis 10 cm 0; Bi. ca. 19,
schmalrückig, leicht gekerbt; Ar. elliptisch,
gelbbraun-filzig, 6 mm lg.; St. gerade, pfriemlich,
anfangs braunspitzig; Bst. 6—8 (—10), ungleich; Mst.
(1—) 2—3 (—4), der unterste längste abwärts
weisend; Bl. 3—4 cm lg., weiß; Stbf. weiß; Bing weiß.
Argentinien (bei Cördoba).
Acanthocalycium peitscherianum Backbg.
K. flachrund, graugrün, ca. 8 cm h., 10 cm 0; Bi.
17, 1 cm h.; Ar. 2 cm entfernt, hellgelb; St.
pfriemlich, blaß- bis hellbraun, schwarzspitzig, bis 2 cm
lg.; Bst. 7 (—9); Mst. 1; Bl. 6 cm lg.; B. glockig,
4 cm lg., über Ov. verengt; Seh. bräunlich; Pet.
spatelig, ca. 2,5 cm lg., weißlich-lilarosa; Gr. 1,5 cm lg.;
N. 10—12, gelblich; Bing weißlichgelb. —
Argentinien (bei Cördoba?).
Acanthocalycium spiniflorum (K. Sch.) Backbg.
(T.)
K. kugelig bis verlängert, dunkelgrün, bis 60 cm h.,
15 cm 0; Bi. bis 20 oder mehr, scharfkantig, bis
1,5 cm h.; Ar. 7—8 mm entfernt; St. 14—20,
pfriemlichsteif‚ ± bräunlich-rotgelb; Mst. kaum un-
terscheidbar; Bl. 4 cm lg., ca. 4 cm br., glockig-
trichterig, rosa; Bing gelb; Sch. gelblich. —
Argentinien (NW-Cördoba).
Acanthocalycium thionanthum (Speg.) Backbg.
K. kugelig bis kurz-zylindrisch, grün, bis 12 cm oder
mehr h., 6—10 cm 0; Bi. ca. 14; Ar.
kurz-elliptisch; Bst. bis 10; Mst. 1—4; St. stark pfriemlich,
grau bis blaß-hornfarben, anfangs oben meist
bräunlich, alle ± gleich lang, bis 1,5 cm lg.; Bl. 4,5 cm lg.,
schwefel- bis zitronengelb; Gr. weißgrün; N. 12, ±
rötlich; Bing bräunlich; B. stärker behaart. —
Argentinien (Salta: Cachi). (Abb. 2.) A.
brevispinum Ritt., ist vielleicht eine Form dieser Art.
Acanthocalycium variiflorum Backbg. n. sp.
Globosum, simplex, postea ± elongatum, viride, ad
ca. 8 cm 0, sicut visi; costis ca. 17, circum areolas
inflatis; aculeis cornicoloribus, rectis vel ± curvatis,
in summa parte compressis; radialibus ca. 9, ad
58 Acanthocalycium — Acanthocereus
1,8 cm longis; öentralibus 1, ad ca. 2,2 cm longo;
flore ca. 3,5—4 cm 0, flavo, aurantio vel carminato;
fructu? — Argentinia borealis.
K. einzeln, kugelig bis ± länglich, grün, bis ca. 8 cm
0 gesehen; Ri. ca. 17, oben gerundet, im Mittelteil
ca. 1 cm br., um die Ar. geschwollen; St. meist horn-
farben, auch etwas dunkler, verblassend, zuweilen
etwas fleckig, gerade oder meist oben ± gebogen
bis gekrümmt; Rst. ca. 9, bis ca. 1,8 cm lg.; Mst. 1,
bis ca. 2,2 cm lg.; Bl. variabel in der Farbe, gelb, ±
orangerot bis karminfarben; Stbf. und Stbb. sowie
N. gelblich-krem; Ring ?; Fr. ? —
Nordargentinien (näherer Standort unbekannt). (Koll. Uhlig
und Backeberg, U 2174; von Fechser gefunden.)
(Abb. 3.)
Eine zweite von Fechser gefundene Art:
Acanthocalycium sp. ähnelt etwas dem A. thionan-
thum; K. graugrün, ca. 7 cm 0 gesehen; Ri. ca.
14—16, gerundet, um die Ar. verdickt; St. trocken
anfangs grauschwarz, oben dunkler, oder oben
graubraun, anfangs ganz so, bald bis nahe zur Spitze fahl
ausbleichend, starrend abstehend, locker strahlend
bis dicht verflochten, bis ca. 2,3 cm lg. die
randständigen, die mittleren etwas kürzer, alle ziemlich
starkpfriemlich, Basis verdickt; Rst. 9, strahlend
abstehend, nur z. T. schwach gebogen; Mst. 2,
übereinander, kaum dicker, nur zuweilen seitlich etwas
zusammengedrückt: Bl. unbekannt. —
Nordargentinien (Koll. Uhlig und Backeberg, U 2175;
gesammelt, ohne nähere Standortsangabe Fechsers).
In der Bestachlungsdichte variabel.
Acanthocalycium violaceum (Werd.) Backbg.
K. später verlängert, stumpf hellgrün, bis 20 cm h.,
13 cm 0; Ri. ca. 15 oder mehr, bis 1,8 cm h.; Ar.
2 cm entfernt, weiß; St. gelblich bis hornfarben,
10—12 (—20); Mst. schwer trennbar, manchmal 4
deutlicher; Bl. bis 7,5 cm lg., blaß fliederfarben;
Ring weiß. — Argentinien (Cördoba, 1000 m).
Acanthocephala Backbg.: Brasilicactus Backbg.
Acanthocereus (Berg.) Br. & R. (130)
Verschieden große und sperrige Sträucher mit drei-
bis vier-, seltener mehrkantigen Trieben,
überwiegend dünnen Rippen und kräftigen Stacheln. Die
ziemlich großen, breit, aber nicht herabgebogen
öffnenden langröhrigen und kräftig-trichterigen
Blüten sind, wie auch die Frucht, meist bestachelt,
doch zeigt die stachellose Frucht von A. horridus
die progressive Reduktion der Stachelbekleiduhg an
den Blüten, und bei der brasilianischen Art A. albi-
caulis sind Blüte und Frucht unbekannt; das Genus
ist also nicht ganz geklärt. Bisher bekannt: 14
Arten, die nur selten in Kultur sind. — Verbreitung:
Warme und trockenere Gebiete Mittelamerikas (in
Westindien nicht mit Sicherheit festgestellt), von
Mexiko und Florida bis Kolumbien, Venezuela und
Brasilien. [®. Q.].
Acanthocereus acutangulus (O.) Berg.
K. glänzendgrün; Tr. 4 cm br.; Ri. (3—) 4, Kanten
scharf zusammengedrückt, etwas bogig
ausgeschweift; Ar. 9—11 mm entfernt; Rst. 4—6, die
beiden untersten nur 2—3 mm lg.; Mst. 1,
pfriemlich, 11—17 mm lg.; S. glatt, 5eckig gefeldert, kleiner
als die von A. maculatus Wgt. — Mexiko (?)
Acanthocereus albicaulis Br. & R.
K. weißlich; Tr. ziemlich schlank; Ri. (3—) 4; Ar.
braun; St. 2—6, steifnadelig, bis 2,5 cm lg.,
bräunlich, anfangs oft dunkler. — Brasilien (Bahia).
Acanthocereus baxaniensis (Karw.) Borg
K. strauchig; Tr. dicker und tiefer grün als bei A.
tetragonus; Ri. meist 4, breit und flügelig; Rst. 6
oder mehr, bräunlich, ca. 1,5 cm lg.; Mst. 1—3,
gelblichbraun, bis 3 cm lg., gerade; Bl. 20 cm lg., weiß;
Sep. bräunlichgrün; Ov. bestachelt. — Mexiko
(warme Nordost-Küste).
Acanthocereus colombianus Br. & R.
K. ziemlich kräftig und aufrecht verzweigend, bis
3 m h.; Tr. bis ca. 9 cm br., scharf dreiflügelig; Ar.
groß, 5 cm entfernt; Rst. 5—8, unter 5 mm lg.; Mst.
1—2, sehr kräftig, bis 5,5 cm lg.; Bl. 25 cm lg.,
weiß; R. kräftig, ca. 12 cm lg.; Fr. groß, rot,
bestachelt. — Kolumbien.
Acanthocereus griseus Backbg. n. sp.
Fruticosus, ramosus, ad 3—4 rn longus; ramis tri-
vel quadrangulis, ad ca. 6 cm 0, primo viridibus,
postea albido-cinereis; costis ad ca. 2,5 cm altis,
latere ± compresso in parte superiore; aculeis primo
carminatis, in acumine pallidis, in basi inflatis, mox
albidis, acumine atro; aculeis radialibus (5—) 6, ad
1,4 cm longis; centralibus 1 (raro 3—4), porrectis,
ad 2,2 cm longis; flore 9 cm longo et 0; foliis peri-
gonii exterioribus rubido-viridibus, interioribus pal-
lide viridulo-albis; tubo ca. 7 cm longo, ad 1,5 cm 0,
viridi, aculeis carminatis, tomento f uscato-albido;
ovario viridi, aculeis carminatis, tomento fuscato-
albido; fructu? — Mexiko.
K. hochstrauchig, verzweigt, bis ca. 3—4 m lg.; Tr.
3—4kantig, gebogen und aufgebogen, bis ca. 6 cm
0, anfangs grün, bald weißgrau, oben spitz
zulaufend; Ri. bis 2,5 cm h., im Oberteil seitlich
zusammengedrückt; Ar. 6 cm entfernt; St. anfangs
karminrot, hellspitzig, Basis verdickt, bald weißlich
und dunkelspitzig; Rst. (5—) 6, bis 1,4 cm lg.; Mst.
1 (selten 3—4), vorgestreckt, bis ca. 2,2 cm lg; Bl.
ca. 9 cm lg. und 0, mit seitlich ausgebreitetem und
am Rand etwas aufgebogenem Perigon: Sep. rötlich-
grün; Pet. blaß grünlich-weiß; R. ca. 7 cm lg., wie
das grüne Ov. mit karminroten St. und weißem Filz;
Fr. ? — Mexiko. (Abb. 4, 5 lks.)
Acanthocereus — Acantholobivia 59
Von MacDougall gefunden und unter der No. A
201 an den Jardin Botanique „Les Cédres" gesandt,
wo ich die Art in Blüte sah.
Acanthocereus horridus Br. & R.
K. starkstrauchig; Tr. scharf 3eckig oder 3flügelig,
anfangs ökantig, Rand stark wellig ausgebuchtet,
unter den Ar. vorspringend; Ar. groß, 3—6 cm
entfernt; Rst. 1—6, konisch, unter 1 cm lg.; Mst. meist
1 (—2), sehr kräftig, bis 5—8 cm lg.; St. anfangs
bräunlich bis schwärzlich; Bl. 18—20 cm lg., weiß;
Sep. braun oder grünlich; R. im engen Teil nur 4 cm
lg., mit trichteriger Erweiterung ca. 12 cm lg.; Fr.
3,5 cm lg., glänzend hellrot, Ar. nur weißfilzig,
Pulpa rot. — Guatemala, (bis?) Mexiko (Oa-
xaca?).
Acanthocereus maculatus Wgt.
K. hochstrauchig, bis über 3 m h., auch überlehnend;
Wz. möhrenartig oder mehr rundlich; Tr.
dunkelolivgrün, marmoriert gefleckt, z. T. auch ganz grün;
Ri. 3—4, ± geschweift; Ar« klein, weiß; Rst. ca. 8,
1—8 mm lg., die unteren nur gelegentlich
vorhandenen 2—3 länger und nadelig; Mst. meist 1, Fuß
verdickt, zuweilen auch 2, vorgestreckt; St. alle
ziemlichkurz, wenig auffallend, braun; Bl. bis 10 cm lg.,
kremfarben; R. innen rosa, außen rötlichbraun, Ar.
weitstehend, mit wenigen blassen St.; Ov. grün,
ähnlich schmal gerippt wie die R., mit wenigen, kurzen
St.; Fr. ca. 5 cm lg:, ± birnf örmig, außen und innen
rot; S. groß, 4,5 mm lg., glänzend schwarz, fein
5eckig gefeldert. — Mexiko (Guerrero, Campo Mo-
rado und bei Mezcala im Canyon del Zopilote).
(Abb. 6).
In der Sammlung J. Marnier-Lapostolle wurde
festgestellt, daß das Perigon im Hochstand trichterig
ist. Die Art gehört daher nicht, wie Cutak meinte,
zu Peniocereus (eine stärkere Wz. besagt hier
ebensowenig wie bei den kleinblütigen Peireskiopsis, so
daß Weingarts Einbeziehung zu Acanthocereus
richtig war, obwohl er keine offene Blüte sah. Er
urteilte hauptsächlich nach den Samen.) Heute wissen
wir, daß alle Peniocereus-Arten im Hochstand straff
abwärts gerichtete innere Perigonblätter haben.
Acanthocereus pentagonus sensu Br. & R.:
Acanthocereus tetragonus (L.) Humlk.
Acanthocereus princeps (Pfeiff.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov., III: 5. 1963 (Cereus princeps Hort.
Würzburg, von Weingart kurz in MfK., 20—21.
1922, beschrieben und abgebildet, muß wegen
Pfeiffers Beschreibung in En. Diagn. Cact., 108.
1837, seinen Autornamen tragen).
K. strauchig, überbiegend, 3 (—4—5) rippig; Ri.
nicht gebuchtet, zusammengedrückt, unter den Ar.
verdickt; Ar. weißlich, relativ mäßig weit entfernt,
Filz sehr kurz; St. gerade, 1,2—1,6 cm lg., gelblich
oder weiß, 7—8 randständige, mittlere 3, oberster
sehr kurz oder auch fehlend. — Guatemala.
Nach Weingart, Kaktkde. 15. 1933, eine gute Art,
zumal die Samen mäßig glänzend und schwach
6eckig gefeldert sind. Die Samen sind nach
Weingart die größten von ihm gesehenen. Die
verhältnismäßig kleinsten Samen hat nach Weingart „Cereus
variabilis Eng., der dem C. pentagonus Haw. am
nächsten kommt", nur weiß niemand mehr, welche
Art dies war. Weingart gibt für den von ihm
genannten Namen aber an „Samen mit ziemlich
flachen, ovalen Höckern". Vielleicht ist es möglich,
danach die gemeinte Art zu identifizieren.
Acanthocereus tetragonus (L.) Humlk. (T.)
K. anfangs aufrecht, dann überbiegend, bis 6 m h.;
Tr. bis 8 m lg.; Ri. 4—5 (—6), seltener (3—) 4,
Furchen tief, Kanten flügelig, tief geschweift und
gebuchtet; Ar. 3—6 (—7) cm entfernt, dick; Rst. (4—)
5—7 (—9), bis 2,5 cm lg.; Mst. 1 (—3), bis 4 cm lg.:
St. alle grau mit dunkler Spitze, z. T. gefleckt; Bl.
bis 19 cm lg., weiß; R. etwas bestachelt; Fr. stärker
bestachelt, rot; S. glänzendschwarz, 4 mm groß.
— Über das Gesamtgebiet der Gattung verbreitet.
Die Art ging früher fälschlich als Acanthocereus
(Cereus) pentagonus.
Wohl nur selten oder gar nicht in den
Sammlungen vertreten sind:
A. brasiliensis Br. & R.: Tr. 3 cm 0; Ri. 5—7;
St. 9—20, nadelig bis borstig, weiß, gelbgrau oder
graubraun; Bl. bis 15cm lg.; R. unbestachelt; Fr.
mit grünlicher Pulpa. — Brasilien (Catinga von
Bahia).
A. floridanus Small: Tr. bis 10 m lg., 3—ökantig,
dunkelgrün; St. 4—7, dünn oder pfriemlich. —
USA (Florida, Hammocks).
A. occidentalis Br. & R.: Dickichte bildend; Tr.
4,5 cm 0; Ri. 3—5; St. zahlreich, gleich lang, bis
7 cm lg.; Bl. 14—18 cm lg. — Mexiko (Sinaloa,
Nayarit, Durango).
A. sicariguensis Croiz. & F. Tamayo: K. bis
2 m lg.; Ri. 2—5flügelig, zahnartig ausgeschweift;
Ar. 2 cm entfernt; St. grauweiß, schwach
stechend; Rst. 5—7, bis 2 cm lg.; Mst. 1—3, ebenso
lang; Bl. 16 cm lg., bis 8 cm 0, weiß, Spitzen
rosa. — Venezuela (Lara, Sicaragua).
A. subinermis Br. & R.: Durch fehlende oder nur
kurze, unter 1,5 cm lg. 6—10 St. abweichend; Tr.
5—7 cm br., 3—4kantig; Bl. 15—22 cm lg.; Ov.
wenig, Fr. sehr kurz bestachelt. — Mexiko
(zwischen Mitla und Oaxaca).
Acantholobivia Backbg. (98)
Kugelig, z. T. sprossend,, den Lobivien verwandt,
aber Nachtblüher, die Blüten (bei einer Art in der
Farbe stärker variierend) weisen mit beginnender
5 Kakteenlexikon
60 Acantholobivia — Akersia
Ov.-Reife zunehmend Stacheln auf; die Frucht ist
bestachelt. Die Blüten sind selbstfertil; zuweilen
wird Autogamie beobachtet. Die Samen sind
schwarz, etwas glänzend. Nur 2 Arten bekannt.
— Verbreitung: Peru (Hochland des mittleren bis
südlichen Peru) [®. P.]
Acantholobivia incuiensis (Rauh & Backbg.) Rauh
& Backbg.
K. dunkelgrün, bis ca. 11 cm 0; Ri. 18—20,
beilartig gehöckert; Ar. 2 mm entfernt; St. ca. 24, wirr
spreizend, mittlere kaum geschieden, aber 8—10
zählbar, alle grauviolettbraun bis hornfarben, später
grau bis dunkel, einige manchmal etwas kantig; Bl.
ca. 4 cm lg.; Sep. bräunlichrot; Pet. reinrot, ganz
innen mehr ziegelorange; Stbf. blaßkarmin; Gr. und
4 N. grünlich. — Südperu (bei Incuio). (Abb. 7.)
Acantholobivia tegeleriana (Backbg.) Backbg. (T.)
K. reingrün, sprossend; Ri. anfangs bis 16; Ar. bis
17 mm entfernt, länglich; St. ungleich, bis 12, bis
6 mm lg., allseits spreizend, meist etwas gebogen;
alle ± hornfarben, oben dunkler, die längsten
zuweilen etwas gehakt; Mst. kaum unterscheidbar;
Bl. 4 cm lg., beim Typus der Art ± rosa-orange; Fr.
grün, 2,5 cm 0. — Mittelperu (bei Huancayo, auf
3500 m).
v. eckardtiana Backbg. ist besonders langstachlig,
die v. medingiana Backbg. blüht
schwefelgelbweiß, die v. plominiana Backbg. rein rot.
Acanthorhipsalis (K. Sch.) Br. & R. (22)
Im Wuchs den Rhipsalis ähnelnde Pflanzen, aber mit
bestachelten Trieben und dadurch deutlich
unterschieden. Die nur 1,5—2,5 cm großen weißen, orange
oder roten Blüten haben eine winzige Röhre.
Bekannt sind bisher 5 Spezies. — Verbreitung: Peru,
Bolivien (im Osten) und NO-Argentinien. [Epi-
phyten, wenig in Kultur],
Acanthorhipsalis crenata (Britt.) Br. & R.
K. buschig, seitlich verzweigend; Tr. rundlich
ausgebuchtet, bis 30 cm lg., bis 6 cm br., dünn, mit
kräftiger Mittelrippe; Ar. ziemlich groß und mit
Füz; St. 3—8, 2—4 mm lg.; Bl. klein, rot; Fr. 7 mm
0. — Bolivien (Yüngas).
Acanthorhipsalis incahuasina Card.
K. hängend, dicht verzweigt, bis 60 cm lg., blaßgrün,
Stämme dreikantig; Tr. bis 3 cm br., bis 4 mm dick;
Ar. 2 cm entfernt; St. 8—13, strahlend, 2—12 mm
lg., gelblich, manchmal 2—3 mehr als mittlere
gestellt; Bl. ?; Fr. bis 1,5 cm 0, rosakarmin; S. 1 mm
gr., braun, nierenförmig. — Bolivien (Santa Cruz,
Incahuasi).
Acanthorhipsalis micrantha (Vpl.) Br. & R. (T.)
K. strauchig verzweigt; Tr. bis 20 cm lg., meist
3rippig, selten nur 2flügelig; Ri. zusammengedrückt?
ca. 1 cm h.; Ar. 1 cm entfernt; St. 3—10, etwas
abgeflacht und gedreht, bis 1,5 cm lg.; Bl. ca. 2,5 cm
lg., purpurn; Ov. mit etwas Filz und vereinzelten
kleinen Bst.; Fr. kugelig oder etwas länglich, 1 cm
lg., etwas geflügelt, mit einigen Sch., darin
bräunlichgelber Filz und gelegentlich bis 2 mm lg. Bst.-
St.; S. schwarz. — Peru (Sandia, auf Felsen,
2100 m).
Acanthorhipsalis monacantha (Griseb.) Br. & R.
K. meist hängend; Tr. 2—3 cm br., bis 45 cm lg.,
flach oder dreikantig, gesägt; Ar. bis 1,2 cm
entfernt; St. 1—6, bis 1 cm lg., sowie einige Bst.; Bl.
bis 1,5 cm lg., wachsig-orange, mit kleinen Sch. und
Filz; Fr.rund, bis 1 cm 0, erst orange, dann
orangerot oder blasser, mit Sch.; S. dunkelbraun. —
Argentinien (Jujuy, Oran). Br. & R. geben
irrtümlich als Bl.-Farbe „weiß" an. (Abb. 8.)
v. samaipatana (Card.) Backbg.: Tr. noch stärker
gekerbt; Ar. weiter entfernt; Fr. ohne Sch., rosa-
lila. — Bolivien (Santa Cruz, Barlo del Inca,
1500 m).
Acanthorhipsalis paranganiensis Card.
K. strauchig, hängend, dicht verzweigt, Stämmchen
rund, 1 cm 0; Tr. 2—3flügelig, 2—4 m lg., ohne
Luftwurzeln; St. 2—4, weißlich, 5 mm lg., fein,
borstenähnlich, später auch 1 weißer St., bis 6 mm lg.,
sowie 1—3 kurze Bst.; Bl. zahlreich, radförmig, an
Zweigenden, bis 2 cm lg., kremweiß; Ov. 5 mm lg.,
ökantig, spitz beschuppt, mit einigen kurzen, kleinen
Bst.; Fr. ? — Bolivien (Cochabamba, Parangani,
2600 m).
Akersia Buin. (73)
Schlanktriebige, aufrecht wachsende Cereen mit
feiner, dichter und gelber Bestachelung. In der
Blütenregion werden noch feinere und längere Stacheln
bzw. auch Borsten gebildet. Die gekrümmten,
rosenroten und schiefsaumigen Blüten haben Borsten an
der Röhre und dem Fruchtknoten; ein Wollring
wird im Innern nicht gefunden. Man hielt die Pflanze
zuerst für einen Bastard, doch ist dies
unwahrscheinlich, da es sonst in den Anden keine ähnlichen
Cereen mit Blütenborsten gibt. Bisher bekannt: nur
1 Art. — Verbreitung: anscheinend nördliches
Peru, im Innern. (P.)
Akersia roseiilora Buin. (T.)
K. schlank, 4—5 cm 0, frischgrün; Tr. über 1 m
hoch werdend; Ri. 16—17, sehr niedrig; Ar. ca.
2,5 cm lg., blühfähige etwas größer; St. in Bündeln
zu 30—40, bis 1 cm lg., gelblich bis heller, Fuß
dunkel, in der Blütenzone feiner und teilweise borstig,
bis 3,5 cm lg.; Bl. 5 cm lg., 3 cm br., lilarosa, mit
einigen schwarzbraunen Bst.; Fr. ca. 1,5 cm groß,
behaart und mit einigen Bst.; S. 1,5 mm groß. —
Akersia — Aporocactus 61
Peru (?), in dem nördlichen Innern oder im Süden
bei Chala ?). (Abb. 9.)
Ancistrocactus Br. & R. (214)
Kugelige bis verlängerte Pflanzen, zum Teil mit
verengter Basis und größeren Rübenwurzeln, die
Rippen ± stark in Höcker geteilt. Ein Mittelstachel ist
stets gehakt. Die verhältnismäßig kleinen Blüten
sind kremfarben, grünlich- bzw. zitronengelb oder
rosa getönt. Die Samen sind braun bis dunkelbraun
oder schwarz. Bisher bekannt: 4 Arten. —
Verbreitung: USA (Texas) und Nordmexiko (Chihuahua,
Nuevo Leon, Tamaulipas). (P.)
Ancistrocactus brevihamatus (Eng.) Br. & R.
K. kugelig bis eiförmig, bis 10 cm h., 7,5 cm 0,
dunkelgrün; Ri. meist 13, stark höckrig geteilt;
Rst. 12—14, 1—2 cm lg., weiß; Mst. 4, der unterste
bis 3 cm lg., stärker, braun oder schwarz, gehakt,
die seitlichen Mst. bis 4,5 cm lg., etwas schwächer;
Bl. bis 3,2 cm lg., 2 cm 0, blaßrosa, dunkle
Mittellinie; Fr. fast nackt, ca. 1,5 cm lg., dünnwandig;
S. 2 mm gr., schwärzlichbraun. — USA (S-Texas)
bis N-Mexiko (Chihuahua, Nuevo Leon,
Tamaulipas).
Ancistrocactus megarhizus (Rose) Br. & R. (T.)
K. einzeln oder mehrköpfig, bis 8 cm h.; Wz. groß
und fleischig; Ri. spiralig, in konische W. geteilt;
Rst. 20 oder mehr, anfangs gelblich, strahlend
anliegend; Mst. 4, die oberen drei aufgerichtet, der
unterste kräftigste 1,5—2 cm lg., hakig; Bl. 2 cm lg.,
grünlichgelb; Fr. grün, keulig; S. schwarz, glänzend.
— Mexiko (Tamaulipas).
Ancistrocactus scheeri (SD.) Br. & R.
K. kugelig, länglich oder keulig, über 10 cm h., bis
über 6 cm 0; Ri. ca. 13, in Warzenhöcker geteilt;
Rst. 15—18, weiß bis strohfarben, spreizend; Mst.
3—4, 2—5 cm lg., der unterste hakige der längste,
alle schwarzbraun, weiß gefleckt; Bl. 2,5 cm lg.,
grünlichgelb; Fr. klein, grün; S. 2 mm lg., braun. —
US A(Texas),Nordmexiko (Chihuahua).(Abb. 10.)
Ancistrocactus tobuschii Marsh.
K. zu zwei Drittel unterirdisch, bis 7 cm lg. und br.,
oberirdischer Teil halbkugelig, dunkelgrün; Hck.
warzig, in 5—8 Reihen; Rst. 7, nadelig, stechend,
zuerst weiß, 1—1,5 cm lg.; Mst. 3, zwei davon
aufgerichtet, ein vorgestreckter hakig, 3 cm lg., alle
abgeflacht, hellgelb mit dunkler Spitze; Bl. 4 cm lg.;
Pet. krem bis zitronengelb; Gr. grün; N. gelb; Fr.
grün bis rosa; S. dunkelbraun. — USA (Texas,
Vanderpool).
A. megarhizus hat als einziger Halsrüben; A.
brevihamatus (Eng.) Br. & R. wurde auch als var. von
A. scheeri angesehen; er blüht aber rosa und hat nur
12—14 Rst., die St. weniger kräftig.
Anhalonium Lem.: Lophophora Coult., zum Teil
auch Ariocarpus Scheidw. sowie Roseocactus
Berg.
Anisocereus Backbg. (160)
Eine kaum in Kultur befindliche Gattung mit
eigentümlichen, trichterigen, dünn und trocken
beschuppten Tagblüten, in der Ovariumregion mit Borsten;
wahrscheinlich ist auch die Frucht ziemlich trocken;
die Samen sind glänzend schwarzbraun. Außer dem
strauchig-aufrechten und bis 4 m hohen Typus des
Genus wird hierzu zuweilen auch der bis 7 m hohe
und ähnlich blühende A. gaumeri (Br. & R.)
Backbg. gerechnet, von anderen wegen seiner 4flü-
geligen Rippen zu Pterocereus McDoug. & Mir. (s.
auch dort) gestellt, der ebenfalls ähnlich blüht, aber
erst viel später beschrieben wurde. [®]
Anisocereus lepidanthus (Eichl.) Backbg. (T.)
K. buschig, bis 4 m h.; Tr. dunkel-blattgrün, bis
8 cm 0; Ri. 7—9, niedrig; Ar. klein; Rst. ca. 10,
bis 1,5 cm lg., dünn, mitunter auch länger, bis 4 cm
lg., bzw. oft auch 1—2 mehr mittlere
unterscheidbar, einer davon bis 6 cm lg.; St. anfangs kirschrot,
dunkelspitzig, dann kanariengelb, zuletzt grau und
schwarzspitzig, alle mit verdicktem Fuß, die
mittelsten auch kantig und gedrückt; Bl. 7 cm lg., 2,5 cm
0, oben sepiabraun, unten feuerrot, tagsüber offen
(nach Eichlams Angaben), geöffnet eintrocknend;
R. ziemlich dicht mit zurückgekrümmten Seh., zum
Ov. hin mit 1,5 cm lg. Grannen (Borsten); Seh.
strohig auftrocknend; Fr. nicht fleischig, trocken,
weißlich; S. glänzend schwarzbraun. —
Guatemala (Rancho San Agustin). (Abb. 11.)
Ich beziehe hier auch die folgende Art ein:
Anisocereus gaumeri (Br. & R.) Backbg.
K. bis 7 m h., aufrecht, einzeln oder wenig verzweigt;
Tr. flügelig gerippt; Ri. (3—) 4, bis 4 cm h.; Ar.
groß, hellbraun; St. 3—6, etwas pfriemlich,
bräunlich oder hell und dunkelspitzig, ein mehr mittlerer
1—3 cm lg.; Bl. 5 cm lg., nach Marshalls Bild
zumindest am Tage offen, gelblichgrün; Seh. der R.
schwarz und dünn auftrocknend; Fr. trocken
werdend, kugelig, bis 4 cm 0, Achseln filzig, mit 8 sehr
kurzen, schwarzen St.; S. braun, 4 mm lg. —
Mexiko (Yucatán, Zenote Hondo, östlich Izamal).
Über Stacheln oder Grannen an der Bl. ist nichts
bekannt, ebensowenig über St. an der Frucht des A.
lepidanthus. Eine Einbeziehung zu Pterocereus ist
nach obigen Angaben nicht ohne weiteres möglich.
Aporocactus Lem. (50)
Überwiegend kriechende oder hängende, dünn-
triebige Epiphyten mit stärkerer Luftwurzelbildung
und schönen, mittelgroßen, ± schrägsaumigen Blü-
62 Aporocactus — Arequipa
ten. Der Typus des Genus ist eine der
volkstümlichsten Kakteen gewesen und sollte wieder mehr
kultiviert werden; er war auch der eine Elterteil der
Heliaporus-Bastarde, die schon 1830 angezogen
wurden. Wächst wurzelecht gut. Bekannt sind:
5 Arten. — Verbreitung: Mexiko (Oaxaca,
Hidalgo, Chihuahua ?) [Ampelpflanzen;'Vorsicht vor
roter Spinne!]
Aporocactus conzattii Br. & R.
K. hängend oder kriechend, wenige Luftwurzeln;
Tr. 1,2—2,5 cm 0; Ri. 8—10, niedrig gehöckert;
St. 15—20, nadeldünn, bis 12 mm lg., hellbraun;
Bl. bis 9 cm lg., nur leicht gebogen, etwas schief-
saumig, ziegelrot. — Mexiko (Cerro San Felipe).
(Abb. 12.)
Aporocactus flagelliformis (L.) Lem. (T.)
K. bis 2 cm 0; Ri. 10—12, unscheinbar, kaum
gehöckert; Ar. 6—8 mm entfernt; Rst. 8—12, nadelig,
dünn, rotbraun; Mst. 3—4, bräunlich, mit gelben
Spitzen; Bl. 7—8 cm lg., bis 4 Tage offen, kar-
moisin; Sep. zurückrollend, schmäler als die Pet.;
Pet. weniger spreizend; Fr. klein, kugelig, bis 12 mm
0, Pulpa gelblich. — Mexiko (Hidalgo).
Ein bekannter Bastard ist xCereus smithii
Pfeiff. (— C. mallisonii Hort.), auch Heliaporus
smithii (Pfeiff.) Rowl. genannt. Wahrscheinlich
ist hiermit Schumanns v. leptophis des A.
flagelliformis identisch.
Aporocactus flagriformis (Zucc.) Lem.
K. ähnlich dem vorigen; Ri. 11; Rst. 6—8; Mst.
4—5, stärker bräunlich; Bl. dunkelkarmoisin, 10 cm
lg., 7,5 cm br.; Pet. 1 cm br.; Stbf. rot, aufgerichtet,
herausragend. Vom vorigen auch durch mehr rote
Stacheln im Neutrieb unterschieden. — Mexiko
(Oaxaca).
Aporocactus knebelii Kneb.: eine Gartenform mit
höckerigen Ri.
Aporocactus leptophis (DC.) Br. & R.
St. gelblich; Ri. nur ca. 8; Bl. über Ov. abgebogen,
mit schmalen Perigonbl., rot, Hülle leicht schräg. —
Mexiko (Standort unbekannt).
Durch die geringere Ri.-Zahl von A. flagelliformis
unterschieden, während von diesem A. conzattii
durch nicht auffällig zurückgebogene äußere Peri-
gonblätter abweicht.
Aporocactus martianus (Zucc.) Br. & R.
Tr. bis 18 mm 0; Ri. ca. 8; Ar. 1,2 cm entfernt;
St. 6—8, borstig; Bl. tiefrosa, bis 10 cm lg.; R. mit
weiter hinauf abstehenden Bst.-Stacheln; Fr.
grünlich, rund, 2 cm 0. -r Mexiko (Zentrales
Hochland?).
Rowley zog einen prächtigen, rosa blühenden
Bastard.
Arequipa Br. & R. (80)
Zuerst kugelige, später längliche bis halbsäulige oder
cereoide und dann oft niederliegende Pflanzen, meist
mit starker Bestachelung und roten, ± langröhrigen,
schrägsaumigen und behaarten Blüten. Die Früchte
öffnen sich am Grunde. Sämlingspflanzen sind
besonders schön. Bisher bekannt: 8 Arten. —
Verbreitung: Südperu bis Nordchile. [®].
Arequipa aurantiaca (Vpl.) Werd.: Submatucana
aurantiaca (Vpl.) Backbg.
Arequipa erectocylindrica Rauh & Backbg.
K. von Anfang an cereoid, stumpf- bis graugrün,
bis 50 cm lg.; Ri. 15—17 (—18); Ar. bis 6 mm groß,
anfangs gelblichgrau; Rst. 12—14, nadelig bis dünn-
pfriemlich, weißlich bis horngrau; Mst. 7 (—12),
hornfarben mit dunkler (bräunlicher) Spitze, derb-
pfriemlich, bis 4,5 cm lg.; St. bei Kulturpflanzen im
Neutrieb ± gleich lang und mehr rötlichbraun; Bl.
ca. 7 cm lg., rot; Fr. länglichrund, zitronengelb. —
Südperu (Vulkan Chachani).
Arequipa hempeliana (Gurke) Oehme
K. länglich, graugrün, etwas reif ig; Ri. 14—20; Ar.
bis 15 mm entfernt, hellgelblich, verkahlend; Rst.
8—12, bernsteinfarben, ± fleckig, 1—3 cm lg., meist
gebogen; Mst. 3—4, zuerst gelbrot, dunkelbraune
Spitze, bis 5 cm lg., sehr elastisch, ± verflochten;
Bl. 7,5 cm lg., zinnoberrot, Spitze mehr karminrot,
Saum schräg; Ov. grün, wie die R. weiß behaart;
N. gelb. — Chile (im Norden). Sehr selten
geworden.
Arequipa leueotricha (Phil.) Br. & R. war eine
kugelförmige, mehrköpfige Pflanze mit 15 Ri., langen,
weißen, dünnen Bst. und ca. 6 ziemlich langen,
hellbraunen St.; Bl. Scharlach. — Chile (Tarapacá, bei
Naquira und Usmaga). Nicht identisch mit A. ret-
tigii von Arequipa. Ungeklärte Art. Echinocactus
leueotrichus sensu Soehrens war vielleicht die A.
weingartiana.
Arequipa mirabilis (Buin.) Backbg. n. comb. (Ma-
tucana mirabilis Buin.. Sukkde. (SKG.), VII—
VIII, 39—41. 1963).
K. säulig, bis 60 cm lg., 12 cm 0; Ri. ± 12, durch
Quereinziehung gehöckert, später verflachend; Ar.
bis 1,5 cm entfernt, oval, 8 mm lg., 5 mm br., erst
gelblich, dann weiß; Rst. ± 12, abstehend, ca. 1 cm
lg., glasig farblos; Mst. ca. 3, 2 oben, 1 unten in der
Ar., obere bis 1,3 cm lg., der unterste kräftiger, bis
2 cm lg., oben braun; Bl. 8,5 cm lg., 4 cmØ ‚ etwas
zygomorph; Sep. grün bis violettrandig; Pet. hellrot,
violettrandig; R. etwas behaart; Gr. unten weiß,
oben etwas rosa; N. grünlich; Fr. hellgelb, unten
aufplatzend. — Peru (Dept. Lima, zwischen Chu-
rin und Oyon, 3—3500 m).
Es kann sich nur um die von mir bei Buining
gesehenen Pflanzen lt. Abb. in „Die Cactaceae", VI:
Arequipa — Ariocarpus 63
S.3680, Abb. 3342, oder I.e. S. 3700, Abb. 3358,
handeln, von Akers stammend, wie die obige Art.
Die Abb. zeigen deutlich, daß es rein cereoide
Pflanzen sind, die zu Arequipa gehören. Matucana hat lt.
Britton und Roses Gattungsdiagnose kahle R.
und Ov. Es käme daher nur noch mein Genus Sub-
matucana in Frage, das aber nicht cereoid ist. Was
Buining 1. c. gegen Submatucana sagt, ist
unzutreffend, wie ich in meiner Schrift „Kritisches zu
den Kakteenbeiträgen in Sukkde. (SKG.), VII—
VIII. 1963" nachwies.
Arequipa myriacantha (Vpl.) Br. &R.:
Submatucana myriacantha (Vpl.) Backbg.
Arequipa rettigii (Quehl) Oehme (T.)
K. zuerst mehr kugelig, später säulig verlängert und
+ liegend; Ri. 10—20; Ar. bis 5 mm entfernt,
anfangs graufilzig; Rst. 20—30, dünn, glasig weiß, bis
1 cm lg.; Mst. bis zu 10, einer als stärkster bis 3 cm
lg., alle nicht so derb wie bei voriger Art; BI. bis
6 cm oder etwas mehr lang, scharlachrot, Saum nur
wenig schief; Pet. mäßig lang; R. schlank, fast
zweimal so lang wie die Bl.-Breite; Fr. rund. —
Südperu (um Arequipa). (Abb. 13.)
Irrtümlich oft als A. leucotricha bezeichnet, dem
wenig geklärten ‚‚Echinocactus leueotrichus Phil."
aus Chile.
Arequipa soehrensii (Krzgr.) Backbg.
K. langzylindrisch, ähnlich A. rettigii; Rst. nicht
fein, sondern fester und länger; Mst. leicht gebogen;
Bl. ähnlich der von A. rettigii, schlank, länger,
Saum wenig zygomorph. — Peru (Tacna).
Den vorstehenden Merkmalen nach eine eigene, seit
der Auffindung von J. Soehrens noch nicht
wiedergesammelte Art.
Arequipa spinosissima Ritt. — „Taxon", XIII: 3,
115.1964.
K. kugelig bis länglich, einzeln; Ri. 20—24, ca.
5 mm h.; St. 50—60, weiß, 3—5 mm lg., einige
1—2 cm lg., elfenbein mit brauner oder
schwärzlicher Spitze; Bl. 7—8 cm lg., karmin, ohne
Nektarkammer. — Peru (Dept. Arequipa, Quicacha)
(FR 196).
Arequipa variieolor (Backbg.) Backbg.: Oreocereus
variieolor Backbg.
Arequipa weingartiana Backbg.
K. zuerst kugelig, dann verlängert, kräftig und
nicht so cereoid wie bei den vorigen Arten, bis 40 cm
h., aschgrau-grün; Ri. ca. 16; Ar. 7 mm lg.; Rst.
ca. 12 oder mehr, bis 15 mm lg.; Mst. ca. 4, über
Kreuz stehend, basal verdickt, viel derber, bis 5 cm
lg., anfangs gelblich mit dunkler Spitze, dann oben
schwärzlich, unten vergrauend; Bl. 5,5 cm lg., 2,5
cm 0, derbröhrig, sehr schief saumig, hell ziegelrot;
Fr. klein, rundlich. — Nordchile, auf 3500 m (bis
Südperu?)
v. carminanthema Backbg. hat
dunkel-karminrote BL
Ariocarpus Scheidw. (225)
Meist breitrunde, ± graugrüne Pflanzen mit
starken Rüben. Statt Rippen werden spiralig stehende
deltoide, längere oder langspitze Warzenhöcker
gebildet. Die Blüten entstehen, wie bei Mamillaria,
nicht im, sondern um den Scheitel herum, zuweilen
reicher im Kranz (!), und zwar aus den
flockigwolligen Axillen. Furchen oder spaltartige Lang-
areolen, wie bei Roseocactus, sind nicht vorhanden.
In ihrer Heimat sitzen die Pflanzen meist tiefer im
Boden und sind daher oft nicht leicht zu finden.
Beschrieben sind bisher 4 Arten. — Verbreitung:
Mexiko (im mehr östlichen Bereich, von der
Nordgrenze bis San Luis Potosi). [O. P., besser in sog.
Chemieerde].
(Die früher als Ariocarpus-Arten bezeichneten A.
kotschoubeyanus (Lem.) K. Sch., A. fissuratus
(Eng.) K. Sch. und A. lloydii Rose siehe unter
Roseocactus Berg.)
Anderson < Am. Journ. Bot., 49:6, 615—622. 1962)
hat zu Ariocarpus auch Neogomesia Castan. und
Roseocactus Berg, gestellt. Die beigegebenen
morphologischen und zytologischen Untersuchungen
sind interessant, die Vereinigung ist aber
unüberlegt. Wenn man Arten mit kranzförmig aus der
Axille erscheinenden Blüten (Ariocarpus) mit
solchen vereinigt, die ihre Blüte zentral aus jüngsten
Areolen bilden (Neogomesia), und dazu noch
andere Scheitelblüher mit wolligem Warzenspalt
(Roseocactus) stellt, dann kann man logischerweise
auch Mamillaria und Coryphantha nicht mehr
trennen. Hat dies der Autor übersehen, weil er sich nur
mit einem sehr kleinen Teilgebiet befaßte? Hier gilt
dasselbe wie das unter Rebutia Gesagte. Während
die einheitliche Gliederung der Familie durch die
ständig wachsenden Neueingänge immer
notwendiger, aber auch zunehmend schwieriger wird,
gefährden solche Zusammenfassungen ohne
Abstimmung auf die Gesamtordnung die für die
Kakteenkunde wichtigste Aufgabe unserer Zeit. Dies
bedeutet die Ausweitung solchen Vorgehens, das dann
ja nicht nur auf die drei Gattungen beschränkt
bleiben könnte. Ich muß das ablehnen, weil es in letzter
Konsequenz völlig verwirrend wäre; auch besteht
kein Bedürfnis für derartige Umänderungen, die
das Wissen um die Artunterschiede eher erschweren
als erleichtern.
Ariocarpus agavioides (Castan.) And.: Neogomesia
agavioides Castan.
Ariocarpus furfuraceus (Wats.) Thomps.
K. breitrund, hellgrau, bis ca. 10 cm 0; W. etwas
breitgedrückt, mit schwieliger Oberfläche und
ausgezogener Spitze; Ar. auf der Spitze, winzig, kahl;
64 Ariocarpus — Armatocereus
Bl. 2,6—3 cm lg., 4—5 cm br., weiß (bis rosa?); Pet.
6—10 mm br. — Mexiko (Coahuila).
v. rostratus Berg. :
mit wolliger Ar. unterhalb der Spitze.
Ariocarpus retusus Scheidw. (T.)
K. rundlich, blau-, oliv- oder graugrün, bis 10—12
cm br., Scheitel wollig; W. scharf 3kantig, unten
breit, spitz zulaufend, glatt, unterwärts konvex und
gekielt; Ar. winzig, unterhalb der Spitze, oder
fehlend, sonst kahl; Bl. 4 cm lg., blaßrosa; N. weiß. —
Mexiko (San Luis Potosi).
Ariocarpus scapharostrus Böd.
K. breitrund, bis 9 cm 0, dunkel-laubgrün; W.
schräg aufstrebend, prismatisch verlängert, bis 5 cm
lg., dreieckig, oben flach und glatt, unten mit Kiel,
zur Spitze rundlich aufgebogen; Ax. (nach Böde-
ker) kahl, aber kurz vor ihr eine Vertiefung mit
Wolle, die die Ax. wollig erscheinen läßt (auch bei
den anderen Arten so ?); Bl. bis 4 cm 0, violettrosa;
S. mattschwarz. — Mexiko (Nuevo Leon).
Ariocarpus trigonus (Web.) K. Sch.
K. breitrund, bis über 10 cm 0; W. länglich, spitzig
verjüngt und ± aufgebogen, ± glänzend bräunlich-
graugrün, zahlreich, 3,5 cm lg., schwach dreikantig,
unten kielig; Bl. oft zahlreich, ca. 5 cm br., gelblich;
N. 8—10. — Mexiko (Nuevo Leon). (Abb. 14.)
v. elongatus (SD.) Backbg. hat bis 5 cm lange,
gleichmäßig zugespitzte W., mit breiterer
bandartiger Reifbildung. — Mexiko (bei Jaumave).
Armatocereus Backbg. (59)
Größere, strauch- bis baumartige Cereen mit
ziemlich straff aufstrebenden Trieben, diese nach Ab-
schiuß des Jahrestriebes auffällig eingeengt,
reingrün bis weißlich graugrün, wenig bis stark
bestachelt; die Blüten haben eine verhältnismäßig
lange Röhre, diese und der Fruchtknoten ±
bestachelt, die Perigonblätter weiß oder in einem Falle
rot. Die meist stärker bestachelten Früchte sind
ziemlich groß, wie auch die Samen. Bisher bekannt:
11 Arten. — Verbreitung: von Kolumbien über
Ekuador bis Peru, bzw. südlich bis zum Tal des Rio
Pisco und Rio Majes. [Einige Arten sind sehr stark-
wüchsig, andere wachsen weit langsamer. ©. O.]
Armatocereus arboreus Rauh & Backbg.
K. breit-baumartig, graugrün, mit dicken
Stämmen, bis 6 m oder mehr h.; Tr. aufstrebend,
zahlreich, bis 60 cm lg., 15 cm 0; Ri. (5—) 6; Rst. meist
nicht lang; Mst. 1—3, bis 15 cm lg.; Bl. weiß; Fr.
anscheinend nicht sehr stark bestachelt. — Mittel-
peru (um das obere Eulalia-Tal).
Armatocereus cartwrightianus (Br. & R.) Backbg.
K. baumartig, frischgrün, über 5 m h., mit kräftigem
Stamm, auch in der Kultur sehr starkwüchsig; Tr.
bis 60 cm lg., 8—15 cm 0; Ri. 7—8; Ar. groß,
braun; St. anfangs rotbraun, bald weißlich mit
dunklen Spitzen; Rst. und Mst. schwer zu trennen, bis 20
oder im Alter noch mehr, zuerst bis 2 cm lg., einzelne
bis 12 cm und mehr lg., später alle dunkel, braun
oder grauweiß; Bl. schlankröhrig, 7—9 cm lg.; R.
entfernter und wenig bzw. kurz bestachelt, Ov.
dichter; Pet. weiß; Fr. 9 cm groß, weichstachlig. — Von
Südekuador bis Nqrdperu. (Abb. 15.)
v. longispinus Backbg. ist besonders langstachlig.
Armatocereus churinensis Rauh & Backbg.
K. nur 2 m hoch, fahlgrün; Ri. 5, dünn; Bl. weiß; Fr.
dunkelgrün, dicht braunstachlig. — Mittelperu
(Churin-Tal).
A. confusus Ritt. n. nud.: „St. mäßig lg., anfangs
dunkel."
Armatocereus ghiesbreghtii (K. Sch.) ist wohl mit
A. laetus identisch; daher ein nicht vollgültig
umkombinierter Name.
Armatocereus godingianus (Br. & R.) Backbg.
K. baumförmig; Tr. in längeren Abschnitten, hell-
bis graugrün, plump, nach unten verbreiternd;
Stamm bis 50 cm 0; Ri. 7—11; St. nadelig, kräftig,
2—4 cm lg., anfangs bräunlich; Bl. bis 11 cm lg.,
weiß; R. nur 2 cm lg., dickwandig, wie auch das Ov.
mit brauner Wolle und gelben Bst.-St.; Fr. 10 cm
lg., gelb bestachelt; S. groß, mattschwarz. —
Ekuador (Chanchantal, um Huigra). Selten eingeführt.
Armatocereus humilis (Br. & R.) Backbg.
K. breite Gebüsche bildend, bis 4 m h.; Tr.
dunkelgrün, bis 4 cm 0, eingeengt abgesetzt und oben ±
verjüngt; Ri. 3—4 (—6); Ar. groß, weiß; St. 5—8,
anfangs braun, später weiß, nadelig, 1—2 cm lg.; Bl.
grünweiß, 6 cm lg.; Ov. zuerst stachellos; R. hier und
da mit kürzeren St.-Bündeln, fein; Fr. rund, 4 cm
0, sehr stachlig. — Kolumbien (Dagua-Tal, Ven-
ticas del Dagua).
Armatocereus laetus (HBK.) Backbg. (T.)
K. hochstrauchig, aufrecht verzweigt, bis 6 m h.,
fahl graugrün; Ri. meist 7, nicht hoch, Kanten
scharf, später verflachend; St. bis 12, anfangs braun,
dann weißlich, 1—2 mittlere bis 8 cm lg.; Bl. ca.
6,5 cm lg., 5 jm 0, weiß; R. ca. 5 cm lg., 2,2 cm 0,
mit dunklem Filz und aufwärts zeigenden
schwärzlichen St.; Ov. ca. 1,2 cm lg., breitrund; Fr. dicht
fuchsbraun bestachelt. — Nordperu (Rio Huanca-
bamba).
Armatocereus matucanensis Backbg.
K. breitkronig, mäßig hoch, Stamm nur kurz oder
fehlend; Tr. meist dunkler grün; Ri. 4—5 (—8); St.
8 oder mehr, 1—2 davon länger, einer oft bis 10 cm
lg.; Bl. weiß; Fr. groß, grün, dicht bestachelt. —
Mittelperu (um Matucana). (Abb. 16.)
Armatocereus — Arthrocereus 65
Armatocereus oligogonus Rauh & Backbg.
K. bleigrau, bis 3 m h.; Ri. meist 4—5, schmal und
hoch; St. grau, dunkelspitzig; Rst. 8—12, bis 1,5 cm
lg.; Mst. 1—2, bis 10 cm lg.; Bl. weiß; Fr. lang
bräunlich bestachelt. — Nordperu (Huancabamba-
Tal).
Armatocereus procerus Rauh & Backbg.
K. bis 7 m h., grün, ohne eigentlichen Stamm; Tr.
straff aufstrebend, stark gegliedert; Ri. 8—10; Rst.
15—20, bis 2 cm lg., weißlich; Mst, bis 4, bis 12 cm
lg., unten honiggelb, oben lederbraun; St. aus alten
Ar. zahlreich, allseits strahlend und verschieden
lang; Bl. 10 cm lg., 5 cm 0, weiß; Fr. 7 cm groß,
grün, weiß bestachelt. — Peru (Rio Casma bis Rio
Nazca).
Armatocereus rauhii Backbg.
K. 4—6 m h., mit straff aufstrebender Krone,
blaugrau-grün; Tr. lang aus dem bis 1 m h. Stamm,
selbst aber wenig verzweigt; Ar. 3 mm groß, weiß;
Rst. 6—7 (—10), nur 1—2 mm lg.; Mst. zuweilen
vorhanden, 6 mm—1—3 cm lg., unten grau, oben
schwarz, die übrigen schwarzbraun; Bl. karmin; R.
mit entfernt stehenden, schwarzrot bestachelten Ar.;
Fr. 3—5 cm lg., dunkelgrün, rotschwarz bestachelt.
— Nordperu (Huancabamba-Tal). (Abb. 17.)
Armatocereus riomajensis Rauh & Backbg.
K. nur 2 m h.; Tr. bleigrau-grün; Ri. 7—9, schmal,
2 cm hoch; Ar. schwärzlich, rund; Rst. 10—15, bis
1 cm lg., hellgrau; Mst. meist 1—4, z. T. bis 12 cm
lg., braunspitzig, z. T. gedreht oder gekantet; Bl.
weiß, 8—10 cm lg.; Fr. 15 cm lg., 5 cm dick, mit bis
4 cm lg. grauvioletten St. — Südperu (Rio Majes-
Tal).
Arrojadoa Br. & R. (186)
Sehr schlanktriebige, mäßig lange bzw. z. T.
kriechende Pflanzen mit pinselartigem Scheitelschopf
aus Borsten; darin entstehen die roten Knospen
und ± rötlichen nächtlichen Blüten. Die
beerenartigen Früchte sind kugelig und tragen den
Blütenrest. Nur 2 Arten bekannt. — Verbreitung:
Nördliches Brasilien (Bahia, Piauhy, Pernambuco).
[p-]
Arrojadoa penicillata (Gurke) Br. & R.
K. bis 2 m h., anlehnend-strauchig; Tr. gegliedert,
aus den Schöpfen weiterwachsend und aus älteren
Ringschöpfen noch blühend, zum Schöpf hin
verdickt; Ri. 10—12, zierlich; Rst. 8—12, kurz,
anliegend, sehr fein; Mst. 1—2, kräftiger, steif, 1—3 cm
lg.; Bl. nachts breiter öffnend, rötlich; S.sehr klein,
mattglänzend dunkelbraun. — Brasilien (Mittel-
und Süd-Bahia). (Abb. 18.)
v. decumbens Backbg. & Voll: liegend, stärker
bestachelt.
Arrojadoa rhodantha (Gurke) Br. & R. (T.)
K. bis 2 m h., strauchig, aufrecht bis liegend, meist
vom Grunde verzweigt; Tr. meist kurzzylindrisch,
2—5 cm 0; Ri. 10—12, niedrig; Ar. 8—12 mm
entfernt; Rst. und Mst. schwer trennbar, ca. 20 äußere
und 5—6 mittlere, bis 3 cm lg., meist dunkler braun;
Bl. aus dem Scheitelschopf, bis 3,5 cm lg., 1,2 cm
0, bläulichrot; Fr. kreiselig, purpurn. — Brasilien
(Bahia, Piauhy, Pernambuco).
Ritter berichtet noch eine v. minensis Ritt. (FR
1241 A), bisher ohne nähere Angaben, sowie eine
sp. n. (FR 1244), „mit roten St."
Arthrocereus Berg. (142)
Zierlichtriebige, kleine Cereen, z. T. mit holziger
Wurzel; die Triebe bei einer Art kugelig gegliedert,
sonst cereoid. Die Früchte sind saftige Beeren. Nach
der Blütenlänge und Behaarung werden zwei
Untergattungen unterschieden (hinter den Namen der
entsprechende Zahlenhinweis); die selbststerilen
Blüten öffnen nachts.
1: UG. Arthrocereus: mit langen, schlanken und
schwächer behaarten Blüten,
2: UG. Cutakia Öackbg. : mit kürzeren,
kräftigeren und stärker behaarten Blüten.
Bekannt sind bisher: 4 Arten. Die selbstfertile und
oft autogame Setiechinopsis mit borstigen
Schuppenspitzen an der Blüte und spindeliger, trockener
Frucht gehört nicht hierher. — Verbreitung:
Mittelbrasilien (Minas Geraes). [®. P.]
Arthrocereus campos-portoi (Werd.) Backbg. (1)
K. einzeln oder sprossend, ± liegend; Tr. bis 15 cm
lg., bis 3 cm 0, fast glänzend hellgrün; Ri. ca. 12,
niedrig; Ar. anfangs gelbgrau; Rst. 25—35; Mst.
1—2, bis 4 cm lg.; St. alle ± dunkelbraun; Bl. bis
8,5 cm lg.; Seh. sehr klein; R. etwas behaart; Pet.
weiß, schmal-lanzettlich, umbiegend; Fr. klein,
birnförmig; S. schwarz. — Brasilien (Minas
Geraes, Bello Horizonte, Serra de Curral).
Arthrocereus mello-barretoi Backbg. & Voll (2)
K. etwas schlanker als bei vorigem; Ri. 16; Ar. 4—5
mm entfernt; St. ca. 35, grüngelb, mittlere bis 2,5
cm lg.; Bl. derber, 7 cm lg., 5 cm 0; R. 5,5 cm lg.,
kräftig, dicht mit rotbraunen H. besetzt; Pet. weiß,
waagerecht spreizend. — Brasilien (Minas Geraes,
Serra de Lenheiro).
Arthrocereus microsphaericus (K. Sch.) Berg. (1)
(T.)
K. kugelig gegliedert; Tr. bis 6,5 cm oder mehr lg.;
Ri. 7, sehr niedrig; St. zahlreich, sehr kurz und fein;
Bl. weiß, ca. 11 cm lg.; R. dünn und nur gering
behaart; Fr. kugelig. — Brasilien.2
Arthrocereus mirabilis (Speg.) F. Buxb. :
Setiechinopsis mirabilis (Speg.) de Haas.
66 Arthrocereus — Astrophytum
Arthrocereus rondonianus Backbg. & Voll (2)
K. ähnlich dem von A. mello-barretoi; Tr. bis 50 cm
lg., frischgrün; Ar. 5—10 mm entfernt, grau; St.
40—50, sehr fein, gelblich, einige bis 2 cm lg., 1—2
mittlere bis 7 cm lg. (gepfropfte Pflanzen haben
kürzere); Bl. hell lilarot; Sep. schmal, spreizend; Pet.
fast trompetenförmig gestellt; R. nur mittellang,
mit aufgerichtet abstehenden, fast borstenartigen
H.; Stbl. purpurn; Gr. hervorragend; N. weiß.
Pfropfungen reich und prächtig blühend. —
Brasilien (bei Diamantina). (Abb. 19.)
Astrophytum Lem. (191)
Sehr verschieden gestaltete Pflanzen: entweder
stachellose und ± scharf- und wenig-kantige (soge-
nannte „Bischofsmützen"), oder seeigelähnliche
Körper, andere mit eigenartig weichen, längeren,
eine Spezies mit starren Stacheln; meist kugelige
Form, zwei Varietäten des Gattungstypus ±
verlängert, eine Spezies im Alter langsäulig werdend.
Im allgemeinen bilden alle winzige Flöckchen auf
der Epidermis, z. T. ± stark reduziert, bei einigen
S üb Varietäten (Formen) ganz unterdrückt. Die
meist größeren Blüten sind ansehnlich, ± gelb,
z. T. mit roter Mitte. Die Früchte platzen oben und
klappen auf, oder sie öffnen unten, einige mit
festerer Wand, andere sind weicher. Die Samen sind
braun und verhältnismäßig weich. Bekannt sind
insgesamt 6 Arten, einige mit mehreren Varietäten.
Man unterscheidet zwei Untergattungen, nach dem
Öffnen der Früchte; darauf weisen die
eingeklammerten Zahlen hinter den Artnamen hin.
1: UG. Astrophytum: Früchte bei Reife oben
aufklappend
2: UG. Neoastrophytum Backbg.: Früchte unten
öffnend, z. T. auch nicht und dann zerfallend.
Verbreitung: USA (Texas) bis Mexiko (von
Coahuila im mehr östlichen Bereich bis San Luis Po-
tosi und Querétaro). [®. P.]
Astrophytum asterias (Zucc.) Lem. (2)
K. flach, bis ca. 10 cm br., grün bis graugrün oder
etwas dunkler, stachellos.; Ri. (6—) 8 (—10), flach;
Ar. auf der Ri.-Mitte, rund und ziemlich dick; Bl.
3 cm lg. und bis 6,5 cm br., gelb (mitunter schwach
rötlich getönt), mit roter Mitte; Fr. graurot, ±
fleischig, unten öffnend oder zerfallend. Sämlinge in
erster Jugend mit Stächelchen. — Mexiko (Tamau-
lipas, Nuevo Leon) bis USA (Texas, Rio Grande
Tal).
Astrophytum capricorne (Dietr.) Br. & R. (2)
K. kugelig bis gestreckt, kräftiggrün, Beflockung
variabel, später bis 25 cm h.; Ri. scharfkantig, ca. 9;
Ar. 1,5—3 cm entfernt, grauweiß; St. bis 10,
regellos angeordnet, abgeflacht, sehr elastisch, bis 7 cm
lg., ± braun, später bestoßen und abfallend; Bl.
ca. 7 cm lg., gelb, Mitte karminrot; Ov. grün; Fr.
länglich, rot, innen rot. — Mexiko (im Norden).
(Abb. 20.)
Man unterscheidet folgende Varietäten:
v. crassispinum (Moll.) Ok., gering oder nicht
beflockt, St. derb und dunkel, Bl. ohne rote Mitte;
v. minus (Rge. & Quehl) Ok., K. kleiner; v. ni-
veum (Kays.) Ok., ganz weiß, mit aufgebogenen
schwärzlichen und rundlichen St.
Astrophytum coahuilensc (Moll.) Kays. (2)
K. später länglich, wenigkantig, dicht weißflockig;
Ri. normalerweise 5; Bl. groß, schwefelgelb, Mitte
orange bis Scharlach; Fr. purpurrot, unten öffnend.
— Nordmexiko (Coahuila).
Astrophytum myriostigiua Lem. (1) (T.)
K. kugelig bis etwas gestreckt, nur ausnahmsweise
höher, grünlich- bis weißgrau; Ri. meist 5 (anomal:
3 oder 4), Kante scharf; Ar. 10—15 mm entfernt;
Bl. gelb, bis 6 cm br.; Sep. schwarz gespitzt; Fr.
aufklappend. — Mexiko (vom zentralen bis zum
nördlichen Hochland),
v. columnare (K. Sch.) Tsuda ist länglich, Bl. nur
mäßig groß, blaßgelb; subv. glabrum Backbg. ist
reingrün und schärf er-kantig; v.potosinum(MöLL‚)
Krzgr. hat mehr grünlichen Körper und
kleinere blaßgelbe Bl.; deren subv. tulense (Kays.)
Backbg. hat weißeren Körper, Bl. blaßgelb, nach
innen rötlich; v. quadricostatum (Moll.) Baum
weist normalerweise nur 4 Ri. auf; v. strongylo-
gonum Backbg. hat mehr gerundete Ri. und
weniger scharfe Kanten; Bl. groß, hellgelb; deren
subv. nudum (R. Mey.) Backbg. ist reingrün.
Astrophytum ornatum (DC.) Web. (1)
K. anfangs kugelig, im Alter säulig, bis ca. 1 m h.,
30 cm 0, einzelne Pflanzen sollen bis 3 m h.
werden können (Fittkau); Ri. 8, Flöckchen in bogigen
Mustern; St. 5—11, gerade, pfriemlich, stechend,
gelblich- bis dunkelbraun, die längsten bis 3 cm lg.;
Bl. 7—9 cm br., hellgelb; Fr. länglichrund; S. nicht
zahlreich. — Mexiko (Hidalgo bis Querétaro).
subv. glabresccns (Web.) Backbg. ist
dunkelgrün, Flöckchenbildung gering oder fehlend,
v. mirbelii (Lem.) Ok. unterscheidet sich durch
schön goldgelbe St. und meist stärkere
Flöckchenbildung.
Es gibt auch die Formen nudum und spirale.
Astrophytum senile Fric (2)
K. erst kugelig, dann verlängert, laubgrün, bis 35
cm h. und 15 cm 0; Ri. 8, scharfkantig,
Flöckchenbildung fehlend; Ar. 1—1,2 cm entfernt, 5 mm groß,
gelb; St. 15—20, fast rund, weich, gewunden,
braunrot bis braunschwarz, nicht abfallend; BL, Fr.
und S. wie bei A. capricorne. — Mexiko.
v. aureum (Moll.) Backbg. hat anfangs gold- bis
strohgelbe St. und bildet mitunter einige
Flöckchen.
Austrocactus — Austrocephalocereus 67
Austrocactus Br. & R. (105)
Einheitliches Kennzeichen aller Arten ist der säulige
und weichfleischige Körper. Manche blühen schon
bei noch kugeliger Gestalt. Ferner sind die Blüten
± trichterig, ± borstenstachlig, wie auch die
Frucht. Die Perigonblätter sind bei den
argentinischen Arten ± rötlich, bei der chilenischen
gelbbraun. In den Körper- und Blütenmerkmalen eine
charakteristische Gattung. Bekannt sind bisher mit
Sicherheit 5 Arten. — Verbreitung: Südliches
Argentinien (Neuquén, Bio Negro, Chubut, Santa
Cruz) und südliches Hochchile (obere Mauleschlucht).
Austrocactus bertinii (Cels) Br. & R.
K. fast cereoid, ziemlich weich, bis über 5 cm 0,
olivgrün, bis 40 cm h.; Ri. 10—12, kräftig gehök-
kert; Rst. ca. 15, nadelig, bis 1 cm lg., hell; Mst.
meist 4—6, mäßig kräftig, bis 6 cm lg., gelblich bis
bräunlich, manchmal alle gehakt, aber auch
gerade; Bl. 6 cm lg., 10 cm 0 (?), rosagelb; R. mit
Wolle und steifen Bst.; Gr. und N. rot; S.
abgeflacht. — Südargentinien (bei Comodoro Riva-
davia). (Abb. 21.)
Austrocactus coxii (K. Sch.) Backbg.
K. bis 60 cm lg., cereoid, bis 5 cm 0; Ri. 6—10,
höckrig; Rst. ca. 6—10, 1cm lg., dünn,
durcheinanderragend; Mst. 1—4, kräftiger, bis 4 cm lg., gerade
oder schwach hakig, blaßfarben bis weißlich; Bl.
3,5 cm lg. und 0, blaßrötlich; Ov. borstenlos,
spärlichbehaart; Gr. rosa; N. schwarzrot. —
Südargentinien (Chubut; nahe chilenische Grenze).
Austrocactus gracilis Backbg.
K. schlank, dünn, bis 1,6 cm 0, bis 35 cm lg., oft
liegend; Ri. 8—9, niedrig, zierlich, fast ganz ge-
höckert; Rst. bis 11 und mitunter oben noch
1—3 winzige, bis 5 mm lg., alle weißlich, Spitze
gelblich; Mst. 1—3, stärker, mitunter ± hakig,
gelblich, braunspitzig, bis 2 cm lg.; Bl. ? —
Südargentinien (Patagonien).
Austrocactus hibernus Ritt. — Sukkde. (SKG.)
VII—VIII, 34—36. 1963.
K. grün, liegend und/oder aufsteigend, bis 3 cm 0,
10 cm lg.; Ri. 7—8, bis 6 mm h., stärker höckrig;
Ar. blaßgelb; Rst. 5—8, weißlich, meist sehr dünn,
3—10mm lg.,obere stärker, bis 2 cm lg., gelbbraun;
Mst. 1—4, 1—3 cm lg., gerade, Farbe wie die
stärkeren Rst.; Bl. bis 5 cm lg., gelbbraun; Stbf.
weißlich; Gr. oben rötlich; Fr. grün, weich; S. 2,25 mm
gr., schwarz, feinhöckrig, Nabel klein. — Chile
(Mauleschlucht, Mine Dolomita, auf ca. 2000 m).
Die Blüten sind anscheinend auch diözisch.
Austrocactus patagonicus (Web.) Backbg.
K. säulig, bis 8 cm 0, sprossend, bis 50 cm lg.; Ri.
9—12, höckrig; Ar. weiß; Rst. 6—10, bis 1,5 cm lg.,
hell; Mst. 1—4, stärker, bis 2,5 cm lg., basal
verdickt, anfangs hornfarben, später schwärzlich,
manchmal hakig; Bl. 4 cm lg., 5 cm 0, weißlich
bis rosaweiß; R. isabellfarben bewollt, hornfarben
bis schwarz beborstet; Gr. rosa; N. violett; Fr. fast
trocken, beborstet; S. dunkel, zusammengedrückt.
— Südargentinien (Patagonien; am Rio Chubut,
Rio Negro).
Bei A. hibernus handelt es sich zweifellos, auch der
geographischen bzw. Höhen-Angabe nach, um
einen Eindringling vom argentinischen Hauptareal
her. Ritter stellt 1. c. zu dem Genus Austrocactus
dann noch Erdisia philippii (Reg. & Schmidt) Br.
& R., sowie Erdisia spiniflora (Phil.) Br. & R.
Abgesehen davon, daß dazu keine genauere
Begründung nach Blütenuntersuchungen gegeben
wird, ist E. philippii nie wieder aufgetaucht, so daß
hier schon deshalb eine comb. nov. gewagt ist.
E. spiniflora zeigt in der Abb. Britton &
Roses die auch für E. meyenii typische unterirdische
rhizomartige Stammbildung und Früchte, die weit
eher denen von Erdisia ähneln, und die
amerikanischen Autoren gaben auch an, daß die Blüten
ähnlich seien. Ich kann der Umstellung hier bisher nicht
folgen, da sie nicht ausreichend begründet ist.
Austrocephalocereus Backbg. (181)
Mehrere Meter hoch werdende Cef een mit echten Ce-
phalien, diese aber seitlich und nicht aus einer Rinne
oder Spalt entstehend, mit kahlen Blüten. Sie
gehören zu. dem südamerikanischen Zweig von cepha-
liumbildenden Gattungen, deren Schöpfe nicht so
breit, groß und stark werden wie bei den
mexikanischen Cephaliumstufen der Pachycerei. Während
Pilosocereus Byl. & Rowl. nur
cephalium-ähnliche Bildungen auf weisen kann (z. T. fehlen sie
sogar), und diese erst später, haben die echten Cepha-
liumtfäger konstante Bildungen solcher Art, aber
unter sich in den Merkmalen verschieden.
Austrocephalocereus Backbg. ist das einzige brasilianische
Genus mit kahlen Blüten und Seitencephalien, die
nicht aus einer Rinne entstehen; eine Art hat einen
mit Borsten durchsetzten, die anderen haben einen
borstenlosen Schöpf. Danach müßte das Genus
eigentlich in zwei Untergattungen aufgeteilt werden,
wovon ich nur Abstand nahm, da wir noch nicht
sicher wissen, ob nicht sonst doch zuweilen einzelne
Borsten erscheinen bzw. bei der Ähnlichkeit der aus
dicken Wollbüscheln zusammengesetzten Cephalien
nur eine geringfügige Reduktion vorliegt, soweit sie
borstenlos sind. 3 Arten wurden beschrieben. —
Verbreitung: Nordostbrasilien (Bahia) [®. P.]
Austrocephalocereus dybowskii (Goss.) Backbg.
K. bis 4 m h., von der Basis verzweigend; Tr.
ziemlich straff aufsteigend, ganz von weichen, weißen
Haaren umsponnen, bis 8 cm 0; Ri. über 20,
schmal und niedrig; Ar. dicht stehend; Rst.
zahlreich, kurz, von den Haaren bedeckt; Mst. 2—3,
68 Austrocephalocereus — Austrocylindropuntia
gelblich bis bräunlich, vorspreizend, bis 3 cm lg.,
nadelig; Ceph. bis 60 cm lg., weiß; Bl. 4 cm lg., glockig,
weiß; Pet. kurz; Fr. kugelig, nackt, rosa, ca. 2,5 cm
0; S. schwarz, rauh. — Brasilien (Bahia, Itumi-
rin). (Abb. 22.)
Austrocephalocereus lehmannianus (Werd.)
Backbg.
K. bis 2 m h., am Grunde etwas verzweigt; Tr.
bläulich behaucht, bis 8 cm 0; Ri. ca. 20, 5—8 mm h.;
Ar. dicht stehend: St. bis 40, bis 2 cm lg.,
verflochten, dazwischen lockere, bis 2 cm lg. weiße H.;
Ceph. bis 4 cm br., dicht, weiß, am Grunde
bräunlich, bis 50 cm lg.; Bl. 3,5 cm lg.; Ov. und R. rötlich;
Pet. weiß; Fr. 2,5 cm lg., kreiselig, mit Deckel, rot;
S. matt- bis schwachglänzend-schwarz. —
Brasilien (Bahia, Serra d'Espinhac‚o).
Austrocephalocereus purpureus (Gurke) Backbg.
(T.)
K. bis 5 m h., selten verzweigt; Tr. bis 12 cm 0; Ri.
bis 25; Ar. dicht stehend; Rst. 15—20, bis 15 mm lg.;
Mst. 4—6, einzelne bis 5 cm lg., gelblich- bis dunk-
ler-braun; Ceph. bis 1 m lg., 12 cm br., mit
rotbraunen bis schwärzlichen Bs>t., bis 2 cm lg., Wolle
grauweiß; Bl. 3,5 cm lg.; Sep. rosenrot; Pet. mehr
weißlich; Fr. wie beim vorigen; S. tief braunschwarz.
— Brasilien (S.-Bahia).
Alle Arten nur noch selten in Kultur.
Ritter führt einen „Cephalocereus Ritt. (FR 1212),
zarter als dybowskii", also wohl hierher gehörend.
Austrocylindropuntia Backbg. (6)
Zylindrische Arten Südamerikas, verschiedener
Größe, Höhe und Triebstärke, von der nördlichen
Cylindropuntia durch das völlige Fehlen von
Stachelscheiden wie auch deren Rudimenten
unterschieden. Bei einigen tritt ± Haarbildung an den
Trieben auf, andere sind sehr dünn oder winzig. Der
verschiedenen Gestalt nach kann man folgende
Gruppen unterscheiden (worauf die Zahlen hinter
den Arten hinweisen):
1. Großstrauchige Arten bzw. derbgliedrige mit
breiteren Höckern,
2. Ebensolche, stark bläulich, mit schmäleren
Höckern,
3. Niedrige, ± dichte Gruppen bildend, z. T. mit
einigen Haaren,
4. Dünntriebige, niedrige, z. T. am Standort
kugelige Pflanzen ohne oder mit ± Haarbildung,
5. Dünne, bis wenig über bleistiftstarke Triebe
bildende Pflanzen, ohne Haare,
6. Ganz kurztriebige, ± keulige und mitunter
anomal geformte Pflanzen.
Die Früchte sind ziemlich verschieden: von großen,
zuweilen sterilen und harten bis zu kleinen weichen;
die Samen hell, größer und beinhart. Bekannt
sind bisher: 20 Arten. — Verbreitung: Von
Ekuador über das peruanische. Hochland bis zur
Küste Chiles, in Bolivien und Nordargentinien,
sowie bis Paraguay), [(g), mit einer Ausnahme].
Austrocylindropuntia clavarioides (Pfeiff.)
Backbg. (6)
K. klein, ± geweihartig verzweigend, nicht sehr fest,
bräunlich; St. bis 10, winzig; Bl. gelbbräunlich, bis
6,5 cm lg.; Ov. zylindrisch, mit Bst.; Fr. 1,5 cm
gr., mit nur IS. — Argentinien (chilenische
Grenze oberhalb Mendoza) [P.I] Es gibt eine Form
mit rein zylindrischen Tr.
v. ruiz-lealii (Cast.) Backbg. ist grüntriebig; Bl.
bis 4 cm lg. (Abb. 23.)
Austrocylindropuntia colubrina (Cast.) Backbg. (5)
ist die einzige dunkelgrüne ihrer Gruppe, mit
zitronengelben BL, 5,5 cm groß; Fr. rot. —
Argentinien (Formosa).
Austrocylindropuntia cylindrica (Lamarck)
Backbg. (1)
K. bis 4 m h.; Ar. weiß, eingesenkt, mit z. T. einigen
Haaren; St. zuerst 2—3, kurz, weiß (an
Kulturstücken oft fehlend); Bl. rosa, Saum stärker
aufgerichtet; Fr. 5 cm lg., gelbgrün. — Südekuador
(bis Nordperu ?).
Austrocylindropuntia exaltata (Berg.) Backbg. (1)
(T.)
K. bis 6 m h., dichter strauchig als bei voriger Art;
B. ca. bis 7 cm lg.; Ar. länger herabgezogen; St.
zuerst wenige, später bis 12 oder mehr, zuletzt z. T.
ziemlich lg., bis 12 cm lg., dunkelgelb bis rötlich-
braun; Bl. (± ziegel-)rot; Fr. bis 9 cm groß, hart,
meist steril. — Peru (im Hochland).
Austrocylindropuntia haematacantha (Backbg.)
Backbg. (4)
Tr. nur bis 8 cm lg., 1,5 cm 0; B. klein, rot; St. 5,
10—15 mm lg., mittlerer bis 5 cm lg.; Fr. innen rot.
— Bolivien (bei Oruro).
Austrocylindropuntia humahuacana (Backbg.)
Backbg. (3)
K. bis ca. 50 cm h.; Tr. bis 4 cm 0, anfangs blatt-,
dann hellgrün; Ar. rundlich bis länglich, hell; Gl.
hellgelb, aufgerichtet; B. bis 1,5 cm lg.; St. anfangs
wenige kurze, hell, später an Zahl zunehmend,
nadelig, spreizend, bis über 2 cm lg., blaß gelblich;
Bl. tief purpurn. — Nordargentinien (bei Hu-
mahuaca). S. Nachtrag.
Austrocylindropuntia inarmata Backbg. (4)
K. klein, dunkel-, später olivgrün; Ar. quergezogen,
weiß; B. bis 15 mm lg., aufgerichtet; St. meist
fehlend, selten ein einzelner, vorgestreckter; Gl. kaum
erkennbar, glasig-weiß; Bl. rot mit leichtem
Orangeton, 4 cm 0; Gr. dunkel violett; Stbf. rot; N.
bordeauxrot. — Bolivien. (Abb. 24.)
Austrocylindropuntia 69
4ustrocylindropuntia intermedia Rauh & Backbg.
(1)
K. bis 1,60m h., reich verzweigt; Tr. ± keulig; Hck.
rippenartig markiert; St. 2—6, gelblich-weiß, ca. 3
cm lg.; Bl. Scharlach, kurzsaumig; Pet. ±
aufgerichtet; Fr. rundlich. — Nordperu (Huancabamba).
Austrocylindropuntia ipatiana (Card.) Backbg. (5)
K. bis 30 cm h., mit Stämmchen; Tr. 1,5 cm 0, grün
mit purpurnem Schein, schwach gehöckert, zuerst
7—8 cm lg., Endtriebe 3—4 cm lg., C mm 0; Ar.
7 mm entfernt, weiß; Gl. gelblich; St. 5—9, bis 2 cm
lg., bräunlich, rötlich gespitzt; Bl. 3,5 cm lg., lachs-
rosa; Fr. purpurn, 2,5 cm lg., proliferierend. —
Bolivien (Santa Cruz, 800 m).
Austrocylindropuntia miquelii (Monv.) Backbg. (2)
K. bis 1 m h., Kolonien bis 5 m br.; Tr. bis 20 cm lg.,
bis 6 cm 0, stark hellbläulich; Hck. ziemlich
schmallang; St. in Kultur wenige, am Standort bis
ca. 10, bis 10 cm lg., stark, weißgrau; Gl. bräunlich;
Bl. 4—8 cm lg., rosa bis fast weiß. — Chile (Ata-
cama, Huasco-Tal).
v. jilesii Backbg. wird nur bis 80 cm h., Kolonien
bis 10 m br.; St. strohgelb; Bl. gelb; Fr.
hühnereigroß, gelb (bei Vallenar).
Austrocylindropuntia pachypus (K. Sch.)
Backbg. (1)
K. bis 1 m h.; Tr. 3—5 cm 0, symmetrisch gehök-
kert; Hck. sehr zahlreich, vierseitig, flach; St. 20 bis
30, pfriemlich, 6—20 mm lg.; Gl. gelb; Bl. 7 cm lg.,
scharlach; Gr. sehr dick; Fr. oft in Ketten
proliferierend, nach Abfallen austreibend. — Peru (Cho-
sica-Tal).
Austrocylindropuntia salmiana (Parm.) Backbg. (5)
K. buschig, bis 2 m h. bzw. lang, stark verzweigt am
Standort; Tr. 1,5 cm 0, stielrund, höckerlos, oft
rötlich überlaufen; St. fehlend oder klein, bis 1,5 cm
lg., weißlich; Bl. bis 3,5 cm 0, blaßgelb; Fr.
Scharlach (nach Riviere auch „mauve-violett"). —
Brasilien, Ostargentinien bis Bolivien (bei
Comarapa ?).
v. albillora (K.Sch.) Backbg. hat laubgrüne Tr.;
Bl. ca. 2 cm 0, weiß; Fr. grün. —
Nordargentinien bis Paraguay, v. spegazzinii (Web.)
Backbg. hat bläulichgrüne Tr., Bl. nur 2 cm 0,
gelb; Fr. blaugrün. — Nordargentinien(Salta).
Austrocylindropuntia shaferi (Br. & R.) Backbg. (3)
K. 30 cm h., 2—4triebig; Tr. sehr stachlig; Hck. oft
undeutlich; Ar. ca. 1 cm entfernt; St. ca. 6,
bräunlich, bis 6 cm lg., mit langen weißen H. dazwischen;
Bl. unbekannt; Fr. ca. 2 cm 0, mit weißem Filz und
weißen GL; S. 4 mm lg. — Nordargentinien.
Austrocylindropuntia steiniana Backbg. (4)
K. am Standort zuerst kugelig, dann dünntriebig, ±
liegend, bis 10 cm lg., 1 cm 0; Hck. kaum sichtbar,
in der Kultur querrund auf getrieben; St. 2—7, bis
1,5 cm lg., stechend, abstehend und einige anliegend,
in der Kultur nur ca. 5 mm lg.; Bl. und Fr.
unbekannt. — Bolivien.
Austrocylindropuntia subulata (Mühlpfrdt.)
Backbg. (1)
K. sperrig-strauchig, bis 4 m h., Stamm 6—10 cm
0; Tr. seitwärts gerichtet und aufbiegend, bis 7 cm
0; Hck. oblong, flach gefeldert, Felder dunkler
umgrenzt; B. bis über 12 (—15) cm ig., halbzylindrisch,
spitz zulaufend und ± gebogen, über ein Jahr
sitzen bleibend; St. 1—2 oder mehr, pfriemlich, bis
8 cm lg. oder mehr, ± hellgelblich; Gl. spärlich; Bl.
im Ov. eingesenkt, ca. bis 7 cm lg., mäßig weit
öffnend, Perigon ziemlich kurz, rötlich bis rot; Ov. mit
längeren, aufgebogenen B.; Fr. bis 10 cm lg., hart,
langdauernd, grün, proliferierend; S. bis 12 mm gr.
— Südperu (zuerst irrtümlich aus Chile berichtet).
(Abb. 25.)
Es gibt Pflanzen mit kürzeren und kürzer
dauernden B. (eine Rasse oder Varietät ?) und solche mit
bis 15 cm lg., langdauernden B. Ob letztere als
Varietät angesehen werden kann bzw. die „Opuntia
ellemeetiana Miqu." ist (Britton & Rose: „mit
sehr langen B."), konnte ich nicht feststellen. Die
Originalbeschrbg. sagt „B. bis über 8 cm lg.,
mehrere Jahre andauernd".
In den Sammlungen von F. Riviere und J. Mar-
nier-Lapostolle befinden sich lebende Exemplare
des von Rauh in Peru gesammelten Materials mit
starken bzw. langen braunen St., 3—4 (—6), bis ca.
10 cm lg., die B., wenigstens bei dem MARNiER-Ma-
terial, ziemlich lg., weswegen Marnier die Pflanzen
für eine Form oder var. von A. subulata hält. Rauh
macht keine eindeutigen Angaben über seinen Fund;
sein Foto Tafel 3 in „Die Cactaceae", I. 1958, zeigt
jedoch A. subulata, angesichts der mäßig lang
herablaufenden Hck. und der langen Blätter. Braune
Stacheln sind sonst aber nur von A. exaltata
bekannt. Da Rauh auch nichts über die Blütenfarbe
berichtet (ob rosa oder ziegelrot), ist vorderhand
kein anderer Schluß zulässig als der, daß A. subulata
auch braune St. bildet. Das verbindet sie
andererseits wieder mit A. exaltata, und es taucht damit
die Frage auf, ob diese nirgends in der Natur mit
Sicherheit wildwachsend gefundene Pflanze nicht
nur eine Mutation, bzw. Form oder Varietät der A.
subulata ist. Leider genügen die bisherigen
Beobachtungen nicht zu einer Klärung.
Austrocylindropuntia tephrocactoides Rauh &
Backbg. (1)
K. bis 40 cm h., dichte, zuweilen fast polsterähnliche
Kolonien; Hck. spiralig stehend, schwach
sechsseitig, Vertiefung gering; St. 2—8, ungleich lg., einer
bis 3 cm lg., gelblich hornfarben; B. ca. 1 cm lg.;
Bl. und Fr. unbekannt. — Südperu (auf 3500 m).
Austrocylindropuntia teres (Cels) Backbg. (4)
K. bis 30 cm br. lockere Klumpen; G. leicht lösend,
70 Austrocylindropuntia — Aylostera
am Standort ovoid-rund, in der Kultur auch
länglich; B. länger; Ar. mit kurzem Filz und spärlichen
längeren H.; St. ca. 6, 2—2,5 cm lg., dünn,
bräunlich; Bl. 2 cm groß, feurig hellkarmin; Ov. mit H.
und kleinen St.; Fr. rötlich. — Bolivien (um La
Paz).
Austrocylindropuntia verschaiieltii (Cels)
Backbg. (4)
K. niedrige, dichte Klumpen, vieltriebig; G. grün,
bei freiem sonnigem Stand kugelig, in der Kultur
meist verlängert, undeutlich gehöckert; St. 1—3,
gelblich, fast borstenweich, bis 3 cm lg.; Tr. in der
Kultur bis 20 cm lg., 1,5 cm 0, oft stachellos; B.
länger und dünner; Bl. kräftig rot. — Bolivien
(Gebiet von La Paz),Nordargentinien.
v. digitalis (Web.) ist wohl nur eine Form.
(Abb. 26.)
v. hypsophila (Speg.) Backbg., 7 bräunliche St.,
kurz, ist nicht in Kultur (Nordargentinien).
v. longispina Backbg. hat oft rötlich getönte
Tr., etwas stärker gehöckert; St. 3—9, bis 5 cm
lg., weißlich hornfarben.
Austrocylindropuntia vestita (SD.) Backbg. (4)
K. am Standort z. T. fast kugelig, dann (in Kultur)
zylindrisch, aufrecht; Tr. bis 2 cm 0, P. bis 40 cm
lg. und dicker; B. kurz, wenig aus den H.
hervorragend; Crl. weiß; St. 4—8, meist nur 4 mm lg.,
borstig, aber stechend, z. T. bis 15 mm lg.; Bl. 3,5 cm
lg., 3 cm 0, violettrot; H. weiß, die Tr. dicht
umkleidend, aber locker. — Bolivien,
v. chuquisacana (Card.) Backbg. hat noch
feiner und dichter behaarte Tr., B. etwas länger;
v. intermedia Backbg. hat derbere Tr., St. z. T.
abstehend und einige ziemlich steif; B. mittellang;
v. major (Backbg.) Backbg. hat die längsten B.,
bis 3 cm lg.
Austrocylindropuntia weingartiana (Backbg.)
Backbg. (3)
K. bis 50 cm h. Kolonien; Tr. bis 5 cm 0, leicht ge-
feldert, dunkelgrün; St. bis 15 oder mehr, 3—5
derbe mittlere, stark stechend, rötlich, rot oder
blaßbraun; Gl. anfangs weiß, später blaßgelblich;
Bl. wahrscheinlich rot; Fr. karminrot, stachellos,
Pulpa rot; S. birnförmig, ca. 4 mm gr. —
Südbolivien (bei Tupiza), bis N.-Argentinien (Hu-
mahuaca, Azul Pampa).
Aylostera Speg. (102)
Kleinkugelige bis etwas verlängerte, reicher
sprossende bis polsterförmige Arten, mit zierlichen roten,
z. T. golden schimmernden, orange und ± weißen
Blüten, deren Röhren durch Verwachsung mit dem
Griffel stielig sind, sowie behaart und beborstet. Die
Früchte sind klein und borstig. Bisher bekannt:
14 Arten; bei allen sind die zierlichen Rippen in
kleine Warzen aufgelöst. — Verbreitung:
Südbolivien bis Nordargentinien [O. ®. P.].
Aylostera albiflora (Ritt. & Buin.) Backbg. —
Descr. Cact. Nov. III: 5. 1963 (Rebutia albiflora
Ritt. & Buin., „Taxon" XII: 1, 29.1963).
K. rundlich, stark sprossend, bis 2,5 cm 0; Ri. in
entfernte Hck. aufgelöst; Ar. entfernt, gelblich; Rst.
ca. 15; Mst. ca. 5, am Grunde bräunlich; St. bis
5 mm lg., gerade; Bl. 2,5 cm 0, weiß, mit rosa M;t-
tellinie; R. weißborstig; Fr. und S. kleiner als boi
A. albipilosa. — Bolivien (nordöstl. Tarija, Rio
Pilaya [FR 766a]). (Abb. 27.)
Aylostera albipilosa (Ritt.) Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 5. 1963 (Rebutia albipilosa Ritt.,
„Taxon", XII: 1, 29. 1963).
K. halbkugelig, wenig sprossend, später
verlängernd, dunkelgrün, bis 5 cm 0; Wz. rübig; Ri. in
2—4 mm große Hck. aufgelöst und in 21—25
spiraligen Reihen; Ar. 1—2 mm gr., weiß; St. haarfein,
25—35, weich, weiß, meist gebogen, 10—15 mm lg.;
Mst., falls vorhanden, bis 4 cm lg., Spitze rotbraun;
Bl. bis 4,5 cm lg., bis 3 cm 0, orange bis rot; Gr.
in einem R.-Teil verwachsen; Ov. länglich,
weißhaarig und -borstig; Fr. bis 9 min lg., grünrot; S.
mattschwarz, 1,2 mm lg. — Bolivien (Dept.
Tarcia, Narvaez [FR 754]).
Aylostera deminuta (Web.) Backbg.
K. bis 6 cm h. und 0, reich sprossend, blattgrün;
W.-Reihen 11—13; St. bis ca. 10—12, weiß,
braunspitzig bis ganz braun, fein, 6 mm lg.; Bl. 3 cm lg.
und 0; Ov. mit weißen Bst.-Stacheln; Bl. dunkel
orangerot. — Nordargentinien (Trancas).
Aylostera iiebrigii (Gurke) Backbg.
K. kugelig, bis etwas verlängert, nicht stark
sprossend, bis 6 cm 0, glänzendgrün; W.-Reihen 18,
5 mm h.; Ar. weiß; Bst.-Stacheln 30—40, weiß,
meist 1 cm lg., die innersten 2—5 bis 2 cm lg., oben
hellbraun; Bl. 3,5 cm lg., leuchtend gelbrot; Ov. mit
weißen Bst. — Bolivien (Escayache, 3600 m).
v. densiseta Cullm. ist noch feiner und dichter
beborstet.
Aylostera kupperiana (Böd.) Backbg.
K. rundlich, bis 3 cm 0, wenig sprossend, matt
dunkel-laubgrün; W.-Reihen ca. 15; Ar. gelblich; Rst.
13—15, bis 5 mm lg., weiß, oben braun; Mst. 1—3
(—4), derber, ganz und dunkler braun, bis über 1,2
cm lg.; Bl. 4 cm lg., 3,5 cm 0, ± feurig orangerot,
Schlund blaßgrün; Fr. grün; S. dunkel braungrau.
— Bolivien (bei Tarija).
Aylostera muscula (Ritt. & Thiele) Backbg. —
Descr. Cact. Nov. III: 5. 1963 (Rebutia muscula
Ritt. & Thiele, „Taxon", XII: 1, 29. 1963).
K. länglich, grün, bis 4 cm 0; Ri. in entfernte Hck.
aufgelöst; Ar. sehr entfernt; St. ± 50, dünn, 2,4 mm
Aylostera — Azureocereus 71
lg., gerade, alle gleich; R. weißborstig; Bl. orange. —
Bolivien (Narvaez [FR 753]).
Aylostera pseudodeminuta (Backbg.) Backbg.
K. länglich werdend, bis 10 cm lg., blattgrün; Ar.
bräunlich; Rst. über 10, 3—7 mm lg., weiß, glasig;
Mst. 2—3, erst gelblich, dann braunspitzig, bis 1,5
cm lg.; Bl. 3 cm 0; Knospe fast schwarzrot; Pet.
rot. — Nordargentinien (Salta).
v. albiseta Backbg. hat fast ganz weiße Mst.;
v. grandiflora Backbg.: Bl. 4 cm 0; v. schnei-
deriana Backbg.: Mst. bis 3,5 cm lg.,
dunkelspitzig; v. schumanniana (Backbg.) Backbg. :
Mst. goldbraun, ca. 1,2 cm lg.
Aylostera pseudomimiscula (Speg.) Speg. (T.)
K. klein, 5 cm h., 3,5 cm 0, glänzend dunkelgrün;
W.-Reihen 13; Ar. 7—8 mm entfernt; St. 7—14, erst
gelblich oder rosabraun, dann weiß und
braunspitzig, 3—5 mm lg.; Mst. 1—4, dünnadelig; Bl. 2,5 cm
lg., ± purpurn dunkelrot. — Nordargentinien
(Salta).
Aylostera pulvinosa (Ritt. & Buin.) Backbg. —
Descr. Cact. Nov. III: 5. 1963 (Rebutia pulvinosa
Ritt. & Buin., „Taxon", XII: 1, 29.1963).
K. bis 3 cm 0; Ri. in entfernte Hck. aufgelöst; Ar.
bis 5 mm gr.; Rst. 15—22, bis 3 mm lg.; Mst. 6,
kräftiger, bräunlich; Bl. 1,8 cm lg., 1,5 cm 0,
orangegelb; R. weißborstig; Fr. und S. viel kleiner als bei
A. albipilosa. — Bolivien (Standort von A. albi-
pilosa [FR 766]).
Aylostera rubiginosa (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 5. 1963 (Rebutia rubiginosa Ritt.,
„Taxon", XII: 1, 29. 1963).
K. flacher als bei A. tuberosa, wenig sprossend; Ar.
braun; St. rötlich, bis 6 mm lg.; Rst. 12; Mst. 4; Bl.
3 cm lg.; Stbf. karmin; Ov. rotborstig. — Bolivien
(100 m oberhalb des Standortes von R. tuberosa
[FR 767]).
Aylostera spegazziniana (Backbg.) Backbg.
K. bald walzenförmig, gelblich-grün bis dunkler; W.
3—4 mm groß; Ar. schwachfilzig; Rst. anliegend,
ca. 4 mm lg., hell; Mst. meist 2, untereinander, 2 mm
lg., gelblich, braunspitzig; Bl. ca. 4 cm br.,
dunkelrot. — Nordargentinien (Salta).
v. atroviridis Backbg. ist mehr bläulich
graugrün; Mst. heller und schwächer.
Aylostera spinosissima (Backbg.) Backbg.
K. polsterförmig, dicht und hell bestachelt; Tr.
hellgrün, bis 4cm 0 und lg.; Ar. sehr dicht stehend,
weißlich; Rst. und Mst. borstenartig, mittlere 5—6
etwas stärker, hornfarben, braunspitzig; Bl. hell
backsteinrot; Fr. sehr klein, schwach borstig. —
Nordargentinien (Salta).
Aylostera steinmannii (Solms-Laub.) Backbg. ist
niemals importiert worden. Der zwergige K. ist 2 cm
lg., 1,5 cm 0; St. 8, nadelig, abstehend. —
Bolivien.
Aylostera tuberosa (Ritt.) Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 5. 1963 (Rebutia tuberosa Ritt.,
„Taxon", XII: 1, 28—29. 1963).
K. halbkugelig, grün, stark sprossend, bis 4 cm 0;
Wz. rübig; Ri. in 2—4 mm hohe Hck. aufgelöst; Ar.
bis 3 mm lg., bis 1,5 mm br., weiß; Rst. 4—12; Mst.
1 oder mehrere; St. dünnadelig, 2—5 mm lg., braun
bis gelbbraun, gerade; Bl. 3,5 cm lg., 2,5 cm 0,
karmin; Stbf. zweiserig; Ov. weißhaarig und
weißborstig; N. 6, blaßgrün; Fr. ? — Bolivien (Süd-Cinti,
unter Challamarca, auf 2600 m [FR 770]).
Zur Gattungsfrage s. auch untei Rebutia.
Aztekium Böd. (210)
Breitrunde, graugrüne bis graue Körper, später
reicher sprossend; Pfropfungen sind grün und weniger
schön; auffällig sind die eingeschalteten
Nebenrippen und die dicht-faltige Oberfläche der
Hauptrippen. Die kleinen weißen Blüten sind stielig und
entstehen im Scheitel. Die Früchte sind beerenartig
und erscheinen erst nach der Reife. Nur 1 Art
bekannt. — Verbreitung: Mexiko (Nuevo Leon).
[©. P-]
Aztekium ritteri (Böd.) Böd. (T.)
K. gedrückt-rund; Wz. kurzrübig; Scheitel wollig;
Hauptrippen 9—11, gefaltet, Nebenrippen
dazwischen, schmäler als die ersteren; St. nur 3—4 mm lg.,
wenige, ca. 1—3, nicht fest, gewunden bis
gekrümmt; Bl. 8 mm 0, weiß; Sep. oben rosa; Fr.
beerenartig, rosa; S. schwarz, 0,5 mm groß. —
Mexiko (Nuevo Leon). (Abb. 28.)
Es gibt eine Form mit langstieligeren und etwas
größeren Bl.
Azureocereus Ak. & Johns. (66)
Meist sehr große, z. T. bis 10 m hohe, baumartige
Cereen, die Äste steil aufragend und überwiegend
wild bestachelt. In der Blüten-Zone sind die
Stacheln elastischer und dichter. Die nächtlichen
Blüten sind derbzylindrisch, der Saum etwas schräg,
die Röhre stark beschuppt. Die Früchte sollen bei
der Reife trocken sein. Bisher sind mit Sicherheit
von diesem Genus bekannt 2 Arten: eine prächtig
blautriebig, die andere mehr grün. Wahrscheinlich
auch hierher gehörend: Cereus (Azureocereus?)
deflexispinus Rauh & Backbg. — Verbreitung:
Hochland Mittelperus (Mantaro-Gebiet, Ayacucho).
[©•]
Neuerdings will Buxbaum in einer seiner
theoretischen Veröffentlichungen dieses Genus mit
abweichenden Blüten, trockenen Früchten und
einheitlicher Triebbestachelung mit Browningia vereinigt
72 Azureocereus — Binghamia
sehen (s. hierzu auch unter Gymnocereus). Es
besteht dazu keine überzeugende Notwendigkeit.
Azureocereus hertlingianus (Backbg.) Backbg. (T.)
K. bis 8 m h., bis 30 cm 0; Tr. leuchtend blau; Ri.
bis 18 und mehr, um die Ar. höckearartig verdickt
bis (später) z. T. ganz in Hck. geteilt; Jugendbe-
stachelung an Zahl geringer, ca. 4 Rst. und 1—3
längere, bis 8 cm lg., alle gelb mit braunen Spitzen,
Oberteil älterer Tr. mit bis 30 St., ± gleich lang,
elastischer; Bl. mit etwas gebogener R., 5 cm 0;
Pet. weiß, spatelig; R. dunkel purpurbraun; Seh. am
Rand ± gewimpert, bei Reife fast schwarz; S.
glänzend schwarz. — Peru (Mantaro-Tal.)
Nach bei Marnier gesehenem Material sind nur
Namen für A. hertlingianus: A. ayaeuchensis Johns.,
und A. imperator Johns., ferner A. ciliisquamus
Ritt.; vielleicht gehört letzterer auch zu A. vi-
ridis.
Azureocereus nobilis Akers: Azureocereus
hertlingianus (Backbg.) Backbg.
Azureocereus viridis Rauh & Backbg.
K. ähnlich wie bei voriger Art, bis 10 m hoch; Tr.
grün; St. kürzer als bei A. hertlingianus, (10—) ±
20, einige nur etwas länger. — Peru (Apurimac-
Tal). (Abb. 29.)
Backebergia H. Bravo (166)
Baumartige Cereen mit schräg aufragenden Ästen.
Die Blütenzone ist durch ein eigenartiges „Helm-
raupen-Cephalium" (K. Sch.) gekennzeichnet: mit
starker langer Wolle und zahlreichen Borsten, die
beide das Triebende wie eine abstehende Haube
umgeben. Diese kann sich auch bis 30 cm lg.
herabziehen. Die Blüten sind grünlich, etwas zylindrisch
und mit Borsten versehen. Die Frucht weist
ebenfalls aufgerichtete, ziemlich dichte
Borstenbekleidung auf. Nur 1 Art bekannt. — Verbreitung:
Westmexiko (Guerrero, Michoacan).
An Blüte und Frucht ist die Wollbekleidung viel
geringer, die Form der Samen wie die des (auch
herablaufenden) Cephaliums anders als bei Mitrocereus
Backbg. Diesen Namen auf obiges Genus zu
übertragen (H. Bravo und Buxbaum), obwohl die
Gattungsdiagnose nicht dazu paßt, muß daher aus
mehreren Gründen abgelehnt werden (s. hierzu auch
unter Brachycereus und Mitrocereus).
Backebergia militaris (Aud.) H. Bravo (T.)
K. bis 6 m h., mäßig verzweigt; Ri. zuerst 5—7,
später 9—11, vom Ceph.-Ansatz ab in W.-Hck.
aufgelöst; Ar. 6—10mm entfernt, grau; Rst. 7—13,
nadelig, 1 cm lg., grau, schwarzspitzig; Mst. 1—4, gleiche
Stärke und Farbe wie die Rst.; Ceph. allseits
borstig und wollig abstehend; Bl. 7 cm lg., 4 cm 0, mit
2 —3 bis 8 mm lg. Bst. in den R.-Ar.; S. kommaf ör-
mig» ± glänzend schwarz. — Mexiko (Michoacan:
Distrikt von Huetamo, Rio Balsas; Guerrero: Pico
de Colima). (Abb. 30.)
Backebergia chrysomallus (Lem.) H. Bravo war der
Name der ersten Kombination.
Bartschella Br. & R. (231)
Kleinkugelige, graugrüne Pflanzen ohne Milchsaft,
mit breitrunden, basal etwas verbundenen Warzen,
großen roten Blüten und bei der Reife
auftrocknenden, unten aufreißenden Früchten. Nur 1 Art
bekannt. — Verbreitung: Mexiko
(Niederkalifornien). [P.]
Bartschella schumannii (Hildm.) Br. & R. (T.)
K. basal sprossend, bis zu 40 Köpfe; Einzelkopf bis
6 cm h. und br.; W. spiralig stehend, gerundet,
Basis vierflächig; Ar. rund, erst weißwollig, später
kahl; Ax. nur anfangs wollig; Rst. (9—) 12 (—15),
6—12 mm lg., gerade, weiß, schwarzspitzig; Mst.
1—2 (—4), 1—1,5 cm lg., kräftiger, der unterste
gehakt, weiß, schwarzspitzig; Bl. 4 cm 0, hellpurpurn;
Fr. Scharlach, bis 2 cm lg.; S. mattschwarz. —
Mexiko (Niederkalifornien, Kap-Region). (Abb. 31.)
Bergerocactus Br. & R. (145)
Ziemlich schlanktriebige, gelb bestachelte Pflanzen,
größere Ansammlungen bildend, aber nur unter 1 m
hoch. Die verhältnismäßig kleinen gelben Blüten
sind am Tage offen, weit ausgebreitet, und haben
eine kurze Röhre, an dieser und dem Ovarium Filz
und Stacheln. Auch die kugelige Frucht ist stark
bestachelt. Nur 1 Art bekannt. — Verbreitung:
•USA (Südwestküste von Kalifornien) und Mexiko
(Nordwest-Niederkalifornien). [®.]
Es sind einzelne Naturhybriden mit Myrtillocactus
und Pachycereus bekanntgeworden, die mit den
Hybridgattungsnamen xMyrtgerocactus R. Moran und
xPachgerocereus R. Moran bezeichnet wurden.
Bergerocactus emoryi (Eng.) Br. & R. (T.)
K. bis 1 (—2) m lg., 3—6 cm 0, hellgrün, reich
verzweigt; Tr. bis 4 cm 0; Ri. 14—20 (—25), niedrig
und schwach gehöckert; Ar. 7—9 mm entfernt; St.
10—50, nadelig, gelb bis gelbbraun, darunter 1—4
Mst., kräftiger, bis 3—4 cm lg.; Bl. 2 cm lg. und br.
(Br. & R.); Fr. 3 cm lg. — USA und Mexiko
(Niederkalifornien, im Nordwesten und auf
benachbarten Inseln). (Abb. 32.)
Nach Lindsay können die Bl. auch bis 5,5 cm lg.
und 4,5 cm br. sein.
Binghamia sensu Backbg. : Seticereus Backbg.
Binghamia Br. & R. non Agardh: Haageocereus
Backbg.
Blossfeldia — Bolivicereus 73
Blossfeldia Werd. (113)
Die kleinsten Kakteen, schon unter 1 cm 0
blühend, graugrün bis fast glänzend kräftig-grün,
meist stärker sprossend und gruppenbildend; Sprosse
(stets ?) gelenklos aus der Epidermis
hervorgeschoben. Stacheln und Rippen fehlen, doch sind letztere
z. T. an der Körperbasis noch ± angedeutet, aber
völlig verflacht; Areolenpolster klein bis winzig,
spiralig angeordnet. Die Blüten sind sehr klein, mit
lockerer bis geschlossenerer Hülle, weiß, winzig
gestielt oder aufsitzend. Die feinpapillösen Samen sind
glänzendbraun und haben einen großen, hellen
Nabelansatz. Bisher sind 5 Arten beschrieben. —
Verbreitung: Argentinien (Jujuy bis Catamarca),
Bolivien (Cochabamba, Chuquisaca, Tarata). [®. P.
0.]
Blossfeldia atroviridis Ritt. — „Succulenta", 44: 2,
23.1965.
K. dunkelgrün, oben flach; Ar. stärker eingedrückt;
Pet. sehr stumpf, mit Spitze; Ov. rund, kurz weiß
gestielt; Fr. ebenso; S. braun, geringer behaart. —
Bolivien (Mizane, Prov. Mizque, Dept.
Cochabamba) (FR 748).
Die Angaben sollen Abweichungen von B. lili-
putana sein. v. intermedia Ritt, war nur ein
Name.
Blossfeldia campaniflora Backbg.
K. graugrün; Bl. aufsitzend, glockig-trichterig; Pet.
oben gerundet, weiß. — Nordargentinien.
(Abb. 33 links.)
Blossfeldia cyathiformis Ritt., nur ein Name B.
campaniflora Backbg. ?).
Blossfeldia fechseri Backbg.
K. fast glänzend kräftig- bzw. dunkler-grün; Bl.
aufsitzend, sehr zarte, oben gerundete Pet., weiß,
durchscheinend; Fr. ± gelbgrünlich, wie bei den übrigen
Arten an der Sonnenseite wohl meist etwas gerötet.
— Argentinien (Catamarca).
Blossfeldia liliputana Werd. (T.)
K. graugrün, nicht glänzend; Bl. winzig gestielt; Pet.
weiß, locker ausgebreitet, lang zugespitzt. —
Nordargentinien (Jujuy, bei Tumbaya usw.). (Abb. 33
rechts.)
v. caineana Card. — „Cactus" (Paris), 19—82,
53.1964.
K. stärker als beim Typus der Art, breitrund, mit
rübigen Wurzeln; Bl. kremweiß, wenig geöffnet,
außen mit brauner Mittellinie; Pet. schmal und
spitz zulaufend; Stbf. gelb; N. krem. —
Bolivien (Prov. Tarata, Rio Caine, 2000 m).
Das bolivianische Vorkommen ist überraschend.
Die var. hat ähnlich schmalspitze Pet. wie der
Arttypus, die Bl. jedoch mit ähnlich
aufgerichteten Perigonbl. wie Bl. campaniflora. Bei dieser
winzig-triebigen Gattung können die
Unterschiede nur begrenzt sein. Genaue
Untersuchungen wie die von Cardenas zeigen jedoch, daß es
hinreichend unterschiedene Vertreter gibt, die
zur besseren Kenntnis der Abweichungen
sorgsam getrennt gehalten werden müssen.
v. rubrosepala ist bisher nur ein Name.
Blossfeldia minima Ritt. (FR 750)
ist ein noch unbeschriebener Name Ritters iür
eine kleiner-triebige Art, die ich auch von Uebel-
mann erhielt und wohl von Fechser kam, der sich
speziell mit dem Sammeln von Blossfeldias befaßt.
In Kakt. u. a. Sukk., 13: 6, 85. 1962, hat Andreae
diese Pflanze mit ihrer stark locker spreizenden
Blüte gezeigt, die Perigonblätter zugespitzt wie bei
B. liliputana. Die Triebe sind kleiner als die des
Gattungstypus, die Blüte nicht so glockig wie die
weit weniger breit öffnende von Blossfeldia
campaniflora Backbg.
Blossfeldia pedicellata Ritt. — „Succulenta", 44: 2,
23.1965.
K. oben flach; Ar. bis 1 mm (2 mm) entfernt; Bl.
12—14 mm lg.; Pet. 5—8 mm lg. (4—5 mm), 2—3
mm br. (1—1,5 mm); Ov. 3—5 mm lg., oben bis
2,5 mm br., unten verengt; Fr. 5—8 mm (3—4 mm)
lg., 3—4mm (3—4 mm) br., unten verjüngt, kurz
gestielt; S. geringer behaart, heller braun. —
Bolivien (Tomina, Dept. Chuquisaca) (FR 749).
Die eingeklammerten Zahlen sollen die
Unterschiede von B. liliputana wiedergeben.
Bolivicereus Card. (70)
Schlanke, ± aufrechte bis niederliegende Cereen,
verhältnismäßig kurz bestachelt. Die Blüten
erscheinen reichlich, sind schlankröhrig, stark
gekrümmt und schief saumig; bei einigen werden im
Röhrengrund Härchen*) gebildet, bei einer anderen
Art fehlen sie. Sie sind nicht immer ein gültiges
Gattungsmerkmal, wie Rauhs Untersuchungen an
Blüten von Loxanthocereus und Haageocereus erwiesen,
wohl aber sind sie für den Artnachweis wichtig und
verhüten Verwechslungen, wie sie z. B. Kimnach
(C. & S. J. [USA], S. 94—95. 1960) unterlaufen sein
müssen. Sein Foto von „Borzicactus serpens"
ähnelt sehr dem von B. tenuiserpens (Die Cactaceae.
Bd. II, Fig. 953), bei dem er sagt, „weniger
entwickelter Haarring, die Pflanzen Aporocactus
ähnelnd", während er von B. serpens.sagt: „Blüte mit
Ring von Staminodialhaaren". Aporocactus ähneln
aber letztere von mir am HuMBOLDT-Standort
gesammelte Pflanzen, auch eine mir von dorther
gesandte Pflanze Rauhs, die Blüte jedoch, wie ich an
Rauhs Blütenmaterial sah, völlig ohne
Haarbildung. Wegen der kürzeren (als bei Loxanthocereus),
*) Siehe auch Fußnote auf S. 74.
74 Bolivicereus — Borzicactus
stärker zygomorphen und wie bei Bolivicereus
zahlreich erscheinenden Blüten, die auch reicher und
weiter hinauf behaart sind, habe ich die
nordperuanischen Arten zu obigem Genus gestellt;
auf die Blütenähnlichkeit wies auch bereits Kim-
nach hin. Der geographischen Entfernung kommt
keine besondere Bedeutung zu, da z. B. die
kolumbianischen Frailea- und Wigginsia- Arten vom
Hauptareal dieser beiden Gattungen noch weiter
entfernt sind. Bekannt sind bisher 5 Arten, 3 davon
beschrieben. — Verbreitung: Nordperu, Bolivien
[©.]•
Bolivicereus chacoanus Ritt. (FR 841) und
Bolivicereus margaritanus Ritt. (FR 842)
sind zwei neuerdings von Ritter gefundene Arten,
über die bisher nichts weiteres bekanntgeworden ist.
Bolivicereus samaipatanus Card. (T.)
K. aufrecht, gruppenbildend, basal verzweigt, bis
1,50 m h., 3,5—4 cm 0; Ri. 14—16, niedrig, quer-
gefurcht; Ar. 3—4 mm entfernt, bräunlich; St. 13
—22, dünn, ungleich, 4—30 mm lg., grauweißlich,
gelblich oder bräunlich; Bl. 4 cm lg., stark
gekrümmt, mit Haaren im Blütengrund; Pet. blutrot,
15 mm lg.; Stbf. dunkelpurpurn; Fr. rund, bis 11
mm lg., 9 mm 0, dicht weiß und braunwollig; S.
winzig, schwärzlichbraun oder schwarz. —
Bolivien (Santa Cruz, bei Samaipata, 1890 m).
(Abb. 34.)
Nach einem Foto von Cullmann sind die Pet.
purpurn, innerste kürzer, die Sep. blutrot.
Die folgenden Varietäten werden nur bis 70 cm
hoch: v.divi-miseratus Card., St. 13—18; Bl. 6 cm
lg.; v. multiflorus Card., St. 9—13, Bl. zahlreich,
5 cm lg.
Bolivicereus serpens (HBK.) Backbg.
K. sehr schlanktriebig, ± niederliegend; Wz. groß
und holzig; Tr. bis 2 cm 0; Ri. zierlich, 8—11; Rst.
10—15, sehr fein, kurz; Mst. 0—1, bis 3 cm lg.,
hellgelb bis braun; Bl. 5 cm lg., fleischrot oder kräftiger
rot, ohne Haare im Blütengrund. — Nordperu
(Huancabamba-Tal. bei dem gleichnamigen Ort).
(Abb. 35.)
Bolivicereus tenuiserpens (Rauh & Backbg.)
Backbg.
K. ± niederliegend, reich verzweigt, bis 2 m lg.,
frischgrün; Tr. bis 1 cm 0; Ri. 9—10, 1 mm h.;
Rst. sehr dünn, 2,8 mm lg., blaßfarben, anfangs rosa,
bräunlich gespitzt, alle St. abstehend spreizend,
mittlere meist kürzer; Bl. unbekannt (vielleicht beziehen
sich die Blütenfarben-Angaben anderer Sammler:
„Blut- bis zinnoberrot" auf diese Art). —
Nordperu (Huancabamba-Tal).
Die Blüten einer von Johnson gesammelten Art,
die ganz der vorstehenden zu ähneln scheint, werden
als „hell-scharlach" bezeichnet;- vielleicht ist die
Blütenfarbe auch variabel.
Bonifazia Standl. & Steyerm. : Disocactus Lindl.
Borzicactella Johns. : ein unbeschriebener Name für
die nordperuanischen Arten von Bolivicereus Card.
Borzicactus Rice. (71)
Nur mäßig starke bis schlankere, aufrechte Cereen,
höchstens bis 1,50 m lang, mit rundlichen, z. T.
quergekerbten oder um die Areolen ± verdickten
Rippen und relativ derben Blütenröhren, der Saum
der Blüten schräg, ihre Öffnung ziemlich eng. Im
Innern der Blüten werden, soweit bekannt, Sta-
minodialhaare gebildet*). Die grüne Frucht ist
rundlich; die Samen sind ziemlich klein und schwarz.
Die ekuadorianischen Arten bilden geographisch
sowie in den Merkmalen der Triebe und Blüten ein
recht einheitliches Genus. Neuerdings versuchte ein
amerikanischer Autor, die am Ende dieser
Beschreibungen unter „Borzicactus sensu Kimn."
aufgeführten Gattungen mit Borzicactus Rice, zu
vereinigen (bei Br. & R. ein g. mixt.). Abgesehen von
den darunter zusammengefaßten neueren
peruanischen Funden von „Loxanthocerei“-Arten, zeigt
eine Betrachtung der stark unterschiedlichen
Merkmale der vereinigten Gattungen, daß es sich hier um
eine unnütze Rückkehr zu den veralteten
Sammelgattungen handelt. Bisher bekannt: 6 Arten. —
Verbreitung: Mittel- und Südekuador. [®.]
Borzicactus aequatorialis Backbg.
K. schlanksäulig, bis 4 cm 0; Ri. um die Ar.
geschwollen; St. verschieden lang, in allen Richtungen
spreizend und ± verflochten, bis ca. 15, mittlere
nicht trennbar, aber etwas kräftiger, einige und
besonders die unteren länger, z. T. abwärts gebogen
den Körper umstarrend; Bl. rot; Stbf. violett. —
Ekuador (am 0. Breitengrad). (Abb. 36.)
Borzicactus calviflorus Ritt. : Clistanthocereus calvi-
florus (Ritt.) Backbg.
Borzicactus cutakii n. prov.: Bl. rot; Stbf. violett.
Diese Pflanze fand L. Cutak 1960 in Kolumbien,
91 km von Pasto entfernt, in der Pedregal-Um-
gebung. (Abb. 38.)
Borzicactus madisoniorum Hutch.: Submatucana
madisoniorum (Hutch). Backbg.
*) Dem „Haarring" kommt hier wohl keine
allzugroße Bedeutung zu, bzw. er dürfte nicht dem von
Acanthocalycium entsprechen. Mitunter fehlt solche
Haarbildung, wie von Rauh bei anderen Gattungen
festgestellt wurde. Sie ist also auch bei Borzicactus
kein gattungstrennendes Merkmal, sondern es sind
mehr die übrigen, die ihn von Seticereus
unterscheiden.
Borzicactus — Brachycalycium 75
Borzicactus morleyanus Br. & R.
K. aufrecht oder niedergebogen; Tr. bis 6 cm 0; Ri.
13—16, niedrig, gerundet, mit V-Kerben; Ar. rund,
im jüngeren Teil ziemlich groß, genähert, hell; St.
bis 20; Rst. borstig fein, mittlere länger, elastisch,
gerade, oft abwärts gerichtet, braun, bis über 2,5 cm
lg.; Bl. bis 6 cm lg., karminrot, starkwollig; Stbf.
violettkarmin. — Ekuador (Chanchan-Tal bei
Huigra).
Borzicactus neoroezlii Ritt.: Seticereus roezlii
(Hge. jr.) Backbg.
Borzicactus piscoensis Rauh: Loxanthocereus pis-
coensis (Rauh) Rauh & Backbg.
Borzicactus pseudothelegonus (Rauh & Backbg.)
Rauh & Backbg. — Descr. Cact. Nov. III: 5.1963
(Cereus pseudothelegonus Rauh & Backbg., Die
Cactac. II: 1136. 1959).
K. halb liegend, bis 3 m lg.; Tr. bis 8 cm 0, in fast
sechsseitige, große Hck. aufgelöst; Ri. ca. 10; Ar.
länglich, stark weißfilzig; Rst. bis ca. 10; Mst. 1, bis
2 cm lg., die seitlichen etwas kürzer; St. alle anfangs
fast schwärzlich; Bl. bis 8 cm lg., Saum stark zygo-
morph, sattrot; R. stark s-förmig gebogen, rot, weiß
behaart; Stbf. oben rot, unten weiß, 2serig, unter
dem Petalenfuß am inneren Röhrenrand inseriert;
Stbb. dunkel weinrot; Gr. weißlich; N. 10,
grünlichgelb; Ov. klein, grün beschuppt, weiß behaart; Fr. ?
— Ekuador (im Süden, Giron Pasaje, 200 m).
(Abb. 37.)
Borzicactus samnensis Ritt.: Clistanthocereus sam-
nensis (Ritt.) Backbg.
Borzicactus sepium (HBK.) Br. & R.
K. mittelkräftig, aufrecht oder liegend und
aufbiegend; Tr. bis 1,5 m lg., bis 4 cm 0; Ri. 8—11 oder
etwas mehr, mit V-Kerbe, aber nicht um die Ar.
verdickt, gerundet; Rst. 8—10, dünn, spreizend, bis
10 mm lg.; Mst. schwer trennbar, aber 1—3 längere,
1 besonders lang und abwärts weisend, oben z. T.
dunkler, bis 4 cm lg.; Bl. mehr scharlachrot; Fr. 2 cm
0. — Ekuador (bei Riobamba).
Borzicactus ventimigliae Rice. (T.)
K. ähnlich dem vorigen, die Ri. aber deutlich
quergefurcht statt einer V-Kerbe, die Furche oben und
unten ± abgeflacht; Bl. rot, mäßig schräger Saum,
Öffnung eng; Pet. locker etwas aufgerichtet
abstehend; R. zylindrisch. — Ekuador (genauer
Standort nicht bekannt).
Borzicactus websterianus Backbg.
K. aufrecht, gruppenbildend; Tr. bis 10 cm 0,
hellgrün; Ri. 14, bis 1 cm br., um die Ar. etwas
eingesenkt, später V-Furchen darüber; St. goldgelb, ca.
20 Rst. und 4 Mst., einer davon bis 5 cm lg., die
anderen bis 12 mm lg.; Bl. karminrot. — Ekuador
(Cuenca).
v. rufispinus Backbg. hat dunkler grüne Tr.,
die St. sind stärker verflochten und dunkel- bis
rotbraun. — Ekuador (Cuenca, auf 3000 m).
Borzicactus sensu Kimn.: Hierunter wurden von
Kimnach zusammengefaßt:
Pflanzen ohne Schopfbildung:
Kurz-cereoide Pflanzen mit ± schrägsaumigen
Blüten, ohne Wollring; Frucht trocken, basal
öffnend, Samen herausfallend:
Arequipa Br. & R.
Schlanke Cereen mit stark schiefsaumigen Blüten;
mit Wollring; Beerenfrüchte:
Bolivicereus Card.
Strauchförmige Pflanzen mit derben geraden
Blütenröhren, Saum ziemlich kurz:
Clistanthocereus Backbg.
Niedrige schlanke Cereen mit ± s-förmigen
Trichterblüten und Beerenfrüchten:
Loxanthocereus Backbg.
Anfangs cactoide Pflanzen mit kahlen und
schiefsaumigen Blüten; Früchte Spaltbeeren:
Matucana Br. & R.
Starktriebige Cereen mit schiefsaumigen Blüten-
und großen Hohlfrüchten:
Oreocereus (Berg.) Rico.
Anfangs cactoide Pflanzen mit ± behaarten
Blüten; Früchte Spaltbeeren:
Submatucana Backbg.
Pflanzen mit Schopfbildung:
Niedrige Cereen mit Scheitelcephalium,
schiefsaumigen Blüten und Hohlfrüchten:
Morawetzia Backbg.
Niedrige bis liegende Cereen mit kurz- und
schrägsaumigen Blüten mit gedrückten Röhren
und Beerenfrucht; Blütenzone zunehmend bis
dicht langborstig:
Seticereus Backbg.
Diese Zusammenfassung in sich geschlossener
Artgruppen mit wesentlichen Unterschieden wurde
bisher nirgends anerkannt.
Brachycalycium Backbg. (117)
Eine erst jüngst wiedergefundene Gattung. Die
Körper können am Standort bis 40 cm hoch werden, bis
30 cm dick; die Längsfurchen sind stark wellig,
wodurch, zusammen mit der Einsenkung zwischen den
Areolen, länglich-rundliche Höcker entstehen. Die
Areolen sind stark länglich, in der oberen Hälfte un-
bestachelt und treten z. T. aus einer ± sichtbaren
seichten Einsenkung hervor. Die urnenförmigen
Blüten ähneln denen von Gymnocalycium saglione,
sind aber röhrenlos, der Griffel ist nur 5 mm lg.
Nur 1 Art bekannt. — Verbreitung:
Nordargentinien (bei Tilcara). [(g).]
6 Kakteenlexikon
76 Brachycalycium — Brasilicereus
Brachycalycium tilcarense (Backbg.) Backbg. (T.)
K. wie oben beschrieben; Ri. spiralig verlaufend; Bl.
weiß, innen rosa, ca. 3 cm lg., fast 5 cm br,, glockig
ausladend; Pet. spateüg, ± spitz zulaufend; Gr. 3
mm dick; N. kopfig geschlossen; Stbf. sehr kurz, am
ganzen Blüteninnern; Nektarkammer nicht
vorhanden. — Nördargentinien (südöstlich von Til-
cara auf ca. 2000 m). (Abb. 39, 40.)
Brachycereus Br. & R. (61)
Schlanke, aufrechte Cereen, in großen
Ansammlungen. Die nächtlichen Blüten sind engtrichterig, denen
des Genus Armatocereus verwandt, wie auch die
bestachelte Frucht, die bei obigem Genus klein ist;
die Triebe von Brachycereus sind aber nicht im
Jahreswuchs abgegliedert, und die Bestachelung ipt
relativ elastisch. Nur 1 Art bekannt. —
Verbreitung: Galapagos-Inseln (auf kahler Lava). Erst
neuerdings in Kultur.
Bei Britton & Rose war der Gattungstypus Ce-
reus thouarsii sensu Br. & R. non Web. bzw. sein
richtiger Name Cereus nesioticus K. Sch. Cereus
thouarsii Web. non sensu Br. & R. ist dagegen der
Typus des Genus Jasminocereus, auch nach Bux-
baum. Wie abwegig demgegenüber dessen
Verfahren bei Mitrocereus (s. dort) ist, beweist, daß er
dann auch Jasminocereus in Brachycereus hätte
umbenennen und statt Brachycereus den Namen
„Pseudobrachycereus" aufstellen müssen. Sein
Vorgehen ist also ebenso unlogisch wie überflüssig,
denn der kleine Zusatz „non sensu..." läßt in
solchen Fällen jede unnötige Verwirrung vermeiden.
Brachycereus nesioticus (K. Sch.) Backbg. (T.)
K. schlanksäulig, bis zu 300 Triebe, basal
verzweigend, 30—60 cm lg.; Ri. 13—16, kaum 3 mm h.,
fast höckrig zerteilt; Ar. 2,5 mm 0; St. mehr als
40, bis 3 cm lg., stark borstig und steif, gerade; Bl.
7 cm lg.; Ov. mit gelbbraunen, 5 mm lg. St.; Bl.-0
2,5—3 cm; Pet. schmal, weiß; Fr. 2,5 cm lg., 1,3 cm
dick; S. 1,2 mm lg., rotbraun. —
Galapagos-Inseln (Albemarle, Narborough, Abingdon, James
und Tower). (Abb. 41.)
Brasilicactus Backbg. (107)
Eine ± zylindrische und zwei kugelig bleibende
nicht verzweigende Arten mit dünnen und relativ
kurzen aber ziemlich steifen Stacheln. Die Blüten
unterscheiden sich von denen aller anderen
südamerikanischen Kugelkakteen dadurch, daß sie
normalerweise sehr kurzröhrig und stechend
bestachelt sind, ebenso die kleinen runden
Beerenfrüchte. Die Petalen der verhältnismäßig kleinen,
selbstfertilen Blüten sind schmal und stehen
ziemlich dicht. Die Pflanzen blühen reich bereits zeitig
im Frühjahr. Nach alledem ist es unverständlich,
daß die Arten zuweilen noch zu Notocactus gestellt
werden, dessen Blüten- und Fruchtmerkmale ganz
abweichend sind. Von den 3 Spezies scheint eine
verschollen zu sein. Interessant ist, daß von B. ha-
selbergii eine Form mit schiefsaumigen, breiteren
Blüten und längerer schlanker und bestachelter
Röhre existiert. Es mag sich hier um einen
Atavismus handeln, der dann zugleich beweisen würde,
daß die normalen Blüten durch Reduktion
entstanden sind, wie auch sonst die Reduktionslinien
verschiedenster Art in der systematischen
Gliederung die verläßlichste, weil von der Natur bewiesene
und also nicht hypothetische Handhabe bieten. —
Verbreitung: Norduruguay und Südbrasilien.
[©• P.]
Brasilicactus elachisanthus (Web.) Backbg.
K. zylindrisch, bis 25 cm h., 12 cm 0; Ri. 45 oder
mehr, ganz in Hck. aufgelöst; St. 12—15, weiß, bis
12 mm lg.; Bl. 1,5 cm lg., gelbgrün; Fr. grünlich,
5—6 mm 0; S. dunkelbraun. — Uruguay
(nordöstlich von Maldonado). Wahrscheinlich
ausgerottet.
Brasilicactus graessneri (K. Sch.) Backbg. (T.)
K. kugelig, bis 10 cm h. und meist etwas breiter;
Ri. 50—60, ganz in kleine Hck. zerlegt; St. zahlreich,
bis 60 in den Ar., bis 2cm lg., darunter 5—6 mittlere
unterscheidbar, etwas kräftiger und dunkler, sonst
alle gelb; Bl. 1,8 cm lg., grünlich. — Südbrasilien
(Rio Grande do Sul).
v. alhisetus Cullm. : St. borstig-fein, Rst. hellgelb-
lichweiß, Mst. mehr grünlichgelb, dazu bis 3 cm
lg., feine, weiße Borstenhaare.
Es gibt auch eine rein gelb blühende var.:
v. Ilaviflorus Backbg. n. var. Differt flore flavo.
Das Gelb ist das gleiche wie bei Eriocactus lening-
hausii.
Brasilicactus haselbergii (Hge.) Backbg.
K. wie beim vorigen; Ri. 30 oder mehr; Rst. 20 oder
mehr, anfangs gelblich, dann weiß, bis 1 cm lg.;
Mst. (3—) 4 (—5), gelblich; Bl. zahlreich, 1,5 cm lg.;
Pet. feuerrot oder orange gerandet bis scharlachrot.
— Südbrasilien (Rio Grande do Sul). (Abb. 42.)
v. stellatus Hort. : nur eine Form mit etwas
längeren gelblichen Mst.
Brasilicereus Backbg. (170)
Schlanke, aufrechte, bis über mannshoch werdende
oder kleinere Cereen aus Nordostbrasilien. Beide Arten
haben die gleichen Blüten, auffällig gebogen, mit
glockig-trichteriger Hülle, entfernter, grober
Schuppenmarkierung und unbehaart. Auch die Triebe sind
haarlos und ohne Stachelveränderung an der
Blütenzone. Trotz der Unterschiede in Höhe und Stärke
der beiden Spezies bilden sie mit ihren völlig
gleichen Blütenmerkmalen ein bemerkenswertes, gutes
Brasilicereus — Browningia 77
Genus. Bekannt sind bisher nur die 2 genannten
Arten. — Verbreitung: Brasilien (Bahia und Mi-
nas Geraes). [®. P.]
Brasilicereus markgrafii Backbg. & Voll
K. ungepfropft bleistiftstark, bis 2,5 cm 0, bis
meterhoch, selten verzweigend, gepfropft länger und
stärker; Ri. 8—13, flach; Ar. 5—10 mm entfernt,
grau; Rst. 12—18, 6—10 mm lg.; Bist. 1 (—4), bis
4 cm lg.; Bl. 6 cm lg., 5 cm br,; R. und Ov.
zusammen 2,5 cm lg., glänzend grün; Pet. ca. 12, 3,5 cm lg.,
hellgrünlich. — Brasilien (Minas Geraes). (Abb.
43.)
Brasilicereus phaeacanthus (Gurke) Backbg. (T.)
K. bis 4 m h., meist basal verzweigend; Tr. bis 4—5
(—9) cm 0; Ri. meist 13, niedrig, schmal; Rst. 10
bis 12,1—1,5 cm lg.; Mst. 1—3, bis 3 cm lg.; alle St.
anfangs gelbbraun; Bl. 6,5 cm lg., 6 cm br.; Pet.
weiß, z. T. grünlich getönt. — Brasilien
(Mitteibis Süd-Bahia).
Cereus parvisetus 0. ist eine ungenügend geklärte
Art, die vielleicht hierher gehört.
Brasiliopuntia (K. Sch.) Berg. (15)
Eigenartige opuntienähnliche Pflanzen, baumartig,
mit rundem, durchgehendem Stamm und
Nebenästen, die mit blattartig dünnen Gliedern besetzt
sind. Die Blüten weisen Staminodien(Haarbildung)
auf. Die gelben oder roten Früchte sind verschieden
geformt und teils bestachelt, teils unbestachelt.
Bekannt sind bisher 4 Arten, nach Fruchtfarbe und
-form oder Bestachlung leicht zu unterscheiden; die
Früchte enthalten nur wenige wollige Samen. —
Verbreitung: Brasilien, Paraguay, Peru,
östliches Bolivien, Ostargentinien. [®.]
Brasiliopuntia bahiensis (Br. & R.) Berg.
K. bis 15 m h.; Stamm bis 25 cm 0, später hohl;
B. klein, 2—3 mm lg.; St. an den Endtrieben, wenn
vorhanden, 1—2, dünn, zuerst rot, am alten Stamm
in großen Bündeln; Bl. unbekannt; Fr. oblong (nicht
keulig), rot, stachellos. — Brasilien (Bahia, Toca
de Onca).
Brasiliopuntia brasiliensis (Willd.) Berg. (T.)
K. bis 4 m hoch; Stamm kahl oder bestachelt; G.
blattdünn, später abfallend, bis 15 cm lg., 6 cm br.;
St. 1—2, bis 1,5 cm lg.; Bl. 5,5 cm lg., gelb; Fr.
kugelig, 2,5—4 cm 0, gelb, kurz bestachelt; S. oft nur
einer in der hellen Pulpa. — Mittelbrasilien bis
Ost-Peru, -Argentinien, -Bolivien und
Paraguay. (Abb. 44.)
Brasiliopuntia neoargentina Backbg.
K. mehrere Meter h.; G. mehr breitrund, dunkler
grün als bei den anderen Arten; St. anfangs unten
rot, oben rotbraun, am Stamm bis zu 30, an den
G. 1—2, schräg aufgerichtet und ziemlich lg.; Bl.
gelb, kleiner als bei B. brasiliensis; Fr. innen und
außen rot, rundlich, mit längeren abstehenden St.
— Herkunft nicht bekannt (Paraguay?).
Brasiliopuntia schulzii (Cast. & Lelong) Backbg.
K. bis 15 m hoch, wirtelig verzweigt; G. dünn, bis
13 cm lg., 4 cm br., 2 mm dick; St. an den G. bis 4 cm
lg., pfriemlich, dunkelbraun und 1—2 dünnere St.,
bis 1,5 cm lg., am Stamm Büschel von 25—30 St.;
Bl. grünlichgelb, 4 cm 0; Fr. keulig, rot, 5 cm lg.,
bis 2,75 cm 0, stachellos; S. bräunlich. —
Argentinien (Galeriewälder von Jujuy, Chaco Austral
und Boreal).
Brittonia Hought. ex Armstrg.: Hamatocactus
hamatacanthus v. davisii (Hought.) Marsh.
Brittonrosea Speg.: Echinofossulocactus Lawr.
Browningia Br. & R. (64)
Vereinzelt auftretende baumförmige Cereen mit
stark bestacheltem Primärtrieb und völlig
stachellosen Verzweigungen, niedrigen Rippen, großen
Areolen und ziemlich großen, weißen Nachtblüten,
diese lang und dünn beschuppt wie auch die
länglichen Früchte, an denen die großen Schuppen
vertrocknet haften. Die Samen sind groß und matt
schwarz. Eigentümlich ist die zu beobachtende
Formverschiedenheit der Zweige: straff aufrecht,
aufwärts gekrümmt, z. T. abwärts gebogen und
wieder aufgebogen, außer aufrechten Trieben, oder
überhaupt nur abwärts gebogen und am Ende
wieder aufgekrümmt. Eine Trennung solcher
Formunterschiede ist nicht möglich. Nur 1 Art bekannt.
— Verbreitung: In den höheren Wüsten
Südperus und Nordchiles. [Nur Sämlinge in Kultur;
gutwüchsig.]
Buxbaum will mit diesem dimorphen Genus Gym-
nocereus und Azureocereus vereinigt sehen, eine
rein theoretisch-phylogenetische Ansicht, die mit
der exakten Wiedergabe des Naturgeschaffenen
nichts zu tun hat und die trennenden Merkmale
übersehen läßt.
Browningia candelaris (Meyen) Br. & R. (T.)
K. bis 5 m h., Stamm bis 50 cm 0; Ri. bis über 30,
nur 5 mm h.; St. nur am Hauptstamm, bis ca. 20,
aber auch bis 50,10—15 cm lg., anfangs braun, dann
grau oder schwarz, in der Blütenregion nur zuweilen
kleine Bst. in den Ar.; Bl. duftlos, 8—12 cm lg.,
etwas gebogen; R. 4 cm lg.; Sch. anfangs fleischig;
Pet. ca. 2 cm lg., äußere bräunlich bis rosa, innerste
weiß; Fr. eßbar, bis 7 cm lg., duftend; S. 2 mm dick.
— Südperu (bei Arequipa) bis Nordchile (um
2000 m). (Abb. 45.)
78 Browningia — Castellanosia
Die v. chilensis Ritt., „mit aufgebogenen Ästen",
ist nicht berechtigt.
Abgeschlagene Triebe lassen sich
merkwürdigerweise niemals bewurzeln; d. h. den
Sekundärtrieben ist offenbar die Bewurzelungsfähigkeit
verlorengegangen.
Cactus L.: Melocactus Lk. & 0. (Der von Britton
und Rose vorübergehend wieder eingeführte Name
Linnés wird in den USA teilweise noch benutzt, ist
aber verworfen worden).
Calymmanthium Ritt. (60)
(1. c, 1962)
Eine strauchig dicht verzweigte, baumartige Pflanze
mit nur 3—4 Rippen, merkwürdigen Blüten und
schlankkeuligen Früchten, die bis 16 cm lg. werden
und kantig sind, mit oder ohne winzige
Stächelchen. Die Blüte hat gleichsam einen doppelten
Knospenzustand: zuerst sieht die keulige Knospe mit
ihren Filzpolstern und Stächelchen normal aus. Mit
fortschreitendem Längenwachstum löst sich aus
dem sich dann öffnenden Scheitel in Höhe der
Verengung über der Nektarkammer das eigentliche Pe-
rigon, das sich darauf normal entfaltet, die
Staubfäden an der ganzen inneren Wand inseriert. Die
erste Entwicklungsstufe, die oben im Längsschnitt
in Höhe der Verengung über der Nektarkammer
wie stark verlängerte und dann also verwachsene
Schuppen wirkt, nennt Ritter „Schutzkappe", eine
nur veranschaulichende Bezeichnung. Die Blüte ist
für den Morphologen ein interessantes Studienobjekt.
Sieht man in der Blüte einen umgewandelten
kurzlebigen Sproß, hat die etwas kantige erste Stufe
durchaus noch Sproßcharakter, dessen Gestalt
schlanker in der Frucht beibehalten wird; aus
diesem „Kurztrieb" löst sich dann erst das eigentliche
Perigon, das ± Röhrenform hat, die inneren Peri-
gonblätter noch etwas höher hinauf verwachsen.
Ritter nennt diesen oberen Blütenteil Röhre, doch
zeigt der Längsschnitt, daß dazu auch die Hälfte
des Unterteils gehört, zumal in ihm die langgezogene
Nektarkammer sitzt. Es handelt sich hier also um
eine Art zweistufiger Entwicklung zur eigentlichen
Blüte. Nur 1 Art bekannt. — Verbreitung:
Nordperu (Jaen, untere Huancabamba-Schlucht). [©.]
Calymmanthium substerile Ritt. (Kakt. u. a. sukk.
Pflz., 13: 2, 24—28. 1962) (T.)
K. baumförmig mit strauchig dichter Krone, bis
8 m h.; Tr. hellgrün, bis über 1 m lg., 4—8 cm 0;
Ri. 3—4, bis 4 cm h.; Ar. an oberen Tr. dicklich,
weiß; Rst. 3—8, bis 1cmlg., strahlend abstehend;
Mst. bis 6, 1—5 cm lg.; St. weißlich; Bl. nächtlich,
9,5—11 cm lg., geöffnet 3—6 cm 0; Ov. bis 3 cm
lg., 17 mm dick, mit kleinen St. bis stachellos; R.
über der länglichen Nektarkammer bis 2,5 cm lg.,
weiß; Pet. bis 2,5 cm lg., innen weiß bis rötlichbraun,
äußere Perigonbl. rötlicher braun mit grünem Rand;
Stbf. weiß; Gr. rot, bis 8 cm lg.; N. weißlich; Fr.
hellgrün, 4—ökantig, bis 15 cm lg., 6 cm dick,
ziemlich kahl bis kahl, mitunter winzige St.; S. 2,5 mm
lg., grauschwarz, matt. — Nordperu (s. o.). (Abb.
46, 47.)
Carnegiea Br. & R. (154)
Riesige, baumartige Säulenkakteen mit
verhältnismäßig wenigen Trieben, diese steil aufgerichtet; der
primäre Haupttrieb verzweigt erst in einiger Höhe
und bildet daher mit seinem unteren Teil einen
Stamm; bis zur Verzweigung sind die Pflanzen nur
einzelne Säulen, wie bei Browningia. Die Blüten
entstehen gehäuft am Triebende, öffnen nachts
langsam und sind am Tage offen; sie sind nur spärlich
weiß befilzt, wie auch die Frucht, an der nur
zuweilen 1—3 kurze, nadeldünne Stacheln erscheinen.
Bisher nur 1 Art bekannt, die nicht selten
merkwürdige Verbänderungen zeigt. — Verbreitung:
USA (Arizona, Südost-Kalifornien), Mexiko (So-
nora). [©.]
Carnegiea gigantea (Eng.) Br. & R. (T.)
K. bis über 12 m h., bis 30—65 cm 0; Ri. 12—24,
stumpf; Ar. 2—2,5 cm entfernt, braun; Rst.
strahlend, ca. 12 und mehr, 1—2 cm lg.; Mst. 3—6,
kräftiger, bis 7 cm lg.; St. in der Blütenregion kürzer und
feiner; Bl. ca. 12 cm lg. und br.; R. grün; Seh.
entfernt; Ov. länglich; Pet. abstehend, stumpf, weiß;
Fr. 6—9 cm lg., innen und außen (bei Vollreife) rot,
aufklappend. — USA (nahe der westlichen
Südgrenze), Mexiko (im grenznahen Sonora). (Abb.
48, 49.)
Castellanosia Card. (173)
Große, z. T. wohl auch anlehnende Sträucher mit
verhältnismäßig wenigen Rippen. Die feste und
normale Bestachlung verändert sich in der Blütenzone
zu Büscheln von borstenartigen Stacheln. Die
Blüten entstehen zum Triebende hin, sind nächtlich
und noch am Tage offen, ± glockig-trichterig, der
Saum abstehend. Die Schuppen stehen fast
dachziegelig, mit weißem Filz, wie auch an dem
Fruchtknoten und der Frucht, die — ein ungewöhnlicher
Fall — giftig sein soll. Die nur 1 mm großen Samen
sind rötlichbraun. Bisher mit Sicherheit nur eine Art
bekannt; eine zweite ähnliche aus Peru mag oder
mag nicht hierhergehören; sie ist unbeschrieben. —
— Verbreitung: Bolivien (Dept. Santa Cruz, Co-
chabamba) und Südperu ?. [Selten in Kultur.]
Castellanosia caineana Card. (T.)
K. aufrecht, bis 6 m h.; Tr. graugrün, etwas
biegsam, lang durchlaufend; Ri. 9, gerundet, bis 3,5 cm
br.; Rst. 15—16, 0,8—4 cm lg.; Mst. 3—4, 4—7 cm
Castellanosia — Cephalocleistocactus 79
lg., braun bis grauschwarz; blühbare Ar. mit ca.
25 Borsten, 1—4 cm lg., straff gebüschelt, weiß,
grau oder dunkelbraun; Bl. 3—5 cm lg.; Pet.
purpurn; N. rosaweiß; Fr. gelbgrün, 3 cm groß, Pulpa
dunkelgelb. — Ostbolivien (auf 700—1600 m).
(Abb. 50.)
Cephalocereus Pfeipf. (165)
Der Name wurde von Pfeiffer für eine Gattung
aufgestellt, deren Typus weiß behaart ist, mit zuerst
einseitigem breitem Gephalium, das später z. T. das
ganze Triebende umfaßt, die Blüten behaart, auch
die Frucht, diese (zuletzt kahl ? und) mit Deckel, die
ziemlich großen Samen schwarz und glänzend.
Später machte man daraus eine Sammelgattung, in die
man Pflanzen mit anderen Blüten- und Schöpf merk-
malen einbezog, aber nicht allein echte Cephalium-
träger, sondern auch Arten mit nur schopfähnlichen
Bildungen, was schon allein deshalb abwegig war,
weil selbst solche „unechten" Schöpfbildungen bei
einigen Arten fehlen können. Man war damals auch
noch nicht über alle Schopfunterschiede und die
der Blüten genau informiert, wie es heute der Fall
ist. Da die Arten eines Genus in den
ausschlaggebenden Merkmalen denen des Typus gleichen
müssen (da er sonst seine Bedeutung verliert), was bei
keiner der anderen früher oder z. T. noch jetzt in das
Sammelgenus einbezogenen Arten der Fall ist, blieb
unter obigem Namen nur eine Spezies übrig; alle
übrigen mußten unter eigenen Gattungen abgetrennt
werden: Austrocephalocereus, Backebergia, Coleo-
cephalocereus, Espostoa, Haseltonia, Micranthoce-
reus, Mitrocereus, Neoc'awsonia, Pilosocereus. —
Verbreitung: Mexiko (Hidalgo) [®. O.;
verträgt leichte Kalkbeigabe].
Cephalocereus hoppenstedtii (Web.) K. Sch.:
Haseltonia columna-trajani (Karw.) Backbg.
Cephalocereus senilis (Haw.) Pfeiff. (T.)
K. bis 16 m h., normalerweise selten verzweigend;
Ri. 20—30, niedrig, hellgrün, später grau; Ar. dicht
stehend; St. 3—5, gelblich oder grau, bis 4 cm lg.,
sowie 20—30 weiße oder etwas graue H., lang und
verflochten, meist abwärts gerichtet; Ceph. ab ca.
6 m Höhe, mit weißlicher Wolle, erst einseitig, dann
bis stammumfassend verbreiternd; Bl. bis 9,5 cm
lg.‚blaßgelblich-weiß, 7,5 cm 0; R. 5 cm lg., ± rosa,
wie das Ov. behaart; N. krem; Fr. rot, mit
spärlichen gelblichen H., Pulpa rot. — Mexiko
(Hidalgo; Guanajuato [?]). (Abb. 51).
Cephalocleistocactus Ritt. (76)
Schlanke, meist aufrechte Cereen, in Trieb- und
Blütenform sowie Bestachlung ganz Cleistocactus
gleichend. Zum Unterschied von diesem werden aber
in der Blütenzone, zuerst einseitig, dann mehr
umfassend, elastische bis borstenförmige, oft sogar
haarfeine Stacheln von wesentlich größerer Länge als die
übrigen gebildet, die — ähnlich wie bei Seticereus in
der Blütenzone — einen auffälligen Borstenschopf
entstehen lassen. Bisher bekannt: 4 Arten; es gibt
aber wahrscheinlich noch mehr. — Verbreitung:
östliches Bolivien. [©.]
Cephalocleistocactus chrysocephalus Ritt. (T.)
JL bis 5 m h., basal sprossend; Tr. 3—5 cm 0,
später z. T. umbiegend; Ri. 11—14, 4—5 mm h., mit
V-Furche; Ar. 2—3 mm groß, in der Blütenregion
größer; St. in dieser auf ca. 30 vermehrt, 3—4 cm
lg., goldgelb bis -braun; Schöpf bis 1 m lg.; Bl. ca.
5 cm lg., wenig offen, rot; N. grün; Fr. 2 cm lg.,
rötlich; S. klein, glänzendschwarz. — Bolivien (bei
Inquisivi).
Cephalocleistocactus pallidus Backbg. n. sp.
-Differt a Cephalocleistocactus ritteri aculeis bre-
vioribus, ± aequilongis, griseo-albis, primo pallide
flavidis, ca. 25, ad 5 (—6) mm longis, ex areolis
primo pullis in ramis ad ca. 3,5 cm crassis; costis
ca. 16; aculeis longioribus saetiformibus in regione
florifera ad 3 cm longis, flavidis; flos cylindricus,
flavus. — Bolivia.
K. mit bis ca. 3,5 cm starken Tr.; Ri. ca. 16; Ar.
anfangs dunkel; St. ziemlich gleich lang,
randständige und mittlere nicht trennbar, insgesamt
ca. 25, bis ca. 6 (—6) mm lg., grauweiß, anfangs auch
sehr blaß-gelblich; Schöpf gelblich, bis 3 cm lg. Bst.;
Bl. zylindrisch, gelb. — Bolivien (Consata-Becken,
Palhuaya-Schlucht, lt. Ritter). (FR 324). (Abb. 52.)
Ähnelt etwas Cephalocleistocactus ritten Backbg.,
hat aber im Scheitel fahlgelbliche Neustacheln
sowie später gelblich gefärbte, lockerer gestellte und
steifere Bst. in der Bl.-Region.
Cephalocleistocactus ritteri Backbg.
K. schlank, aufrecht, basal verzweigt, über 1 m lg.,
ca. 3 cm 0; Ri. bis 12—14 oder mehr; Ar.
dunkelbraun, später weißlich; Rst. bis 30, fein, kurz und
weiß; Mst. 5, gelblich, bis 1 cm lg.; Schöpf mit fast
haarartig feinen, abstehenden weißen Bst., bis 3 cm
lg.; Bl. zitronengelb, ca. 4 cm lg., dünn-zylindrisch,
leicht abgebogen; N. grün. — Bolivien (Yungas).
(Abb. 53.)
Cephalocleistocactus schattatianus Backbg.—Descr.
Cact. Nov. III: 5. 1963.
K. aufrechte, dichtere Kolonien bildend, z. T.
liegend und wieder aufgerichtet; Tr. bis über ca. 60 cm
lg., bis ca. 6 cm 0; Ri. ca. 16—17, niedrig, schmal,
leicht höckrig; St. bis über 30, kurz, blaßgelblich bis
fast weißlich, mittlere undeutlich geschieden, einige
etwas länger, bis 1,3 cm lg., vorgestreckt; Schöpf
zuerst einseitig, verbreiternd, aus goldbraunen Bst.,
diese zunehmend länger, bis 3 cm lg.; Bl. ca. 4 cm
lg., röhrig, wenig geöffnet; R. rot; Sep. und Pet. als
80 Cephalocleistocactus — Cereus
oberste blaßgelbliche, ganz oben grünlich-gelbliche
Zone; Fr. ? (Bestäubung mit Cleistocactus-Pollen
bisher nicht gelungen!) — Bolivien. (Abb. 54.)
Cereus Mill. (172)
Zu dieser Gattung gehören die ältesten
bekanntgewordenen Säulenkakteen. Es sind teils riesige Bäume,
die mitunter sehr große Kronen und starke Stämme
bilden, teils sind die Ausmaße aber auch geringer,
einige Arten sind nur strauchig und schlanker, und
z. T. bilden sie niedrige, reich verzweigte Sträucher.
Während die Rippen bei den meisten Arten
ziemlich groß sind, weit stehen, und also
verhältnismäßig gering an Zahl, oft nur 4, sind sie bei anderen
niedriger und bei C. insularis besonders niedrig und
dicht stehend durch den geringen
Triebdurchmesser; mit ihrer zahlreichen und längeren Bestachlung
ähnelt diese Art wenig den übrigen des Genus. Die
Blüten haben längere Röhren; die Beschuppung ist
ziemlich entfernt, die Achseln kahl, auch am
Fruchtknoten und der Frucht. Die Perigonblätter sind
überwiegend weiß, zuweilen auch stärker rötlich
gefärbt. Allen Arten ist das typische
Unterscheidungsmerkmal (z. B. von Monvillea) gemeinsam: der
Griffel bleibt nach dem Abblühen, bzw. nach Abfallen
der Blütenhülle, eine Zeitlang sitzen, z. T. auch
zuerst noch an der Frucht. Diese ist meist länglich,
von gelb bis rot gefärbt, auch grünlich. Die Samen
sind ziemlich groß und meist stumpf-schwarz,
seltener glänzend. Einige Cereus-Arten eignen sich gut
als Unterlage. Bekannt sind bisher: 43 (44) Spezies,
von denen verhältnismäßig viele in Kultur sind. Die
Aufteilung erfolgte in 2 Untergattungen:
1: UG. Cereus: Früchte platzend.
2: UG. Neocereus Backbg.: Früchte nicht
platzend (nur 1 Art: C. huntingtonianus Wgt.)
— Verbreitung: Von Westindien über das
nördliche Südamerika bis nach Ostargentinien, sowie auf
Fernando Noronha. [®.]
Cereus aethiops Haw.
K. bis 2 m h., ± bläulich, aufrecht, zunehmend
verzweigt; Tr. 3—4 cm 0; Ri. 8, Kante höckrig; Rst.
9—12, 5—12 mm lg., schwarz, unten weiß; Mst.
(2—) 4, über 2 cm lg., kräftiger; Bl. 16—20 cm lg.,
außen bläulichgrün oder -purpurn; Pet. weiß bis ±
rosa; Fr. bis 8 cm lg., bräunlich. — Argentinien
(Mendoza bis Rio Negro).
v. landbeckii (Phil.) Backbg. hat weiße
Randstacheln. Bei der v. melanacanthus (K. Sch.)
Backbg. sind die Tr. oft rötlich, die Mst. viel
länger, schräg aufrecht und glänzend schwarz.
Cereus alacriportanus Pfeiff.
K. bis 2 m (?) h., im Neutrieb blaugrün aber reif-
los; Ri. meist (4—)5; St. 6—9, hellgelb mit rotem
Fuß oder rotbräunlich, bis 2,5 cm und mehr lg.; Bl.
bis 22 cm lg.; Sep. rötlich; Pet. sehr blaß gelblich-
rosa, stumpf zugespitzt und gezähnelt. — Süil-
brasilien, Uruguay, Paraguay.
Cereus argentinensis Br. & R.
K. bis 12 m h., mit Stamm; Tr. zahlreich, bis 15 cm
0, reingrün; Ri. 4—5, dünn, bis 5 cm h.; Rst. 5—8,
3—5 cm lg., bräunlich; Mst. 1—2, bis 10 cm lg.; Bl.
17—22 cm lg.; Sep. grün; Pet. weiß. —
Argentinien (Chaco).
Cereus azureus Parm.
K. bis 3 m h.; Tr. aufrecht, bis ca. 4 cm 0, blau
bereift; Ri. 6—7, etwas gebuchtet; Ar. mit braunem
Filz und grauer Wolle; Rst. 8, weiß; Mst. 1—3,
tiefbraun bis schwarz, stärker. — Brasilien.
Es gibt anscheinend Varietäten oder noch andere
ähnliche Arten:
K. Schumann beschrieb die Spezies als „frischgrün,
etwas blau, später dunkelgrün; St. 10—18, bis 9 mm
lg., Mst. 2—4; St. alle schwarz; Bl. 20—30 cm lg.;
Pet. weiß mit grünem Rückenstreif, spatelig". —
Südbrasilien.
Dies muß also eine andere, noch unbeschriebene
Art sein, angesichts der Unterschiede gegenüber
obigen Originalbeschreibungs-Angaben, die jedoch
keine solchen über die Blüte und deren Länge
enthalten.
Spegazzini beschrieb unter gleichem Namen eine
Pflanze „bis 1,50 m h., z. T. überbiegend, bis ins
Alter lebhaft blau, aber anfangs reiflos; Ri. 5; Ar.
anfangs mit rosa Filz; St. erst braun, dann rotbraun,
später grau, typisch 6; Rst. 5, bis 2 cm lg.; Mst. 1,
bis 5 cm lg.; Bl. 10 cm lg.; Sep. oliv; Pet. weiß, fein
gewimpert; Fr. ellipsoid, 4,5 cm lg., rosa bis purpur-
rosa, ± reifig. — Nordargentinien (zwischen Rio
Bermejo und Rio Pilcomayo)."
Auch diese Art kann nicht die der Erstbeschreibung
sein und wäre demnach ebenfalls unbenannt.
Cereus braunii Card.
K. bis 3 m h., grün; Ri. 4—5, etwas um die Ar.
geschwollen, bis 6 cm h.; St. 5—6, weißlich, bräunlich
gespitzt, bis 4 cm lg.; Bl. 28 cm lg., weiß. —
Bolivien (Prov. Ballivian, bei Reyes, 280 m). Wohl
nicht in Kultur.
Cereus caesius SD. ex Pfeiff.
K. ohne Stamm verzweigend, kräftig; Tr. 12—16 cm
0; Ri. 5—6, hoch, flügelig, bereift, z. T. bogig,
Kanten seicht gekerbt; Ar. 4—6 cm entfernt; Rst. 7 und
mehr; Mst. 4—7, kräftiger, ± hell- bis dunkelbraun;
St. im Alter viel zahlreicher, z. T. bis 10 cm lg. Der
Neutrieb ist auffallend bläulich, allmählich
verschwindet der Reif auf den grünen Tr. —
Brasilien (?).
Cereus chacoanus Vpl. gehört offenbar nicht
hierher, da die reicher beschuppten, nicht sehr breit-
saumigen Bl. mehr denen von Monvillea campinen-
sis zu entsprechen scheinen. Beide sind noch unzu-
Cereus 81
reichend geklärt. Obige Art bildet K. bis 4 m h.,
Stamm 6 cm 0; St. 9—10, pfriemlich, grau; Mst. 1,
6 cm lg., stärker als die übrigen; Bl. 15 cm lg., außen
rosa, ihnen weiß; R. entfernter beschuppt; Ov. mit
ca. 25 Seh.; Fr. rundlich, 3 cm lg.; S. klein, schwarz.
— Paraguay (Gran Chaco).
Cereus ehalybaeus 0.
K. bis 3 m h., aufstrebend wenig verzweigt; Tr. bis
10 cm 0, ± bläulich bereift, auch rötlich; Bi. 6,
schmal, hoch, schwach gekerbt; Rst. zuerst ca. 7, sowie
mehrere längere Mst., später alle an Zahl zunehmend,
schwarz; Bl. ca. 20 cm lg.; R. purpurn; Sep. rosa;
Pet. weiß; Fr. gelb, kugelig. — Nordargentinien
(bei Cordoba, früher auch bis Santa Fé und Buenos
Aires, aber dort wohl ganz verschwunden).
Britton und Rose beschrieben unter obigem
Namen eine ähnliche Pflanze mit dunkelbraunen St.
und gelber Fr. Selten, unbenannt. — Herkunft: wie
obige Art.
Cereus childsii Blanc
E. aufrecht, buschig; Tr. bis 15 cm 0; Ri. 4—5,
zusammengepreßt, stumpf kantig; Ar. 5 cm,
entfernt; St. 6—7, 6 mm bis 1,5 cm lg.; Mst. 1, 7 mm
lg.; alle anfangs holzbraun, dann schwarzbraun; BI.
bis 24cm br. (?), tiefrosa, süßlich duftend. —
Brasilien (Kolonie Roman).
Eine der wenigen Arten mit rosa Blüten, um deren
Wiederbeschaffung und Verbreitung man sich
bemühen sollte.
Cereus comarapanus Card.
K. bis 4 m h., mit 1,50 m h. Stamm; Tr. blaugrün,
auf 20—80 cm verengt; Ri. 6, hoch: St. 3—4 aus
dem unteren Ar.-Teil, nadelig, abwärts weisend,
5—20 mm lg.; Bl. 13 cm lg.; R. 4 cm lg.; Pet.
spatelig, weiß; Fr. 9 cm lg., dunkel-bläulich-purpurn. —
Bolivien (Vallegrande, bei Comarapa). Wohl kaum
in Kultur.
Cereus dayamii Speg.
K. bis 25 m h., mit Stamm; Tr. blaßgrün; Ri. 5—6,
3 cm h.; St. fehlend oder wenige, 4—12 mm lg.,
braun mit gelblicher Basis; BI. bis 25 cm lg., weiß;
Fr. rot, 6—8 cm lg., Pulpa weiß (!). —
Argentinien (Chaco, Colonia Resistencia).
Cereus fernambucensis Lem.: richtige Schreibweise
des meistgebrauchten Namens C. pernambucensis
Lem. (Beschreibung s. dort).
Cereus forbesii O.
K. bis 7 m h.; Tr. hell-blaugrün, bis 12 cm 0, später
graugrün; Ri. 4—7, ausflachend; Ar. kurz weiß-
füzig; Rst. 5, bis 2 cm lg., derbpfriemlich, basal
verdickt, hell hornfarben mit braunem Fuß oder
schwarz; Mst. 1, kräftiger, bis 4,5 cm lg., dunkler;
BI. 25 cm lg., weiß; Fr. pflaumengroß, Pulpa rot (!).
— Argentinien (Catamarca, Tucuman, Jujuy,
Cordoba).
Cereus glaueus SD.
K. bis 6 m oder mehr h., Stamm 40 cm 0; Tr.
anfangs 8—18 cm 0, später 18—30 cm 0, zuerst
stumpf blaugrün bis leuchtend hellblau, dann
grüner; Ri. 7 (6—8), 5—10 cm h.; Ar. hellgrau; St.
zuerst 5—15, bis 2 cm lg., die mittleren bis 3 cm lg.,
später bis 20 St.; Bl. 28 cm lg.; Sep. hellgrün; Pet.
rein weiß; Fr. 11 cm lg., mattglänzend dunkelkar-
min. — Heimat nicht bekannt.
Cereus grandicostatus Werd.
K. bis 3,5 m h., zuerst himmelblau, später mehr
gelblichgrün; Ri. 5—6, bis 9 cm h.; St. 13—19,
blaßgelblich bis bräunlich; Rst. 7—9, bis 1 cm lg.;
Mst. 2,5 cm lg.; Bl. bis 26 cm lg., weiß; Fr.
unbekannt. — Heimat unbekannt. Selten in Kultur.
Cereus hankeanus Web.
K. ± baumförmig, aufrecht; Ri. 4—5, scharf, mit
Flankenlinien, 3 cm h., gekerbt; Ar. braun,
spärlich-filzig; Rst. (3—) 4, pfriemlich, derb, 8—12 mm
lg.; Mst. 1, vorstehend, gerade, 16 mm lg.; St.:
randständige bernstein bis braun; 1 Mst., hornfarben;
Bl. bis 12 cm lg., weiß, z. T. rosa gespitzt; Fr.
zylindrisch, grüngelb, Pulpa rot (Cardenas). —
Ostbolivien.
Cereus hertricfaiamis Werd.
K. mehr breitstrauchig; Tr. anfangs hechtblau,
etwas reifig; Ri. 5—6, bis 2 cm h.; St. 4—5
randständige und 1 Mst., alle zuerst strohfarben, dann
bräunlich, bis über 3 cm lg.; BI. bis 11 cm lg.,
duftend, weiß; Fr. nur 3 cm lg., fast kugelig, erst
goldgelb, dann rötlicher, Pulpa weiß. — Heimat
unbekannt. Wohl nur selten in Kultur.
Cereus hexagonus (L.) Mill. (T.)
K. baumförmig, mäßig verzweigt; Tr. ziemlich
hellgrün oder bläulich, steil ansteigend; Ri. 4 (später
mehr, bis 6—7), dünn, bis 5 cm h.; Ar. klein; St.
zuerst fehlend oder klein, dann mehr, bis 8—10, kurz
bis 6 cm lg., alle anfangs braun; Bl. bis 25 cm lg.,
weiß; Fr. ± schief-ovoid, 6—13 cm lg., blaßrot,
etwas reifig, Pulpa weiß bis schwach rosa. —
Surinam bis Nordvenezuela und auf Tobago.
Cereus hildmannianus K. Seh.
K. baumförmig, bis 5 m (und mehr ?) h., oft reich
verzweigt; Tr. zuletzt bis 15 cm 0, anfangs blau
bereift, später graugrün; Ri. 6, dünn, bis 6 cm h,,
gekerbt, mit Flankenfurchen; Ar. bräunlich; St.
fehlend oder nur 1, im Alter aber mit längeren St.;
BI. über 20 cm lg., weiß; N. 12, spreizend; Fr. ? —
Brasilien (Rio de Janeiro).
Cereus horridus O. & Dietr.
K. baumartig, Stamm bis 30 cm 0; Tr. steil
ansteigend, reiflos, grün; Ri. anfangs 6, dann 7—9, mit
herablaufenden Vertiefungen; Rst. meist 5; Mst.
meist 3, der unterste dunkelbraun, die oberen gelb-
82 Cereus
lieh und dunkelspitzig, viel später erscheinen bis
10 cm lg. mittlere, gelblich, im Alter bis 20; Bl. ca.
21 cm lg.; Pet. weiß, mit Haarspitzchen; Fr. rund
bis ovoid, leuchtend karmin bis zinnober, Pulpa
weiß. — Heimat unbekannt.
v. alatosquamatus Werd.: K. gedrungener; Tr.
mehr niedergebogen, bereifter; Seh, an der R. und
im Übergang zu den Sep. herzförmig; Fr. tief und
lang gefurcht. — Herkunft ?
Cereus huilunchu Card.
K. baumartig, bis 4 m h., Stamm 80 cm lg.; Tr.
graugrün, 6—7 cm 0; Ri. 6, bis 3 cm h.; Ar. aschgrau;
St. 4—6, grau, bis 3 cm lg., mittlere nicht deutlich
geschieden; Bl. 13 cm lg.; Sep. dunkelgrün; Pet.
weiß; Fr. zylindrisch (!), bis 7 cm lg., rot, Pulpa
weiß. — Bolivien (Ayopaya, bei Bajios de Yagani).
Cereus huntingtonianus Wgt. (Untergattung
Neocereus Backbg., wegen der nur bei dieser Art
nicht platzenden Früchte.)
K. bis 3 m h., 4m br., buschig, basal verzweigt; Tr.
zuerst blaugrau und 10 cm 0, dann graugrün, bis
25 cm 0, auf ca. 16 cm Entfernung eingeschnürt;
Ri. (6—) 7 (—8), 3 cm h., leicht gekerbt; Rst. 1—4,
3—16 mm lg., grau und schwarz, später 3—4 Rst.,
bis 15 mm lg.; Mst. 0—1, 4—10 cm lg., gelblich-
rötlichbraun gefleckt; Bl. 18 cm lg., rosa mit weißem
Rand; Fr. 7 cm lg., 4,5 cm 0, außen und innen rot,
Schale lederartig werdend und nicht platzend. —
Heimat unbekannt.
Cereus insularis Hemsl.
K. buschig, niedrig, dicht verzweigt; Tr. nur bis
3 cm 0; Ri. bis 8; St. bis ca. 15, ungleich, nadelig,
mittlere undeutlich geschieden, alle St. gelblich; Bl.
12,5 cm lg., gelblichwéiß; Fr. länglich. — Fernando
Noronha. Nur selten in Kultur. (Abb. 65.)
Cereus jamacaru DC. non SD.
K. baumförmig, Stamm bis 35 cm und mehr 0;
Krone sehr groß; Tr. saftig hellgrün, meist reif los;
Ri. 7—8, später bis 10, zuerst 3,5 cm h., später
höher; Ar. gelblich bis bräunlich; St. schon anfangs
oft 16—20, davon Rst. 7—9, der Rest Mst., alle
anfangs gelblich bis bräunlich, zuletzt bis 10 cm lg.
und viel stärker; Bl. 25 cm lg.; Sep. hellgrün;
Pet. rein weiß; Fr. ei- bis birnförmig, karmin- bis
korallenrot, reiflos, Pulpa weiß. — Brasilien.
Cereus jugatiflorus Werd.
E. mit kurzem Stamm, bis 3 m h.; Ri. bis 8, bis
4 cm h.; Rst. bis 2,5 cm lg.; Mst« bis 5 cm lg.; Ar.
anfangs braun; Bl. 16—22 cm lg., weißlich; Fr.
goldgelb, 7 cm lg., 5 cm 0, oben mit Schüppchen;
S. mattschwarz. — Herkunft unbekannt. Wenig
in Kultur.
Cereus lamprospermus K. Sch.
K. baumförmig, bis 8 m h., mit Stamm bis 40 cm
0; Tr. bis 50 cm lg., 15 cm 0; Ri. 6—8, 5 cm h.:
St. 8—11, pfriemlich, mittlere kaum geschieden,
1—4 cm lg.; Bl. bis 16 cm lg., weiß und rot
gestreift; Fr. bis 6 cm lg., 3,5 cm 0 (Farbe ?); S.
glänzend schwarz. — Paraguay (am Rio
Paraguay, Fuerte Olympo und bei der Estancia Taga-
tiya).
Cereus lindbergianus Web. : s. unter Mediocactus.
Cereus llanosii n. n. war zuerst ein unbeschriebener
Name von mir für eine Cereusart aus den Llanos
Nordkolumbiens; er wurde später auch von anderen
benutzt. Unter obiger Artbezeichnung sah ich io der
MARNiER-Sammlung ein Exemplar, dessen Fr. 10
cm lg. war, 6—7 cm 0, rosa-orange.
Cereus milesimus Rost
K. aufrecht-triebig; Ri. tiefer quergeteilt und strek-
kenweise ± monströs (9—) 10 (—12), bis 1,5 cm
h.; Bl. ca. 19 cm lg., weiß oder zur Spitze etwas
rötlich; Fr. 7 cm lg., ovoid, orange-rosenrot. Die z. T.
mehrere Meter hohen, tief entstehenden Tr. werden
bis 20 cm dick. Wahrscheinlich handelt es sich um
einen Bastard von C. peruvianus f. monstrosus DC.
Cereus neotetragonus Backbg.
Eine weitere der wenigen rosenrot blühenden Arten:
K. bis 2 m h., dichtkronig, grün; Ri. 4 (—5),
zusammengedrückt; Ar. weiß; St. braun bis fast
schwarz, dünnpfriemlich; Rst. 6—6, bis 8 mm lg.;
Mst. 1 oder mehr, kräftiger; Bl. 13 cm lg. —
Brasilien.
Cereus obtusus Haw. ist eine wenig geklärte
ostbrasilianische Art, aufrecht oder anlehnend,
dunkelgrün, mit 3—5 Ri., gelblichen St., 4—7
randständig, 1 mittlerer, bis 5 cm lg.; Bl. groß, weiß.
Cereus paehyrhizus K. Sch. ist kaum in Kultur; die
bis 3 m h. Art hat knollig geschwollene Wz., Tr. bis
10 cm 0, gelblichgrün; Ri. 6; St. (10—) 13, einer
bis 3 cm lg.; Bl. ?; Fr. ellipsoid, 5 cm lg. —
Paraguay (Cerro Noaga).
Cereus parviflorus K. Sch.: Cleistocaetus parvillorus
(K. Sch.) Goss.
Cereus parvisetus O.: s. unter Brasilicereus Backbg.
Cereus perlucens K. Sch. ist wohl aus den
Sammlungen verschwunden. Die Art ist nur mäßig h., Tr.
nur 2 cm 0, ölgrün, bläulich-violett überlaufen; Ri.
5—6; Rst. 8—10, Mst. 1—2, alle anfangs braun (z.T.
weiß), später schwärzlich; Bl. und Fr. unbekannt.
— Brasilien (Manaos). Vielleicht nicht zu diesem
Genus gehörend.
Cereus pernambucensis Lem. (s. C. fernambucensis)
K. niedrig-buschig; Bl. 12—16 cm lg. [im Gegensatz
zu C. variabilis Pfeif f., mit 20 cm und mehr lg. BL],
Cereus 83
gehört zu den sonst ziemlich gleich gekennzeichneten
niedrigstrauchigen und basal verzweigten Arten der
brasilianischen Ostküste; St. 4—11, ± gelblich; Ri.
nur (3—) 4 (—5) [während C. variabilis Pfeiff. non
Eng. 7 (—8) Ri., St. bis 8, gelblich, bis 5,5 cm lg. und
über 20 cm lg. Blüten hat, beide heller grün]. —
Brasilien bis Uruguay.
Cereus peruvianus (L.) Mill.
K. von unten verzweigend, buschig, bis über 3 m h.
und 5 m br,; Tr. in zwei Formen: mehr geschlossen
aufrecht oder offener und mehr spreizend, zuerst
hellgrün, im zweiten Jahr blaugrün, zuletzt
graugrün, 10—20 cm 0 erreichend; Ri. flach, meist 7
(6—8), bis 2,5 cm, später bis 5 cm h.; Ar. anfangs
braun; St. ca. 5—6; Mst. davon meist 1, bis 2 cm lg.,
hell- bis rötlichbraun; Bl. 16 cm lg., breitoffen, weiß;
Fr. kugelig, 6,5 cm groß, hellgelb bis orange. —
Heimat unbekannt geblieben.
v. ovicarpus Hertr. hat mehr glockig-trichterige
BL, die Fr. eiförmig, blaßgelb, oben grünlich —
v. persicinus Werd. hat bis 20 cm lg. Bl., Pet.
oben pfirsichfarben — v. proferrens Werd. hat
allein eine grauschülferige Epidermis — v. recli-
natus Werd. hat stark zurückgebogene Pet. —
v. tortuosus SD. ist eine Form mit stark
gedrehten Ri.
Unter der v. monstrosus DC. versteht man heute
eine Form mit stärker monströs durchbrochenen
Ri. als bei C. milesimus, die Bl. 15 cm lg., die Fr.
etwas riefig-höckrig, die alte Epidermis etwas
schülfrig.
Cereus pseudocaesius Werd.
K. stammlos, mehrere Meter h., reich basal
verzweigend; Tr. anfangs bis 6—11 cm 0, später stärker
und oft untergliedert, zuerst hellblau, reif ig; Ar.
gelblichweiß; Ri. 7 (6—8), bis 2,5 cm h.; St. ca. 14,
fein, oft fast borstig, gelb- bis goldbraun, 2 Mst.
etwas kräftiger, bis 1,5 cm lg.; Bl. 26—27 cm lg.,
reinweiß; Fr. 9 cm lg., oliv bis bräunlich oder rot-
bräunlich, reif los, Pulpa weiß. — Heimat
unbekannt.
Cereus pseudothelegonus Rauh & Backbg. Borzi-
cactus pseudothelegonus (Rauh & Backbg.) Rauh
& Backbg.
Cereus ridleii Dard. de A. Lima
Eine neuerdings beschriebene, vordem unbekannte
baumförmige Cereus-Art von Fernando Noronha,
mit wenigen schräg aufstrebenden Tr.; Ri. 4—5; St.
unauffällig; Bl. ?
Cereus roseiflorus Speg.
E. bis 5 m h.; Ri. 6; St. meist 3, bis 1 cm lg.; Bl.
20 cm lg., zart rosa; Fr. eiförmig, violettrot. —
Argentinien (Misiones, bei Fracrán). Wohl kaum
in Kultur.
Cereus seidelii Lehm, unterscheidet sich von C. azu-
reus Lehm. — bei sonst ungefähr gleichen
Merkmalen — durch bis 30 cm lg. BL; die St. oben
brandschwarz. — Heimat ?
Cereus smithii Pfeiff. (Heliaporus) ist ein Aporo-
cactus-Bastard mit Heliocereus speciosus, mit
derberen, ökantigen Tr., gutwüchsig und mit schöner
roter Blüte.
Cereus stenogonus K. Sch.
K. bis 8 m h., blau- bis gelbgrün; Ri. 4—5, dünn
und h.; St. 2—3, konisch, bis 7 mm lg.; Bl. 20—22
cm lg., ± rosa; Fr. 10 cm groß, dunkelrot, Pulpa
karmin. — Ostbolivien bis Paraguay (Ipacary)
und Nordargentinien. Eine wohl kaum in
Kultur befindliche Art.
Cereus tacuaralensis Card. — „Cactus", 19: 80—81,
19. 1964.
K. säulig, verzweigt, bis 5 m h.; Tr. bis ca. 12 cm 0;
Ri. 4, scharfgratig, 4—5 cm h., 1,8 cm br.; Ar. ca.
3,5 cm entfernt, grau, 1 cm 0; Rst. 4, 1,5—3,5 cm
lg.; Mst. 2, 3—6cm lg., abwärts gerichtet; St. alle
pfriemlich, blaßbraun; Bl. zahlreich an oberer
Trieblänge, bis 22 cm lg.; Sep. grünlichrot, oben
braun; Pet. spatelig, bis 10 cm lg., unten weißlich,
oben rötlich; R. 9 cm lg.; Ov. ellipsoid, 3 cm lg.;
Stbf. blaßgrün; Stbb. braun; Gr. 17 cm lg., blaßgrün,
ebenso die 14 N.; Fr. ovoid, 8x5cm gr,, dunkel-
purpurn, Pulpa weiß; S. schwarz. — Bolivien
(Prov. Chiquitos, Dept. Santa Cruz, bei Tacuaral,
200 m). Anscheinend die bolivianische Form oder
var. von C. stenogonus, mit etwas mehr St. und
weißer Pulpa (es gibt aber auch sonst Pflanzen mit
verschiedenen Pulpa-Farben!).
Cereus torulosus Werd. ist ebenfalls wohl kaum in
Kultur: basal sprossend; Tr. bis 70 cm lg., tief- bis
graugrün, bis 18 cm 0; Ar. braun; Ri. 6; Rst. 5—7,
bis 2,5 cm lg.; Mst. 3 (—5), bis 3 cm lg.; Bl. 23 cm
lg., reinweiß; Fr. ovoid, ± karmin, etwas reifig,
Pulpa weiß. — Heimat unbekannt.
Unter den von Werdermann beschriebenen Arten,
die aus dem Huntington Garden stammen und deren
Herkunft unbekannt ist, mögen sich auch Pflanzen
befinden, die durch Einkreuzung entstanden.
Cereus trigonodendron K. Sch. „Bis 15 m h.,
einzeln oder wenig verzweigt; Ri. 3; Rst. 6; Mst. 1, ca.
6 mm lg.; Bl. rot, ca. 10 cm lg. — Nordost-Peru
(Loreto)." Die Pflanze hat regelmäßig eingefallene
Ri.-Flanken, große, dunkle Ar., und aus diesen
werden anfangs längere, locker-flockige H.
hervorgebracht. Die Art gehört nach allen Merkmalen
vielleicht gar nicht zu Cereus Mill. Erstaunlich ist, daß
alle Sammler diese interessante Spezies bisher nicht
wiederfanden bzw. nicht nachsammelten.
84 Cereus — Chileorebutia
Cereus validus Haw.
K. buschig, bis 2 m oder mehr h.; Tr. 5—8, anfangs
blaugrün; Ri. 4—8, zusammengedrückt; Rst. 6, bis
2 cm lg.; Mst. 1 (—2—3), einzelne später bis 16 cm
lg., alle hornfarben; Bl. weiß bis rötlich; Fr. rot,
Pulpa rot (!). — Ostbolivien bis Argentinien.
Cereus vargasianus Card.
E. baumförmig, mit kurzem Stamm, bis 8 m h.;
Tr. ziemlich steil aufgerichtet, blaugrün, auf ca. 50
cm Länge eingeengt; Ri. 4—5, zusammengedrückt,
5 cm h., Kante etwas wellig verlaufend; Ar. grau;
St. ca. 9—10, schwer trennbar, mittlere 3—4
zuweilen deutlicher, bis 7—15 mm lg., bräunlich, Basis
dunkler, verdickt; Bl. nur 8—10 cm lg., weiß; Sep.
rosa; Stbf. grün; Fr. bis 8 cm lg., elliptisch, gelb,
Pulpa weiß. — Peru (Cuzco).
Cereus variabilis Pfeiff. (Nur in Brasilien) s. unter
C. pernambucensis Lem.
Cereus xanthocarpus K. Sch.
K. bis 7 m h., basal reich verzweigt, bläulich
hellgrün, reiflos; Tr. ziemlich steil, bis 11 cm 0; Ri. 5,
zuerst ca. 2 cm h., später bis 6 cm h., etwas gekerbt;
Ar. mit zunehmendem Alter entfernter; St. anfangs
kurz; Rst.3—5 und 1 Mst., alle erst
gelblich-bräunlich, dann schwarzbraun, bzw. mit solchem Fuß,
bis ca. 2 cm lg.; Bl. 17—20 cm lg., reinweiß; Fr.
rundlich, ca. 9 cm lg., kupfrig-bräunlich vor dem Platzen,
dann orange-gelbrot (bis karmin ?), Pulpa weiß. —
Paraguay (Calle Manora).
Chamaecereus Br. & R. (96)
Ziemlich weichtriebige zwerg-cereoide Pflanzen,
stark sprossend, mit leicht lösenden Trieben und
roten Blüten, kleinen runden Früchten, die ± trok-
ken sind, und mattschwarzen Samen. Nur 1 Art
bekannt.
Nachteilig ist das leichte Abfallen der Glieder und
daß sie oft von Roter Spinne befallen werden. Durch
Kreuzung vor allem mit Lobivia famatimensis
entstanden Bastarde mit festeren, etwas kräftigeren
Gliedern und einem reichen Farbenspiel der Blüten.
— Verbreitung: Nordargentinien (auf Bergen von
Tucuman und Salta). [®. P., ziemlich winterhart.]
Cnamaecereus silvestrii (Speg.) Br. & R. (T.)
K. kleine Gruppen, bis ca. 6 cm h., hellgrün; Ri. 6
—9, zierlich, niedrig; St. sehr kurz, weiß und weich;
Bl. Scharlach bis reinrot, ca. 4 cm lg., schwarz- und
weißhaarig, ± mit einigen Borsten. —
Argentinien (s. oben),
f. crassicaulis crist. Backbg. ist eine derberglie-
drige Pflanze mit weniger leicht lösenden G., die
am Tr.-Ende verbänden!. (Abb. 56.)
Chamaelobivia Y. Ito: In Japan so bezeichnete
Pflanzen sind wahrscheinlich ähnliche Hybriden wie
die bei Chamaecereus erwähnten Bastarde.
Chiapasia Br. & R. (39)
Flachtriebige Epiphyten mit gekerbten Trieben und
schlanken, stielrunden Stämmchen. Die Blüten
haben eine trichterig-offene glockige Form und
unterscheiden sich dadurch von den Disocactus-Blü-
ten, deren drei Arten übereinstimmend eine viel
engere Blütenform von niemals glockiger Gestalt
haben; die Petalen stehen bei Chiapasia auch
geschlossener. Die Blüten dauern mehrere Tage. Die
Frucht ist klein, etwas breitkugelig und glatt. Nur
1 Art beschrieben. — Verbreitung: Mexiko
(Chiapas). [®.] Von Kimnach trotz der
unterschiedlichen Blütenform zu Disocactus gestellt, s. auch
dort.
Chiapasia nelsonii (Br. & R.) Br. & R. (T.)
K. reich verzweigt, Haupttr. mehr oberhalb
verzweigt; Tr. bis 1,60 m lg., 3—4 cm br., niedrig
gekerbt; St. fehlend; Bl. ca. 5 cm lg., glockig, lilarosa;
Ov. mit winzigen Sch.; Gr. und Stbbl. herausragend;
N. ziemlich lg.; Fr. klein, breitrund, mit Blütenrest;
S. glänzend bis matt bräunlichschwarz. —
Mexiko (Chiapas, bei Chicharras). (Abb. 57.)
v. hondurensis (Kimn.) Backbg. n. comb.
(Disocactus nelsonii v. hondurensis Kimn., C. & S.
J. (US), XXXVII: 2, 33. 19G5).
K. mit nur bis 50 cm lg. Haupttrieben und mehr
zum Grunde hin verzweigt; Tr. 5—6 cm br.;
Sep. gelblich-purpur (v. nelsonii: grünlich-gelb);
Pet. bis 2,4 cm br. (v. nelsonii: bis 2 cm br.); N.
und Stbb. purpurn (v. nelsonii: gelb). —
Honduras (Coraayagua, östl. Siguatepeque, 4 Meilen
südwestl. El Rincon).
Chilenia Backbg.: Zuerst ein Name für eine
Artengruppe von Neoporteria Br. & R. (1935, 1938) dann
(1939) für Neochilenia Backbg., aber ungültig.
Chileorebutia Ritt.: Neochilenia Backbg.
Die Gattung Ritters wurde aufgestellt mit den
Merkmalen „Zwergiger Wuchs mit Rübenwurzeln,
Warzen statt Rippen, Blüten stärker mit Haaren
und Borsten bekleidet". Keines dieser Kennzeichen
ist in diesem Falle ein echtes Gattungsmerkmal, da
alle auch bei anderen chilenischen Gattungen
gefunden werden (Copiapoa, Neochilenia,
Neoporteria, Pyrrhocactus sensu Ritt, in Chile). Das Genus
war daher zu Neochilenia einzubeziehen (s. auch
lort).
Chileorebutia odieri sensu Ritt. : Neochilenia imitans
Backbg.
Chilita — Cleistocaotus 85
Chilita Orc. bzw. Orc. emend. F. Buxb.: Mamillaria
Haw. — Arten mit schwarzen Samen.
Chrysocactus Y. Ito: Eriocactus Backbg.
Cleistocactus Lem. (75)
Schlanktriebige Sträucher meist mäßiger Höhe, ba-
sal oder seitlich verzweigend, Triebe ziemlich
schlank. Die Bestachlung ist überwiegend fein, z. T.
± haarartig mit etwas festeren Stacheln
dazwischen. Bei einigen gibt es auch längere und stärkere
Stacheln. Vereinzelt werden reicher-triebige und
bäumchenartige Sträucher gebildet (C. morawetzia-
nus), z. T. auch ± liegende Körper (C. smaragdi-
florus). Die meisten Arten wachsen willig heran,
einige ziemlich rasch längere Triebe bildend (C.buch-
tienii), und sie sind auch im allgemeinen wenig
empfindlich. Da außerdem in neuerer Zeit eine
ganze Reihe bisher unbekannter Spezies gefunden
wurden, die im Habitus recht verschieden sind,
eignen sich die Arten dieses Genus besonders gut auch
für Berufszüchter. Hinzukommt noch die
interessante Blütenfärbung mehrerer Arten — weiß, gelb,
rot, rot mit grün, orange mit rot usw. —‚ wieder
andere sind im Alter sehr reichblühend (C. strausii,
C. jujuyensis), so daß die Gattung noch weit mehr
Aufmerksamkeit verdient als bisher. Die leicht
behaarten Blüten sind überwiegend ± zylindrisch,
mit geringer Saumöffnung, diese z. T. ± schräg, die
Röhren am Fruchtknoten ± geknickt, gewinkelt
oder gerade. Die dicht- und feinschuppige Frucht ist
nicht groß, die Samen sind meist zahlreich.
Beschrieben wurden bisher 50 Arten; noch
unbeschrieben ca. 6 weitere Spezies. — Verbreitung: Von
Mittelperu über das östliche Bolivien bis zum
nördlichen Argentinien, Paraguay und Uruguay. [®.]
Cleistocactus angosturensis Card.
K. mittelhoch, aufrecht, reicher verzweigt, bis 2 m
h.; Tr. bis 3,5 cm 0; Ri. ca. 15; Rst. 10—13, 3—15
mm lg.; Mst. 2—4, 1,5—1 cm lg.; St. alle nadelig,
gelb; Bl. ca. 7 cm lg., grün; Fr. 2 cm 0, dunkelrot;
S. dunkelbraun oder schwarz, klein, glänzend. —
Bolivien (Cochabamba, Angostura, 2550 m).
Cleistocactus anguinus (Gurke) Br. & R.
K. bald überhängend, anlehnend oder kriechend;
Tr.bis 2cm 0; Ri. 10—11, undeutlich; bis 22 Rst.
und bis 2 Mst., alle ± bräunlich, mittlere mehr
gelblich; Bl. 7,5 cm lg., s-förmig gekrümmt,
orangerot. — Paraguay.
Cleistocactus apurimacensis Johns, nom. nud.
K. aufrecht, anfangs (immer ?) von unten
verzweigt; Tr. 3,5 cm 0; Ar. ca. 10—12 mm entfernt,
bald weiß, mit breiter S-Furche darüber; St.
bernsteinfarben; Rst. ca. 10, nadelig, bis 10 mm lg.;
Mst. bis 4, etwas stärker, bis 2 cm lg., Fuß dunkel
und schwach verdickt; Bl. ? — Peru (Gebiet des
Rio Apurimac). Steht zweifellos dem Cl. mora-
wetzianus nahe.
Cleistocactus areolatus (Muehlpfrdt.) Rice:
Diese ohne Bl. beschriebene Art ist, wie Ritter
richtig erkannte, eine unsichere Spezies, vielleicht
ein peruanischer Loxanthocereus, gewesen. Seit
Riccobono wurde der Name für Cleistocactus parvi-
florus verwandt.
Cleistocactus ayopayanus Card.
K. 1—1,50 m h.; Tr. bis 3,5 cm 0, blaßgrün; Ri. bis
15, 4 mm h., quergefurcht; St. 13—16, dünn, gelb,
1,2—4 cm lg.; Bl. 4 cm lg., oben dunkelgrün; Fr.
1 cm 0, blaßgrün. — Bolivien (Prov. Ayopaya,
Morochata-Independencia, 2300 m).
Cleistocactus azerensis Card. — C. & S. J. [US],
XXXIII: 3, 74—75. 1961.
K. aufrecht, basal verzweigt; Tr. graugrün, bis 4 cm
0; Ri. ca. 23; Ar. bräunlich; St. 16—24, undeutlich
geschieden, bis 5 mm lg., weiß bis blaßgelb; Bl.
zahlreich, bis 5 cm lg., 7 mm 0; R. leicht gebogen,
blaurot; Sep. unten blaß violettrosa, oben grünlich;
Pet. violettrosa; Fr. kugelig, 8 mm 0; S. 1 mm groß,
glänzend schwarz. — Bolivien (Dept.Chuquisaca,
Puente Pacheco, 1100 m). (Abb. 58 lks.)
Cleistocactus baumannii (Lem.) Lem. (T.)
K. zuerst aufrecht, dann überlehnend; Tr. über 2,5
cm 0, sattgrün; Ri. bis 16; Rst. 15—20, bis 1,5 cm
lg.; Mst. 1, bis 2,5 cm lg., gelblich bis dunkelbraun,
heller gespitzt; Bl. bis 7 cm lg., schwächer
gekrümmt, feuerrot, innen heller; Fr. bis 1,5 cm 0,
rot, Pulpa weiß. — Nordostargentinien,
Paraguay, Uruguay.
v. flavispinus (SD.) Rice, unterscheidet sich durch
goldgelbe St.
Ritter unterscheidet noch folgende Tönungen der
Stacheln: FR 19b: rot; FR 19c: weiß; FR 19d:
schwarz. Die Tönungen sind aber nicht immer
beständig und wechseln z. T. am selben Exemplar,
z. B. rot in weiß.
Cleistocactus brookei Card.
K. bis 50 cm h.; Tr. bis 4,5 cm 0, hellgrün; Ri.ca.
24, bis 3 mm h., mit Querfurchen; Ar. oben grau,
unten braun; St. bis ca. 30, 4—10 mm lg., borstig,
gelblich, im Scheitel bräunlich; Bl. s-förmig, 5 cm
lg., tiefrot; Ov. nicht scharf abgeknickt; Fr. 1 cm
0, purpurn; S. dunkelbraun. — Bolivien (Santa
Cruz, bei Pozo No. 4, Camiri). (Abb. 58 rechts.)
Cleistocactus bruneispinus Backbg. ähnelt C.
baumannii, aber kräftiger; St. dunkelrotbraun; Bl.
kräftiger und mehr s-förmig gebogen. Heimat
unbekannt.
86 Cleistocactus
Cleistocactus buchtienii Backbg.
K. hochstrauchig, rasch wachsend; Tr. bis 5 cm 0;
Ri. ca. 18, niedrig, mit V-Kerbe; Ar. braun; St. ca.
12, nadelig, alle rotbraun, darunter Mst. ca. 4
unterscheidbar, bis 3 cm lg.; Bl. 6 cm lg., wenig offen,
weinrot. — Bolivien (Arque-Cochabamba).
v. (?) flavispinus Card, hat strohfarbene St., nur
1 Mst«; etwas länger; Ov. purpurrosa; Sep. grün.
— Bolivien (Prov. Tarata, La Angostura,
2570 m).
Cleistocactus candelilla Card.
K. liegend bis aufrecht, 1 m h.; Tr. 3 cm 0; Ri. 11
bis 12, mit Querfurchen, 3 mm h.; Rst. 13—16.
5 mm lg.; Mst. 3—4, schwach abgeflacht; Bl. 3,5 cm
lg.; Sep. abstehend, gelb, braunspitzig; Pet. röhrig
gestellt, purpurn lit weißem Rand; Fr. 1 cm 0,
lachsrot. — Bolivien (Prov. Florida, Pampa
Grande, 1400 m).
Cleistocactus chacoanus Ritt. n. nud. (FR 841)
Aus der Verwandtschaft des C. baumannii. Ri. ca.
8; Ar. klein, braun; St. braun bis schwarz, oben hell;
Rst. ca. 12—15, bis ca. 3—4 mm lg.; Mst. 1 (—2),
bis fast 3 cm lg.; Bl. stark zygomorph. — Bolivien
(Chaco).
Cleistocactus chotaensis Web.: eine bis heute
ungeklärte Art, die vielleicht nicht zu dieser Gattung
gehört: E. bis 2 m h.; Bl. 5 cm lg., orange, Saum 2,5 cm
br.; Ov. schwarz behaart. — Peru (Rio Chota); s.
unter Seticereus Backbg.
Cleistocactus clavicaulis Card. — „Cactus", 19:
80—81, 20. 1964.
K. säulig, nach oben verdickt, bis 60 cm h.f 40 cm
0; Ri. ca. 10, ziemlich weit stehend, 5 mm h.,
1,2 cm br.; Ar. bis 8 mm entfernt, grau, rund; Rst.
5—7, strahlend, 5—17 mm lg.; Mst. 1, 2,5—3 cm
lg., abwärts gerichtet; St. alle blaßgrau,
braunspitzig, derbnadelig; Bl. röhrig, 3,5 cm Ig.. 8 mm
dick; Sep. unten rosa, oben grün; Pet. unten
dunkelpurpurn, oben grünlich; R. 2 cm lg., rot; Ov.
blaßgrün, kugelig, 6 mm gr.; Stbf. weiß; Stbb.
blaßpurpurn bis gelblich; Gr. 3 cm lg., weiß; N. 8,
grün; Fr. kugelig bis länglich, 1—2 cm lg.,
lilapurpurn, Seh. weißlich, spärlich weiß behaart. —
Bolivien (Prov. Gran Chaco, Dept. Tanja, bei
Angosto de Villa Montes, 460 m).
Cleistocactus compactus Backbg.
K. dicht basal verzweigt, bis ca. 40 cm h.; Tr. bis
3 cm 0; Ri. 12—14; Rst. bis 20; Mst. 0—1, hell
gelbbraun, im Scheitel dunkler; Bl. gerade, unten
karmin, oben hellbräunlich mit rötlicher Pet.-Mitte,
abstehend. — Heimat unbekannt.
Cleistocactus crassicaulis Card. — C. & S. J. [US],
XXXIII: 3, 77—78. 1961.
K. schlanksäulig, bis 60 cm h.; Tr. blaßgrün, bis 7 cm
0; Ri. ca. 14; Ar. dunkelgrau; Rst. 8—10,
strahlend, bis 5 mm lg.; Mst. 1—3, abwärts gerichtet,
7—20 mm lg.; St. alle grau und am Fuß verdickt;
Bl. bis 3,5 cm lg., 9 mm 0; Sep. smaragdgrün; Pet.
oben grünlich, unten weißlich; Fr. kugelig, bis 1,3 cm
lg., rötlich; S. dunkelbräunlich. — Bolivien (Entre
Rios, Angosto de Villa Montes).
Cleistocactus dependens Card.: Seticleistocactus de-
pendeos (Card.) Backbg. (Abb. 59 lks.).
Cleistocactus flavescens Hort. Hge. jr.:
Cleistocactus wendlandiorum Backbg.
Cleistocactus flavispinus (K. Sch. non SD.)
Backbg.
E. aufrecht, hellgrün; Tr. bis 3 cm 0; Ri. bis 16;
Ar. oben braun, unten grau; Rst. bis ca. 18, in
unterer Ar.-Hälfte, dünn; Mst. ca. 3, der längste bis
2 cm lg. oder etwas mehr; St. blaßgelb; Bl. sanft
gebogen; Sep. orange; Pet. von z. T. goldgelb über
Scharlach- nach blutrot verfärbend. — Paraguay?
Cleistocactus iusiflorus Card.
K. aufrecht, basal verzweigt; Tr. bis 2,4 cm 0,
frischgrün; Ri. 13—14, 4 mm h.; Ar. grau; Rst.
8—9, 3—5 mm lg., mitunter 7 mm lg.; Mst. 1,
1—2 cm lg.; St. alle dünn, hellgrau, braunspitzig;
Bl. gerade, 3,5 cm lg.; R. hellgelb; Sep. unten rosa,
oben grünlich-bräunlich; Pet. magenta, Rand
durchsichtig; Fr. 1,5 cm 0, gelb. — Bolivien (Valle
Grande, Saipina, 1900 m).
Cleistocactus glaueus Ritt. — „Taxon", XIII: 3,
114.1964.
K. bis 2 m lg., basal verzweigt, graugrün; Tr. bis
4 cm 0; Ri. (12—) 13—17 (—18), stumpf, gekerbt,
bis 5 mm h.; Ar. 4—6 mm entfernt, weiß oder
bräunlich; St. kastanienbraun; Rst. 7—9, 4—7 mm
lg., nadelig, die untersten die längsten, oben keine;
Mst. 1—3, gerade, steifer, z. T. nur wenig länger,
1 (—2) jedoch viel stärker, bis 5 cm lg.; Bl. grad-
saumig, bis 4,2 cm lg.; Pet. zinnober oder orange,
Spitze grünlich bis grünlichbraun; R. karmin, leicht
abgebogen; Stbt. zweiserig, weiß; Gr. weiß; N.
grünlich; Fr. bis 1,5 cm gr., rötlich; S. 1,25 mm lg. —
Bolivien (Dept. La Paz, Prov. Murillo, Tirata)
(FR 112).
v. plurispinus Ritt. — I.e.:
K. etwas höher; Ri. 15—20; St. etwas dünner;
Rst. 10—15; Mst. alle lang; Pet. kürzer, oben
gerundet oder kurz gespitzt. — Bolivien (Dept.
La Paz, Grenze zwischen Prov. Murillo und
Loayza) (FR 112 a).
Cleistocactus grossei (Wgt.) Backbg.
E. aufrecht, anlehnend; Tr. ca. 2,5 cm 0 oder etwas
mehr; Ri. bis 17, mit schwacher V-Furche; Rst. ca.
17—18, sehr dünn, weiß; Mst. ca. 4, 2 längere auf-
und abwärts gerichtet, nadelig, amber- bis hellgelb;
Cleistocactus 87
Bl. rot, ca. 6 cm lg., 1,6 cm 0, Knospen zuerst
weiß wollig, aus braunen und weißen Ar. —
Paraguay.
Eine Art mit weiter geöffnetem Perianth.
Cleistocactus hildewinterae Ritt, und var. flavi-
rufus Ritt., unbeschrieben: „Einzige Art mit
weiter geöffneten Bl." (Ritt.); daher mit vorstehender
Art identisch?
Cleistocactus hyalacanthus (K. Sch.) Goss.
Eine seit der Beschreibung anscheinend nicht
wiedergefundene Art mit dünnen Tr., nur 1,5 cm 0;
Bi. 20; St. borstig fein, über 20, weiß; Ar. grau; Bl.
3,5 cm lg., hellrot. — Argentinien (Jujuy, Ro-
sario de Lerma).
Cleistocactus ianthinus Card.
K. aufrecht, bis 70 cm h.; Tr. blaßgrün, bis 3 cm 0;
Bi. ca. 10, 4 mm h.; Bst. 10—14, bis 8 mm lg.; Mst.
1, bis 3 cm lg.; St. zuerst weiß oder blaßrosa, dann
grau; Bl. 3 cm lg.; B. lilarosa; Sep. blaurosa, oben
weißlich; Pet. dunkler; Fr. 1 cm 0, dunkel-blau-
rosa. — Bolivien (Prov. Charcas, bei Calahuta,
2000 m).
Cleistocactus jugatiilorus Bagkbg.
K. bis 65 cm lg.; Tr. reingrün, bis 3 cm 0; Bi. 11;
Ar. ± graubräunlich; Bst. ca. 12, 4—6 mm lg.,
dünn, glasig; Mst, meist 3—4, bis 2,2 cm lg., hell-
hornfarben mit rötlicher Basis, der längste später
bis 4,2 cm lg.; Bl. 6 cm lg., fast gerade, schlank;
Pet. unten gelblichrot, zu ihrer Spitze hin
intensiver rot. — Heimat unbekannt.
Cleistocactus jujuyensis (Bagkbg.) Backbg.
K. aufrecht, über 1 m h.; Tr. 4—6 cm 0; Bi. ca.
20, schmal und niedrig; Ar. anfangs bräunlich;
Bst. ca. 25—30; Mst. durch Länge und Färbung
von den feinen Rst. deutlich geschieden, ±
bräunlich bis gelblich, über 3 cm lg.; Bl. 4 cm lg.; B.
hellrot; Pet. ± spreizend, ± bläulich-karmin; Fr.
klein. — Argentinien (Jujuy).
Sehr wüchsig und reich blühend, der „falsche C.
strausii".
Cleistocactus laniceps (K. Sch.) Goss.
K. 4 m h.; Tr. bis 5 cm 0; Bi. 9, quergekerbt; St.
meist nur 3, grau, bis 1,5 cm lg.; Bl. 3,5 cm lg.; Sep.
und Pet. wahrscheinlich rot; Fr. 1 cm 0; S.
glänzend-schwarz. — Bolivien (Kordillere von Tunari,
1300 m).
Cleistocactus luminosus Johns.
Eine anscheinend unbeschriebene, aber interessante
neue Art:
K. bis ca. über 1 m h.; Tr. bis ca. 5 cm 0, rein- bis
dunkelgrün; Ri. ca. 10—12, anfangs höckrig, mit
V-Furche; St. meist alle ziemlich steif und
stechend; Bst. bis 13, 2—4 mm lg.; Mst. meist 4,
kreuzständig, 5—8 mm lg., bräunlich oder oben
und unten rotbraun, die randständigen teils ebenso,
teils anfangs hell; Bl. ? — Herkunft unbekannt.
Cleistocactus luribayensis Card.
K. säulig bis baumartig, 2—3 m h.; Tr. bis 4 cm 0,
hellgrün; Bi. 13—15, niedrig, mit V-Kerbe; Ar.
hellbraun; St. 8—12, davon 1—3 mittlere ±
unterscheidbar, diese bis 3 cm lg., die übrigen bis 1 cm
lg., alle dünn, nadelig, grünlich- bis honiggelb oder
gelbbraun; Bl. bis 4,3 cm lg., karmin, Saum
aufrecht. — Bolivien.
Cleistocactus mendozae Card. — C. & S. J. (US),
XXXV: 6, 202. 1963.
K. bis 2 m h.; Tr. 4,5 cm 0, oben gerundet; Bi.
ca. 25, stumpf lieh, 4 mm h., 5 mm br.; Ar. elliptisch,
2 mm lg., 4 mm entfernt, aschgrau; St. gelb, rand-
und mittelständige nicht trennbar, 16—20,3—12mm
lg.; Bl. zahlreich, röhrig, nach unten zu gebogen,
3,5 cm lg., 8 mm 0; B. blaßrosa, 2 cm lg., mit
grünweißen Sch. und weißen sowie schwarzen H.
versehen; Sep. grün; Pet. 3 mm lg., purpurn; Stbf.
blaßpurpurn; Stbb. dunkelpurpurn; Gr. 2,5 cm lg.,
unten weiß, oben rosa; N. 8, blaßgrün; Fr. 1,6 cm 0,
rosa, mit durchsichtigen Sch. und weißen H.; S.
1 mm lg., dunkelbraun. — Bolivien (Prov. Tomina,
Dept. Chuquisaca, am Weg Padilla—Tomina,
2200 m).
Cleistocactus micropetalus Ritt. n. nud. (FR 830)
Tr. ca. 3 cm 0, grün; Ri. 11; Ar. braun; St. über 20,
fein, verflochten, gelb; Mst. bis über 5, gelb, dünn,
z. T. bis 3 cm lg. — Heimat ?
Cleistocactus monvilleanus (Web.) Web., unsichere
Art; war vielleicht ein Seticereus.
Cleistocactus morawetzianus Backbg.
K. bäumchenartig-strauchig, bis 2 m h.; Tr.
graugrün; Bi. bis ca. 14, mit V-Kerbe; St. bis 14, basal
± verdickt, ca. 3 mittlere unterscheidbar,
pfriemlich, anfangs goldgelb, bald weißgrau mit
strohfarbigen Spitzen oder ganz oben dunkler; Bl. ca.
6,5 cm lg., ± gerade oder über dem Ov. ±
abgebogen und dann abwärts gerichtet; Pet. schwach
spreizend, weiß, mit grünlichem oder leicht rosa
Schein. — Mittelperu (Huancayo-Ayacucho).
v. arboreus Ak. (C. & S. J. (US), XX: 9,129.1948,
Fig. 96, nur die Blüte) ist offenbar jene Form,
die stärkere Tr. hat, blaugrün; Bst. ca. 10; Mst.
ca. 4, alle ungefähr gleich lang, ca. 5—6 mm lg.,
seitlich und abwärts weisend, alle gelb,
v. pyenacanthus Rauh & Backbg.: s. unter Cl.
pyenacanthus.
Cleistocactus muyurinensis Ritt. — „Taxon", XIII:
3, 114. 1964.
K. basal verzweigt, bis 1,5 m h.; Tr. 2—3 cm 0;
Ri. 10—13, gekerbt, bis 5 mm h.; Ar. bis 4 mm ent-
88 Cleistocactus
fernt, dunkelbraun; Rst. 3—5, weiß, haarfein, 3—5
mm lg., mittlere etwas kräftiger, obere wie die Mst.;
Mst. 1—2, 2—4 cm lg., gelbbraun; Bl. gradsaumig,
3,5 cm lg.; R. gerade, ± purpurn; öv. bräunlich-
rot bis -karmin, wie die R. weiß behaart; Pet.
violettpurpurn, violetter Rand, oben gerundet bis
etwas gespitzt; Stbf. weiß oder blaßrosa, oben
purpurn; Gr. und 7 N. rotbraun; Fr. 1,5 cm 0,
braunrot, schwach weißhaarig; S. 0,75mm gr., dunkel. —
Bolivien (Dept. Santa Cruz, Prov. Valle Grande,
Muyurina) (FR 821).
Cleistocactus orthogonus Card.
K. aufrecht, bis 80 cm h., blaßgrün; Tr. 4—5 cm
0; Ri. 15—17, bis 3 mm h.; Ar. grau; St. ± 10,
mittlere nicht unterscheidbar, 5—30 mm lg., gelb;
Bl. 4,5—5 cm lg.; R. magentarot; Pet. hell-magenta
bis rosenrot; Sep. grünlich-purpurn; Fr. 1,5 cm 0,
rot beschuppt, mit lachsfarbenen H. — Bolivien
(Dept. Potosf, Chaqui-Betanzos, 2800 m).
Cleistocactus parapetiensis Card.
K. aufrecht, bis 60 cm h.; Tr. bis 4 cm 0, frisch-
grün; Ri. 19; Ar. graubraun; St. ca. 20, 3—6 mm
lg., die längsten mittleren bis 10 mm lg.,
verschieden stark, haarartig bis nadeldünn oder etwas
stärker, weiß oder braun; Bl. lang herab erscheinend,
3—3,5 cm lg.; R. rötlich; Pet. grüngelb, die äußeren
mit rosa Basis; Fr. 1 cm 0, purpurn. — Bolivien
(Prov. Cordillera, Rio Parapeti).
Cleistocactus parvillorus (K. Sch.) Goss.
K. aufrecht, bis 3 m h.; Tr. bis 4 cm 0, grün; Ri.
12—15, mit V-Kerbe; St. dunkelgelb, auch grünlich
oder honiggelb bis bräunlich; Rst. 5—7 (—9), bis
ca. 4 mm lg.; Mst. 1 (—3), bis 2,5 cm lg., die übrigen
bis 4 mm lg.; Bl. rot, bis 3—4 cm lg., gerade; Fr.
gelb, ca. lcmØ. — Bolivien (Pairotani, 2400 m).
Ritter stellte richtig fest, daß Cl. areolatus Rice,
identisch mit Cl. parviflorus und Cereus areolatus
Muehlpfrdt. ein nomen dubium gewesen ist;
vielleicht war es ein peruanischer Loxanthocereus.
Der Stachelfrage aber hat Ritter in seinem Artikel
in Kakt. u. a. Sukk., 6: 102—104. 1963, zu wenig
Beachtung geschenkt. Alte, fast baumförmige
Exemplare des Typus der Art in der Marni ER-
Sammlung zeigten regelmäßig vorhandene und
ziemlich dicht stehende Mst. von ca. 1,5—2,5 (!) cm
Länge. Daneben gibt es Exemplare, bei denen die
Mst. nur halb so lang sind, alle fast gleich lang, wie
dies auch bei rotstachligen Pflanzen der folgenden
Varietät zu beobachten ist:
v. aiquilensis Ritt., 1. c: Ri. 14—19; St. gelb bis
rotbraun (und auch rot!); Bl. bis 4,5 cm lg., rot. —
Bolivien (Dept. Cochabamba, Prov. Campero,
Aiquile bis Chuquisaca, Yotala) (FR 539).
Der von mir in BfK. 1934—6 gezeigte Trieb
des „Cl. herzogianus" gehört — darin stimme ich
.Ritter zu — zu Cl. parviflorus, ist aber als
Alterstrieb nur vereinzelt mit Mst. versehen und
insgesamt gesehen kürzer bestachelt und nicht so
regelmäßig wie der Typus der Art. Auch die
großen Exemplare solcher Art haben fast gleich
lange St., längere mittlere nur sehr vereinzelt, so
daß ich dafür die
v. herzogianus (Backbg.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 5, 1963.
aufrechterhalte, zumal auch die Fr. nicht gelb,
sondern rosa-orange war; St. fahlgelblich bis
rötlich, zuweilen an ein und derselben Pflanze.
Nur durch diese Trennung sind die Unterschiede
in der Bestachlung genau wiederzugeben. Alte
Stücke der v. aiquilensis Ritt, zeigten in der
MARNiER-Sammlung rote Bestachlung und
fehlende längere Mst., die Bestachlung ziemlich gleich
lang.
Cleistocactus piraymirensis Card.: Seticleistocac-
tus piraymirensis (Card.) Backbg.
Cleistocactus pojoensis Card.
K. aufrecht, bis 3 m h.; Tr. 4—5 cm 0; Ri. 13—17,
3 mm h.; Ar. braun; Rst. 8—12, bis 8 mm lg.; Mst.
1, 2—3cm lg.; St. grau, Spitze braun; Bl. röhrig,
4 cm lg., unten gelbgrün, Mitte orange, oben
weinrot; Fr. 1,2 cm 0, dunkel-weinrot. — Bolivien
(Prov. Carrasco, Hazienda La Habana usw.).
Cleistocactus pungens Ritt. — „Taxon", XIII: 3,
115. 1964.
K. von Cl. morawetzianus durch basales Sprossen
unterschieden, bis 1,50 m h.; Ri. ca. 13, bis 8 mm h.;
Ar. bis 7 mm entfernt; St. kastanienbraun, später
grau, Spitze rotbraun; Rst. 8—12, bis 1 cm lg.;
Mst. 2—5, die Mehrzahl etwas kräftiger und länger,
1—2 davon noch länger, 2—5 cm lg.; Bl. 7,5 cm lg.,
karminrot; (Fr. ? und) Ov. grünlich- oder braunrot,
etwas weißhaarig; Pet. mit schwach grünlicher
Spitze und blutroter Mittellinie; Fr. 2 cm gr.,
blaßrot; S. 1,3 mm gr., dunkel. — Peru (Dept.
Ayacucho und Apurimac, Grenzgebiet, am Rio
Pampas) (FR 664). Identisch mit nächster Art?
Cleistocactus pyenacanthus (Rauh & Backbg.)
Backbg. n. comb. (Cleistocactus morawetzianus v.
pyenacanthus Rauh & Backbg., Descr. Cact. Nov.
1,17. 1956).
K. aufrecht, über 1,50 m h.; Tr. bis 5 cm 0; Ri.
anfangs 8—10, später mehr, ca. b mm br.; Ar. rund,
ca. 5 mm 0; Rst. bis ca. 12, pfriemlich oder dünner,
Fuß kaum verdickt; Mst. schwer trennbar, etwas
kräftiger, 4(—5), der längste oberste bis 3,5 cm oder
etwas mehr lg.; St. zuerst rotbräunlich oder etwas
heller; Bl. 8,5 cm lg., gerade, tief karminrot; R.
mit grünlichen Sch. und kurzen, braunen H.; Sep.
dünn, grünlich, schmal; Pet. tiefpurpur; Stbf. und
Stbb. purpurn; Gr. weiß; N. rosaweiß. — Peru
(Trockengebiet bei Ayacucho, 2700 m).
Cleistocactus 89
Cl. morawetzianus nahestehend, aber der Bestach-
lung und Blüte nach besser eine eigene Art. Die Bl.
wurde erst neuerdings bekannt.
Cleistocactus reae Card.
E. aufrecht, bis 2 m h.; Tr. dunkelgrün, 3—4,5 cm
0; Ri. 19, 7 mm h.; Ar. grau; St. 16—20, gelblich,
dünn, 5—25 mm lg.; Bl. 5—7 cm lg., zylindrisch;
Sep. purpurn, Spitze dunkelgrün; Pet. rosa, weiß-
randig; Fr. 2,5 cm 0, rot; S. 1,5 mm gr., glänzend
dunkelbraun. — Bolivien (Prov. Inquisivi, Quima,
3000 m). Bei Ritter No. FR 113.
Cleistocactus ressinianus Card.
K. aufrecht, bis 2 m h., basal verzweigt; Tr. 4 cm 0;
Ri. bis ca. 22, quergefurcht, 4 mm h.; St. 8—15, bis
1,5 cm lg., manchmal mittlere deutlicher erkennbar,
bis 3,5 cm lg., rotbraun, spreizend; Bl. 7—8 cm lg.,
Saum zygomorph, lcraØ; Sep. dunkel-blaurosa;
Pet. 18 mm lg., blaurosa; Fr. rund, bis 3 cm 0;
S. glänzend-schwarz. — Bolivien (Prov. Oropeza,
Sucre-Tarabuco, 2700 m).
Cleistocactus rojoi Card.
K. aufrecht, 60 cm h.; Tr. dunkelgrün, nur bis
2,5 cm 0; Ri. 17, 4 mm h.; St. bis 25, dünn, 3—20
mm lg., weißlich oder braun; Mst. meist nicht
unterscheidbar, zuweilen 3—4, bis 2 cm lg., abwärts
weisend; Bl. eng, 6 cm lg.; Sep. dunkelrot, oben gelb;
Pet. lachsrosa; Fr. ovoid, 18 mm lg., rosa oder blaß-
purpurn; S. glänzend dunkelbraun. — Bolivien
(Prov. Entrerios, Entrerios-Villamontes, 600 m).
Cleistocactus santacruzensis Backbg. n. sp.
Ramis ad ca. 3 cm 0, viridibus; costis ca. 15—
17; areolis primo atrofuscis, deinde griseo-albis;
aculeis primo pallide flavis vel roseogriseis, deinde
griseo-albis; aculeis radialibus ca. 10, 2—6 mm
longis; aculeis centralibus 1(—3), ca. 2 cm longis;
flore 5 cm longo, s-curvato, margine zygomorpho,
rubro, parce lanato, squamis atro-rubris, distantibus.
— Bolivien (Santa Cruz)
K. bläulichgrün; Tr. bis ca. 3 cm 0; Ri. 15—17; Ar.
anfangs dunkelbraun, dann weißgrau; St. zuerst
blaßgelb oder rosagrau, dann weißgrau; Rst. ca.
10, 2—6 mm lg.; Mst. 1(2—3), 1 bis über 2 cm lg.,
bei mehreren auf- und abwärts weisend; Bl. ca.
5 cm lg., s-förmig gebogen, mit schrägem Saum und
herausragendem Gr., rot, entfernt dunkelrot
beschuppt, schwach behaart. — Bolivien (Santa
Cruz) (Ritter-No. FR 356); gehört zum
Formenkreis des Cl. baumannii, aber anders bestachelt; Bl.
kürzer (Abb. 60).
Cleistocactus smaragdiflorus (Web.) Br. & R.
K. aufgerichtet bis liegend; Tr. bis über 3,5 cm 0;
Ri. 12—14, niedrig; St. zahlreich, nadelig; Mst.
mehrere-, abstehend, steif, stechend, ± gelbbraun; Bl.
6 cm lg., eng; R. und Ov. rot, Saum grün; Fr. 1,5 cm
0, rund. — Paraguay, Nordargentinien.
v. gracilior Backbg. n. v.: Differt a typo speciei
ramis gracilioribus, viridioribus; areolis atris,
5 mm distantibus; aculeis brevioribus, rubro-
fulvosis, 1 centrali longiore, ad ca. 1—2,5 cm
longo.
K. dunkler grün und schlanker als beim Typus der
Art; Ar. dunkel-rotbraun, 5 mm entfernt; St.?
besonders oben, rötlich-braun, feiner, alle kürzer,
1 Mst. länger, 1—2,5 cm lg.; Bl. gleich. —
Heimat? (stammt von Hutchison).
Cleistocactus strausii (Heese) Backbg.
K. aufrecht, Im h., gepfropft mehrere Meter h,;
Tr. ca. 4 (— ca. 8) cm 0; Ri. 25, frischgrün; Ar.
weiß; Bst. 30—40, bis 17 mm lg., haarfein, weiß;
Mst. ca. 4, hellgelb, bis 2 cm lg.; Bl. 8—9 cm lg..
gerade, eng, weinrot, rötlichbraun behaart; Fr.
etwas gespitzt-rund, rot, wollig; S. klein, schwarz. —
Bolivien (Tarija, 1750 m).
v. fricii (Dörfl.) Backbg. hat bis 5 cm lg. H.
und angeblich eine grüne Fr. Die Bl. ist nicht
abweichend.
Cleistocactus sucrensis Card.: s. als var. unter Cl.
tupizensis (Vpl.) Backbg.; auch als eigene Art
angesehen.
Cleistocactus tarijensis Card.
K. aufrecht, bis 70 cm h.; Tr. bis 5 cm 0; Ri. ca.
20, 3 mm h.; St. ca. 20, dünn, durchscheinend weiß
bis gelblich; Mst. zuweilen 3—4 unterscheidbar, bis
2,5 cm lg.; Bl. röhrig, 4 cm lg.; Sep. rot, gelb
gespitzt; Pet. blaurosa, Basis weiß; Fr. 1,5 cm 0.
rund, rötlich bis grünlichrot; S.
glänzend-dunkelbraun. — Bolivien (Prov. Cercado, bei Tarija.
1900 m).
Cleistocactus tominensis (Wgt.) Backbg.
K. aufrecht, bis 2 m h., lange unverzweigt
wachsend ; Tr. bis 5 cm 0; Ri. 18—22, niedrig,
quergekerbt; St. 8—9, erst dünn, dann kräftiger, am
Scheitel gelblich, dann grau; Rst. kaum über 1 cm
lg., die mehr als Mst. erkennbaren bis 2 cm lg.,
abstehend, zuweilen bei Sämlingen rotbraun oder mit
rosa Spitze; Bl. nur 2,6 cm lg., eng, grün, gelblich
bis rot, oder unten grün und oben rot; Fr. ca. 1,8 cm
0, kugelig, blaßrosa, Pulpa weiß; S. ca. 1 mm lg.,
glänzend-schwarz. — Bolivien (östlich von Sucre.
Tomina-Tal, 1800—2000 m).
Cleistocactus tupizensis (Vpl.) Backbg.
K. aufrecht, basal verzweigt, ca. 1,50 m bis (in
Kultur) 3 m h.; Tr. bis ca. 6 cm 0; Ri. 14—24.
niedrig; St. ca. 15—20, glasig, brüchig, verschieden
lang, dazu Mst. 2, untereinander, bis ca. 4,5cm lg.,
weißlich bis leuchtend fuchsrot, später mittlere
kaum unterscheidbar, alle St. ziemlich dicht stehend;
Bl. nur schwach gebogen, 8 cm lg., weinrot, Saum
etwas schräg; Pet. rot bis weißlich. — Bolivien
(Tupiza).
90 Cleistocactus
v. sucrensis (Card.) Backbg. hat bis 6 cm lg.,
abstehende und zuerst ± strohgelbe St.; Bl.
6,5—8 cm lg.; Sep. dunkellachsrot; Pet.
weinrot. — Bolivien (Prov. Oropeza, Sucre-Tara-
buco).
Cleistocactus vallegrandensis Card. — C. & S. J. (US),
XXXIII: 3, 75—76. 1961.
K. säulig, verzweigt, bis 60 cm h.; Tr. dunkelgrün,
bis 2,5 cm 0; Ri. 12—13; Ar. dunkelbraun oder
schwarz; Bst. 15—18, 5—20 mm lg.; Mst. 1,
2—3 cm lg.; St. dicht, alle dünnadelig, + gelblich;
Bl. zahlreich, röhrig, bis 3,5 cm lg., dunkel(bläulich)-
rot. — Bolivien (Vallegrande). (Abb. 59 rechts.)
Cleistocactus variispinus Ritt. — „Taxon", XIII:
3, 114. 1964.
K. nach der Mitte zu verzweigend; Ri. 14—18,
undeutlich gekerbt; Ar. weiß, bis 4 mm entfernt; St.
30—40, blaßgelb> gold- oder braungelb, die oberen
bis 1 cm lg., 1—2 bis 2—4 cm lg.; Bl. gradsaumig,
bis 4,8 cm lg., weiß; B. karmin oder orange; Ov.
rötlich, wie die R. etwas weißhaarig; Pet. blaß-
grünlich gespitzt; Fr. bis 2 cm gr., violettrot; S. 1,2
mm gr., glänzendschwarz. — Bolivien (Dept. La
Paz, Prov. Lareca, Mine Cascabel, 2000 m) (FR
108).
Cleistocactus villamontesii Card. — C. & S. J. (US),
XXXIII: 3, 76—77. 1961.
E. aufrecht, basal sprossend, bis ca. 40 cm h.; Tr.
bis ca. 3 cm 0, oben verjüngt; Ri. ca. 15; Ar.
braun; St. undeutlich geschieden, 2—6 mm lg.,
ca. 20, mitunter 1—3 Mst. deutlicher, bis 1 cm lg.,
blaßbräunlich, die übrigen weißlich; Bl. zahlreich,
zygomorph, ca. 5 cm lg.; R. dunkel purpurn, H.
weiß; Sep. unten weiß, oben grünlich; Pet. ähnlich
gefärbt; Stbb. tief purpurn, hervorragend; N.
smaragdgrün; Fr. kugelig, 1,2 cm gr. — Bolivien
(Entre Rios, Angosto de Villamontes). Bl. etwas
variabel,
v. longitlorior Backbg. n. v.: Differt a typo acu-
leis ca. 14, radialibus claris, ad ca. 8 mm longis,
centralibus ca. 4, ad 2 cm longis, f uscatis; flore ad
7 cm longo, in tubo ovarioque pilis fuscatis; stig-
inatibus claro-viridibus.
Weicht vom Typus der Art ab durch ca. 14
Stacheln, die randständigen hell, die ca. 4 mittleren
bräunlich, bis 2 cm lg.; Bl. bis ca. 7 cm lg.; R.
und Ov. mit bräunlichen H.; N. hellgrün.
Die R. ist nach oben zu heller-purpurn, sonst
entsprechen die Farben denen des Typus der Art;
die Stbb. sind ebenfalls tief purpurn gefärbt.
Cleistocactus viridialabastri Card. — C. & S. J. (US).
XXXV: 6, 201. 1963.
K. bis 60 cm h.; Tr. bis 4,5 cm 0, blaßgrün; Ri.
ca. 19, 4 mm h., 5 mm br., mit Furche; Ar. 6 mm
entfernt, elliptisch, 4 mm lg., braungrau; Rst. 8—9,
2—10 mm lg.; Mst. 1, abwärts gerichtet, 1,5 cm lg.;
St. alle nadelig, gelb, später grauweiß; Knospen
blaßgrün, weißhaarig; Bl. 4 cm lg., oben konisch
verengt, unten blaßgrün, in der Mitte rosa und oben
grün; R. purpurrosa, Seh. blaßgrün, weich- und
weißhaarig; Ov. mit blaßgrünen Seh. und kurzen
weißen H.; Sep. samaragdgrün; Pet. smaragdgrün;
Stbf. weiß; Stbb. braun; Gr. unten weiß, oben
grünlich; N. grün; Fr. 2 cm 0, rötlich, mit blaß gelb-
grünen Seh. und weißen H.; S. 1,2 mm lg.,
dunkelbraun. — Bolivien (Gran ühaco, Dept. Tarija,
am Wege Villamontes-Palos Blancos, 600 m).
Cleistocactus viridiflorus Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 6. 1963.
K. bis 1,60 m h.; Tr. ca. 2,2 cm 0; Ri. ca. 12; Ar.
bräunlich; St. gelblich; Rst. ca. 15—18, bis 1 cm lg.
dünn; Mst. schwierig unterscheidbar, bis 2,2 cm lg.;
Bl. ca. 3,5 cm lg., ganz grün, auch die Seh., mit
braunen Wollhaaren. — Bolivien(Ayata)(FR323).
(Abb. 61 lks.)
Cleistocactus vulpis-cauda Ritt. & Cullm. — Kakt.
u. a. sukk. Pflz., 13: 3,38—40.1962.
E. bis 2 m lg., hängend, basal verzweigt; Tr.
2—5 cm 0, grün; Ri. 18—22, schwach quergekerbt;
Ar. gelb bis dunkelbraun; statt St. nur H., bis ca.
50, elastisch, 1—2 cm lg., weißlich bis fuchsrot,
mittlere nicht unterscheidbar; Bl. 6 cm lg., kaum
gebogen; Ov. rechtwinklig abgebogen, rot; R.
hellblutrot, sehr gering weiß behaart; Sep. dunkelrot;
Pet. hellrot, Saum schräg; Fr. rot, später braun,
würfelig, 9 mm lg.; S. schwachglänzend-schwarz. —
Bolivien (Prov. Tomina) (FR 847). Nach einem
Foto von Cullmann können die H. auch borstig
sein, im Oberteil aufgerichtet, sonst abstehend.
(Abb. 61 rechts.)
Cleistocactus wendlandiorum Backbg.
K. aufrecht, basal verzweigt; Tr. bis 3,5 cm
(gepfropft bis 4,5 cm) 0; Ri. ca. 22, 2 mm h.; Ar. ±
länglich; St. ca. 40, borstig fein, kurz, zuerst
gelblich, bald grauweiß, bis ca. 1 cm lg., dicht stehend;
Mst. kaum unterscheidbar; Bl. 5 cm lg., Saum
schräg; Ov. 3—4 mm lg., rechtwinklig abgeknickt;
R. sanft gebogen, hell-orange; Sep. karmesin-orange;
Pet. etwas dunkler; Nektarkammer durch basale
Stbf.-Verwachsung hautartig abgeschlossen. —
Bolivien (im Süden?).
Weitere Cleistocactusarten, von Ritter gefunden,
teils mit Namen, teils nur mit Nummern, nach den
bisherigen Erfahrungen bei den Neueinführungen
alle sammelnswert, sind:
Cleistocactus albisetus Ritt. (FR 820). „Mit
weißen Bst.-Stacheln",
Cleistocactus ipotanus Ritt. (FR 829): Bl. grün,
Cleistocactus margaritanus Ritt. (FR 842): Bl.
weniger zygomorph als bei C. chacoanus,
Cleistocactus otuyensis Ritt. (FR 1002): Ähnlich
C. buchtienii, aber lang und dicht gelbstachlig,
Cleistocactus pilcomayoensis Ritt. (FR 825):
ohne weitere Angaben,
Cleistocactus — Cochemiea 91
Cleistocactus sotomayorensis Ritt. (FR 824):
„dichte gelbe bis rote St."
Cleistocactus sp. (FR 358): Tr. ca. 4—5,5 cm Øi
Ri. ca. 16; Ar. anfangs bräunlich-grau; St. 9—11,
3—6 mm lg.; Mst. 1, bis 1,6 cm lg., alle fahl
gelbbraun bis rötlich; Bl. karmin (Ritter). — Bolivien
(Mataral).
Clistanthocereus Bagkbg. (67)
Baumartige bis strauchige Dickichte bildende Ce-
reen, mit stark gehöckerten Rippen und derben,
geraden, ziemlich gradsaumigen und behaarten
Blüten. Es ist unter den Loxanthocerei-Gattungen
das Genus mit den größten Arten und den kräftigsten
Blüten. Das Perianth ist nicht trichterförmig. Die
Früchte sind wesentlich größer als bei Cleistocactus
und auch als die von Loxanthocereus (hier „relativ
klein", Rauh). Bekannt sind bisher 4 Arten. —
Verbreitung: Nördliches Mittel-Peru. [®.]
Clistanthocereus calviflorus (Ritt.) Backbg. n.
comb. (Borzicactus calviflorus Ritt., „Taxon",
XIII: 3,118. 1964).
K. strauchig, ähnlich Cl. fieldianus; Tr, etwas
schlanker, bis 6 cm 0; Ri. 6—10, selten bis 16; St. gelb-
bis rotbraun; Rst. 10—12, schlanker; Mst. 1,
ziemlich kräftig, mitunter noch 2—3 kürzere und
dünnere; Bl. nur 1,5 cm weit geöffnet; Pet. mit karmin
Mitte, gelbem Rand, mitunter zinnoberrot; R.
schwach weißhaarig oder verkahlt; Ov. ebenso; Fr.
bis 3,5 cm lg., orange oder rötlich, schwach
weißhaarig bis verkahlt; S. 2 mm gr., schwarz, schwach
glänzend. — Peru (Dept. Ancash, Chavin) (FR1068).
Die Nektarkammer hat einen dichten Wollring.
Nach Ritters Vergleichsangaben mit Cl. fieldianus
und der offenbar gradsaumigen, nur wenig weiten
Blütenöffnung mußte die Art zu diesem Genus
umgestellt werden.
Clistanthocereus tieldianns (Br. & R.) Backbg. (T.)
K. strauchig bis ± baumähnlich; Tr. bis 6 m lg.,
aufrecht, hängend oder auch liegend, bis 8 cm 0;
Ri. bis 6, länglich grob gehöckert; Ar. groß; St.
anfangs nur ca. 5, grau, bräunlich gespitzt, ca. 1 cm
lg.; Mst. später 2—3, derb, bis 4 cm lg. (an älteren
Trieben werden anscheinend auch bis 11 weißliche
Rst. und 1—3 Mst., bis 4 cm lg., gebildet); Bl.
zinnoberrot, Saum waagerecht abstehend; R.
1,8 cm 0, braune Haare; Ov. behaart, rot; Fr. rund,
4 cm 0. — Nördliches Mittelperu (östlich von
Huaraz).
Clistanthocereus samnensis (Ritt.) Backbg. n. comb.
(Borzicactus samnensis Ritt., „Taxon", XIII: 3,
118.1964).
K. ähnlich Cl. fieldianus; Tr. etwas schlanker, ca.
5—7 cm 0; Ri. 6—9; St. gelb- bis rotbraun, 1
mittlerer bis 8 cm lg., daneben zuweilen noch 1—3
kürzere; Bl. gradsaumig, nur bis 7 mm 0,
violettpurpurn; R. schwarzhaarig; Fr. bis 3,5 cm lg., gelb oder
gelbgrün; S. 1,8 mm gr., dunkel. — Peru (Dept.
Cajamarca (Zangal) bis Dept. Ancash (Pariacoto);
Typort: Samne (Dept. La Libertad) (FR 304).
Die Nektarkammer ohne Haarbildung. Die Art
mußte aus gleichen Gründen wie Cl. calviflorus zu
diesem Genus umgestellt werden, dessen Namen sie
besonders auffällig entspricht. Interessant ist die
unterschiedliche Bl.-Bekleidung bzw. die bei
vorgenannter Art stark fortgeschrittene Reduzierung.
Clistanthocereus tessellatus (Akers & Buin.) Backbg.
K. baumartig, bis 1,80 m h.; Tr. kräftig; Ri. 6—6,
länglich-6eckig gehöckert und quergefurcht; Rst.
ca. 10, 7—15 mm lg., rötlich-braun gefleckt; Mst.
meist 1, pfriemlich; Bl. rot, Seh. fleischig; R. derb
und gerade wie auch der Saum; Fr. gelb, mit
schildförmigen Seh., auftrocknende Pulpa. —
Nördliches Mittelperu(Churin-Oyon, am Rio Huaura).
(Abb. 62.)
Cochemiea (K. Brand.) Walt. (233)
Pflanzen mit zylindrischen Trieben, dichte und z. T.
sehr große Kolonien bildend. Ohne Milchsaft und
ohne Furchen auf den Warzen. Die zum Scheitel
hin erscheinenden Blüten sind schief saumig und
haben eine ziemlich lange Röhre. Bis auf eine
Spezies haben alle Hakenstacheln. Die Arten sind recht
gutwüchsig, wachsen aber z. T. langsam (C. halei);
ihre Blüten bilden sie erst an.etwas größeren
Trieben. Die Früchte sind keulige oder runde Beeren,
rot, soweit bekannt auch innen; die Samen sind
mattschwarz und feingrubig punktiert. Bekannt
sind 5 Arten. — Verbreitung: Mexiko
(Niederkalifornien und einige benachbarte Inseln). [®,]
Cochemiea halei (K. Brand.) Walt. (T.)
K. bis 50 cm h., gruppenbildend; Tr. bis 7,6 cm 0,
ziemlich fest; W. kurz; Ax. anfangs wollig; Rst.
10—20, gerade, steif, bis 1,5 cm lg.; Mst. 3—4(—6),
bis 3,5 cm lg., gerade, sehr steif, kräftig; St. zuerst
rötlichbraun, dann gelblich, zuletzt grau; Bl.
4—5 cm lg., scharlach; Fr. 1,2 cm lg. — Mexiko
(Niederkalifornien, Magdalena-Ins. u. a.).
Cochemiea maritima Linds.
K. 50cm h., Kolonien bis Im br.; Wz. verdickt;
Tr. aufrecht, liegend und z. T. aufbiegend, 3—7 cm
0, reifig-blaugrün; W. ± konisch; Ar. grau; Rst.
10—15, nadelig, 1 cm lg.; Mst. 4, nadelig, der hakige
unterste bis 5 cm lg.; St. alle rötlichbraun; Bl. 3 cm
lg., scharlach, umrollend; Fr. rund, rot. — Mexiko
(Niederkalifornien, Punta Bianca).
Cochemiea pondii (Greene) Walt.
K. bis 7 cm h., 3 cm 0, wenig verzweigt; Ax.
borstig; Rst. 15—25; Mst. 8—11, bis 3 cm lg.,
7 Kakteenlexikon
92 Cochemiea — Consolea
1—2 hakig; St. dichtstehend, die randständigen
weißlich oder auch bräunlich, die mittleren dunkler;
BL 6 cm lg., hell-scharlach; Fr. dickkeulig,
purpurrot, 1,8 cm lg. — Mexiko (Niederkalifornien,
Cedros-Ins. und andere Inseln).
Cochemiea poselgeri (Hildm.) Br. & R.
K. bis 2 m lg., erst aufrecht, später liegend oder
hängend, in großen Kolonien; Tr. blaugrün, später
graugrün, bis 4 cm 0; Ax. mit weißer Wolle und
z. T. Bst.; Ar. anfangs kräftiger wollig; Rst. 7—9,
steif, bis 1,6 cm lg., zuerst strohfarben, dunkelgelb
oder rot; Mst. 1, bis 3 cm lg., stärker, dunkel bis
schwärzlich, + hakig; Bl. 3 cm lg., glänzend-
scharlach; Fr. rund, 6—8 mm 0. — Mexiko
(Niederkalifornien, Kapregion). (Abb. 63.)
Coehemiea setispina (Coult.) Walt.
K. bis 30 cm h., dichte Gruppen bildend; Tr. bis
4 cm 0, hell-graugrün; W. etwas kegelig; Ar. weiß;
Ax. weißwollig; Rst. 9—12, nadelig, milchig-weiß,
+ dunkelspitzig, bis 2 cm lg.; Mst. 1—3, einer
hakig, wie die Rst. gefärbt, der hakige der längste;
Bl. 5,4 cm lg., leuchtend-zinnoberrot; Fr. keulig,
dunkelrot, bi3 1,7 cm lg. — Mexiko (Niederkali-
fornien, San Borgia).
Coleoccphalocereus Bagkbg. (184)
Nur mäßig hohe Cereen, z. T. auf steilen Hängen
wachsend. Das besondere Merkmal sind die stark
wolligen und mit längeren Borsten durchsetzten Ce-
phalien, die rinnenartig eingesenkt sind und später
± eingezogen werden. Die Blüten erscheinen am
obersten Cephaliumteil, sie sind nackt, die äußeren
Perigonblätter zurückgebogen, die inneren mehr
aufgerichtet und schwächer umbiegend; die roten
Deckelfrüchte sind glatt und kreiseiförmig, die
Samen schwarz. 2 (—3) Arten bekannt. —
Verbreitung: Brasilien (um Rio de Janeiro und in
Bahia) [®., P,, kälteempfindlich].
Coleocephalocereus aureus Ritt. (FR 1341) ist eine
noch unbeschriebene Art Ritters, 1. c: „K. 40 cm
h.; St. lang, zart, gewunden, erst braun, bald
goldgelb."
Coleoccphalocereus fluminensis (Miqu.) Backbg. (T.)
K. bis 2 m lg., bis 10 cm 0; Tr. dunkelgrün,
aufgebogen, dann aufrecht. Ri. 10—17, später bis 1,5
cm h.; Ar. weiß; Rst. anfangs 2—3, später 4—7;
Mst. 1; an blühfähigen Tr.: 2—10 kräftigere St. und
am Oberrand 2—4 kleine, alle hell- bis graugelb,
zuletzt bis 3 cm lg., biegsam; Ceph. später länger
herablaufend, Wolle weißlich; Bl. 5,5—7 cm lg.,
glatt, etwas längsgerieft; Sep. blaßrosa; Pet.
weißlich; Fr. 2—3 cm lg. — Brasilien (Rio de Janeiro,
Niteroy). (Abb. 64.)
Goleocephaloeereus goebelianus (Vpl.) Ritt. n. comb.
(Kakt. u. a. Sukk., 16: 3,61.1965, Winter-Angebot)
K. bis 2 m h., ca. 6 cm 0; Ri. 10; Ar. kurzfilzig,
bald kahl; St. 10—12, nadelig, dünn, braun, bis 1 cm
lg.; Ceph. einseitig, bis 20 cm weit herabreichend,
1,5 cm h., dichtwollig und mit herausragenden Bst.;
Bl. ca. 5 cm lg., glockig; Ov. ca. 1 cm br., 0,4 cm h.,
dickwandig; Pet. kurz. — Brasilien (Mittel-Bahia,
Serra das Almas, Gebiet des Rio de Contas).
Bei dieser bisher nicht endgültig eingegliederten Art
muß ich Ritters Umkombinierung folgen. Nach
Werdermann von A. purpureus nicht verschieden,
die Unterschiede von mir aber schon in „Die
Cactac." IV, 2497. 1960, angegeben. Vielleicht muß
auch A. purpureus zu diesem Genus gestellt werden,
doch ist über eine evtl. Cephaliumeinsenkung zu
wenig bekannt. Bei C. goebelianus dürfte sie nach
Ritters Umkombinierung vorhanden sein.
Coloradoa Boiss. & Davids. (198)
Kugelige Pflanzen, meist einzeln, selten sprossend.
Die Rippen sind höckrig geteilt. Die
glockig-trichterigen, ziemlich kurzen und verhältnismäßig
kleinen Blüten stehen um den Scheitel; sie sind kahl,
wie auch die Frucht, die unregelmäßig aufreißt, und
auf der der vertrocknete Blütenrest verbleibt. Die
Pflanzen sind selten; in ihrer Heimat werden sie oft
von Maden angefressen, leiden auch an Trockenfäule
und halten sich in der Kultur wohl meist nicht
lange. Es ist nur 1 Art bekannt, die erst 1940
beschrieben wurde. — Verbreitung: USA (Südwest-
Colorado; Neumexiko). [P., *]
Coloradoa mesae-verdae Boiss. & Davids. (T.)
K. kugelig bis länglich, bis 8 cm h., 6 cm 0; Bi.
13—17; Ar. bräunlich; Rst. 8—10, ca. 1cm lg.,
kremfarben, Basis rötlich oder braun; Mst. meist
fehlend oder 1, 1 cm lg., pfriemlich, grau,
dunkelspitzig, + gerade; Bl. 3,5 cm lg. und br.; Sep.
bräunlich-purpurn, weißrandig; Pet. kremfarben bis
gelblich, Mittelstreif bräunlich, Schlund grün; S.
4mm groß. — USA (Südwest-Colorado, Mesa-
Verde-Plateau; Neumexiko, Shiprock). (Abb. 65.) •
Consolea Lem. (16)
Baumartige Pflanzen, zuweilen mit mehreren
Hauptstämmen, diese durchlaufend, aber meist nicht
völlig rund wie bei der in der Gestalt etwas ähnlichen
Brasiliopuntia, sondern wenigstens nach oben zu ±
abgeflacht. Dieser stammähnliche, durchlaufende
Primärtrieb wird nur bei diesen beiden Gattungen
gefunden und ist daher ein typisches Merkmal.
Während aber die Endglieder bei Brasiliopuntia
auch in der blattähnlichen Form von Opuntia
abweichen und die Blüten eine staminodialartige
Haarbildung aufweisen, fehlt diese bei Consolea,
Consolea — Copiapoa 93
und die Endtriebe ähneln den dickeren Flachtrieben
der Opuntien, sind aber länglich und in der Kontur
unregelmäßig, indem die eine Triebkante mehr
gebogen ist als die andere; die Endtriebe stehen meist
so, daß die Kanten nach oben und unten zeigen, die
obere die mehr gradlinige. Zwischen diesen
Endtrieben und dem Stammtrieb stehen noch länger
durchlaufende und meist schmalere Zwischentriebe,
die z. T. stärker bestachelt sind. Die Bestachlung ist
sehr variabel, an den Endtrieben z. T. fehlend, aber
auch zahlreicher und scharf stechend. Die Blüten
sind verhältnismäßig klein, haben aber einen
längeren und teilweise + flachen Fruchtknoten, in dem
die Samenhöhle teils weiter oben, teils in der Mitte
sitzt, während das Perianth eingesenkt ist. Die
Samen scheinen stets nur gering an Zahl zu sein oder
sie fehlen sogar. Die Fruchtknoten wurzeln nach
dem Abfallen und tragen so zur raschen Vermehrung
besser bei, als wenn die Pflanzen aus Samen
heranwachsen würden. Mitunter sind die Fruchtknoten
ähnlich gekrümmt wie die Endtriebe. Bekannt sind
bisher 8 Arten, von denen man in Südeuropa
zuweilen einzelne in größeren Exemplaren sieht. —
Verbreitung: Auf den Antillen und den Keys von
Florida. [©.]
Consolea corallicola Small
K. bis 2 m h.; Stamm rund; Tr. bis 30 cm lg.; Ar.
dicht stehend; B. fast ganz reduziert; St. 5—9,
borstig dünn, einer viel länger, bis 12 cm lg., alle
anfangs lachsfarben, bald grau; Bl. zahlreich, rot;
Ov. ziemlich abgeflacht. — USA (auf den Keys von
Florida).
Consolea falcata (Ekm. & Werd.) Knuth
K. bis 1,50 m h.; Tr. bis 35 cm lg., 9 cm br., +
sichelig; St. 2—8, 1—4 cm lg., nadelig, raut; Bl.
rötlich; Ov. 2,5—3 cm lg., bis 1,8 cm 0; Fr. und
S. unbekannt. — Haiti (Nordwestliche Halbinsel).
Consolea macracantha (Griseb.) Britt.
E. über 3 m h., stark verzweigt; Stamm bis 15 cm
0; Tr. länglich, schwach-glänzend grün; Gl. braun;
St. am Stamm bis 15 cm lg., an den Trieben 1—4,
fast weiß, steif, pfriemlich, manchmal aber alle
fehlend; Bl. orangegelb; Ov. bis 3 cm lg. — Kuba
(der charakteristische Baum der südlichen und
östlichen Küstenebenen).
Consolea millsphaughii (Britt.) Britt.
K. bis 60 cm h,; Stamm unten 7 cm 0; Tr.
schmallänglich, bis 40 cm lg., bis 10 cm br., hellgrün, End-
Tr. kürzer; Gl. gelbbraun; St. am Stamm bis 15 cm
lg., sehr dicht, sonst geringer an Zahl und kürzer
bzw. nur an dem Rande der End-Tr., anfangs
purpurn; Bl. karmin, Saum 1 cm br.; Pet. aufrecht
stehend; Fr. zusaramengedrückt-oval, 2 cm lg., 1,5 cm
0, deren Ar. mit 1—2 gelbbraunen St.; Fr.? —
Kuba; Bahamas.
Consolea moniliformis (L.) Britt.
K. bis 6 m h.; Stamm dick werdend, dicht mit bis
12 cm lg. St. besetzt; Tr. bis 30 cm lg., bis 13 cm
br.; St. anfangs 3—6, 1—2,5 cm lg., später 5—8, an
Jungtrieben auch fehlend oder nur 1—3, alle
gelblich; Gl. bis 8 mm lg., bräunlich; Bl. 2,5 cm br., gelb
bis orange, bis 5 cm lg. — Hispaniola und Insel
Desecheo.
Consolea nashii (Britt.) Britt.
K. bis 4 m h., mit mehreren Hauptstämmen;
Stamm bis 12 cm 0; Tr. bis über 1 m lg., 6 cm br.,
End-Tr. bis 30 cm lg., bis 8 cm br., mattgrün; St.
meist 5 (2—5), bis 6 cm lg., spreizend, dünn, gerade,
stechend, hellgrau; Gl. bräunlich, sehr klein; Bl.
ca. 4 cm lg., 1,5 cm br., rot; Ov. 3 cm lg., etwas
keulig, stachlig; Fr.? — Bahamas.
Consolea rubescens (SD.) Lem.
E. bis 6 m h.; Stamm bis 15 cm 0, stachellos oder
mit vielen bis 8 cm lg. St.; Tr. bis 25 cm lg., End-Tr.
dünn und flach, meist dunkelgrün, auch rot(grün)
(Rassen); St. fehlend oder mehrere, bis 6 cm lg.,
fast weiß; Bl. über 5 cm lg., ca. 2 cm br., gelb,
orange oder rot (auch während der Blüte
verfärbend) ; Ov. höckrig, verschieden lang; Fr. rötlich,
eiförmig bis kugelig, bis 8 cm 0, samenlose bleiben
+ flach und wie das Ov. geformt; S. fast rund,
6—8 mm gr., behaart. — Westindien. (Abb. 66.)
In der europäischen Kultur scheinen zuweilen die +
rottriebigen Pflanzen in grüntriebige umzuschlagen.
Consolea spinosissima (Mill.) Lem.
K. bis 5 m h.; Stamm bis 20 cm 0; Tr. 2—4mal
so lg. wie br., mattgrün bis hellgrün; Gl. bräunlich;
St. am Stamm dicht, bis 8 cm lg. und stärker, an
den Tr. 1—3, strohfarben bis weißlich, bis 8 cm lg.,
auch fehlend, Basis rot; Bl. gelb, in rot verfärbend;
Ov. bis 8 cm lg. — Jamaika.
Copiapoa Br. & R. (129)
Eine der interessantesten Kugelkakteen-Gattungen,
mit 2 verschiedenen Entwicklungsformen: teils
kugelige Arten, sprossend oder polsterbildend, teils im
Alter cereoide Arten, bis über 1 m hoch, ebenfalls
sprossend. Während die letzteren erst als größere
Exemplare blühen, zeigen die kugeligen mitunter
schon bei kleinen Stücken Blüten, einige ziemlich
groß. Es gibt auch relativ zwergige Arten, z. T.
findet man verdickte Wurzeln. Körper- und
Stachelfarbe sind sehr unterschiedlich. Es gibt
mehligweiße Pflanzen, andere sind ölgrün, wieder andere
grau oder grün in verschiedenen Tönungen, +
bräunlich überlaufen oder ganz braun(grau). Die
Bestachlung zeigt ebenfalls von schwarz über braun
bis weiß jede denkbare Tönung, bei den einzelnen
Spezies mitunter noch abweichend, wie auch Zahl,
Länge und Stellung der Stacheln. Es hat den An-
7*
94 Copiapoa
schein, als wenn in dem relativ begrenzten
Verbreitungsraum von Chile eine ehedem geringere Zahl
von Ausgangsarten sich im Laufe der Zeit
vermischten, wodurch Übergangsformen entstanden,
die die Artabgrenzung z. T. erheblich erschweren.
Mitunter (z. B. bei C. krainziana) laufen aus den
Samen sehr abweichende Formen auf, auch im
Stachelcharakter stärker variierend, und es kommt
vor, daß drüben stärker graue Arten bei
Sämlingspflanzen reingrüne Körper haben. Die
Beschreibungen können also nur die Hauptformen
wiedergeben. Beschrieben sind wohl noch nicht alle Arten,
eine Anzahl jedoch von Ritter, der die meisten
neuen Spezies fand; sie sind z. T. schon in größeren
Kulturstücken vorhanden, haben aber noch nicht
alle geblüht, wieder andere haben sich als recht
blühwillig erwiesen, wenn sie etwas größer sind.
Weitere sind bekannt, die einen stärker
abweichenden Habitus zeigen, wenn sie aus Samen gezogen
werden, was die Bestimmung erschwert. Die Blüten
sind mäßig groß bis ansehnlich, mehr oder weniger
gelb, bzw. angeblich mit nur einer ± rotblühenden
Ausnahme; eine Anzahl Arten haben duftende
Blüten; alle sind sehr kurzröhrig. Die Früchte reißen
meist oben auf, klappen dann auf, und die Ameisen
verschleppen die Samen mit den fleischigen
Samensträngen. Ein Beispiel für die Schwierigkeit der
Einordnung ist: die im Alter säuligen Arten weisen
z. T. Varietäten auf, die Polster bilden; diese
verschiedenen Formen können also nur auf einer
geringfügigen Veränderung der Erbfaktoren beruhen. Die
große Variationsbreite und die Schönheit der Körper
und Bestachlung sowie die Tatsache, daß alle bisher
bekannten ca. 44 (z. T. noch unbeschriebenen)
Arten recht wüchsig sind (gepfropft wachsen sie
zwar rascher, aber wurzelecht nicht weniger gut),
machen die Gattung besonders kulturwürdig. —
Verbreitung: Nord- bis Mittelchile. [®. P.].
Copiapoa alticostata Ritt. — „Taxon", XII: 1,29.
1963 als Unterschiede von C. cuprea:
K. 20—40 cm h., grün, bis 1 m br. Polster bildend;
Ri. hoch; Ar. 8—13 mm 0; St. ähnlich wie bei
C. cuprea, aber braun; Mst. stets gleich vorhanden,
später bis 4; Fr. grün. — Chile (Freirina, nördl. von
Nicolasa) (FR 717).
Copiapoa applanata Backbg.
K. breitrund, hellgrün, bis 10 cm 0, sprossend;
Schöpf kremweiß, bis 3,5 cm br.; Ri. bis 21; Rst.
7—8, 1—1,6 cm lg.; Mst. 0—1, bis 1,75 cm lg.;
St. alle weißgrau, anfangs dunkelspitzig; Bl. ? —
Chile.
Scheint mit weniger Rippen und einzelnen längeren
Mst. zu variieren.
Copiapoa barquitensis Ritt, (unbeschrieben)
Ähnelt der C. hypogaea mit warzig gehöckerten Ri.,
in der Epidermisfarbe etwas unterschieden,
sprossend; St. dünn; Ar. weniger vertieft. — Chile
(südlicher als C. hypogaea wachsend, Chanaral?).
Copiapoa bridgesii (Pfeiff.) Backbg.
K. länglich werdend; Ri. 10, breit, stumpf; Ar.
dicht stehend, groß, oval, bräunlich-weiß; Rst. 7,
strahlend; Mst. 1, länger, bis über 3 cm lg.; Bl.
kleiner; Sep. grünlichgelb; Pet. schwefelgelb; Stbf. und
Stbb. gelb; R. wollig (?). — Chile.
Da Rümpler „wollige Röhre" angibt, kann es sich
— wenn kein Irrtum vorlag, was aber nicht
anzunehmen ist — um eine Pilocopiapoa gehandelt
haben, deren Blütenfarbe (P. solaris) variabel ist.
Alle obigen Merkmale könnten auch zutreffen, bis
auf nur 1 Mst. (bei Pilocopiapoa 2—5). Die
schwankende Mst.-Zahl bei Pilocopiapoa läßt aber auch die
Annahme zu, daß bei Kulturpflanzen nur einer
auftreten kann. Eine Identität von P. solaris und C.
bridgesii ließe sich nur durch Vergleich eines
Bestandes von aus Samen angezogenen P. solaris mit
obiger Beschreibung Rümplers von C. bridgesii
feststellen.
Copiapoa brunnescens Backbg. (ohne latein.
Diagnose beschrieben)
K. breitrund, braun; Scheitel reichwollig; Ri. in
rundlich-warzige Hck. aufgelöst; St. meist 6,
spreizend, derbpfriemlich, oben dunkel bis schwärzlich,
Fuß anfangs gelb. — Chile.
Copiapoa calderana Ritt.
K. einzeln, halbkugelig, später verlängert, bis 10 cm
0, graugrün, reif los; Ri. 10—17; Ar. grau, später
schwarz, 5 mm 0; Rst. 5—7, bis 15 mm lg.; Mst. 1
(—2), bis 3 cm lg.; St. braun bis schwarz, später
grau; Bl. 3—3,5 cm lg., 3 cm br., duftend; Fr. blaß-
grün, oben rötlich, bis 15 mm lg.; S.
glänzendschwarz. — Chile (Küste von Caldera).
Scheint stärker zu variieren.
Copiapoa carrizalensis Ritt.
K. später länglich, sprossend, bis 1 m h. Polster,
Einzelkopf bis 12 cm 0; Schöpf braun bis orange;
Wz. nicht rübig; Ri. 15—24, bis 10 mm h.; Ar.
anfangs braunorange; Rst. 4—7, bis 3 cm lg., ziemlich
gerade; Mst. 0—1, bis 4 cm lg.; St. schwarz oder
braun; Bl. 2,7 cm lg., 3 cm br., geruchlos; Pet.
zuweilen goldgelb, sonst heller; Fr. 1,5 cm lg., grün
bis braunrot; S. glänzend-schwarz. — Chile (Car-
rizal-Bajo, Küste).
Möglicherweise zu C. malletiana gehörend,
v. gigantea Ritt. : K. bis 2 m gr. Rasen bildend,
1 m hoch; Rst. 3—6, meist 4, 2,5 cm lg., mehr
abstehend ; Mst. fehlend oder 1, den Rst. ähnlich. —
N-Chile, nördl. von Carrizal Bajo (FR 508a).
Copiapoa castanea Ritt, (unbeschrieben)
K. breitrund; Ri. zahlreich, um die Ar.höckrig; Rst.
8; Mst. 1, gerade vorgestreckt; St. anfangs oben
fuchsbraun, zur Basis heller, zuletzt weißlich. — Chile.
Copiapoa 95
Die Körperfarbe ist mehr schmutzig- als
kastanienbraun.
Copiapoa chafiaralensis Ritt, (unbeschrieben)
K. breitrund, oliv-grünlich; Ri. zahlreich, weniger
höckrig als bei voriger; Schöpf (Sämlinge) weiß;
Rst. 8; Mst. 1; St. zuerst bräunlich, dann
ausbleichend, braunspitzig; Bl. ? — Chile (Chanaral).
(Abb. 67.)
Copiapoa cinerascens (SD.) Br. & R.
K. „kugelig" (verlängernd ?), Einzelköpfe bis 8 cm
0, grün; Schöpf grauweiß; Ri. 20—21, um die Ar.
geschwollen; Rst. 8, meist bis 1,2 cm lg.; Mst. 1
(—2), bis 2,5 cm lg., stärker; St. steif, gelb- bis
kastanienbraun, dann grau; Sep. oft zurückgebogen;
Pet. gelb, lanzettlich, + gezähnelt. — Chile (Küste
von Copiapo).
Copiapoa cinerea (Phil.) Br. & R. (T.)
K. zuerst kugelig, später säulig verlängert, bis 1,30
m h., Einzelkopf bis über 10 cm 0; Schöpf
weißgrau; Tr. kreidig-weiß; Ri. 14—30, +
quereingesenkt, kaum um die Ar. stärker; St. variabel, 1 (T.)
bis mehrere, pfriemlich bis starkpfriemlich, schwarz,
manchmal 1—7 Rst., bis 2 cm lg., 1—2 Mst., bis
3,5 cm lg.; Bl. bis 3,5 cm lg. und br., reingelb, außen
mehr rötlichgelb; Gr. krem, rosa getönt; S.
glänzend-schwarz. — Chile (Paposo, Taltal bis Cobre).
v. albispina Ritt. — „Taxon", XII: 1, 30. 1963:
K. kleiner als beim Arttypus, bräunlich, soweit
ich sah; Ri. 12—21; Rst. 0—6, blaßbräunlich oder
weiß, 2—5 cm lg., gerade oder leicht gebogen. —
Chile, nördl. von Taltal (FR 207a).
v. columna-alba (Ritt.) Backbg. wird bis 75
cm h., bis 20 cm 0; Schöpf + orange-farben; Ri.
27—47; Rst. 4—5, bis 8 mm lg.; Mst. 1—3, bis
2 cm lg.; St. gelblich bis schwarz; Bl. bis 3 cm lg.,
blaßgelb. — Chile (26° s. Br.).
v. dealbata (Ritt.) Backbg. weicht durch die
Bildung halbkugeliger Polster ab; St. meist einer, bis
ca. 3, dann der unterste der längste, schwarz; Bl. 3,5
cm lg. und br.; Fr. grünlich-weiß, leicht rötlich;
S. fast matt schwarz. — Chile (28° s. Br.).
Auch die Varietäten sind kreidig-weiß,
v. flavescens Backbg.: v. columna-alba (Ritt.)
Backbg.
Copiapoa coquimbana (Karw.) Br. & R.
K. kugelig, sprossend, große Gruppen bildend,
Polster bis 1 m br., Einzelkopf bis 10 cm 0; Wz.
faserig; Ri. 10—17, deutlich bis warzig gehöckert; Rst.
8—10, ziemlich dünn; Mst. 1—2, kräftiger; St.
schwarz bis grau; Bl. glockig, bis 3 cm lg.; Pet. gelb,
stumpf gerundet. — Chile (Coquimbo, La Serena
usw.).
v. wagenknechtii Ritt. — „Taxon", XII: 1, 30.
1963: Wz. kurzzylindrisch; Ri. saftiggrün, in
schmal verbundene, derbrundliche Hck.
aufgelöst; St. 6—7 (—8), bis 4 cm lg., schwarz, am
Fuß heller, dickpfriemlich, stärker als beim
Arttypus; Mst. mitunter 1, aufwärts gebogen; Bl.
größer, 4—5,5 cm 0. — Chile (El Tambo,
Elqui-Tal) (FR 718, zuerst als eigene Art
bezeichnet). Beschrbg. von mir nach
Sämlingspflanzen erweitert. (Abb. 72.)
Copiapoa cuprea Ritt.
K. meist einzeln, zuweilen sprossend, grün oder
braun überlaufen, bis 20 cm h., bis 18 cm 0;
Schöpf grau; Ri. 11—17, bis 2 cm h., 2—3 cm br.;
Ar. bis 1 cm 0, braun; Rst. 6-10, bis 2,5 cm lg.;
Mst. 0—1, sehr kräftig, bis 5 cm lg.; St. steif, rauh,
schwarz, vergrauend; Bl. bis 4 cm lg., bis 3 cm 0,
duftend, blaßgelb; Sep. mit karmin Mittelstreif; Fr.
1,5 cm lg., karmin, rot beschuppt; S. fast matt
schwarz. — Chile (nördliche Küstenkordillere, 28°,
25' s. Br).
Copiapoa cupreata (Pos.) Backbg.
K. kugelig," dunkelbraun; Ri. in rhombische, bis
5 mm h. Hck. zerteilt, Kanten abgerundet, mit
nasenartigem Vorsprung; Ar. weißgrau, eingesenkt;
St. (5—) 6, 1—2 cm lg., die obersten kürzer,
gebogen, oben braunschwarz, unten gelblich; Bl. ? —
Chile.
Copiapoa desertorum Ritt, (unbeschrieben)
K. breitrund, anfangs stärker im Boden eingesenkt,
düster gefärbt, wie auch die anfangs 4—5 am Grunde
verdickten, relativ kurzen St., diese zuerst
schwärzlich, dann bräunlichgrau aufhellend. — Chile.
Copiapoa dura Ritt. — „Taxon", XII: 1, 31. 1963.
K. länglich, bis 12 cm lg., grün, auch bräunlich; Ri.
11—15, bis 15 mm h., stumpflich, kaum gehöckert;
Ar. rund, bis 10 mm 0, braun bis weiß; Rst. 7—9,
gerade oder schwach gebogen; Mst. meist 3, seltener
1—2, gerade, 1—3 cm lg., unten bis 2 mm dick; Bl.
4 cm lg., schwefelgelb, duftend; Ov. weißlich, mit
rötlichen Schuppen; Fr. blaßgrün, oben leicht
bräunlich; S. 2 mm lg., fein warzig, großer weißer
Nabel. — N.-Chile (östl. von Totoral) (FR 546).
Sämlingspflanzen zeigen, daß die
Originalbeschreibung nicht immer auf Samenpflanzen zutrifft. Hier
sind die Ri. auch stark höckrig, wenigstens anfangs,
die Epidermis hell punktiert, der Körper auch
rundlich, die großen Ar. weiß (!); St. derbpfriemlich,
Fuß gelb, dann anfangs orange Zone, nach oben zu
schwarz.
Copiapoa echinata Ritt.
K. abgeflacht-halbrund, wenig sprossend, bis 10 cm
0, dicht bestachelt, graugrün; Wz. mit Hals, hart,
rübig; Ri. 13—21, stumpf lieh, über den Ar.
verdickt; Rst. 7—12, 5—15 mm lg.; Mst. 4—10,1,5 bis
4 cm lg.; St. anfangs schwarz, dann grau, gerade;
Bl. bis 2,75 cm lg., 3 cm 0, gelb; Fr. blaßgrün, 1 cm
96 Gopiapoa
0, mit braungrünen Seh.; S. glänzend schwarz. —
Chile (Canizal Bajo, in den Küstenfelsen),
v. borealis Ritt, hat kräftigere St.; Rst. nur
6—9,1—2cm lg.; Mst.nur 3—6. — Chile (südlich
von Monte Amargo).
Copiapoa echinoides (Lem.) Br. & R.
E. anfangs mehr breitrund, graugrün; Ri. ca. 13 bis
14, etwas um die Ar. verdickt, verflachend; Rst. 5
bis 7, + gerade; Mst. 1, 3 cm lg.; St. anfangs dunkel,
bald vergrauend; Bl. blaßgelb; Sep. rötlich; Pet.
breit-oblong, mit rotem Rückenstreif. — Chile (An-
tofagasta).
Copiapoa eremophila Ritt., unbeschrieben, ist eine
der C. gigantea als Sämling ähnliche olivgrüne
Pflanze mit etwas mehr horngelben Rand- und
Mittelstacheln und gleicher Ri.-Zahl. Eine Form?
Copiapoa ferox Lembcke & Backbg.
K. zuerst kugelig, dann verlängert, blaß-graugrün,
sprossend, Einzelkopf bis 15 cm h., bis 10 cm 0,
später mit grauem Belag; Wz. kräftig; Ri. 8, ca.
2 cm h.; Ar. groß, blaßgrau; Rst. ca. 10, bis 3,2 cm
lg., kräftig; Mst. bis 3, bis 5 cm lg., starr, noch
stärker; St. anfangs blaß-hornfarben, später schmutzig
grauschwarz bis gelbgrau, manchmal rötlich
gefleckt; Bl. ? — Chile (Blanco Encalado, südlich von
Antofagasta).
Copiapoa fiedleriana (K. Sch.) Backbg.: Copiapoa
pepiniana v. fiedleriana (K. Sch.) Backbg.
Copiapoa gigantea Backbg.
E. bis 1 m h., sprossend, Einzelköpfe bis 20 cm 0,
ölgrün, mäßig bereift, nicht kreidig-weiß; Schopl
rötlich-gelbbraun; Ri. 14—22; Ar. größer, später
dunkel; Rst. ca. 7; Mst. 1—2; St. + gleich lang,
leicht gebogen, derb, anfangs hornfarben,
dunkelspitzig; Bl. gelb. — Chile (Pampa de Antofagasta,
über Paposo).
Von Ritter irrtümlich als identisch mit C. hasel-
toniana Backbg. angesehen.
Copiapoa grandillora Ritt. — „Taxon", XIII: 1,
30.1963.
E. größer als bei C. mollicula, später stark
sprossend; Ri. zahlreicher, höher; Ar. entfernter; St.
länger und stärker, die mittleren bräunlich bis schwarz,
die randständigen grau und stärker angelegt; Bl.
größer, ca. 3 cm lg., 5,5 cm 0, blaßgelb, außen rot;
Fr. größer, stärker und stumpfer beschuppt. —
Nordchile (Esmeralda) (FR 523). (Abb. 68.)
Die vergleichenden Angaben sind die Ritters. Die
beiden Arten und C. montana, ebenfalls mit großen,
außen rötlicheren Bl., sind angesichts der
Formschwankungen hier angezogener Stücke oft schwer
unterscheidbar, zumal bei C. montana der am
Standort bräunliche Schöpf bei Kulturpflanzen weiß sein
kann, wie dies bei Copiapoa öfter vorkommt.
Copiapoa haseltoniana Backbg.
E. basal und seitlich verzweigend, graugrünlich bis
hellgrau, reiflos; Schöpf bräunlich; Ar. groß, bis
9 mm 0; St. an Zahl zunehmend, bis ca. 9, später
etwas abwärts geneigt; Mst. 0—1; St. gelblich.
Spitze manchmal dunkler, bis 3 cm lg.; Bl. gelb. Die
Rippen verflachen später manchmal ganz. —
Chile (nördlich von Taltal).
Es gibt Naturhybriden mit C. cinerea, schwach
reifig.
Copiapoa humilis (Phil.) Hutch.
Erster Beschreibungstext: „Sehr klein, gedrückt,
fast kugelig, 2,5 cm br., 2 cm h.; Ri. 10—12, höck-
rig; Rst. 10—12, borstenartig, spreizend; Mst. 1,
2,2 cm lg.; Bl. gelb, 2 cm lg. — Chile (Antofagasta,
Paposo)." (Abb. 69.)
Heute gehen 3 Pflanzen unter diesem Namen:
Abb. 3465 in Die Cactaceae, Bd. VI, olivgrünlich,
mitunter sehr schwach rötlich getönt, St. borstig
fein (von Schäfer, Antofagasta, gesammelte Pflanze
mit derber Rübe); Abb. 3466, 1. c: eine von Ritter
gesammelte Pflanze, dunkelgrün bzw. kräftiggrün;
Abb. 1845, Die Cactaceae, Bd. III: von Hutchison
gesammelte Pflanze, dem bei Buining gesehenen
Material, coll. Hutchison PH 405, nach die
dunkelste, + rötlich überlaufene, anscheinend kleinste
Pflanze mit großen Rüben, die Ri. mehr oder auch
weniger gehöckert.
Bei allen ist die Stachelzahl ungefähr gleich, alle
dünn, 1 mittlerer, bei meiner Abb. 3465 am
längsten, borstig weiß, mittlere sehr elastisch, ca. 2 cm
lg. und daher der Orig.-Beschrbg. am nächsten
kommend.
Es ist noch ungeklärt, welche Pflanze als Typus der
Art angesehen werden soll (Abb. und Typexemplar
Philippis fehlt), und welche als var. oder
nahestehende Art.
Copiapoa hypogaea Ritt.
E. einzeln oder dichotomisch teilend, klein, bis 4 cm
0, bräunlichgrau; Wz. dick und rübig; Ri. 10—14,
ganz in Hck. zerteilt; Ar. vertieft; St. anfangs 1—6,
2—4 mm lg., später abfallend, schwärzlich bis
aschgrau; Bl. 2,2 cm lg., bis 4 cm 0, blaßgelb; Fr. klein,
weißlich; S. glänzend-schwarz. — Chile (Küste der
Prov. Antofagasta).
Copiapoa intermedia Ritt, (unbeschrieben)
E. breitrund, blatt- bis bläulich-grün; Ri. in
stumpfkonische Hck. zerteilt, fast warzenförmig, spiralig
stehend; Rst. ziemlich kräftig, strahlig-abstehend,
ca. 10; Mst. bei den bläulichgrünen bis ca. 4, dunk-
ler-braun, unten rötlich, bei den blattgrünen ca. 1
bis 2, anfangs gelbbraun, bald weißlich, alle
mittleren nur etwas kräftiger und länger; Bl. ? — Chile.
Copiapoa 97
Copiapoa krainziana Ritt. — „Taxon", XII: 1, 30.
1963.
K. graugrün, bis 12 cm 0, Polster bis 1 m 0
bildend; Schöpf grauwollig; Ri. 13—24, bis 1,5 cm h.,
leicht gekerbt; Ar. grau, bis 6 mm 0; St. abstehend,
dünn, weiß bis grau, fast borstenfein, meist
gebogen; Rst. 10—12, 1—2 cm lg.; Mst. 14—20, 2 bis
3 cm lg.; Bl. bis 3,5 cm lg., gelb; Fr. gelb oder rot;
S. 1,6 mm lg., Nabel braun. — N.-Chile (Dept.
Taltal, Küstenberge) (FR 210).
v. scopulina Ritt. — 1. c, 31. 1963: K. wenig
sprossend, bis 20 cm 0; St. steif, braun oder
schwarz; Rst. nadelig; Mst. pfriemlich. —
N.Chile, gleicher Standort (FR 209).
Der Name „kleine Besen tragend" paßt nicht für
die steife Bestachlung, die auch nur gelegentlich
auftritt. Als C. scopulina wurde anfangs eine
straff weißborstige Pflanze, bzw. ihre Samen,
vertrieben; es handelte sich um eine Form des Typus
der Art, auf die der Name eher zutraf.
Copiapoa lembckei Backbg.
K. anfangs kugelig, dann länglich, weißlich
graugrün, bis 15 cm (und mehr ?) lg., bis 10 cm 0; Wz.
kräftig; Ri. 11, gerundet; Ar. grauschwarz (feucht
schwärzlich); Rst. ca. 7, bis 13 mm lg.; Mst. 1, bis
2,2 cm lg. + vorgestreckt; St. alle zuerst
schwärzlich bis schwarz, später vergrauend bis
schmutziggelblich und etwas graureif ig; Bl. ? — Chile
(nördlich von Caldera).
Hiermit ist vielleicht C. marginata sensu Ritt,
identisch.
Copiapoa longispina Ritt. — „Taxon", XII: 1, 31.
1963.
K. kugelig, einzeln, graugrün, bis schwärzlich; Ri.
13-16,1 cm h.; Rst. 6—10,1,5—5 cm lg.; Mst. 1—2,
2,5—6 cm lg.; Bl. 2,5—3,5 cm lg., blaßgelb; Fr.
kugelig. — N.-Chile (Sierra Hornillos, südl. von Co-
piapo) (FR 505). (Abb. 70.)
Die Beschreibung soll die Unterschiede von C. hu-
milis angeben, ist aber zu kurz, um diese klar zu
erkennen, bzw. wieweit die Art von C. humilis und
C. taltalensis meiner Abb. 3466 und 3467 in Die
Cactaceae, Bd. VI, abweicht.
Copiapoa longistaminea Ritt. — „Taxon", XII: 1,
31. 1963.
K. bis 50 cm h., bis 11 (—15) cm 0, graugrün,
selten weiß; Wz. kurzrübig; Ri. 15—21; Ar.
orangegelb, bis 6 mm entfernt; St. dunkel-kastanienbraun
bis fast schwarz; Rst. 4—6, etwas abstehend, 1—3
cm lg.; Mst. 0—1; Bl. bis 2,5 cm lg., blaßgelb, oben
oft bräunlich; Fr. blaßgrün; S. 1,2 mm lg. —
N.Chile (nahe Esmeralda) (FR 531).
Copiapoa malletiana (Lem.) Backbg.
K. einzeln bis tiefer herab sprossend, reifig
graugrün, später verlängert, langsam wachsend; Ri. ca.
15—17 (Längsfurchen wellig), um die Ar. verdickt;
Ar. + eingesenkt; St. 2—3, + abwärts weisend, bis
3 cm lg., später mehr, alle anfangs schwärzlich; Bl. ?
— Chile.
Beschreibung nach älterem europäischem
Kulturmaterial. Die Art scheint ähnlich wie C. cinerea zu
variieren (C. carrizalensis Ritt, hierher gehörend ?);
die St.-Zahl nimmt — wie fast stets — zweifellos
auch bei dieser Art später zu, der längste St. kann
auch als Mst. angesehen werden.
Copiapoa marginata (SD.) Br. & R.
K. später zylindrisch, bis 60 cm lg., mehrköpfig
sprossend, bis 12 cm 0, z. T. überbiegend und
wieder aufgerichtet, schmutzig-grau bis
(Kulturpflanzen) heller grün; Ri. 8—12; Ar. groß, rund, später
schwärzlich, nahestehend bis zusammenfließend;
St. braun zu Anfang, 5—10, ungleich, pfriemlich,
gerade, ein mittlerer längerer bis über 3 cm lg., oben
dunkler-braun; Bl. ca. 2,5 cm lg., gelb; Fr. 8 mm lg.;
S. glänzend schwarz. — Chile (Küste der Prov.
Antofagasta). (Abb. 71.)
Mit dieser Art muß C: streptocaulon sensu Ritt.
identisch sein.
Copiapoa marginata sensu Ritt. : C. lembckei
Backbg. (?)
Copiapoa megarhiza Br. & R.
K. breitrund, einzeln oder Gruppen zu meist nur
2—3 Köpfen, 8—26 cm lg., 4—9 cm 0, dunkelgrün
bis fast weiß; Schöpf weiß; Ri. meist 13; St. ca. 12,
bis 1,5 cm lg., ziemlich stark, erst gelb dann grau;
Bl. 2,5 cm lg., gelb; Fr. grün, bis 8 mm lg.; S.
schwarz. — Chile (bei Copiapo auf trockenen
Hügeln).
Copiapoa mollicula Ritt. — „Taxon", XII: 1, 30.
1963.
K. flach bis halbkugelig, weich, graugrün, einzeln,
bis 7 cm 0; Wz. rübig, lang, oben verengt; Schöpf
weißwollig; Ri. 10—14, stumpf lieh, kaum ge-
höckert, ca. 1 cm br.; Ar. bis 4 mm 0, weiß; Rst.
5—9, nadelig, gerade, grau, 5—15 mm lg.; Mst.
1—3, kräftiger, 1—3 cm lg., bräunlich bis schwarz;
Bl. bis 3 cm lg., blaßgelb; S. 1,2 mm lg., Nabel
weiß. — N.-Chile (nördl. Chanaral-Flugplatz)
(FR 525).
Copiapoa montana Ritt.
K. + breitrund, stärker sprossend, graugrün,
Einzelköpfe bis 20 cm h., 5—10 cm 0; Ri. 10—17, bis
8 mm h., um die Ar. höckrig verdickt; Ar. bis 1 cm
0, braun bis weiß (Sämlingspflanzen) und dick; St.
gleich lang, gerade oder + leicht gebogen, braunrot
bis schwarz; Rst. 4—7; Mst. 1—3, bis über doppelt
so lang wie die Rst.; Bl. ziemlich groß, 4 cm lg.,
bis 5,5 cm 0, duftend; R. 1,5 cm lg.; Pet. blaßgelb;
Fr. bis 1,2 cm 0, blaßgrün bis rot oder braunrot;
S. glänzend schwarz. — Chile (Region von Taltal)
(FR 522).
98 Copiapoa
Copiapoa multicolor Hort., angeblich von Ritter
stammend, aber nicht in den Winter-Kat., ist eine
etwas breitrunde Pflanze, bleitonig dunklergrün;
Bi. 11, höckrig, mit über den Ar. abgeflachter
Querkerbe; St. anfangs schwarz, Fuß heller, bald alle
weiß, im Übergang leicht hornfarben; Rst. bis ca.
10; Mst. bis 3, etwas derber und wenig länger, wie
die Rst. ziemlich kurz; Bl. ?
Eine interessante Pflanze, die ich in der Sammlung
van Marle, Holland, sah.
Copiapoa pendulina Ritt.
K. später zylindrisch, bis 2 m lg. werdend, sprossend,
Einzelköpfe bis 14 cm 0, dunkelgrün; Wz. rübig;
Schöpf bräunlich-grau, stachlig; Bi. 12—19,
stumpflich, um die Ar. verdickt; Ar. hell-graubraun;
Rst. 6—8,1,5—2,5 cm lg., gerade bis etwas gebogen;
Mst. 1 (—2), ebenso, kräftiger, bis 4 cm lg.; St. alle
anfangs braunschwarz bis schwarz; Bl. 3,5 cm lg.,
3,5—4 cm 0, etwas duftend; Fr. rund, 1 cm 0,
hellgrün, oben bräunlich; S. glänzend schwarz. —
Chile (Frai Jorge, küstennah).
Unter Ritters Samen liefen auch zu
zylindrischem Wuchs neigende rein-grüne Pflanzen auf, die
vielleicht der von Pfeiffer beschriebene „Echino-
cactus columnaris" sind; hier sind die St. braun.
Copiapoa pepiniana (K. Sch. non Lem.) Backbg.
K. einzeln (?), verlängernd (?), bald matt graugrün,
anfangs heller, bis 20 cm h., bis 10 cm 0; Schöpf
gelblichweiß, stachlig; Bi. 12, gerade, + gehöckert,
mit Kinnvorsprung; Ar. ziemlich groß, weiß; Bst. 7,
steif, bis 2 cm lg.; Mst. 1, größer und stärker; St.
alle anfangs dunkel-honigfarben. — Chile.
Es gibt auch mehr rundliche Kulturpflanzen und
solchen ähnelnde Kulturstücke der v. fiedleriana
(K. Sch.) Backbg., kompakte Polster bildend;
Wz. dicke Pfahlwurzel; K.- und Schopffarbe wie
beim Typus der Art, alte Stücke stark grau; Bi.
13; Bst. 4—6, bis 3 cm lg.; Bl. reingelb. — Chile
(Nördliches Küstengebiet).
Bei der var. fehlt, soweit bekannt, der Mst.
Copiapoa pseudocoquimbana Ritt. — „Taxon", XII:
1, 30. 1963.
K. bis 30 cm h., bis 10 cm 0, grün, große Polster
bildend; Schöpf grauwollig; Wz. lang, dick, rübig,
oben verengt; Bi. 10—18, bis 15 mm br., kaum
gekerbt; Ar. rund, grau; St. zuerst blaßbraun, bald
grau, meist gerade; Bst. 8—12, nadelig, bis 2 cm
lg.; Mst. 3—7, stärker, bis 4,5 cm lg.; Bl. bis 4,5 cm
lg., blaß schwefelgelb, rotschuppig; Ov. blaßgrün;
Fr. außen rotbraun, innen blaßgrün; S. 1,5 mm gr.,
mit großem Nabel. — Chile (nördl. Choros Bajos,
Dept. La Serena) (FR 1086).
v. vulgata Ritt. — 1. c.: Ar. 8—10 mm 0 (Typus
der Art: 6—8 mm 0); Rst. 7—9; Mst. 1—3; Pet.
1,7 cm lg. (Typus der Art: 1,8—3 cm lg.) — Chile
(bei Coquimbo, an der Küste) (FR 230).
Copiapoa rubriflora Ritt. — „Taxon". XII : 1, 31.
1963.
K. bis 30 cm lg., bis 12 cm 0, grün; Wz. rübig, dick,
oben verengt; Bi. kaum gekerbt; Ar. bis 8 mm 0;
St. braun, stark gebogen; Bst. 2—4 cm lg.; Mst. 1
(—2—3), 2,5—5 cm lg.; Bl. ca. 3,5—5,5 cm lg.; Pet.
in der Mitte karminfarben, Rand blaßrosa oder
Maßgeblich; Gr. blaßgelb oder blaßkarmin; N. gelb
bis orangegelb; Fr. karmin; S. 1,4 mm gr., Nabel
bräunlich. — N.-Chile (südlich Taltal, auf sterilem
Küstenboden) (FR 211).
Copiapoa rupestris Ritt. — „Taxon", XII : 1, 31.
1963.
K. bis 40 cm lg., 11 cm 0, fest, grün; Wz. rübig;
Bi. 13—15, stumpf lieh, leicht gehöckert; Ar. rund,
blaßbraun, bis 10 mm 0; St. pfriemlich, meist etwas
zurückgebogen, anfangs dunkelbraun, vergrauend;
Bst. 6—8, 1—2 cm lg.; Mst. 1—3, 2—4 cm lg.; Bl.
2,5 cm lg., blaßgelb; Fr. 1,5 cm lg., gelb oder rot-
grün; S. 1 mm gr., Nabel weiß. — N.-Chile (Cifun-
chos, auf Küstenfelsen) (FR 528).
Copiapoa scopulina Ritt.: Copiapoa krainziana
v. scopulina Ritt.
Copiapoa serpentisulcata Ritt.
K. länglich werdend, sprossend, Polster bildend, bis
60 cm h., bis 1 m 0, Einzelköpfe.bis 15 cm 0,
graugrün, oft rötlich getönt, Sämlinge auch grau- bis
dunkel-graugrün; Schöpf gelbbraun; Bi. 20—38,
fast warzig geteilt; Ar. bräunlich (in der Kultur
weiß); Bst. 6—10, bis 2 cm Ig.; Mst. 1—4, bis 3 cm
lg-> ± stärker; St. alle gelbbraun bis schwarz
(variabel); Bl. bis 3 cm lg., duftend; B. braun oder rot
beschuppt; Pet. blaßgelb; Fr. rund, 1,5 cm 0, rötlich-
grün, orange oder rot; S. glänzend schwarz. —
Chile (Chanaral). Eine schöne Art.
Copiapoa streptocaulon sensu Ritt. : Copiapoa mar-
ginata (SD.) Br. & R.
Copiapoa taltalensis (Werd.) Loos.
K. meist einzeln, kugelig bis gestreckt, bis 15 cm h.,
bis 10 cm 0; Schöpf hellbraun; Bi. 15—16, +
höckrig gegliedert; Ar. bräunlich, bald grau; St. dünn-
pfriemlich, spreizend, oft + gebogen, bis 4 cm lg.,
der mittelste bis 5 cm lg.; Bl. ca. 2,5 cm lg., gelb. —
Chile (Antofagasta).
Nach Hutchison der C. humilis nahestehend. Von
dieser gibt es (auch, oder eigene sp. bzw. var. ?)
dunkel-blaugrüne Pflanzen wie die obige; ich sah
solche verschiedenen und doch ähnlichen Pflanzen,
die als C. taltalensis anzusehende im Scheitel mit
leicht bräunlichem Wollton, die Pet. aber nicht oben
gerundet (wie bei der C. humilis), sondern
lanzettlich, die Hck. auch weiter stehend. Nebeneinander
gestellt sind sie gut unterschieden.
Copiapoa — Corryocactus 99
Copiapoa tenuissima Ritt. — „Taxon", XII : 1, 31.
1963.
K. flach- oder halbrund, schwärzlich-grün bis
schwarz; Ri. 13—16, bis 4 mm h.; Ar. weiß; St.
dünnadelig, meist gerade, etwas feinhaarig; Rst.
8—14, 3—6 mm lg.; Mst. 0—1 (—2), 4—10 mm lg.;
Bl. ziemlich groß, reich erscheinend, blaßgelb, ca.
2—2,6 cm lg.; Ov. rötlich; Fr. kugelig. — N.-Chile
(Küstenberge bei Antofagasta) (FR 539, 540).
Ovarium und Frucht sollen etw s behaarte Achseln
haben. An sich wäre daher die Abtrennung von Pilo-
copiapoa anfechtbar. Bei obiger Copiapoa handelt es
sich aber anscheinend nur um Spuren, ein Beweis der
Reduzierung, wie dies auch bei Rebutia vorkommt.
Stärkere Behaarung bedingte demnach die
Abtrennung, wie z. B. bei Submatucana. Ritter verfährt
mitunter uneinheitlich.
Copiapoa totoralensis Ritt.
K. flachrund bis halbkugelig, bis 10 cm 0,
sprossend; Schöpf schwach, grau, stachlig; Wz. große
Rübe; Ri. 10—15, bis 1 cm h., um die Ar. verdickt,
quergefurcht, Längsfurchen geschlängelt (Sämlinge)
oder gerade (am Standort); Rst. 6—10, bis 3 cm lg.;
Mst. 1—4, 2,5—4 cm lg., stark, gerade, von den Rst.
in der Stärke kaum unterschieden ;• St. dunkel- bis
tief braun oder schwarz; Bl. bis 4 cm lg.; Pet.
blaßgelb, kurz zugespitzt; Fr. rundlich, blaßgrün bis
rotbraun; S. glänzend schwarz. — Chile (Totoral).
Copiapoa wagenknechtii Ritt. n. n.: Copiapoa
coquimbana v. wagenknechtii Ritt. (Abb. 72.)
Corryocactus Br. & R. (53)
Der Gattung Erdisia nahestehendes Genus, die
Pflanzen aber viel größer, überwiegend tief-ver-
zweigende Sträucher mit bis z. T. ziemlich starken
und meist straff aufrechten Trieben, einige auffällig
lang bestachelt, die Rippen gewöhnlich um die Areo-
len stärker geschwollen bis gehöckert, seltener un-
gehöckert. Bei einer Art werden die Stacheln bis
25 cm lg. und weisen damit — neben Neoraimondia
z. T. — wohl die längsten Stacheln auf.
Charakteristisch sind die größeren bis ziemlich großen
Blüten, die bei den peruanischen Arten gelb bis orange
gefärbt sind, bei den schlankeren bolivianischen
Arten meist rötlich (lachs- bis purpurrot), z. T.
orangerot. Das Ovarium ist deutlich abgesetzt,
rundlich oder länglich, die Blüte ± becherig-
glockig, die Blütenhülle ziemlich waagerecht
ausladend. Über die Samen ist nicht viel bekannt;
anscheinend sind aber die der peruanischen Arten
schwärzlich, die der bolivianischen teils schwarz,
teils dunkelbraun. Die Früchte sind verschieden
groß, bei den großen peruanischen Arten z. T. fast
apfelgroß, meist rundlich und bestachelt, doch ist
Stärke und Länge der Stacheln sehr unterschiedlich,
bei einigen Arten sind sie ziemlich kurz, dünn und
elastisch (bei C. tarijensis Card, auch mit
borstendünnen), bei den größeren Spezies meist länger. Die
Pflanzen sind alle hart und auch ziemlich gutwüchsig,
einige wenige scheinen aber nur langsam zu wachsen.
Bekannt sind bisher 16 Arten. — Verbreitung:
Überwiegend in Höhenlagen von Mittelperu bis zum
südlichen Bolivien. Nordchile, zwei Arten tiefer
vorkommend. [©.]
Corryocactus ayacuchoenfis Rauh & Backbg.
K. bis 1 m h., bis 10 cm 0, frischgrün; Ri. 6; Rst.
9—10; Mst. 3, bis 3,5 cm lg.; St. rotbraun, die Rst.
meist heller; Bl. ? — Peru (Trockengebiet bei Aya-
cucho, 2700 m).
v. leucacanthus Rauh & Backbg. hat nur bis
8 cm starke Tr., die St. sind weißlich-hellfarben,
anfangs oft gefleckt; Rst. und Mst. bis 18, schwer
trennbar, bis 2,5 cm lg.
Corryocactus ayopayanus Card.
K. basal verzweigt, bis 1,50 m h., dunkelgrün; Tr.
bis 3,5 cm 0; Ri. 4—5, höckrig, 1 cm h.; Ar. grau;
St. 10—13, 0,5—5 cm lg., mittlere kaum
unterscheidbar, die pfriemlichen längsten bis 5 cm lg.;
Bl. breittrichterig, 6 cm lg., 7 cm 0, lachsrot; Gr.
rosa; Fr. weich, 3 cm 0, mit dünnen bräunlichen
bis weißen St.; S. dunkelbraun. — Bolivien (Prov.
Ayopaya, Tiquirpaya, 2760 m).
Corryocactus brachypetalus (Vpl.) Br. & R.
K. bis 4 m h., aufsteigend verzweigt, grün; Ri. 7—8,
+ höckrig geschwollen; St. zuerst schwarz, Basis
rötlich oder braun, bis 20, ungleich, die meisten
unter 1 cm lg., die längsten aber 10—16 cm lg., z. T.
gedreht und zusammengedrückt; Bl. bis 6 cm 0,
tief orange; Fr. bis 7 cm 0, grün, saftig, eßbar,
länger bestachelt. — Peru (bei Mollendo). (Abb. 73.)
Corryocactus brevispinus Rauh & Backbg.
K. aufstrebend; Ri. ca. 7, stark gehöckert und quer-
gekerbt; St. überwiegend abwärts weisend, +
pfriemlich, bis ca. 3 cm lg., einige ziemlich kurz; Bl.
gelblich-orange; Fr. ziemlich groß, rund, mit
zahlreichen, verhältnismäßig kurz bestachelten Ar.,
grün, Pulpa weiß; S. zahlreich, schwarz. — Peru
(Vulkan Coropuna).
Corryocactus brevistylus (K. Sch.) Br. & R. (T.)
K. stark, bis 3 m h., basal verzweigend; Tr. dick, bis
15 cm 0; Ri. 6—7, ziemlich hoch und breit an der
Basis; Ar. groß, rund, kurzwollig; St. ca. 15, einige
unter 1 cm lg., manche 3 cm lg., andere bis über
24 cm lg.; Bl. gelb, bis 10 cm br.; Ov. braunwollig
und weißborstig, mit kurzen St.; Fr. kugelig, saftig,
bestachelt. — Peru (im Süden. 2000 m).
Corryocactus chachapoyensis Ochoa & Backbg.
K. locker-strauchig, bis 80 cm lg.; Tr. bis 2 cm 0;
Ri. ca. 12; St. mehrere, gelblich, 1 mittlerer kräftiger
und länger; Bl. gelb, nur 2 cm lg. und br. — Nord-
peru (Amazonas, Chachapoyas-Conila).
100 Corryocactus — Corynopuntia
Corryocactus charazanensis Card.
K. bis 2 m h., grün; Ri. 4—5, 1 cm h.; Ar. grau; St.
ca. 11, die kürzesten 5 mm lg., die mittellangen 1,5
cm lg., die längsten 2,5 cm lg., pfriemlich, weißlich;
Bl. wenige, 6 cm lg., lachsrosa; Ov. borstig und
dunkel befilzt; Fr. 3—5 cm 0, mit dünnen St. und
dunkelbraunem Filz; S. dunkelbraun, 1—2 mm lg. —
Bolivien (Dept. La Paz, Charazani, 3000 m).
Corryocactus heteracanthus Backbg.
K. bis 2 m h., basal verzweigt; Tr. bis 20 cm 0; Ri.
8—9, nur schwach höckrig; St. bis ca. 10, mittlere
schwer trennbar, oft weniger, z. T. ziemlich kurz, 2
(—3) viel länger, bis 5 cm lg., auf- oder abwärts
gerichtet; Bl. ?. — Peru (Ayacucho).
Corryocactus krausii Backbg.
K. in dichtem, breitem, baumartigem Wuchs; Tr.
aufgerichtet; Ri. 8—10, gerundet, nicht höckrig; St.
ungleich, ca. 4 kürzere, 1—2 längere als mittlere,
kaum geschieden, der längste bis über 8 cm lg.; Bl.
5—6 cm lg., Hülle trichterig, gelb; Pet. dicht
stehend; Ov. länglich, kurz bestachelt und mit kräuse-
ligen H. — Chile (Mamina).
Corryocactus melanotrichus (K. Sch.) Br. & R.
K. dichtstrauchig, bis über 1,20 m h.; Tr. gelblich-
grün, bis 6 cm 0; Ri. 7—9, gerundet; Ar. 3 mm
groß; St. 10—11, ungleich, 7 mm—2 cm lg., 1—3
mittlere, schwer trennbar, ein längster bis 3 cm lg.,
die oberen St. hellbraun, dunkel quergestreift, die
unteren ± grau; Bl. 5 cm lg., 6 cm br., wenig
zahlreich, kurz braun behaart; Ov. mit 3 mm lg.,
weißlichen St.; Pet. purpurrot; Fr. kugelig, 4—8 cm 0,
mit 1 cm lg. St.; S. schwarz. — Bolivien (La Paz,
Miraflores, 3300 m).
Britton & Rose geben die Pet.-Farbe irrtümlich
als „gelb" an (nach K. Schumanns
Trockenmaterial).
v. caulescens Card, wird bis 1.50 m h.; St.
15—16, blaßgelblich, 1—7 cm lg.; Mst. meist nur
1 (—3), alle St. unten etwas verdickt, dunkel; Bl.
bis 6 cm lg. und br., lachsrot. Die Ri. sind etwas
stärker höckrig als beim Arttypus. — Bolivien
(La Paz bis Cochabamba, Cerro de Arani).
Corryocactus otuyensis Card. — „Cactus", 18 : 78,
87—88. 1963.
K. bis 2 m lg., 5 cm 0, dunkelgrün; Ri. 8, 1 cm h.;
Ar. 2 cm entfernt; St. 15—18, nadelig oder stärker,
bis 4 cm lg., weiß oder blaßbraun; Bl. glockig,
scheitelnah, purpurn, mit weißen H. und braunen Bst.,
ca. 5,5 cm 0; Stbf. dunkel-purpurn; Ov. graufilzig,
weiße Bst.; Fr. kugelig, hellgrün, 3—5 cm 0, mit
grauen und braunen H., bräunlichen Bst. und feinen
gelben und braunen St.; Pulpa grün; S. 1,5 mm lg.,
punktiert, glänzend schwarz. — Bolivien (Dept.
Potosi, bei Otuyo, 3600 m).
Corryocactus pachycladus Rauh & Backbg.
K. bis 1,50 m h.; Tr. dick, aufrecht; Ri. 6, hellgrün;
St. bis 20 cm lg., die längsten abwärts weisend,
manchmal nur 2—3 längere sowie mehrere ziemlich
kurze, alle St. anfangs rotbraun. — Peru (Puquio-
Tal, 3500 m).
Niedriger als C. brevistylus, weniger bestachelt.
Corryocactus perezianus Card.
K. bis 1,20 m h., grün; Tr. nur bis 7 cm 0; Ri. 8—9;
Ar. braun oder grau; St. 16—18,1—6 cm lg., +
verflochten, gelblich; Bl. urnig-trichterig, 6—6 cm lg.,
lilarosa; Stbf. purpurn; Gr. weißlich-gelb; Fr. rund,
4 cm 0; S. 1,2 mm lg., mattschwarz. — Bolivien
(Prov. Loaiza, Summitas Luribay, 2800 m).
Corryocactus pulquinensis Card.
K. bis 4 m h., z. T. kletternd, wenig verzweigt; Tr.
glänzend dunkelgrün, bis 4 cm 0; Ri. 4—5, bis
1,5 cm h., stumpf lieh, gekerbt; Ar. grau oder
schwarz; St. 3—7, mittlere schwer unterscheid bar,
manchmal einer deutlicher als solcher, nadelig bis
fast pfriemlich, 5 mm bis 2 cm lg., etwas
zusammengedrückt und + zurückgebogen, weißlich; Bl. bis
7,5 cm lg., rotorange, innen mehr dunkelorange oder
goldgelb. — Bolivien (Dept. Santa Cruz, Pulquina-
Saipina, 1500 m).
Corryocactus puquiensis Rauh & Backbg.
K. bis 5 m h.; Tr. lebhaft grün, bis 20 cm 0, steil
aufrecht; Ri. meist 8; Rst. bis 15, bis 3 cm lg.; Mst.
meist 1, bis 20 cm lg., grau; Bl. 6 cm 0, gelb, breit
öffnend; Fr. gelbgrün, bis 10 cm 0, kurzstachlig. —
Peru (Vulkan Chachani, 3000 m).
Corryocactus tarijensis Card.
K. bis 60 cm h.; Tr. + gebogen, graugrün, bis 4,5 cm
0; Ri. 7, 1,5 cm h.; Ar. grau; St. 13, stark, +
verflochten, 1—5 cm lg., grau, braunspitzig, Basis
verdickt; Bl. 3—4 cm lg., 4 cm 0, orangerot; Ov. rund,
mit braunfilzigeu Ar., mehreren Bst. und weißen
H.; Fr. rund, bis 2 cm 0, mit dunkelbraunen St.
und Bst.; S. braun. — Bolivien (Tarija, bei Agua
de Toro, 2800 m).
Corynopuntia Knuth (13)
Die Arten dieses Genus bildeten bei Britton und
Rose die Reihe „Clavatae". Man muß in ihnen
eine extreme Reduktionsstufe von Cylindropuntia
sehen, die Triebe meist keulig, ziemlich klein, selten
kurz-zylindrisch, das heißt etwas mehr verlängert
oder nicht ausgesprochen keulig, alle aber ± dichte
Gruppen bis Polster bildend; bei den etwas mehr
verlängerten Arten können die Triebe bis ca 20—30
cm lg. werden, mit Ausnahme der kräftiger-triebigen
C. invieta aber schlank. Die Früchte sollen trocken
sein. Wie bei Cylindropuntia ist auch bei
Corynopuntia eine Reduktion der Scheiden, hier aber in
Corynopuntia 101
stärkerem Maße, festzustellen, z. T. fehlen sie, bei
anderen sind nur Reste an den Stachelspitzen zu
beobachten, zuweilen nur unter der Lupe sichtbar.
Die Hauptunterscheidung geschieht nach der
Gliedform sowie abgeflachten oder nicht abgeflachten,
basal verdickten oder nicht verdickten
Mittelstacheln. Die Arten sind in der Kultur nicht sehr
blühwillig. Bisher bekannt sind 14 Arten. Micro-
puntia Dast. gehört wohl besser nicht hierher. —
Verbreitung: Von den USA bis Mederkalifor-
nien und Nordmexiko (bis Zacatecas). [®.]
Corynopuntia agglomerata (Berg.) Knuth
K. dichte Polster bildend; Wz. spindelig und knollig;
Tr. eiförmig bzw. verkehrt-eiförmig, bis 4 cm lg.,
graugrün; Ar, weißgrau, etwas flockig; Gl.
gelblichweiß; Bst. 6—7, aufrecht, 1—4 mm lg., weißlich;
Mst. 4—5, basal verdickt, am Grunde gelblich, alle
stielrund, weißgrau, zwei untere scharf
zurückgebogen, 1—1,6 cm lg., obere Ar. mit einem
nadeiförmigen, gelblichen, ca. 3 cm lg. Mst.; Bl. purpurn;
0?, bestachelt. — Mexiko (Coahuila).
Corynopuntia bulbispina (Eng.) Knuth
K. niedrige, breite Rasen bildend, bis 1,20 m br., in
der Kultur lockerer-triebig; Tr. eiförmig, bis 2,6 cm
lg., bis 1,2 cm 0; Rst. 8—12, 3—6 mm lg.; Mst.
4, stärker, 8—12 mm lg., rund, basal verdickt,
braun; Bl. gelb; Sep. z. T. rötlich gespitzt; Stbf.
bräunlich; Gr. und N. krem. — Mexiko (Coahuila
bis (?) Durango).
Corynopuntia clavata (Eng.) Knuth (T.)
K. rasenbildend, bis 2 m br., 16 cm h.; Tr. 3—7 cm
lg., grau- bis dunklergrün, keulig oder verkehrt
eiförmig; Gl. gelb, zahlreich; Rst. anfangs ± 10,
später mehr; Mst. 4—8, der größte bis ca. 3 cm lg.,
dolchartig, abgeflacht, nicht basal verdickt; St.
blaßfarben, etwas rauh; Bl. bis 4 cm lg., gelb; Fr.
bis 5 cm lg. — USA (Neumexiko).
Corynopuntia clavigera Y. Ito: Corynopuntia
clavata (Eng.) Knuth.
Corynopuntia dumetorum (Berg.) Knuth
K. bis 60 cm h. Gruppen; Tr. zylindrisch, wenig-
höckrig, ± graugrün, fein samtig behaart (nur bei
dieser Art!); Ar. weiß, mit einigen H.; St. ungleich,
einer bis 1,6 cm lg., die übrigen kürzer, gelblich-
braun, öfter dunkler gebändert; Gl. weißlich. —
Mexiko (Tamaulipas, 700 m).
Corynopuntia grahamii (Eng.) Knuth
K. rasenförmig, z. T. tief sitzend; Tr. keulig,
hellgrün, bis 6 cm lg.; Hck. groß, länglich; Gl. zahlreich,
weiß, später braun; St. 8—16, etwas rauh, die mehr
mittleren + abgeflacht, etwas vierkantig, nicht
basal verdickt, erst weiß, dann rötlich, höchstens
nach unten zu verbreiternd; Bl. 6 cm br., gelb;
Knospe mit dichten längeren, aufgerichteten Gl.;
Fr. mit dichten borstigen Ar. und einigen St.; S. bis
5,6 mm 0. — USA (West-Texas, Neumexiko) bis
angrenzendes Nordmexiko.
Es wurden auch Bl. aus alten Fr. beobachtet.
Corynopuntia invicta (Brand.) Knuth
K. Kolonjen bildend, bis 2 m br., 60 cm h.; Tr.
dunkelgrün, für das Genus lang und stark; Hck.
bis 4 cm lg.; Ar. weiß; Gl. weiß, spärlich; Bst.
6—10; Mst. 10—12, stark vierkantig, basal nicht
verdickt, bis 3,6 cm lg., am Grunde karminrot,
braunspitzig, später grau; Bl. 6 cm 0; Ov. rötlich
bestachelt. — Mexiko (Mittel-Niederkalifornien,
bei S. Juanico).
Corynopuntia moelleri (Berg.) Knuth
K. rasenförmig; Tr. denen von C. clavata ähnelnd,
aber kürzer und schlanker; Hck. mehr
hervorstehend, länglicher, bis 1,6 cm lg., ca. 1 cm br.; Rst.
7—8, fester (sowie einige glochidenartige), 3 stark
nach unten gebogen; Mst. 1 + abstehend, mehr
bräunlich, sowie mehrere weißliche, 3 davon meist
aufgerichtet, die unteren abwärts weisend, der
längste bis 1,6 cm lg.; St. alle basal verdickt; BL
gelb; Stbf. gelb; Gr. und N. krem. — Mexiko
(Coahuila).
Corynopuntia planibulbispina Backbg.
K. dichtere Gruppen bildend; Tr. kräftig grün, bis
ca. 6 cm lg., 2,6 cm 0, später bis ca. 7 cm lg. und
über 3 cm 0, zuletzt graugrün; Hck. dick, bis
1,6 cm lg.; B. rötlich, 6 mm lg.; Gl. später hell-
strohfarben; St. zuerst rosa, dann rotbraun und
oben dunkler, später grau; Rst. bis ca. 12, dünn,
hell; Mst. meist bis ca. 6, einer vorgestreckt, alle +
zusammengedrückt, der längste mehr abgeflacht,
etwas rauh, später schmutzig graubraun, basal
verdickt; Bl. ca. 8 cm 0, gelb, Schlund grünlich;
Knospen ohne lange Gl.-Borsten; Stbf. unten
smaragdgrün, oben gelblich; Fr. trocken, + konisch,
mit entfernt (!) stehenden kurzen, weißlichen Gl.-
Büscheln, bis ca. 3,6 cm lg. — Heimat nicht
bekannt. (Abb. 74.)
Es wurden gleichzeitig 2—3 Bl. aus einer Ar.
beobachtet (Schattat).
Corynopuntia pulchella (Eng.) Knuth
K. Rasen bildend, bis 60 cm br., bis 20 cm h.; Tr.
bis 6 cm lg., schlank zylindrisch-keulig, höckrig,
rötlich; Gl. gelb, später zahlreich, bis 1,2 cm lg.;
St. 10—16, dünn, rötlich, bis 6 cm lg., etwas
abgeflacht, Basis nicht verdickt; Bl. 6 cm lg.,
purpurn; Fr. 2,5 cm lg., mit weißwolligen Ar. und
roten GL, bis 1,2 cm lg.; S. 4 mm groß. — USA
(Nevada, Arizona).
Corynopuntia reflexispina (I. L. Wigg. & Roll.)
Backbg.
E. niedrige Polster bildend; soll C. bulbispina und
grahamii nahestehen, sich aber durch stark be-
102 Corynopuntia — Coryphantha
stachelte Fr. unterscheiden. Weiteres ist mir nicht
bekannt. — Mexiko (Sonora, westlich von Arrie-
ros).
Corynopuntia schottii (Eng.) Knuth
K. niedrige Rasen bildend, bis 3 m br.; Tr.
aufsteigend, keulig, leicht abbrechend, bis 7 cm lg.,
bis 2 cm 0, stark höckrig; Rst. 6—8; Mst. 4 oder
mehr, bis 6 cm lg., anfangs weiß, mit Scheide, bald
braun, rauher Rand, abgeflacht, nicht kantig, nicht
basal verdickt; Bl. 4 cm lg., gelb. — USA (Süd- und
West-Texas), Nordmexiko.
Corynopuntia stanlyi (Eng.) Knuth
E. Rasen bildend, bis 3 m br., bis 30cmh.; Tr.
aufgerichtet, keulig, bis 15 cm lg.; Hck. warzig,
vorspringend, seitlich zusammengedrückt, bis 4 cm lg.;
Ar. weiß; St. zahlreich, 3,6—6 cm lg., weißlich bis
rotbraun, die größeren stark abgeflacht, nicht
kantig, nicht basal verdickt; BL 6 cm br., hellgelb;
Gr. und Stbf. krem; Fr. gelb, bis 6 cm lg., sehr
stachlig; S. bis 6,5 mm groß. — USA (Südwest-
Neumexiko bis Ost-Arizona), Nordmexiko,
v. kunzei (Rose) Backbg. hat nur bis 2,5 cm lg.
Hck.; Fr. etwas kürzer; v. parishii (Oro.)Bagkbg.
hat klein-keulige, bis 7,5 cm lg. Tr.; 1 Mst. scharf
gekantet; Fr. mit langen, gelben Gl.; v. wright-
iana (Baxt.) Backbg. hat zylindrische Tr., bis
20 cm lg.; Hck. bis 2,5 cm lg.; St. 14—20, ein
dolchartiger Mst. bis 3 cm lg., sowie 5—6 fast
mittlere bis 2,8 cm lg.
Corynopuntia stellata Hort.
&. ähnlich C. planibulbispina, graugrün; Hck.
ziemlich dick und rundlich; B. rötlich; St. grau, 9—10,
meist ± abgeflacht (zusammengedrückt), 1—2
mittlere längste schwärzlich; Gl. blaßgelb; Bl. ziemlich
groß, hellgelb; Sep. rückwärts oben ± rötlich
getönt. — Heimat? (Sammlung Riviere No.
7953).
Corynopuntia vilis (Rose) Knuth
K. Rasen bildend, bis 20 cm h.; Tr. rundlich, 4—5 cm
lg., blaugrün, gehöckert, bis ca. 1,5 cm 0; Rst.
spreizend, dünn, weißlich, bis 12 mm lg., die oberen
mit ähnlichen Gl. untermischt; Mst. bis 4, 2,5—3 cm
lg., rötlich-braun, weiß gespitzt, rund, etwas rauh,
mit kurzen Scheidenresten; Bl. 4 cm lg., glänzend
purpurn; Stbf. hellgelb, unten grün; Gr. weiß; N.
gelb; Fr. blaßgrün, schwarz werdend, bis 3 cm lg.,
etwas trocken; S. weiß, groß. — Mexiko (Zaca-
tecas).
v. bernhardinii (Hildm.) Backbg. hat nur 3—4
weißliche Rst., der 1 Mst. fast pfriemlich, oben
bräunlich, unten weiß. Lichtferner kultiviert
werden die Tr. dünn, mit sehr feinen St. und
dichten, auffälligen weißen Ar., die B. winzig,
rötlich.
Coryphantha (Eng.) Lem. (219)
Die wichtigsten Kennzeichen der Gattung sind:
Blüten zentral entstehend; die Warzen mit
durchgehender Furche; die Früchte ± grünlich, mit
wäßrigem Saft; die Samen + bräunlich, ziemlich
weich. Blüte und Frucht sind kahl. In diesen
Merkmalen gleichen sich alle bisher bekannten 67 Arten.
Eine Abtrennung von Arten mit bewimperten
äußeren Perigonblättern und Einbeziehung als
Untergattung zu Escobaria mit sonst ± roten
Früchten und schwarzen Samen ist also abwegig,
zumal Bewimperung kein echtes
Trennungsmerkmal ist. Wohl aber lassen sich diese Arten zu der
ersten der beiden Untergattungen einbeziehen, die
die Reduktionsstufen der Frucht-Beschuppung
zeigen:
1: UG. Neocoryphantha Backbg.: Ovarium und
Frucht + mit einigen Schuppen, oben
oder seitlich; mit und ohne Drüsen,
2: UG. Coryphantha: Ovarium und Frucht stets
nackt.
In der Untergattung 1 gibt es Arten mit ganzrandi-
gen wie auch mit bewimperten Perigonblättern.
In der Untergattung 2 werden zwei Reihen
unterschieden:
Reihe 1: Sulcolanatae Br.& R. (Aulacothelae Lem.):
Ohne Drüsen (Glandeln) in Furche oder
Axille;
Reihe 2: Recurvatae Br. & R. (Glanduliferae SD.):
Mit Drüsen (Glandeln) in Furche oder
Axille.
Bei den Artnamen erfolgt ein Hinweis auf die
Untergattungen, und bei Untergattung 2 auch auf die
Reihenzugehörigkeit. Die Arten der Gattung sind
im allgemeinen nicht empfindlich, gepfropft sehen
sie aber weit besser aus, wachsen auch schneller und
blühen besser. Da die Blüten Farben von weiß über
gelb bis rot aufweisen, die Bestachlung oft auffällig
und auch schön ist, einige der Blüten außerdem sehr
groß sind, z. T. mit roter Mitte, verdient das Genus
eine viel weitere Verbreitung in den Sammlungen als
bisher, und manche schöne Spezies ist auch für den
Erwerbszüchter kulturwürdig. — Verbreitung:
Von Britisch-Kolumbien und dem südlichen Kanada
über die USA bis zum südlichen Mexiko (Oaxaca);
in Niederkalifornien wurden bisher jedoch keine
Arten gefunden. [®. P.].
Coryphantha aggregata (Eng.) Br. & R.:
Coryphantha vivipara v. aggregata (ErjG.) Marsh.
Coryphantha altamiranoi Fric: wahrscheinlich eine
Form von Coryphantha radians (DC.) Br. & R.
Coryphantha alversonii (Coult.) Orc. (1)
K. länglich, bis 20 cm h., bis 10 cm 0, locker
verzweigt, bis 12 Köpfe; St. dicht stehend, hell, die
mittleren oben oder bis zur Mitte schwärzlich; Rst.
bis 35, länger als die Mst..; Mst. bis 14, unten weiß,
Coryphantha 103
pfriemlich; Bl. 3 cm lg., purpurrosa. — USA
(Südost-Kalifornien),
v. exaltissima Wieg. & Backbg. bildet
kompaktere Gruppen bis über 30 cm 0, Einzeltriebe
mehr kugelig, z. T. bis 20 cm 0; W. länger (beim
Arttypus kurz und dick), locker, + zylindrisch;
St. dichter verflochten, obere Hälfte der mittleren
braun; Bl. purpurn.
Coryphantha andreae J. A. Purp. & Böd. (2; 1)
K. gedrückt-rund, einzeln, bis 9 cm 0, tief grün,
Scheitel starkwollig; W. nach Bz. 5:8, bis 2,5 cm br.,
2 cm h,; Ar. elliptisch; Rst. bis ca. 10, bis 1,2 cm
lg., derbnadelig, matt graugelb, braungespitzt; Mst.
5—7, stark gebogen, der abwärts weisende bis
2,5 cm lg., graugelb, bräunlich gespitzt; Bl. 5—6 cm
0; Pet. schmal-lanzettlich, hellgelb; Fr. 1,5 cm lg.
— Mexiko (Veracruz, Perote).
Coryphantha arizonica (Eng.) Br. & R.:
Coryphantha vivipara v. arizonica (Eng.) Marsh.
Coryphantha asterias (Cels) Böd. (2: 2)
K. einzeln, rund bis zylindrisch, dunkelgrün; W.
dick, Kuppe schief; Dr. rot mit weißem Ring; Rst. 9,
strahlend abstehend; Mst. 1 (—2), kräftig, Spitze
hakig, basal verdickt, blaßbraun oder gelblich; Bl.
heUrosa. — Mexiko (Guanajuato).
Coryphantha aulacothele Lem. : Wohl nur eine Form
der Coryphantha octacantha (DC.) Br. & R.
Coryphantha bergeriana Böd. (2: 2)
K. einzeln, + keulig, bis 12 cm h., 6 cm 0, dunkel-
laubgrün; W. nach Bz. 8:13, kegelig, bis 1,4 cm lg.;
Dr. 1—2, rot, weißwollig umrandet; Ar.
schwachwollig; Rst. 18—20, untere bis 1 cm lg., obere 6—8
bis 1,5 cm lg., grauweißlich, dunkelspitzig; Mst. 4,
dünnpfriemlich, stechend, gelblich-hornfarben, obere
1,2 cm lg., untere bis 2 cm lg.; Bl. 4 cm lg., 7 cm 0,
gelb; Fr. groß, länglich, hellgrün. — Mexiko
(Nuevo Leon).
Coryphantha borwigii J. A. Purp. (2:1)
K. bis 10 cm h., 5—7 cm 0, graugrün; W. +
rhombisch; St. bis über 10, obere Rst. büschelig
aufgerichtet; Mst. 3, hell-bräunlichgrau, etwas stärker;
Bl. 6 cm lg., gelb, Schlund rot. — Mexiko (Coahuila
und/oder Tamaulipas).
Coryphantha bumamma (Ehrenbg.) Br. & R. (2:1)
K. kugelig bis gedrückt; W. sehr groß, oben
gerundet, bläulich-grün; Ax. anfangs starkwollig; St.
5—8, pfriemlich, graubraun, + zurückgebogen, 2 cm
oder mehr lg.; Mst. 0; Bl. gelb, 5—6 cm 0; Pet.
schmal-oblong, stumpf lieh. — Mexiko (Morelos,
Guerrero).
Coryphanta calipensis H. Bravo — Cactac. y Suc.
Mex., IX: 4, 79—80. 1964 (2:1)
K. rundlich, sprossend, grau- bis olivgrün, Scheitel
wollig; W. dachziegelig gestellt, nach Bz. 5:8, groß,
aufgebogen, 3 cm lg. und br., am Grunde rhom-
boidisch; Ax. wollig; Ar. weiß, 2 mm gr., rund; Rst.
10—16, 1—1,5 cm lg., 5—7 davon oben ein
aufgerichtetes Bündel bildend, die übrigen um die Ar.
strahlend; Mst. 1, etwas stärker, 1,5 cm lg., etwas
gebogen, unten gelb, oben schwarzbraun, später
grau mit gelblicher Spitze, diese etwas auswärts
gekrümmt; Bl. 5,5 cm lg., ca. 6 cm 0; Sep.: äußere
bräunlichgrün, innere gelblich mit rotbrauner
Mittellinie; Pet. schmal, ganzrandig, oben ausgezähnelt,
gelb; Stbl. rötlich; Gr. kremgelb; N. 8, hell gelb-
grün; Fr. ? — Mexiko (Puebla, Calipan bei Te-
huacan).
Coryphantha ealochlora Böd. (2:1)
K. basal sprossend, gedrückt, schwärzlich-grün; W-
kugelig-ovoid; Ar. anfangs wollig, Ax. kahl; St.
12—15, sehr dünn, gerade, reinweiß, 1,5 cm lg.,
davon 3—5 oben oft abgeplattet; Bl.
weißlich-kremfarben; Pet. schmal. — Mexiko.
Coryphantha chlorantha Eng. (1)
K. zylindrisch, bis 25 cm h., bis 8 cm 0; W. dicht
stehend, von St. verdeckt; Rst. grau; Mst. 4—9,
rosa zu Anfang, dünn, bis 2,5 cm lg. bzw. mit roten
oder braunen Spitzen; Bl. ca. 3,5 cm 0, gelblich
oder grünlichgelb; Pet. schlankspitz; Fr. 2,5 cm lg.,
grün, oben mit 5—6 kleinen Seh. — USA (Süd-
Utah, West-Arizona und Mittel-Nevada bis Südost-
Kalifornien),
v. deserti (Eng.) Backbg. unterscheidet sich
hauptsächlich durch nur 3—5 Mst., weiß, braun
gespitzt; Bl. 2,5 cm 0, strohgelb. Die Pflanze
bildet dichte Gruppen, Einzelköpfe bis 12,5 cm h.
und bis 7,5 cm 0. Es scheint auch Stücke mit
rötlich gespitzten St. zu geben. Die Varietät
ähnelt etwas C. alversonii und gehört wie diese
zu den schönsten Corýphantha-Arten, vor allem
durch die dichte Bestachlung.
Coryphantha clava (Pfeiff.) Lem. (2: 2)
K. später sprossend; Tr. säulig bis + keulenförmig,
bis über 30 cm h. und bis 10 cm 0,
bläulich-graugrün; W. nach Bz. 8:13, 1,5 cm h., schief gestutzt
konisch; Dr. rot; Rst. (7—) 8—10 oder mehr,
dünnpfriemlich, stechend, der längste untere bis 1,4 cm
lg.; Mst. (1—) 3—4, bis 2 cm lg.; St. kastanienbraun,
später honiggelb, Fuß dunkler; Bl. 5 cm lg., 4 cm
0, glänzend-gelb. — Mexiko (Hidalgo),
v. schlechtendalii (Ehrenbg.) Heinr.
unterscheidet sich durch schwächere Bestachlung; Dr.
gelb.
Coryphantha clavata (Scheidw.) Backbg. (1)
K. zylindrisch bis keulig, Scheitel reichlich bewollt;
Wz. rübig, weißlich; Tr. dunkel-lauchgrün,
manchmal rötlich getönt, bis 7 cm 0; W. nach Bz. 5:8,
8:13, ± schief kegelig, bis 2 cm lg.; Dr. 1—2, rot;
104 Coryphantha
Ar. und Ax. weiß; Rst. bis ca. 9, pfriemlich,
anfangs bräunlich, Fuß (immer ?) rot, 8—15 mm lg.;
Mst. 0—1, gelblich bis braun, oft oben dunkel quer-
gebändert; Bl. bis 5 cm lg., 4 cm 0; Pet. bis 7 mm
br.; Ov. 1,5 cm lg.; S. mahagonibraun, gebogen-
birnförmig, deutlich netzartig gefeldert. —
Mexiko (Hidalgo und angrenzende Gebiete der
Staaten Querétaro und Mexico). Die Sep. sind nur selten
etwas gewimpert.
v. ancistracantha (Lem.) Heinr. : mit hakigen Mst.
v. radicantissima (Quehl) Heinr.: K. mehr
kugelig, seltener verlängert und wenig sprossend;
Wz. möhrenartig, bis 1 cm lg., gelblich (1); W.
nach Bz. 8:13, kegelig ansteigend; Ar. (wie der
Scheitel) schwach bewollt; Bl. 2—2,5 cm lg., 1,8—
2,5 cm 0; Pet. weniger als beim Typus der Art,
gelb, z. T. (wie die Sep.) mit rötlicher Mittellinie;
Sep. ganzrandig; S. heller braun als bei v. clavata,
undeutlich gefeldert. — Mexiko (Staat Guana-
juato und SW-San Luis Potosi).
Die früheren Beschrbg. sind ohne genaue
Standortsangabe. Auch Quehl kannte keine Herkunft der
v. radicantissima, aber deren kleine Blüten und
gelblichen Wz. gestatten die Klärung gemäß den
heute bekannten Standorten.
Nach Buchenau, der die Gruppe genauer
untersuchte, stammt der Typus der Art nicht aus S. Luis
Potosf. Schumanns Standortsangabe unter „Mam.
raphidacantha": (bei Jaral) ist nach Buchenau
unzutreffend; der Ort soll in Guanajuato liegen.
Vielleicht hatte Schumann schon v. radicantissima
vor Augen. Die Pflanzen mit weißlichen Wz. und
meist längerem Körper sind danach als Typus der
Art anzusehen, mit größeren Blüten und längeren
Warzen. Längliche Pflanzen aus S. Luis Potosf, mit
längeren Mst. scheinen zwischen v. radicantissima
und v. clavata eine Zwischenstellung zu haben. Zu
einer Trennung konnte ich mich demnach noch
nicht entschließen.
Die Drüsen der C. clavata sind nach Buchenau in
der Jugend weißlich-gelb (in Hidalgo beobachtet).
C. exsudans (Zucc.) Lem. ist daher möglicherweise
mit v. clavata identisch.
Coryphantha columnaris Lahm. (1?)
K. einzeln, säulig, bis 17 cm h., bis 6 cm 0; W.
schlank, bis 1,2 cm lg.; Rst. 10—18, 5—12 mm lg.,
weiß, braunspitzig; Mst. 4, hellbraun, einer
abstehend und länger; Bl. 6,5 cm lg., purpurn; Fr.
blaßgrün. — USA (Oklahoma, bei Altus; selten).
Coryphantha compacta (Eng.) Br. & R. (2:1)
K. einzeln, gedrückt-rund, bis 6 cm h., bis 5—8 cm
0; W. nach Bz. 13:21; Rst. 14—16, steif,
anliegend, 1—2 cm lg., weißlich; Mst. meist 0; Bl. nur
2 cm lg. und br., gelb. — Mexiko (Chihuahua,
Cosihuiriachi).
Coryphantha conimamma (Lke.) Berg. (2:1)
K. kugelig bis ellipsoidisch, bis 10 cm 0,
glänzenddunkelgrün; Scheitel reichwollig; W. nach Bz.
5: 8, bis 1,5 cm lg., dick-kegelig; Rst. 6—9,
pfriemlich, bis 12 mm lg.; Mst. 3—4, gekrümmt, bis
2,2 cm lg.; Bl. 5 cm lg., grünlich-gelb, kurz und
breittrichterig. — Mexiko.
Coryphantha connivens Br. & R. (2:1)
K. kugelig bis gedrückt-rund, bis 10 cm 0; Scheitel
schwachwollig; Rst. 8—10 dünne im Ar.-Oberteil,
büschelig aufwärts gerichtet, hornfarben und
schwarzspitzig, 5—6 pfriemliche seitlich und abwärts
gerichtet, nur + hornfarben oder etwas dunkler;
Bl. rein gelb, bis 7 cm 0. — Mexiko (nahe der
Hauptstadt).
Coryphantha cornilera (DC.) Lem. (2:1)
K. meist einzeln, bis 12 cm h., kugelig bis
kurzzylindrisch, blaß- bis graugrün; W. nach Bz. 5:8,
bis 2,5 cm lg., fast rhombisch; Ax. weiß; Ar.
anfangs stärker weißwollig, elliptisch; Rst. 7—9, bis
9 mm lg., wachsgelb; Mst. 0—1, kräftig, bis 15 mm
lg-» db gebogen, oben schwärzlich, unten braun;
Bl. bis 6 cm lg., bis 5 cm 0, zitronengelb: Stbl.
rosenrot, oben gelb. — Mexiko (Hidalgo, Gegend
von Ixmiquilpan). Beschreibung nach K.
Schumann, dessen Abb. 81 in Gesamtbschrbg. oben
keine gebüschelten Rst. zeigt.
Von dieser Beschrbg. weicht ab die Rümplers
(Rst. 20, obere gebüschelt; Mst. bis 3) und die von
Britton & Rose (Rst. 16—17; Bl. 7 cm 0, mit rot
getönt).
Wahrscheinlich ein Artkomplex, in dem noch 1—2
var. aufgestellt werden müssen.
Buchenau fand bei Oaxaca eine Pflanze mit ca.
12 Rst., die oberen gebüschelt, feiner; Mst. 1, 1 cm
lg.; Bl. ca. 3,5 cm lg., bis 6 cm 0; Sep. gelb mit
brauner Mittellinie; Pet. schmal lanzettlich, oben
gefranst, mit längerer Spitze, gelb; Stbf. tief rot;
N. blaßgrün.
Dies scheint die von H. Bravo als Cor. calipensis
beschriebene Pflanze zu sein; eine Art, die der von
Rümplers Beschrbg. („mit oben gebüschelten
Rst.") nahestehen mag. Es scheint unklar zu sein,
zu welcher der älteren Beschreibungen De Can-
dolles Name gehört. Cor. pseudoradians H. Bravo
gehört offenbar auch zu dieser Artengruppe, hat
aber 13 W.-Spiralen.
Coryphantha cornuta (Hildm.) Berg. (2:1)
K. einzeln, gedrückt- bis halbkugelig, bis 5 cm h.,
bis 8 cm 0; Scheitel reich wollig; W. graugrün, nach
Bz. 5:8, + dachziegelig deckend, bis 1,7 cm lg.
und br.; Ar. schmutzig gelbweiß; Rst. 6—7,
strahlend, zusammengedrückt, obere 4—6 mm lg., untere
6—8 mm lg., weißlich, oft hornfarben, braunschwarz
gespitzt; Mst. 1, stärker, bis 8 mm lg., abwärts
gekrümmt; Bl. gelb, im Verblühen rosa. — Mexiko.
Coryphantha daimonoceras (Lem.) Lem. (2:1)
K. breitrund, graugrün; W. oben abgebogen, stark;
Rst. bis 10 und mehr, grau, z. T. gelblicher Fuß,
Coryphantha 105
oberste gebüschelt; Mst. bis 3—5, zuweilen 4 über
Kreuz, ca. 1 cm lg., schmutzig hornfarben, oben
dunkel, ± gebogen; Bl.? — Mexiko (Sierra de la
Paila).
Coryphantha delaetiana (Quehl) Berg. (2:1)
K. später rasenförmig, Einzelkopf bis 8 cm h., bis
5 cm 0, erst frisch-, dann lauchgrün; W. 1 cm lg.,
fast rhombisch; Ar. rund, nur anfangs wollig; Rst.
bis ca. 15, dünn; Mst. 1, leicht gebogen, etwas
kräftiger, bis 2 cm lg., schwarz, Basis hell, die
randständigen nur oben + dunkelspitzig; Bl. gelb. —
Mexiko (Coahuila).
Coryphantha densispina Werd. (2:1)
K. eiförmig; W. anfangs dickkegelig, später unten
rhombisch; Ax. kahl; Rst. im Kreis, bis 25, derb-
nadelig, bis 2 cm lg., grauweiß; Mst. 4, derber
pfriemlich, dunkler, schwach gebogen, bis ca. 2 cm
lg.; Bl. rein gelb, 5 cm 0. — Mexiko (Coahuila,
San Pedro).
Coryphantha deserti (Eng.) Br. & E.: Coryphantha
chlorantha v. deserti (Eng.) Bagkbg.
Coryphantha dilficilis (Quehl) Berg. (2:1)
E. einzeln, flachkugelig, graugrün bis
blaugraugrün, bis 6 cm h., bis 8 cm 0; Scheitel
schwachwollig; W. rhombisch, 2,5 cm br., dachziegelig
stehend; Ax. schwach wollig, bald kahl wie auch die
Ar.; Rst. 12—14, die oberen bis 2 cm lg., die unteren
bis 1 cm lg., glashell, z. T. bräunlich gespitzt; Mst.
4, drei davon stärker als die Rst., rötlich hornfarben,
dunkler oder schwarz, bis ca. 2 cm lg., drei abwärts
gekrümmt; Bl. 4—5 cm 0, reingelb. — Mexiko
(Coahuila).
Ähnliche, stärkertriebige Pflanzen ohne auffällige
Ax.-Wolle am Triebende (unbenannt?) werden auch
so genannt.
Coryphantha durangensis (Rge.) Br. & R. (2:1)
K. einzeln oder kleine Gruppen, kurzzylindrisch,
Einzelköpfe bis ca. 10 cm lg., graugrün; W. nach
Bz. 5 : 8, dachziegelig stehend; Ax. anfangs stärker
wollig; Rst. 6—8, nadelig, hell, spreizend, bis 1 cm
lg.; Mst. 1, anfangs schwarz; alle St. später hellgrau;
Bl. 2 cm lg., bis 4 cm 0, kremfarben bis blaß
zitronengelb. — Mexiko (Durango).
Coryphantha eehinoidea (Quehl) Br. & R. (2: 2)
K. einzeln, kugelig oder etwas breitrund, bis 6 cm 0,
dunkel graugrün, ganz von St. eingehüllt; W. 1,5 cm
h.; Dr. 1—3, grau (oder rot?); Ar. anfangs wollig;
Rst. 20—25, zweireihig übereinander, bis 1,5 cm lg.,
weiß, dunkelspitzig; Mst. (1—)2(—3), stärker, bis
1,5 cm lg., einer vorgestreckt, hornfarben; Bl.
6—8 cm br., gelb (verblühend gelblich-rosa?); Stbf.
gelb und auch rot. — Mexiko (Durango).
Coryphantha echinus (Eng.) Br. & R. (2:1)
K. einzeln, kugelig oder fast konisch, 3—5 cm 0,
fast ganz von St. bedeckt; W. dick,
länglicheiförmig; Rst. zahlreich, 16—30, 10—16 mm lg.;
Mst. 3—4, drei obere aufgerichtet, einzelne
vorgestreckt und stärker, bis 2,5 cm lg., Basis verdickt,
oft schwärzlich; Bl. 2,5—5 cm lg., gelb. — USA
(West-Texas), Nord-Mexiko (Coahuila). (Abb.75.)
Coryphantha elephantidens (Lem.) Lem. (2:1)
K. einzeln, gedrückt-kugelig, bis 14 cm h., bis 19 cm
0; W. sehr groß, etwas abgeflacht, bis 4 cm lg.
bzw. am Grunde zuweilen bis 6 cm br.; Ax.
dichtwollig; Ar. nur anfangs wollig; St. 8 randständig,
pfriemlich, bis 2 cm lg., zuerst gelblich oder
bräunlich mit gelbem Fuß, später bräunlich; Bl. bis 10 cm
br., tiefrosa bis weiß mit rotem Schlund. — Mexiko
(Michoacan).
Coryphantha erecta (Lem.) Lem. (2: 2)
K. zylindrisch, sprossend, zuerst aufrecht, bis
liegend, größere Kolonien bildend, gelbgrün,
Einzeltriebe bis 8 cm 0; Scheitel weißwollig; W. nach Bz.
5: 8, kegelig, bis 8 mm lg.; Ar. anfangs wollig; Ax.
reich wollig, mit erst gelben, dann braunen Dr.;
Rst. 8—14(—18), bis 1,2 cm lg.; Mst. 2 (—4), bis
2 cm lg.; St. alle bernsteingelb, später gelbbraun,
pfriemlich, stechend, später dunkler; Bl. (5,5—) 7
(—7,5) cm 0, hellgelb. — Mexiko (Hidalgo).
Coryphantha exsudans (Zucc.) Lem. (2: 2)
K. ± zylindrisch; W. dick, dunkelgrün; Ax. fast
kahl; Dr. gelb; Ar. anfangs kaum wollig, bald kahl;
Rst. 6—7, dünn, gerade, gelblich, ziemlich gleich
lang; Mst. 1, kaum unterschieden, gerade, gelb,
braunspitzig; St. 6mm—1,1cm lg.; Bl. gelb. —
Mexiko (Hidalgo). Wahrscheinlich identisch mit
C. clavata.
Coryphantha georgii Böd. (2: 2)
E. gedrückt-kugelig, bis ca. 7 cm h., 4 cm 0,
dunkel-laubgrün; Scheitel wollig; W. nach Bz.
8:13, 1,2 cm lg.; Ax. wollig bis kahl; Dr. rot; Ar.
nur anfangs wollig; Rst. 8—9, nadelig, bis 1,2 cm
lg., matt hornfarben bis weißlich, dunkel gespitzt;
Mst. 1, bis 2 cm lg., derber, später bis 3, ± braun,
Basis dunkler und verdickt; Bl. ca. 2 cm lg., 3,5 cm
0, glänzend hell-kremfarben bis weißlich; Sep.
karmin mit hellem Rand. — Mexiko (San Luis
Potosf, bei Alvarez).
Coryphantha gladiispina (Böd.) Berg. (2:1)
K. ± ovoid, bis 10 cm h., 6 cm 0, glänzend
dunkelgrün; Wz. rübig; Scheitel bestachelt, wenig wollig;
W. nach Bz. 8:13, kegelig, später dachziegelig
deckend; Ar. kahl; Rst. 10—12, bis 1,5 cm lg.,
glasig-grau, dunkelspitzig, Basis gelblich, verdickt,
bis 2 cm lg., die oberen büschelig stehend; Mst. 4,
bis 2,5 cm lg., weißgrau mit langer braunschwarzer
106 Coryphantha
Spitze, basal verdickt; Bl. reingelb. — Mexiko
(Coahuila, Parras).
Coryphantha guerkeana (Böd.) Br. & R. (2: 2)
K. flachkugelig, bis 6 cm h., 8 cm 0, heller bis
dunkler lauchgrün; Scheitel reich wollig; W. dick,
1,6 cm lg.; Ax. wollig; Dr. rot; Ar. nur anfangs
wollig; Rst. 7, bis 1,5 cm lg., hell-hornfarben,
daneben oben 3—4 dünnere, büschelige Beist.; Mst.
2—3, vorspreizend, plump, oft 6kantig, unten
verdickt, 1,5—2 cm lg., weißlich-hornfarben,
Oberseite ockergelb bis orangebraun; Bl.gelb. — Mexiko
(Durango, bei Durango).
Coryphantha hesteri Y. Wright: s. Escobaria hesteri
(Wright) F. Buxb.
Coryphantha impexicoma Lem. soll sich lt.
K.Schumann von Cor. radians nur durch zahlreichere,
verflochtene Rst. und fehlenden Mst. unterscheiden.
Nur eine Form?
Coryphantha kieferiana Berg, ist nach Bödeker nur
eine Standortsform von Cor. poselgeriana, den Abb.
nach ohne obere St.-Bündel bzw. mit weniger und
derberen Rst., diese unterseits abgeflacht,
anscheinend der einzige Unterschied von v.
poselgeriana.
Coryphantha longicornis Böd. (2:1)
K. breitrund bis kugelig, bis 10 cm 0, später bis
20 cm h., mattglänzend laub- bis graugrün; Scheitel
wenigwollig; W. nach Bz. 8:13; Ar, nur anfangs
wollig; Rst. 12, hell-hornfarben, dünnpfriemlich,
dunkelspitzig; Mst. 3, die zwei oberen bis 1 cm lg.,
der untere bis 2,5 cm lg., alle derber, bräunlich
hornfarben, dunkelspitzig; Bl. seidig reingelb; Fr.
bis 15 mm lg. — Mexiko (Nord-Durango).
Coryphantha maiz-tablasensis Backbg. (2:1)
K. anfangs rundlich, bis 3 cm h., 5,5 cm 0,
sprossend, bläulichgrün; W. ca. 1cm lg.; Rst. 6—7,
strahlend, fest, grauweiß, bis 1,2 cm lg., anfangs
schwarzspitzig; Mst. 0; Bl. gelblich. — Mexiko
(San Luis Potosi, Ciudad Maiz).
Coryphantha marstonii Elz. U. Clov. (2:1)
ist eine polsterbildende, ziemlich kleinblütige, seltene
Art mit 4—5 weißborstigen Rst. und 2—3 braunen
Mst., bis 1cm lg.; Pet. gelb. — USA (Utah, bei
Boulder).
Coryphantha melleospina H. Bravo (2:1)
K. kugelig; W. nach Bz. 8:13; Rst. 17—19,
pfriemlich, stark, bis 12 mm lg., kammförmig stehend,
zurückgebogen, rötlich gelbbraun, etwas
verflochten; Mst. 0 oder nur gelegentlich einzelne; Bl. und
Fr. unbekannt. — Mexiko (Oaxaca, bei Huajuapan
de Leon).
Coryphantha neoscheeri Backbg. (2: 2)
E. kugelig, sprossend, graugrün; W. stumpf kegelig,
dick, fast doppelt so lg. wie br.; Ax. breit; Dr. klein;
Rst. 8—9 (—10), bis 1,9 cm lg.; Mst. 1, 3 cm lg.,
gerade; St. gelb, oft weißlich, gelb, rot, braun oder
schwarz gespitzt, kräftig bis fast pfriemlich; Bl.
5 cm 0, strohgelb, außen mit rötlichem Mittelstreif;
Stbl. rosenrot; Gr. blaßgrün. — Mexiko (Hidalgo,
Mineral del Monte).
Coryphantha nickelsae K. Brand. (2: 2)
E. kugelig, dicht sprossend, blaßgrün, 7 cm h.,
mitunter reif ig oder rötlich; W. niedrig; Dr.
zuweilen an oberen Ar.; Rst. 14—16, obere etwas
flach, erst spreizend, dann zurückgebogen, 8—10 mm
lg., unten gelblich, schwarzspitzig, dann
ausbleichend; Mst. meist 0 oder später vereinzelt 1; Bl.
hellgelb, mit roter Mitte, 6—7 cm br.; Fr. fast
kugelig, bis 7 mm lg. — USA (Texas, Laredo) bis
Nord-Mexiko (Nord-Nuevo Leon).
Coryphantha obscura Böd. (2:1)
E. einzeln, länglich-ovoid, bis 11 cm h., bis 9 cm 0,
mattglänzend schwarzgrün; Scheitel wenig wollig;
W. nach Bz. 8:13, fast dachziegelig, ca. 2 cm lg.;
Ar. nur anfangs wollig; Rst. Ca. 10, hell-hornfarben,
gerade, steif, dünnpfriemlich, zuweilen etwas
schwarzspitzig; Mst. 4, ähnlich den Rst., oben
pechschwarz, am Grunde verdickt; Bl. 5 cm 0,
orangegelb, rotschlundig; Fr. blaßgrün, groß. — Mexiko
(Nuevo Leon, im Norden und bei Lampazos).
Coryphantha octacantha (DC.) Br. & R. (2: 2)
E. einzeln bis gruppenbildend, zylindrisch, bis
50 cm h., bis 4—6 cm 0; W. nach Bz. 6: 8, kegelig,
bis 2,5 cm lg.; Dr. in den Ax., 1 (—2), rot; Ar.
anfangs gelb- bis weißfilzig; Rst. 6—8, bis 1,5 cm
lg., anfangs honiggelb bis heller, auch
schwarzspitzig; Mst. 1—2, größer und stärker, bis 2,5 cm
lg., bräunlich; Bl. 3 cm lg., bis 6 cm br., strohgelb;
Gr. gelb oder rot. — Mexiko (Hidalgo, bei Pachuca
und bis zur Quebrada Venados).
Coryphantha ottonis (Pfeiff.) Lem. (2: 2)
E. kugelig bis zylindrisch, bis 12 cm h., bis 8 cm 0,
dunkel graugrün; W. dick, Furche wollig; Ax.
weißfilzig; Dr. rot; Ar. anfangs weißfilzig; Rst
8—12, fast gleich lang, steif, gelblich, braunspitzig;
Mst. 3 (—4), + im Kreuz, steifer, stärker, +
gelblich, später braun und obere Hälfte weißlich, bis
1,8 cm lg., der längste stark gekrümmt; Bl. über
5 cm br., wsiß. — Mexiko (Hidalgo, Mineral del
Monte).
Coryphantha pallida Br. & R. (2:1)
E. einzeln oder bis 10 Köpfe,(einzelne bis 12 cm 0,
bläulich-grün; W. in 13 Spiralen, kurz, dick,
genähert; Rst. 20 oder mehr, weiß, anliegend; Mst.
bis 3 oder mehr, der unterste vorgestreckt oder
abwärts weisend, schwarz oder -spitzig; Bl. hellgelb,
Coryphantha 107
5—7 cm 0; Stbf. rot; Fr. grünlich-braun, 2 cm lg. —
Mexiko (Tehuacan).
Coryphantha palmeri Br. & R. (2:1)
K. kugelig, blaßgrün; W. in 13 Spiralen,
dichtstehend; Rst. 11—14, ringsum strahlend, kräftiger,
gelblich, oft schwarzspitzig; Mst. 1, kräftig, rund,
vorgestreckt, hakig; Bl. 3 cm lg., gelb bis heller. —
Mexiko (Durango, Zacatecas, Coahuila).
Coryphantha pectinata (Eng.) Br. & R. (2:1)
K. kugelig, meist einzeln, 3—6 cm 0; W. bis 1,2 cm
lg., in 13 Spiralen; St. 16—24, + anliegend bis
zurückgebogen, 1,2—1,8 cm lg., gelblichweiß, schwarz-
spitzig; Bl. 6 cm lg., gelb, Schlund (immer ?) grün;
Pet. grannenspitzig. — USA (West-Texas, am Rio
Pecos) bis Nord-Mexiko.
Coryphantha pirtlei Werd. (2:1)
ist eine seltene, + kugelige, kleine Art, bis 7 cm h.,
gelbwolligem Scheitel, 8—11 Rst., bis 8 mm lg.,
1—3 Mst. gelb, schwarzspitzig, basal verdickt; Bl.
3,6 cm lg., rosa. — USA (Texas, Starr County).
Coryphantha poselgeriana (Dietr.) Br. & R. (2: 2)
K. halbkugelig, + blaugrau-grün, ziemlich groß
werdend; W. groß, halbkugelig, unten bis 2,5 cm
br.; Ax. anfangs filzig; Ar. ziemlich klein, fast kahl;
Rst. 5—7, bis 2 cm lg., zweischneidig, rotbraun,
ziemlich kräftig; Mst. 1, 4 cm lg., unten rotbraun,
oben weißlich, kräftig-pfriemlich; Bl. bis 6 cm lg.,
anfangs oft gelblich mit rotem Schlund, ungefähr
vom 2. Tag an rosafarben. — Mexiko (Coahuila,
bei Saltillo). Die Dr. sollen hellrot sein,
v. valida (J. A. Purp.) Heinr. hat mehr
breitkegelige W.; die K. werden bis 22 cm h., bis 14 cm
0; Dr. 3—4; Rst. 5—6 und am oberen Ar.-Rand
mehrere dünne St., aufgerichtet; Mst. 1, bis 5 cm
lg., rund; St.: randständige fast ganz
brandschwarz (oben), mittlerer anfangs gelblich-horn-
farben, alle St. unten verdickt; Bl. bis 6 cm Ig.,
seidig hell- bis dunkelrosa (s. auch unter C. kie-
feriana).
Coryphantha pseudechinus Böd. (2: 2)
K. + eiförmig, nur zuweilen sprossend, bis 9 cm h.,
bis 5 cm 0, laub- bis graugrün; Scheitel
schwachwollig; W. nach Bz. 5:8 und 8:13, ca. 1 cm lg.;
Ax. wollig; Dr. 2—3, gelblich; Ar. anfangs schwach
wollig; Rst. 18—25, dünnpfriemlich, bis 1,5 cm lg.,
grauweiß bis braun oder fast schwarz; Mst. 1,
vorgestreckt, etwas länger, ebenso gefärbt; Beist. 2—3,
im Oberrand der Ar.; Bl. 2 cm lg., 3 cm 0, violett-
rosa, Rand heller; Fr. gelblich-grün, 1,5 cm lg. —
Mexiko (Sierra de la Paila).
Coryphantha pseudonickelsae Baokbg. (2: 2?)
K. sprossend, Einzelköpfe bis 5 cm h., 6 cm 0;
W. hochgezogen, 1cm lg.; Ax. nur am Scheitel
wollig; Rst. 15—18 grauweiß, bis 1,6 cm lg.; Mst. 1,
anfangs schwarz, bald weißgrau, gefleckt, Spitze
schwarz; Bl. blaßgelblich, 3,5 cm 0. — Mexiko
(Durango).
Coryphantha pseudoradians H. Bravo (2: 1)
K. kugelig, einzeln, graugrün; W. in 13 Spiralen,
unten fast rhombisch; Ar. oval; Rst. 13—15, 3—5
aufwärts gebüschelt; Mst. 0—1—2, meist 0, im
oberen Ar.-Teil; Bl. 3 cm lg., 7 cm 0, fahl gelblich.
— Mexiko (Oaxaca, Tejupan-Suchixtlahuaca).
Coryphantha pycnacantha (Mart.) Lem. (2:1)
K. eiförmig bis kurzzylindrisch, bis 10 cm h.,
5—7 cm 0, bläulich-grün; Ax. reichwollig; W.
unten rhombisch, fast 2,5 cm br., bis 1,5 cm lg.,
stumpf; Ar. anfangs wollig; Rst. 10—12, schlank,
bis 1,6 cm lg., schwach gebogen, gelblich,
dunkelspitzig; Mst. 4, kräftig, mehr gebogen, bis 2,6 cm
lg.; Bl. 4—5 cm lg. und 0, zitronengelb. — Mexiko
(Oaxaca).
Coryphantha radians (DC.) Br. & R. (2:1)
K. kugelig bis schwach verlängert, einzeln, grün,
5—7 cm 0; Scheitel stachlig und filzig; Rst. 12—20,
meist 16—18, bis 1,2 cm lg., kammförmig angelegt,
bis 1,2 cm lg., steif, anfangs rauh, weiß, gelblich,
auch braunspitzig; Mst. meist 0; Bl. zitronengelb,
bis über 7 cm 0. — Mittel-Mexiko (Hidalgo usw.).
Coryphantha r(h)aphidacantha Lem.: Coryphantha
clavata (Scheidw.) Backbg.
Coryphantha ramillosa Cut. (2:1)
K. meist einzeln, gedrückt-rund, graugrün, bis 8 cm
h., 6—9 cm 0; W. 2 cm lg., unten 2,5 cm br.,
aufwärts anliegend; Rst. 14—20, 1—3,5 cm lg.,
abstehend, grauweiß; Mst. 4, etwas kräftiger und
länger, der unterste herabgebogen, zuerst braun,
dann grau und dunkelspitzig; Bl. 6,5 cm lg.,
ziemlich breit, + rosa, nach innen heller. — USA
(Texas).
Coryphantha recurvata (Eng.) Br. & R. (2: 2)
K. gedrückt-kugelig, bis 20 cm 0, oft Polster bis
60 cm br., mit bis 50 Köpfen; W. niedrig; Dr. ?; Rst.
20—30, kammförmig stehend, gelb bis grau,
dunkelspitzig; Mst. 1 (—2), dunkler, zurückgebogen, bis
2cm lg.; Bl. bis 3,5 cm lg., zitronengelb, außen
bräunlich; Fr. grün, kugelig, ca. 7,5 mm 0. —
USA (Arizona), Mexiko (Nord-Sonora).
Coryphantha reduncuspina Böd. (2:1)
K. einzeln, kugelig bis länglich, bis 10 cm 0,
glänzend gelb- bis laubgrün; Scheitel locker stachlig;
W. nach Bz. 13: 21, ovoid-kegelig, aufgerichtet, bis
1 cm lg.; Ax. wollig; Ar. nur anfangs
schwachwollig; Rst. 15—20, steif nadelig, verflochten, bis
1,2 cm lg., weißlich bis strohgelb, oft bräunlich-
spitzig; Mst. 2—3, derb, vorgestreckt und abwärts
gebogen, bis 2,5 cm lg., anfangs schwarzbraun, dann
8 Kakteenlexikon
108 Coryphantha
heller bis gelblich-hornfarben; Bl. 4—5 cm 0, rein
gelb; Stbf. und Schlund rot. — Mexiko (Tamaulipas
bis (?) Coahuila).
Coryphantha retusa (Pfeiff.) Br. & R. (2:1)
K. gedrückt-kugelig, bis 10 cm 0; Scheitel stark-
wollig; W. ziemlich groß; Ar. elliptisch; St. 6—12,
nur randständig, angepreßt, pfriemlich, die 2—3
obersten nadelig, alle gelblich bis bräunlich; Bl. ca.
3 cm lg., 4 cm 0, gelb. — Mexiko (Oaxaca);
v. pallidispina Backbg. weicht durch meist 15
Rst. ab, davon 3 dünnere aufgerichtet, alle blaß-
grau; die W« nach Bz. 13 :21 stehen gedrängter
als beim Typus der Art.
Coryphantha robustispina (Schott) Br. & R. (2:1)
K. rund oder länglich, einzeln oder sprossend,
Einzelkopf bis 15 cm lg., dicht bestachelt; W. groß, bis
2,8 cm lg., in 13 Spiralen, dicht gepreßt, blaß-grau-
grün; Rst. 12—15, die untersten 3 sehr kräftig,
bräunlich, die obersten weicher, die állerobersten
2—3 gebüschelt, ziemlich weich und blaß; Mst. 1,
sehr stark, aufgerichtet, + gekrümmt bis ± hakig,
gelb, bis 3,5 cm lg.; alle stärkeren St. am Grunde
verdickt; Bl. 3,75 cm 0, gelb (bis ?) lachsfarben
oder sogar weiß. — USA (Süd-Arizona) bis Nord-
Mexiko (Nord-Sonora).
Coryphantha roederiana Böd. (2:1)
E. länglich bis elliptisch, bis 11 cm h., 7 cm 0,
wenig sprossend, glänzend-dunkellaubgrün; Scheitel
ziemlich wollig; W. nach Bz. 8:13, locker, kegelig,
aufgerichtet, ca. 16 mm lg.; Ax. und Ar. nur
anfangs starkwollig; Rst. 10—12, steif nadelig, bis
1,8 cm lg., grauweiß, die oberen dunkelspitzig; Mst.
1, bis 1,6 cm lg., dicker, gebogen, bereift-hell- bis
dunkelbraun; später noch 3 obere dünne St.; Bl.
5 cm 0, gelb. — Mexiko (Süd-Coahuila).
Coryphantha salm-dyckiana (Scheer) Br. & R. (2:1)
E. meist einzeln, 10—15 cm 0, breitrund, hellgrün;
Seheitel stachlig und weißwollig; W. + rhombisch,
1 cm lg., fast dachziegelig stehend; Ar. nur anfangs
spärlich-filzig; Rst. 7—15, bis 1,5 cm lg., grau oder
weißlich, einige aufrecht gebüschelt; Mst 1—4, bis
2,5 cm lg., rötlich bis schwarz, der unterste am
kräftigsten, bis 2,5 cm lg., leicht gebogen; Bl. 4 cm
lg., blaßgelb; Stbf. grünlich. — Mexiko (Chihua-
hua).
Coryphantha schwarziana Böd. (2: 2)
E. einfach, länglich-eiförmig; W. kurz-kegelig,
unten ca. 8 mm dick; Ax. anfangs schwach wollig;
Ar. oval; Rst. bis 20, nadelig, oft schwach gebogen,
bis 9 mm lg., weißgrau; Mst. 0—1, dünnpfriemlich,
gerade, abstehend, etwas länger,
gelblich-hornfarben, dunkelspit7'g; Bl. blaßgelb (?). — Mexiko
(Guanajuato). Die Dr.-Farbe ist nicht angegeben.
Coryphantha scolymoides (Scheidw.) Berg. (2:1)
E. kugelig, blaßgrün, später eiförmig; W.
dachziegelig gestellt, anliegend; Ax. bewollt; Ar. nur
anfangs wollig; Rst. (12—) 14—20, anfangs weniger,
hell ± dunkelspitzig, bis 2 cm lg.; Mst. (1—) 3 (—4),
bis über 3,5 cm lg., + gekrümmt, dunkler; Bl. über
5 cm 0, gelb mit rotem Schlund; Pet. ausgezähnelt.
— Mexiko (im Norden).
Coryphantha speciosa Böd. (2:1)
E. einzeln, kugelig bis kurz-eiförmig, glänzend
dunkel-laubgrün bis blaugrün, bis 9 cm h., 8 cm 0;
Scheitel wollig; W. nach Bz. 8:13, ±
schlankkonisch, 2,5 cm lg.; Ar. anfangs starkwollig; Rst.
7—9, mäßig pfriemlich, die oberen dichter
stehenden etwas dünner, 1,5—1,7 cm lg., grauweiß,
schwarzspitzig, die oberen rückseits pechschwarz;
Mst. 4, der untere abwärts gerichtet, rückseits
schwarz; Bl. 6 cm groß, goldgelb mit dunkler Mitte.
— Mexiko (Coahuila, westlich von Monclova).
Coryphantha sulcata (Eng.) Br. & R. (2:1)
E. sprossend, Einzelköpfe bis 12 cm 0; W. groß, bis
1,2 cm lg., locker, weich, nicht auswärts gebogen;
Rst. 12—14, nadelig dünn, gerade, weiß; Mst.
zuerst 0, dann mehrere fast anliegende, 1 kräftiger,
auswärts gebogen; Bl. bis über 5 cm 0, gelb mit
roter Mitte. — USA (Süd-Texas).
Coryphantha suleolanata (Lem.) Lem. (2:1) (T.)
E. gedrückt-kugelig, sprossend, bis 5 cm h., 6 cm 0
oder mehr; W. unten etwas ökantig, oben konisch;
Ax. zuerst starkwollig; Rst. 9—10, ungleich, bis
1,6 cm lg., bräunlich, schwarzspitzig, anfangs
weißlichgelb und purpurspitzig; Mst. 0; Bl. groß, gelb. —
Mexiko (Hidalgo, Mineral del Monte).
Coryphantha unicornis Böd. (2: 2)
E. erst einzeln, dann sprossend, gruppenbildend,
glänzend hell-blaugrün, Einzelkopf bis 8 cm 0,
kugelig; Scheitel stachlig, mäßig wollig; W. nach
Bz. 5: 8, locker, kegelig, bis 1,5 cm lg.; Ax.
schwachwollig; Dr. rot; Ar. nur anfangs wollig; Rst. 7—8
(—9), bis 1,5 cm lg., hell gelblich- bis
bräunlichgrau; Mst. 1, etwas dicker, bis 2 cm lg., unten knotig,
dunkel-rotbraun, zuerst rot; Bl. gelb (?). — Mexiko
(Coahuila, Viesca).
Coryphantha vaupeliana Böd. (2: 2)
E. einzeln, kugelig bis kurz-eiförmig, bis 7 cm 0,
matt blaugrün; Scheitel stachlig; W. nach Bz. 8:13,
dick, 3kantig bis fast kegelig, ca. 2 cm lg., etwas
gekielt; Ax. schwach wollig; Dr. rot; Ar. nur anfangs
wollig; Rst. ca. 15, die oberen büscheligen dünner,
bis 1,5 cm lg., reif ig schmutzig-weiß, braunspitzig,
die übrigen pfriemlich, 8—9, ca. 1,2 cm lg., unten
verdickt; Mst. 4, dicker und derber, bis 2 cm lg.,
unten knotig, matt graugelb, braunspitzig; Bl. groß,
gelb. — Mexiko (Tamaulipas, Jaumave).
Coryphantha — Cryptocereus 109
Coryphantha villarensis Backbg. (2: 2)
K. einzeln, anfangs kugelig, später gestreckt, bis
15 cm h., bis 13 cm 0, fast schwarzgrün; W. groß,
3 cm lg.; Al. anfangs reichwollig; Dr. gelb; Rst.
9—11, 5—15 mm lg., zuerst gelblich, Basis und
Spitze dunkel- oder rotbraun bzw. fleckig, zuletzt
schwarzfleckig und -spitzig; Mst. 1, bis 3 cm lg.,
gelblich, dunkelspitzig, dann weiß, schwarzspitzig,
zuletzt schmutziggelb; Bl. 4 cm lg., 5 cm 0,
hellgelb. — Mexiko (San Luis Potosf, Villar).
Coryphantha vivipara (Nutt.) Eng. (2:1)
R. rundlich, einzeln, später sprossend, bis 5 cm 0,
3cmh., zuletzt kleine Gruppen; Rst. (14—) 16 (—22),
weiß oder braun; Mst. 1—4, bis 2 cm lg., braun oder
gefleckt; Bl. 3,5 cm lg. und br., purpurrosa; Stbf.
purpurn oder rosa; Gr. weiß oder rosa; N. blaßgelb
oder rosa; Fr. 2 cm lg., 1 cm 0, grünlich bis
bräunlich. — Kanada (im Süden), USA (von Kansas bis
Nord-Texas).
v. aggregata (Eng.) Marsh, bildet später größere
Gruppen, Mst. 5—6, weiß, braunspitzig; Bl. 5—7
cm 0.
v. arizoniea (Eng.) Marsh, macht ebenfalls
größere Gruppen als der Typus der Art; Bl. nur 3,76
cmØ;
v. neo-mexicana (Eng.) Backbg. sproßt wenig;
Mst. mehrere, weiß, braun- oder seh warzspitzig;
Bl. 4—5 cm 0.
v. radiosa (Eng.) Backbg. sproßt ebenfalls wenig,
Einzelköpfe mehr länglich-rund, Mst. 5—6 (—8);
Bl. 3,6 cm 0.
Coryphantha voghtherriana Werd . & Böd. (2: 2)
K. einzeln, flachrund, derbwurzelig, bis 4,5 cm h.,
8 cm 0, glänzend blaugrün; Scheitel etwas
weißwollig; W. nach Bz. 5:8, flach- bis kurzkegelig,
bis 1,2 cm lg.; Ax. starkwollig; Dr. rot, meist
verdeckt; Ar. anfangs stärker wollig; Rst. 5—6, bis
8 mm lg., dünn, rauh, meist weißlich, einige obere
auch braun oder schwärzlich gespitzt, schwach
basal verdickt; Mst. zuerst 0, erst später 1, abwärts
gebogen, bis 1,6 cm lg., wenig derber; Bl. 3 cm 0,
hellgelb. Mexiko (San Luis Potosf).
Coryphantha werdermaunii Böd. (2:1)
K. einzeln, anfangs gedrückt-kugelig, dann mehr
eiförmig, bis 8 cm h., 6 cm 0, in höherem Alter
± säulig und seitlich sprossend, hell-graugrün; W.
nach Bz. 21:34, pyramidal, 6 mm lg.; Ax. kahl;
Ar. kahl; Rst. 15—20, steif nadelig, anliegend, bis
6 mm lg., hell-grauweiß; Mst. erst später im
Pflanzen-Oberteil, bis 4, bis 2,2 cm lg., einer leicht
gebogen vorgestreckt, + bräunlich, oben dunkler; Bl.
6 cm lg., anfangs oft gelblich mit rotem Schlund,
ungefähr vom 2. Tag an rosafarben. — Sep. oben
rötlich und so rückseits gestreift. — Mexiko
(Sierra de la Paila).
Coryphantha Lem.: Weitere Namen siehe auch
unter Eseobaria Br. & R. (z. B. G. tuberculosa),
Neobesseya Br. & R. (G. wissmannii), Neolloydia Br.
& R. (G. ceratites) und Lepidoeoryphantha Backbg.
(C. macromeris).
Cryptocereus Alex. (32)
Phyilocactoide, buschige Pflanzen mit eingekerbten
oder ausgezähnten bis ausgelappten Flachtrieben,
die trichterigen bis + glockig-trichterigen Blüten
mit Stacheln am Ovarium sowie + auch an der
Röhre. Die Früchte sind, soweit bekannt, ebenfalls
bestachelt. In der Reduktionslinie der „Blatt-
kakteen“-Blüten steht das Genus also am Anfang.
Kim nach hat zwei Arten zu Eccremocactus gestellt,
obwohl dessen Gattungsdiagnose nur von
Filzspuren am Ovarium und kahlen Früchten spricht;
die Unsicherheit seiner Gliederungsmethode erweist
sich auch daran, daß G. imitans von ihm zuerst zu
dem cereoiden Genus Werckleocereus Br. & R.
einbezogen wurde. Wenn bezüglich E. imitans und
E. rosei argumentiert wird, daß der Typus der
Gattung Cryptocereus Alex, mehr rankend ist und
gelappte Triebe sowie anders gefärbte Früchte hat
und die Blüten größer sind, so ist das unbeachtlich,
denn die gleichen Unterschiede gibt es z. B. auch
bei Epiphyllum; bei Echinopsis sind die Früchte
noch unterschiedlicher gefärbt. Bekannt sind bisher
3 Arten. — Verbreitung: Mexiko, Costa Rica,
Ekuador. (Gutwüchsig.)
Cryptocereus anthonyanus Alex. (T.)
K. reich verzweigend; Tr. 7—16 cm br., blattgrün,
die Spreiten jeweils gegenüber den Auskerbungen
entstehend, 2,6—4,6 cm lg.; Ar. klein, mit kurzen
St.; Bl. ca. 12 cm lg., kremweiß; R. 3 cm lg., kräftig,
mit bis 6 mm lg. Seh., in den Achseln Filz und Bst.;
Ov. noch dichter mit schmutzig-grauem Filz und
graubraunen Bst. sowie bis 3 mm lg., steifen und
braunen St. — Mexiko (Chiapas, Pico Carrizal).
(Abb. 76.)
Cryptoeerens imitans (Kimn. & Hutch.) Backbg.
(Kimnach: Eccremocactus)
K. ähnlich dem der vorigen Art; Ar. mit 1—2
Stächelchen; Bl. nur 6—7 cm lg., weiß; R. über dem
Ov. + gebogen, die Seh. mit Wolle; Ov. mit dichten
Ar. und bis 4 mm langen St.; Fr. länglich-rund,
stachlig. — Costarica (El General Valley, bei
Canas).
Cryptocereus rosei (Kimn.) Backbg. n. comb.
(Eccremocactus rosei Kimn., C. & S. J. (US),
XXXIV: 3, 80.1962)
K. buschig hängend; Tr. unten + rund, der
verbreiterte Teil bis 90 cm lg., 4—8 cm br., mit kräftiger
Mittelrippe, rundlich gekerbtem Rand; Ar. mit
weißem Filz und 1—4 Stächelchen; Bl. bis 7 cm lg.,
trichterig; Sep. rötlichgelb bis hellpurpurn; Pet.
grünlich-krem; R. und Ov. dicht feinstachlig, St.
110 Cryptocereus — Cylindropuntia
bis 1 cm lg.; Fr. oblong, 4,5 cm lg., rot, mit
zahlreichen 1 cm lg. St., Perianth haftend. — Ekuador
(Tal des Rio Canar und Rio Chanchan).
Gullmannia Dist.: Wilcoxia Br. & R.
Cumarinia (Knuth) Buxb.: Neolloydia Br. & R.,
U.-G. Cumarinia (Knuth) Backbg. (zuerst als
Coryphantha Lem., U.-G. Cumarinia Knuth).
Cylindropuntia (Eng.) Knuth emend.
Backbg. (8)
Die Gattung umfaßt die Arten des nördlichen
Entwicklungszweiges zylindrischer Opuntien, meist
größer als die Austrocylindropuntia-Spezies
Südamerikas. Während diesen aber eine Scheidenbildung an
den Stacheln fehlt, sind solche bei Cylindropuntia
vorhanden, z. T. wenigstens in Rudimenten, so daß
danach die Zugehörigkeit zur nördlichen oder
südlichen Gruppe leicht festzustellen ist.
Es werden folgende Reihen unterschieden, auf die
die hinter den Namen eingeklammerten Zahlen
hinweisen:
Mit meist nur 1 Hauptstachel:
Reihe 1: Ramosissimae Br. & R.: Endtriebe sehr
dünn, bis 1 cm 0; Triebe mit flachen,
rautenartig markierten Höckern;
Reihe 2: Leptocaules Br. & R.: Endtriebe selten
mehr als 1 cm 0; Triebe ohne
rautenförmige Höcker, diese fehlend oder +
länglich.
Mit mehreren Stacheln:
Reihe 3: Thurberianae Br. & R.: Endglieder nicht
über 2 cm 0;
Reihe 4: Echinocarpae Br. & R.: Endglieder 2 cm
und mehr dick; Frucht trocken;
Reihe 5: Bigelowianae Br. & R.: Endglieder 2 cm
und mehr dick; Höcker anfangs kaum
länger als breit; Frucht fleischig;
Reihe 6: Imbricatae Br. & R.: Endglieder 2 cm und
mehr dick; Höcker deutlich länger als
breit, schmal, hoch, seitlich
zusammengedrückt; Frucht fleischig;
Reihe 7: Fulgidae Br. & R.: Endglieder 2 cm und
mehr dick; Höcker breit und niedrig;
Frucht fleischig.
Viele Arten zeichnen sich durch eine auffällige Be-
stachlung mit z. T. buntfarbenen Scheiden aus;
einige Spezies haben stark stechende Stacheln,
andere verschiedenfarbige Blüten (z. B. C. versico-
lor). Auch proliferierende Früchte treten auf, die
dann kettenartig sich folgen und ganze Klumpen
bilden können. Der Wuchs ist wenig oder stark
verzweigt, aufrecht oder z. T. sogar + liegend.
Bekannt sind bisher ca. 43 Arten. — Verbreitung:
Von den südlicheren USA bis Mittel-Mexiko und
Niederkalifornien. [®. O.]
Cylindropuntia abyssi (J. P. Hest.) Backbg. (4)
K. buschig, bis 40 cm h.; Tr. bis 30 cm lg., ca. 2 cm
0, stark gehöckert; Hck. bis 1,5cm lg.; Ar.
hellbraun; Gl. gelb; St. ca. 10, dunkelbraun, bis 3 cm
lg.; Scheiden lose; Bl. 4 cm lg., am Zweigende, gelb-
grün; Fr. ovoid, 2 cm lg., genabelt, oben oft
stachlig. — USA (Kalifornien, im Süden).
Cylindropuntia acanthocarpa (Eng. & Big.) Knuth (4)
K. stark verzweigt, bis 2 m h.; Tr. spitzwinklig zum
Stamm, später holzig, End-Tr. bis 8 cm lg., stark
gehöckert; Hck. seitlich abgeflacht; St. 8—25, bis
3 cm lg., dunkelbraun; Scheiden hellfarben; Gl.
gelb; Bl. 5 cm lg. und 0, rot bis gelb; Fr. ca. 3 cm
lg., kräftig bestachelt, schwach und breit genabelt.
— USA (Arizona, Cactus Pass).
v. ramosa (Peebl.) Backbg. unterscheidet sich
durch etwas schlankere Tr., Fr. auch trocken,
die Verzweigung dichter,
v. thornberi (Thornb. & Bonk.) Backbg. ist
niedriger, höchstens bis 1,50 m h,, nur bis 10 St;
Bl. bronzegelb, tiefrot und gelb; Fr. kürzer
bestachelt.
Cylindropuntia alamosensis (Br. & R.) Backbg. (3)
E. strauchig, bis 3 m h., meist stammbildend, dieser
bis 12 cm 0; Tr. lang, bis 1,5 cm 0, anfangs
gehöckert, später rund; Hck. verlängert; Ar. braun;
Gl. zahlreich, braun; St. 4, ein mittlerer unten braun,
oben gelb, bis 2 cm lg.; Bl. zitronengelb; Fr. bis 3 cm
lg., gelb oder rötlich. — Mexiko (Sonora, Alamos
bis Sinaloa).
Cylindropuntia alcahes (Web.) Knuth (7)
K. stark verzweigt, sehr stachlig, bis 1 m h.; Tr.
rund; Hck. + rautenförmig-erhaben; St. anfangs
bis 12; Scheiden blaß bis weiß; Bl. mäßig groß,
grüngelb; Fr. rund, klein, prall, gelb. — Mexiko
(Niederkalifornien).
Cylindropuntia arbuscula (Eng.) Knuth (2)
K. buschig, bis 3 m h., vieltriebige Krone; Stamm
kurz, holzig, bis 12 cm 0; End-Tr. bis 7,5 cm lg.,
8 mm 0; Hck. niedrig, undeutlich; St. meist 1, bis
4 cm lg.; Scheiden strohfarben; Bl. 3,5 cm lg.,
gelbgrün bis bräunlich-gelbweiß; Fr. bis 3,5 cm lg.,
rot, oft proliferierend; S. oft nur 1. — USA
(Arizona), Nordmexiko (Sonora).
v. congesta (Griff.) Backbg. unterscheidet sich
durch mehr keulige, stärker gehöckerte Fr.
Cylindropuntia bigelowii (Eng.) Knuth (5)
K. strauchig, bis 1 m h., mit kurzen Seitenzweigen;
Tr. bis 15 cm lg., prall; Hck. nicht sehr erhaben,
fast vierflächig, so lg. wie br., 1cm gr.; St. und
Scheiden gelblichweiß; Bl. zum Scheitel hin, 4 cm
lg., violettkarmin, gelb oder grüngelb mit purpur
Fleck; Fr. meist nackt, stark höckrig. — USA
(Südnevada bis Kalifornien und Arizona), Mexiko
(Nord-Niederkalifornien).
Cylindropuntia 111
Von Proctor wird die Blüte in „Arizona Highways"
mit weißen Pet. und grünlichem Schlund abgebildet,
v. x hoümannii (C. B. Wolf) Backbg. n. comb.
(Opuntia bigelowii v. hoffmannii C. B. Wolf,
Occ. Papers Rancho St. Ana Bot. Gard., 1: 2,
79,1938), Bl. hellkarmin, ist eine ähnliche, locker,
lang und dicht bestachelte Naturhybride wie
auch C. munzii (s. dort).
Cylindropuntia brevispina (H. E. Gat.) Backbg. (7)
E. buschig, bis 1 m h. und br., blaugrün bis braun;
Tr. bis 4cm 0, bis 25 cm lg.; Hck. fast
rautenförmig, 2,5cm lg., 5mm br.; Gl. fehlend (?); Bst. 5,
aus unterer Ar., bis 5 mm lg., her abgebogen; Mst.
1, bis 2 cm lg., dunkelbraun; Scheide nur oben am
St.; Bl. radförmig, 3 cm lg. und 0, bronze-rötlich-
purpurn; Fr. 1,8 cm lg., kugelig, gelb. — USA
(Golf von Kalifornien, Ballena-Ins.).
Cylindropuntia brittonii (G. Ort.) Backbg. (2)
K. gestrüppbildend, bis öm br., Im h.; Tr. 5—
20 mm 0, später verholzend; Ar. weiß; St. 1, weiß;
Scheide durchsichtig; Gl. zahlreich rot,
gelbgespitzt; Bl. 2 cm 0, grünlich weiß; Fr. 2 cm lg.,
ovoid, glatt rot. — Mexiko (Sinaloa, Angostura).
Cylindropuntia burrageana (Br. & R.) Backbg. (4?)
E. buschig, bis 1 m h.; Stamm dünn, bis 2 cm 0,
bestachelt; Tr. zylindrisch bis schmalkeulig, bis
15 cm lg.; Ar. braun, dichtstehend; St. zahlreich,
selten bis 2 cm lg.; Scheiden dünn, hellgelb; Gl.
hellgelb, wenn vorhanden; Bl. bis 4 cm 0, bräun-
lichrot, unten grünlich; Fr. 2 cm 0, rund, etwas
gehöckert, trocken (?). — Mexiko (Niederkali-
fornien).
Cylindropuntia calif ornica (Torr. & Gray) Knuth (4)
E. aufsteigend oder liegend; Tr. schlank, bis 2,5 cm
0, blaugrün, stark gehöckert; Hck. bis 1,5 cm lg.,
seitlich abgeflacht; St. 7—20, braun; Scheiden
gelbbraun, ca. 1 cm lg.; Gl. hellbraun; Bl. am Tr.-
Ende, 4 cm 0, grünlichgelb, außen rot; Fr. sehr
stachlig. — USA (Südkalifornien) und Nord-
Niederkalifornien.
Cylindropuntia calmalliana (Coult.) Knuth (3)
E. unbeschrieben; Tr. blaugrün; Hck. schmallang,
bis 2,6 cm lg.; Ar. gelb; Gl. weiß; St. meist 4, der
obere stark, aufrecht, rötlich, gelb gespitzt, bis
2,5 cm lg., die unteren dünner, herabgebogen, bis
1,5cm lg.; Bl. purpurn (?); Ov. stachlig; Fr. glatt,
ovoid, saftig. — Mexiko (Niederkalifornien, Cal-
malli).
Cylindropuntia caribaea (Br. & R.) Knuth (2)
E. strauchig, bis 3 m h., Dickichte bildend; Tr.
zuletzt horizontal, bis 10 cm lg., für die Reihe kräftig;
Hck. ± erhaben, kurz; Ar. groß, weiß, mit einigen H.;
St. 1(—3), bis 3 cm lg.; Scheiden braun; Gl.
dunkelbraun; Bl. hellgelb; Fr. rot, bis 2 cm lg., kahl,
höchstens oben einige St., steril. — Westindien
(Hispaniola).
Cylindropuntia cholla (Web.) Knuth (6)
H. baumartig, bis 3 m L; Stamm 15 cm 0,
zunehmend stachlig; Krone dicht und breit; Tr. oft
quirlig, horizontal, blaß; Hck. groß,
zusammengedrückt; St. oft zahlreich; Scheiden lose,
bräunlich; Gl. zahlreich, gelb; Bl. ziemlich klein, 3 cm 0,
tief purpurn; Fr. bis 5 cm lg., proliferierend
Klumpen bildend. — Mexiko (Niederkalifornien).
Cylindropuntia ciribe (Eng.) Knuth (5)
K. buschig dicht verzweigt, bis 1 m h.; End-Tr. bis
5 cm 0, stark und regelmäßig gehöckert; Hck.
5—7 mm br. und lg.; St. 4—6, scharf stechend, bis
3 cm lg., einige Bst. oder H.; Scheiden gelblich; Gl.
zahlreich; Bl. gelb; Fr. stark höckrig, bis 4 cm lg.,
stachellos. — Mexiko (Mittel-Niederkalifornien).
Cylindropuntia clavellina (Eng.) Knuth (3)
K. offen verzweigt, bis 1 m h.; Tr. am Ende dünn,
spreizend, aufsteigend, etwas keulig, bis 10 cm lg.,
etwas über 1 cm 0; Hck. länglich, bis 8 mm lg.;
St. 3—6, der mittelste sehr lang; Scheiden
strohfarben oder braun; Bl. gelb; Fr. keulig, kurz,
gehöckert. — Mexiko (Niederkalifornien).
Cylindropuntia davisii (Eng. & Big.) Knuth (3)
H. niedrig-strauchig, bis 50 cm h., stark verzweigt,
dicht gelb bestachelt; Tr. am Ende 8 cm lg., ca.
1 cm 0, stark höckrig; St. 6—12, die längsten bis
5 cm lg.; Scheiden dünn; Gl. zahlreich, gelb; Bl.
3,5 cm lg. und br., olivgrün bis gelb; Ov. mit einigen
St.; Fr. 3 cm lg., etwas höckrig, kahl. — USA
(Westtexas, Ost-Neumexiko).
Die Wz. sind weit verzweigt und knollig verdickt.
Cylindropuntia densiaculeata Backbg. (4)
K. sperrig verzweigt, mit kurzem Stamm; Tr. fast
quirlig entstehend, bis 50 cm lg., + aufgebogen,
dicht bestachelt; Hck. kurz, fast rippenartig
zusammenfließend, spiralig; St. weißlich, mit +
hellrötlichem Schein, 20 oder mehr, ± abstehend und
verflochten; Bl. tief purpurn, bis 6 cm 0; Ov. mit
rosa St.; Stbl. dunkel-lilarot; Gr. hellrot; N. gelb;
Fr. bis 5 cm 0, tief genabelt, grün. — Heimat?
Cylindropuntia echinocarpa (Eng. & Big.) Knuth (4)
K. strauchig, bis 1,5 m h., stark verzweigt, Stamm
holzig, bis 3 cm 0, später glatt; Tr. kurz, stark
höckrig; St. zahlreich, erst gelb, dann bräunlich,
zuletzt grau; Scheiden ungleichmäßig vorhanden;
Bl. gelblich, außen rot gespitzt; Ov. kurz, kreiselig,
oben dicht bestachelt; Fr. sehr stachlig. — USA
(Südstaaten), Mexiko.
Cylindropuntia fulgida (Eng.) Knuth (7)
K. baumartig, bis 3 m h., z. T. niedriger, im Süden
der Verbreitung auch niedrige Büsche; Stamm bis
112 Cylindropuntia
20 cm 0; End-Tr. bis 20 cm lg., bis 5 cm 0, saftig,
höckrig, leicht abbrechend; St. bis 12, gelblich bis
bräunlich, bis 3,5 cm lg.; Scheiden locker; Gl.
weißlich bis hellgelb; Bl. bis 3,5 cm 0, hellrot; Pet.
wenige, gestutzt; Fr. erst höckrig, später glatt, bis
5 cm lg., stark proliferierend, grün. — USA
(Arizona), Mexiko (Sonora, Sinaloa). (Abb. 77: 6.)
v. mamillata (Schott) Backbg. weicht durch
kürzere, unansehnliche St. ab; die Tr. sind saftiger;
die Hck. höher.
Cylindropuntia heteracantha Ritt, (unbeschrieben)
ist wohl Austrocylindropuntia humahuacana Backbg.
Cylindropuntia hualpaensis (J. P. Hest.) Backbg. (3)
K. buschig, bis 1,5 m h., ziemlich dicht verzweigt;
Hck. 4—6 mm br. und h., bis 1,5 cm lg., spiralig;
Ar. gelb; Gl. gelblich; St. 2—4, bis 3 cm lg.,
bräunlich bis aschgrau, außerdem 3—6 nur 6—8 mm lg.
St.; Bl. trichterig, ca. 2 cm lg., 4 cm 0, grüngelb;
Ov. grün, höckrig, mit aschgrauen St.; Fr. 3,6 cm 0,
fleischig, bis 4 cm lg. — USA (Arizona, im
Nordwesten).
Cylindropuntia imbricata (Haw.) Knuth (6) (T.)
E. baumförmig, bis über 3 m h., Stamm holzig;
Tr. schräg aufstrebend, End-Tr. bis 3 cm 0, stark
höckrig; Hck. bis 2,5 cm lg., seitlich abgeflacht; St.
8—30, bis 3 cm lg., braun; Scheiden dünn; Bl. am
Triebende, 4—6 cm lg., bis 9 cm br., purpurn; Ov.
höckrig, mit einigen Bst.; Fr. kahl, gelb, bis 3 cm
lg. — USA (südlichere Staaten) bis Mittel-Mexiko,
v. argentea (Anth.) Backbg. weicht durch silbrige
St. mit rotem Fuß ab; Hck. kürzer (bis 2 cm lg.).
Cylindropuntia kleiniae (DC.) Knuth (2)
K. strauchig, bis 2,5 m h., Basis holzig; Hck. lang;
Ar. weißwollig, groß, länger als br.; St. meist 1,
zuweilen mehrere, bis 5 cm lg., gelblich oder
bräunlich; Scheiden gelb; Ar. später auch noch mit
einigen Bst.; Gl. gelb bis braun; Bl. 3 cm lg.,
purpurn; Pet. breit, oben gerundet; Fr. 2,5 cm lg., rot,
langdauernd. — USA (Texas) bis Mittelmexiko.
Cylindropuntia leptocaulis (DC.) Knuth (2) v. lepto-
caulis
K. buschig, zuweilen mit kurzem Stamm, bis 2 m h.;
Tr. frischgrün, ziemlich dicht stehend, kaum ge-
höckert, sehr dünn; St. oft fehlend, meist 1, hell,
an älteren Tr. auch 2—3, bis 5 cm lg.; Scheiden
locker oder fest, verschieden getönt; Ar. kurzfilzig,
weiß; Bl. bis 2 cm lg., grünlichgelb; Ov. ± konisch,
mit vielen kleinen braunen Ar. und Gl.; Fr. klein, ±
rundlich bis keulig (auch beim Arttypus?), rot oder
gelb (var.?), 10—18 mm lg. — US A (im Südwesten),
Mexiko.
In der Heimat ein stark stechendes, übles Unkraut.
Man unterscheidet:
v. badia (Berg.) Knuth: St. lang, kräftig; Scheide
kastanienbraun.
Eine Form dieses Namens (Riviere-No. 8096) hat
gelb-bleibende St. mit hellbraunen Scheiden; Bl.
hell-grüngelb, bis 17 mm 0; Fr. länglich-birn-
förmig, rot.
v. brevispina (Eng.) Knuth: an Neutrieben meist
2 Tr. aus der Ar., auf- und abwärts gerichtet; St.
entweder weiß, über 1 cm lg. werdend, oder sehr
kurz, gelblich, dunkelspitzig; Bl. 2 cm 0,
weißlich-gelb grün; Fr. 1,4 cm lg., länglich, rot, innen
gelborange; S. 3 mm lg.
v. glauca Backbg.: Tr. fahl bläulichgrün; St. 1,
bis 4,5 cm lg., unten weiß, Mitte braun, oben
heller; Scheiden 2 mm br., leuchtend und glänzend
braun, Basis heller; Bl. hell-grüngelb, 2 cm 0;
Ov. nackt; Fr. kugelig, dunkel-scharlach, 1,5 cm
groß, Pulpa glasig-weißlichgrün,
v. longispina (Eng.) Knuth: St. (und Scheiden)
kaffeebraun, bis 4 cm lg.; Bl. bräunlich bis
grünlichgelb, ca. 2 cm 0; Gl. hellbraun,
v. pluriseta (Berg.) Knuth: dunkelgrün; St
kurz; Scheiden undeutlich; Ar. mit einigen H.,
aber ohne Flecken darunter,
v. rohustior (Berg.) Knuth: Seiten-Tr. kurz,
hellgrün; St. lang, hellgelb; Scheiden hell,
v. tenuispina Backbg.: Tr. dünn, laubgrün; St. 1,
hell-graubräunlich, mit dunkleren Strecken;
Scheiden gelblich; Bl. hell-gelbgrün, ca. 2 cm 0; Ov.
kleinstachlig; Fr. länglich (nicht keulig), steril,
1,8 cm lg., Basis grünlich, Pulpa farblos-glasig,
v. vaginata (Eng.) Knuth: Bl. 2 cm 0,
hell-gelbgrün; Ov. bestachelt; die bis 4 cm lg. St. haben
breite, strohgelbe Scheiden; Gl. braun.
Cylindropuntia Uoydii (Kose) Knuth (3)
K. hochstrauchig, bis 3 m h. und br.; Tr. rundlich,
ca. 2 cm 0; Hck. hervortretend, oblong; St. wenige,
auf Vorjahrs-Tr. 3, 1,5 cm lg., rötlich; Bl. 3 cm lg.,
nachmittags öffnend, dunkelpurpurn; Fr. 3 cm lg.,
schwach höckrig, gelb bis orange. — Mittel -
Mexiko.
Cylindropuntia metuenda (Pitt.) Backbg. (2) hat
dünnere Tr. als C. caribaea und kleinere Bl.; wohl
höchstens eine var. der letzteren.
Cylindropuntia molesta (Brand.) Knuth (6—7)
K. hochstrauchig, bis 2 m h., in Kultur niedriger;
Tr. sperrig stehend, fast zylindrisch, z. T. + keulig,
bis 40 cm lg., manchmal bis 4 cm 0, blaßgrün;
Hck. niedrig, breit, bis über 4 cm lg.; St. 6—10,
ungleich, bis 5 cm lg., strohfarben; Scheiden dünn,
lose; Bl. 5 cm 0, purpurn; Fr. ovoid, 2,5 cm lg.,
kahl oder etwas stachlig. — Mexiko
(Niederkalifornien, San Ignacio).
Cylindropuntia mortolensis (Br. & R.) Knuth (2)
E. kleinstrauchig, bis 60 cm h., dunkelgrün; Tr. mit
± rötlich-dunklen Flecken unter den Ar., mitunter
nur 2 cm lg., 4—5 mm 0; Hck. undeutlich; B. bis
4 mm lg., Spitze bronze-getönt; Ar. anfangs mit
Cylindropuntia 113
einigen Haaren, abfallend; Gl. wenige, braun; St.
in alten Ar. 1, 3—5 cm lg.; Scheiden bräunlich; Bl.
und Fr,? — Mexiko.
Cylindropuntia multigeniculata (Clok.) Bagkbg. (3)
E. buschig, bis 50 cm h.; Tr. zahlreich, bis 2 cm 0;
Hck. niedrig, 4—6 mm lg., bis 3 mm br.; St. ca. 12,
nadelig, 2—4 mittlere, bis 18 mm lg.; Scheiden
weiß; Bl. 2,5 cm lg. und br. — Heimat?
Cylindropuntia x munzii (C. B. Wolf) Backbg. n.
comb. (Opuntia x munzii C. B. Wolf, Occ. Papers
Rancho Sta. Ana Bot. Gard., 1: 2, 79. 1938) ist
eine Naturhybride der Cylindrop. bigelowii mit fahl
gelblichweißen St., noch lockerer stehend als bei
Cylindrop. bigelowii v. x hoffmannii; Bl. braun-
grau-rosa.
Cylindropuntia parryi (Eng.) Knuth (4)
K. niedrig-buschig, bis 40 cm h.; Tr. zylindrisch, bis
30 cm lg., bis 2 cm 0, stark höckrig; Hck. bis 1,5 cm
lg.; Ar. hellbraun; Gl. gelb; St. ca. 10, bis 3 cm lg.,
dunkelbraun; Bl. am Tr.-Ende, 4 cm lg., gelb; Fr.
ovoid, 2 cm lg., tief genabelt, oben oft stachlig, bei
der Reife prallrund. — USA (Süd-Kalifornien).
Cylindropuntia prolifera (Eng.) Knuth (7)
K. strauchig, bis 2 m h., Stamm holzig; End-Tr. bis
12 cm lg., 3—5 cm 0, leicht abbrechend, fleischig;
Hck. kurz, prall; St. 6—12, bis 12 mm lg., braun;
01. blaß; Bl. rot, ziemlich klein; Ov. mit rötlichen
St.; Fr. proliferierend, bis 3,5 cm lg., oft steril. —
USA (Süd-Kalifornien).
Cylindropuntia ramosissima (Eng.) Knuth (1)
K. buschig, zuweilen bis 2 m h.; Tr. grau, weit
spreizend, bis 9 cm lg., ca. 6 mm 0; Hck, flach,
rautenförmig, 4—6flächig; Ar. anfangs bräunlich;
St. oft 0, häufiger 1, bis 6 cm lg., anfangs rötlich;
Seheiden locker, gelb; Bl. 4 cm lg., grüngelb; Fr.
trocken, weichstachlig. — USA (südliche Staaten),
Mexiko (Niederkalifornien, Sonora).
Cylindropuntia recondita (Griff.) Knuth (3)
K. niedrig-dichtbuschig, bis etwas höher-strauchig,
bis 1,5 m h.; Stamm zylindrisch, bis 7 cm 0; Tr.
leicht abbrechend, bis 10 cm lg., ältere bis 30 cm lg.,
bis 2 cm 0, sehr stachlig; Hck. 5 cm lg., 6 mm br.,
später verflachend; Ar. breitoval, bis 6 mm br.;
Gl. gelb; St. zuerst 2—4, später 6—8 (—10),
spreizend, bis 5 cm lg., oben braun; Scheiden ziemlich
glänzend; Bst. zwischen den St., bis 6 mm lg.,
scheidenlos, schmutzigschwarz; Bl. 2,5 cm 0,
purpurn; Fr. grüngelb, mit rötlichem Hauch, bis
3,5 cm lg., Gl. braun. — Mexiko (La Perla).
v. perrita (Griff.) Backbg. ist etwas langtriebiger
und sperriger, die St mit Scheiden, blaßgelb-
lich.
Cylindropuntia rosarica (Linds.) Backbg. (4)
E. niedrig-strauchig, spreizend, bis 1 m h., meist
stammlos; Tr. bis 20 cm lg., 2—5 cm 0, blau- bis
olivgrün, später bräunlich; Hck. bis 3 cm lg., 1 cm
br., fast rippenartig folgend; Gl. zahlreich, goldgelb,
bis 4 mm lg.; St. 4—7, bis 3,6 cm lg., und einige
Bst.; Scheiden rötlichbraun; Bl. scheitelnah, 3,5 cm
0, hellgelb mit rötlichem Ton am Rand; Fr.
proliferierend, oft steril, höckrig, mit St. und Bst. —
Mexiko (Niederkalifornien, um San Telmo).
Cylindropuntia rosea (DC.) Backbg. (6)
K. bis 1 m h., mit Haupttrieb, dieser bis 5 cm 0,
sehr stachlig; Tr. oben dicht abstehend; St. anfangs
wenige, später bis 20 oder mehr, 3—4 cm lg.;
Scheiden weiß; Ov. kahl oder borstig; Bl. rosa; Stbf.
und Gr. rosa; Fr. eirund, höckrig, bis 2,5 cm lg.,
gelbbräunlich, mit feinen, bis 2,5 cm lg. St. —
Mexiko (Hidalgo, Tula).
v. atrorosea Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
6. 1963.
Bl. tief karminrosa, auffällig dunkler als beim
Typus der Art; Fr. 4 cm lg., innen grün, mit bis 3 cm
lg. St. (Abb. 78.)
Cylindropuntia spinosior (Eng.) Knuth (6)
E. baumförmig, bis 4 m h., ± stammbildend, Krone
offen; End-Tr. bis 30 cm lg., bis 2,5 cm 0, oft
purpurn getönt, stark höckrig; Hck. bis 12 mm und
mehr lg., schmäler, ziemlich dicht; St. 6—12, später
bis 25, bis 15 mm lg., spreizend, grau bis bräunlich;
Scheiden dünn; Gl. gelblich weiß; Bl. bis 6 cm br.,
rosa, purpurn, gelb oder weiß; Gr. krem oder rosa;
Fr. kugelig bis oblong, stark höckrig, stachellos,
gelb, bis 4 cm lg. — USA (Arizona, Neumexiko),
Nord-Mexiko.
Cylindropuntia tesajo (Eng.) Knuth (2)
E. buschig, bis 30 cm h. und br.; Tr. bleistiftdünn,
kaum gehöckert, bis 5 cm lg.; Ar. 6—6 mm
entfernt; St. zuerst 2, bis 8 mm lg., klein,
dunkel-kaffeebraun, später noch ein Haupt-St., bis 5 cm lg.,
Spitze gelb; Bl. bis 1,8 cm lg., gelb. — Mexiko
(Mittel-Niederkalifornien).
v. cineracea (I. L. Wigg.) Backbg. ist höher-
wüchsig, die Epidermis aschgrau.
Cylindropuntia tetracantha (Toumey) Knuth (3)
K. niedrig-strauchig, bis 1,5 m h.; Stamm holzig,
bis 8 cm 0; Tr. bis 30 cm lg., 1,5 cm 0, rötlich;
Hck. zuerst hoch, bis 2,2 cm lg.; Gl. braun; St. 3—6,
meist 4, dünn, etwas herabgebogen; Bl. bis 2 cm br.,
orange bis Scharlach; Fr. ebenso gefärbt, bis 2,5 cm
lg., tief genabelt. — USA (Arizona, Tucson). (Abb.
77: 1.)
Manche sehen die Art als eine Form der G. arbuscula
an, aber die Tr. sind länger, die St. zahlreicher, die
Bl. anders gefärbt.
114 Cylindropuntia — Delaetia
Cylindropuntia thurberi (Ekg.) Knuth (3)
E. hochstrauchig, bis 4 m h.; Tr. schlank, bis 25 cm
lg., 1—1,2 cm 0; Hck. bis 2 cm lg., seitlich
zusammengedrückt; St. 3—5, bis 12 mm lg.,
spreizend; Scheiden dünn, braun; Bl. 3,5 cm 0,
bräunlich; Fr, bis 3 cm 0. — Mexiko (Sonora, Bacua-
chic; Westküste).
Cylindropuntia tunicata (Lehm.) Knuth (6)
K. niedrig-buschig (auch als stammtrieb-bildend
beschrieben, hier mit C. rosea verwechselt?); Tr. leicht
lösend, kurz oder bis 15 cm lg., stark höckrig; St.
zuerst rötlich, meist 6—10, bis 5 cm lg.; Scheiden
weiß, dünn; Bl. 3 cm lg. und br., gelb; Ov.
stachlig oder kahl. — Mexiko (auf dem Hochland ein
lästiges Unkraut). Bis Südamerika verschleppt.
Kulturpflanzen dieser gelbblühenden Art wie der
rosablütigen, sehr ähnlichen C. rosea sind beliebt;
zu schattig kultiviert, verkümmern aber die St. mit
den silbrigweißen Scheiden.
Cylindropuntia versicolor (Eng.) Knuth (6)
K. buschig bis baumförmig, Krone offen und breit,
z. T. bis 4 m br.; Stamm und größere Tr. holzig
werdend; End-Tr. bis 20 cm lg., ca. 2,5 cm 0, Epi-
dermis in der Farbe etwas variierend, nicht sehr
stark gehöckert; Hck. 1,5 cm lg.; St. 5—11, bis
2,5 cm lg., dunkel; Scheiden eng; Gl. rotbraun; Bl.
3—5,5 cm br., gelb, grün, rot oder braun; Ov.
höckrig, mit Filz, Gl. und langen, abfallenden Bst.;
Fr. lange ausdauernd, bis 4 cm lg., kugelig birn-
förmig, z. T. proliferierend, zuerst etwas höckrig. —
USA (Arizona), Nord-Mexiko. (Abb. 77: 2—5.)
Cylindropuntia viridiflora (Br. & R.) Knuth (3)
E. strauchig, bis 60 cm h.; End-Tr. bis 7 cm lg.,
1,5—2 cm 0, oft brüchig; Ar. grau oder gelb; St.
5—7, bis ca. 2 cm lg., dunkelbraun; GL zahlreich,
gelb, kurz; BL scheitelnah, bis 4,5 cm lg., grün,
rötlich getönt; Fr. stark gehöckert, mit langen,
abfallenden Bst. — USA (Neumexiko, Santa Fé und
Fort Marcy).
Cylindropuntia vivipara (Rose) Knuth (3)
K. bis 3,5 m h., starkästig verzweigt; Haupt-Tr. bis
10 cm 0; Tr. bläulichgrün, leicht abbrechend, 1—2
cm 0; Hck. länglich, niedrig, bis 2cm lg.; Ar. gelb;
GL wenige oder fehlend; St. 1—4, bis 2 cm lg.;
Scheiden strohfarben; BL scheitelnah, purpurn; Ov.
starkhöckrig, mit weißen, abfallenden Bst.; Fr. ob-
long, bis 6 cm lg., gelbgrün, schwach genabelt. —
USA (Arizona, bei Tucson).
Cylindropuntia whipplei (Eng. & Big.) Knuth (3)
K. niedrig, stark verzweigt; End-Tr. 1—2 cm 0;
Ar. länglich, hellbraun; GL blaßgelb; St. ca. 12,
bis 2 cm lg., dunkelbraun; Scheiden hellbraun; BL
2 cm br., gelb; Fr. starkhöckrig, stachellos, bis 4 cm
lg., tief genabelt. — USA (Nord-Arizona,
Neumexiko).
v. enodis (Peebl.) Backbg. weicht durch nicht
höckrige Fr. ab, der Nabel nur schwach
eingedrückt. — USA (Arizona, Hualpai-Mountains).
Cylindropuntia: siehe auch unter Austrocylindro-
puntia Backbg. (südamerikanische Arten).
Cylindrorebutia Fric & Krzgr.: Mediolobivia
Backbg., UG. 2 Pygmaeolobivia Backbg., Reihe 1:
Conoideae Backbg.
Dactylanthocactus Y. Ito : Brasilicactus Backbg.
Deamia Br. & R. (43)
Eigentümliche, stammwindende Epiphyten mit
meist 3flügeligen, dünnrippigen Trieben, zuweilen
aber auch 5—8rippig oder -flügelig, mit Luftwurzeln
klimmend. Die Areolen weisen meist kurze und
dünne Stacheln auf. Zur Blütezeit entstehen
zahlreiche große Blüten, kremweiß, mit locker
spreizenden, schmäleren äußeren Perigonblättern und dichter
stehenden inneren, die in eine Spitze auslaufen. Der
Griffel hat fast 20 dünne, lange, seitwärts spreizende
Narben. Die Pflanzen werden bei uns viel zu wenig
kultiviert, obwohl sie gutwüchsig sind, allerdings
Gewächshauskultur erfordern. Nur 2 Arten
bekannt. — Verbreitung: Von Süd-Mexiko bis
Kolumbien. [¾, ///.] 3
Deamia diabolica Clov.
K. kräftig-triebig, gegliedert, 3—ökantig; Ri. dünn,
bis 4 cm h., schwach gekerbt; Ar. bis 2 cm
entfernt; St. nadelfein, 0,5—5,2 cm lg., braun, später
grau, basal verdickt, einer oft viel länger als die
übrigen; Bl. bis 24 cm lg., weiß; R. mit bräunlichem
Filz und braunen bis gelblichen H.; Ov. dicht
goldbraun bestachelt; Fr. klein, locker bestachelt. —
Britisch-Honduras (Corozal).
Deamia testudo (Karw.) Br. & R. (T.)
K. + bäum- bis strauchartig, an Bäumen oder Felsen
klimmend, bis 3 m lg.; Tr. bis 15 cm lg., 8 cm br.,
hell- bis smaragdgrün; Ri. 3—5—8; Ar. bis 2,5 cm
entfernt; St. anfangs 3—4, später bis über 10, bis
2 cm lg., ziemlich steif, erst gelblich, dann braun;
Bl. bis 28 cm lg., bis 20 cm 0, später zahlreich
erscheinend, weiß bis kremweiß; Fr. stachlig, rot. —
Mexiko bis Kolumbien. (Abb. 79.)
Delaetia Backbg. (123)
Ein bisher monotypisches Genus mit starken
Kinnhöckern an den + runden Körpern und meist nur
4 Stacheln (Stecklinge haben zuerst mehr). Die bis zu
14 Tage geöffneten, relativ kleinen Blüten haben
extrem schmale Perigonblätter und sind offenbar
diözisch. Das Genus wurde nach dem belgischen
Delaetia — Discocactus 115
Importeur De Laet benannt, dessen
Pflanzeneinfuhren einst viel zum Aufschwung der
Kakteenliebhaberei beitrugen. — Verbreitung: Chile. [P.?]
Delaetia woutersiana Backbg. (T.)
K. rundlich, graugrün; Ei. 13, mit starken
Kinnhöckern; Ar. groß, rundlich-länglich, weiß; St. meist
4,1—2,5 cm lg., schwarz bis grauschwarz und z. T.
geringelt; Bl. 2 cm lg. und ungefähr so br.; Pet. hell
bräunlich-orangegelb, nur bis 1,8 mm br., auswärts
gekrümmt; Fr. basal öffnend. — Chile (Standort
unbekannt). (Abb. 80.)
Dendrocereus Br. & R. (132)
Eine monotypische, in der baumförmigen Gestalt
dem Genus Neoabbottia Br. & R. ähnliche Gattung,
aber nicht mit röhrigen, sondern längeren, breit-
trichterigen Blüten und ziemlich großen Früchten;
alte Bäume bilden einen starken Stamm, bis zu
60 cm dick. Die Blüten weisen nur zuweilen
Stächelchen auf. — Verbreitung: Nur auf Kuba. [®.]
Dendrocereus nudifloms (Eng.) Br. & R. (T.)
K. baumförmig, bis 10 m h., Stamm bis über 1 m
lg.; Tr. dunkelgrün, bis 12 cm dick, 3—öflügelig; Ri.
geschweift-gekerbt, bis 7 cm h.; Ar. bis ö cm
entfernt; St. fehlend oder nadelig, 2—15, bis 4 cm lg.;
Bl. bis 14 cm lg., mit breit öffnender Krone; R. oben
mit verwachsenen Seh., in den unteren zuweilen ein
kleiner St., ebenso am Ov.; Pet. bis 4 cm lg.; Fr. bis
12 cm lg., dickwandig, glatt, grün, nackt. — Kuba
(Habana bis östliche Provinzen). (Abb. 81.)
Denmoza Br. & R. (79)
Eine Gattung mit einer mehr kugeligen und einer
später säuligen Art, letztere zunehmend mit längeren
Haarstacheln zwischen den normalen; die Blüten
mit extrem kurzen Perigonblättern, kaum geöffnet,
die Staubblätter daraus geschlossen hervorragend;
die Frucht ist kugelig und trocken, seitwärts
aufreißend. Bisher sind nur 2 Arten bekannt. —
Verbreitung: Nordwestliches Argentinien. [®.] (Abb.
82.)
Denmoza erytbrocephala (K. Sch.) Berg.
E. später säulig, bis 1,50 m h., bis 30 cm 0; Rl.
20—30; St. zahlreich, über 30, die inneren bis 6 cm
lg., steifelastisch, fuchsrot, die äußeren borstig
dünn, besonders später mit Haaren untermischt;
Bl. 7,5cm lg.; Pet. 1cm lg., zusammengeneigt. —
Argentinien (Mendoza, La Rioja, San Juan und
angeblich auch in Salta). In hohem Alter steht der
Scheitel zuweilen senkrecht (Fechser).
Denmoza rhodacantha (SD.) Br. & R. (T.)
K. kugelig, später nur mäßig verlängert, bis 16 cm
br. bekannt; Ri. ca. 15, gerade; Ar. bis 2,5 cm
entfernt; Rst. 8—10, strahlend, zurückgekrümmt, rot,
bis 3 cm lg.; Mst. 0—1, etwas stärker; Bl. 7 cm lg.,
Saum etwas schief; Pet. rot. — Argentinien (Tu-
cuman, angeblich auch in Mendoza).
Digitorebutia Fric & Krzgr. ist ein Name für
längliche Arten mit ± basal verwachsenem Griffel des
Genus Mediolobivia Backbg. (UG. Pygmaeolobivia
Backbg.).
Diploperianthium Ritt, war ein erstes n. nud. für
das Genus Calymmanthium Ritt.
Discocactus Pfeiff. (188)
Den Melocactus-Arten im Körper entfernt ähnelnde
Kugelkakteen mit kleineren, ± borstendurchsetzten
Scheitelcephalien, diese stets niedrig bleibend. Die
Blüten sind nächtlich, weiß, länglich-schlank-
trichterig, duftend, die Früchte beerenartig. Ältere
Import-Pflanzen lassen sich wurzelecht schwer
halten. Sämlings-P. wachsen besser. Bisher sind 10
Arten bekannt, von denen nur wenige und selten in
der Kultur anzutreffen sind. — Verbreitung:
Brasilien, Paraguay, Bolivien. [P.]
Discocactus alteolens Lem.
K. breitrundlich, trübgrün, bis 22 cm 0, bis 11 cm
h.; Ceph. bis 2,5 cm h., bis 5 cm 0, mit Bst.-St.,
schwarz, 1 cm lg.; Ri. bis ca. 10, in etwas schräge,
länglichrunde Bck. zerteilt; Rst. ca. 5, hornfarben,
zuweilen oben einer mehr, etwas schwächer als bei
D. tricornis, bis 2 cm lg., zurückgebogen; Bl. bis
7 cm lg., 5 cm 0, mit längeren Sch. an der R.; Pet
mehr breitrund, kurz zugespitzt, ± linalisch, die
unteren spreizend, die oberen ± aufgebogen; Fr.
weiß bis rosa. — Brasilien (westlicher Matto
Grosso). (Abb. 83 lks.)
Discocactus bahiensis Br. & R.
E. klein, bis 6 cm 0; Ceph. mit wenigen Bst.; RL
ca 10, fast unter den St. verborgen; St. 7—9,
abgeflacht, rosa, kräftig, zurückgebogen, 1—3 cm lg.;
Bl. 4—5 cm lg., schlankröhrig; Pet. oblong,
gelblichweiß. — Brasilien (Bahia).
Discocactus boliviensis Backbg. — Descr. Cact.
Nov. 111:6. 1963.
E. breitrund, bläulichgrün, bis über 15 cm 0, bis ca.
7 cm h.; Ri. ca. 13, nicht gehöckert bis stärker ge-
höckert variierend, unten bis 4 cm br.; Ar. nur 2 auf
jeder Ri., schmutzig bräunlich; Rst. 5, 2 obere bis
12 mm lg., rund, stark nach oben anliegend, hell-
bräunlich-hornfarben, pfriemlich, mitunter etwas
gefleckt, 3 untere St. viel stärker, bis 3 cm lg., 2 mm
br., nicht verdickte Basis, dickpfriemlich, etwas
abstehend, besonders der unterste mittlere, alle
schmutzig hornbraun, oft längsrissig, der unterste
116 Discocactus — Disocactus
mitunter ± gedrückt, aber nicht abgeflacht; Ceph.
bis 4 cm 0, schmutzig bräunlich-filzig, ohne Bst.
oder St.; Bl. 5 cm lg.; Sep. blaß ziegelrosa getönt;
Pet. weiß; Fr. weiß; S. schwarz, feinhöckrig. —
Bolivien (Hochebene von La Cruz, 10 km von San
Cyrilo, in Felsen) (Abb. 84.)
Durch fehlende Ceph.-Borsten von anderen Arten
unterschieden. Einzige bisher bekannte
bolivianische Art.
Discocactus hartmannii (K. Sch.) Br. & R.
K. breitrund, glänzend; Ceph. borstenreich; Bi.
12—16, in große Hck. quergeteilt; St. pfriemlich,
gelb; Rst. 6—12, zurückgebogen bis anliegend; Mst.
1; Bl. mit wenigen spreizenden Sch«; Sep. grün; Pet.
lanzettlich bis oblong, weiß; Fr. gelb; S. 2 mm groß,
glänzend schwarz. — Paraguay (am Rio Capi-
vaiy).
Discocactus heptacanthus (Rodr.) Br. & R.
K. bis 16 cm 0, 6 cm h., St. einheitlich 7; Ceph. bis
5 cm 0, 3,5 cm h. — Brasilien (Matto Grosso, bei
Cuyabá).
Discocactus paranaensis Backbg., mit
wenig-borstigem kleinen Ceph., hat ca. 20 Ri. und damit die
meisten. — Brasilien (Paraná, lt. Voll [oder
Serra Paraná nördl. Brasilia?]).
Discocactus placentiformis (Lehm.) K. Sch. (T.)
K. breit und niedrig, blaugrün; Ri. 10—14, breit
und niedrig; Ar. ca. 6—7 auf jeder Ri.; Rst. dunkel,
kräftig, 6—7, ± zurückgebogen; Mst. meist 0 (—1);
Bl. groß, nach innen zu mit mehreren verkürzten
Pet.-Reihen; Sep. rosenrot, Pet. weiß; Fr. weiß. —
Brasilien (Standort?). Ceph. nach Pfeiffer
kleiner, mit Bst.
Discocactus subnudus Br. & R. war eine bisher nicht
wiedergefundene Art mit kleinem Ceph.; ±
stachellos. — Brasilien (Bahia).
Discocactus tricornis Monv.
K. gedrückt-rund; Ri. 10 oder mehr, höckrig ge-
feldert, breit und nicht hoch; Ceph. 5 cm 0;
3 Haupt-St. (und 3 dünnere Ost.), braun,
abwärtsweisend, + gewunden; Mst. 0; Bl. schlank, 8 cm
lg.; Hülle locker auf- und abwärts strahlend, die
unteren Pet. im Hochstand herabgebogen; Fr.
kreiselig, weiß oder zartrosa. — Brasilien (bei
Diamantina). (Abb. 83 rechts.)
Discocactus zehntneri Br. & R.
E. kleinkugelig, ganz von St. bedeckt; St. fast weiß,
dünnadelig, bis 2,5 cm lg.; Mst. 1; Ceph. aus langer
weicher Wolle mit einigen, z. T. fehlenden Bst.; Bl.
nur 3 cm lg.; Fr. klein, kugelig, rot. — Brasilien
(Bahia, bei Sentocé).
Disocactus Lindl. (40)
Epiphytische Gewächse mit rundlichen Haupt- und
blattartig verbreiterten Endtrieben. Beschränkt
man das Genus wie Britton und Rose nur auf die
nachstehenden 3 Arten (d. h. ohne Chiapasia und
die neuerdings von Kimnach dazu einbezogenen
Spezies), haben alle ganz einheitliche Blüten,
nahezu röhrig, mit dünner, runder, ± gebogener Röhre
und schmalen, ± abgebogenen Perigonblättern,
alle Blüten rot und kahl wie die kleine weiße bis
rote Frucht. Die Arten sind also in der
Klassifikation und dem Schlüssel leicht zu ermitteln. Anders,
wenn dazu, wie bei Kimnach, außer Chiapasia auch
Pseudorhipsalis und Rhipsalis ramulosa (siehe dort)
einbezogen werden; zu „Disocactus ramulosus (SD.)
Kimn." werden von ihm außerdem noch Rh. coria-
cea, angustissima, jamaicensis, purpusii und lei-
ophloea gestellt. Betrachtet man die Blütengestalt
und -große der von Kimnach unter Disocactus zu-
sammengefaßten Arten: die großglockige von
Chiapasia, die völlig einheitlichen dünnen der
nachstehenden drei Spezies, die Blüten von
Pseudorhipsalis und schließlich die winzige, ganz rhipsalis-
ähnliche des „Disocactus ramosus", ist ein solches
Verfahren in seiner Endauswirkung unübersehbar,
wenn man z. B. die Bedürfnisse der Praxis
berücksichtigt, die mit der bisherigen Einordnung
aller Arten sehr wohl auskam, wohingegen eine
so rigorose Zusammenfassung in der Klassifikation
und den Schlüsseln kaum noch darstellbar
erscheint und damit das Bestimmen erschwert. Denkt
man dann außerdem z. B. an Kimnachs
wechselnde Beurteilung von „Werckleocereus imitans"
sowie an ähnliche Wechsel in Buxbaumschen
Bearbeitungen, mag eine solche Methode der
Zusammenziehung von der phylogenetischen Theorie her
vertretbar sein, für die phytographische Praxis, die
andere Aufgaben hat, ist sie es nicht. Da ein
Gesamtwerk außerdem eine einheitliche Grundlage
haben muß und nicht auf kleinen Teilgebieten einen
völlig anderen Weg einschlagen kann, ist es in
diesem Rahmen nicht möglich, von der bisherigen
Ordnungsmethode abzugehen. — Verbreitung
(der hier als Disocactus angesehenen bisher
bekannten 3 Arten): Guatemala bis Honduras. [®.]
Disocactus biformis (Lindl.) Lindl. (T.)
K. buschig; Tr. schmallang, nur schwach stufig
gekerbt; Bl. 5—6 cm lg.; Staiihhl. wenig hervorragend;
Pet. stärker spreizend-umbiegend. — Honduras
und Guatemala (Alotenango).
Disocactus eichlamii (Wgt.) Br. & R.
K. nahe der Basis buschig verzweigt; Tr. bis 22 cm
lg., 4,5 cm br., breiter als bei vorigem, gezähnt-
gekerbt; Bl. 6—7 cm lg.; Staubbl. weiter
hervorragend; Pet. weniger spreizend. — Guatemala (bei
Sta. Lucia). (Abb. 85.)
Disocactus — Dolichothele 117
Disocactus quezaltecus (Standl. & Steyerm.) Kimn.
K. buschig; Bl. 8,5—9 cm lg., weißlich-purpurn;
Fr. 18 mm groß, gelbrot. Die Blüten dauern 4 Tage.
— Guatemala.
Diese Art wurde zuerst als Gattung Bonifazia
beschrieben; sie hat die hellsten Blüten und Früchte.
Disocactus ramulosus (SD.) Kimn.: Rhipsalis ra-
mulosa (SD.) Pfeiff.
Dolichothele (K. Sgh.) Br. & R. emend.
Backbg. (230)
Eine Gattung, die von einigen Autoren nicht
anerkannt wurde, während andere die kleinblütigen
Arten sogar als eigenes Genus beschrieben (Bux-
baum), oder als Untersektion von Mamillaria
ansahen. Gemeinsames Merkmal der groß- und der
kleinblütigen Gruppe sind die meist weicheren
Stacheln, sowie größtenteils weichere und häufig
ungewöhnlich lange Warzen, vor allem bei den
kleinblütigen Arten, aber auch bei den großblütigen, z.T.
auch bei den hakenstachligen. Sieht man die Arten
beieinander, bilden sie, wie bereits Vaupel erkannte,
eine gut geschlossene Gruppe, die Samen der
großblütigen Spezies größer und schwarz, die der
kleinblütigen klein und braun. Bekannt sind 13 Arten.
— Verbreitung: USA (Texas) bis Mexiko (von
den nordöstlichen Staaten bis Oaxaca). [®.]
Die eingeklammerte Reihenzahl bedeutet: 1. Macro-
floridae Tieg. (großblütige), 2. Microfloridae Tieg.
(kleinblütige).
Dolichothele albescens (Tieg.) Backbg. (2)
K. sprossend, Einzeltriebe kugelig; W. länger und
weich, grün, bis 2 cm lg.; Ax. mit 2—4 Bst.,
gelblich; Rst. 4—B (—6), 8—15 mm lg.; Mst. meist 0
(gelegentlich 1), bis 1,5 cm lg.; alle St. erst gelblich,
dann weiß; Bl. 2scm lg., 1,8 cm br.; Sep. blaß
grünlichweiß; Pet. ebenso bis weiß; Fr. 2,5 cm lg., grün
bis rötlich. — Mexiko (Querétaro).
Dolichothele balsasoides (Craig) Backbg. (1)
K. einzeln oder sprossend, Köpfe bis 7 cm 0; Ax.
mit 2—6 Bst. in Länge der W.; Rst. 10—11, bis
6 mm lg., weiß, spreizend; Mst. 4, bis 9 mm lg., der
unterste hakig; Bl. glockig, 4 cm br.; Sep. hellgrün;
Pet. orange, spitzig, 3 mm br.; Fr. und S.? —
Mexiko (Guerrero).
Dolichothele baumii (Böd.) Werd. & F. Buxb. (1)
K. etwas ovoid, bis 8 cm h., 6 cm 0, sprossend; W.
glänzendgrün, bis 1 cm lg.; Ax. nur anfangs wollig;
Rst. 30—35, bis 1cm lg., haarartig dünn, weiß;
Mst. 5—6, bis 1,8 cm lg., dünnadelig, blaßgelb;
Bl. 3 cm lg. und br., stark duftend; Sep. grüngelb;
Pet. schwefelgelb; Fr. graugrün, dickoval, 1,5 cm
lg. — Mexiko (Tamaulipas, bei San Vicente).
Dolichothele beneckei (Ehrenbg.) Backbg. (1)
E. länglich, sprossend, dunkler-, hell- bis gelbgrün;
W. schlauchförmig; Ax. wollig; Rst. 12—15,
weißlich bis gelblich, braunspitzig; Mst. 2—6, stärker,
1—2 davon doppelt so lang wie die anderen, oben
hakig, braun, schwarzspitzig; St. anliegend
strahlend (Rst.); Bl. bis 4 cm br.; Sep. grünlich,
gelbrandig; Pet. bis 1,7 cm lg., bis 4 mm br., milchig
dottergelb; Fr. trüb rötlichgrün. — Mexiko
(Guerrero, unterer Rio Balsas).
Dolichothele camptotricha (Dams) Tieg. (2)
K. gruppenbildend, Köpfe bis 7 cm br.; W. tief- bis
hellgrün, lang- und schlankkonisch, bis 2 cm lg.;
Ax. etwas wollig, mit 2—5 gelblichen Bst., bis
15 mm lg.; Rst. 4—6(—8), bis 3 cm lg., dünn, +
gewunden, erst grünlich weiß, bald gelb; Mst. 0;
Bl. 1,3 cm lg., kaum 1 cm 0, duftend; Pet. weiß mit
grünlichem Mittelstreifen; Fr. 2 cm lg., schlank,
blaßgrün, zuweilen rottonig. — Mexiko
(Querétaro).
Es gibt eine Form mit stärker anliegenden, kürzeren
und derberen, gekrümmten gelben St.
Dolichothele decipiens (Scheidw.) Tieg. (2)
K. gruppenbildend, Einzelköpfe ± kugelig; W.
weich, bis 11 mm lg., zylindrisch; Ax.
schwachwollig, mit 4 weißen bis rosa Bst.; Rst. 7—8, bis
1 cm lg., feinnadelig, gelblichweiß; Mst. 1 (—2), bis
1,8 cm lg., dünnadelig, gerade, steifer, unten
gelblich, oben rötlichbraun, vorgestreckt; Bl. bis 2 cm
lg.; Pet. weiß, rosa Mittellinie; Fr. grün mit
rötlichem Ton, bis 2 cm lg., 4 cm dick. — Mexiko
(San Luis Potosi).
Dolichothele longimamma (DC.) Br. & R. (1) (T.)
K. einzeln oder sprossend; W. locker stehend,
ziemlich weich, 3—7 cm lg.; Ax. nur filzig bis kahl; Rst.
9—10, bis 2 cm lg., weiß bis blaßgelb, dünn und
biegsam; Mst. 0—1 (—3), bis 2,5 cm lg., nadelig,
hellbraun, dunkelspitzig; Bl. bis 6 cm 0; Sep.
grüngelb oder dunkler; Pet. hellgelb; Fr. dickkeulig,
gelblichgrün. — Mexiko (Hidalgo). (Abb. 86.)
v. gigantothele (Berg) Craig ist wohl nur eine
Form;
v. globosa (Lk.) Craig hat eine geschlossenere
Blütenhülle, der Körper ist mehr kugelig,
dunkelgrün, mit bis 12 St.
Dolichothele melaleuca (Karw.) Craig (1)
K. einzeln bis sprossend, glänzendgrün; W. konisch
bis zylindrisch ‚ bis 2,5 cm lg.; Ax. oft wollig,
vereinzelt mit Bst.; Rst. 6—7 (—9), strahlend, bis
1,4 cm lg., nadelig, die oberen schwarzrot, sonst
kalkig hornfarben; Mst. 0—1, 1 cm lg., ebenso
gefärbt, steifnadelig, rauh; Bl. gelb, ziemlich groß. —
Mexiko (Oaxaca).
Dolichothele nelsonii (Br. & R.) Backbg. (1)
K. einzeln oder sprossend; W. dunkelgrün, oft
rötlich, kurz dickkonisch, bis 7 mm lg.; Ax. mit etwas
118 Dolichothele — Echinocactus
Wolle; Rst. 13—-15, bis 8 mm lg., feinnadelig, weiß
mit bräunlicher Spitze; Mst. (2—) 4 (—6), der
unterste bis 1 cm lg., hakig; Bl. gelb, ziemlich groß;
Fr. rötlich. — Mexiko (Michoacan, Guerrero).
Dolichothele sphaerica (Dietr.) Br. & R. (1)
K. sprossend, rasenbildend, bis 50 cm br.; W.
ziemlich weich, blaß- bis dunkler grün,
konisch-zylindrisch, bis 1,6 cm lg.; Ax. schwachwollig; Rst. 12—15,
bis 9 mm lg., weiß bis blaßgelb, Fuß dunkler,
seitwärts spreizend; Mst. 1, bis 4 mm lg., dünnpfriem-
lich, glatt, kalkig-gelblich; Bl. bis 7 cm 0, hellgelb;
Fr. grünlichweiß, z. T. mit purpurnem Ton, bis
1,5 cm lg. — USA (Texas) bis Nordmexiko
(Nuevo Leon, Tamaulipas).
Dolichothele surculosa (Böd.) F. Buxb. (2)
EL sprossend, rasenbildend, Einzelköpfe ziemlich
klein, bis 3 cm 0; W. weich, dunkelgrün; Ax. kahl;
Rst. bis 15, bis 1 cm lg., weiß bis blaßgelb; Mst. 1—2,
bis 2 cm lg., glatt, einer scharf gehakt; Bl. trichterig,
bis 1,8 cm br.; Sep. Chromgelb, rosa Rückenstreifen;
Pet. schwefelgelb mit feiner roter Spitze und orange
Rückenstreifen, 3 mm br.; Fr. keulig, grün, z. T.
rötlich oder dunkler. — Mexiko (Tamaulipas).
Dolichothele uberiformis (Zuco.) Br. & R. (1)
K. sprossend, Einzelkopf gedrückt-kugelig, bis
lOcmØ; W. nur bis 3,5 cm lg., konisch-zylindrisch;
Ax. kahl; Rst. nur (3—) 4—5 (—6), bis 1,6 cm lg.,
rötlich-brauner Fuß, gerade oder etwas gewunden,
rauh, hornfarben; Bl. 3,5 cm 0; Sep. rötlich; Pet.
in zwei Reihen, gelb, am Rand gesägt. — Mexiko
(Hidalgo).
Dolichothele zephyranthoides (Scheidw.) Backbg.
(1)
K. einzeln, gedrückt-kugelig, selten verlängert, bis
8 cm h., 10 cm 0, Basis rübig; W. weich, besonders
zur Ruhezeit, dunkel bläulichgrün, konisch, bis
2,5 cm lg.; Ax. nackt; Rst. 12—18, bis 1,2 cm lg.,
fast haardünn, rauh, weiß; Mst. 1 (—2), kurz bis
1,4 cm lg., einer stets gehakt, zuerst auch rötlich,
dann gelblich bis rotbraun, rauh; Bl. 4 cm lg. und
br.; Sep. grünlich bis braun; Pet. weiß bis gelb; Fr.
oval, dick, rötlich getönt. Es gibt anscheinend zwei
in der Warzenstärke verschiedene Formen; danach
auch die Bl.-Farbe verschieden? — Mexiko (Queré-
taro, Oaxaca).
Dracocactus Y. Ito ist ein Name für Horridocactus
Backbg.
Ebnerella F. Büxb. war ein Synonym des späteren
Genus Chilita (Orc.) F. Buxb.; zuletzt stellte es der
Autor zu Mamillaria Haw.
Ebneria Backbg. ist eine Untergattung von Mon-
villea Br. & R.
Eccremocactus Br. & R. (36)
Der Gattung Epiphyllum im Wuchs ähnelnde
Pflanzen, aber die Blüten mit ziemlich kurzer Röhre und
glockiger Hülle, das Ovarium mit etwas kurzem
Filz (selten mit winzigen Börstchen); die längliche
Frucht ist etwas kantig, die zahlreichen kleinen
Samen sind schwarz. Nur 1 Art. — Kimnach
(USA) stellte zu diesem Genus zwei Arten mit
bestachelten Ovarien, während die Gattungsdiagnose
von Eccremocactus nur auf „Filzspuren" lautet. Die
beiden Spezies mußten daher zu Cryptocereus
umgestellt werden. — Verbreitung: Nur in Costa
Rica. [©.]
Eccremocactus bradei Br. & R. (T.)
K. buschig, hängende Epiphyten; Tr. bis 30 cm lg.,
bis 10 cm br., hell mattgrün, Rand flach gekerbt;
Ar. mit 1—3 kleinen St., bis 6 mm lg., auch fehlend;
Bl. bis 7 cm lg., glockig-trichterig; Sep. dick,
glänzend rosa bis weißrosa; Pet. wächsern, weiß; 0?.
etwas kantig. —'Costa Rica (Cerro Turiwares).
(Abb. 87.)
Eccremocactus imitans (Kimn. & Hutch.) Kimn.:
Cryptocereus imitans (Kimn. & Hutch.) Backbg.
Eccremocactus rosei Kimn.: Cryptocereus rosei
(Kimn.) Backbg.
Echinocactus Lk. & O. (189)
Kleine bis sehr große Pflanzen — letztere gehören zu
den größten Kugelkakteen —‚ mit einer rosa
blühenden Ausnahme alle gelb blühend, die großen Arten
meist mit zahlreichen Blüten. Der Scheitel ist wollig,
ebenso die Röhre; Hakenstacheln werden nie
gebildet. Die + längliche, wollige Frucht ist so gut wie
trocken und öffnet unten; die verhältnismäßig
großen Samen sind stumpf- oder glänzend
braunschwarz und schwarz. Das Fleisch einiger Arten
wird zur Herstellung von Süßigkeiten kandiert.
Bekannt sind 10 Arten. — Verbreitung: USA
(südliche Staaten) bis Mexiko (vom Norden bis Süd-
Puebla). [Sämlinge: P.]
Echinocactus amazonicus Witt: war vielleicht ein
Melocactus.
Echinocactus californicus Monv.: ungeklärt, ist
wohl ein Ferocactus gewesen.
Echinocactus glaucus K. Soh.: s. unter Sclerocactus
Br. & R.
Echinocactus grandis Rose
K. dickwalzig, bis 2 m h., bis 1 m 0, stumpf grün;
Jungpflanzen mit roten Querbändern; Ri. zahlreich,
aber anfangs nur ca. 8; Ar. später zusammen-
Echinocactus — Echinocereus 119
fließend; St. stark, pfriemlich, anfangs gelblich,
dann rötlichbraun, z. T. gebändert; Rst. 6—6,
3—4 cm lg.; Mst. 1, 4—6 cm lg.; Bl. 4—5 cm lg.; Fr.
bis 5 cm lg. — Mexiko (Puebla).
Der richtige (erste) Name ist wohl: Echinocactus
minax Lem.
Echinocactus grusonii Hildm.
K. breit- bis hoch-großkugelig, bis 1,30 m h. und
80 cm 0, hellgrün; Ri. bis über 30; Scheitel dick
weißwollig; Ar. oben später zusammenfließend;
Rst. 8—10, bis 3 cm lg.; Mst. meist 4, über Kreuz, bis
ca. 5 cm lg.; St. alle gelb; Bl. glockig, bis 6 cm Ig.,
5 cm 0; Sep. außen bräunlich; Pet. kadmiumgelb,
schmallanzettlich; Fr. ca. 2 cm lg., dicht weiß wollig;
S. 1,5 mm lg. ^– Mexiko (San Luis Potosf bis
Hidalgo). (Abb. 88.)
Echinocactus horizonthalonius Lem.
E. flachrund bis verlängert, bis 25 cm h., reif ig
grau; Ri. meist 8 (—13), gerade oder spiralig
verlaufend; St. 6—9, bis 4 cm lg., rund bis +
abgeflacht oder krallig gebogen, meist einer etwas zur
Mitte, in der Farbe variabel von anfangs
dunkelrötlich, oder oben, auch an der Basis, sonst
bernsteinfarben; Bl. blaß- bis rosenrot, bis 3 Cm lg.; Fr. bis
3 cm lg., oblong, rot, starkwollig; S. 3 mm lg., papil-
lös, braunschwarz. — USA (Südstaaten) bis
Mexiko (vom Norden bis zum D. F.).
Echinocactus ingens Zucc.
K. dickwalzig, bis 1,60 m h. und 1,25 m 0,
graugrün; Scheitel weißwollig; Ri. bis über 50; Ar.
gelblich-wollig; Rst. ca. 8; Mst. 1; St. alle zuerst braun,
2—3 cm lg.; Bl. 2 cm lg., 3 cm 0, stumpflich, gelb;
Fr. 3 cm lg., starkwollig. — Mexiko (Hidalgo).
Echinocactus krausei Hildm. gehört, wenn auch
nicht ganz geklärt, wohl zum Genus Echinomastus
Br. & R. Die Art soll St. an der Bl. gehabt haben,
was für die ganze nördliche Gruppe ungewöhnlich
ist (anomal ?).
Echinocactus leucotrichus Phil.: Arequipa leuco-
tricha (Phil.) Br. & R.
Echinocactus minax Lem. ist wohl der richtige
Name für E. grandis Rose.
Echinocactus palmeri Rose
K. dickwalzig, bis 2 m h., bis 50 cm 0; Ri. 12—26
oder mehr; Rst. 6—8, kürzer, heller und schwächer
als die Mst.; Mst. 4, geringelt, bis 8 cm lg., kräftig,
oben gelb, unten braun; Bl. relativ klein, gelb;
Pet. 2 cm lg.; Fr. 3 cm lg., dicht weißwollig. —
Mexiko (Süd-Coahuila bis Zacatecas).
Echinocactus parryi Eng.
K. erst rundlich, dann zylindrisch, blaugrau, bis
30 cm oder mehr h., bis 35 cm 0, stets einzeln; Ri.
ca. 13, gehöckert, spiralig; St. bis 15, weiß, starr,
gerade; Rst. bis 11; Mst. 4, bis 5 cm lg.; Bl. stark-
wollig; Pet. leuchtend gelb; Fr. länglich. — USA
(El Paso) bis Nordmexiko (Chihuahua, nahe der
Grenze).
Echinocactus platyacanthus Lk. & O. (T.)
K. breitrund (immer nur so?), bis 50 cm 0, frisch-
grün; Ri. 21—24; Rst. kleiner, 4; Mst. 3—4, die
größeren abgeflacht, quergestreift; Bl. 3,75 cm lg.,
gelb. — Mexiko.
Vielleicht eine Form des E. platyacanthus oder
identisch ist E. palmeri, da ersterer bisher nicht
wieder aufgetaucht und letzterer nur unwesentlich
unterschieden ist.
Echinocactus polycephalus Eng. & Big.
E. kugelig bis zylindrisch, stark sprossend, große
Gruppen bildend, Einzelkopf bis 70 cm lg. gesehen;
Ri. 13—21, etwas wellig; Rst. bis ca. 10, bis 5 cm
lg.; Mst. 4, stärker, 3—9cm lg., + geringelt; St.
anfangs flaumig, dann glatt, pfriemlich, rötlich;
Bl. bis 6 cm lg., gelblich; Fr. 2,5 cm lg., dichtwollig;
S. papillös, kantig, stumpf schwarz. — USA (Utah
und südlichere Staaten) bis Mexiko
(Niederkalifornien, Nord-Sonora).
Echinocactus visnaga Hook.
K. dickwalzig, bis 3m h., bis Im 0; Scheitel
bräunlich-hell; Ri. bis 40, Kante längsgefurcht;
Ar. oben fast verschmelzend; St. nur 4, über Kreuz,
stark, bis 5 cm lg., blaßbraun; Bl. bis 8 cm 0, gelb;
Pet. bis 3,5 cm lg.; Fr. zylindrisch, starkwollig. —
Mexiko (San Luis Potosf).
Echinocactus xeranthemoides (Coult.) Eng.
E. gruppenbildend, Einzelkopf bis 18 cm h.,
hellgrün; Ri. 13, leicht gehöckert; St. 10—16, anfangs
weißrosa, dünn, steif, geringelt; Rst. 3—4 cm lg.,
+ zurückgebogen; Mst. 4, 3—6 cm lg., einer länger
als die anderen, steif, etwas gebogen; Bl. 5 cm lg.,
hellgelb; Fr. 3 cm lg., dicht bewollt; S. 2,5 mm lg.,
glänzend braunschwarz. — USA (Grenze Utah—
Arizona).
Echinocereus Eng. (137)
Die Arten dieser Gattung wurden wegen ihrer
überwiegend zylindrischen Gestalt eine Zeitlang zu Ce-
reus, der Sammelgattung dieses Namens, gestellt.
Als + kurz-cereoide Pflanzen, mit weichem Fleisch
und + nadelig bestachelten Blüten und Früchten
bilden sie aber eine sehr charakteristische und
formenreiche — d. h. die überwiegend cereoide
Form bis zur kleinkugeligen reduziert —
Artengruppe, die ich daher als eigene Sippe Echinocerei
abteilte; diese Sonderstellung brachte schon
Engelmann mit dem Gattungsnamen zum Ausdruck. Das
Genus gehört zu den am schwierigsten zu gliedern-
120 Echinocereus
den, weil manche Arten sehr variabel sind und auch
Übergangsformen zu ähnlichen anderen Arten
entstanden. Die älteren Autoren verfolgten das gleiche
Prinzip wie ich: im Interesse der klaren
Registrierung des von Natur geschaffenen Arten- bzw. For-
menschwarmes auch in Varietäten zu unterteilen.
Neuerdings haben einige, besonders amerikanische
Autoren, davon ganz Abstand genommen, ja sogar
die Arten stärker zusammengefaßt, und jeder ist
dabei anderer Ansicht. Das kann nur auf Kosten
unseres Wissens um die gerade bei Echinocereus
bewiesene erstaunliche Gestaltungsvielfalt der Natur
geschehen; die exakte Registrierung ist demgemäß
wichtiger als subjektive Zusammenfassungen. Hier
muß Sfegazzinis Wort „melius abundare quam
deficere" gelten, denn nur ein möglichst genaues
Spiegelbild des Naturgeschaffenen bietet zugleich
die Handhabe für weitere Untersuchungen.
Die meisten Arten sprossen gern, z. T. sogar stark,
und viele — besonders die „Pectinati", die + kamm-
förmig bestachelten — zeichnen sich durch ein
buntes Stachelkleid aus; manche Arten haben
ziemlich lang dauernde Blüten; deren Größe variiert von
relativ großtrichterig bis verhältnismäßig klein. Von
einigen Spezies benutzt man die Früchte zur
Marmeladeherstellung (ob heute noch?). Bekannt sind
rund 86 Arten. — Verbreitung: USA (vom
ungefähr mittleren Westen bis zur Südgrenze),
Mexiko (Niederkalifornien, Westküste und vom
Norden bis zum mittleren Hochland). [®., P.; die
grünen, reichsprossenden: ®,]
Zur besseren Übersicht wurden die Arten in
folgenden Reihen zusammengefaßt, worauf die
eingeklammerte Zahl hinter den Namen verweist:
Mit schlanken und ziemlich langen
Blüten 1. Scheeriani Backbg.
Mit kleinen bis größeren
Trichterblüten, bzw.
nicht sehr langröhrigen
Bestachlung
unauffällig oder fehlend 2. Subinermes K. Sch.
Bestachlung auffälliger
Körper (später)
niederliegend 3. Prostrati K. Sch.
Körper aufrecht
(hierzu auch die kamm-
förmig bestachelten
Arten) 4. Erecti K. Sch.
Echinocereus acifer (0.) Lem. (4)
K. sprossend; Ri. ca. 7, stark warzig gehöckert;
Bat. 7—8, strahlend abstehend, dünn; Mst. 1—4;
alle St. braun, die mittleren etwas kräftiger; Bl. rot.
— Nordmexiko (?).
Eine bisher meist verkannte Art, die aber in älteren
Sammlungen noch angetroffen wird,
v. durangensis (Pos.) K. Sch. ist besser — wie
früher — eine eigene Art: E. durangensis Pos.
v. trichacanthus Hildm., mit weißlichen Rst., 1
schmutzigbraunen Mst. und granatroten Bl. mit
ebensolchen Stbb., ist fraglich in der
Zugehörigkeit.
Echinocereus adustus Eng. (4)
K. einzeln, kurzzylindrisch, bis 6 cm h.; Ri. 13—15;
Ar. elliptisch; Rst. 16—20, ± anliegend; Mst. 0—1,
oft verlängert und abstehend; alle St. braun- oder
dunkelspitzig; Bl. bis 4 cm lg., purpurn, mit
längeren H. und kurzen braunen St. — Mexiko (Chi-
huahua).
Echinocereus albatus Backbg. (4)
K. zylindrisch, etwas verzweigt, bis ca. 4 cm 0;
Ri. ca. 12, niedrig, in kleine Hck. geteilt; Rst. ca.
40; Mst. ca. 10, kaum geschieden; alle St. steif, weiß,
dicht, brüchig; Bl. hellrot, mit dunklerem
Mittelstreifen, ca. 10 cm 0. — Mexiko.
Echinocereus amoenus (Dietr.) K. Sch. (2)
K. niedrig, mit stärkerem Unterteil; Ri. 13,
mitunter schwach höckrig; St. nur anfangs 6—8, kurz,
später abfallend; Bl. 5 cm lg., hell purpurrot,
rückwärts grünstreifig; R. und Ov. mit kürzeren braunen
H. und Bst. — Mexiko (San Luis Potosi; Hidalgo).
Echinocereus arizonicus Or?. (4)
K. gruppenbildend; Ri. 10, geteilt bzw. gehöckert;
Ar. weiß; Rst. 10, ungleich, weiß; Mst 1—4, kräftig,
der längste unterste bis 2,5 cm lg., am Grunde
schwach kantig, purpurn; Bl. karmin. — USA
(Arizona).
Teils zu E. fendleri, teils zu E. triglochidiatus
gestellt; daher wohl besser eigener Artrang.
Echinocereus armatus (Pos.) Knuth (4)
K. zylindrisch; Ri. ca. 20; Rst. fahloliv-bräunlich;
Mst. anfangs 1, später 2, etwas länger als die Rst.,
abstehend, schwärzlich. — Heimat?
Früher zu E. pectinatus gestellt, aber von durchaus
unterschiedlichem Charakter.
Echinocereus baileyi Rose (4)
K. zylindrisch, bis über 10 cm h., 5 cm 0; Ri. 16,
etwas spiralig; Rst. ca. 16, zuerst weiß, später
gelblich oder bräunlich mit rosa Ton; Mst. 0; Bl. 6 cmØ,
hellpurpurn; Ov. kurz behaart, mit 10—12 dünnen,
weißlichen oder bräunlichen St.; Fr. grün, ovoid, ca.
1 cm 0. — USA (Oklahoma, Wichita Mountains).
Es werden folgende Varietäten unterschieden:
v. albispinus (Lahm.) Backbg.: weißstachlig, St.
länger;
v. brunispinus Backbg.: lang- und rein
braunstachlig;
v. caespiticus Backbg.: polsterbildend; St. kurz,
weiß;
v. Ilavispinus Backbg.: lange, weiche,
gelbweißliche St.;
v. roseispinus Backbg.: lange, weiche, oben rosa
St.
Echinocereus 121
Echinocereus barthelowanus Br. & R. (4)
K. gruppenbildend; Tr. zylindrisch, bis 20 cm lg.,
4—5 cm 0; Ri. ca. 10, etwas höckrig; St. fast
verflochten, zahlreicher, bis 7 cm lg., anfangs rosa,
später weiß oder gelb, mit braunen oder schwarzen
Spitzen; Mst. ca. 6, basal verdickt, einer der längste;
Bl. purpurn, sehr kurz; Pet. nur 3—4 mm lg.; 0?.
stark bestachelt, mit weißen, rosaspitzigen St. —
Mexiko (Niederkalifornien, Sta. Maria Bay).
Echinocereus blanckii (Pos.) Palm. (3)
K. stark sprossend; Tr. dunkelgrün, 5—6kantig, bis
2,5 cm 0, höckrig; Rst. 8, weiß, einer meist oben
zuerst rot; Mst. 1—2, bis 3 cm lg. oder mehr, meist
braun oder schwarz; Bl. groß, + flattrig, violett-
rot. — Mexiko (Tamaulipas).
Folgende, früher als eigene Arten angesehene
Varietäten lassen sich unterscheiden:
v. berlandieri (Pos.) Bagkbg.: dunkler grün; Mst.
1, gelbbraun; Bl. nicht flattrig, karminrosa;
v. leonensis (Matths.) Backbg.: hellgrün; Ri.
6—7; Rst. nur weiß; Mst. nur 1, bis 3 cm lg.; Bl.
purpurviolett, dunkelstreifig;
v. poselgerianus (Lke.) Backbg.: hellgrün; Ri.
6—7; Mst. 1—3, braun geringelt; weiße Rst.,
gelbspitzig; Bl. karminviolett.
Echinocereus bonkerae Thornb. & Bonk.: s. unter
Echinocereus fendleri (Eng.) Rümpl.
Echinocereus boyce-thompsonii Orc. s. unter
Echinocereus fendleri (Eng.) Rümpl.
Echinocereus brandegeei (Coult.) K. Soh. (4)
K. gruppenbildend; Tr. langzylindrisch; Ri. höckrig;
Ar. 1—1,5 cm entfernt; St. 12—16, 5—15 mm lg.,
rötlichgelb bis grau, Fuß meist verdickt und
hellbraun; Mst. 4, über Kreuz, dolchartig flach, 3kan-
tig, Fuß wie bei den Rst., der unterste bis 8 cm
lg., alle sehr kräftig; Bl. bis 5 cm lg. und etwas
mehrØ; Sep. violettrot, olivfarbiger Mittelstreifen;
Pet. bis 4,5 cm lg., rotviolett; Fr. rund, 3 cm 0.
— Mexiko (Niederkalifornien und nahe Inseln).
Echinoeereus bristolii Marsh. (4)
K. sprossend; Tr. bis 20 cm lg., 4 cm 0, weißgrün;
Ri. 16—16, höckrig; Rst. 20, dünn, weiß; Mst. 3,
der untere abgebogen, unten weiß, oben rot; Bl. 9 cm
lg., purpurn; Fr. sehr stachlig. — Mexiko (Sonora,
bei Soyapa).
Echinocereus caespitosus Eng. (4)
K. ziemlich schlanktriebig; Tr. besonders in der
Kultur ziemlich verlängert; Ri. 12—18; Ar.
anfangs ± wollig; Rst. 20—30, meist weißlich bis
etwas rosa; Mst. fehlend oder sehr selten 1—2,
kurz; Bl. bis 8 cm lg. und br., leuchtend rosa. —
USA bis Nordmexiko (Saltillo).
Die Art ändert offenbar etwas ab. Mir liegt ein
Stück vor, das ungefähr der Abb. von Boissevain
& Davidson entspricht („Colorado Cacti", 46.1940,
Fig. 32), sehr schlank ist und nur 11 Rippen hat;
St. anfangs bräunlich-weiß, bald ganz weiß; meist
die Ar. ohne Mst., zuweilen auch ein feiner kürzerer,
dunkler; Bl. ca. 7,5 cm 0, wie in vorerwähnter
Beschrbg., aber Schlund, Stbf. und Gr. grünlich.
Die St. sind nicht verflochten („not interlocking",
Boiss. & Davids.). Britton & Rose bezogen die
Art zu E. reichenbachü ein und sagten „spines in-
terlocking". Beide Arten sind also nicht identisch,
E. caespitosus ist aber wohl etwas variabel, was ja
auch bei anderen Arten der Fall sein kann. In der
Beschrbg. von Boiss. & Davids, sind die Stbf.
bräunlich-purpurn, der Gr. gelblich.
Die rein weißstachlige Form wird E. caespitosus
v. tamaulipensis (Fric) Borg genannt; sie sproßt
auch seitlich.
Echinocereus canyonensis Clov. & Jott. ist wohl
nur eine Standortsform von E. roemeri.
Echinocereus castaneus Hort. s. unter E. pectinatus
v. castaneus (Eng.) Maths.
Echinocereus chisoensis Marsh. (4)
K. einzeln, zylindrisch; Ri. 15—16, spiralig, höckrig;
Rst. 11—14, borstig, braun, Fuß weiß; Mst. borstig,
1—4, dunkel; Bl. 6 cm lg., bewollt und mit Borsten-
st.; Sep. rosa; Pet. rosa; Fr. keulig, 3,5 cm groß,
rot. — USA (Texas, Chisos Mountains).
Echinocereus chloranthus (Eng.) Rümpl.: E. viri-
diflorus v. chloranthus (Eng.) Backbg.
Echinocereus chlorophthalmus (Hook.) Br. & R. (4)
K. sprossend; Tr.fast kugelig, bläulichgrün; Ri.
10—12, etwas höckrig; Rst. 7—10, dünnadelig, bis
18mm lg.; Mst. 1, stärker; Bl. purpurn, Schlund
weiß; Ov. starkhöckrig. — Mexiko (Real del Monte).
Echinocereus einerascens (DC.) Rümpl. (3)
K. rasenbildend, bis 1,20 m br. und 30 cm h.; Tr.
4—5 cm 0; Ri. meist (5—) 6—8 (—12), kräftig,
stumpf lieh; Rst. 8—10, bis 2 cm lg.; Mst. 1—4,
bis 2 (—3) cm lg., anfangs unten rubinrot
(Schumann); St. alle weißlich; Bl. 6—8 cm lg., bis 6 cm 0;
R. kurz, weißwollig und -borstig; Pet. purpurn,
Schlund heller; Fr. violettrosa, bis 3 cm 0. —
Mittelmexiko. Nach Berger ziemlich variabel.
Echinocereus coccineus Eng. (4)
K. kugelig-eiförmige Einzelköpfe, 3—5 cm 0, später
verlängert und sprossend, Gruppen bis Im br., bis
20 cm h,, zuweilen Kolonien bis zu 200 Tri.; Ri.
8—11, höckrig; Rst. nadelig, 8—12, bis 2 cm lg.,
meist weiß; Mst. mehrere, länger und etwas stärker,
gelblich, weißlich oder auch rötlich oder schwärz-
122 Echinocereus
lieh; Bl. 5—7 cm lg., Scharlach (Wr karmin). —
USA (Südstaaten bis Colorado),
v. kunzei (Gurke) Backbg. unterscheidet sich
durch 1—3 anfangs oben purpurrote, dann weiße
Mst. mit verdickter Basis; Bl. bis 8 cm 0,
Scharlach, mit breitem karminrotem Streifen. — USA
(Arizona, Phoenix; selten).
Echinocereus conglomeratus Forst. (4)
K. gruppenbildend; Tr. 10—20 cm lg.; Ri. 11—13,
leicht gewellt; Bst. 9—10, bis 1,6 cm lg., glasig, mit
gelbem Fuß; Mst. mehrere, bis 7 cm lg., biegsam;
Bl. 6—7 cm lg., breit offen, mit weißen St., purpurn;
Pet. 2 cm lg.; Fr. 3 cm 0. — Mexiko (Coahuila,
Nuevo Leon, Zacatecas).
Die Stachelfarbe soll von weiß bis bräunlich
variieren (Knuth).
Echinocereus cueumis Werd. : E. gentryi Clov.
Echinocereus dasyacanthus Eng. (4)
E. meist einzeln, zylindrisch, bis 30 cm lg., bis
10 cm 0, dicht bestachelt; Bi. 15—21, niedrig;
Rst. 16—24, anfangs rosa, fein; Mst. 3—8, etwas
stärker; Bl. bis 10 cm lg., ca. 7,5 cm 0, nur um die
Tagesmitte offen, gelblich; Ov. sehr stachlig; Fr.
kugelig, purpurn, bis 3,5cm 0. — USA
(Westtexas, Süd-Neumexiko), Mexiko (Chihuahua).
Die Farbe der Stachelspitzen variiert von rötlich,
über bräunlich bis schwärzlich.
v. ctenoides (Eng.) Backbg. hat nur bis 17 Ri.,
deutlicher verdickte Stachelbasen, meist nur 2—3
Mst. und etwas kürzere Bl.
v. steereae (Clov.) Marsh, gleicht dem Typus der
Art, hat aber rote Bl.
Echinocereus davisii A. D. Houghton: E. viridiflo-
rus v. davisii (A. D. Houghton) Marsh, (auch als
eigene Art angesehen). (Abb. 89.)
Echinocereus decumbens Clov. & Jott. (3)
K. sprossend; Tr. bis über 50, bis 60 cm lg., bis 5 cm
0; St. gelb bis weiß oder rosa; Mst. 3—4, der unterste
längste bis 3,5 cm lg., die anderen wie die Rst. bis
2,2 cm lg., weich und biegsam; Bl. ? — USA
(Arizona).
Echinocereus delaetii Gurke (4)
K. sprossend; Tr. aufrecht, locker verzweigend, bis
30 cm lg.; Rst. 18—36, (gelblich)weiß, 8—10 mm lg.,
stechend; Mst. 4—5, borstenförmig, gelblich,
rötlichspitzig, 2—3 cm lg., gerade oder gewunden, bis
3 cm lg., sowie mehrere + gewundene derbe H.,
6—10 cm lg., weiß oder grau; Bl. 6—7 cm lg.,
6 cm 0, hell purpurrosa. — Mexiko (Coahuila).
Echinocereus dubius (Eng.) Rümfl. (4)
K. sprossend, dichte Gruppen; Tr. bis 20 cm lg.,
heller grün, bis 20 cm lg.; Ri. ca. 6—7, um die Ar.
geschwollen; Rst. 5—8, 12—30 mm lg.; Mst. 1—4,
3,7 bis ca. 7 cm lg.; Bl. 6cm lg., blaßpurpurn,
weißborstig; Fr. sehr stachlig, bis 3 cm groß. —
USA (Südost-Texas).
Echinocereus durangensis Pos. (4)
K. zylindrisch, sprossend; Ri. 10, oben fast warzig
quergeteilt; Rst. 8—9, bis 12 mm lg., hell horn-
farben, oben und unten dunkler; Mst. 1 (—3—4),
vorgestreckt, dunkelbraun oder hornfarben mit
dunkler Spitze; Bl. 7 cm lg., 5 cm 0, weißflockig
mit dunkelgespitzten St.; Pet. blutrot, am Grunde
heller. — Mexiko (Durango).
Durch Mißdeutung des E. aeifer früher als dessen
var. angesehen; besser eine eigene Art.
Echinocereus engelmannii (Parry) Rümpl. (4)
K. gruppenbildend, diese locker; Tr. zylindrisch, bis
45 cm lg., bis 6 cm 0; Ri. 10—13 (—14), niedrig,
undeutlich höckrig; Rst. steif, ca. 10; Bl. 5—8 cm
lg., bis 7,5 cm 0; Fr. 3 cm lg., rund bis ovoid. —
USA (südliche Staaten) bis Nordmexiko.
Stachelfarbe sehr variabel, weswegen die v. albi-
spinus Cels, v. fulvispinus Cels usw. nur Formen
darstellen;
v. nicholii L. Bens, bildet große Gruppen; Tr.
bis ca. 60 cm lg., bis 7,5 cm 0; St. alle gelb. —
USA (Arizona).
Echinocereus enneacanthus Eng. (3)
K. sprossend, Gruppen bis 1 m groß; Tr. 5—7 cm 0,
weich, ± liegend-aufstrebend; Ri. 7—8 (—12),
ungleich, meist unter 1,2 cm lg., nadelig, gelblich, dann
bräunlich; Mst. meist 1, 3—5 cm lg., rundlich; Bl.
5—6 cm lg., 7,5 cm 0, hellpurpurn; Fr. 2 cm lg.,
kugelig, rötlich. — USA (Neumexiko, Südtexas),
Mexiko (im Norden, z. B. Chihuahua).
v. carnosus (Rümpl.) Quehl, saftig dunkelgrün,
hat kräftigere weißgraue St. und eine größere Bl.,
bis 10 cm lg., 9 cm 0.
Echinocereus fendleri (Eng.) Rümpl. (4)
K. sprossend, aufrecht; Tr. bis 15 cm lg., 6—10 cm
0, ± schlaff; Ri. 9—10 (—12), undeutlich höckrig;
Rst. 9—11, kürzer als die mittleren, weiß bis blaß-
grau; Mst. 1, aufwärts gebogen, bis 3,7 cm lg.,
blaßgrau; Bl. hell- bis kräftig-purpurn, bis 6,75 cm
0; Fr. ca. 3 cm lg. — USA (Neumexiko, Arizona),
Nordmexiko (Sonora, Chihuahua).
Sehr variable Art; manche Exemplare ähneln E. tri-
glochidiatus, der aber Scharlach blüht.
v. albiflorus (Wgt.) Backbg. weicht durch weiße
bis zartrosa Bl. ab.
v. bonkerae (Thornb. & Bonk.) L. Bens.: K. in
Gruppen zu 15 Stämmen, bis 20 cm lg., ca.
6,25 cm 0; Ri. 11—16; Mst. 1 (—3), bis 0,8 cm
lg., abstehend, weiß oder blaßgrau, braun
gespitzt; Bl. bis 6,25 cm 0; Fr. bis 2,5 cm lg. —
USA (Arizona). Drei amerikanische Autoren
gaben der Pflanze jeweils anderen Rang, auch den
einer eigenen Art. Das zeigt die verschiedene Auf-
Echinocereus 123
fassung unter den Spezialisten, und daß es nicht
möglich ist, einem derselben ohne weiteres zu
folgen; die „var." weicht jedenfalls durch ihre
kurze, anliegende Bestachlung auffällig ab.
Übergänge sind jedoch festgestellt.
v. boyce-thompsonii (Orc.) L. Bens, hat 12—14
(—18) Bi. und verschieden gefärbte St.,
strohgelb, rötlich oder bräunlich, auch weiß mit
hellbraunem Fuß. — USA (Arizona).
Eine bunter bestachelte, zahlreichrippige
Abänderung, die von manchen als eigene Art
angesehen wird.
v. rectispinus (Peebl.) L. Bens, hat nur bis 2,5
cm lg., dunkel gespitzte Mst.,
v. robustus (Peebl.) L. Bens, über 2,5—7,5 cm
lg. Mst
Echinocereus ferreirianus Gat. (4)
K. aufrecht, sprossend; Tr. bis 30 cm h., bis 8 cm 0;
Bi. 9—13, etwas höckrig; Rst. ca. 9—13, bis 2 cm Ig.,
grau bis braun; Mst. mehrere, meist 3—5 cm lg., der
längste vorgestreckt bis herabgebogen, alle am Fuß
verdickt, braun, anfangs der untere Teil mehr
rötlich; BI. bis 6 cm lg., 4 cm 0; Pet. rosa, nach unten
mehr orange. — Mexiko (Niederkalifornien, Los
Angeles Bay und Inseln).
Bchinocereus fitchii Br. & R. (4)
K. kurzzylindrisch, etwas sprossend; Tr. 8—10 cm
lg., 4—5 cm 0, von Stacheln bedeckt; Bi. 10—12,
niedrig, rundlich; Bst. ca. 20, weiß; Mst. 4—6,
nadelig, variable Farbe, meist bräunlich, unten auch
weiß; BI. 6—7 cm lg., rosa bis purpurrosa, innen
meist dunkler; Ov. zart behaart, dicht bestachelt. —
USA (Texas, Laredo).-Sehr blühwillig (P.).
Echinocereus Iloresii Backbg. (4)
K. zierlich-zylindrisch, bis ca. 10 cm h., 3 cm 0,
manchmal etwas sprossend, mit Rüben-Wz.; Ri. 14,
niedrig; Rst. nadelig, verflochten, ca. 16 mm lg.,
weißlich, oben bräunlich; Mst. 0—1—2, wenn
vorhanden, einer länger, später meist abwärts weisend,
braun; R. und Ov. dicht 1,5 cm lg. bestachelt; BI.
4,5 cm lg., 7 cm 0, rot. — Mexiko (Sinaloa, Topo-
labampo).
Echinocereus fobeanus Oehme (4)
K. zylindrisch, sprossend; Tr. glänzendgrün, bis ca.
9 cm h., 5 cm 0; Ri. 10, spiralig, höckrig; St. fein-
nadelig, brüchig, abstehend; Rst. 12—14, bis 1 cm
lg., weiß, rosa oder dunkel gespitzt; Mst. 2, 1,5 cm
lg., rot; BI. 9 cm lg., 12 cm 0, rosa, Schlund weiß,
wollig und mit braun-rosaspitzigen St.; Pet.
gefranst. — Heimat?
Echinocereus gentryi Clov. (1)
K. liegend bis aufsteigend, sprossend ‚ wenigtriebig;
Tr. bis 15 cm lg., 2,5 cm 0; Rst. 8—12, 1—2 mm
lg., bräunlich; Mst. meist 1, den Rst. ähnelnd; BI.
schlanktrichterig, bis 8 cm lg., 5—6 cm 0, rosa,
9 Kakteenlexikon
hauptsächlich nachts offen. — Mexiko (Sonora).
Unter dem Namen E. cucumis Werd. (E. nocturni-
florus Hort. bzw. E. noctiflorus Hort.) bekannter
als unter dem ersten.
Echinocereus glycimorphus Rümpl.: E. cinerascens
(DC.) Rümpl. (Form).
Echinocereus gonacanthus Rümpl.: E. triglochi-
diatus v. gonacanthus (Eng. & Big.) Boiss.
Echinocereus grandis Br. & R. (4)
K. einzeln bis gruppenbildend, dick-zylindrisch, bis
40 cm h. werdend, bis 12 cm 0; Ri. 21—25; Rst.
15—25; Mst. 8—12; St. weißlich bis krem; BI.
5—6 cm lg., nicht weit öffnend, mit weißen H. und
strohfarbenen St.; Sep. weiß, mit grüner Mittellinie;
Pet. 1,5 cm lg., weiß, unten grün; Fr. dichtstachlig.
— Mexiko (Insel S. Esteban und andere).
Echinocereus hancockii Daws. (4)
K. sprossend, in Gruppen bis zu 30 Tr., 35 cm h.,
1,1 cm br.; Tr. meist bis 12 cm lg., 5,5—7 cm 0; Ri.
niedrig; St. anfangs rosa, später dunkel strohfarben,
pfriemlich, steif, gerade, Basis der Mst. 2 mm dick;
Rst. 10—12, bis 2,5 cm lg.; Mst. 7—8, bis 6 cm lg:;
BI. 6 cm lg., gelb, verblühend lachsfarben. —
Mexiko (Niederkalifornien, Bahia San Hipolito).
Echinocereus hempelii Fobe (4)
K. dunkelgrün, aufrecht; Tr. bis 15 cm lg., bis 7 cm
0; Ri. warzig geteilt; Rst. (4—) 6, spreizend, weiß
mit braunen Spitzen, bis 1 cm lg.; Mst. 0; BI. bis
8 cm br., trichterig, mit lockeren Pet., diese 3 cm lg.,
hell lilarosa. — Mexiko (lt. Br. & R.).
Echinocereus huitcholensis (Web.) Gurke (1)
K. stark sprossend; Tr. ca. bis 6 cm lg., 2 cm (?) 0;
Ri. 12, gerundet, niedrig; Rst. 2—5 mm lg.; Mst. 1,
bis 1 cm lg.; Bl.-sehr schlank, 11 cm lg., zart behaart
und weichstachlig; Pet. orange (?). — Mexiko
(Sierra de Nayarit).
Echinocereus knippelianus Liebn. (2)
E. einzeln, unterirdisch rübig, oberirdisch kugelig
bis mäßig verlängert, bis 10 cm h.; Tr. tief grün,
saftig weich; Ri. anfangs ca. 5, rundlich; St. kurz,
gelblich, bald abfallend; BI. mittelgroß, rosa, bis
3 cm lg. — Mexiko (Coahuila).
Echinocereus ledingii Peebl. (4)
K. mäßig dichte Gruppen bildend; Tr. zylindrisch,
bis 50 cm lg., bis 10 cm 0; Ri. 12—14, undeutlich
höckrig; Rst. 10—12, gerade, bis fast 2 cm lg.; Mst.
(Hauptst.) 1, kräftig, steif, herabgebogen, sowie oft
2 Beist.; St. alle gelb; BI. 5 cm 0, purpurn; Fr.
blaßgrün, fast 2,5 cm lg. — USA (Arizona).
Echinocereus leeanus (Hook.) Lem. (4)
E. rasenbildend, aufrecht; Tr. lebhaft grün, bis
30 cm h., bis 9 cm 0; Ri. 12—14, wenig quer-
124 Echinocereus
gebuchtet; Est. 10—13, dünnpfriemlich, anfangs
rotbraun, gerade, 5—12 mm lg.; Mst. 2—3, bis
2,6cm lg., rotbraun, vergrauend; Bl. 7 cm lg.,
ziegelrot bis karmin; Pet. breitspatelig, oben fast
rundlich. — Mexiko,
v. mnlticostatus (Cels) K. Sch. hat dunkler rot
gefärbte Mst., nicht bald vergrauend, das
Stachelkleid dadurch rötlicher erscheinend. Eine
verwandte Art ist vielleicht E. durangensis Pos.
Echinocereus longisetus (Eng.) Rümpl. (4)
K. aufrecht, reicher sprossend; Tr. bis 20 cm lg.,
bis 4,6 cm 0, zuerst dunkel-dann heller grün; Ri.
11—14; Rst. 16—25, bis 1,5 cm lg.; Mst. 5—7, bis
4 cm lg., weiß, mit dunkler Spitze, Fuß verdickt und
bräunlich; St. alle borstendünn, dicht, nicht
verflochten; Bl. 6 cm lg. und br., hellpurpurn; Pet.
lanzettlich, 3 cm lg. — Mexiko (Coahuila, Sierra de
la Paila).
Mit den abstehenden St. eine schöne, aber
seltenere Art.
Echinocereus mamillatus (Eng.) Br. & R. (4)
K. sprossend; Tr. aufsteigend, 20—30 cm lg., 3,5—
6 cm 0; Ri. 20—25, stark höckrig; Rst. 10—25,
nadelig, 3—12 mm lg.; Mst. 3—4, viel stärker, bis
2.5 cm lg.; St. erst rötlich, dann weiß; Bl. purpurn.
— Mexiko (Niederkalifornien, Mulegé).
Echinocereus mariae Backbg. — The Nat. Cact. &
Succ. Journ. (Gr. Brit.), 20: 2, 19, 1965 (4)
K. aufrecht-schlanksäulig, zum Scheitel hin
verjüngt und dicht mit kurzen St. und weißem Filz
bedeckt, der sich nur in der unteren Triebhälfte
lockert bzw. zunehmend verschwindet; Tr. bis ca.
15 cm lg., 1,6—2,3 cm 0, von unten verzweigt; Ri.
ca. 14, schmal und niedrig, ca. 4 mm br., oben
warzig, stark spiralig verlaufend; Ar. ca. 3 mm 0,
weiß haarfilzig; St. 15—20, sehr dünn, bis ca. 4—5
mm lg., weiß, strahlend, die mittleren mit
hellbraunem, etwas verdicktem Fuß, die längeren z. T.
etwas abwärts geneigt; Bl. an der Spitze, ca. 7—
7.6 cm 0, purpurn; Pet. zum Fuß hin stärker
verschmälert; Fr. grün, locker befleckt. — USA
(Oklahoma, Wichita Mountains, äußerster
Westrand der Headquarter Mountains, ca. 3 Meilen
westwärts von Granite bzw. 3 Meilen nördlich).
Eine sehr seltene und eigentümliche Art, nach der
Entdeckerin Frau Mary Polaski benannt.
Echinocereus maritimus (Jon.) K. Sch. (4)
K. gruppenbildend, Haufen bis 30 cm h., bis 90 cm
br., bis 200 Köpfe; Tr. kugelig bis zylindrisch, 6—
15 cm lg.; Ri. 8—10; Rst. 9 (—10), spreizend; Mst.
1 (—3—4), ± pfriemlich, oberer auch gekantet, bis
über 3 cm lg.; Bl. klein, bis 3—4 cm lg.; Pet. fast
lanzettlich, oben gerundet, glänzend grünlichgelb. —
Mexiko (Niederkalifornien, Westküste).
Echinocereus marksianus F. Schwarz n. sp. (4)
Differt ab E. leeanus aculeis primo atrofuscis ad
nigris, parte inferiore rubido; aculeis centralibus
1—4, ad 3,5 cm longis; flore infundibuliformi, ad
8 cm longo, 7 cm 0, clarocinnabarino.
K. später ± über biegend, nach unten reich
sprossend, zuerst bläulich-, später heller grün, bis 40 cm
lg.; Tr. bis 6,5 cm 0; Ri. 10; St. anfangs
dunkelbraun bis schwarz, unteres Drittel rötlich; Rst.
10—11, 3—10 mm lg., später grauweiß; Mst. 1 (—4),
über Kreuz, der längste bis 3,5 cm lg.; Bl. mit mehr
trichterig offenem Perianth, hellzinnober bis rein-
rot, ca. 8 cm lg., 7 cm 0; R. rötlich; Ov. grasgrün,
bestachelt; Schlund gelb; Stbf. und Gr. unten
gelblich, oben rot; Fr. dicht schwarz bestachelt. —
Nördl. Mexiko.
Länger in den Sammlungen, aber bisher
unbeschrieben. Steht dem E. leeanus nahe, hat aber offeneres
Perianth. Von F. Schwarz gefunden und benannt,
weshalb ich hier die Lateindiagnose für ihn nachhole.
Echinocereus matthesianus Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 6. 1963 (1).
K. säulig, aufrecht, grün; Tr. bis ca. 4,8 cm 0; Ri.
ca. 12, ca. 11 mm br., gerundet, ziemlich flach; Ar.
weiß, ca. 2 mm 0; Rst. meist 9, bis 8 mm lg., die
oberen am kürzesten, blaß rötlichgrau; Mst. meist 4,
6—11 mm lg., Basis verdickt, etwas dunkler; Bl. ca.
10 cm lg., 4,5 cm 0, feuerrot; R. weiß beflockt, mit
bis ca. 1,5 cm lg. Bst., diese braun bis weiß; Gr.
blaßgrün; Stbf. unten blaßgrün, oben weiß. —
Mexiko (?). (Abb. 90.)
Echinocereus melanocentrus Lowry (4)
K. kurzzylindrisch; Tr. bis 3,5 cm 0; Ri. ca. 12,
niedrig, höckrig; St. nicht verflochten; Rst. ca. 17,
bräunlich, anfangs schwärzlich; Mst. zuweilen
vorhanden, kurz; Bl. radf örmig, purpurn, mit dunklerer
Mitte. — USA (Texas, bei Alice).
Echinocereus merkeri Hildm. (4)
K. sprossend, gruppenbildend; Tr. aufrecht, 12—
15 cm 0, hellgrün; Ri. 8—9, geschweift; Rst. 6—9,
weiß, glänzend; Mst. 1 (—2), bis 5 cm lg., weiß,
unten verdickt und mit rotem Punkt; Bl. 6 cm lg.;
Pet. kurz-oblong, 3 cm Ig., purpurn; Ov. mit langen
Borstenst. — Nordmexiko bis Mittelmexiko.
Britton und Rose sagen nur „aufrecht", ohne
Längenangabe der Tr.; Schumann beschrieb die
Art: „säulige Tr., zuerst aufrecht, dann
niederliegend, kriechend, dann sprossend, bis 2 m lg. und
15 cm 0". Danach gehört die Art eher zu Reihe 3:
Prostrati.
Echinocereus mojavensis (Eng. & Big.) Rümpl. (4)
K. stark verzweigend, Gruppen mit bis 800 Köpfen
bildend; Tr. blaßgrün, 5—20 cm lg.; Ri. 8—12, stark
höckrig; Rst. bis 10, nadelig, 1—2,5 cm lg.; Mst.
(? 0—) 1, pfriemlich, vorgestreckt, oft weich, auch
gedreht, bis über 5 cm lg.; St. alle weiß bis grau; Bl.
Echinocereus 125
ziemlich eng, 5—7 cm lg., karmin bis blaßscharlach
mit „nopalrotem" Ton; Pet. breit, + gestutzt; Fr,
3 cm lg. — USA (westliche Südstaaten bis Nevada
und Utah).
Echinocereus neo-mexicanus Standl. (4)
K. gruppenbildend; Tr. bis 25 cm lg., bis 7 cm 0,
bläulichgrün; Ri. 11—12, stumpf, niedrig, etwas
höckrig; Rst. 13—16, bis 1,5 cm Ig., weiß; Mst. 6,
der unterste gelblich bis weiß, die anderen rötlich,
bis 4 cm lg.; St. alle dünnpfriemlich; Bl. 5 cm lg.,
eng, nicht weit geöffnet, hell Scharlach. — USA
(Neumexiko, westlich der Organ Mountains).
Echinocereus noctiflorus Hort, oder E. nocturni-
florus Hort. : E. gentryi Clov.
Echinocereus ochoterenae G. Ort. (4)
K. gruppenbildend; Tr. 10 cm lg., 4—7 cm 0, grün,
rot gefleckt; Ri. (8—10—) 11; Rst. 9, bis 1 cm lg.,
dünnpfriemlich; Mst. 4, bis 1,2cm lg. (bei einer
Form mit dunkleren St. sind die Mst. bis 2 cm lg.);
St. alle anfangs rötlichgelb, bald weiß, dann grau;
Bl. 7 cm lg., außen rötlich; Pet. kanariengelb. —
Mexiko (Concordia, Cerro de la Cobriza).
Echinocereus octacanthus (Mühlpfrdt.) Br. & E.
(4)
K. vielköpfig sprossend; Tr. ovoid, gelblichgrün, bis
10 cm lg., 5—7 cm 0; Ri. 7—9, stumpf, etwas
höckrig; Rst. 7—8, 1—2,4 cm lg.; Mst. 1, stärker,
2—3 cm lg.; St. alle steif, graubraun zu Anfang; Bl.
5 cm lg., mehrere Tage offen, purpurrötlich. — USA
(Texas und Neumexiko bis Utah und Colorado).
In den Sammlungen oft fälschlich als E. laboure-
tianus Hort.
Echinocereus oklahomensis Lahm, war nur ein
Name für E. baileyi v. brunispinus Backbg.
Echinocereus ortegae Rose (4)
K. gruppenbildend, dunkelgrün; Ri. 7—8, niedrig;
Rst. 0; Mst. 3—4; St. alle nadelig, unter 1 cm lg.,
anfangs gelblich mit braunen Flecken, bald
weißlich; Bl. 7 cm lg., 6 cm 0, Scharlach; Pet. zahlreich,
oblong oder spatelig; Ov. mit kurzem Filz, dicht
bestachelt. — Mexiko (Rio Tamazula).
Echinocereus pacificus (Eng.) Br. & R. (4)
K. gruppenbildend, bis 60 cm br., bis 100 Köpfe; Tr.
15—25 cm lg., 5—6 cm 0; Ri. 10—12, stumpf;
Rst. 10—12, 5—10 mm lg.; Mst. 4—5, bis 2,5 cm
lg.; St. alle grau, mit rötlichem Ton; Bl. ziemlich
klein, ca. 3 cm lg., tief rot, mit langer, braungelber
Wolle und rötlichbraunen Bst. — Mexiko
(Niederkalifornien, Bahia de Todos Santos).
Echinocereus palmeri Br. & R. (4)
K. klein, bis 8 cm h.; Tr. nur 2—3 cm 0; Ri. 9—10;
Rst. 12—15, dünn, braunspitzig; Mst. 1,
vorgestreckt, bis 2 cm lg., braun bis schwärzlich; Bl.
3,5 cm lg., purpurn; Ov. mit weißer Wolle und
braunen St. — Mexiko (bei Chihuahua).
Echinocereus papillosus Lke. (3)
E. stärker sprossend, dunkelgrün, liegend und
aufsteigend; Tr. bis 30 cm lg., 2—4 cm 0; Ri. 6—10,
stark höckrig; Rst. nadelig, ca. 7, weiß bis gelb,
bis 1 cm Ig.; Mst. 1, vorgestreckt, bis über 1,2cm lg.,
gelblichweiß; Bl. bis 12cmØ, gelb, Mitte rot; Pet.
6cm lg. — USA (Texas, im Westen).
v. angusticeps (Clov.) Marsh, sproßt dichter, Tr.
bis 8 cm lg., bis 3 cm 0 (Texas, Linn).
Echinocereus pectinatus (Scheidw.) Eng. (4)
E. aufrecht, kräftig-zylindrisch, bis 15 cm lg., bis
6 cm 0, fast von St. bedeckt, diese kammartig
anliegend; Ri. 20—22; Rst. ca. 30, meist unter 1 cm
lg., weiß oder rosa, oft in'Zonen wechselnd; Mst.
mehrere, kurz; Bl. 6—8 cm lg.; R. und Ov. nur filzig
und stachlig; Fr. bis 3 cm 0. — Mexiko (von
Chihuahua bis Guanajuato).
v. castaneus (Eng.) Maths.: meist schlanktriebi-
ger, braun bestachelt; Rst. ca. 20; Bl. über 8 cm
br.; Pet. linear, nicht sehr breit. Es gibt noch
andere Farbvarianten, wie die v. chrysacanthus
K. Sch., mit grüngelben St., andere z. T.
schwärzlich, wahrscheinlich nur Formen der v. castaneus,
ferner eine rötlichbraune Form, als v. rubescens
Hort, bezeichnet.
v. rigidissimus (Eng.) Rümpl.: meist noch
kräftiger, ebenso die Farbzonen; Rst. ca. 16; Mst. 0;
Bl. bis 7 cm lg. — USA (Südost-Arizona) bis
Nordmexiko (Sonora). (Abb. 91.)
Echinocereus pensilis (K. Brand.) J. A. Purp. (3)
K. + sprossend; Tr. bis 4 cm 0; Ri. niedrig; Rst. 8;
Mst. 1; St. nicht über 2 cm lg., anfangs gelb, dann
rötlichgrau; Bl. schlank, 5—6 cm lg., mit kurzer
gelber oder weißer Wolle und braunen Borstenst.;
Fr. 2 cm 0. — Mexiko (Niederkalifornien,
Kapregion, auf hohen Bergen).
Echinocereus pentalophus (DC.) Rümpl. (3)
K. rasenbildend, reich sprossend; Tr. frischgrün;
Rst. 3—5 (—6), sehr kurz, weiß, braunspitzig; Mst.
meist fehlend, dunkler, bis 1,5 cm lg.; Bl. groß,
7—12 cm lg. und br., lila bis karmin, Schlund weiß;
Stbf. grünlich. — US A (Südtexas) bis Nordmexiko
(im Osten),
v. ehrenbergii (Pfeiff.) Backbg.: Tr. bis 20 cm
lg., bis 2,5 cm 0, blaßgrün, niederliegend; Ri.
(5—) 6, höckrig, stumpflich; Rst. weiß; Mst. mit
gelblichem Fuß; Bl. 6 cm lg., 4,5 cm 0,
hellpurpurn. — Mittel mexiko.
Manche sehen die var., vor allem wegen der
kleineren BL, als eigene Art an: E. ehrenbergii Pfeiff.
v. procumbens (Eng.) Krainz kann wie folgt
unterschieden werden: Rst. 4—6, anfangs bräun-
126 Echinocereus
lieh; Mst. meist 1, dunkler; Bl. bis 8 cm br.,
karminviolett mit weißem oder gelblichem Grund.
Echinocereus perbellus Br. & R. (4)
K. einzeln oder sprossend, schlankzylindrisch; Tr.
bis über 10 cm lg.; Ri. 15, niedrig; Rst. 12—16,
5—7 mm lg., etwas spreizend, unten weiß, oben
blaßbraun bis rötlich; Bl. 4—6 cm lg., purpurn;
Pet. breit, fast lanzettlich. — USA (Texas, Big
Springs).
Echinocereus phoeniceus Rümpl. : E. coccineus Eng.
Echinocereus pleiogonus (Lab.) Crouch. (4)
K. zylindrisch; Tr. grauolivgrün; Ri. 13, warzig-
höckrig, sehr niedrig; Rst. 9, spreizend, dünn,
4—11 mm lg.; Mst. 4, gleich lang wie die Rst.; alle
St. anfangs rotbraun, dann schmutzig grau; BL? —
Mexiko.
Eine durchaus charakteristische Art, die später als
E. leeanus angesehen wurde, von diesem aber gut
unterschieden ist.
Echinocereus polyacanthus Eng. (4)
K. rasenbildend, bis 50 Köpfe; Tr. blaßgrün, oft
rötlich; Ri. 9—13, flach quergefurcht; Rst. 8—12,
1,4—2,3 cm lg., kräftig, pfriemlich, rund, weißlich
oder rötlichgrau, dunkelspitzig; Mst. 2—4, Fuß
verdickt, z. T. bis 5 cm lg., anfangs oft hornfarben und
braun gefleckt; Bl. 4,5—6 cm lg., mäßig trichterig,
Scharlach bis karmin; Pet. im Hochstand
waagerecht, die inneren auch blutrot. — Mexiko (Chi-
huahua, Durango).
Von ähnlichen Arten durch starke Blütenbehaarung
unterschieden.
Echinocereus poselgeri Lem.: TVilcoxia poselgeri
(Lem.) Br. & R.
Echinocereus poselgerianus Lke.: E. blanckii v.
poselgerianus (Lke.) Backbg.
Echinocereus primolanatus Schwarz (4)
K. zylindrisch, aufrecht; Tr. bis ca. 10 cm lg.,
4,5 cm 0; Ri. 21—22, niedrig; Rst. ca. 20, fein-
pfriemlich, kammförmig gestellt, ca. 2 mm lg., ein
oberer, 1 mm lg., etwas zur Mitte gerückt, scheitel-
wärts gerichtet; St. alle rosaweiß; einzelne Bst.,
bis 7mm lg. oder länger in jungen Ar.; Bl. und Fr.?
— Mexiko (im Norden?).
Echinocereus procumbens Eng.: E. pentalophus v.
procumbens (Eng.) Krainz
Echinocereus pulchellus (Mart.) K. Sch. (2)
K. sprossend, niedrig, später verlängert; Tr. bis
10cm lg., 4cm 0, bläulichgrün, dann grau; Ri.
feinhöckrig, bis ca. 12; St. wenige, kurz, gelblich,
abfallend; Bl. 4 cm lg., mäßig groß, ± weiß bis hell-
rosa. — Mexiko (Pachuca).
Unterscheidet sich vom mehr purpurn blühenden
E. amoenus, Bl. ohne längere Haare, durch nur
3—4 (—5) St. und längere Haare und Bst. an R. und
Ov.
Echinocereus purpureus Lahm. (4)
K. einzeln bis etwas sprossend; Tr.
schlankzylindrisch, bis ca. 12 cm h., 2—3 cm 0; Ri. ca. 12—14;
Rst. 14—18, kammförmig gestellt, weiß, oben
purpurbraun; Mst. 0; Bl. bis 10 cm lg., 7,5 cm 0,
bräunlich-purpurn, innen etwas dunkler. — USA
(Oklahoma, "Wichita Res.).
Echinocereus radians Eng. (4)
K. kräftig-zylindrisch; Rst.: obere 2—4mm lg.,
seitliche bis 1 cm lg., untere bis 6mm lg.; Mst. 1,
viel kräftiger, vorgestreckt (!), braun bis schwarz,
2,5 cm lg. — Mexiko (Chihuahua, Cosihuiriachi).
Die Erstbeschreibung ist unzulänglich knapp; nach
den Angaben, bzw. den dunklen abstehenden Mst.,
scheint dies der E. schwarzii Hort, gewesen zu
sein, auf den diese Merkmale zutreffen; Bl. hell-
purpurn, trichterig, ca. 5 cm 0.
Echinocereus reichenbachii (Tersch.) Hge. jr. (4)
K. zylindrisch, einzeln oder etwas sprossend; Tr. bis
20 cm lg., 9 cm 0; Ri. bis 19; St. bis 30, weiß bis
rötlich oder bräunlich, jeweils einfarbig,
dichtstehend, ± kammförmig, deutlich etwas spreizend,
auch zurückgebogen, bis 8 mm lg.; Mst. (0—1—2?)
wie die Rst.; Bl. bis 7 cm lg. und br., flockig
behaart. — USA (Texas) bis Nordmexiko.
Echinocereus roemeri (Mühlpfrdt.) Rydb. non
Eng. (4)
K. zylindrisch, gruppenbildend; Tr. bis 15 cm lg.,
bis 6 cm 0; Ri. (8—) 9—10; Rst. (9—) 10, grau oder
gelb, kräftig, fast 2 cm lg.; Mst. (1—) 4, 3—5 cm lg.,
oft kantig und herabgebogen, auch gerade oder
abgeflacht, + kielig, dunkelgelb bis -braun; Bl. 5 cm
0, orangerot; Fr. rot, 2 cm 0. — USA (Texas bis
Neumexiko und Colorado).
Echinocereus roetteri (Eng.) Rümpl. (4)
K. + zylindrisch; Tr. bis ca. 15 cm h., 6,5 cm 0;
Ri. 10—13, höckrig; Rst. 8—15, bis 16 mm lg.;
Mst. 1—5, 8—12 mm lg., unten verdickt, stärker
als die Rst.; St. rötlich, pfriemlich; Bl. bis 7,5 cm lg.,
hellpurpurn; Fr. bis 2 cm lg. — USA (Grenzgebiet
Texas-Neumexiko), Mexiko (Chihuahua).
v. lloydii (Br. & R.) Backbg.: Gruppen bis zu
6 Tr., sehr kräftig, bis 25 cm h., bis 10 cm 0,
hellgrün; Ri. 11, fast gerade; St. weinrot, ca. 1 cm
lg., unten blasser; Rst. ca. 14; Mst. 4—6,
vorgestreckt; Bl. 8 cm lg.; Ov. mit rötlichen St. —
USA (Texas, Tuna Springs).
Echinocereus rosei Woot. & Standl. (4)
K. gruppenbildend; Tr. bis 20 cm lg., 5—8 cm 0,
bis 40 Stämme; Ri. 8—11, stumpf; Rst. ca. 10,
Echinocereus 127
spreizend; Mst. 4, 4—6mm lg.,; St. alle rosa bis
braungrau; Bl. 4—6 cm lg., Scharlach; Pet. breit,
gerundet; R. und Ov. kurz behaart, mit
bräunlichen bis gelblichen St. — US A (Grenzgebiet Texas-
Neumexiko), Mexiko (angrenzendes Gebiet).
Echinocereus rufispinus Eng. (4)
K. zylindrisch; Tr. graugrünlich; Ri. ca. 11; Rst.
16—18, angedrückt, verflochten, 9—20 (?) mm lg.,
die seitlichen die längsten, dunkelbraun,
zurückgekrümmt; Mst. 1, stark, rotbraun, vorgestreckt,
bis 2,5 cm lg.; Bl. groß, trichterig, purpurn. —
Mexiko (westlich von Chihuahua).
Die verhältnismäßig geringe Rippenzahl mag nach
Jungpflanzen angegeben worden sein. Im Bot.
Garten Dahlem sah ich unter obigem Namen eine
Pflanze, die den Hauptmerkmalen entsprach:
„rotbraune, vorgestreckte, längere Mst.11, sonst aber
keiner anderen Beschreibung.
Echinocereus salm-dyckianus Scheer (1)
K. sprossend, gruppenbildend; Tr. liegend und
aufsteigend, gelbgrün; Ri. 7—9, ± schwach gebuchtet;
Rst. 8—9, ca. 1 cm lg.; Mst. 1, unten oft + verdickt,
vorgestreckt, etwas länger; Bl. bis 10 cm lg., lang-
und schlankröhrig, zart behaart, weißborstig, möh-
renfarbig. — Mexiko (Chihuahua, Durango).
Echinocereus sanborgianus (Coult.) K. Sch. (4)
wird meist als Synonym von E. brandegeei (mit
„bis 1,5 cm entfernten Ar.u) angesehen, wurde aber
mit „genäherten Ar." beschrieben; die St. sind auch
nach Coulter heller als bei E. brandegeei „mit
rötlichen St.". Bl. groß, rein purpur. Eine Klärung
nach lebendem Material ist notwendig. — Mexiko
(Niederkalifornien). Ich sah eine gelblich bestachelte
Pflanze.
Echinocereus sarissophorus Br. & R. (4)
K. gruppenbildend; Tr. kurz, dick, blaßgrün, ca.
10 cm 0; Ri. 9; Rst. 7—10, dünn; Mst. mehrere,
etwas kantig, oft bläulich, die längeren +
durcheinanderragend; Bl. 7—8 cm lg., purpurn; Pet.
breit; R. und Ov. mit kurzer weißer Wolle und 3—5
blassen Borstenst.; Fr. kugelig, bis 3 cm 0. —
Nordmexiko (Coahuila, Durango).
Die von mir gesehenen Kulturpflanzen waren weiß
bestachelt, die längsten Mst. auf- und abwärts
gerichtet, alle Mst. basal verdickt.
Echinocereus scheeri (SD.) Rümpl. (1)
K. gruppenbildend, niederliegend und aufsteigend;
Tr. gelbgrün; Ri. 8—10, niedrig, spiralig,
undeutlich gebuchtet; Rst. 7—12, dünn, abstehend,
strahlig, bis 3 mm lg.; Mst. 1, kräftiger, vorgestreckt, über
1 cm lg., braun- oder schwarzspitzig, auch
gelblichweiß; Bl. lang- und schlanktrichterig, rosenrot. —
Mexiko (Chihuahua).
Echinocereus schwarzii Hort. s. unter E. radians
Eng.
Echinocereus sciurus (K. Brand.) Br. & R. (4)
K. stärker sprossend, Gruppen bis 60 cm br.; Tr.
schlank, bis 20 cm lg., oft ganz von St. bedeckt; Ri.
12—17, niedrig, höckrig; Rst. 15—18, dünn, bis
1,5 cm lg.; Mst!, braun gespitzt, mehrere, kürzer als
die Rst.; Bl. 7 cm lg., bis 9 cm 0, rosapurpurn. —
Mexiko (Niederkalifornien, San Jose del Cabo).
Echinocereus scopulorum Br. & R. (4)
K. einzeln, zylindrisch, bis 40 cm lg., fast von St.
bedeckt; Ri. 13 oder mehr, niedrig, etwas höckrig;
Rst. etwas spreizend, zahlreicher; Mst. 3—6,
ähnlich den Rst.; St. bunt, rosa oder bräunlich, mit
schwarzen Spitzen, auch weißlich zu Anfang; Bl.
nach Rosen duftend, 9 cm 0; Pet. 4 cm lg.,
rosapurpurn bis fast weiß, in zwei Serien. — Mexiko
(Sonora und Sinaloa).
Echinocereus spinibarbis Hge. jr. non K. Sch. (4)
K. mäßig sprossend; Tr. hellgrün, bis 6 cm lg.,
3,5—4 cm dick; Ri. meist 5, 1 cm h., rundlich derb
gehöckert, über den Ar. quergebuchtet; Rst. meist 8,
bis 3,3 cm lg., gerade oder + gebogen; Mst. 1—2
(—3), bis 4,2 cm lg., basal verdickt, stärker als die
Rst.; St. alle weiß, glasig, anfangs mit blaßgelbem,
bald rötlichem Fuß und z. T. quergeringelt; Bl.
nach Haage wahrscheinlich purpurn. — Mexiko.
Echinocereus standleyi Br. & R. (4)
K. kugelig bis kurz-zylindrisch; Tr. 4—5 cm 0; Ri.
12; Rst. ca. 16, kräftig, weiß, Fuß gelb; Mst. 1,
viel länger und stärker als die Rst., 2—2,5 cm lg.,
vorgestreckt; Rst. schon früh kammartig
angeordnet und + stark verflochten; Bl. ? — USA
(Neumexiko, Sacramento Mountains).
Echinocereus steereae Clov. ähnelt dem E. dasy-
acanthus, hat aber rote Blüten; er wird meist als
Varietät angegsehen: E. dasyacanthus v. steereae
(Clov.) Marsh.
Echinocereus stoloniferus Marsh. (4)
K. einzeln, aber aus Wurzelausläufern sprossend
und dadurch gruppenbildend, Kolonien bis 30 cm
br.; Tr. zylindrisch, graugrün; Ri. 14—16,
undeutlich höckrig; Rst. 10—12, borstig, spreizend,
verflochten, weiß, anfangs oben schwarz oder rot; Mst.
3—4, bis 6 mm lg., braun, einer deutlicher
unterschieden, herabgebogen, bis 2,5 cm lg., später weiß;
Bl. gelb; R. und Ov. sehr stachlig. — Mexiko
(Sonora, Rancho Guirocoba).
Die Art ist anscheinend variabel. Es gibt Pflanzen
mit ansehnlichen weißen Ar., etwas derberen Rst.
und kräftigeren abstehenden 4 Mst., goldbraun, z.T.
bis 5, bis 1,2 cm lg., die randständigen z. T.
braunspitzig und bis 8 mm lg.; Bl. gelb, ca. 6 cm 0. Ich
sah blühfähige Pflanzen von ca. 10 cm Länge, 5,5
cm 0. Diese gehen auch unter dem Namen „Echc.
subterraneus", sie sind jedoch nicht die schlankere
und brüchige Art, die ich unter diesem Namen
beschrieb. Wie beim Typus der Art, der dichter und
128 Echinocereus
verflochtener bestachelt ist, werden
Wurzelsprossen gebildet. Es gibt möglicherweise Übergänge, so
daß bisher keine Varietät beschrieben werden kann.
Echinocereus stramineus (Eng.) Rümpl. (4)
K. gruppenbildend, Kolonien bis 2 m 0, 30 cm—
1 m h.; Tr. 12—25 cm lg., 3—6 cm 0; Ri. ca. 13;
Rst. 7—14, bis 3 cm lg., spreizend; Mst. 3—4,
5—9 cm lg.; St. ziemlich dicht durcheinanderragend,
anfangs braun bis strohfarben, bald weiß; Bl.
8—12 cm lg., purpurn; R. und Ov. mit kurzen
weißen St.; Fr. kugelig, 3—4 cm 0, rot, eßbar. —
USA (Grenzgebiet Texas-Neumexiko), Nordme-
xiko (Chihuahua).
Echinocereus subinermis SD. (2)
K. zuerst gedrückt-kugelig, dann stärker verlängert,
z. T. später etwas sprossend; St.: anfangs bis 8
randständige, 1 mittlerer, 2—4 mm lg., später nur 3—4
derbere Stächelchen, kaum 1 mm lg. bis fehlend,
gelblich bis schwärzlich oder weiß mit dunklen
Spitzen; Bl. schlankröhrig, gelb, bis 8,5 cm lg.,
9 cm 0, breit ausladende Hülle; Fr. 2 cm lg.,
1,3 cm 0, dunkelgrün. — Mexiko (Chihuahua).
v. luteus (Br. & R.) Backbg.: Bl. ca. 7 cm lg.,
5,5 cm 0, Perigon trichterig. — Mexiko (Sonora,
oberhalb Alamos).
Echinocereus subterraneus Backbg. (4)
K. schlankzylindrisch, meist mehr von unten her
stärker sprossend, frischgrün; Tr. bis ca. 5 cm lg.,
ca. 3 cm 0, in Kultur etwas stärker, weichfleischig
und brüchig; Ri. schmal und niedrig, fein höckrig,
ca. 15; Rst. ca. 15, die obersten sehr kurz; Mst.
ebenso, lang, bündelig abstehend; Bl. ca. 3 cm lg.,
4 cm 0, rosapurpurn; R. und öv. nur mit Filz, dicht
bestachelt. — Mexiko.
Irrtümlich wird so auch eine var. oder Form des
E. stoloniferus, mit offenerer Bestachlung und
goldbraunen Mst., bezeichnet.
Echinocereus tayopensis Marsh. (4)
K. einzeln oder mit Stolonen (Wurzeltrieben)
sprossend, bis zu 12 Köpfen; Tr. bis 15 cm lg.,
7,5 cm 0; Ri. meist 12; Rst. 3—4 mm lg. (die
oberen) bzw. ca. 1 cm lg. (die übrigen), grau,
dunkelspitzig ; Mst. viel kräftiger, 1—2 aufsteigend, 5 mm
lg., die übrigen herabgebogen, 15—20 mm lg.,
zuerst schwarz, dann grau, dunkelspitzig; Bl. 7 cm lg.,
6cm 0, hellgelb; Pet. 4,5 cm lg., 1cm br. —
Mexiko (Sonora, Rancho Saucito).
Echinocereus triglochidiatus Eng. (4)
K. große Rasen bildend; Tr. zylindrisch,
dunkelgrün, bis 15 cm lg., bis 6 cm 0; Ri. (6—) 7—10,
meist 7; Rst. (3—) 5 (—8); Mst. 0—1—6; St. alle
gekantet oder gerippt; Bl. 7,5 cm lg., 5 cm 0,
Scharlach; Fr. rot, eßbar, 3cm 0. — USA (Arizona,
Westtexas bis Südcolorado).
Die Beschreibungen lauten unterschiedlich, für die
Arizona-Pflanzen z. B. „Bis 60 cm h. Triebe, in
ebenso breiten Kolonien; Ri. meist 5—8; St. 3—16,
bis ca. 3 cm lg.; Mst. 0—16, etwas länger als die Rst.,
deren Zahl 3—10 sein kann; St. nur als grau
bezeichnet; Fr. 2,5 cm lg., etwas zylindrisch",
v. gonacanthus (Eng. & Big.) Boiss.: Rst. 8;
Mst. 1 bis über 6 cm lg.; St. alle scharf gekantet
und z. T. gedreht oder gebogen, gelb mit dunkler
Spitze.
v. hexaedrus (Eng. & Big.) Boiss.: Rst. 5—7,
gerade; Mst. 0—1; St. kantig, kurz, rötlich-gelb.
Rippenzahl: 6.
v. paucispinus (Eng.) Marsh.: Nur die Mst.
gekantet; Tr. fast kugelig zu Anfang; Ri. 5—7; Rst.
braun oder rötlich; Mst. braunschwarz, 0—1; Bl.
dunkel-scharlach, innen gelblicher.
Echinocereus tuberosus Rümpl.: Wilcoxia poselgeri
Lem.
Echinocereus uehrii Hge. jr.: wohl identisch mit
E. cinerascens (DC.) Rümpl.
Echinocereus uspenskii Hge. jr. (4)
E. sprossend; Tr. aufrecht, bis ca. 15 cm lg., bis
7 cm 0, zuweilen fast rund; Ri. 6—7, warzig-
höckrig; Rst. bis 8, bis 2 cm lg.; Mst. bis 4, Fuß
verdickt, bis 3,5 cm lg.; St. alle glashell bis weiß, Fuß
rötlich; Bl. 7,5 cm lg., ca. 6 cm 0; Pet. kräftig
purpurn, außen unten ins Bräunliche; R. und O?.
nur befilzt, kräftig bestachelt; Stbf. violett; N. 9,
smaragd. — Mexiko.
Echinocereus viereckii Werd. (4)
K. reich sprossend; Tr. aufrecht, bis 20 cm und mehr
lg.; Ri. 8—9, bis 8 mm h., warzig-höckrig; Rst. 7—9,
3—9 mm lg., + strohgelb, später weißlich; Mst. 4,
der längste unterste ca. 2 cm lg., mit verdicktem
Fuß; Bl. violettrosa, bis 11 cm 0; R. und Ov.
hyalin und hell goldbraun bestachelt. — Mexiko
(Tamaulipas).
Echinocereus viridillorus Eng. (4) (T.); v. viridi-
florus:
E. sprossend, in der Größe variabel, von ziemlich
klein bis stärker und länger, von 2,5—7,5 cm lg.,
2,5—5 cm 0; Ri. 13; St. 13—15, 0,5 cm lg., weiß,
rot oder in diesen Farben wechselnd; Mst. ebenso,
mitunter fehlend; Bl. seitlich bis tiefer, bis 3x3 cm
groß, gelbgrün, innen mit* grünlichem Mittelstreifen,
außen mit bräunlichem; Fr. 1 cm lg., ellipsoid,
grünlich. — USA (Neumexiko bis Colorado),
v. chloranthus (Eng.) Backbg.: E. zylindrisch,
bis 30 cm h., 4—7 cm 0; Ri. 13—18; Rst. 12—20,
strahlig oder angedrückt, borstig, weiß, oft
purpurspitzig, sowie oben 5—10 borstige Nebenst.;
Mst. (2—) 3—5, meist purpurn, die oberen kürzer,
Basis ± verdickt; Bl. bräunlichgrün, trichterig,
nicht weit öffnend, 2,5 cm ig. Die Mst. fehlen oft
Echinocereus — Echinofossulocactus 129
anfangs, später bis 3 cm lg.; die Stachelfarbe ist
sehr variabel von weißlich bis gelblich sowie
rötlich, auch gezont, ohne deutlicher abstehende
bzw. längere Mst. wie auch mit solchen, Körper
später zylindrisch, aber die Mst. nicht so wie in
Engelmanns Bild von v. cylindricus.
Engelmann unterschied (als Cereus viridiflorus
cylindricus Eng.) eine v. cylindricus Eng.
(Rümpler hat offenbar diese var. gemeint):
Fast immer einzeln, meist zylindrisch; Ri. ca.
13; St. 12—18, kurz, steif, kammförmig
gestellt, oben 2—6 zusätzliche borstenartige, die
unteren purpurn (selten alle), bald braun, die
oberen weiß; Mst. 0, selten 1, vorgestreckt,
kräftiger, purpurn, zuweilen darüber noch ein dünnerer;
Bl. scheitelnah, gelbgrünlich. — USA (Texas,
Limpia bis El Paso).
v. davisii (A.D. Houghton) Marsh.: K. sehr
klein, bis 1,5 cm h., einzeln oder sprossend; Ri. 6—7,
fast warzig-höckrig, dunkelgrün; Rst. 9—12 (—14),
die oberen bis 7 anfangs rötlichschwarz, die
unteren weißlich, z. T. dunkelspitzig, kammartig
stehend, abspreizend, bis ca. 17 mm lg., die oberen
kürzer, meist gerade, die anderen auch etwas
gebogen; Bl. 2,5 cm lg., 2 cm 0, schmutzig
grüngelb; Fr. 1 cm lg. — USA (Texas 4 Meilen südlich
von Marathon). P. empfohlen! (Abb. 89.)
Die kleinen Pflanzen weichen im Gesamthabitus
so wesentlich ab, daß sie auch als eigene Art
E. davisii A. D. Houghton gelten können,
v. intermedius Backbg.: einzeln; Ri. 12; Rst.
weiß, bis 8 mm lg.; Mst. 2—5, meist 4, kräftiger,
purpurn, bis 7 mm lg., Fuß verdickt; Bl. tiefer
entstehend, rein grün, bis 3 cm lg. — USA (Texas).
Echinocereus websterianus G. Linds. (4)
K. sprossend, dichte Gruppen bildend; Tr. bis
60 cm h., bis 8 cm 0; Ri. 18—24, schwach höckrig;
Rst. 14—18, ca. 1 cm lg., goldgelb bis bräunlich;
Mst. 6—8, nadelig, 1 cm lg., goldgelb, später braun;
Bl. 6 cm lg., lavendelrosa; Pet. nach außen in weiß
oder glänzendgrün übergehend. — Mexiko
(Niederkalifornien, S. Pedro Nolasco).
Echinocereus weinbergii Wgt. (4)
E. zuerst flachrund, später kugelig, bis 13 cm h.
und 0; Ri. 15, höckrig, quergefurcht, graugrün;
Rst. 9—12, weiß oder rosa, später gelblich, 3—11 mm
lg.; Mst. 0; Bl. 3,6 cm 0, rosa, weißflockig behaart,
mit gelben Borstenst.; Pet. außen mit grünlichem,
innen mit karminrotem Mittelstreifen. — Heimat?
Meist geht unter diesem Namen ein Bastard —
wahrscheinlich von E. pulchellus—‚ länglich, mit
spiraligen RI. und meist 8 strahlenden St.
Echinofossulocactus Lawr. (197)
Eine recht einheitlich gekennzeichnete Gattung,
was die — bis auf eine Ausnahme — zahlreich-
rippigen Körper anbetrifft. Die kahlen,
überwiegend kleineren Blüten sind häufig ± violett getönt
bzw. gestreift und erscheinen z. T. zu mehreren,
meist ziemlich zeitig im Frühjahr. Die kräftig
grünen Pflanzen mit ihren eigenartigen, nicht selten ±
stark abgeflachten Stacheln bilden einen schönen
Kontrast zu den Blüten, die nur bei einigen wenigen
Arten — wie auch die Stacheln — länger sind. Aber
die überaus verschiedenartige, nicht immer ganz
einheitliche und an Übergangsformen reiche Be-
stachlung von derber bis zu dichtstachliger Form
erschwert ihre Gliederung nach Hauptkennzeichen
und damit die Artabtrennung und beweist damit,
daß diese den jeweiligen Verhältnissen in einer
Gattung angepaßt sein muß; sonst könnte man die
weitaus überwiegende Artenzahl dieses Genus als
lediglich Varietäten einer Art ansehen, womit aber
weder der Pflanzenkenntnis gedient wäre, noch dem
Wissen um das oft und hier besonders variable
Formenspiel der Natur. Um das Auffinden der Arten zu
erleichtern, werden hinter den Namen Zahlen
eingeklammert, die der leichteren Orientierung nach
den Hauptkennzeichen dienen. Pflanzen, die keiner
Beschreibung ganz entsprechen, sind bei diesem
variablen Genus als Übergänge zu der
nächstähnlichen beschriebenen Art anzusehen. Bekannt sind
ungefähr 32 (—33) Arten. — Verbreitung:
Mexiko (vom Norden bis ungefähr Mittelmexiko) [O>
©., ///, P.] (Abb. 92).
1: Körper ohne gewellte Rippen, diese breiter und
oben kantig
2: Körper mit über 100 lamellenartigen Rippen
3: Körper mit weniger, aber sehr schmalen Rippen:
a: Glasig hellfarbige Rand- und z. T. dunklere
Mittelstacheln, Bestachlung ziemlich dicht
b: Offenere Bestachlung, die Ober- oder
Hauptstacheln oft blattartig abgeflacht, z. T. auch
rund
Echinofossulocactus albatus (Dietr.) Br. & R. (3 a)
K. meist kugelig, blaugrün; Ri. ca. 35; Rst. ca. 10,
borstig, bis 13 mm lg., oben in den Ar. oft 1—3
fehlend; Mst. 4, viel stärker, dunkel gefärbt, der
oberste meist der längste, schwach gedrückt, bis
5 cm lg., die übrigen mehr stielrund, zuweilen einer
fehlend; St. bis auf die mittleren weißlich-gelblich;
Bl. 2 cm lg., weiß. — Mexiko.
Echinofossulocactus anfractuosus (Mart.) Lawr.
(3b)
K. später etwas verlängert-kugelig, stumpf grün; RL
bis ca. 30; Rst. 7, die 4 unteren dünn, die 3 Oberst.
(auch 2) bis 3 cm lg., rund oder (der mittelste) breit;
Mst. 1, ca. 2,5 cm lg., bräunlich; Bl. weiß, mit
karmin Mittelstreifen (?). — Mexiko (Hidalgo).
Variiert in Form und Zahl der Rst.
Echinofossulocactus arrigens (Lk.) Br. & R. (3b)
K. gestreckt-kugelig, bis 13 cm h., ca. 12 cm 0;
Scheitel mit gelblich weißem, flockigem Filz; RL
matt- bis bläulichgrün, 50—60, sehr schmal; Rst.
130 Echinofossulocactus
4—7, nadelig, glasig weiß bis gelblich, bis ca. 1 cm
lg.; Mst. bis 3 in der Ar.-Mitte, + aufgerichtet,
gelblich bis blasser, rundlich, im unteren Ar.-Teil noch
oft 2—3 dünnere zusätzliche, sowie 1 gedrückter
und gekielter Oberst., bis 4 cm lg. (nach Br. & R.
insgesamt 8—11 St., nach Werdermann selten
mehr als insgesamt 8); Bl. 3 cm lg., 2,5 cm 0; Pet.
purpurviolett mit hellem Rand. Anscheinend sehr
variabel. — Mexiko.
Echinofossulocactus boedekerianus(BERG.)CROiz.(3a)
K. flachkugelig, bis 7 cm br., matt dunkelgrün;
Scheitel weiß wollig, stachlig; Bi. ca. 40; Rst. ca.
20, bis ca. 1,2 cm lg., nadelig, weiß; Mst. meist 9,
8 im äußeren Kranz, ein abgeflachter in der Mitte,
alle am Fuß verdickt, bräunlich, oben gelblich, mit
braunroter Spitze; Bl. ? — Mexiko (Zacatecas, bei
Concepciön).
Echinofossulocactus bravoae Whitm. war nur ein
Name.
Echinofossulocactus bustamantei (H. Bravo) Croiz.
(3b)
K. kugelig, bis ca. 10 cm 0; Ri. ca. 35; Rst. 8—9,
10—15 mm lg., strahlend, verflochten, weißlich;
Mst. 3, der längste oberste 3—5 cm lg., breit, stark
abgeflacht, geringelt, die seitlichen mit dunkler
Spitze, etwas stärker als die Rst.; Bl. 2—2,5 cm lg.,
dunkel-violettpurpur mit weißem Rand oder weißer
Mittellinie. — Mexiko (Hidalgo).
Echinofossulocactus cadaroyi Hort. : nur ein Name
für eine Pflanze mit dünnen gewellten Ri., bis 6
dünnen weißen unteren Rst. sowie bis 3 dunklen
oberen, ein mittlerer davon abgeflacht, nicht breit,
z. T. in die Mitte gerückt; BL?
Echinofossulocactus caespitosus Backbg. (3 b)
K. anscheinend kleiner bleibend, rundlich, bald
sprossend; Ri. ca. 27; Oberst. 3, 2 runde aufgebogen,
ein abgeflachter mittlerer bis 21 mm lg., gelblich, bis
2 mm br.; Rst. 4, klein, weißlich; Mst. 1, ±
gedrückt, vorgestreckt-abwärts gerichtet bzw.
gebogen, so lang wie der mittlere Oberst.; Bl. ca.
11 mm lg., weiß, Mitte grünlich. — Mexiko.
Echinofossulocactus carneus Whitm. war nur ein
Katalogname.
Echinofossulocactus confusus Br. & R. (3 b)
K. einzeln, säulig bis kurzkeulig, blaßgrün, bis 15 cm
h., 6—8 cm 0; Ri. 26—30, dünn, niedrig; St. alle
gelb, pfriemlich; Rst. 4—5 (höchstens etwas
gedrückt), 7—10 mm lg.; Mst. 1, bis 4cm lg., meist
vorgestreckt; Bl. 4 cm 0, purpurn. — Mexiko.
Echinofossulocactus coptonogonus (Lem.) Lawr. (1)
(T.)
K. einzeln bis sprossend, bis 8 Köpfe, kugelig, bis
10 cm h., grau- oder blaugrün; Ar. anfangs stark
weißfilzig; St. meist 5, kräftig, geringelt, + gebogen,
alle hörnfarbig; der stärkste und längste Oberst, bis
4 cm lg.; Bl. bis 3 cm lg., weißlich, Mitte hellpurpurn
bis karmin. — Mexiko (San Luis Potosi; Pachuca).
Echinofossulocactus crispatus (DO.) Lawr. (3 b)
Erstbeschreibung unzulänglich. Nach Berger: K.
ähnlich dem von E. arrigens; Ar. 3—4 cm entfernt
auf einer Ri.; St. anfangs bunt; Mst. 1, stielrund,
steif, gerade, ca. 2 cm lg.; Rst. 7—8, der oberste
abgeflacht, ebenso lang; Bl. bis 3,5 cm lg. (nach
Br. & R.: purpurn). — Mexiko (Hidalgo).
Echinofossulocactus densispinus (Tieg.) Schmoll:
Name nur mit Abbildung publiziert; ähnlich E. boe-
dekerianus (Berg.) Croiz.
Echinofossulocactus dichroacanthus (Mart.) Br.& R.
(3b)
K. eiförmig, bis 15 cm h., 10 cm 0; Ri. 32, dünn,
scharf, wellig; Ar. nur wenige auf den Ri.; Rst. 4—6,
weiß, der mittlere der 3 oberen flach, mittlängs
gekielt, dolchförmig, 2 cm lg.; Mst. 0—1, fast
vierkantig, abwärts gebogen, kaum länger als der obere
St.; 3 Oberst, und der Mst. geringelt, anfangs
rubinrot, Spitze schwarzrot, die Rst. 7—8 mm lg.; Bl.
rosaviolett. — Mexiko (Hidalgo).
Echinofossulocactus erectocentrus Backbg. (3b)
K. breitrund, ca. bis 8 cm br., 5 cm h.; Ri. ca. 60
und mehr, dünn, stark wellig; Ar. über 2 cm
entfernt; Rst. glasig, 5—6 (—9), im unteren Halbkreis,
die meisten dünn, bis 1 cm lg.; 1 Oberst, stark zum
Scheitel hin aufgerichtet, Rand dünn, Mitte
verdickt, bräunlich-hornfarben, gestreift, abgeplattet,
etwas dunkelspitzig, bis über 5 cm lg.; Mst. 2,
stielrund, ca. 2 cm lg., nebeneinander, geringelt, Fuß
schwach verdickt; Bl. weniger als 2 cm lg., weißlich.
— Mexiko.
Echinofossulocactus gladiatus (Lk. & O.) Lawr. (3 b)
K. ovoid bis länglich, bis ca. 12 cm h., 10 cm 0, hell
bläulichgrün; Scheitel bestachelt; Ri. 14—22 (oder
mehr: bis 27?); 3 Oberst., mittlerer flachgedrückt,
bis 3 cm lg., die seitlichen runder und kürzer; 1 Mst.,
bis 4 cm lg., rechtwinklig abstehend, vielseitig bis
fast rund; St. alle rötlich hornfarben, dunkelspitzig;
untere Rst. 4—6, weiß, glasig, 8 mm lg. — Mexiko.
Beschreibung ungefähr nach Tiegel-Oehme;
Blütenfarbe teils als gelb, teils als rotviolett angegeben.
Unzulänglich geklärte Art.
v. carneus Schmoll ist nur mit Abb. publiziert;
danach kurze Angaben von mir in „Die Cacta-
ceaeu, S. 2779. E. carneus Whitm., nicht gültig
publiziert, ist wohl die gleiche Pflanze. »
Echinofossulocactus grandicornis (Lem.) Br.& R. (3 b)
K. einzeln, kugelig bis verlängert, bis ca. 10 cm h.,
bis 6 cm 0, bläulichgrün; Scheitel gelbfilzig, stach-
Echinofossulocactus 131
lig; Ri. bis 35, dünn, scharfkantig; meist 3 Oberst.,
einer davon als mittelster sehr steif, kraftig,
abgeflacht, geringelt und gekielt, bis über 5 cm lg., die
seitlichen stielrunden bis 3 cm lg.; Rst. mehrere,
die oberen, oft fehlenden, dünn, 4—5 mm lg., die
unteren mehr pfriemlichen 4 bis 1,2 cm lg.; St. alle
± gelblich; Bl. ca. 3 cm lg., weißlich (bis hell-
purpurn?). — Mexiko.
Echinofossulocactus guerraianu Backbg. (3 b)
K. einzeln, halbkugelig, bis 20 cm br., dunkelgrün;
Scheitel bestachelt; Ri. bis 35; Ar. bis 4 cm
entfernt; St. meist 8, gelblich, oben braun; Oberst. 3,
bis 1,8 cm lg., + abgeflacht; Rst.: 2 seitliche
rundliche bis 2,8 cm lg., 2 (—4) untere dünn, bis 1 cm
lg.; Mst. 1, pfriemlich-rund, bis 4 cm lg.; Bl. 3 cm 0,
violett mit weißem Rand. — Mexiko (Hidalgo).
Echinofossulocactus hastatus (Hopff.) Br. & R. (3b)
K. gedrückt-rund, bis 10 cm h., bis 12 cm 0,
hellgrün; Ri. bis35, etwas gekerbt; Rst.5—6, kurz, die
2 oberen stärker, mitunter unten noch 2—3 mehr,
sowie hinter den oberen 2 borstige; Oberst. 3 cm lg.,
abgeflacht; Mst. 1, 4 cm lg., vorgestreckt, rund;
Bl. weißlich, Mitte hell- bis dunkler purpur (kar-
min). — Mexiko (Hidalgo, Metztitlan).
Echinofossulocactus heteracanthus (Muehlpfrdt.)
Br. & R. (3 b)
K. kugelig bis verlängert, matt hellgrün, ca. 8 cm 0;
Ri. 30—40 oder mehr; Ar. 2 cm entfernt; Rst.
11—13, weiß, feinnadelig, bis 7 mm lg., unten
gelblich; Mst. (Hauptst.) 4, 1 als Oberst., abgeflacht,
dolchartig, gerade oder zurückgebogen, bis 1,5 cm
lg., 1,5 mm br.; St. alle + bräunlich bis heller
(anfangs auch rubinrot?), auch dunkel gespitzt; Bl.
grünlichgelb. — Mexiko (Coahuila, Durango).
Echinofossulocactus kellerianus Krainz (3 b)
K. flachrund, ca. 7 cm br., 4 cm h.; Scheitel
dichtwollig; Ri. ca. 60, ziemlich robust; Rst. 2—4, bis ca.
6 mm lg., hellbraun; Oberst. 1, 1 cm lg., ca. 1,6 mm
br., vorn schwarz, rückseits weißgrau; Mst. 0; Bl.
2,5 cm br.; Pet.: innere rein weiß, äußere mit
violettem Mittelstreifen. — Mexiko.
Echinofossulocactus lamellosus (Dietr.) Br. & R.
(3b)
K. kugelig bis gestreckt, blaugrün, bis ca. 10 cm h.,
8 cm 0; Ri. 30—35, unregelmäßig gewellt; Ar.
wenige, weiß; Rst. 4, weiß, die zwei oberen etwas
aufwärts weisend, zwei schräg abwärts, feiner als die
dünneren oberen und nur halb so lang wie diese;
Oberst. 1, bis 3 cm lg., abgeflacht, einwärts gebogen,
längsgerillt und quergeringelt, braunspitzig; Mst. 1,
fast dreischneidig, bis 4 cm lg., hell und dunkel
gespitzt; Bl. bis 4 cm lg., fleischrot, innen karmin. —
Mexiko (Hidalgo).
Echinofossulocactus lancifer (Dietr. non Reichb.)
Br. & R. (3 b)
E. nach Erstabbildung breitrundlich; St. 8, weiß
oder mit brauner Spitze, einige breit und flach; Bl.
rosa, ziemlich groß; Pet. linear-oblong, weit
spreizend. — Mexiko.
Beschreibung nach Britton und Rose; nach der
Abbildung Pfeiffers 3 abgeflachte Oberst., ein
herabgebogener mittlerer, flach oder rund (nicht
erkennbar). Von manchen Autoren mit E. obvallatus
oder E. hastatus identifiziert. Unsicherer Artname
mit unzulänglicher Beschreibung.
Echinofossulocactus lexarzai (H. Bravo) Croiz. (3b)
K. breitrund, bis 10 cm h., bis 12 cm 0, ganz von
St. bedeckt; Ri. 40—50, etwas wellig, dünn; Rst.
meist 8 (—10), verflochten, 8—13 mm lg.,
nadeldünn, weiß; Oberst. 3, der mittlere bis 6,5 cm lg.,
breit und abgeflacht, quergeringelt, weißlich, oben
über den Scheitel geneigt, zwei, obere seitliche
weißlich mit dunklerer Spitze, bis 2 cm lg.; Mst. 1,
abgeflacht, kürzer und schmäler als der mittlere
Oberst.; Bl. 3 cm lg., blaßhellrosa mit rötlichem oder
violettem Mittelstreifen. — Mexiko (Hidalgo, Real
del Monte).
Echinofossulocactus lloydii Br. & R. (3 b)
K. + kugelig, bis ca. 12 cm h. und br., von St.
überragt; Ri. sehr zahlreich, dünn, wellig; Ar. anfangs
bräunlich; Rst. nadelig, 10—15, weiß, 2—8 mm lg.
(nicht 2,8 mm, wie in Cactaceae, S. 2771),
spreizend; Oberst. (Hauptst.) 3, hellbraun, stark
verlängert, einwärts gebogen und zusammengeneigt,
der mittelste sehr dünn, 4—8 cm lg., geringelt, die
zwei seitlichen ähnlich, nicht so papierartig dünn;
Bl. klein, fast weiß. — Mexiko (Zacatecas).
Echinofossulocactus multicostatus (Hildm.) Br. & R.
(3b)
K. gedrückt-rund bis kugelig, frischgrün, bis 10 cm
0; Ri. äußerst dünn, bis über 100, mit wenigen Ar.;
Rst. meist 4, stielrund, glasig hell; Oberst. 3, kantig,
weiß, aufsteigend, wenig breit, oft hornförmig
gekrümmt, gelblich bis bräunlich, ziemlich dünn,
annähernd gleich lang, bis 3 cm lg.; Bl. 2,5 cm lg.,
weiß mit purpurvioletter Mitte. — Mexiko
(Coahuila, Saltillo; Durango, Cerro del Risco).
Echinofossulocactus obvallatus (DC.) Lawr. (3b)
K. kugelig bis gestreckt; Ri. ca. 25, dünn und wellig;
St. ca. 7—8, die größeren anfangs rot, dann oben
und unten braun; Rst. ca. 4, weiß, kaum 8 mm lg.,
pfriemlich; Oberst. 3, abgeflacht, der mittelste
breiter, ca. 2,5 cm lg.; Mst. 1, rundlich, vorgestreckt,
über 2,5 cm lg., undeutlich geringelt; Bl. bis ca.
2,4 cm lg., purpurrot; Pet. weiß gerandet. —
Mexiko (Hidalgo).
Die Beschreibung gibt wieder, was heute unter dem
Namen verstanden wird. Originalabbildung wenig
aufschlußreich.
132 Echinofossulocactus
Echinofossulocactus ochoterenaus Tieg. (3 a)
K. kugelig, bläulich-grün, bis ca. 7 cm h., 10 cm 0;
Bi. ca. 30, dünn und wellig; Ar. anfangs mit
gelblichem Filz; Rst. nadelig dünn, spreizend, 12 mm lg.,
glasig weiß; Mst. 4, abgeflacht, der oberste 2 mm br.,
bis 6 cm lg., der unterste meist etwas länger aber
mitunter schmäler, die seitlichen kürzer und
schwächer, hinter dem obersten oft noch ein kleiner
Beistachel, alle anfangs goldgelb, geringelt, später
strohgelb; Bl. weißlich, länger, außen mit dunkler
Mittellinie. — Mexiko (Guanajuato; Querétaro).
(Abb. 93.)
In diesen Formenkreis gehören die nachstehenden,
nicht vollgültig publizierten Namen für ähnlich
bestachelte Pflanzen mit — wenigstens z. T. —
purpurrötlichen und, zumindest bei einigen, noch etwas
längeren Blüten: E. densispinus (Tieg.) Schmoll,
feinstachlig, dicht versponnen, lange, abstehende
Mst., alle St. hell; E. parksianus Schmoll, mit
hellwolligem Scheitel und dunklen, längeren,
abstehenden Mst.; E.rosasianus Whitm., mit ziemlich großen,
hellfilzigen Ar. und hellen, längeren Mst.; E. spha-
celatus Whitm., mit feineren, nur mittellangen Mst.;
abstehend, anfangs dunkler.
Echinofossulocactus parksianus Schmoll: s. unter
voriger Art.
Echinofossulocactus pentacanthus (Lem.) Br. & R.
(3 b)
K. gedrückt-kugelig bis gestreckt, bläulichgrün; BL
ca. 25 oder mehr (bis 50?); Ar. wenige auf der RL;
Oberst. 3, der mittelste blattartig, die anderen +
abgeflacht, dünner und kürzer als der mittellange
zwischen ihnen, der meist aufwärts zum Körper
gebogen ist; Bst. 2, abwärts weisend, dünn und am
kürzesten; BL tief violett, nicht lang, aber ziemlich
groß; Pet. mit weißem Rand. — Mittelmexiko.
Echinolossulocactus phyllacanthus (Mart.) Lawr.
(3b)
K. gedrückt-kugelig bis gestreckt, bis 15 cm h., bis
10 cm 0, dunkelgrün; BL 30—35, dünn; Scheitel
von St. überdeckt; Oberst. 3, 4—8 cm lg., der
mittelste stärker verlängert, alle flach, gekielt und
geringelt (wohl nur der mittlere), zuerst rosen- bis
rubinrot, dann bräunlich; Bst. meist ca. 5,
spreizend, dünner und schwächer; BL bis 2 cm lg.,
gelblich-weißlich, rötliche Mitte. — Mittelmexiko.
Echinofossulocactus rectospinus Schmoll, ein nicht
vollgültig veröffentlichter Name, gehört vielleicht
zur Formengruppe des E. ochoterenaus Tieg.
Echinofossulocactus rosasianus Whitm.: s. unter
E. ochoterenaus Tieg.
Echinofossulocactus sphacelatus Whitm.: s. unter
E. ochoterenaus Tieg.
Echinofossulocactus tetraxiphus (Otto) Oehme (3b)
K. später gestreckt, hellgrün, bis 15 cm h., bis
10 cm 0, dicht bestachelt; Scheitel weiß wollig,
stachlig; BL 30 und mehr, dünn; Bst. 16—18, hell
oder weiß, nadlig, die unteren bis 15 mm lg.; Mst. 4,
abgeflacht, der oberste bis 4 cm lg., etwas gekrümmt
dunkelgelb bis braun, geringelt; BL 3,5 cm groß,
weiß, mit rotem Mittelstreifen und Schlund. —
Mexiko (Hidalgo). (Beschreibung nach Berger.)
Echinofossulocactus tricuspidatus (Scheidw.) Br. &
R. (3 b)
K. kugelig bis gestreckt, 5—8 cm br., hellgrün; Bi.
30—55, dünn, wellig; Bst. 5 oder mehr, strahlend,
glasigweiß, rund, ca. 5—7 mm lg., seitlich und
abwärts gerichtet, sowie 2 oberstachelartige, mitunter
fehlende, aufgebogene, etwas kräftigere; Oberst. 1,
blattartig, dünn, + gebogen oder fast gerade, 0,8—
3,3 cm fg., mitunter geschlitzt an der Spitze oder
gezahnt, zuerst rötlich, mit schwarzer Spitze; BL
1,5 cm lg., grünlichgelb. — Mexiko (San Luis
Potosi).
Echinofossulocactus vaupelianus (Werd.) Tieg. &
Oehme (3a)
K. halbkugelig, mattgrün; Bi. 30—40; Bst. allseitig
strahlend, glasig weiß, bisweilen dunkler gespitzt,
dünnadelig, meist gerade, seitlich verflochten, 1 bis
1,5 cm lg.; Mst. 1—2, übereinander, bis ca. 7 cm lg.,
pfriemlich, stechend, oft etwas flach, vorgestreckt,
zuweilen einer aufwärts gebogen, erst braunschwarz,
dann rotbraun, bereift; Bl. krem, mit dunklem
Rückenstreifen. — Mexiko.
Echinofossulocactus violaciflorus (Quehl) Br. & R.
(3 b)
K. kugelig bis gestreckt, bis 10 cm 0, bläulichgrün;
Scheitel stachlig; Bi. ca. 35, dünn, tief gekerbt; Ar.
anfangs graufilzig; Bst. 4, glasig weiß, stielrund,
oberes Paar 7—9 mm lg., unteres ca. 12 mm lg.;
Oberst. 3, ein mittlerer bis 3 (—6?) cm lg., span-
förmig, gekielt und geringelt, ziemlich anliegend,
zuerst honiggelb, braunspitzig, die 2 seitlichen
weniger breit, etwas dicker, hinter dem mittleren
mitunter noch ein glasig dünner Beist.; Bl. 2,5 cm lg.,
weiß, mit purpurvioletter Mitte. — Mexiko (Zaca-
tecas; Aguascalientes).
Echinofossulocactus wippermannii (Muehlpfrdt.)
Br. & R. (3a)
K. kugelig bis gestreckt, bis 15 cm h., dunkelgrün;
Bi. (25—) 35 (—40), schwach wellig; Bst. 18—22,
borstig, weiß, bis (die untersten) 1,5 cm lg.; Mst.
aufgerichtet, pfriemlich, 2—6 cm lg., die drei
obersten etwas flachgedrückt, schwach geringelt, der
untere, gerade vorgestreckte fast rund, Fuß
verdickt, alle fast schwärzlich-braun; Bl. 1,5 cm lg.,
gelb mit bräunlichem Mittelstreifen. — Mexiko
(Hidalgo).
Echinofossulocactus — Echinomastus 133
Eehinofossulocactus zacatecasensis Br. & R. (3 b)
K. einzeln, kugelig, bis 10 cm 0, blaßgrün; Ri. ca.
55, sehr dünn; Rst. 10—12, dünnadelig, 8—10 mm
lg. strahlend; Mst.: 1 als Oberst, aufwärts zum
Körper gerichtet, abgeflacht, bis 4 cm lg., nie
geringelt, sowie zwei zurückgebogene seitliche längere,
aber kürzer als der Oberst., alle drei bräunlich; Bl.
3—4 cm br., weiß, + blaß violettrosa getönt. —
Mexiko (Nord-Zacatecas).
Echinomastus Br. & R. (200)
Die Kennzeichen der Gattung sind: Rippen stärker
in + warzige Höcker geteilt, aber noch +
erkennbar; hinter dem Stachelbündel furchenartige Lang-
areolen, anfangs auch fehlend, bei blühfähigen mit
Filz; Blüten ± glockig, teils verhältnismäßig klein,
teils mittelgroß; der Fruchtknoten und die trockene,
verschieden öffnende Frucht beschuppt.
Einige Autoren haben die Arten zu Thelocactus
gestellt, wie schon Schumann in das gleichnamige Sub-
genus. Bei näherer Betrachtung aller Arten lassen
sie jedoch eine gut geschlossene Gruppe erkennen,
mit auffällig schönem Stachelkleid und meist
glockigen, kleineren Blüten als bei Thelocactus; die Be-
stachlung ist auch durchweg ± verflochten.
Bemerkenswert ist ferner, daß die Arten, im Gegensatz
zu den meist gutwüchsigen Thelocactus-Spezies, in
der Kultur auf eigenen Wurzeln nicht alle willig
wachsen, mit Ausnahme etwa des E. macdowellii.
Eine gewisse Habitusähnlichkeit ist nicht zu
verkennen, so daß diese schönen Pflanzen am besten ihren
eigenen Gattungsrang behalten. Die Samen sind,
soweit bekannt, matt- oder glänzend-schwarz, fein
genetzt oder gehöckert. Insgesamt sind 10 (—11)
Arten gefunden worden. — Verbreitung: USA
(Südstaaten einschließlich West-Utah), Mexiko (im
Norden und bis Zacatecas). [P., *.]
Echinomastus acunensis Marsh.
K. flachrund, bis 17,5 cm h., bis 10 cm 0; Wz.
spindelförmig; Ri. ca. 18, seitlich
zusammengedrückt, mit zusammenfließenden Hck.; Ar. anfangs
weißwollig, Blütenfurche bis zur Einsenkung des
Hck.; Rst. 12, spreizend, nadelig, unten weiß, oben
rötlich; Mst. 3—4, erst später erscheinend, obere
zusammengeneigt, bis ca. 2,5 cm lg., nadelig, rötlich,
Spitze braun, das untere Drittel weiß; Bl. ca. 2,5 cm
lg. und br., hochrot; Fr. 1,5 cm lg., blaßgrün, mit
dünnen Seh.; S* schwarz, runzlig. — USA
(Arizona, Acuna Valley).
Echinomastus carrizalensis Kuenzl. ist ein
unbeschriebener Name. (Abb. 95?)
Echinomastus dasyacanthus (Eng.) Br. & R.:
E. intertextus v. dasyacanthus (Eng.) Backbg.
Echinomastus durangensis (Rge.) Br. & R.
K. halbrund, auch eiförmig, bis 8 cm h., bis ca.
7 cm 0 beschrieben, aber bis 25 cm lg. und 10 cm
0; Scheitel bestachelt; Ri. 18, tiefer quergebuchtet;
Hck. 8 mm h.; Ar. weiß; Rst. über 30, die unteren
bis 1,5 cm, die oberen bis 3 cm lg., steif, weiß, wenig
gebogen; Mst. (3—) 4, ± aufgebogen, schwärzlich;
Bl. glockig-trichterig, ziemlich klein
(bräunlich-rötlich?). — Mexiko (Durango, Rio Nazas).
Echinomastus erectocentrus (Coult.) Br. & R. (T.)
K. eiförmig bis kurz-zylindrisch, bis 20 cm lg., bis
10 cm 0, blaß bläulichgrün; Ri. 15—20 (—21),
gehöckert, Hck. nahestehend; Rst. ca. 14, gerade,
blaß, ca. 1,25 cm lg.; Mst. rötlich oder purpurn, ±
abstehend-aufrecht, bis 2,5 cm lg., unten schwach
verdickt (mitunter noch 1 sehr kurzer Mst.); Bl.
ca. 2 cm 0, ca. 3 (—5?, Br. & R.) cm lg., krapprosa,
Mitte dunkler, oben braunrosa; Fr. blaßgrün,
zylindrisch, ca. 1,5 cm lg., seitlich aufreißend; S.
mattschwarz, feinwarzig. — USA (Südost-Arizona).
Nach L. Benson öffnet die Bl. auch bis 3—4 cm 0.
Echinomastus intertextus (Eng.) Br. & R.
E. eiförmig-kugelig bis zylindrisch, bis 12,5 cm h.,
5—7 cm 0; Ri. 13; Rst. 16—25, anliegend,
verflochten, die oberen 6—9 auch z. T. borstig
(Kulturpflanzen haben + gleichartige Rst.); Mst. (3—) 4,
ein kurzer, zentraler abstehend, die anderen stark
aufgerichtet; St. alle hell bis rötlich; Bl. 2,5 cm lg.,
hellpurpurn, weißrandig; Fr. kugelig, trocken, unten
umschnitten öffnend; S. glänzend. — USA
(Westtexas), Mexiko (Chihuahua).
v. dasyacanthus (Eng.) Backbg.: Mst. ähnlich
den Rst., bläulich-purpurn (die borstigen oberen
St. weiß), nadeldünn, anfangs auch fehlend, einer
etwas aufgebogen; Bl. weiß bis purpurn. — USA
(Texas, bei El Paso).
Echinomastus johnsonii (Parry) Baxt.
E. später zylindrisch, bis ca. 25 cm h., bis ca. 12 cm
0, einzeln; Ri. meist 18—20, in niedrige Hck.
geteilt; Rst. 8—15 (Hester), bis 2 cm lg.; Mst. 6—13,
bis 4 cm lg.; alle St. rot bis rötlichgrau; Bl.
fleischfarben, purpurrosa bis weiß, bis 6,5 cm lg. und 0;
Fr. oblong, bis 1,5 cm lg., fast nackt, seitlich
aufreißend. — USA (Südstaaten, von Utah und
Nevada ab südwärts),
v. lutescens (Parrish) Marsh.: Bis 40 cm lg., bis
15 cm 0; Rst. 10—14; Mst. 4 (—7); Bl. ca. 6 cm
lg., 5 cm 0, blaß- bis kräftiggelb, Mitte braunrot,
bis 7 Tage offen. Die St. variieren von blaßgelb
bis rosa oder braunrot (Arizona).
Echinomastus kakui Backbg. — Descr. Cact. Nov.
III: 6.1963.
K. rundlich bis gestreckt, ca. 8 cm h. und 6,5 cm br.
gesehen, blaß graugrün; Ri. 13, in warzige Hck.
geteilt, aber zusammenhängend, Hck. bis 1 cm lg.;
Ar. länglich-rund, schmutzig graubraun-filzig, bis
134 Echinomastus — Echinopsis
2 mm lg., später kahl; Rst. 10—14, 1—2,5 cm lg.,
kräftig-nadelig, hornfarben, oben violettgrau, im
oberen Ar.-Rand mitunter noch ein Beistachel; Mst.
1, stark aufgerichtet, ca. 1,5 cm lg., tiefer hinab
violettgrau; alle St. über dem Scheitel verflochten;
Bl.? — USA (Arizona?). (Abb. 94.)
Ein nom. prop. war Echinomastus pallidus.
Echinomastus krausei (Hildm.) Borg
K. zylindrisch-ellipsoidisch, bis 15 cm lg., 12 cm 0,
+ bläulich-grün; Scheitel wollig; Ri. 21—23,
gekerbt, 1cm h., stumpf; Ar. anfangs weiß; Rst.
14—20, weiß mit dunklen Spitzen und Fuß; Mst.
2—4, bis 4 cm lg., braun, unten heller; Bl. bis 4 cm
lg., weiß, oben und außen rosenrot, bis 2,5 cm 0;
N. purpurn; Fr. ? — USA (Arizona, Dragoon Summit).
Nach Schumann ist die Bl. mit spärlichem Filz und
einigen weißen oder roten St. versehen; letzteres
ist ganz ungewöhnlich in der Nordgruppe. Vielleicht
anomal? Leider wurde die Art an ihrem Standort
nicht wiedergesammelt, für die Kakteenbotaniker
Arizonas eine dankenswerte Aufgabe, um die
interessante Art zu klären. Borgs Einbeziehung zu
Echinomastus ist angesichts der vorerwähnten
ungewöhnlichen Merkmale nur berechtigt, wenn es sich
dabei um atavistische Bildungen handelte.
Echinomastus macdowellii (Reb.) Br. & R.
K. breitkugelig, bis über 10 cm 0; Scheitel
gelblichfilzig; Ri. bis 30 oder mehr, in W. aufgelöst; Rst.
20—27, dünn, bis 3 cm lg., weiß, den Körper fast
verhüllend; Mst. 3—4, stärker, am Fuß verdickt,
2,5—4,5 cm lg., unten dunkel, nach oben
durchscheinend strohgelb; Bl. trichterig, rot, 4 cm lg. —
Mexiko (Nuevo Leon, Coahuila).
Echinomastus mapimiensis Backbg.
K. bis 10 cm h., bis 8 cm 0; Ri; ca. 13, graugrün,
höckrig; Rst. ca. 22, weiß, bis 2 cm lg., anliegend,
verflochten; Mst. meist 4, nur mäßig kräftig,
abstehend oder + herabgebogen, weißlich, mit
bräunlicher Spitze, der abstehende oben ± gekrümmt,
kürzer als die bis 3 cm lg. übrigen, stark scheitel-
wärts gerichteten; Bl. ca. 3 cm lg., 2 cm 0, schmutzig
weiß, mit fahl rötlicher Mitte. — Mexiko (Sierra
Mapimi).
Bestachlung nicht so derb wie bei E. unguispinus,
die Bl. größer und etwas anders gefärbt.
Echinomastus mariposensis J. P. Hest.
K. einzeln, kugelig bis verlängert, bis 9 cm h., 6 cm
0; Wz. stielig, daraus Faser-Wz.; Ri. 21, undeutlich
höckrig; Rst. 25—35, nadelig, die kürzesten 4 mm
lg.; Mst. 4 (—6), 0,5—1,5 cm lg., die oberen scheitel-
wärts gerichtet, der unterste vorgestreckt bis etwas
abwärts geneigt, steifer als die Rst.; St. alle weiß,
mit nur kleiner brauner Spitze; Bl. 2,5 cm lg., 2 cm
0, rosa; Fr. + kugelig, an einer Seite horizontal
lösend; S. schwarz, feinhöckrig. — USA (Texas,
unweit der Mine Mariposa).
Echinomastus unguispinus (Eng.) Br. & R.
K. einzeln, kugelig bis oben etwas verjüngt, bis
10 cm h., 7 cm 0; Scheitel wollig, bestachelt; Ri.
ca. 21, ganz in Hck. zerteilt; Ar. rund, bis 5 mm 0;
Rst. ca. 21, dünnpfriemlich, stechend, 1,2—2 cm lg.,
die obersten bis 3 cm lg., weiß, verflochten; Mst.
4—8, viel stärker, einer sehr kräftig, abwärts
gekrümmt, krallig, bis 4 cm lg., braun bis schwärzlich,
die übrigen stark aufgerichtet, bläulich, ins Horn-
farbige, 2,4—3,5 cm lg.; Bl. 2 (—2,5) cm lg., 2 cm 0,
grünlich, mit grünlich- bis rötlichbrauner Mitte. —
Mexiko (Chihuahua, Zacatecas).
Echinopsis Zucc. (93)
Die Gattung wurde schon 1837 aufgestellt und ist
in ihrer Ab- und Umgrenzung lange umstritten
gewesen; Hooker sah z. B. darin eine zu Cereus
gehörende Formengruppe. Folgt man diesem
Gedanken, so wäre Trichocereus Br. & R. nicht von
Echinopsis zu trennen, denn es gibt unter ersterem
auch niedrige sowie cereoide Echinopsis-Arten,
neben den cactoiden. Die relativ geringfügigen
Unterschiede der Blütenform reichten — bei einer
Auffassung wie der Hookers — ebensowenig zu einer
Trennung aus. Andere Autoren (z. B. Castellanos)
haben mit Echinopsis auch Lobivia Br. & R.
vereinigt; da es bei letzterem Genus Arten gibt, deren
Blüten abends öffnen und die erste Nacht über offen
sind, allerdings auch tags darauf (was aber bei
Echinopsis ebenfalls so sein kann), ist, genau
genommen, keine Abgrenzung zwischen letzteren
beiden Gattungen nach Tag- oder Nachtblütigkeit oder
(bei Lobivia) wegen der bunten Blütenfarbtöne
möglich. Ich habe daher noch die Gattung Pseudolobivia
aufgestellt, breitrunde Pflanzen mit ± beilförmig
gehöckerten Rippen, die Blüten kurz (wie bei
Lobivia) bis länger, z. T. lang und schlank (aber dann
weniger kräftig als bei Echinopsis), in gelben, roten
und weißen Farben. Die Aufstellung von
Pseudolobivia erwies sich als notwendig, weil dieses Genus
gleichsam zwischen Echinopsis und Lobivia steht
und sonst das letztere auch nicht berechtigt wäre,
das heißt: erkennt man Pseudolobivia nicht an,
müßte Lobivia als eigenes Genus gleichfalls
verschwinden, ebenso Trichocereus. Alle Arten dieser
Gattungen wären dann zu dem ältesten Namen
Echinopsis zu stellen. Damit aber würde —
angesichts der großen heute bekannten Artenzahl — ein
Riesengenus entstehen, das kaum noch übersichtlich
oder aufschlüsselbar wäre. Die kleineren Genera
stellen aber auch weitgehend einheitliche Artengruppen
dar. Diese — wenn auch nur bis zu einem gewissen
Grade — konventionellen Gattungen geben also
nicht nur ein klareres Spiegelbild des von der Natur
Geschaffenen wieder, sondern sie sind auch weit
übersichtlicher als unförmige Sammelgattúngen.
Trichocereus und Lobivia wurden inzwischen
allgemein anerkannt; das muß somit logischerweise
Echinopsis 135
auch für Pseudolobivia gelten, deren Artformen von
nahe Echinopsis zu nahe Lobivia reichen. Die
Kleingattungen verlangen im übrigen eine genauere
Ermittlung und Fixierung der unterscheidenden
Merkmale und sind daher für ein phytographisches Werk
— wie auch für die Praxis — wichtiger als
theoretische Vereinigungen. Der Phylogenetiker mag in
allen einen stärker zusammenhängenden
Entwicklungsast sehen; für den Phytographen sind jedoch
andere Gesichtspunkte maßgebend.
Die Merkmale von Echinopsis sind: kugelige bis
stärker verlängerte bis im Alter z. T. cereoide
Pflanzen mit kräftigeren und längeren Trichterblüten in
den Farben weiß bis + purpurrosa, behaart; die
Pflanzen sind aber im allgemeinen stärkere
Reduktionsstufen des Körpers als die Trichocereus-Arten;
gegenüber deren Früchten sind die von Echinopsis
auch kleiner, rundlich bis länglich und + stark
behaart, ohne Borsten oder borstenartig bzw.
stachelähnlich ausgezogene Schuppenspitzen, grün oder +
rötlich bis schmutzig purpurn oder ziegelrot, die
Samen ziemlich klein und schwarz, von den meisten
Arten nicht beschrieben. Bekannt sind rund 46
Arten. — Verbreitung: Von Nordbolivien bis
Südargentinien, Paraguay, Uruguay und Südbrasilien.
[®0
Echinopsis albispinosa K. Sch.
K. kugelig, später gestreckt, etwas sprossend; Ri.
10—11; St. 11—14, dünn, bis ca. 10, die obersten
Paare die längsten, seitwärts
durcheinandergreifend; Mst. 2 unterscheidbar; St. stärker spreizend,
der oder die Mst. zuerst dunkel rotbraun, später alle
weiß; Bl. bis 19,5 cm lg., weiß. — Heimat?
v. fuauxiana Bagkbg.: Ri. ca. 12; St. gleich an
Zahl wie beim Typus der Art, aber kräftiger., die
oberen 1—3 manchmal dunkler, der untere
mittlere bis 2,5 cm oder etwas mehr lg.; Pet. ca. 2 cm
br., etwas gefranst, mit dünner Spitze.
Echinopsis ancistrophora Speg.: Pseudolobivia anci-
strophora (Speg.) Backbg.
Echinopsis arebaloi Card.
K. kugelig, reicher sprossend, bis 10 cm h. und 0,
dunkelgrün; Ri. ca. 11, gerundet, 1 cm h.; Rst. und
Mst. kaum unterscheidbar, 12—15, 5—20 mm lg.,
grau, Spitze bräunlich; Bl. 16 cm lg.; R. 10 cm lg.,
also kaum länger als der Bl.-Ø; Pet. weiß. —
Bolivien (Comarapa).
Echinopsis baldiana Speg.
K. einzeln, elliptisch-zylindrisch, bis 30 cm h.,
15 cm 0, selten sprossend; Ri. 13—14, nicht
gekerbt; Ar. 8 mm 0, grau; Rst. 9—11, bis 15 mm
lg.; Mst. 3—4, bis 5 cm lg.; alle St. anfangs dunkel
kastanienbraun, Basis fuchsrot, später rosagrau,
zuletzt grau mit dunkler Spitze; Bl. sehr groß,
duftend. — Argentinien (Catamarca).
Echinopsis boyuibensis Ritt.: Pseudolobivia boyui-
bensis (Ritt.) Backbg.
Echinopsis brasiliensis Fric ex Pa¾out — Friftana
ftada 1: 7, 3. 1962.
K. ziemlich klein, glänzend graugrün; Ri. 9,
scharfkantig; Ar. klein, 1 cm entfernt, etwas
grauweißfilzig; St. 7—9, pfriemlich, gelbweiß, 1 cm lg.,
strahlend, dunkelspitzig; Bl. bis 10 cm br.,
angenehm duftend; R. 12 cm lg., behaart; Pet. breit,
hellrot; Stbl. und N. gelb weiß. — Brasilien (im
Süden).
Echinopsis bridgesii SD.
K. später länglich, sprossend; Tr. bis 10 cm 0; Ri.
bis 10—12, hoch; Ar. groß, braunfilzig; St. (Rst.)
8—10, anfangs braun, sehr ungleich, mitunter auch
einige mehr, z. T. so lang wie der längste Mst.;
Mst. (0—) mehrere, oft einzeln, Fuß verdickt, später
hellgrau mit dunklen Spitzen; Bl. 15—18 cm lg.,
weiß; R. mit grauen und schwarzen H. —
Bolivien (Hochland um La Paz).
Echinopsis calochlora K. Sch.
K. ziemlich klein, kugelig, hellgrün, 6—9 cm 0; Ri.
13, breit, gekerbt; Ar. 15 mm entfernt; Rst.
aufsteigend, 14—20, 0,5—1 cm lg.; Mst. 3—4, etwas
länger als die Rst.; St. alle gelb, mittlere etwas
dunkler bzw. oben; Bl. 16 cm lg. — Brasilien
(Corumba).
v. albispina Backbg.: Bläulichgrün, etwas
glänzend; St. bis ca. 22, einige mittlere unterscheidbar,
alle anfangs blaß bräunlich, später nur der Fuß,
sonst (vor allem an Sprossen früh) weiß; Bl.
rosenrot. — Südbrasilien.
Echinopsis calorubra Card.: zu Pseudolobivia
umgestellt, wegen gedrückt-rundem K., Beilrippen und
orangeroter bis (innen) bläulich-rosa Bl. Siehe
Pseudolobivia calorubra (Card.) Backbg.
Echinopsis campylacantha Pfeiff. non R. Mey.:
Echinopsis leucantha (Gill.) Walp.
Echinopsis cerdana Card.
K. graugrün, 8—10 cm h., 10—20 cm 0; Ri. 11—16,
scharfkantig, gekerbt; Rst. 8—12, 1—3 cm lg.;
Mst. 1, 3—6cm lg.; St. alle sehr stark, grau mit
bräunlicher Spitze, pfriemlich, gedrückt-rund, Fuß
verdickt; Bl. 14 cm lg.; Sep. hell lilapurpurn; Pet.
4 cm lg., weiß. — Bolivien (bei Cerda).
Vielleicht auch eine Pseudolobivia, ähnlich der Ps.
wilkeae?
Echinopsis chacoana Schütz
K. kugelig, später kurzsäulig, hellgrün; Ri. 12—18,
gerade, höckerlos; Ar. grau, 2 cm entfernt; St.
ziemlich robust-pfriemlich, 1 Mst. starrend
abstehend, bis über 7 cm lg., Rst. 7—8, bis 2 cm lg., alle
anfangs + braun, dann grau; Bl. weiß; R. mit
136 Echinopsis
weißen und braunen H.; Fr. braun. — Paraguay
(Chaco Boreal).
Ritter unterscheidet eine v. spinosior Ritt. (Suc-
culenta, 44: 2, 26. 1965): Ri. 10—15; Rst. 8—9,
2—4 cm lg.; Mst. 3—4, 3—8 cm lg. — Bolivien
(Prov. Gran Chaco, Taringuiti; FR 783a).
Allem Anschein nach — da die Angaben nicht
wesentlich abweichen — muß die nur nach einem
Stück beschriebene Art als etwas variabler
angesehen werden, bzw. ergänzen Ritters Angaben die
der Orig.-Bschrbg. und handelt es sich nicht um
eine gute var.
Die Art ist möglicherweise mit E. meyeri identisch.
Echinopsis cochabambensis Bagkbg.
K. bald länglich, reich sprossend, glänzend öl-
grün; Ri. ca. 10, gerundet und höckrig gekerbt; Ar.
eingesenkt, 1 cm entfernt, anfangs kräftiger-filzig;
Rst. 5—9, etwas abstehend; Mst. meist 1; St. alle
zuerst tiefbraun, ca. 1 cm oder etwas mehr lang,
stark stechend; Bl. weiß. — Bolivien (Cochabamba).
Echinopsis comarapana Card.
K. kurzzylindrisch, sprossend, Gruppen bis 40 cm
br., Einzelkörper bis 15 cm h., 8 cm 0; Ri. 10—12,
lern h.; Rst. 9—11, 5—11mm lg., grau; Mst. 1,
abwärts gerichtet, 1,5—2 cm lg.; St. alle dünnadelig,
Fuß verdickt, grau; Bl. 15 cm lg., 6 cm 0, weiß, mit
rosa Anflug an den Spitzen; Fr. 3 cm 0,
dunkelgrün. — Bolivien (Comarapa, S. Isidro).
Echinopsis cordobensis Sfeg.
E. einzeln, später dickzylindrisch, bis 50 cm h.,
35 cm 0, stumpf grün, etwas reifig; Ri. 13, scharf;
Rst. 8—10, 1—2 cm lg.; Mst. 1—3, der längste
3—6 cm lg., alle am Fuß verdickt; St. alle gerade,
zuerst dunkel, dann grau; Bl. aufrecht, 20—22 cm
lg., weiß; Fr. kugelig, 2,5 cm 0, gelbrot. —
Argentinien (Cordoba, Villa Mercedes).
Echinopsis coronata Card.
K. einzeln, kugelig, bis 15 cm h., bis 17 cm 0,
graugrün; Ri. 13, scharfkantig, gekerbt; Rst. 8—10,
1—2 cm lg.; Mst. 1, 1,2—3 cm lg.; alle St.
pfriemlich, grau; Bl. bis ca. 18 cm lg.; Pet. rein weiß; Sep.
in der Mitte grünlich; Fr. 3 cm lg., längs aufreißend.
— Bolivien (bei Valle Abajo, Dept. Santa Cruz).
Echinopsis dehrenbergii Fric
E. kugelig; Ri. scharfkantig; Ar. rund, ca. 1,5 cm
entfernt; St. später an Zahl zunehmend 5—20, zum
Scheitel hin manchmal nur 3—4 oder etwas mehr;
Mst. 1, bis 1,5 cm lg.; Bl. ? — Paraguay.
Aus dem Formenkreis der unbeschriebenen E. pa-
raguayensis.
v. blossfeldii Backbg.: E. breitrundlich; Ri. bis
16, niedriger als beim Typus der Art und unten
mehr verflachend; St. an Zahl sehr verschieden,
im älteren Teil oft bis 30, pfriemlich, oben
weniger; Mst. 1, gerade oder etwas gebogen,
dunkelbraun. — Paraguay.
Echinopsis eyriesii (Turp.) Zucc. (T.)
E. zuerst einzeln, später reichlicher sprossend,
kugelig bis kurzsäulig; Ri. 11—18, nicht gehöckert;
Ar. rund, weiß oder blaßbräunlich; St. sehr kurz,
oft kaum aus der Wolle sichtbar, dunkelbraun;
Rst. bis 10, ± 5 mm lg.; Mst. 4—8, bis 5 mm lg.;
Bl. 17—25 cm lg., weiß. — Südbrasilien bis
Argentinien (Entre Rios).
v. grandillora R. Mey. non Lke.: Mit
borstenartigen Rst., bis 6, kaum sichtbar; Mst. 5, 3 auf-,
2 abwärts, bis 3 mm lg., bräunlich; Bl. groß, rosa;
Sep. stark abwärts gebogen. — Brasilien (Rio
Grande do Sul). Die Artzugehörigkeit ist zweifelhaft.
Echinopsis fiebrigii Gurke: Pseudolobivia obrepanda
v. fiebrigii (Gurke) Backbg.
Echinopsis forbesii (Lehm.) Dietr. war vielleicht
der erste Name für E. rhodotricha K. Sch.
Echinopsis formosa Jac: Soehrensia formosa
(Pfeifp.) Backbg.
Echinopsis gemmata K. Sch.: b. unter Echinopsis
turbinata (Pfeiff.) Zucc.
Echinopsis hamatacantha Backbg.: Pseudolobivia
hamatacantha (Backbg.) Backbg.
Echinopsis hamatispina Werd.: Pseudolobivia kra-
toehviliana (Backbg.) Backbg.
Echinopsis hammerschmidii Card.
K. kurz-zylindrisch, einzeln oder sprossend, bis
10 cm h., bis 9 cm 0; Ri.15, scharf, gekerbt,
dunkelgrün, manchmal oben etwas rötlich, ca. 1,5 cm h.;
Ar. grau; Rst. 8—9,6—8 mm lg.; Mst. 1,15—18 mm
lg.; St. alle grau, unten geschwollen; Bl. weiß; Fr.
kugelig oder elliptisch, 2,5 cm lg., dunkelgrün; S.
rund, schwarz. — Bolivien (Las Lajas, Dept.
Santa Cruz).
Echinopsis herbasii Card.
K. sprossend, bis 6 cm h., bis 10 cm 0, verwaschen
grün; Ri. 20—23, gekerbt, scharfkantig; Rst. und
Mst. nicht unterschieden, 20—25, einer davon bis
1,4 cm lg., braunspitzig; Bl. 14 cm lg., weiß. - -
Bolivien (Dept. Chuquisaca).
Echinopsis huotii (Cels) Lab.
E. einzeln, säulig, bis 35 cm h., bis 8 cm 0,
glänzend dunkelgrün, später von unten sprossend; Ri.
11, bis 1,2 cm h.; Ar. gelblich weiß; Rst. 9—11,
pfriemlich, bis 2,2 cm lg.; Mst. normalerweise 4,
der längste vorgestreckte bis 4 cm lg. und länger;
Bl. 17—20 cm lg., bis 13 cm 0, weiß. — Bolivien.
Echinopsis ibicuatensis Card.
K. einzeln, kugelig, bis 9 cm h., bis 14 cm 0, blaß-
grün; Ri. später bis 13, scharfkantig, 2,5 cm h.;
Echinopsis 137
Bst. ca. 10, bis 1,2cm lg.; Mst. 1, bis 1,2 cm lg.;
St. alle aschgrau; Bl. 18 cm lg., weiß; Fr. oblong,
3 cm lg., weißhaarig, rosa beschuppt. — Bolivien
(Dept. Santa Cruz).
Echinopsis imperialis Hort. (Hummel)
ist ein Bastard zwischen einem Trichocereus und
einer Echinopsis, eine imposante Hybride, die im
Jardin Exotique, Monaco, bereits über 2 m hoch ist,
stark seitlich sproßt und enorm große weiße Blüten
hervorbringt. Außerdem ist sie sehr wüchsig. Da sie
bereits mehr verbreitet ist, müßte sie den
Hybridgenusnamen x Trichoechinopsis erhalten (s. hierzu
auch im einleitenden Teil bzgl. Hybridgattungen).
Echinopsis intricatissima Speg.
K. einzeln, etwas eiförmig, bis 20 cm h., stark
verflochten bestachelt; Bi. 16; Bat. 8—13, bis 1,6 cm
lg.; Mst. 4—6, die 1—2 längsten bis 10 cm lg., ±
aufwärts gebogen; St. meist 3—6 cm lg. (mittlere),
anfangs alle rötlich aschfarben (bis schwärzlich?);
Bl. bis 22 cm lg., schwach duftend; Fr. bis 3 cm lg.,
erst grün, dann gelblich. — Argentinien (Men-
doza).
Echinopsis klimpeliana Weidl. & Werd. : Acantho-
calycium klimpelianum (Weidl. & Werd.) Backbg.
Echinopsis korethroides Werd. : Soehrensia koreth-
roides (Werd.) Backbg.
Echinopsis kratochviliana Backbg.: Pseudolobivia
kratochviliana (Backbg.) Backbg.
Echinopsis lecoriensis Card.: Pseudolobivia leco-
riensis (Card.) Backbg.
Echinopsis lencantha (Gill.) Walp.
K. kugelig bis ellipsoidiseh, nie säulig, grün,
mitunter etwas reifig, bis ca. 15 cm 0; Bi. 14—16, bis
1,5 cm h.; Ar. gelblich-filzig; Bst. 9—10, gelbbraun,
bis 2,5cm lg.; Mst. 1, über 5cm lg., braun, oben
dunkler gespitzt; Bl. bis 17 cm lg., weiß; Fr.
dunkelrot. — Argentinien (nordwestliche Provinzen),
v. brasiliensis Speg.: zylindrisch, bis 15 cm h.,
10 cm 0; Bi. 13; Ar. aschgrau-filzig; St. 7,
kräftig; Mst. 1, bis 7 cm lg., schwarz bis aschgrau; Bl.
16 cm lg. — Brasilien (Santos).
Scheint ausgestorben zu sein und war wohl eher
eine eigene Art.
v. volliana Backbg.: Breitkugelig; Bi. 10—11,
scharfkantig; Bst. bis ca. 7; Mst. 1, lang, Fuß
verdickt; St. alle abstehend; Bl. weiß, kürzer als
die des Typus der Art. — Heimat?
Echinopsis leucorhodantha Backbg.: Pseudolobivia
leucorhodantha (Backbg.) Backbg.
Echinopsis lobivioides Backbg.: Pseudolobivia pele-
cyrhachis v. lobivioides (Backbg.) Backbg.
Echinopsis mamillosa Gurke
K. einzeln, breitkugelig, bis ca. 12 cm h., 10 cm 0,
glänzend grün; Bi. bis über 30, ± kinnartig ge-
höckert; Bst. 8—10 (—12), 5—10 mm lg.; Mst. 1—4?
bis 1 cm lg., gelblich, oben braun; Bl. 13—18 mm
lg., 8 cm 0, weiß, oben z. T. ± rosa getönt; Fr.
kugelig, grau behaart; S. mattschwarz. — Bolivien
(Tarija).
Ich sah auch größere Exemplare. Ritter
unterscheidet noch folgende var., von denen zumindest
die erste Beschrbg. wohl nur eine Ergänzung der
von Gurke ist, der ja nur nach einem Stück
beschrieb, ebenso wie Bödeker: v. ritteri (Böd.)
Ritt.: K. 10—25cm 0; Ri. 18—32; Rst. 12—15,
1—2,5 cm lg.; Mst. 3—8; St. etwas kräftiger. —
Bolivien (Tarija; FR 79). Auch nach dem gleichen
Standort sind die vorstehenden Angaben nur als
Erweiterung der Orig.-Beschrbg. anzusehen.
v. orozasana Ritt.: Pseudolob. orozasana (Ritt.;
Backbg.
v. tamboensis Ritt. — Succulenta, 44: 2, 25.1965.
Weicht durch mehr Rand- und Mittelst, ab:
Bst. 12—18; Mst. 3—12. — Bolivien (Prov. O'
Connor, Tambo; FR 780).
Echinopsis melanopotamica Speg.
K. zylindrisch im Alter, bis 50 cm h., 15 cm 0, erst
später sprossend, dunkelgrün, dann etwas reifig,
zuletzt grau; Bi. 14, gekerbt; Bst. 5—9, rötlich-
aschfarben gespitzt, zuerst gerade, dann etwas
gebogen; Mst. 1, bis 4 cm lg., aschgrau, rötlich
gespitzt; Bl. geruchlos, 22 cm lg.; Fr. 3,6 cm lg.t
schmutzigrot. — Argentinien (Rio Negro, Rio
Colorado).
Echinopsis meyeri Heese
K. kugelig, ca. 10 cm 0, blaßgrün; Bi. 14—16.
scharf; Bst. 7—8; Mst. 1 (—3?); St. (nach Borg)
2—3 cm lg., Mitte gelbgrau, oben rotbraun; Bl. bis
20 cm lg., 12 cm br.; Pet. alle äußerst schmallinear.
— Paraguay.
Vielleicht der erste Name für E. chacoana Schütz,
die Pet. nur anomal schmal; die Art wurde — mit
solchen Bl. — nicht wiedergefunden.
Echinopsis minuana Speg.
K. einzeln, selten sprossend, bis 80 cm h., bis 15 cm
0; Bi. bis 12, scharfkantig; Bst. 4—7, 2—3 cm lg.,
schwach abstehend; Mst. 1, 5—6 cm lg., Fuß
verdickt; St. alle gerade, dunkelbraun; Bl. geruchlos.
20 cm lg., weiß (?); Fr. 4,5 cm lg., grünlich-rot. -
Argentinien (Entre Rios).
Echinopsis mirabilis Speg.: Setiechinopsis mirabilis
(Speg.) De Haas
Echinopsis molesta Speg.
K. einzeln, kugelig, bis 20 cm 0, blaßgrün, nicht
glänzend; Ri. 13, ziemlich hoch, scharfkantig, etwas
wellig; Ar. groß; Bst. 6—8, bis 15 mm lg., nicht
verflochten; Mst. 4, bis 3 cm lg., Fuß verdickt, nur
138 Echinopsis
schwach gebogen; St. alle grau; Bl. schwach duftend,
22—24 cm lg. — Argentinien (Cordoba).
Echinopsis multiplex (Pfeiff.) Zucc.
K. einzeln oder stark sprossend, bis 30 cm h., kugelig
bis etwas keulig; Bi. 13—15, unten breit, oben
schmalkantig; Ar. groß, weiß; Bst. ö—15, meist bis
10, bis 2 cm lg., gelbbräunlich; Mst. 2—4, meist
bis 4, bis 4cm lg.; St. mäßig pfriemlich; Bl. 15—
20 cm lg., rosa. — Südbrasilien.
Echinopsis nigra Backbg.: Pseudolobivia longispina
v. nigra (Backbg.) Backbg.
Echinopsis obrepanda (SD.) K. Sch.: Pseudolobivia
obrepanda (SD.) Backbg.
Echinopsis oreopogon (Speg.) Werd.: Soehrensia
oreopogon (Speg.) Backbg.
Echinopsis orozasana Ritt. n. nud.: Pseudolobivia
orozasana (Ritt.) Backbg. (bei Ritter eine var.
von E. mamillosa).
Echinopsis oxygona (Lk.) Zucc.
K. fast kugelig, einzeln oder sprossend, bis ca.
25 cm 0, etwas reif ig; Bi. 14, oben rund; Bst. 5—15,
ungleich, bis 1,5 cm lg.; Mst. 2—5, etwas länger; St.
alle horafarben, oben schwarz; Bl. ca. 22 cm lg.,
blaßrot. — Südbrasilien, Uruguay bis
Nordost-Argentinien.
Echinopsis paraguayensis Knebel war ein
unbeschriebener Name für die Artengruppe der E. deh-
renbergii Fric, E. schwantesii Fric und E. werder-
mannii Fric, nicht vollgültig beschrieben.
Echinopsis pelecyrhachis Backbg.: Pseudolobivia
pelecyrhachis (Backbg.) Backbg.
Echinopsis pereziensis Card. — „Cactus", 18: 88—
90, 1963.
K. bis 15 cm h., 8 cm 0, dunkelgrün; Bi. ca. 12,
bis 1 cm h.; St. nicht unterscheidbar, nicht stark
abstehend, 18—20, nadelig, 6—10 mm lg., hellgrau,
braunspitzig, unten verdickt, einzelne mittlere bis
1,5 cm lg., alle unten verdickt; Bl. 15 cm lg., 11 cm
0, weiß; B. weiß- u. braunhaarig; Gr. lang
herausragend. — Bolivien (Santa Cruz, bei Perez,
1900 m).
Echinopsis pojoensis Card.
K. einzeln, kugelig bis kurz-zylindrisch, bis 10 cm h.
und br., blaugrün; Bi. 10 stumpflich, 1,5 cm h.;
Ar. grau; St. 7—10, 5—25 mm lg., strahlend, grau,
rot gespitzt; Bl. 17 cm lg., 7 cm 0, weiß, nach oben
zu grünlich. — Bolivien (Dept. Cochabamba,
Puente Pojo).
Echinopsis polyancistra Backbg.: Pseudolobivia
polyancistra (Backbg.) Backbg.
Echinopsis potosina (Werd.) Backbg.:
Pseudolobivia potosina (Werd.) Backbg.
Echinopsis pseudomamillosa Card.
E. einzeln, kugelig oder breitrund, bis 8 cm h., bis
12 cm 0; Bi. ca. 18, etwas schief-gekerbt; St. kamm-
förmig gestellt, 4 seitlich, 2 auf- und 1 abwärts
gerichtet, die kürzesten 5 mm lg., die mittellangen ca.
12 mm lg., die längsten 3—4 cm lg., alle nadelig,
grau mit brauner Spitze, Fuß verdickt; Bl. 18 cm
lg., 8 cm 0, weiß. — Bolivien (Dept.
Cochabamba, Cerro de San Pedro).
Echinopsis pudantii Pfersd.
K. gestreckt-kugelig, später wohl stärker länglich;
Bi. ca. 16, nur mäßig hoch; Bst. ca. 14, weiß; Mst.
4—8, schwarzbraun, dünn; Bl. 17 cm lg., 9 cm 0,
weiß mit schwach grünlichem Schein. — Heimat?
(vielleicht Südbrasilien).
Echinopsis rhodotricha K. Sch.
K. später zylindrisch, sprossend, (stumpf graugrün:
Br. & R., wahrscheinlich nur v. argentiniensis
R. Mey.), laubgrün, bis 80 cm h., bis 9 cm 0; Bi.
8—13, niedrig, schwach ausgebuchtet; Bst. 4—7,
etwas gebogen, bis 2 cm lg.; Mst. 1, bis 2,5 cm lg.;
St. alle zuerst gelblichbraun, dunkler gespitzt, später
hell horafarben; Bl. 15 cm lg., weiß. — Paraguay
und Nordostargentinien,
v. argentiniensis R. Mey. soll sich unterscheiden:
K. mehr kugelig, Bst. 7, gleichartige Mst.; die
v. robusta R. Mey. soll größere Bl. und bis 3 Mst.
haben.
Echinopsis ritten Böd.: Echinopsis mamillosa
Gurke (bei Ritter als var. von E. mamillosa).
Echinopsis robinsoniana Werd.
K. säulig, bis 1,20 m h., bis 20 cm 0, stumpf hell-
bis dunkler-graugrün; Scheitel gelbgrau-filzig; Bi.
19, 1,5 cm h.; St. 10—12 (bis später einige dünne
mehr), 1—3 als mittlere unterscheidbar, bis 2,5 cm
lg., hell- bis dunkelbraun, gerade bis ± gebogen;
Bl. 16 cm lg.; B. rötlich-braun; Pet. weiß; Sep. oben
auch rötlich. — Heimat?
Echinopsis rojasii Card.: Pseudolobivia rojasii
(Card.) Backbg.
Echinopsis roseo-lilacina Card.
K. kugelig, einzeln oder sprossend, bis 7 cm h., bis
13 cm 0, graugrün; Bi. 14—20, oben scharfkantig,
8 mm h.; Ar. grau; Bst. 6—7; Mst. 1 zuweilen
vorhanden, bis 2 cm lg.; St. alle weißlich mit braunen
Spitzen; Bl. 14 cm lg.; Sep. purpurbraun; Pet. unten
weiß, oben rosalila, spatelig; Fr. kugelig, bis 5 cm 0,
purpurn. — Bolivien (am Weg Cochabamba—San
Isidro).
Echinopsis salmiana Web.: Echinopsis bridgesii SD.
Echinopsis 139
Echinopsis salpi(n)gophora Preinr.: Echinopsis
spegazziniana Br. & R.
Echinopsis schwantesii Fric
K. breitkugelig; St. seitlich strahlend, ca. 9, dünn,
mittlere, soweit vorhanden, gleichartig; Bl.
grünlichweiß; B. braun. — Paraguay.
Aus der Artengruppe der E. paraguayensis, wie
diese nicht vollgültig beschrieben.
Echinopsis shaferi Br. & R.
K. einzeln bis wenig sprossend, säulig, bis 1,5 m h.,
bis 18 cm 0, dunkelgrün; Ri. 10—12, 2 cm h.; Ar.
bis 1 cm entfernt; Rst. 6—9,1,5—3,5 cm lg., gerade,
zuerst bräunlich, später grau, dünnpfriemlich; Mst.
1, bis 10 cm lg., + abgebogen, oft unten dunkel,
nach oben zu heller; Bl. schlank, 20 cm lg., weiß;
Gr. und Stbl. blaßgrün; Fr. 3 cm lg., ovoid, ziegelrot.
— Nordargentinien (Tucuman, Trancas).
Die höchste bekannte Art des Genus, später einem
Trichocereus ähnelnd. Jungtriebe sind dicht
bestachelt.
Echinopsis silvatica Ritt. — „Succulenta", 44: 2,
24.1965 [Klammerangaben: E. mamillosa].
K. anscheinend ähnlich dem von E. mamillosa, bis 1 m
lg., bis 20(—15)cm 0; Ri. 13—16(—24), 1,5—3cm
h., leicht gekerbt (oder stärker ?); Ar. 10—15 mm
entfernt, 4—8 mm 0; St. gerade bis leicht gebogen;
Rst. (0,5—1,2)—4,5 cm lg., kräftiger; Mst. wie die
Rst., Zahl nicht genannt; Pet. bis 6,5 cm lg., bis
2,7(—4) cm br. — Bolivien (Prov. O'Connor, Dept.
Tarija, Tacuarandi; FR 782).
Da Ritter keine Bl.-Unterschiede von E. mamillosa
angibt, sind die Bl.-Längen und -Durchmesser wohl
die gleichen.
Echinopsis silvestrii Speg.
K. zuerst kugelig, später verlängert, wenig sprossend,
bis über 10 cm h., 8 cm 0; Ri. 12—14; Rst. und
Mst. (1 aufgerichtet) alle ziemlich kurz, steif, bis
1,2 cm lg., erst gelb, später schmutziggrau; Bl.
20 cm lg., weiß, geruchlos. — Argentinien (Grenze
der Prov. Tucuman und Salta). (Abb. 96.)
Echinopsis smrziana Backbg.: Trichocereus smrzia-
nus (Backbg.) Backbg.
Echinopsis spegazziniana Br. & R.
K. später zylindrisch, bis 30 cm h., bis 9 cm 0,
dunkelgrün; Ri. 12—14, bis 1,2 cm h.‚kaum gekerbt;
Ar.gelblichweiß; Rst. 7—8, kurz, pfriemlich, gerade,
braun; Mst. 1, bis ca. 2 cm lg., mäßig gebogen,
braun; Bl. 15—17 cm lg. 6 cm 0, weiß, rosa
überlaufen zum Rand hin. — Argentinien (im
Nordwesten).
E. campylacantha R. Mey. non Pfeiff. war ein
synonymischer Name dieser Art.
Echinopsis spiniflora (K. Sch.) Berg.: Acantho-
calycium spinillorum (K. Sch.) Backbg.
Echinopsis subdenudata Card.
K. einzeln, bis 8 cm h., bis 12 cm 0, graugrün; Ri.
10—12, gerade, scharfkantig; Rst. 3—5, aschbraun,
bis 1,5 cm lg., Fuß verdickt; Mst. 1, aschbraun,
2 mm lg.; Bl. engtrichterig, bis 20 cm lg., weiß. —
Bolivien (Angosto de Villamontes).
Echinopsis tamboensis Ritt. (Bolivien), eine
unbeschriebene Art.
Echinopsis torrecillasensis Card.: Pseudolobivia
torrecillasensis (Card.) Backbg. Dies ist die von
Cardenas beschriebene Pflanze mit plattrundem
Körper, dicker Rübenwurzel, und mit bis 8 cm lg.,
roten bis lachsroten Bl. Möglicherweise aber auch
identisch — als + rotblühende Varietät — mit Lob.
arachnacantha Ritt. & Buin. (s. dort).
Echinopsis sucrensis Card. — C. & S. J. (US),
XXXV: 6, 200—201, 1963.
K. kugelig bis kurzzylindrisch, gruppenbildend; Tr.
bis 7 cm 0, graugrün; Ri. ca. 12, oben schmal; Ar.
bis 1 cm entfernt, grau; Rst. 14—16, seitlich
gedrückt, nadelig, 8—15 mm lg.; Mst. 1, abwärts
gerichtet, pfriemlich, 15—20 mm lg.; St. alle hellgrau
mit verdickter Basis; Bl. 21cm lg., 10 cm 0; R.
weiß und braun behaart, hellpurpurn, 10 cm lg.;
Sep. schmal, unten weiß, oben grün; Pet. spatelig,
schneeweiß; Stbf. unten grün, oben weiß; Gr. unten
grün, oben gelb; N. hellgelb; Schlund smaragd. —
Bolivien (Prov. Oropeza, Dept. Chuquisaca, Sucre,
2750 m).
Echinopsis tapecuana Ritt. — ‚,Succulenta", 44: 2,
24. 1965 [Klammerangaben: E. obrepanda].
K. 5—12 cm 0 (—18 cm); Ri. 12—16 (—28),
geringer gekerbt als bei E. obrepanda; Ar. rund oder
breitoval, 2—4 mm 0, 1—2 cm entfernt; St.
dünnpfriemlich; Rst. 0,5—2(—6) cm lg., im Alter oft
kürzer oder fehlend; Bl. anscheinend der von E.
obrepanda ähnelnd. — Bolivien (Prov. O'Connor,
Tapecua; FR 777).
Da ich E. obrepanda zu Pseudolobivia einbezog,
mag — auch wegen der gekerbten Ar. und des
Vergleiches mit vorstehender Spezies — Ritters Art
eher zu diesem Genus gehören, wenn man sich nach
meiner Gattungstrennung richtet.
Echinopsis tubillora (Pfeiff.) Zucc.
K. einzeln oder sprossend, fast kugelig, dunkelgrün,
bis ca. 12 cm 0; Ri. ca. 12; Ar. weiß; Rst. bis 20,
gelblich weiß mit dunkler Spitze; Mst. 3—6, bis
1,5 cm lg., schwarz; St. alle pfriemlich; Bl. 20 cm
lg., weiß. — Argentinien (Tucuman, Catamarca,
Salta).
Echinopsis turbinata (Pfeiff.) Zucc.
K. kugelig, einfach oder sprossend; Ri. 13—14,
unten breit; Rst. später bis 10—14, anfangs weniger,
bis 5 mm lg., gelbbraun; Mst. zuerst 1—2, später
10 Kakteenlexikon
140 Echinopsis — Epiphyllanthus
mehr, bis 7 mm lg., steif, schwarz; St. pfriemlich;
Bl. 15—17 cm lg., stark duftend, weiß. Es erscheint
als nicht ganz sicher, ob E. gemmata ein Synonym
ist, wie Britton & Rose meinen. — Argentinien
(Entre Rios).
Echinopsis valida Monv.: Trichocereus validus
(Monv.) Backbg.
Echinopsis vellegradensis Card.
K. einzeln, kugelig, 5—7 cm h., 8—9 cm 0, blaß-
grün; Ri. ca. 12, gerade, stumpf, 1 cm h.; Ar. grau
oder bräunlich; Rst. 7—11, 8—lö mm lg., etwas
zusammengedrückt, grauweiß; Mst. 1, aufwärts
gerichtet, 2—3 cm lg., aschgrau; Bl. hochseitlich,
20 cm lg., weiß. — Bolivien (Prov. Valle Grande).
Der Name ist wohl ein Druckfehler; er müßte E. val-
legrandensis lauten.
Echinopsis werdermannii Fric ex Fleischer: (Fri-
ciana ftada 1: 7, 4. 1962): (Echps. backebergii
Fric, nomen nudum 1926)
Diese jetzt beschriebene Art gleicht sehr der E. sub-
denudata Card., ungefähr gleiche Zahl der Ri. und
der äußerst kurzen St., auch die scharfe
Rippenkante ist gleich; St. schwärzlich, 3—8 (E. subdenu-
data: 3—6); Bl. ebenso lang, aber hellrosa (E. sub-
denudata: weiß). — Paraguay.
Die R. der E. werdermannii scheint etwas kräftiger
zu sein. Den allgemeinen Merkmalen wie der
geographischen Verbreitung nach wohl eher eine var.
von E. subdenudata. Noch stärkere Abänderungen
der Blütenfarbe gibt es z. B. bei Gymnocalycium
mihanovichii u. a.
Echinopsis zuccarinii (zuccariniana) Pfeiff.:
Echinopsis tubiflora (Pfeiff.) Zucc.
Echinorebutia FriC war ein unbeschriebener Name
für Aylostera Speg.
Encephalocarpus Berg. (221)
Kugelige kleine Pflanzen mit sich dachziegelig
deckenden flachen Warzen, auf der Oberseite eine Furche,
die Axillen mit reichlicher Wolle. Nur an jüngsten
Areolen sind Stächelchen zu beobachten, diese etwas
kammförmig gestellt. Die Blüten werden im Scheitel
aus den allerjüngsten Warzen gebildet, mit kurzer,
enger Röhre. Die Frucht, mit den ca. 1 mm großen,
dunkelgrauen, etwas gekrümmt-keulenförmigen
Samen, reift in der Scheitelwolle und vertrocknet
darin. Nur 1 Art. Verbreitung: Mexiko (Tamauli-
pas). [P.]
Encephalocarpus strobiliformis (Werd.) Berg. (T.)
K. kugelig, mit gedrungener Pfahlwurzel; Scheitel
mit grauem Filz; W. in deutlichen Schrägzeilen,
angepreßt, außen konvex und gekielt; Ar. nur an
jungen W. erhalten; St. nur in der Jugend der W.,
ca. 12, ca. 6 mm lg., weiß, zuerst fiedrig, dann
borstig, mit der Ar. abfallend; Bl. bis 3 cm lg., leuchtend
violettrot. — Mexiko (Jaumave). (Abb. 98.)
Epiphyllanthus Berg. (27)
Eine in der Gestalt von allen übrigen kleintriebigen
Epiphyten Brasiliens abweichende Artengruppe. Die
Zweige sind rundlich-kugelig bis zylindrisch oder
zwergig-„opuntioid", die Blüten scheitelständig,
ca. 4 cm lg., stark zygomorph, die äußeren bzw.
unteren Perigonblätter stärker aufgerichtet bzw.
höher hinauf reichend als bei Zygocactus; während
bei diesem „ein Teil der Staubgefäße zu einer kurzen
Röhre verbunden am Grunde um den Stempel sitzt"
(K. Schumann), sind sie bei Epiphyllanthus nur
randständig (Vaupel, Zeichnung 24 E in „Die
Kakteen", 1926). Ein Nektarschutz-Hautring ist
vorhanden. Die Ansichten über den Artumfang sind
unterschiedlich, was E. candidus und E. obovatus
anbetrifft; manche halten den ersteren für eine
Schattenform des letzteren. Aber die Frucht von
E. candidus wurde als „kugelig" beschrieben, die
von E. obtusangulus als „fast birnförmig,
stumpfkantig, breit genabelt4'. Es ist daher anzunehmen,
daß beide gute Arten sind und es sich bei dem „E.
obtusangulus mit kürzeren zylindrischen Trieben"
meiner Abb. 657 in „Die Cactaceae" um E.
candidus von sonnigerem Standort mit entsprechend
verkürzten Trieben handelt, da die Beeren völlig
rund sind. Die 3 Arten mußten hier also getrennt
gehalten werden. Die Samen sind, soweit bekannt,
glänzend dunkelbraun. — Verbreitung: Brasilien
(Grenzgebiet der Staaten Rio de Janeiro, Minas Ge-
raes und Säo Paulo). (P.)
Epiphyllanthus candidus (Löfgr.) Br. & R.
K. strauchig, hängend; Tr. + länger zylindrisch,
auch schwach keulig bis leicht kantig, die jüngeren
etwas schlanker, 0,7—2 cm 0, 3—5—6 cm lg.; St.
6—30, stechend borstig, am Stamm aus älteren und
größeren Ar. zahlreicher; Bl. 3,5 cm lg., weiß; Fr.
kugelig, glatt, rot. — Brasilien (Itatiaya-Gebirge).
Epiphyllanthus obovatus (Eng.) Br. & R.
K. strauchig, hängend, Stamm gegliedert oder
rundlich, bis 40 cm lg.; Tr. 2—6 cm lg., bis 3 cm 0,
Endglieder zu zweit, dritt oder zu viert, flach,
umgekehrt-eiförmig, zwergig-„opuntioid", dunkelgrün;
Ar. seitlich und auf den G., weißfilzig; St. sehr fein,
bis 5 mm lg., an alten G. bis 30.; Bl. ca. 4,5 cm lg.,
scharlachrot; Fr. kreiselig, bis ca. 8 mm lg., bis
1,2 cm 0, glänzend rötlich. — Brasilien (mehrere
Gebirge zwischen Rio de Janeiro, Minas Geraes und
Säo Paulo).
Epiphyllanthus obtusangulus (Lindb.) Berg. (T.)
K. strauchig, epiphytisch oder halbepiphytisch
zwischen Felsen, z. T. aufrecht; Tr. meist zu zweit oder
Epiphyllanthus — Epiphyllum 141
dritt verzweigend, G. ± kugelig-rundlich bis etwas
verlängert und ± kantig, mitunter auch fast
scheibenförmig, bis 2,5 cm lg. (vielleicht auch etwas mehr
bei verlängerten Tr.), bis 6 mm 0; Ar. mit
Schuppen; St. borstig, kaum stechend, bis 6 mm lg.; Bl.
4—4,5 cm lg., + purpurrosa; Ov. kreiselig, 5—6-
kantig; Fr. fast birnförmig, stumpf kantig, 7 mm 0.
— Brasilien (Itatiaya-Gebirge). (Abb. 99.)
Epiphyllopsis Berg. (29)
Den Zygocactus-Pflanzen ähnelnde Gewächse, die
Einzelglieder aber länger, seicht gekerbt, mit kleinen
Randareolen und vereinzelten Borsten darin, die
Blütenareole am Gliedende, + bartig behaart bis
so gut wie kahl. Die Blüten sind regelmäßig gebaut,
bis zu 6 gleichzeitig erscheinend, Röhre kurz,
Staubfäden in einer Gruppe. Fruchtknoten ökantig,
Narben spreizend, Frucht eine ca. 1,5 cm lg., scharf
5kantige Beere, Samen beidendig zugespitzt, kaum
über 1 mm lg., stark glänzend braun und glatt. Nur
1 Art. — Verbreitung: Brasilien (Santa Catha-
rina). [©.]
Eine sehr reich blühende Art, besonders, wenn sie
gut gedüngt (Kakteendünger) und — wenn
möglich — den Sommer über im Freien gehalten wird.
Reid Moran hat (1953) wie schon Lindinger
(1942) die Gattung zu Rhipsalidopsis gestellt. Das
erscheint auf den ersten Blick als verständlich,
zumal Berger (Entwcklgsl., 28—29,1926) angibt, daß
Sämlinge 6kantige Stämmchen mit weißen Bst.
haben, später 3—4kantig, und zuletzt werden sie
flach. Dies ist jedoch eine Erscheinung bei vielen
Epiphyten der Hylocereeae. Rhipsalidopsis Br. & R.
ist dagegen eine dimorphe Pflanze, bei deren var.
remanens der mehrkantige und beborstete Zustand,
der beim Typus des Genus nur gelegentlich auftritt,
ein Dauerkennzeichen ist. Außerdem hat
Epiphyllopsis eine winzige Nektarhöhle, die Stbf. sind
darüber am Röhreninnern inseriert; bei Rhipsalidopsis
stehen sie jedoch nur um den Griffelfuß geschart,
eine Nektarhöhle ist nicht vorhanden, und das Ov.
ist 4kantig, wie die leicht gedrückte Fr., während
Epiphyllopsis einen 5kantigen Fruchtknoten hat.
Die von Britton & Rose sowie Berger angestrebte
Gattungstrennung hat der genaueren
Unterscheidung aller Merkmale mehr gedient als eine
Zusammenfassung; erstere ist — und kann es nur sein
— den besonderen Verhältnissen bei dieser
Gattungsgruppe angepaßt, und außerdem ist eine
Vereinigung nach meiner Gliederung nicht möglich; ich
sehe es auch als nicht erforderlich an, alteingeführte
Namen nur auf Teilgebieten zu ändern. Weitere
Begründungen dafür habe ich in diesem Werk des
öfteren geäußert.
Epiphyllopsis gaertneri (Reg.) Berg. (T.)
K. stark verzweigende hängende Büsche, der Stamm
später verhärtend; Tr. am Stamm später
verholzend, dick, rundlich bis + kantig, die G. flach,
anfangs meist + rötlich, seitlich seicht gekerbt; Bst.
statt St., seitlich vereinzelt, am Triebende bartig; Bl.
ca. 4 cm lg., scharlachrot. — Brasilien (Santa
Catharina). (Abb. 100.)
v. sorrata (Lindgr.) Backbg.: Triebende etwas
mehr gerundet und so gut wie bartlos, Epidermis
dunkler grün;
v. tiburtii Backbg. & Voll ist im Gesamtwuchs
wie auch der Länge der Triebe und der Blüten
nach etwas kleiner, letztere zinnoberrot bis
dunkler; Ov. öflügelig. — Brasilien (Paraná).
Epiphyllum Haw. (35)
Buschige, gutwüchsige Epiphyten mit schmallangen
und ziemlich dünnen Trieben, daher auch
„Blattkakteen" oder „Phyllocactus" genannt; gültig ist
aber Haworths erster Name. Später wurden eine
Zeitlang auch die Zygocactus-, Schlumbergera- und
Epiphyllanthus-Arten als Epiphyllum-Spezies
bezeichnet. Die echten Epiphyllum sind Nachtblüher
mit kahlen Blüten, die Röhre entweder sehr dünn
und sehr lang, dann auch die Hülle kleiner, oder ±
kürzer mit größerer Hülle. Die Früchte können
rundlich, länglich, beschuppt oder auch gekantet
sein. Bei zwei Arten sind die Triebe sägezahnartig
gelappt, die vorspringenden Zähne mäßig lang. Bei
„Epiphyllum grandilobum (Web.) Br. & R." mag
es sich — über die Blüten ist bisher nichts Sicheres
bekannt — um eine Marniera-Art mit borstig
behaartem Ovarium handeln, da hier die Lappen
extrem lang sind, wie etwa bei Marniera chryso-
cardium (Alex.) Backbg. Epiphyllum crenatum
(Lindl.) G. Don wurde wegen seiner duftenden
großen Blüten häufig zu Kreuzungen verwandt; es
gilt als Tagblüher, doch ist m. W. nicht festgestellt,
ob es nicht bereits in der ersten Nacht öffnet
wie der Bastard Seleniphyllum cooperi Rowl., der
z. T. auch an 2 Tagen noch offene Blüten hat. Die
Stacheln fehlen so gut wie stets, sind aber an
Sämlingen noch zu beobachten; die roten Früchte haben
weißes oder rotes Fruchtfleisch, die Samen sind
glänzend schwarz. Bekannt sind ungefähr 20 (—22)
Arten.
— Verbreitung: Von Mexiko bis Südamerika
(nördl. Küstengebiet; S.-Ekuador, nahe Küste, bis
Peru, Bolivien, Paraguay [Chaco], Brasilien); in
Westindien nur auf Trinidad und Tobago. [®.]
Epiphyllum anguliger (Lem.) G. Don
K. buschig, Stämme rund, Zweige abgeflacht; Tr.
ziemlich fleischig, tief gezähnt; Ar. manchmal mit
1—2 Bst.; Bl. über 8 cm lg., weiß; R. mit dreiseitig-
lanzettlichen Seh.; Sep. gelblich-fleischfarben; Pet.
ca. 5 cm lg.; Fr. bis 4 cm 0. — Mexiko (Nayarit,
Jalisco).
142 Epiphýllum
Epiphyllnm cartagense (Web.) Br. & R.
K. strauchig, bis 3 m lg.; Tr. 4—5 cm br.,
weitläufig schwach eingeschnitten; Bl. ca. 20 cm lg.,
wenig fleischig, weiß; Sep. rosa bis gelblich; Gr. rosa
bis weiß; Fr. 8 cm lg., länglich, außen rot, innen
weiß; Ov. sehr kleinschuppig. — Costa Rica
(Cartago).
Epiphyllnm caudatum Br. & R.
E. buschig, Stämme rund und dünn; Tr. bis 4 cm
br., verlängert lanzettlich, unten stielrund, bis 20 cm
lg., wellig ausgerundet, Endtriebe oben verjüngt;
Bl. weiß; B. 7 cm lg.; Pet. ca. 6 cm lg. — Mexiko
(Oaxaca).
Epiphyllnm caulorhizum (Lem.) G. Don
K. buschig; Tr. lanzettlich, bräunlichgrün, gekerbt;
Ar. mit einigen Bst.; Bl. bis 25 cm lg.; B. kantig, mit
abstehenden, am Grunde verdickten Seh.; Sep.
gelb; Pet. weiß, gespitzt oben hellgelb. —
Honduras (?)
Epiphyllnm costaricense (Web.) Br. & R.
K. kräftig-buschig; Tr. bis 30 cm lg., bis 7 cm br.,
Rand fast gerade; Ov. nicht beschuppt; Bl. ?; Fr.
9 cm lg., bis 7 cm 0, zähhäutig, rot, nackt (un-
beschuppt), schwach längsgerippt. — Costa Rica
(San Jose; La Urnia).
Epiphýllum crenatum (Lindl.) G. Don
K. buschig, im Alter Stämme holzig und rund; Tr.
blaugrün, ziemlich steif, bis 3 cm br., anfangs
aufgerichtet, dicklippig, zwischen den Ar.-Kerben
gerundet; Ar. mit Bst. und H.; Bl. bis 12 cm 0, krem
bis grüngelblich, stark duftend; R. bis 12 cm lg.,
dünn, mit bis 3 cm lg., linealischen Seh.; Ov. mit
bis 2 cm lg. Seh.; Gr. weiß. — Honduras,
Guatemala (Sacobaja).
Vereinzelt beobachtete Bst. am Ov. sind als
Rückschläge der stattgefundenen Reduzierung anzusehen.
Epiphyllnm darrahii (K. Sch.) Br. & R.
K. vielverzweigt, Stämme rund und holzig; Tr. bis
30 cm lg., ziemlich dick, bis 5 cm br., sägezahnartig
ausgeschnitten, Zähne gerundet oder spitzlich; Bl.
18 cm lg., weiß; Sep. gelb; Pet. nur oben etwas
gelblich; B. 11 cm lg.; Ov. schwachkantig, höckrig,
mit 3.mm lg., pfriemlichen Sch.; Gr. weiß. —
Mexiko.
Epiphyllnm gigas Woods. & Schery
Eine Art mit riesiger Blüte. — Panama (Cerro
Trinidad). Siehe auch unter folgender Spezies.
Epiphyllnm grandilobum (Web.) Br. & R.
Britton & Roses Beschreibung, nach der Webers,
etwas geändert:
Tr. hellgrün, sehr groß, bis 25 cm breit, der Rand
tief ausgelappt, mit dickem Mittelnerv, oben
stumpf oder gerundet, die lappigen Vorsprünge
gerundet, 3—5 cm lg.; Bl. soll groß sein, weiß und
nächtlich; Fr. außen rot (Weber macht keine
Angaben über die Größe der einzelnen Auslappung,
nur, daß sie gerundet ist (vgl. Schumanns Schlüsse)-
angaben), und daß die Fr. innen rot ist, ob auch
außen so, erscheint ihm fraglich).
Kimnach bringt in C. & S. J. (US), XXXVII: 1,
15—20. 1965, eine Abhandlung über eine Pflanze,
die er für E. grandilobum hält, und von der er
annimmt, daß mit ihr E. gigas identisch ist.
Wichtigste Kennzeichen sind: K. ein bis über 100 m lg.
Ranker, anfangs 3—5 cm br., später auf 15—25 cm
verbreitert, unten stielrund, mit kräftiger Mittel-
rippe; Tr. ± gekerbt, der Rand dazwischen ±
hervorstehend, gerundet, oft schwach schief oder
wellig, 1,5—5 cm lg. und zwischen den Ar. ca. 6 (4—9)
cm br., braunrandig; Bl. röhrig-trichterig, 32—38
cm lg., 18 cm br.; R. 22—27 cm lg.; Pet. (innere
Perigonbl.) kremweiß, mit haarfeiner Spitze; Sep.
(äußere Perigonbl.) grüngelb; Nektarkammer 13 cm
lg., obere Hälfte fein papillös; Sch. wenige, ca. 2 cm
lg., abstehend (nach Zeichnung); Ov. ohne Bst.,
gering und kürzer beschuppt. — Costa Rica
(mehrere Standorte) und Panama (Cerro Trinidad). Das
größte Epiphýllum, auch was die Bl. anbetrifft.
Als Lectotypus wurde von Wercklé gesammeltes
Material angesehen, mit zwischen den Ar. ± stark
hervortretendem bzw. ± großem, unterschiedlich
ausgeprägtem Triebrand. In der Zeichnung variiert
die Auskerbung noch stärker; anfangs ist sie z. T.
schwach, d. h. bei dem in Kalifornien kultivierten
Material. Bedenkt man dies und, daß Britton &
Rose eine ähnliche Pflanze als Epiph. macropterum
abbilden (die Abb. aber nicht diese Art ist, da die
Ov.-Borsten fehlen), und daß die echte Spezies
ebenfalls aus Costa Rica stammt, kann man im Zweifel
sein, ob das Pariser Herbarmaterial nicht etwa
Stücke der Marniera macroptera waren, zumal auch
diese hornig-bräunliche Tr.-Ränder hat. Webers
Beschreibung ist unzulänglich, Angaben über die
Blütenmerkmale fehlen. Anscheinend herrschte
hinsichtlich des Trockenmaterials zu Webers Zeit
einige Verwirrung, denn in K. Schumanns
Schlüssel ist bzgl. Phyllocactus grandilobus angegeben
„Triebe außerordentlich groß und breit, in
linealische (1), lange Lappen zerlegt". Diese
Schlüsselangabe hat Kimnach offensichtlich übersehen.
Schumann kann sie nicht frei erfunden, sondern
nur von Weber erhalten haben. M. E. ist die
Angelegenheit noch nicht genügend geklärt und ist
auch vielleicht nicht mehr ganz zu klären. Sollte
Webers Beschreibung sich auf Material von M.
macroptera beziehen, wäre sein Name ein Synonym
dieser Art und für Kimnachs Beschreibung wäre
Epiph. gigas der richtige Artname; bei Schumanns
Schlüsselangaben kann es sich nur um das erste
bekanntgewordene Material von Marniera chryso-
cardium gehandelt haben, da es bisher keine andere
Art gibt, auf die die Schlüsselmerkmale zutreffen.
Weitere Untersuchungen erscheinen mir als ratsam.
Epiphyllum 143
Epiphyllum guatemalense Br. & R.
E. buschig, ziemlich lang; Tr. Im und mehr lg.,
grün, 4—8 cm br., Basis fast stielrund, Rand
weitläufig gekerbt, Spitze etwas gerundet; Bl. ca. 28 cm
lg., weiß; B. ca. 15 cm lg.; Pet. schmal, bis 9 cm lg.;
Gr. orange; B. innen behaart; Fr. weinrot, 8 cm lg.,
schlank, gekantet. — Guatemala.
Epiphyllum hookeri (Lk. & 0.) Haw.
E. ziemlich großbuschig, bis meist 3 m lg., zuweilen
bis 7 m lg.; Tr. hellgrün, ca. 9 cm br., treppenstufig
seitlich eingeschnitten, nach unten verjüngend,
Rippe nicht sehr breit; Bl. bis 20 cm lg., weiß,
geruchlos; B. bis 13 cm lg.; Pet. schmal, 6cm lg.;
Gr. karmin; Fr. länglich, rot, etwas beschuppt; S.
zahlreich, glänzend schwarz. — Nördliches
Südamerika (Guayana, Venezuela), Trinidad und
Tobago. (Abb. 101.)
Epiphyllum lepidocarpum (Web.) Br. & R.
E. strauchig, alte Stämme zylindrisch; Tr. bis 3 cm
br., nicht sehr steif, Basis z. T. 3flügelig, Rand
treppenartig gekerbt; Ar. mit etwas Filz und Börst-
chen; Bl. 20 cm lg., weiß; Fr. mit etwas abstehenden
deutlichen Schuppen; Pulpa weiß oder rot. — Costa
Rica (bei Cartago).
Epiphyllum macrocarpum (Web.) Backbg.
E. großstrauchig; Bl. sehr groß, weiß; Fr. bis 15 cm
(?) lg., ö cm 0, karminrosa, zahlreich, aber niedrig
und unregelmäßig gerippt; Pulpa weiß. — Costa
Rica (Piedras Negras).
Epiphyllum macropterum (Lem.) Br. & R.: Mar-
niera macroptera (Lem.) Backbg.
Epiphyllum oxypetalum (DC.) Haw.
E. stark und ziemlich lang verzweigt; Tr. mattgrün,
bis 3 m lg., flach und dünn, bis 12 cm br., lang
zugespitzt, tief gekerbt; Bl. 25—30 cm lg., bis 12 cm
0; Sep. rötlich-gelblich, bis 10 cm lg.; Pet. weiß,
oblong; Dult unangenehm. — Mexiko bis
Guatemala, Venezuela bis Brasilien,
v. purpusil (Wgt.) Backbg. unterscheidet sich
durch glatte Epidermis; Sep. purpurn bis karmin;
Dult angenehm. — Mexiko (Orizaba).
Epiphyllum phyllanthus (L.) Haw. (T.)
E. lang- und großstrauchig, Hauptstämme schlank,
rund, z. T. 3—4kantig; Tr. meist flach und dünn,
hellgrün, Rand z. T. purpurn, bis 7 cm br.,
weitläufig gekerbt, Zähne gerundet; Bl. 5—6 cm 0,
sehr dünnröhrig, bis 30 cm lg., weiß; B. dünn und
sehr lang; Hülle relativ klein, außen + grünlich;
Perigonbl. bis 2,5 cm lg., schmal; Gr. rötlich; Fr.
länglich, 7—9 cm lg., schwach 8rippig, hellrot. —
Panama bis Britisch-Guayana, Peru,
Bolivien, Brasilien, Paraguay.
v. boliviense (Web.) Backbg.: Bl. nur 3 cm 0,
locker strahlend, Gr. lebhaft rot.
v. columbiense (Web.) Backbg.: B. nur 6 cm lg.,
Gr. rot.
v. paraguayense (Web.) Backbg. : Gr. blaßrot bis
fast weiß, Fr. karminrot.
Der Typus der Art kam von Brasilien. Die
eigenartig lange und kleinsaumige Blüte zeigte ich mit
dem VoLL-Photo in „Die Cactac", II: Abb. 678.
Ähnlich, nur weit kürzer, ist die Bl. von v.
columbiense. Beide haben Röhren mit ‚‚minute" (winzig:
Britton & Rose) Röhrenschuppen. Von den
übrigen Namen Webers gehört zweifellos die Bl. von
nur 3 cm 0 auf weisende v. boliviense hierher; v.
paraguayense ist nicht ausreichend geklärt.
Kimnach hat in C. & S. J. (US), XXXVI: 4, 105—
115. 1964, eine ausgezeichnete Abhandlung über
den Formenkreis obiger var. und ihnen verwandte
Arten publiziert. In meinem Lexikon kann ich nur
die in Kimnachs Tafel 1 mit einer Perigonblatt-
länge von 1,5—3 cm angegebenen zu obiger Art
stellenr also die typisch kleinblütigen mit „minute
scales". Die von Kimnach als var. einbezogenen E.
guatemalense, hookeri und pittieri, mit bis 5—7—11
cm lg. Perigonbl., bleiben hier der besseren
Unterscheidungsmöglichkeit wegen getrennt, ebenso die
von Britton & Rose getrennt gehaltenen E. steno-
petalum und strictum (gemäß dem Schlüssel von
Br. & R.). Es sind durchweg mittelamerikanische
Arten. Alle sind zweifellos näher verwandt, und
man hätte auch E. pumilum dazustellen können.
Die von Kimnach abgebildete, als zu v.
phyllanthus gehörend angesehene Blüte einer von Horich
in Ekuador gesammelten Pflanze ist wegen der
zahlreicheren, deutlich abstehenden Schuppen nicht
die des Arttypus, sondern anscheinend eine
Übergangsform zu
v. rubrocoronatum Kimn. 1. c: K. steif blättrig;
Tr. unten rund bis dreikantig, darüber bis 9 cm
br. abgeflacht; Bl. bis 29 cm lg., bis llcmbr.;
Stbf. (Hauptunterscheidungsmerkmal neben der
Bl.-Breite) unten gelborange, oben
purpurrötlich.— Panama, westl. Kolumbien, Ekuador.
Bei Getrennthaltung der Arten muß diese var.
als eigene Spezies angesehen werden.
Epiphyllum pittieri (Web.) Br. & R.
K. viel verzweigt, bis 3 m lg., Stämme unten rund;
Tr. dünn und flach, meist bis 5 cm br., Rand
weitläufig fast treppenstufig eingeschnitten; Bl.
ziemlich klein, weiß bis grünlichweiß, mit einigen roten
Seh.; Sep. gelblichgrün; Pet. kürzer als die Sep.; Gr.
oben weiß, unten rot; Fr. dunkelrot. — Costa
Rica.
Epiphyllum pumilum Br. & R.
K. strauchig, bis 5 m lg., Hauptstämme rund, oft
hängend; Tr. ganz abgeflacht oder nur oben, unten
rund, bis 1,50 m lg. Endtriebe, selten dreiflügelig,
die flachen Tr. meist nur bis 60 cm lg., 8,5 cm br.;
Bl. klein, weiß; B. nur bis 6 cm lg., grünlichweiß bis
rötlich; Sep. ebenso gefärbt; Pet. 4 cm lg., lanzett-
144 Epiphyllum — Epithelantha
lieh; Gr. bis 7 cm lg., dünn, weiß; Fr. glänzend
kirschrot, 5—7kantig, mit einigen kleinen Seh.;
Pulpa weiß; S. sehr klein, schwarz. — Guatemala
(im Tiefland).
Epiphyllum ruestii (Wgt.) Backbg.
K. aufrecht-strauchig, Stämme rund, darüber
unregelmäßig 1—3kantig; Tr. dunkelgrün, aus den
Stämmen, lanzettlich, gekerbt; Ar. mit einem
Borstenst.; Bl. langtrichterig, 25—30 cm lg., weiß;
R. dünn, lang, gelb, etwas kantig, mit kleinen Seh.;
Sep. gelb, schmallanzettlich; Stbf. gelb; Gr. weiß,
mit 10 gelben N. — Honduras.
Epiphyllum stenopetalum (Forst.) Br. & R.
K. breitbuschig; Tr. hellgrün, groß, breit, fest, +
gewellt, Rand in rundlichen Vorsprüngen
ausgeschnitten, mit ziemlich tiefen Kerben; Bl. ca.
25 cm lg., angenehm duftend, weiß; R. bis 15 cm lg.,
mit kleinen, spreizenden rosa Seh.; Sep. rosa bis
rötlich-grün; Pet. bis 8 cm lg., nur 4—7 mm br.; Gr.
rosa oder purpurn. — Mexiko (Oaxaca).
Epiphyllum strietum (Lem.) Br. & R.
K. locker-strauchig, + aufrecht, bis 3 m h.; Tr.,
wie die Stammteile, unten rundlich, z. T. länger so
und erst oben verbreiternd, oder breit-linear, steif,
derber Mittelnerv mit sichtbarer Verzweigung,
Triebkante langstufig ausgeschnitten; Bl. bis 25 cm lg.,
weiß; R. bis 15 cm lg., dünn, grün, mit entfernten
Seh.; Sep. rosa; Pet. schmal, bis 8 cm lg.; Gr. rosa
oder rot; Fr. kugelig, bis 6 cm 0. — Südmexiko
bis Panama.
Epiphyllum thomasianum (K. Sch.) Br. & R.
K. buschig, aufsteigend, bis 3 m h.; Tr. mit
stielrunder Basis, oben verbreiternd, die abgeflachten
Teile bis 40 cm lg., bis 8 cm br., lebhaft grün, klein
gekerbt, mit Mittelnerv; Ar. winzig; Bl. bis 30 cm
lg., glockig-trichterig, rein weiß, höchstens
gelblicher Ton; Sep.: äußere rot, innere gelblich mit
rötlichem Mittelstreif; Pet. bis 2,5 cm br.; Stbf.
gelblich; Gr. weiß, mit 14 gelben N. — Heimat?
Der fast zylindrische Fruchtknoten ist kahl, die R.
mit roten Sch. weitläufig besetzt; daher ist die eine
Zeitlang üblich gewesene Identifizierung mit
Epiphyllum macropterum (Marniera) ein Irrtum
gewesen, da Marniera ein borstig bekleidetes Ov. hat.
Daran erweist sich auch die Fragwürdigkeit einer
Nichtbeachtung der Bekleidungs-Reduktionsstufen,
wie sie bei einigen Autoren üblich ist.
Epiphyllum sp. „Chichicastenango": Tr. anfangs
auch ± rundlich, dann oft fehlende Halbseite, die
andere ziemlich breit, unregelmäßig tief und
rundlich ausgelappt, z. T. auf die andere Seite
übergreifend; Bl. groß, kremweiß; Sep. gelb; R. und die
langen Sch. grün.
Eine Pflanze mit merkwürdigen Tr. Sie wird auch
als ein Bastard von E. crenatum angesehen. Näheres
ist mir nicht bekannt.
Epiphyllum sp. „Kinchinjunga": Tr. ohne tiefere
Auslappung; Bl. ca. 12 cm lg., 8 cm 0; Knospe und
Sep. braunrot; Pet. unten breit, nach oben lang
spitz zulaufend, gelblich krem; R. grün, mit 1,5 cm
lg. rötlichen Sch.
Eine anscheinend noch unbeschriebene, prächtig
blühende Pflanze, mit sternförmig abstehenden,
dunklen Sep.
Epithelantha (Web.) Br. & R. (212)
Breitrunde bis kugelige oder längliche, z. T. kl
einköpfige Gruppen bildende Pflanzen, einige mit
Halsrüben, durch ihre kleinen Warzen den Mamillarien
ähnelnd und daher lange für Arten dieses letzteren
Genus angesehen. Die Blüten entstehen aber nicht
im Kranz aus den Axillen, sondern aus den jüngsten
Areolen im Scheitel, doch ähneln die Früchte denen
von Mamillaria. Je nach der Art oder Varietät ist
die Bestachlung anliegend oder etwas abstehend,
z. T. mit derberen Mittelstacheln, die
Scheitelbekleidung nach den Formen wechselnd von schwach
bis reichwollig. Bekannt sind 3 Arten, einige mit
charakteristischen Varietäten. — Verbreitung:
Von den USA (Westtexas) bis Nordmexiko. [P.;
für wurzelechte Kultur wurde von Marshall
Beimischung von 20 % Kalk empfohlen.]
Epithelantha densispina H. Bravo: Epithelantha
micromeris v. densispina (H. Bravo) Backbg.
Epithelantha micromeris (Eng.) Web. (T.)
K. kugelig, meist einzeln, zuweilen sprossend; Wz.
mehr faserig; Scheitel + eingesenkt, mitunter
stärker wollig; Tr. 1,5—4 cm 0; W. sehr klein, 1 mm
lg.; St. ohne deutlich getrennte mittlere, zahlreich,
weiß, bis ca. 2 mm lg., in jüngsten Ar. die oberen
bis viermal so lang, später abbrechend bis auf die
Länge der übrigen; Bl. weißlich bis rosenrot, bis
6 mm 0; Fr. eine längliche, rote Beere. — USA
(Westtexas) bis Nordmexiko. (Abb. 102.)
v. densispina (H. Bravo) Backbg.: St etwas
länger, dichter verflochten und spreizend, im
Scheitel bis 1cm lg., Basis gelblich. — Mexiko
(Coahuila).
v. greggii (Eng.) Borg: Derber; W. 2 mm lg.;
obere Rst. bis 8 mm lg.; Mst. 5—7, kräftiger, meist
schräg abwärts abstehend, + von Rst.-Länge. —
Mexiko (Coahuila).
v. rufispina (H. Bravo) Backbg. : (obere) St
bräunlich bis rotbraun. — Mexiko (Coahuila).
v. nnguispina (Böd.) Backbg.: die abstehenden
St. länger, ziemlich kräftig, gebogen oder
aufgerichtet, bräunlich bis schwärzlich. — Mexiko
(Nuevo Leon).
Epithelantha paehyrhiza (Marsh.) Backbg.
K. verlängert, zylindrisch oder mit Rübenwurzel,
z. T. mit Einschnürung über derselben, Basis
schlank, oft fast stielig verengt; St. weiß, im Scheitel
ziemlich lang, ein aufrechtes Büschel bildend. —
Mexiko (Coahuila).
v. elongata Backbg.: K. zylindrisch, an der Basis
nie verengt über stärkerer Wz., nur nach unten
verlängert. — Mexiko (Coahuila).
Es gibt auch ± polsterbildende Pflanzen (? v. neo-
mexicana, nur ein Name) sowie eine zylindrische
Form mit Scheitel wolle, reich nach unten zu mit
zylindrischen Tr. sprossend, zuweilen ± gelblich.
Epithelantha polycephala Backbg.
K. mehrköpfig verzweigend; Tr. klein, locker
stehend, rundlich; St. spreizend, + abstehend und
verflochten, meist grauweiß, in Scheitelnähe
gewöhnlich bräunlich bis rostbraun. — Mexiko (Coahuila,
Ramon Arispe).
Epithelantharufispina H. Bravo: Epithelantha mi-
eromeris v. rufispina (H. Bravo) Backbg.
Epithelantha spinosior Schmoll: Epithelantha mi-
cromeris v. unguispina (Böd.) Backbg.
x Epixochia Rowl.: Eine Hybridgattung (Epi-
phyllum x Nopalxochia).
Erdisia Br. & R. (54)
Schlanktriebige, aufrechte oder + liegende Cereen
mit mäßig langer, z. T. dichterer und feinerer, oder
auch kräftigerer Bestachlung. Die höchste Art wird
nur ca. 2 m hoch. Zwei der südlichen pazifischen
Arten vermehren sich eigenartig: durch aus einem
verzweigten unterirdischen Rhizom aufsteigende, +
keulige bis zylindrische Triebe. Die Blüte ist stets
trichterig geformt. Der Fruchtknoten und die sich
darüber ohne sichtbare Abschnürung fortsetzende,
verhältnismäßig kurze Röhre sind dicht und
ziemlich lang bestachelt; die mäßig große ± grüne
Frucht mit ziemlich dünner Haut ebenso. Zuweilen
neigen einige Arten dazu, die Blüte — ähnlich wie
Wilcoxia albiflora — ohne Trennung aus der Trieb-
spitze zu bilden, was aber bei den betreffenden
Pflanzen nicht immer der Fall ist. Beschrieben sind
bisher 11 Arten. — Verbreitung: Südlicheres
Peru bis Chile. [©.].
Erdisia apiciflora (Vpl.) Werd.
K. liegend oder aufsteigend; Tr. bis 50 cm lg., bis
2,6 cm 0; Ri. niedrig und schmal, ca. 8; Rst. ca.
10, bis 1 cm lg., dünn; Mst. 1, nadelig, bis 2 cm lg.;
St. alle ziemlich hell; Bl. 4 cm lg., scharlachrot,
zuweilen aus dem Triebende. — Peru (Prov. Huari).
Erdisia aureispina Backbg. & Jacobs.
K. schlanksäulig, halb liegend, bis 1 (—2) m lg., bis
3 cm 0; Ri. 6—9, schmal, niedrig; Ar. dunkel;
Rst. (Unterstacheln) 6—10, dünn, zur Hälfte nach
Epithelantha — Erdisia 145
oben und unten gerichtet, die untersten sehr fein,
bis 1 cm lg.; Mst. (Oberstacheln) 8 (—10), allseitig
spreizend, ca. 6 mehr sternförmig, z. T. steil aufwärts
gerichtet, Fuß schwarzbraun, Spitze goldgelb; Bl.
2,5—4 cm lg., bis 5 cm 0, hellrot; Fr. bis 2 cm 0. —
Peru (Ollantaitambo).
Erdisia erecta Backbg.
K. schlanksäulig, aufrecht, bis 1 m h.; Tr. von unten
aufsteigend, wenig verzweigt, bis ca. 3 cm 0; Ri.
5—6, schmal, nicht hoch; St. ca. 10 (—18), ungleich
allseitig spreizend, hell, mit dunklem Fuß, teils
kurz, teils 1—2 auf- und abwärts gerichtet
abstehend, Basis z. T. verdickt; Bl.scharlach-karminbzw.
feuerrot; Fr. ca. 2 cm 0. — Südperu (Urcos).
Erdisia fortalezensis Ritt. — ‚‚Taxon4', XIII: 3,
116. 1904.
K. halb liegend, wenig verzweigt, bis 1 m lg., grün;
Tr. 2,5—4 cm 0; Ri. 10, bis 7 mm h., gekerbt; Ar.
6—10 mm entfernt, schwarz; St. schwarz (untere)
und weiß (obere); Rst. 10—15, 4—15 mm lg., sehr
dünn, anliegend; Mst. 6—10, 7—30 mm lg., dünn;
Bl. seitlich, 3,5 cm lg., braungelb; R. bestachelt;
Ov. mit schwarzen Ar. und braunen St.; Pet. oben
stumpf lieh, spateiförmig; StM. zweiserig, gelb; Gr.
und 15 N. weiß; Fr. 2,5 cm gr., rund, grün, stachlig;
S. 2 mm gr., mit weißem Nabel. — Peru (Dept. An-
cash, Valle Fortaleza, ca. 3500 m) (FR 1058).
Erdisia maxima Backbg.
K. strauchig, aufrecht bis anlehnend, größere
Kolonien; Tr. bis 2 m lg., frischgrün; Ri. ca. 6, gerundet,
ziemlich niedrig; Ar. erst weiß, dann bräunlich; Rst.
ca. 10, bis 2 cm lg., ungleich; Mst. 1, bis 3 cm lg.,
verschieden gerichtet, mitunter auch 2 längere; St.
erst glasigweiß, dann gelblich, stechend; Bl. bis
5 cm lg. und br., orangerot. — Peru (Mariscal Ca-
ceres und weitere Umgebung).
Erdisia meyenii Br. & R.
K. aufrecht, + keulig, aus verzweigtem Rhizom
aufsteigend, auch zylindrisch; Tr. meist nach unten
+ stark verjüngt, bis 20 cm lg. (in der Kultur bis
50 cm lg. gesehen), 3—5 cm 0; Ri. 5—8, 1 cm und
mehr h.; Rst. 9—11, ungleich, einer meist der
längste; Mst. 1 (—2) als längste St., bis 6 cm lg.; St.
alle bräunlich bis schwärzlich oder heller und die
Spitze dunkel, Fuß z. T. verdickt; Bl. ca. 4 cm lg.,
orangegelb bis -rot; Fr. ca. 2 cm 0, rötlich (-grün?).
— Südperu (Arequipa) bis Nordchile (Tacna).
Erdisia philippii (Reg. & Schm.) Br. & R.
K. aufrecht, dünnsäulig, blaugrün; Tr. ca. 3 cm 0;
Ri. 8—10, stumpf, ellipsoidisch gehöckert; Rst. 8,
bis 12 mm lg.; Mst. 4—5, der oberste der längste, bis
2,5 cm lg0, Farbe?; Bl. ca. 4cm lg.,
glockig-trichterig, unten gelblich, oben rötlich; Gr. purpurn. —
Chile.
146 Erdisia — Eriocactus
Ritter hält die Art für einen Austrocactus und
kombinierte sie entsprechend um; sie ist aber nicht
wieder aufgetaucht, auch gab Regel „Verzweigung
oben" an; der Körper wurde ferner nicht als weich
beschrieben. Eine Umstellung erscheint daher
mangels lebenden Materials zumindest als voreilig; die
Beschrbg. kann auch auf eine Erdisia zutreffen.
Erdisia quadrangularis Rauh & Backbg.
K. strauchig, sperrig verzweigt, z. T. überhängend,
bis 1,50 m h.; Tr. 4-, selten ökantig; Rst. 4—8, blaß-
gelb, 1—2 cm lg.; Mst. bis 5 cm lg., vorgestreckt
(1 mehr randständiger unterer mitunter etwas
länger; St. sehr steif, alle blaßgelb, die längsten
besonders kräftig; Bl. leuchtend zinnoberrot; Fr. 3 cm
0, rötlichgrün. — Peru (Puquiotal). (Abb. 103.)
Erdisia ruthae Johns, ist eine nicht vollgültig
beschriebene Art mit nur ca. 5 Ri., schmal und relativ
hoch, stufig lang gekerbt; Rst. bis ca 7: Mst. 1—2
undeutlich geschiedene mit verdicktem Fuß, Basis
dunkel; St. hell bis dunkel, 1—2 können viel dünner
als die übrigen sein, ein längster vorgestreckter ist
meist der kräftigste. — Peru.
Erdisia spiniflora (Phil.) Br. & R.
K. aus verzweigtem Rhizom keulig aufsteigend; Tr.
bis 20 cm lg., blaugrün, bis 4,5 cm 0; Ri. 8, 5 bis
10 mm h., stumpf, seicht gebuchtet; Rst. meist
2—5, pfriemlich, gerade, spreizend; Mst. 1, bis
2,5 cm lg., unten schwärzlich, oben braun; Bl.
4 cm 0, blaß purpurrot, nach unten gelblich; Fr.
ellipsoidisch bis keulig, bis 5 cm lg., 2,5—3 cm 0,
gelblich. — Chile (Aranas).
Ritter hält die Art für einen Austrocactus und
kombinierte sie entsprechend um. Die Originalabb.
zeigt jedoch die gleiche Wuchsform wie E. meyenii,
mit unterirdischem Rhizom, und die Frucht gleicht
ebenfalls weit eher der einer Erdisia, wie auch die
Verzweigung. Über die angebliche
„Blütenähnlichkeit mit Austrocactus" macht Ritter keine näheren
Angaben; sie allein dürfte auch nicht entscheidend
sein (s. auch unter Austrocactus).
Erdisia squarrosa (Vpl.) Br. & R. (T.)
K. mit starker Rübenwurzel, sperrig verzweigt,
liegend bis aufsteigend; Tr. bis 25 cm lg., 2—2,5 cm
0, grün, oft rötlich; Ri. 7—8, 8 mm h.,
zusammengedrückt, stumpf, gekerbt; Rst. 9 (—10) (wenn 11,
dann 2 kürzeste aufwärts weisend), bis ca. 12 mm
lg.; Mst. meist 1 auffälligerer, abstehend, ca. 3 cm
lg., sowie ein kürzerer, aber auch 4, über Kreuz, die
kräftigeren unten verdickt, mit dunklem Fuß; St.
alle erst gelblich-hornfarben, dann blasser,
gelbspitzig, bzw. die mittleren dunkelspitzig; Bl. bis
4,5 cm lg., gelblich bis rötlich; Fr. 2,5 cm lg., 1,7 cm
0; S. (wie bei allen Arten) zahlreich, schwarz. —
Mittelperu (Tarma).
Erdisia tarijensis (Card.) Ritt,: Corryocactus tari-
jensis Card.
Erdisia tenuicula Backbg.
K. sperrig, + liegend bis aufsteigend, mit dicker
holziger Rübe; Tr. 1,5—3 cm 0; Ri. 8 (—10),
zierlich, niedrig; Rst. bzw. undeutlich geschiedene Mst.
alle fast hyalin, bis 5 mm lg., dünn; Mst. 1, als solcher
etwas unterschieden, nur wenig länger und stärker;
Bl. ca. 2,6 cm lg., 3,6 cm 0; R. kurz; Pet. orangerot,
ziemlich br. — Peru (Tarma).
Eriocactus Backbg. (HO)
Zwei sehr einheitlich charakterisierte Arten mit
später säuliger Gestalt, ± schrägem, wolligem
Scheitel und relativ großen, breittrichterigen Blüten
mit kurzer Röhre, braun bewollt. Die Früchte sind
kugelige Beeren, die basal öffnen, darin zahlreiche
lose Samen, ziemlich klein und braun. Die Narben
sind niemals rot; darin, wie in der relativ großen
Körperlänge im Alter, den Früchten und Samen
wie auch der auffälligen Scheitel-Wollbildung
unterscheidet sich die Gattung von Notocactus. —
Verbreitung: Paraguay, Südbrasilien. [®.]
Eriocephalus Backbg. war ein früherer Subg.-Name
für obige Gattung; deren Bezeichnung Eriocephala
(Backbg.) Backbg. wurde wegen
Namensähnlichkeit mit der Komposite Eriocephalus L.
verlassen.
Eriocactus grossei (K. Sch.) Backbg.: Eriocactus
schumannianus (Nie.) Backbg.
Nur eine Form des Gattungstypus, wie dessen frühere
Varietätsnamen unter Echinocactus: v. longispinus
Hge. jr. und — unter Notocactus — v. nigrispinus
(Hge. jr.) Berg.
Eriocactus leninghausii (Hge. jr.) Backbg.
K. anfangs breitkugelig bis rundlich, später säulig,
bis ca. 1 m h., bis ca. 10 cm 0, reich von unten her
bis etwas höher sprossend und damit
gruppenbildend; Scheitel schräg bei zunehmendem Alter;
Basis später auch gekrümmt; Ri. bis über 30,
niedrig; Ar. anfangs weiß; Rst. bis 15, dünn, borstig,
weißgelb; Mst. 3—4, bis 4 cm lg. werdend, +
goldgelb, borstig, + verbogen; Bl. 4 cm lg., 5 cm 0;
Sep. grünlich; Pet. gelb. — Südbrasilien (Abb. 104).
f. apelii W. Heinr. war eine interessante, klein
bleibende, reich sprossende Sämlingsform,
v. longispinus Ritt., bisher nur ein Name.
Eriocactus schumannianus (Nie.) Backbg. (T.)
K. anfangs breitrundlich, später + keulig-säulig, bis
über 1 m h.; Scheitel später + schräg; Ri. an Zahl
zunehmend, bis über 30, schmalkantig; Ar. bald
kahl; St. 4—7 (—10), mittlere nicht deutlich
geschieden, gerade oder gewunden, Fuß etwas
verdickt bzw. dunkler, sonst später gelblich bis
bräunlich oder dunkler, auch geringelt; Bl. ca. 3,5 cm lg.,
Eriocactus—Eriocereus 147
4 cm 0, breit geöffnet; Fr, fest, anfangs fleischig
erscheinend; S. klein, braun, unter 1 mm lg. —
Paraguay (Paraguari).
Eriocephala (Backbg.) Backbg. und Eriocephalus
Backbg. : s. unter Eriocactus Backbg.
Eriocereus (Berg.) Rice. (140)
Niederliegende, anlehnende oder kletternde Cereen,
z. T. strauchig und überbiegend, mit mehrrippigen,
± runden oder + kantigen Trieben. Die Blüten sind
nächtlich, ziemlich groß, trichterig, mit + derberer
Röhre, die Perigonblätter weiß bis rosa, Röhre und
Fruchtknoten + behaart, ebenso die platzende rote
Frucht, an der bis auf zwei Arten die Stacheln ganz
reduziert sind. Die Pflanzen ähneln den viel weiter
nördlich wachsenden Harrisia-Arten mit nicht
platzenden Früchten. Beschrieben sind 9 Arten. —
Verbreitung: Brasilien, Paraguay, Uruguay,
östlicheres Argentinien bis zum Staat Buenos Aires.
[©•]
Eriocereus adscendens (Gurke) Berg.
K. strauchig, überbiegend; Tr. bis5cm 0; Bi. 7—10,
gerundet, in längliche Höcker unterteilt; Ar. mit
Schüppchen; St. 10, kräftig, die äußeren angedrückt,
2—3 cm lg., am Grunde verdickt, gelb oder braun,
dunkler gespitzt; Bl. 25 cm lg., weiß, bräunlich-gelb
behaart; Fr. fast ovoid, bis faustdick, hellrot,
höckrig, braunfilzig. — Brasilien (Bahia; Per-
nambueo).
Eriocereus bonplandii (Parm.) Rice.
K. niederliegend bis kletternd, bis 3 m und mehr lg.;
Tr. 3—8 cm 0, bläulichgrün, später graugrün; Ri.
4—6, manchmal 4kantig, Furchen flach; St. 6—8
(—10), anfangs rot, dann grau; Bl. bis 25 cm lg.,
weiß; R. mit oft zurückgebogenen Seh.; Pet. bis
12cm lg.; Fr. 4—6 cm 0, gehöckert, mit längeren
Seh. und Haarfilz, karmin; S. bis 3 mm lg., glänzend
schwarz. — Brasilien bis Argentinien. (Abb.
105).
Eriocereus crucicentrus Ritt.: ein unbeschriebener
Name.
Eriocereus guelichii (Speg.) Berg.
K. kletternd, bis 5 cm 0; Tr. 3—4kantig, mit
flachen Seiten, Kanten scharf, etwas geschweift; Ar.
erst weiß, dann grau; Rst. 4—5, später abfallend,
4—5 mm lg., die oberen die längsten; Mst. 1, kräftig,
bis 2,5 cm lg.; Bl. 20—25 cm lg., weiß, außen grün,
mit großen Seh. und fast ohne Wolle; Fr. rot, mit
langen, schmalen Seh. — Argentinien (Chaco).
Eriocereus jusbertii (Reb.) Rice.
K. dunkelgrün, wenig verzweigt; Tr. 4—6 cm 0;
Ri. 5 (—6), Furchen flach* Ar. erst gelb, dann grau;
Rst. 7, kegelig, 4 mm lg., die oberen die längeren;
Mst. 1, kräftiger, rot, später braun bis schwärzlich,
auch bis 4 über Kreuz; Bl. 18 cm lg., außen
bräunlichgrün, innen weiß; Fr. flachrund, rot, bis 6 cm 0.
— Wird als Bastard (?) angesehen und ist eine harte
Unterlage für nicht zu dicke Pflanzen.
Eriocereus martinii (Lab.) Rice.
K. anlehnend, bis über 2 m lg.; Tr. 2—2,6 cm 0,
grün bis graugrün; Ri. 4—5, breit, oft undeutlich
höckrig; Rst. meist 5—7, kurz; Mst. 1, hellbraun,
oben und unten dunkler, 2—3 cm lg.; Bl. 20 cm lg.,
weiß, außen hellgrün; Fr. rot, mit vorstehenden,
bestachelten Hck. — Argentinien (Chaco).
Eriocereus platygonus (O.) Rice.
K. verzweigt, anlehnend; Tr. schlank, 2 cm 0; Ri.
6—8, flach, gerundet, Furchen seicht; Ar. erhöht,
klein; St. 12—15, anfangs gelblich-braun, dann grau,
spreizend, borstendünn, bis 12 mm lg.; Mst. 1, etwas
kräftiger; Bl. 12 cm lg., weiß, außen hellgrün; Sep.
oben bräunlich. — Südamerika.
Eriocereus pomanensis (Web.) Berg.
K. ziemlich aufrecht, blau- oder graugrün; Ri. 4—6,
stumpff nicht gebuchtet; Rst. 6—7, strahlend, 1 cm
lg.; Mst. 1, 1—2 cm lg., pfriemlich, zuerst rot oder
weiß, dann grau und schwarz gespitzt; Bl. 15 cm lg.,
weiß; R. mit eiförmigen Seh.; Fr. glattrund, schwach
höckrig, beschuppt, stachellos. — Nordwest-
Argentinien.
v. uruguayensis (v. Ost.) Backbg. unterscheidet
sich durch etwas mehr Ri., 6—8, mit deutlicherer
Höckerung; Bl. bis 20 cm lg. — Uruguay.
Eriocereus regelii (Wgt.) Backbg.
K. strauchig; Tr. 1,2—2 cm 0; Ri. 4—6 (—7),
niedrig, stumpf; Rsl. ca. 5, bis 3 mm lg., weiß,
braunspitzig, stechend, anfangs aufwärts-, später
abwärts-weisend; Mst. 1 (—2), bis 1,5 cm lg., steif;
Bl. 22 cm lg., außen purpurn; Pet. weiß, oben mit
rosa Spitze, unten grünlich. — Heimat?
Eriocereus tarijensis Ritt, ist eine unbeschriebene
Art.
Eriocereus tephracanthus boliviensis (Web.) Marsh.:
Roseocereus tephracanthus (Lab.) Backbg.
Eriocereus torluosus (Forb.) Rice. (T.)
K. niederbiegend, verzweigt; Tr. bis 1 m lg., 2—4 cm
0, dunkelgrün; Ri. (5—) 7, gerundet, leicht
gebuchtet, Furchen geschwungen, scharf; St. 6—10,
spreizend, bis 2 cm Ig.; in st. 1—3 unterscheidbar,
kräftiger, 3—4 cm lg., anfangs rötlichbraun; Bl.
16 cm lg., weiß; R. kurz bestachelt, Wolle weiß; Ov.
ebenso bekleidet, höckrig, mit rötlichen, dreieckigen
Seh.; Sep. bräunlichgrün; Fr. kugelig, gehöckert,
bestachelt. — Argentinien (Prov. Buenos Aires).
Ist neuerdings in Australien zur Landplage
geworden.
148 Eriosyce
Eriosyce Phil. (126)
Eine formenreiche Gattung großer Kugelkakteen
Chiles. Die Verbreitung erstreckt sich von 200 m
ü. M. bis auf über 2000 m ü. M.; dem entsprechen die
unterschiedlichen Habitusmerkmale, die aber auch
auf engerem Raum z. T. stärker variieren, was z. B.
die Farbe der Stacheln anbetrifft. Während deren
Anordnung und teilweise auch Zahl bei jüngeren
Pflanzen verhältnismäßig einheitlich ist,
unterscheiden sich ältere Stücke stärker in der Gestalt
(kugelig oder länglich), in der Stachelfarbe (von
schwärzlich über gelb bis grau), sowie in der
Scheitelbekleidung (entweder nur stachlig und die
Areolen mäßig wollig, oder durch einen + breiten
dichten Wollschopf), aber auch die + rötliche
Blütenfarbe ändert ab, soweit bekannt: von rosa bis
mennigrot. Vergleicht man dann noch die Früchte,
ergeben sich ebenfalls Unterschiede: von kugeliger
bis zu gestreckter Form, die krönenden
Fruchtborsten von fein und kurz bis fast in Fruchtlänge,
dünner oder etwas derber. In der Samengestalt sind
gleichfalls geringe Abweichungen festzustellen: z. B.
bei der v. jorgensis unter der über den Nabel
vortretenden Rundung kaum einwärts gebogen bis zur
mehr mützenartigen Form wie bei der v. zorillaensis.
Einheitlich ist die starke längere und dichte
Umkleidung der glockig-röhrigen Blüte, aus der oben
die steiferen Borsten in der unterschiedlichen Länge
(wie bezüglich der Fruchtborsten angegeben)
hervorragen. Die Perigonblätter sind ziemlich stark
aufgerichtet, Griffel und Staubblätter ungefähr oben in
einer Ebene, die Narben gelblich, soweit bekannt;
alle von den Perigonblättern noch ein Stück
überragt. Zahl und Länge der Fruchtborsten kann aber
auch bei ein und derselben Varietät verschieden
sein. Alles in allem gesehen läßt sich aus den bisher
bekannten Merkmalen keine Berechtigung zu einer
Arttrennung ableiten, so daß ich die von den zuerst
beschriebenen Kennzeichen des Gattungstypus
abweichenden Formen vorderhand nur als Varietäten
ansehen kann, wenn auch Ritter für einige (noch
unbeschriebene) Artnamen führt. Die aufgeführten
Kennzeichen verstehen sich für jüngere Pflanzen;
mehr ist darüber, z. T. mit Farbfotos, in meinem
Handbuch „Die Cactaceae", Band III und VI,
wiedergegeben. Im übrigen lassen die nomina nuda
Ritters nicht einmal mit Sicherheit sagen, welche
Pflanzen mit welchen der von mir beschriebenen
Varietäten etwa übereinstimmen. Nur eine
eingehendere Bearbeitung dieser Gattung großer Kugelkak-
teen, die z. T. bis 1 m hoch werden und bis zu einem
halben Meter dick, kann hinreichend Klarheit über
die Merkmalsunterschiede aller Vertreter des Genus
erbringen. Bisher beschrieben sind außer der v. ce-
ratistes sechs Varietäten, zu denen wohl zumindest
noch zwei weitere hinzukommen: E. lapampaensis
Ritt. n. nud. und eine noch unbenannte Pflanze,
mehr breitrund, dicht- und langstachlig, mit grauer
Stachelfarbe (Abb. 3455, in „Die Cactaceae", VI). —
Verbreitung: Chile, von der südlichen Provinz
Atacama bis zum Gebiet von Santiago. [®., P.:
Die Pflanzen sind gutwüchsig, Pfropfen beschleunigt
das Wachstum, macht aber das spätere Umpfropfen
auf stärkere Unterlagen notwendig.]
Eriosyce aurata (Pfeiff.) Backbg.: da es mehrere
gelblich bestachelte Formen gibt, ist nach Pfeiffers
Beschreibung nicht festzustellen, welcher Varietät
sein Name entsprach.
Eriosyce ausseliana Ritt, ist ein unbeschriebener
Name für etwas feiner und braun bestachelte
Pflanzen.
Eriosyce ceratistes (O.) Br. & R. (T.) v. ceratistes
K. kugelig, bis 50 cm 0; Ri. über 20—30 (im Alter);
Scheitel schon früh wollig; St. an Zahl zunehmend:
anfangs nur ca. 8 und 1 mittlerer, später bis ca. 20,
ziemlich gerade bis + gebogen, bis über 3 cm lg.,
pfriemlich dick, schwarz, im Neutrieb zuweilen auch
heller; Bl. bis ca. 3,5 cm lg., rot; Pet. ca. 1,5 cm lg.;
Fr. bis 4 cm lg.; S. schwarz, eiförmig, ca. 3 mm lg. —
Chile (oberhalb Santiago de Chile). (Abb. 106.)
Von der mit + schwärzlichen Stacheln
beschriebenen v. ceratistes weicheruab:
v. combarbalensis Backbg.: St.
schmutzig-gelbgrau, keiner gerade aufgerichtet, bis ca. 3,6 cm
lg.; Fruchtborsten ca. 11 mm lg., bräunlich-grau;
Pflanzen kugelig-tonnenförmig. — Chile (Man-
quehua, bei Combarbalá).
v. coquimbensis Backbg.: St. kräftig braun; Bl.
rosa; Fruchtborsten ca. 13 mm lg., rostbraun;
Pflanzen kugelig; Scheitel nicht wollig, wenn
blühbar werdend. — Chile (Prov. Coquimbo, Frai
Jorge).
v. jorgensis Backbg.: St. schmutzig- bis
gelblichgrau, 1 längerer gerade vorstehend, bis 4,5 cm lg.
zusammengedrückt; Fruchtborsten
schmutziggrau, 13—15 mm lg; Pflanzen gedrückt-rund. —
Chile (Frai Jorge).
v. mollesensis Backbg.: St. gelblich bis
bernsteinfarben, im Scheitel mehr bräunlich, bis 5,5 cm lg.,
fast alle leicht gebogen, keiner länger vorstehend;
Fruchtborsten ca. 7 mm lg., dünn, dunkelbraun.
Pflanzen kugelig. — Chile (Prov. Coquimbo, Rio
M olles).
v. tranquillaensis (Ritt.), ist unbeschrieben;
bräunliche St. (bei Ritter als Artname),
v. vallenarensis Backbg.: St. ziemlich hell, länger,
stark aufrecht verflochten; Bl. mennigrot;
Pflanzen ± tonnenförmig. — Chile (Prov. Atacama,
Vallenar).
v. zorillaensis Backbg.: St. blaßbraun; Scheitel
stark weißwollig; Fruchtborsten 17 mm lg.; Bl.
kräftig rot; Pflanzen gedrückt-kugelig. — Chile
(Dept. Ovalle, Zorilla).
Eriosyce ihotzkyanae Ritt.: ist unbeschrieben; St.
dunkler braun, kräftig gekrümmt.
Eriosyce — Escobaria 149
Eriosyce lapampaensis Ritt. : ist unbeschrieben. St.
länger, + gebogen, seitlich stärker verflochten,
anfangs hell-bräunlich, bald weißlich mit braunen
Spitzen, ein längerer vorstehend.
Eriosyce sandillon Remy: ist ein Synonym des Typus
der Gattung, der Artname die einheimische
Bezeichnung der Pflanzen.
Erythrorhipsalis Berg. (25)
Hängende Epiphyten mit später zahlreich
verzweigten zylindrischen Trieben, die mit anliegenden
Borsten bedeckt sind und am Ende kleine, ebenso
beborstete Blüten bilden, denen nachher
kleinkugelige, rote, beborstete Früchte folgen. Nur 1 Art
bekannt. — Verbreitung: Brasilien. [Muß
hängend kultiviert werden.]
Erythrorhipsalis pilocarpa (Löfgr.) Berg. (T.)
K. stark buschig hängend, wirtelig verzweigend; Tr.
zu 3—6, schwach gerippt, bis 12 cm lg., bis 6 mm 0,
schmutzig graugrün; Ri. 8—10, undeutlich; Ar. mit
3—10 Bst. statt St.; Bl. einzeln oder zu zweit,
duftend, bis 2,5 cm br., blaßgelb, auch mit einem
Stich ins Grünliche; Fr. 12 mm lg. und 0, mit
gelblichen Bst.; S. ziemlich groß, schwarz. — Brasilien
(Säo Paulo; Rio de Janeiro). (Abb. 107.)
Escobaria Br. & R. (217)
Kleine, z. T. sehr kleine, bis im Alter stärker
verlängerte, + kugelige bis zylindrische Pflanzen,
gewöhnlich reicher sprossend und mitunter größere
Gruppen bildend. Die kleinen Blüten entstehen im
Scheitel und sind weiß bis purpurn gefärbt, auch rosa
bis grünlichweiß, in einem Falle gelblich. Die den
Beeren von Mamillaria ähnelnden Früchte sind rot,
die Samen schwarz. Durch die Fruchtfarbe und
harten Samen ist die Gattung von Coryphantha
unterschieden, mit der sie die Warzenfurche ebenso
gemeinsam hat wie mit der relativ großblütigen
Neobesseya, die ebenfalls rote Früchte bildet, die
Samen aber mit größerem Arillus, die Blüten nahe
dem Scheitel, während sie bei Escobaria im Scheitel
entstehen. Die Früchte beider Gattungen haben
wäßrigen Saft, die von Neolloydia, die gleichfalls
meist zylindrische Körper mit Warzenfurchen und
zentraler Blüte bildet, sind dagegen nicht wäßrig,
trüb gefärbt und auftrocknend. Bisher wurden
19 Arten beschrieben. — Verbreitung: USA
(Westtexas; Süd-Neumexiko), Mexiko (Chihuahua
bis Tamaulipas und Zacatecas). [®., P.]
Einige Arten wurden auch unter Coryphantha
beschrieben, andere unter Neobesseya, Neolloydia,
zwei unter Escobesseya Hest., eine sogar unter
Thelocactus.
Escobaria albicolumnaria Hest.: Escobaria tuber-
culosa (Eng.) Br. & R.
Escobaria arizonica (Eng.) F. Buxb. : Coryphantha
vivipara v. arizonica (Eng.) Marsh.
Escobaria bella Br. & R.
E. kleinzylindrisch, sprossend; Tr. 6—8 cm lg.; W.
rundlich, mit weißer Furche und einer schmalen
bräunlichen Glandel darin (nur bei dieser Art (?));
Rst. mehrere, weißlich, bis 1 cm lg.; Mst. 3—5,
braun, bis über 2 cm lg., aufsteigend, braun; Bl. fast
2 cm 0, rosa; Sep. gewimpert; Pet. mit blassem
Rand. — USA (Texas, am Devils River).
Escobaria bisbeeana (Orc.) Marsh, ist eine Art von
Bisbee (USA: Arizona) ohne vollgültige
Beschreibung.
Escobaria boregui Schmoll war ein Katalogname.
Die Merkmale sind „Klein, nur 2,5 cmØ‚± säulig;
W. klein, rund; Rst. 23; Mst. 4; St. alle weiß, Mst.
mit verdicktem Fuß."
Escobaria chaffeyi Br. & R.
K. säulig, bis 12 cm lg.; Tr. 5—6 cm 0, fast ganz
von St. bedeckt; W. sehr kurz, hellgrün, Furche
schmal; Rst. zahlreich, borstig, weiß; Mst. einzeln (?)
bis mehrere, kürzer als die Rst., braun- oder schwarz-
spitzig; Bl. 1,5 cm lg., kremrosa mit bräunlichem
Mittelstreifen; Fr. karmin, ca. 2 cm lg. — Mexiko
(Zacatecas, Cedros).
Escobaria chihuahuensis Br. & R.
K. einzeln bis gruppenbildend; Tr. kugelig bis kurz-
zylindrisch, bis 12 cm lg., bis 6 cm 0, dicht
bestachelt; W. kurz, unter den St. verborgen; Rst.
zahlreich, spreizend; Mst. mehrere; St. alle bräunlich,
mittlere auch schwarz; Bl. bis 1,5 cm lg., purpurn;
Sep. bewimpert. — Mexiko (bei Chihuahua).
Escobaria chlorantha (Eng.) F. Buxb. : Coryphantha
chlorantha Eng.
Escobaria dasyacantha (Eng.) Br. & R.
K. kugelig bis oblong, bis 20 cm lg.; Tr. bis 7 cm 0;
Rst. bis über 20, weiß, borstig; Mst. ca. 9, kräftiger,
etwas länger, oben rötlich oder bräunlich, oft bis
2 cm lg.; Bl. rosa; Sep. bewimpert; Fr. keulig,
Scharlach, bis 2 cm lg.; S. 1 mm groß, schwarz. — USA
(Westtexas; Süd-Neumexiko); Mexiko (Chihuahua).
Escobaria deserti (Eng.) F. Buxb. : Coryphantha
chlorantha v. deserti (Eng.) Backbg.
Escobaria duncanii (Hest.) Backbg.
K. 6 cm lg., mit verjüngter Rüben-Wz., auch
sprossend; Tr. bis 3,4 cm 0; W. klein, kurz; Rst.
24—36, + anliegend, strahlend, weiß, braunspitzig,
bis 1,2 cm lg.; Mst. meist 3—8 (—16), bis 1,2 cm lg.,
150 Escobaria
wie die Rst. gefärbt; Bl. rosa, 1,5 cm lg. und 0;
Sep. bewimpert; Fr. Scharlach, 2 cm lg.; S.
mattschwarz. — USA (Texas, bei Hot Springs).
Escobaria emskoetteriana (Qubhl) Backbg.
K. rasenbildend; Tr. bis 5 cm h., bis 4 cm 0,
dunkelgrün; W. kegelig, 1cm lg.; Rst. über 20,
derbnadelig, braunspitzig, bis 2 cm lg.; Mst. 6—8,
bis 2 cm lg., einige unten verdickt, weiß, oben
fuchsrot; Bl. 3 cm lg., schmutzigweiß mit grünroter
Mitte; Sep. bewimpert; Pet. bis über 2 cm lg. —
Mexiko (San Luis Potosi?).
Escobaria fobei Fric: Escobaria lloydii Br. & R.?
Escobaria hesteri (Wright) F. Buxb.
K. gruppenbildend, klein; Tr. bis 2,5—4 cm h., in
Kolonien bis 30 cm 0; Scheitel von St. überdeckt;
W. konisch, bis 12 mm lg.; Rst. 14—16, nicht immer
in einer Ebene, dazu (besonders oben) noch einige
feinere, bis 15 mm lg., glasig hell; Mst. 0; Bl.
hellpurpurn, 2,3 cm lg., 2,5 cm 0; Sep. bewimpert;
Pet. 1 cm lg. — US A (Texas, Mt. Ord). (Abb. 108.)
Escobaria leei Böd.
K. sprossend; Tr. 1,5 cm h., 5 mm 0; St. zahlreich,
weiß, bis 3 mm lg. (unzureichende Beschreibung). —
USA (Neumexiko).
Escobaria lloydii Br. & R.
E. gruppenbildend; Rst. ca. 20, später abfallend,
spreizend, dünn, weiß; Mst. mehrere, kräftig, mit
bräunlicher oder schwärzlicher Spitze, 2 cm lg.;
Bl. grünlich, 2,5 cm lg., mit bräunlichen
Rückenstreifen; Fr. kugelig bis oblong, 6—12 mm lg., rot;
S. schwarz, 1 mm groß. — Mexiko (Zacatecas,
Sierra Zuluaga).
Escobaria muehlbaueriana (Böd.) Knuth
K. sprossend; Tr. ovoid-zylindrisch, bis 5 cm h.,
3 cm 0, glänzend dunkel-laubgrün; W. + kegelig,
8mm lg.; Rst. 15—20, die oberen sehr fein, die
anderen dünn, steifnadelig, weißlich, braunspitzig,
ca. 8 mm lg.; Mst. meist 6, aufwärts oder abstehend
gerichtet, 1,5 cm lg.; Bl. 1,5 cm lg., 2,5 cm 0,
grünlichgelb mit rotbraunem Rückenstreifen (Sep.);
Fr. 5 mm 0, rot; S. glänzend dunkel-rotbraun. —
Mexiko (Tamaulipas).
Escobaria nellieae (Croiz.) Backbg.
K. stärker sprossend; Tr. bis 4,5 cm lg., länglich;
Ri. in 8—14 Reihen von W.; W. nur 2 mm lg.;
Rst. ca. 18, dünnpfriemlich, allseitig strahlend,
längere oben z. T. 1 cm lg., aufgerichtet, daneben
feine Beistacheln; Mst. 0; St. alle honiggelb oder
etwas dunkler, auch oben weiß oder rötlich; Bl. nur
bis 1,5 cm 0, purpurn. — USA (Texas, südl.
Marathon). (Abb. 109.)
Escobaria neo-mexicana (Eng.) F. Buxb.: Cory-
phantha vivipara v. neo-mexicana (Eng.) Backbg.
Escobaria oklahomensis (Lahm.) F. Buxb. : eine
Zwischenform zwischen Coryphantha vivipara und
v. radiosa (Eng.) Backbg.
Escobaria orcuttii Böd.
K. eiförmig, bis 6 cm h.; Rst. dünn, zahlreich, weiß,
bis 8 mm lg.; Mst. bis 15, 1—2 im Zentrum derber
und etwas länger, schwach dunkler gespitzt; Bl. rosa,
1,5 cm groß. — USA (?, Texas?).
Escobaria peloncillensis Kuenzl. n. prov.: Escobaria
tuberculosa v. caespititia (Quehl) Borg
Escobaria radiosa (Eng.) Frank: Coryphantha
vivipara v. radiosa (Eng.) Backbg.
Escobaria rigida Backbg.
K. einzeln oder sprossend, kugelig bis zylindrisch,
blaugrün; W. zierlich; Rst. zahlreicher, seitlich dicht
verflochten, im Scheitel mehr aufgerichtet, diesen
verbergend; Mst. einige, etwas stärker, etwas
abstehend bis + vorgestreckt, bis 1,5 cm lg.; St. alle
anfangs weiß, dann mehr grauweiß; Bl. 1,5 cm lg.,
violett; Fr. oblong, rot. — Mexiko (?)
Escobaria roseana (Böd.) Backbg.
E. später sprossend; Tr. eiförmig, 4 cm h. werdend,
bis über 3 cm 0, matt gclblich-laubgrün; W. 8 mm
h. und br.; Ar. gelb; Rst. ca. 15, glatt, dünnadelig,
verflochten, die unteren bis 10 mm lg., die oberen
bis 15 mm lg.; Mst. 4—6, schwach aufwärts
spreizend; St. alle schwefelgelb, anfangs heller; Bl.
rötlichweiß, klein; Fr. 15 mm lg., grün; S. dunkelbraun,
1 mm groß. — Mexiko (Coahuila, Saltillo).
Escobaria runyonii Br. & R.
K. reich sprossend, Kolonien bis zu über 100
Köpfen bildend; Tr. kugelig bis kurz-oblong,
graugrün, 3—5 cm lg.; W. 5 mm lg.; Rst. zahlreich, weiß,
nadelig, 4—5 mm lg.; Mst. stärker, 5—7, schwach
spreizend, braun oder schwarz gespitzt, 6—8 mm
lg.; Bl. 1,5 cm lg., blaß purpurn, Mitte dunkler,
Rand heller; Fr. Scharlach, bis 9 mm lg. — USA
(Texas, Brownsville), Nordmexiko (Nord-Tamau-
lipas).
Escobaria sneedii Br. & R.
K. sprossend, Kolonien bis zu 50 Köpfen
bildend; Tr. zylindrisch, bis 6 cm lg., 1—2 cm 0;
W. bis 3 mm lg., rund; St. bis 20, anliegend, dicht
verflochten, bis 6 mm lg., braunspitzig, den Scheitel
verdeckend; Fr. 7 mm lg.; S. braun. — USA
(Westtexas).
Escobaria strobilif ormis sensu Böd. : Escobaria
tuberculosa (Eng.) Br. & R.
Escobaria tuberculosa (Eng.) Br. & R. (T.)
K. sprossend; Tr. zylindrisch, bis 18 cm h., bis 6 cm
0, grau- bis blaugrün; W. 6 mm lg.; Rst. 20—30,
Escobaria — Espostoa 151
nadelig, 4—15 mm lg.; Mst. 5—9, etwas stärker und
länger, braun oder schwärzlich nach der Spitze zu,
sonst weiß wie die Rst.; Bl. 2,5 cm 0, rosa; Sep.
violettrosa; Fr. oblong, bis 2 cm lg., karmin. —USA
(Westtexas, Süd-Neumexiko) bis Nordmexiko.
Sehr variable Art. Von den benannten Varietäten
unterscheidet sich stärker:
v. caespititia (Quehl) Borg: K. mehr kugelig,
dicht sprossend; Rst. 20, milchweiß; Mst. 3—5,
braunspitzig; Sep. rosa, weiß bewimpert; Pet.
blaßrosa, weißrandig. Die Pflanze ist dicht
bestachelt; sie wurde in den USA auch als E. pelon-
cillensis Kuenzl. nom. prov. verkauft.
v. durispina (Quehl) Borg: K. kräftig
zylindrisch; St. hart und spröde, weiß; Mst. derber,
rötlich oder braun gespitzt. Die schönste var.
v. jrracilispina (Quehl) Borg und v. pubescens
Quehl) Borg haben dünne St., letztere oben
anfangs rot gespitzt, ebenso v. rufispina (Quehl)
Borg, Rst. nur 15—20.
Escobaria varicolor Tieg.
K. einzeln, konisch-kugelig, bis ca. 6 cm h. und 0,
hellgrün; W. 7 mm lg.; Rst. 15—18, dünnadelig,
6 mm lg., anliegend strahlend, glasig
schmutzigweiß; Mst. 4, drei Aach oben anliegend, einer
abstehend, 1 cm lg., pfriemlich aber dünn, honiggelb
bis rötlich-hornfarben; Bl. weißlich bis karminrosa,
ca. 3 cm lg.; Sep. bewimpert. — USA (Westtexas).
Escobaria vivipara (Nutt.) F. Buxb. : Coryphantha
vivipara (Nutt.) Eng.
Escobaria zilziana (Böd.) Bagkbg.
K. später zylindrisch, von unten her und auch
seitlich sprossend; Tr. bis über 10 cm lg., hell blaugrün;
Ax. im Alter zum Scheitel hin stärker wollig; Rst.
12—15, bis 1,5 cm lg., weißlich, braunspitzig, ca.
4—7 obere Beistacheln kürzer und dünner; Mst.
0—1, nicht länger; Bl. ca. 2,5 cm lg., 1,5 cm 0, gelb
bis oliv; Fr. keulig, 2 cm lg., zinnoberrot. — Mexiko
(Coahuüa, nördlich der Sierra Paila).
Escobesseya Hest. (E. dasyacantha und duncanii):
Escobaria Br. & R.
Escontria Rose (161)
Später größere, vielverzweigte Bäume mit kleineren,
kurzglockigen Blüten, diese kahl, wie am
Fruchtknoten und der fleischigen Frucht mit größeren,
pergamentartig trockenen, dreieckigen Schuppen
besetzt, die dachziegelig dicht stehen. Die Angaben
über die Fruchtfarben lauten verschieden: graugrün
(wahrscheinlich unreif), braunrot (reifend?),
purpurn. Die Früchte haben ein stachelbeerartiges
Aroma und werden auf den Märkten verkauft. Nur
1 Art bekannt. — Verbreitung: Mexiko (Süd-
Puebla bis Oaxaca). [©.]
Escontria chiotilla (Web.) Rose (T.)
K. baumartig, bis 7 m h., einen kürzeren, kräftigen
Stamm bildend; Tr. weich, leicht abbrechend,
hellgrün; Ri. 7—8; Ar. stark genähert bis später
zusammenfließend; Rst. bis 10—15, ziemlich kurz,
zurückgebogen; Mst. mehrere, 1 Hauptstachel, bis
7 cm lg., zuweilen etwas abgeflacht; St. alle
hellfarbig; Bl. 3 cm lg., gelb; Fr. ca. 5 cm 0. —
Südmexiko (S.-Puebla). (Abb. 110.)
Espostoa Br. & R. emend. Werd. (183)
Hochstrauchige bis Hh baumförmige Cereen Perus,
fast alle dicht mit weißen Haaren bekleidet und mit
meist kürzeren und feinen weißen, gelblichen oder
roten Randstacheln, die mittleren zuweilen länger
bis ziemlich lang, hornfarben und auch ± rotfleckig
bis rötlich gefärbt. Die Behaarung ist, soweit
vorhanden, ± dicht, gespinstartig, seidig und im
Scheitel nicht ausgesprochen wattig-weich und -dicht wie
bei der mehr zentralperuanischen Gattung Pseudo-
espostoa. Werdermann beschränkte Espostoa in
seiner Emendierung von 1931 auf die mehr
nördlichen und vorwiegend ostandinen Arten, die seitlich
verzweigen, ein Rinnencephalium und matte Samen
haben, während er damals (noch) die Pflanzen
meiner Gattung Pseudoespostoa zu Cephalocereus
stellte, wegen des oberflächlichen Cephaliums;
außerdem sprossen diese Pflanzen, die weit weniger
hoch werden, von unten und haben blanke Samen.
Das Cephalium von Espostoa ist weißlich bis
gelblich oder bräunlich gefärbt, je nach den
verschiedenen Arten; seine Bildung erfolgt aus einer vom
Scheitel herablaufenden nahtartigen Einsenkung,
zuerst noch nicht tiefgreifend, allmählich verbreitert
es sich und liegt dann der Achse auf, mit flachen,
breiteren Areolen, und kann also als
Rinnencephalium bezeichnet werden. Die nächtlichen Blüten
entstehen meist im oberen Teil, aber auch ziemlich weit
hinab; im Hochstand sind sie ausgebreitet,
verschieden lang. Die bei der Reife roten Beerenfrüchte
sind, wie die Blüte, locker behaart. Bekannt sind
bisher 6 (—8 ?) Arten, die z. T. etwas variieren, vor
allem auch in der Behaarung, diese aber nie wattig.
—Verbreitung: Südekuador bis zum nördlicheren
Peru. [©.]
Ich folge der Emendierung Werdermanns, d. h.
behalte die Trennung von Espostoa und
Pseudoespostoa aus folgenden Gründen bei: Gestalt,
Verzweigung, Behaarung, Cephaliumanlage und Samen-
testa sind bei beiden verschieden. Das verlangt hier
eine Unterscheidung zweier Gattungen. Bei
entsprechend bezeichneten Jungpflanzen weiß man
dann schon um die spätere Eigenart obiger
Merkmale; bei einer z. B. als „Espostoa nana Ritt."
(einer Pseudoespostoa) bezeichneten Pflanze ist das
nicht der Fall. Querschnitte, die ein nicht der Achse
aufliegendes Cephalium zeigen (F. Buxbaum in
Kakt. u. a. Sukk., 15: 3, 45. 1964), geben zu junge,
152 Espostoa
noch unvollkommen eingesenkte Schopfteile wieder.
Anderslautende Argumente können nicht übersehen
lassen, daß eine Trennung nach Artgruppen solcher
voneinander verschiedener, aber unter sich
einheitlicher Kennzeichen eine natürliche
Gattungsgliederung ist, eine Zusammenfassung dagegen eine mehr
künstliche, die die Unterschiede leichter
übersehen läßt, wie gerade hier die früher nicht
seltenen Verwechslungen zeigten. Wenn darauf
verwiesen wird, daß sich beide Areale einander nähern,
so ist das nicht ungewöhnlich; dies ging auch bereits
aus Weberbauers Angaben in seinem Werk über
die Andenflora hervor. A. von Humboldt stellte
schon den Spaltcharakter des Espostoa-Cephaliums
fest, wie ihn besonders auffällig die bei diesem Genus
einzigartige nahtförmige Einsenkung am Scheitel
zeigt (s. auch unter Pseudoespostoa).
Espostoa blossfeldiorum (Werd.) F. Buxb.: Thri-
xanthocereus blossfeldiorum (Werd.) Backbg.
Espostoa dautwitzii (Hge. jr.) Borg: ungeklärt, ob
eine Pseudoespostoa- oder Espostoa-Art gewesen.
Espostoa dybowskii (Goss.) Fric: Austrocephalo-
cereus dybowskii (Goss.) Backbg.
Espostoa huanucensis Ritt.
Eine feiner und auch + abstehend behaarte Art,
vielleicht nur eine Varietät.
Espostoa hylaea Ritt. — „Taxon" XIII: 4, 143.
1964.
K. von der Basis bis zur Mitte verzweigt; Tr.
aufsteigend, bis 5 cm 0; Bi. 21—28, mit bis 1 cm lg.
H.; Bst. 30—40, 5 mm lg., gelb oder fuchsbraun;
Mst. kaum unterscheidbar, zuweilen 1 etwas
stärkerer, bis 1 cm lg.; Ceph. blaßbraun; Bl. bis 5 cm lg.,
bis 6 cm 0, flockig weiß behaart, Farbe? (wohl
weiß); S. 1,4 mm gr., matt. — Peru (Prov. Bagna,
Dept. Amazonas, Rio Maranon, Magdalena). (FR668).
Espostoa lanata (HBK.) Br. & R. (T.)
K. baumartig, stammbildend, bis 4 m h.; Tr.
aufgerichtet; Bi. 20—30, niedrig; Ar. dichtstehend;
Bst. zahlreich, gelblich, kurz und stechend, z. T. +
rötlich gespitzt; Mst. meist 2, sehr kräftig,
abstehend, mehrere Zentimeter lg., gelblich-horn-
farben mit roter Spitze; Ceph. weißlich; Bl. ca.
5 cm lg. — Nordperu (Abb. 111.)
v. serieata (Backbg.) Backbg.: ohne die längeren
Mst. der v. lanata. (Abb. 112.)
Espostoa lanianuligera Ritt. (FR 660) „mit
grauweißen H. und elfenbein St." ist z. Z. noch
unbeschrieben.
Espostoa laticornua Rauh & Backbg.
K. breitkronig-baumartig, nur bis 2 m h.,
stammbildend; Stamm bis 50 cm lg., bis 30 cm 0; Tr. +
aufgerichtet; St. meist zuerst mit längeren mittleren,
die später verschwinden können, beim Typus der
Art hellere St.; Ceph. gelblichgrün; Bl. 6 cm lg.; Fr.
4 cm lg. — Südekuador bis Nordperu.
Dies ist die von Britton & Rose abgebildete Art,
die sie irrtümlich für identisch mit E. lanata
hielten,
v. atroviolacea Rauh & Backbg.: Bst.
purpurviolett; Mst. 1 (—2), im Scheitel dunkelbraunrot
bis fast schwarz; Ceph. reinweiß bis grünlich-
weiß ; Bl. ca. 5 cm lg.
v. rubens Rauh & Backbg.: Bst. rötlich; Mst.
1—2, bis 8 cm lg., bernsteinfarben, z. T.
längsgestrichelt; Ar. gelblichbraun; Ceph. reinweiß bis
gelblichweiß.
Espostoa melanostele (Vpl.) Borg: Pseudoespostoa
melanostele (Vpl.) Backbg.
Espostoa mirabilis Ritt. — „Taxon", XIII: 4, 143.
1964.
K. wohl strauchig-baumförmig; Tr. bis 9 cm 0; St
an Jungpflanzen borstig-dünn, verflochten und
abstehend, einzelne länger und haarartig, besonders
zur Basis hin; Mst. im Scheitel aufgerichtet, an
Jungpflanzen nadelig dünn, unten weiß, oben
rötlich, bei alten Pflanzen stehen einzelne derbere und
längere Mst. ab; Scheitel dichter weißwollig, die Ar.
ziemlich groß; Ceph. gold- bis rötlichbraun; Bl. wie
die anderer Espostoa-Arten, 5,5 cm lg. — Nord-
peru (mittlere Maranon-Schlucht) (FR 670).
v. primigena Ritt., I.e.: Tr. nur 4—8 cm 0;
Ceph. meist fuchsbraun bis gelblich; Bl. 4—5 cm
lg. — Gleicher Standort wie beim Typus der Art.
(FR 1061.)
Espostoa mocupensis Johns, und E. lanata mocu-
pensis Ritt, sind unbeschriebene Namen.
Espostoa nana Ritt.: Pseudoespostoa nana (Ritt.)
Backbg.
Espostoa procera Rauh & Backbg.
K. baumartig, bis 7 m h.; Tr. bis 15 cm 0, nicht
sehr zahlreich, sperrig aufrecht abstehend; Scheitel
dicht weißwollig; Mst. an cephaliumtragenden
Pflanzen bis 2 cm lg., zur Basis hin gelblich, nach oben zu
rot; Ceph. über 2 m lg., gelblich-wollig; Bl. 4,5 cm
lg. — Nordperu (Olmos-Tal).
Espostoa ritteri Buin.
K. baumförmig verzweigt, bis 4 m h., breiter als
hoch; Tr. bis 7 cm 0, dunkelgrün; Bi. 18—22, quer-
gefurcht; Ar. weiß; H. weiß, dünn, z.T. +
abstehend, 2—3 cm lg.; Bst. + 25, dünn, rotbräun-
lich, gelblich oder weißlich; Mst. 1, 7—20 mm lg.,
als schwarz beschrieben, bei Sämlingspflanzen auch
rotbraun, dünn; Ceph. gelblich; Bl. bis 8 cm lg.,
weiß. — Nordperu (am Ufer des Maraiion).
Espostoa — Eulychnia 153
Espostoa ruficeps Ritt., unbeschrieben (FR 573 A),
ist eine Pflanze mit längeren, ± abstehenden
Haaren und feinen, kurzen rötlichen St. Da über
Wuchsform und Cephalium nichts berichtet ist, läßt sich
auch über eine etwaige Zugehörigkeit zu bekannten
Arten nichts sagen. (Abb. 3512, in „Die Cactaceae",
Bd. VI.)
Epostoa sericata (Backbg.) Backbg.: Espostoa la-
nata v. sericata (Backbg.) Backbg.
Espostoa ulei (Gurke) F. Buxb.: Facheiroa ulei
(Gurke) Werd.
Eulychnia Phil. (88)
Überwiegend baumartige Cereen, meist reicher
verzweigt, die Triebe stärker aufgerichtet und z. T. mit
ziemlich langen Mittelstacheln. Bei einigen Arten
wird in der frühesten Jugend weißer oder grauer +
langer Areolenfilz gebildet, oder dieser ist haarartig,
dicht und verlängert, so daß der Scheitel von
flockigem Filz oder Haaren verdeckt ist. Die Blüten sind
glockig-trichterig oder unten fast rundglockig,
verschieden lang, ziemlich dicht mit filzigen oder
(kurz-)haarigen Areolen versehen, die dickwandige
Frucht z. T. dicht anliegend behaart oder befilzt,
manchmal duftend. Die Samen sind, soweit
bekannt, ziemlich klein, dunkelbraun oder schwarz.
Zumindest eine Art weicht durch niedrigen, z. T.
halb liegenden Wuchs ab, in der Bestachelung
auffällig dem Trichocereus skottsbergii ähnelnd (U.-G.
Medioeulychnia), aber durch die wollig-glockigen
Blüten gut unterscheidbar. Eine ähnlich niedrige
Pflanze mit auffällig bestachelten (1) Blüten mußte
als ursprünglichere Stufe, als eigenes Genus Philip-
picereus Backbg., abgetrennt werden. Beschrieben
sind bisher 7 Arten. Ritter unterscheidet noch 2
[unbeschriebene] weitere, so daß ungefähr 9 unter-
scheidbare Arten bekannt sind. — Verbreitung:
Chile (im nördlicheren Küstenbereich), [(g).]
Eulychnia acida Phil.
K. baumförmig, bis 7 m h., mit bis 1 m lg. Stamm;
Ri. 11—12, breit und niedrig; St. schwer trennbar,
verschieden lg., anfangs bräunlich, später grau, bis
20 cm lg.; Bl. 6 cm lg., kreiselig, dicht mit Seh. und
getrennten Filzpolstern besetzt (nicht behaart), Filz
sehr kurz; Pet. rosa, später auch weiß; Fr. fleischig.
— Chile (Choapa bis Coquimbo).
Ritter unterscheidet eine v. procumbens. Was ich
als E. procumbens aufführe, ist ebenfalls eine
halbliegende, niedrige Pflanze, aber mit dicht behaarten,
dick-glockigen Blüten. Ob Ritters var. wie der
Typus der Art blüht, ist mir nicht bekannt.
Eulychnia aricensis Ritt. — „Taxon", XIII: 3,
115.1964.
K. wie bei E. iquiquensis; Ri. zahlreicher, 14—17;
Ar. größer, bis 1 cm 0, kurz blaßgrau befilzt; St.
schwächer, die längsten 2—4 cm lg.; Bl. kürzer,
4,5—5,2 cm lg., mit gelbbrauner, weißer, grauer
oder bräunlicher filziger Behaarung, später
verblassend; Pet. kleiner, bis 1,8 cm lg., 0,4—0,5 cm
br,; Stbf. im Grunde inseriert, und dicht um die
Öffnung; Fr. kleiner, 4—5 cm lg. und br,; S.
geringer an Zahl. — Chile (südl. von Arica, an der
Steilküste) (FR 197).
Eulychnia breviflora Phil.: Eulychnia spinibarbis
(0.) Br. & R.
Eulychnia floresiana Ritt., unbeschrieben, soll der
E. saint-pieana Ritt, ähneln (FR 202 a).
Eulychnia iquiquensis (K. Sch.) Br. & R.
K. baumförmig, bis 7 m h., unten fast stachéllos;
Stamm kurz, bis 25 cm 0; Tr. tief entstehend; Ri.
12—15, etwas höckrig; Ar. genähert, weiß, bis
1 cm 0; St. an nicht blühbaren Tr. ca. 12—15,
meist ca. 1 cm lg., 1—2 ziemlich stark, bis 12 cm lg.,
an blühbaren Ar. sind die St. oft borstenförmig und
zahlreich; Bl. 6—7 cm lg., mit seidigen, weißen H.;
Pet. kurz, weiß; Fr. 5—6 cm 0, fleischig, dicht seidig
weiß behaart. — Chile (Prov. Atacama, Antofa-
gasta, Tarapacá; in Meernähe). (Abb. 113.)
Eulychnia longispina Ritt., unbeschrieben, soll an
den Bl. lange goldgelbe H. haben (FR 214 a).
v. lanuginosior Ritt, nur ein Name (FR 215),
ebenso v. tenuis Ritt. (FR 215 a).
Eulychnia procumbens Backbg. — Descr. Cact. Nov.
III: 6.1963.
K. aufrecht bis halb liegend, niedrig; Tr. oft leicht
gebogen, unten oft kahl; Ri. ca. 9—11, stumpf, +
höckrig; Ar. dick, grau; St. verschieden an Zahl und
Länge, aber meist ziemlich bis sehr lang, z. T. schwach
verbogen bis abwärts weisend, einige länger als der
Trieb-Ø, an der Tr.-Spitze ± aufgerichtet; Bl. dick-
breitglockig, weiß, bis zum Saum dicht mit weichen
H. bekleidet, so daß die R. unsichtbar bleibt; Pet.
ziemlich kurz. — Chile (südlich von Los Viles).
(Abb. 114.)
Eulychnia ritteri Cullm.
K. baumartig oder strauchig, bis 3 m h., tief und
reichlich verzweigt; Tr. 6—8 cm 0; Ar. sehr dicht
stehend, bis 7,5 mm dick, mit zottigem, grauweißem,
längerem Filz; Rst. bis 12, 1—2 cm lg., bräunlich,
dünn; Mst. 1—4, schwarz, 3—6 cm lg., die längsten
abwärts weisend; Bl. ca. 2 cm lg., 1,5 cm 0,
weißwollig', grün beschuppt; Pet. rosa, bis 1 cm lg.,
gerundet; Fr. grünlich-orange, bis 3 cm 0, rund;
Pulpa farblos, schleimig, sauer. — Peru (Küste von
Chala).
154 Eulychnia — Ferocactus
Eulychnia saint-pieana Ritt. — „Taxon", XIII: 3,
115. 1964.
E. ähnlich E. spinibarbis; Ar. aber rund, bis 8 mm
0, 3—8 mm entfernt, mit 5—10 mm lg., blaß-
grauem Filz, an alten Stücken mit lockeren weißen
Flocken; Bl. 6—7,5 cm lg., 5—7,5 cm 0; Pet. bis
3 cm lg. und 0,8 cm br., weiß, spatelig, zuweilen mit
rosa Mittellinie, Basis schmäler, oben gerundet oder
kurz gespitzt, mit bräunlicher feiner Spitze; Fr. fast
birnförmig, ± 8 mm lg.; Pulpa braungelb, fast
saftlos. — Nordchile (Atacama) (FR 479a).
Über die St. ist nichts gesagt; Sämlinge haben gelbe
St. und anfangs ein dichtes weißes Haarkleid.
Eulychnia spinibarbis (0.) Br. & R. (T.)
K. baumförmig, bis 4 m h., verzweigt; Tr. bis
7,5 cm 0; Ri. 12—13; St. ca. 20, die undeutlich
geschiedenen mittleren bis 15 cm lg., die anderen
meist bis ca. 18 mm lg.; Bl. 3*-6 cm lg., hell
gelblichbraun behaart; Pet. weiß oder rosa, 2 cm lg.,
gespitzt; Fr. lang hellbraun behaart, ca. 7 cm lg.,
4,5 cm 0. — Chile (Provinz Coquimbo, Küste),
v. taltalensis Ritt. (FR 214) ist nur ein Name.
Facheiroa Br. & R. (177)
Baumförmigé Pflanzen mit kurzem Stamm und
zahlreichen Rippen. Blühbare Triebe haben ein
seitenständiges Oberflächen-Cephaliúm aus einer
kompakten Masse braunrötlicher Wollhaare. Die
ziemlich kurzen nächtlichen Blüten sind
zylindrischglockig und kurzsaumig, bräunlich behaart. Die
birnförmige Frucht ist zuerst behaart, die Haare bei
der Reife abfallend. Nur 1 Art bekannt. —
Verbreitung: Brasilien (Bahia). [®.]
Facheiroa publiflora Br. & R.: Facheiroa ulei
(Gurke) Werd.
Facheiroa ulei (Gurke) Werd. (T.)
K. bis 5 m h., Stamm bis 12 cm 0; Tr. schlank,
zahlreich, bis 7 cm 0, hell- bis graugrün; Ri. 15—20;
Ar. graubraun; Rst. 10—15, 1—1,5cm lg.; Mst.
3—4, ca. 1—2,5 cm lg.; St. alle braun, nicht sehr
stechend; Ceph. bis 20 cm lg., bis 4 cm br.,
braunrötlich, H. bis 4,5 cm lg., ohne Bst.; Bl. bis 4,5 cm
lg., bis 2 cm 0; R. und Ov. dicht klein beschuppt
und mit 1 cm lg., bräunlichen H.; Pet. weiß; Fr. 6 cm
lg., 4 cm 0; S. 1,5 mm lg., mattschwarz
(Werdermann) oder glänzend (Gurke). — Brasilien (Bahia,
Serra do S. Ignacio). (Abb. 115.)
Ferocactus Br. & R. (195)
Eine Gattung im Wuchs ziemlich verschiedengestal-
tiger Pflanzen: flachrund, niedrig-kugelig, mäßig
hoch gestreckt oder polsterartige Gruppen von
Hunderten von Köpfen bildend, dicksäulig, einzeln und
sprossend, z. T. bis 4 m h. und damit die
höchsten Kugelformen. Ebenso verschiedenartig ist die
Bestachlung: pfriemlich bis z. T. abgeflacht, die
mittleren gerade bis gebogen und auch scharf
gehakt, oft in leuchtenden Farben und z. T. von
haarartigen Stacheln begleitet. Einheitlich ist die relativ
kurze, kahle, dicht beschuppte Blüte, soweit
bekannt gelb oder rot, mit Zwischentönen, und die
ebenso beschuppte, basal öffnende Frucht. Über die
Samen ist bei manchen Arten nichts bekannt, sonst
sind sie meist schwarz, z. T. braun, matt oder ±
glänzend. Beschrieben sind 35 Arten, einige wenige
zwar bekannt, aber unbeschrieben oder nicht mit
Sicherheit als eigene Spezies bestimmbar. Im
allgemeinen wachsen die Pflanzen bei Topfkultur
verhältnismäßig langsam. — Verbreitung: USA
(südliche Staaten von Utah und Nevada bis zur
Südgrenze), Mexiko (Niederkalifornien und Staaten
bis Oaxaca hinab). [®.]
Ferocactus acanthodes (Lem.) Br. & R.
K. dicksäulig, bis 3 m h., meist einzeln; Ri. bis ca.
27, bis 2 cm h.; Ar. braun, oft stark genähert; Rst.
bis ca. 13, dünnadelig bis borstig; Mst. pfriemlich
oben höchstens + gekrümmt, nie hakig, dünn, +
abgeflacht oder + gedreht, bis 12 cm lg.; St.
weißlich, rosa, hellrot oder gelblich; Bl. glockig, gelb bis
orange, 4—6 cm lg., mit purpurnen Seh.; Fr. 3 cm
lg. — USA (Süd-Nevada) bis Mexiko
(Niederkalifornien). (Abb. 116.)
v. lecontei (Eng.) Linds. wird nur bis 2 m h. und
ist wesentüch schlanker; R. bis 30. — USA
(Südwesten) bis Mexiko (Sonora, Niederkaliformen).
Ferocactus alamosanus Br. & R.
K. kugelig, bis 25 cm h., bis 30 cm 0, manchmal in
Gruppen; Ri. ca. 20; Rst. meist 8, 3—4 cm lg., +
spreizend; Mst. 1, vorgestreckt, bis 6 cm lg., seitlich
etwas abgeflacht; St. gelblich; Bl. gelb. — Mexiko
(Sonora).
v. platygonus Linds. wird ± zylindrisch, bis 1 m
h. und 40 cm 0; Ri. bis 13 (nur zuweilen
bis 20), bis 4 cm h. und br.; St. bernsteinfarben
mit später rotem Fuß; Bl. bis 4,5 cm lg., 3,5 cmØ,
grüngelb; Fr. 4 cm lg., 3 cm 0; S. tief
dunkelbraun bis schwarz. — Mexiko (Sonora; Südwest-
Chihuahua).
Ferocactus chrysacanthus (Orc.) Br. & R.
K. kugelig bis + zylindrisch; Ri. ca. 18, höckrig; Ar.
mit Nektardrüsen; Rst. 4 bis viele, dünn, weiß;
Mst. bis 10, bis 5 cm lg., gelb oder rot, gebogen; Bl.
5 cm 0, gelb; Fr. gelb. — Mexiko
(Niederkalifornien).
Ferocactus coloratus Gat.
K. zylindrisch, bis 1 m h., bis 30 cm 0; Ri. 13—20;
Ar. groß, länglich; Rst. 10—14, borstenförmig,
mattweiß, spreizend, leicht gewellt; Mst. 9 (—11),
steif, kräftig, geringelt, gerade, bis 5 cm lg., der
unterste mittlere am breitesten, hell bräunlichrot,
Ferocactus 155
einer hakig; Bl. + strohgelb, durch roten
Mittelstreifen bis orange oder rot erscheinend; Fr. gelb;
S. schwarz, halbmatt. — Mexiko
(Niederkalifornien, Aguaje San Andreas).
Ferocactus cornigerus und var. (Namen von
Schmoll): Ferocactus latispinus (Haw.) Br. & R.
FerocaGtus covillei (Br. & R.) Berg.: Ferocactus
emoryi (Eng.) Backbg.
Ferocactus diguetii (Web.) Br. & R.
K. zylindrisch, bis 4 m h., bis 80 cm 0; Ri. bis ca.
40; Ar, später stark genähert; St. 6—8, 3—4 cm lg.,
schwach gebogen, etwas spreizend, pfriemlich-
rund; Bl. 3,5 cm lg.; Pet. rot mit gelbem Rand, 2 cm
lg. — Mexiko (Inseln des Golf von Kalifornien,
z. B. Santa-Catalina-Insel).
v. carmenensis Linds.: nur bis 1 m h., bis 40 cm
0; St. derber als beim Typus der Art. — Mexiko
(Golf von Kalifornien, Carmen-Insel).
Ferocactus echidne (DC.) Br. & R.
K. breitrundlich, bis 12,5 cm h., bis 18 cm 0, grün,
später sprossend (?); Ri. 13, scharfkantig; Ar. oval;
Rst. ca. 7, steif, ca. 2 cm lg., gelb; Mst. 1,
vorgestreckt, bis über 3 cm lg.; Bl. 3 cm lg., zitronen-
bis schwefelgelb. — Mexiko (Hidalgo).
Ferocactus emoryi (Eng.) Backbg.
K. einzeln, kugelig bis zylindrisch, bis 2,40 m h.;
BL 22—32, bis 4 cm h., ziemlich dünn, anfangs ±
höckrig; Ar. entfernt, anfangs braun, mit Drüsen;
Rst. 5—8, pfriemlich, etwas spreizend, bis 6 cm lg.;
Mst. 1, gerade, gekrümmt oder stark hakig,
geringelt, rund bis abgeflacht oder dreikantig, 3—8 cm
lg.; St. rot bis weiß gefärbt; Bl. bis über 6 cm lg.,
gelb bis rot und gelb gefleckt; Fr. 5 cm lg. — USA
(Südarizona) bis Mexiko (Sonora, Guaymas), Wohl
nicht nur eine Art.
Ferocactus Ilavovirens (Scheidw.) Br. & R.
K. + länglich-rund, sprossend und Kolonien
bildend, fahlgrün; Tr. bis 20 cm 0, bis 40 cm h.; Ri.
(11—) 13, bis 2 cm h.; Ar. grau; Rst. 14, abstehend,
bis 2 cm lg.; Mst. 4, der unterste 5—8 cm lg.; St.
alle rot bis braun, dann grau, derb, pfriemlich,
geringelt; Bl. gelb. — Mexiko (Puebla, Tehuacan).
Ferocactus fordii (Orc.) Br. & R.
K. kugelig bis kurz-zylindrisch, graugrün, bis
12 cm 0; Ri. meist 21, 1 cm h.; Ar. 2 cm entfernt;
Bst. ca. 15,nadelig,spreizend, weißlich; Mst. meist 4,
1 abgeflacht, bis 4 cm lg., gekrümmt bis hakig, die
anderen pfriemlich, etwas gekantet; Bl. 4cm lg.,
hellpurpurn.—Mexiko (Niederkalifornien, Westküste),
v. grandiflorus Linds. : etwas höher werdend, bis
Im; BL 6cm lg., gelbrot; Pet. 4cm lg. —
Niederkalifornien (Cap San Eugenio bis Ab-
reojos Point).
Ferocactus gatesii Linds.
K. kugelig bis zylindrisch, bis 1,50 m h., bis 30 cm
0; Ri. 30—32; Ar. hellbraun; Rst. ca. 16,
strahlend, rund; Mst. 4, über Kreuz, seitlich abgeflacht,
bis 3 mm br., der unterste längste bis 7 cm lg., nie
hakig; St.: mittlere und einige seitliche geringelt,
andere borstig fein; Bl. bis 6 cm br. und lg., rot; Fr.
bis 7,5 cm lg., 2,5 cm 0. — Mexiko
(Niederkalifornien, Inseln der Los Angeles Bay).
Ferocactus glaucescens (DC.) Br. & R.
K. kugelig, später schwach gestreckt, blaugrün; Ri.
11—13; St. gelb, 6—7 randständige, 1 mittlerer,
alle ca. gleichlang, bis 3 cm lg.; Bl. 2 cm lg., gelb;
Pet. oblong. — östliches Mittelmexiko.
Hiervon unterscheidet sich F. pfeifferi (Zucc):
K. länglicher; St. 6, ungefähr gleichlang, blaß-
gelblich, Fuß braun, quergestreift, nur selten 1 Mst.
— Mexiko (Toliman).
Ferocactus gracilis Gat.
K. kugelig bis zylindrisch, bis 3 m h., bis 30 cm 0;
Ri. 24, höckrig; Ar. schmal-elliptisch; Rst. je 5 nach
jeder Seite, 2,5—4 cm lg., später spreizend, nadelig,
weißlich; Mst. 7—13, pfriemlich bis auf den
mittleren oberen, der zweiseitig abgeflacht, und den
mittleren unteren, der unten rundlich, oben konkav
ist, anfangs gelegentlich hakig; St. geringelt,
stechend, stumpf dunkelrot, zuweilen hellspitzig, alle
später schwarz; Bl. 4 cm lg., strohgelb mit
rotbraunem Mittelstreifen; Fr. oblong, gelb; S.
glänzend schwarz. — Mexiko (Niederkalifornien, Mi-
siön San Fernando).
Ferocactus hamatacanthus (Mühlpfrdt.) Br. & R.:
Hamatocactus hamatacanthus (Mühlpfrdt.) Knuth
Ferocactus herrerae G. Ort.
K. kugelig, später zylindrisch, bis 2 m h.; Ri.
13—14, zuerst höckrig; Ar. 2 cm lg., weiß oder
hellgrau; Rst. 8, 2 weiß, die anderen rot gefleckt; Mst.
1, zuerst hakig, dann gerade; Bst. bis 8, gedreht,
bis 3 cm lg.; Bl. trichterig, 7 cm 0, 7 cm lg.; Pet.
rötlich mit gelbem Rand; Fr. 4 cm lg., 3 em 0. —
Mexiko (Mazatlan, Durango).
Ferocactus hertrichii Weing.: ist eine wenig
geklärte Art. K. bis l,50mh., bis 60cm 0; Ri. 12—24;
Rst. 17—19, meist borstig, bis 4 cm lg.; Mst. 4,
4—6 cm lg., der unterste hakig; Bl. 6 cm lg.,
rotbraun mit dunklerer Mitte. — USA (Arizona,
Tortilla- und Gila-Mountains).
Ferocactus histrix (DC.) Linds.
K. später großkugelig, mit schrägem Scheitel, bis
70 cm h., oliv-bläulichgrün, einzeln; Ri. ca. 24, im
Alter viel mehr; Rst. 7—12; Mst. 3—4, ein
vorgestreckter bis 6 cm lg.; St. bernsteingelb; Bl.
zahlreich aus stark wolligem Knospenring, bis 3,5 cm lg.,
hellgelb, breittrichterig; Pet. linear-oblong, spitzlich;
Fr. 2 cm lg.; S. winzig, braun. — Mittleres Mexiko.
11 Kakteenlexikon
156 Ferocactus
Ferocactus horridus Br. & R.
K. kugelig, später länglich, bis lmL, bis 30 cm 0;
Ri. 13, 2 cm h.; Ar. groß; Rst. 8—12, 3—4 cm lg.,
nadelig, weiß; Mst. 6—8, spreizend oder
vorgestreckt, rötlich, ein abstehender längster bis 12 cm
lg., hakig; Bl. ? — Mexiko (Niederkalifornien, S.
Francisquito Bay).
Ferocactus johnsonii (Parry) Br. & R.: Echino-
mastus johnsonii (Parry) Baxt.
Ferocactus johnstonianus Br. & R.
K. kurzzylindrisch, bis 60 cm h., bis 35cmØ; Ri.
24—31, Rand wellig; Ar. genähert, elliptisch; St. 20
oder mehr, pfriemlich, alle ähnlich, nie hakig,
schwach abstehend, geringelt, bis 7 cm lg.,
braungelb bis gelb; Bl. 5 cm lg., gelb, außen rötlich; Fr«
2,5 cm 0. — Mexiko (Niederkalifornien, Insel
Angel de la Guardia).
Ferocactus latispinus (Haw.) Br. & R.
K. kugelig bis gedrückt-rund, bis 40 cm 0 und h.,
nur selten gestreckt; Ri. 15—23; Ar. groß; Rst.
6—10, dünn, geringelt, weiß bis rosa, 2—2,5 cm
lg.; Mst. 4 oder mehr, kräftiger, intensiver gefärbt,
einer stark abgeflacht und gehakt,abwärts gerichtet;
St.-Farbe variabel von rot bis gelb; Bl. glockig,
weißlich bis rosa oder purpurn; Pet. schmal-oblong;
Fr, 4 cm lg. — Mittelmexiko bis Durango.
Dem Habitus, der Blüte und den nierenförmigen
Samen nach vielleicht besser zu Glandulicactus
Backbg. gehörend?
Ferocactus lecontei Br. & R.: Ferocactus acanthodes
v. lecontei (Eng.) Lindsay
Ferocactus macrodiscus (Mart.) Br. & R.
K. gedrückt-rund, zuweilen schwach gestreckt, bis
45 cm 0, hellgrün; Ri. 16—21, scharfkantig; Ar.
hellgelb, entfernt; Rst. 6—8, + zusammengedrückt,
bis 2 cm lg.; Mst. 4, kräftiger, stärker gepreßt, der
unterste, abwärts weisende bis 2 cm lg.; St. gelb,
rotgelb oder blutrot; Bl. 5 cm lg., trichterig; Pet.
lineallänglich, dunkelrot bis purpurn oder karmin
mit dunklerem Mittelstreifen. — Mexiko (San Luis
P. bis Oaxaca).
v. multiflorus (R. Mey.) Berg.: Soll leichter als
der Typus der Art blühen; St. bald fahlgelb, nur
anfangs unten purpurn; Bl. 3—4 cm lg. und br.;
Pet. mattrosa mit purpurnem Mittelstreifen.
Ferocactus melocactiformis sensu Br. & R. (Echus.
electracanthus Lem.) : Ferocactus histrix (DC.) Linds.
Ferocactus nobilis (L.) Br. & R.: Ferocactus recur-
yus (Mill.) Berg.
Ferocactus orcuttii (Eng.) Br. & R.
K. kugelig bis länglich, sprossend, bis 20 Köpfe,
bis 1,30 m h., bis 45 cm 0, dunkelgrün; Scheitel
weißfilzig; Ri. 13—30, stumpf lieh, ca. bis 1,5 cmh.;
Ar. genähert; Rst. 9—13 (—15), pfriemlich,
strahlend, teils gekrümmt und geringelt, bis ca. 2 cm lg.;
Mst. 4 (—7), geringelt, kräftiger, kantig oder flach,
1 unterer bis 3 cm lg., gekielt, nicht hakig; Bl.
3—5 cm lg., karmin-weinrot; Pet. gerundet; Fr.
karmin; S. schwarz. — Mexiko (Niederkalifornien,
nahe Tia Juana).
Ferocactus peninsulae (Web.) Br. & R.
E. anfangs kugelig, dann säulig, bis 2,50 m h.; Ri.
13—21; Ar. entfernt; Rst. ca. 11, obere 6 dünn-
pfriemlich, weiß, gerade, bis 2,5 cm lg., untere
stärker, kantig, etwas gekrümmt, geringelt, rot,
dann grau, bis 3 cm lg.; Mst. 6, rubinrot, 4 im Kreuz,
der unterste hakig, kantig, bis 6 cm lg.; Bl. 4—
4,5 cm lg., 5,5 cm 0, purpurn mit karmin
Mittelstreifen. — Mexiko (Süd-Niederkalifornien),
v. viscainensis (Gat.) Linds.: K. nur 1,50 m h.
werdend; Mst. 5—9, einer bis 13 cm lg., bis 6 mm
br., oben etwas konkav; St. graubraun; Bl. 4,5 cm
lg., strohgelb mit purpurnem Rückenstreifen. —
Mexiko (Niederkalifornien, bei Mesquital).
Ferocactus pfeifferi (Zucc): siehe unter F. glauces-
cens. Hierzu gehört vielleicht auch die von H. San-
chez Mejorada in Hidalgo (Quebrada de Venados)
gefundene ganz ähnliche Art. Rst. 6—8 cm lg., gelb;
Mst. 0; Bl. gelb.
Ferocactus pottsii (SD.) Backbg.
K. kugelig bis gestreckt, glänzend graugrün, z. T.
rötlich getönt; Ri. 12—13, höckrig erhöht; Hck.
spitzlich; Scheitel gelblichgrau-filzig; Ar. entfernt;
Rst. meist 6 (—7), anfangs rötlich, später gelblich,
1—2 cm lg.; Mst. 1, bis 3 cm lg., erst purpurn, dann
hellrot; Bl. strohgelb, innen rot. — Mexiko (Chi-
huahua).
Ferocactus pringlei (Coult.) Br. & R.: Ferocactus
stainesii v. pringlei (Coult.) Backbg.
Ferocactus rafaelensis (J. A. Purp.) Borg: Ri. bis
20, mit Drüsen; Mst. 1, bis 6 cm lg.; S. sehr klein,
1 mm groß, glänzend tief schwarz. — Mexiko (Minas
de San Rafael). Vielleicht nur eine Form des F. echid-
ne (DC.) Br. & R.
Ferocactus rectispinus (Eng.) Br. & R.
K. später zylindrisch, bis 2 m h.; Rst. 8—12, die
oberen stärker; Mst. 1, 9—13 cm lg., nie hakig,
zuweilen gebogen; St. alle (?) rötlich; Bl. 6 cm lg.,
gelb; Pet. 5 cm lg., lanzettlich. — Mexiko (Mittel-
Niederkalifornien).
Ferocactus recurvus (Mill.) Berg.
K. länglich, bis ca. 25 cm h., 20 cm 0; Ri. gedreht,
13—15, 3 cm h.; Ar. entfernt, dunkelgrau; Rst.
pfriemlich, 8, 2 etwas gedrückt, geringelt, bis 2,5 cm
lg.; Mst. 1, sehr kräftig, bis 7 cm lg., gekrümmte oder
Ferocactus 157
hakige Spitze; St. dunkelrot bis dunkel graurot, die
schwächeren auch gelblich; Bl. 2,5—4 cm lg. (—5 cm
lg.?), rot mit weißem oder rosa Rand; Fr. 2 cm lg.;
S. schwach glänzend braunschwarz. — Mexiko
(Puebla; Oaxaca).
Ferocactus rhodanthus Schwarz, unbeschrieben.
Jüngere Pflanzen haben 12 Ri., die Körperfarbe ist
bläulichgrün, etwas glänzend; Scheitelfilz bräunlich-
weiß; Areolenfilz weiß, die Ar.-Polster ziemlich
groß und länglich; Rst. ca. 8, spreizend abstehend,
der oberste der kürzeste; Mst. zuweilen 1, fast
doppelt so lg. wie die Rst.; St. alle anfangs rot-
bräunlich, später bräunlich hornfarben und + zonig
dunkler geringelt; Bl. nicht bekannt, nach Schwarz'
Artnamen aber rot.
Die Pflanze ist als Sämling empfindlich. Die Art
gehört vielleicht zum Feroc. emoryi- Komplex, der
in Bestachlung, Blütenfarbe und Samen sehr variabel
ist, die mittleren St. von rund und gerade bis
abgeflacht und hakig; daher vermutete man schon
lange, daß es sich wohl um mehrere Spezies handelt.
Ferocactus robustus (Lk. & 0.) Br. & R.
E. große, haufenartige Kolonien bildend, bis über
1 m h. und bis 3 m 0, mit Hunderten von Köpfen,
bis 20 cm br., frischgrün; Bi. 8; Ar. anfangs braun;
St. variabel in Zahl und Länge, z. T. auch der Stärke,
etwas kräftiger und offen oder feiner und +
verflochten (Rst.); Rst. bis ca. 14, die oberen dünn bis
borstenfein, 3 untere abwärts gerichtete nadelig-
pfriemlich, hell; Mst. 4 (—6), bis 6 cm lg., manchmal
abgeflacht, anfangs braun oder rot, am Grunde
dunkler: BI. bis 4 cm lg. und 0, gelb; Fr. ca. 2,5 cm
lg.; S. schwarz. — Mexiko (Puebla, Tehuacan).
Ferocactus rostii Br. & R.
K. bis 3 m h., sprossend; Ar. weiß; Rst. borstig,
2—8 oder fehlend, weiß bis gelblich; eigentliche St.
ca. 12 oder weniger; Mst. 3—4, geringelt, abgeflacht,
einer zuweilen oben etwas gebogen; St. gelb, an
Jungtrieben zuerst auch rötlich, keiner hakig; Bl.
dunkelgelb; Fr. rot. — USA (Südkalifornien) bis
Mexiko (Nord-Niederkalifornien). —
Wird auch als Varietät des F. acanthodes angesehen,
ist jedoch schlanker und auch stärker sprossend.
Ferocactus santa-maria Br. & R.: Ferocactus towns-
endianus v. santamaria (Br. & R.) Linds.
Ferocactus schwarzii Linds.
K. einzeln, + kugelig, bis 80 cm h., bis 50 cm 0; Ri.
13—19, scharfkantig, bis 5,5 cm h., blaßgrün; Ar.
zuerst hellbräunlich, mit blaßorange Glandeln; St.
undeutlich geschieden, anfangs 3—4—5, später
meist nur 1—3, 1,5—5,5 cm lg., nur schwach
gebogen, zuerst gelb, dann hornfarben, schwach
geringelt, + rundlich; Bl. 5 cm lg., 4 cm 0, gelb; Fr.
rötlich, unten nicht öffnend. — Mexiko (Nord-
Sinaloa).
Ferocactus stainesii (Hook.) Br. & R.
E. bald zylindrisch, sprossend; Tr. bis 1,50—3m h.,
bis 60 cm 0; Bi. ca. 18; Bst. ca. 5 oder mehr,
abstehend; Mst. 4 im Kreuz, + geringelt und ±
abgeflacht, der längste oben gebogen, nicht hakig; H.
in den Ar. fehlend oder nur gering; St. rot bis gelb;
BL orange. — Mexiko (San Luis Potosi).
v. haematacanthus (SD.) Backbg.: E. bis 50 cm
h.; Ri. 12—20; St. rötlich mit gelblicher Spitze;
Rst. 6; Mst. 4, 3—6 cm lg., der unterste ziemlich
breit zur Basis hin; Bl. 6 cm lg., purpurn bzw.
feuerrot. — Standort?
v. pilosus (Gal.) Backbg.: mit reicherer Bildung
von H. in den Ar., besonders zum Scheitel hin,
seitlich stärker verflochten; Ri. bis 20; Mst. bis
4 cm lg.; Bl. rötlich-orange, innen gelblich. —
Standort?
v. pringlei (Coult.) Backbg.: Rst. 7—9, obere
biegsam; Mst. 6—7; Bl. 3,5—4 cm lg., bräunlich-
rot. — Mexiko (Coahuila).
Ferocactus tiburonensis (Linds.) Backbg.
E. zylindrisch, bis 1 m h., 35 cm 0; Ri. ca. 21, leicht
höckrig, bis 3 cm h.; St. undeutlich geschieden, stark
geringelt, randständige schwächer, nie borstig,
mittlere 4 rund bis auf den etwas abgeflachten
untersten, bis 9 cm lg., alle rötlich (?); Bl. 6 cm lg.,
5 cm 0, gelb; Fr. bis 3 cm lg., gelb; S. schwarz. —
Mexiko (Niederkalifornien, Insel Tiburon).
Wird auch als var. von F. wislizenii angesehen, ist
aber niedriger, die Rst. nicht borstenfein, die Mst.
nicht so deutlich gehakt.
Ferocactus tortulospinus Gat.
E. einzeln, bis 60 cm h., bis 40 cm 0; Ri. 20, nicht
breit; Hck. undeutlich; Ar. nur anfangs genäherter;
Rst. 6—8 nach jeder Seite, nadelig, grauweiß; Mst.
11, steif, dünn, spreizend oder angelegt, geringelt,
stumpf graurot, gelbspitzig, gerade bis auf den stark
verlängerten untersten, bis 13 cm lg., gedreht und
hakig; B1.4—6 cm lg., gelb bis orange. — Mexiko
(Niederkalifornien, nördlich der Laguna Seca Chapala).
Ferocactus townsendianus Br. & R.
E. kurzzylindrisch, bis 40 cm h.; Ri. ca. 16, oft
spiralig oder wellig; Ar. groß, entfernt; Rst. 14—16,
spreizend, 3—4 cm lg., meist borstenförmig bis auf
mitunter 2 mehr pfriemliche; Mst. alle pfriemlich,
geringelt, grau, einer gekrümmt oder hakig; Bl. ca.
6 cm lg., rosa Mitte, grüngelber Rand. — Mexiko
(Golf von Kalifornien, Insel San Josef).
v. santa-maria (Br. & R.) Linds.: E. bis 60 cm
h.; Ri. ca. 14; Rst. nur fadenförmig; Mst. in 2
Serien, 1 Haupt-St. flacher, aufsteigend, oben
gebogen, alle grau, geringelt, pfriemlich; Bl. 7 cm
lg., gelb; Fr, bis 4 cm lg. — Mexiko
(Niederkalifornien, Ufer der Santa Maria Bay).
Ferocactus uncinatus (Gal.) Br. & R.: Glanduli-
cactus uncinatus (Gal.) Backbg.
ii»
158 Ferocactus — Frailea
Ferocactus victoriensis (Rose) Backbg.
K. von dem des F. echidne durch später mehr
zylindrischen Wuchs abweichend, mehr sprossend; St.
langer und brüchiger; (Blüten-)Ar. oblong; Mst. bis
9 cm lg.; Bl. gelb; Fr. mit gewimperten Seh. (bei
F. echidne ganzrandig). — Mexiko (bei Ciudad
Victoria).
Ferocactus viridescens (Torr. & Gray) Br. & R.
K. kugelig bis dickzylindrisch, bis 45 cm h., bis
35 cm 0, einzeln oder sprossend, etwas glänzend
tiefgrün; Bi. 13—21, etwas wellig, bis 2 cm h.; Ar.
wenn blühbar mit roten Glandeln; Bst. 9—20, bis
2 cm lg., + spreizend; Mst.4, unten abgeflacht, z. T.
etwas gebogen, bis 3,5 cm lg.; BL 4 cm lg., gelblich-
grün; Fr. 2 cm lg., rötlich. — USA (Kalifornien),
Mexiko (Nord-Niederkalifornien),
v. littoralis G. Linds. — C. & S. J. (US), XXXVI:
1, 8—11. 1964.
K. später gestreckt-kugelig, bis 30 cm h., 18 cmØ,
meist einzeln; Bi. ca. 21—34; St. 22—33, rund,
geringelt, etwas gebogen, stroh- bis fast
fleischfarben; Bl. grüngelb, trichterig, ca. 3 cm lg.,
2,5 cm 0; Fr. rötlich bis gelblich, rund, ca. 15 mm
0; S. 1,5 mm gr., schwarz. — Mexiko
(Niederkalifornien, Küstenzone von nördlich Ensenada
bis Misiön Santo Domingo. Von H. E. Gates
schon 1930 gefunden).
Eine ziemlich dicht béstachelte, interessante
Varietät.
Ferocactus viscainensis Gat. : Ferocactus peninsulae
v. viscainensis (Gat.) Linds.
Ferocactus wislizenii (Eng.) Br. & R. (T.)
K. erst kugelig, später zylindrisch, bis 2 m h.,
einzeln; Bi. bis 25, 3 cm h.; Ar. braun, entfernt;
Bst. borstig oder feinnadelig, bis 5 cm lg.; Mst.
mehrere, weiß bis rot, pfriemlich, geringelt, einer viel
stärker, abgeflacht, stark hakig, bis 15 cm lg.; Bl.
bis 6 cm lg., gelb bis rötlich; Fr. bis 5 cm lg., gelb;
S. mattschwarz. — USA (Texas bis Arizona),
Mexiko (im Norden, bis Niederkalifornien).
Ferocactus wislizenii v. tiburonensis Linds.:
Ferocactus tiburonensis (Linds.) Backbg.
Floresia Ritt, war ein unbeschriebener Name für
Weberbauerocereus Backbg.
Frailea Br. & R. (112)
Ziemlich kleine, kugelige bis längliche Pflanzen mit
feinen Warzenreihen oder niedrigen Rippen, die
Epidermis von hellgrün bis braun getönt. Die Blüten
sind mäßig, aber unterschiedlich groß, stets gelb
und öffnen überwiegend nicht, d.h. sie setzen
cleistogam Früchte an. Kilian untersuchte eine
Anzahl Arten und stellte fest, daß die meisten auch
mit typischer Samengestalt unterschieden sind
(siehe Beschreibungen und Samen-Tafeln). Mit
wenigen Ausnahmen sprossen die Fraileas später.
Die Gattung wurde in der jüngeren Vergangenheit
weniger beachtet. Ihr Artenumfang ist daher nicht
genügend geklärt. Ausgegangen werden muß von
den Originalbeschreibungen, deren Hauptmerkmale
ich nachstehend wiedergebe. Die vom Typus der
F. castanea abweichenden Formen, sowie die Namen
F. pseudograhliana und F. pseudopulcherrima sind
ein Beweis für die bei einigen Spezies noch
unzureichende Kenntnis ihrer Merkmalsschwankung.
Über die typische Samengestalt und ihre Farbe sind
wir ebenfalls noch nicht bei allen Arten unterrichtet;
jedenfalls kann man hut- und kappenförmige Gestalt
der Samen unterscheiden. Ungeklärt ist ferner die
Fruchtbildung aus dem Knospenstadium. Vielleicht
variiert auch die Samenfarbe bzw. dunkelt sie bei
einigen wohl nach dem öffnen der Frucht nach. Die
Untersuchungen über den Umfang der
Formabweichung sind z. T. noch nicht abgeschlossen.
Beschrieben sind 17 Arten. — Verbreitung: Von
Südbrasilien und Uruguay über das nördliche und
südöstliche Argentinien sowie Paraguay bis Bolivien
und in Kolumbien, woher Werdermann einen
einwandfreien Wildstandort berichtete. [®.]
Frailea alacriportana Backbg. & Voll
K. zylindrisch, reichsprossend, grün; Tr. bis 6 cm h.,
2 cm 0; W. in ca. 18 Reihen; Rst. borstenfein,
1—5 mm lg., grau; Mst. 2, untereinander, ocker- bis
schokoladenbraun, 1—7 mm lg.; BL hellgelb. —
Brasilien (Rio Grande do Sul). (Abb. 123: 10,12,
19.)
Krainz hiq$t die Art für identisch mit F. gracillima,
deren Blüten innen rot sind, Körper aschgraugrün;
F. gracillima wächst auch meist einzeln, St.
bernsteingelb.
Frailea asterioides Werd. : Frailea castanea Backbg.
Frailea aurea Backbg.: Frailea pygmaea v. aurea
(Backbg.) Backbg.
Frailea carminifilamentosa Kilian — Descr. Cact.
Nov. III: 6. 1963.
K. rund, grün bis violettbraun, ca. 3,5 cm 0; Ri.
mit sechseckigen, flachen Hck. in ca. 17 Reihen; Ar.
weiß bis gelblich; Rst. 12, büschelig stehend; Mst.
2; St. alle 4 mm lg., anfangs ocker-bräunlich, später
abstehend und verflochten, gerade, gewellt oder +
gekrümmt; Bl. 1,8 cm lg., 2 cm 0; Sep. rötlich-
bräunlich; Pet. hellgelb, am Grunde seitlich karmin
gestreift; R. grün mit rötlichen Seh., ocker bis
hellgelben Bst. und weißer Wolle; Stbf. unten karmin,
oben gelb; Gr. gelb; N. 11, kremgelblich; Fr. bei
Reife gelbgrün, spindelig, 6 mm 0; S. 2 mm 0,.
braun, kugelig kappenförmig. — Standort? (Abb.
117, 123: 5.)
Frailea 159
v. winkelmanniana Kilian n. v.: Differt flore
longiore et latiore, ca. 2,5 cm longo, ca. 3,5 cm
0; foliis perigonii lanceolatis, 3 mm latis; tubo
longiore, minus lanato; ovario rubro; saetis pau-
cis; fructu atroviridi, fere nudo.
Weicht vom Typus der Art ab: Bl. länger und
breiter, ca. 2,5 cm lg., ca. 3,5 cm 0, die schlank
lanzettlichen Perigonbl. sind 3 mm br.; R. 1 cm
länger als beim Arttypus, Bst. weniger, ebenso
die weiße Behaarung; Ov. rot; Fr. dunkelgrün,
fast kahl.
Frailea castanea Backbg.
K. ungepfropft plattrund, lebhaft braun, gepfropft
mehr kugelig und auch ± bräunlichgrün; Ri. 10 bis
15, flach, ungehöckert; Ar. mit kaum sichtbarem,
nicht weißem Filz; St. meist ca. 8 (7—11), winzig,
erst rötlich, dann schwarz, meist abwärts
angedrückt; Bl. ca. 4 cm lg. und 0, gelb, bräunliche
Wolle und Bst.; Stbf. unten rot; S. glänzend
bräunlichschwarz, eingedrückte Hutform. —
Südbrasilien bis Nord-Uruguay. (Abb. 118, 123: 2.)
Mein Name ist älter als der Werdermanns (F. aste-
rioides); alle späteren Versuche, dies ins Gegenteil
zu verkehren, sind unberechtigt, wohl aber hat sich
gezeigt, daß es sich hier möglicherweise um eine
formenreichere Art handelt. Neuerdings tauchten auch
Pflanzen mit deutlicheren weißen Ar. auf, mit
abwärts anliegenden Stachelbüscheln, diese z. T. auch
etwas abstehend, die Tönung des Körpers von rein
bläulichgrün bis rötlichbraun überlaufen. Es gibt
auch Pflanzen mit St.-Bündeln in der Breite der Ri.
und diese sogar z. T. leicht gehöckert. Eine Form
soll sogar roten Blütenschlund haben. Einen Wechsel
der Tönung kennen wir heute auch von der
bolivianischen F. uhligiana. Bei F. castanea muß sich
erst zeigen, ob eine weitere Untergliederung möglich
ist. Bei Marnier sah ich Sämlingspfropfungen auf
Peireskiopsis, die konstant braun getönt waren!
Frailea cataphracta (Dams) Br. & R. (T.)
K. gedrückt-kugelig, bis 4 cm 0, anfangs einzeln,
später sprossend, frischgrün; Hck. in 15 Reihen,
flach, mit halbmondförmigem rotem, braunem bis
violettem Fleck unter den Ar.; Rst. 5, abwärts
weisend, dünn, anliegend, zuerst goldgelb, bis 2 mm
lg.; Mst. 0; Bl. 3,8 cm lg. und br., Breite anscheinend
variabel, hellgrau-wollig; Sep. grünlichgelb; Pet.
hellgelb; Fr. 4 mm 0, hellbraun behaart; S. 2 mm
groß, glänzend schwarzbraun. — Paraguay. (Abb.
123: 1.)
Frailea cataphractoides Backbg. n. sp.
Viridis, ad 2,5 cm 0; mamillis in semicirculo
inferiore rubrotinctis sed non lunate; aculeis tenuibus,
aliquid curvatis, + adpressis ad paulum distantibus,
ca. 10, ad 4 mm longis, asperrimis, primo pallide
fuscatis, postea griseis vel pullioribus vel hyalinis,
fuscate fastigatis. — Bolivia.
K. kleinkugelig (sprossend?), blattgrün, bis ca.
2,5 cm 0; Ri. ganz in winzige W. aufgelöst, diese
unter den Ar. bzw. in der unteren Hälfte der W.
violettrot getönt, aber keine halbmondförmige
Zeichnung; St. bis ca. 10, dünn, etwas gebogen, bis
4 mm lg., + anliegend oder etwas abstehend,
schülferig rauh, zuerst biaßbraun, dann grau oder
dunkler getönt, oder glasig-hell und in eine braune
Spitze verlaufend. — Bolivien (Salzdünen nahe
San Jose an der paraguayischen Grenze) (Koll.
Uhlig, U2181; von Pater Hammerschmid
gefunden).
Frailea chiquitana Card.
K. einzeln oder flache Polster, mit großer Wurzel,
gelblichgrün; Tr. ca. 3 cm 0 erreichend, z. T.
verlängert; Ri. ca. 24, in zusammenhängenden kleinen
Hck.; Ar. dunkelbraun mit einigen weißen H.; Rst.
kammförmig gestellt, in 4—5 Paaren, borstig,
hyalinweiß, bis 3 mm lg.; Mst. 1—3, 3 mm lg., Fuß
verdickt, dunkelbraun; Bl. bis 2 cm lg. und 0,
hellgelb ; R. weißhaarig und mit braunen Bst.; S. 2 mm
groß, glänzend dunkelbraun, randlose
Kappenform. — Ostbolivien (Montana Divi Miserato).
(Abb. 119, 123: 3.)
Frailea colombiana (Werd.) Backbg.
K. einzeln bis sprossend und polsterbildend,
laubgrün; Tr. kugelig bis ± ovoid, bis 4 cm 0; W. in
17—18 Reihen; Ar. bis 5 mm entfernt, weißlich-
oder bräunlich-filzig; Rst. 15—20, borstig, bis 4 mm
lg.; Mst. 2—5, einer bis 6 mm lg., kaum von den
Rst. unterschieden; St. alle gelblich mit dunkler
Spitze; BH. 2,5 cm lg., reingelb oder grünlichgelb:
Pet. lanzettlich, spitz zulaufend und umbiegend; R.
mit weißgrauer Wolle und braunen Bst. —
Kolumbien (Dagua). (Abb. 123: 6.)
Frailea dakakii Fric: Frailea pygmaea v. dadakii
(Fric) Backbg.
Frailea gracillima (Monv. ex Lern.) Br. & R.
K. schlankzylindrisch, aschgraugrün, bis 10 cm h.,
bis 2,5 cm 0; W. in ca. 13 Reihen, rundlich, 2 mm
h.; Ar. anfangs weiß; Rst. bis 16, hell, bis 1,5 mm lg.,
dünn, + angedrückt; Mst. meist 2, dunkler,
abstehend, bis 5 mm lg.; Bl. 3 cm lg., gelb; Pet. am
Grunde karminrot; R. weißwollig und braunborstig:
Fr. 6 mm 0, grünlich; S. glänzend gelbbraun. —
Paraguay. (Abb. 123: 10.)
Frailea grahliana (Hge. jr.) Br. & R.
K. flachrund, reicher sprossend, bis 4 cm br.,
bräunlichgrün; W. in 13 Reinen, kaum 2 mm h., rund; Ar.
elliptisch; St. 9—11, nicht angedrückt, anfangs gelb,
bis 3,5 mm lg.; Bl. 4 cm br., gelb; Fr. gelblich, mit
gelblicher Wolle und gelben St.; S. glänzend
kastanienbraun, kappenförmig. — Paraguay (Rio
Paraguari) und Argentinien (Misiones, Santa Ana).
(Abb. 123: 8.)
160 Frailea
Besonders diese Art soll aus dem Knospenstadium
kleinere Früchte mit wenigeren Korn darin bilden,
ohne Vorhandensein von Staubbeuteln. Nähere
Untersuchungen stehen noch aus.
v. rubrispina Y. Ito soll eine braunrot bestachelte
Form sein.
Frailea knippeliana (Quehl) Br. & R.
K. zylindrisch, einzeln, bei 4 cm Länge 2 cm 0,
freudig-grasgrün (Quehl), glänzend; W. in ca.
16 Reihen, flach, 3 mm br.; Ar, gelblich, aus dem
Filz anfangs bald wieder abfallende weiße H.;
Rst. 14, + angelegt; Mst. 2, anfangs nicht
unterscheidbar, 3—ö mm lg.; St. anfangs bernsteingelb,
die mittleren nachdunkelnd; Bl. bis 2,5 cm lg., außen
rot gestreift; Pet. hellgelb; S. 1—2mm lg.,
kastanienbraun. — Paraguay. (Abb. 123: 9.)
Frailea phaeodisca Speg.: Frailea pygmaea var.
phaeodisca (Speg.) Y. Ito.
Frailea pseudograhliana Fric & Krzgr. ist ein nicht
vollgültig beschriebener Name. Man kultiviert
darunter eine hellgrüne Pflanze mit lanzettlichen Ar.,
schwarzbraunen St. und Ähnlichkeit mit F. schilinz-
kyana (Hge. jr) Br. & R.
Frailea psendopulcherrima (Hort.) Borg (1961),
gültig beschrieben von Y. Ito (1957).
K. meist gedrückt-kugelig, später sprossend, satt-
grün; W. in ca. 15 Reihen, rund flach; St. ca. 10,
dünn, 3 mm lg., spreizend und z. T. zurückgebogen,
erst braun dann mehr grau; Bl. trichterig, ca. 2 cm
lg., 3 cm 0, mit grauer Wolle und braunen Bst. —
Uruguay. (Abb. 123: 4, 18.)
In Bd. III, Abb. 1593 brachte ich ein Bild, das
vielleicht diese Art ist, St. z. T. noch weniger als 10,
Bl. etwas kleiner; unterschiedliche Bl.-Größe wird
bei Frailea aber auch sonst beobachtet.
Frailea pulcherrima (Ar.) Backbg.
K. bis 5 cm h., bis 2 cm 0, dunkelgrün; Ri. 19—21,
niedrig, mit flachen Hck;. Rst. 10—12, weiß,
1—2 mm lg.; Mst. 0—1, etwas kräftiger; Bl. bis
2 cm lg., bis 3 cm 0, gelb; Fr. 1 cm lg. — Uruguay
(Paso de los Toros). (Abb. 123: 13?)
Die Randst. mögen auch nach hellbräunlich
variieren.
Frailea pullispina Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
6. 1963.
K. einzeln, rundlich, bläulichgrün, bis ca. 3,5 cm 0,
ca. 2,5 cm h.; Ri. ca. 22, bis 4 mm br.; durch
scharfe waagerechte Kerben in querrunde
Warzenhöcker geteilt; Ar. mit schmutzigweißem Filz, etwas
länglich, ca. 2 mm entfernt; Rst. bis ca. 12,
anliegend, zurückgebogen, dunkelbraun, oben etwas
heller; Mst. 0; Knospe hell grauweiß-wollig, Bst.
rötlich-braun; Bl. ca. 3 cm 0, gelb; S. glänzend
schwärzlich, Mützenform ohne Rand. — Bolivien
(Roboré). (Abb. 120 oben.)
v. atrispina Backbg. -1. c: unterscheidet sich
durch häufiger 4 statt 5 (—6) Rst.-Paare,
schwärzlich-braun, zuweilen ein sehr feiner oberer,
zumindest überwiegend mit verdicktem Fuß. —
Bolivien (San Juan). (Abb. 120 unten.)
v. centrispina Backbg.- 1. c: weicht ab: durch
dunkler bläulichgrüne Epidermis, Ar. stärker und
weißer wollig, Wolle länger erhalten bleibend,
später oft 1 Mst. im oberen Ar.-Teil, zuweilen
noch ein feinerer zweiter, alle dunkel- (aber nicht
schwärzlich-)braun. — Bolivien (Roboré-San-
tiago). (Abb. 121.)
Frailea pumila (Lem.) Br. & R.
E. kugelig, reich sprossend, tiefgrün, manchmal
rötlich; Ri. 13—15, + feinhöckrig; Ar. klein; Rst.
(9—) 12—14, bis 5 mm lg., borstig, meist gekrümmt;
Mst. 1—2 (—3), kaum verschieden; Bl. 2 cm lg.,
weißwollig und braunborstig; Pet. gelb, ± spatelig,
oben z. T. gerundet, wenig umbiegend; Fr.
erbsengroß, grün, rot beschuppt; S. schwarz (? schwarz-
braun), kappenförmig. — Paraguay und
benachbartes Argentinien. (Abf). 123: 7.)
Frailea pygmaea (Speg.) Br. & R.
E. einzeln bis sprossend, kugelig bis schwach
gestreckt, bis ca. 3 cm lg. und 0, schmutzig- bis leicht
grau-grün; Ri. 13—21, winzig höckrig; Ar. grau;
St. 6—9, borstenartig, 1—4 mm lg., anliegend, weiß;
Bl. bis 2,5 cm lg., 3 cm 0; Pet. gelb lanzettlich; R.
mit rötlichem Filz und Bst.; Fr. rund; S.
kappenförmig. — Uruguay, Argentinien (Entre Rios).
(Abb. 123: 16.)
v. atrolusca Backbg.: St. anfangs dunkel
rotbraun.
v. aurea (Backbg.) Backbg.: Ar. braun (!); St
goldgelb.
v. dadakii (Fric) Backbg.: hat anfangs
bräunliche, erst dann weißliche St., stärker angelegt.
(Abb. 123: 16.)
v. phaeodisca (Speg.) Y. Ito: Ar. braun (!); St
hyalinweiß. — Uruguay (Tacuarembö).
Die ersten 3 var. sind nur aus Uruguay (Gebiet
von Montevideo) berichtet. Eine interessant und
schön variierende Art.
Frailea schilinzkyana (Hge. jr.) Br. & R.
E. breitkugelig, sprossend und rasenbildend,
Einzelköpfe bis ca. 4 cm 0, hellgrün; W. in 10—13 Reihen,
sechsseitig bis rundlich, ca. 1,5 mm h.; Ar.
lanzettlich ; St. (10—) 12—14, angedrückt bis + abstehend,
2—3 mm lg., dünn, schwärzlich; Bl. bis 3,5 cm lg.,
selten öffnend, dann ziemlich groß; R. und Ov.
grün, weißwollig mit braunen Bst., Seh. bräunlich;
Sep. außen rötlich; Pet. schwefelgelb; Fr. 5 mm 0;
S.kastanienbraun, kappenförmig. — Argentinien
(Misiones), Paraguay (Rio Paraguari). (Abb. 123:
17.)
Frailea — Gymnanthocereus 161
Frailea uhligiana Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
6. 1963.
K. einzeln, im Freien auch in Kultur rotbraun bis
rot überlaufen, in Glashauskultur allmählich
vergrünend, bis ca. 3,5 cm 0, 2,5 cm h.; Ri. bis ca. 25,
nicht in W. aufgelöst, sondern nur anfangs durch
schwache Querfurchung leicht warzenhöckrig, später
ausflachend und nur noch angedeutete Hck.-
Flächen, bis 5 mm br.; Ar. fast kahl, sehr gering
braunfilzig; Rst. 4—5 Paare, anfangs hellbraun,
sehr fein, Fuß dunkler, ca. 2 mm lg.; Mst. 0; Knospe
hell bräunlich-wollig; Bl. gelb, 3 cm 0; S.
schwärzlich, runde Kappenform mit Rand. — Bolivien
(San Jose). (Abb. 122.)
Glandulicactus Backbg. (213)
Ein schon von Britton und Rose wie auch von
Hester als eigenes Genus angesehene Artengruppe
mit typischen Merkmalen: die stark gehöckerten
Rippen haben Langareolen, Blütensitz zum Körper
hin, die Drüsen mehr nach dem Stachelbündel zu;
die Hauptstacheln sind relativ lang und bunt, die
Blüten ziemlich klein, sehr kurzröhrig, die Perigon-
blätter halbtrichterig aufgerichtet; die schwarzen
Samen sind seitlich zusammengedrückt und ± nie-
renförmig gebogen; die fleischige Frucht ist eßbar.
Bekannt sind 2 Arten. — Verbreitung: USA
(Westtexas) bis Mittelmexiko. [P.]
Glandulicactus crassihamatus (Web.) Backbg.
K. + rundlich, bläulichgrün, einzeln; Ri. ca. 13, +
tief gehöckert; Ar. bis 1 cm lg., 8 mm br., reichlich
befilzt, Drüsen nahe dem St.-Bündel; Rst. 8, bis
2cm lg.; Mst. anfangs 1, später bis 5, derb pfriemlich,
der Haupt-St. bis 3 cm lg., vorgestreckt, hakig; St.
+ rot, an der Spitze heller bzw. fleckig; Bl. nur
halboffen, 2 cm lg., purpurn, heller gesäumt. — Mexiko
(Querétaro).
Glandulicactus uncinatus (Gal.) Backbg. (T.)
K. länglich, mit spindelförmiger Wz., bis ca. 20 cm
h.; Ri. meist ca. 13, tief gebuchtet; Ar. mit
typischen Glandeln, groß, flach, gelb, mit gelbem
Haarring; Rst. 7—8, 2,5—5 cm lg., obere abgeflacht,
strohgelb, untere rund, hakig, rot; Mst. bis 4, 3 obere
bis 2,5 cm lg., kräftig, der unterste sehr lang, bis
über 9 cm lg., abgeflacht, unten meist strohfarben,
oben rötlich, gehakt; Bl. bis 2,5 cm lg., halboffen,
bräunlich purpurn; Fr. ovoid, bis 2,5 cm lg.; S.
zusammengedrückt, gekrümmt, glänzend, bis 1,4 mm
lg. — Mexiko (Chihuahua bis San Luis P.).
v. wrightii (Eng.) Backbg. hat noch längeren
Hauptst., bis 15 cm lg., nur 1 Mst., die Bl. bis
3,5 cm lg., dunkelpurpurn. — USA (Texas) bis
Nordmexiko (Chihuahua). (Abb. 124.)
Grusonia F. Reiche. (9)
Als hierher gehörend können nur diejenigen den
Arten des Genus Cylindropuntia ähnelnden Pflanzen
angesehen werden, die, wie der Typus der Gattung,
durchlaufende Rippen haben, die Scheiden an den
Stacheln reduziert, Glochiden bis auf die jüngsten
Areolen und die der Frucht fehlend; die Blüten
müssen echt scheitelständig entstehen, zumindest
Einzelblüten, die beim Typus des Genus aus der
Achse hervorgebracht werden und nur dann kurz
darunter, wenn der Achsenscheitel bereits durch
eine andere Blüte besetzt ist. Untersuchungen, ob
wirklich alle hierunter genannten Spezies als Gru-
sonia-Arten anzusehen sind, stehen noch aus,
G. hamiltonii Gates ist bisher nicht vollgültig
beschrieben, und da bei ihr die Blüten mehr um das
Triebende als in demselben entstehen, besteht die
Möglichkeit, daß diese Pflanze besser zu
Cylindropuntia gestellt wird, wenn auch die Rippen mäßig
gehöckert glatt durchlaufen. Bisher werden 3 Arten
unter diesem Genus geführt. — Verbreitung:
Mexiko (Coahuila und Niederkalifornien) [Gut-
wüchsig].
Grusonia bradtiana (Coult.) Br. & R. (T.)
K. zylindrisch, große Kolonien bildend, bis 2 m br.;
Tr. hellgrün, gegliedert, bis 7 cm 0; Ri. 8—10,
niedrig, schwach höckrig; Ar. bis 1,5 cm entfernt;
Gl. nur in blühenden Ar.; B. 8 mm lg.; St. 15—25,
gelblichbraun, bald weiß, bis 3 cm lg., scheidenlos;
Bl. bis 4 cm 0, gelb; Ov. mit borstenartigen St.,
weißer Wolle und Gl.; Fr. ellipsoid, tief genabelt. —
Mexiko (Coahuila). (Abb. 125.)
Grusonia (?) hamiltonii Gates (bisher ohne
lateinische Diagnose)
K. locker verzweigt, oft liegend; Ri. glatt
durchlaufend, schwach höckrig, ca. 8; St. anfangs 2—3,
kurz, später ca. 12, dünn, 1—2 mittlere, abwärts
gerichtet, bis 1,5 cm lg., + zusammengedrückt,
Basis rosa; Bl. um den Scheitel, gelb bis weiß, Peri-
gonblätter zugespitzt; Fr. ? — Mexiko
(Niederkalifornien, Hamilton Ranch).
Grusonia (?) santamaria Baxt.
K. zylindrisch, bis 60 cm h.; Tr. bis 3,75 cm 0;
Ri. 8—9, leicht spiralig; St. ca. 20, 8—12 cm lg.,
purpurrötlich, nur gelegentlich mit einer kurzen
Scheide; Bl. innen weiß, mit rosenroter Mittelader,
am zweiten Tag ganz hellrosa; Stbf. grün; Gr. weiß;
Ov. mit Stachelborsten, Wolle und GL, 2,5 cm lg.,
1,2 cm 0. — Mexiko (Niederkalifornien, Insel
Magdalena, über der südlichen Santa-Maria-
Bucht).
Gymnantha Y. Ito (1957): Weingartia Werd.
(1937)
Gymnanthocereus Backbg.: Seticereus Backbg.
162 Gymnocactus
Gymnocactus Backbg. (203)
Eine sehr einheitlich charakterisierte Artengruppe
mit meist feinerer, überwiegend heller Bestachlung
und ziemlich zierlichen Warzenhöckern, der
Rippenverlauf aber deutlich erkennbar, der Scheitel
auffälliger hellwollig. Die nur mäßig großen Blüten
sind überwiegend purpurn getönt, sonst rosa oder
weiß. Kennzeichnend ist das nackte Ovarium und
die ebenso nackte Frucht. Die Samen sind wohl
immer mattschwarz. Typisch ist auch eine +
deutlich ausgebildete, z. T. kurz-furchenartige Lang-
areole, aus der die Blüten erscheinen. F. Buxbaum
trennte die Arten mit Halsrübenwurzel ab und
stellte dafür die Gattung Rapicactus F. Buxb. &
Oehme auf; sie ist jedoch nicht berechtigt, denn
ähnliche Wurzeln gibt es auch bei anderen
Gattungen, wie Weingartia, Neochilenia oder Neoporteria,
und in den Blütenmerkmalen bestehen keine
trennenden Unterschiede. Gymnocactus nahe
verwandt ist das Genus Turbinicarpus, mit ebenfalls
nackten Blüten und Früchten, die Körper aber
durchweg wesentlich kleiner, die Bestachlung
weicher, die Stacheln fallen meist bald ab, und die
Früchte haben einen winzigen Deckel. Bisher
wurden von Gymnocactus 10 Arten beschrieben. —
Verbreitung: Von Nordostmexiko bis Zacatecas
und Hidalgo. [®.; die Arten mit Rübenwurzeln:
p.j.
Gymnocactus beguinii (Web.) Backbg.
K. einzeln, später länglich, blaugrün, bis 15 cm h.,
bis ca. 8 cm 0; Ri. warzig geteilt nach Bz. 13: 21;
Ar. anfangs stärker weißwollig; Rst. meist 12, bis
17mm lg. oder kürzer; Mst. 1, bis ca. 3cm lg.;
St. glasig weiß, die mittleren + weit herab
dunkelbraun bis schwarz, verhältnismäßig kräftig; Bl. bis
3,5 cm lg., + violett bis innen bräunlich. — Mexiko
(Coahuila, Zacatecas).
v. senilis (Hort.): hat längere und feinere Rst.
und Mst., bei diesen die dunkle Tönung weniger
weit herabreichend; z. T. bis 3 Mst.
v. smithii (Mühlpfrdt.) Backbg. unterscheidet
sich durch 4 derbere Mst. sowie bis ca. 25 Rst.,
die mittleren meist etwas kürzer als beim Typus
der Art. — Mexiko (San Luis Potosi).
Gymnocactus conothelos (Reg. & Klein) Backbg.:
Thelocactus conothelos (Reg. & Klein) Knuth
Gymnocactus gielsdorfianus (Werd.) Backbg.
K. kugelig, einzeln bzw. nur selten sprossend, matt
gelblich bis blaugrau-grün; W. kegel- bis
pyramidenförmig, spiralig gestellt; Ar. nur mit kurzem
Furchenfortsatz; Rst. 6—8, dünnpfriemlich, +
gebogen bis ca. 2 cm lg., anfangs dunkelbraun mit
schwärzlicher Spitze, verkalkend; Mst. meist 0;
Bl. bis ca. 2,5cm lg., weiß. — Mexiko (Tamaulipas,
Jaumave).
Gymnocactus horripilus (Lem.) Backbg.
K. stärker sprossend, gruppenbildend, Einzelkopf
rundlich, + bläulichgrün, bis 9 cm h. und 0; W.
+ pyramidisch, nach Bz. 8:13 gestellt, kaum 1 cm
h.; Rst. 9—12 (—16), bis 15 mm lg. oder etwas
mehr; Mst. 1, auch fehlend, etwas länger; St. alle
anfangs gelblichweiß, oben rötlichbraun, dann weiß,
dunkelspitzig; Bl. bis 3 cm lg., purpurn. — Mexiko
(Hidalgo, Barranca Meztitlan).
Gymnocactus knuthianus (Böd.) Backbg.
K. klein, rundlich, auch sprossend, einzelne bis
6 cm 0, glänzend dunkel-laubgrün; W. in 20 oder
mehr Reihen, spiralig gestellt; Ar. nur wenn blühbar
mehr wollig; Rst. 18—20, 8 mm lg., weiß, dünn,
anfangs mit gelblichem Fuß; Mst. 1, bis 1cm lg.,
kaum stärker, auch dunkel-spitzig; Bl. 2,5 cm lg.,
hell lilarosa; Fr. ovoid, glänzendgrün bis braun. —
Mexiko (San Luis Potosf, Villar).
Gymnocactus mandragora (Fric) Backbg.
K. einzeln, kugelig, mit Halsrüben-Wz., Kopf bis
ca. 6 cm 0, graugrün; W. dicht gestellt, +
vierkantig; Ar. anfangs weiß; Rst. ca. 12, strahlend,
pfriemlich, weiß; Mst. meist 2, hyalinweiß,
braunspitzig, ca. 2 cm lg., oft außerdem noch 2 weitere
dünnere St.; Bl. 2 cm lg., 2,5cm 0, weiß, mit
feinem rosa Rückenstreifen. — Mexiko.
Gymnocactus saueri (Böd.) Backbg. (T.)
K. einzeln, gedrückt-rund, bis 4 cm h., bis ca.
6 cm 0, blaugrün; Scheitel stark weißwollig; W.
in 13 Reihen, flach kegelig, ca. 5 mm h.; Rst. 12—14,
bis 1,5 cm lg., nadelig, glasig weiß, die oberen
dunkelspitzig; Mst. 1, aufwärts gebogen, bis 2 cm lg.,
schwarzbraun mit hellerer Basis; Bl. 1,5 cm lg.,
2 cm 0, weiß, auch mit zartrosa Mitte. — Mexiko
(Tamaulipas, bei S. Vicente).
Gymnocactus saussieri (Web.) Backbg.:
Thelocactus saussieri (Web.) Berg.
Gymnocactus subterraneus (Backbg.) Backbg.
K. etwas länglich, mit + langhalsiger Rüben-Wz.,
Einzelköpfe + keulig, bis ca. 5 cm lg. (gepfropft
länger), bis ca. 3 cm 0, blattgrün; Ar. anfangs
stark weißwollig; Rst. ca. 16, bis 6 mm lg., weiß,
strahlend; Mst. 2, einer aufwärts gerichtet, bis 2 cm
lg., schwärzlich-grau, sowie einige über 3 cm lg.
Borsten-St., weiß, + anliegend; Bl. ca. 3 cm 0,
rosaviolett. — Mexiko (Tamaulipas).
Gymnocactus valdezianus (Moll.) Backbg. („Die
Cactaceae", V: 2863. 1961).
K. zwergig, mit Rüben-Wz., Einzelkopf (selten
sprossend) bis ca. 2,5 cm 0, Scheitel weißwollig;
W. in 13 Reihen, spiralig, mattglänzend blaugrün,
winzig; St. ca. 30, bis 2 mm lg., + haarförmig und
gefiedert, anliegend; Bl. bis 2 cm lg., violettrosa. —
Mexiko (Coahuila, bei Saltillo).
Gymnocactus — Gymnocalycium 163
Ich stelle die Art hierher, weil sie nicht die
typischen Beilhöcker der Pelecyphora hat.
v. albiflorus (Pazout) Backbg. n. comb.
(Pelecyphora valdeziana v. albiflora Pazout, Kaktusy,
129. 1960) hat weiße Bl.
Gymnocactus viereckii (Werd.) Backbg.
K. einzeln oder sprossend, bis 7 cm 0, bläulich
mattgrün, rundlich; Scheitel dicht weißwollig; W.
fast ganz durchgehend, in ca. 15—18 Reihen, ca.
6 mm h.; Rst. ca. 20, 1 cm lg., strahlend, nadelig,
weiß; Mst. 4, über Kreuz, über 2 cm lg. werdend,
obere Hälfte braun, schwarzspitzig, unten weiß,
ferner zuweilen 1—3 etwas kürzere und feinere
Beistacheln; Bl. ca. 2 cm lg., zart violettrosa. —
Mexiko (Tamaulipas). (Abb. 126.)
Gymnocactus ysabelae (K. Schlange) Backbg.
K. gedrückt-rund, bis ca. 6 cm h., 7—9 cm 0;
Scheitel wollig; W. in ca. 20 Reihen, 5 mm h., unten
vierkantig; Rst. 16—20, bis 7 mm lg., weiß, Spitze
gelblichbraun, Fuß gelblich; Mst. 1, kräftiger,
aufwärts gebogen, bis 9 mm lg., oben bläulich- bis
bräunlich-schwarz, unten weiß, oder fast ganz
dunkel; Bl. 1cm lg., 0,75 cm 0, elfenbeinweiß,
Grund grünlich. — Mexiko (San Luis Potosi,
Rancho El Vergel).
v. brevispinus (K. Schlange) Backbg. : W. kürzer,
weniger kräftig; St. kürzer und kaum verflochten.
Gymnocalycium Pfeiff. (116)
Eine schon früh (1845) vom Sammelbegriff „Echino-
cactus" abgetrennte Gattung, in der Zeit der
Sammelgattungen darin einbezogen und erst von
Britton und Rose wieder anerkannt. Das Genus gehört
zu den größten südamerikanischen Kugelkakteen-
Gattungen, die Arten sehr verschieden in der Größe,
z. T. winzig, andere wieder ziemlich groß, die Rippen
meist + gehöckert. Auch die Blütengröße ist
verschieden, von ziemlich klein und mehr glockig-
trichterig bis teilweise ansehnlich groß und
trichterig. Vaupel schilderte in Zeitschrift f. Sukkulen-
tenkunde, 116. 1923, mit einer
Längsschnittdarstellung die eigenartigen Röhren- und Fruchtknoten-
Verhältnisse beim G. damsii; man kann danach von
einer Ovarium-Röhre sprechen. Aber diese ist nicht
überall gleich lang, z. T. sogar recht kurz, so daß
auch darin deutlich eine Reduktionslinie zu
erkennen ist. Einheitliches Merkmal der ganzen
Gattung sind die kahlen Blüten mit ihren deutlichen
Schuppen. Die Früchte sind ebenfalls beschuppt,
± länglich bis ziemlich lang — bei der stärker
reduzierten Blütengestalt der „Lafaldensia"
entsprechend kürzer —‚ und oft sind sie schön blau
bereift, die Tönung z. T. recht verschieden. Die
Samen sind in Gestalt und Farbe unterschiedlich:
kleiner oder größer, + mattschwarz oder braun,
mit oder ohne größeren Nabelwulst, in einem Falle
mit korkähnlicher Testa.
B. Schütz, Brunn, hat es in „Friciana Rada I" —
Zpráv. C. 1, 3. 1962, unternommen, die einzelnen
Arten unter die Frieschen „Untergruppen nach Art
der Samen" (Kreuzinger, „Verzeichnis", 13. 1935)
Ovatisemineae, Macrosemineae, Trichosemineae,
Microsemineae und Muscosemineae aufzugliedern.
Mangels eines deutschen Textes kann man nur
sagen: dies ist eine Erleichterung für die Bestimmung,
wenn... Samen vorliegen, aber nicht mehr, falls
— was ich aus dem tschechischen Text nicht ersehen
kann — man daraus etwa feste systematische
Gliederungsbegriffe herleiten wollte. Das müßte dann in
der ganzen Familie geschehen. Bei Thrixantho-
cereus müßten dann z. B. die 3 Arten in 2 Gruppen
aufgeteilt werden: 2 mit Samen, die fast denen von
Astrophytum ähneln, und eine Art mit harten,
schwarzen, runden Samen. Eine solche
Untergliederung würde also zu weit führen. Auch sonst
erwiesen sich die Samen für die systematische
Wertung als unzulänglich. Ich habe daher die
Gliederung auf die schon eingangs erwähnten
Gedankengänge bzw. die Merkmale der Pflanzen selbst
abgestellt, die stets eher als Samen zur Verfügung
stehen und für Aufschlüsselung und Bestimmung
wichtiger, weil einheitlich, sind.
Daher ist also die nachstehende Reihengliederung
zweckmäßiger. Beschrieben wurden bisher ungefähr
79 Arten (einige weitere noch unbeschrieben bzw.
nur Namen), viele davon auf eigenen Wurzeln gut-
wüchsig; aber im allgemeinen führt die Pfropfung
zu flotterem Wuchs und reicherer Blüte. Das Areal
der Gattung ist eines der größten unter den kugeligen
Gattungen, besonders in der Nord-Süd-Ausdehnung.
— Verbreitung: Bolivien, Paraguay, Südbrasilien,
Uruguay und Argentinien, von der Nord grenze bis
weit nach Süden. [®„ P.]
Mehrere Arten sind stärker bis extrem variabel.
G. Frank hat solche Abänderungen z. B. in Kakt.
u. a. Sukk. 15: 6, 116—117. 1964 mit Abbildungen
bei G. spegazzinii aufgezeigt. Hier handelt es sich
aber wenigstens noch um ziemlich gleichartige
Rippen und ähnlich verlaufende Stachelkrümmung,
unter stärkerem Variieren der Stachellänge. Weit
schwieriger wird das Beschreibungsproblem bei so
extrem stark abändernden Arten wie z. B. G. hybo-
pleurum, ochoterenai, mazanense u. a., wie die
Abbildungen der beiden ersteren erkennen lassen. Hier
muß man schon einen ganzen Import gesehen haben,
um die Variationsbreite richtig zu beurteilen, und
dann die Hauptvariationstypen als var. beschreiben,
zwischen denen gegebenenfalls Übergänge zu
denken sind. Anders erhält man von der durch die Natur
geschaffenen Variationsbreite kein annähernd
richtiges Bild. Das hier Gesagte geht am deutlichsten
aus der Situation bei Tephrocactus articulatus
hervor, von dessen Abänderungen die var.-Namen ein
vollständiges Bild ergeben, während die
amerikanische Methode, die alle var. fortfallen läßt, nur
164 Gymnocalycium
einen Namen führt (in diesem Falle sogar noch
unter der falschen Bezeichnung Opuntia glomerata)
und daher weder eine Vorstellung von der
Variationsbreite noch eine Verständigung über die
einzelnen Stufen derselben zuläßt. Schon Spegazzini
erkannte dies bei gewissen argentinischen Arten
und wies richtig darauf hin, daß hier ein Zuviel
besser ist als ein Zuwenig, weil Beschreibungen ja
nun einmal dazu da sind, das Naturgeschaffene
unserem Wissen ausreichend zu übermitteln. Leider
variieren außerdem noch zuweilen die Blütenfarben,
und das nicht nur bei Gymnocalycium (z. B. G. bal-
dianum, oenanthemum, mihanovichii usw.), sondern
auch vor allem bei einigen anderen
südamerikanischen Arten, kaum erfaßbar z. B. bei Lobivia fama-
timensis. Da nützt in den Beschreibungen selbst
die Angabe einer Farbenfibelposition nur wenig,
eher schon eine sorgfältig formulierte
allgemeinverständliche Angabe, da ja Farbenfibeln nur relativ
wenigen zur Verfügung stehen. Voraussetzung ist
auch, daß. man jeweils die Färb-Variationsbreite
genau kennt, und nicht nur der Blüten, sondern
(z. B. bei Copiapoa) auch die der Stacheln, der
Schöpfe usw. Wichtiger als eine genormte
Farbangabe — die genau anzugeben zuweilen schwerhält —
ist, wenigstens auf die Variationsbreite kurz
hinzuweisen. Sonst könnte es leicht zu „Neuheiten"
kommen, die keine sind. Aber dieses Problem wird
sich vielleicht niemals ganz befriedigend lösen
lassen.
Folgende Reihenteilung, durch Zahlen hinter den
Namen gekennzeichnet, wird das Auffinden der
gesuchten Arten erleichtern:
1: Lafaldensia Backbg.: Kleinköpfige, reich
sprossende Pflanzen; Blüten scheitelnah,
kleiner
2: Hybogona Backbg.: Größere bis ziemlich große
Pflanzen, mit + scheitelnahen
Trichterblüten
3: Schickendantziana Backbg.: Größere bis
mittelgroße Pflanzen; Blüten mit
schlankerer und oft gebogener Ov.-Röhre, auch
tiefer hinab noch erscheinend; Frucht
+ spindelförmig
Gymnocalycium albispinum Backbg. (1)
K. klein, sprossend, kugelige bis etwas längliche
Köpfe; Ri. ca. 14, nur 4 mm br.; Ar. genähert; St.
borstenartig fein, weiß, ca. 25, bis 1 cm lg., die
mittleren schwer unterscheidbar, mit bräunlichem
Fuß; Bl. bis 3 cm 0, zart lilarosa, radförmig; Fr.
länglich-kugelig. — Nordargentinien (Cördoba).
Gymnocalycium andreae (Böd.) Backbg. (2)
K. kugelig, mäßig groß, sprossend,
dunkel-bläulichgrün, oft bronzefarben überhaucht, bis ca. 5 cm 0;
Ri. 8, flachrund, bis 1,5 cm br.; Rst. 7, angelegt,
manchmal nur 5, mattweiß, am Grunde bräunlich;
Mst. 1—3, gleich lang oder etwas kürzer, rauh,
anfangs schwarz bräunlich; Bl. bis 4,5 cm 0,
schwefelgelb; Fr. wenig verlängert, bläulich-grün. —
Argentinien (Cördoba).
v. grandiflomm Krainz & Andreae: E.
kräftiger; Ri. 11; längere und meist gekrümmte St.;
Knospe rund (Typus der Art: zylindrisch); Bl.
vormittags öffnend (Typus der Art: nachmittags),
größer.
v. svecianum Pazout: St. kurz; Bl. kleiner als
beim Typus der Art, außen bräunlich, innen
glänzend weiß; R. kurz. Eine echte var. dieser Art?
Gymnocalycium anisitsii (K. Sch.) Br. & R. (3)
K. später stärker länglich, bis über 10 cm lg.,
laubgrün; Ri. 11, warzige Kinn-Hck.; Ar. elliptisch; St.
5—7, (—9) undeutlich geschieden, matt weißlich,
etwas kantig, oben dunkler; Bl. bis 4 cm lg., an
größeren Pflanzen zahlreich, weiß; Fr. 2,5 cm lg.,
1 cm 0, rot. — Paraguay (Rio Tigatiyami).
Gymnocalycium antherostele Ritt, ist ein
unbeschriebener Name.
Gymnocalycium axtigas Hert. (2)
K. meist + kugelig, zuerst flach, bis 8 cm 0, bis
3 cm h., dunkelgrün; Ri. 6—8—10; Hck. hexa-
edrisch; St. 3—5 (—6), bis 2 cm lg.; Bl. 5 cm lg. und
br., eingeschlechtig, zitronengelb. — Uruguay
(Blanquillo). Ähnelt im Wuchs G. uruguayense (Ar.)
Br. & R.
Gymnocalycium asterium Y. Ito (2)
K. flachrund, z. T. Mitte gehoben, bis ca. 10 cm 0,
graubraungrün; Ri. 7—11, wenig hervortretend;
Hck. schwach kinnartig; St. 3—5, etwas abstehend,
zuerst dunkel; Bl. 6—6,5 cm lg., ziemlich breit-
trichterig, weiß; Fr. zylindrisch, etwas bereift. —
Argentinien (Cördoba).
Erster Name der Art war Gymnocalycium Stellatum
(Speg.) Speg., auf einem Homonym begründet,
v. minimum (Paz.) Paz. (G. stellatum minimum
Paz., Kaktusy, 132. 1960) ist kleiner, nur bis
6 cm 0.
v. paucispinum Backbg. n. v.
Differt a typo corpore cinereo- vel fuscato-oliva-
ceo; costis valde depressis, 10—11, planioribus,
paulum mentosis; aculeis 3, in statu umido atro-
fuscatis ad nigris; flore 2 cm longo, 3,2 cm 0,
fauce rubra; fructu griseo-olivaceo, ad 3,5 cm
longo, squarais latis, margine claro; seminibus
fuscis, nitidis, 0,6 mm longis.
K. sehr flach, zur Wurzel hin konisch verjüngt
wie der Typus der Art, aber noch platter; Ri.
10—11, sehr flach, nur schwach gehöckert, mit
seichter, kurzer Querfurche; St. regelmäßig 3,
dunkel bis schwärzlich, wenn jung oder feucht;
Bl. 2 cm lg., 3,2 cm 0, weißlich, Schlund
weinrot; Stbf. krem; Fr. grauoliv, bis 3,5 cm lg., mit
breiten, hellrandigen Sch.; S. glänzend braun, mit
schmalem, länglichem Nabel, dieser mit
wulstigem Rand (Koll. Uhlig und Backeberg, U2171;
von Fechser gesammelt). (Abb. 127.)
Gymnocalycium 165
Gymnocalycium baldianum (Speg.) Speg. (2)
K. gedrückt-kugelig, mit derberem Wz.-Teil, bis 7 cm
0, dunkel graublau-grün; Ri. 9—11, anfangs
weniger, später deutlicher höckrig; St. alle
randständig, 5—7, rosagrau bis horngrau oder aschgrau,
+ anliegend bzw. seitlich gerichtet, anfangs unten
etwas dunkler; Bl. heller oder dunkler rot, variabel
bis fast blutrot. — Argentinien (Catamarca).
Gymnocalycium bicolor Schütz — triciana ftada
1:7, 2—3.1962(2)
K. kugelig, dunkelgrün, bis 15 cm 0; Ri. bis ca. 17,
über den Ar. stark quergebuchtet und um dieselben
mit nasenähnlichem Vorsprung gehöckert; Ar. ca.
2 cm entfernt, 6 mm lg., nur anfangs stärker wollig;
Rst. 11, bis 2,5 cm lg., etwas zurückgebogen; Mst.
1, kaum länger; St. reifig, feucht bräunlich, obere
Rst. weiß, untere und der Mst. blaugrau; Bl. 4 cm
lg., 4,5 cm 0, weiß; S. mattschwarz, 5 mm gr. —
Argentinien (Cördoba).
Gymnocalycium bodenbenderianum (Hoss.) Berg. (2)
K. ganz dem von G. asterium ähnelnd, fast
scheibenartig flach, bis ca. 8 cm 0, bräunlich-graugrün; Ri.
11—14, niedrig, breit, gerundet; Hck. über scharfer
Querfurche vorspringend, nicht hoch; St. 3—5, derb,
zuerst schwarz-, später graubraun, ca. 1 cm lg., +
zurückgebogen; Bl. ca. 3,5 cm lg., verwaschen rosa,
nur mäßig breit öffnend; Fr. ziemlich kurz. —
Argentinien (Cördoba; La Rioja).
Gymnocalycium brachyanthum (Gurke) Br. & R.
kann eine Form des G. monvillei (Lem.) Br. & R.
gewesen sein, nicht wiedergefunden. K. bis 18 cm 0,
bis 7 cm h.; St. bis 7, gelblich, ohne Mst., bis 2,5 cm
lg.; Bl. bis 5 cm lg., glockig, weiß bis rosa. —
Nordargentinien (Paraguay?).
Gymnocalycium brachypetalum Speg. (2)
K. bis 10 cm lg., 7 cm 0, bläulich-dunkelgrün; Ri.
13, mit Kinn-Hck.; Ar. elliptisch; St. 5—7, bis
2,5 cm lg., steif-pfriemlich, anfangs gelblich; Mst. 0;
Bl. 5,5 cm lg., weiß; R. bläulichgrün. —
Argentinien (Rio Negro, bei Carmen de Patagones). Von
G. gibbosum und G. chubutense durch nur 2 cm lg.
Pet. unterschieden.
Gymnocalycium bruchii (Speg.) Hoss. (1)
K. klein, bis 3,5 cm h., bis 6 cm 0, grün, stark
sprossend und polsterbildend, sehr variabel; Ri. ca.
12; Hck. klein, kinnlos; St. dünn, borstig fein, z. T.
bräunlicher Fuß, bis ca. 10; Mst. 0—3, z. T.
bräunlich; Bl. zierlich bis + glockig-trichterig oder etwas
breiter, 3,5 (—5) cm lg., zart bis kräftiger rosa, z. T.
dunklerer Mittelstreifen; Fr. fast kugelig. —
Argentinien (Cördoba).
Ändert stark ab. Ob einige der unter „G. lafaldense"
beschriebenen Formen, etwas variabel in der
Körpergröße und der Bestachlung und z. T. mit
dunklerem Blütenschlund, berechtigt sind, steht mangels
Kenntnis aller Übergänge dahin,
v. (f.) enorme (Oehme): K. später große
Polster bildend, Einzelköpfe bis ca. 5 cm 0 (oder
etwas mehr ?); Mst. vereinzelt 1; Bl. bis 5,5 cm lg.
und br.
Eine ähnlich große Form nannte Oehme f. evol-
vens: Mst. später entwickelt, bis 3, elfenbeinfarben
mit bräunlicher Basis; Bl. bis 4 cm lg. und br.
Die Bl. können außen auch ± leicht rosa
angehaucht sein. Ich sah bis etwas über 20 cm 0 große
Gruppen, deren größere Köpfe die Vermutung
aufkommen lassen könnten, daß es sich um
Bastarde handelt.
Stärker durch die eigenartige Blütenform
unterschieden ist:
v. hossei Backbg.: K. klein, die flattrig gestellten
Pet. mit z.T. länger bis ziemlich lang
ausgezogener Spitze.
Gymnocalycium calochlorum (Böd.) Y. Ito (2)
K. polsterbildend, Einzelköpfe gedrückt-rund, bis
ca. 6 cm 0, bis 4 cm h.; Ri. ca. 11, höckrig; Rst.
bis 9, bis 9 mm lg., rauh, angelegt, + gebogen;
Mst. 0; Bl. bis 6 cm lg., blaßrosa, nur mäßig breit
und nicht umbiegend geöffnet; R. heller grün. —
Argentinien.
v. proliferum (Backbg.) Backbg. unterscheidet
sich durch etwas größeren K., dunklere, längere
und blau bereifte Ri.; Pet. viel länger, Bl. breit
öffnend und Saum zurückgebogen, bräunlichweiß
über rosa bis reinweiß und oft mit rosa Schlund.
Gymnocalycium capillaense (Schick) Backbg. (2)
K. breitkugelig, sprossend, bis ca. 9 cm h. und 0,
bläulichgrün; Ri. bis ca. 13, flach, mäßig kinn-
höckrig; Rst. 5, bis 1,2 cm lg., gelblich weiß; Mst.
0; Bl. bis 7 cm lg., bis 6 cm 0, zart rosaweiß; Fr.
hellblau bereift, etwas keulig. — Argentinien
(Cördoba).
Gymnocalycium cardenasianum Ritt. — „Taxon",
XIII: 4, 144. 1964 (2)
K. kugelig, graublau-grün; Ri. ca. 8; St. anfangs
3—5, mittlere zuerst fehlend, sehr ^variabel in der
Färbung, schwärzlich bis hellbraun, hornfarben und
noch heller, ziemlich lang werdend; Rst. 3—6, bis
6 cm lg.; Mst. später meist 1—2, bis 8 cm lg.; Bl.
rosa bis weiß (mit grünlichem Schlund), 5 cm lg.,
bis 8—9 cm 0; R. nur 1 cm lg.; Fr. hellbraun, ca.
8 mm lg., ziemlich trocken. — Bolivien (Prov.
Mendez, Dept. Tarija, Carrizal) (FR 88).
Gymnocalycium castellanosii Backbg. (2)
K. einzeln, samtig matt blaugrün, bis 15 cm h.,
10 cm 0; Ri. 10—12, rundlichhöckrig, breiter; Ar.
anfangs dick gelblich- dann weißfilzig; Rst. 5—7,
abstehend und ± gebogen; Mst. (0—) 1; St. alle
kräftig, bis 2,5 cm lg., weiß, dunkelspitzig; Bl. 4,5cm
groß, glockig-trichterig, weiß mit rosa Schein. —
Argentinien (Cördoba).
166 Gymnocalycium
Gymnocalycium centeterium sensu Hoss. war ein
irrtümlicher Name für G. valnicekianum Jajö.
Gymnocalycium chiquitanum Card. — „Cactus",
18:78, 95—96.1963(2)
K. flachrund, 2—4 cm h., 6—9 cm 0, graugrün,
auch rötlich überlaufen; B. 6—7, 5 mm h., 2,5 cm
br., höckrig; Ar. bis 2 cm entfernt, grau, elliptisch;
Rst. bis 6, anliegend, ± gebogen, 1,5—2,3 cm lg.;
Mst. 0—1, 1,8 cm lg., derbnadelig, grau, braun-
spitzig; Bl. bis 6 cm lg., trichterig; B. 2,5 cm lg.,
hell purpur-lila, Seh. weißrandig (auch am Ov.);
Ov. dunkel-purpurn; Sep. rosabraun; Pet. lilarosa,
2,5 cm lg., 6 mm br.; Stbf. purpurn; Stbb. gelb; Gr.
2,2 cm lg., purpurn; N. 8, gelb; Schlund hell-
magenta; Fr. elliptisch, 2 cm lg., bläulich, später
purpurn; S. 1 mm gr., hellbraun, Testa körnig. —
Bolivien (Santa Cruz, San Jose, 600 m). (Abb. 128.)
Gymnocalycium chubutense (Speg.) Speg. (2)
K. einzeln, breitrund, bis 15 cm br., bis 10 cm h.,
aschgraugrün; Bi. ca. 15, breit; Ar. länglich, mit
rundlichem Hck.-Wulst darunter; Bst. 5—7, dick,
steif, abstehend, bis 4 cm lg., kreidig schwarzgrau,
z. T. etwas gedrückt, Fuß nicht verdickt; Bl. bis
8.5 cm lg., ca. 4 cm (oder mehr) br., rein weiß. —
Argentinien (Chubut).
Gymnocalycium comarapense Backbg.,
unbeschrieben, ist eine zahlreich-rippige, große, kugelige Art
mit 8—9 verflochtenen längeren Bst. und
abstehenden noch längeren einzelnen Mst.; Ar. ziemlich
starkfilzig; Bl. glockig, weiß, rosa Schlund. —
Bolivien (Comarapa). Wird von Cardenas als Form
von G. zegarrae angesehen.
Gymnocalycium damsii (K. Soh.) Br. & K. (3)
E. einzeln, hell- bis dunkelgrün, flachkugelig; Bi.
bis ca. 10, ziemlich breit, mit kurzen, scharfen
Querkerben; Hck. vorgezogen; St. undeutlich getrennt,
2—8, bis 1,2 cm lg., weißlich, oben und unten +
dunkler braun, bald grau; Bl. bis 6,5 cm lg., 5 cm 0,
wei ß, im Grunde weinrot, dicht länglich-dachziegelig
beschuppt; Stbb. grau; Fr. schlankzylindrisch, rot,
2.6 cm lg. — Nordparaguay.
Die Art variiert nach neueren Funden bzw.
Beobachtungen nahezu ebenso stark wie G. mihano-
vichii. Die Samen sind knapp 1 mm gr.
v. contrispinum Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
6. 1963: Bi. mit schwächeren Kinnvorsprüngen
als beim Typus der Art, ohne deutliche Querwulste
wie bei der folgenden var., Querkerben über den
Ar. scharf, nach oben und unten abgeflacht; Bst.
fast stets 7, 0,6—2 cm lg., die oberen die längsten;
Mst. 1, bis ca. 2 cm lg.; St. alle + hornfarben-
bräunlich; Bl. (auch im Grunde) weiß; Sep.
schmallang, zugespitzt grün, oben mit rotem
Punkt wie die länglichen Seh.; B. 2,5 cm lg., sehr
dünn. — Bolivien (Gebiet von Roboré). (Abb.
129 oben.)
v. rotundulum Backbg. — 1. c: Bi. flach,
breitrundlich, ohne deutliche Querwulste, nur
Schwellungen, unten zunehmend + rötlich getönt,
Querkerben mäßig abgeflacht, seicht, keine deutlichen
Hck.- oder Kinnvorsprünge; Bst. ca. 7, 6—12 mm
lg.; Mst. 0; Bl. ca. 3,2 cm h., 3 cm 0, weiß; Sep.
grün, breitlinear; B. 2 cm lg., 4 mm 0, mit
länglichen Seh.; Schlund weiß; Gr. herausragend;
N. lang, weiß. — Bolivien (Roboré). (Abb. 129
unten.)
v. torulosum Backbg. — 1. c.: Ri. ziemlich
scharfkantig, keine rundlichen Hck., sondern
warzenartige Vorsprünge, Querkerbung seicht, ohne
Abflachung, leichte, nicht getönte aber deutliche
Querwulste; Bst. meist 5; Mst. 0—1 (selten),
bräunlich; Bl. weiß, auch im Schlund, 3 cm lg.,
3,5 cm 0; Sep. oben rundlich und breiter als
unten, oliv-rötlich, hellrandig; B. 1,7 cm lg., ca.
5 mm 0, Seh. querrundlich; Gr. ziemlich kurz. —
S. rund, korkartige Testa, gelbbraun,
unregelmäßig schwachwarzig, 0,8 mm gr. — Bolivien
(San Jose). (Abb. 130.)
Bisher einzigartige Samentesta (wohl bei der Art
und allen var. so), ein Beweis, wie ungeeignet
Samen für eine systematische Gliederung sind
(s. auch bei Parodia und Thrixanthocereus).
v. tueavocense Backbg. — 1. c: K. weicht vom
Typus der Art ab durch flachere Form, kräftig
grün, aus den Ar. gern sprossend; Bi. fast
warzig gehöckert; St. 5, kräftiger, angelegt; Bl.
5 cm lg., 4 cm 0, blaßrosa; B. 1,5 cm lg.,
breitschuppig. — Bolivien (San Jose). (Abb. 131.)
Obige Abänderungen sind die bisher gut
unterscheidbaren; wahrscheinlich gibt es aber noch
Zwischenformen von geringerer Bedeutung.
Gymnocalycium deeszianum Dölz (2)
K. gedrückt-kugelig bis gestreckt, glänzend hell-
olivgrün, später mehr tiefgrün, bis ca. 6,5 cm 0;
Bi. 7—8; Eck. mit spitzerem Kinn; St. ca. 7,
anliegend oder schwach spreizend, verbogen, bis ca.
2,5 cm lg., schmutzig blaßgelb, Basis bräunlich; Bl.
bis 5 cm lg., rahmweiß, zartrosa Grund. —
Argentinien (Cördoba?).
Gymnocalycium denudatum (Lk. & O.) Pfeiff. (2)
(T.)
K. anfangs flachrund, glänzend dunkelgrün, bis ca.
8 cm br. (gepfropft viel größer werdend); Bi. 5—8,
unten breit, flachrund, höckerlos; Bst. 5, bis ca.
1,5 cm lg., ± gewunden, seitwärts und abwärts
gerichtet; Bl. schlankröhrig, bis 5 cm lg., 7 cm 0,
glänzend weiß; Pet. mehrserig, schlankspitz; Fr.
länglich-keulig; S. groß, schwarz. — Südbrasilien
bis Argentinien (Misiones).
v. backebergii Paz. (Friciana Rada, 3:15, 6.1963)
ist keine echte Varietät, sondern die jüngere
Gymnocalycium 167
Form der Art, mit noch glatteren Rippen; später
werden auch sie ± rundlich gehöckert.
Es gibt zahlreiche Bastarde, meist mit + höckrigen
Ri.
Gymnocalycium euchlorum Backbg.: Gymnocaly-
eium hybopleurum v. euchlorum Backbg.
Gymnocalycium eytianum Card. (2)
K. gedrückt-rund, bis 15 cm h., bis 30 cm 0,
bläulichgrün; Ri, ca. 18, unten 4 cm br., quergefurcht;
Hck. 4 cm br.; St. undeutlich geschieden, ca. 4—5,
angepreßt, bis 2,5 cm lg., pfriemlich, bräunlichgelb
bis weißlichgelb, braunspitzig, Fuß gelblichgrün;
Bl. glockig-becherig, bis 4,5 cm lg., rein weiß. —
Bolivien (Eyti).
Gymnocalycium fleischerianum Backbg. (2)
K. kugelig bis gestreckt, manchmal sprossend,
glänzend hellgrün; RI. ca. 8, unten ziemlich breit;
Hck. rundlich, ohne Querfurche; St. ca. 20,
borstigelastisch und strahlend, gelbweiß und braun zuerst,
bis 2,5cm lg.; Mst. undeutlich geschieden; Bl. bis
4 cm lg., 3,5 cm 0, weiß mit rosa Schlund. —
Paraguay.
Gymnocalycium iriöianum Plesnik — Kakt. u. a.
Sukk., 15:6, 110. 1964(3)
K. einzeln, graugrün, breitrund, bis 9 cm 0, 6 cm h.;
Ri. 11, scharfkantig, mit kinnförmigem Vorsprung;
Ar. anfangs beigefarben; Rst. anfangs 2—3, später
7; Mst. 0; Bl. 5 cm lg., 3 cm 0, glockig, innen weiß;
R. 3 cm lg., schlank; Stbf. weiß; Stbb. graugrünlich;
Gr. gelb; Fr. karmin, rosa beschuppt; S. bräunlich. —
Paraguay.
Die Art gehört zu der Reihe „Schickendantziana" und
hier zweifellos zur Formengruppe des G. marsoneri
(Fric) Y. Ito, das ziemlich variabel ist (auch etwas
in der Bl.-Größe), wie ich an dem reichen Material
bei Uhlig sah. Vielleicht hat Fric einst deswegen die
obige Form nicht beschrieben. Es zeigt sich hier
wieder, wie riskant es ist, ohne Kenntnis des ganzen
etwaigen Formenschwarmes einzelne Stücke zu
beschreiben. Manche obigen Angaben sind mit denen
von G. marsoneri identisch.
Gymnocalycium gibbosum (Haw.) Pfeiff. (2)
K. kugelig bis langgestreckt, selten sprossend, bis
60 cm h., bis ca. 15 cm 0, bläulich- bis schmutzig-
grün; Ri. 12—19, bis 1,5 cm h., mit scharfen
Querfurchen; Ar. grau; Rst. 7—10 (—14), + abstehend,
mittelstark, + leicht gebogen, meist rötlicher Fuß;
Mst. 1—3 (—5), wie die Rst. gefärbt, verschieden
lang; Bl. bis 6,5 cm lg., ziemlich breit, + weißlich;
Fr. ± keulig. — Südliches Argentinien (Rio
Chubut, Rio Negro etc.).
v. leucodictyon (K. Sch.) Y. Ito: K. mehr blau-
grün, kleiner, stärker sprossend; v. nigrum
Backbg.: K. schwärzlichgrün; St. schwärzlich;
Mst. 0—1; v. nobile (Haw.) Y. Ito: K.
großkugelig werdend; St. zahlreicher, bis ca. 15; Mst.
bis 6; St. alle länger, bis 3,5 cm lg., weißlich, Fuß
rot, oft stärker verflochten.
Gymnocalycium glaucum Ritt. — Sukkde. (SKG.),
VII—VIII, 37. 1963 (2)
K. aschgrau-grün, halbkugelig, bis 12 cm 0; Wz.
lang und rübig, hart, weiß; Ri. 10—16, stumpf und
breit, bis 1,5 cm h., schwach höckrig mit
Querfurche; Ar. weiß, bis 1,5 cm lg., 5—7,5 mm br.,
weiß; St. schwach gebogen, anfangs rötlich-braun,
dann grau, in 2—3 (—4) Seitenpaaren, 2—4 cm, das
mittelste bis 7 cm lg., zuweilen oben noch ein St.;
Mst. 0; Bl. 3,5—5,5 cm lg., 2,5—4,5 cm 0, gegen
Mittag öffnend, weiß; Pet. oben mit dünnem,
purpurnen Streifen, nach unten zu verbreiternd, der
Schlund auch so gefärbt; Gr. blaßgrün, unten
rötlich; Fr. 3 cm lg., unten rötlich, oben graubraun-
grün; S. schwarz, 1 mm gr. — Nordargentinien
(südöstlich Tinogasta in der Prov. Catamarca) (FR
961).
Gymnocalycium grandiflorum Backbg. (2)
K. flachrund, grün; Ri. ca. 8, stark quergefurcht;
Hck. kinnartig; Rst. 5, halb anliegend, rosa-weiß-
grau; Bl. bis 7 cm 0, mittellang, rein weiß. —
Nordwest-Argentinien.
Gymnocalycium griseo-pallidum Backbg. n. sp. (3?)
Planum, albido-cinereum, ca. 6,5 cm 0, 3 cm altum
visum et aliquid prolificum; costis ca. 7, transverse
sulcatis, in media parte ca. 1,5 cm latis, 7 mm altis;
aculeis 4—5 (—6), ad 1,5 cm longis, nigris, adpressis,
+ curvatis vel distantibus; flore ignoto. — Bo-
livia (San Jose).
K. plattrund, weißgrau, ca. 6,5 cm 0 und 3 cm h.
gesehen und schwach sprossend; Ri. 7, mehrfach
quergefurcht an den Flanken bzw. zwischen den Ar.
(bisher nur bei dieser Art so), in der Mitte ca. 1,5 cm
br., 7 mm h.; St. 4—5 (—6), bis 1,5 cm lg., schwarz,
untere + anliegend oder + verkrümmt, mittlere
abstehend, später alle grau; Bl.? — Bolivien
(Salzdünen bei San Jose, nahe der paraguayischen Grenze).
Die durch die mehrfache Querfurchung gebildeten
schwachen Hck. sind zur Trockenzeit + blaß-
rötlich angehaucht. Durch seine fast kreidig helle
Farbe von allen anderen Arten des Genus
unterschieden (Koll. Uhlig, U 2179; von Pater Ham-
merschmid gefunden). (Abb. 132.)
Gymnocalycium guanchinense Schütz gehört zum
Formenkreis des G. mazanense Backbg.; v. robu-
stius Ritt., nur ein Name.
Gymnocalycium guerkeanum (Heese) Br. & R. (2)
K. flachrund; Ri. 9, ziemlich platt und breit; Hck.
schwach kinnförmig; Ar. gelblich; St. stets 5, bis
12 mm lg., rauh, gelblich, Fuß bräunlichrot; Bl. bis
5 cm lg., fast 4 cm 0, glänzend hellgelb. —
Bolivien.
168 Gymnocalycium
Gymnocalycium hamatum Ritt. (2)
K. rundlich; Ri. 9, gerundet, quergebuchtet; Rst. 6,
strahlend abstehend, bis 1,5 cm lg., der unterste der
längste, zuerst weißgelb, oben braun, dann horn-
grau; Mst. 0; Bl. ?. — Heimat ? (Abb. 133.)
Anscheinend noch unbeschrieben. Die von mir
gesehenen Stücke hatten keine gehakten, sondern an
der Spitze nur ± leicht gekrümmte, untere Rst.
Gymnocalycium hammerschmidii Backbg. (2) —
Descr. Cact. Nov. III: 7. 1963.
K. breitrund, bis 15 cm 0, mattglänzend blattgrün;
Ri. ca. 7, hochrund, unten bis 3 cm br.; Hck.
wulstigrund, mit bis ca. 1,5 cm br. scharfer Querfurche;
Rst. 5, pfriemlich, seitwärts und abwärts gerichtet,
bis ca. 2 cm lg., + zurückgebogen, ferner häufig 2
obere, dünnpfriemliche, bis 6 mm lg.; Mst. (0—) 1,
ca. 1,5 cm lg.; St. alle hell hornbraun, + fleckig,
anfangs mit hell grünlichgelbem Fuß, Spitze dunkel;
Bl. 4—6,5 cm lg., 3,5—6 cm 0, das größte Maß bei
Einzelblüten, blaß lachsrosa-weiß; R. rötlich oder
bläulich; Sep. rückseits oliv; Pet. innen schmal; Fr.
schwärzlich-bläulich; S. mittelgroß. — Bolivien
(San Jose; von Pater Hammerschmid gefunden).
(Abb. 134.)
Blüht nur in Vollsonne kurze Zeit auf; die Bl.-Farbe
variiert bis weiß oder rötlich.
Gymnocalycium horridispinum Frank (2) — Kakt.
u. a. Sukk., 14: 1, 8—10. 1963.
K. bis 8 cm 0, dunkel-laubgrün; Ri. 10—13, starke
Kinn-Hck. und scharfe Längsfurchen; Rst. 10—12,
derb, pfriemlich, 2—2,5 cm lg., grau, braun
gespitzt, zum K. gebogen; Mst. ebenso gefärbt, 4, über
Kreuz, noch kräftiger, abstehend, Fuß verdickt,
3—4 cm lg.; Knospe purpurrot, plump, zugespitzt;
Bl. weiß mit violettrosa Rand oder ganz purpurrosa,
6 cm lg., 6 cm 0, mit dunklerem Mittelstreifen,
Schlund weiß; Sep. violettrosa. —
Nordargentinien (Cordoba, südwestl. Salsacate). (Abb. 135.)
Die Blüte kann rund eine Woche dauern.
Eine ähnliche Pflanze ist weniger wild bestachelt, die
St. auch kürzer, der Körper mehr breitrund und
bläulicher grün. Vielleicht eine var. (Koll. Uhlig
und Backeberg, U 2177).
Gymnocalycium hossei (Hge. jr.) Berg. (2)
K. + flachkugelig bis gestreckt, dunkelbraungrün;
Ri. 13, ziemlich breit; Hck. kinnaftig, mit
Querkerbe ; Ar. grauweißlich; St. meist 7, etwas spreizend
und zurückgebogen, bis 15 mm lg., pfriemlich; Mst.
vereinzelt, erst später; St. alle zuerst braun, dann
grau, dunkelspitzig; Bl. kurzröhrig, sattrosa. —
Argentinien (Cördoba?; La Rioja). (Abb. 136.)
v. longispinum (Hge. jr.) Hort, ist eine
ungeklärte var.
Gymnocalycium hybopleurum (K. Sch.) Backbg. (2)
K. breitrund, stumpf- bis graugrün; Scheitel
vertieft; Ri. ca. 13, breit und halbrund; Hck. scharf
kinnförmig; Ar. anfangs hellbräunlich; St. meist 9,
einer abwärts, die anderen korbartig verflochten,
zurückgebogen, bis 3 cm lg., anfangs braun, dann
bleich weiß; Mst. 0; Bl. bis ca. 4 cm lg., weiß bis
grünlichweiß, Schlund grünlichrosa; Fr. grün. —
Argentinien (Cördoba).
Sproßt wahrscheinlich später; oft fälschlich als G.
mostii bezeichnet,
v. brevillorum Backbg. n. v.: Differt flore 2,5 cm
longo, 2,5 cm lato, fauce rubra, filamentis roseis;
aculeo centrali interdum 1, sursum curvato, ad
2,8 cm longo.
Weicht durch viel kürzere Bl. ab, ca. 2,5 cm lg.
und br.; Mst. zuweilen 1 vorhanden, zum Scheitel
gekrümmt; bis ca. 2,8 cm lg. (Abb. 137 oben.)
v. centrispinum Backbg. n. v.: Differt 2—3 acu-
leis centralibus, sursum curvatis.
Weicht durch das Vorhandensein von 2—3
aufwärts gekrümmten Mst. ab; St. nicht stärker als
beim Typus der Art (Koll. Uhlig und
Backeberg, U 2146; von Fechser gesammelt),
v. euchlorum Backbg.: K. heller graugrün; St.
kürzer und etwas geringer an Zahl,
v. ferocior Backbg. n. v.: Differt aculeis crassis,
+ curvatis, intertextis, + complanatis vel angu-
latis; plerumque 2 aculeis centralibus, porrectis
ad sursum curvatis, ad ca. 3—3,5 cm longis, ±
compressis; aculeis radialibus valde intertextis,
ca. 7—9; aculeis cinereis in statu sicco, in umido
castaneis.
St. viel stärker, trocken aschgrau, feucht
kastanienbraun; Rst. wie beim Typus der Art, ca. 7—9;
Mst. (1—) 2, vorgestreckt oder aufwärts gebogen,
bis 3,5 cm lg., wie die Rst. + zusammengepreßt
und/oder + kantig (Koll. Uhlig und
Backeberg, U 2167; von Fechser gesammelt). (Abb.
137 Mitte.)
v. ferox Backbg. n. v.: Differt aculeis crassis,
aliquid compressis, 5—7. 1,5—2,5 cm lg., centrali
deficiente; flore ca. 3,5 cm longo, ca. 4—5 cm 0,
tubo 1,2 cm crasso, phyllis perigonii interioribus
olivaceo-albidis, exterioribus ad 1 cm latis, oli-
vaceo-viridibus; fauce rubra; filamentis carmi-
neis.
Weicht durch sehr dickpfriemliche, etwas
zusammengedrückte Rst. ab, mittlere fehlend; Bl.
sehr derb, ca. 3,5 cm lg., 4,5 cm 0, R. ca. 1,2 cm
dick; Sep. bis 1 cm br., grün, oben breitrund, hell-
randig; Pet. sehr blaßoliv-weißlich, Schlund rot;
Stbf. karmin. (Abb. 137 unten.)
Gymnocalycium hyptiacanthum (Lem.) Br. & R. (2)
K. zuerst gedrückt-kugelig, später gestreckt, bis
10 cm 0, dunkelgrün; Ri. 9—11; Hck. 5 mm h.,
kugelig; Rst. 5—8, bis 1 cm lg.; Mst. 0—1; St. +
pfriemlich, stechend, etwas zurückgebogen,
weißlich, am Grunde bräunlich; Bl. 5 cm lg.,
gelblichweiß. — Uruguay.
v. citriflorum (Fric) Schütz, mit zitronengelber
Bl., mag ein Bastard sein.
Gymnocalycium 169
Gymnocalycium immemoratum Cast. & Lelong:
Gymnocalycium valnicekianum Jajö.
Gymnocalycium intertextum Backbg. n. sp. (2)
Simplex, ad ca. 11 cm 0, hemisphaericum, griseo-
viride; costis ca. 13—15, ad 1,5—2 cm latis, trans-
verse sulcatis, tuberculis mentosis; aculeis irregu-
lariter curvatis, in statu sicco roseo-griseis, sordide
griseis vel cornicoloribus, satis crassis, basi non
incrassata; aculeis radialibus 5—7, ad 2,5 cm longis,
interdum + complanatis; aculeis centralibus ple-
rumque 0, interdum 1, sursum curvato; flore
ignoto.
K. einzeln, halbkugelig, bis 11 cm 0 gesehen,
graugrün; Ri. ca. 13—15, ca. 1,5—2 cm br., quergefurcht,
Kinnhöcker oft über die Furche greifend; St. wild
verflochten, unregelmäßig gekrümmt, mitunter fast
krallig gebogen, teilweise zusammengedrückt, trok-
ken rosagrau, schmutziggrau oder hornfarben,
ziemlich stark, Basis nicht verdickt; Rst. 5—7, bis
2,5 cm lg.; Mst. meist 0, zuweilen 1, zum Scheitel
gebogen, nicht kräftiger als die Rst., unten sind die
St. zuweilen bis ca. 2 mm stark; Bl.? —
Nordargentinien (Koll. Uhlig und Backeberg,
U 2176; von Fechser gesammelt). (Abb. 138.)
In feuchtem Zustand sind die St. rotbräunlich.
Gymnocalycium joossensianum (Böd.) Br. & R.(3)
K. einzeln, gedrückt-kugelig; Ri. ca. 6—9, etwas
höckrig; St. 6—9, die untersten die längsten; Bl.
weinrot; R. mäßig lang; Fr. spindelförmig, mit
wenigen roten Seh. — Paraguay oder
Nordargentinien.
Gymnocalycium knebelii Fric (G. knebelianum) (3),
unbeschrieben, war eine + bräunlichgrüne, nicht
sehr breitflächig gehöckerte Art mit deutlich
punktierter Epidermis. — Paraguay.
Gymnocalycium kurtzianum (Gurke) Br. & R.:
Gymnocalycium mostü v. kurtzianum (Gurke)
Backbg.
Gymnocalycium lafaldense Vpl.: Gymnocalycium
bruchii (Speg.) Hoss.
Gymnocalycium lagunillasense Card. (2)
K. einzeln, breitkugelig, bis 4 cm h., bis 14 cm 0,
graugrün; Ri. ca. 13, niedrig; Hck. + viereckig; Ar.
grau; Rst. ca. 7, pfriemlich, gebogen, unten weißlich,
Mitte rosafarben, Spitze braun, 1—3 cm lg.; Bl. ca.
5 cm lg., trichterig, oben krem, nach unten weiß,
Schlund bläulichrot; Fr. rund, 2 cm 0, rot. —
Bolivien (Lagunillas).
Gymnocalycium leeanum (Hook.) Br. & R. (2)
K. gedrückt bis kugelig, bläulichgrün; Ri. bis über
15; Hck. halbrund, Basis + sechsseitig; St. ca. 11,
dünn, randständige bis 12 mm lg., etwas angepreßt
und gebogen, 1 mittlerer, vorgestreckt, gerade; Bl.
groß, blaßgelb, eingeschlechtig; S. groß, schwarz. —
Uruguay, benachbartes Argentinien,
v. brevispinum Backbg.: St. viel kürzer, gerader,
im Scheitel sehr kurz. — Uruguay (Maldonado).
v. netrelianum (Monv.) Backbg.: St. 5—8, Mst.
meist fehlend; Bl. blaß zitronengelb. —
Uruguay.
Gymnocalycium leptanthum (Speg.) Speg. (2)
K. breitrund, bis ca. 7 cm 0; Ri. 8 und mehr,
niedrig, unten breit; Hck. rundlich, wenig hoch,
unten quergebuchtet; St. typisch 7, anliegend; Bl.
auffällig langröhrig, bis 6,5 cm lg., weiß, Schlund
rötlich; R. sehr schlank, dicht beschuppt. —
Argentinien (Cördoba).
Gymnocalycium loricatum Speg.: Gymnocalycium
spegazzinii Br. & R.
Gymnocalycium lumbarasense Ritt, ist ein
unbeschriebener Name.
Gymnocalycium marquezii Card. (2)
K. breitkugelig, stumpf, bläulichgrün, bis 4 cm h.,
bis 10 cm 0; Ri. ca. 8, niedrig; Hck. 2x3 cm groß;
Ar. weiß; St. 6—7, dünnpfriemlich, anliegend,
unten grau, oben rosabraun, 1—2,5 cm lg.; Mst. nur
vereinzelt; St. alle mit verdicktem Fuß; Bl. breit-
becherig, 4 cm lg., rosa mit braunem Mittelstreifen.
— Bolivien (Angosto de Villa Montes).
v. argentinense Backbg. n. v.
Differt a typo costis ca. 8 (—10); aculeis pullo-
castaneis vel basi rubida; aculeis radialibus
(7—) 9 (—12), ad 2,5 cm longis; aculeis
centralibus 1—2 (—4); flore albo, 5 cm longo, 5,5 cm
lato, fauce rubra.
K. kräftig blattgrün, Epidermis fein körnig-
narbig; Ri. 8 (—10), bis über 3,5 cm br. (unten);
St. trocken aschgrau, feucht schmutzig
kastanienbraun, oder anfangs oben dunkler, unten rötlich;
Rst. (7—) 9 (—12), seitlich gebogen, bis 2,5 cm
lg.; Mst. 1—2 (—4), mehr abstehend, nicht länger
als die Rst.; Bl. bis 5 cm lg., 5,5 cm 0, weißr
Schlund hellrot; Stbf. rot; N. lang, ausgebreitet,
zinnober. — Nordargentinien (Koll. Uhlig
und Backeberg, U 2166); von Fechser zwischen
Tucuman und Salta gesammelt, ohne nähere
Standortsangabe). (Abb. 139.)
Alte Ar. können bis 11 mm lg. und 9 mm br. seinT
der Filz bald schwarzgrau.
Gymnocalycium marsoneri (Fric) Y. Ito (3)
K. einzeln, flachkugelig, matt graugrün; Ri. ca. 15,
auffällig schief in niedrige, größere Hck. zerteilt;
Ar. gelb bräunlich; Rst. 7, bis 3 cm lg., oben
bräunlich, Fuß heller, später dunkler; Mst. 0; Bl.
trichterig-glockig, bis 3,5 cm lg., 3—4,5 cm 0, blaß
gelblich weiß bis weiß. — Paraguay (?). Eine etwas
variable Art mit kürzerer, ziemlich schlanker R.
und mehrserigem Perigon. (Abb. 140.)
170 Gymnocalycium
Gymnocalycium mazanense Backbg. (2)
K. groß-breitkugelig, bräunlich- bis grautonig-
stumpfgrün; Ri. 10—12, niedrig, gerundet; Hck.
rundücn-kinnförmig, stark, quergebuchtet; Ar.
weiß; Bst. ca. 7 oder mehr, bis 3 cm lg., +
verflechtend, ± rosa-braun, vergrauend; Mst. 0 bis
vereinzelt; 31. derbtrichterig, ziemlich dichte Hülle,
weißlich bis roca, Schlund dunkler. —
Nordargentinien (Mazan).
v. breviflorum Backbg. : Bl. noch kürzer, oliv- bis
rosaweiß;
v. ferox Backbg.: Mst. und Bst. ziemlich dick,
groß, den K. dicht umstarrend.
Gymnocalycium megalothelos (Sencke) Br. & R. (2)
K. gedrückt-kugelig, bis ca. 16 cm 0 und h., hell-
bis dunkler grün; Ri. 10—12; Hck. plump kinn-
förmig vorgezogen, quergebuchtet; Ar. groß; Rst.
7—8, pfriemlich, bis 1,5 cm lg., erst rein-, dann
schmutzig bräunlich-gelb, zuletzt hornfarben; Mst.
1, vorgestreckt; Bl. groß, rosaweiß. — Paraguay.
Gehört wohl zum Formenkreis des G. monvillei
(Lem.) Br. & R.
Gymnocalycium megatae Y. Ito (3)
K. flachrund, ca. 6 cm h., bis 20 cm 0, hellgrün;
Ei. 9—13, scharfkantig; Bst. bis 5, dünn, 2 cm lg.,
erst braun, dann dunider; Bl. 5 cm lg. und br.,
weiß. — Paraguay.
Gymnocalycium melanocarpum (Ar.) Br. & R. (2)
X. einzeln, halbkugelig, bis ca. 9 cm 0; Ri. 15,
breit und gerundet; Hck. stark; Rst. 10—12, bis
2,5 cm lg., pfriemlich, erst gelb, dann grau,
anliegend; Mst. 0; Bl. ?; Fr. kugelig, 2 cm 0, glänzend
dunkololivgrün. — Uruguay (Paysandú).
Gymnocalycium michoga (Fric) Y. Ito (3)
K. einzeln, kugelig, graugrün bis rötlich; Ri. ca. 11,
scharfkantig; Hck. warzig; Rst. ca. 7, stechend,
2 cm lg., erst dunkelbraun, dann schwarz; Bl.
glockig-trichterig, bis 5 cm lg., 4 cm 0, weiß,
bräunlichgrün gestreift; R. sattgrün. —
Argentinien (Paraguay?).
Gymnocalycium mihanovichii (Fric & Gurke) Br.
& R. (3)
K. breitkugelig bis etwas gestreckt, bis ca. 6 cm 0,
graugrün oder + rötlich-braun; Ri. schmalkantig,
quergewulstet bzw. heller und dunkler quergebän-
dert; Rst. meist 5 (—6), z. T. abfallend, bis 1 cm lg.;
Bl. glockig-trichterig, Perigon im Hochstand
umbiegend; Sep. gelblichgrün, Spitze + rötlich; Pet.
grünlichgelb oder fahler bis weiß, z. T. schmal. —
Paraguay (Bahia Negra).
Eine ähnlich G. damsii extrem variable Art.
Deutlicher unterschieden sind die ± rosa blühenden
var. sowie durch seine große, langandauernde und
oben braun getönte, nicht breit öffnende Bl. das
v. filadelfiense. Bei den übrigen gibt es, wie schon
Werdermann ausführte, noch Zwischenformen,
v. albülorum Pa¾. — Fri&ana ftada, 3: 17, 5—7.
1963:
St. 8, kräftiger; Bl. rein weiß. Weiteres ist mir
nicht bekannt.
v. angusto-striatum Pa¾. — Friciana ftada 1: 7,
3. 1962: Bi. ca. 12, dicht und schmal
quergestreift; St. fehlend oder vereinzelt, kurz; Bl. wie
bei v. friedrichii.
v. filadelfiense Backbg. n. v.: Differt a typo
corpore postea elongato, fuscato, plerumque nigri-
punctato, pictura linearis transversalis interdum
deficiens; costis ca. 8; aculeis nigritellis f ere persi-
stentibus; flore fuscato-viridi, tubo gracili vel cras-
siore.
K. später gestreckt, bis ca. 10 cm h. gesehen,
bräunlich, meist dunkel punktiert, Querbände-
rung zuweilen fehlend oder undeutlich; Ri.
scharfkantig, gradkantig oder leicht durch
Quereinsenkung gehöckert, Höckersaum meist
dunkler, Einsenkungen leicht abwärts gerichtet; St.
schwärzlich und gewöhnlich länger verbleibend;
Bl. bis ca. 5 cm lg., nicht weit öffnend, mit
schlanker oder derberer Röhre, Knospe kugelig;
Perigon bräunlich-olivgrün, dunkler als beim
Typus der Art, außen zur Basis hin leicht rötlich
getönt. — Paraguay (bei Filadelfia) (Koll.
Uhlig und Backeberg, U 2125; von Unger
gefunden). (Abb. 141.)
Die Bl.-Färbung ist sehr einheitlich,
v. Heischerianum Pa2. — Kaktusarské Listy,
1948—51:
K. hellgrün, breitrund, dunkel punktiert; Bi. ca.
12, scharfkantig; St. 4—6, gelb; Bl. bis 8 cm lg.,
weiß, wenig offen. — Paraguay (Chaco Boreal).
v. friedrichii Werd.: Bänderung deutlich, dünn-
strichig; K. unter 10 cm 0; Bl. sattrosa, etwas
kleiner als beim Arttypus,
v. melocactiforme Paz.: Bänderung so gut wie
fehlend; K. über 10 cm 0 erreichend; Bl. mit
auffallend schmalen Pet.
v. pirarettaense Paz. : K. unter 10 cm 0;
Bänderung vorhanden oder fehlend oder undeutlich; Bl.
variabel von dunkelrosa bis weiß,
f. rubrum: eine chlorophyllose Rotform, für die es
auch noch andere Bezeichnungen gibt,
v. stenogonum Fric & Paz.: K. bis 15 cm 0,
schmalkantig; Bänderung engstehend; Bl.
gelblich- bis grünlich weiß.
v. stenostriatum Pa2. — Friciana ftada, 1: 7.
1962 (Abb.)
K. etwas länglich; Ri. mit engstehender
Querzeichnung; St. meist fehlend, zuweilen einzeln,
leicht abwärts gebogen.
Gymnocalycium monvillei (Lem.) Br. & R. (2)
K. einzeln, großkugelig, bis ca. 22 cm 0, glänzend
hellgrün, etwas heller oder dunkler variierend; Ri.
13—17; Hck. groß, 5—6seitig; Ar. zuerst gelblich;
Gymnocalycium 171
Bst. 7—13, pfriemlich, gebogen, aufsteigend,
zusammengedrückt, bis 4 cm ig., horngelb,
grünlichgelb oder dunkler; Mst. 0; Bl. bis 8 cm lg., breit,
weiß, ins Rosarote spielend. — Paraguay.
Sehr variable Art in Körper- und Stachelfarbe.
Gymnocalycium mostii (Gurke) Br. & R. (2)
K. einzeln, dunkel- bis blaugrün, bis ca. 7 cm h.,
13 cm 0; Ri. 11—14, breit und stumpf, anfangs
weniger; Hck. mit vorstehendem rundlichen Kinn,
stark quergebuchtet; Rst. 7, 6—22 cm lg., derb-
pfriemlich, zurückgebogen oder verkrümmt; Mst,
1j ± gerade; St. alle hell hornfarben, Spitze
glänzend braun; Bl. groß, becher- bis radförmig, bis
8 cm br., hell lachs- bis rosenrot. — Argentinien
(Cördoba).
v. kurtzianum (Gurke) Backbg.: Ri. bis 18;
Rst. 8; Mst. 1, stark aufwärts gekrümmt,
hornfarben, Spitze meist bräunlich; Bl. 7—8 cm lg.,
weiß, Schlund rot. — Argentinien (Cördoba).
Gymnocalycium mucidum Oehme: höchstens eine
Form des G. mazanense Backbg.
Gymnocalycium multiflorum (Hook.) Br. & R. (2)
K. erst einzeln, dann sprossend und gruppenbildend,
Köpfe bis über 9 cm h., bis 12 cm 0, grün; Ri.
10—15, wulstig-höckrig, etwas scharfkantig; St.
7—10, alle randständig, bis 3 cm lg., etwas
abgeflacht, gelblich; Bl. bis 4 cm lg., kurz-glockig, rosa
bis fast weiß. — Argentinien (Cördoba).
v. albispinum (K. Sch.) Backbg.: St. weißgrau;
Hck. unten kinnartig; Mst. 1; St. am Grunde z. T.
dunkler, der mittlere kürzer und schlanker als die
kräftig-pfriemlich randständigen,
v. parisiense (K. Sch.) Backbg.: St.kräftiger,
verflochten, Fuß rot; Bl. mit rotem Schlund.
Gymnocalycium nidulans Backbg. (2)
K. einzeln, verjüngt-kugelig, bis 10 cm h. und br.,
matt braungrün; Ri. bis 17; Hck. breiter als hoch,
durch scharfe Querkerben geteilt, mit kleinem Kinn;
Ar. zottig gelblich-grau; Rst. ca. 6,
durcheinanderragend mit den Spitzen, aufwärts gebogen, stärker
abstehend; Mst. 1, nur gelegentlich; Bl. etwas
glockig-trichterig, mehrserig, rosa-weiß, Schlund
dunkler. — Argentinien (Mazan).
Gymnocalycium nigriareolatum Backbg. (2)
K. breitrund, einzeln, samtig blaugrün, bis ca. 15 cm
0; Ri. 10, mittelbreit; Hck. länglich-wulstig,
scharfgratig, mit kleinem Kinn; Ar. anfangs etwas
zottig gelbbraun-filzig, bald schwarz werdend, groß,
länglich; Rst. 7—8, rQsagrau, bis 3 cm lg., mitunter
etwas gebogen; Mst. etwas länger; St. alle anfangs
dunkelspitzig; Bl. porzellanweiß, leicht glockig;
Sep. grünlich. — Argentinien (Catamarca).
v. densispinum Backbg.: Ri. bis 15; St. dichter,
dünner und länger.
Gymnocalycium occultum Fric ex Schütz: (Frié-
iana ftada 1: 7, 4. 1962) (2) wurde von mir mangels
Beschreibung in ,;Die Cactaceae", III. S. 1725,
unter G. bodenbenderianum nur erwähnt, nicht dazu-
gestellt. Die jetzige Beschreibung kann nur als die
einer der zahlreichen Formen von G. quehlianum,
keinesfalls als berechtigte eigene Art, angesehen
werden, mit den gemäß Orig.-Beschreibung
typischen 5 Rst. und nur unwesentlicher Ri.-Höcke-
rung. — Argentinien (Cördoba, Gebiet des G.
quehlianum).
Gymnocalycium ochoterenai Backbg. (2)
K. flachrund, olivgrün; Ri. ca. 16, breit und flach
werdend; Hck. bräunlich überlaufen, bucklig
vorspringend; Ar. weiß bis gelblich; St. 3—6
randständige, meist zum K. gekrümmt, hornfarben bis
weißgelb, dunkelspitzig; Bl. 3,5 cm lg., weiß,
Schlund blaßrosa. — Argentinien (La Rioja?).
Die Art ist extrem variabel, was man nur an einem
größeren Import erkennt. Die unterschiedlichsten
Abänderungen würde man, jede für sich betrachtet,
als verschiedene Arten ansehen. Um den
Formenkreis dementsprechend darzustellen, wurden
folgende Hauptvariationstypen festgelegt, zwischen denen
Übergänge zu denken sind, die jeweils nach ihrem
Habituscharakter zu einer der var. gehören. Eine
weitere Untergliederung ist vorderhand nicht
möglich.
v. cinereum Backbg.: K. mehr aschgrau-grün;
Ri. und Hck. breitbuckliger; St. kürzer, anfangs
fast schwärzlich; Bl. kürzer.
v. polygonum Backbg. n. v.
Differt a typo corpore olivaceo ad rubido; costis
18—26; aculeis radialibus cinereis ad (in statu
umido) nigris; flore aliquid longiore; fructu ad
4 cm longo, 1,9 cm 0, pullo-rubido, ± roseo-
squamato.
K. olivgrau bis rotbräunlich überhaucht; Ri. bis
(unten) fast 2 cm br., (12—) 18—26; Ar. bis
5 mm gr.; Rst. aschgrau bis anfangs (oder feucht)
schwärzlich; Bl. etwas länger; Fr. bis 4 cm lg.,
1,9 cm 0, schmutzigrot, rosa beschuppt. (Koll.
Uhlig und Backeberg, U 2169; von Fechser
gesammelt). (Abb. 142 oben.)
v. tenuispinum Backbg. n. v.
Differt a typo costis ca. 10—12, olivaceis vel fus-
cato-olivaceis, magis mentosis, in basi ad ca.
1,8 cm latis; aculeis radialibus 3—5, adpressis,
curvatis, tenuioribus, primo cornicoloribus cum
basi rubida; seminibus nigris, nitidis, 0,75 mm
longis.
K. ziemlich einheitlich gestaltet, flachrund, +
grauoliv oder bräunlich angehaucht; Ri. ca.
10—12, mit stärker ausgeprägtem Kinnvorsprung;
St. 3—5, dünner als beim Typus der Art, hellgrau,
anfangs oder feucht hornfarben mit rötlichem
Fuß; S. glänzend schwarz, 0,75 mm gr., + mützen-
förmig, mit schmalem, länglichem Nabel, dieser
mit wulstig vorspringendem Rand. (Koll. Uhlig
und Backeberg, U 2170; von Fechser
gesammelt). (Abb. 142 Mitte.)
12 Kakteenlexikon
172 Gymnocalycium
v. variispinum Backbg. n. v.
Differt a typo corpore opaco viridi vel cinereo-
olivaceo vel fuscato-viridi; aculeis magis distan-
tibus, variicoloribus, flavidis, cornicoloribus, ro-
seo-fuscatis, nigritellis, longitudine Variante, sed
longioribus quam in typo.
K. flachrund, olivgrün bis aschgrau-oliv oder leicht
bräunlichgrün; Ri. ca. 12, mit scharfer
Querfurche und mäßig starkem Kinnhöcker; St. sehr
variabel in der Farbe und stärker abstehend:
gelblich, rosabraun, bis schwarz oder zweifarbig
(heller mit + rotbräunlichem Fuß), auch in der
Länge variabel, aber länger als beim Typus der
Art, z. T. bis 4 cm lg. (Koll. Uhlig und
Backeberg, U 2168; von Fechser gesammelt). (Abb.
142 unten.)
Vergleicht man die Fotos des Arttypus mit denen
der Varietäten, zeigt sich eine beträchtliche
Abänderung. Nur die Darstellung der
unterschiedlichsten Formen gibt eine Vorstellung von der
Variationsbreite dieser Art, die zugleich beweist,
daß Artbeschreibungen nach Einzelstücken
zuweilen unvollkommen sind, d. h. die
Variationsbreite nicht erkennen lassen.
Gymnocalycium oenanthemum Backbg. (2)
K. ziemlich niedrig-rund, später rundlicher, matt
grau-blaugrün, bis ca. 10 cm 0; Ri. ca. 10—11;
unten bis 2 cm br.; Hck. nach unten verbreitert,
wulstig, mit kurzem, scharfem Kinn; St. typisch 5,
hellgrau, derb, z. T. rötlich durchscheinend; Mst. 0;
Bl. bis ca. 5 cm lg., weinrot bis lachsfarbig getönt;
Fr. ovoid, grün. — Argentinien.
Gymnocalycium onychacanthum Y. Ito (3)
K. flachrund, einzeln, bis 20 cm 0; Ri. schief-
höckrig geteilt; St. 9, derbpfriemlich, bis 3 cm lg.,
kammartig gestellt, graubraun; Bl. 2,5 cm lg.,
glockig-trichterig, bis 3 cm br., schmutzigweiß; R.
bläulich. — Uruguay (?).
Gymnocalycium parvulum (Speg.) Speg. (2)
K. kleinkugelig, bis 3 cm br. und h., schmutzig
aschgrau-grün; Ri. meist 13, vielhöckrig; St. 5—7,
fein, oft gebogen und angepreßt, bis 4 mm lg.,
grauweiß; Mst. 0; Bl. 4,5—6 cm lg., weiß. — Nordwest-
. argentinien (San Luis).
Gymnocalycium pflanzii (Vpl.) Werd. (2)
K. breitkugelig, zuweilen sprossend, bis 50 cm 0,
samtig matt- bis gelblich-grün; Ri. ca. 7 (bei großen
Pflanzen sicher mehr), gerundet, durch breite und
scharfe abwärts gebogene Querkerben über den
Ar. gehöckert; Ar. groß, länglich, dick weißwollig;
Rat. 6—9, ± gebogen, bis 2,5 cm lg.; Mst. 1, meist
kürzer als die längsten Rst.; St. alle weißlich, mit
rosa Hauch, dunkelspitzig, anfangs unten rotbraun,
später rauh; Bl. bis 5 cm lg. und 0, becherig-
trichterig, weiß bis lachsfarben, im Grunde schwach
violett. — Bolivien (Rio Pilcomayo) bis Nord-
argentinien (von Fechser dort gesammelt).
Gymnocalycium platense (Speg.) Br. & R. (2)
K. etwas breitkugelig, grün bis dunkler
bläulichgrün; Ri. 8—14; Hck. breitrundlich durch seichte
Querbuchtung; St. typisch 7, bald weißlich, unten
rötlich; Bl. mit schlanker R. (nur % so lang wie bei
G. leptanthum), weiß, Schlund rötlich. —
Argentinien (Prov. Buenos Aires).
Gymnocalycium proliferum Backbg.:
Gymnocalycium calochlorum v. proliferum (Backbg.) Backbg.
Gymnocalycium pseudo-malacocarpus Backbg. n. sp.
(3)
Depresso-globosum, sordide olivaceo viride, ca.
7 cm 0 et 3 cm altum visum; costis ca. 11, trans-
verse sulcatis, tuberculis in latere compressis, acut-
angulis, circum areolas incrassatis; areolis aliquid
immersis, 1,5 cm distantibus; aculeis radialibus
3—5, ad 1,7 cm longis, aliquid curvatis, pallide fus-
catis; aculeis centralibus 0; floreignoto. — Bolivia
(San Jose).
K. plattrund, 7 cm 0 und 3 cm h. gesehen, einem
Malacocarpus (Wigginsia) ähnelnd, schmutzig grün-
oliv, im Ruhezustand an den ausgebleichten
Flanken der Ri. schwach rötlich überlaufen; Ri. ca. 11.
quergefuicht, schmalhöckrig und mit scharfem Rük-
ken, um die Ar. verdickt; Ar. ca. 1,5 cm entfernt,
etwas eingesenkt; St. 3—5, seitlich und abwärts
gerichtet, bis 1,7 cm lg., leicht gebogen, der unterste
der stärkste, basal verdickt, ein oberes Paar
zuweilen recht dünn und hell, sonst die St. fahlbraun;
Mst. 0; Bl. ?; Knospenbeginn mit weißen Ar.-Haar-
büscheln, was auf die Reihe „Schickendantziana"
deutet. — Bolivien (Salzdünen bei San Jose, nahe
der paraguayischen Grenze) (Koll. Uhlig, U 2180:
von Pater Hammerschmid gefunden). (Abb. 143.)
Durch seine Ähnlichkeit mit einem Malacocarpus
(Wigginsia) sowie seine schmalflankigen und scharf-
rückigen Hck. eine ungewöhnliche Art, die, wie G.
griseopallidum, auch ohne Kenntnis der Blüte
beschrieben werden mußte, damit das Wissen um
diese eigenartigen und abgelegenen Arten erhalten
bleibt.
Gymnocalycium pugionacanthum Backbg. n. sp. (2)
Simplex, hemisphaericum, ad ca. 10 cm 0; costis
ca. 10, transverse sulcatis, ad ca. 2,5 cm latis, 8 mm
altis; aculeis radialibus crassis, 9, fere adpressis,
10—20 mm longis, aliquid complanatis, primo nig-
ris, postea cinereis vel in apice atratis; aculeis
centralibus 0; areolis ca. 11 mm longis, 16 mm distantibus,
sordide albidis; flore 4 cm longo, 4,5 cm lato;
foliis perigonii exterioribus olivaceis, margine claro,
interioribus albidis, in basi interiore fuscato roseis,
exteriore roseis; tubo 1,5 cm longo, glauco-olivaceo.
K. einzeln, halbrund, bis 10 cm 0 gesehen, kräftig
blaugrün; Ri. ca. 10, mit dünner Querfurche, bis
Gymnocalycium 173
2,5 cm br., 8 mm h.; Rst. sehr derb, fast anliegend,
4 Paare, rechts und links gerichtet, ein St. abwärts,
alle 10—20 mm lg., etwas zusammengedrückt,
zuerst schwarz, dann aschgrau oder oben noch
geschwärzt; Mst. 0; Bl. 4 cm lg., 4,5 cm 0; R. nur
1,5 cm lg.; Sep. olivgrün, weißrandig mit roter
Spitze; Pet. hell grautonig-kremweiß, innere Basis
bräunlichrosa, äußere mehr rosa; Stbf. krem; Stbb.
mit oder ohne Pollen rosa. Blühte hier Ende April. —
Nordargentinien (Cordoba?) (Koll. Uhlig und
Ba‚ckeberg, U 2148; von Fechser gesammelt, ohne
genauere Standortsangabe). (Abb. 144.)
Gymnocalycium pulquinense (Card.) Hutch. : Wein-
gartia pulquinensis Card, ebenso die v. corroana
(Card.)
Gymnocalycium pungens Fleischer — Friciana
ftadal: 7,4. 1962(2)
K. einzeln, kugelig, bis 10 cm h., 8 cm 0,
dunkelgrün; R. 13, + schiefhöckrig zerteilt; Ar. 5 mm Ig.,
2 mm br.; Rst. 7; Mst. nur selten 1—2; St. alle
ziemlich dünn, 4—4,5 cm lg., blaßgrau, Spitze dunkler;
BI. 4cm lg., weiß; Ov. 1,2 cm lg., mit halbrunden
Seh.; Fr. rund, hellrot. — Heimat?
Gymnocalycium quehlianum (Hge. jr.) Berg. (2)
K. breit bis flachkugelig oder + rundlich, rot- bis
grünlich-grau, bis meist ca. 7 cm und mehr 0; Wz.
dick und rübig; Ri. ca. 11, ganz in warzige Hck.
aufgelöst; Hck. bis 12x15 mm gr., rundlich bis
kinnartig vorgezogen; Rst. 5, spreizend, anliegend, bis
5 mm lg., durchsichtig hornfarben, Fuß rötlich;
Mst. 0; Bl. schlankröhrig, bis 6 cm lg., innen
reinweiß mit rötlichem Schlund; S. braun (!). —
Argentinien (Cordoba).
v. albispinum Bozs.: St. kreidigweiß, mit rotem
Fuß; Bl. größer — v. flavispinum Bozs.: St. rein-
gelb, ohne roten Fuß — v. rolfianum Schick: Ri.
bis 10, breiter und stumpfer; St. derber, oben
elfenbein, Fuß rötlichbraun — v. zantnerianum
Schick: Ri. bis 15; St. stechend, bis 4 mm lg.;
Bl. außen lilarosa; Stbf. ganz weiß bzw.
gelblichweiß.
Gymnocalycium ragonesii Cast. (2)
K. klein, platt bis halbkugelig, rauchgrau; Ri. 10,
sehr flach, nur leicht quergekerbt; St. 6, spinnen-
förmig angelegt, bis 3 mm lg., borstenfein,
weißlich; Mst. 0; Bl. bis 4 cm lg., Knospe rauchgrau
außen, schlankröhrig; Pet.? — Argentinien (Cata-
marca).
Gymnocalycium rhodantherum Böd.:
Gymnocalycium mazanense var. breviflorum Backbg.
Gymnocalycium riograndense Card. (2)
K. einzeln, breitrund, bis 6 cm h., bis 20 cm 0,
glänzend dunkelgrün; Ri. ca. 13, bis 3 cm br.; Hck.
stumpf-konisch; Rst. 8 (—9), bis 2,5 cm lg., leicht
gebogen, dünnpfriemlich, steif, grau, schwarzspitzig,
Fuß bräunlich; Mst. 0; Bl. becherig, weiß; Schlund
bläulichrot. — Bolivien (Rio Grande).
Gymnocalycium riojense Fric ex Paz. (2)
E. einzeln, erst dunkel- dann bräunlichgrün bis
bräunlich, bis 10 cm 0, bis 8 cm h.; Ri. ca. 15,
unten 1cm br.; Ar. 12 mm entfernt; St. meist 5,
angelegt, blaßbräunlich, oben braun, 2 cm lg.; Bl.
3,5 cm 0; Sep. stumpflich, mit rötlicher oder
bräunlicher Mittellinie; Pet. blasser, mit rötlicher
Mittellinie, Schlund karmin. — Argentinien (La Rioja).
Gymnocalycium saglione (Cels) Br. & R. (2)
K. einzeln, kugelig, blaugrün, bis 30 cm 0; Ri.
13—32; Hck. niedrig, breitwulstig, bis 4 cm lg.,
scharfe Querfurche; Rst. anfangs 8—10, später bis
15 oder mehr, bis 4 cm lg.; Mst. 1 bis mehrere; St.
rötlichbraun bis schwarz, + gebogen; Bl. 3,5 cm lg.,
weiß oder schwach rosa; Fr. rötlich, 2 cm 0. —
Nordargentinien (Salta, Tucuman, Catamarca).
Sehr variabel.
v. rubrispinum n. nud.: hat einfarbig rötliche St.,
wahrscheinlich eine gute var.
Gymnocalycium sanguiniflorum (Werd.) Werd.:
eine Form von Gymnocalycium baldianum (Speg.)'
Speg.
Gymnocalycium schickendantzii (Web.) Br. & R. (3)
K. einzeln, oft breitrund, bis ca. 10 cm 0,
dunkelgrün; Ri. 7—14 oder mehr; Hck. stumpf, fünfseitig,
basal verbunden; Ar. länglich; Rst. 6—7, bis 3 cm
lg., + abgeflacht und zurückgebogen, abstehend,
rötlichgrau bis hornfarben; Mst. 0; Bl. bis 5 cm lg.,
weiß bis etwas rötlich, innen rosa, glockig-trichterig;
Knospen grünlichweiß; R. mit schwach spitzigen,
hell gerandeten Seh. — Nordwestargentinien
(Co>doba bis Tucuman).
Es gibt Exemplare, bei denen durchgehende
Querteilung der Hck., das Fehlen einer Querfurche oder
nur deren kurze Andeutung an ein und derselben
Pflanze zu beobachten sind. Die Aufteilung der Art,
mit einer Varietät, läßt sich also nur dann
namensmäßig vornehmen, wenn die Unterschiede der
Knospenfarbe mit den Merkmalen der
Rippentrennung, der Beschreibung gemäß, zu beobachten
sind. Bei der v. delaetii sind auch mitunter allein die
jungen Hck. nicht verbunden, später nur mit kurzer
Querfurche markiert.
v. delaetii (K. Sch.) Backbg.: K. heller grün;
Hck. rundlich, basal nicht verbunden (oder
scharfe Querfurche); Knospen rötlich; R. mit
gerundeten, rosa bis violett gerandeten Sch.; Bl.
stärker rosa, besonders im Innern.
Gymnocalycium schroederianum v. Osten (2)
K. breitrund; Ri. 24, höckrig zergliedert; Ar. 2 cm
entfernt; Rst. 7, gelb, Fuß rot; Mst. 0; Bl. ca. 7 cm
lg., grünlich weiß. — Uruguay.
12»
174 Gymnocalycium
Gymnocalycium sigelianum (Schick) Berg. (2)
K. flachkugelig, bis 7 cm br., bräunlichgrau oder
dunkel-braungrün; Ri. 10, niedrig, schwach höckrig,
deutlich quergefurcht; Ar, anfangs weiß; St. 3 (—6),
bis 12 mm lg., derb, fein schülfrig, weißgrau,
dunkelspitzig; R. ziemlich dick; Bl. rosa. —
Argentinien (Cördoba).
Gymnocalycium spegazzinii Br. & R. (2)
K. einzeln, anfangs gedrückt-kugelig, später auch
etwas länglich, bis 20 cm h., 18 cm 0, blau- oder
graugrün bis bräunlich; Ri. 10—16 oder mehr,
breitrund, durch + markante Querfurchen ge-
höckert, bis 4 cm br.; Ar. gelblich-grau, später grau;
Rst. 6—7, bis 6,5 cm lg., blaß rötlichbraun, reifig,
rauh, zuerst dunkelbraun bis schwärzlich oder
fuchsig, auch zweifarbig, unten blaßrosa, oben
dunkel, derbpfriemlich, angelegt und + gebogen, Fuß
± verdickt; Mst. meist 0, zuweilen 1, +
vorgestreckt und leicht abwärts gebogen, Fuß stärker
verdickt; BL bis 7 cm lg., 6 cm 0, weißlich bis
schwach rosa, Schlund purpurn, die Pet. auch mit
breiterem rotem Mittelfeld; Fr. rundlich-länglich,
± reifig; S. 1 mm gr., dunkel braunrot bis schwarz.
— Argentinien (Salta, Cafayate, Valle de Lerma).
(Abb. 146.)
Eine prächtige, sehr variable Art. Es. lassen sich
unterscheiden:
v. horizonthalonium (Fric), unbeschrieben: K.
flachrund; St. 6—7, grauschwarz, Fuß hell. Nur
eine der Formen.
v. major Backbg.: K. leuchtend bläulichgrün;
St. meist krallig abwärts anliegend; Ri. bis ca.
20; St. 7—9, rost- bis schwarzbraun.
Gymnocalycium stellatum (Speg.) Speg. und v. mi-
nimum Pa¾.: Gymnocalycium asterium Y. Pro und
v. minimum (Paz.) Backbg.
Gymnocalycium stuckertii (Speg.) Br. & R. (2)
K. rundlich, bis 4 cm h., 6,6 cm 0, dunkelgrün;
Ri. 9—11, später abgeflacht; Hck. mittelgroß,
rundlich, Kinn schwach; Rst. 7—9, bis 2,4 cm lg.,
rosa bis braun, schuppig-reif ig; Bl. 4 cm 0, weißlich
bis rosa; Pet. etwas fleischig. — Argentinien
(Salta bis Cördoba).
Gymnocalycium sutterianum (Schick) Berg. (2)
K. flachrund; Ri. 10; Hck. länglich, Querkerbe kurz,
tief; Ar. weißlich; St. meist 6, anliegend, bis 16 mm
lg., weißgrau; Bl. groß, weißlichrosa. —
Argentinien (Cördoba).
Vielleicht nur eine Form oder var. von G. sigelianum
(Schick) Berg.
Gymnocalycium tortuga Hort. (3), von Blossfeld
gesammelt, blieb unbeschrieben: bis ca. 10 cm 0;
Hck. scharf kinnartig; St. anfangs rot-schwarz, ca. 7.
bis 1,6 cm lg., später rosagrau, einige etwas
gedrückt; Mst. 0. Möglicherweise variabel; ich sah
Pflanzen mit rötlichem Kinn und mehr gelblichen
St. (G. tudae Y. Pro?). — Paraguay (?).
Gymnocalycium triaeanthum Backbg. (2)
K. kugelig, z. T. über der Basis mehr ausladend,
bräunlich- bis aschgrau-grün; Ri. bis ca. 12, flach-
rund; Hck. nur durch kurze, scharfe Querkerben
angedeutet; Rst. fast stets 3 (selten bis 6), anliegend,
horngrau, + leicht verbogen; Bl. 3,5 cm lg., weiß,
Schlund getönt. — Argentinien.
Gymnocalycium tudae Y. Ito (3)
K. flachrund, 6 cm h., bis 17 cm 0, blaugrün, +
samtig; Rst. bis 7, hellgelb, Spitze dunkler; Mst. 0;
Bl. 4 cm lg. und 0, weiß. — Paraguay.
Gymnocalycium uruguayense (Ar.) Br. & R. (2)
K. flachrund, dunkelgrün; Ri. 12—13, stark bucklig
gehöckert; Ar. anfangs grau; St. 3, randständig,
bis 2 cm lg., weiß; Bl. ca. 4 cm lg., breittrichterig;
Sep. blaß grünlichgelb, innen weißlich; Pet.
hellfliederfarben bis (z. T. beim Verblühen?) weiß,
linearlanzettlich; S. halbmatt grauschwarz. —
Uruguay (Paso de los Toros).
Die ± fliederfarben blühende Form wird auch v.
roseiflorum (Fric) Y. Ito genannt, ist aber m. E.
nicht abtrennbar. Das im Körper sehr ähnliche G.
artigas Hert. ist durch innen zitronengelbe Bl.
unterschieden.
Gymnocalycium valnicekianum Jajö (2)
K. kugelig bis gestreckt, bis 30 cm h., bis 18 cm 0,
auch sprossend und gruppenbildend, glatt dunkel-
grasgrün, anfangs mehr breitrund; Ri. ca. 10(—13);
Hck. wulstig, mit rundlich-kinnartigem Vorsprung;
Ar. hellgrau; St.-Zahl variabel, 7—16 oder mehr,
mittlere 1—6, weißgrau bis isabellfarben; Mst. unten
verdickt; Bl. 6 cm lg. und 0, weiß, Schlund rötlich;
S. mattschwarz. — Argentinien (Cördoba).
Schütz unterscheidet noch eine v. centrispinum.
Gymnocalycium vatteri Bum. (2)
K. anfangs halbrund, bis 4 cm h., bis 9 cm 0, matt
oliv-grün; Ri. (8—) 11 (—16), unten 2,6 cm br.,
bis 12 mm h.; Hck. bucklig geschwollen, darunter
scharfe Querkerbe; Ar. grau; St. 1—3 (—6),
randständig, + anliegend oder abstehend, hornfarben
oder schmutzig-dunkler, variabel in Krümmung und
Länge der Unterstacheln, manchmal diese auch
abstehend und ziemlich derb, andere stark anliegend
gekrümmt; Bl. 5 cm lg., 4 cm 0, weiß, mit
rötlichem Schlund; S. 1 mm groß, glänzend hellbraun.
— Argentinien (Cördoba, Sierra Grande, bei
Nono) (Abb. 146).
Bei der Form mit stärker krallig gebogenen St.
können diese unregelmäßig verflochten sein.
Gymnocalycium venturianum Fric:
Gymnocalycium baldianum (Speg.) Speg.
Gymnocalycium — Haageocereus 175
Gymnocalycium weissianum Backbg. (2)
E. breitrund, bis 9 cm h., bis 14 cm 0, stumpf
graugrün; Ri. bis 19, unten fast 2 cm br., um die Ar.
stark geschwollen; Hck. mit warzig-kinnartigem
Vorsprung; Ar. mäßig-filzig; Rst. 6—8, paarweise
seitlich weisend, einer dazu abwärts, bis 3 cm lg.,
hellfarbig; Mst. 1, aufwärts weisend; St. anfangs
dunkel; Bl. ± glockig-trichterig, bräunlich-weiß-
rosa, Schlund dunkler. — Argentinien (Mazán).
v. atroroseum Backbg.: weicht durch längere,
stärkere, verflochtene St. und dunkelrosa Bl. ab;
v. cinerascens Backbg.: mehr gedrückt-rund; St.
anfangs fast schwarz, darauf silbergrau, gerader,
bis auf den aufwärts gebogenen Mst.
Gymnocalycium westii Hutch.: Weingartia westii
(Hutch.) Backbg.
Gymnocalycium zegarrae Card. (2)
K. einzeln, kugelig, blaugrün, bis 10 cm h., bis
18 cm 0; Ri. 13; Hck. 5—6eckig, 2 x 3 cm gr.; Ar.
elliptisch, hellgrau; Rst. 8, + kammförmig stehend,
bis 2,5 cm lg.; Mst. 1, etwas länger; St. alle
grauweiß, Spitze bräunlich oder schwärzlich, kräftig-
pfriemlich, abstehend und + gebogen; Bl. becherig,
3,5—4,5 cm lg., 4 cm 0, weiß oder zart rosagetönt,
Schlund rot; Gr. kurz; N. rötlich, lang; S. 0,5 mm
gr., glänzend braun. — Bolivien (am Wege Perez—
Mairana).
Bisher nur Namen Ritters sind: G. brevistylum
Ritt. (FR 1133), G. eurypleurum Ritt. (FR 1178),
G. paediophilum Ritt. (FR 1177), G. stenopleurum
Ritt. (FR 1176), die drei letzteren aus Paraguay.
Gymnocereus Backbg. (65)
Baumartige Cereen mit aufrechten, kräftig-grünen
Ästen und zahlreicheren Rippen, diese feinhöckrig,
die Areolen besonders in der Blütenregion ziemlich
dicht stehend. Typisch sind die nicht derben,
längeren Stacheln, sehr elastisch, abwärts weisend oder
auf- und abwärts durcheinanderragend, später
abfallend und die Äste dann auch rundlich. Die
trichterige, kahle Blüte ist nächtlich, breit ausladend
und dicht mit großen Schuppen besetzt, die sich
beim Abblühen schwärzen. Die Samen sind klein, +
glänzend schwarz. Blühfähige Areolen sind größer
bzw. stärker filzig. Eine sehr einheitlich
charakterisierte Artengruppe. Bekannt sind bisher 3
Spezies. — Verbreitung: Nordperu (Canchaque am
Anden-Westhang, bis zu tropischen Tälern der
Ostseite, am Rio Maranon und Rio Paucartambo). [®.]
Buxbaum vertritt in Kakt. u. a. sukk. Pflz., 14: 10,
185.1963, die irrige Ansicht, Gymnocereus sei
illegitim, da die Artengruppe bereits unter Gymnantho-
cereus Backbg. rechtsgültig mit (seiner) Abbildung
von mir publiziert sei, mit G. chlorocarpus als Typus
des Genus. Er bezieht diese Pflanze 1. c. zu Brow-
ningia Br.& R. ein. Cactus chlorocarpus HBK. erwies
sich später, wie ich bereits 1937 in BfK. andeutete,
als ein Seticereus. Da der Gattungsname beim Typus
bleiben muß, ist Gymnanthocereus ein Synonym von
Seticereus und mußte für die wirklichen Kahlblüher
der neue Name Gymnocereus Backbg. aufgestellt
werden, ist also nicht illegitim. Dagegen bewies
Buxbaum mit „Browningia chlorocarpa" wieder
einmal, daß es heute ohne ausreichende Kenntnis
lebenden Materials nicht getan ist. Man fragt sich
außerdem, welchen Vorteil seine Zusammenfassung
unter der einzigartig dimorphen Browningia, nebst
einer Einbeziehung von Azureocereus, haben soll
(s. hierzu auch unter diesen Gattungen). Die
Aufstellung von Gymnanthocereus 1937 erklärt sich aus
unzulänglichem Trockenmaterial und die zu jener
Zeit noch unvollständige Übersicht über die Cereen-
flora Nordperus. (Siehe auch unter Seticereus.)
Gymnocereus altissimus (Ritt.) Backbg.
K. baumförmig, bis 5 m h. (trockene Region), bis
10 m h. (feuchte Region), mit kräftigem Stamm; Ri.
7—8; Aj. braunfilzig mit weißen H. zu Anfang,
später grau; Rst. 5—6, 5—10 mm lg., etwas
abstehend; Mst. meist 1, auch 2—4, 2—6 cm lg.,
abstehend oder abwärts gerichtet; Bl. 5—6 cm lg.,
dicht und breitschuppig, leicht duftend; Pet.
grünlichweiß, stark zurückgebogen. — Peru (Maranon,
Bellavista).
Gymnocereus amstutziae Rauh & Backbg.
K. baumförmig, 5 m h.; Tr. anfangs 5—6 cm 0,
später stärker, grau- bis schmutzig-grün; Ri. anfangs
11; Ar. bräunlich, stark genähert; St. bis ca. 15,
fast borstenartig, etwas brüchig, anfangs bräunlich,
bald dunkelgrau bis schwärzlich einzelne der
undeutlich geschiedenen ca. 6 mittleren bis 4,5 cm lg.,
abwärts gerichtet; Bl. 4,5 cm lg. und 0, weit
ausgebreitet, innen krem bis weiß. — Nordperu (Rio
Paucartambo, Jaupi Bajo).
Gymnocereus microspermus (Werd. & Backbg.)
Backbg. (T.)
K. baumförmig, bis 6 m h., mit glattem, rundem
Stamm bis 30 cm 0, unten stachellos; Ri. bis über
20; Ar. weiß; St. dünn, fast borstig-elastisch, ±
kastanienbraun, z. T. heller, abwärts weisend, an
Jungtr. 12—16, an älteren Tr. bis über 30; Bl. 6 cm
lg. und 0, fleischig beschuppt, weiß; S. 1 mm groß,
schwach glänzend, braun- oder rein-schwarz. —
Nordperu (Canchaque-und Olmos-Tal). (Abb. 147.)
Haagea schwartzii Friö (Porfiria coahuilensis
Böd.): Porfiria schwartzii Böd.
Haageocereus Backbg. (90)
Eine Gattung verhältnismäßig zahlreicher aufrechter
oder liegender Arten mit teils derber Bestachlung,
teils feinerer, bei mehreren Arten mit Haaren unter-
176 Haageocereus
mischt, die Mittelstacheln teils kürzer, teils viel
länger. Die Blüten sind trichterförmig, mit
schmälerem oder breiterem Saum, die Farbe von grün über
grünlichweiß nach weiß, + rosa bis dunkelrot,
niemals gelb. Die Früchte sind meist ziemlich große,
schwach behaarte rundliche Beeren. Das Genus ist
rein peruanisch und findet sich nur auf der
pazifischen Seite, mit der auffälligen Höhendifferenz von
nahe dem Meer bis auf 2400 m. Alle Arten sind
Nachtblüher; die Blüten öffnen früher oder später
am Nachmittag und sind z. T. morgens noch eine
Zeitlang ± geöffnet. Beschrieben sind rund 48 Arten.
Fast alle sind wüchsig und daher, besonders auch
wegen ihrer bunten Stachelfarben, eine wertvolle
Bereicherung der Sammlungen. Die Tönung der
Stacheln reicht von rein weiß über gelb und rot bis
dunkelbraun und schwärzlich. Die Beschreibungen
geben fast ausschließlich den Standortshabitus
wieder; sonst wäre in Übersee gesammeltes Material
nicht nachzubestimmen. Es ist eine Eigenart von
Haageocereus, daß in nördlicheren bzw.
Glashauskulturen häufig vor allem die Mittel-Bestachlung
zurückgeht, die Stachelfarben aber länger ihre
Farbkraft behalten, wodurch die Pflanzen meist noch
schöner sind. Solange keine entsprechenden
Doppelbeschreibungen gegeben werden können, muß man
sich nach den sonstigen Merkmalen richten. In
sonnigen und wärmeren südlichen Kulturen
gewinnen Importen meist ihren Standortshabitus
zurück, der also die Grundlage der Beschreibungen
sein muß. Bei einigen Arten mußten Varietäten
eingeschaltet werden, obwohl auch noch
Formschwankungen vorkommen, indem z. B. die Neutriebe —
alle Haageocereus-Arten sprossen tief bzw. von der
Basis her — etwas anders als später gefärbt sein
können.
Verbreitung: Über das ganze pazifische Peru,
meist unter 1000 m ü. M. [®.]
Es werden 5 Reihen unterschieden, die hier zum
leichteren Auffinden der Arten wiedergegeben
werden:
Aufrechte Pflanzen (oder zumindest überwiegend
aufrecht)
Derb bestachelt
Triebe
kräftiger, z. T.
Scheitelborsten ... 1: Acranthi Backbg.
Feiner bestachelt
Triebe
schlanker, ohne
Borsten 2: Versicolores Backbg.
Triebe kräftiger
Ohne Haare zwischen
den Stacheln 3: Asetosi Backbg.
Mit Haaren (Bst.) zwischen
den Stacheln 4: Setosi Backbg.
Liegende Pflanzen ... 5: Decumbentes Backbg.
Die Zahlen hinter den Namen weisen auf die
betreffenden Reihen hin.
Haageocereus acanthocladus Rauh & Backbg. (3)
K. buschig verzweigt, bis 70 cm h.; Tr. 6cm 0;
Ri. 18; Rst. zahlreich, derb, bis 1,5 cm lg.; Hauptst.
1—2, ziemlich derb, bis 5 cm lg., auf- und abwärts
durcheinander starrend, unten gelb, Spitze braun;
Bl. ca. 10 cm lg., grünweiß; Fr. 2 cm 0, weinrot. —
Mittelperu (Rio Huaura [Churintal]; Sayan,
900 m).
Haageocereus achaetus Rauh & Backbg. (1)
K. wenig verzweigt, bis 1,2 m h.; Tr. bis 15(—20) cm
0; Ri. 13; Ar. anfangs ockerbraun; Rst. zahlreich,
bis 1,5 cm lg., ockergelb; Mst. meist 1 längerer, bis
5 cm lg., sehr derb, ockerbraun, heller gezont; Bl.
ca. 5 cm lg., weiß. — Mittelperu (Churintal,
1200 m, selten).
Haageocereus acranthus (Vpl.) Backbg. (1)
K. aufrecht oder liegend und wieder aufgerichtet,
bis (liegend) 3 m lg.; Tr. bis 8 cm 0; Ri. 12—14,
anfangs stärker höckrig; Ar. gelb bis dunkelbraun;
Rst. ca. 20—30, gel-b, bis 1 cm lg.; Mst. aus
Übergängen, mehrere kräftiger, ein längster bis 4 cra lg.;
Bl. 6—8 cm lg., + grünlich weiß; Fr. breitrund,
anfangs grün. — Mittelperu (Typstandort:
Rimac-Tal, Santa Clara, 400—600 m; vom Rio-
Fortaleza- bis Rio-Piscotal, auf 400—2400 m).
v. crassispinus Rauh & Backbg.: K. stärker
verzweigt; Mst. manchmal fehlend, sonst auffällig
dick (Canete- und Piscotal);
v. fortalezensis Rauh & Backbg.: Ar. mit
verbleibenden Wollflocken, Wuchs später mehr
liegend-aufgerichtet; Mst. nicht sehr lang,
hellbraun (Rio Fortaleza);
v. metachrous Rauh & Backbg.: St. hell- bis
kaffeebraun, anfangs mit borstenähnlichen
Feinstacheln vermischt (Piscotal, 2000 m).
Haageocereus akersii Backbg. (4)
K. kräftig, aufrecht, bis 1 m h.; Tr. 10—15, bis 7 cm
0; Ri. 17—18; Rst. ca. 23, bis 1 cm lg., fein, blaß-
gelb; H.-Bst. bis 25, seidig, bis 4 cm lg., weiß;
Hauptst. 1—2, biegsam, bis 4,5 cm lg., gelblich,
braunspitzig; Bl. 7 cm lg., 5 cm 0, tief-purpurrosa;
Fr. 4 cm lg., ovoid, bläulichrot. — Mittelperu
(Cajamarquilla).
Haageocereus albidus Ritt, ist ein unbeschriebener
Name.
Haageocereus albisetatus (Akers) Backbg. (4)
K. aufrecht, bis 2 m h.; Tr. bis 6 cm 0; Ri. 25—26;
Rst. ca. 25, kurz, borstig, bis 13 mm lg., erst
gelblich, dann weißlich; Bst. weiß, kurz, bis 1 mm lg.;
Mst. 0 oder ein dünnadeliger, bis 1,5 cm lg., wie die
Rst. gefärbt; Bl. grünlichweiß, bis 4,5 cm 0; Fr.
4,5 cm lg., gelblichrot. — Mittelperu (Eulalia-
Tal, 1000 m).
v. robustus Akers: mit rötlicher Blüte, nur eine
Form?
Haageocereus 177
Haageocereus albispinus (Akers) Backbg. (4)
K. aufrecht, bis 1 m h., bis 15 Tr.; Tr. 7—9 cm 0;
Ri. 25—26; Rst. 20—25, bis 5 mm lg., blaßgelb;
Bst. 30—35, weiß, bis 7 mm lg.; Mst. 1, bis 1,2 cm
lg., gelblich; Bl. 4 cm br., tiefrot, mit bläulichem
oder orange Ton; Fr. 6 cm 0. — Mittelperu
(Eulalia-Tal). (Abb. 148.)
v. floribundus (Akers) Backbg. : Tr. etwas
schlanker; St. gelber und etwas länger; Bl.
zahlreicher;
v. roseospinus (Akers) Backbg.: Tr. nur bis
7 cm 0; Mst. deutlicher hervortretend, rosa.
Haageocereus ambiguus Rauh & Backbg. (5)
K. liegend, basal verzweigend; Tr. bis 80 cm lg.,
4 cm 0; Ri. 15—16; Rst. zahlreich, bis 1cm lg.,
bräunlich- bis später grauviolett; Hauptst. 1—2 (—3),
meist 1, bis 5 cm lg., abwärts gerichtet, in der
Durchsicht rotbraun, an der Basis bereift, später
ganz so. — Südperu (Atico).
v. reductus Rauh & Backbg.: Ri. 17—18; Rst.
nur 5—7 mm lg.; Hauptst. nur 2,5 cm lg., einer
kürzer und dünner, lederbraun, violettbraun
gespitzt.
Haageocereus aureispinus Rauh & Backbg. (3)
K. aufrecht, bis 80 cm h.; Tr. 6—8 cm 0; Ri.
18—20, frischgrün; Ar. dicht stehend, weißgelb;
Rst. 30—40, bis 1cmlg., leuchtend gelb, ohne Bst.;
Mst. 1 (—2), bis 4 cm lg., hellgelb zu Anfang,
dunkelspitzig, später rötlich- bis schwarz-violett, reif ig;
Bl. 6—7 cm lg., bis 3 cm 0, reinweiß; Fr. + kugelig,
weinrot. — Peru (Canta-Tal, Rio Chillon, 800—
1200 m).
v. fuscispinus Rauh & Backbg.: St. anfangs
rötlich-braun; Mst. 1—2, mit hellbrauner Basis und
dunkelbrauner Spitze, später schwarz;
v. rigidispinus (Rauh & Backbg.) Rauh &
Backbg.: Rst. 40—50, 8 mm lg., zuerst
bernsteingelb, oft rötlichbraun gespitzt; Mst. 1—2,
einer bis 4 cm lg., Basis stark verdickt, einer
etwas kürzer, abwärts anliegend, wie bei voriger
var. gefärbte Mst.; Bl. 5—6 cm lg., außen
grünlich, innen weiß.
Haageocereus australis Backbg. (5)
K. liegend, bis 1 m lg., rübige Wz. und verzweigend;
Tr. bis über 25 cm lg.,'4—6 cm 0, dunkler grün bis
graugrün; Ri. ca. 14 oder etwas mehr; Ar. anfangs
heilbräunlich; Rst. ca. 20, glashell, fein, bis 8 mm
lg., Mst, zahlreicher, z. T. schwer trennbar, kräftiger;
Hauptst. 1 (—2), blaß hornfarben, anfangs oben
bräunlich, Basis verdickt, bis 4,5 cm lg.; Bl. weiß,
stärker behaart, ca. 7 cm lg., 3,5 cm 0; Fr. später
rosa, ca. 4 cm groß. — Südperu (von Atico
südwärts im Küstengebiet) und angrenzendes
Nordchile,
v. acinacispinus Rauh & Backbg.: Tr. bis 50 cm
lg., liegend, 4—5 cm 0; Wz. rübig; Rst. dünn,
anfangs rötlich-violett; Mst. 2—3, bis 3 cm lg.,
basal verdickt, + kantig, säbelartig aufwärts
gebogen, wie die Rst. gefärbt, später silbergrau,
schwarzspitzig; Bl. bis 10 cm lg., weniger behaart
als der Typus der Art, aber etwas mehr als H. de-
cumbens, weiß (?). — Südperu (Küste bei
Atico, Panamericana Km 697).
Haageocereus bicolor Ritt., unbeschrieben:
Haageocereus dichromus Rauh & Backbg.?
Haageocereus chalaensis Ritt.: unbeschrieben.
Haageocereus chosicensis (Werd. & Backbg.)
Backbg. (4)
K. aufrecht, gruppenbildend, bis 1,50 m h.; Ri. ca.
19; Ar. gelblichweiß; Rst. strahlend, 30 oder mehr,
bis borstenfein; H.-Bst. fein; Mst. 3—4, 1—2
auffälliger neben den Übergangsstacheln, + pfriemlich,
bis 2 cm lg.; St. in der Farbe variierend von weißlich
bis rostgelb oder bräunlich; Bl. schlanktrichterig,
lilarot bis karminviolett; Fr. kugelig, grün bis rosa.—
Mittelperu (Chosica und im Eulalia-Tal).
v. rubrospinus (Akers) Backbg.: Hauptstacheln
fuchsrot.
Haageocereus chrysacanthus (Akers) Backbg. (4)
K. aufrecht, bis 1 m h., bis 25 Tr.; Tr. bis 7,5 cm 0 ;
Ri. 17—18; St. ca. bis 65, ungleich, bis 12 mm lg.,
gelblich, bräunlich gefleckt; Haupt-St. 2—3, dünn,
stechend, bis 4,5 cm lg.; H.-Bst. ca. 15,
gelblichweiß, bis 17 mm lg.; Bl. 5 cm 0, grünlichweiß; Fr.
4 cm lg., grün bis rötlichgrün. — Mittelperu
(Panamericana Km 226, nördlich Lima).
Haageocereus chryseus Ritt., unbeschrieben:
Haageocereus chrysacanthus (Akers) Backbg.
Haageocereus clavatus (Akers) Cullm.:
Haageocereus pseudomelanostele v. clavatus (Akers)
Backbg.
Haageocereus clavispinus Rauh & Backbg. (1)
K. meist aufgerichtet, bis 1 m h.; Tr. bis 10 cm 0;
Ri. 13; Ar. groß, grau; Rst. zahlreich, derb, ca. 25;
Übergangs-St. dicker, bis 12, bis 1 cm lg.; Haupt-St.
1, nagelartig dick, bis 3 cm lg.; St. alle erst violett-
lich-grau, dann grau, sandig rauh; Bl. bis 6,5 cm lg.,
weiß, außen rötlich; Fr. 2,5 cm lg., dunkelgrün. —
Peru (Wüste Ataconga, 200 m). (Abb. 149.)
Haageocereus comosus Rauh & Backbg. (3)
K. aufrecht, bis 1,30 m h.; Tr. bis 10 cm 0; Ri.
ca. 20; Ar. weiß; Rst. zahlreich, dünn, gelb; H.-Bst.
aufgerichtet, bis 3,5 cm lg., weiß; Haupt-St. gelb,
dünn, biegsam, bis 3 cm lg., später + abwärts
weisend; Bl. rot, außen schokoladenbraun; Fr. 4 cm
0, gelbgrün, rosa getönt. — Mittelperu (Eulalia-
Tal, 1000 m).
Haageocereus convergens Ritt, ist unbeschrieben..
178 Haageocereus
Haageocereus crassiareolatus Rauh & Backbg. (4)
K. aufrecht, bis 1 m h.; Tr. bis ca. 6 cm oder etwas
mehr 0; Ri. 18; Ar. anfangs weißgelb; Rst.
zahlreich, bis 8 mm lg., borstig fein;Übergangsst. ebenso;
H.-Bst. bis 1,3 cm lg.; Haupt-St. bis 2 cm lg.; St.:
äußere blaßgelblich, innere graugelb; Bl. 8 cm lg.,
weißlichgrün, äußere Pet. grau; Fr. 5 cm lg., rot. —
Peru (Churin-Tal, Rio Huaura, 1200 m).
v. smaragdisepalus Rauh & Backbg.: K. dicker,
bis 8 cm 0; Ri. ca. 20; Rst. bis 1,8 cm lg.; Mst.
1, bis 3,5 cm lg., oft gefleckt; R. und Bl. außen
lebhaft smaragdgrün; Pet. blaßgrün. — Peru
(Churin-Tal, 1400 m).
Haageocereus decumbens (Vpl.) Backbg. (5)
K. niederliegend, oft in Massen, aufbiegend; Tr. bis
5 cm 0; Ri. ca. 20; Rst. zahlreich, bis 30 oder mehr,
bis 6 mm lg., hellfarbig; Mst. 1—2 als Hauptst., bis
5 cm lg., oft abwärts weisend, hell- bis dunkelbraun;
Bl. ca. 8 cm lg., ca. 4,5 cm 0, weiß, außen
bräunlichgrün, nur schwach behaart. — Südperu (Gebiet
von Chala und bei Mollendo).
v. spinosior Backbg. mit wirr
durcheinanderragenden, bis 10 cm lg. Mst., silbergrau.
Haageocereus deflexispinus Rauh & Backbg. (1)
K. aufrecht; Tr. bis 1,50 m h\, bis 12 cm 0; Ri. 12,
mit V-Furche; Ar. hellbraun; Rst. derb, bis 1 cm lg.,
zuerst bernsteingelb; Haupt-St. 1, bis 8 cm lg.,
anfangs bernsteingelb, sehr derb, abwärts gerichtet;
Bl.? — Peru (Churin-Tal, Rio Huaura, 1200 m).
Haageocereus dichromus Rauh & Backbg. (4)
K. aufrecht, bis 1 m h.; Tr. bis 8 cm 0; Ri. 20;
Ar. gelblich; Rst. zahlreich, fein, 8 mm lg. anfangs
fuchsrot; Bst. spärlich; Haupt-St. stechend, bis
2 cm lg.; rein- bis zitronengelb, in Übergängen bis
granatrot, z. T. gezont; Bl. weiß, außen weinrot;
R. grün. — Peru (Churin-Tal, Rio Huaura, 1200 m).
v. pallidior Rauh & Backbg. : K. bis 5 cm 0; Ri.
ca. 18; St. kürzer, gleichmäßig bis ca. 5 mm lg.,
unten ± weißlich bis gelblich oder blaßrötlich,
Spitze kupfer- bis graurötlich; Bst. spärlich;
Haupt-St. meist fehlend oder bis 2 cm lg. (Churin-
Tal, 1700 m.)
Haageocereus divaricatispinus Rauh & Backbg. (4)
K. aufrecht, reich sprossend, bis 1,20 m h.; Tr. bis
10—15 cm 0; Ri. 18—19; Ar. weißlich; Rst.
abstehend, gelb bis purpurrötlich; H.-Bst.
aufgerichtet; Haupt-St. meist 1, bis 4 cm lg., aufgerichtet,
vorgestreckt oder abwärts weisend, sowie 3—6
kürzere, unten graugelb, oben bräunlich; Bl. 10 cm lg.,
innen mit Staminodialhaaren, wie die R. dunkel-
purpurn; Fr. ovoid, bis 6 cm lg., 4 cm 0, blaß
weinrot. — Mittelperu (Lurin-Tal, auf 800—
1200 m häufig).
Haageocereus elegans und v. heteracanthus Ritt.:
unbeschrieben, wohl identisch mit H. versicolor
(Werd. & Backbg.) Backbg.
Haageocereus horrens Rauh & Backbg. (3)
K. aufrecht, bis 1 m h., stärker verzweigt; Tr. bis
5,6 cm 0; Ri. ca. 18, rein grün; Rst. über 60, steif-
nadelig, abstehend, bis 1 cm lg.; Mst. mehrere,
undeutlich geschieden, stärker bis pfriemlich, meist
2 längere auf- und abwärts weisend, bis 4 cm lg.,
hornfarben bis grau, oben dunkler oder gefleckt; St.
starrend dicht, die randständigen hornfarben,
undeutlich fleckig, unten gelblich; Bl. grünlich-weiß,
außen grünlich-rot; Fr. weinrot, 4 cm lg. — Peru
(Trujillo, Panamericana, Km 720). (Abb. 150 links.)
v. sphaerocarpus Rauh & Backbg.: bis 1,30 m h.;
Tr. bis 10 cm 0; Ri. ca. 22; Rst. stark
verflochten; Haupt-St. 1—2, bis 9 cm lg., unten gelblich,
oben bräunlich; Bl. bis 7 cm lg., weiß, außen
grünlichrot; Fr. kugelig, ca. 2—3 cm 0, weinrot.
— Peru (Rio Fortaleza, Km 230).
Haageocereus icensis Hort.: eine von Ritter
gefundene schlanke Art mit dichter, ziemlich
gleichartiger und kräftiger, rot-brauner Bestachlung.
Haageocereus icosagonoides Rauh & Backbg. (2)
K. aufrecht, buschig verzweigt, bis 1,50 m h.; Tr.
bis 5 cm 0; Ri. ca. 20; Ar. bräunlich; St. fein, dicht,
bernsteinfarben, im Scheitel rötlich, bis 1cm lg.;
Mst. nicht als solche unterschieden; Blütenzone mit
stehenbleibenden Flocken; Bl. 6 cm lg., weiß. —
Peru (Rio-Sana-Tal).
Haageocereus lachayensis Rauh & Backbg. (1)
K. aufrecht; Tr. bis ca. 8 cm 0; Ri. ca. 12 oder
mehr; Ar. reichfilzig; Rst. bis 50, nadelig, strahlend;
Mst. etwas kräftiger, einige noch stärker, 1—2 am
längsten, bis ca. 3 cm lg., meist auf- und abwärts
weisend, kastanienbraun, anfangs mit gelblichem
Fuß; Bl.? — Peru (Chanchay, Lomas de Lachay,
500 m).
Haageocereus laredensis (Backbg.) Backbg. (3)
K. aufrecht; Tr. bis ca. 7 cm 0; Ri. ca. 18; St.
40—45, goldgelb, im Scheitel bräunlich, bis 12 mm
lg.; Mst. nur ein einzelner längerer, aufwärts
weisend; Bl. weiß. — Nordperu (Laredo).
v. longispinus Rauh & Backbg.: K. bis 1 m h.:
Tr. bis 5 cm 0; Rst. dicht verflochten,
bernsteinfarben; Haupt-St. 1—3 unterscheidbar, bis 6 cm
lg., biegsam. — Peru (Rio-Fortaleza-Tal).
Haageocereus limensis (SD.) Ritt, ist eine comb.n.
von Cereus limensis SD., ein nicht mehr mit
Sicherheit klärbarer alter Name.
Haageocereus litoralis Rauh & Backbg. (5)
K. niederliegend und aufsteigend, bis 80 cm lg.:
Tr. ca. 8 cm 0; Ri. 16; Rst. zahlreich, 8—10 mm
lg.; Haupt-St. 1—2, bis 2 cm lg.; St. zuerst mit
gelblicher Basis, zur Spitze hin dunkler; Bl. weiß, außen
grünlich. — Südperu (Küste von Atico).
Haageocereus 179
Haageocereus iongiareolatus Rauh & Backbg. (4)
K. auirecht, bis 1 m h.; Tr. bis 6,6 cm 0; Ri. 20;
Ar. weiß, bis 6 mm lg.; Rst. ca. 30—50, bis 4 mm lg.,
gelblich; H.-Bst. im Scheitel; Haupt-St. 1—2 (—4),
bis 2,5 cm lg., anfangs rötlichgelb; St. ziemlich fest,
kaum verflochten; Bl.?; Frt? — Mittelperu
(Eulalia-Tal, 1000 m).
Haageocereus mamillatus Eauh & Backbg. (5)
K. niederliegend; Tr. bis 50 cm lg., bis 3,75 cm 0;
EL ca. 16—17; Rst. 20—30, bis 5 mm lg.; Haupt-St.
1—2, bis 3 (—6) cm lg.; St. alle bräunlich bis
dunkler bzw. mit dunklerer Spitze; Bl.?, (weiß?). —
Südperu (Straße Camana-Arequipa, Km 165,
400 m),
v. brevior Rauh & Backbg.: Tr. bis 20 cm lg.,
4—5 cm 0; Ri. 17—18; Rst. sehr dünn, bis 6 mm y
lg., grauweiß; Haupt-St. 2—3, bis 4 cm lg.,
anfangs hellbraun, dunkelspitzig, später reifig;
zwischen Rst. und Haupt-St. Übergangsstacheln,
schräg abstehend; BL? — Südperu (Wüste
zwischen Ocona und Camana, 500 m).
Kulturform mit weißen St., Mst. kürzer, dunkel gespitzt.
Haageocereus marksianus Ritt.: Haageocereus
dichromus Rauh & Backbg. (?)
Haageocereus multangularis (Wiild.) Ritt.: Cactus
multargularis Willd. war, angesichts des
Formenreichtums der Haageocereus-Arten wie auch ihrer
Artenzahl, ein (nach Werdermann) nicht mehr zu
klärender Name; Kombinationen damit sind also
unsicher.
Haageocereus multicolorispinus Buin. — Sukkde.
(SKG.), VII/VII1: 41. 1963 (3 oder [?] 5).
K. schlanksäulig, ± aufrecht, von der Basis
verzweigend; Tr. bis Im lg., 3,5cm 0; Ri. ca. 15;
Rst. ± 30, borstenfein, weiß, bis 5 mm lg.; Mst.
4—8, weiß, schwarz gespitzt, am Grunde dunkler,
größtenteils hell gelbrot, später grauweiß, bis 5 mm
lg., einer bis 2,5 cm lg., Fuß verdickt; Bl. 8 cm lg.,
6,5 cm 0; R. rotbraun; Sep. rotbraun; Pet. weiß;
Fr. oval, karmin bis purpurn; S. mützenförmig. —
Peru (zwischen Nazca und dem Meer auf sandigen
Dünen).
In der Natur wahrscheinlich nicht ganz aufrecht,
dem H. australis mit basal verdicktem Mst.
nahestehend, aber durch Zahl und Dreifarbigkeit der St.
unterschieden, radförmig dichten Blütensaum und
nur geringe R.-Behaarung.
Haageocereus ocona-camanensis Rauh & Backbg.
ist wahrscheinlich ein Loxanthocereus mit helleren
Rst. Die Blüten sind unbekannt.
Haageocereus olowinskianus Backbg. (1)
K. aufrecht, schlank, stärker basal verzweigt, bis
1 m h., laubgrün; Tr. bis 7 cm 0; Ri. ca. 13; Ar.
gelbweiß, darüber V-Furche; Rst. über 30, fest, bis
über 1 cm lg.; Mst. 10—12, schwer trennbar, 1—2
(—3) als Haupt-St. kräftiger, bis 6 cm lg.; St. am
Standort derber als in der Kultur, fuchs- bis
rostfarben braun; Bl. ca. 8 cm lg., weiß. — Mittelperu
(50 km südlich von Lima, nahe dem Meer, kleines
Areal),
v. repandus Rauh & Backbg.: Tr. bis 10 cm 0;
Ri. bis 16; Bl. 8 cm lg., weiß; — subv. erythran-
thus Rauh & Backbg.: gleiche Merkmale; BL
rot (Abb. 150 rechts);
v. ruhriflorior Raub & Backebg.: Tr. nur bis
6 cm 0; Ri. 13; BL lebhaft rot, bis 8 cm lg.;
v. subintertextus Raub & Backbg.: Tr. bis 10 cm
0; Ri. 14; Rst. borstig, verilochten; Hauptst.
meist 1 (—3), bis 3 cm lg.; BL 5—6 cm lg.,
grünlichweiß. Weicht durch kürzere Bl. und dichtere
St. ab.
In der Kultur hat der Typus der Art auch dichtere
und dünnadelige kastanienbraune St., die var.
ändern in weichere, dichte, violettbraune St. ab,
die Farben in der Scheitelregion am intensivsten.
Haageocereus pacalaensis Backbg. (3)
K. aufrecht, gelblichgrün, bis 1,70 m h.; Tr. 10 bis
12 cm 0; Ri. 17—20; Ar. bräunlich; Rst. bis ca. 25,
bis 1 cm lg., fein, strahlend Mst. derber, ca. 4, bis
1 cm lg., daneben mitunter noch 1—2, bis 7 cm lg.,
biegsam, abwärts weisend; St. alle gelb; BL ca.
10 cm lg., weiß; Fr. 8 cm gr., breitrund,
rötlichgrün. — Nordperu (in Küstennähe, Dept. Liber-
tad).
Haageocereus pacalaensis v. laredensis (Backbg.)
Krainz: Haageocereus laredensis (Backbg.) Backbg.
Haageocereus pacalaensis v. longispinus (Rauh &
Backbg.) Krainz: Haageocereus laredensis v.
longispinus Rauh & Backbg.
Haageocereus pacalaensis v. repens (Rauh &
Backbg.) Krainz: Haageocereus repens Rauh & Backbg.
Haageocereus pacaranensis und v. tenuispinus Ritt.,
unbeschrieben, bis 60 cm h., mit feinen gelben bzw.
braungespitzten St., sind bisher wenig geklärt.
Haageocereus pachystele Rauh & Backbg. (4)
K. aufrecht, basal verzweigt, bis 80 cm h.; Tr.
10—15 cm 0; Ri. 16—20; Ar. ockergelb; Rst.
zahlreich, fast pfriemlich, bis 1 cm Jg., ca. 17—20
festere, daneben bis 40 borstig dünne, weiß, bis
1,5 cm lg.; H.-Bst. spärlich, bis 1,5 cm lg.; Haupt-
St. 1 (—3), bis 3 cm lg., aufgerichtet oder
vorgestreckt, bernsteingelb, oben braun; Bl. weiß,
außen grünlich; Fr. 4cmØ‚blaß weinrot. —
Mittelperu (Churin-Tal, Sayan, 900 m).
Haageocereus paradoxus Rauh & Backbg. (3)
K. niedrig, bis 25 cm h.; Tr. 4 cm 0; Ri. ca. 17;
Bst. fehlend; Rst. borstenfein, bis über 1cm lg.,
anfangs rötlich, später weißlich mit getönter Spitze;
180 Haageocereus
Haupt-St. fester, aber stark biegsam, bis 6 cm lg.,
meist einzeln, kaum stechend, zuerst rötlich bis rot,
zuletzt schwarz; BL? — Mittelperu (Eulalia-Tal,
1000 m [Nr. K 42]).
Haageocereus peculiaris Ritt.: Loxanthocereus pe-
culiaris Rauh & Backbg.?
Haageocereus peniculatus Rauh & Backbg. (4)
K. bis 50 cm h.; Tr. bis (über?) 4 cm 0; Ri. ca. 15;
St. alle dicht abstehend, ziemlich gleich lang,
bürstenartig fein, elastisch, unten weißlich, oben
rötlich, besonders im Scheitel; Bst. nur spärlich; Mst.
kaum unterscheidbar, nur manchmal etwas mehr
hervorragend; BL? — Mittelperu (Eulalia-Tal,
1000 m [Nr. K 40]).
Haageocereus piliger Rauh & Backbg. (4)
K. ziemlich kräftig, bis 70 cm h.; Tr. bis fast 20 cm
0, meist 10 cm 0; RL bis 17; Ar. weißlich; Rst.
sehr feinnadelig, blaßgelblich, etwas steif; H.-Bst.
bis 2,5 cm lg., weiß, aufgerichtet, den Körper dicht
umkleidend; Hauptst. 0—1 (—2), nur bis 2 cm lg.,
gelblich; BL weiß (?), bis 5 cm lg. — Mittelperu
(Pachacamac). Kulturform: ganz weiß-haarig bzw.
-borstig.
Haageocereus platinospinus (Werd. & Backbg.)
Backbg. (5)
K. liegend und wieder aufgebogen; Tr. bis 5 cm und
mehr 0; RL 13—15; Ar. länglich, gelbbraun, später
grau und ziemlich groß; Rst. ca. 10—13, bis 1,5 cm
lg.; Mst. 1—4, derbpfriemlich, bis 7 cm lg.; St.
zuerst alle heller bis dunkler (fast schwarz-) braun,
später besonders die mittleren silbrig weiß, feucht
alle schmutzig dunkelbraun; BL weiß, ca. 7 cm lg.;
R. bräunlich-rot. — Südperu (bei Arequipa,
2200—2400 m).
Haageocereus pluriflorus Rauh & Backbg. (1)
K. aufrecht, stark basal verzweigt, bis 80 cm h.,
hell graugrün; Tr. bis 10 cm 0; RL ca. 11; Rst. bis
15, bis ca. 8 mm lg., reif ig hellgrau, bräunlich gespitzt;
Mst. 1 (—2), bis 6 cm lg., schräg abwärts weisend,
anfangs violett-bräunlich, dann hellgrau; St. alle
zuerst an der Basis gelblich, schwarzbraun gespitzt;
BL zahlreich, bis 12 cm lg., bis 4,5 cm 0; R.
bräunlich; Pet. kremweiß; Fr. ? — Südliches Peru (Rio
Majes, Hazienda Ongoro, 800—1200 m).
Haageocereus pseudoacranthus Rauh & Backbg (1)
K. aufrecht, basal verzweigt; RL ca. 13; Ar.
bräunlich, darüber V-Furche; St. dreiserig, unterste bis
20, nadeldünn, Übergangsst. 6 oder mehr, ±
pfriemlich; Hauptst. 1—2 (—4), pfriemlich, vorgestreckt,
bräunlich; BL? — Mittelperu (Lurin-Tal (?);
Churin-Tal, 1000 m).
Haageocereus pseudomelanostele (Werd.& Backbg.)
Backbg. (4) (T.)
K. aufrecht, basal verzweigt, bis Im h.; Tr. bis
10 cm 0; RL bis über 18—22; Ar. mäßig filzig;
Rst. zahlreich, goldgelb; H.-Bst. fein, unter 2 cm lg.,
später abfallend; Haupt-St. 1 oder mehr, kräftiger,
deutlich verlängert, einzelne bis 8 cm lg.; BL bis
5 cm lg., 3 cm 0, grünlichweiß. — Mittelperu
(Cajamarquilla, 500 m).
v. carminiflorus Rauh & Backbg.: K. bis 1,20 m
h.; Tr. bis 10 cm 0; Ar. weißlich; Haupt-St.
1—2, bis 3 cm lg.; BL 8 cm lg., karminrot. —
Mittelperu (Eulalia-Tal, 1000 m);
v. clavatus (Akers) Backbg.: K. bis Im h.;
Tr. bis 10 cm 0; RL 18—20; Rst. ca. 30, gelb,
braunfleckig; H.-Bst. 30—35, gelblich; Hauptst. 2,
gelb, braunspitzig, bis 4 cm lg.; BL 6,5 cm lg.,
5 cm 0, tief rosa. — Peru (nördl. vom Lurin-Tal,
in den Canyons der Küstenberge).
Haageocereus pseudoversicolor Rauh & Backbg. (2)
K. aufrecht, buschig basal verzweigt, bis 1,2 m h.;
Tr. 8—10 cm 0; RL ca. 18; Rst. zahlreich, bis 1 cm
lg., gelbbraun; Ar. bräunlich; Mst. 1 (—2), bis 3 cm
lg., fahlbraun bis dunkler, + abwärts weisend; Ar.
mit z. T. verbleibender Knospenwolle; BL bis 5,5 cm
lg., weiß; Fr. bis 3 cm 0, grünlich-rot. —
Nordperu (Rio-Safia-Tal, 100—200 m).
Fiaageocereus repens Rauh & Backbg. (5)
K. liegend, oft stark verweht; Tr. am Ende
aufsteigend, bis 2 m lg., bis 8 cm 0; RL 19; Ar.
ockergelb, ohne Bst.; Rst. ca. 40, + aufgerichtet, bis
10 mm lg., sehr dünn, anfangs + ockergelb;
Hauptst. 1 (—2), wenig stärker, bis 1,5 cm lg.; St.
anfangs bernsteingelb; BL bis 7 cm lg., bis 3,5 cm 0,
weit ausgebreitet, rein weiß. — Nordperu (südlich
Trujillo, Küsten-Sandwüste, Km 535). (Abb. 151.)
Haageocereus salmonoideus (Akers) Backbg. (4)
K. aufrecht, bis 1 m h.; Tr. bis 10 cm 0; RL ca.
22; Bst. kurz, weiß; Rst. ca. 60—80, davon 30%
Bst., bis 8 mm lg., anfangs gelb; Hauptst. 1—2,
kräftiger, bis 2 cm lg., hellgelb, in der Kultur
kürzer; BL 6 cm lg., rosa; Fr. 6,5 cm ø, grün, oben
rosa. — Mittelperu (Rimac-Tal über Chosica).
v. rubrispinus Rauh: St. braun bis fuchsrot
(Lurin-Tal, 1000—1200 m).
Haageocereus seticeps Rauh & Backbg. (4)
K. bis 1 m h.; Tr. bis 5 cm 0; Ri. 19; Ar.
reichfilzig; Rst. ca. 50, 5 mm lg., dünn; Bst. im Scheitel
kurz; Mst. 1—4, bis 4cm lg., borstig dünn, z.T.
kräftiger, auch mitunter gewunden, oben abstehend,
anfangs gelblich; BL rot (?); Fr. weinrot, bis 2,5 cm
0. — Mittel peru (Eulalia-Tal, 1000 m).
v. robustispinus Rauh & Backbg.: RL weniger,
ca. 17; Mst. bis 2,2 cm lg., anfangs + fuchs-
farben; Bst. 1,5 cm lg., weiß; BL weinrot; Fr. wie
beim Typus der Art.
Haageocereus 181
Haageocereus setosus (Akers) Backbg. (4)
K. säulig, 1—3 m h., bis 25 Tr.; Tr. bis 6 cm 0; Ri.
20—21; Ar. rund; St. zahlreich, bis 100 (mit Bst.),
ein Drittel nadelig, gelb; Bst. zu 70% über 2 cm lg.,
gelb, rot oder silbergrau, im Scheitel einen Schöpf
mit den feinen Rst. bildend; Hauptst. 1—2, bis 2 cm
lg., bräunlich; Bl. 5 cm lg., rot oder scharlachrosa;
Fr. 4 cm 0, grün, oben rosa. — Mittelperu (Cara-
coles-Hügel, südlich Lima, küstennah),
v. longicoma (Akers) Backbg.: K. nur bis 30 cm
h., wenig verzweigt; Tr. 6 cm 0; Rst. ca. 20,
fein, gelb; Bst. ca. 50, bis 4,5 cm lg.; Hauptst.
1—2, bis 3,5 cm lg., kräftig-nadelig, rötlich.
Hoffmann berichtet von einer Form (?), nur bis
1,20 m h., Bl. 7,5 cm lg., innen karmin.
Haageocereus smaragdiflorus Rauh & Backbg. (4)
K. aufrecht, bis ca. 50 cm h.; Tr. bis ca. 5 cm 0;
Ri. ca. 20; St. weiß, borstig dünn, verflochten,
zahlreich, 0,5—1 cm lg.; Mst. nur zuweilen 1, dünn, bis
2 cm lg.; Bl. 5 cm lg., smaragdgrün, an der Stbf.-
Basis mit bis 1 cm lg. H.; Gr. mit grünen N. —
Mittelperu (Eulalia-Tal, 1300 m).
Haageocereus superbus Cullm., nur ein Name.
Haageocereus symmetros Rauh & Backbg. (4)
K. aufrecht, bis 1,20 m h.; Tr. 8—10 cm 0; Ri. 21;
Ar. ziemlich dicht stehend und in sich symmetrisch
überschneidenden Spiralen gestellt, hell- und
ziemlich dick-filzig; Rst. kurz, fein, strahlend, zahlreich,
5mm lg., bernsteingelb; Bst. im Scheitel sehr kurz,
bernsteingelb; Mst. 1—2, kurz, bis 2 cm lg.,
braungelb, heller gezont; St. anfangs alle dünn und nur
ca. 5 mm lg.; Bl. ca. 5 cm lg., weiß. — Mittelperu
(Churin-Tal, Rio Huaura, 1200 m).
Haageocereus tenuispinus Rauh & Backbg. (3)
K. aufrecht, basal verzweigend, bis 60 cm h.; Tr.
8 cm 0; Ri. ca. bis 28; Ar. gelbweiß; Rst. ca. 30,
strahlig, 1 cm lg., gelblich; Hauptst. meist 1, dünn-
nadelig, elastisch, anfangs borstig fein, blaßgelb,
später bis 5 cm lg.; Bl.? — Nordperu (Panameri-
cana, Km 465, zwischen Trujillo und Chimbote).
Haageocereus turbidus Rauh & Backbg. (4)
K. aufrecht, bis 1,20 m h., buschig basal
verzweigend; Tr. 5—8 cm 0; Ri. ca. 19; Rst. sehr dünn,
zahlreich, etwas abstehend, anfangs gelb bis
fuchsrot; Bst. kräuselig, locker; Hauptst. 1—2, bis 8
(—10) cm lg., Fuß gelb, oben gelblich bis rötlich,
später reifig grau, abstehend; Bl. 5 (—6) cm lg.,
weiß. — Peru (Nazca-Tal, 600—800 m).
v. maculatus Rauh & Backbg.: St. etwas kürzer;
Hauptst. stärker abwärts gerichtet,
bernsteinfarben bis rotgelb gefleckt; Bl. 8 cm lg., weiß; Fr.
bis 2 cm 0, hell weinrot. — Peru (Nazca-Tal,
1200 m).
Haageocereus variabilis Ritt. (Syn. H. ferrugineus
Ritt.) sind nur Namen, die zu Loxanthocereus
gehören (Rauh; L. ferrugineus?).
Haageocereus versicolor (Werd. & Backbg.)
Backbg. (2)
K. aufrecht, schlanksäulig, in Ansammlungen, bis
1,50 m h.; Tr. bis 5 cm 0; Ri. 16—22; Rst. 25—30,
f einnadelig, bis 5 mm lg.; Mst. 1—2 deutlicher
unterschieden, bis 4 cm lg.; St. in Zonen farbig wechselnd,
die Mst. zuerst unten gelblich, oben fuchsrot oder
heller; Bl. ca. 8 cm lg., bis ca. 6 cm 0, breit öffnend,
weiß. — Nordperu (östliches Wüstengebiet, 100—
600 m).
v. aureispinus Backbg.: St. goldgelb; Mst. oft
fehlend;
v. catacanthus Rauh & Backbg.: Mst. ±
abwärts gerichtet, kräftig, hellbraun; Rst. dunkel
fuchsrot;
v. fuscus Backbg.: St. fein und dicht, tief
fuchsbraun; Mst. ± deutlich hervortretend;
v. humifusus (Werd. & Backbg.) Backbg.: Rst.
10—15, sehr fein, bis 3 cm lg.; Mst. dünn, blaß-
braun; St. anfangs gelblich;
v. lasiacanthus (Werd. & Backbg.) Backbg.:
St. mehr borstenartig; Mst. als längere fehlend;
v. xanthacanthus (Werd. & Backbg.) Backbg.:
Ri. meist 10—12 (—14); Mst. ziemlich derb,
stärker verlängert, bis über 2,5 cm oder noch
mehr lg., fahlgelblich.
Haageocereus viridiflorus (Akers) Backbg. (3)
K. aufrecht, bis ca. 1 m h.; Tr. bis zu 20, bis 7 cm 0;
Ri. 19—20; Rst. bis ca. 60, sehr fein, 5 mm lg.,
stechend, mit Bst. vermischt; Mst. mehrere, bis
2,5 cm lg., fast pfriemlich, + abwärts gerichtet; St.
alle (blaß-) gelb; Bl. fast 7 cm lg., 4,5 cm 0,
grünlichweiß mit grüner Mitte; Gr. kremweiß mit
längeren N.; Fr. kugelig bis kreiselig, über 4 cm 0,
pflaumenrot. — Peru (Rio Chillon-Canyon).
Unterscheidet sich von H. smaragdiflorus durch
gelbliche St. und längere Bl., ohne H. an der Stbf.-
Basis.
Haageocereus zehnderi Rauh & Backbg. (4)
K. aufrecht, von unten her gruppenbildend; Tr.
anfangs 4,5 cm 0, später bis 8 cm 0,.
schmutziggrün; Ri. ca. 18; Ar. schmutzigweiß; Rst. zahlreich,
sehr dünn, dicht, zuweilen von etwas kräftigeren
untermischt, bis 3 cm lg.; Hauptst. kaum zu trennen
oder zu unterscheiden, manchmal aber bis 5 cm lg.,
+ abwärts weisend; Bst. bis 3,5 cm lg.; St. und Bst.
gelb; Bl. grünlich(?)-weiß. — Peru (Santa-Tal,
Huallanca, 1300 m).
Haageocereus zonatus Rauh & Backbg. (1)
K. aufrecht, von unten her gruppenbildend, bis
1,50 m h.; Tr. bis 7 (—10) cm 0; Ri. 13—14; Ar.
gelbbraun; Rst. 15—25 (—40), strahlend, bis 5 mm
lg., blaßgelb; H. der Bl.-Zone seidig, weiß, 2,5—3 cm
182 Haageocereus — Harrisia
lg., büschelig stehenbleibend; Hauptst. 1—2 (—4),
derb, 2—2,5 cm lg., vorgestreckt oder abwärts
gerichtet, ockerfarben, braun, ± geringelt; Bl. 7 cm
lg., weiß. — Peru (Churin-Tal, 2000 m).
Hamatocactus Br. & R. (196)
Pflanzen mit durchlaufenden Rippen, diese um die
Areolen ± geschwollen oder darunter + gebuchtet,
aber nicht ausgesprochen höckrig oder warzig. Die
Mittelstacheln sind + stark verlängert, elastisch
und in allen Areolen z. T. hakig. Die Blüten sind
mehr trichterig und die Röhren schlanker und
weniger dicht beschuppt als bei Ferocactus; sie sind
gelb, teils reingelb, teils innen rot. Die
verhältnismäßig kleine oder bis 5 cm lange Frucht ist wenig
beschuppt und öffnet am Grunde. Die Samen sind
schwarz. Wegen ihrer Wüchsigkeit und der z. T.
schon bei kleineren Stücken erscheinenden Blüten
beliebte Pflanzen. Bekannt sind 2 (—3) Arten, nebst
einigen Varietäten. — Verbreitung: USA (Texas,
Neumexiko) bis Nordmexiko. [®.]
Hamatocactus crassihamatus (Web.) F. Buxb.:
Glandulicactus crassihamatus (Web.) Backbg.
Hamatocactus davisii (Hought.) Y. Ito:
Hamatocactus hamatacanthus v. davisii (Hought.) Marsh.
Hamatocactus hamatacanthus (Mühlpfrdt.) Knuth
E erst kugelig, dann gestreckt, bis 60 cm h., dann
mehrköpf ig (oder nur bei Verletzung?), dunkelgrün;
ICi. meist 13, bis 5 cm h.; Ar, bis 3 cm entfernt, mit
Nektardornen; Rst. 8—12, rund bis abgeflacht,
1—7 cm lg., z. T. geringelt; Mst. 1—3 (—4), die
oberen 3 gerade, der unterste bis 12 cm lg.,
vorgestreckt, + gerade, gekantet bis abgeflacht; St.
oft anfangs rot oder gefleckt, später hornfarben,
dann grau: Bl. bis 7 cm lg., gelb, Schlund rot; Fr.
2—5 cm lg., grün; S. 1,5 mm lg.— USA (Texas,
Neumexiko) bis Nordmexiko,
v. davisii (Hought.) Marsh.: unterscheidet sich
durch stärker gebuchtete Ri.; St. dichter, etwas
feiner; Mst. zahlreicher; Bl. rein gelb. — USA
(Texas).
Hamatocactus setispinus (Eng.) Br. & R. (T.)
K. nur bis ca. 15 cm h., 8—12 cm 0, mehr rundlich,
frischgrün; Ri. ca. 13, ziemlich schmalkantig, oft +
wellig; Ar. weiß; Rst. 12—15, strahlend, dünn-
pfriemlich, wenig stechend, 0,5—4 cm lg., die oberen
braun, die unteren weiß; Mst. 1 (—3), meist hakig,
dunkelbraun, Spitze heller, etwas länger als die Rst.;
Bl. bis 7 cm lg., gelb mit roter Mitte; Fr. nur
6—18 mm 0, rotbraun bis korallenrot. — USA
(Texas) bis Nordmexiko. (Abb 152.)
v. cachetianus (Monv.) Knuth: K. zylindrisch
werdend; Mst. braun, mäßig lg.;
v. orcuttii (K. Sch.) Borg: K. zylindrisch
werdend; Mst. gelb, ziemlich lang.
Hamatocactus sinuatus (Dietr.) Orc: K. kleiner;
Rst. 8—12, dünn, oft gekrümmt; Mst. 4, unterster
sehr lang, gekantet; Bl. 6,5 cm lg., rein gelb; Fr.
grün, oval (Eng.). — USA (Texas).
Die Stellung dieses Namens ist noch ungeklärt; wenn
sonst nur die obige v. davisii rein gelb blüht, mag es
eine weitere var. des H. hamatacanthus sein.
Hamatocactus uncinatus (Gal.) F. Buxb.:
Glandulicactus uncinatus (Gal.) Backbg.
Hariota DC. non Ad ans.: Hatiora Br. & R.
Harrisia Britt. (141)
Nachtblütige Cereen Westindiens, mit einer
Ausnahme aufrecht wachsend, strauchig baumartig,
d. h. auch oft stammbildend und darin
hauptsächlich von Eriocereus unterschieden, bzw. die
liegende H. earlei durch die nicht platzenden
Früchte, Merkmal aller Arten, wie die gelbe bis
orangerote Fruchtfarbe, im Gegensatz zu
Eriocereus, bei dem nie solche Fruchtfarben vorkommen
und dessen Früchte platzen. Beschrieben sind
13 Arten. — Verbreitung: USA (Florida) und
Antillen [®.]
Harrisia aboriginum Small
K. bis 6 m h.; Ri. 9—11, rundlich; Ar. braun;
St. 7—9, nadelig, meist nur bis 1 cm lg., selten mehr,
anfangs rosa, später grau, braunspitzig; Knospen
dicht braunhaarig; Bl. ca. 15 cm lg., schwach
duftend, braunhaarig, weiß; Fr. kugelig, gelb,
6—7,5 cm 0. — US A (Florida).
Harrisia adscendens (Gurke) Br. & R.: Eriocereus
adscendens (Gurke) Berg.
Harrisia bonplandii (Parm.) Br. & R.: Eriocereus
bonplandii (Parm.) Rice.
Harrisia brookii Britt.
K. bis 5 m h., stark verzweigt, hellgrün; Tr. 3—4 cm
0; Ri. ca. 10; Ar. weiß; St. 9—12, die längsten bis
2,5 cm lg., anfangs die oberen braun, die unteren
weiß; Knospe mit wenigen, lockigen weißen H.;
Bl. weiß?; Fr. ± kugelig, ca. 8 cm 0, gelblich. —
Bahamas (Long Island).
Harrisia deerin<rii Backbg. nom. prop. noch
unbeschrieben: K. ähnlich H. simpsonii Small, nur
2 m h. (H. simpsonii: 6 m); Bl.-Saum in Länge der
R. — Florida (Pumpkin Key).
Harrisia — Haseltonia 183
Harrisia divaricata (Lam.) Backbg.
K. aufrecht, reich verzweigt; Ri. 9, stumpf; Ar.
genähert, wenigfilzig; Rst. 8—10, weiß; Mst. 4,
bräunlich, 2—2,5 cm lg.; Bl. langröhrig, weiß; Fr.
kugelig, gelb, Pulpa weiß. — Santo Domingo
(Pfeiffer) und Haiti (Port-de-Paix). („Fr. ab-
geflacht-rund, höckrig, gelb": Ekman).
Harrisia earlei Br. & R.
K. niederliegend, bis 3 m lg., dunkelgrün, Stamm
fast rund; Tr. bis 6 cm 0; Bi. 5—7; Ar. weiß; St.
5—8, bis 5 cm lg., grau, nadelig; Bl. bis 20 cm lg.,
weiß; R. weißhaarig;.Ov. mit kurzen B. und kurzen
weißen H.; Fr. gedrückt-kugelig, bis 7 cm 0, gelb.
— Kuba (Pinar del Rio).
Harrisia eriophora (Pfeiff.) Britt.
E. hellgrün, bis 3,5 m h.; Tr. und Stamm 4 cm 0;
Bi. 8—9; Ar. weiß; H. der Blütenregion bis 1,5 cm
lg.; St. 6—9, bis 4 cm lg., hellbraun, schwarzspitzig;
Knospen mit 1,5 cm lg., weißen H.; Bl. 12—18 cm
lg., weiß; Fr. rundlich, ca. 6 cm 0, gelb. — Kuba
(Mittel- bis West-Kuba und Insel Pinos).
Harrisia fernowii Britt.
K. bis 3 m h.; Tr. hellgrün, bis 2,5 cm 0; Ri. 9;
Ar. der Blütenzone braungelb; St. 8—11, hellbraun,
schwarzspitzig, die längsten bis 6 cm lg.; Knospen
mit bis 1 cm lg. hellbraunen H.; Bl. ca. 20 cm lg.,
weiß. — Kuba (Prov. Oriente).
Harrisia fimbriata sensu Knuth non Cactus fimbri-
atus Lam. : Harrisia nashii Britt.
Harrisia fimbriata sensu Knuth v. straminia
Marsh.: Harrisia nashii v. straminia (Marsh.)
Backbg.
Harrisia fragrans Small
K. aufrecht und überbiegend, bis 5 m h.; Ri. 10—12;
St. 9—13, nadelig, graufarben, Spitze gelblich, ein
längster 2—4 cm lg.; Knospen dicht weißhaarig;
Bl. 12—20 cm lg., rosa oder weiß; Ov. mit langen
weißen H.; Fr. kugelig bis + ovoid, schwach rötlichj
weiß behaart. — USA (Florida, Fort Pierce).
Harrisia gracilis (Mill.) Britt. (T.)
K. aufrecht, bis 7 m h.; Tr. ziemlich schlank; Ri.
9—11; St. 10—16, 2—2,5 cm lg., schwarzspitzig;
Knospen weißhaarig; Bl. 20 cm lg., weiß; Fr. gelb,
gedrückt-kugelig, ca. 5 cm lg., bis 7 cm 0. —
Jamaika. (Abb. 153.)
Harrisia guelichii (Speg.) Br. & R.: Eriocereus gueli-
chii (Speg.) Berg.
Harrisia hurstii Marsh.
K. aufrecht, mit Stamm; Tr. graugrün; Ri. 10—12,
sehr niedrig; Ar. weiß, auch im Alter; Rst. 9,
nadelig, strohfarben; Mst. 4, über Kreuz, 6—7,5 cm lg.,
der unterste bis 2,5 cm lg., alle strohfarben, Spitze
+ dunkelbraun; Bl. ca. 20 cm lg., weiß; Fr. ovoid,
5 cm lg*., 2,5 cm 0, zitronengelb. — Hispaniola.
Harrisia jusbertii (Reb.)Borg: Eriocereus jusbertii
(Reb.) Rico.
Harrisia martinii (Lab.) Br. & R,: Eriocereus mar-
tinii (Lab.) Rice.
barrisia nashii Britt.
K. aufrecht, mit Stamm; Tr. 3—4 cm 0; Ri. 9—11;
St. 3—6, grau, bis 1,5 cm lg.; Knospe lang weiß
behaart; Bl. 16—20 cm lg., weiß. — Hispaniola.
v. straminia (Marsh.) Backbg.: unterscheidet
sich durch 7 Rst., 4 Mst., alle strohfarben; Tr.
mehr spreizend.
Harrisia platygona (O.) Br. & R.: Eriocereus platy-
gonus (0.) Rkjc.
Harrisia pomanensis (Web.) Br. & R.: Eriocereus
pomanensis (Web.) Berg.
Harrisia portoricensis Britt.
K. aufrecht, bis 3 m h., wenig verzweigt; Tr. bis
4 cm 0; Ri. bis 11; St. 13—17, grauweiß bis braun,
dunkelspitzig, die längsten 2,5—3 cm lg.; Knospen
reichlich mit weißen H.; Bl. ca. 15 cm lg., weiß; Fr.
kugelig bis ovoid, gelb, 4—6 cm 0. — Puerto
Rico (Ponce), Insel Mona und Desecheo.
Harrisia regelii (Wgt.) Borg: Eriocereus regelii
(Wgt.) Backbg.
Harrisia simpsonii Small
K. aufgerichtet und überbiegend, bis 6 m h., einzeln
oder + verzweigt; Ri. 8—10; St. 7—14, später grau,
bis 2,5 cm lg.; Knospen weißhaarig; Bl. 12—17 cm
lg., weiß (?), spärlich weißhaarig; Fr. orangerot,
gedrückt-rund, 4—6 cm 0. — USA (Florida,
Hammocks, Keys und Küste).
Harrisia taylori Britt.
K. bis 2 m h., hellgrün; Tr. 4—5 cm 0, aufsteigend,
ziemlich kräftig; Ri. 9; St. 9—12, die längeren
3—5 cm lg.; Knospe spärlich grauwollig. — Kuba
(Prov. Oriente, am Meer).
Harrisia tortuosa (Forb.) Br. & R.: Eriocereus tor-
tuosus (Forb.) Rice.
Harrisia undata Britt.: Harrisia gracilis (Mill.)
Britt.
Haseltonia Backbg. (167)
Riesige einzelne Säulen, wohl nur bei Verletzung
mehrtriebig, mit elastischen hellen und längeren
Stacheln. Als Blütenzone wird ein einseitiges, brei-
184 Haselt onia — Heliabravoa
teres Cephalium aus wolligen Haaren gebildet, unter
gleichzeitiger Verlängerung der umgebenden
Stacheln, dazwischen Borsten, besonders bei älteren
Cephalien die einzelnen Areolenbüschel deutlich
erkennbar. Mit zunehmender Länge des Cephaliums
beginnen sich außerdem die nach oben schlanker
werdenden Säulen über die Cephaliumseite hin zu
krümmen, die Krümmung bei den Beständen in
gleicher Richtung, so daß also die Cephalien nach
einer bestimmten Himmelsrichtung hin gebildet
zu werden scheinen. Die nächtlichen Blüten sind
kurzglockig und kahl, wahrscheinlich auch die
Frucht. Bekannt ist nur 1 Art. — Verbreitung:
Mexiko (Puebla-Oaxaca). [®.]
Haseltonia columna-trajani (Karw.) Backbg. (T.)
K. aufrechte Einzelsäulen, bis über 10 m h. und
bis über 20 cm 0, bald graugrün, nach unten zu +
bauchig verdickt; Ri. bis über 16, fast warzig ge-
höckert; Ar. klein, bald kahl; St. undeutlich
getrennt; Rst. 14—18, bis 1 cm lg., weißlich, Mst.
5—8, bis 8 cm lg., Fuß verdickt, anfangs gelblich,
später weiß, oft abfallend, alle elastisch, die längeren
+ stark abwärts geneigt; Bl. 4—5 cm lg., blaß
schwefelgelb, kahl; Sep. weiß, rosa gespitzt; Fr. bis
3 cm 0, ± ovoid, gelbgrünlich-weiß mit Deckel und
entfernten Schuppenspuren; S. glänzend schwarz. —
Mexiko (Süd-Puebla bis Nordost-Oaxaca). (Abb.
154.)
Ein gebräuchlicher späterer Name als der Kar-
winskis war: Pilocereus oder Cephalocereus hoppen-
stedtii (Web.) K. Sch.
Hatiora Br. & R. (24)
Buschige, aufrechte oder + hängende Epiphyten,
dicht verzweigt, die einzelnen Glieder aus den
Scheitelareolen verzweigend, + zylindrisch bis +
keulig, der keulige Teil fast kugelig bis länglich, der
basale Triebteil verschieden stark, bis z. T. ziemlich
dünn, Die kleinen glockig-trichterigen Blüten
erscheinen aus den Scheitelareolen der Triebe, oft zu
mehreren, von gelb bis orangerot und rosa gefärbt;
die Beere ist wohl meist weiß, z. T. gefleckt; die
Samen sind schwarz. Die Triebe sind entweder kahl,
oder sie weisen ± borstenartige kurze Stacheln auf;
ältere Triebe verholzen. Bekannt sind 4 Arten. —
Verbreitung: Brasilien (Gebiet von Rio de
Janeiro, Ilha Grande, Minas Geraes, Säo Paulo).
[Kultur am besten in Hängekorb.]
Hatiora bambusoides (Web.) Br. & R.
K. aufrecht-strauchförmig, stark verzweigt; Tr. zu
zweit oder dritt aus den Scheitelareolen entstehend,
bis 5 cm lg., schlankkeulig, aber nicht stielig, an
der knotig etwas verdickten Spitze bis 4 mm 0;
Bl. orangerot; Pet. meist aufgerichtet. —
Brasilien (Rio de Janeiro).
Hatiora clavata (Web.) Moran: Rhipsalis clavata
Web.
Hatiora cylindrica Br. & R.
K. aufrecht-buschig verzweigt, Büsche bis 1 m 0;
Tr. gabelig oder in 3gliedrigen Wirtein verzweigend,
jeweils bis 3 cm lg., zylindrisch, hellgrün, z. T.
rotfleckig oder rot; Bl. einzeln, 12 mm lg., orangegelb;
Fr. weiß, schwach purpurn gefleckt, durchscheinend.
— Brasilien (Rio de Janeiro). (Abb. 155.)
Hatiora herminiae (C.-Porto & Cast.) Backbg.
K. aufrecht-strauchig und z. T. überhängend; Tr.
gabelig bis wirtelig verzweigt, zylindrisch, oben
nur schwach verdickt, matt dunkelgrün; Ar. mit
1—2 winzigen Bst.; Bl. meist einzeln, selten zu
zweit, 2 cm lg., bis 2,5 cm 0, dunkelrosa; Fr.
olivgrün, bis 8 mm gr.; S. kastanienbraun. —
Brasilien (Campos do Jordäo).
Hatiora salicornioides (Haw.) Br. & R. (T.)
K. aufrecht-strauchig, reich verzweigt, bis 40 cm
h.; Tr. zu zweit oder in 3—ögliedrigen Wirtein,
anfangs zylindrisch oder tonnenförmig, später mit
deutlichem Stiel, bis 3 cm lg.; Ar. spärlich filzig
und zuweilen mit Bst., in der Kultur kahl; Bl.
1—2 (—3), glockig, bis 13 mm lg., 10 mm 0, gelb;
Fr. kreiseiförmig, weißlich, durchscheinend, Spitze
rötlich; S. schwarz. — Brasilien (Rio de Janeiro,
Minas Geraes).
v. gracilis (Web.) Backbg. bildet dünne bzw.
schlanke Tr.; Bl. hellgelb;
v. stricta (Web.) Backbg. hat kürzere Tr. und
steiferen Wuchs;
v. villigera (K. Sch.) Backbg. ist am Triebende
auffällig stärker behaart.
Heliabravoa Backbg. (150)
Baumartige Cereen mit undeutlichem Stamm, stark-
verzweigt. Die Knospen und kurzröhrigen Blüten
sind behaart und außerdem mit ziemlich dicht
stehenden langen Borsten versehen, ebenso die
Frucht; die Blütenhülle strahlt breit, der obere
Staubblattkreis erhebt sich daraus aufgerichtet im
Kranz um den Griffel, der mäßig weit herausragt.
Die reife Frucht ist purpurn, behaart und beborstet,
die Samen sind schwarz. Das Genus ist vermutlich
ein Nachtblüher, die Blüten z. T. noch bis Mittag
offen, daher irrig als Tagblüher bezeichnet (Bux-
baum?). Das Öffnen sollte genau nachgeprüft
werden. Nur 1 Art bekannt. — Verbreitung: Mexiko
(Puebla bis Oaxaca). [®.]
Heliabravoa chende (Goss.) Backbg. (T.)
K. baumförmig, bis 7 m h., eine breite Krone
bildend; Tr. dicht und aufrecht, mitunter leicht bogig
verzweigt; Ri. 7—9, ziemlich scharfkantig, unter
Heliabravoa — Helianthocereus 185
den Ar. schwach verdickt bzw. vorgezogen; Ar. nur
im Scheitel etwas filzig; Rst. (2—) 4—5, 1—2,5 cm
lg., dünn, gelb bis braun; Mst. nur wenig länger,
wenn vorhanden; Bl. bis 5 cm lg. und ungefähr so
br., weiß (bis zartrosa?); Fr. 4 mm 0, H.
beigefarben (auch an der R.), Bst.-St. dunkler. — Mexiko
(Puebla, Tehuacan; Oaxaca, Oaxaca de Juarez).
(Abb. 156, 157.)
Helianthocereus Backbg. (95)
Diese Cereengattung gliedert sich in 2
Untergattungen bzw. Artengruppen (siehe weiter unten), die
jede für sich sehr charakteristisch sind: eine niedrig-
strauchige, + basal verzweigende und eine andere
mit aufrechtem, anfangs einzel-säuligem und
starkem, z. T. sogar sehr starkem Triebdurchmesser.
Eine der letzteren Arten bildet mitunter große
Bestände an der nordargentinischen Grenze, ein
einzigartiger Anblick*); ähnliche Arten besiedeln auch die
bolivianische Hochebene. Die Verzweigung ist meist
ebenfalls ± basal, relativ gering und erscheint
gewöhnlich erst bei alten Stücken. Die niedrige Gruppe
verzweigt überwiegend breit. Alle sind Tagblüher
mit trichterigen weißen, roten oder + gelben
Blüten. Röhre und Fruchtknoten bzw. die Frucht sind
behaart. Der Artenumfang des Genus bzw. die
Zugehörigkeit der einzelnen Spezies blieb lange
ungeklärt; die niedrigen Arten wurden früher teils als
Lobivia bezeichnet (wo es sich um besonders kurz-
triebige Pflanzen handelte) oder als Trichocereus,
ebenso auch die riesigen Hochlandsvertreter, die im
oder nahe dem Scheitel blühen, während die
niedrigen Arten teils scheitelnahe oder etwas weiter herab
erscheinende Blüten haben. Gemeinsam ist beiden
die irichterige, behaarte und meist
leuchtendfarbige Tagblüte, die nur bei wenigen
Hochlandsarten etwas länger ist und in ihrer Trichterform
weitläufig den nächtlichen Blüten von
Trichocereus ähnelt. Wie nahe die beiden Untergattungen
miteinander verwandt sind, zeigt ein Vergleich der
Jungpflanzen: z. B. ähneln Sämlingspflanzen in
jüngerem Stadium etwa des starken und hohen
Helianthocereus orurensis auffallend — auch in der
Stachelfarbe — solchen des niedrigen, ziemlich
schlanken Helianthocereus huascha mit kräftigeren
Mittelstacheln. Einige alte Hochlandsarten bilden
später ein fast borstenartiges, dichtes und längeres
Stachelkleid. Beschrieben sind bisher 18 Arten. —
Verbreitung: Nordargentinien (von Catamarca
nordwärts) bis Bolivien. [®.]
Die Zugehörigkeit zu den folgenden beiden
Untergattungen ist durch Zahlen hinter dem Artnamen
gekennzeichnet:
1: UG. Helianthocereus: Starktriebige bzw. dick-
säulige Hochlandsarten, meist tief
bis basal verzweigt; Blüten + am
Triebende.
*) Innentitelfoto.
2: UG. Neohelianthocereus Backbg.: Schianker-
triebige, niedrige, stets basal
verzweigende Arten; Blüten ± seitlich.
Helianthocereus andalgalensis (Web.) Backbg.:
Helianthocereus huascha v. rubriflorus (Web.)
Backbg.
Helianthocereus antezanae (Card.) Backbg. (1)
K. bis 2,50 m h.; Tr. bis 25 cm 0; Ri. 21; Ar. grau;
St. ca. 27, dünnadelig, bis ca. 10 cm lg., blaßgelb,
im Scheitel rötlichgelb, + verflochten, die längsten
abwärts gerichtet; Bl. 11 cm lg., hellgelb, mit
braunen und weißen H.; Fr. gelblichgrün, 2,5 cm 0; S.
glänzend schwarz. — Bolivien (Oruro; bei La
Joya).
Helianthocereus atacamensis (Phil.) Backbg. (1)
K. meist unverzweigt, bis 6 m oder mehr h., bis
70 cm 0; Ri. zahlreich; Ar. braun; St. zahlreich,
bis ca. 40, oft sehr dünn, bis ca. 10 cm lg.; Bl. bis
14 cm lg., weiß (nach Cardenas). — Chile (Ata-
cama: Mine San Bartolo).
Helianthocereus bertramianus (Backbg.) Backbg.
(1)
K. basal oder von kurzem Stamm verzweigt,
aufrecht; Tr. bis 2 m lg., bis 25 cm 0; Ri. ca. 20,
scharfkantig, bis 3 cm h.; Ar. anfangs hellbraun; St.
zahlreich, bis ca. 30, anfangs ± weißlich, dann
hyalinweiß bis blaßgelb, z. T. borstig, die kürzesten
5 mm lg., die längsten bis 8 cm lg., nadelig und
abwärts weisend; Bl. gelblich kremweiß; S. glänzend
schwarz. — Bolivien (La Paz: Mine Comanche).
(Abb. 158.)
Helianthocereus conaconensis (Card.) Backbg. (1)
K. einzeln oder basal verzweigt, bis 2 m h.; Tr. bis
15 cm 0; Ri. ca. 17; Ar. schwärzlichgrau, mit
spärlichen weißen H.; St. ca. 18, nadelig-borstig,
stechend, hyalinweiß, bis 15 cm lg.; Bl. 11—15 cm lg.,
bis 12 cm 0, tief kremfarben. — Bolivien (Cocha-
bamba: Cona-Cona).
Helianthocereus crassicaulis Backbg. n. sp. (2)
Primo globosus, postea elongatus, viridis, e basi pro-
lifer, florifer si ca. 15 cm longus, sicut visi, ad
11,5 cm 0; costis 11—14, in media parte ca. 2 cm
latis, rotundatis; areolis pallide fuscatis, ad ca.
1,5 cm distantibus; aculeis primo fuscis, infra fla-
vidis, radialibus ca. 7—12, ad 3 cm longis, centra-
libus 1—4 (—5), ad ca. 3,3—3,7 cm longis; flore ca.
8 cm longo, 9 cm lato, rubro; tubo squamis viridibusr
pilis atrofuscis. — Argentinia borealis.
Ko zuerst kugelig, bald verlängernd und bis 16 cm h.
gesehen, blattgrün, an der Basis sprossend, oben
zuweilen leicht verjüngt, bei ca. 15 cm Länge
blühbar, bis 11,5 cm 0; Ri. (9—) 11—14, im
Mittelteil ca. 2 cm br., gerundet; Ar. blaßbräunlich, ca.
1,5 cm entfernt, anfangs rundlich, später oft schild-
186 Helianthocereus
förmig; St. zuerst oben braun, unten blaßgelb, dann
zunehmend mehr bräunlich; Rst. ca. 7—12, bis
3 cm lg., später ziemlich derb; Mst. 1—4 (—5),
pfriemlich, ca. 3,3—3,7 cm lg.; Bl. ca. 8 cm lg.,
9 cm br. (Uhlig), feuerrot; B. mit spitz zulaufenden
grünen Seh. und dunkelbraunen H.; Ov. grün. —
Nordargentinien (Catamarca, La Estancia;
von Fechser gefunden). (Abb.159.)
Sehr wüchsig; nach allen Merkmalen ein typischer,
kräftiger bzw. gedrungener Vertreter des Subg.
Neohelianthocereus.4
Helianthocereus escayachensis (Card.) Backbg. n.
comb. (Trichocereus escayachensis Card., C. & S. J.
[US], XXXV: 5, 157, 1963) (1)
E. stark und breitkronig, bis 4 m h.; Tr. bis 40 cm
0; Bi. 14—16, 2 cm h., 3 cm br.; Rst. 9—12,
2—4 cm lg.; Mst. 1, 4—6 cm lg.; St. alle pfriemlich,
grau; Bl. zahlreich am Scheitel, trichterig, 16—
17 cm lg., weiß; Sep. purpurbraun gespitzt; Gr.
unten grün, oben gelb; N. 15, hellgelb; Fr. 5 cm 0,
dunkelgrün, braun behaart, Pulpa weiß; S. 1,5 mm
gr., schwarz, punktiert. -7- Bolivien (Prov. Mendez,
Dept. Tarija, zwischen Las Carreras und Escayache,
2300 m).
Die Art ist trotz ihrer verhältnismäßig langen Blüten
ein typischer Helianthocereusvertreter der dürren
Hochlandsgebiete Boliviens, durch seine derbe
Gestalt und die sehr dicken Triebe.
Helianthocereus grandiflorus (Br. & R.) Backbg. (2)
E. kurzsäulig, bis 35 cm h., sattgrün, basal
verzweigt; Tr. bis 6 cm 0; Ri. ca. 14; Ar. anfangs gelb;
Rst. meist 8—9 (—12), feinnadelig, weißgelblich,
bräunlich gespitzt; Mst. meist 1, ca. 1 cm lg., etwas
stärker als die Rst., später noch bis 4 schwächere;
Bl. hochseitlich, ca. 8 cm lg., leuchtendrot, im Ton
etwas variabel. — Argentinien (Catamarca:
zwischen Andalgalá und Concepciön). (Abb. 160.)
Helianthocereus herzogianus (Card.) Backbg. (1)
E. aufrecht-säulig, einzeln oder basal verzweigt, bis
2,20 m h.; Tr. + keulig, kräftig grün, bis 20 cm 0;
Ri. ca. 21, scharfkantig; Ar. grau; Rst. 10—14,
nadelig, bis 4 cm lg., weiß, oben bräunlich,
anliegend; Mst. 1, blaßgelb, oben bräunlich, abwärts
weisend; Bl. kremweiß; Fr- 7 cm gr., dunkelgrün,
weiß und bräunlich behaart. — Bolivien (La Paz:
Tirco).
v. totorensis (Card.) Backbg. weicht ab mit
3—4 Mst., braungelb; Rst. 10—12, strohgelb; Tr.
etwas keulig, bis 15 cm 0. — Bolivien (Cocha-
bamba: am Weg nach Totora).
Helianthocereus huascha (Web.) Backbg. (2)
E. basal verzweigend, mäßig stark; Tr. zylindrisch,
+ aufgebogen, bis ca. 5 cm und mehr 0, frisch-
grün; Ri. ca. 17; Rst. meist 9—11 oder etwas mehr;
Mst. 1—2, gelblich bis bräunlich, in der Länge
variabel, meist länger und kräftiger als die Rst.; Bl.
bis 10 cm lg., bis ca. 7 cm 0, breittrichterig,
goldgelb; Fr. rund, grün, mäßig behaart. —
Argentinien (Catamarca).
Beschreibung nach Schumann und
(Blütendurchmesser) Werdermann in „Blüh. Kakt. u. a. sukk.
Pflz.u, Tafel 67.
Der Typus der Art ist also heller grün, die Stacheln
+ bernsteinfarben, die Blüte nur 7 cm breit; eine
solche Pflanze nahm Werdermann im Huntington-
Garden, USA, auf. Hiervon unterscheiden sich
folgende Varietäten:
v. auricolor (Backbg.) Backbg.: Die Bl. mit
stärker 'herabgebogenen Sep., die Pet. rot mit
bläulichem Schein; die St. gleichmäßig dunkel-
bernsteinfarbig.
v. macranthus Backbg. n. v.: Differt corpore atro-
viridiore, floribus aureis, 12 cm 0.
Weicht ab durch dunklergrünen Körper; Bl.
goldgelb, 12 cm 0 (!). (Abb. 161.)
v. resiflorus (Y. Ito) Backbg. n. comb. (Soehren-
sia rosiflofa Y. Ito, 1962): Bl. rosenrot,
v. rubriflorus (Web.) Backbg.: Bl. mehr reinrot;
Mst. ca. 6. Vatter will von diesen Pflanzen auch
solche mit anderen Bl.-Farben beobachtet haben.
Helianthocereus hyalacanthus (Speg.) Backbg. $)
E. aufrecht, zylindrisch, graugrün, bis 35 cm h., bis
10 cm 0; Ri. 12—16; Ar. aschgrau; St. 12—20,
davon 1—4 längere mittlere, schwer trennbar, alle
borstenartig, erst gelblich, "ann hyalinweiß, die
längsten meist abwärts weisend; Bl. 10—12 cm
lg., bis 8 cm 0. — Argentinien (Catamarca,
Tal von Piedra Bianca).
Helianthocereus narvaecensis (Card.) Backbg. (1)
E. säulig, bis 1 m h., basal verzweigt; Tr. bis 20 cm
0, glänzend dunkelgrün; Ri. 18; Ar. hellgrau; Rst.
ca. 12, bis 2 cm lg., weißgrau; Mst. 3, bis 3 cm lg.;
Bl. ca. 12 cm lg., weiß; Fr. 5 cm br., eiförmig, braun-
oder weißhaarig; S. glänzend schwarz. — Bolivien
(Narvaez).
Helianthocereus orurensis (Card.) Backbg. (1)
E. säulig, bis 1,80 m h. oder mehr; Tr. bis 25 cm 0;
Ri. bis ca. 21; Ar. graubraun; St. 25—35, nadelig
bis mäßig dick, 1,3—8—9 cm lg., braungelb; Bl. bis
13 cm lg., 10 cm 0, hellpurpurn oder purpurrosa. -
Bolivien (Oruro, bei La Joya).
v. alhiflorus (Card.) Backbg. wird bis 2,80 m h.;
St. ca. 16, nadelig dünn, hellgelb, bis 10 cm lg.,
die längsten bräunlich, an der Basis dunkler, bis
4cm lg.; Bl. bis 13cm lg., weiß. — Gleicher
Standort.
Helianthocereus pasacana (Web.) Backbg. (1)
E. starksäulig, später verzweigt, bis 10 m h.; Tr.
bis über 30 cm 0; Ri. über 20, später noch mehr;
St. zahlreich, mittlere nicht deutlich getrennt, gelb,
unterschiedlich lang, die längsten mitunter bis
Helianthocereus 187
14 cm lg., anfangs sehr steif, später elastischer, bis
zuletzt + steifborstig, heller und mitunter fast
weiß; Bl. bis 12 cm lg., weiß; Fr. kugelig bis
länglich, grün. — Argentinien (Hochtäler von Cata-
marca bis zur Nordgrenze), Südbolivien.
Helianthocereus pecheretianus Backbg. (2)
K. basal verzweigt, blattgrün, ziemlich aufrecht;
Tr. bis 11cm 0, bis 45 cm lg.; Ri. 15—20; Rst.
8—10 oder etwas mehr, bis 1,2 cm lg., dünn; Mst. 1,
bis 2,5 cm lg.; St. alle hellbraun oder dunkelspitzig;
Bl; bis 9 cm lg., 8 cm 0, blutrot; Fr. kugelig, grün;
S. schwach glänzend. — Argentinien (Catamarca).
(Abb. 162.) Ritter fand diese Art neuerdings
wieder und gab ihr die Nummer FR 426 (Form 1).
Genau wie bei H. huascha gibt es auch bei dieser
stärkertriebigen Art eine dunklergrüne Form, aber
mit etwas kleineren Blüten:
v. viridior Backbg. n. v.: Differt a typo corpore
viridiore, ad ca. 8 cm 0, aculeo centrali 1, ca.
11 mm longo; flore rubro, ca. 8 cm longo, ca.
6,5 cm 0; aculeis primo fuscis.
Weicht ab vom Typus der Art durch tiefergrünen
Körper; St. bräunlich; Mst. 1, nur ca. 11 mm lg.;
Bl. leuchtend kräftigrot, ca. 8 cm lg. und 6,5 cm
0. — Nordargentinien (Famatina, nach
Ritter, wie auch Form 1). FR 426 A (Form 2).
Typus im Jardin Botanique „Les Cédres", St.
Jean-Cap Ferrat [wie auch von H. huascha v. ma-
cranthus]. (Abb. 163.)
Helianthocereus poco (Backbg.) Backbg. (1) (T.)
K. starksäulig, zuerst einzeln, dann seitlich gering
verzweigt, 1,50—4,50 m h.; Tr. bis 35 cm 0; Ri.
ca. 25, später mehr; Ar. grau; St. undeutlich
geschieden, bis ca. 50, ungleich, steifborstig oder
(zuerst kräftiger) nadelig, auch + verbogen, hell bis
bräunlich, z. T. dunkelstreifig, 1—8 cm lg.; Bl. bis
12 cm lg., hell purpur(rosa); Fr. 5 cm lg., hellgrün;
S. glänzend schwarz. — Bolivien (im Süden weiter
verbreitet),
v. albiflorus (Card.) Backbg. wird bis 6 m h.;
Tr. bis 20 cm 0; St. ca. 20, borstig biegsam,
glänzend weiß, rotbraun gespitzt, bis 8 cm lg.; Bl.
14 cm lg., kremweiß. — Bolivien (Cuchu Inge-
nio).
v. fricianus (Card.) Backbg. unterscheidet sich
durch hellere bis weiße St., dicht und abstehend,
borstenförmig, glänzend, bis 13 cm lg.; Bl. bis
13 cm lg., purpurrot. — Bolivien (Potosi, Cuchu
Ingenio).
v. sanguiniflorus Backbg. n. v. Differt flore
sanguineo. — Bl. weicht durch leuchtend
blutroten Ton ab. — N.-Argentinien. (Abb. 164.)
Helianthocereus pseudocandicans Backbg. n. sp. (2)
Tr. candicans aliquid similis; costis ca. 11—14, ad
2 cm latis, rotundatis; areolis ca. 2 cm distantibus,
crassis, oblongis, ad 1,5 cm longis, 1 cm latis; aculeis
13—16, partim tenuibus, partim crassioribus, indi-
stinete separabilibus, sed centralibus magis subu-
latis‚npnullis ad 8 cm longis, cornicoloribus, postea
griseis; flore infundibiliformi, rubro. — Argentinia
borealis.
K. dem des Tr. candicans ähnelnd, hellgrün,
mitunter schwach gebogen; Tr. fast bis 10 cm 0
erreichend; Ri. 11—14, bis 2 cm br., oben gerundet;
Ar. ca. 2 cm entfernt, oblong, dickwollig, bis 1,5 cm
lg., 1 cm br.; St. 13—16, horngelb, bald grau, teils
dünn, teils kräftiger, schwer in rand- und
mittelständige zu trennen; Rst. dünner; Mst. stärker und
länger, z. T. bis 8 cm lg.; Bl. leuchtend rot (Fechser),
trichterig. — Nordost-Argentinien (Catamarca).
Schon vor Jahren von Vatter berichtet, von
Fechser wiedergesammelt, der mir von den Haupt-
Blütenfarben berichtete, zwischen denen es wohl
noch Übergänge gibt. Lebendes Material sah ich in
„Les Cédres"; damit war erst die richtige Plazierung
dieser teilweise Tr. candicans ähnelnden Pflanzen
möglich, die mit ihren bunten Blütenfarben als Tag-
blüher in dieses Genus gehören,
v. flaviflorus Backbg. n. v.: Differt a typo flore
flavo. — Bl. gelb.
v. roseoflorus (Backbg.) Backbg. n. comb. —
Descr. Cact. Nov. III: 15. 1963 (dort als Trichoc.
candicans var.).
St. + gelblich, z. T. mit rötlichem Fuß, die
mittleren mitunter auch bräunlich; Bl. lilarosa.
(Abb. 165.)
Übrige Merkmale beider var. wie beim Typus der
Art.
Helianthocereus randallii (Card.) Backbg. n. comb.
(Trichocereus randallii Card., C. & S. J. [USJ,
XXXV: 5, 158. 1963) (1)
K. kurz, dick, frischgrün, nur bis 1 m h. und bis
30 cm 0; Ri. 20, 2 cm h., 4 cm br., quergefurcht;
Ar. nur 5—7 mm entfernt, grau und erhaben; St.
nicht nach rand- und mittelständigen trennbar,
25—32, nadelig, steif, 1,5—5 cm lg., etwas gedrückt,
rötlich-braun; Bl. zahlreich am Scheitel, trichterig
bis urnenförmig, 8 cm lg., 7 cm 0; R. mit weißen
und einigen braunen H.; Sep. tief purpurn; Pet.
ebenso gefärbt, desgl. die Stbf. und der Gr.; N.
hellgelb. — Bolivien (Prov. Mendez, Dept. Tarija,
Tal von Paicho, 2300 m).
Wenn irgendeine Helianthocereusart, so ist es diese
niedrige, walzenförmige mit kurzen tiefpurpurnen
Blüten, die beweist, daß es sich bei solchen Hoch-
landscereen um eine eigene Artengruppe handelt,
nicht um Angehörige des Genus Trichocereus.
Helianthocereus tarijensis (Vpl.) Backbg. (1)
K. starksäulig, bis 1,50 m h., dunkelgrün; Tr. bis
25 cm 0; Ri. ‚ca. 15; Ar. anfangs gelbbraun, dann
grau; St. 10—17, zuerst mehr pfriemlich, starr,
stechend, gelblich- bis rotbraun, mit rötlich-brauner,
verdickter Basis und Querbänderung, 3—4 Mst.
mehr ausgeprägt, bis 4 cm lg., z. T. bis 7 cm lg.,
später St. mehr nadelig bis borstenf örmig; Bl. nur
13 Kakteenlexikon
188 Helianthocereus — Hickenia
10 cm lg., hell weinrot; Fr. 3,5 cm 0, lachsrot; S.
schwach glänzend schwarz. — Bolivien (Escayachi).
x Heliaporus Rowl.: Eine Hybridgattung (Helio-
cereus x Aporocactus).
Heliocereus (Berg.) Br. & R. (144)
Nicht sehr steiftriebige, ± liegende bis kletternde,
tagblütige Pflanzen, in der Kultur oft
buschigaufrecht. Die Triebe sind wenigrippig, die Stacheln
ziemlich dünn und unauffällig. Die Blüten sind
dagegen groß und normalerweise rot, im Ton bei den
Arten etwas unterschiedlich. Über Frucht und
Samen ist wenig bekannt; die erstere wird wohl stets
± stachlig sein, wie der Fruchtknoten, in der
Stachelstärke verschieden.
Das Genus ist ein wichtiger Elterteil der „Phyllo"-
Hybridgattungen Heliochia, Heliaporus, Heliphyl-
lum und Helioselenius. Beschrieben wurden 3 (—4?)
Arten; einige Autoren führen die H. speciosus-
Varietäten auch als selbständige Arten‚was aber
strittig ist. — Verbreitung: Mexiko, Guatemala [®.]
Heliocereus amecamensis (Heese) Br. & R. ist eine
weißblühende var. des H. speciosus: Heliocereus
speciosus v. amecamensis (Heese) Wgt.
Heliocereus cinnabarinus (Eichl.) Br. & R.
K. aufrecht oder kriechend; Tr. nur bis 1,5 cm 0,
im Alter bis 3 cm 0; Ri. meist 3kantig, seltener
4kantig; St. ca. 10, borstendünn, gelbbräunlich,
meist 5 (—8) mm lg., die untersten nur halb so lang;
Bl. ca. 15 cm lg., nicht sehr breit öffnend, hell-
zinnober, innen gelblich. — Guatemala (Vulkane
Agua und Santa Maria).
Heliocereus heterodoxus Standl. & Steyerm.
K. buschig, epiphytisch; Tr. flach oder 3flügelig; St.
4—8, bis 8 mm lg.; Bl. 8—11 cm lg., Farbe? —
Guatemala (Rio Vega, bei San Rafael), Mexiko
(Vulkan Tacaná).
Heliocereus schrankii (Zucc.) Br. & R.
K. mattgrün, anfangs auch rötlich überhaucht; Tr.
3—4kantig oder -flügelig, 2,3 cm 0; St. 7—10, kaum
1 cm lg., weiß, später hellgelb, 3 obere kräftiger,
3 untere länger; Bl. 14 cm lg., Scharlach- bis blutrot,
mit leuchtend karminrotem Fleck. — Mexiko (Zi-
mapan).
Vielleicht nur eine weitere var. des H. speciosus.
Heliocereus serratus (Wgt.) Borg: Heliocereus
speciosus v. serratus (Wgt.)
Heliocereus speciosus (Cavan.) Br. & R. (T.)
K. buschig, aufrecht, kletternd oder hängend, auch
epiphytisch; Tr. über 1 m lg., anfangs rötlich-grün,
später dunkelgrüner; Ri. 3—5; Ar. groß; St. 5—8,
später zahlreicher, bis 1,5 cm lg., dünnpfriemlich,
gelb bis bräunlich; Bl. 12—15 cm lg., leuchtend
karmin; Fr. 3—5 cm lg., eirund, rot, bestachelt. —
Mittel mexiko (Gebiet um die Hauptstadt).
(Abb. 167.)
v. amecamensis (Heese) Wgt. hat hellgrüne Tr.;
St. gelb bis bräunlich; Bl. weiß;
v. elegantissimus (Br. & R.) Backbg.: Tr. mehr
flügelig gerippt; St. nur 2—6 mm lg.; Bl.
Scharlach, mit schwach karminfarbenem Schein.;
Pet. teilweise lang zugespitzt;
v. serratus (Wgt.): Tr. 3—4rippig; St. gelblich,
8 mm lg.; Bl. rein purpurn, ohne blauen Schein.;
v. superbus (Ehrenbg.): Tr. bis 7rippig; St.
gelblich, 8 mm lg.; Bl. dunkel zinnoberrot.
Heliocereus superbus (Ehrenbg.) Berg.:
Heliocereus speciosus v. superbus (Ehrenbg.)
Hybridgattungen sind noch:
x Heliochia Rowl.: (HeliocereusxNopalxochia)
x Helioselenius Rowl. : (Heliocereus x Selenicereus).
xHeliphyllum Rowl.: (HeliocereusxEpiphyllum)
Hertrichocereus Backbg. (162)
Die Gattung ist monotypisch, die Art die einzige +
liegende ihrer Sippe, in den Blüten- und
Fruchtmerkmalen Ritterocereus nahestehend, aber mit
frühmorgens öffnenden Blüten, der Fruchtknoten
nur mitunter mit Stächelchen, die Frucht
bestachelt, aber als einzige der Sippe bei Reife basal
öffnend („wie bei Oreocereus": Werdermann); die
Samen sind ziemlich groß, glänzend-schwarz. Die
Rippen sind höckrig vorgezogen; doch variiert die
Art darin, wie auch in der Bestachlung und dem
Ton der Blüte. —Verbreitung: Mexiko (Guerrero).
[®.] Verträgt im Winter keinen zu kühlen Stand.
Hertrichocereus beneckei (Ehrenbg.) Backbg. (T.)
K. meist überbiegend bis halb liegend und wieder
aufsteigend, wenig bis stark verzweigt, dann auch
etwas mehr aufrecht, vom Scheitel weit hinab ganz
mehlig weiß (in der Kultur nur unten gießen, sonst
verliert sich der schöne Belag); Tr. bis 7 cm 0,
innen gelblich und hartfleischig; Ri. 7—9, länglich,
+ gehöckert; Ar. braun, später dunkler; Rst. bis
ca. 5, z. T. auch abfallend, bis 1,5 cm lg.; Haupt-St.
1, bis 6 cm lg., + abwärts geneigt, stechend steif; St.
anfangs auch fehlend oder wenige, hell-, später
dunkelbraun oder grau, oben + rötlich; Bl. bis ca.
7,5 cm lg., 6 cm 0, elfenbeinweiß bis + rötlich;
Fr. höckrig, mehlig-weiß, später rötlich, bestachelt,
am Grunde öffnend, Pulpa verschwindend; S. lose.
— Mexiko (Guerrero: Canyon de la Mano und
Canyon del Zopilote). (Abb. 168.) Die Art wurde
früher häufig auch als Cereus farinosus Hge.
bezeichnet, wegen des schönen, mehligen Belages.
Hickenia Br. & R.: Parodia Speg.
Homalocephala — Horridocactus 189
Homalocephala Br. & R. (190)
Ein monotypisches Genus. Die ziemlich groß
werdenden Pflanzen sind gedrückt-breitrund geformt,
stark bestachelt und ziemlich hart. Die in der Farbe
variablen Blüten entstehen um den Scheitel; die
roten Früchte sind stachellos, filzflockig und
zuletzt trocken, sie können unregelmäßig aufreißen
oder gar nicht. Die Samen sind glänzend schwarz.
In ihrer Heimat werden die Pflanzen zur
Kulturlandgewinnung oft lokal ausgerottet. —
Verbreitung: USA bis Nordmexiko [®],
Homalocephala texensis (Hopff.) Br. & R. (T.)
K. einzeln, gedrückt-kugelig, bis 30 cm 0, 15 cm
h.; Ri. 13—27, scharfkantig, breit; Ar. weiß; Rst.
meist 6 (—7), spreizend und zurückgebogen,
ungleich, + abgeflacht, 1,2—4 (—5) cm lg., anfangs
rötlich, gelb werdend, z. T. geringelt; Mst. 1, +
flach und breiter, abwärts geneigt, bis 6,5 cm lg.,
8mm br.; Bl. breitglockig, bis 6 cm lg. und 0,
Scharlach und orange, oben rosa, bis fast weiß oder
auch mit rosa Mittelfeld; Fr. bis 4 cm 0, nur anfangs
saftig; S. 2,5 mm gr. — USA (Texas,
Südost-Neumexiko) bis Nordmexiko (Nordosten). (Abb. 169.)
Horridocactus Backbg. (122)
Meist einzelköpfige und teilweise ansehnlich groß
werdende Pflanzen, deren Blüten sich von denen
anderer ähnlicher chilenischer Gattungen dadurch
unterscheiden, daß sie nicht behaart, sondern nur
spärlich filzflockig sind, Borsten nur oben an der
Röhre, zuweilen stärker reduziert. Die basal
öffnende Hohlfrucht ist nur sehr schwachfilzig
bekleidet, fast kahl. Die Samen sind wohl stets
mattschwarz. Hierher gehören bisher 22 Arten. —
Verbreitung: Nördliches bis mittleres Chile. [®.]
Ritter hat einige der von ihm neu gefundenen
chilenischen Kugelkakteen anfangs auch zu
Horridocactus gestellt, was voraussetzt, daß deren Blüte
und Frucht nur sehr schwach filzflockig sind. Später
hat er alle zu Pyrrhocactus einbezogen. Das wäre
noch bei jenen Arten verständlich, die ich zu Neo-
chilenia umkombinieren mußte; die von mir bei
Horridocactus belassenen Spezies unterscheiden
sich jedoch durch das obige Gattungsmerkmal der
nahezu kahlen Blüte bzw. Frucht deutlich von
Pyrrhocactus. Dabei muß es hier bleiben, denn eine
exakte Übersicht über die einzelnen Artgruppen von
„Pyrrhocactus Berg, sensu Ritt." ist nur möglich,
wenn die ost- und die westandinen Artengruppen
getrennt und die westandinen (pazifischen) wieder
in die Gattungen Horridocactus Backbg. und Neo-
chilenia Backbg. aufgegliedert werden, die zwei
verschiedene Reduktionsstufen des Sproßcharakters der
Blüte repräsentieren. Zu Neochilenia muß dann
auch Chileorebutia Ritt, gestellt werden, da Ritters
sämtliche Argumente für eine Abtrennung von
Chileorebutia nicht stichhaltig sind. Das
Getrennthalten des ostandinen Pyrrhocactus und der pazi-
fisch-westandinen Horridocactus und Neochilenia
ist auch angesichts der seit unvordenklichen Zeiten
hohen, trennenden Andenmauer berechtigt, denn
sie setzt eine getrennte Entwicklung voraus. Wenn
es dabei zu gewissen Ähnlichkeiten wie bei Pyrrho-
cactus-Neochilenia kam, ist dies unbeachtlich; es
läßt nicht ohne weiteres den Schluß zu, daß es sich
um ein und dieselbe Gattung handelt. Rowley
stellte z. B. fest, daß „synthetische Arten", also
Bastarde, genau den Charakter gewisser echter Arten
haben können. So mag eine Ähnlichkeit auch durch
bisher noch nicht in Erwägung gezogene Vorgänge
im Verlaufe der Entwicklung von zwei getrennten
Arealen stattgefunden haben. Gerade daher aber
ist die deutliche Scheidung der einzelnen Artgruppen
für die weitere Verfolgung dieses Problems wichtig.
Da die einzelnen Namen in den Publikationen wie
im Handel und in den Kollektionen z. T. anders
lauten, gebe ich solche Artbezeichnungen hier mit
den entsprechenden Hinweisen wieder. Die teilweise
Umkombinierung erfolgte durch mich nach dem
Text der Originalbeschreibungen, bei einigen
Spezies unter Vorbehalt, da die Bekleidungsangaben
für die Blüte zuweilen unklar sind.
Horridocactus aconcaguensis (Ritt.) Backbg.
K. einzeln, halbkugelig, später verlängert, bis
12 cm 0; Ri. bis ca. 21; Ar. grau; Rst. ca. 9—11,
1—2 cm lg.; Mst. meist 4—6 (—9), etwas gebogen,
bis 2,5 cm lg.; St. anfangs braun bis schwarz; Bl. bis
5 cm lg. und 0, gelbrot; Fr. rot. — Mittelchile
(Chacres).
v. Orientalis (Ritt.) Backbg. unterscheidet sich
durch weniger Ri., etwas längere St. und kleinere
S.,1,25 mm gr. (Typus der Art: 1,75 mm gr.).
Horridocactus andicolus Ritt.
K. halbkugelig, einzeln, später verlängert, bis 20 cm
h., bis 16 cm 0; Ri. 16—24; Ar. weiß bis grau; Rst.
10—14, 2—3 cm lg.; Mst. kräftiger, 4—7, 3—4 cm
lg.; St. alle unten weißlich, oben rötlich bis
schwärzlich; Bl. ca. 5,5 cm lg., 5 cm 0, rötlichgelb; Fr.
1,5 cm lg., grünlichrot bis karmin. — Chile
(zwischen Santiago und Los Andes).
v. descendens Ritt.: K. kleiner; Rst. 10—20; Mst.
2—6; Bl. kleiner, ebenso die S. — Chile (33 Grad
s. Br.);
v. mollensis Ritt. : K. stärker, bis 20 cm 0; St.
meist länger; Bl. mit mehr gelbem als rotem
Mittelstreifen. — Chile (Molles);
v. robustus Ritt.: ähnlich stark wie die vorige
var.; St. gelblicher; Bl. mit mehr blutrotem
Mittelstreifen. — Chile (über Tilama).
Horridocactus armatus (Ritt.) Backbg.
K. halbkugelig, dunkelgrün, bis 25 cm h., bis 18 cm
0; Ri. 15—21; Ar. braun; Rst. 8—12, 1,5—4 cm
lg.; Mst. 2—8, ebenso lg., dicker; St. alle auffallend
IS*
190 Horridocactus
kräftig, braun bis schwarz; Bl. bis 4,6cm lg., bis
4,8 cm 0, gelblich, brauntonig (zwiebelfarben),
breiter karminroter Mittelstreifen; Gr. und Stbf. oben
rosa, unten weiß; Fr. rot. — Chile (südwestlich von
Santiago).
Horridocactus atroviridis (Ritt.) Backbg.
K. halbkugelig, einzeln, später bis 10 cm lg., dunkel
graugrün; Ri. 13—16, schwach höckrig; Rst. ca.
10, 2—4 cm lg.; Mst. 4—5, 3—5 cm lg.; St. grau-
schwarz, in jungen Ar. nur 1 Mst.; Bl. ca. 4—5 cm
lg. und 0, karmin mit hellem Rand; S.
bräunlichschwarz. — Chile (Vallenar).
Horridocactus calderanus Ritt.: Neochilenia cal-
derana (Ritt.) Backbg.
Horridocactus carrizalensis(RiTT‚) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 7. 1963 (Pyrrhocactus carrizalensis
Ritt., „Taxon", XII: 1, 33. 1963)
K. 5—7 cm 0; Wz. rübig, gelblich; Ei. 13, schmäler
(als bei H. atroviridis), mit kurzen, spitzlichen Hck.;
Ar. weiß; St. schwarz oder graubraun, gerade; Rst.
12—18,10—26 mm lg.; Mst. 4—8, kräftiger, 2—4 cm
lg., einwärts gebogen; Bl. bis 5,5 cm lg., 4,5—7 cm
0, weiß oder gelb, rotstreifig; Stbf. grünlich oder
rötlich; S. 0,8 mm lg., bläßschwarz, Nabel winzig. —
N.-Chile, Prov. Atacama, westl. Carrizal Alto
(FR 493).
Da Angaben über Borsten- und Wollbekleidung der
Bl. fehlen und die Art mit H. atroviridis verglichen
wird, kann es sich nur um eine Horridocactus-
Spezies handeln.
Horridocactus centeterius sensu Ritt.: ungeklärte
Art.
Horridocactus chilensis albidiflorus Ritt.,
unbeschrieben, ist eine Form der Neochilenia chilensis
(Hildm.) Backbg.
Horridocactus choapensis (Ritt.) Backbg.
K. flachrund bis rund, bis 10 cm 0, dunkelgrün,
auch brauntonig; Ri. 14—22; Ar. anfangs
bräunlich, später weiß (bei Sämlingen weiß); Rst. 8—10,
1—2 cm lg.; Mst. 4—7 (—9), ± schwach gebogen;
St. meist graubraun oder dunkler; Bl. bis 4,6 cm lg.,
3—6 cm 0, hell- bis oliv-gelb; Fr. bis 1,5 cm lg.,
rötlich. — Mittelchile (Ulapel).
Horridocactus confinis Ritt.: Neochilenia confinis
(Ritt.) Backbg.
Horridocactus copiapensis Ritt., verworfen: Neo-
chilenia kunzei (Forst.) Backbg.
Horridocactus crispus (Ritt.) Backbg.
K. halbkugelig, einzeln, schwärzlich-graugrün, bis
7 cm 0; TVz. rübig; Ri. 13—16; Ar. weiß; Rst.
6—10, 2—6 cm lg.; Mst. 2—4, 4—8 cm lg.; St.
schwarz, vergrauend, sehr dünn; Bl. 3,5 cm lg. und
0, äußere mehr rat, innere weißlich mit rötlichem
Mittelstreifen. — Chile (Freirina). Vielleicht eine
Neochilenia?
Horridocactus curvispinus (Bert.) Backbg.
K. kugelig, bis über 15 cm 0; Ri. 16, bis 3 cm h.,
quergebuchtet; Ar. bis 15 mm lg.; Rst. meist 6—10;
Mst. 2—4, mäßig derber; St. alle ziemlich kräftig,
anfangs gelblich, oben dunkler, besonders im
Scheitel, alle ± aufwärts gebogen, am meisten die Mst.;
Bl. 3,5 cm lg., strohgelb; Fr. fast kahl. — Chile
(Region von Santiago).
Ritter unterscheidet mehrere var., wohl nur
Formen.
Horridocactus dimorphus Ritt.: Neochilenia di-
morpha (Ritt.) Backbg.
Horridocactus echinus (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 7.1963 (Pyrrhocactus echinus Ritt.,
„Taxon'4, XII: 1, 33. 1963).
K. bis 9 cm 0, blaß graugrün; Wz. rübig, dick,
kurz; Ri. ca. 13, mit Kinnhöckern; Ar. bis 14 mm
lg., bräunlich; St. grauschwarz oder blaß graubraun,
Spitze schwarz, steif, pfriemlich; Rst. 10—14, 2—3
(—4) cm lg.; Mst. stärker, 4—8, 2—6 cm lg.; Bl.
ohne Größenangabe, wohl ca. 3 cm lg., blaßgelb; Gr.
blaßrötlich; N. 9, blaßgelb; Fr. 1,5 cm lg.; S. 1,4 mm
groß. — N.-Chile (Cerro Coloso bei Antofagasta)
(FR 637).
Ov. und R. ohne Borsten, Angaben der Woll-
bekleidung fehlen, was hier alles auch für
Horridocactus zutrifft.
v. minor (Ritt.) Backbg. n. comb. (Pyrrhocactus
var., 1. c.)
K. nur halb so groß; Ar. kleiner; St. gleich lang
(FR 537a).
Horridocactus engleri Ritt.
K. halbkugelig, später verlängert, bis 18 cm 0,
bis 30 cm h., dicht bestachelt; Ri; 16—20, Rst.
12—20, Länge wie Mst.; Mst. 5—8, 4—7 cm lg., die
unteren weiß oder gelblich, die ob- braun und meist
schwarzspitzig; Bl. 5—6 cm lg., bis 4,5 cm 0, gelb-
rot bzw. hell zitronengelb, mit rosa oder roter
Mittellinie, die äußeren Pet. mehr oliv; Fr. rötlich. —
Chile (Kordillere zwischen Santiago und
Valparaiso). Sämlinge sind auch ganz weißlich bestachelt.
v. krausii Backbg.: weicht ab durch blaugrünen
K., grünlich-gelbe Bl. und grüne Fr.
Horridocactus eriosyzoides Ritt.: Neochilenia erio-
syzoides (Ritt.) Backbg.
Horridocactus froehlichianus (K. Sch.) Backbg.
K. kugelig bis schwach gestreckt, bis 17 cm 0,
zuerst hellgrün; Ri. 16, bis 3 cm h.; Rst. und Mst.
undeutlich geschieden, bis ca. 17, gerade oder
schwach gebogen, nadelig, bis 3 cm lg., anfangs grau-
gelb, dunkler geringelt, die kleineren hellgelb; Bl.
bis 6,5 cm lg., 6 cm 0, glänzend gelb, außen
bräunlich. — Chile (Region von Santiago),
v. vegasanus Ritt. Siehe unter H. robustus.
Horridocactus fuscus Ritt., unbeschrieben: Neo-
chilenia neofusca Backbg.
Horridocactus garaventai Ritt.
K. kugelig, später verlängert, einzeln, gras- bis
blaugrün; Ri. 11—16, leicht höckrig; Ar. grau; Rst.
ca. 12; Mst. 1—6, 2,5—4,5 cm lg.; St. alle ziemlich
gleichlang und -stark, hellgelb bis gelbbraun; Bl.
6 cm lg., ca. 4 cm 0, hellgelb, am Grunde rötlich;
Fr. hell gelbgrün, bis 2 cm lg. — Mittelchile (Cerro
de la Campána).
Horridocactus geissei (Pos.) Dölz
K. kugelig, einfach, bronzetonig; Ri. 18—20,
stumpf, wenig gegliedert; Ar. spärlich weißfilzig;
Rst. 14—16, strahlend, pfriemlich, z. T. dünner,
anfangs gelblich; Mst. 4, im Kreuz, gekrümmt, der
untere bis 2,5 cm lg.; Bl. 5,5 cm lg., chamois mit
rötlicher Pet.-Mitte. — Chile.
Eine erst neuerdings wiedergefundene Art.
Horridocactus grandiflorus (Ritt.) Backbg.
K. halbrund, einzeln, grün bis graugrün, bis 15 cm
0; Ri. 21—23; Ar. weiß; Rst. ca. 9—12, 1,5—3 cm
lg., etwas aufwärts gebogen; Mst. zuerst 1, dann
4—7, kräftiger, aufwärts gebogen, 2—4 cm lg.; St.
mittelkräftig, schwarz bis braun; Bl. bis 7 cm lg.
und 0, weiß bis hellgelblich, mit rotem
Mittelstreifen von halber Pet.-Breite; S. schwarzbraun bis
schwarz. — Chile (östl. Santiago, Cerro Ramön).
Horridocactus heinrichianus Backbg.
K. gedrückt-kugelig, bis über 9 cm 0, ca. 5 cm h.;
Wz. rübig; Ri. ca. 22, um die Ar. verdickt; Rst. ca.
6—6, steif, bis 2,6 cm lg.; Mst. 1, bis 3 cm lg.,
zuweilen noch 1 nach unten anliegender; St. alle
schwarz, später grau; Bl. ca. 3 cm lg. und 0, blaß
hellgelb, dunkel gestreift. — Chile (Huasco).
Horridocactus horridus (Colla) Backbg.:
Horridocactus tuberisulcatus (Jac.) Y. Ito
Horridocactus kesselringianus Dölz
K. gedrückt-kugelig, dunkel-olivgrün bis -violett-
braun, bis ca. 7 cm 0; Ri. 16—20, scharfkantig,
höckrig; Ar. schmutzigweiß; Rst. ca. 10, strahlend
abstehend; Mst. 1(—2), bis 2 cm lg.; St. alle basal
verdickt, ± leicht gebogen, anfangs
schmutzigbräunlich, starr, die Mst. dunkler bis schwärzlich,
bald alle hellgrau; Bl. 4,5 cm lg., unten rot, dann
gelbbräunlich, mit breiter roter Mittelzone, der rot-
bräunliche Ton überwiegend; Fr. 1,7 cm lg. —
Chile.
Horridocactus 191
v. subaequalis Backbg. weicht ab mit 12—14
Rst., 4 Mst., bis 3 cm lg., St. etwas länger, dünner
und verflochtener, Bl. etwas größer.
Horridocactus kunzei (Forst.) Ritt, war nur ein
Name.
Horridocactus lissocarpus (Ritt.) Backbg.
K. einzeln, halbkugelig, graugrün, bis 20 cm 0; Ri.
17—21, wenig höckrig, stumpf; Ar. grau; Rst.
8—12; Mst. 1—6, pfriemlich, aufwärts gebogen,
1,5—5 cm lg.; St. grau-gelblich oder -bräunlich bis
fast schwarz; Bl. 3—5—4 cm lg. und 0, duftend;
Fr. über 2 cm lg. und 0, rot. — Chile (bei Caugenes)
v. gracilis (Ritt.) Backbg. weicht durch feinere
St., hellbräunlich bis rotbraun, und näher stehende
Ar. ab, die S. größer. — Chile (westlich von S.
Francisco de Mostazal, in Höhenlagen).
Horridocactus marksianus (Ritt.) Backbg.
K. halbrund, graugrün, bis 24 cm 0; Ri. 16—28,
höckrig; Ar. weiß; Rst. 8—12,1,5—2,5 cm lg.; Mst.
1—6, stärker und länger, stark aufwärts gebogen,
pfriemlich; St. kräftig, graubraun, mit dunkler
Spitze; Bl. bis 4 cm lg. und 0, zitronen- oder
rötlichgelb; Fr. 1,5 cm lg., hell rötlich-bräunlich; S.
braunschwarz. — Chile (Villa-Prat).
v. tunensis (Ritt.) Backbg. ist kleiner, mit
weniger Ri.; Rst. 6—10; Mst. 1—4; Bl. größer; Fr.
rot.
Horridocactus nigricans (Dietr.) Backbg. & Dölz
K. breitkugelig, bald graufarben, bis ca. 10 cm 0:
Ri. ca. 15, leicht quergebuchtet,
rundlich-schmalkantig; Ar. weiß; Rst. 8—9, höchstens schwach
gebogen, bis 7 mm oder mehr lg.; Mst. 1—2, etwas
derber, aufwärts gebogen bzw. gerichtet, Fuß
verdickt; St. alle anfangs glänzend schwarz; Bl. bis ca.
4,5 cm lg., fahl- bis schmutzig-gelblich, außen mit
dunklerer Mitte; Fr. keulig, blaßrot; S. klein, kaum
1 mm lg. — Chile. Seit längerer Zeit nicht
wiedergefunden.
H. nigricans sensu Ritt, und v. grandiflorus Ritt.,
als Sämlingpflanzen überwiegend grün, höchstens
an den Hck. rötlich angehaucht, scheint eine andere
Art zu sein, oder eine Form; nicht selten sehen
chilenische Arten, aus Samen angezogen, anders als die
Originale aus.
Horridocactus paucicostatus Ritt, und v. viridis
Ritt.: Neochilenia paucicostata (Ritt.) Backbg.
und v. viridis (Ritt.) Backbg.
Horridocactus pulchellus Ritt.: anscheinend nur eine
Form von Neochilenia pygmaea (Ritt.) Backbg.
Horridocactus robustus Ritt, (zuerst
unbeschriebener Katalogname Ritters; Pyrrhocactus robustus
Ritt., Succ, 6: 65. 1960 — Neochilenia robusta
(Ritt.) Backbg., Die Cactac, VI: 3781. 1962)
192 Horridocactus — Hylocereus
K. meist einzeln, bis 20 cm 0, halbkugelig; Ri.
16—22, kinnförmig gehöckert; Ar. graufilzig; Rst.
10—12, 1—1,5 cm lg.; Mst. 4—7, 2—3,5 cm lg.;
St. sehr kräftig, besonders die Mst., gerade oder
gebogen, schmutziggrau; Bl. 4,5—5,5 cm lg., bis
3,5 cm 0, gelbbräunlich-rot, grünlicher Schein,
Rand heller, Filzspuren und feine weiße Bst.; Fr.
bis 2 cm lg., schwärzlich-rotgrün. — Chile (Ocoa)
(FR 239a).
v. vegasanus Ritt, (von Ritter zuerst als var.
von H. froehlichianus angesehen) (Pyrrhocactus
robustus v. vegasanus Ritt. 1. c. — Neochilenia
robusta v. vegasana [Ritt.] Backbg., 1. c).
K. kleiner; Ar. näher stehend; Bl. kürzer (ich sah
solche mit zwiebelfarbenem Ton und nach unten
verbreiternder rosa Mitte, 0 ca. 5,3 cm. —
Chile (bei Las Vegas).
Art und Varietät wurden von mir 1. c. zu
Neochilenia gestellt, weil die holländische
Beschreibung unklare Angaben über die Blütenbekleidung
machte, wie des öfteren bei Diagnosen von Ritt ER-
Arten, so daß die richtige Einbeziehung erschwert
ist.
Horridocactus rupicolus und v. intermedius Ritt.:
Neochilenia rupicola (Ritt.) Backbg.
Horridocactus setosiflorus Ritt. : Neochilenia setosi-
tlora (Ritt.) Backbg. und v. intermedia (Ritt.)
Backbg.
Horridocactus simulans Ritt. : Neochilenia simulang
(Ritt.) Backbg.
Horridocactus taltalensis (und v. densispinus?)
Ritt. (FR 212) K. braun, Bl. weißlich: Neochilenia
fllSCa (MÜHLPFRDT.) BACKBG.
Horridocactus trapichensis Ritt.: später als Pyr-
rhocactus-Art angesehen und unbeschrieben, ist
wohl eine Neochilenia.
Horridocactus tuberisulcatus (Jac) Y. Ito (T.)
K. einzeln oder sprossend, dunkelgrün bis bläulich,
grün; Ri. 14—20, um die Ar. starkhöckrig verdickt;
Ar. weiß, bis 1,5 cm lg.; Rst. 10—12, pfriemlich,
nach und nach erscheinend; Mst. 4—5, sehr derb-
pfriemlich, bis 2,5 cm lg., z. T. etwas gebogen,
anfangs bräunlich, dunkel geringelt, unten zuerst gelb;
Bl. bis über 4,5 cm lg., 3,8 cm 0, kräftig-trichterig,
fahl bräunlich- oder isabellgelb mit nach unten zu
rotem Mittelstreifen; Fr. so gut wie kahl. — Chile
(Region von Santiago). (Abb. 170 lks., 171.)
Ritter führt noch eine v. minor, unbeschrieben:
St. kürzer, feiner; Bl. innen reingelb; Pet.
schmäler. (Abb. 170 rechts.)
Horridocactus vallenarensis (Ritt.) Backbg.
K. einzeln, graugrün, halbkugelig, bis 10 cm 0; Ri.
13—25, + kinnhöckrig; Ar. weiß; Rst. 10—14, bis
2,5 cm lg.; Mst. 2—6, 2—5 cm lg., stark aufgebogen»'
St. zuerst hellbraun bis grauschwarz; Bl. 5 cm lg.
und 0, glänzend bräunlichgelb mit hell
karminrotem Mittelstreifen; Fr. grünlich bis rötlich; S.
braunschwarz bis schwarz. — Chile (südlich Vi-
cufia).
Horridocactus wagenknechtii Ritt.: Neochilenia
wagenknechtii (Ritt.) Backbg.
Hylocereus Br. & R. (49)
Rankende bzw. klimmende Epiphyten, z. T. mit
Kletterstacheln, 3kantig bis 3flügelig, Luftwurzeln
bildend. Die Stacheln sind meist kurz oder fehlen;
anfangs oder an Sämlingen sind sie oft borstenartig.
Die nächtlichen Blüten sind sehr groß, auffällig
beschuppt und kahl, wie auch der beschuppte
Fruchtknoten und die Frucht. Die Samen sind mäßig groß
und schwarz, die Keimblätter ziemlich groß. Einige
sind in wärmeren Ländern beliebte Zierpflanzen;
z. T. verwendet man sie auch als Pfropfunterlagen
für epiphytische Kakteen. Beschrieben wurden
bisher 24 Arten. — Verbreitung: Von Mexiko über
Mittelamerika und die Antillen bis zum nördlichen
Südamerika und Peru, [(g).]
Hylocereus antiguensis Br. & R.
K. in Baumkronen große Kolonien bildend,
hochkletternd; Tr. 2—4cmØ, 3-, selten 4kantig, Rand
nicht hornig, kaum wellig geschwungen; St. 2—4,
ca. 6 mm lg., Beist. oder Borsten 2—5; Bl. 14 cm
lg., gelb, zumindest im Verblühen; R. mit linearen,
spitzen Seh.; N. ungeteilt. — Antigua.
Hylocereus bronxensis Br. & R.
K. scharf dreikantig, dunkel graugrün, bis 4 cm 0;
Ri. mit braun-hornigem Rand, stark wellige Kante;
St. ca. 10, nadelig, ca. 6 mm lg., später braun; Bl.
25 cm lg., wohl weiß; Ov. mit breiten Seh.; N.
wahrscheinlich geteilt. — Heimat?
Hylocereus calcaratus (Web.) Br. & R.
K. stark dreiflügelig; Tr. 4—6 cm 0; Ri. mit zun-
genförmigen Vorsprüngen; Ar. stachellos, aber mit
2—4 kleinen, weißen Bst.; Bl. weiß, mit
trichterigem Perigon; Sep. zurückgeschlagen. — Costa
Rica.
Hylocereus costaricensis (Web.) Br. & R.
K. der wohl stärkste des Genus, manchmal bis 10 cm
Tr.-Ø, zuerst grünlich, oder rötlich, dann bald
weißlich, zuletzt grün oder grau; Tr. meist 3kantig;
Ri.-Flanken meist dünn, später mehr gefüllt, Rand
gerade oder + wellig, nie hornig; St. 2—4, kurz,
derb, bräunlich, meist noch 2 H. oder Bst., bald
abfallend; Bl. bis über 30 cm lg., weiß; N. ungeteilt;
Fr. Scharlach, oblong. 10 cm lg. — Costa Rica.
Hylocereus 193
Hylocereus cubensis Br. & R.
K. langtriebig, stark wurzelnd; Tr. 2—4cm 0,
3kantig; Ri. kaum geschwungen, zuletzt hornige
Kante; St. 3—5, 2—3 mm lg., schwarz; Bl. bis
20 cm lg., weiß; Fr. 10 cm lg., rötlich. — Kuba und
Insel Pinos.
Hylocereus estebanensis Backbg.
K. langtriebig, manchmal rundlich, meist bald
weißlich oder graugrün; Tr. meist 3kantig; Ri. ziemlich
gradkantig, mit zurückgebogenen Hck.-Vorsprün-
gen (Kletterhöcker); St. 2—4, kurz, derb, braun; Bl.
bis 25 cm lg., weiß. — Venezuela (Nordküste, San
Esteban).
Hylocereus extensus (SD.) Br. & R.
K. ziemlich schlank, kriechend und klimmend, grün;
Ri. mit ganz geraden, rundlichen Kanten; Ar. klein,
filzig und auch beborstet; St. 2—3, selten 4, kurz
und derb, 1—2 mm lg., dunkelbraun; Bl. groß,
rosa; N. ungeteilt. — Trinidad.
Hylocereus guatemalensis (Eich'l.) Br. & R.
K. hoch klimmend, Basis der Tr. oft schmal und
rund, bis 6 m lg.; Tr. meist 3kantig, 2—7 cm 0,
bereift, später vergrünend, Rand hornig; St. 2—4,
konisch, dunkel, 2—3 mm lg., an Sämlingen borstig;
Bl. 30 cm lg., weiß; Fr. bis 7 cm 0, großschuppig. —
Guatemala,
Hylocereus lemairei (Hook.) Br. & R.
K. ziemlich schlank, hoch klimmend, grün; Tr.
3kantig, bis 3 cm 0, stark einseitig wurzelnd; St.
meist 2, sehr kurz, Fuß verdickt, bräunlich; Bl. ca.
27 cm lg., weißlich, nach unten zu rosa; Sep. äußere
grün, innere mehr rötlich; N. tief gespalten; Fr.
purpurn, bis 7 cm lg., Pulpa weiß. — Tobago;
Trinidad (?).
Hylocereus microcladus Backbg.
K. stark verzweigt, Glieder relativ kurz und durch
starkes Wurzeln haftend; Tr. 3(—5)kantig, frisch-
grün, bis 16 cm lg., bis 2 cm 0; Ar. genähert; St.
borstenfein, klein, wenige bis mehrere, oft abfallend;
Bl. unbekannt. — Kolumbien bis Nordperu.
Hylocereus minutiflorus Br. & R.: Wilmattea minu-
tillora (Br. & R.) Br. & R.
Hylocereus monacanthus (Lem.) Br. & R.
K. grün; Tr. 3kantig, Rand wellig geschwungen; St
meist einzeln, manchmal 2, steif, Fuß stark
verdickt; Bl. 28 cm lg., 17 cm 0, weiß, zum Grunde
rosa, wie auch die Stbf.; N. nicht immer geteilt. —
Kolumbien, Panama.
Hylocereus napoleonis (Grah.) Br. & R.
K. hellgrün, stark verzweigt; Tr. 3kantig; Ri. scharf-
gratig, Flanken konkav, Rand höckrig, nicht
hornig; St. 4—5, ca. 9 mm lg., Fuß verdickt; Bl. 20 cm
lg. und 0, weiß; N. ungeteilt. — Heimat?
Hylocereus ocamponis (SD.) Br. & R.
K. hellgrün, bald bereift, später dunkel bläulich-
grün; Tr. scharf 3kantig; Ri. wellig verlaufend,
Kante braunhornig; St. 5—8, nadelig, ö—12 mm
lg.; Bl. bis 30 cm lg. und fast so br., weiß; N.
ungeteilt, grün. — Mexiko.
Hylocereus peruvianus Backbg.
K. lebhaft grün, anfangs etwas reifig; Tr. oft etwas
gedreht, bis 80 cm lg. und mehr, 4—6 cm 0; St. bis
4, kurz, kräftig; Bl.? — Peru (Trockenwald der
Sechura bis Rio-Sana-Tal).
Hylocereus polyrhizus (Web.) Br. & R.
K. stark verzweigend, viele Luftwurzeln bildend
und damit stammanliegend; Tr. meist bis 4 cm 0,
anfangs oft rötlich, bald weißlich bereift, zuletzt
grün; Ri. anfangs mehr flügelig, später gefüllter,
Kante schwach wellig, nicht hornig; St. 4—5,
2—4 mm lg., ziemlich kräftig, bräunlich, zuweilen
noch 2 (—4) abfallende Bst.; Bl. bis fast 40 cm lg.,
mit breiten und sich nach oben stark verlängernden
und deckenden Seh., oben abstehend; Pet. weiß; N.
(stets?) geteilt; Fr. Scharlach, oblong. 10 cm lg.,
groß beschuppt. — Kolumbien, Panama.
(Abb. 172.)
Hylocereus purpusii (Wgt.) Br. & R.
K. klimmend, dunkelgrün, bläulich bereift; Tr. über
3 cm 0; Ri. kantig, 3—4, leicht wellig, hornig; St.
3—6, kurz, alle kaum 1 mm lg., manchmal ein
mittelständiger; Bl. 25 cm lg. und 0, außen rötlich bis
feurig karmin, mittlere Hüllblätter goldgelb, oben
dunkelkarmin, innere weiß, gelbspitzig (Wgt.) oder
Mitte goldgelb, Spitze leicht karmin (Berger). —
Mexiko (Tuxpan, westliches Tiefland).
Wohl der schönste Blüher unter den Hylocereen.
Hylocereus scandens (SD.) Backbg.
K. schmal- und langtriebig, bläulichgrün; Tr.
3kantig, beidendig verjüngt; Ri. geschweift-kantig;
St. 4—6, kräftig aber winzig, zurückgebogen,
anfangs rötlich, dann graubraun, Fuß verdickt;
BL? — Guayana.
Hylocereus schomburgkii (O.) Backbg.
K. kletternd, sehr stark verzweigt, kräftiggrün,
mitunter leicht bereift; Tr. leicht gebogen, zu den
Enden verjüngt, ca. 2 cm 0; Ri. 3kantig, lang
geschweift, mit kleinem Vorsprung, mitunter (anfangs)
auch 2kantig (flachtriebig); Ar. bis 5 cm entfernt;
St. 0; Bl. groß, weiß, sehr reich erscheinend. —
Guayana.
Es treten nur mitunter einige kurze Bst.-Stächel-
chen auf.
194 Hylocereus — Islaya
Hylocereus stenopterus (Web.) Br. & R.
K. nur schwach wurzelnd, hellgrün; Tr. 4 cm 0,
nicht reif ig; Ri. 3kantig, dünn; St. 1—3, klein, gelb;
Bl. nur bis 12 cm lg.; R. nur 2 cm lg.; Sep. und Pet.
linear, ca. 7 cm lg., purpurn; R. mit relativ großen
Seh., diese deckend; N. ungeteilt. — Costa Rica
(Valle Tuis).
Wegen der kleineren und ziemlich kurzen Blüte mit
den purpurnen Perigonblättern zweifellos ein
Übergang zu Wilmattea Br. & R.
Hylocereus triangularis (L.) Br. & R. (T.)
K. hoch kletternd, auch kriechend; Tr. bis 4 cm 0,
zahlreich wurzelnd; Ri. scharf 3kantig, ziemlich
gerade, nicht hornig; St. meist 6—8, nadelig, mit
verdickter Basis, kurz, spreizend; Bl. 20 cm und
mehr lg., weiß, N. ungeteilt; Fr. rot. — Jamaika
(Küstengebiet).
Hylocereus tricostatus Br. & R.: Hylocereus undatus
(Haw.) Br. & R.
Hylocereus trigonus (Haw.) Saff.
K. schlanktriebig, bis 10 m lg., kletternd; Tr. bis
3 cm 0, tief grün; Ri. 3kantig, stark wellig, Rand
nicht hornig; St. meist 8, 4—7 mm lg., steif, erst
grünlich, bald dunkelbraun, meist noch 2 Bst. oder
Beist.; Bl. groß, weiß; Seh. groß, dünn; Fr. länglich,
10 cm lg., rot. — Antillen.
Hylocereus trinitatensis (Lem.) Berg.
E. mit breit dreiflügeligen Tr. und von H. lemairei
(Hook.) Br. & R., zu dem ihn Britton und Rose
als Synonym stellen, daher abweichend, aber auch
durch andere Bestachlung. Mehr ist mir darüber
nicht bekannt. — Trinidad.
Hylocereus undatus (Haw.) Br. & R.
K. in Massen verzweigend, kriechend und hängend,
auch aufsteigend, dunkelgrün; Tr. bis ca. 7 cm 0;
Ri. meist 3, hoch, dünn, Kante + treppig gestuft,
im Alter hornig; St. 1—3, klein, 2—4 mm lg.; Bl.
bis 29 cm lg. und mehr, weiß, außen gelblich-grün;
N. ungeteilt; Fr. länglich, bis 12 cm 0, rot. —
Heimat?
In tropischen Ländern viel als Zierpflanze angebaut;
an der Riviera winterhart.
Hylocereus venezuelensis Br. & R.
K. ziemlich schlanktriebig, bläulich und stark
weißlich; Tr. 3—4 cm 0; Ri. 3kantig, Rand nicht
hornig; St. 2—3, kurz, kräftig, braun bis schwarz;
Bl. 25 cm lg., stark duftend, weiß, zum Grunde rosa;
Seh. rotrandig; N. tief gespalten. — Venezuela
bis Nordperu.
Hymenolobivia Fric & Kreuzgr. ist ein
unbeschriebener Name für ein auffälligeres Hymen bildende
Arten von Lobivia Br. & R.
Hymenorébulobivia Fric: Lobivia. Br. & R.
Hymenorebutia Fric ex Buin. : Für die Abtrennung
eines solchen Genus liegen keine hinreichenden
Merkmalsunterschiede vor.
Islaya Backbg. (127)
Kugelige bis längliche Pflanzen, wohl meist einzeln
wachsend, wenn unbeschädigt, mit verschieden
großem, dichtem Filzschopf und gelben, nur in
einem Fall z. T. rötlichen Blüten. Die rote Frucht
ist flockig behaart, mit verbleibendem Blütenrest
und den oberen R.-Bst. darin; bei Reife wird sie
verlängert zur basal öffnenden Hohlfrucht, die
Samen oben darin mit oder ohne Karpellsäckchen;
die Samen sind mattschwarz. Eine sehr einheitliche
Artengruppe. Beschrieben sind bisher 12 Arten. —
Verbreitung: Pazifisches Südperu, von der Küste
bis auf ca. 1000 m; nördl. Chile. [®., P., Importen
sind z. T. empfindlich.]
Abweichungen meiner Diagnosen in Descr. Cact.
Nov. I von denen Rauhs in seinem Peru werk sind
auf Unterschiede zwischen dessen mir zugesandten
Feldnotizen und seiner späteren Bearbeitung
zurückzuführen. Hier sind die endgültigen Angaben
berücksichtigt. Dies gilt auch für andere Gattungen, z. B.
Oroya usw. Die näheren Umstände scheinen Krainz,
der aus durchsichtigen Gründen beide Texte
wiedergibt, nicht bekannt zu sein.
Islaya bicolor Akers & Buin.
K. später verlängert, bis ca. 20 cm h., 10 cm 0,
z.T. purpurn überlaufen; Scheitel weiß-wollfilzig;
Rst. 12—14, kräftig, abstehend, 3—10 mm lg.;
Mst. 4, derber, bis 1,25 cm lg.; St. grau,
braunspitzig; Bl. 2 x 2 cm gr., nicht breit öffnend, gelb mit
rötlichbraunen Spitzen; Sep. + rötlich. — Südperu
(Hochfläche von Nazca).
Islaya brevicylindrica Rauh & Backbg.
K. erst kugelig, dann kurzzylindrisch,
grau-blaugrün; Ri. 19—22; Rst. bis ca. 20, zuweilen oben
ziemlich kurz, (3—) 7—10 mm lg.; Mst. schwer
trennbar, 1—3, bis 2 cm lg., stark abwärts weisend;
St. weißlich, anfangs mit rötlicher Spitze; Schöpf
bis 2,5 cmØ, hell bräunlichweiß; Bl. hell goldgelb;
Sep. orange-rötlich; Fr. 4 cm lg., blaßkarmin; S.
ohne Säckchen. — Südperu (bei Camaná).
Islaya chalaensis Ritt.: Islaya grandiflorens Rauh
& Backbg.
Islaya copiapoides Rauh & Backbg.
K. flachkugelig bis kugelig, dann bis 10 cm h.,
8 cm 0, graugrün, sprossend; Ri. 17—22; Rst.
8—13, 5—7 mm lg., dünnpfriemlich; Mst. 1—2,
untereinander, bis 1,5 cm lg., kräftiger pfriemlich;
St. anfangs unten rötlich, oben schwarz violett;
Islaya 195
Schöpf bis 2 cm 0, hell bräunlich; Bl. klein, bis
1,5 cm lg., 1,2 cm 0; Fr. bis 3 cm lg., karmin. —
Südperu (Wüste Ocona-Camaná).
Islaya divaricatiflora Ritt. — „Taxon", XIII: 4,
144. 1964.
K. flacher bis halbkugelig, bis 7 cm 0; Ri. 16—25,
bis 8 mm h., gekerbt; Ar. bis 5 mm entfernt,
elliptisch, grau; St. braun; Rst. 12—16, 3—7 mm lg.,
dünn; Mst. 4—8, stärker, 4—10 mm lg.; Bl. 2—3 cm
lg., manchmal das Ov. ohne B t.; R. mit winzigen
Seh., weißhaarig und mit einigen weißen Bst.; Pet.
grüngelb oder rötlich; Gr. bei grünen Bl. gelb, bei
roten rötlich; Fr. bis 2 cm lg., rot; S. 1,2 mm lg.,
schwarz, glatt. — Peru (Dept. Arequipa, Camaná,
in der Hauptnebelzone der Berge) (FR 588).
(Abb. 174.)
Islaya flavida Ritt., unbeschrieben. Bestachlung
hellgelb mit dunkelbraunen Spitzen. (I. grandi-
florens z. T.?)
Islaya grandif loreng Rauh & Backbg.
K. stark versenkt, graugrün bis grün, 10 cm h. und
br.; Ri. (16—) 20—21; Rst. dünn, 10—12 (—15),
bis 1 cm lg., z. T. gescheitelt; Mst. 2—3, bis 2,5 cm
lg.; St. anfangs schwärzlich, unten rot oder gelblich,
bald hornfarben, zuletzt aschgrau, schwarzspitzig;
Schöpf klein, gelblich; Bl. ca. 4 cm 0; Sep.
grünlich; Fr. karmin, bis 3 cm lg. — Südperu (Pan-
americana Km 697).
v. spinosior Rauh & Backbg. weicht ab mit Rst.
20—25, nicht gescheitelt; Mst. bis 8, bis 2 cm lg.,
derb.
v. tenuispina Rauh & Backbg. ist mit dem Typus
der Art identisch.
Islaya grandis Rauh & Backbg.
K. relativ großkugelig werdend, bis 30 (—50) cm h.,
20 cm 0, graublau-grün; Ri. bis 17; Rst. und Mst.
schwer trennbar, ziemlich gleich stark, 9—20,
1—3 cm lg.; St. anfangs reifig-hornfarben, dunkel
gespitzt; Schöpf sehr klein, weißgrau; Bl. 1,5 cm lg.;
Fr. 2 (—4) cm lg., blaßkarmin; S. ohne Säckchen. —
Südperu (Tal des Rio Majes).
v. brevispina Rauh & Backbg.: Rst. und Mst. an
Zahl geringer, heller und kürzer; Schöpf etwas
größer. Gleicher Standort.
Islaya grandis v. neglecta Simo: Islaya grandis v.
brevispina Rauh & Backbg.
Islaya islayensis (Forst.) Backbg.
K. einzeln, 5—7 cm 0; Ri. 19—25, niedrig, stumpf;
Rst. 8—22, 1—10 mm lg.; Mst. 4—7, stärker,
gerade, 12—16 mm lg., grau bis hornfarbig; Bl.
klein, 1,5—2 cm lg., gelb; Sep. rötlich. — Südperu
(Islay).
Islaya krainziana Ritt. — Sukkde. (SKG.) VII/
VIII: 31—33. 1963.
K. stark windabgewandt liegend, bis 0,75 m lg.,
graugrün, hart, oben etwas keulig verbreitert im
Alter, wenig sprossend, bis 12 cm 0, mit
Faserwurzeln und flachem grauen Scheitel; Ri. 16—23,
etwas höckrig durch Querkerben, bis 1,2 cm h.;
Ar. 1—3 mm entfernt, später bis 1,5 cm lg., 1 cm
br.; St. derb, pfriemlich, meist hellgelb, zuweilen
bräunlich, meist abwärts gerichtet, ziemlich kurz;
Rst. ca. 8—12, 0,5—1 cm lg.; Mst. 4—8, bis 1,5 cm
lg.; Bl. 3,25 cm lg., bis 3 cm 0, duftend; R. grün
bis rötlich, mit weißen H. und gelben Bst.; Gr. und
N. weiß; Sep. rot oder mit rotem Mittelstreif; Pet.
gold- bis zitronengelb; Fr. bis 3 cm lg., purpurn,
weiß behaart, bräunlichgelb bis weiß (mit Ausnahme
des unteren Teils) beborstet; S. 1,5 mm gr., schwarz,
feingehöckert, Nabel weiß. — Äußerstes Nordchile
bei Poconchile, nahe der peruanischen Grenze).
(Abb. 173.)
Die längste und südlichste Art aus früher
peruanischem Gebiet.
Islaya minor Backbg. (T.)
K. einzeln, dunkelgrün, bis ca. 13 cm h., 7 cm 0;
Ri. bis ca. 17, 6 mm h.; Ar. anfangs stark weißgrau-
filzig; Rst. 20—24, bis 6 mm lg., dünn, stechend;
Mst. 4, meist über Kreuz, bis 18 mm lg., derber,
Fuß verdickt; St. alle anfangs schwarz, später
hellgrau; Schöpf hellgrau; Bl. 2,2 cm 0, gold- bis hell
grünlich-gelb; Fr. karminrot; S. in Karpellsäck-
chen. — Südperu (oberhalb Mollendo).
Islaya mollendensis (Vpl.) Backbg.
K. einzeln, kurzsäulig, bis 20 cm h., 10 cm 0;
Scheitel später geneigt; Ri. bis ca. 19, nicht hoch,
um die Ar. geschwollen; Ar. anfangs
bräunlichweiß; Rst. bis ca. 10, ca. 1 cm lg.; Mst. später 3—4,
wenig länger und derber; St. anfangs dunkel
braunrot, später schwarzgrau bis grau, starr, stechend;
Schöpf bräunlichweiß; Bl. 2 cm lg., trübgelb; Fr.
rötlich. — Südperu (Mollendo).
Islaya paucispina Rauh & Backbg.
K. einzeln oder wenigköpfig, grün bis graugrün,
kugelig, bis 8 cm 0; Ri. 12—16; Rst. 5—8, 8 bis
15 mm lg., anfangs unten blaßrötlich, Spitze
schwarzbraun; Mst. 1, auch fehlend, bis 3 cm lg.,
unten braunrot, oben schwarzbraun; Schöpf
gelblich; Bl. 1,5 cm lg., lebhaft gelb; Fr. bis 3,5 cm lg.,
blaß karminrot; S. nicht in Karpellsäckchen. —
Südperu (Strandterrassen bei Chala).
v. curvispina Rauh & Backbg. weicht ab durch
die sehr kurzen, anliegenden, auffällig
gekrümmten Rst.; Mst. meist 1, stark abwärts gekrümmt.
Vorstehende Art und var. sind vielleicht nicht von
Islaya paucispinosa Rauh & Backbg. zu trennen.
Islaya paucispinosa Rauh & Backbg.
K. wohl immer einzeln, tiefsitzend; Ri. 11; Rst.
6—10; Mst. meist 1; St. stark pfriemlich, aschgrau;
Schöpf sehr klein; Bl. mit breiteren und kürzeren
196 Islaya — Jasminocereus
Perigonblättern als bei I. mollendensis; Fr. 2 cm lg.,
rot. — Südperu (bei Chala, Km 528).
Islaya roseiflora Hoffm.: I. divaricatiflora Ritt.
(Abb. 174.)
Isolatocereus (Backbg.) Backbg. (159)
Ein monotypisches Genus später baumartiger und
stammbildender Pflanzen mit annähernd röhrig-
trichterigen Nachtblüten, die vom Scheitel herab bei
alten Stücken kettenartig eine unter der anderen
zahlreich erscheinen, die Röhre borstenlos, der
Fruchtknoten mit Borsten, die Frucht nur
gelegentlich mit einzelnen Borsten. — Verbreitung:
Mittelmexiko. [®.]
Isolatocereus dumortieri (Scheidw.) Backbg. (T.)
K. bis 15 m h.; St. bis 1 m h., bis 30 cm 0; Tr.
zahlreich, aufsteigend, hell- bis bläulichgrün; Ri. (5—)
6—7, bis 2 cm h., scharfkantig; Ar. gelblich; Rst.
9—11, strahlend, dünn, bis 12 mm lg.; Mst. 1—4,
bis 3 cm lg.; St. alle nadelig, gelblichweiß, die
stärksten am Fuß verdickt; Bl. 5 cm lg., 2,5 cm 0,
weiß, außen braunrot; Ov. mit oder fast ohne Filz,
ohne oder mit Bst.; Fr. bis 4 cm lg., länglichrund,
stachellos, nur gelegentlich ein Börstchen; Pulpa
rot. — Mittelmexiko (Hidalgo bis Oaxaca).
(Abb. 175.)
Die Rippen verlaufen zuweilen stark spiralig. Der
erste und damit gültige Name war anscheinend
„Cereus anisacanthus DC", worauf auch dessen
v. ortholophus DC. und v. subspiralis DC. schließen
lassen.
Jasminocereus Br. & R. (62)
Eine bis vor kurzem noch unzureichend bekannte
Gattung größerer Galapagos-Cereen mit meist
kräftigen Trieben, die ähnlich wie die des Genus Armato-
cereus Backbg. vom gegenüberliegenden Festland
dem Jahrestrieb entsprechend abgeschnürt sind. Die
Blüten sind relativ schlankröhrig, mit trichterigem
Perigon, an der Röhre weitläufig beschuppt, am
Fruchtknoten ziemlich dicht, die Schuppen hier sehr
klein, darin höchstens Filzspuren. Die Früchte sind
etwas verschiedengestaltig, länglichrund, wenn
vollreif, mit Blütenrest und winzigen Schuppen. Die
Samen sind klein und schwarz. Zuerst war nur 1 Art
bekannt bzw. anerkannt; dann stellte ich fest, daß
zumindest 2 Spezies unterschieden werden müssen,
und neuerdings fand Y. Dawson bei eingehenderer
Erkundung auf den Inseln insgesamt 3 Arten, 2
davon mit je einer Varietät, die Blüten der neu
gefundenen Art, J. howellii Daws., fast nur halb so lang
wie die des Gattungstypus. Interessant ist, daß
J. thouarsii (Web.) Backbg. am Stamm bzw. zur
Basis hin dicht und länger bestachelt ist, die oberen
Triebe nur kurz, während J. howellii v. delicatus.
Y. Daws. auch an der blühfähigen Region längere
und dichtere Bestachlung auf weist.—V e rbreitung:
Galapagos-Inseln [wahrscheinlich ®., noch wenig
Erfahrung darüber]. Siehe auch unter Brachy-
cereus Br. & R.
Jasminocereus galapagensis (Web.) Br.& R. basierte
auf einem an zweiter Stelle publizierten Namen und
auf wenig geklärtem Material.
Jasminocereus howellii Y. Daws. — C. & S. J. [US],
XXXIV: 3, 71—72. 1962.
K. baumförmig, bis 5 m h. oder mehr; Ri. 18—19,
bis 2 cm h.; Rst. 8—14, W2cm lg.; Mst. 2—4,
4—9 cm lg.; St. an alten und jungen Tr. gleich,
zuerst bräunlich, dann grau gefleckt; Bl. rötlich, nur
5 (—6) cm lg., bis in den Morgen offen; R. bis 6 mm
0; Fr. ovoid bis kugelig, nicht aufreißend, 2 bis
4,4 cm lg., rötlich; Pulpa weiß, klebrig. — Gala-
pagos-Ins. (Insel Indefatigable, auch Isla Santa
Cruz genannt, auf Lava an der Academy Bay).
v. delicatus Y. Daws. (1. c): Bl. größer, bis 6,5 cm
lg.; R. schlanker, ca. 3,5 mm 0; Tr. über die
ganze Länge länger bestachelt. — Inseln Bartho-
lomé und Santiago (James Island). (Abb. 177
rechts.)
Jasminocereus sclerocarpus (K. Sch.) Backbg.
K. baumförmig, bis 6 m h.; Tr. 15—22 cm 0, +
parallel aufsteigend; Ri. niedrig, 1 cm h.; St. nicht
nach rand- und mittelständigen trennbar, 20—25,
bis 4,5 cm lg., gerade, pfriemlich, stechend, an
oberen Tr. kürzer; Kl. rötlich (nach Weber; nach
Naundorff weiß bzw. diese Pflanze eine Form,
var. oder weitere Art?), auffällig wachsig, bis
11 cm lg.; Perigon trichterig; Pet. gestutzt-gerundet;
Ov. länglich; Fr. unreif spindelig, reif länglich-rund,
ca. 7 cm lg. — Galapagos-Inseln (auf mehreren
derselben). (Abb. 176.)
Jasminocereus thouarsii (Web.) Backbg. (T.)
K. bis 8 m h. und mehr; Stamm bis 30 cm 0; Tr.
stark, die abgeschnürten Teile mehr
dick-länglichrund, bis 14 cm 0; Ri. bis 22, 1 cm h.; Ar. braun;
St. am Stamm dicht und länger (nach Dawsons
Foto), bis 10 in einer Ar., bis 8 cm lg., an oberen
Teilen weniger, 1,3—5 cm lg., ein mittlerer 3—5 cm
lg., die unteren längsten fast borstig-elastisch; Bl.
bis 11 cm lg., weniger wachsig als bei vorigem,
„braun mit gelben Streifen" (Br. & R.; Dawson
berichtet nichts über die Farbe, hier ungewöhnlich,
nach Herbarmaterial?); Perigon breiter; R. schlank,
6—6,5 mm 0; Ov. etwas länglich; Fr. ovoid bis
rund, rötlich; Pulpa weiß. — Galapagos-Inseln
(Charles Island),
v. chathamensis Y. Daws. — C. & S. J. [US],
XXXIV: 3, 73. 1962.
K. mehr von unten her verzweigt; Ri. an
Jungpflanzen 19—21, an älteren Stücken 12—13; Bl.
bis 11 cm lg., Farbe? (von Dawson nicht angege-
Jasminocereus — Lemaireocereus 197
ben); R. kräftiger, 9—10 mm 0; Ov. rundlicher
und kräftiger, 14 mm 0; Pet. mehr spatelig. —
Galapagos-lnseln (Insel Chatham). (Abb. 177
links.)
Krainzia Backbg. (228)
Mamillarien-ähnliche kugelige Pflanzen mit größeren
Blüten, die Röhren ziemlich lang, der Griffel
freistehend, die Samen nicht mit großem korkigen
Nabel. Die Blütenfarbe ist rot bzw. purpurn, beim
Typus des Genus wurde eine weißblütige Mutation
beobachtet, bei K. guelzowiana außerdem bei Reife
seitlich aufreißende Früchte. Beide Arten haben
auch Hakenstacheln. — Verbreitung: Mexiko
(Durango). [©., P.]
Krainzia guelzowiana (Werd.) Backbg.
K. später auch sprossend, Köpfe bis 7 cm h., bis
6 cm 0; Saft wäßrig; Ax. kahl; Ar. gelb; Rst.
zahlreich, bis 80, haarartig und borstig, bis 1,5 cm lg.;
Mst. 1, bis 1 cm lg., hakig, gelblich bis
rötlichbraun; Bl. 5 cm lg., bis 6 cm 0, 4—5 Tage offen;
Fr. hellrot, länglichrund; S. fast schwarz, mit
kleinem, weißem Arillus. — Mexiko (Durango).
Krainzia longiflora (Br. & R.) Backbg. (T.)
K. kugelig, zuweilen sprossend ‚ Tr. bis 6 cm h., 5 cm
0; Saft wäßrig; W. bis 7 cm lg.; Ar. kahl oder
schwach filzig; Rst. ca. 30, weiß, dünn, bis 1,3 cm
lg.; Mst. 4, einer hakig, hellgelb bis rotbraun, stärker,
bis 13 mm lg.; Bl. bis 4,5 cm lg., 4 cm 0, rosa; Fr.
länglich-rund, auftrocknend; S. wie bei voriger Art.
— Mexiko (Durango, Santiago, Papasquiaro).
(Abb. 178.)
Lasiocereus Ritt. (58)
Bisher noch unbeschriebene Gattung baumförmiger
Pflanzen, dicht bestachelt, mit „Pseudocephalien"
(Ritter), aus denen die „schwarz-weißen, röhrigen,
dicht mit Wolle und Borsten bedeckten Blüten"
entstehen. „Frucht trocken, abweichende Struktur."
1(—2) Arten? — Verbreitung: Peru. [©.]
Lasiocereus rupicola Ritt.
Tr. mit zahlreicheren Ri., einem gelbstachligen
Haageocereus ähnelnd. — Peru (wo?) (FR 661).
(Abb. 179.)
Ritter erwähnt noch den unbeschriebenen Namen
L. fulvus Ritt. (FR 1303).
Lemaireocereus Br. & R. emend. Backbg.
(148)
Früher eine Sammelgattung sehr verschiedener
Arten, heute ein Genus mit nur einer Art (bis zwei?).
Größere Säulenkakteen Mexikos mit leicht
brechenden Trieben und (nur?) tagsoffenen,
derb-zylindrisch-glockigen Blüten, in großer Zahl nahe dem
Scheitel erscheinend, Röhre dicht mit weißen
Haaren bzw. Borsten bedeckt. Die Frucht ist nicht
trocken, bestachelt, eßbar. — Verbreitung:
Mexiko (Puebla, Tehuacan). [(£).]
Lemaireocereus hollianus (Web.) Br. & R. (T.)
K. einzeln oder wenig von der Basis verzweigt, bis
5 m h.; Tr. + aufrecht, bis 6 cm 0, dunkelgrün;
Ri. 8—14, scharfkantig; Rst. 8—14, bis 3,5 cm lg.;
dünn, grau; Mst. 3—5, Fuß verdickt, bis 10 cm lg.;
Bl. bis 10 cm lg., bis 3,5 cm 0; R. grünlich, in den
Seh. weißer Filz, lange Bst. und H.; Sep. braungrün,
gewimpert; Pet. elfenbeinweiß, gewimpert und
gespitzt, schräg abstehend; Fr. ovoid, 6—8 cm lg.,
Pulpa purpurn; S. 2—3 mm lg., glänzend schwarz.—
Mexiko (Puebla: bei Tehuacan). (Abb. 180.)
Eine zweite, offenbar hierher gehörende aber noch
nicht beschriebene Art ist aus der Umgegend von
Zapotitlán berichtet: Bis 10 m h.; Stamm bis 1,50 m
lg., 30 cm 0; St. bis 20 cm lg.; Bl. groß, weiß-rosa;
Fr. groß, dunkel-purpurn. — Mexiko (Puebla,
Zapotitlán de las Saunas).
Bisher als LEMAIREOCEREUS-Arten beschrieben,
weil noch unzureichend bekannt, Nachtblüher
(alle?) und wohl überwiegend zu Marshallocereus
oder Ritterocereus gehörend:
Lemaireocereus longispinus Br. & R.
K. aufrecht, stark; Tr. hellgrün, anfangs ± reif ig;
Ri. 6, fast höckerartig erhöhte Kanten; Rst. ca. 10,
spreizend bis zurückgebogen, nadelig; Mst. einzeln,,
vorgestreckt, bis 8 cm lg., grau; Bl.?; Fr.?. —
Guatemala.
Lemaireocereus martinezii G. Ortega
K. baumf örmig, bis 5 m h.; Tr. zylindrisch, gelblich-
grün; Ri. 9; Ar. rotbraun; Rst. 7—11; Mst. 3, einer
unten stark verdickt; St. schwarz, Basis rot; Bl.?;
Fr.? — Mexiko (Sinaloa, Mazatlan).
Lemaireocereus montanus Br. & R.
K. baumf örmig, bis 7 m h., deutlicher Stamm; Ri.
meist 8; Ar. braun, groß; St. bis 6, 1—3 cm lg.,
blaßfarben; Bl. 6—7 cm lg., leicht gebogen, Hülle
stark umschlagend; Sep. rötlich; Pet. weiß; St. am
Ov. verschieden berichtet; Fr. bis 7,5 cm lg.,
fleischig, fast stachellos; S. rotschwarz, zahlreich. —
Mexiko.
Lemaireocereus quevedonis G. Ortega
K. baumf örmig, bis 5 m h.; Tr. dunkelgrün; Ri.
7—9, quergefurcht; Ar. braun; Rst. 12, bis 1 cm lg.;
Mst. 7,1 mittelster 4 cm lg.; St. weiß und braun; Bl.
6 cm lg., nächtlich; Sep. außen rötlich, innen
grünlich-weiß; Pet. weiß und rosa; Fr. rund; S.
dunkelbraun. — Mexiko (Sinaloa, Guamuchil; Guer-
rero).
198 Lemaireocereus — Lepismium
Lemaireocereus schumannii (Maths.) Br. & R.
K. bis 15 m h., stark, mit wenigen Tr.; Ri. 8, stark
gerundet, etwas bereift; Rst. 6—7; Mst. 1, weiß mit
braunen Spitzen. — Honduras. (Der ältere Name
für Ritterocereus eichlamii?)
Siehe auch am Ende von Ritterocereus.
LEMAIREOCEREUS sens. lat. Br. & R.: Die
Artnamen der in den Blüten- und Fruchtmerkmalen
nicht dem Typus von Lemaireocereus
entsprechenden Spezies siehe unter den Gattungen Armato-
cereus, Isolatocereus, Marginatocereus, Marshallo-
cereus, Ritterocereus, Stenocereus.
Leocereus Br. & R. (135)
Strauchige, dünntriebige Pflanzen, aufrecht bis
niederliegend, mit zahlreichen, feinen Rippen, Are-
olen dicht stehend. Die kurzsaumigen, relativ kleinen
Blüten sind ziemlich schmal-trichterig, die Schuppen
der Röhren unter der mit Borstenstacheln
durchsetzten Wolle fast verborgen, die Früchte klein,
kugelig, die Samen dunkelbraun bis schwarz. Bisher
bekannt: 4 Arten. — Verbreitung: Süd- bis
Nordostbrasilien. [P.]
Leocereus bahiensis Br. & R. (T.)
K. aufrecht, teils angelehnt, bis 2 m lg.; Ri. ca.
12—14, niedrig und sehr schmal; Ar. + bräunlich;
St. nadelig, gelb; Rst. ca. 10; Mst. 1 (—2), meist
einer länger und vorgestreckt, bis 3 cm lg., kräftiger;
Bl. 4 cm lg.; Pet. weiß; Fr. ca. 1 cm 0; S. ca. 1,5 mm
lg. — Brasilien (Bahia, bei Barrinha). (Abb. 181.)
Leocereus glaziovii (K. Sch.) Br. & R.
K. aufrecht; Tr. etwas spreizend, 1,5—2 cm 0; Ri.
12, niedrig; St. 20—30, ungleich lg., 0,4—2,3 cm lg.,
braun bis aschgrau; Bl. schwach gekrümmt, 6 cm
lg.; Fr. 2 cm lg., genabelt; S. 1,5 mm lg., schwarz. —
Brasilien (Minas Geraes, am Pico d'Itabira do
Campo).
Die blühfähigen Areolen zeigen stärkeren, helleren
Wollfilz.
Leocereus melanurus (K. Sch.) Br. & R.
K. aufrecht, anlehnend, bis ca. 1 m lg.; Tr. bis 3 cm
0; Ri. 12—16, sehr niedrig; St. 20—50 und mehr,
borstenförmig bis dünnadelig bis kräftiger, den
Scheitel überragend, die mehr mittleren bis 5 cm
lg., braun bis schwärzlich; Bl. bis 7 cm lg., Farbe?;
Fr. kugelig, braunwollig, mit Bl.-Rest; S. ca. 5 mm
lg., dunkelbraun. — Brasilien (Minas Geraes, Serra
de S. Joäo del Ray).
Leocereus paulensis Speg.
K. meist einzeln, aufrecht, bis 1 m h., mit viel
kräftigeren Tr. und nur ca. 12 fast borstigen St., der
längste mittlere oft leicht nach oben gebogen; Pet.
purpurviolett. — Brasilien (Staat Säo Paulo).
Wurde seit der Beschreibung nicht
wiedergesammelt.
Lepidocoryphantha Bagkbg. (218)
Eine Gattung aus der Verwandtschaft von Cory-
phantha, die Furchen aber nur über die Hälfte der
Warzen reichend, daraus sprossend und so ± große,
derbrübige Polster bildend. Im Gegensatz zu den
nackten Blüten von Coryphantha haben die dieser
Gattung ± filzige Achseln, z. T. Schuppen am
Ovarium wie auch die wäßrige Frucht mit den
ziemlich weichen Samen. Die Blüten sind größer, ±
hellpurpurn. Bekannt: 2 Arten. — Verbreitung:
Südstaaten der USA bis Nordmexiko. [®.; bei
Importen Kunstdüngergaben empfehlenswert.]
Lepidocoryphantha macromeris (Eng.) Backbg. (T.)
K. breitrund, polsterbildend, reingrün; W. mit +
halber Furche; Ar. anfangs filzig; Rst. 10—17,
steif, kantig, stechend, weiß; Mst. stärker, bis 4,
bis 5 cm lg., zuerst rosa, dann braun bis schwarz,
gerade oder gebogen bis gedreht; Bl. 5—6,5 cm lg.,
6—8 cm 0, aus dem Furchengrund, trichterig; Sep.
lanzettlich, gefranst, grün mit rötlichem Ton; Pet.
schmal, tief rosa bis purpurrosa, dunkler gestreift;
Fr. ellipsoidisch, grün, bis 2,5 cm lg.; S. bis 1,5 mm
gr. — USA (W.-Texas bis Neumexiko), Mexiko
(Chihuahua bis Zacatecas).
Lepidocoryphantha runyonii (Br. & R.) Backbg.
K. Klumpen bis 50 cm 0 bildend, graugrün; Wz.
rübig, dick, verlängert; W. rund bis abgeflacht,
Furche nur bis zur Hälfte; Rst. ca. 6, spreizend,
nadelig, bis ca. 3 cm lg., hellfarben bis rotorange,
oben dunkel; Mst. bis 3, unten rotorange, oben
dunkel; Bl. bis 5 cm 0, purpurrosa; Sep. bewimpert;
Pet. ± gezähnelt; Fr. grün; S. braun. — USA
(Texas, Rio Grande). (Abb. 182.)
Lepismium Pfeiff. (21)
Vorwiegend hängende, schlanktriebige Epiphyten,
rund-, flach- oder kantiggliedrig. Das
hervorstechende Gattungsmerkmal ist der in der Trieb-
areole versenkte Fruchtknoten, der nach der Blüte
z. T. große Narben zurückläßt. Auch die Knospen
sind + eingesenkt. Die Blüten sind meist klein, nur
vereinzelt relativ groß, weiß (-gelblich) bis rosa. Die
Frucht ist eine + kugelige Beere, weiß bis rot.
Bekannt: 19 Arten. — Verbreitung: Brasilien,
Argentinien, Venezuela, Paraguay (östl. Bolivien?)
[©., ///]•
Nach Form der Glieder und Beborstung der Areolen
wurde die Gattung in 5 Untergattungen aufgeteilt.
Bei den nachfolgenden Beschreibungen erfolgt je-
Lepismium 199
weils der Zahlenhinweis auf die Untergattungs-
nummer der systematischen Übersicht.
Lepismium chrysanthum (Löfgr.) Backbg. (2)
K. + aufrecht, starr; Tr. gabelig bis wirtelig, 3 bis
8 cm lg., bis 12 mm 0, graugrün; Ar. mit +
Wollfilz und Bst. (später verschwindend); Seh. lebhaft
rot; Bl. + zum Ende der Tr., relativ groß, weit
öffnend; Fr. klein, rot. — Brasilien (Parana, Küste).
Lepismium commune Pfeiff. : Lepsimiumcruciforme
(Vell.) Miqu.
Lepismium crueiforme (Vell.) Miqu. (1) (T.)
K. buschig, bis 60 cm lg., grün, z. T. rot überlaufen;
Tr. 3-flügelig; Ar. dicht grauweiß-bräunlich; Bl. +
glockig, ± weißlich, außen rückseits ± rötlich;
Fr. ± kugelig, violett; S. dunkelbraun. —
Brasilien, Argentinien, Paraguay.
v. aneeps (Web.) Backbg. ist flachtriebig; Bl.
lilaweiß, glockig, stark zurückbiegend;
v. cavernosum (Lindbg.) Backbg. ist mäßig
verzweigt, hat tiefeingesenkte Ar. mit starker,
rötlichbrauner bis grauer Wolle;
v. knightii (Pfeiff.) Boom hat durchscheinend
weiße Bl.;
v. myosurus (SD.) Backbg. verzweigt mäßig, hat
rosenrote Bl., die subv. vollii (Backbg.) Backbg.
weicht durch kurze, bis 3 cm lg. Tr. ab.
Lepismium dissimile Lindbg. (2)
K. stark verästelt, Stamm rippig oder zylindrisch,
bis 1 cm 0; Tr. zierlich-rippig, fast rundlich,
anfangs borstig; Bl. 6 mm breit, seitlich, weiß, rosa
Mitte; Fr. purpurn, gedrückt. — Brasilien.
Lepismium epiphyllanthoides (Backbg.) Backbg. (2)
K. aufrecht; Tr. 2—4 cm lg., kurz aufeinander-
sitzend; Ar. auf rötlichem Vorsprung, mit weißem
Filz, anfangs mit Bst.; Bl. bis 3 cm 0, gelblichweiß;
Sep. dunkler gespitzt; Fr. unbekannt. —
Brasilien (im Süden, in Tuffsteinlöchern).
Lepismium floecosum (SD.) Backbg. (2)
K. strauchig, aufrecht, dann hängend; Tr. meist
abwechselnd gestellt, zylindrisch, matt graugrün; Ar.
ohne rötlichen Hof, stark wollfilzig; Bl. in
gelblichweiße Wolle eingehüllt, seitlich, bis 1,4 cm 0, rad-
förmig, grünlich-weiß; Fr. weiß. — Brasilien (Mi-
nas Geraes; Sao Paulo, Serra da Cantareira).
Lepismium gibberulum (Web.) Backbg. (2)
K. strauchig, wenig verzweigt; Tr. gabelig bis wirtelig,
bis 20 cm lg., 3—4 mm 0, grünlich-gelb; Ar. selten
wollig, ohne Bst.; Seh. winzig; Bl. zahlreich,
seitlich, bis l,4^m 0, an der Spitze schwach eingebogen,
weiß; Fr. weiß, platt. — Brasilien (Sao Paulo,
Serra da Cantareira).
Lepismium grandiflorum (Haw.) Backbg. (2)
K. strauchig, hängend; Tr. gabelig bis wirtelig
verzweigt, bis 1 cm 0, zylindrisch, zuerst rötlichbraun,
später + lebhaft grün; Ar. wenig-filzig; Bl. seitlich,
bis 2,5 cm 0, radförmig, weißlich, grün gestreift;
Fr. rötlich. — Brasilien (Rio de Janeiro; Minas
Geraes; Sao Paulo).
Lepismium knightii Pfeiff. : Lepismium crueiforme
v. knightii (Pfeiff.) Boom
Lepismium marnieranum Backbg. (5) — Descr.
Cact. Nov. III: 7. 1963.
K. locker verzweigt, zuerst aufrecht, später +
überhängend; Tr. dimorph, in der Jugend niedrig- und
zierlich ökantig, mit dicht stehenden Ar., darin bis
1 cm lg., aufgerichtet anliegende weiße Bst., zu
mehreren, Tr.-0 ca. 5—6 mm, später Tr. ca. 1 bis
2 cm 0, zuerst etwas rundlich, dann 3—4kantig, die
Kanten mitunter leicht versetzt und zu den Ar.
hin etwas vorspringend, Jungtriebe mehr
bläulichgrün, ältere mehr schmutzig olivgrün; Ar. an
Jungtrieben mit roten Schüppchen, kurz und nur schwach
befilzt, Alttriebe in den Ar. mit bis über 1 cm lg.
dicken und dichten, fast zottigen Wollbüscheln und
höchstens vereinzelten Bst.; Bl. rein weiß, 1cm
(—1,75 cm) 0, mit eingesenktem Ov., oft zu zweien
und dreien entstehend; Pet. in dichtem Kranz, oben
stumpf, ca. 5 mm br.; Fr. karminrosa, rundlich, mit
trockenem Bl.-Rest; S. 1 mm gr., glänzend schwarz,
schiffchenförmig. — Heimat? (Abb. 183, oben/
unten.)
Eine sehr charakteristische Art, deren Herkunft
bisher leider nicht festzustellen war. Im Jardin
Botanique „Les Cédres" wurde durch Aussaat die
Samenbeständigkeit festgestellt.
Lepismium megalanthum (Löfgr.) Backbg. (2)
K. strauchig; Tr. + wirtelig, mitunter + gefurcht,
bis 1,2 cm 0; Ar. oft rötlich, blühende erweitert,
mit flockigem Filz; Bl. bis 4 cm 0, gelblich-weiß,
radförmig; Stbf. nach unten zu rosa; N. ca. 7, bis
5 mm lg., weiß; Fr. weiß bis rosa. — Brasilien
(Sao Paulo, Insel Sao Sebastiäo). (Abb. 184.)
Die Blüten entstehen von der Achse her und
hinterlassen daher tiefe, lochartige Narben.
Ich habe verschiedentlich „Blütenkurztriebe"
beobachtet, bis ca. 2 cm lg., mit deutlichen, bis über
2 mm lg. Schuppen, die Blüte selbst zwar stets nur
unvollkommen ausgebildet, aber immerhin als solche
erkennbar, auch aus dem Triebende. Daran wird
sichtbar, daß Röhren- wie Blütenlänge ein reiner
ReduktionsVorgang sind, bzw. Stufen desselben. 5
Lepismium neves-armondii (K. Sch.) Backbg. (2)
K. strauchig, + aufrecht; Tr. immer wirtelig
verzweigt, bis 10 cm lg., bis 5 mm 0; Ar. in Spiralen,
kurzborstig; Bl. gegen Gliedspitze, radförmig, bis
2 cm 0, gelblich-weiß; Fr. weiß bis gelblichweiß. —
Brasilien(RiodeJaneiro‚TijucaundbeiPetropolis)
200 Lepismium — Leptocereus
Lepismium pacheco-leonii (Löfgr.) Backbg. (2)
K. kriechend bis hängend, unregelmäßig verzweigt,
nie wirtelig; Tr. verschiedengestaltig und -farbig:
rund bis kantig bis fast zylindrisch; Ar. mit Filz
und Bst., später diese verschwindend; Bl. seitlich,
radförmig, klein, + hell rosenrot; Fr. kugelig, rot.
— Brasilien (Rio de Janeiro: am Cabo Frio).
Lepismium paradoxum SD. (3)
K. strauchig, bis 5 m lg. herabhängend; Tr. kurz,
dreikantig, Kanten und Flächen gegeneinander
versetzt, Abschnitte bis 5 cm lg.; Ar. ohne Bst.;
Bl. einzeln, gegen Triebende, bis 2 cm lg., weiß;
Fr. rötlich. — Brasilien (Säo Paulo, häufig bei
der Stadt). Blüht in der Kultur nur selten.
Lepismium pittieri (Br. & R.) Backbg. (2)
K. strauchig, reich verzweigt, hängend; Tr. bis
6 mm 0, rund, + gabelig verzweigt, ohne rötlichen
Areolenhof; Bl. grünlich-gelb; Fr. weiß. — Im
Wuchs Rhipsalis cassutha ähnelnd. — Venezuela
(bei Puerto Cabello).
Lepismium pulvinigerum (Lindbg.) Backbg. (2)
K. strauchig verzweigt; Tr. wirtelig, zylindrisch,
spreizend, bis 60 cm lg., bis 4 mm 0, glänzend-grün;
Ar. in Spiralen, mit rötlichem Hof; nur zur
Blütezeit kurz bewollt und beborstet; Bl. einzeln, 2,2 cm
0, radförmig, zart grünlich-weiß; Fr. purpurn. —
Brasilien (Säo Paulo; Minas Geraes), Nordost-
Paraguay.
Lepismium puniceo-discus (Lindbg.) Backbg. (2)
K. strauchig, wenig verzweigt; Tr. quirlig, bis 40 cm
lg., bis 6 mm 0, + dunkelgrün; Ar. schwachfilzig,
ohne Bst.; Bl. einzeln, + trichterig, nur bis 1,5 cm
0, weiß; Fr. kugelig, schwärzlich, später gelblich. —
Brasilien (Minas Geraes).
v. chrysocarpum (Löfgr.) Backbg.
unterscheidet sich durch + scheibenförmige, hellorange
Fr.; der Griffel ist im Gegensatz zum Typ (unten
rosa) ganz weiß.
Lepismium rigidum (Löfgr.) Backbg. (2)
K. außergewöhnlich starr, fast aufrecht, wenig
verzweigt; Tr. unregelmäßig gestellt, nie wirtelig, bis
60 cm lg., bis 1,5 cm 0, dunkelgrün; Ar.
wenigfilzig; Bst. bis 15, weiß, ziemlich starr; Bl. seitlich,
fast radförmig, strohgelb; Fr. anfangs
scheibenförmig, Reifezustand und Farbe unbekannt. —
Brasilien (Säo Paulo: Serra da Cantareira).
Lepismium saxatile Friedr. & Red. (2) — Zuerst
ohne Namen in Mitt. Württ. Kakteenfreunde,
August 1963 (4) — The Nat. Cact. & Succ. Journ.
(Gr. Brit.), 4: Dezember, 1965, mit Abb.—Siehe
auch im Nachtrag.
K. strauchig oder hängend; Tr. kahl oder borstig,
ca. 1,5 cm 0; Ri. ca. 6, gerade oder gedreht, Ar.
ca. 12 mm entfernt, wenn blühbar mit
weißer Wolle; Bst. hellfarben bis gelblich, bis 15,
bis 7 mm lg., später schwarz; Bl. bis 1,5 cm 0,
weiß, vertrocknet gelb; Fr. fleischrot; S. schwarz.
— Brasilien (Standort s. Nachtrag). Liegende
Pflanzen werden bis 2 m lg.
Eine interessante neue Art. Typmaterial (Holo-
typus) ging zum Herbarium von Kew Gardens.
Lepismium trigonum (Pfeiff.) Backbg. (4)
K. strauchig, hängend, über 2 m lg.; Tr. dreikantig
fortlaufend, bis 10 cm lg., bis 1,5 mm 0, +
gedreht; Ar. nur zur Blütezeit starkfilzig, dann 1
Bst.-St.; Knospen bräunlich bis rötlich-gelblich;
Bl. einzeln, radförmig, weißlich oder rötlich; Fr.
kugelig, rot. — Brasilien (Säo Paulo; (?) Rio de
Janeiro).
Lepismium tucumanense (Web.) Backbg. (2)
K. strauchig, + verzweigt; Tr. + wirtelig, bis 1 cm
0; Ar. mit rötlichem Hof, zuerst beborstet; Bl.
seitlich, bis 1,8 cm 0, weiß; Fr. platt-kugelig, ±
rosa-weiß. — Nord-Argentinien.
Leptocereus (Berg.) Br. & R. (134)
Ein interessantes Genus, bei dessen dem Blütenbau
nach eng zusammengehörenden Arten, ähnlich wie
bei Acanthocereus, die Stachelreduktion progressiv
zu beobachten ist. Während bei einigen Spezies
die Blüten noch verhältnismäßig stachlig sind, weist
Leptocereus grantianus nur noch borstige Spuren
auf. Kennzeichnend für die Gattung ist auch die +
glockig-zylindrische Form der Blüten, deren Peri-
gonblätter meist relativ kurz sind, so daß darin eine
gewisse Ähnlichkeit mit den Blüten der z. T. den
gleichen Raum besiedelnden Neoabbottia besteht.
Eine weitere Merkwürdigkeit ist, daß Leptocereus
zum Teil, wie Neoabbottia und das kubanische
Genus Dendrocereus, baumf örmigen Wuchs mit
deutlichem Stamm zeigt. Dennoch sind alle Blüten
gattungsmäßig durchaus verschieden. Dies beweist
auch, daß ihre entwicklungsgeschichtliche Deutung
in einem so begrenztem Raum sehr schwierig, ja
vorderhand unmöglich ist, und man sich bei der
Trennung nur an die Reduktionsstufen und
zusätzlichen Merkmale der Blütenregion halten kann. Bei
Leptocereus sollen die Blüten am Tage geöffnet sein,
einige jedoch nächtlich (L. grantianus), und es
besteht die Möglichkeit, daß überhaupt alle schon
nachts öffnen und nur noch bei Tage offen sind;
genauere Untersuchungen darüber stehen noch aus.
Die Früchte sind ± bestachelt und haben, soweit
bekannt, zahlreiche schwarze Samen. Wichtig für die
Artunterscheidung ist auch der Durchmesser der
Endglieder. Bisher bekannt: 11 Arten. —
Verbreitung: Kuba, Haiti, Santo Domingo, Puerto
Rico. [®., *].
Leptocereus arboreus Br. & R.
K. baumähnlich, bis 6 m hoch, stark verzweigt;
Ri. 4, schmal; Ar. 2,5—4 cm entfernt; End-Tr.
Leptocereus — Leucostele 201
bis 6 cm 0; St. ca. 10, bis 5 cm lg., + gelblich; Bl.
glockig, bis 3 cm lg., + weißlich; R. und öv. sehr
stachlig; Fr. ellipsoid, bis 10 cm lg., bis 6 cm 0,
dicht langstachlig. — Kuba (im Osten).
Leptocereus assurgeus (C. Wright) Br. & R. (T.)
K. strauchig, bis 3 m h., Stamm kurz, bis 6 cm 0;
Ri. bis 9, Ar. anfangs weißfilzig; End-Tr. bis 3 cm 0;
Rst. bis 16; Mst. 4; St. alle gelblich weiß; Bl. bis zu 15
gleichzeitig um das Triebende, ca. 4 cm lg.,
hellgelb; R. rötlich bestachelt; Fr. dicht langstachlig. —
Kuba.
Leptocereus ekmanii (Werd.) Knuth
K. liegend bis halb aufgerichtet; Ri. bis 7, deutlich
gekerbt; Ar. kurz braunfilzig; End-Tr. bis 2 cm 0;
Rst. ca. 10, nadelig, bis 4 cm lg.; Mst. 1, länger und
stärker; St. alle an der Basis verdickt, + bräunlich;
Bl. bis 2 cm lg., + trichterig; Pet. 4 mm lg., gelb;
R. gelbbraun bestachelt; Fr. unbekannt. — Kuba.
Leptocereus grantianus N. L. Britt.
K. aufrecht-strauchig, bis 1,50 m h.; Ri. niedrig
gekerbt; Ar. mit nur bis 1 mm lg. schwarzen St.,
diese später verschwindend; End-Tr. 3—örippig;
Bl. einzeln, nächtlich, bis 6 cm lg.; R. mit
schwärzlichen Ar. und wenigen, ca. 1 mm lg. St.; Sep. grün
lieh, Pet. kremfarben, ca. 8 mm lg.; Fr. kugelig, ca.
4 cm 0. — Puerto Rico. (Abb. 185.)
Leptocereus leonii Br. & R.
K. baumförmig-strauchig, bis 5 m h.; Stamm unten
bis 30 cm 0; Ri. bis 8, gekerbt; End-Tr. bis 2 cm 0;
St. 6—12, 9 cm lg., gelblich; Bl. glockig, 3,5 cm lg.,
+ rosa; R. mit 1—4 kurzen St.; Fr. kugelig-ovoid,
2 cm 0, spärlich bestachelt; S. schwarz. — Kuba.
Leptocereus maxonii Br. & R.
K. buschig, bis 1,50 m h., + verzweigt; Ri. 5—7,
ausgekerbt; Ar. rund; End-Tr. ca. 3 cm 0; St. ca.
20, nadelig, gelb- bis dunkelbraun, bis 3 cm lg.;
Bl. bis 6 cm lg., + gelblich-grün; Pet. zahlreich,
waagerecht spreizend; R. und Ov. dicht
gelbstachlig; Fr. dicht + gelbbräunlich bestachelt. — Kuba.
Leptocereus prostratus Br. & R.
K. niederliegend bis kriechend; Ri. 7, kaum
gekerbt; Ar. erhaben; End-Tr. bis 2 cm 0; St. bis 20,
bis 2 cm lg., + gelb; Ov. dicht gelb bestachelt; Pet.
1,5 cm lg.; Fr. ca. 1,5 cm 0. — Kuba.
Leptocereus quadricostatus (Bello) Br. & R.
K. aufrecht-strauchig oder bogig gekrümmt, oft
Dickichte bildend; Ri. dünn, niedrig; End-Tr. meist
4rippig; St. bis 4 cm lg., nadelig; Bl. 4 cm lg.,
2 cm 0; Sep. grün; Pet. + gelblich bis
grünlichweiß; R. und Ov. kurzstachlig; Fr. + kugelig, rot,
schwach bestachelt. — Puerto Rico (im
Südwesten).
Leptocereus sylvestris Br. & R.
K. baumförmig, bis 5 m h.; Ri. bis 7, stark gekerbt:
End-Tr. bis 3 cm 0; St. bis 9 cm lg., hellbraun; Bl.
unbekannt; Fr. + kugelig, bis ca. 8 cm lg., die
kurzen St.-Polster bald abfallend. — Kuba.
Leptocereus weingartianus (Hartm.) Br. & R.
K. klimmend, z. T. kriechend; Ri. bis 7; Ar. nur
anfangs kurz weiß bewollt; End-Tr. 1cm 0; St.
gelb bis rotbraun; Rst. bis 12; Mst. bis 6, bis 1,5 cm
lg., kräftiger; Bl. ca. 4 cm lg.; Fr. ca. 2 cm lg., St.-
Büschel später abfallend. — Hispaniola.
Leptocereus wrightii Leon
K. baumf örmig, bis 3 m h., im Alter stark
verzweigt; Stamm bis 20 cm 0; Ri. 4 (—5); Ar. grau
bis bräunlich befilzt; End-Tr. bis 5 cm 0; St. bis 14,
bis 4 cm lg. (an den End-Tr. bis 8 cm), grau bis
bräunlich; Bl. 2—4 um das Triebende, bis 6,5 cm
lg., 3,5 cm 0; R. rötlich bestachelt; Sep. rot,
zurückgebogen; Pet. rosa, unten weißgelb, Fr. bis
10 cm lg., 7,5 cm 0. — Kuba.
Leptocladodia F. Buxb. (Leptocladia F. Buxb.):
Mamillaria Haw. — Unterreihe Leptocladodae
K. Sch.
Leuchtenbergia Hook. (193)
Nur eine Art. Die Pflanzen bilden über einem im
Alter derbrübigen (stammartigen) Körper allseits
schräg aufwärts abstehende lange Dreikantwarzen
mit bastfadenähnlichen Stacheln, sprossen dann und
bilden im Alter zuweilen Gruppen. Die gelben
Blüten mit der ziemlich dicht und groß beschuppten
Röhre entstehen in der Mitte, auf den jüngsten
Warzen. Die Frucht ist spindelförmig, trocken und
beschuppt. Die Samen sind dunkelbraun. —
Verbreitung: Mittel- bis Nord-Mexiko, [(g)., P. der
Sämlinge beschleunigt den Wuchs.]
Leuchtenbergia prineipis Hook. (T.)
K. einzeln oder später sprossend, bis 70 cm h.
werdend; W. oben etwas gestutzt, später von der Spitze
her absterbend, zuletzt verschwindend; Ar. dicht
graufilzig; St. papierartig dünn; Rst. bis 14, ca.
5 cm lg.; Mst. 1—2, zuweilen 10 cm lg.; Bl. bis 8 cm
lg-> ± trichterförmig; Sep. grün mit rötl. Mitte:
Pet. gelb mit seidigem Glanz. — Mittel-bis
Nordmexiko. (Abb. 186.)
Leucostele Backbg. (94)
Zuerst einzeln, dicke und große Säulen, später etwas
verzweigend, mit zahlreichen, rundlichen und nicht
sehr hohen Rippen. Statt fester Stacheln weiche
weiße, elastische Borsten, die den Körper ziemlich
dicht umkleiden. Die etwas glockig-trichterigen
Blüten werden nahe der Triebspitze gebildet; sie sind
202 Leucostele — Lobivia
reich behaart, mit fest anliegenden, dreieckigen
Schuppen, das Ovarium mit bis 1 cm langen,
aufrecht stehenden oder anliegenden Borsten, z. T.
etwas gedreht. Auch die Früchte sind mit
gewundenen Borsten versehen, wodurch Leucostele sich von
Helianthocereus hauptsächlich unterscheidet. —
Verbreitung: Wahrscheinlich Südbolivien. [®,]
Nur 1 Art bekannt:
Leucostele rivierei Backbg. (T.)
K. bis über 5 m h.; Ri. ca. 25 oder mehr; Ar.
graufilzig ; Rst. und Mst. nicht unterscheidbar, bis 4 cm
lg., borstenartig, weich, weiß; Bl. 10 cm lg., glockig-
trichterig erweiternd, reinweiß, am Tage geöffnet;
Stbf. in 2 Serien; Fr. mit ± gewundenen Bst. —
Südbolivien (?). (Abb. 187, 188.)
Die Art wächst ziemlich rasch.
Lobeira Alex. (34)
Diese Gattung war einer der ersten Neufunde, mit
denen neben Cryptocereus, Marniera und Pseudo-
nopalxochia die vollständige Reduktionslinie der
Blütenbekleidung epiphylloider Gattungen
nachgewiesen werden konnte. Obige Gattung nimmt in
dieser Reihe die letzte Stufe vor der Verkahlung
ein: am Ovarium und an der Frucht sind nur noch
Filzpolster vorhanden. Die Triebe sind nicht breit
aber kräftig, wechselnd treppenartig gekerbt,
Areolen hervortretend, filzig. Die trichterigen
Blüten entstehen zum Triebende hin und sind ca. 8 cm
lg., die Röhren ca. 3,5 cm lg. Die Frucht ist grün,
die zahlreichen Samen sind schwarz. Bisher nur
eine Art bekannt. — Verbreitung: Mexiko (Chia-
pas). [©.]
Lobeira macdougallii Alex. (T.)
K. anfangs aufrecht, dann hängend; Tr. bis 25 cm
lg., bis 5 cm br., nach der Spitze verjüngt; Ar. sehr
kurz befilzt; Sep. zurückgebogen; Pet. nur etwas
nach außen umbiegend, verbreitert, oft gespitzt,
purpurrosa; Fr. 2,8 cm 0, Filzpolster blaßbraun. —
Mexiko (Chiapas, bei San Cristobal Las Casas,
auf ca. 2400 m). (Abb. 189.)
Lobivia Br. & R. (100)
Die Gattung umfaßt zumeist verhältnismäßig klein-
körperige Pflanzen, einzeln oder sprossend, z. T.
Polster bildend, zuweilen im Alter zylindrisch
werdend. Die Bestachlung ist sehr unterschiedlich.
Die + trichterigen Tagblüten zeigen Farben von
weiß über gelb bis rot, mit Tönungen in allen
Übergängen ; sie sind behaart, wie auch die relativ kleinen
Früchte. Manche Arten bilden ein auffällig gefärbtes
Hymen (eine hautartige Verwachsung an der inneren
Blütenwand, woraus die oberen Staubfäden
entspringen); diese Blüten gehören zu den schönsten.
Entscheidend für die Aufteilung der Gattung in
2 Untergattungen ist die abweichende Blütenform:
1: UG. Lobivia: innere Petalen ± aufgerichtet bis
z. T. zusammengeneigt.
2: UG. Neolobivia Backbg: innere Peta'en nie
zusammengeneigt, + breittrichterig.
Die UG. 1 enthält nur die
Reihe 1: Pentlandianae Backbg.:
Blütenmerkmale der Untergattung.
Die UG. 2 wurde in folgende 14 Reihen mit den
nachstehend aufgeführten
Haupt-Unterscheidungsmerkmalen untergliedert:
Reihe 2: Mistienses Backbg.: Pflanzen
gruppenbildend; Blüten ziemlich groß, mit
lockeren, schmalspitzigen Petalen.
Reihe 3: Bolivienses Backbg.: Zum Teil große
Gruppen bildend, Körper + breitrund;
Blüten dichtblättrig-trichterig.
Reihe 4: Hertrichianae Backbg.: Zierliche
Gruppen, reicher sprossend; schlanke, zart-
blättrige rote bis blaurote Trichterblüten,
meist seidig glänzend.
Reihe 5: Haageanae Backbg.: Gruppen von
zylindrischen, + kräftig bestachelten
Trieben; Blüten z. T. stärker in der Farbe
variierend.
Reihe 6: Shaferae Backbg.: Kleinere, +
zylindrische Pflanzen mit ansehnlichen Blüten.
Reihe 7: Pseudocachenses Backbg.: Kleinere, +
polsterartig sprossende Pflanzen, + flach-
rund; reichblühend.
Reihe 8: Pugionacanthae Backbg.: Rübige, kleine
Pflanzen mit dolchartigen Stacheln.
Reihe 9: Breviflorae Backbg.: + breitrunde,
mittelgroße Pflanzen; ohne Hakenstacheln;
Blüten ziemlich kurz.
Reihe 10: Caineanae Backbg.: Zylindrische, fast
cereoide, kräftige Pflanzen; Blüten
scheitelnah.
Reihe 11: Famatimenses Backbg.: Polster- oder
Gruppenpflanzen, verhältnismäßig kleine
Einzelkörper mit feinen kurzen oder
längeren bis + verflochtenen Stacheln;
verschieden große Trichterblüten sehr
unterschiedlicher Farben.
Reihe 12: Wrightianae Backbg.: + zierliche,
sprossende Pflanzen mit Rübenwurzeln;
Blüten sehr schlanktrichterig.
Reihe 13: Jajoianae Backbg.: + kugelige bis
längliche Einzelköpfe, mäßig sprossend;
später größere Körper mit einzelnen +
hakigen Stacheln; Blüten glockig-trichterig
mit Staubfädenverwachsung (Hymen) in
meist stärkerem Farbkontrast.
Reihe 14: Sanguiniflorae Backbg.: + breitrunde,
z. T. später längliche Körper, +
polsterbildend, mit einzelnen Hakenstacheln;
Blüten trichterig, mäßig groß.
Reihe 15: Tiegelianae Backbg.: Meist einzelne, ±
gedrückt-runde Körper, Stacheln sehr
Lobivia 203
fein; zierlich-röhrige, trichterige Blüten
(reichblühend).
Die Lobivien gehören zu den reizvollsten und
dankbarsten Blühern. Sie sollten alle auch von
Berufszüchtern weit mehr angezogen werden. Pfropfungen
sind — weil noch reicher blühend — besonders
empfehlenswert.
Bisher bekannt: ca. 106 Arten, mit zahlreichen
Varietäten, sowie rd. 10 bisher unbeschriebene
Spezies.*)
Verbreitung: Von Mittelperu bis
Nordargentinien. [®.; P.: schnellerer Wuchs, reichere Blüte.]
Die Reihen sind durch Zahlen hinter den Namen
gekennzeichnet; die erste Zahl gibt die Untergattung
an.
Lobivia abrantha Y. Ito (1962): Lobivia caineana
Card.
Lobivia acanthoplegma (Backbg.) Backbg. n. comb.
(Pseudolobivia acanthoplegma Backbg., „Die Cac-
tac", VI: 3726. 1962) (2:9)
K. breit- und flachrund, bis ca. 11 cm 0, blattgrün,
Scheitel etwas graufilzig; Ri. niedrig und nach unten
zu verbreitert, ca. 26, schmalrückig, verschoben
gehöckert; Rst. 9—11, seitlich korbartig verflochten,
bis 2 cm lg., pfriemlich, hornfarben; Mst. 0; Bl. ca.
5 cm lg., 4 cm 0; R. nur ca. 1cm lg., grün,
beschuppt und etwas bräunlich behaart; Sep.
schmallang, olivgrün; Pet. feuerrot, 11 mm br., oben
stumpf lieh gerandet; Stbbl. in zwei Serien, untere
hellrot, obere dunkler rot; Gr. unten grün, oben
etwas rötlich-grün; N. hellgrün. — Bolivien (bei
Ansaldo, Weg zum Rio Caine, 2050 m?). (Abb. 190.)
Lobivia achacana Wessn. ist ein unbeschriebener
Name.
Lobivia aculcata Buin. (2:3 [?])
K. gedrückt-kugelig, 5 cm h., 7 cm 0, glänzend
frischgrün; Ri. 16; St. nadelig, anfangs bräunlich;
Rst. bis 12, bis 3,5cm lg.; Mst.'l—3, "der längste
4,5 cm lg.; Bl. 6,3 cm lg., 5 cm 0, + goldgelb,
purpurrandig, duftend; Hymen weiß. — Bolivien
(Potosi, Huari-Huari).
Lobivia albolanata (Buin.) Krainz: Lobivia famati-
mensis v. famatimensis.
*) Wenn in diesem Werk auch nur die natürlichen
Arten behandelt werden können, muß doch auf die
z. T. außerordentlich schön blühenden Lobivien-
Bastarde hingewiesen werden, die in Japan angezogen
wurden, und die Yoshio Ito mit vielen prächtigen
Farbfotos in seinen Kakteenbüchern der Ausgaben
„Hoikuscha Color Books" (1962) und „The Charm-
ing of Flowers-Cactiu (1963) darstellte. Für das
Wissen um die züchterischen Möglichkeiten gerade
auf dem Gebiet der Lobivien-Kreuzung sind beide
Werke sehr wichtig (s. Abb. in der Einleitung).
Lobivia allegraiana Backbg. (2: 4)
K. einzeln bis sprossend, bis 8 cm h. und 0, dunkel
bläulich-grün; Ri. spiralig, + quadratisch
gehöckert; St. bis 12, bis 3 cm lg., + gebogen, anfangs
gelblich; Rst. und Mst. schwer unterscheidbar; BL
5 cm lg., 4 cm 0, seidig-blutrot; Fr. ca. 1,5 cm groß,
grün. — Südostperu.
Lobivia andalgalensis Br. & R. (2: 3)
K. polsterbildend, Einzelkopf bis 10 cm 0; Ri. ca.
13, kaum gekerbt; St. gerade, pfriemlich, weiß;
Rst. bis 10, bis 7 mm lg.; Mst. 1, bis 2,5 cm lg.,
kräftiger; Bl. ca. 6 cm lg., rot; Stbf. + purpurn;
Gr. rötlich oder gelb. — Westargentinien (Cata-
marca: Ancasti, Andalgalá).
Lobivia arachnacantha Buin. & Ritt. (2: 7)
K. flachrund, bis 2 cm h., bis 4 cm 0, dunkelgrün;
Ri. 14, schwach gekerbt, Bestachlung spinnenartig;
Rst. bis 15, bis 5 mm lg., zuerst blaßbraun, später
weißlich; Mst. 1, 5 mm lg., schwarz, nach oben
gebogen; Bl. zierlich-röhrig, gelb bis orange; Fr.
rötlich-grün. — Bolivien (Samaipata).
Vorstehender Name bezieht sich auch auf Material
von Cardenas, das als „Echinopsis torrecillasensis"
bezeichnet wurde, aber hier nicht den dickrübigen
Basalteil wie auf Cardenas Zeichnung entwickelt.
Er hat Samen unter dem vorstehenden Namen
versandt, die Pflanzen ergaben, welche zweifellos zu
der etwas früher publizierten Lob. arachnacantha
gehören. Am nächsten kommt der
Blütenbeschreibung von „Echps. torrecillasensis" die Form, die
Bl. mit grüner R. und grünen Seh. hat, das Hymen
unauffällig, die Pet. reinrot, schlank und spitz;
N. grün.
Kilian hat folgende Abänderungen beobachtet:
1. var. ?: (Material Cardenas) K. grün, blaugrün,
oliv oder braungrün; Sep. helloliv; Pet.
orange, spatelig; Stbf. oben orange, unten
lilakarmin; Gr. grün; N. hellgrün; R. hell
olivbräunlich, weißgrau behaart.
2. var. ?: K. grün; Sep. und Pet. krapprot, spitz-
spatelig; Stbf. lilakarmin; Gr. grün; N.
hellgrün bis gelblich; R. grün mit karminSch.
3. var. ?: K. grün; Perigonbl. stumpf-spatelig; Sep.
hellolivgelb mit rosa Hauch; Pet. karmin;
Stbf. lilakarmin; Gr. oliv; N. grün; R. rosa-
oliv, Seh. rosa, H. schwarz.
4. var. ?: K. grün; Perigonbl. spitz-spatelig; Sep.
hell gelb oliv; Pet. rot; Stbf. karmin; Gr.
grün; N. weiß; R. hellgrün, ebenso die Seh.,
H. weiß, kurze schwarze dazwischen; Hymen
deutlich, rosakarmin.
Die beste Lösung wäre, die Art in eine var.
arachnacantha mit gelben Bl. und eine var. torrecillasensis
mit roten Bl. zu teilen, die letztere mit einem Typus,
und sie entweder als stärker variabel zu bezeichnen,
oder die Abweichungen als subv. zu führen. Bei
No. 1 und 2 scheint das Hymen unauffällig zu sein,
d. h. nicht so auffällig karmin wie bei No. 3 und 4.
14 Kakteenlexikon
204 Lobivia
Ohne Kenntnis der ganzen Variationsbreite bleibt
die Benennung jedoch eine schwierige Frage, wenn
man z. B. an Lob. famatimensis denkt, deren
gesamte Abänderungen kaum namensmäßig zu
erfassen sind.
v. torrecillasensis Hort, europ. (Card.?) weicht
durch weniger oder zahlreichere Ri. ab; Rst.
9—12; Mst. (0—) 1 (—2); St. anfangs ± rotbraun;
Bl. ± karminrot.
Lobivia argentea Backbg. (2: 3)
K. gruppenbildend, Einzelkörper bis 10 cm h.,
bis 15 cm 0, glänzend graugrün; Ri. 24, Höcker
scharfkantig; Rst. bis 14, bis 2 cm lg.; Mst. bis 8 cm
lg., anfangs dunkel mit rotem Fuß, später rosagrau;
Bl. zartsilbrig-lilaweiß; Pet. locker, schmal,
langspitz auslaufend. — Bolivien (Prov. Oruro).
Lobivia aurantiaca Backbg. (2 : 3)
K. + länglich, vom Grunde sprossend, matt
bräunlich-grün, Kanten + rötlich; Scheitel wenig
bestachelt, feine Bst. aufweisend; Ri. 21, in
verschobene Höcker geteilt; St. wirr verflochten, +
gedreht, bis ca. 8 cm lg., hellgrau mit bräunlicher
Spitze; Bl. ca. 6 cm lg.; Sep. bronzefarben; Pet.
breit gestutzt bis gerundet, + gezähnelt,
orangegelb; Gr. blaß-grünlich. — Heimat: ?
Lobivia aurea (Bjr. & R.) Backbg. und var.: Pseudo-
lobivia aurea (Br. & R.) Backbg. und var.
Lobivia aureolilacina Card. (2:3) — C. & S. J.
[US.], XXXIII: 4, 110—111. 1961.
K. einzeln, kugelig, 7—8 cm h., 13—14 cm 0,
graugrün; Ri. ca. 18; Rst. 8, kammförmig gestellt,
1,5—3,5 cm lg.; Mst. 1,3—7 cm lg.; St. pfriemlich,
hornfarben mit weißgrauer, gebogener Spitze, Fuß
verdickt; Bl. 7 cm lg.; Pet.: äußere gelblich-lila,
innere hellgelb. — Bolivien (Chuquisaca, Impora).
Lobivia backebergiana Y. Ito (2:3) — The Füll
Bloom of Cact. Flow., 50. 1962.
K. rund bis verlängert; Ri. scharfkantig, 17—20;
Rst. 10—12, 1—2,5 cm lg., weißlichbraun; Mst. 1,
bis 3 cm lg., weißlich-fuchsrot; Bl. bis 7 cm lg.,
ziemlich großtrichterig, hellgelb; Pet. mit feiner
Spitze. — Argentinien.
Im Farbfoto sind die St. grau, dunkel gespitzt.
Lobivia backebergii (Werd.) Backbg. (2:12)
K. einzeln oder sprossend, kugelig bis länglich,
4,5 cm 0, hellgrün; Ri. ca. 15, etwas schräg
gefurcht; St, alle randständig, (3—) 5 (—7), ungleich
lang, + schräg vorspreizend, 0,5—5 cm lg.,
vereinzelt hakig gebogen, + bräunlich bis grau; Bl.
ca. 4,5 cm lg., hell karmin mit + bläulichem
Schimmer; Pet. oblong; Schlund weiß. — Bolivien (bei
La Paz, auf ca. 3600 m).
Lobivia binghamiana Backbg. (2: 4)
K. später stark sprossend, kräftig glänzend
hellgrün, weiß punktiert; Einzeltr. bis 8 cm h. und 0:
Scheitel eingesenkt; Ri. ca. 22; St. hell goldgelb,
nadelig, stechend, bis 12, undeutlich geschieden:
Mst. später meist 3, länger, bis 1,5 cm lg., Fuß
verdickt, dunkler; Bl. ca. 5 cm lg. und 0, leuchtend
seidig krapprot mit bläulichem Schein; Fr. grün,
rundlich. — Südostperu (b^i Cuzco).
Lobivia boedekeriana Hard. : Lobivia rossii v. boe-
dekeriana (Hard.) Backbg.
Lobivia boliviensis Br. & R. (2: 3)
K. gruppenbildend, Einzelglieder + kugelig, bis
10 cm 0, oft unter den dünnen, dichten St. ver-
borgsn; Ri. bis 20, kurzgehöckert; St. 6—8, +
biegsam, bis 9 cm lg., bräunlich; mittlere kaum
unterschieden; Bl. + anilinrot. — Bolivien (bei
Oruro).
Von den früher unter „Lobivia pentlandii"
aufgeführten Varietäten gehören, soweit es sich nicht
um Bastarde handelt, zweifellos viele hierher oder
zu den anderen bolivianischen Arten mit offen-
trichterigen Blüten.
Lobivia brevillora Backbg. (2: 9)
K. gedrückt-rund, glänzend dunkelgrün; Scheitel
eingesenkt; Ri. ca. 25, + rundlich bis verflachend,
schief kerbig gehöckert; St. bis 25, kammartig geteilt.
+ verbogen; Rst. und Mst. kaum unterscheid bar.
bis 13 mm lg., bräunlich, später weißlich; Bl. ca.
3 cm lg., sehr kurzröhrig, leuchtend hell-blutrot:
Sep. noch heller. — Argentinien (Salta).
Die Art hat die kürzeste aller bekannten Lobivien-
Blüten.
Lobivia bruchii Br. & R.: Soehrensia bruchii (Br. &
R.) Backbg.
Lobivia brunneo-rosea Backbg. (2: 3)
K. später sprossend, Einzelkopf bis 10 cm 0; Ri.
ca. 18, leicht spiralig gestellt, schief quergekerbt;
Rst. ca. 10, ca. 2 cm lg., nadelig gebogen; Mst.
1 (—2), bis 6 cm lg.; St. durcheinanderstehend,
hellfarbig, dunkler gespitzt; Bl. weit öffnend, stark
umbiegend, bräunlich-altrosa; Hymen hell. —
Bolivien (Oruro — La Paz).
Lobivia cachensis (Speg.) Br. & R. (2:14)
K. einzeln oder sprossend, ca. 9 cm h., 6,5 cm 0;
Ri. ca. 19, quergekerbt; Rst. 7—20, 4—5 mm lg.,
gerade; Mst. 4,1—2 länger, gehakt; St. weich, grau,
gelblich gespitzt; Bl. ca. 7 cm lg., rot. — Nord-
argentinien (Salta, bei Cachi, 2500 m).
Lobivia caespitosa (J. A. Purp.) Br. & R. (2: 2)
K. gruppenbildend; Tr. zylindrisch, reingrün; Ri.
ca. 12, gerundet, leicht wellig; Rst. 12, 2 cm lg.,
nadelig; Mst. 1, bis 5 cm lg., + gebogen; St.-Farbe
Lobivia 205
variabel, bräunlich bis bernsteinfarben; Bl. bis
8 cm lg., gelbrot. — Bolivien (nördlich La Paz).
Lobivia caineana Card. (2: 10)
K. einzeln, zylindrisch bis cereoid, bis 20 cm h.,
9 cm 0, lebhaft grün; Ri.. 9, breit; St. bis 18, bis
7 cm lg., pfriemlich, ältere gekrümmt, weißgrau; Bl.
scheitelnah, trichterig, bis 7 cm lg., rosa-violett. —
Bolivien (Calahuta, Rio Caine).
Lobivia camataquiensis Card. (2:9) — „Cactus",
18: 90—91. 1903.
K. bis 10 cm h., bis 11 cm 0, graugrün; Ri. ca. 23,
lcm h., gekerbt, Beilhöcker; Ar. bis 1,2 cm
entfernt; St. untrennbar, 15—17, nadelig, 5—35 mm lg.,
anfangs oben mit steiferen, braunen St.; Bl.
zahlreich, im Kranz, scheitelnah, 4,5 cm lg., 4 cm 0;
Pet. zinnoberrot, gespitzt; Stbf. zweiserig, dunkelrot
(untere) und zinnober (obere); N. hellgrün; R.
weißhaarig, breit öffnend, purpurschuppig; Gr. grün. —
Bolivien (Süd-Cinti, zwischen Camataqui [Abecia]
und Carreras, 2300 m).
Ähnelt Lob. cintiensis Card., weicht aber durch
aufgerichtete, längere St. ab; ähnelt L. neocinna-
barina Backbg. im Blütenkranz.
Lobivia cariquinensis Card.: Lobivia pentlandii
(Hook.) Br. & R., Typ oder eine Form?
Lobivia carminantha Backbg. (2: 3)
Wohl mit Lob. leueorhodon näher verwandt, von
der sie nur durch die stumpf graugrüne Epidermis
und karminrote Bl.-Farbe abweicht. —
Nordbolivien (auf dem Hochland).
Lobivia charazanensis Card. (2: 3)
K. gruppenbildend, Einzelkopf bis 4 cm h., 5 cm 0,
hellgrün; Ri. 13—15, scharfkantig, in etwas
versetzte Höcker zerteilt; Rst. ca. 12, 0,5—5 cm lg.,
dünnadelig, spreizend; Mst. I, ca. 6 cm lg.; St. alle
goldgelb; Bl. derbtrichterig, 5 cm Ig., 4 cm 0,
schwefelgelb; Sep. oben rötlich. — Bolivien (Chara-
zani, 3000 m).
Lobivia charcasina Card. (2:3) — „Cactus", 19: 82,
42-43. 1904.
K. einzeln, 4 cm h., 9 cm 0; Ri. ca. 19, beilhöckrig;
Ar. 1,5cm entfernt, grau; St. 14—16, kammförmig
gestellt, bis 1 cm lg., pfriemlich, grau bis weiß, Fuß
verdickt; Bl. bis 6 cm lg., kurztrichterig; Pet.
spatelig, rot; R. nur 2 cm Ig., grün, weiß und schwarz
behaart; Ov. stark weißhaarig; Stbf. purpurn; Gr.
grün. — Bolivien (Chuquisaca, bei Sucre, Char-
cas).
Lobivia chereauniana (Schlumb.) Backbg. (2: 9)
K. länglich-rund, dunkelgrün; Ri. anfangs sehr
schmal, stark schief gekerbt; Rst. bis 10, +
pfriemlich, hellgelb mit rötlichem Fuß; Mst. zuweilen 1,
etwas stärker; Bl. glänzend scharlachkarmin. —
Heimat unbekannt (wahrscheinlich Bolivien).
Lobivia chionantha (Speg.) Br. & R.: Acantho-
calycium chionanthum (Speg.) Backbg.
Lobivia chlorogona Wessn.: Lobivia rebutioides v.
chlorogona (Wessn.) Backbg. Unter Wessners
Namen sind auch ± langstachlige Formen von
Lobivia famatimensis im Handel.
Lobivia chrysantha (Werd.) Backbg. (2: 5)
K. gedrückt-kugelig, 4,5 cm h., bis 7 cm 0, später
länglich, matt graugrün; Ri. 5—13, oben schmal;
Rst. 3—7, bis 2 cm lg., gerade, pfriemlich, stechend,
oben schwärzlich, unten rötlich, auch blaßfarbig;
Mst. fehlend; Bl. ca. 5 cm lg., weittrichterig öffnend,
gold- bis orangegelb; Schlund grünlich, am Grunde
dunkelpurpurn. — Argentinien (Salta).
v. hossei (Werd.) Backbg. hat 1—3 Mst., bis
3 cm Ig.; Bl. gelborange, oft rötlich überhaucht,
v. janseniana (Backbg.) Backbg. hat ca. 10—14
Rst., ganz schwarz, unten verdickt, ca. 1 cm lg.;
Bl. glockig-trichterig, goldgelb,
v. leucacantha (Backbg.) Backbg., mit
hellgrünem K., hat fast weiß getönte, gelbliche Bl.
Aus dem Nachlaß von Schelle, den ich Herrn
G. Redecker, Tübingen, verdanke, bzw. aus dem
dazugehörigen Fotomaterial, teils von Fric, teils
von Kreuzinger, ergibt sich, daß Lob. staffenii
Fric, unbeschrieben, ein Synonym obiger Spezies
ist. Das Orig.-Foto von Fric zeigt, daß die Art
mit schlankeren und derberen Röhren, mit gelben
bis rotgelben Blüten, gespitzten wie stumpf-
randigen Petalen variiert. Bei zwei weiteren Fotos
(Fric und Kreuzinger) von Lob. staffenii ist
nicht mehr festzustellen, wohin die betreffenden
Pflanzen gehören. Eine weitere
Varietätstrennung ist nicht möglich, da die Art äußerst
variabel ist. Die var.-Namen erfassen nur die
auffälligeren bzw. unterschiedlichsten Abänderungen.
Lob. staffenii v. lagunilla Fric, unbeschrieben,
hat eine feinere und zahlreichere Bestachlung
und ist eine Form von Lob. polaskiana, die auch
zu diesem Artenkomplex gehört.
Lobivia chrysochete Werd. (2: 3)
K. einfach oder am Grunde sprossend, rundlich,
ca. 8 cm 0, frischgrün; Ri. ca. 20, schief
quergekerbt; St. später bis 30, lang, gelb bis
bräunlichgelb, + borstendünn, mittlere bis 8 cm lg.; Bl.
weit aufrecht-trichterig, ca. 4 cm 0, glänzend
orange- bis ziegelrot; Schlund weiß.— Argentinien
(Prov. Jujuy).
Lobivia cinnabarina (Hook.) Br. & R. (2: 9)
In Hookers Originalbeschrbg. in Curtis' Bot. Mag.,
73, pl. 4326. 1847, heißt es u.a.: K. breitrund, bis
206 Lobivia
15 cm 0; Bl. karmin, ca. 8 cm 0; Rst. mehrere,
im Kreis, 12, 1/2—½ Inch lg., blaßbraun, kräftig-
nadelig; Mst. 1, länger, stärker und etwas gebogen;
Pet. stumpf randig, zahlreich; Stbf. rot; Stbbl. gelb;
N. aufrecht. — Bolivien. (Abb. 191.)
Die Diagnose Britton & Roses entspricht nicht der
Originalbeschrbg. und bezieht sich vielleicht auf die
von Cardenas als obige Art angesehenen Pflanzen.
In „Cactus", 18: 78, 93. 1963, bildet letzterer diese
Art ab und sagt dazu „1846 von Bridges entdeckt
und völlig verlorengegangen; ich entdeckte sie bei
Colomi (Cochabamba) wieder. Sie ist häufig auf den
Hängen der Provinzen Chapare und Punata, auf ca.
3400 m". Diese Ansicht war ein Irrtum. Gemeint
war die jetzt von mir als Lob. neocinnabarina
beschriebene Pflanze mit kleineren Blüten, deren
Standort also der von Cardenas angegebene ist.
Es war Rausch, Wien, der feststellte, daß es sich
bei Lob. cinnbarina um eine andere Pflanze
handelte, und diese auch wiederfand,
v. spinosior (SD.) Y. Ito: Salm-Dycks Beschreibung
nur „K. etwas kräftiger; St. steifer, 1,6—2 cm lg.;
Mst. stets vorhanden". Es ist zweifelhaft, ob Salm-
Dyck nicht schon eine andere Pflanze unter obigem
Namen verstand, da er von „1—3 mitunter
fehlenden Mst." spricht, sich auf eine Beschreibung von
C. Morren bezieht, aber nichts über die auffällig
große Blüte der Originalbeschreibung sagt, und
auch nichts über die Stachelzahl der v. spinosior.
Bei der verwirrenden Ähnlichkeit der Vertreter des
L. cinnabarina-Artenkomplexes bzw. der
Variationsbreite der einzelnen Arten (soweit sie nicht
weißschlundig blühen und daran gut zu erkennen
sind, wie die L. neocinnabarina) ist es nicht
ausgeschlossen, daß mit v. spinosior eine von
Hoffmann in Ostbolivien gefundene Pflanze identisch
ist, der Körper glänzendgrün, Rippen anfangs
schmalkantig; Stacheln zuerst wenige, bräunlich,
bald mehr, bis ca. 20, steif und stechend,
Mittelstacheln und obere Randstacheln bald schwärzlich
und basal ± verdickt, die mittleren bis 4 oder etwas
mehr; Blüte scharlachkarmin, rotschlundig,
mittelgroß ; Behaarung der Röhre sehr gering.
Aus vorerwähnten Gründen wagte ich es bisher
nicht, die HoFFMANN-Pflanze als eigene Art zu
beschreiben.
Lobivia cintiensis Card. (2:9)
K. kugelig bis zylindrisch, bis 50 cm lg., bis 10 cm
0, graugrün; Ri. ca. 20, niedrig; Rst. bis 17, 0,5 bis
1,6 cm lg., + kammförmig gestellt, nadelig; Mst.
bis 3, bis 2,6 cm lg.; St. weiß; Bl. trichterig, 5 cm lg.,
zinnoberrot; R. nur 1 cm lg. — Bolivien (Sud Cinti,
bei Impora, 3000 m).
v. elongata Ritt. — „Taxon", XII: 3,124.1963
K. bis 60 cm h., bis 8 cm 0; Ri. 4—7 mm h.,
schmäler; Ar. 3—4 mm 0, 0,5—1 cm entfernt;
Bl. 3,6 cm lg., goldgelb oder blasser. — Bolivien
(Prov. Mendez, ' Dept. Tarija, El Puente) (FR
82).*
Lobivia claeysiana Backbg. (2: 9)
K. einzeln, bis 12 cm h., graugrün; Ri. 16, anfangs
zusammengedrückt; Rst. 7, bis 2,2 cm lg.,
strahlend, steif, hornfarben, ± dunkelspitzig, Fuß rot zu
Anfang; Mst. 1, bis 6 cm lg., + gekrümmt,
hornfarben; Bl. 4,5 cm lg., 5,5 cm 0, hellgelb, außen
dunkler; Schlund grünlich. — Südbolivien (bei
Tupiza).
Lobivia corbula (Herrera) Br. & R.: Lobivia pent-
landii (Hook.) Br. & R.
Lobivia cumingii (SD. non Hopff.) Br. & R.: Wein-
gartia neocumingii Backbg.
Lobivia cylindracea Backbg. (2: 6)
E. schlankzylindrisch, bis 7 cm h., 4 cm 0; Ri. ca.
13, niedrig, gerade herablaufend; Rst. ca. 15, kurz,
dünn, + seitlich verflochten, weißlich; Mst. ca. 6,
bis 1,2 cm lg., dünn, dunkler; Bl. 6,5 cm lg. und 0,
breit offen, gelb. — Nordargentinien.
Lobivia cylindrica Backbg. (2: 5)
K. einzeln, bis 12 cm lg.,"6 cm 0, stumpf laubgrün;
Ri. ca. 11, durchlaufend; Rst. ca. 7, bis 8mm lg.,
strahlend, pfriemlich, rosagrau, Fuß dunkler bis
schwarz; Mst. 1, 1—3 cm lg., steifer; Bl. bis 5,6 cm
lg., breittrichterig, goldgelb. — Nordargentinien
(Sierra Chica).
Lobivia dobeana Dölz: Lobivia andalgalensis Br. &
R.
Lobivia dragai (Friö): s. unter Lobivia polaskiana
Backbg.
Lobivia drijveriana Backbg. (2: 7)
K. einzeln oder sprossend, klein und niedrig, 3—8 cm
0, mit langer Rübenwurzel, graugrün; Ri. ca. 12,
spiralig gestellt, niedrig, höckrig; Rst. bis 12,
anliegend, weißlich; Mst. später bis 4, zuweilen
gekrümmt, wenige Millimeter bis 6 cm lg., hellgelb
bis schwarz, wenn länger: bis derbpfriemlich; Bl.
reingelb; in + orange Tönen variierend; Pet.
dreiserig, + locker; Schlund grün; Gr. und N. meist
purpurn. — Argentinien (Cachipampa). (Abb.192.)
v. astranthema Backbg.: Bl. leuchtend gelb, Pet.
schmäler und lockerer stehend.
v. aurantiaca Backbg.: Bl. altgoldfarben;
v. nobilis Backbg.: Bl. dunkel rotorange.
Lobivia ducis pauli Fric non Forst.: Pseudo-
lobivia longispina (Br. & R.) Backbg.
Lobivia durispina Backbg. ist ein n. prop. für eine
hartstachlige neue Art, von Frau Muhr gefunden
(Argentinien, 20 km westl. La Quiaca); Uhlig-No.
U 2133; Bl. unbekannt.
Lobivia 207
Lobivia duursmaiana Backbg. (2:14)
K. vielköpfig, Einzelkopf ca. 4 cm 0, gepfropft
später länglich; Ri. bis 14, in + eckige Höcker zerlegt;
Rst. 10—14, bis 10 mm lg., strahlend, ± gebogen,
bräunlich bis rosagrau; Mst. 1, aufwärts weisend;
Bl. ? (soll rot sein). — Nordargentinien.
Lobivia elongata Backbg. (2: 5)
K. zylindrisch bis cereoid, bis 20 cm lg., 6 cm 0;
Ri. bis 14, niedrig, schmal; Rst. ca. 8, dünnadelig,
bis 1,2 cm lg., locker verflochten; Mst. schwer
unterscheidbar, mehrere, 1 (—2) länger, bis 3,75 cm lg.,
kräftiger, Fuß dunkler; St. alle anfangs
dunkelbräunlich, ± zonig gefleckt; Bl. kräftig, gelb (auch
rot?) —Nordargentinien (Salta, Cachi).
Lobivia emmae Backbg. (2: 7)
K. einzeln, später sprossend, bis 10 cm h., 6 cm 0,
oliv- bis bräunlichgrün; Ri. ca. 16, schmal, niedrig;
Rst. 12, ca. 1 cm lg., seitlich spreizend, + gekrümmt,
anfangs kastanienbraun; Mst. 2, bis 2,5 cm lg., +
gewunden, Spitze fast hakig gekrümmt; Bl. 3 cm
lg., 4cm 0, trichterig; karmoisin, unten +
zinnoberrot; Schlund scharlach. — Argentinien (Salta).
v. brevispina Backbg. ist hellgrün, hat ca. 13
breitere Ri. und nur ca. 1 cm lg. Mst., zuweilen
fehlend.
Lobivia famatimensis (Speg.) Br. & R. (2:11)
K. einzeln bis sprossend, kurz-zylindrisch, bis 3,5 cm
h., bis 2,8 cmØ, [in Kultur (gepfropft)
langzylindrisch werdend]; grau- bis dunkelgrün]; Ri. (18—)
24, schmal, niedrig, etwas gehöckert; Ar. genähert;
St. klein, angedrückt, weißlich; Bl. 3 cm lg., (dem
Foto nach gelblich) (Beschrbg. nach Br. & R.)
— Argentinien (La Rio ja, Famatina, 2000 bis
3000 m [bis Jujuy]).
v. famatimensis ist die von Buining als Hymen-
orebutia beschriebene Pflanze, mit engstehenden
Ar.; die gelbe Bl. nur 4 cm 0; die R. entspricht
Spegazzinis Foto in Länge und Behaarung.
(Abb. 366.)
Ich unterscheide noch:
v. albiflora (Wessn.) Krainz: K.
rötlich-dunkelgrün; Bl. + weiß; Schlund grün; Hymen
glänzend weiß,
v. aurantiaca (Backbg. ex Wessn.) Backbg.: K.
dunkel-bronzegrün; Bl. orangegelb bis
tiefgoldgelb.
v. densispina (Werd.) Backbg.: K. dunkelgrün;
Rst. borstenartig, weich; Mst. bis 7, z. T.
braun, nadelig, kräftiger; Bl. seidig blaß- bis
goldgelb; Schlund grün; Hymen weiß.
v. haematantha (Backbg. ex Wessn.) Backbg.:
K. hell- bis dunkelgrün; Bl. ± blutrot; Stbf.
sehr variabel, von weißlich-gelb über blaß-
rosa bis blutrot,
v. leucomalla (Wessn.) Backbg.: „weißes, kurz
geschorenes Borstenfell" (Wessner); Bl. +
schlankröhrig, zitronengelb; Schlund weiß.
v. setosa Backbg.: K. länglicher; + längere weiße
Bst.; Mst. fehlend; Bl. gelb, auch rot.
Von dieser sehr variablen Spezies — es sind nur
die Hauptunterschiede wiedergegeben; die Bl.
sind in der Größe und Farbe ebenfalls
unterschiedlich — es gibt eine Anzahl weiterer Art- und
Varietätsnamen unter Hymenorebulobivia Fric &
Krzgr. bzw. Buining, sowie unter Lobivia pec-
tinifera Wessn., und ebenfalls bei Y. Ito unter
L. famatimensis.
Von den vorwiegend von vorstehenden Autoren
aufgeführten Varietäten werden hier noch als
Untervarietäten genannt:
v. albiflora subv. eburnea (Wessn.): Bl.
elfenbeinweiß, Schlund grün,
v. albiflora subv. sufflava (Wessn.): Bl. Maß-
gelblich, Schlund grün,
v. densispina subv. blossfeldii (Wessn.): Bl. groß,
sattgelb, Schlund purpurn,
v. densispina subv. sanguinea (Wessn.):
Bl.hellblutrot,
v. famatimensis subv. citriflora (Fric): Bl.
zitronengelb,
v. famatimensis subv. kreuzingeri (Fric ex Buin.):
Bl. goldgelb mit rosa; Schlund karmin.
v. haematantha subv. cinnabarina (Backbg. ex
Wessn.): Bl. karmin, Schlund grün,
v. haematantha subv. subcarnea (Wessn.): Bl.
hell fleischfarben, Schlund grün,
v. leucomalla subv. rubispina (Wessn.): Bst»
(mittlere) z. T. rotbraun,
v. setosa subv. longiseta Backbg.: Bst. fast
reinweiß, bis 4 cm lg.
Die Körperfarbe kann bei mehreren var. von
heller-grün bis dunkel- bzw. schwärzlich-grün
variieren, oder sie ist je nach den Varietäten so
unterschiedlich. Die Bl. sind z. T. ziemlich groß.
Weitere unbeschriebene Namen von Fricä Krzgr.
bleiben hier unerwähnt, zumal bisher die
Samenanzucht nicht auf Beständigkeit überprüft ist.
Als v. famatimensis kann nur, wie oben gesagt,
die von Blossfeld in der Sierra Famatina
gefundene „Hymenorebutia albolanata Buin."
angesehen werden. Diese Ansicht vertrat einst
schon Blossfeld, und Krainz erkannte dies
ebenfalls bereits in „Sukkde." III: 44. 1949,
gelegentlich seiner Umkombinierung „Lob.
albolanata (Buin.) Krainz1'. Es besteht danach auch
keine Veranlassung, Artbezeichnungen wie Lob.
pectinifera oder gar Gattungsbezeichnungen wie
‚,Hymenorebutia" noch weiter zu verwenden oder
von der von Britton & Rose gewählten
Einbeziehung von Spegazzinis Pflanze zu Lobivia
abzugehen. Angesichts der verwirrenden Vielzahl
von Bezeichnungen für die Vertreter dieser m. E.
extrem polymorphen Art habe ich alle oben-
erwähnten var. dazugestellt, d. h. auch die,
welche früher als eigene Arten geführt wurden.
Die geographische Entfernung oder
Wurzelunterschiede sind dabei unbeachtlich, erstere auch an-
208 Lobivia
gesichts der viel weiteren Entfernungen in der
Verbreitung von z. B. Weingartia vorwerkii.
Dies erscheint mir als eine ebenso einfache wie
vernünftige Lösung, im Interesse einer möglichst
klaren Übersicht und der Namensberuhigung.
Hier erschien mir auch das „lumping" als nützlich
anwendbar.
Das von Ritter gefundene Material (FR 459),
das einige auch als „Lob. famatimensis sensu
Ritt." bezeichnen, gehört nicht hierher, sondern
zu Reicheocactus (siehe dort). Im Angebot der
Firma Winter, 1965, wird es daher ohne
Namensnennung unter der Bezeichnung „Gattung?"
angeboten.
Zu obiger extrem variablen Art gehören offenbar
auch die folgenden Namen von Y. Ito: Lobivia
albicentra Y. Ito, L. kreuzingeri Y. Ito, L. nigra
Y. Ito, L. pectinifera v. oligacantha Y. Ito, L.
purpurea Y. Ito, L. ruberrima Y. Ito, alle in „The
Charrning of Flowers-Cacti" (1963).
Lobivia ferox Br. & R.: Pseudolobivia ferox (Br.
& R.) Backbg.
Lobivia formosa (Pfeiff.) Marsh.: Soehrcnsia
formosa (Pfeiff.) Backbg.
Lobivia grandiflora Br. & R.: Helianthocereus
grandiflorus (Br. & R.) Backbg.
Lobivia grandis Br. & R.: Soehrensia grandis (Br.
& R.) Backbg.
Lobivia graulichii Fric: s. unter Pseudolobivia
ancistrophora (Speg.) Backbg.
Lobivia haageana Backbg. (2: 5)
K. anfangs einzeln, später auch sprossend, bis 30 cm
h., 8 cm 0; bläulich dunkelgrün; Ri. ca. 22, etwas
schräglaufend, schief gekerbt; Rst. ca. 10, bis 2 cm
lg., seitwärts verflochten, strohfarben; Mst. bis 4,
bis 7 cm lg., anfangs schwarzbraun, aber variabel;
Bl. bis 7 cm lg., glockig-trichterig, hellgelb; Schlund
rot. — Nordargentinien (bei Humahuaca).
v. albihepatica Backbg.: Bl. weißlich-beige bis
dunkel-beige,
v. bicolor Backbg.: Bl. oben rosa, innen gelb-rosa
(Schlund rot; auch umgekehrt),
v. chrysantha Backbg.: Bl. tief goldgelb; Schlund
grün oder rötlich,
v. cinnabarina Backbg.: St. heller bis weißlich;
Bl. zinnober bis karmin.
v. croceantha Backbg.: Bl. safrangelb,
v. durispina Backbg.: St. stärker als beim Typ
und den var., pfriemlich; Mst. weit
hervorragend,
v. grandillora-stellata Backbg.: Bl. auffallend
groß, rein rot; Pet. locker strahlend,
v. leucoerythrantha Backbg.: St. oft sehr hell bis
weiß; Bl. hell-blutrot.
Lobivia haematantha (Speg.) Br. & R. (2: 7)
K. + gedrückt-kugelig, 5 cm h., 6 cm 0; Ri. 11,
gerundet, breit, etwas gehöckert; Rst. 6—8, bis 1 cm
lg., dünn, + anliegend; Mst. 3, einer bis 5 cm lg.,
abstehend, stärker, blaßgrau mit gelblichen Spitzen;
Bl. 3—4 cm 0, purpurn (weißer Schlund?). —
Argentinien (Salta, Amblayo).
Lobivia hastifera Werd. (2: 3)
K. fast kugelig, sprossend, dunkelgrün; Ri. ca. 16
und mehr, schmal, + gerade herablaufend; Rst.
5—7, ca. 1cm lg.; Mst. 4, über Kreuz stehend,
schräg oder aufwärts spreizend, bis 10 cm lg., gelb-
lich-hornfarben; St. starr und stechend; Bl. ca. 8 cm
lg., trichterig erweiternd, intensiv rosarot. —
Nordargentinien.
Lobivia hermanniana Backbg. (2: 2)
K. große Gruppen bildend, Einzelkörper später
zylindrisch, bis 20 cm lg., 5 cm 0, frischgrün; Ri.
ca. 13, gerade herablaufend; St. undeutlich
geschieden, zuweilen 3 als Mst. erkennbar, 1,5 cm lg., später
bis 6 cm lg., zuletzt dicht verflochten, anfangs
goldbraun; Bl. ca. 6,5 cm lg., bis 6 cm 0; Sep.
violett-rosa; Pet. hell zinnober; alle Hüllbl. schmal,
spitz zulaufend, locker stehend und umbiegend. —
Bolivien (Yungasrand, Pongo, ca. 2500 m).
v. breviflorior Backbg. n. v. — Differt a typo
flore 4 cm longo, claro colore ± salmoneo-roseo,
ad faucem versus fere albido; foliis perigonii
rotundatis, interioribus aliquid brevioribus.
E. ähnlich dem der v. hermanniana, auch die St.;
Bl. nur 4 cm lg., hell -± lachs-rosenrot, zum Schlund
hin fast weißlich; Sthbl. krem; N. grünlich-krem;
Pet. gerundet, ziemlich dicht stehend, die inneren
etwas kürzer. Von W. Rausch gefunden.
Lobivia hertrichiana Backbg. (2: 4)
E. einzeln, bald stark sprossend; Einzelkopf bis
10 cm 0, hellgrün; Ri. 11, mit scharfer Kante, tief
quergefurcht; Rst. ca. 7, bis 1,5 cm lg., leicht
spreizend, braungelb; Mst. 1, bis 2,5 cm lg., aufwärts
gebogen, strohfarben bis hell-bräunlich; Bl. ziemlich
breit öffnend, bis 6 cm 0, feuerrot bis dunkel
fleischfarben; Schlund blaß. — Südostperu (auf
ca. 3000 m).
Lobivia higginsiana Backbg. (2: 3)
E. flachkugelig, gruppenbildend, grau-olivgrün; Ri.
ca. 17, beilförmig geteilt; Rst. ca. 10, 6 mm lg.,
abwärts gebogen, 2 obere bis 4,5 cm lg.; Mst. 1,
bis 7,5 cm lg., nach oben gebogen; St. wirr stehend,
+ verflochten, anfangs rosa bis rötlich-grau; Bl. ca.
6 cm lg., weinrot, innen gelblich. — Bolivien
(nahe Nordgrenze).
Lobivia hoffmanniana Backbg.
E. einzeln 2,5—3 cm h., bis 4,5 cm 0, in Kultur
zylindrisch werdend und reich am Grunde sprossend;
Lobivia 209
Ri. ca. 24, sehr schmalrückig, niedrig, ganz in kleine
aufrecht stehende, schmale Höcker zerteilt; Ar.
linear; Rst. 11, später auch mehr, kammförmig
geteilt, die untersten kürzer, der kürzeste zuerst nur
3 mm lg., später etwas länger, sehr fein, bräunlich,
zuletzt mit rotbraunem Fuß; Mst. später bis 2, bis
8 mm lg., einer am oberen Areolenrand aufwärts ±
anliegend, der untere ± abstehend, pfriemlich, derb,
z.T. reif ig erscheinend; Bl. unbekannt. —
Bolivien (Oruro).
Siehe auch unter Sulcorebutia hoffmanniana (Back-
BG.) BACKBG.
Lobivia horrida Ritt. (2:9) — „Taxon", XII: 3,
124.1963.
Unterscheidet sich nach Ritter von L. kupperiana:
K. zwei- bis dreimal so lang, 6—9 cm 0; Ri. 16—18,
bis 1,5 cm h.; Ar. 1,2—2 cm entfernt, bis 12 mm
lg.; St. dunkelbraun; Rst. 12—14, untere 1—3 cm
lg., obere 2—6 cm lg.; Mst. 4—6, gerade, 3—8 cm
lg. oder mehr; Bl. bräunlich goldgelb; Stbf. oben
ebenso gefärbt, unten fleischrot. — Bolivien
(südlich El Puente, 3000 m) (FR 974).
Lobivia hossei (Werd.) Backbg.: Lobivia chrysantha
v. hossei (Werd.) Backbg.
Lobivia huascha (Web.) Marsh.: Helianthocereus
huascha (Web.) Backbg.
Lobivia huilcanota Rauh & Backbg. (2: 4)
K. polsterbildend, Einzelkörper bis 15 cm 0,
flächkugelig, + blaugrün; Ri. + 13, schmal, fast
geradlinig herablaufend, wenig gehöckert, ziemlich
scharfkantig, schwach schief gekerbt; Rst. bis 12, ungleich
lang, bis 2 cm lg., meist die untersten die kürzesten,
anliegend, braunschwarz zu Anfang; Mst. bis 4,
einzelne wenig länger als die Rst., abstehend bis
vorgestreckt, pfriemlich mit stark verdickter Basis,
später weißgrau, braun gespitzt; Bl. bis 4 cm lg.,
3 cm 0; R. sehr eng; Sep. schmal, lanzettlich, blaß
braunrot; Pet. rot (?); Stbf. karminrot; Stbb.
weiß. — Südperu (Huilcanota-Tal, 3200 m).
Lobivia hyalacantha Speg. : Helianthocereus hyala-
canthus (Speg.) Backbg.
Lobivia hystrichacantha Y. Ito (2:3) — The Füll
Bloom of Cact. Flow., 47. 1963, nur mit japanischer
Beschrbg.
K. länglich; Ri. ca. bis 20, nicht breit, oben
gerundet; St. feinnadelig, ziemlich lang und dicht,
goldgelb, mittlere kaum unterscheidbar oder 0; Bl.
ziemlich großtrichterig, gelb. — Bolivien (?).
Ähnelt sehr der L. charazanensis Card., nur scheint
die Bl. größer bzw. breiter zu sein.
Lobivia incaica Backbg. (2: 4)
K. später stark sprossend, Einzelkopf anfangs
kugelig, später + zylindrisch werdend, bis 15 cm h.,
7,5 cm 0, laubgrün; Ri. ca. 15, + gerade
herablaufend, scharfgratig, kräftig schief gekerbt; St.
undeutlich geschieden, ca. 14—20 (manchmal bis 7
derbere Mst. erkennbar), pfriemlich, ein oberer sehr
steif und stark stechend, hellbraun mit rötlichem
Fuß; Bl. ziemlich kurz, ca. 4 cm 0, blutrot. —
Südperu (bei der inkaischen Sonnenmeßstätte
Intihuatana).
Lobivia iridescens Backbg. (2:12)
K. gruppenbildend, mit großer Rübenwurzel,
Einzelkopf bis 5 cm lg. und 0; Ri. anfangs sehr schmal,
scharf gekerbt; Rst. 7—9, bis 5 mm lg., gleichmäßig
strahlend anliegend; Mst. 1, bis ca. 7 mm lg., +
hakig; St. weißlich, mittlere dunkel gespitzt; Bl. ca.
4 cm 0, eigenartig weißlich schimmernd bläulich-
bis bräunlich-rosa. —
Bolivianisch-argentinische Grenze.
Lobivia jajoiana Backbg. (2:13)
K. meist einzeln, später gestreckt, saftgrün; Ri.
ca. 14, leicht schief gehöckert; Rst. 8—10, bis ca.
1 cm lg., leicht rötlich-weiß; Mst. 1, über 2,5 cm lg.,
aufwärts ragend, bis schwärzlich; St. gelegentlich
gekrümmt; Bl. becherartig erweiternd, weinrosa;
Hymen schwärzlich. — Nordargentinien,
v. fleischeriana Backbg. (Syn.: v. longispina
Y. Ito): St. länger; Rst. z. T. derber, einer
zuweilen hakig; Mst. dünn, bis 5 cm lg., Bl.
tomatenrot.
v. nigrostoma (Krzgr. & Buin.) Backbg.: Bl.
gelb, z. T. violett gerandet; Hymen
violettschwarz, wie auch die unteren Stbf.
Es gibt Mischtöne mit ± orange Pet.
Lobivia johnsoniana Backbg. (2: 3)
K. gruppenbildend, starke Rübenwurzel; Einzelkopf
3 cm h., ca. 6 cm 0, + eiförmig, hell-laubgrün; Ri.
ca. 16, anfangs sehr schmal, schief quergekerbt; Rst.
1—7 (—10), 0,8—1 cm lg., ein oberer bis 3 cm lg.,
seitwärts gebogen, hellfarbig, pfriemlich; Mst. meist
fehlend; Bl. ca. 4,5 cm 0, zart fliederfarben. —
Bolivien.
Lobivia katagirii Y. Ito und var. werden hier nicht
näher beschrieben, weil es sich wahrscheinlich um
Bastarde handelt.
Lobivia klusacekii Fric, unbeschrieben: gehört nach
einem Orig.-Foto von Kreuzinger zweifellos zu
Lob. polaskiana; auch diese Art variiert wie Lob.
chrysantha nach orangerot.
v. roseiflora Subik: mit rosafarbener Blüte. Die
Blütenfarbe ist ungewöhnlich. Ein Bastard? Im
Nachlaß von Fric und Schelle finden sich weder
schriftliche noch Foto-Unterlagen einer solchen
Abänderung.
Lobivia korethroides Werd.: Soehrensia korethroi-
des (Werd.) Backbg.
210 Lobivia
Lobivia kuehnrichii Fric (2 : 7)
K. einzeln, kugelig bis kurz-zylindrisch, mit
Rübenwurzel, graugrün; Ri. bis 11 (—14), breit,
flachhöckerig; Rst. 9—11, braun; Mst. 1 ‚bis 1,5 cm lg.,
kräftiger, abwärts verbogen oder s-förmig gekrümmt,
schwarz; Bl. ziemlich kurz- und breitröhrig, orange
bis hellocker; Schi und weiß. — Nordargentinien
(Salta).
Lobivia kupperiana Backbg. (2: 9)
K. einzeln, bis 10 cm h., 8 cm 0, graugrün, Scheitel
bläulichgrün; Ri. ca. 20, scharf gratig, später
verflachend, stark schräg gestellt, schief gekerbt; Rst.
10 (und mehr), ca. 2,5 cm lg., hell mit dunkler
Spitze; Mst. 1—2, bis 4 cm lg., steif, pfriemlich,
stechend, + gebogen, dunkel; Bl. ca. 4,5 cm lg., Sep.
schmutzig rötlich-grün; Pet. fahlgelb, auch +
weißlich (Wilke). — Bolivien (Tupiza).
v. rubriflora Backbg.: St. hellfarben bis weißlich,
Sep. abstehend, lanzettlich, Pet. leicht gewellt,
reinrot ; Schlund tiefer rot.
Lobivia larabei Johns.: eine von Johnson gefunde-
dene, neuere Art, die des öfteren in europäischen
Sammlungen angetroffen wird; die Blüte ist rot; die
hellgrüne, reich sprossende und feinstachlige
Spezies gehört wohl zu den „Hertrichianae". Farbbild:
„Die Cactaceae", Bd. VI, Abb. 3388. Siehe auch
unter L. minuta. Die Art ist unbeschrieben.
Lobivia larae Card. (2: 3) — C. & S. J. (US),
XXXVI: 1, 24. 1964.
K. gedrückt-kugelig, bis 4 cm h., 12 cm 0; Ri.
11—12, scharfkantig; Ar. 1,5 cm entfernt,kremweiß;
Rst. kammförmig gestellt, 9—12, + gebogen,
6—25 mm lg., nadelig, blaßgrau bis weißlich, Basis
verdickt; Bl. bis 6 cm lg., trichterig; R. blaßgrün;
Ov. mit rosa Seh.; Sep. rosalila; Pet. 3 cm lg.,
dunkelviolett; Stbf. weiß; Gr. unten grün, oben gelb; N.
blaßgelb, 11, 1 cm lg. — Bolivien (Prov. Tarato,
Dept. Cochabamba, am Wege Tarato—Rio Caine,
2500 m).
Lobivia lateritia (Gurke) Br. & R. (2: 6)
K. einzeln, stämmig-kurzzylindrisch, bis ca. 7 cm h.,
6 cm 0, graugrün; Ri. 16, schwach gekerbt; Rst.
meist 10, bis 1 cm lg., seitliche bis 2 cm lg.; Mst. bis
2, bis 2,5 cm lg., aufwärts gebogen, stärker; St. mit
verdicktem Fuß, zuerst leuchtend braun, dunkel ge-
zont; Bl. 4,5 cm lg., 4 cm 0, trichterig, schmutzig
zinnoberrot, Spitzen bläulich getönt. — Bolivien.
Lobivia lauramarca Rauh & Backbg. (2: 2)
K. gruppenbildend; Einzelkopf 5,5 cm 0,
niedrigkugelig, blaßgrün; Ri. 12—15, gehöckert; Rst. 6,
bis 1,5 cm lg., sehr dünn bis biegsam-steif, der obere
+ aufwärts gekrümmt, blaßbraun; Mst. fehlend;
Bl. 6 cm lg., 3,5 cm 0, + aufrecht-trichterig; Sep.
blaß weinrot; Pet. oben ziegelrot, zum Schlund
weiß. — Südperu (Hazienda Lauramarca).
Lobivia leucomalla Wessn. : Lobivia famatimensis v.
leucomalla (Wessn.) Backbg.
Lobivia leueorhodon Backbg. (2: 3)
K. bis 10 cm h., 7 cm 0, blattgrün; Ri. ca. 18—21,
ziemlich gerade herablaufend, schmal, schief
gehöckert; Rst. ca. 7, unregelmäßig ± verkrümmt;
Mst. (zuweilen) 1 (—2), zum Scheitel geneigt,
2—4 cm lg.; St. gelblich; Bl. ca. 4 cm lg., 3,5 cm 0,
derbröhrig, hell lila-rosa. — Bolivien (bei La Paz).
Lobivia leucoviolacea Backbg. (2: 3)
K. etwas länglich, hell graugrün; Ri. scharfkantig;
St. undeutlich geschieden, bis 14, bis 9 cm lg., sehr
dünn, biegsam, den ganzen Körper umflechtend,
weißlich bis rosa-weiß; Bl. ca. 5 cm lg., hell rosa-lila.
— Bolivien (östlich von Oruro).
Lobivia longispina Br. & R.: Pseudolobivia longi-
spina (Br. & R.) Backbg.
Lobivia marsoneri (Werd.) Backbg. (2: 3)
K. ca. 8 cm h. und 0, hell graugrün; Ri. ca. 20,
stark zusammengedrückt; Rst. 8—12, bis 3 cm lg.;
Mst. 2—5, schräg vorspreizend, + hakig gebogen,
am Grunde verdickt; St. weißlich-grau bis gelblich,
Fuß bräunlich; Bl. ca. 5,5 cm lg., ca. 6 cm 0, gelb,
Schlund purpurrot. — Nordargentinien (Los
Andes).
Lobivia matuzawae Y. Ito (Bastard?)
K. kugelig bis zylindrisch, 5—8 cm lg., 5—6 cm 0;
Rst. ca. 10, bis 3,5 mm lg.; 1 Mst., bis 1 cm lg.,
kräftiger, anfangs weiß, braun gespitzt, später
rotbraun; Bl. reinrot oder zinnober, außen hellrot. —
Heimat?
Lobivia maximiliana (Heyd.) Backbg.: Lobivia
pentlandii (Hook.) Br. & R.
Lobivia megacarpa Ritt.: unbeschrieben; angeblich
keine Lobivia (s. am Ende der Aufzählung).
Lobivia megatae Y. Ito (Bastard?)
K. 3—5 cm 0 (später bis 10 cm h. werdend),
sattgrün; Ri. 11—16; Rst. 10—15, bis 1 cm lg.; Mst.
(0—) 1, bis 1 cm lg., braun; Bl. 6—7 cm lg., 5,5 bis
7 cm 0, rot bis karmin. — Heimat?
Lobivia miniatiflora Ritt. (2:2) — „Taxon", XII:
3, 124. 1963.
Unterscheidet sich nach Ritter von L. caespitosa:
K. 2—4 cm 0, 3—6 cm lg.; Ri. 10—13, stumpf; St.
viel dünner; Rst. 3—10 mm lg.; Mst. 4—8, 1—5 cm
lg.; Bl. 5—6 cm lg.; Pet. bis 2,5 cm lg., 4—6 mm br.,
zugespitzt, zinnoberrot, äußere (?) untere Perigonbl.
karmin. — Bolivien (oberhalb von Inquisivi, Dept.
La Paz, 3300 m) (FR 330).
Lobivia 211
Lobivia minuta Ritt. (2:4) — „Taxonu, XII: 3,
124. 1963.
Unterscheidet sich nach Ritter von L. hertrichiana:
K. bis 4 cm 0, blaßgrün; Ri. 9—15, ungekerbt; St.
hellbraun, bald grau, Spitze dunkel, gerade oder
leicht gebogen; Rst. 8—11, 4—8 mm lg.; Mst.
1—2 cm lg., dunkler getönt und etwas kräftiger,
meist nur 1, vorgestreckt; Bl. bis 4,5 cm lg., bis
4 cm 0; Pet. scharlachrot, äußere untere blasser;
Stbf. oben blaßrot, unten grünlich. — Peru (Ollan-
taitambo, Prov. Urubamba, Dept. Cuzco) (FR 695).
Nach Ritter „vermutlich identisch" mit L. larabai
Johns, (unbeschrieben). Meine Farbphotos in „Die
Cactaceae", Bd. VI, S. 3736, 1962, Abb. 3388—3389
zeigen jedoch, daß die beiden Arten verschieden
sind.
Lobivia mirabunda Backbg. (2 : 7)
K. 2,5 cm h., 4 cm 0; Ri. ca. 16; Rst. 6—9, bis
6 mm lg., anfangs + bräunlich; Mst. meist fehlend,
zuweilen 1, ca. 5 mm lg., leicht aufwärts gebogen;
St. seitwärts verflochten; Bl. 5 cm lg., 4,5 cm ø;
Sep. blaßgelb mit grüner Mittellinie; Pet. reingelb,
gestutzt-breit, fein gespitzt; Stbf.: obere Serie oben
gelblich, unten bordeauxrot, untere Serie
bordeauxrot. Eine ungewöhnlich große Blüte für den kleinen
Körper. — Nordargentinien (Salta?).
Lobivia mistiensis (Werd. & Backbg.) Backbg. (2:2)
K. + flachrund, mit großer Rübenwurzel,
dunkelblaugrün; Ri. ca. 25—30, schräg gekerbt; St.
undeutlich geschieden, 9 und mehr, bis 5 cm lg.,
anfangs braun bis rubinrot-schwärzlich, später
weißgrau; Bl. bis 8 cm lg., rosenholzfarben, innen
gelblich-rot; Perigonbl. schmal-spitzig. — Südperu
(Vulkan Misti).
Es gibt Pflanzen, deren Blüten blaßfarbiger sind
(v. leucantha n. nud.) und solche mit auffallend
kurzen Stacheln (v. brevispina n. nud.).
Lobivia muhriae Backbg. (2:3) — Descr. Cact.
Nov. III: 7. 1963.
K. kugelig, oberirdisch ± flachrund, bis ca. 7 cm 0,
3 cm h., graugrün, zum Scheitel hin dunkler; Ri. ca.
18, scharfrückig; Ar. leicht versetzt, ca. 1,5 cm
entfernt, anfangs bräunlich- später schmutzig-weiß;
Rst. ca. 8, dünn, elastisch, untere schwächer als die
oberen, bis 1,2—2 cm lg., anfangs blaß-hornfarben;
Mst. (1—) 2 (—3), bis 3,5 cm lg., zum Scheitel
gebogen, etwas kräftiger aber elastisch, zuerst
schwärzlich, aufhellend, Fuß verdickt, anfangs im
unteren Teil rot; Bl. rötlich-orange, ca. 6 cm lg.,
5 cm 0, Schlund rotbraun; Sep. lila-hellrot; R.
orangerot; Ov. rötlich-dunkelgrün, stark
dunkelgrau behaart wie auch die R.; Gr. und N. grünlich. —
Nordargentinien (Jujuy, bei El Aguilar).
(Abb. 193.)
v. flaviflora Backbg. — 1. c: Bl. gelb, ca. 5 cm
lg. und 0, Schlund rotbraun; Sep. hellrosa; R.
gelb, etwas weißlich behaart; Ov. hellgrün; Gr.
und N. grünlich. — (El Aguilar).
Lobivia multicostata Backbg. (2:3) — Descr. Cact.
Nov. III: 7. 1963.
K. einzeln, breitrund, blaugrün; Ri. 18, ziemlich
scharfrückig; Ar. bräunlichweiß, nicht groß; Rst.
bis 10, paarig seitwärts ragend und der kleinste +
abwärts, die oberen beiden mittelstachelähnlichen
die längsten, seitwärts gerichtet, verschieden lang,
unregelmäßig verbogen bzw. zurückgebogen, später
etwas dunkler als die unteren; Mst. 1—2 mehr
zentral stehend, einer der längste und stärkste,
vorgestreckt, bis ca. 4 cm lg., manchmal die 2 oberen
Rst. ihnen ähnlich und fast ebenso lang; St. alle
zuerst schwärzlich, unten rötlich, dann fleckig
grauweiß, zuletzt heller; Bl. ca. 4—4,5 cm 0; Sep. hell
bräunlichgelb; Pet. gelb; R. grün, mäßig lang, mit
dunklen H. — Heimat? (Abb. 194.)
In der Sammlung van Urk, Holland. Wie L. van-
urkiana und L. rigidispina keine Bastarde, typische
Pflanzen, deren Herkunft aber nicht mehr
festzustellen ist; wahrscheinlich von Ritter
gesammelt.
Lobivia napina Pazout (2:11)
K. kugelig, bis 5 cm 0, graugrün, braunviolett-
schwarz schimmernd, weich, mit Rübenwurzeln;
Ri. 14—17; Rst. 12, je 6 nach beiden Seiten; Mst.
3, ca. 3 mm lg., Fuß verdickt, braun bis schwarz;
Bl. 3 cm 0, fleischfarben, Schlund grün. —
Heimat?
Von Pazout in Kakt. u. a. Sukk., 15: 7, 125.
1964, zum Genus Hymenorebutia Fric ex Buin.
umgestellt als Hymenorebutia napina (Paz.) Paz.,
eine nicht abtrennbare Gattung mit irreführendem
Namen. Die Pflanzen stammen angeblich aus 1935
von Blossfeld in Nordargentinien (Sierra de
Famatina) gesammelten Samen.
Lobivia nealeana Backbg. (2: 7)
K. selten verzweigt, bis 7 cm h., 3 cm 0, blaß
laubgrün; Ri. 14; Rst. ca. 8, 4 mm lg., sehr fein; Mst.
0; Bl. bis 5 cm lg., 6 cm 0, radförmig, leuchtend
rot, seitig glänzend. — Nordargentinien (Salta).
v. grandiflora Y. Ito soll eine 8—10 cm breite
Blüte haben, v. purpureiflora Y. Ito eine innen
sattpurpurn gestreifte.
Lobivia neo-haageana Backbg. und v. flavovirens
Backbg.: Mediolobivia pygmaea (R. E. Fries)
Backbg. und v. flavovirens (Backbg.) Backbg.
Lobivia nigricans Wessn.: Mediolobivia nigricans
(Wessn.) Krainz.
Lobivia neocinnabarina Backbg. (2:9) — Descr.
Cact. Nov. III: 7. 1963.
K. einzeln, kugelig bis später verlängert, bis ca.
12 cm lg., 6—7 cm 0, lebhaft grün; Scheitel
weißfilzig; Ri. ca. 18, in scharf rückige, schief stehende,
ca. 1,6 cm lg. Hck. zerteilt; Ar. ca. 1,5—1,7 cm
entfernt; Rst. ca. 10—14, zuerst + dunkel bis
212 Lobivia
bräunlich oder heller, bis 1 cm lg., Mst. ebenso
gefärbt, bis 3—5, kräftiger, bis ca 1,7 cm lg., Basis
verdickt; Bl.karmin, weißschlundig, ca. 2,5—3 cm lg., bis
3,5 cm 0; R. kurz, grün, mit roten Sch.-Spitzen;
Stbf. karmin, die obere Reihe an der Basis zum weißen
Hymen verwachsen, die unteren unten grünlich;
Knospen sehr reich erscheinend, gleich rot. —
Bolivien (Prov. Chapare und Punata bzw. bei Colomi,
auf ca. 3400 m). (Abb. 195.)
Dies ist die Art, mit der Cardenas Lobivia cinna-
barina wiederentdeckt zu haben meinte, die aber
eine viel großblütigere Spezies war, Blüte 8 cm 0.
Lobivia nigrispina Backbg. (2:14)
K. gruppenbildend, mit dicker Hauptrübe,
Einzelköpfe bis 4 cm h., ca. 3 cm 0, glänzend dunkelgrün,
später blaßgrün; Ri. ca. 15, schief gekerbt; Rst. ca.
10, bis 1 cm lg., dünn, strahlend, weiß; Mst. meist 4,
derber, nur 1 deutlich erkennbar, meist schwärzlich,
abstehend, hakig gekrümmte Spitze, ca. 1 cm lg.;
Bl. gelb, kurztrichterig und breit geöffnet, Schlund
hellgrün. — Nordargentinien (Salta).
v. rubriflora Backbg. weicht vom Typus durch
rote, meist größere Bl. ab.
Lobivia nigrostoma Krzgr. & Buin.: Lobivia ja-
joiana v. nigrostoma (Krzgr. & Buin.) Backbg.
Lobivia oculata (Werd.) Wessn.: Mediolobivia
euanthema v. oculata (Werd.) Krainz.
Lobivia oligotricha Card. (2:9) — „Cactus", 18:
91—92. 1963.
K. einzeln, bis 8 cm h. und 0, hellgrün; Ri.ca. 18,
spiralig,beilhöckrig, bis 4 mm h., 7 mm br.; Ar. ca.
8 mm entfernt; St. untrennbar, ca. 15, nadelig, z. T.
sehr dünn, weißlich, Basis verdickt, bis 1,5 cm lg.,
am Scheitel verflochten; Bl. zahlreich um den
Scheitel, 3 cm lg., 2,5 cm 0, hellrot; R. nur 4 mm lg., mit
wenigen weißen H. und rötlichen Seh.; Pet. spatelig;
Stbf. zweiserig, purpurrot, untere unten grün; N. 5,
grün. — Bolivien (Cochabamba, Cuchu Punata,
2568 m).
Lobivia omasuyana Card. (2:3) — Kakt. u. a.
Sukk., 16: 2, 22. 1965.
IL kugelig, 3—5 cm h., bis 6 cm 0, graugrün,
sprossend und bis 30 cm br. Polster bildend; Ri.
14—17, scharf beilförmig gehöckert; Ar. weißfilzig;
St. 7—8,1—7 cm lg., aufwärts gerichtet oder
waagerecht verflochten, oben rötlichbraun, Basis
verdickt; Bl. ca. 6 cm lg., 3—5 cm 0; R. 3 cm lg.;
Sep. spateiförmig; Pet. breitspatelig, lachspurpurn,
unten gelblich. — Bolivien (Prov. Omasuyo‚Dept.
La Paz, nahe Titicacasee, 3800 m).
Lobivia orurensis Backbg.: Mediolobivia pectinata
v. orurensis (Backbg.) Backbg.
Lobivia otukae und var. Y. Ito scheinen zum
Formenkreis der Lobivia famatimensis zu gehören.
Lobivia paehyacantha Y. Ito (2:3) — The Füll
Bloom of Cact. Flow., 50. 1963.
K. meist einzeln, gedrückt-kugelig, dunkelgrün;
Ri. ca. 15, in Beilhöcker gekerbt; Rst. bis 7, 2—3 cm
lg.; Mst. 1, bis ca. 5 cm lg., gebogen bis über dem
Scheitel durcheinanderragend, obere Hälfte
bräunlich, untere hell, ähnlich einige der längeren oberen
Rst.; Bl. 5,5—6 cm lg. und 0, dunkelrot bis dunkel-
rosa. — Bolivien.
Lobivia pampana Br. & R. (2: 2) [Lob. scheeri
(SD.)?]
K. kugelig, 5—7 cm 0, sprossend; Ri. 17—21, +
wellig; St. 5—20, bis 5 cm lg., nadeiförmig, +
gebogen, kurzhaarig, bräunlich; Bl. bis 6 cm lg., rot,
z. T. mit gelblichem Ton; Perigonbl. gespitzt. —
Südperu (Pampa de Arrieros, ca. 4000 m).
Lobivia peclardiana Krainz (2: 15)
K. breitkugelig, bis 5 cm h. und 6 cm 0,
dunkelgrün; Ri. 16; Rst. 14—16, bis 12 mm lg., nadelig,
anfangs weiß bis honiggelb, dann rötlichbraun; Mst.
3—5, bis 15 mm lg., mit hakiger Spitze; Bl. 6,5 cm
lg., 6 cm 0, violettrosa. — Heimat? Zweifellos ein
Bastard zwischen L. tiegeliana und einer Pseudo-
lobivia.
Es gibt daher eine weißblühende v. albiflora
Krainz und eine fliederfarben blühende v.
winteriae Krainz.
Lobivia pectinata Backbg. non Fric: Mediolobivia
pectinata (Backbg. non Fric) Backbg.
Lobivia pectinifera Wessn. und var.: Lobivia
famatimensis (Speg.) Br. & R. und var.
Lobivia pentlandii (Hook.) Br. & R. (1:1) (T.)
K. gruppenbildend; Ri. ca. 15, schief gekerbt; Rst.
7—12 (unregelmäßig lang) bis 3 cm lg., gelblich bis
bräunlich; Mst. (0—) 1 (bis mehrere), bis ca. 3 cm
lg.; Bl. ca. 5 cm lg., oben orangerötlich, innen heller.
Körper- und Stachelfarbe wie auch deren Länge
sind variabel. — Südperu, Nordbolivien.
(Abb. 196.)
Es lassen sich 3 Varietäten unterscheiden:
v. albiflora (Weidl.) H. Neum. : Bl. weiß mit rcsa
Hauch.
v. forbesii (A. Dietr.) Y. Ito: Bl. ± dunkel
rosenrot.
v. ochroleuca (R. Mey.) Borg: Bl. blaßgelb.
Lobivia peterseimii (Fric) Hort. : Mediolobivia niffri-
cans (Wessn.) Krainz.
Lobivia pilifera (Fric) Hort.: Mediolobivia ritteri
v. pilifera (Fric) Backbg. ¾
Lobivia planiceps Backbg. (2: 4)
K. flachköpf ig, bis 8 cm 0, + blattgrün; Ri. ca. 15,
wellig schief gekerbt, scharf gratig; St. ca. 10, un-
Lobivia 213
deutlich geschieden (mittlere mit verdicktem Fuß),
bis 2,5 cm lg., zuerst hornfarbig; Bl. 4 cm 0, breit-
trichterig, dunkel feuerrot. — Südostperu.
Lobivia polaskiana Backbg. (2: 5)
K. zylindrisch, erst einzeln, später sprossend, bis
20 cm h., 5 cm 0, matt graugrün; Ri. 15; Rst. 8—10,
bis 1cm lg., anliegend, weißlich; Mst. 3, 1
vorgestreckt, bis 1,2 cm lg., dunkler; Bl. 5,5 cm lg., 5 cm
0; Pet. in 3 Serien, dottergelb, nach unten rot
geflammt, wellig-locker. — Nordargentinien.
Lobivia dragai Fric mit noch feinerer und
weißlicherer Bestachelung und Lobivia klusacekii Fric
mit nicht dreiserigen und nicht rot geflammten Pet.,
gehören (höchstens als var.) zur vorstehenden
variablen Art, und diese zum Artenkomplex der
Lobivia chrysantha. Es gibt Pflanzen mit
weißlichgoldgelben und solche mit rötlichen Pet.
Lobivia polyantha Y. Ito (Bastard?)
K. einzeln, zylindrisch, bis 20 cm lg., bis 5 cm 0,
hellgrün; Ri. 12—15; Rst. 16—20, 5 mm lg.,
borstenfein; Mst. 1—3, kräftiger und länger; St. anfangs
weiß, später grau und braun-gespitzt;tBl. 5—6 cm
lg., bis 7 cm 0, rot. — Heimat?
Lobivia polycephala Backbg. (2: 14)
K. reich sprossend, polsterbildend, Einzelköpfe
flachrund, ca. 4 cm und mehr 0; Wz. dickrübig;
Ri. ca. 16; Rst. ca. 10, ca. 1 cm lg., zuweilen der
oberste länger; Mst. 3—4, länger, mit verdicktem
Fuß, z.T. oben + stark gekrümmt; St. anfangs
dunkelbraun, Fuß rötlich, später grau; Bl. ca. 3 cm
lg., 4 cm 0, leuchtend zinnober-karmin, glänzend.
— Argentinien (Salta).
Lobivia pseudocachensis Backbg. (2 : 7)
K. flachrund, 3 cm h., ca. 4 cm 0, mit langem,
rübigem Unterkörper, gruppenbildend, laubgrün;
Ri. ca. 14; Rst. ca. 10, dünn, seitlich anliegend,
gelblich-braun; Mst. (schwer unterscheidbar) 1, länger,
nach oben gebogen, schwarzbraun; Bl. ca. 6 cm lg.
und 0, trichterig, leuchtend dunkelrot. —
Nordargentinien,
v. cinnabarina Backbg. hat glänzend
zinnoberkarminrote Bl. mit bläulichem Schein;
v. sanguinea Backbg. weicht durch hell blutrote
Bl. ab.
Lobivia pseudocariquinensis Card. (2:3) — C. &
S. J. [US.], XXXIII: 4, 111—112. 1961.
K. sprossend, Tr. kugelig bis konisch, 6—7 cm h.,
7 cm 0, hellgrün; Ri. ca. 20; Ar. krem; St.
undeutlich geschieden, ca. 8, 5—20 mm lg., spreizend,
pfriemlich, gelblich; Bl. 3—3,5 cm lg., bis 3 cm 0,
nicht breit öffnend; Sep. magenta; Pet. oben hellrot,
unten gelborange. — Bolivien (La Paz, Charazani).
Lobivia pseudocinnabarina Backbg. (2:9) — Descr.
Cact. Nov. III: 7. 1963.
K. + breitrund, einzeln, ca. 6,5 cm 0, 5 cm h.,
grün; Scheitel mit hellbräunlichem Filz; Ri. ca. 21,
leicht spiralig und in etwas schief stehende Hck.
zerteilt; Ar. ca. 1 cm entfernt; Rst. ca. 14, ziemlich
dünn, 7—8 mm lg., anfangs hornfarben bis
bräunlich, Fuß und Spitze dunkler; Mst. bis ca. 7, ebenso
getönt, etwas stärker, bis 1,3 cm lg., unten verdickt;
Bl. ca. 3 cm lg., 3,5 cm 0, karmin, Schlund karmin;
Knospen grün; R. zierlich, 1,5 cm lg., karmin, nur
schwach filzig bekleidet; N. grün. — Ostbolivien
(von Cardenas gefunden). (Abb. 197.)
In Länge bzw. Dichte der Bestachlung etwas
variabel.
Lobivia pugionacantha (Rose & Böd.) Backbg. (2: 8)
K. einzeln oder sprossend, mit kegelförmiger, langer
Rübe, oberirdischer Teil nur ca. 4,5 cm 0 (gepfropft
stärker verlängert), matt graugrün; Ri. ca. 17; St.
4—5—7, die stärksten dolchartigen, seitlich
gerichteten, bis über 2,5 cm lg., hellgelb, 1 kleiner,
unterer St. oft fehlend; Bl. ca. 4,5 cm lg. und br.,
rötlichgelb. — Bolivien (bei Villazon auf 3400 m).
v. flaviflora Backbg. hat bräunliche St. und
hellgelbe Bl.
Lobivia raphidacantha Backbg. (2: 3)
K. gruppenbildend, flach, später länglich, glänzend
dunkelgrün; Ri. ca. 16, leicht spiralig verlaufend;
St. undeutlich in rand- und mittelständige
geschieden, zuweilen einzelne als Mst. erkennbare bis 7 cm
lg., alle nadelig, stechend, + verbogen,
schokoladenbraun, Fuß rötlich, später + wirr verflochten; Bl.
hellrot. — Bolivien (zwischen Oruro und Tola-
pampa).
Lobivia rebutioides Backbg. (2: 11)
K. polsterförmig mit kleinen Köpfen (bis 2 cm 0)
und Rübenwurzel, + bläulich- (nie rötlich- oder
schwärzlich-) grün; Ri. (10—) 12 (—14), sehr
niedrig und schmal, schwach höckerig; Rst. 8—9
(und mehr), sehr fein und kurz, weißlich; Mst.
meist 1—2, oft etwas länger und kräftiger sowie
dunkler, Fuß leicht verdickt; Bl. ca. 4 cm lg. und
0, feuerrot, Hymen + rot bis weißlich, Schlund
grün. — Nordargentinien,
v. chlorogona (Wessn.) Backbg.: Bl. tief
goldgelb mit kupfrigem Saum und grünem Schlund.
v. citriniflora Backbg.: Bl. zitronen- bis eigelb,
Schlund grün.
v. kraussiana Backbg.: Bl. tellerflach öffnend, bis
10 cm 0, Pet. mehrserig, leuchtend gelblich,
v. sublimiflora (Backbg. ex Wessn.) Backbg.:
Bl. radförmig öffnend, ca. 6 6m lg. und 0, lachs-
rosa, karmin schimmernd, Schlund leuchtend
krapprosa.
Die Blüten von v. kraussiana und v. sublimiflora
gehören zu den schönsten aller Lobivienblüten. —
Von den Varietäten der L. rebutioides gibt es
214 Lobivia
noch Abweichungen in Farbe und Form der Peri-
gonblätter und des Schlundes (subv. cupreoviridis,
purpureostoma, rubroviridis, versicolor).
Lobivia rigidispina Backbg. (2:3) — Descr. Cact.
Nov., III: 7.1963.
K. breitrund, blaugrün, bei ca. 5—6 cm 0 blühbar;
Ri. 13, scharfkantig; Ar. länglich, schmutzigweiß;
Rst. 7—9, seitwärts gerichtet, dünnpfriemlich bis
kräftiger, die seitlichen meist die längsten, bis über
2 cm lg.; Mst. 1—3, sehr derbpfriemlich, +
unregelmäßig gebogen, stark verdickter dunkler Fuß; St.
zuerst dunkel, die oberen Rst. und die Mst.
zonenweise oder nach unten oder oben dunkel, später alle
blaß hornfarben, z. T. noch dunkelspitzig, bis ca.
5 cm lg., starr; Bl. trichterig, ca. 5 cm 0, dunkel
fleischrot, außen heller; R. dunkel, mit grauweißen
H.; StbL rosa. — Heimat? (Abb. 198.) (Sammlung
van Urk [Holland].)
Lobivia ritteri Wessn. : Mediolobivia ritteri (Wessn.')
Krainz.
Lobivia rossii Böd. (2 : 3)
K. kugelig oder gestreckt, bis über 7 cm 0, später
sprossend; Ri. 18, beilförmig schief gehöckert; Rst.
4—6, bis 6 cm lg., untere nur bis 1,2 cm lg.,
pfriemlich, steif, stechend, rötlich-hornfarben bis grau,
dunkel gespitzt; Mst. fehlend; Bl. ca. 4 cm lg., rein-
orange, Schlund grün. — Bolivien.
Eine sehr variable Art. Es können folgende
Varietäten unterschieden werden:
St..+ steif und stechend, rötlich hornfarben bis
grau, Spitze dunkel:
v. boedekeriana (Hard.) Backbg. mit feurig-
orange BL, Mitte hellgelb
v. hardeniana (Böd.) Backbg., BL orangegelb,
Schlund grün
v. stollenwerkiana (Böd.) Backbg., Bl.
goldgelb, orange gerandet
St. steif und stechend, gelblich-hellgrau bis braun:
v. walterspielii (Böd.) Backbg. mit karminroter
Bl. und breiteren, + gestutzten Pet.
St. mehr elastisch:
v. carminata Backbg. mit karminroter BL, St. +
verflochten
v. salmonea Backbg., BL lachsfarben bis zart
weinrosa
v. sanguinea Backbg., Bl. blutrot.
Lobivia rowleyi und die Varietäten v. longispina und
rubroaurantiaca, von Y. Ito beschrieben, sind nur
in Japan bekannt und vielleicht Bastarde.
Lobivia rubescens Backbg. (2: 14)
K. einzeln, zuweilen gruppenbildend, mit Pfahl-Wz.,
Einzelköpfe bis 10 cm 0, graugrün, nach unten zu
+ rötlich überlaufen; Ri. ca. 12; Rst. ca. 7, obere
2—3 cm lg., untere zuweilen nur 5—7 mm lg., im
Neutrieb hornfarben; Mst. 1—2, bis 5 cm lg.,
mitunter Spitze hakig gebogen, im Neutrieb fast schwarz,
Fuß rötlich; Bl. bis 6 cm 0; Pet. zweiserig,
goldgelb, rötlich gesäumt; Hymen blaurot. —
Nordargentinien,
v. tenuispina Backbg. unterscheidet sich vom
Typ durch dünnere Mst. und kleinere, fast
orangegelbe BL
Lobivia saltensis (Speg.) Br. & R. (2: 6?)
K. einzeln, später dicht sprossend; Ri. 17—18; Rst.
12—14, 4—6 mm lg.; Mst. 1—4, länger und
kräftiger; Bl. rot, kahl (!, Spegazzini); Pet. kurz. —
Argentinien.
Vielleicht keine Lobivia oder Behaarung sehr
schwach (?); eine wenig bekannte Art.
Lobivia sanguiniflora Backbg. (2: 14)
K. meist einzeln, mit dickerer Rübe, Farbe variabel,
bis 10 cm h. und 0; Ri. 18, schief quergekerbt; Rst.
ca. 10, 8—15 mm lg., strahlig gestellt, zuweilen
anliegend; Mst. mehrere, oft über Kreuz gestellt, einer
zuletzt bis 8 cm lg., stark hakig; St. alle anfangs
dunkel mit rotem Fuß, zuweilen heller, obere später
als die übrigen vergrauend; BL ca. 5 cm lg., ±
blutrot. — Nordargentinien,
v. pseudolateritia Backbg. (vielleicht eine eigene
Art?) hat meist mehr Rst. und + karminrote Bl.
mit geschlossen-trichterig nach außen
umbiegender Hülle. — Nordargentinien? Im Handel oft
fälschlich als L. lateritia, die aber keine Hakenst.
bildet.
Lobivia scheeri (SD.) ist wahrscheinlich der erste
Name für L. pampana Br. & R.!
Lobivia schieliana Backbg. (2: 15)
K. + gestreckt-kugelig, zierlich, basal sprossend, ca.
4,5 cm lg., ca. 3,5 cm 0; Ri. ca. 14; Rst. ca. 14,
kammartig strahlend, verflochten; Mst. anfangs oft
fehlend, später 1 längerer, ca. 5—6 mm lg., scheitel-
wärts gekrümmt; St. hellbraun; Bl. schlankröhrig,
Leuchtend hellrot. — Südbolivien (?).
v. albcscens Backbg. weicht durch meist weniger
verflochtene weißliche St. ab; Bl. 3x3 cm gr.,
hell-karmin; Schlund und Stbi. karmin; Gr. rosa;
N. weiß. (Abb. 199.) — Es gibt auch eine Form
oder var. mit oben ± gehakten St.
Gepfropft wird die Art zylindrisch.
Lobivia schmiedcheniana Kohl.: Mediolobivia
schmiedcheniana (Kohl.) Krainz.
Lobivia schneideriana Backbg. (2: 3)
K. einzeln bis sprossend, kurzzylindrisch, +
blaugrün; Ri. ca. 14—18; St. undeutlich geschieden, ca.
4—12 mm lg., strahlig abstehend, 1 länger, bis 4 cm
lg-> ± zum Scheitel gekrümmt; St. hornfarben; Bl.
breittrichterig; Pet. umbiegend, beigefarben. —
Bolivien (La Paz).
Von der in der Blütenfarbe variablen Art sind zwei
Varietäten beschrieben:
Lobivia 215
v. carnea Backbg.: Bl. altrosa (Mst. meist
fehlend);
v. cuprea Backbg.: Bl. kupferfarben.
Lobivia schreiteri Cast. (2: 14)
K. bis ca. 30 cm breite Rasen bildend, Einzelköpfe
nur 1,5—3 cm 0; Ri. 9—14; Est. 6—8, ± weißlich,
sehr fein, gebogen, ein oberer längerer dunkler;
Mst. meist fehlend oder 1, bis 2 cm lg.; Bl. ca. 3 cm
lg. und 0, purpurrot, Schlund schwärzlich. —
Nordargentinien (Tucuman).
Lobivia scoparia Werd. (2: 11)
K. einzeln oder sprossend, + kugelig; Ri. ca. 13;
Rst. ca. 20—30, ungleich, borstenförmig, +
gekrümmt, weißlich; Mst. 3—6, bis 1,5 cm lg., nadelig,
stechend, gerade, + bräunlich bis braun; Bl. ca.
6 cm lg., orangegelb, Rand kupfrig, Schlund weiß,
unten grünlich. — Argentinien.
Lobivia scopulina Backbg. (eigene Reihe?)
K. einzeln, zylindrisch, bis über 20 cm h., 8,5 cm 0,
stumpf blaß-graugrün; Ri. ca. 18, zuerst in fast
zylindrische Höcker zerteilt, später nur durch
Quereinsenkung gehöckert; Ar. ziemlich dick, weiß;
Rst. ca. 9—10, ca. 1—2,5 cm lg., + seitlich
spreizend; Mst. meist 2, bis 2,5 cm lg., Basis verdickt;
St. später alle aufwärts gebogen, anfangs goldbraun,
dann vergrauend; Bl. gelb, nähere Angaben
fehlend. — Bolivien. (Abb. 200.)
Durch ungewöhnlichen Habitus von allen bisher
bekannten bolivianischen Lobivien abweichend.
Lobivia shaferi Br. & R. (2: 6)
K. locker verzweigt, schlank-zylindrisch, 7—15 cm
h., 2,5—4 cm 0; Ri. ca. 10; Bestachelung dicht;
Rst. 10—15, bis 1 cm lg., nadelig, weiß oder braun;
Mst. mehrere, bis 3 cm lg., kräftig, 1 oft viel stärker;
Bl. 4—6 cm lg., 3—4 cm 0, gelb. — Argentinien
(Catamarca: Andalgalá).
Lobivia spinosissima Backbg. ist ein n. prop. für
eine Art mit langen, aufgerichteten und elastischen
St., von Frau Muhr gefunden (Argentinien,
westlich La Quiaca); Uhlig-No. U 2143.
Lobivia staffenii Fric, unbeschrieben: siehe unter
Lobivia chrysantha (Werd.) Backbg.
Lobivia staffenii v. lagunilla Fric, unbeschrieben:
gehört zu Lobivia polaskiana Backbg.
Lobivia steinmannii sensu Backbg. 1934: Medio-
lobivia pectinata v. neosteinmannii Backbg.
Lobivia stilowiana Backbg. (2: 14)
K. meist einzeln, ca. 6 cm h., 5 cm 0, dunkelgrün;
Ri. ca. 23, Höcker scharf versetzt; Rst. 5—7,
5—14 mm lg.; Mst. 1, bis 1,7 cm lg., unregelmäßig
abstehend; St. anfangs unten kräftigrot, oben
schwärzlich, bald weißgrau; Bl. ca. 4 cm lg., 3,8 cm
0, zinnoberkarmin, Schlund weißlichrot. —
Nordargentinien.
Lobivia tegeleriana Backbg. und var.: Acantho-
lobivia tegeleriana (Backbg.) Backbg. und var.
Lobivia thionantha (Speg.) Br. & R.: Acanthocaly-
cium thionanthum (Speg.) Backbg.
Lobivia tiegeliana Wessn. (2: 15)
K. gedrückt-kugelig, bis 6 cm 0, glänzendgrün; Ri.
18; Rst. zu 4—6 Paaren, bis 1 cm lg., + kamm-
förmig gestellt, später verflochten, nadelig, anfangs
zart honiggelb mit rotbrauner Spitze; Mst. 1—3,
übereinander, leicht gebogen, nadelig, braun, am
Fuß heller; Bl. 2,5 cm lg., ca. 4,2 cm 0, leuchtend
violettrosa, Hymen blasser. — Südbolivien (Ta-
rija).
v. distefanoiana Cullm. & Ritt. — Kakt. u. a.
Sukk., 1: 7—8. 1961. (FR 620): K. dunkelgrün,
schwach glänzend; Ar. länglicher; Rst. 12—14,
stark kammförmig gestellt, 3—4 mm lg., weiß mit
roter oder brauner Spitze; Mst. 0—1, wenn
vorhanden, nach oben gebogen, schwarz, meist
dünner und kürzer als die stärksten Rst. —
Bolivien (östl. von Tarija).
Die z. T. als „forma" geführten Bastarde s. unter
L. peclardiana.
Lobivia titicacensis Card. (2: 3)
K. sprossend, Einzelköpfe 5—8 cm lg., 4—8 cm 0,
glänzend dunkelgrün; Ri. 14—18; St. nur
randständig, 9—15, 0,5—8 cm lg., zurückgebogen, +
strohfarben; Bl. 5 cm lg., 3,5 cm 0; Pet.: äußere hell
purpur-rötlich, unten weißlich, innere orangefarben,
unten blaßgelb. — Bolivien (Titicacasee, „Isla del
Sol"). Wohl nur eine Form der L. higginsiana.
Lobivia torrecillasensis Hort, europ.: Lobivia arach-
nacantha v. torrecillasensis Hort, europ. (Card.?)
Lobivia uitewaaleana Buin. (2: 13)
K. bis 7 cm h., 6 cm 0, graugrün; Ri. 13, beii-
förmig gehöckert; Rst. 6—8, oberstes Paar bis
12 mm lg., leicht gebogen; Mst. 3—4, bis 15 mm lg.,
über Kreuz stehend, z. T. bzw. ± gehakt; St. braun,
Rst. schwarz gespitzt; Bl. ockergelb, Hymen violett,
Schlund braunviolett. — Nordargentinien.
Steht der Lob. jajoiana nahe.
Lobivia vanurkiana Backbg. (2:3) — Descr. Cact.
Nov. III: 8. 1963.
K. sprossend, stumpf blaugrün; Tr. 4—5 cm 0; Ri.
ca. 10, scharfkantig; Ar. weiß; Rst. 5—7, etwas
zurückgebogen, der unterste mit ca. 2—3 cm der
längste; Mst. 0—1, unregelmäßig aufwärts gekrümmt;
St. alle grau mit dunklem, + verdicktem Fuß; Bl.
8 cm lg., ca. 7 cm 0; Sep. mit bräunlicher Mitte;
216 Lobivia — Lophocereus
Pet. reingelb; R. ziemlich dicht dunkel behaart;
Stbf. zweireihig; Schlund grünlich; N. grünlich. —
Heimat? (Abb. 201.)
Auffällig durch die relativ großen Bl. an den noch
ziemlich kleinköpfigen Gruppen. Nach dem
holländischen Sammler van Urk benannt.
Lobivia varians Backbg. (2: 3)
K. gruppenbildend, Einzelköpfe bis 8 cm h. und
11cm 0, hell graugrün; längere Wz.; Ri. 21; St.
bis 10, undeutlich geschieden, bis 10 cm lg., + wirr
verflochten, anfangs braun, später rosagrau; Bl. ca.
B—6 cm lg., bis 4 cm 0, hell orangerot, Schlund
heller. — Bolivien (östlich von Oruro).
v. croceantha Backbg. weicht durch safran- bis
hell orangegelbe Bl. ab; die Bl. der v. rubro-alba
Backbg. sind hell blutrot, Schlund weiß.
Lobivia vatteri Krainz (2: 13)
K. kugelig, später gestreckt, ca. 6 cm h. und 5 cm 0,
dunkelgrün; Rübenwz.; Ri. 14—16; Rst. 10 (—12),
+ gebogen, hellbraun, Spitze dunkler; Mst. 2,
4—8 cm lg., meist aufrecht und leicht gebogen,
anfangs schwarz, später braun, braunrot gespitzt, im
Jungtrieb mit rubinrotem Fuß; Bl. ca. 6 cm lg.,
bis 7 cm 0, weiß, Schlund bzw. Hymen schwarz. —
Argentinien (Jujuy, auf ca. 3000 m).
v. robusta Backbg. wird bis 10 cm h., breiter als
der Typ und hat über 20 Ri.; Bl. nur ca. 4,8 cm
lg. und 0, Schlund und Hymen burgunderrot.
— Gehört zum Artkomplex der L. jajoiana und
variiert offenbar stärker in der Bl.-Farbe.
Rausch fand z. B. Exemplare mit orange Bl. und
schwarzem Schlund.
Lobivia vilcabambae Ritt. (2: 4) — „Taxonu, XII:
3, 124. 1963.
Unterscheidet sich nach Ritter von L. hertrichiana:
K. meist einzeln, halbrund, bis 7 cm 0; Ri. 12—18,
in beilförmige Hck. aufgelöst; Ar. bis 5 mm lg.;
St. blaßbraun, gekrümmt, verflochten, oben meist
dunkel; Rst. 6—11, 1—3 cm lg.; Mst. meist 0,
zuweilen 1, 3—4cm lg.; Bl. 5cm lg., 4—5cm 0,
nachts geschlossen; Pet. kapuzinerkresse-rot, unten
orange, Spitze zinnober; Stbf. orange, unten weiß. —
Peru (Vilcabamba-Gebirge, Prov. Urubamba, Dept.
Cuzco, 3500 m und höher). (FR 697).
Lobivia watadae Y. Ito (Bastard?)
K. meist einzeln, bis 8 cm 0, hellgrün; Ri. 13—15;
Rst. 8—10, 5—7 mm lg.; Mst. 1, 1—1,2 cm lg.,
zuerst lachsfarben, dann weißbraun bis grau; St.
nadeldünn und stechend, Mst. stärker; Bl. bis 8 cm
lg., 8,5—10 cm 0, gelb: Pet. dunkler gestreift. —
Heimat?
v. salmonea Y. Ito: Bl. etwas kleiner; Pet.
lachsfarben, dunkler gestreift; Sep. hell- bis. dunkel-
rosa.
Lobivia wegheiana Backbg. (2: 3)
K. später polsterbildend, mit sehr langer Rübe; Ri.
bis 20; Rst. 7—8, nach beiden Seiten strahlend,
anfangs dunkel, ziemlich steif; Mst. 1, ca. 4 cm lg.,
nach oben gerichtet; St. später hellfarben, z. T. auch
die Rst. länger; Bl. ca. 6 cm lg., hellfliederfarben,
angenehm duftend. — Bolivien (Gebiet von
Oruro).
v. leucantha Backbg. n.n. hat
weißlich-bernsteinfarbene St., die meist länger und stärker seitlich
verflochten sind; Mst. dunkler, bis 6 cm lg.; die
Bl. weicht durch schmalere, längere, stärker
abgebogene Sep. ab.
Lobivia wessneriana Fritz.: Lobivia rebutioides
v. sublimiflora (Backbg. ex Wessn.) Backbg.
Lobivia westii P. C. Hutch. (1: 1)
K. gruppenbildend, Einzelköpfe bis 20 cm lg., 6 cm
0, dunkelgrün; Ri. 16—18, schmal und
scharfkantig; Rst. ca. 8, bis 9 mm lg.; Mst. 1, bis 2,5 cm
lg., später bis 4 cm lg. und verbogen; St. strohfarben,
braun gespitzt oder braun bis grau; Bl. bis 7 cm lg.,
4 cm 0, schlank glockig-trichterig; R. relativ lg.;
Sep. orangerosa bis goldorange; Pet. hell goldorange.
— Peru (Dept. Apurimac).
Lobivia wrightiana Backbg. (2: 12)
K. später zuweilen sprossend, Einzelköpfe anfangs
kugelig, später + zylindrisch, dunkel graugrün;
längere Rübenwz.; Ri. ca. 17; Rst. ca. 10, ca. 5 bis
7 mm lg., weich, spreizend angelegt; Mst. 1,
fühlerartig wahllos nach allen Richtungen gestellt,
gedreht bis gebogen, bis 7 cm lg.; Bl. ca. 6 cm lg.,
dünntrichterig, zart lilarosa. — Mittelperu (Man-
taro-Tal). Variiert leicht in der Pet.-Form.
Die v. brevispina Backbg. ist durch kürzere St.
und blasser getönte Bl. unterschieden.
Hierher gehören ferner die unbeschriebenen Ritter-
Arten:
Lobivia imporana Ritt., „verwandt mit L. late-
ritia": helle St., große farbige BL". — Bolivien
(Chuquisaca). (FR 82 B.)
v. elongata Ritt. (FR 82), und v. brevispina Ritt.
(FR 82 C).
Lobivia megacarpa Ritt. (FR 809), mit „L. cae-
spitosa verwandt", mit anscheinend besonders
auffällig großen Früchten (s. auch weiter oben).
Lobiviopsis Fric war nur ein Name für die Gattung
Pseudolobivia.
Lophocereus (Berg.) Br. & R. (169)
Aufrechte, von unten verzweigende, selten einen
kurzen Stamm aufweisende, nachtblütige
Säulenkakteen; eine Art mit schein-monströsem Anfangs-
Lophocereus — Lophophora 217
Stadium. Blühende Areolen groß und filzig, z. T. mit
stark modifizierten Stacheln, so daß die Triebenden
fast bürstenartig langborstig verhüllt sind. Die
relativ kleinen, trichterigen Blüten können zu mehreren
gleichzeitig aus einer Areole erscheinen. Röhre und
Ovarium sind gering beschuppt. Die Frucht, eine
kleinere, rote, kugelige Beere, ist kahl, mitunter
werden daran Stächelchen beobachtet; meist sind
sie gänzlich reduziert. Die Samen sind ziemlich
klein, glänzend schwarz. Unterscheidbar und
beschrieben sind 4 Arten. — Verbreitung: USA
(Südarizona) bis Mexiko (Nieder-Kalifornien, So-
nora und Sinaloa). [®,]
Lophocereus australis (K. Brand.) Br. & R. wird
als var. des L. schottii angesehen, mit kurzem
Stamm sowie dünneren und längeren Tr.
Lophocereus gatesii M. E. Jon.
K. von der Basis reich verzweigt, bis 3 m breite
Gruppen bildend; Tr. bis 3 m h., ca. 9 cm 0, blaß
olivgrün; Ri. 10—15; Rst. 8—10, starknadelig, sehr
hellgrau; Mst. 2, später bis 5, ca. 1,5 cm lg. und mehr,
pfriemlich; St. unten zwiebelig verdickt; fertile
Tr. mit stärker wolligen Ar. und bis 20 St., bis
6 cm lg., hellgrau; Bl. 3 cm lg. und 0, dunkel
korallenrot; Fr. ?. — Mexiko (Niederkalifornien).
Lophocereus mieckleyanus (Wgt.) Backbg.
K. mit + lang andauerndem schein-monströsem
Anfangsstadium, das auch erhalten bleiben kann;
Tr. saftgrün bis hellgrün, matt, teilweise schwach
bereift; Ri. in verschiedener Form gebrochen bzw.
versetzt, wenn normal geworden schmal und hoch,
wenige; Ar. unregelmäßig verteilt, kurz befilzt,
später kahl; St. meist fehlend, gelegentlich einzelne
wie bei L. schottii, im Oberteil borstig, 1—3 cm lg.,
oder nur vereinzelt kleine Bst. vorhanden, ohne
auffällige Modifizierung wie bei L. schottii; Bl. rosa,
vereinzelt oder zahlreicher erscheinend. — Mexiko
(Niederkalifornien). (Abb. 203.)
In der anomalen Rippenform stark variabel. Lind-
say stellt 2 Formen zum Typus des Genus (s. unten).
Gates sah schon nicht nur eine eigene Art darin,
sondern sogar ein eigenes Genus und zwar unter dem
Namen Weinbergia cereiformis Hort. (C. & S. J.
[US], III: 137. 1932). Auffällig ist auch, daß beide
von Lindsay getrennt gehaltenen „Formen"
nordöstlich El Arco in verhältnismäßig geringer
Entfernung voneinander angetroffen wurden, z. T. einen
großen Bestand bildend!
Lophocereus sargentianus (Orc.) Br. & R.
K. Gruppen zu 8 und mehr Tr. bildend; Ri. 5—6;
Tr.: sterile bis 1,50 m h., St. 10 oder mehr, bis
1,8 cm lg., fertile Tr. bis 4,50 m h., St. stärker
modifiziert, lang, biegsam, steifborstig, bis 50 in einer
Ar.; Bl. 2,5 cm lg., rosa. — Mexiko
(Niederkalifornien). (Abb. 202 lks.) Die Bl. ist auffällig kleiner
als bei L. schottii.
Blütenvergleich in „Die Cactac." IV: 2282, Abb.
2185—86. 1960.
Lophocereus schottii (Eng.) Br. & R. (T.)
K. stammlos, zahlreiche Tr. bildend, bis 3 (—7) m h.,
± gelbgrün, ± reifig; Ri. 5—7 (—9); St. an sterilen
Tr. anfangs ca. 5 oder mehr, 6—8 mm lg.,
pfriemlich, an der Basis stark zwiebelig verdickt, anfangs
dunkelrötlich, später auch 1 Mst.; St. an fertilen Tr.
dünner und länger, bis ca. 25 (oder mehr?); Bl.
ca. 4 cm lg., 3 cm 0, weiß bis (?) rötlich. — Mexiko
(Niederkalifornien, Sonora, Sinaloa) bis USA
(Südarizona). (Abb. 202 rechts.)
v. australis (K. Brand.) Borg: K. mit kurzem
Stamm, bis 50 cm 0, Krone bis 8 m h. und 5 m
br.; Tr. gelbgrün, bis 6 m lg., bis 10 cm 0; Ri.
6—9, scharfkantig, an fertilen Tr. auf 9—11
vermehrt, oben gerundet; Ar. unten 1—2 cm
entfernt, oben bis 1 cm dick; St. an sterilen Tr. 7
randständige, meist 1—2 mittlere, an fertilen Tr.
bis 40 graue Borstenst., bis 7 cm lg.; Bl. wie beim
Typus der Art. Durch höheren Wuchs und seine
Stammbildung unterschieden,
v. tenuis Linds. — C. & S. J. (US), XXXV: 6,
187, 1963.
K. mit stärker spreizenden Tr., diese wenig
verzweigt; Tr. graugrün bis gelbgrün, meist unter
2 m lg., zuweilen auch bis 5 m h., die stärksten
unten 7 cm 0, oben 3 cm 0; Ar. dicht tomentös,
wenn fertil; St. am sterilen Teil 6—8, kurz, grau,
unten verdickt, ein mittlerer bis 1 cm lg., am
fertilen Teil 15—25 St., gedreht, borstig, 2—5 cm
lg.; Bl. bis 3 cm lg. und 0, blaßrosa. — Mexiko
(Sonora, 44 Meilen südöstl. Guaymas).
Der Einbeziehung anderer Arten als Varietäten
sowie der Umbenennung und Trennung der
monströsen Art in L. schotti f. mieckleyanus Linds. und
f. monstrosus Linds. (1. c.) kann hier aus den im
Handbuch dargelegten Gründen — auch angesichts
der in der MARNiER-Sammlung beobachteten
stärkeren Schwankung solcher unregelmäßigen Anfangs-
Rippenbildung — nicht gefolgt werden, bzw. nicht
der Einbeziehung von L. sargentianus zum Typus
der Art. Ebensogut hätte der selbständig belassene
L. gatesii als var. einbezogen werden können.
Zusammenziehungen sind mehr individuelle
Auffassungssache als Wiedergabe des Naturgeschaffenen.
Lophophora Coult. (211)
Einzelne oder z. T. + stark sprossende,
weichfleischige Pflanzen mit starker Rübenwurzel,
bläulich- bis gelblichgrün, stachellos; winzige Stacheln
nur im ersten Sämlingsstadium. Rippen breit und
rundlich, mit + deutlichen Höckern. Die in den
Areolen gebildeten Filzbüschel verdichten sich im
Scheitel, woraus die kleinen weißen, rosa oder blaß-
218 Lophophora — Loxanthocereus
gelben Blüten entstehen. Die beerenartige, längliche
Frucht reift überwiegend noch im gleichen Jahr und
tritt dann aus der Wolle hervor; sie ist nackt, rot
bis rosa. Die Samen sind schwarz, fein-höckrig rauh.
Man kann nach L. Croizat, der das Genus am
eingehendsten untersuchte, 3 Arten mit den unten
verzeichneten Varietäten unterscheiden. —
Verbreitung: Mittelmexiko bis USA (Südtexas). [®.]
Die Pflanzen galten bei den altmexikanischen Indios
als „Peyotl“-Gottheit; man schrieb ihnen magische
Kräfte zu, denn sie enthalten 9 Alkaloide, und das
Mescalin ruft einen eigenartigen Rauschzustand
hervor. Es ist darüber eine umfangreiche Literatur
entstanden. Zeitweilig wurde das Genus Anhalonium
genannt.
Lophophora echinata Croiz.
K. einzeln, bis 13 cm 0, blaugrün (auch reingrün
gesehen); Ri. ca. 10 und mehr, in 5—6seitige Höcker
aufgelöst; Ar. mit reichlichen Haarbüscheln; Bl. bis
2,5 cm lg. und 0, weiß; Fr. + blaßrosa. — USA
(Texas). (Abb. 204.)
v. diffusa Croiz. weicht durch breitrunde, unter
sich nur wenig zusammenfließende Höcker ab.
Lophophora jourdaniana (Reb.) Krzgr.: nur ein
Name für eine violettrosa blühende Form von
Lophophora williamsii (Lem. ex SD.) Coult.
Lophophora lewinii (Henn.) Rusby ist nach Croizat
Epithelantha micromeris v. greggii (Eng.) Borg.
Lophophora lutea (Rouh.) Backbg.
K. einzeln, fahlgrün; Ri. mit gewundenen
Längsfurchen, leicht gefeldert; Bl. größer, gelblich weiß.—
Standort nicht angegeben.
Lophophora williamsii (Lem. ex SD.) Coult. (T.)
K. bläulich-graugrün; Ri. 8 (—10), nur undeutlich
zusammenfließend gehöckert; steife Haarbüschel;
Bl. klein, kurz, ca. 1,25 cm 0, rosa; Perigonbl.
wenige; Fr. rötlich. — USA (östliche Südstaaten)
bis Mexiko (nördliche Staaten bis Querétaro).
v. caespitosa Hort, scheint nur eine Rasse zu sein,
stark sprossend und zuletzt große Polster bildend,
Einzelköpfe kleiner.
v. decipiens Croiz.: kleiner als der Typus, bis ca.
6 cm 0; Ri. zuerst ca. 11, dann in konische Höcker
aufgelöst; Bl. rosa, längere R.
v. pentagona Croiz. weicht durch nur 5 breitere,
undeutlich gehöckerte Ri. ab; Bl. auch breiter.
v. pluricostata Croiz.: häufiger sprossend; Ri.
10—13; Höcker undeutlich zusammenfließend;
Bl. klein, rosa; R. kurz.
v. texana (Fric ex Krzgr.) Backbg. ist vom Typus
durch + gerade herablaufende Ri. (bis 14), kaum
gehöckert, unterschieden.
Lophophora ziegleri oder ziegleriana Schmoll:
Lophophora lutea (Rouh.) Backbg.
Loxanthocereus Backbg. (68)
Aufrechte bis niederliegende und wieder
aufsteigende, überwiegend verhältnismäßig schlanke
Säulenkakteen. Einige Arten zeigen leichte Haarbildung
im Scheitel. Rippen zierlich bis höckrig getrennt. Die
Blüten sind rot in leicht unterschiedlichem Ton,
überwiegend + schrägsaumig, selten fast radiär, die
Blütenöffnung trichterig, nicht verengt, die Röhre
+ gekrümmt; z. T. wird geringe Haarbildung in der
Röhre beobachtet, aber kein Gattungsmerkmal, da
bei anderen Arten fehlend. Die Früchte sind relativ
klein, die Samen wohl immer + schwarz.
Beschrieben sind 32 Arten. — Verbreitung: Nur in Peru
(von nahe Meeresküste bis auf 3300 m). [(g).]
Kulturpflanzen sind nicht selten feiner bestachelt,
die Mittelstacheln auch kürzer; diese Veränderung
ist in einigen Fällen beträchtlich. Daher ergäben —
wie bei Haageocereus — nur Doppelbeschreibungen
eine ausreichende Kenntnis der Habitusunterschiede.
Hier ist der Originalhabitus beschrieben.
Loxanthocereus acanthurus (Vpl.) Backbg. (T.)
K. niederliegend, z. T. aufsteigend, manchmal über
Felsen hängend; Tr. bis 50 cm lg., bis 5 cm 0;
Scheitel-H.: filzig-grau; Ri. bis 18, scharf
quergefurcht; Ar. klein, genähert; Rst. ca. 20; Mst. bis 5,
wenig unterschieden; St. ca. 1 cm lg. (1 mittlerer
zuweilen bis 1,5 cm verlängert), im Neutrieb
ockerfarben; Bl. bis 5 cm lg., Scharlach- bis karminrot
(Rauh); R. wenig gekrümmt; Fr. bis 2,5 cm 0. —
Peru (bei Matucana). Bei sehr warmem Wetter sind
die Perigonblätter stark zurückgebogen,
v. ferox (Backbg.) Backbg.: zwischen 25—28
Rst. 1 bis 2 cm lg., kräftiger, bräunlich-horn-
farbener Mst. (Abb. 205.)
Loxanthocereus aticensis Rauh & Backbg.
K. teilweise niederliegend, bis 50 cm lg.; Tr. bis
5 cm 0; Ri. ca. 12; Ar. klein, rund, auf warzig-
höckriger Erhebung; Rst. ca. 15, 1—1,5 cm lg.,
anfangs graubraun; Mst. (1—) 2 (—4), bis 2,5 cm lg.,
graubraun, bereift, mit dunkelvioletter Spitze; Bl.
rot (nur als Knospen beobachtet). Fr. unbekannt. —
Südperu (bei Atico).
Loxanthocereus (?) brevispinus Rauh & Backbg.
K. aufrecht, bis 30 cm h.; Tr. bis 6 cm 0; Ri. ca. 14,
mit seichter V-Kerbe; Ar. länglich; Rst. bis 25, nur
3—4 mm lg., im Neutrieb gelblich mit fast schwarzer
Spitze; Mst. 1—3, 1,5—2 cm lg., sehr derb, meist
schräg aufwärts gerichtet, anfangs
graubraunviolett; Bl. und Fr. unbekannt. —-Peru (Pisco-
Tal).
Loxanthocereus camanaensis Rauh & Backbg.
K. niederliegend, nur bis 20 cm lg.; Tr. 4 cm 0; Ri.
ca. 13 (—14), durch scharfe Querfurchen höckrig
geteilt; Ar. rund, ca. 1 cm entfernt; Rst. ca. 6—10,
bis 5 mm lg., strahlend, kräftig nadelig; Mst. 1—2
Loxanthocereus 219
(—3), bis 3 cm lg., derbnadelig, starrend, anfangs
graubraun; BI. in Scheitelnähe, ca. 8 cm lg., + zy-
gomorph, + orangerot; Fr. ca. 2 cm lg., 2,2 cm 0,
grünlich; S. glänzend schwarz. — Südperu (Loma-
Wüste).
Loxanthocereus canetensis Rauh & Backbg.
K. niederliegend, bis 80 cm lg.; Tr. bis 8 cm 0;
Ri. 21, quergefurcht; Rst. 20—30, 5 mm lg., fast
borstenförmig, bräunlich, vergrauend; Mst. 0—1
(—3), manchmal 1 bis 1,5 cm lg.; Bl. bis 10 cm lg.,
+ zygomorph, lebhaft zinnoberrot; Fr. dunkel-
weinrot, ca. 1,5 cm lg. — Peru (Cafiete-Tal, Im-
perial).
Loxanthocereus cantaensis Rauh & Backbg.
K. aufrecht bis + niederliegend, rübige Wz.; Tr.
bis 60 cm lg., bis 5 cm 0; Ri. 18; Ar. sehr klein;
Rst. sehr zahlreich, ca. 5 mm lg., dünn,
borstenförmig, anfangs lederbraun; Mst. meist 1, bis 2,5 cm
lg., anfangs dunkelbraun; BL ca. 8 (—10) cm lg., ca.
3 cm 0, schwach zygomorph, lebhaft karminrot;
Fr.? — Peru (Canta-Tal).
Loxanthocereus clavispinus Rauh & Backbg.
K. aufrecht, von der Basis verzweigend, mit dicker
Wz.; Tr. 20—50 cm h., 8—10 cm 0; Ri. 14; Ar.
dichtstehend; Rst. bis 30, ca. 1,5 cm lg., sehr derb,
bräunlich; Mst. 2—3, bis 3 cm lg., nageiförmig steif,
anfangs mit hellgrau bereifter Basis, Spitze
schokoladenbraun; BI. rot mit stark gekrümmter, bis 8 cm
lg. R.; Fr.? — Peru (Nazca-Tal).
Loxanthocereus crassiserpens (Rauh & Backbg.)
Rauh & Backbg.
K. niederliegend, mäßig verzweigt; Tr. bis 2 m lg.,
3—4 cm 0; Ri. ca. 12; Ar. + länglich, klein, auf
etwas höckrigen Erhebungen; Rst. ca. 20, ca. 5 bis
7 mm lg., strahlend, dünn, gelblich-bräunlich; Mst.
kaum unterscheidbar, 1—2, längere, bzw. am Scheitel
oft 1 oberer Rst. borstenartig verlängert, bis 2 cm
lg., bräunlich, Basis dunkler; Bl. mäßig gebogen,
rot. — Nordperu (Olmos: Ostseite).
Loxanthocereus cullmannianus Backbg.
K. aufrecht, wahrscheinlich später von unten
verzweigend; Tr. bis ca. 60 cm lg., ca. 6,5 cm 0,
mattgrün; Ar. ca. 5 mm lg., 4 mm 0; Rst. ca. 32, bis
9 mm lg., allseitig strahlend, fein, gelblich; Mst. 2,
bis 2 cm lg., je einer aufwärts, einer abwärts
gerichtet, kräftig nadelig, bräunlich, bald verblassend;
schon die Knospen zygomorph; BI. 9 cm lg., 4,5 cm
0, zygomorph, lachsfarben; Sep. hell lachsorange;
Fr. ca. 4 cm lg., leicht gelbgrünlich. — Peru.
Loxanthocereus erectispinus Rauh & Backbg.
K. niederliegend und bogig aufsteigend; Tr. bis
60 cm lg., bis 3 cm 0; Ri. 16; Ar. ziemlich groß,
länglich, genähert; Rst. sehr zahlreich, bis 1,5 cm
lg., stärker abstehend, sehr dünn; Mst. (kaum unter-
15 Kaktecnlcxikon
schieden) 2—4, bis ca. 3 cm lg., dünn, brüchig,
schräg aufwärts gerichtet, manchmal hell goldgelb;
Knospenwolle stehenbleibend; Bl. (nur als Knospen
beobachtet) zinnoberrot; Fr.? — Mittelperu (Chu-
rin-Tal).
Durch dichte, fast borstenförmige Bestachlung
unterschieden.
Loxanthocereus erigens Rauh & Backbg.
K. aufrecht, von der Basis verzweigt, bis 1,50 m h.;
Tr. bis 10 cm 0; Ri. 14; Ar. dichtstehend; Rst.
zahlreich, 1 cm lg., borstenfein, gelblich braun,
vergrauend; Mst. 1—3, 2 (—2,5) cm lg., derbnadelig,
lederbraun, später grau; Bl. ca. 8 cm lg., meist auf
einer Seite, zinnoberrot; Fr. ca. 2 cm 0, unreif
weinrot. — Mittelperu (Canete-Tal).
Loxanthocereus eriotrichus (Werd. & Backbg.)
Backbg.
K. verzweigt, halb niederliegend; Tr. bis 40 cm lg.,
bis 3,5 cm 0; Ri. ca. 16; Ar. anfangs stark
gelbfilzig, später verlängerte Wollhaare bildend, im
Scheitel verdichtet; Rst. bis 15, bis 8 mm lg.; Mst.
3—6, gleichlang, schwer unterscheidbar; St. anfangs
gelblich-weiß, später grau, teilweise dunkel gespitzt;
Bl. feuerrot; Fr. kirschgroß, gelbgrün. — Peru
(Rimac-Tal).
Loxanthocereus eulalianus Rauh & Backbg.
K. niederliegend bis halb aufgerichtet; Tr. bis
30 cm lg., 3—5 cm 0; Ri. ca. 19, ohne Querfurche;
Rst. ca. 30, dünn, zuweilen 1 längerer, kräftigerer
oberer, bis 2 cm lg., gelb, übrige anfangs goldbraun;
Mst. kaum geschieden, bis 10; Bl. u. Fr. unbekannt.
— Mittelperu (Eulalia-Tal).
Rauh schrieb die Art später L. eulaliensis.
Loxanthocereus faustianus (Backbg.) Backbg.
K. niederliegend bis aufsteigend; Tr. bis 40 cm lg.,
bis 5 cm 0; Ri. ca. 18; Ar. ziemlich dichtstehend;
Rst. 35—40, bis 1 cm lg., borstenartig fein; Mst.
schwer unterscheidbar, bis 6, 1—3 längere, ca. 3 cm
lg., sehr derb; St. anfangs unten gelb, oben braun,
später schwarz werdend, ziemlich wirr stehend; Bl.
ca. 6 cm lg., trichterig schräg erweiternd, feuerrot;
Fr. klein, kugelig. — Peru (Rimac- und Eulalia-
Tal).
Loxanthocereus ferrugineus Rauh & Backbg.
K. aufrecht, von der Basis verzweigend; Tr. bis
80 cm h., 4—5 cm 0; Ri. 20; Rst. zahlreich, dünn,
+ verflochten; Mst. 1—4, jeweils 2 längere, der
längste bis 2 cm lg., im Scheitel aufgerichtet, später
horizontal abstehend oder + abwärts geneigt, derb,
rostbraun, später grau; Bl. 10 cm lg., zinnoberrot;
Fr. bis 4 cm 0, blaß weinrot. — Peru (Nazca-Tal).
Loxanthocereus gracilis (Akers & Buin.) Backbg.
K. niederliegend, mit unterirdischem holzigem
Wurzelstock; Tr. 10—20, ca. 5 cm 0; Ri. 11, gehöckert;
220 Loxanthocereus
Bst. 8, ca. 1 cm lg., strahlend, steif, gelb; Mst. 1—3,
ca. 2 cm lg., steif, gelb; Bl. zygomorph, orange-
scharlach; R. s-förmig gekrümmt; Fr. höckrig,
gelbgrün. — Südperu (bei Chavina).
Loxanthocereus gracilispinus Rauh & Backbg.
K. niederliegend, von unten verzweigend; Tr. bis
60 cm lg., bis ca. 10 cm 0; Ri. 18, sehr schmal; Ar.
sehr klein; Rst. sehr zahlreich, bis 5 mm lg., dünn,
in Scheitelnähe mit feinen weißen Wollhaaren
untermischt, im Scheitel einen aufgerichteten Schöpf
bildend; Mst. bis über 10, Hauptst. 1, bis 2 cm lg.,
anfangs dunkelbraun mit gelblichem Fuß, fein-
nadelig; Bl. bis ca. 12 cm lg., 2 cm 0, zinnoberrot,
fast radiär, aus dicken Wollareolen entspringend,
alte Knospenwolle stehenbleibend; Fr. grünlich. —
Mittelperu (Loma-Wüste bei Pachacamac).
Loxanthocereus granditessellatus Rauh & Backbg.
K. niederliegend; Tr. bis 2 m lg., 5 cm 0; Ri. 6—7,
auffällig durch Querfurchen gefeldert, Felder
scharfkantig umgrenzt,. Rand + bereift erscheinend; Rst.
8—10, ungleich, bis 1 cm lg., derb, bräunlich,
purpurbraun gespitzt; Mst. 1—2, bis 5 cm lg., sehr derb,
anfangs purpurbraun; Bl. bis 10 cm (?) lg., rot; R.
schlank, + gekrümmt, mit dichten Büscheln krauser
Wollhaare; Fr. kugelig, bis 3 cm 0, grün. — Mittel -
peru (Santa-Tal).
Loxanthocereus hystrix Rauh & Backbg.
E. niederliegend und bogig aufsteigend, bis 1,50 m
lg., bis 10 cm 0, wild bestachelt; Ri. bis 15 (—16);
Rst. zahlreich, bis 2,5 cm lg., derb, allseitig spreizend,
anfangs oliv-bräunlich, dann vergrauend,
dunkelbraun gespitzt; Mst. 6—8, bis 2,5 cm lg., 1 Hauptst.
bis 10 cm lg., sehr derb, oft gedreht; St. + braun
und später reif ig; Bl. (nur als Knospen gesehen)
5 cm (später wohl mehr) lg., rot. — Peru (Nazca-
Lucanas).
v. brunnescens Rauh: dicker, bis 19rippig; Ri.
eingeschnürt; Rst. meist bis 1 cm lg., mit
derberen, bis 1,5 cm lg., lederbraunen untermischt;
Mst. meist 1, bis 5 cm lg., stumpf lederbraun, nicht
bereift oder gedreht.
Loxanthocereus jajoianus (Backbg.) Backbg.
K. gruppenbildend, aufrecht bis gebogen, bis 60 cm
h.; Tr. bis 6 cm 0; Ri. ca. 12; Rst. ca. 20, bis 6 mm
lg.; Mst. 1—4, bis 6 cm lg., Fuß verdickt, derb;
St. strohgelb; Bl. lachsorange, ca. 7 cm lg.; Fr.
kugelig., ca. 1,3 cm 0, gelbgrün, kurz weiß
wollflockig; S. mattschwarz, 1,25 mm gr. — Südperu
(Uyupampa).
Loxanthocereus keller-badensis Backbg. & Krainz
K. vom Grunde verzweigt, bis 65 cm h.; Tr. bis
5,6 cm 0; Ri. ca. 15; Ar. dichtstehend, anfangs
gelbfilzig, später weiß; Rst. 25—30, bis 8 mm lg.,
hellbraungelb, später weißlich-grau; Mst. 1—3,
mittelster gerade abstehend, 1,6 cm lg., andere
kürzer, gelb, später schwärzlich; Bl. bis 8 cm lg.,
trichterig verbreiternd und ziemlich weit öffnend, bläulich-
karmin; Fr. ca. 1,2 cm 0, rund, grün. — Peru
(Rimac-Seitentäler).
Loxanthocereus multifloccosus Rauh & Backbg.
K. niederliegend, von der Basis verzweigt; Tr. bis
40 cm lg., 5 (—8) cm 0; Ri. 17—18; Rst. zahlreich,
bis 1 cm lg., strahlend, verflochten, im Neutrieb
schneeweiß; Mst. kaum unterschieden, 1 (—2) bis
2 cm lg., etwas derber, braun; Bst.-H. (keine weichen
H.) im Scheitel; Ar. zuletzt ein dichtes weißes
Wollbüschel bildend, z. T. den ganzen Trieb entlang
stehenbleibend; Bl. zinnoberrot; R. fast gerade. —
Peru (Loma-Wüste, bei Pachacamac).
Loxanthocereus nanus (Akers) Backbg.
K. stark sprossend; Tr. nur bis 10 cm lg.; Ri. 12—14;
Rst. u. Mst. an Zahl und Länge verschieden, schwer
unterscheidbar, abstehend, im Neutrieb braun; Bl.
zinnoberrot, schwach zygomorph. — Südperu (bei
Chala-Atico).
Loxanthocereus neglectus Ritt. — „Taxon",
XIII: 3, 116. 1964.
K. ähnlich L. faustianus, aber kürzer und schlanker;
Tr. nur 2,3 cm 0, niederliegend; St. zahlreicher;
Rst. 20—30, 3—8 mm lg., blaßgelb oder braungelb;
Mst. 15—20; Bl. weniger zygomorph, 5—7 cm lg.;
R. weniger trichterig; Pet. nur halb so lang, 1,7 bis
2 cm lg.; Stbf. ± gleichlang; N. kürzer, blaßgelb. —
Peru (östl. Lima, bei Santa Clara) (FR 135).
v. chimbotensis Ritt. : 1. c.: Ar. 3—5 mm
entfernt; St. etwas geringer an Zahl, in der Jugend
sehr variabel: braun- oder fuchsrot oder
blaßgelb; Mst. stets intensiver dunkelbraun; S.
kleiner, schwach glänzend (beim Typus der Art
stumpf). — Peru (Küstengebirge bei Chimbote)
(FR 277 a).
Loxanthocereus otuscensis Ritt., unbeschrieben, ist
wohl mit Loxanthocereus sulcifer Rauh & Backbg.
identisch.
Loxanthocereus pachycladus Rauh & Backbg.
K. teilweise niederliegend, mit aufgerichteten
Triebenden; Tr. 2 (—2,50) m lg., bis 10 cm 0; Ri. 10
(—12), zwischen den Ar. eingeschnürt, mit V-Kerbe;
Rst. 8—12, bis ca. 1,5 cm lg., sehr derb, anfangs
gelbbraun mit dunkler Basis, später grau bereift,
braun gespitzt; Mst. 1, bis 7 cm lg., sehr derb,
anfangs ledergelb, quergeriffelt, dann vergrauend;
Bl. und Fr. unbekannt. —Mittelperu(Canete-Tal).
Loxanthocereus parvitessellatus Ritt.,
unbeschrieben, scheint Loxanthocereus sulcifer Rauh &
Backbg. bzw. seiner v. longispinus nahezustehen.
Loxanthocereus peculiaris Rauh & Backbg.
K. teilweise niederliegend; Tr. bis 80 cm lg., bis
5 cm 0; Ri. 17 (—18); Ar. sehr klein; Rst.
zahlreich, bis 5 mm lg., borstenfein, anfangs gelblich-
braun, verflechtend; Mst. 1—2 (—4), ca. 2 cm lg.
Loxanthocereus — Machaerocereus 221
(längste bis 3,5 cm lg.), anfangs gelblichbraun,
schräg abwärts oder aufwärts gerichtet; Bl. bis
8 cm lg., ca. 2 cm 0, fast radiär, zinnober-karmin;
R. nur 5 mm 0, zinnoberrot. — Südperu(Pisco-Tal).
Loxanthocereus piscoensis Rauh & Bagkbg.
K. teilweise niederliegend, von der Basis verzweigt;
Tr. bis 1 m lg., bis 8 cm 0; Ri. 10—12,
quergefurcht; Rst. bis ca. 15, 1—1,5 cm lg., z. T. recht
kräftig, anfangs, wie die Mst., oben gelbbraun, unten
blaßgelb, dann gelbbräunlich; Mst. meist 1 (—4),
sehr derb, bis 5 cm lg., später abwärts gerichtet; Ar.
zuerst hellbraun, 1—1,2 cm entfernt, dann grau,
ziemlich groß, oberer knospender Teil braun; Bl.
stark zygomorph, bis 9,5 cm lg., 3,5 cm 0; Ov. und
unterer R.-Teil grün, weiß behaart, nach oben zu
R. braunhaarig; Pet. wie die zurückgebogenen Sep.
schmalspitz, hell gelblich-reinrot, besonders rück-
seits bzw. als Mittellinie mit karmin Anflug; Stbb.
und Stbf. karminviolett, letztere unten mit kurzen
H.; Gr. blaßrosa, 2 cm herausragend; N. köpf ig
verbunden, rot; Fr.? — Peru (Pisco- und Canete-Tal).
(Abb. 206.)
Rauh sah nur die nicht voll geöffnete BL, daher
seine Längenangabe von 6 cm; er stellte die Art
zu Borzicactus wegen der kurzen Haarbildung am
Staubfädenfuß. Diese wurde aber z. B. auch bei
einigen Haageocereusarten beobachtet.
Ausschlaggebend ist hier die offene Trichterform des Perigons.
Loxanthocereus pullatus Rauh & Backbg.
K. niederliegend und etwas aufsteigend; Tr. bis
50 cm lg., 3—5 cm 0; Ri. ca. 18; Rst. ca. 20, bis
7 (—10) mm lg., dünn, hornfarben, verflochten;
Mst. 1—4, 1—2 längste bis 2,5 cm lg., aufwärts
gerichtet, bräunlich, im Scheitel + verflochten, +
mit Haaren durchsetzt, dunkelbraun, bald schwarz
werdend, Basis heller; Bl. zinnoberrot; R. 4 cm lg. —
Peru (Wüstengebiet nördlich Lima),
v. brevispimis Rauh & Backbg.: Mst. kürzer, im
Scheitel weniger verflochten, zuweilen fehlend
(Rauh).
v. lulviceps Rauh & Backbg.: Mst. länger, ±
grünlich-gelb; Scheitel stärker ockerfilzig.
Loxanthocereus rhodoflorus Akers (?) n. nud. ist
vielleicht mit Loxanthocereus gracilispinus Rauh
& Backbg. identisch.
Loxanthocereus (?) riomajensis Rauh & Backbg.
K. wenig verzweigt; Tr. bis 50 cm lg., bis 3 (—5) cm
0, mit auffallend dichter, starrer Bestachelung; Ri.
bis 17; Rst. zahlreich, sehr steif, stechend, bis 1 cm
lg.; Mst. als Hauptst. nur bis 1,5 cm lg., schräg
abwärts gerichtet; St. mehlig-graugelb bis rötlich-grau,
violett-schwarz gespitzt; Bl. unbekannt. —
Südperu (Rio Majes-Tal).
Loxanthocereus sextonianus (Backbg.) Backbg.
K. niederliegend, holziger unterirdischer
Pflanzenteil; Tr. (in Kultur) bis 1,50 cm lg., bis 3 cm 0, tief
seitlich verzweigt; Ri. ca. 13; Ar. sehr klein,
dichtstehend; Rst. bis 30, 0,5 cm lg., sehr dünn,
strahlend, rosa-gelblich, grau oder braun; Mst. schwer
unterscheidbar, 1—2, bis 3 cm lg., längste jeweils
an Krümmungs-Außenseite des Tr., schräg abwärts
gerichtet, grau, im Scheitel dunkelbraun; Bl. ca.
5—6 cm lg., rot; R. sehr schlank; Fr. grün. — Peru
(oberhalb Mollendo).
Loxanthocereus splendens (Akers) Backbg.
K. aufrecht bis niederliegend; Tr. ca. 3 cm 0; Ri.
ca. 12—14; Rst. bis ca. 14, dünn; Mst. 1—4,
kräftiger, 1 längerer bräunlich, vorgestreckt, im Scheitel
aufgerichtet; Bl. rot; R. kräftiger. — Peru
(Standort unbekannt).
Loxanthocereus sulciler Rauh & Backbg.
K. niederliegend und bogig aufsteigend; Tr. 1—2 m
lg., bis 8 cm 0; Ri. ca. 8, in längliche sechskantige
Höckerfelder geteilt, Längsfurche über der Ar.;
Ar. allmählich größer werdend, wenn blühbar mit
gelbbraunem dickerem Filz; Rst. bis 10, 5—9 mm
lg., hell- bis dunkelbraun; Mst. 1—4 (4: über Kreuz),
2,5—4 cm lg., derb, gelblich bis dunkler; Bl.
zygomorph, 4 cm 0, lebhaft zinno¾er- bis karminrot;
Fr. (unreif) ca. 1 cm gr. — Peru (Rio Fortaleza).
v. longispinus Rauh & Backbg.: Von dem
variablen Typus deutlich abweichend in mehr
gleichseitiger als länglicher Form der Felder und
überwiegend längeren Mst.
Machaerocereus Br. & R. (143)
Kriechende bis dichtstrauchig aufgerichtete Cereen
mit z. T. wilder Bestachlung, Mittelstachel +
dolchartig geformt, worauf der Gattungsname hinweist.
Die Blüten sind zierlich-röhrig, rosa bis weiß, wohl
nachts, aber bis in den Tag hinein geöffnet. Röhre
und Ovarium weisen Filz in den Schuppenachseln
auf und entwickeln später unten Stacheln. Auch die
kugelige, eßbare Frucht ist zunächst mit Stacheln
bedeckt, die aber bei Reife abfallen. Samen schwarz.
2 Arten sind bisher bekannt. — Verbreitung:
Mexiko (Niederkalifornien und einige benachbarte
Inseln; Sonora?).
Machaerocereus eruca (Brand.) Br. & R. (T.)
K. niederliegend und wurzelnd, mit aufsteigender
Spitze, dickstämmig, dicht bestachelt, wenig
verzweigt, 1—3 m lg.; Tr. 4—8 cm 0; Ri. ca, 12; Ar.
groß; St. ca. 20, ungleich, blaßgrau bis weiß, die
äußeren pfriemlich, die inneren kräftiger, flach,
besonders der rückwärts gerichtete, 3 cm lg.
dolchartige Mst., unten kielartig; Bl. 10—14 cm lg., 4 bis
6 cm 0, weiß, am Grunde zartrosa; Ov. sehr
stachlig; Fr. 4 cm gr., Scharlach. — Mexiko
(Niederkalifornien, Magdalena-Insel). (Abb. 207.) [Muß liegend
kultiviert werden.]
222 Machaerocereus — Malacocarpus
Machaerocereus gummosus (Eng.) Br. & R.
K. vom Grunde aus sparrig verzweigt, bzw. +
aufrecht-buschig; Tr. bis Im lg., 4—6cm 0; Ri. 8
(—9); Rst. 8—12, bis 1 cm lg.; Mst. 3—6, abgeflacht,
1 unterer rückwärts gerichtet, bis 4 cm lg., nicht so
stark dolchartig aussehend wie bei M. eruca; St.
später schwarz werdend; Bl. 10—14 cm lg., außen
purpurn (innen weiß bis rosa: Diguet); Fr. 6—8 cm
gr., + rötlichgrün.
Maihuenia Phil. (3)
Die Arten dieser Gattung bilden meist rundliche,
nur in einem Falle flachere Polster mit +
zylindrischen Trieben, länger ausdauernden Blättchen von
zylindrischer bis + eiförmiger Gestalt und Blüten,
die ziemlich groß, weiß, + gelb oder rot sind. Der
Blütensitz ist nicht bei allen geklärt. Die Samen
sind, soweit bekannt, schwarz und glänzend. Es sind
bisher 5 Arten beschrieben-worden. —
Verbreitung: Höhere Kordillerenlagen des südlicheren
Chile und im südwestlichen Andengebiet
Argentiniens [wächst langsam].
Maihuenia albolanata Ritt, und v. viridulispina
Ritt.: unbeschrieben bzw. nur Namen.
Maihuenia brachydelphyg (K. Sch.) K. Sch.
K. rasenförmig; G. sehr kurz, selten über 2 cm lg.,
bis 1 cm 0, zylindrisch; B. 2—3 cm lg., spitz; St.
meist nur 1, 3 cm und mehr lg., stielrund, steif,
stechend, gelb, unten bräunlich; Bl. bis 3,5 cm lg.,
5 cm 0, rot, aus fast endständiger Ar. mit
Wollfilz; Fr. unbekannt. — Grenze zwischen Chile und
Argentinien (Paso Cruz).
Maihuenia patagonica (Phil.) Speg. non sensu Br.
6 R.
K. polsterbildend, 20—30 cm h., dicht verzweigt;
G. ca. 2,8 cm lg., bis ca. 1,2 cm 0, + zylindrisch;
B. 2—4 mm lg., eiförmig; St. 3, bis 1cm lg., der
mittlere bis 4 cm lg., alle hell fleischfarben, dann
grau; Bl. 3,5—4 cm 0, gelblich-weiß, „an der Spitze
der Zweige"; Fr. ca. 2 cm 0, kugelig. —
Patagonien.
Maihuenia patagonica sensu Br. & R.: Maihuenia
philippii (Web.) Web.
Maihuenia philippii (Web.) Web.
K. sehr flache Gruppen bildend; G. bis 1,5 cm 0,
fast kugelig; B. pfriemlich; junge Ar. mit weißen
H.; St.: die längsten 1—1,5 cm lg., weich, weiß;
Bl. ca. 3 cm lg., weiß, endständig; Fr. ca. 1 cm lg. —
Chile (Kordillere von Linares).
Maihuenia poeppigii (Otto) Web. non Speg. (T.)
K. bis 1 m breite, dichte Kolonien bildend; G. 6 cm
lg., 1,5 cm 0, zylindrisch; B. 4—6 mm lg.,
zylindrisch; St. 3, 2 sehr kurz, einer bis 2 cm lg., gelblich;
Bl. gelb, endständig (Br. & R.), sitzend bis gestielt
(Vaupel); Fr. 4—5 cm lg., 2—3 cm 0. — Chile
(Chillan, Kordillere von Talca).
Maihuenia poeppigii Speg. non (Otto) Web.:
Maihuenia valentinii Speg.
Maihuenia tehuelches Speg.: Maihuenia patagonica
(Phil.) Speg. non sensu Br. & R.
Maihuenia valentinii Speg.
K. dichte Kolonien bildend, 10—25 cm h.; G. 1 bis
3,5 cm lg., + keulig; B. eiförmig, klein; St. 3, erst
krem, dann rötlich-grau, der mittlere der längste,
2—6 cm lg.; Bl. 2 cm 0, weiß bis hellgelb, nahe am
Triebende; Fr.? — Argentinien (Chubut).
(Abb. 208.)
Maihueniopsis Speg. (12)
Tephrocactus ähnelnde, bisher nicht
wiedergefundene Pflanzen mit dem angeblich einzigartigen
Merkmal basal verwachsener Triebe. Nur 1 Art
beschrieben. — Verbreitung: Nordargentinien (Ju-
juy, Puna bei Santa Catalina) [?].
Maihueniopsis rnoliinoi Speg. (T.)
K. dichte Gruppen bildend; G. eiförmig bis kugelig,
ca. 1—1,5 cm lg. und 0, hellgrün, basal verwachsen;
Ar. 5—6 auf dem freien Teil, mit weißem Filz; Gl.
in den unteren Ar.; je 1 steifer, leicht nach außen
gebogener St. in den beiden oberen Ar., 1,5—2,5 cm
lg., aschbraun, dunkel gespitzt; Bl. ca. 3 cm lg.,
schwefelgelb mit seidigem Glanz; Fr. unbekannt. —
Vorkommen s. oben. (Abb. 209.)
Malacocarpus SD. (109) = Wigginsia
D. M. Port.*) (s. auch dort)
Meist einzeln wachsende, anfangs breitrunde, später
kugelige, selten verlängerte Pflanzen mit einem
Wollschopf im Scheitel. Die kurzen Blüten sind
*) In Taxon XIII: 210, 1964, wurde der 115 Jahre
verwandte Name Salm-Dycks als Homonym des
Zygophyllaceae-Genus Malacocarpus Fisch. & Mey.
(1843) verworfen wie auch Byles Vorschlag, den
ersteren, häufiger verwandten, als nom. cons. zu
erhalten (Dict. of Gen. & Subg. Cactac, 19. 1957).
Er wurde 1. c. von D. M. Porter durch den Namen
Wigginsia ersetzt. Hier war eine Umstellung des
Satzes nicht mehr möglich, und außerdem ist
Malacocarpus noch überwiegend im Gebrauch. Die
gültigen Namen konnten also nur nachgestellt werden,
was aber für die meisten Lexikonbenutzer die
Orientierung erleichtern wird.
Malacocarpus 223
gelb in verschiedener Tönung, die Blütenröhren
stark bewollt. Griffel bzw. Narben sind rot. Die
weichen beerenartigen Früchte werden bei Reife aus
dem Wollscheitel hervorgeschoben. Beschrieben
sind bisher 15 Arten. — Verbreitung: Brasilien,
Uruguay, Argentinien; ein isoliertes Areal in
Kolumbien. [®.; die langsam wachsenden Sämlinge werden
besser gepfropft.]
Da Malacocarpus sensu Br. & R. eine
Sammelgattung war, gab es unter diesem Gattungsnamen
auch Kombinationen, deren Artnamen nach der
Rückführung des Genus auf den ursprünglichen
Umfang heute unter folgenden Gattungen gefunden
werden: Austrocactus, Brasilicactus, Eriocactus,
Frailea, Horridocactus, Islaya, Neochilenia, Noto-
cactus, Parodia, Pyrrhocactus.
Es würde hier zu weit führen, Hinweise auf
Kombinationen mit vorstehenden Gattungen
wiederzugeben. Im Bedarfsfalle möge man die Artnamen
unter den erwähnten Gattungen aufsuchen. Hier
werden nur diejenigen Spezies verzeichnet, deren
ausschlaggebende Merkmale denen der obigen
Gattungsbeschreibung entsprechen, oder, wenn
unbeschrieben, doch hierher gehören.
Malacocarpus aciculatus SD.: Wigginsia erinacea
(Haw.) D. M. Port.
Malacocarpus acuatus SD.: Wigginsia tephracantha
(Lk. & 0.) D. M. Port.
Malacocarpus arechavaletai (K. Sch. ex Speg.) Berg.
— Wigginsia arechavaletai (K. Sch. ex Speg.)
D. M. Port., 1. c, 211
K. ± kugelig, dunkelgrün; Ri. 13—21, gehöckert;
Rst. ca. 9 (oder mehr), bis 2 cm lg., spreizend,
hellfarben, Fuß rot, schwarz gespitzt; Mst. 1 (—4), ca.
2 cm lg., kräftig, gerade abwärts gerichtet,
dunkelbraun bis schwarz; Bl. 3—4 cm lg., bis 5 cm 0,
goldgelb; Fr. bis 2 cm lg., 5 mm 0, weiß. —
Uruguay (bei Maldonado); Spegazzini: auch
benachbartes Argentinien.
Malacocarpus bezrucii Fric war nur ein Name.
Malacocarpus callispinus Y. Ito: Wigginsia
arechavaletai (K. Sch. ex Speg.) D. M. Port.
Malacocarpus corynodes (0. ex Pfeiff.) SD. (T.) —
Wigginsia corynodes (0. ex Pfeiff.) D. M. Port.,
1. c, 211
K. kugelig bis zylindrisch, bis 20 cm h., 10 cm 0
(K. Sch.: bis,60 cm h., 30 cm 0!), dunkelgrün; Ri.
13—16, seicht quergebuchtet; Rst. 7—12, 3 unterste
bis 2 cm lg., trüb gelblich, z. T. geringelt; Mst. 0—1,
etwas länger; Bl. bis 5 cm lg. und 0, kanariengelb;
Fr.länglich, schmutzigrot. — Südbrasilien,
Uruguay, Argentinien.
Malacocarpus corynodes v. erinaceus SD.: Wigginsia
erinacea (Haw.) D. M. Port.
Malacocarpus courantii SD.: Wigginsia
tephracantha (Lk. & 0.) D. M. Port.
Malacocarpus erinaceus (Haw.) Lem. ex Forst. —
Wigginsia erinacea (Haw.) D. M. Port., 1. c, 210
K. + kugelig, ca. 15 cm h. und 0; dunkelgrün; Ri.
15—20, spiralig gestellt, schwach quergebuchtet;
Hck. unten und oben zusammengedrückt; Rst. 6—8,
1 cm lg., obere kürzer, untere doppelt so lang; Mst.
1, etwas länger, + nach unten gedrückt, braun; Bl.
bis 5 cm lg., bis 7 cm 0, kanariengelb. —
Südbrasilien, Uruguay, Argentinien.
Malacocarpus erinaceus v. elatior (Monv.) Y. Ito
gehört als Name hierher.
Malacocarpus fricii (Ar.) Berg. — Wigginsia fricii
(Ar.) D. M. Port., 1. c, 210
K. gedrückt-kugelig, ca. 4 cm h., 6 cm 0, glänzend
hellgrün; Ri. ca. 20, Kante etwas wellig; Rst. 6—7,
ungleich, gekrümmt-anliegend, biegsam, ebenso die,
wenn vorhanden, winzigen Mst.; Bl. ca. 3 cm lg.,
gelblich. — Uruguay.
Malacocarpus hennisii Hort, gehört als Name zu
Wigginsia vorwerkiana (Werd.) D. M. Port.
Malacocarpus kovaricii (Fric) Berg. — Wigginsia
kovaricii (Fric) Backbg. n. comb. (Malacocarpus
kovaricii Fric in Berger, Kakteen, 206. 1929)
K. flachkugelig, dunkelgrün; Ri. 16, scharf; Ar.
weißwollig; St. ca. 10, rötlichbraun; Mst. 1, etwas
länger. — Uruguay?
Malacocarpus langsdorfii (Lehm.) Br. & R. —
Wigginsia langsdorfii (Lehm.) D. M. Port., 1. c, 211
K. länglich-kugelig, ca. 10 cm h. und 0 (bis 40 cm
h.?), bleigrau; Scheitel stark weißwollig; Ri. 17,
stark gehöckert; Rst. ca. 6; Mst. 1 (—4), anfangs
aufrecht, später schräg abwärts gerichtet; St. dünn,
aber steif, hornfarben; Bl. ca. 5 cm lg., nur ca.
1,5—2 cm 0, gelb; N. purpurn. — Mittel- und
Südbrasilien.
Malacocarpus leucocarpus (Ar.) Backbg.* —
Wigginsia leucocarpa (Ar.) D. M. Port., 1. c, 211
K. später + gestreckt-kugelig, bleigrau; Ri. ca. 20;
St. ca. 5, ziemlich gleichlang, spreizend; Bl. nicht
sehr groß; Fr. weiß. — Uruguay.
Malacocarpus macrocanthus (Ar.) Hert. —
Wigginsia macrocantha (Ar.) D. M. Port., 1. c, 210
K. + halbkugelig bis kugelig, hellgrün; Ri. 12—14;
Rst. 7, 3 untere bis 3 cm lg., die oberen kürzer;
Mst. 1, + aufgebogen; Bl. relativ groß, blaßgelb;
N. schwarzrot. — Uruguay. (Abb. 210.)
224 Malacocarpus
Malacocarpus macrogonus (Ar.) Hert. — Wigginsia
macrogona (Ar.) D. M. Port., 1. c, 210
K. breiter als hoch, 15 (—20) cm 0, dunkelgrün;
Bi. 12—21, ziemlich hoch und breit; Rst. 9, die 3
unteren länger; Mst. 0; Bl. mittelgroß. —
Uruguay.
Malacocarpus martinii Lab. ex Rümpl.: Wigginsia
sessilillora v. martinii (Lab. ex Rümpl.) D. M. Port.
Malacocarpus orthacanthus (Lk. & 0.) Hert. —
Wigginsia orthacantha (Lk. & 0.) Backbg. n. comb.
(Malacocarpus orthacanthus (Lk. & 0.) Hert.,
Cactus, 92. 1954)
K. kugelig, ca. 7 cm h. und 0, blaugrün; Ri. 18; mit
deutlichen Erhebungen, seitlich zusammengedrückt;
Bst. 7, ca. 1,2 cm lg., 1 längster ca. 2 cm lg.; Mst. 1,
gerade, kräftig. — Uruguay.
Vielleicht eine var. der variablen Wigginsia tephra-
cantha (Lk. & 0.) D. M. Port.?
Malacocarpus pauciareolatus (Ar.) Berg.:
Wigginsia sessilillora v. pauciareolata (Ar.) Backbg.
Malacocarpus polyacanthus SD.: Wigginsia langs-
dorlii (Lehm.) D. M. Port.
Malacocarpus rubricostatus Fric, unbeschrieben:
Bi. etwas wellig; Bst. ca. 5 (und mehr); Mst. 1,
abstehend; Bl. mittelgroß, intensiv gelb; N.
braunrot.
Wohl eher eine Form (oder var. ?) von Malacocarpus
tephracanthus (Lk. & 0.) K. Sch.
Malacocarpus sellowii K. Sch. (sellowianus SD.):
Malacocarpus tephracanthus (Lk. & 0.) K. Sch. —
Wigginsia tephracantha (Lk. & 0.) D. M. Port.,
1. c, 210
Malacocarpus sessiliflorus (Mackie) Backbg. —
Wigginsia sessiliflora (Mackie) D. M. Port., 1. c,
210 (Porter schrieb „sessiflora")
K. flachrund, 20 cm 0, dunkel- bis graugrün; Bi.
anfangs weniger, später bis 30, um die Ar. verdickt;
St. anfangs nur (2—) 3—4, später 4 (—5), bis 2 cm
lg., 3 untere oft + gekrümmt, hornfarbig bis weiß;
Mst. meist 0, selten 1; Bl. verhältnismäßig klein. —
Uruguay, Argentinien,
v. martinii (Lab. ex Rümpl.) D. M. Port., 1. c,
210: K. klein, graugrün; Bi. nur 12; Bst. 4—5,
3 untere länger; Mst. 0; Bl. nur ca. 2 cm 0,
schwefelgelb, früh blühend,
v. pauciareolata (Ar.) Backbg. n. comb.
[Malacocarpus pauciareolatus (Ar.) Berger, Kakteen,
207. 1929]: Bi. 15—21; Ar. nur 2 auf einer Ri.;
St. 4, 3 nach unten, 1 nach oben gerichtet,
pfriemlich, stechend; Bl. goldgelb. — Uruguay.
Malacocarpus stegmannii Backbg. — Wigginsia
stegmannü (Backbg.) D. M. Port., 1. c, 211
K. flachrund, dann halbrund, graugrün; Bi. 17,
spiralig; Bst. ca. 9, die untersten die längsten, ca.
1 cm lg., die oberen dünn und gekrümmt; Mst. 0—1,
kürzer; Bl. nur ca. 1,5 cm 0, gelb; B. mit dunkler
Wolle und Bst. — Argentinien (Sierra Lihuel
Calel).
Malacocarpus tephracanthus (Lk. & 0.) K. Sch. —
Wigginsia tephracantha (Lk. & 0.) D. M. Port., 1. c,
210
K. + halbkugelig, bis 15 cm h. und 0, ± graugrün;
Scheitel mit reichem Wollfilz; Bi. 16—18 (—20 und
mehr), scharfkantig, über Ar. etwas verbreiternd;
Bst. 5—7, die 2—4 oberen bis 1,5 cm lg., die 3
unteren bis 2,5 cm lg., stärker; Mst. oft erst später 1,
gerade oder abwärts gebogen, bis 2 cm lg.; St. alle
hornfarben; Bl. ca. 4,5 cm lg., öfter etwas breiter,
kanariengelb. Eine sehr variable Art. —
Südbrasilien, Uruguay und Argentinien,
v. courantii (SD.) Backbg. n. comb.
(Malacocarpus tephracanthus v. courantii (SD.) Backbg.,
Die Cactac. III: 1619. 1959): K. glänzend
dunkelgrün; Bi. 19—21; Bst. 7—9; Mst. 1; Bl. größer,
blaßgelb; N. schwarzrot.
v. depressa (Speg.) D. M. Port. : niedriger, bis
5 cm h., bis 7 cm ø, ± kreiseiförmig, mattgrün;
Bi. 9—17; Bst. oft nur 3, nur bis 5 mm lg., derber,
blaßfarben.
Einige der bisherigen Varietäten gehören zu anderen
Arten, bzw. sind ihre Namen, soweit sie als gültig
angesehen werden, jeweils unter einer der übrigen
Arten aufzusuchen.
Es gibt eine ± stark rot überlaufene Sämlingsform.
Malacocarpus tetracanthus R. Mey. : Wigginsia
sessilillora (Mackie) D. M. Port.
Malacocarpus turbinatus (Ar.) Hert. — Wigginsia
turbinata (Ar.) D. M. Port., 1. c, 211
K. flach, fast scheibenförmig, ± kreiselig in die
Bübenwz. übergehend, dunkelgrün; Bi. 12—20 (oder
mehr), niedrig; Bst. 5—10; Mst. 0—1; St. nur
mäßig lg.; Bl. über 3 cm 0, breit öffnend. —
Uruguay.
Malacocarpus vorwerkianus (Werd.) Backbg. —
Wigginsia vorwerkiana (Werd.) D. M. Port., 1. c,
210
K. flachkugelig, bis 5 cm h., bis 9 cm 0,
mattglänzend lebhaft grün; Bi. ca. 20, + wellig, etwas
spiralig; Bst. 5—6, ± horizontal strahlend,
pfriemlich, schmutzig gelbweiß; Mst. 0—1, gleiche Länge
wie Bst., später meist aufwärts gebogen, gekrümmt,
derber; Bl. ca. 2 cm (und mehr) 0, gelb. —
Kolumbien (bei Sogamoso).
Mamillaria 225
Mamillaria Haw. (226)
Kugelige bis längliche Pflanzen, einzeln oder + sprossend, mit und ohne Milchsaft, die mit Milchsaft
entweder außen in der Wuchszeit bei Verletzung sichtbar milchend oder nur im Innern und schwächer. Statt
Rippen weisen die Pflanzen Warzen auf, diese in etwas unterschiedlicher Gestalt und in sich gegenseitig
überschneidenden Spiralen angeordnet, deren Zahl im allgemeinen für die jeweilige Art kennzeichnend ist.
Die Blüten erscheinen nie im Scheitel, sondern kranzförmig aus den Axillen des Vorjahrswuchses. Die
Axillen (Vertiefungen zwischen den Warzen) können völlig kahl sein, oder sie weisen + lange Wolle auf,
mitunter auch Borsten oder + lange Haare; die Areolen (Sitz der Stachelbündel auf den Warzen) sind
zumindest anfangs gewöhnlich mit sichtbarem Filz oder + Wolle besetzt, verkahlen aber meist später. Durch
den Axillen- und Areolenbesatz mit Filz oder Wolle sind die Scheitel in solchen Fällen + wollig; eine Anzahl
Arten entwickeln die Axillenwolle stärker in der Blütenregion, so daß dann ringförmig wollige Zonen
auftreten. Die Blüten sind verschieden groß, überwiegend klein und in verschiedenen Tönungen von weiß über
gelblich bis rot, mitunter auch ziemlich groß, besonders bei einem Teil der Arten mit Hakenstacheln. Bei den
± weichfleischigen (und oft ± behaarten) Pflanzen mit Hakenstacheln sind die Blüten gewöhnlich klein.
Bei anderen hakenstachligen Arten gibt es z. B. auch mehr glockig-trichterige Blüten verschiedener Größe,
Hakenstacheln im übrigen bei allen drei im Saft verschiedenen Sektionen. Röhre und Fruchtknoten sind
kahl und so gut wie schuppenlos. Nach dem Abblühen wird die Frucht zuerst nicht sichtbar gebildet, sondern
sie erscheint bei der Reife aus den Axillen, das heißt: sie wird daraus hervorgeschoben. Die Fruchtfarbe ist
grün bis rot oder auch ± gerötet-grün, z. T. ± korallenrot. Die Samenschale ist glatt bis punktiert oder fein-
höckrig, ± matt bis glänzend, gelblich bis schwarz, auch die Größe und Form ist verschieden. Die Zahl und
Art der Stacheln ist ebenfalls sehr unterschiedlich; sie können gerade, ± gebogen oder z. T. gehakt sein, sehr
fein bis derb, glatt, rauh oder fein behaart, z. T. borstig und weich, haarartig wie auch gefiedert.
Bei den hier als zu obigem Genus gehörend angesehenen Arten fließen die Warzen niemals basal zusammen;
sie weisen auch nie eine längere Röhre auf, ferner keine Spaltbeeren oder basal öffnende Früchte. Auf die
vorgenannten ganz einheitlichen Merkmale ist hier das Genus beschränkt worden, alle davon abweichenden
Arten gehören zu anderen Gattungen, wie sie im Laufe der Zeit von mehreren Autoren als notwendig
angesehen wurden. Ohne das würde Mamillaria unnötig an Übersichtlichkeit verlieren, denn es gibt heute —
bei einer Gattungsbegrenzung nur auf die vorerwähnten einheitlichen generischen Merkmale — allein schon
über 350 bekannte und unterscheidbare Arten, mit 98 Varietäten, von den über 80 ungenügend beschriebenen
und hier daher nicht aufgeführten, weil nicht mehr klärbaren und auch nicht mit irgendwelchen bekannten
Spezies identischen, abgesehen. Selbst mit dieser Beschränkung ist Mamillaria noch das weitaus größte
Kakteengenus.
Nach den Nomenklaturregeln müßte der Gattungsname eigentlich „Mammillaria" geschrieben werden. Wie
schon Salm-Dyck und Schumann ausführten, ist diese Schreibweise falsch — d. h. es gibt hier keine
orthographische Variante — weil das lateinische Deminutiv von „mamma" richtig „mamilla" lautet. So wird
auch das Genus Mamillopsis geschrieben, sowie die Unterkategorie „Mamillariae". In den Regeln wird als
Synonym des Typus Mamillaria simplex angeführt: Mammillaria mamillaris, also eine doppelte Schreibweise.
Es sollte endlich eine Vereinheitlichung vorgenommen werden, wie sie hier und auch von den meisten
deutschen Autoren gewählt wurde.
Zur weiteren Orientierung über die Gruppenmerkmale werden die alphabetisch aufgeführten Arten hinter
den Namen mit Zahlen versehen, die auf die nachstehende Aufschlüsselung hinweisen. Die erste Zahl gibt
die Sektion wieder, teilweise die dazu mit Doppelpunkt-Trennung angegebene die Untersektion, die nächste
Zahl zeigt die Reihe, und die damit wieder durch Doppelpunkt verbundene die Unterreihe. Deren übliche
Bezeichnungen gibt die nachfolgende Übersicht wieder.
Es bedeutet z. B. die eingeklammerte Zahlenangabe:
(3:1, 1:2) Sektion 3 — Wäßriger Saft (Sekt. Hydrochylus K. Sch.)
Untersektion 1: Parviflorae Backbg. (Kleinblütige)
Reihe 1: Rectispinae Backbg. (Gradstachlige)
Unterreihe 2: Candidae K. Sch. (Weißliche Arten)
Übersicht der Artengruppen:
Mit Milchsaft
Milch sofort bei Verletzung erscheinend Sekt. 1: Galactochylus K. Sch.
Pflanzen + kugelig
Stacheln alle gerade
Stacheln weiß oder auffällig hell (Spitze z. T. getönt)
226 Mamillaria
Axillen mit und ohne Borsten und mit Wolle Reihe 1: Leucocephalae Lem.
Stacheln nicht alle weiß oder hell
Axillen ohne Borsten, mit oder ohne Wolle .
Warzen oft größer, z. T. + kantig . . . Reihe 2: Macrothelae SD.
Axillen mit (z. T. spärlichen) Borsten
Warzen + kantig bis + konisch .... Reihe 3: Polyedrae Pfeiff.
Stacheln: 1 Mittelstachel gehakt
Axillen nur wollig
Warzen + kantig Reihe 4: Uncinatae Vpl.
Pflanzen zylindrisch
Stacheln: 1 Mittelstachel gerade bis gehakt, z. T.
borstig und nicht gehakt Reihe 5: Rossianae Backbg.
Milch nicht sofort bei Verletzung erscheinend .... Sekt. 2: Subhydrochylus Backbg.
Pflanzen nicht langzylindrisch
Stacheln alle gerade, weiß, Mittelstacheln z. T.
gelb oder bräunlich Reihe 1: Elegantes K. Sch.
Stacheln (mittlere) gekrümmt oder (meist) hakig Reihe 2: Ancistrophorae Backbg.
Pflanzen langzylindrisch im Alter
Stacheln (mittlere) gerade oder hakig Reihe 3: Guerrerones Backbg.
Mit wäßrigem Saft Sekt. 3: Hydrochylus K. Sch.
Blüten klein, kurz Untersekt. 1: Parviflorae Backbg.
Stacheln alle gerade Reihe 1: Rectispinae Backbg.
Pflanzen sehr schlankzylindrisch Unterreihe 1: Leptocladodae (Lem.)
Pflanzen nicht sehr schlankzylindrisch
Stacheln (randständige) weiß oder gelblich, z. T.
haarartig, fiedrig oder faserig, sehr fein . . Unterreihe 2: Candidae K. Sch.
Stacheln alle nicht weiß oder hellfarbig
Axillen ohne Borsten
Randstacheln bis max. 25 Unterreihe 3: Amoenae Backbg.
Randstacheln fein, um ca. 30 Unterreihe 4: Polyacanthae (SD.)
Axillen (wenigstens im Alter) mit Borsten
Randstacheln wenige bis zahlreicher (bis
30), Stacheln verschiedenfarbig, je
nach Art
Körper z. T. später derb zylindrisch . . Unterreihe 5: Heterochlorae (SD.)
Stacheln mit + starker Neigung zur Krümmung
eines mittleren, bis hakig, aber auch
gerade, z. T. beide Formen an der
gleichen Pflanze Reihe 2: Subcurvispinae Backbg.
Stacheln hell, meist bunt gespitzt, nadeldünn
bis feiner, 1 Mittelstachel auch
kräftiger, gerade bis hakig Unterreihe 6: Wuthenauianae Backbg.
Stacheln mit stets 1 hakigen Mittelstachel .... Reihe 3: Curvispinae Backbg.
Randstacheln gewöhnlich dünn bis
haarfein
Körper ziemlich weichfleischig .... Unterreihe 7: Hamatispinae Backbg.
Blüten größer bzw. + glockig oder weiter
ausgebreitet Untersekt. 2: Grandiflorae Backbg.
Stacheln gerade, keiner hakig Reihe 4: Rectispinosae Backbg.
Körper mit längerem Rübenteil
Blüten groß und breit öffnend Unterreihe 8: Napinae Backbg.
Stacheln mit wenigstens 1 (z. T. erst später
erscheinenden) + gehakten Mittelstachel Reihe 5: Curvispinosae Backbg.
Blüten + glockig bis trichterig, z. T. ziemlich
groß; Frucht teilweise dickkeulig Unterreihe 9: Ancistracanthae (K. Sch.)
Verbreitung: Von den Südstaaten der USA über Mexiko bis Guatemala und Honduras, über Westindien
(von Guadeloupe südwärts fehlend) bis Venezuela und das nördliche Kolumbien, sowie Curac‚ao. [Die meisten
Arten: (P)., bei Ausnahmen erfolgt Kennzeichnung durch die Zeichen: P. — O. ///].
Mamillaria 227
Verzeichnis der Arten
die heute mit Sicherheit als bekannt angesehen
werden können, das heißt: von denen in den alt-
und neuweltlichen Sammlungen durch die
mexikanische Autorin Helia Bravo, die Mamillarien-
spezialisten Craig, Shurly und Heinrich sowie
durch mich lebendes Material beobachtet werden
konnte. Fortgelassen sind die „wenig bekannten
Arten", die in meinem Handbuch „Die Cactaceae",
Bd. V, auf S. 3462—3491, als solche aufgezählt
wurden, wenn auch mit kurzen Beschreibungen, von
denen aber Craig sagt, daß sie mit geringen
Ausnahmen wahrscheinlich nicht wieder identifiziert
werden können. Bei einigen wenigen ist dies
inzwischen gelungen. Nicht erwähnt werden ferner die
„nur namentlich bekannten Arten", die 1. c,
S. 3492—3497, nur registriert wurden, und auch
nicht die Mamillaria-Namen, die heute zu anderen
Gattungen gehören.
Die Safteigenschaft ergibt sich aus der ersten Zahl
in Klammern. Das Zeichen Bz. (Berührungszeilen)
kennzeichnet die Ordnung der ± spiralig gestellten,
sich in den angegebenen Zahlen kreuzenden
Warzenreihen: die Bz. 3:5, 5:8, 8:13, 13:21, 21:34,
34:55; dabei ist (bis auf 5:8, wo die
Zahlendifferenz nur die Anfangszahl ist) also jede Differenz
die Summe der 2 vorhergehenden Differenzen. Es
kommen vereinzelt auch anomale Ordnungen vor.
Ebenso selten findet sich eine Verdoppelung der
obigen Zahlen (z. B. bei Mamillaria wiesingeri),
6:10, 16:26; hierbei ist in der zweiten Ordnung
jede Zahl die Summe der beiden vorhergehenden.
Mamillaria acanthoplegma Lehm. (2:1)
K. kugelig bis länglich, bis 20 cm h., 6 cm 0,
graugrün, wenig sprossend; W. konisch, hell punktiert;
Bz. 13: 21; Ax. mäßig wollig, später kahl; Rst. ca.
20 (—24), nadelig, bis dünner, 2—5 mm lg.; Mst. 2,
auf- und abwärts, 6—9 mm lg., + dünnpfriemlich,
steif, unten weiß, oben rotbraun bis schwarz; Bl.
1,3 cm 0, bläulich purpurrot; N. gelb. — USA
(S-Texas, von Edelmann dort gesammelt).
Mamillaria alamensis Craig (3: 2, 5: 9)
K. + konisch verjüngt, bis 4,5 cm h., 4 cm br.,
dunkel graugrün; W. konisch, gestutzt, 5 mm lg.
und br.; Bz. 5: 8; Ar. rund, kahl; Ax. nackt; Rst. 9,
6 mm lg., fein, glatt, steif, weiß, braunspitzig; Mst. 1,
9 mm lg., etwas derb¾r, hakig, purpurbraun bis
schwarz; Bl. ?; S. schwarz, glänzend. — Mexiko
(Sonora, bei Alamos).
Mamillaria albiarmata Böd. (1:1)
K. flachkugelig, basaler rübiger Teil, Oberteil grün,
bis 4 cm 0, 1,5 cm h.; W. pyramidisch; Bz. 13 : 21;
Ar. weiß bis krem; Ax. borstenlos; Rst. 20—25,
2—5 mm lg., weiß mit getönter Spitze; Mst. 0; Bl.
2 cm lg. und ø, kremweiß; Fr. rosa, 1 cm lg.;
S. braun. — Mexiko (Coahuila, Saltillo).
Bödeker nannte die Art zuerst Porfiria coahuilensis
v. albiflora Böd., nur ein Namens Vorschlag.
Mamillaria albicans Berg. (3:1, 1: 2)
K. später länglich, bis 20 cm lg., 6 cm 0, sprossend;
Ax. wollig; St. dicht, + weiß; Rst. zahlreich; Mst.
mehrere, gerade, steif, dunkelspitzig; Bl. ?; Fr.
keulig, rot, bis 1,8 cm lg.; S. schwarz. — Mexiko
(Niederkalifornien, Inseln Sta. Cruz und S. Diego).
Mamillaria albicoma Böd. (3:1,1:2)
K. sprossend, ziemlich klein, bis 5 cm h., 3 cm 0,
blattgrün; W. konisch; Bz. 8:13; Ax. weißwollig;
Rst. 30—40, bis 10 mm lg., haarartig; Mst. 1—4, oft
fehlend, sehr kurz oder 4—10 mm lg., weiß,
rotbraun gespitzt; Bl. 1,5 cm lg., blaß grünlichgelb bis
weiß; N. hell-grünlichgelb; Fr. klein, rot; S. + dunk-
ler-grau. — Mexiko (Tamaulipas).
Mamillaria albidula Backbg. (3:1, 1: 2)
K. länglich, 11 cm h., 6 cm 0, graugrün; W. 5 mm
lg.; Bz. 21:34; Ax. schwach filzig; Rst. ca. 16,
3—6 mm lg., weiß; Mst. 0—1, 7 mm lg., Fuß
gelblich, oben bräunlich; Bl. karmin, Rand weißlich;
Pet. ganzrandig; Fr. ? — Mexiko.
Mamillaria albiflora (Werd.) Backbg. (3:2, 4:8)
[p-]
K. zierlich, schlankzylindrisch, mit Rübenteil,
gepfropft viel kräftiger; W. sehr klein; St. sehr kurz,
über 30, weiß, sehr fein, allseits verflechtend; Bl. bis
3,5 cm 0, weiß; Pet. + umbiegend; N. grünlich; Fr.
unbekannt. — Mexiko (San Luis Potosi, Queré-
taro).
Mamillaria albilanata Backbg. (3 :1, 1: 2)
K. später derbzylindrisch, über 15 cm h., ca. 8 cm 0,
graugrün, unter den Stacheln verborgen; W. oben
zylindrisch-konisch; Bz. 13:21; Ax. weißhaarig;
Rst. 15—20, 2—4 mm lg., steif, glatt, kalkweiß, Fuß
etwas bräunlich; Mst. 2 (—4), 2—3 mm lg.,
dünnpfriemlich, weiß bis krem, leicht dunkelspitzig; Bl.
tief karmin, 7 mm lg.; Fr. + hellrot; S. blaßbraun.—
Mexiko (Guerrero, Chilpanzingo).
Mamillaria amoena Hopff. (3:1, 1: 3)
K. kugelig bis länglich, bis 10 cm h., 12 cm 0,
bläulich-milchig-grün; W. konisch-eiförmig; Bz. 8:12;
Ax. schwachwollig; Rst. 16—20, 2—5 mm lg.,
borstig, weiß; Mst. 2, 8—15 mm lg., nadelig,
höchstens schwach gebogen, steif, gelblichbraun bis rot;
Bl. breit öffnend, 2 cm lg., 1,5 cm 0; Pet. mit
rötlichbrauner Mitte, Rand weiß; Fr. rot; S. braun. —
Mexiko (Morelos, Cuernavaca; Hidalgo, Pachuca).
Mamillaria ancistroidcs Lem. non Lehm. (3:1,3:7)
Eine ungenügend geklärte Art: K. gelblichgrün;
Ax. nackt oder schwachwollig; Rst. 30—40, dünn,
hyalihweiß; Mst. 5, der unterste bis 1,4 cm lg.,
kräftiger, gehakt, die anderen bis 6 mm lg., gerade,
228 Mamillaria
alle steif, unten rötlichgelb, Spitze dunkel violett;
BI. wenig spreizend, mit kräftiger hellrosa
Mittellinie; N. weiß. — Heimat?
Sollte sich Lehmanns Art (1832: Ax. borstig;
Rst. 6—8; der hakige Mst. braunspitzig) als
ausreichend beschrieben erweisen, müßte die von
Lemaire später (1839) beschriebene umbenannt
werden.
Mamillaria angelensis Craig (3: 2, 5: 9)
K. länglich, 15 cm h., 6 cm 0, gelblich-olivgrün; W.
konisch; Bz. 8:13; Ax. mit Wolle und Bst.; Rst.
16, bis 10 mm lg., nadelig, weiß, z. T. braunspitzig;
Mst. 3—4, bis 14 mm lg., unterster hakig, dunkel
purpurbraun, Fuß heller; Bl. + glockig, 2 cm lg.,
3 cm 0, weiß; Fr. rötlich, keulig; S. schwarz. —
Mexiko (Niederkalifornien, Los Angeles Bay und
Insel Angel de la Guardia).
Mamillaria applanata Eng. (1: 2)
K. einzeln, flachrund, bis 5 cm h., 11 cm 0,
mattgrün; W. fast vierflächig; Bz. 13:21; Ax. kahl;
Rst. 15—20, 5—12 mm lg., weißlich, bzw. untere
hellbraun; Mst. 1, bis 5 mm lg., steifnadelig, erst
dunkel-, bald gelblich-braun; Bl. bis 2,5 cm lg., bis
3,5 cm 0; Fr. bis 3,5 cm lg., Scharlach; S.
rötlichbraun. — USA (Mittel- und Süd-Texas).
Mamillaria arida Rose (1: 2)
K. einzeln, kugelig, bis 6 cm 0, matt graugrün; W.
rundlich, gekielt; Bz. 8:13 (?); Ax. schwachwollig;
Rst. 15, 6—10 mm lg., dünn, steif, etwas gelblich,
dunkelspitzig; Mst. 4—7, 12—16 mm lg.,
steifnadelig, dunkelbraun; Bl. 1 cm lg., 2,5 cm 0, krem
bis hell grünlichgelb; Fr. rot, keulig, 1,5 cm lg.;
S. braun. — Mexiko (Niederkalifornien, La Paz).
Mamillaria armatissima Craig (1: 2)
K. einzeln, bis 15 cm h., 12 cm 0, hellgrün; W.
pyramidisch; Bz. ?; Ax. kahl; Rst.: äußere 6, bis
2 cm lg., innere 4—6, bis 5 mm lg., nadelig; Mst.
0—1, bis 1,4 cm lg., starkpfriemlich, gerade bis
gewunden; St. unten krem, oben rotbraun bis braun
oder schwarzspitzig; Bl. ?; Fr. ? — Mexiko.
Mamillaria armillata K. Brand. (3: 2, 5: 9)
K. zylindrisch, einzeln oder sprossend, bis 30 cm h.,
5 cm 0, bläulichgrün; W. oben konisch bis
zylindrisch; Bz. 5: 8; Ax. schwachwollig, bis 3 Bst.; Rst.
9—15, 7—12 mm lg., dünn, weiß bis gelblich, Spitze
dunkelbraun; Mst. 1—4, bis 2 cm lg., unterste hakig,
gelblichgrau bis braun; Bl. bis 2 cm lg. und 0,
weiß bis rosa; Fr. rot, keulig, bis 3 cm lg.; S. schwarz.
— Mexiko (Niederkalifornien, San Jose del Cabo).
Mamillaria atroflorens Backbg. (1: 3)
K. einzeln bis verzweigt; Tr. bis 10 cm lg., 7,5 cm 0,
dunkelgrün; W. vierkantig; Bz. 13: 21; Ax. etwas
filzig, mehrere Bst.; Rst. 8—9, bis 5 mm lg.,
weißlich, etwas rotbraun-spitzig oder ganz weiß; Mst. 4,
bis 6 mm lg., rotbraun; Bl. klein, dunkelkarmin; Fr.
rot, 2 cm lg.; S. gelblich. — Mexiko.
Mamillaria aureiceps Lem. (3:1,1:5)
K. einzeln, selten verzweigt, kugelig, dunkelgrün;
W. konisch; Bz. ?; Ax. mit weißer Wolle und gelben
Bst.; Rst. bis 30 oder mehr, goldgelb, nadelig; Mst.
6 (—7), bis 1,8 cm lg., dunkel goldgelb, dünnpfriem-
lich; Bl. dunkelrot (?) oder grünlich kremweiß (?);
Fr. grün; S. ? — Mexiko (Queretaro).
Mamillaria aureilanata Backbg. (3: 1, 1: 2) [besser
P-]
K. einzeln, dunkelgrün, bis 7,5 cm h.; W.
zylindrisch; Bz. 8: 13; Ax.kahl; Rst. 25—30, haarförmig,
mehrserig, bis 15 mm lg., ± goldgelb; Mst. 0; Bl.
3 cm lg., bis 1,8 cm 0, weiß bis blaßrosa; Fr.
hellrosa; S. schwarz. — Mexiko (San Luis Potosf).
v. alba Backbg.: rein weiß behaart; Bl. rosa.
Mamillaria aureoviridis W. Heinr. (3:1, 3: 7)
K. sprossend, einzelne kugelig bis länglich, bis 7 cm
h., 4,5 cm 0; Wz. fleischig; W. kurzzylindrisch;
Bz. 8: 13; Ax. etwas wollig, mit vereinzelten
gelblichen Bst.; Rst. ca. 20—25, + gelb, bis 8 mm lg.,
borstig; Mst. (3—) 4, 9—10 mm lg., der längste
hakige bis 1,3 cm lg., goldgelb bis goldbraun; Bl.
2 cm lg., 1,4 cm 0, glänzend rahmweiß; Fr. tief-
rosa, keulig, 2,5 cm lg.; S. schwarz. — Mexiko.
Mamillaria auriareolis Tieg. (3:1,1:5)
K. flachkugelig, dichotomisch gruppenbildend,
bläulichgrün, einzelne bis 6,5 cm h., 8 cm 0; W. oben
konisch-zylindrisch; Bz. 13: 21; Ax. wollig und mit
langen Bst.; Rst. 25—40, 3—5 mm lg., weiß, borstig;
Mst. 4, 3—6 mm lg., steifnadelig, gerade, Fuß
goldgelb, dann weiß, Spitze rotbraun; Bl. ?; Fr. hell-
karmin, keulig. 2 cm lg.; S. dunkelgelbbraun. —
Mexiko (Grenze Guanajuato-Queretaro).
Mamillaria auricantha Craig (3:1,1:5)
K. einzeln, zylindrisch, hellgrün, bis 6 cm h., 4 cm
0; W. konisch-zylindrisch; Bz. 8:13; Ax.
schwachwollig, wenige Bst.; Rst. 12—15, 3—7 mm lg., fein-
nadelig, weiß bis blaßgelb; Mst. 2 (—4), 5—14 mm
lg., nadelig, der unterste am längsten, goldgelb;
Bl. ?; Fr. ? — Mexiko (Chihuahua-Sonora).
Mamillaria aurihamata Böd. (3:1, 3: 7)
K. einzeln und sprossend, einzelne kugelig bis ovoid,
bis 6 cm h., 4 cm 0, blattgrün; W. kurzzylindrisch,
gekielt; Bz. 8:13; Ax. kahl, mit ca. 8 Bst. in
W.Länge; Rst. 15—20, 8 mm lg., fast haardünn,
gelblichweiß; Mst. 4, 1—1,5—2,5 cm lg., der untere
längste hakig, erst weißgelb, dann gold- bis braun-
gelb; Bl. 1,5 cm lg., 1,2 cm 0, hell schwefelgelb;
Fr, klein, keulig, rot; S. dunkelbraun, fast schwarz.—
Mexiko (San Luis Potosi; Guanajuato).
Mamillaria 229
Mamillaria aurisaeta Backbg. (3:1,1: 5)
K. einzeln, ca. 3 cm 0, stumpf grün; W.
schlankkegelig; Bz. 8:13; Ax. kurzwollig, haarfeine lange,
weiße Bst.; Rst. ca. 8, bis 12 mm lg., Fuß verdickt,
daneben am unteren Ar.-Rand bis 5 haarfeine Bst.,
bis 7 mm lg.; Mst. meist 0, sonst 1, 1 cm lg.; St. alle
gelb oder braun, Fuß verdickt, borstig-elastisch; Bl.
1,4 cm 0, weiß, rötlicher Mittelstreifen; Fr. 2 cm
lg., korallenrot. — Mexiko (Zacatecas).
Mamillaria auritricha Craig (1: 3)
K. einzeln, ovoid, bis 7 cm lg., 5 cm 0, hellgrün; W.
zylindrisch; Bz. 13:21; Ax. mit weißer W. und
Bst.; Rst. 25, 1—7 mm lg., feinnadelig; Mst. 5—7,
bis 1,2 cm lg., dünnadelig, gerade, goldgelb; Bl. ?;
Fr. ? — Mexiko (Chihuahua-Sonora).
Mamillaria autlanensis Schwarz ist nur ein Name
(M. scrippsiana v. autlanensis Craig & Daws.?)
Mamillaria avila-camachoi Shurly (1:1)
K. einzeln, gedrückt-rund, bis 4,5 cm h., 8 cm 0;
W. 4kantig; Bz. 13:21; Ax. schwachwollig, mit
8—10 weißen, längeren Bst.; Rst. 30—35, 3—4 mm
lg., weiß, Fuß gelblich; Mst. 4, 3—5 mm lg., meist
weiß, rotspitzig, oder zuerst rötlich, dunkelspitzig;
Bl.?;Fr. ? — Mexiko.
Mamillaria aylostera Werd. : Dolichothele beneckei
(Ehrenbg.) Backbg.
Mamillaria bachmannii Böd. (1: 2)
K. kugelig, bis 18 cm 0, dunkelgrün; W. kegelig bis
kugelig; Bz. 8:13; Ax. stark weißwollig; Rst. 6—10,
2—5 mm lg., haarfein, hellbräunlich, dunkelspitzig;
Mst. 4, drei 6 mm lg., der längste unterste bis 2 cm
lg., starknadelig, schwarz; Bl. 1,7 cm lg., 2 cm 0,
tiefrosa, Rand heller, Mittelstreifen purpurrosa; Fr.
oben karmin, unten fast weiß, dickkeulig; S. braun.
— Mexiko.
Mamillaria balsasensis Böd.: Dolichothele nelsonii
(Br. & R.) Backbg. ?
Mamillaria balsasoides Craig: Dolichothele balsa-
soides (Craig) Backbg.
Mamillaria barbata Eng. (3:1, 3: 7)
K. sprossend, rundlich, einzelne 3—5 cm 0; W.
kugelig bis zylindrisch; Bz. 8: 13; Ax. nackt; Rst.
50—60, 6—8 mm lg., nadelig, äußere weiß, innere
gelblichbraun, dunkelspitzig; Mst. 1 (—2), bis
15 mm lg., kräftig-nadelig, anfangs haarig,
bräunlich, gehakt; Bl. bis 2 cm lg. und 0, rosenrot,
dunklerer Mittelstreifen; Fr. 1,2 cm lg., rot; S.
schwarz. — Mexiko (Chihuahua, Cosihuiriachi).
Mamillaria barkeri Shurly (3: 2, 5: 9?)
K. einzeln, etwas verlängert, ca. 6 cm h., 5 cm 0,
grün; W. rundlich; Bz. 8: 13; Ax. fast kahl; Rst.
8—10, 6—8 mm lg., weiß, rot- oder schwarzspitzig,
dann gelblich; Mst. 3 (—4), der längste hakige 1,5 cm
lg., die anderen ca. 6 mm lg., Basis verdickt, obere
Hälfte schwärzlich, untere gelbbräunlich; Bl.? —
Mexiko.
Mamillaria baumii Böd. : Dolichothele baumii (Böd.)
Werd. & F. Buxb.
-Mamillaria baxteriana (Gat.) Böd. (1:1)
K. einzeln, flachkugelig, gelbgrün, bis 10 cm 0;
W. konisch; Bz. 13: 21; Ax. kurzwollig; Rst. 8—10,
nadelig, spreizend, weiß, 1—1,5 cm lg.; Mst. meist 1,
1,5—2 cm lg., nadelig, weiß; St. alle braunspitzig;
Bl. gelb; Fr. purpurn, keulig, 2 cm lg.; S. braun. —
Mexiko (Niederkalifornien, südöstlich La Paz).
Mamillaria bella Backbg. (3:1, 2: 6)
K. einzeln, später sprossend, bis 15 cm lg., 9 cm 0,
kräftiggrün; W. konisch; Ax. mit Bst.; Rst. sehr
dünn, ca. 20, bis .8 mm lg.; Mst. 4 (—6), etwas
kräftiger, bis 2 cm lg., der längste unterste bis 3 cm
lg., zuweilen hakig, Fuß verdickt; St. alle
glasigweiß. — Mexiko (Guerrero, unfern Taxco).
Mamillaria bellacanfha Craig (1: 3)
K. gedrückt-rund, dunkel graugrün, bis 8 cm h.,
10 cm 0; W. vierflächig; Bz. 8:13; Ax. wollig und
mit Bst. in W.-Länge; Rst. 15, 3—8 mm lg., borstig,
weiß, dunkelspitzig; Mst. 4, 5—7 mm lg., dünnadelig,
gerade, steif, hell rotbraun, Spitze dunkler, bald
hornfarben; Bl. ?; Fr. ? — Mexiko (Chihuahua-
Sonora).
Mamillaria bellisiana Craig (1: 2)
K. einzeln, mitunter sprossend, hellgrün; W. konisch
rund; Bz. 13: 21; Ax. nur anfangs wollig; Rst. 6—9,
die oberen 3—5 mm lg., die unteren 9—15 mm lg.,
erstere nadelig, letztere kräftiger; Mst. 1,1,5 cm lg.,
kräftig, gerade, Fuß verdickt; St. bräunlichrosa, die
mittleren zuweilen auch anfangs purpurbraun, dann
hornfarben, dunkelspitzig; Bl. karmin; Sep.
bewimpert; Fr. ? — Mexiko (Chihuahua-Sonora).
Mamillaria beneckei Ehrenbg.: Dolichothele
beneckei (Ehrenbg.) Backbg.
Mamillaria bergii Miqu.: erster Name für
Mamillaria ortegae (Br. & R.) Orc?
Mamillaria blossfeldiana Böd.(3: 2,5: 9) [besser: P.]
K. meist einzeln, rundlich, bis ca. 4 cm 0, matt
laubgrün; W. kurzkegelig; Bz. 5:8; Ax. nur
schwach wollig; Rst. ca. 20, 5—7 mm lg., steif-
nadelig, unten zuerst gelblich, oben dunkelbraun bis
schwärzlich; Mst. (3—) 4, der längste unterste bis
10 mm lg., hakig, dunkelbraun bis schwarz; Bl. ca.
2 cm 0, etwas glockig, rosakarmin mit dunklerer
Mitte; Fr. orange, Jceulig; S. schwarz. — Mexiko
(Niederkalifornien).
230 Mamillaria
v. grandiflora Hort, ist eine Form mit über
doppelt so großer Bl.
Mamillaria blossfeldiana v. shurliana Gat.:
Mamillaria shurliana (Gat.) Gat.
Mamillaria bocasana Pos. (3:1, 3: 7)
K. kugelig, sprossend, einzelne 4—5 cm 0, hell- bis
dunkel-bläulichgrün; W. weich, + konisch; Bz.
8:13; Ax. nackt (oder mit Bst. ?); Rst. 25—30,
8—20 mm lg., haarförmig; Mst. 1 (—3), 5—8 mm
lg., dünnadelig, haarig, der unterste hakig, mehr
vorgestreckt, gelb bis gelbbraun; Bl. 1,6 cm lg., 1,2 cm
0, gelblich mit rotbrauner Mittellinie; Fr. schlank,
rot; S. dunkelbraun oder (?) schwarz. — Mexiko
(San Luis Potosi).
v. splendens Reb. ist nur ein Name für eine
auffälliger weiß und fein behaarte Form, meist mit
gelblichen Haken-St. Es wurden auch Formen
ohne hakige St. und stark sprossende Pflanzen
bekannt.
Die Samenfarbe ist mir bisher nur als braun bekannt.
Mamillaria bocensis Craig (1: 2—3)
K. flachkugelig bis gestreckt, bis 8,5 cm 0, 9 cm h.,
dunkelgrün; W. pyramidisch; Bz. 8:13, 13:21;
Ax. etwas wollig, nur mitunter 1—2 sehr kurze Bst.;
Rst. 6—8, 5—14 mm lg., kräftig-nadelig, obere
weiß, untere rötlich, dunkelspitzig; Mst. 1,8—12mm
lg., ziemlich derb, Fuß schwach verdickt,
rötlichbraun, dunkelspitzig; Bl. 2 cm lg., grünlich-krem,
Ränder z. T. schwach rosa; Fr. 2,5 cm lg., rot,
keulig; S. hellbraun. — Mexiko (Sonora, Las Bocas).
Mamillaria boedekeriana Quehl (3:1,3:7)
K. kugelig bis verlängert, bis 7 cm h. (gepfropft
mehr), 4 cm 0, dunkelgrün; W. ± zylindrisch;
Bz. 8: 13; Ax. nackt; Rst. 20 und mehr, 1 cm lg.,
weiß (z. T. gelblicher Glanz); Mst. 3—4, 8—13 mm
lg., nadelig, hellbraun, dunkelspitzig, der unterste
hakig; Bl. bis 3 cm lg.; Pet.: Mitte rosabräunlich,
Rand breit bräunlichgelb; Fr. rot; S. schwarz. —
Mexiko (San Luis Potosi).
Mamillaria bogotensis Werd.: Mamillaria colum-
biana v. bogotensis (Werd.) Backbg.
Mamillaria bombycina Quehl (3:1, 3: 7)
K. einzeln oder stärker sprossend, länglich, hellgrün,
.bis 20 cm h., 6 cm 0; W. konisch-zylindrisch; Bz.
11 (?): 18, Ax. reichwollig, mitunter eine Bst.; Rst.
30—40, 2—10 mm lg., weiß; Mst. 2—4, der unterste
hakig, 2 cm lg., die anderen 0,7—1 cm lg., ziemlich
dünn, weiß bis gelb, Spitze + bräunlichrot; Bl.
1,5 cm lg. und 0, hellkarmin, dunklere Mitte; Fr.
weißlich, keulig; S. schwarz, klein. — Mexiko
(Coahuila; San Luis Potosi).
Mamillaria bonavitii Schmoll ist nicht gültig
beschrieben: K. halbrund, bis 6 cm h., 8 cm 0; W.
rundlich; Bz. ?; Saft ?; Ar. anfangs stärker wollig;
Rst. ca. 16; Mst. bis 6, länger und kräftiger; Bl. ?;
Fr. 18 mm lg., unten weiß, oben grünlich; S.
hellbraun. — Mexiko (Standort?). Abb. „Die Cacta-
ceae", V, Tafel 251, unten).
Mamillaria boolii Linds. (3: 2, 5: 9)
K. + kugelig, bis 3,5 cm h., 3 cm 0, auch
sprossend; W. rund; Bz. 5:8; Ax. erst wollig, dann kahl;
Rst. ca. 20, nadelig, weiß, 1,5 cm lg.; Mst. 1,
pfriemlich, 1,5—2 cm lg., stark hakig, gelblich mit dunkler
Spitze; Fr. bis 3 cm lg., orange; S. schwarz. —
Mexiko (Sonora, San Pedro Bay).
Mamillaria brandegeei (Coult.) Brand. (1: 3)
K. kugelig bis zylindrisch, dunkelgrün, bis 9 cm 0,
später auch sprossend; W., scharf 4kantig, oben
konisch; Bz. 13:21; Ax. wollig, einzelne weiße
Bst.; Rst. 8—10 und mehr, 7—10 mm*lg., dünn-
nadelig, weißlich, Spitze gelbbraun oder dunkler;
Mst. 2—3—4, bis 2 cm lg., steif, + gerade, unten
rotbraun, oben dunkler; Bl. 8 mm lg., grüngelb,
rote Mittellinie; Fr. hellrot; S. braun.— Mexiko
(Niederkalifornien, San Jorge),
v. gabbii (Coult.) Craig: W. zylindrisch; Bz.
8:13; Rst. bis 16; kürzer, Mst. meist 1; Bl. klein,
gelblichrot. — Mexiko (Niederkaliformen, San
Ignacio).
v. magdalencnsis Schwarz, nicht gültig
beschrieben, soll sich durch 1—2 bis 2,4 cm lg. Mst., unten
heller und bis 11 mm lg., 1,5 cm br. Bl.
unterscheiden (Niederkalifornien, Magdalena).
Mamillaria brauneana Böd. (1: 3)
K. meist einzeln, später dickkeulig, graugrün, bis
8 cm 0; W. breitpyramidisch; Bz. 21:34; Ax.
weißwollig, mit gedrehten weißen Bst.; Rst. 25—30,
ca. 5 mm lg., weiß, haardünn; Mst. 2—4, 5—7 mm
lg., + pfriemlich, rötlich, schwarzspitzig, später
hornfarben; Bl. 1,3 cm lg., violettrot; Fr. ca. 1,2 cm
lg., karmin; S. dunkelbraun. — Mexiko (Tamauli-
pas, Jaumave).
Mamillaria bravoae Craig (1: 3)
K. rund, meist einzeln, glänzend hell grasgrün, bis
6,5 cm h. und 0; W. konisch, unten gekielt; Bz.
13: 21; Ax. mit Wolle und Bst.; Rst. 28—30, 4 bis
7 mm lg., nadelig, weiß; Mst. 2, 6—8 mm lg., dünn-
pfriemlich, gerade, krem bis hell bräunlichrosa, oben
schwärzlich; Bl. 1 cm lg. und ø ‚ tiefrosa, dunklerer
Mittelstreifen; Fr. karmin, 1,5 cm lg.; S. hellbraun.
— Mexiko (Guanajuato, Rio Blanco).
Mamillaria bucareliensis Craig (1: 2)
K. flachkugelig, bläulich graugrün, 5 cm h., 9 cm 0;
W. scharf vierflächig; Bz. 8:13, 13: 21; Ax.
weißwollig; Rst. 3—5 (auch 0), unter 1 mm bis 5 mm lg.,
dünn, weißlich, braunspitzig; Mst. 2—4, 0,5—4 cm
lg., nadelig-pfriemlich, steif, hellbraun,
schwarzspitzig; Bl. 1,5 cm lg., 1,8 cm 0, tiefrosa bis pur-
Mamillaria 231
purn; Fr. karmin, 1,5 cm lg.; S. hellbraun. —
Mexiko (Guanajuato, Bucarel).
v. bicornuta Schmoll: Bl. innen blaßkrem mit
blaßgrünem Mittelstreifen; Sep. ganzrandig
(Arttypus: fein gesägt). — Mexiko (Bucarel).
Mamillaria buchenauii Backbg. (3:1,1: 3) — Des er.
Cact. Nov. III: 8. 1963.
K. kugelig bis länglich, stark dichotomisch teilend,
bis über 30 Köpfe, Einzelkopf bis 5 cm 0, Gruppen
bis ca. 22 cm 0, blattgrün; W. zierlich, konisch,
2—4 mm h., Saft wäßrig; Bz. 13:21; Ax. wollig,
anfangs schwach, in der Blütenzone dicht
weißwollig; Ar. kahl; Rst. bis ca. 30, bis wenig über 1 mm
lg.; Mst. (2—3—4) 5—6, kaum länger als die Rst.;
St. alle glasig weiß, winzig, aber + pfriemlich,
besonders die mittleren, vor allem diese mit braunem
Fuß; Bl. klein, hellrötlich, 3—4 mm 0; Fr. karmin,
schlankkeulig, ca. 11 mm lg., mit Bl.-Rest, bis
3 mm 0; S. hellbraun, kugelig, nur 0,5 mm gr. —
Mexiko (Grenze Puebla-Oaxaca, Straße Tehuacan-
Oaxaca, in oberen westlichen Steilwänden). Craigs
Standortangabe zu M. crucigera mag sich auf obige
Art beziehen.
Der provisorische Name in „Die Cactaceae", VI:
3895, war M. falsicrucigera Backbg., „die falsche
M. crucigera", deren abweichende Merkmale 1. c.
ebenfalls aufgeführt wurden. Inzwischen erfuhr ich
den Entdecker, so daß die Art nunmehr nach ihm
benannt werden konnte. (Abb. 211.)
Mamillaria bullardiana (Gat.) Böd. (3: 2, 5: 9)
K. zylindrisch, bis ca. 12 cm lg., 4 cm 0, stärker
sprossend, bläulich graugrün; W. konisch; Bz. ?;
Ax. schwachwollig; Rst. 20—30, 5—10 mm lg.,
nadelig, weiß; Mst. 1, 1 cm lg., gehakt, braun oder
weiß und braunspitzig; Bl. 2 cm lg., 2,5 cm 0,
blaßrosa; Fr. 1,2 cm lg., Scharlach; S. schwarz. —
Mexiko (Niederkalifornien, bei La Paz).
Mamillaria cadereytana n. nud. (ein Name von F.
Schmoll, Cadereyta) (3:1, 3: 7)
K. gestreckt-kugelig, dunkelgrün; Wz. faserig;
Ax. langborstig; W. in Bz. 13:21, Saft wäßrig,
zylindrisch, weich; Rst. (15—)18(—22), haarfein,
den K. umspinnend, bis etwas über 1 cm lg.; Mst.
4, rotbraun, abstehend, ± aufgerichtet, auch nur 2,
1 basal verdickt, hakig, ca. 1,5 cm oder mehr lg.;
Bl. klein, weiß, ganzrandig; Sep. mit rötlicher Mitte;
Fr. ? — Mexiko (Cadereyta).
Die Mst. sind fein rauh. Offenbar eine gute Art, die
der M. pygmaea nahesteht, aber mit weißen Pet.,
braunroten Mst. und meistens mehr Rst.
Mamillaria cadereytensis Craig (1:1 bzw. 1: 3)
K. kugelig, einzeln, dichotomisch verzweigend, auch
gestreckt, bis 11 cm h., 8,5 cm 0, dunkel graugrün;
W. pyrámidisch, unten gekielt; Bz. 13:21; Ax.
schwachwollig, mit bis 10 Bst.; Rst. ca. 30, 3—5 mm
lg., weiß; Mst. bis 6, 4—10 mm lg., pfriemlich,
kalkweiß, schwarz gespitzt; Bl. ?; Fr. Scharlach, 1,5 cm
lg.; S. rötlichbraun. — Mexiko (Querétaro,
Cadereyta; Guanajuato).
v. quadrispina Craig: nur 4 dünnere Mst.; W.
zierlicher, Bestachlung daher dichter erscheinend.
Mamillaria caerulea Craig (1: 3)
K. kugelig, einzeln, dunkel blaugrün, bis 12 cm h.,
6 cm 0; W. unten 4flächig, oben pyramidisch-
rund; Bz. 13: 21; Ax. anfangs wollig, mit
vereinzelten Bst.; Rst. 18—20, 1—5 mm lg., fast borstig
dünn, weiß; Mst. 3—6, meist 4, 8—10 mm lg.,
nadelig, Fuß verdickt, dunkelbraun, später mehr
kalkig rotbraun: Bl. und Fr ? — Mexiko (Coahuila,
SaltiUo).
Mamillaria calacantha Tieg. (1: 2)
K. kugelig, zuletzt ziemlich dick zylindrisch,
hellgrün, gepfropft bis 30 cm h., 10 cm 0; W. etwas
vierflächig; Bz. 13: 21; Ax. nur anfangs wollig; Ar.
zuerst stärker wollig; Rst. 25—35, 5—7 mm lg.,
dünn, blaßgelb; Mst. 2—4, 1—1,5 cm lg., steif-
nadelig, hellbraun oder rötlich(braun), variabel; Bl.
8 mm lg., bis 1,4 cm br., mit karminrosa Pet., unten
grünlichweiß; Fr. rosa, ca. 2 cm lg.; S. hell
gelbbraun. — Mexiko (Querétaro, Guanajuato).
Mamillaria calleana Backbg. (3: 1, 3: 7)
K. gedrückt-kugelig, bis ca. 2,5 cm h., 6,5 cm 0,
dunkelgrün; W. zylindrisch; Bz ?; Ax. anfangs
schwachwollig; Rst. 22, hellgelb, bis 6 mm lg.;
Mst. 1, honiggelb, bis 1 cm lg., hakig; Bl. weiß; Fr.
und S.? — Mexiko (Hidalgo).
Mamillaria candida Scheidw. (3:1, 1: 2)
K. zuerst kugelig, dann gestreckt, blaß
bläulichgrün, bis ca. 14 cm 0, auch sprossend; W.
zylindrisch; Bz. 13 : 21; Ax. mit bis 7 warzenlangen Bst.;
Rst. über 50, bis 9 mm lg., dünn, weiß; Mst. 8—12,
4—7 mm lg., nadelig, weiß, Spitze bräunlich; Bl.
2 cm lg., 1,5 cm 0, schmutzigrosa‚Rand weiß,
gesägt; Fr. rot; S. schwarz. — Mexiko (San Luis
Potosi).
v. rosea (SD.) K. Sch. : Mst. dünner und doppelt so
lang, zuerst rosa; S. glänzend schwarz, nicht
runzlig (Shurly) wie beim Arttypus.
Mamillaria canelensis Craig (1: 3)
K. kugelig, einzeln, gelbgrün; W. rundlich; Bz.
13: 21; Ax. stärker weißwollig, mit langen weißen
Bst.; Rst. 22—25, 5—15 mm lg., dünnadelig, weiß;
Mst. 2—4, bis 3 cm lg., kräftig-nadelig, + gerade,
orangegelb; Bl. 1,8 cm lg., 1,5 cm 0, hell
grünlichgelb; Fr. ? — Mexiko (Chihuahua-Sonora).
Die sogenannte ‚,rotblühende M. canelensis"
(Schwarz) siehe unter M. floresii v. hexaeentra.
Mamillaria capensis (Gat.) Craig (3: 2, 5: 9)
K. zylindrisch, später basal sprossend, bis 25 cm lg.,
olivgrün, 3—5 cm 0; W. ovoid-zylindrisch; Bz.
232 Mamillaria
5:8; Ax. kahl, aber auch mit 1—3 Bst.; Rst. 13
(—16), 8—15 mm lg., nadelig; Mst. 1,1,5—2 cm lg.,
vorgestreckt, hakig, kräftig-nadelig; St. variierend
von weiß bis dunkler, mit rotbraunen bis
schwärzlichen Spitzen, z. T. Fuß verdickt; Bl. glockig-
trichterig, ca. 2,5 cm 0, blaßrosi, auch mit
dunklerem Mittelstreifen; Fr. scharlach-orange, 2 cm lg.;
S. schwarz. — Mexiko (Niederkalifornien, Puerto
de Bahia de los Muertos).
Mamillaria caput-medusae 0.: Mamillaria semper-
vivi v. caput-medusae (0.) Backbg.
Mamillaria carmenae Castan. & Nun. de Cac. (3:1,
1:2)
K. kugelig bis oval und gestreckt, 5—8 cm lg., auch
sprossend; W. konisch, unten weißgrün; Bz. ?; Ax.
mit weißer Wolle und weißen Bst.; Rst. mehr als 100,
5 mm lg., weiß oder hellgelb; Mst. 0, stattdessen
feine Härchen; Bl. 1,1 cm lg. und 0, weiß mit zart-
rosa Ton; Fr. 6 mm lg., grünlichweiß; S. schwarz. —
Mexiko (Tamaulipas, Jaumave).
Mamillaria carnea Zucc. (1: 2)
K. kugelig bis zylindrisch, bis 10 cm h., hell- bis
dunkelgrün, auch sprossend; W. pyramidisch,
gekantet; Bz. 8:13; Ax. gelbwollig; Rst. 0 oder 1—2
Bst.; Mst. 4 (—5), ungleich, der unterste 1,5—4 cm
lg., die anderen 0,6—2 cm lg., fleischfarben,
schwarzspitzig; Bl. rosa, dunkel gespitzt, Schlund blaß-
grün; Fr. rot, 2,5 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko
(Hidalgo; Guerrero; Puebla; Oaxaca).
v. aeruginosa (Scheidw.) Gurke: die 3 oberen St.
alle gleich lang, der unterste viel länger, gerade
oder zurückgebogen.
v. cirrosa (SD.) Gurke: oberster und unterster
St. stärker gedreht (rankenartig), anfangs
purpurn, später fleischfarben,
v. subtetragona (Dietr.) Backbg.: W.
undeutlich kantig; St. 2—3, meist 4 (—6), ganz
schwarzbraun, oder weißlich und nur Fuß und Spitze
schwarzbraun; N. hellrosa (Typus der Art: grün
bis blaßgelb).
Mamillaria carretii Reb. (3: 2, 5: 9)
K. kugelig bis verlängert, dunkelgrün, bis 6 cm 0,
später sprossend; W. zylindrisch, fest; Bz. 8:13;
Ax. kahl; Rst. ca. 14, bis 13 mm lg., gelb, oben
braun; Mst. 1, vorgestreckt, hakig, bis 16 mm lg.,
kastanienbraun; Bl. 2,5 cm lg., 1,5 cm 0 oder etwas
mehr, weißlich mit rosa Mittelstreifen, duftend;
Fr. schlank, grün, oben rötlich; S. braun. — Mexiko
(Nuevo Leon).
Mamillaria casoi H. Bravo (1: 3)
K. kugelig; W. vierseitig; Bz. 13: 21; Ax. wollig,
mit Bst.; Rst. 5—8, kurz pfriemlich, weiß; Mst.
3—4 (—5), pfriemlich, variabel, kurz bis sehr lang,
meist + gebogen, bis 6 cm lg., die kürzesten 4 bis
10 mm lg., rötlichbräunlich, später fast weiß; Bl.
purpurn; S. bräunlich. — Mexiko (Oaxaca, Su-
chixtlahuaca).
Mamillaria celsiana Lem. (2: 1)
K. kugelig bis zylindrisch, bis 12 cm h., 8 cm 0,
bläulich grün, auch basal sprossend; W. konisch;
Bz. 13:21; Ax. anfangs weißwollig; Rst. 24—30,
6—8 mm lg., dünnadelig; Mst. 4—6, 8—14 mm lg.,
der unterste bis 3 cm ig., blaß bis dunkelgelb,
braunspitzig; Bl. 11 mm lg., rosa bis feurig-karmin;
Fr. rot; S. hellbräunlich. — Mexiko (von San Luis
Potosi bis Oaxaca).
Mamillaria centricirrha Lem. (1: 2)
K. kugelig, anfangs mehr breitrund, etwas variabel
grün, meist bis 12 cm (—20 cm) 0, später
sprosssend; W. 4kantig, Fuß breit; Ax. wollig; Bz. 5:8
(stets so?); Rst. meist 4—6; Mst. 1 (—2); St. an Zahl
bzw. Länge sehr variabel, wie auch die Wolle an Ar.
und in Ax.: Bl. 2,5 cm lg., satt karminrot, auch mit
dunklerer Mitte; Fr. karmin, keulig, 1,5 cm lg.; S.
gelb bis braun. — Mexiko.
Variiert äußerst stark, daher in der Literatur viele
Namen, meist kaum noch identifizierbar. Unter-
scheidbar sind:
v. bockii K. Sch.: W. kleiner, graugrün, deutlich
gekantet; Rst. meist 4; Mst. 1—2, kräftig,
besonders einer ziemlich lang und + gebogen,
anfangs fast schwarzbraun, später heller,
v. glauca (Dietr.) Schelle: mit stärker
gebogenen Rst. und hellerer Bl.
v. neumanniana (Lem.) Schelle: mit feinen,
kurzen und nadelig pfriemlichen geraden Mst.
v. versicolor (Scheidw.) Schelle: mit sehr
derben, vorwiegend abwärts gekrümmten St. (in M.
gladiata Mart. übergehend).
Oft irrtümlich mit der kremweiß blühenden M.
magnimamma Haw. non O. zusammengefaßt,
ebenfalls variabel, aber weniger als M. centricirrha,
die durch die + karminroten Bl. leicht zu
unterscheiden ist.
Mamillaria cerralboa (Br. & R.) Orc. (3:1, 2: 6)
K. länglich, bis 15 cm h., 6 cm 0, einzeln, gelblich
grün; W. konisch; Bz. ?; Ax. kahl; Rst. 10,1 cm lg.,
dünnadelig, gelblich; Mst. 1, ca. 2 cm lg.,
vorgestreckt, nadelig, gerade oder auch gehakt; Bl.
1 cm lg., Farbe? — Mexiko (Isla Cerralboa, Golf
von Kalifornien).
Mamillaria chapinensis Eichl. & Quehl: Mamillaria
woburnensis Scheer
Mamillaria chionocephala J. A. Purp. (1:1 bzw. 1:3)
K. rund, blaugrün, bis 12 cm h., und 0, selten
sprossend; W. pyramidisch, vierkantig, weiß
punktiert; Bz. 13: 21; Ax. stark weißwollig und mit
zahlreicheren 2 mm lg. Haaren (reduzierten H.-Bst.?);
Rst. 22—24, bis 8 mm lg., borstig, weiß; Mst. 2—6,
4—6 mm lg., pfriemlich, Fuß verdickt, schmutzig
Mamillaria 233
weiß bis bräunlich, schwärzlich gespitzt; Bl. bis
22 mm lg., weiß bis fleischfarben; Fr. dunkel karmin,
bis 2,2 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (Coahuila,
Sierra de Parras; Monterrey; Durango).
Mamillaria coahuilensis (Böd.) Moran: Mamillaria
schwartzii (Fric) Backbg.
M. coahuilensis v. albiflora (Böd.) Moran:
Mamillaria albiarmata Böd.
Mamillaria eollina J. A. Purp. (3:1, 1: 2)
K. kugelig bis länglich, graugrün, meist einzeln; W.
zylindrisch; Bz. 13:21; Ax. anfangs wollig; Rst.
16—18, 1—5 mm lg., dünn, weiß; Mst. 1 (—2),
5—8 mm lg., ziemlich steif nadelig, Fuß verdickt,
graubraun, unten heller, dunklere Spitze; Bl. bis
2 cm lg., rosenrot, dunklerer Mittelstreifen; Fr.
karmin, bis 2,5 cm lg.; S. braun. — Mexiko (Puebla,
Esperanza).
Mamillaria collinsii (Br. & R.) Orc. (1: 3)
K. kugelig, bis über 6 cm 0, oft rötlich überhaucht,
sprossend und auch rasenförmig; W.
konisch-zylindrisch ; Bz. 8:13; Ax. weißwollig, mit Bst. oft
länger als die W.; Rst. 7, 5—7 mm lg., nadelig, unten
gelb, oben dunkel; Mst. 1, bis 8 mm lg., vorgestreckt,
dunkelbraun; Bl. 1,5 cm lg., rosa, mit gelblichem
Pet.-Rand; Fr. tiefrot, 2cm lg.; S. hellbraun. —
Mexiko (Oaxaca, San Jeronimo).
Mamillaria colonensis Craig (3:1, 2: 6)
K. breitrund, 6—7 cm 0, ca. 5 cm h., graugrün,
auch sprossend; W. konisch; Bz. 8:13; Ax. kahl
aber mit 8—10 weißen Bst.; Rst. ca. 15, 6—7 mm
lg., dünn, weiß, unten orange; Mst. 1—4 (zuerst
nur 1), 1—3 mm lg., der untere bis 7 mm lg., und
oft hakig, oder alle gerade; Bl. 2,3 cm lg., krem,
feiner rosa Mittelstreifen; Fr. und S.? — Mexiko
(Guerrero, Colonia).
Mamillaria columbiana SD. (3:1, 1: 3)
K. zylindrisch, sprossend; Ax. wollig (besonders in
der Blütenzone); Bz. ?; Rst. 18—20 (—24), weiß;
Mst. 4—5, goldbraun, unten verdickt; Bl. rot. —
Kolumbien (wahrscheinlich Candellaria-Wüste,
1200 m).
v. albescens W. Haage & Backbg. n. v.: Cylindri-
ca, ad 22 cm longa, in parte supera albilanata,
plerumque prolifera e parte inferiore; aculeis
radialibus 20—25; aculeis centralibus 4; aculeis
albis, in vertice subfuscis.
Bis 22 cm lg., oben später einen weißlichen
Scheitelteil bildend (Wolle und hellere St.); Rst.
20—25; Mst. 4; St. alle weißlich bis weiß, im
Scheitel anfangs auch leicht bräunlich. —
Kolumbien (Villa de Leiva, 2200 m).
v. bogotensis (Werd.) Dugand („Mutisia", 9.
1954): K. bis 20cm lg.; Rst. bis 27—30, weißlich;
Mst. fast stets 6, gelblich, Spitze bräunlich oder
rein gelb; Bl. rot. — Kolumbien (Sogamoso,
120Ö jm). — Siehe auch unter M. soehlemannii.
Mamillaria compressa DC. (1: 3)
K. kugelig, später stark sprossend und halbrunde
Polster bildend, hell bläulich-graugrün, Köpfe später
verlängert, bis 20 cm lg., 5—8 cm 0; W.
stumpfkantig; Bz. 8:13; Ax. weiß wollig, mit kräftigen
weißen Bst.; Rst. (2—) 4—6 (sowie mitunter 1—3
sehr kurze Beistacheln), 2—7 cm lg., nadelig bis
pfriemlich, oft kantig, auch gewunden, von weiß bis
rötlich variierend, später grau, braunspitzig; Mst.
0; Bl. bis 1,5 cm lg., tief purpurn, hellerer Rand;
Fr. hellrot, 2 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (San
Luis Potosi bis Querétaro).
Sehr variabel, daher die Namen v. brevispina, fulvi-
spina, longiseta, rubrispina, triacantha. Es gibt aber
Zwischenformen.
Mamillaria confusa (Br. & R.) Orc. (1: 3)
K. breitkugelig, hell grau-olivgrün, einzeln oder
dichotomisch verzweigt, Köpfe bis 15 cm h., 10 cm
0; W. anfangs dunkelgrün, etwas vierseitig, unten
gekielt; Bz. 8:13; Ax. weißwollig und 10—12 Bst.
länger als die W.; Rst. 4—6, 5—30 mm lg., nadelig
bis stärker, anfangs schwarz, dann hellbräunlich
und dunkelspitzig; Mst. meist 0 (1—2, dann stark);
Bl. bis 2 cm lg., blaß grünlich-weiß bis -gelb; Fr. rot,
2 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (Oaxaca).
v. centrispina Craig: Rst. 4—6, bis 1,5 cm lg.,
gerade oder gebogen; Mst. 1—2, starkpfriemlich,
bis 2,5 cm lg., auch verbogen,
v. conzattii (Br. & R.) Craig: nur Rst., 4—5, bis
9 mm lg., nicht stark.
v. longispina (nur ein Name?) hat besonders lange
einzelne Mst., ± gebogen.
v. robustispina Craig: nur Rst., 4—5, stark-
nadelig bis starkpfriemlich.
M. confusa und var. gehören vielleicht alle als
weitere var. zu Mamillaria collinsii (Br. & R.)
Orc.
Mamillaria conspicua J. A. Purp. (3:1, 1: 5)
K. kugelig bis zylindrisch, graugrün, einzeln, bis
14 cm lg., 10 cm 0; W. konisch bis stumpf
vierkantig; Bz.?; Ax. mit Wolle bzw. kräuseligen H.;
Rst. 16—25, bis 6 mm lg., borstig dünn, weiß;
Mst. 2, ca. 1 cm lg., derbnadelig, gerade bis etwas
gebogen, weiß, braunspitzig, anfangs rötlichbraun;
Bl. rosa, dunklere Mitte; Fr. karmin; S. hellbraun. —
Mexiko (Puebla, Zapotitlán). Craigs Angabe
„Bst. in den Ax." trifft nicht zu und widerspricht
Purpus Angabe.
Mamillaria cowperae Shurly (3:1, 3: 7)
K. kugelig bis gestreckt, einzeln, kräftiggrün, dann
graugrün, bis 10 cm 0, ca. 11 cm h.; W. rundlich;
Bz. 13: 21; Ax. nur anfangs schwachfilzig, dann
kahl; Rst. 40—50, 7—9 mm lg., nadelig, weiß; Mst.
234 Mamillaria
8—10, Fuß verdickt, ein zentraler bis 2 cm lg. oder
länger, gehakt wie auch ein unterer, etwas kürzer,
die übrigen gerade, krem bis gelb bis rotbraun; Bl.
glockig, 2 cm lg., 1,5 cm 0, weiß mit blaßrosa
Mittelstreifen; Fr, weißlich bis blaßgrün; S. schwarz. —
Mexiko (Zacatecas).
Mamillaria craigii Linds. (1: 2)
K. einzeln oder dichotomisch verzweigt, hell
gelblich-graugrün; W. vierflächig, oben kantig; Bz.
13: 21; Ax. etwas weißwollig; Rst. 7—8, 4—12 mm
lg., steif-elastisch, Fuß etwas verdickt, goldbraun;
Mst. 1—3, meist 2, 1—2 cm lg., dünnadelig, steif,
basal verdickt, goldbraun; Bl. glockig, bis 2 cm lg.,
bis 1,5 cm 0; tiefrosa, dunkle Mittellinie; Fr. rot,
1,2 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (Chihuahua-
Sonora).
Mamillaria criniformis DC. (3:1, 1: 3)
K. unten sprossend, hellgrün; W. weich, oval bis
oblong; Bz. ?; Ax. fast kahl; Rst. 8—10, 8 mm lg.,
borstig dünn, behaart, weiß; Mst. 1, hakig, steif,
gelb bis rosa, vorgestreckt; Bl. bis 1,6 cm lg.; Stbf.
und Gr. rosa; Fr. ?; S. schwarz (?). — Mexiko
(Hidalgo).
Mamillaria crinita DC. (3:1, 3: 7)
K. kugelig, bis 4 cm 0, auch sprossend, stumpf
graugrün; W. weich, oval-oblong, rund; Bz. 8:13;
Ax. nackt; Rst. 15—20, 16—18 mm, borstenförmig,
haarig, weiß; Mst. 4—5,12—15 mm lg., dünnadelig,
haarig, gelb, + hakig; Bl. 1,6 cm lg., weiß bis
gelblich oder kremrosa, rosa Mittellinie; Fr. rötlich,
1,4 cm lg.; S. schwarz. — Mexiko (Hidalgo, Zima-
pan).
Mamillaria crispiseta Craig (1: 3)
K. flachkugelig, einzeln, dunkelgrün, bis 8,5 cm 0;
W. pyramidisch, oben kantig; Bz. 13: 21; Ax. mit
langen, gewundenen Bst.; Rst. 8, 4—7 mm lg.,
dünnadelig, weiß, braunspitzig; Mst.4—5, 7—18 mm
lg., nadelig, rosa bis braun oder schwarz, Spitze
dunkel; Bl. ?; Fr. karmin, 1,5 cm lg.; S. hellbraun. —
Mexiko (Querétaro?).
Mamillaria crocidata Lem. (1: 2)
K. kugelig bis länglich, dunkel bläulichgrün, bis
10 cm h., 7—8 cm 0, manchmal sprossend; W.
pyramidisch, erst vierkantig, dann rundlich; Bz.
13:21; Ax. nur wollig; Rst. 2—4, 8—17 mm lg.,
kräftig nadelig bis dünnpfriemlich, rosaweiß, Spitze
dunkelpurpurn bis schwarz, mitunter noch
zusätzliche Haarst.; Mst. 0; Bl. glockig, 1,5 cm lg., karmin,
purpurne Mittellinie; Fr. hellrosa, bis 1,8 cm lg.; S.
hellbraun. — Mexiko (Hidalgo, Querétaro).
Mamillaria crucigera Mart. (2: 1)
K. zylindrisch oder umgekehrt-eiförmig, sprossend;
W. hellgrün, konisch, 5 mm lg.; Ax. wollig; St.:
anfangs 4(—6) mittlere, gelblich, von einem Bst.-
Kranz umgeben; Bl. nach Martius so groß wie die
der M. sphacelata (1,5 cm lg.); N. purpurn. —
Mexiko (ohne Standort). Nach Martius' Orig.-
Beschreibung.
Die Rst.-Borsten sind ca. 3,7 mm lg., die
mittleren St. anfangs über Kreuz stehend. Die Art
gehört nach Pfeiffer zum Formenkreis der M. ele-
gans. Aus dem Originalkupfer ist wenig mehr zu
ersehen. Die unzureichende Beschreibung führte zu
Mißverständnissen (Bödeker; was er für M. cruci-
gera hielt, nannte er später M. pseudocrucigera
Böd. non Craig, die ich in M. neocrucigera Backbg.
umbenennen mußte, da Craigs Name gültig war).
Eine unsichere Art, auf die spätere ergänzende
Beschreibungen nicht mit Sicherheit bezogen werden
können.
Mamillaria dawsonii (Hought.) Craig: Mamillaria
glareosa Böd.
Mamillaria dealbata Dietr. (2:1)
K. kugelig bis kurzzylindrisch, bläulichgrün, dicht
bestachelt; W. zierlich; Bz. ?; Ax. anfangs
dichtwollig; Rst. ca. 20 (—26), weiß, kurz, anliegend;
Mst. 2, stärker, bis 1 cm lg., weiß, Spitze dunkel;
Bl. klein, karmin; Fr. rot; S. braun. — Mexiko.
Mamillaria deliusiana Shurly: Mamillaria bella
Backbg.
Mamillaria densispina (Coult.) Vpl. (3:1, 1:3)
K. kugelig bis gestreckt, bis 10 cm 0 und h.; W.
konisch; Bz. 8:13; Ax. nur anfangs wollig; Rst.
20—25, 8—13 mm lg., dünn, weiß bis gelb, später
dunkler; Mst. 5—6,10—20 mm lg., steif nadelig, Fuß
weiß, selten dunkel mit hellerer Zone darüber, nach
oben zu gelb bis fuchsrot, Spitze mitunter
schwärzlich; Bl. 2 cm lg., 1cm 0, schwefelgelb; Fr. rot;
S. rötlichbraun. — Mexiko (San Luis Potosf,
Querétaro; Guanajuato).
Quehls synonymischer Name M. pseudofuscata
bezog sich auf Material von San Luis P., woher auch
das Coulters stammt; diese Namen sind also
identisch. Es gibt noch eine sehr ähnliche Pflanze,
schwerer wachsend, aber nicht mit M. densispina
identisch. Vielleicht war dies Mamillaria eschanzieri
Orc, non (Coult.) Vpl., unrichtig „Chilita eschau-
zieri Orc." geschrieben, von Fric M. esshausieri
genannt, aber nicht nach dem hakenstachligen
„Cactus eschanzieri Coult". Jedenfalls ähnelte
Frics Pflanze auch der M. densispina. Von dieser
zweiten Art gibt es keine gültige Beschreibung.
Mamillaria denudata (Eng.) Berg. (3:1, 1: 2)
K. kugelig, bis 4 cm 0 und h., von Stacheln
bedeckt; W. nach Bz. 13: 21; St. 50—80, 3—5 mm lg.,
unbehaart, weiß; Bl. weiß, bis 1,2 cm lg., ca. 1,5 cm
0; Stbf. weiß (M. lasiacantha: gelb bis blaß laven-
del, N. gelbgrün); N. weiß. — USA (Texas),
Nordmexiko (Coahuila).
Mamillaria 235
Mamillaria diacentra Jac. (1: 2)
K. kugelig, dunkelgrün, bis 8,5 cm 0; W. oval oder
pyramidisch; Bz.: 13 Serien; Ax. nur anfangs
wollig; Rat. (3—) 5 (—6), 5—10 mm lg., kräftig, ±
gelblich-weiß mit rötlicher bzw. brauner Spitze;
Mst. 2, pfriemlich, einer ca. 12 mm lg., der andere
bis 3 cm lg., beide rötlichbraun mit schwarzer
Spitze; Bl. 1 cm lg., 1,7 cm 0, rosaweiß mit
rötlicher Mittellinie; Fr. purpurn, 2 cm lg.; S.
hellbraun. — Mexiko.
Mamillaria dioica K. Brand. (3: 2, 5: 9)
K. zylindrisch, bläulich-grün, bis 33 cm h., 10 cm 0,
von unten sprossend; W. kurzzylindrisch, fest; Bz.
8:13; Ax. etwas wollig, 5—15 fast warzenlange
Bst.; Rat. 11—22, 5—7 mm lg., nadelig, weiß bis
rosa, Spitze dunkel; Mst. 1—4, 8—15 mm lg., der
untere längste hakig, alle bräunlich bis
braunschwarz; Bl. glockig-trichterig, bis 3 cm lg.,
unvollständig diözisch, krem, mit purpur Mittellinie; Fr.
Scharlach, bis 2,5 cm lg.; S. schwarz. — USA
(Südkalifornien) bis Mexiko (Niederkalifornien,
Südspitze und einige Inseln).
Variabel, auch in der Höhe der Triebe und der
Fruchtlänge, die Bl. häufig nicht diözisch.
Mamillaria discolor Haw. (3:1,1: 3)
K. breitrundlich, bis 18 cm h., 13 cm 0 (Rümpler);
W. ovoid-konisch; Bz. 8:13; Ax. schwachwollig bis
kahl; Rat. 16—20, bis 1 cm lg., dünn, weiß; Mst.
6 (—8), 1 cm und mehr lg., Farbe variabel von hell
bis gelb und schwarz oder dunkelspitzig, +
gebogen; BL 2 cm lg., 1,6 cm 0, weiß mit rosa
Mittellinie; Fr. rötlich-bräunlich, 2,5 cm lg.; S. braun. —
Mexiko (Puebla).
Mamillaria dixanthocentron Backbg. (1:2) — Descr.
Cact. Nov. III: 8.1963.
K. säulig, einzeln, grün, bis 20 cmh., ca. 7 (—8) cm
0; W. konisch, ca. 6 mm lg., Saft halb-milchig; Bz.
13:21; Ax. kraus grauwollig ;é Ar. nur anfangs
schwach bräunlich-weiß-filzig; Rst. ca. 19—20,
dünnpfriemlich, 2—4 mm lg., weiß; Mst. 2 (—4),
untereinander bzw. im Kreuz, der obere aufrecht,
ca. 5 mm lg., der untere vorstehend-abwärts
geneigt, bis ca. 1,5 cm lg., beide zuerst hellgelb, dann
hornfarben oder weißlich, mit hornfarbener Spitze;
Bl. hellrot; Fr. 2 cm lg., schlank, unten gelb, oben
orange. — Mexiko ( Arroyo Verde, ca. 30 km
südlich des Standorts von M. buchenauii). (Abb. 212
links.) Der halbmilchige Saft steht unter stärkerer
Spannung und tritt bei Anstechen schnell und
reichlich hervor; ich sah sogar einen bis ca. 3 cm
lg. Strahl hervorspritzen. Der Saft ist schwach
klebrig und erhärtet nur sehr langsam.
Mamillaria dolichocentra Lem.: Mamillaria obco-
nella Scheidw.
Mamillaria donatii Berge (3:1, 1: 3)
K. kugelig, hell bläulichgrün, bis 9 cm 0, zuweilen
sprossend; W. konisch; Bz. 13: 21; Ax. kahl; Rst.
16—18, 6—8 mm lg., dünn, weiß; Mst. 2, bis 1 cm
lg., steifnadelig, dunkelbraun; Bl. bis 1,5 cm lg.
und 0, feurig karmin; Fr. rot, bis 1,5 cm lg.; S.
braun. — Mexiko (Puebla, Boca del Monte).
Mamillaria droegeana (Reb.) Hildm. (3:1, 1: 4)
K. später säulig, bis 8 cm lg., 4 cm 0, dunkel
graugrün, auch sprossend; W. halbfest, unten kielig; Bz.
8:13; Ax. kahl; Rst. 30, bis 6 mm lg., blaßgelb,
Fuß dunkler; Mst. 8—11, bis 1 cm lg., steifnadelig,
dunkel rötlichbraun; Bl. 1 cm lg., 1,5 cm 0, weiß
mit rosa Hauch und Mittellinie; Fr. hell
gelbbräunlich, 2 cm lg.; S. hellbraun. —Mexiko (Querétaro,
Sierra de San Moran).
Mamillaria dumetorum J. A. Purp. (3:1,1: 2)
K. kugelig, graugrün, bis 2,5 cm 0, sprossend, mit
Rübenteil; W. zylindrisch; Bz. 8:13; Ax. kahl;
Rst. 40—60, bis 4 mm lg., anliegend, weiß,
borstenfein, haarig; Mst. 0; Bl. 1,2 cm lg. und 0, weiß,
mit rötlicher Mittellinie; Fr. Scharlach, bis 2 cm lg.,
kugelig-keulig; S. schwarz! — USA (Texas; SO-
Neumexiko), Mexiko (N-Chihuahua). Geht oft
fälschlich als M. schiedeana.
Mamillara duoformis Craig & Daws. (2:3)
K. zylindrisch, dunkel bläulichgrün, bis 9 cm h.,
3,5 cm 0, manchmal sprossend; W. konisch; Bz.
13:21; Ax. mit Bst.; Rst. 18—20, bis 7 mm lg.,
blaßgelb, bald kalkig; Mst. 4, bis 12 mm lg., Fuß
schwach verdickt, unten bräunlichrosa, oben schwarz,
der längste unterste noch dunkler, gerade oder
hakig; Bl. glockig, 1,5 cm lg., 1,2 cm 0, hellkarmin;
Fr. bräunlichrosa, 1,8 cm lg.; S. braun. — Mexiko
(Puebla; Guerrero).
v. rectüormis Craig & Daws. weicht durch
vollkommen gerade St. ab, nie hakig. — Mexiko
(Puebla, Tehuitzingo).
Gehört vielleicht zum Artenkomplex der M.
hamata.
Mamillaria durispina Böd. (3:1,1: 3)
K. einzeln, kugelig bis gestreckt, dunkelgrün, bis
20 cm h., 11 cm 0; W. konisch; Bz. 8:13, 21: 34;
Ax. nur anfangs wollig; Rst. 6—9, der oberste bis
15 mm lg., die anderen bis 8 mm lg., ziemlich
kräftig; Mst. nur vereinzelt; St. zuerst dunkel
rotbraun bis schwarz oder hornfarben, auch fleckig
oder Spitze goldbraun; Bl. 1,5 cm lg. und 0, pur-
purrosa mit dunkler Mittellinie, nach unten zu blaß
grünlichweiß; Fr. karmin, 2 cm lg.; S. blaßgelb. —
(Mexiko (Guanajuato; Querétaro, bei San Moran).
Mamillaria dyckiana Zucc. (2:1)
K. meist einzeln, bis c 6,5 cm h., 6 cm 0, graugrün
bis bläulichgrün; W. konisch; Bz. ?; Ax. wollig;
Rst. 16—18, steif, weiß; Mst. 2, auf- und abwärts,
16 Kakteenlexikon
236 Mamillaria
kräftiger, hornfarben, Spitze rötlich, bis 1,5 cm lg. —
Mexiko. Blüten wahrscheinlich hellkarmin.
Mamillaria ebenacantha Shurly, ohne lateinische
Diagnose, war eine breitrunde Pflanze; W. 4kantig;
Rst. nur 4, schwarz, pfriemlich; Mst. 0; Bl. und Fr.?
— Mexiko (Weiteres nicht bekannt).
Mamillaria egregia Backbg. (3:1, 1: 2)
K. kugelig bis gestreckt, bis 5 cm h. und 0; W.
konisch; Bz. 13:21; Ax. wollig; Rst. bis ca. 50,
verflochten, weiß, anfangs auch rosa, mehrserig;
Mst. 0; Bl. 11 mm lg., bis 9 mm 0, olivbräunlich-
weiß; Fr.? — Mexiko.
Mamillaria eichlamii Quehl (1: 3)
K. kugelig, gelblichgrün, bis 25 cm lg., bis 6 cm 0,
rasenbildend; W. kegelig; Bz. 8:13; Ax. gelb wollig,
wie die Ar., später auch Bst.; Rst. 6, bis 7 mm lg.,
gelbweiß, dunkelspitzig; Mst. 1, 1 cm lg., oben
bräunlichrot; Bl. 2 cm lg., krem bis gelb; Fr. rot;
S. hellbraun. — Guatemala (Sabanetas),
Honduras.
Mamillaria ekmanii Werd. (1: 2)
K. kugelig bis gestreckt, bis 8 cm h., 6 cm 0; W;
kegelig; Bz. 13:21; Ax. starkwollig, Wolle weiß;
Rst. meist 15, 7—10 mm lg., schneeweiß; Mst. (3—)
4 (—5), bis 1,4 cm lg., weißgelb, braunrot, gespitzt,
Fuß bräunlich und verdickt; Bl. und Fr. ? —
Westindien (Haiti, Insel La Navasse).
Mamillaria elegans DC. (2:1)
K. einzeln, ziemlich kleinkugelig, wenig über 5 cm
0; W. ovoid; Bz. ?; Ax. kahl; Rst. 25—30, bis
6 mm lg., weiß, anliegend und verflochten; Mst.
meist 2, bis 1 cm lg., steif, weiß, Spitze braun; Bl.
karmin; Fr. karmin, 2 cm lg. — Mexiko (Distrito
Federal).
Die mit obiger Art oft irrtümlich
zusammengeworfenen Mamillaria acanthoplegma, dealbata, dykiana,
haageana, meissneri und supertexta werden hier
gesondert beschrieben.
Mamillaria elongata DC. (3:1,1:1)
K. zylindrisch, basal sprossend, Kolonien bildend,
laubgrün, Köpfe bis 3,75 cm 0, später z. T. liegend;
W. zierlich konisch; Bz. 3:5, 5:8; Ax.
schwachwollig bis kahl; Rst. ca. 20, bis 8 mm lg., anliegend,
gelb; Mst. 0, selten 1, wenig länger; Bl. bis 1,5 cm
lg., weißlich bis gelblich; Fr. schmutzigrot; S.
hellbraun. — Mexiko (Hidalgo),
v. anguinea (O.) K. Sch.: K. lang und kräftig,
Rst. bis 20, gelb, braunspitzig, Mst. stets 1,
dunkler (steht der v. echinaria nahe);
v. densa (Lk. & O.) Backbg.: Rst. deutlich und
dicht abstehend, Mst. 0—3—4, leuchtend gelb
(M. mieheana Böd.?);
v. echinaria (DC.) Backbg.: K. und Mst. kräftiger,
letztere ziemlich lang, bis 3, oben bräunlich, Tr.
bis 2,8 cm 0;
v. echinata (DC.) Backbg.: mit nur 1 bis 1 cm lg.
Mst. (selten 2), dünn, braunspitzig, Tr. nur bis
2 cm 0;
v. intertexta (DC.) SD.: Rst. etwas abstehend und
verflochten, gelblich, Mst. selten vorhanden, Tr.
2—2,5 cm 0;
v. obscurior W. Heinr. n. v. — Differt äreolis
minimis ellipticis; summis aculeis radialibus
atrorubris; foliis perigonii late spathulatis, in-
aequaliter inscissis.
K. hellgrün, schlankzylindrisch, ca. 1,8 cm 0;
W. kurzkegelig; Bz. 5:8; Ar. sehr klein,
elliptisch, kaum 1 mm br., 1,5 mm lg., gering
gelbfilzig; Rst. ca. 23, kammartig gestellt, horizontal
gerichtet, leicht zurückgebogen, um die Ar. durch
hellbräunlichen Fuß einen Ring bildend, die ca.
8 oberen zuerst schwarzrot, später alle
gleichfarbig, 3 mm bis 6 mm (die oberen) lg.; Mst. 0;
Bl. klein, Hüllblätter breitspatelig, gelblichweiß,
unregelmäßig geschlitzt, breit öffnend; Stbf ‚ Gr.
und N. kremweiß; Fr. und S. ?
Die bisher dunkelste var. und daher deutlich
abweichend (W. Heinrich).
v. rufocrocea (SD.) K. Sch.: mit mehr struppig
abstehenden Rst., gelblich, mit orangebraunen
Spitzen, Mst. meist 0, zuweilen 1 (selten 2), Tr.
2—3cmØ;
v. stella-aurata (Mart.) K. Sch.: nur 1 dünner
Mst., meist länger als 1 cm, Rst. und Mst. gelb,
braunspitzig;
v. straminea Hort.: St. strohgelb bis leuchtend
gelb, Mst. fehlend, Tr. bis 2,2 cm 0;
v. subcrocea (DC.) SD.: St. weißlich-gelb, mit
braunen bis brandroten Spitzen, Mst. meist
fehlend, Tr. 1,5—1,8 cm 0;
v. tenuis (DC.) K. Sch.: Tr. dünn aber aufrecht,
bis 1,25 cm 0, nur Rst., stark anliegend;
v. viperina Backbg. non Marsh.: St. wie bei
voriger, ebenso die Triebstärke, die Tr. aber
stärker verlängert und später liegend.
Mamillaria erectohamata Böd. (3:1, 3: 7)
K. etwas konisch, blattgrün, bis 6 cm 0, basal
sprossend; W. zylindrisch; Bz. 13: 21; Ax. kahl, mit
Bst.: Rst. bis 25, 7 mm lg., fein, weiß; Mst. 2 (—3),
bis 17 mm lg., steifnadelig, nuß- bis schwarzbraun,
später gelblich, Fuß goldgelb; Bl. 1,8 cm 0, innen
reinweiß; Fr. rot, 1,2cm lg.; S. dunkelbraun. —
Mexiko (San Luis Potosi).
Mamillaria eriacantha Lk. & O. (3:1, 1: 3)
K. zylindrisch, bis 15 cm h., 5 cm 0, hell
smaragdgrün, auch sprossend; W. konisch; Bz. 8: 13; Ax.
wollig; Rst. 20—25, 3—6 mm lg., feinnadelig,
goldgelb, haarig; Mst. 2, 8—10 mm lg., zuerst goldbraun,
haarig, starknadelig; Bl. 1,5 cm lg. und 0, stroh-
bis kanariengelb; Fr. grünlichweiß, orange oder
rötlich, 1 cm lg.; S. ± hellgelb. — Mexiko (Vera Cruz,
Jalapa).
Mamillaria 237
Mamillaria erythrosperma Böd. (3:1, 3: 7)
K. rund bis etwas gestreckt, bis 5 cm h., 4 cm 0,
dunkelgrün, stärker sprossend; W. zylindrisch; Bz.
8:13; Ax. kahl, mit dünnen Bst.; Rst. 15—20,
8—10 mm lg., sehr dünn, anfangs haarig, weiß, Fuß
gelblich; Mst. 1—3 (—4), 1 cm lg., der unterste
hakig, gelb, rötlichbraun gespitzt; Bl. 1,5 cm lg.,
karmin, Rand heller; Fr. karmin, 2 cm lg.; S.
schwarzrot. — Mexiko (San Luis Potosi, Alvarez).
v. similis De Laet: K. kleiner; Mst.oft gelb; Rst.
kürzer, haarig; Bl. heller.
Mamillaria eschanzieri (Coult.) Vpl. non Orc, non
Fric (3:1,3:7)
K. gedrückt-kugelig, 3 cm h. bzw. 0, einzeln; Ax.
kahl; Rst. 15—20, 10—12 mm lg., dunkelspitzig;
Mst. 1, 15—20 mm lg., dünn, meist hakig; St. alle
haarig; Bl. rot (?); Fr. rötlich; S. rötlich (braun?). —
Mexiko (San Luis Potosi).
Dieser bisher nicht wiedergefundenen Art ähnelt in
der Beschreibung M. monancistracantha Backbg.,
die aber stets über 20 Rst. hat, Mst. später 2, einer
gerade, einer hakig, alle St. haarig; Bl. blaßgelblich!
Mamillaria esperanzaensis Böd. (3:1, 1: 3)
K.kugelig, bis 8 cm 0, kräftiggrün, basal sprossend;
W. zylindrisch-kegelig; Bz. 13: 21 (?); Ax. kahl; St.
„alle hart und metallisch schimmernd" (Böd.); Rst.
bis 20, dünn, hellgelb; Mst. 4—7, der längste
abwärts weisend, bernsteinfarben, anfangs dunkler;
Bl. 2,5 cm 0, weiß mit rosa Rückenstreifen. —
Mexiko (Puebla).
Im Mamm.- Vergl.-Schlüssel erwähnt Bödeker noch
den Namen M. fuscata-esperanza (ein n. nud. von
J. A. Purpus, 1914). Schmoll war der Ansicht, daß
sie mit M. ochoterenae identisch ist, was dem
Stachelcharakter nach stimmen kann. Nur eine
Form?
Mamillaria esseriana Böd. (1: 3)
K. erst kugelig, später säulig, seitwärts sprossend,
bis über 9 cm 0 über 20 cm h., graugrün, auch
dichotomisch verzweigend; W. grob, undeutlich
vielflächig; Bz. 13 :21; Ax. weißwollig, mit weißen
Bst.; Rst. bis 10, dünnadelig, weiß; Mst. 6, + derb-
nadelig, 0,7—1,5 cm lg., durchscheinend
bernsteingelb, Spitze ± dunkel-rotbräunlich; Bl.ca. 1,2cm0,
karmin; Fr. und S. ? — Mexiko (Chiapas) bis
Guatemala (?).
Mamillaria estanzuelensis Moll. (3:1, 1:3)
K. rundlich oder verlängert, bis 8 cm oder mehr h.,
bis ca. 6 cm 0, hellgrün, auch sprossend; W.
kegelig; Bz. ?; Ax. fast kahl; Rst. zahlreich (Böd.:
kammartig gestellt), mehrserig, bis 6 mm lg., nadelig,
glänzend weiß; Mst. 0 (anscheinend aber bei
manchen Exemplaren vorhanden); Bl. klein, weißlich. —
Mexiko (Durango?).
Mamillaria evermanniana (Br. & R.) Orc. (1:1)
K. kugelig bis länglich, hellgrün, bis ca. 5—7 cm 0,
auch sprossend; W. konisch; Bz. 13: 21; Ax. wollig,
mit gewundenen Bst.; Rst. 12—15, 5—8 mm lg.,
dünnadelig, weiß; Mst. 2—4, 1,2—1,5 cm lg., derb-
nadelig, anfangs rotbraun, später weiß, braunspitzig;
Bl. 1,5 cm lg., rosa- bis purpurrote Mitte, Rand
grünlich-krem; Fr. rot, 1cm lg.; S. hellbraun. —
Mexiko (Niederkalifornien und Inseln, I. Cerralboa,
I. Nolasco).
Mamillaria falsicrucigera Backbg. war ein nom.
prov. in „Die Cactaceae", VI, S. 3895: Mamillaria
buchenauii Backbg.
Mamillaria fasciculata Eng. (3:1, 5: 9)
K. bald säulig, purpurgrün, bis 8 cm 0, durch
Sprossen bis 30 cm br. Kolonien bildend; W.
zylindrisch-konisch; Bz. 5:8; Ax. kahl; Rst. 13—20,
5—7 mm lg., feinnadelig, weiß, Spitze dunkel; Mst.
1 (—3), bis 1,8 cm lg., steif dünnadelig, hakig,
bräunlich bis schwarz; Bl. 3 cm lg., 2 cm 0, weiß,
mit karmin oder purpur Mittelstreifen; Fr.
Scharlach, 8mm lg.; S. schwarz. — USA (S-Arizona),
Mexiko (N-Sonora).
Mamillaria fera rubra Schmoll (3:1, 1: 3)
K. einzeln, später gestreckt, bis 10 cm h., 9 cm 0,
gelblich graugrün; W. vierflächig; Bz. 13: 21; Ax.
kurzwollig; Rst. 15—18, bis 7 mm lg., dünnadelig,
weiß; Mst. 6 (—7), 1,2 cm lg., starknadelig,
orangebraun, Fuß gelbbräunlich; Bl. ?; Fr. Scharlach,
2 cm lg.; S. braun. — Mexiko (Querétaro, San
Lazaro).
Mamillaria fertilis Hildm. (3:1, 1: 3)
K. kugelig bis gestreckt, kräftig grün, ca. 5—6 cm 0,
bald reich sprossend; W. schlankzylindrisch; Bz.
8:13; Ax. anfangs schwach lockig weißwollig; Rst.
8—10, 6 mm lg., dünn, hell; Mst. 1—2, 1cm lg.,
nadelig, gelblich-braun, dunkelspitzig; Bl. 1,8 cm
lg., bis 1,5 cm 0, karmin; Fr. ? — Mexiko.
Mamillaria fischeri Pfeiff. (1:3)
K.'rundlich, sehr wenig sprossend, dunkelgrün, bis
12,5 cm 0; W. mehrflächig; Bz. ?; Ax. mit Bst.;
Rst. 5—6, weiß, schwarzspitzig, oberer und unterer
verlängert und verbogen, 1,25 cm und bis 3,75 cm
lg., die übrigen bis 1 cm lg.; Mst. 0; Bl. ? — Mexiko
(Grenze Puebla-Oaxaca).
Mamillaria flavescens (DC.) Haw. non Zucc. non
Hitch. (1: 2)
K. erst kugelig, dann säulig, dunkel-grünlich, stark
von unten sprossend; W. pyramidisch; Bz. 8:13,
13: 21; Ax. wollig; Ar. längere Zeit stark weißwollig,
Scheitel ganz wollig; Rst. 8—10; Mst. 4 (—5); St.
— besonders die mittleren — ziemlich lang, dünn-
nadelig, hell- bis schwefelgelb; Bl. blaß schwefelgelb;
Fr. rot. — Westindien.
238 Mamillaria
v. nivosa (Lk.) Backbg.: K. mehr rundlich,
olivgrün, wenig sprossend; Fr. kugelig-keulig, mit
Blütenrest.
Mamillaria flaviccntra Backbg. (3:1,1: 2—1: 3) —
Descr. Cact. Nov. III: 8. 1963.
K. einzeln, ± keulig bis zylindrisch-säulig, graugrün,
bis ca. 18 cm h., ca. 9—10 cm 0; Scheitel flach,
weiß wollig; W. pyramidisch, ca. 7 mm h., unten ca.
6 mm br., Saft wäßrig; Bz. 21: 34; Ax. kraus wollig,
ohne Bst.; Ar. kahl; Rst. ca. 22—24, dünnadelig,
ca. 2—4 mm lg., glasigweiß; Mst. 4—6, dünn-
pfriemlich, Fuß verdickt, ca. 6—6 mm lg., gelblich;
St. mit braunem Fuß, besonders die mittleren; Bl.
rot, ca. 3—4 mm 0; Fr. ca. 1,6 cm lg., unten
weißlich-grünlich, oben in rosa übergehend, dickkeulig;
S. braun. — Mexiko (auf höheren westlichen Hängen
über dem Standort von M. buchenauii.) (Abb. 212
rechts.)
Mamillaria flavihamata Backbg. (3:1, 3: 7)
K. halbkugelig, einzeln, bis 4,5 cm 0; W. konisch;
Bz. 8:13; Ax. kahl; Rst. bis 35, bis 5 mm lg., sehr
dünn, gelblich; Mst. ca. 6 (—7), bis 9 mm lg.,
gelblich, Fuß verdickt, einer hakig; Bl. 1,5 cm lg.,
1,1cm 0, weiß; Fr. ? — Mexiko (Aguascalien-
tes).
Mamillaria flavovirens SD. (1: 2)
K. rundlich bis gestreckt, bis 8 cm h., zuweilen
sprossend; W. pyramidisch vierseitig; Bz. 8:13;
Ax. in der Blütenzone wollig; Rst. 4—5, bis 6 mm lg.,
± pfriemlich, rötlichbraun, zuweilen kleine Beist.;
Mst 1 (—2), bis 1,5 cm lg., pfriemlich, anfangs
dunkel; Bl. 2 cm lg., 1,2 cm 0, weiß bis krem; Fr.
karmin, 1,7 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko
(Guanajuato, Hazienda de las Barrancas).
Mamillaria floresii Backbg. (1: 2)
K. kugelig, hellgrün, bis 16 cm h., 12 cm 0; W.
dickkonisch, ziemlich kurz; Bz. 8:13; Ax. reicher
wollig; Rst. 11—12, dünn, braun; Mst. 4, bis 2 cm
lg., der längste etwas herabgebogen, anfangs dunkler
braun; Bl. ca. 1,5 cm lg., 2 cm 0, hellkarmin; Fr. ?
Mexiko (Sonora, Vorgebirge der Sierra Canelo).
v. hexacentra Backbg. n. v. Differt a v. floresii
aculeis radialibus ad 14, superioribus tenuioribus
albidis, inferioribus aliquid crassioribus, flavidis;
aculeis centralibus ad 6, crassioribus, corni-
coloribus vel fuscatis, basi obscuriore, aliquid
incrassata.
Weicht vom Typus der Art ab: Rst. bis 14, die
oberen dünner, weißlich, die unteren etwas
kräftiger, gelblich; Mst. bis 6, kräftiger, abstehend,
hornfarben oder bräunlich, Fuß dunkler und
etwas verdickt. — Mexiko (Sonora).
F. Schwarz führte diese Pflanze als „rotblühende
M. canelensis", die aber einheitlich weiße und
zahlreichere Rst. (bis 25) hat, von ihrer grünlich-
gelben Blütenfarbe ganz abgesehen.
Mamillaria formosa Gal. (1:1)
K. kugelig bis gestreckt, hellgrün, bis 8 cm 0,später
auch sprossend; W. schlank-pyramidisch; Bz.
13: 21; Ax. wollig; Rst. 20—25, 3—6 mm lg., dünn,
weiß; Mst. 4—6, bis 8 mm lg., derbnadelig,
fleischfarben, schwarzspitzig; Bl. bis 1,5 cm lg. und 0,
purpurrosa, Rand hell; Fr. hellkarmin, 1,5 cm lg.; S.
hellbraun. — Mexiko (San Luis Potosi, San Felipe).
Mamillaria fraileana (Br. & R.) Böd. (3: 2, 5: 9)
K. zylindrisch, später basal sprossend; W.
kurzkonisch; Bz. 5:8; Ax. mit wenigen Bst.; Rst.
11—12, 8—10 mm lg., dünnadelig, weiß, anfangs
rötlichbraun, dann weiß; Mst. 3 (—4), ca. 1 cm lg.,
etwas kräftiger, anfangs dunkelbraun, der längste
vorgestreckt, hakig; Bl. über 3 cm 0, rosa, Schlund
dunkler; Fr. lilarosa; S. schwarz. — Mexiko
(Niederkalifornien, Inseln Pichilinque, Cerralboa,
Catalina).
Mamillaria fuauxiana Backbg. (3:1, 1: 2)
K. später säulig, bis 30 cm h., 8 cm 0, hellgrün; W.
konisch, klein; Bz. ?; Ax. filzig, in der Blütenzone
wollig; Rst. 20—22, 2,5 mm lg., sehr dünn, weiß;
Mst. 2, auf- und abwärts, 5 mm lg., weiß, rotbraun
gespitzt; Bl. 7 mm lg. und 0, dunkel weinrot; Fr.
orangerot; S. hellbraun. — Mexiko (Guerrero,
Puente Mescala).
Mamillaria fuliginosa SD. (3:1, 1: 3)
K. kugelig, dunkelgrün, bis 8 cm 0; W. konisch;
Bz. 21:34; Ax. seh wach wollig; Rst. 16, 1—2 mm
lg., borstig, weiß; Mst. 4, 8—10 mm lg., steifnadelig,
weiß mit schwarzer Spitze; Bl. 1,5 cm lg., 1 cm 0,
tief rosa; Fr. karmin, 2 cm lg.; S. hellbraun. —
Mexiko (?).
Mamillaria fuscata Pfeiff. (3:1, 1: 3)
K. später länglich, einzeln, zuweilen dichotomisch
teilend, blaß bläulichgrün; W. konisch-vierflächig;
Bz. 13:21 (?); Ax. ± weißwollig; Rst. 25-28,
6—8 mm lg., dünn, weißlich bis goldgelb; Mst. 4—6,
10—30 mm lg., steifnadelig, von gelbbraun bis
rotbraun variierend; Bl. 1,6 cm 0, purpurn; Fr.
purpurrot, 2 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko
(zentrales Hochland).
v. russea (Dietr.) Backbg.: W. kegelförmig,
hellgrün; Ax. anfangs mit fädiger Wolle, keine
Bst.; Rst. 16—20, 6,5 mm lg., borstendünn, weiß,
Spitze + bräunlich; Mst. 4 (—6), dünnpfriemlich,
bis 1,2 cm lg., fuchsrot.
v. sulphurea (Sencke) Backbg.: K. mehr
gelblichgrün; W. rundlich-kegelig; Ax. nur anfangs wollig;
St. lebhaft schwefelgelb zu Anfang, später
dunkelgelb; Rst. heller, 16—24, borstig dünn; Mst.
6 (—8); Bl. 2,5 cm lg., dunkel rosenrot.
Art und var. unterscheiden sich von M. rhodantha
und var. durch das Fehlen von Ax.-Borsten.
Mamillaria fuscata-esperanza Böd.: M. esperan-
zaensis Böd.
Mamillaria 239
Mamillaria luscohamata Backbg. (3:1,3:7)
K. kugelig, ca. 6 cm h. und 0, grün; W. konisch;
Bz. 13: 21; Ax. kahl; Rst. bis 23, dünn, weiß, Fuß
gelblich, 8 mm lg.; Mst. 3 (—4), bis 12 mm lg.,
davon einer hakig, rötlichbraun, außerdem 2 (—3)
aufgerichtete bräunlichweiße, bis ca. 8 mm lg.; Bl.
glockig, Saum weißlichrosa, nach unten weiß; Fr.
grün, unten fast weißlich, 1,9 cm lg.; S. schwarz. —
Mexiko (Jalisco). (Abb. 213.)
Mamillaria gasseriana Böd. (3:1, 1: 3)
K. rundlich, nach oben etwas verjüngt, 3—4 cm 0,
graugrün; W. kurz-ovoid; Bz. 8:13; Ax. nackt;
Rst. 40—50, mehrserig, 6—8 mm lg., feinnadelig,
rauhhaarig, weiß, anfangs auch rotspitzig; Mst.
1—2 (—3), 8 mm lg., steif nadelig, hakig, ein
Hakenstachel mehr vorgestreckt, unten weiß, Spitze
rötlich bis bräunlich; Bl. bis 8 mm 0, kremweiß,
Schhmd grünlich; Fr. bräunlichrot, klein; S. ±
schwärzlich. — Mexiko (Coahuila, Torreön).
Mamillaria gatesii Jon. (1: 2)
K. kugelig bis gestreckt, bis 20 cm lg., 15 cm 0,
auch sprossend; W. konisch; Bz. 8:13; Ax.
weißwollig; Rst. 6—8, 8—13 mm lg., derbnadelig,
gelblichweiß mit dunkler Spitze, abstehend; Mst. 1,
2,5—3 cm lg., nadelig-pfriemlich, gerade, anfangs
dunkel rotbraun bis purpurn, Fuß gelblich, später
hornfarben; Bl. glockig, 1,6 cm lg., 2 cm 0,
grünlich- bis goldgelb; Fr. rot ‚ 1,5 cm lg.; S. dunkelbraun.
— Mexiko (Niederkalifornien, Süd westspitze).
Mamillaria gauineri (Br. & R.) Orc. (1: 2)
K. kugelig bis verlängert, bis 15 cm h., dunkelgrün,
auch sprossend; W. vierflächig; Bz. 8:13; Ax.
wollig bis kahl; Rst. 12—14, 5—7 mm lg., weiß,
braunspitzig; Mst. 1, bis 1 cm lg., pfriemlich,
purpurbraun, schwarzspitzig; Bl. bis 1,4 cm lg.,
kremweiß; Fr. karmin, bis 2 cm lg.; S. braun. — Mexiko
(Yucatán, Progreso).
Mamillaria geminispina Haw. non DC. (1: 3)
K. kugelig, zylindrisch oder keulig, bis 18 cm lg.,
8 cm 0, hellgrün, stark sprossend und bis 2 m br.
Polster bildend; W. oben rund; Bz. 13: 21; Ax. mit
weißer Wolle und Bst.; Rst. 16—20, bis 7 mm lg.,
dünn; Mst. 2—4 (—6), 7 mm bis 2 cm lg., steif-
nadelig ; St. alle weiß, mittlere + braunspitzig; Bl.
1,9 cm lg., krem mit karmin Mitte; Fr. karmin, 1 cm
lg.; S. braun. — Mexiko (Hidalgo, San Luis Potosi,
Veracruz).
v. brevispina (Hildm.) Backbg. : Mst. kürzer,
zahlreicher, nicht gekrümmt.
v. nobilis (Pfeiff.) Backbg.: K. graugrün; St.
zweiserig, 23—26; Mst. 1 (—2—3), sehr lang, ±
fuchsrot gespitzt.
Mamillaria gigantea Hildm. (1: 2)
K. gedrückt-rund, bis 10 cm h., bis 17 cm 0,
bläulich graugrün, einzeln; W. pyramidisch, vierkantig;
Bz. 13: 21; Ax. wollig; Rst. 12, bis 5 mm lg., dünn,
fast weiß; Mst. 4—6, 1,5—2 cm lg., starkpfriemlich,
gelblich bis rötlich purpurn, anfangs dunkelspitzig;
Bl. 1,5 cm lg. und 0, rötlich, grün gesäumt; Fr.
purpurrosa, 3 cm lg., S. hellbraun. — Mexiko
(Guanajuato; Querétaro, Moran).
Mamillaria gilensis Böd. (3:1, 3: 7)
K. kugelig bis gestreckt, glänzend hell gelblich-
blattgrün, später sprossend; W.
konisch-zylindrisch; Bz. 8:13; Ax. kahl, aber mit weißen Bst.;
Rst. 20—25, bis 6 mm lg., fast haarförmig, gelblich
bis weiß; Mst. 3 (—4), 0,7—1 cm lg., Fuß verdickt,
bräunlichgelb; Bl. krem mit rosa Mittelstreifen; Fr.
klein; S. dunkel braungrau. — Mexiko (Aguas-
calientes, San Gil).
Die ähnliche M. aurihamata Böd., mit kahlen Ax.
und weißen Bst., unterscheidet sich durch hell
schwefelgelbe Bl., die ebenfalls ähnliche M. aureo-
viridis Heinr. hat schwachwollige Ax. und
gelbliche Bst., Rst. hell- bis dunkler gelb.
Mamillaria gladiata Mart. (1: 2?) wurde oft zu
M. magnimamma gestellt und von mir in „Die
Cactac", V: 3135. 1961, Fußnote, ohne Blüte
beschrieben. Da diese nach Dietrich „hell strohgelb14
war, dürfte meine Vermutung zutreffen, daß es eine
gute Art gewesen ist: K. ähnlich dem von M.
centricirrha v. versicolor (Scheitel kahl), aber
Scheitel weißwollig.
Mamillaria glareosa Böd. (1: 2)
K. ziemlich klein, flachkugelig (oberirdischer Teil);
W. vierkantig; Ax. wollig; Rst. bis ca. 9, bis 6 mm
lg., 2—3 obere dünn und weißlich, die übrigen und 1
gleichlanger Mst. derber, pfriemlich und besonders
der Mst., braun; Bl.? — Mexiko
(Niederkalifornien, 28V2. Brtgrd.).
Dies ist die Orig.-Diagnose Bödekers (Mamm.-
Vergl. Schi., 59. 1933). Fällt es schon auf, daß die
Art trotz intensiver späterer Sammeltätigkeit nicht
wiedergefunden wurde, ist es noch
bemerkenswerter, daß sie auf dem gleichen Breitengrad wie
M. dawsonii (Houghton) Craig wächst und — bis
auf die fehlende Bl.-Angabe — auf diese Spezies alle
Merkmale von Bödekers Art zutreffen; auch die
Abb. in C. & S. J. (US) XXXII: 6, 171. 1960 und
in meinem Handbuch „Die Cactac.„ V: S. 3472,
Abb. 3203 zeigen ± gleiche Pflanzen.
Ich sehe mithin beide Arten für identisch an und
füge ergänzend hinzu: Haupt-Wz. fleischig; W.
6 mm lg.; Saft milchig; Ar. nur anfangs
schwachwollig, bald kahl; Bl. 1,2 cm lg., 6 mm 0; Sep.
Mitte bräunlichrot, Rand grünlichgelb; Pet. blaß
grüngelb, zuweilen mit bräunlichgrüner
Mittellinie; Gr. grüngelb; N. ebenso, 4—5; Fr. 1,5 cm lg.,
oben rosa, unten krem weißlich; S. hellbraun,
0,8 mm gr. — Mexiko (Niederkalifornien, 28°
40' N, in Meernähe südwestl. von Punta Prieta).
240 Mamillaria
Mamillaria glochidiata Mart. (3:1, 3: 7)
K. zylindrisch, 2—3,5 cm 0, glänzend hellgrün,
sprossend; W. weich, zylindrisch bis + konisch;
Bz. 5:8; Ax. mit bis 5 feinen Bst.; Rst. über 12,
bis 1,2 cm lg., borstig, weiß; Mst. 3—4, 6—12 mm
lg., einer hakig, dunkelgelb bis rotbraun; Bl. 1,5 cm
lg., 1,2 cm 0, bräunliche bis rosenrote Mitte, Rand
weiß; Fr. Scharlach, 1,6 cm lg.; S. schwarz. —
Mexiko (Hidalgo: S. Pedro Nolasco, Zimapan,
Ixmiquilpan).
Mamillaria goodrichii Scheer (3:2, 5:9) [besser:
K. kugelig bis länglich, bis 4 cm 0, später auch
sprossend; W. oben zylindrisch; Bz. 3:13; Ax.
schwachwollig; Rst. 11—15, 4—7 mm lg., weiß,
dunkelspitzig; Mst. 3—4, bis 10 mm lg., weiß,oben
bräunlich, der längste gehakt; Bl. 1,5 cm "lg.,
2,5 cm 0, tiefrosa, Pet.-Rand weißlich; Fr.
Scharlach, bis 2 cm lg.; S. schwarz. — Mexiko
(Niederkalifornien, Inseln Cedros und Guadalupe).
v. rectispina Daws. weicht ab durch nur gerade,
höchstens vereinzelt oben etwas gebogene Mst.,
die N. rot (Typus der Art: grün). Nur auf der
Insel Cedros.
Mamillaria gracilis Pfeiff. (3: 1, 1: 2—1: 3)
K. kleinzylindrisch, bis 10 cm h., bis 4,5 cm 0,
frischgrün, reich sprossend; W. konisch; Bz. 5:8
(Craig), 8:13 (K. Sch.); Ax. schwachwollig; Rst.
12—14, derbborstig, 5—9 mm lg., + weißlich; Mst.
3—5, bis 15 mm lg., hell- bis dunkelbraun; Bl.
1,7 cm lg., 1,3 cm 0, gelblich-weiß; Fr. gelblich-rot,
1 cm lg.; S. schwarz. — Mexiko (Hidalgo).
v. fragilis (SD.) Berg.: K. etwas kleiner; Mst. 2,
weiß, braunspitzig.
v. pulchella SD. non Hopff.: K. zierlicher,
2—3 cm 0; Rst. schwächer, bräunlich; Mst. 0;
Fr. dunkelkarmin, bis 2 cm lg.
Mamillaria graessneriana Böd. (3:1, 1: 2)
K. kugelig bis ovoid, dunkel bläulichgrün, bis 8 cm
h., 6 cm 0, später etwas sprossend; W. vierseitig-
pyramidisch; Bz. 21:34; Ax. reich weißwollig;
Rst. 18—20, bis 8 mm lg., glänzend weiß; Mst. 2—4,
bis 8 mm lg., stumpf rötlichbraun, Fuß heller; Bl.
klein, rot (?); Fr. und S. ? — Mexiko (zentrales
Hochland).
Eine in den Sammlungen kaum vertretene Art;
häufiger ist der Bastard M. schulzeana (siehe auch
unter M. rutila). (Abb. 214, links.)
Mamillaria grusonii Rge. (1: 2)
K. kugelig bis verlängert, meist einzeln, groß
werdend, bis 25 cm 0, hellgrün; W. vierkantig;
Bz. ?; Ax. schwachwollig bis kahl; Rst. 14, bis
6—8 mm lg., erst rötlich, dann weiß; Mst. 2,
4—6 mm lg., kräftiger, erst rötlich, später
schneeweiß; Bl. 2,5 cm lg. und 0, gelb; Fr. Scharlach;
S. ? — Mexiko (Coahuila, Sierra Bola).
Mamillaria gueldemanniana Backbg. (3:1, 2:6—
3:7)
K. später zylindrisch, hell graugrün, bis 10 cm lg.,
4,8 cm 0, später sprossend; W. am Grund
vierseitig, oben rundlich; Bz. 8:13; Ax. kahl; Rst.
20—21, dünn, ca. 6 mm lg., weißlich; Mst. 1, kurz,
bis 2 mm lg., pfriemlich, + dunkel; Bl. etwas
glockig, 1,7 cm lg.', 1 cm 0, weiß, Pet.-Rand hell-
rosa, Schlund karminrosa; Fr. ? — Mexiko (So-
nora, bei Alamos).
v. guirocobensis (Craig) Backbg.: Mst. 1—3, bis
lern lg., rötlichbraun, einer hakig; Bl. 2 cm lg.,
breiter-glockig; Fr. Scharlach, 1,2cm lg.; S.
schwarz. — Mexiko (Sonora, Alamos-Distrikt;
NO-Sinaloa; SW-Chihuahua).
Mamillaria guerreronis (H. Bravo) Backbg. (2: 3)
K. zylindrisch, bis 60 cm lg., 6 cm 0, hellgrün,
sprossend; W. konisch; Bz. 8:13; Ax. weißwollig,
mit bis 20 Bst.: Rst. 20—30, borstenfein, weiß, bis
1 cm lg.; Mst. (2—) 4 (—5), bis ca. 1,5 cm lg., die
unteren länger, weiß, zuweilen rosa, anfangs oder
an manchen Stücken einer hakig; Bl. rot; Fr. rot,
bis 2 cm lg.; S. braun. — Mexiko (Guerrero, Can-
yon del Zopilote).
Je nachdem, ob alle St. gerade sind oder ein Mst.
gelegentlich hakig ist, unterscheidet man auch eine
v. recta Craig oder v. subhamata Craig, bzw. für
häufiger hakige bestachelte Pflanzen eine v. zopi-
lotensis Craig.
Mamillaria guillauminiana Backbg. (3: 1, 3: 7)
K. kugelig, mit Rübenteil, bis 5,5 cm h. und 0,
hellgrün; W. konisch, zuweilen rötlich überlaufen;
Bz. 8:13; Ax. kahl; Rst. ca. 30—32, bis 7 mm lg.,
borstenfein, weiß; Mst. 4—5, bis 6 mm lg., der
unterste hakig, Spitze bräunlich, unten heller; Bl.
1 cm lg., bis 1 cm 0, weiß mit leichtem rosa Schein
und rosa Mittellinie; Fr. ?; S. schwarz. — Mexiko
(Durango, 60 km östlich der Stadt).
Mamillaria gummifera Eng. (1: 2)
K. kugelig, bis 12 cm 0, 11 cm h., hell graugrün;
W. vierflächig-pyramidisch; Bz, 13: 21; Ax. nur
anfangs schwach wollig; Rst. 10—12, die oberen
4—6 mm lg., die unteren 13—15 (—25) mm lg.,
obere borstig, untere kräftig-nadelig, +
zurückgebogen, weiß mit bräunlicher Spitze; Mst. 1—2,
4 mm lg., dünnpfriemlich, hellbraun,
schwarzspitzig; Bl. 2,5—3 cm lg., 1,5—2,5 cm 0, bläulich-
rosa, Pet.-Rand fast weiß; Fr. Scharlach; S.
dunkelbraun. — Mexiko (Chihuahua, Cosihuiriachi).
Mamillaria haageana Pfeiff. (2:1)
K. länglich, einzeln, nur selten sprossend,
bläulichgrün, bis 8 cm h., 5 cm 0; W. konisch; Bz. 13: 21;
Ax. wollflockig; Rst. 18—20 (—25), 3 mm lg., dünn,
weiß; Mst. 2, 6—8 mm lg., aschgrau-schwärzlich bis
rotbraun oder schwarz; Bl. 1,2 cm lg., purpurrosá;
Fr. hellrot, 1,1 cm lg.; S. hell braunoliv. — Mexiko
(Veracruz, Perote).
Mamillaria 241
Mamillaria haehneliana Böd. (3:1, 3: 7)
K. + kugelig, 4—5 cm 0, einzeln oder sprossend,
hell blattgrün; W. oben zylindrisch; Bz. 8:13; Ax.
mit mehreren Bst.; Rst. 25, 7 mm lg., dünn, weiß;
Mst. 5—7, bis 8 mm lg., steif nadelig, hellgelb, unten
mehr weißlichgelb, Fuß bräunlichgelb, schwach
knotig, unterster hakig, bis 1,2 cm lg., alle schwach
rauh; Bl. 1,5 cm lg. und 0, krem mit rosa Mitte;
Fr. rot, klein; S. dunkel rotbraun. — Mexiko (San
Luis Potosi).
Mamillaria hahniana Werd. (1:1)
K. ± breitkugelig, bis 9 cm h., 10 cm 0, hellgrün,
sprossend und gruppenbildend; W. konisch; Bz.
13:21; Ax. kurz weißwollig, mit bis 20 längeren
Bst.; Rst. 20—30, 5—15 mm lg., haarartig, weiß,
verflochten; Mst. 1 (—2—5), 4 (—5—8) mm lg.,
bald abfallend, weißlich, rötlichbraun gespitzt;
Bl. 1,5—2 cm 0, purpurn; Fr. purpurrot, 7 mm lg.;
S. schmutzig braun. — Mexiko (Guanajuato; Que-
rétaro, Sierra de Jalapa).
v. giselana Neale: Ax.-Haare bis 1,5 cm lg.;
Rst. bis 40.
v. werdermanniana Schmoll: Ax.-Haare bis
2,5cm lg.; N. bräunlichrosa (Typus der Art:
gelblichweiß).
Mamillaria halbingeri Böd. (3:1, 1: 5)
K. breitrund, hellgrün, einzeln; W. konisch-ovoid;
Bz. 13:21; Ax. mit einigen Bst.; Rst. bis 25,
5—7 mm lg., dünnadelig, weiß; Mst. 2, 5—6 mm lg.,
dünnpfriemlich, Fuß schwach verdickt,
gelblichweiß, blaßbraun gespitzt, auf- und abwärts weisend;
Bl. bis 1,2 cm lg., schwefelgelb; Fr. klein, weißlich
(?); S. hell rötlichbraun. — Mexiko (SO-Oaxaca).
Mamillaria hamata Lehm. (3:1, 3:7) oder (1: 5
bzw. [?]2:3)
K. zylindrisch, sprossend; W. konisch; Bz. ?; Ax.
nur anfangs schwachwollig; Rst. 18—20, weiß bis
hellkrem, selten fein getönte äußerste Spitze; Mst.
4—6, bräunlich, der unterste gehakt, aber auch z. T.
gerade; Bl. bauchig-glockig, Saum abgebogen, rot;
Fr. grünlich, unten hell, später blaß rötlich; S.
braun. — Mexiko.
Mamillaria hamiltonhoytea (H. Bravo) Werd.
(1:3)
K. gedrückt-rund, einfach, dunkel olivgrün, bis
18 cm 0; W. oben rundlich, unterseits gekielt; Bz.
13:21; Ax. weißwollig, gelegentlich eine Bst.; Rst.
5 (—8), unterster bis 1,7 cm lg., die übrigen 3—5 mm
lg; Mst. 2—3, obere 1—2 cm lg., untere bis 3,5 cm
lg.; St. kremweißlich, oben dunkel, mittlere auch
rosaorange oder rötlich gespitzt; Bl. 2 cm lg., tief
purpurrosa, Pet.-Rand weiß bis blaßrosa; Fr.
purpurn, 2 cm lg.; S. rötlichbraun. — Mexiko (Queré-
taro).
v. furvaflora Craig: Bl. etwas kleiner, 1,2—1,5 cm
lg.; Pet. oben blaßrosa, Ränder gelbbräunlich,
Rückseite mit orangebräunlichem Mittelstreif,
fast ganzrandig. Standort wie beim Typus der
Art.
Mamillaria hastifera Krainz & Kell. (1: 3)
K. breitkugelig, ca. 8 cm 0, dunkelgrün; W.
vierkantig; Bz. ?; Ar. gelbfilzig; Ax. spärlich wollig,
schwarzspitzige einzelne Bst.; Rst. 6, 3 kleine
aufwärts, ca. 5 mm lg., 3 längere abwärts, alle
weißgelb, schwarzspitzig; Mst. 1, ziemlich stark,
abstehend, 1,5—2 cm lg., braun, schwarzspitzig; Bl.
krem, 2 cm lg., 1,5 cm 0, brauner Mittelstreifen;
Fr. ? — Mexiko.
Mamillaria heeriana Backbg. n. nud. (Kat. F.
Schwarz) wird von einigen als ein Synonym von
M. hamata Lehm, angesehen, andere halten sie für
ein Synonym von M. duoformis Craig & Daws.
Es ist möglich, daß auch letztere zum Formenkreis
der M. hamata gehört.
Mamillaria hemisphaerica Eng. (1: 2)
K. rundlich bis gestreckt, dunkel blaugrün, bis
12 cm 0; W. oben rund, rückseits gekielt; Bz. 8:13,
13:21; Ax. fast kahl; Rst. 9—13, 2—8 mm lg.,
dünn, krem bis bräunlich, dunkelspitzig; Mst. 1,
3—4 (—8) mm lg., dünnpfriemlich, dunkelbraun
bis schwarz z. T. heller; Bl. breit geöffnet, bis
1,5 cm lg., rosa, dunklere Mittellinie; Fr. rot, 1,5 cm
lg., S. rötlichbraun. — USA (SO-Texas),
Nordmexiko,
v. waltheri (Böd.) Craig: Mst. meist 2, 7—8 mm
lg., bernsteinfarben bis tief braun violett; Pet.
innerste kürzer, Mitte schwach bräunlich-oliv; Fr.
rot, klein; S. hell rotbraun. — Mexiko (Coahuila,
Viesca).
Mamillaria hennisii Böd. (3:1, 1: 3)
K. später gestreckt, ca. 4 cm 0, hell laubgrün; W.
kurzkegelig; Bz. 13:21; Ax. weißwollig; Rst. ca.
20, glasigweiß, Fuß gelblich, 5—6 mm lg.; Mst 3—4,
derbnadelig, anfangs bräunlich, dann fuchsigrot,
8—12 mm lg. — Venezuela (Gebiet von Maracay).
Mamillaria herrerae Werd. (3: 2, 4: 8)
K. kugelig, einzeln, wenig sprossend, bis d,5 cm 0;
W. zylindrisch; Bz. 8: 13 (Craig) und 13: 21; Ax.
kahl; Rst. ca. 100, anliegend, weiß, sehr fein,
1—5 mm lg., mehrserig; Mst. 0; Bl. 2—3 cm 0,
blaßrosa bis violett; Fr. karmin, rundlich; S.
mattschwarz. — Mexiko (Querétaro, Cadereyta).
Mamillaria hertrichiana Craig (1: 3)
K. flachkugelig, kräftiggrün, später reich sprossend,
Gruppen bis 1 m Breite; W. oben unregelmäßig
kantig; Bz. 13:21; Ax. mit warzenlanger Wolle,
gelegentlich Bst.; Rst. 12—15, 3—10 mm lg., dünn-
nadelig, weiß bis blaßbräunlich, braunspitzig; Mst.
4—5, 5—10 mm lg., untere bis 2,5 cm lg., nadelig,
unten schwach verdickt, nußbraun; Bl. 1,8 cm 0,
1 cm lg., tief- bis purpurrosa, Mitte dunkler; Fr.
242 Mamillaria
Scharlach, 3 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (So-
nora, östlich Tesopaco).
v. robustior Craig: Mst. bis 3,5 cm lg., viel
kräftiger.
Mamillaria heyderi Mühlpfrdt. (1: 2)
K. gedrückt-kugelig, hell- bis dunkelgrün; W.
verlängert^ yramidisch; Bz. 13:21; Ax. anfangs
wollig; Rst. 20—22, obere 4—6 mm lg., untere
7—8 (—12) mm lg., alle borstig, krem- bis reinweiß;
Mst. 1, 4—8 mm lg., derbnadelig, gelblichgrau bis
braun, Fuß dunkler, Spitze rötlichbraun; Bl. 2 bis
2,5 cm lg., bräunlichrosa; Pct.-Rand krem; Fr.
karmin, 3,7 cm lg.; S. rötlichbraun. — USA (Texas;
Neumexiko), Nordmexiko.
Mamillaria hidalgensis J. A. Purp. (3:1, 1: 3)
K. später säulig, auch dichotomisch teilend,
dunkelgrün, bis 30 cm h., 13 cm 0; W. konisch; Bz. 8:13;
Ax. mit schmutzig-weißer Wolle; Rst. 0, auch bis
6—8, aber meist fehlend, sonst borstenfein, bald
abfallend; Mst. 2—4, 1cm lg., nadelig, grauweiß,
bis gelblichbraun, Spitze rötlichbraun, auf- und
abwärts; Bl. 1,8 cm lg., 6—7 mm 0, hellkarmin;
(Fr.purpurrot, bis 2 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko
Hidalgo).
Mamillaria hirsuta Böd. (3:1, 3: 7)
K. + rundlich, graugrün, bis 6 cm 0, später
sprossend; W. zylindrisch, punktiert; Bz. 8:13; Ax.
kahl, mit wenigen Bst.; Rst. bis über 20, dünn,
glasig-weiß, 10—15 mm lg.; Mst. 3—4, die oberen
weißlich, der unterste vorstehend, hakig, unten
weißlich, nach oben zu dunkelrotbraun, rauh, Fuß
knotig; Bl. 1 cm lg., glockig, hellgelb mit rosaHauch;
Fr. grünlich; S. schwarz. — Mexiko (Guerrero).
Mamillaria hoffmanniana (Tieg.) H. Bravo (3:1,
1:3)
K. kugelig, später säulig, bis 30 cm h., 12 cm 0,
hellgrün, einzeln; W. gerundet vierseitig bis
zylindrisch; Bz. 13: 21; Ax. wollig, später ziemlich
starkwollig; Rst. 18—20, 1—3 mm lg., fein, weiß; Mst.
(2—) 4, zuweilen mehr, bis 2,5 cm lg., kürzer, weiß
bis krem, Spitze bräunlich; Bl. purpurn; Fr. karmin,
2 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (Querétaro, La
Templadora; Guanajuato).
Mamillaria huajuapensis H. Bravo (1: 3)
K. kugelig, einzeln; W. konisch, gekantet; Bz. 21: 34;
Ax. wollig, mit zahlreichen weißen Bst.; Rst. 6—8,
pfriemlich, weiß; Mst, 2 (—3), pfriemlich,
rötlichgelb, anfangs oben dunkler; Bl. purpurn (?); S.
hellbraun. — Mexiko (Oaxaca, östlich Huajuapán de
Leon).
Mamillaria humboldtii Ehrenbg. (3:1, 1:2)
K. kugelig bis gestreckt, hellgrün, auch sprossend;
W. zylindrisch; Bz. 13: 21; Ax. weißwollig, mit 7—8
Bst.; Rst. 80 und mehr, mehrserig, 2—8 mm lg.
dünnadelig, schneeweiß; Mst. 0; Bl. 1,5 cm 0,
hellrot; Fr. rötlich; S. schwarz. — Mexiko (Hidalgo,
Ixmiquilpan, Meztitlán).
Mamillaria hutchisoniana (Gat.) Böd. (3:2, 5:9)
[besser: P.]
K. zylindrisch, bis 15 cm lg., 4—6 cm 0, olivgrün,
auch rot getönt, später sprossend; W.
breitrundlich; Bz. 8:13; Ax. kahl; Rst. 15—20, 5—8 mm lg.,
anfangs purpurn bis schwarz; Mst. meist 3, zwei
8 mm lg., einer länger, kurz gehakt, unten weiß,
oben purpurn; Fr. Scharlach, 2 cm lg.; S. schwarz. —
Mexiko (Niederkalifornien, westlich Calmalli).
Mamillaria icamolensis Böd. (3:1, 3: 7)
K. kurz-zylindrisch, 6 cm h., 4 cm 0, blattgrün,
-einzeln; W. zylindrisch; Bz. 13: 21; Ax. mit kurzen
Haaren; Rst. 16—20, 5—7 mm lg., fast
haardünn, weiß, anliegend; Mst. 4, 7 mm lg., der unterste
hakig, + braun; Bl. 1,2 cm 0, blaß rosaweiß, etwas
dunklerer Mittelstreifen; Fr. klein; S. olivgrau (?). —
Mexiko (Nuevo Leon, Icamol und Monterrey).
Mamillaria inaiae Craig (3: 2, 5: 9, St. oben nur +
gebogen)
K. zylindrisch, bis 20 cm ‚h., 6 cm 0, hellgrün,
gelegentlich sprossend; W. gerundet-pyramidisch;
Bz. 13: 21; Ax. anfangs wollig, zuweilen einzelne
Bst.; Rst. 17—24 (meist ca. 20), 4—6 mm lg.,
nadelig, weiß; Mst. 2 (—3), dünnpfriemlich,
höchstens oben gebogen, rötlichbraun bis fast schwarz,
einer vorgestreckt; Bl. 1,8 cm lg., ca. 2 cm 0, weiß
bis krem, innen rosa, rosabraune Mittellinie; Fr.
Scharlach, 11mm lg.; S. schwarz. — Mexiko
(Sonora, San Carlos Bay).
Mamillaria infernillensis Craig (1:1—1: 2)
K. breitkugelig, bis ca. 9 cm 0, graugrün, einzeln;
W. vierseitig, weiß punktiert; Bz. 13: 21; Ax.
weißwollig; Rst. 25—30, 2—10 mm lg., borstig dünn,
weiß; Mst. 1—2 (—4), 4—10 mm lg., kräftignadelig,
weiß bis kalkig lavendel, Spitze dunkel; Bl. tief
purpurrosa, Mitte dunkler; Fr. hellrosa, 1,2 cm lg.;
S. hellbraun. — Mexiko (Querétaro, Infernillo).
Mamillaria ingens Backbg. (3:1,1: 3)
K. säulig im Alter, bis 40 cm h., 15 cm 0, heller-
bis laubgrün, einzeln; W. oben konisch; Bz. 13: 21;
Ax. etwas wollig; St. meist nur 2 (—3), auf- und
abwärts weisend, bogig geschwungen, 2 bis (seltener)
3 cm lg., untere Hälfte gelblich, obere hell- bis
kaffeebraun; Bl. nur 1cm gr., hell reinrot; Fr. rot. —
Mexiko (Hidalgo, obere Barranca Grande).
Mamillaria insularis Gat. (3: 2, 5: 9) [besser: P.]
K. + breitkugelig, mit starkem Rübenteil, ca. 6 cm
h. und 0, auch sprossend, bläulichgrün; W. konisch,
Saft klebrig; Bz. 5: 8; Rst. 20—30, 5 mm lg., dünn-
nadelig, weiß; Mst. 1,1 cm lg., nadelig, hakig, unten
hell, oben über braun in schwarz übergehend; Bl.
Mamillaria 243
glockig, bis 2,5 cm lg., ziemlich breit, weiß mit hell-
rosa Mittelstreifen; Fr. orangerot, 1cm lg.; S.
schwarz. — Mexiko (Niederkalifornien, Los Angeles
Bay).
Mamillaria jaliscana (Br. & R.) Böd. (3:1, 3: 7)
[besser: P.]
K. kugelig bis länglich, ca. 5 cm 0, hellgrün, auch
sprossend; W. zylindrisch; Bz. 13:21; Ax. nackt;
Rst. 30 oder mehr, 8 mm lg., nadelig, weiß; Mst.
4—8, obere 7—9 mm lg., einer mehr zentral, der
längste untere hakig, stärker vorgestreckt,
pfriemlich, heller bis dunkler rötlich-braun; BI. 1 cm 0,
duftend, purpurrosa; Fr. weißlich bis rosa, 8 mm
lg.; S. schwarz. — Mexiko (Jalisco, Rio Blanco b.
Guadalajara).
Mamillaria johnstonii (Br. & R.) Orc. (1: 2)
K. + kugelig, bis 20 cm gr., matt bläulich-graugrün,
selten sprossend; W. vierkantig; Bz. 13:21; Ax.
etwas wollig; Rst. 10—15, 6—9 mm lg., nadelig,
weiß bis hornbraun, rötlichbraun- oder
dunkelspitzig; Mst. (1—) 2, 1 cm lg., pfriemlich, anfangs
hellpurpurn bis schwarz; Bl. 1,5—2 cm lg., rosa,
bräunliche Mittellinie; Fr. rot bis Scharlach, 2,5 cm
lg.; S. hellbraun. — Mexiko (Sonora, San Carlos
Bay).
v. guaymensis Craig: Mst. 4—6, bis 1,8 cm lg.;
Rst. ca. 18.
v. sancarlcnsis Craig: Mst. 2, bis 2,5 cm lg.,
halbbiegsam, + gewunden; Rst. 15—18.
Mamillaria karwinskiana Mart. (1: 3)
K. kugelig bis ovoid-zylindrisch, hellbläulich- bis
dunkelgrün, einzeln, sprossend und auch dicho-
tomisch teilend; W. pyramidisch; Bz. 13:21; Ax.
wollig, mit braunspitzigen, weißlichen,
warzenlangen Bst.; Rst. 4—6, seitliche 4—16 mm lg., obere
und untere 10—30 mm lg., anfangs rot, dann unten
weiß, oben mit dunkelbraunen bis schwarzen
Spitzen; Mst. 0 (selten 1, bis 2,5 cm lg.); Bl. 2 cm
lg., 1,5 cm 0, weißlich, oben rote Mittellinie; Fr.
rot, bis 2 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (Puebla).
v. centrispina (Pfeiff.) SD.: kräftiger stachlig;
Mst. (z. T. fehlend) in Stärke und Farbe (z. T.
dunkler) wechselnd, häufiger vorhanden.
Mamillaria kelleriana Schmoll (3:1, 1: 3)
K. kugelig bis gestreckt, bis 12 cm h., 8 cm 0,
dunkelgrün, einzeln; W. zylindrisch-konisch; Bz. 13: 21;
Ax. nur anfangs weiß wollig; Rst. 6, 9—20 mm lg.,
unterste am längsten, purpurbräunlich, Spitze
dunkler; Mst. 0—1, 1,5 cm lg., starknadelig, Farbe
wie die Rst.; Bl. 1 cm lg., 8 mm 0, bläulich-rötlich,
Mitte dunkler; Fr. Scharlach, 2 cm lg.; S. hellbraun.
— Mexiko (Querétaro, San Moran).
Mamillaria kewensis SD. (1: 2)
K. rundlich, später verlängernd, bläulich graugrün,
bis 12 cm h., 9 cm 0, einzeln oder sprossend; W.
breitkonisch; Bz. 8:13; Ax. bleibend weißwollig;
Rst. 6, obere 6—12 mm lg., der unterste bis 3 cm
lg., kräftig-nadelig, zuerst rotbraun bis schwarz,
dann heller; Mst. 0; Bl. bis 1,5 cm 0, tief
purpurrosa ; Fr. grünlich bis + rosa, bis 2 cm lg.; S.
hellbraun. — Mexiko (zentrales Hochland bis Guana-
juato).
v. craigiana Schmoll: W. schlanker; St. kürzer
und stärker abstehend. — Mexiko (Guanajuato;
Querétaro, San Juan del Rio).
Mamillaria klissingiana Böd. (1:1)
K. erst kugelig, dann länglich, bis 16 cm h., 9 cm 0,
einzeln oder basal sprossend; W. pyramidisch-
konisch; Bz. 13: 21; Ax. stärker wollig in der Bl.-
Zone, mit zahlreichen, 1 cm lg. Bst.; Rst. 30—35,
3—7 mm lg., fein, weiß, Fuß gelblich; Mst. 2—4
(—5), 2 mm lg., nadelig, auch etwas kräftiger, weiß
dunkelbraune Spitze; Bl. 1cm lg., 8 mm 0, zart-
rosa, Schlund grünlich; S. dunkel rötlichbraun. —
Mexiko (Tamaulipas, b. Ciudad Victoria bzw. Cala-
bazos).
Mamillaria knebeliana Böd. (3:1, 3: 7)
K. länglich, blattgrün, später auch sprossend; W.
zylindrisch; Bz. 13: 21; Ax. mit 5—8 weißen Bst.;
Rst. 20—25, 5—7 mm lg., dünnborstig, weiß; Mst.
4 (—5—7), der längste untere gehakt, bis 1,5 cm lg.,
die anderen bis 8 mm lg., alle rötlichbraun, unten
gelblich; Bl. 1,5 cm 0, hellgelb; Fr. rot; S.
rötlichbraun. Mexiko (Guanajuato, Sierra de San Luis
Potosf).
Mamillaria knippeliana Quehl (1: 3)
K. rundlich, kräftiggrün, bis 6 cm h., 4—5 cm 0,
später sprossend; W. pyramidisch; Bz. 13: 21; Ax.
weißwollig, mit gewundenen Bst.; Rst. (4—) 6, bis
3 cm lg., nadelig, weiß, rot- oder braunspitzig; Mst.
0; Bl. 1,5 cm lg., 1 cm 0, strohgelb, rotspitzig; Fr.
rot, 9 mm lg.; S. dunkel gelbbraun. — Mexiko
(Morelos, b. Cuernavaca).
Mamillaria kuentziana P. & B. Fearn — The Nat.
C. & S. J., 18: 3, 33. 1963 (3: 1, 1: 2)
K. später stark verzweigend; Tr. ± keulig, bis
6 cm h., 3 cm 0; W. blaßgrün, konisch-zylindrisch,
nicht kantig, 1 cm h., 0,7 cm 0; Bz. 5: 8; Ax.
kahl; Rst. 18—20, 4—8 mm lg., seitliche am
längsten, gerade, feinnadelig, haarig, später kalkig weiß;
Mst. 4, über Kreuz, anfangs nur 2, etwas
kräftiger, alle feinhaarig, obere bis 8 mm lg., untere bis
1 cm lg., seitliche bis 7 mm lg., anfangs rotbraun,
später dunkler, unterer vorgestreckt, übrige
spreizend; Bl. ca. 1cm br.; Sep. grünlich, mit
kremfarbenem Rand, Mitte blaßrot, ganzrandig; Pet.
linearlanzettlich, ca 3 mm br., mitunter blaßrosa
Mitte, ganzrandig; Fr. grün bis rötlich, schlank-
keulig, mit Bi.-Rest; S. rund, schwarz, punktiert,
1,5 mm lg. — Mexiko (Standort?; von F. Schmoll,
Cadereyta).
244 Mamillaria
Mamillaria kuntbii Ehrenbg. (3: 1, 1: 2)
K. kugelig, später gestreckt, einzeln; W.
pyramidisch; Bz. ?; Ax. wollig und borstig; Rst. 20,
kurz, weißlich; Mst. 4, kräftiger, schmutzig weiß,
braun- oder schwarzspitzig; BI. dunkelrosa, Rand
heller. — Mexiko. (Abb. 3208, „Die Cactaceae",
S. 3478.)
Mamillaria kimzeana Böd. & Quehl (3:1, 3: 7)
K. kugelig bis verlängert, bis 9 cm h., 5—6 cm 0,
glänzend hellgrün, später sprossend; W. +
zylindrisch, weich; Bz. 8: 13; Ax. ohne Wolle, mit
zahlreichen gewundenen dünnen Bst.; Rst. 20—25,
4—10 mm lg., borstenfein, schneeweiß; Mst. 3—4,
1—2 cm lg., dünnadelig, haarig, der längste unterste
hakig, Fuß weiß, darüber bernsteinfarben, oben
orange- bis purpurbraun; Bl. bis 2 cm lg., 1,5 cm 0,
krem bis weiß; Fr. rot, kugelig, 1,5 cm lg.; S.
schwarz. — Mexiko (Zacatecas; Querétaro, Oco-
tillo).
Mamillaria lanata (Br. & R.) Orcutt (3:1, 1: 2)
K. einzeln oder basal sprossend, hellgrün; W. nach
Bz. 13: 21, 21: 34; Ax. in der Blütenzone stärker
wollig; Rst. 12—20,1—2 mm lg., weiß, Basis
bräunlich; Mst. 0; Bl. 1 cm 0; Pet. in der Mitte hellrosa,
Rand breit, blasser bis weißlich, glatt, an den Sep.
gesägt; Gr. oben tief rosa; N. purpurrosa; Fr.
Scharlach; S. olivgrünlich-braun. — Mexiko
(Puebla, Oaxaca).
Britton & Roses Angabe „Klein", bzw. Craigs
Notiz „Einzelköpfe 2,5—3 cm 0" entspricht weder
dem Originalfoto noch den heute bekannten
Pflanzen dieses Namens, die später größer und ±
zylindrisch sind.
Mamillaria laneosumma Craig (1: 3)
K. breitrund, ca. 8 cm 0, hellgrün, einzeln; W.
kurz-konisch; Bz. 13: 21; Ax. weißwollig, in der Bl.-
Zone stark, mit über warzenlangen weißen Bst.;
Rst. 13—15, 5—15 mm lg., feinnadelig, weiß; Mst.
2 (—3), 1—1,2 cm lg., nadelig, steif, bräunlich-
orange, abstehend; Bl. ?; Fr. ? — Mexiko (SW-
Chihuahua; SO-Sonora, Sierra Canelo).
Mamillaria lasiacantha Eng. (3:1,1: 2)
K. kugelig bis ovoid, bis ca. 4 cm h. und 0,
graugrün, einzeln oder sprossend; W. zylindrisch; Bz.
8:13; Ax. kahl; Rst. mehrserig, 40—60, 3—4 mm
lg., borstenfein, weiß, feinhaarig; Mst. 0; Bl. 1,2 cm
lg. und 0, weiß, purpurrötlicher Mittelstreifen; Fr.
Scharlach, bis 2 cm lg.; S. schwarz. — USA (W-
Texas, SO-Neumexiko), Mexiko (N-Chihuahua).
Mamillaria lengdobleriana Böd. (3:1,1: 2)
K. zylindrisch, bis ca. 9 cm lg., 3 cm 0, laubgrün,
einzeln; W. kurzzylindrisch; Bz. 8:13; Ax. nackt;
Rst. zweiserig, bis über 40, ca. 5 mm lg., sehr dünn,
weiß, Fuß blaßgelblich; Mst. 0; Bl. 1,2 cm lg. und 0,
strohgelb; Fr. und S. ? — Mexiko (NO-Durango).
Mamillaria lenta Brand. (3:1,1: 2)
K. kugelig bis länglich, 3—5 cm 0, hell- bis
gelblichgrün, sprossend und auch dichotomisch teilend;
W. schlankkonisch; Bz. 13: 21; Ax. mit kurzer
Wolle und zuweilen einer Bst.; Rst. 30—40,
mehrserig, borstenfein, bis 5 mm lg., weich, verflochten,
einige etwas abstehend, gelblich bis durchsichtig
weiß; Mst. 0; Bl. 2 cm lg., 2,5 cm 0, weißlich; Fr.
rot, 1cm lg.; S. schwarz. — Mexiko (Coahuila,
Viesca und Torreön).
Mamillaria leona Pos. (3:1, 1:1—2)
K. zylindrisch, bis 15 cm h., 4 cm 0, bläulich-grün,
sprossend und in Gruppen; W. konisch; Bz. 8:13;
Ax. geringwollig; Rst. bis 35, bis 5 mm lg.,
feinnadelig, weiß, verflechtend; Mst. 7—8, 4—10 mm
lg., steif nadelig, Fuß verdickt, gelblich bis kalkig
purpurn oder fast schieferfarben, braunspitzig; Bl.
I cm lg., rosarote Mitte, Rand orangerosa; Fr. rot;
S. dunkelbraun. — USA (Texas, Big Bend),
Mexiko (Nordstaaten bis südlich Zacatecas).
Mamillariar lesaunieri (Reb.) K. Sch. (3:1, 1: 3)
K._± kugelig bis länglich, dunkelgrün, einzeln; W.
schlankkonisch; Bz. 13:21; Ax. sch wach wollig;
Rst. 11—13, 4—8 mm lg., dünnadelig, weiß; Mst.
1—4, 5—8 mm lg., nadelig, purpurbraun; Bl.
2,5 cm lg., 1,5 cm 0, feurig karmin; Fr. rot, 1,5 cm
lg.; S. hellbraun. — Mexiko (Veracruz, bei Gozat-
lán am Cerro Gordo).
Mamillaria leucantha Böd. (3:1, 3: 7)
K. kugelig bis länglich, dunkel blattgrün, 3,5 cm 0,
selten sprossend; W. zylindrisch; Bz. 8:13; Ax.
anfangs wollig, mit 5 mm lg. weißen Bst.; Rst. ca.
18, 5—6 mm lg., sehr weichhaarig, weiß mit winziger
bräunlicher Spitze; Mst. 3—4, 5—6 mm lg., 3 gehakt,
einer gerade, alle dunkel bernsteingelb; Bl. 1,5 cm
lg., weiß, grünliche Mittellinie; Fr. ?; S. dunkel
graubraun. — Mexiko (San Luis Potosi, Soledad
Diez Gutierrez).
Mamillaria lewisiana Gat. (1: 2) [besser: P.]
K. kugelig, mit Pfahlwurzel, einzeln, bis 7 cm h.,
II cm 0, bläulichgrün; W. fast
vierkantig-pyramidal; Bz. 8:13; Ax. spärlich wollig; Rst. ca.
10—13, nadelig, braun gespitzt bzw. die seitlichen
weißlich, die unteren bräunlich; Mst. 1 (—3),
kräftig-nadelig, + schwarzpurpurn, bis über 2 cm
lg., oben oft stark gebogen bis gewunden; Bl. 2 cm
lg., 1cm 0, gelbgrün; Sep. rötlich; Fr. weiß oder
rot, bis 1,5 cm lg.; S. rosabraun. — Mexiko
(Niederkalifornien, nördl. Viscaino-Wüste). (Abb. 214,
rechts.)
Mamillaria lindsayi Craig (1: 3)
K. kugelig, bis 15 cm h. und 0, dunkel graugrün,
stärker sprossend und bis 1 m br. Gruppen bildend;
W. konisch-viereckig, undeutlich-kantig, unterseits
gekielt; Bz. 13:21; Ax. kräftig weißwollig, mit
Mamillaria 245
weißen Bst.; Rst. 10—14, 2—8 mm lg., obere dünn,
weiß, untere kräftiger, bräunlich- bis goldgelb;
Mst. 2—4, meist 4—12 mm lg., nadelig, hell
goldbraun bis rötlich; Bl. bis 2 cm lg., grünlich-gelb; Fr.
Scharlach, 2 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (SW-
Chihuahua, Molinas bis Sierra Colorada).
v. robustior Craig: W. unten bis 1,3 cm br.; St.
derber; Rst. bis 1,3 cm lg. — Mexiko
(anscheinend nur bei Molinas).
Mamülaria lloydii (Br. & R.) Orc. (1: 2)
K. breitkugelig bis verlängert, bis 7 cm 0, einzeln,
dunkelgrün; W. oben vierkantig; Bz. 8:13; Ax.
anfangs wollig; Rst. 3—4, bis 6 mm lg., pfriemlich,
rötlich- bis dunkelbraun; Mst. 0; BI. 1,5 cm 0,
weiß mit rosa Ton, dunklere Mittellinie; Fr. rosa,
8 mm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (Zacatecas).
Mamillaria longicoma (Br. & R.) Berg. (3:1, 3: 7)
K. kugelig bis länglich, dunkelgrün, 3—5 cm 0,
sprossend; W. konisch; Bz. 13: 21; Ax. mit langen
Wollhaaren; Rst. bis über 25, 6—8 mm lg., haarig,
weiß, verflochten; Mst. 4, bis 1,2 cm lg., dünnadelig,
1—2 hakig, alle haarig, braun, Fuß heller; Bl. fast
weiß bis kremrosa; Fr. rot, 1,5 cm lg.; S. schwarz. —
Mexiko (San Luis Potosf, bei der Hauptstadt).
Mamillaria loricata Mart. (1:2?)
K. kugelig, blaugrün; Ax. wollig; Rst. 12, bis
12 mm lg.; Mst. 2, bis 10 mm lg., stärker, schwarz
gespitzt; Bl. 2,5 cm lg., gelb; Stbf. purpurn; Gr.
und N. gelb. — Mexiko (nach Dietrich). Eine
Coryphantha? (Shurly).
Mamillaria louisae Linds. — C. & S. J. (US),
XXXII: 6, 169. 1960) (3: 2, 5:9)
K. rundlich, ca. bis 3 cm gr., kaum sprossend; Wz.
faserig; Ar. anfangs schwachwollig, bald kahl, weiß;
Ax. ?; Rst. ca. 11, 5—7 mm lg., hellbraun, dunkler
gespitzt; Mst. 4, über Kreuz, bis 1 cm lg., braun,
dunkel gespitzt, der unterste hakig; Bl. bis 3,5 cm
lg., 4 cm 0; Sep. oliv- bis bräunlich-grün, rosa
Rand; Pet. ganzrandig, lavendelfarben, Rand hell-
rosa oder weiß; Stbf. weiß, ganz oben hellrosa; Gr.
ebenso; N. olivgrün; Fr. 2 cm lg., rot; S. 1,1 mm gr.,
schwarz. — Mexiko (Niederkalifornien, 1 Meile
südl. Socorro).
Steht der M. blossfeldiana nahe, hat aber weniger
Rst.
Mamillaria macdougalii Rose (1: 2)
K. breitkugelig, tiefgrün, bis 15 cm 0, einzeln oder
sprossend; W. oben fast rund; Bz. 21: 34; Ax. oft
lang weiß wollig; Rst. 10—12, bis 2 cm lg., nadelig,
weiß bis gelblich, dunkel gespitzt; Mst. 1—2, bis
1 cm lg., nadelig, gelblich, dunkelspitzig; Bl. 3,5 cm
lg., 4 cm 0, blaß grünlich-krem, blasse bräunliche
Mittellinie; Fr. grün, oben rosa; S. dunkelbraun. —
USA (SO-Arizona), Mexiko (N-Sonora).
Mamillaria macracantha DC. (1: 2)
K. breitrund, bis 5 cm h., bis 15 cm 0, einzeln (?);
W. oval bis etwas vierseitig; Bz. 13: 21 (?); Ax.
bewollt; Rst. 0; Mst. 1—2, bis 5 cm lg., etwas kantig,
weiß bis bräunlich, selten 3, auch einige rand-
stachelähnliche Beistacheln, oft + fehlend; Bl.
rot (?). — Mexiko (zentrales Hochland).
v. retrocurva Kell, hat rundlicheren K. und
aufwärts gebogene Mst.
Mamillaria magallanii Schmoll (3:1, 1:2) (3: 1,
3: 7) [besser: P.]
K. kugelig, einzeln, hell graugrün, 4—5 cm 0; W.
zylindrisch; Bz. 13:21; Ax. seh wach wollig; Rst.
70—75, 2—5 mm lg., dünnadelig, Fuß
orangebräunlich, bald kalkig weiß, braunspitzig, stark
verflochten; Mst. 0—1, 1—3 mm lg., wie die Rst.
gefärbt, vereinzelt einer auch hakig (var. ?); Bl. 1 cm
lg., 6 mm 0, krem mit rosa-bräunlicher
Mittellinie; Fr. hellkarmin, 3 cm lg.; S. schwarz. —
Mexiko (Coahuila).
v. hamatispina Backbg. (3:1, 3:7): K. einfach
oder gering sprossend; Rst. nur 40—45,
verflochten, regelmäßig strahlend; Mst. 1, hakig, bis
8 mm lg. — Mexiko (Coahuila).
Mamillaria magneticola Meyran: Mamillaria vetula
Mart.
Mamillaria magnimamma Haw. non O. (1: 2)
K. breitrundlich, grau- bis dunkel blaugrün,
sprossend und polsterbildend; W. vierseitig, nicht
scharfkantig; Bz. 8:13; Ax. weißwollig, in der Bl.-Zone
stärker; Rst. 3—5, 1,5—2,5 cm lg., + gebogen,
pfriemlich, hornfarben, schwarzspitzig; Mst. 0 oder
gelegentlich ein mehr zentral gestellter Rst.; Bl.
bis 2,5 cm lg. und 0, schmutzig-krem mit feiner
rötlicher Mittellinie; Fr. karmin, 2 cm lg.; S.
dunkelbraun. — Mexiko (zentrales Hochland bis San
Luis Potosf).
v. divergens (DC.) Borg: Rst. meist 4, der
untere längste häufig kantig und mit den anderen
langen gleichmäßig in einer Richtung gewunden,
anfangs alle gelb, später hornfarben; Bl. mit mehr
rötlichem Mittelstreifen (?).
Mamillaria mainae K. Brand. (3:1, 3: 7)
K. halbrund bis oben etwas verjüngt, blaß- bis
bläulich graugrün, bis 10 cm h., auch sprossend;
W. zylindrisch bis konisch; Bz. 8:13; Ax. kahl;
Rst. 10—15, 6—10 mm lg., steif, dünnadelig; Mst.
1—2 (—3), 1,5—2 cm lg., hakig; St. gelblich mit
dunkler Spitze, manchmal in der Jugend haarig, die
mittleren kräftiger; Bl. bis 2 cm lg., bis 2,5 cm 0,
weiß mit rotem Mittelstreifen; Fr. rot, kugelig bis
ovoid, bis 2 cm lg.; S. schwarz. — USA (Arizona,
Seils), Mexiko (Sonora, Hermosillo; Sinaloa,
Fuerte).
Mamillaria mamillaris (Mor.) Karst.: Mamillaria
Simplex Haw.
246 Mamillaria
Mamillaria marksiana Krainz (1: 2)
K. breitkugelig, einzeln, hellgrün, 4,5 cm h., 8 cm 0;
W. schwach vierkantig pyramidal; Bz. 13: 21; Ax.
wollig, im Alter kahl; Rst. 8—10, dünn, steif,
5—8mm lg.; Mst. 1, ca. 8mm lg., kaum stärker;
St. alle + goldgelb; Bl. ca. 1,5 cm lg., grünlichgelb;
Fr. ?; S. hell- bis dunkelbraun. — Mexiko (Sinaloa,
Sierra Madre).
Mamillaria marnierana Backbg. (3: 2, 4: 8)
K. kurzzylindrisch, einzeln oder sprossend, bis
10 cm h., 6,5 cm 0, Scheitel flach; W. konisch; Bz.
13: 21; Ax. kahl; Rst. bis ca. 30, bis 8 mm lg.; Mst.
1, fast pfriemlich-derb, nur 2 mm lg.; St. alle weiß,
Fuß schwach bräunlich; Bl. 1,5 cm lg., 3,5 cm 0,
umrollend, purpur-karminrosa; Fr. ? — Mexiko
(Sonora, Santana und San Bernardo).
Mamillaria marshalliana (Gat.) Böd. (1: 2)
K. breitrundlich, tief sitzend, bis 12 cm 0,
blaugrün; W. und Bz. ?; Ax. schwachwollig; Rst. 8—13,
unregelmäßig bis 1 cm lg., spreizend, weiß mit
dunklen Spitzen, später ganz weiß; Mst. 1, bis 1 cm
lg., weiß, dunkelspitzig; Bl. 1,5 cm lg., 2 cm 0, hell
grünlichgelb; Fr. ? — Mexiko (Niederkalifornien,
Canyons um San Bartolo).
Mamillaria martinezii Backbg. (3:1, 1: 2)
K. länglich, bis 14 cm h., 7,5 cm 0, blaugrün,
einzeln; W* zierlich; Bz. ?; Ax. wollig; Rst. ca. 20,
sehr dünn, bis 13 mm lg.; Mst. 2, nicht stärker und
nicht länger, auf- und abwärts gerichtet; St. alle
glasigweiß mit gelblichem Fuß; Bl. 1,1cm 0,
karmin; Fr. ? — Mexiko (Oaxaca, bei Mixteca).
Mamillaria matudae H. Bravo (2:3)
K. schlankzylindrisch, bis 20 cm lg., bis 3 cm 0,
auch sprossend; W. + konisch; Bz. 13: 21; Ax.
nackt; Rst. 18—20, nadelig, 2—3 mm lg., Fuß
gelblich; Mst. 1, nadelig, 4,5 mm lg.; St. alle weiß,
wenigstens später, die Mst. anfangs mit rosa Ton
oder Spitze, einige auch braun; Bl. 1,2 cm lg.,
hellpurpurn; S. hellbraun. — Mexiko (Grenze von
Michoacán, bei La Junta).
Mamillaria mayensis Craig (1: 3)
K. länglich, hell oliv-graugrün, bis 19 cm h., 15 cm
0, einzeln; W. vierflächig; Bz. 13:21; Ax. reich
weiß wollig mit Bst.; Rst. 25—30, 2—6 mm lg.,
dünnadelig, weiß, mit gelblicher oder bräunlicher
Spitze; Mst. 5, ca. 5 mm lg., dünnpfriemlich, zuerst
bräunlich, dann hornfarben; Bl. 1,2 cm lg., 1,5 cm
0, tiefrosa; Fr. ?; S. ? — Mexiko (SW-Chihuahua;
SO-Sonora, Rio Mayo).
Mamillaria mazatlanensis (Reb.) K. Sch. & Gurke
(3: 2, 5: 9)
K. kurzsäulig, reich sprossend, Köpfe bis 12 cm lg.,
bis 4 cm 0, graugrün; W. kurz breitkonisch; Bz.
5:8; Ax. schwachwollig (Bst. vielleicht nur Jungst.
der Neutriebe); Rst. 13—15, 6—10 mm lg., weiß,
nadelig, starr; Mst. 3—4, 8—15 mm lg., hellbraun,
etwas kräftiger, stechend; Bl. 4 cm lg., karmin; Fr.
braun bis unten rötlichgelb, 2 cm lg.; S. schwarz. —
Mexiko (Sinaloa, Mazatlán).
Mamillaria meiacantha Eng. (1:2)
K. breitrundlich, bis 11 cm 0, dunkelgrün bis
bläulichgrün, einzeln; Wz. rübig; W. kantig-pyramidal;
Bz. 8:13; Ax. nur in der Bl.-Zone wollig, sonst
kahl; Rst. 5—9, ca. 5,5 mm oder mehr lg.; Mst.
I (—2), 6—7 mm lg., etwas stärker; St. +
hornfarben, dunkelspitzig; Bl. 2,5—3,2 cm lg., 2 cm 0,
weiß, mit breitem, hellrotem Mittelstreifen; Fr.
karmin, bis 2,2 cm lg.; S. gelbbraun. — US A (Texas;
Neumexiko), Nordmexiko.
Mamillaria meissneri Ehrenbg. (2:1)
K. länglich bis zylindrisch, bis 12,5 cm h,, 2,5—7 cm
0, seitlich sprossend, + hellgrün; W. pyramidal;
Bz. ?; Rst. 16—22, borstig fein, weißlich; Mst. 2,
etwas stärker, auf- und abwärts gerichtet, hellbraun
mit dunkler Spitze; Bl. rot. — Mexiko (Puebla,
San Andreas).
Mamillaria melanocentra Pos. (1: 2)
K. gedrückt-kugelig bis kugelig, bis 16 cm h.,
II cm 0, bläulichgrün, einzeln; W. scharf
vierkantig; Bz. 8:13; Ax. anfangs weiß wollig; Rst.
7—9, obere 4—6 mm lg., der unterste bis 2,5 cm lg.,
z. T. etwas gebogen, erst schwarz, dann grau; Mst.
1,2 bis 5,5 cm lg., fast pfriemlich, schwarz, bald
bräunlich; Bl. 1,8 cm lg., 2,5 cm 0, tiefrosa, mit
dunklerer Mitte; Fr. rosa bis Scharlach, 3 cm lg.;
S. rötlichbraun. — USA (Texas; Neumexiko),
Mexiko (Nuevo Leon; Coahuila).
Mamillaria melispina Werd. (1: 2)
K. etwas länglich, einzeln, bis ca. 8 cm h., 6 cm 0,
glänzendgrün, später bläulichgrün, selten sprossend;
W. 3—4kantig; Bz. ?; Ax. nur anfangs weiß wollig;
Rst. 0; Mst. 2 (1—4), 8—12 mm lg., nadelig, Fuß
verdickt, anfangs heller- dann dunkler-gelb; Bl.
3 cm lg., zitronengelb; Fr. ?; S. braun. — Mexiko
(Tamaulipas, Jaumave).
Mamillaria mendeliana (H. Bravo) Werd. (1: 3)
K. kugelig bis länglich, einzeln, bis 9 cm 0, dunkel
olivgrün; W. oben rund; Bz. 13: 21; Ax. stark
weißwollig, mit Bst. (in der Kultur oft
verschwindend?); Rst. nur als weiße, kurze borstige Haare;
Mst. 2—4, 1,5—2 cm lg., reifig-rauh, braunrot,
schwarzspitzig; Bl. mit tiefrosa Mitte, heller rosa
Rand; Fr. + purpurn, 2 cm lg.; S. hellbraun. —
Mexiko (Guanajuato; Querétaro, Tarajeas).
Mamillaria mercadensis Pat. (3: 2, 5: 9)
K. kugelig, ca. 5 cm 0, oliv- bis dunkelgrün, auch
sprossend; W. + konisch; Bz. 8:13; Ax. nackt;
Rst. 25—30, 5—8 mm lg., dünnadelig, anfangs
Mamillaria 247
haarig; Mst. 4—7, 1,5—2,5 cm lg., steif nadelig,
unten weiß, oben braun bis rot oder gelb, der längste
unterste hakig; Bl. 3 cm 0 (?, auch weniger), blaß-
rosa. — Mexiko (Durango, Cerro de Mercado).
Mamillaria mexicensis Craig (1: 2)
K. kugelig, einzeln, bis 6 cm h. und 0, hell
graugrün; W. pyramidisch; Bz. 8:13; Ax. nur anfangs
schwach wollig; Rst. 15—16, 8—12 mm lg., nadelig,
kremweiß; Mst. 2—8, 8—11 mm lg., nadelig,
kremweiß, braunspitzig; Bl. ?; Fr. ? — Mexiko.
Mamillaria meyranii H. Bravo (2: 3)
K. zuletzt langzylindrisch, bis 55 cm lg., bis 5 cm 0,
gelblichgrün, sprossend; W. klein; Bz. 13: 21; Ax.
nur anfangs weißwollig; Rst. 17—19, 3—6 mm lg.,
nadelig, anfangs gelbrot, braunspitzig, dann weiß
mit gelbem Fuß; Mst. 2, bis 1 cm lg., nadelig,
anfangs orangegelb, braunspitzig, dann schmutzig
weiß; Bl. 1,8 cm lg., purpurn; Fr. 2 cm lg., hell
grünlich-purpurn; S. hellbraun. — Mexiko (Staat
Mexiko, bei Santa Barbara).
Mamillaria microcarpa Eng. (3: 2, 5: 9) [besser: P.]
K. kugelig bis zylindrisch, dunkel graugrün, bis
16 cm lg., bis 6 cm 0, oben + verjüngend,
sprossend; W. konisch; Bz. 13:21; Ax. nackt; Rst.
20—30, 6—12 mm lg., dünn, weiß bis dunkelgelb,
braunspitzig; Mst. 1—3 (—4), 3 obere anliegend,
bis 1,8 cm lg., ein hakiger länger, Fuß wenig
verdickt, Farbe variabel von hellbräunlich bis schwarz;
Bl. bis 2,5 cm lg., 4 cm 0, rosa mit dunklerem
Mittelstreifen; N. hellgrün; Fr. dimorph, Scharlach, bis
2,5 cm lg., oder grün, kugelig, klein; S. schwarz. —
S-USA bis Mexiko (Sonora, Chihuahua).
v. auricarpa Marsh.: Mst. goldgelb, 1 scharf
hakig; Fr. goldgelb.
v. grahamii (Eng.): Ist dichter weiß bestachelt;
N. gelblich.
v. milleri (Br. & R.) Marsh.: K. später
zylindrisch, über 20 cm lg., 8 cm 0; Mst. 2—4, hakig,
braun; Bl. 2,5 cm 0, rosa bis purpurn; N. gelb
bis krem. — Die Varietäten nur in den USA
(Arizona).
Mamillaria microhelia Werd. (3:1,1:1)
K. später zylindrisch, über 15 cm lg., 3,5—4,5 cm 0,
mittelgrün, auch von unten sprossend; W.
kurzkegelig; Bz. 8:13 (?); Ax. anfangs schwach wollig;
Rst. fast 50, 4—6 mm lg., dünn, steif, oben weiß,
unten goldgelb bis rotbraun oder rot, variabel; Mst.
0—4, meist 1—2, gewöhnlich erst später erscheinend,
an Zahl zunehmend, bis 11 mm lg., rot bis
dunkelbraun, pfriemlich, + gebogen; Bl. 1,6 cm lg. und 0,
weiß bis gelbgrünlich, auch nach rosa getönt; Fr.
weißlich bis rosa, 1,1cm lg.; S. goldbraun. —
Mexiko (Querétaro, Sierra San Moran). Übergehend
in:
v. microheliopsis (Werd.) Backbg.: Mehr Rst.
und Mst.; Mst. 6—8, bis 9 mm lg., sehr
farbvariabel, von hellgrau bis fleischfarben, rotbraun
und schwarzbraun; Bl. purpurrot, auch heller,
z. T. sogar grünlich; Fr. nur blaßgrün. Mehr eine
Form.
Mamillaria microthele Mühlpfrdt. non Monv. (1:1)
K. kugelig, graugrün, bis ca. 8 cm 0, im Alter auch
mehrköpfig: W. zierlich, dicht stehend,
zylindrischkegelig; Bz. ?; Ax. schwachwollig, blühende mehr;
Rst. über 20 (—24), borstig, weiß, anliegend, ±
verflochten; Mst. etwas derber, 2, übereinander, ca.
2 mm lg., anfangs oben braun, dann grau; Bl.
1,2 cm 0, 1,5 cm lg., rein weiß; Sep. mit rotem
Rückenstreif; Fr. ca. 8 mm lg., rot; S. hellbraun. —
Mexiko (Coahuila, Parras).
Mamillaria mitlensis H. Bravo (3:1,1: 5)
K. kugelig bis zylindrisch, bis 12 cm lg., 5—6 cm 0,
im Alter bis 55 cm lg.; W. konisch; Bz. 13: 21; Ax.
mit einigen Bst.; Rst. 20—25, 6—10 mm lg., nadelig,
weiß; Mst. 6, bis 2,5 cm lg., rotbraun bis schwarz,
einer hakig; Bl. 2 cm lg., purpurn; Fr. grünlichrot,
3 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (Oaxaca, bei
Mitla).
Mamillaria mixtecensis H. Bravo (1: 3)
K. kugelig, einzeln; W. vierflächig; Bz. ?; Ax. mit
weißen Bst.; Rst. 8—9, pfriemlich weiß; Mst. 6—7,
1 mehr zentral stehend, pfriemlich, graurötlich,
mittelster und unterster am längsten; Bl. purpurn.
— Mexiko (Oaxaca, zwischen Tejupán und Suchixt-
lahuaca).
Mamillaria moelleriana Böd. (3:1, 3: 7)
K. später länglich-keulig, glänzend blattgrün,
einzeln, ca. 6 cm 0; W. zylindrisch-ovoid; Bz.
8:13; Ax. nackt; Rst. 35—40, 7—9 mm lg., nadelig,
weiß; Mst. bis 8—9 (—10), bis ca. 2 cm lg., bis auf
den hakigen kräftig-nadelig, der gehakte etwas
länger und stärker, alle Mst. hell honigfarben, oben
dunkler, bis gold- oder rötlichbraun; Bl. 1,5 cm lg.
und 0, gelblich-krem, rosa Mittelstreifen; Fr.
grünlichweiß, 1,5 cm lg.; S. schwarz. — Mexiko
(Durango, Sierra Santa Maria).
Mamillaria mollendorffiana Shurly (3:1, 1:5)
K. kugelig bis länglich, dunkelgrün; W. +
zylindrisch; Bz. 13: 21; Ax. stark weißwollig, später mit
Bst.; Rst. 24—28, weiß, bis 5 mm lg.; Mst. (4—) 6,
steifnadelig, 1,4 cm lg., hell gelbbraun und rot-
spitzig, äußerste Spitze schwarz, Fuß gelbbraun,
verdickt; Bl. 1 cm lg., 8 mm 0, oben purpurn,
nach unten zu gelblichweiß; Fr. 1,4 cm lg., purpurn;
S. gelbbraun. — Mexiko (Hidalgo).
Mamillaria mollihamata Shurly (3:1, 3: 7)
K. rundlich bis etwas länglich, dunkelgrün, etwas
rötlich, bis 11 cm h,, 9,5 cm 0, auch sprossend; W.
konisch, weich (?); Bz. 21:34 (anomal: 19:30);
Ax. kahl; Rst. 28, sehr dünn, + gewunden, 1cm lg.¾
248 Mamillaria
weiß; Mst. 4, bis 1 cm lg., der untere hakige 0,8 cm
lg., alle gelbbraun; Bl. weiß; Fr. rot, 1 cm lg.; S.
schwarz. — Mexiko.
Variiert mit reinweißer BL, sowie gelben St. und Bl.
mit rötlichem Mittelstreifen, St. goldbraun.
Mamillaria monancistracantha Backbg. (3:1, 3: 7)
K. einzeln, bis ca. 3,7 cm 0, 4,5 cm h., dunkler
grün, zuerst rundlich, dann nach oben ± verjüngt;
W. zierlich-konisch; Bz. 8:13; Ax. mit Filz und
Bst.; Rst. ca. 23, dünn, weiß, verflochten; Mst.
1 (—2), hakig (wenn 2 nur 1), rötlichbraun, bis
8 mm lg., in Areolenmitte; Bl. 1,8 cm lg., 1,5 cm 0,
blaßgelblich; St. alle haarig; Fr. und S. ? — Mexiko
(San Luis Potosi).
Mamillaria monancistria Berg: Mamillaria scheid-
weileriana 0.
Mamillaria monocentra Jac. (1: 2)
K. breitrund, dunkelgrün, bis 8,5 cm 0, später
gestreckt, bis 12,5 cm h.; W. pyramidisch; Bz. ?;
Ax. in der Bl.-Zone weißwollig; Rst. 6, 2—5 mm
lg., z. T. kräftiger, alle abstehend; Mst. 1, bis 2,5 cm
lg., kräftig-nadelig, + zurückgebogen, gelblich-
braun, schwarzspitzig; Bl. klein, rosa; N.
rötlichgelb; Fr. ? — Mexiko.
Mamillaria montensis Craig (1: 3)
K. flachkugelig, dunkelgrün, einzeln, 3 cm h., 5 cm
0; W. konisch; Br. 8:13; Ax. spärlich-wollig,
weiße Bst.; Rst. 20, 3—7 mm lg., steif, weiß, z. T.
braunspitzig; Mst. 2 (—3), bis 1,5 cm lg., nadelig,
steif, dunkel-purpurbraun, schräg auf- und
abstehend; Bl. ?; Fr. ? — Mexiko (SW-Chihuahua;
SO-Sonora, Sierra Cajurichi).
v. monocentra Craig : Rst. 20, 3 mm lg.; Mst. 1,
4 mm lg. — Mexiko (Sonora, Sierra Charuco).
v. quadricentra Craig: Rst. bis 22, 5—8 mm lg.;
Mst. 4—5, bis 2,5 cm lg. — Mexiko (Sonora,
Sierra Canelo).
Mamillaria morganiana Tieg. (1:1)
K. kugelig bis keulig, hell-blaugrün, bis 8 cm 0,
einzeln oder dichotomisch teilend; W. pyramidisch,
schwachkantig; Bz. variierend: 8:13,13: 21,21: 34;
Ax. mit warzenlangen, reichlichen Haaren; Rst.
40—50, bis 1,2 cm lg., sehr fein bis haardünn,
gewunden, verflochten; Mst. 4—6, 1 cm lg., steif-
nadelig, weiß, braunspitzig; BL, Fr., S. ? — Mexiko
(Guanajuato, Bucareli; Querétaro).
Mamillaria movensis Craig (1: 3)
K. flachkugelig, gelblich-graugrün, 5 cm h., bis
10 cm 0, einzeln; W. oben ovoid-konisch; Bz.
13: 21; Ax. mit 4—8 z. T. warzenlangen weißen
Bst.; Rst. 10—13, 3—15 mm lg., feinnadelig, die
oberen die kürzesten, weiß, die seitlichen mit
bräunlicher Spitze, die unteren rötlichbraun,
schwarzspitzig; Mst. (1—) 4, 5—20 mm lg., kräftiger,
rotbraun, Fuß verdickt; BL ?; Fr. rot, 2 cm lg.; S.
hellbraun. — Mexiko (SO-Sonora, Movas).
Mamillaria muehlenpfordtii Forst. (1: 3)
K. kugelig bis länglich, einzeln, bis ca. 10 cm h,,
8 cm 0, dunkelgrün; W. pyramidisch; Bz. 13: 21;
Ax. anfangs weißwollig, mit z. T. über warzenlangen
Bst.; Rst. 40—50, 2—6 mm lg., borstig-fein, weiß;
Mst. 4, obere 4—12 mm lg., untere 5—35 mm lg.,
nadelig, steif, gelb, braunspitzig; Bl. 1,5 cm lg.,
1 cm 0, purpurrot, dunkle Mittellinie; Fr. rot, bis
2 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (Querétaro;
Guanajuato).
v. brevispina (Craig): Mst. nur 5—6 mm lg.
v. hexispina (Schmoll): Mst. 6, bis 3,5 cm lg.;
Bl. mehr röhrig, kleiner, bis 9 mm lg.
v. longispina (Craig): Mst. 4, bis 2,5 cm und mehr
ig.
v. nealeana (Tieg.): Ax. mit weit heraustretenden
vielen Haarborsten; Rst. sehr fein; Mst. 4, über
Kreuz, dunkel; Pflanzen über 10 cm 0
erreichend; Bl. ziemlich dunkelrot.
Eine weit dickere Form nannte Frau Schmoll
M. potosina v. gigantea; sie verzweigt
dichotomisch.
Mamillaria multicentralis Craig (3:1, 3: 7)
K. rundlich, dunkelgrün, bis 2 cm 0, sprossend und
niedrige Rasen bildend; W. weich, zylindrisch;
Bz. ?; Ax. kahl; Rst. 30—40, bis 1,2 cm lg.,
haarfein, weiß; Mst. 12—15, 4 mm lg., einer kräftiger-
hadelig, gehakt, gelblich bis bräunlich, die anderen
sehr feinnadelig, weiß, hellbräunlich gespitzt; Bl.
8 mm lg., 6 mm 0, blaßrosa; Fr. rötlich, oval,
1,3 cm lg.; S. dunkel-rötlichbraun. — Mexiko
(Querétaro, Tarajeas?).
Die möhrenförmige Wurzel ist ziemlich schlaff.
Mamillaria multiceps SD. (3:1, 1: 6)
K. kugelig bis kurzzylindrisch, bis 2 cm 0, bis über
10 cm lg., dunkler graugrün, stark sprossend und
größere Gruppen bildend; W. zierlich, ziemlich
weich; Bz. 8:13; Ax. mit längeren Bst., haarförmig,
gewunden; Rst. 30—50, 2—5 mm lg., haarfein,
leicht haarig, weiß; Mst. 6—8 (—12), 6—8 mm lg.,
spreizend, dünnadelig, haarig, Fuß verdickt und
weißlich, sonst rötlichgelb bis rotbraun; BL bis 2 cm
lg.; Pet. bräunliche Mitte, Rand blaß-grünlichgelb;
Fr. Scharlach, 8—12 mm lg.; S. schwarz. — USA
(Texas, Eagle Pass und Rio Grande), Mexiko
(Coahuila; Tamaulipas; Nuevo Leon),
v. perpusüla Meinshsn.: K. sehr kleintriebig; St.
blasser; Mst. gelblich, fast anliegend;
Gesamthabitus: weißlich.
Mamillaria mnltidigitata Linds. (3:1, 2:6) (auch:
3:1,1:1)
K. zylindrisch, bis 20 cm lg., 2—5 cm 0, grün, reich
bis zu 100 Tr. sprossend; W. konisch; Bz. 13:21
(?); Ax. schwachwollig; Rst. 15—25, 6—8 mm lg.,
weiß, dürinadelig; Mst. (1^-) 4, bis ca. 8 mm lg.,
anfangs braun, unten rötlich, dann oben dunkler,
untere Hälfte bis weiß, gerade oder einer mitunter
hakig; Bl. 15 mm lg., weiß, Mitte z. T. gelblich
gestreift; Fr. keulig, rot, 15 mm lg.; S. schwarz. —
Mexiko (Niederkalifornien, Insel San Pedro No-
lasco).
Mamillaria multiformis (Br. & R.) Böd. (3:1,3:7)
K. kugelig bis stärker keulig bzw. länglich, mehrfach
so lang wie dick, graugrün, sprossend; W. konisch,
weich, z.T. zylindrisch; Bz. 8:13 (?); Ax.
weißwollig, mit langen weißen Bst.; Rst. ca. 30, dünn-
nadelig, gelb, abstehend; Mst. 4, 8—10 mm lg.,
steifnadelig, unterster vorgestreckt, hakig, alle oben
rötlich; Bl. bis 1cm groß, tief purpurn; Fr. fast
kugelig; S. schwarz. — Mexiko (San Luis Potosi,
Alvarez).
Mamillaria multihamata Böd. (3:1, 3: 7)
K. kugelig bis kurzzylindrisch, dunkel blattgrün,
bis 5 cm 0; W. zylindrisch; Bz. 8:13; Ax. kahl,
aber haarförmige Bst.; Rst. ca. 25, 8 mm lg., borstig,
haarig, weiß; Mst. 7—9, 1 cm lg., 2—3 gerade, die
anderen hakig, dunkelrot bis rotbraun; Bl. 1,5 cm
lg., 1,2 cm 0, weiß (bis rosa: Böd.), mit rosa bzw.
dunklerem Mittelstreifen; Fr. ?; S. braunschwarz. —
Mexiko (Guanajuato).
Mamillaria multiseta Ehrenbg. (1: 3)
K. kugelig bis zylindrisch, meist einzeln, hellgrün,
bis 12,5 cm h., bis 7,5 cm 0; W. vierseitig
pyramidisch; Bz. ?; Ax. weiß wollig, mit bis ca. 30 weißen
Bst. bis 16 mm lg.; Rst. 4—6, 8—10 mm lg., 1
dunklerer mehr zentral gestellt, die anderen bis
7 mm lg., nadelig, weiß, dunkelbraun gespitzt;
Bl. ?; Fr. 2 cm lg., purpurn; S. kaffeebraun. —
Mexiko (Puebla, Petlalzingo-Acatlán).
Mamillaria mundtii K. Sch. (3:1,1: 3)
K. kugelig bis gestreckt, laubgrün, bis 7 cm 0; W.
kegelig; Bz. 8:13; Ax. nackt; Rst. 10—12, dünn-
pfriemlich, weiß, bis 5 mm lg.; Mst. 2 (—4), bis
10 mm lg., etwas kräftiger nadelig, mehr braun
gefärbt, unten heller; Bl. bis 2 cm lg., 1,4 cm 0, kar-
min; Fr. ?; S. braun. — Mexiko (Querétaro, La
Fosiqum).
Mamillaria mystax Marx. (1: 3)
K. kugelig bis länglich, dunkel-graugrün, bis 15 cm
h., 10 cm 0, einzeln und sprossend; W. 4kantig-
pyramidisch; Bz. 13:21; Ax. weiß wollig, mit
gewundenen Bst.; Rst. 5—6 (—10), 4—8 mm lg.,
weiß, braunspitzig; Mst. 3—4, meist 3 bis 2 cm lg.,
einer bis 7 cm lg., mehr zentral, anfangs dunkel-
purpurn; St. in Länge und Tönung sehr variabel; Bl.
2,5 cm lg., 2 cm 0, purpurrosa, innen heller; Fr. rot,
2,5 cm lg.; S. dunkelbraun. — Mexiko (Hidalgo bis
Oaxaca).
Mamillaria 249
Mamillaria nana Backbg. (3:1, 1:2 bzw. 3: 7)
— Descr. Cact. Nov. III: 8, 1963.
K. kugelig, mit Rübenteil, bis ca. 2,5 cm 0, meist
weniger, ca. 1,5 cm h., glänzend frischgrün; W.
zylindrisch, bis ca. 6 mm lg., wenn gefüllt; Saft
wäßrig; Bz. 5:8; Ax. zuerst nur schwachwollig,
später auch zierlich beborstet; Ar. länglich, ca.
2 mm lg., fast nur in der Mitte kurz weißfilzig; Rst.
ca. 35, sehr dünn, glasig-weiß, strahlend, behaart;
Mst. 0 dann 1, im oberen Ar.-Teil, später auch 2,
übereinander, der obere gerade, der untere hakig,
beide bräunlich (in einer Ar. sah ich auch 4 Mst.
untereinander), aufwärts weisend, behaart, bis ca.
5 mm lg., dünn; Bl. ca. 1 cm lg., 1,5 cm 0, Perigon-
blätter alle ganzrandig; Sep. kremweiß mit roter
Mittellinie, ca. 2,5 cm br., linear, zugespitzt; Pet.
gleicher Breite, rein kremweiß, höchstens schwache
Mittelliniierung auf der Rückseite; N. kurz, grün-
lich-krem; Fr. ? — Mexiko (San Luis Potosi, am
Wege nach Balnearios Lourdes). (Abb. 215.)
Am Standort bleibt die Art kleiner und die Mst.
fehlen.
Mamillaria nana Hort, war nur ein Name in MfK.,
129. 1894.
Mamillaria napina J. A. Purp. (3: 2, 4: 8) [besser: P.]
K. halbkugelig, in den dickrübigen Wurzelstock
übergehend, hellgrün, ca. 4—6 cm 0; W. konisch;
Bz. 8: 13; Ax. schwachwollig oder kahl; Rst. 10—12,
8—9 mm lg., anliegend, verflochten, glasigweiß bis
hellgelb; Mst. 0; Bl. 4 cm 0, violettrosa, nach innen
heller; Fr. ?; S. schwarz (?) — Mexiko (Puebla,
westlich Tehuacan).
v. centrispina Craig: Mst. meist 1 vorhanden,
5—8 mm lg.
Mamillaria nealeana Tieg.: Mamillaria muehlen-
pfordtii v. nealeana (Tieg.) Backbg.
Mamillaria nejapensis Craig & Daws. (1: 3)
K. kugelig bis etwas keulig verlängert, bis 15 cm h.,
7,5 cm 0, sprossend und z. T. dichotomisch
teilend; W. konisch; Bz. 13:21; Ax. im Oberteil
stärker wollig, mit langen, + gewundenen Bst.;
Rst. 3—5 (meist 4), 2—5 mm lg., der unterste
längste bis 2,5 cm lg., alle nadelig, weiß, äußerste
Spitze rotbraun; Mst. 0; Bl. 1,8 cm lg., 1cm 0;
Pet. mit blaß rötlichbrauner Mitte, Rand weißlich,
Mittelstreifen auch Scharlach; Fr. hellrot, 2 cm lg.;
S. blaß goldgelb. — Mexiko (Oaxaca, nordwestlich
Nejapa).
v. brevispina Craig & Daws. : Rst. nur 2—4 mm
ig-
v. longispina Craig & Daws.: Rst. obere 4—5 mm
lg., untere bis 5 cm lg.
Die Art und ihre var. können auch als stärkere
Abänderungen der M. praelii Mühlpfrdt. aus der
gleichen Provinz angesehen werden.
250 Mamillaria
Mamillaria neobertrandiana Backbg. (3:1,1: 2)
K. etwas länglich, bis 6 cm lg., 4 cm 0, dunkel
olivgrün, sprossend; W. konisch; Bz. 13:21; Ax.
nackt; Bst. und Mst. nicht trennbar und gleichartig,
bis ca. 36,1—5 mm lg., erst rosa- dann reinweiß, sehr
fein, angedrückt; Bl. sehr klein, weiß; Sep. rückseits
braunstreifig. — Mexiko (im Norden).
Mamillaria neocoronaria Knuth (3:1, 1: 2)
K. erst kugelig, dann länglich, bis ca. 16 cm h., bis
7 cm 0, grün, später graübläulich, sprossend; W.
kegelig; Bz. 8:13; Ax. kahl; Bst. 16—18, weißlich,
bis 8 mm lg.; Mst. meist 6, bis ca. 1,5 cm lg., variabel
in der Farbe, gelblich oder braun bis rubinrot; Bl. bis
17 mm lg., hellkarmin. — Mexiko (Hidalgo, Keal
del Monte, Sierra Rosa).
Mamillaria neocrucigera Backbg. (2:1)
K. gedrückt bis länglich-kugelig, meist einzeln; W.
kleinkegelig; Ax. wollig; Bst. + zahlreich, kurz,
weiß; Mst. 4, bis 6 mm lg., derber, kreuzförmig flach
aufliegend, graubraun bis schwärzlich; Bl. klein,
violettrosa; N., Gr. und Stbl. ähnlich so gefärbt. —
Mexiko (San Luis Potosf).
Mein Name ist ein neuer Name gewesen für eine von
Bödeker zuerst irrig als M. crucigera bezeichnete
Pflanze, dann mit dem Namen M. pseudocrucigera
versehen, der aber nicht gültig publiziert wurde und
ein Homonym der ÜRAiGSchen Art war. Die
Beschreibung war für eine Bestimmung unzureichend
Mamillaria neomystax Backbg. (1: 3)
K. kugelig bis gestreckt, bis 10 cm h., 8 cm 0; W.
vierkantig; Bz. 8: 13 (?); Ax. anfangs mäßig wollig,
mit längeren Bst.; Bst. (3—) 4 (—5), bis 6 mm lg.,
weiß, Spitze dunkelbraun; Mst. 0—1, bis 2 cm lg.,
aufgebogen, braun; Bl. hellrot, ca. 7 mm lg., 1,3 cm
0; Fr. rot; S. braun. — Mexiko (Massiv westlich
des Rio Grande, im Gebiet Tehuacan-Oaxaca).
Mamillaria neopalmeri Craig (3:1, 1:2 bzw. 1: 6)
K. etwas länglich, bis 9 cm lg., 5 cm 0, sprossend,
weißlich-graugrün, bis bläulich-grün; W. gestutzt-
konisch; Bz. 8:13; Ax. weißwollig, mit kurzen
Bst.; Bst. 25—30, 6—6 mm lg., sehr dünnadelig,
weiß; Mst. (3—) 4, 7—8 mm lg., dünnadelig,
bräunlich mit dunkler Spitze, der unterste vorgestreckt;
Bl. 1,2 cm lg., 1 cm 0, blaß grünlichweiß bis
hellkremfarben, olivgrüne Mittellinie; Fr. Scharlach,
1,3 cm lg.; S. schwarz. — Mexiko
(Niederkalifornien, NW-Küste, Inseln San Benito).
Mamillaria neophaeacantha Backbg. (3:1,1: 3)
K. später zylindrisch; W. konisch; Bz. 8:13; Ax.
reich wollig; Bst. 0; Mst. (2—) 4, erst schwärzlich,
dann grau, feucht rotbraun, bis 2,2 cm lg.; Bl.
1,8 cm lg., karmin; Fr. rot, 1,8 cm lg.; S. hellbraun.
— Mexiko (Guanajuato, Dolores Hidalgo).
Mamillaria neoschwarzeana Backbg. (1: 2)
K. breitrund, später sprossend; W. vierseitig, nicht
scharfkantig; Bz. 8:13 (?); Ax. wollig; Bst. 7,
kräftig-nadelig, abstehend, hellfarben; Mst. 1, meist
kürzer als die Rst., vorgestreckt, wenig kräftiger,
rotbräunlich; Bl. 2,3 cm lg., kremfarben bis
rötlichweiß, schwach-rötliche Mittellinie; Fr. karmin;
S. 1 mm lg., hellbraun. — Mexiko (N-Sinaloa bis
Sonora).
Mamillaria nivosa Lk.: Mamillaria flavescens v. ni-
vosa (Lk.) Backbg.
Mamillaria nunezii (Br. & R.) Orc. (3:1, 1: 5 bzw.
2:6)
K. später länglich, wenig sprossend, stumpfgrün,
bis 15 cm h., 8 cm 0; W. konisch; Bz. 13: 21; Ax.
mit 8—10 Bst.; Bst. 25—30, 5—7 mm lg., dünn-
nadelig, weiß; Mst. (2—) 4 (5—6), pfriemlich, oben
rötlich-braun bis schwarzspitzig; Bl. 15 mm lg.,
tief- bis purpurrosa; Fr. blaß grünlichweiß, oben
zartrosa, 2,3 cm lg.; S. braun. — Mexiko (Guerrero,
Taxco und Iguala, bei Buenavista de Cuellar).
v. solisii (Br. & R.) Backbg.: Bst. teilweise etwas
länger; Mst.: 1 hakig. Die nur hakenstachlige
Form des Typus der Art; es kommen auch
gemischt-stachlige Pflanzen vor.
Mamillaria obconella Scheidw. (3:1,1: 3)
K. später säulig, bis 30 cm h., z. T. noch viel höher,
bis 12 cm 0, dunkelgrün^ in der Heimat durch
Sprossen Kolonien bildend; W. rundlich vierseitig,
fast konisch; Bz. 13:21; Ax. zuerst reich
weißwollig; Bst. 0 oder einige wenige sehr dünne; Mst.
4 (—5—6), 1 aufwärts geschwungen, bis 2,5 cm lg.,
anfangs gelbbräunlich bis dunkel honiggelb; Bl.
2 cm lg., karmin; Fr. dunkelrot, bis 2,3 cm lg.; S.
gelbbraun. — Mexiko (Hidalgo, Barrancas von
Meztitlán).
Meist unter dem etwas jüngeren Namen M. dolicho-
centra Lem. bekannt, der M. ingens nahestehend,
v. galeottii (Scheidw.) Backbg.: W. konisch, hell
grün; Ax. immer kahl; im unteren Ar.-Teil
manchmal 1—3 kurze, bald abfallende Bst.; Mst. 4—5,
gelblich, braunspitzig, stark zurückgebogen. —
Mexiko (Jalapa).
Mamillaria obscura Hildm. (1: 2)
K. etwas gedrückt-kugelig, einzeln, bis 8 cm h.,
11 cm 0, dunkelgrün; W. kurz-pyramidisch; Bz.
13:21; Ax. anfangs weißwollig; Bst. 6—8,8—14 mm
lg., dünnpfriemlich, weißlich-hornf arben, kurz
braunspitzig; Mst. 2—4, der unterste längste bis 2 cm lg.,
die oberen kürzer, dünnpfriemlich, rauh, rötlich-
hornfarben, Spitze dunkelbraun bis schwarz; Bl.
1,5 cm 0, schmutzig weißlich-gelb, rosa.
Mittellinie ; Fr. rot; S. dunkelbraun. — Mexiko (Querétaro,
bei Toliman; Zacatecas).
v. wagneriana-tortulospina Craig: Mst. bis 4,5 cm
lg., gewunden.
Mamillaria 251
Mamillaria obvallata 0.: vielleicht der ältere und
damit gültige Name der M. fuliginosa SD.
Mamillaria occidentalis (Br. & R.) Böd. (3:1, 1:5
bzw. 2: 6)
K. schlanksäulig, bis 15 cm h., 2—3 cm 0; W.
konisch; Bz. 5:8; Ax. ohne Wolle, gelegentlich
mit einigen Bst.; ist. 12—18, 3—8 mm lg., dünn-
nadelig, weiß bis gelblich, braunspitzig; Mst. 4—5,
5—12 mm lg., nadelig, steif, rötlichbraun, unterster
hakig oder gerade; Bl. 1 cm lg., rosa bis tief rosa; Fr.
rötlich; S. schwarz. — Mexiko (Colima, Manza-
nillo; Nayarit; Sinaloa).
v. monocentra (Craig) Backbg.: Mst. 1, 7 mm lg.,
nadelig, rötlich-braun, gerade bis gekrümmt,
zuweilen unvollständig hakig. — Mexiko (Sonora,
Yaqui-Tal). Es gibt auch Formen mit sehr kurzen
Mst.
Mamillaria ochoterenae (H. Bravo) Werd. (3:1,
1:3)
K. gedrückt-kugelig bis schwach gestreckt, einzeln,
hellgrün, bis 8 cm 0; W. konisch; Bz. 13: 21; Ax.
nackt; Bst. 17—18, 4—9 mm lg., dünnadelig, weiß
bis hell-bernstein, verflochten; Mst. 5—6, 10 bis
20 mm lg., dünnpfriemlich, z. T. schwach gebogen,
anfangs gelblichgrau, rotspitzig, dann braun,
schwarzspitzig; Bl. 1 cm lg., rosa Mitte, weißer
Rand; Fr. rot, 2 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko
(Oaxaca).
Mamillaria ocotillensis Craig (1: 2)
K. flachkugelig, einzeln, matt hellgrün, bis 6 cm 0,
7 cm h.; W. schwach vierflächig; Bz. 13: 21; Ax.
kahl; Rst. (2—) 3 (—4), 3—10 mm lg., dünnadelig
kalkweiß; Mst. 1—2 (—3), obere 3—15 mm lg.,
untere 12—35 mm lg., kräftig-nadelig, dunkel-
purpurbraun, oben fast schwarz; Bl. kremfarben,
rötlicher Mittelstreifen; Fr. karmin, 1,7 cm lg.;
S. rotbraun. — Mexiko (Querétaro, Ocotillo, Sierra
San Moran).
v. brevispina Craig: W. kürzer, 5 mm lg.; Rst.
4—10mm lg.; Mst.: obere 3—4mm lg., untere
bis 1,2 cm lg.
v. longispina Craig: W. länger, 8 mm lg.; Rst.
4—10 mm lg.; Mst.: obere bis 15 mm lg., untere
bis 3,5 cm lg.
Mamillaria oliviae Orc. wird oft als eigener Name
geführt, ist aber nach allgemeinem Urteil nur eine
Form der M. microcarpa Eng. mit fehlenden hakigen
Mst., durch Formen mit oben zuweilen auftretenden
mit letzterer verbunden; Bl. 3cm 0, purpurn; N.
grün (!). — USA (Arizona, Tucson).
Mamillaria orcuttii Böd. (1: 2)
K. kugelig bis kurzsäulig, glänzend dunkel-blaugrün,
6—7 cm 0, einzeln; W. + kurzkegelig; Bz. 13 : 21;
Ax. zuerst stark weißwollig, verkahlend; Rst. 0;
Mst. 4 (—5), vorspreizend, steifnadelig, zuerst
pechschwarz, Fuß bräunlich, später reifig-grau, der
unterste bis 2 cm lg., die anderen bis 1,5 cm lg.
(anfangs 6—8 haarförmige, bald abfallende
Beistacheln, haarfein, 2 mm lg.); Bl. ca. 1,2 cm lg.
und 0, hell-karmin, dunklerer Mittelstreifen; Fr.
rot, bis 3 cm lg.; S. rötlichbraun. — Mexiko
(Puebla, bei Esperanza).
Der erste Name war vielleicht Mamillaria bergii
Miqu.
Mamillaria ortegae (Br. & R.) Orc. (1: 2)
K. kurzkeulig, bis 8 cm 0, einzeln; W. pyramidisch;
Bz. 8:13; Ax. wollig; Rst. 3—4 (manchmal 1—2
Beistacheln), 6—10 mm lg., kräftig-nadelig,
gelblich-braun, abstehend; Mst. 0; Bl. rötlich (?); Fr.
rötlich, 1 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (Sinaloa).
Mamillaria ortiz-rubiona (H. Bravo) Werd. (3:1,
1:2) —(3:2, 4:8)
K. gedrückt-kugelig, graugrün, bis 10 cm 0, stärker
sprossend; W. zylindrisch bis keulig; Bz. 8:13;
Ax. mit zahlreichen Bst.-Haaren bis über W.-Länge;
Rst. 25—30, 4—15 mm lg., fast haarfein, weiß,
verflochten; Mst. 4—6, 1,2—1,5 cm lg., nadelig,
weiß, mitunter rosaspitzig; Bl. 3,5 cm lg., 3 cm 0,
blaß-grünlichweiß bis -rosa; Fr. karmin; S. schwarz.
— Mexiko (Guanajuato; Querétaro, Grenze beider
Staaten).
Mamillaria pachycylindrica Backbg. (1: 2)
K. einzeln, dickzylindrisch, bis 26 cm h., 11,5 cm 0,
graugrünlich; W. konisch; Bz. 13: 21; Milch
bräunlich auftrocknend; Ax. später schwachfilzig; Rst.
20—23, 4—8 mm lg., weißgrau; Mst. ca. 6, dünn; St.
zuerst + rosaweiß, die mittleren oben dunkel bis
schwärzlich; Bl. ca. 2 cm lg. und 0, grünlich-rosa
bis (innen) schmutzig-rosa; Fr. 2,5 cm lg., außen
und innen karmin; S. braun. — Mexiko.
Mamillaria pachyrhiza Backbg. (1: 2)
K. einzeln, bis 15 cm 0, blattgrün, starker rübiger
Teil, tief im Boden, Kopfteil bis 4 cm h.; W. etwas
zusammengedrückt; Bz. 13: 21 (?); Rst. 15—18, bis
1 cm lg., weiß, verflochten; Mst. 4—6, Fuß +
verdickt, bis 1,2—1,6 cm lg., weiß, gelblich oder
rötlich; Bl. weiß; Fr. trübrot; S. ? — Mexiko (Grenze
Puebla-Jalapa, Las Derrumbadas, im Gras).
Mamillaria pacifica (Gat.) Böd. (1: 2)
K. kugelig, bis 15 cm h. und 0, dunkelgrün,
sprossend oder teilend; W. schwach vierkantig; Bz. ?;
Ax. wollig; Rst. 7—12, weiß,braunspitzig, 5—10mm
lg.; Mst. 1, bis 1,5 cm lg., steifnadelig, braunspitzig;
Bl. grüngelb, Mitte dunkler; Fr. ? — Mexiko
(Niederkalifornien, Todos Santos, Küste).
Durch ihre Größe, die dunkelgrüne Farbe sowie
dichtere W.-Stellung von M. baxteriana und M. mar-
shalliana abweichend, zu denen sie mitunter gestellt
wird. Vielleicht nur eine var.
17 Kakteenlexikon
252 Mamillaria
Mamillaria painteri Rose (3:1, 3: 7)
K. kugelig bis länglich, 2 cm 0; W. rund; Bz.
8:13; Ax. seh wach wollig; Rst. 20 oder mehr, 5 mm
lg., haarfein, weiß; Mst. 4—5, 1 cm lg., dünnadelig,
der unterste hakig, oben dunkelbraun; St. alle
haarig; Bl. bis 1,6 cm lg., grünlichweiß, Mitte blaß-
gelb; Fr. rot, 1cm lg.; S. schwarz. — Mexiko
(Querétaro, San Juan del Rio).
Mamillaria palmeri Jac. non Böd. (3:1, 1: 3)
K. kugelig bis etwas säulig, bis 12 cm h., 6—7 cm 0,
einzeln, dunkelgrün; W. breit- bis
zylindrisch-konisch, zusammengedrückt; Bz. ?; Ax. dickwollig;
Rst. (18—) 24—26, 4—7 mm lg., borstenfein, weiß,
dicht; Mst. 4, 4—6 mm lg., Fuß bernsteingelb, oben
rötlichbraun; Bl. bis 17 mm lg., 20 mm 0, hell
grünlichgelb, feiner gelbroter Mittelstreifen; Fr. ? —
Herkunft?
Mamillaria parensis Craig (3:1, 1: 5)
K. kugelig bis kurzsäulig, tief sitzend,
dunkelgraugrün, dichotomisch teilend, auch sprossend; W.
rundlich; Bz. 8:13; Ax. mit einigen weißen Bst.;
Rst. 18—20, 3—4 mm lg., dünn, weiß mit gelbem
Fuß; Mst. 4—5, 6—8 mm lg., nadelig, orangegelb,
einer oft abstehend; BL, Fr. und S. ? — Mexiko
(Chihuahua, zwischen Parras (Coahuila) und Chi-
huahua-Stadt).
Mamillaria parkinsonii Ehrenbg. (1:1 bzw. 1: 3)
K. (gedrückt-)kugelig bis verlängert, durch dichoto-
mische Teilung große Gruppen bildend,
bläulichgrün, einzelne Köpfe bis 15 cm h., 8 cm 0; W.
pyramidisch, fein punktiert; Bz. 8:13, auch 13: 21;
Ax. weißwollig, mit weißen Bst.; Rst. 30—35,
3—7 mm lg., weiß; Mst. 2—4 (—5), obere 6—8 mm
lg., untere bis 3,5 cm lg., meist kürzer, bis ca. 2 cm
lg-» db starkpfriemlich, milchweiß bis fein rötlich,
Spitze dunkelbraun; Bl. 1,5 cm lg.; Pet.: Mitte
bräunlichrosa, Rand kremfarben; Fr. Scharlach,
1 cm lg., S. hellbraun. — Mexiko (Hidalgo bis
Querétaro).
v. brevispina Craig: W. nach Bz. 13:21; Rst.
35—40, 1—4 mm lg.; Mst. 4 (—5), 3—5 mm lg.;
Bl. unten weiß, Spitze blaßrosa.
v. dietrichae (Tieg.) Backbg.: Mst. weniger stark
. pfriemlich, ziemlich lang und dicht stehend,
weißlich bis oben fast schwarzbraun.
Eine stärker variierende Art; es gibt auch
dickköpfigere Formen.
Mamillaria patonii (H. Bravo) Werd. (3:2, 6:9)
K. säulig, olivgrün, bis 15 cm lg., 4—5 cm 0,
sprossend; W. fast zylindrisch; Bz. 5:8 (?); Ax. nackt;
Rst. 13—16, grau, braunspitzig; Mst. 4, kräftiger,
bis 1,2 cm lg., einer leicht gehakt, schwarzrot; Bl.
3 cm lg., purpurn; Fr. grün; S. schwarz. — Mexiko
(Nayarit, Islas Marias).
v. sinalensis (Craig) Backbg.: Rst. nur 10—12,
6—7 mm lg.; Mst. 1, 8—10 mm lg., stark hakig;
Ax. kahl; Bl. 2,5 cm lg., 4 cm 0, purpurrosa. -
Mexiko (Sinaloa).
Mamillaria pearsonii Hort.: nur ein Name,
Sämlinge ähneln der M. elegans.
Mamillaria peninsularis (Br. & R.) Orc. (1: 2)
K. breitrund, tief sitzend, bis 4 cm 0, blaß bläulich-
grün, auch sprossend; W. scharf vierkantig, ober
gerundet, unten gekielt; Bz. 5: 8; Ax. anfangs
langwollig; Rst. 4—8, + dünnpfriemlich, blaßgelb,
braunspitzig; Mst. 0, oder ein oberer Rst. zur Mitte
gerückt; Bl. 1,5 cm lg., grünlichgelb mit rötlicher
Mittellinie; Fr. und S. ? — Mexiko
(Niederkalifornien, Cabo San Lucas).
Mamillaria pennispinosa Krainz (3:1, 3: 7)
K. kugelig, einzeln, bis ca. 3 cm h. und 0,
gepfropft länglicher; Wz. rübig; W. zylindrisch,
feinflockig; Bz. 8:13; Ax. nur anfangs kurzfilzig; Rst,
16—20, 6—8 mm lg., dünn, grauweiß; Mst. 1 (—3),
einer hakig, abstehend, ziemlich lang, Fuß gelb,
nach oben zu rotbraun oder heller; St. alle haarig;
Bl. 1,5 cm lg., 1,2 cm 0; weiß, mit karminrosa
Mittelstreifen; Fr. langkeulig, rot; S. schwarz. -
Mexiko (Coahuila).
Mamillaria pentacantha Pfeiff. (1: 2)
K. kugelig, intensiv grün, seitlich sprossend, bis
12 cm 0; W. eckig-konisch; Bz. 5: 8, 8:13?; Al
zunehmend weißfilzig; Rst. 4, über Kreuz; Mst. 1,
fast 4 cm lg., abwärts vorgestreckt; St. erst
bräunlich, dann aschgrau. — Mexiko. Variabel.
Mamillaria perbella Hildm. (2:1)
K. breitrund, dichotomisch verzweigend,
bläulichgraugrün, Einzelkopf kaum über 6 cm 0; MS,
schlankkegelig; Bz. 13:21; Ax. seh wach wollig;
Rst. 14—18, 1,5—3 mm lg., borstig dünn; Mst. 2,
4—6 mm lg., kräftiger; Bl. bis 10 mm lg.,
karminrot; Fr. ? — Mexiko.
Variabel. Als v. lanata Schmoll wird eine Form mit
mehr Wolle im Scheitel und etwas längeren,
weißeren Rst. bezeichnet.
Mamillaria petrophila Brand. (1: 3)
K. gedrückt-kugelig bis gestreckt-rund, bis 15 cm 0,
graugrün, auch sprossend; W. konisch,
schwachkantig; Bz. 8:13; Ax. mit hellbräunlicher Wolle und
Bst.; Rst. 8—10, 1—1,5 cm lg., dünnadelig; Mst,
1—2, bis 2 cm lg., nadelig, dunkel-nußbraun, später
blasser; Bl. 1,8—2 cm lg., blaß-grünlichgelb; Fr.
klein, rund, rot; S. rötlichbraun. — Mexiko
(Niederkalifornien, Kapgegend, Sierra de la Laguna und
Francis quito.)
Mamillaria petterssonü Hildm. (1: 2)
K. rundlich, matt hellgrün, einzeln oder sprossend;
W. undeutlich vierflächig, unten gekielt; Bz. 13: 21;
Ax. mit kräuseliger Wolle; Rst. bis 10—12, obere bis
Mamillaria 253
3 mm lg., untere 10—15 mm lg., dünnadelig,
schmutzigweiß mit dunklen Spitzen; Mst. 1—4,
obere bis 2 cm lg., der unterste bis 4,5 cm lg.,
kräftiger, bräunlich, dunkler gespitzt; Bl. 2,4 cm lg.,
tief purpurrosa; Fr. ? — Mexiko (Guanajuato).
v. longispina Schwarz, unbeschrieben, hat in der
Länge variable, an Zahl meist weniger, anfangs
wie die Mst. auch schwarze, bald + hornfarbene
Rst., Mst. viel länger.
Mamillaria phaeacantha Lem. (3:1,1: 5)
K. kugelig, einzeln, grün; W. fast zylindrisch,
seitlich schwach zusammengedrückt; Bz. 8:13; Ax.
weißwollig und mit gewundenen Bst.; Rst. 16—20,
4—5 mm lg., borstenfein, weiß, Fuß dunkler; Mst.
4, seitliche 8—9 mm lg., ein oberer 1,4 cm lg., der
untere bis 1,2 cm lg., pfriemlich, Fuß verdickt, erst
rötlich, dann schwarz; Bl. tief rot oder heller; Fr.
rosa, 1,5 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (San Toro,
Regla).
Mamillaria phitauiana Baxt.: Mamillaria verhaer-
tiana Böd.
Mamillaria phymatothele Berg (1: 2)
K. kugelig bis länglich, dunkel-bläulichgrün, bis
9 cm 0, selten sprossend; W. pyramidisch, unten
gekielt; Bz. 8:13; Ax. mäßig woÜig; Bst. 3—7 (auch
3 kurze Beistacheln, nicht stets), obere 3—6 mm lg.,
seitliche bis 1,7 cm lg., unterster bis 3,5 cm lg.,
grauweiß, rotspitzig; Mst. 1 (—2), bis 2 cm lg., erst
rötlichgelb bis dunkler-rot, dann grau,
schwarzspitzig; Bl. bis 1,5 cm lg., feurig karmin; Fr. ? —
Mexiko (Hidalgo).
v. trohartii Craig non Hildm.: K. gedrückter;
Mst. bis 4; Pet. tief-purpurrosa mit blasserem
Rand; Fr. rötlich, 2,1cm lg.; S. hellbraun. —
Mexiko.
Mamillaria picta Meinshsn. (3:1, 1: 6)
K. kugelig bis gestreckt, mit Rübenteil, glänzend
dunkel-blattgrün, einzeln, bis 4 cm 0; W. konisch-
zylindrisch; Bz. 8:13; Ax. kahl, mit einigen Bst.;
Rst. 12—14, 6—8 mm lg., sehr dünn, weiß, anfangs
etwas dunkelspitzig; Mst. 1 (—2), bis über 1 cm lg.,
nadelig, Fuß gelblich, sonst weiß mit
dunkel-rotbrauner Spitze; St. auch + haarig (Böd.), aber, wie
zuweilen auch bei anderen Arten, nicht stets; Bl.
9 mm lg., 11 mm 0, kremweiß, olivgrüne Mitte; Fr.
rot, klein; S. schwarz. — Mexiko (Tamaulipas, Rio
Blanco).
Mamillaria pilensis Shurly (1:1 bzw. 1: 2)
K. gestreckt-keulig, bis 10 cm h., bis 18 cm 0 (oder
umgekehrt?), hellgrün; Scheitel starkwollig; W.
kurz, vierkantig; Bz. 13:21; Ax. anfangs
starkwollig, dann verkahlend; Rst. 4—6, nadelig, weiß,
auch rosa getönt, mit rötlich-schwarzer Spitze,
untere meist länger; Mst. 1—2, der untere
wesentlich länger, der kürzere weiß mit dunkler Spitze,
der längere meist ganz schwarz; St. in der Länge
variabel; Bl. ?; Fr. ? — Mexiko (Querétaro, Rio
Infernillo).
Mamillaria pilispina J. A. Purp. (3:1, 1: 3)
K. + flachrund, dunkelgrün, bis ca. 4 cm 0, kleine
Gruppen; W. zylindrisch, papillös; Bz. 8:13 (?);
Ax. kräuselig behaart; Bst. mit einem Kranz feiner
Haarst., weiß, dazu 4—5 derbere, 6—7 mm lg.,
Fuß verdickt, gelb, darüber weiß, Oberteil braun;
Mst. 1, bis 7 mm lg., ebenso gefärbt; St. alle kurz
behaart; Bl. 1,5 cm 0, weißgelb. — Mexiko (San
Luis Potosi, Minas San Rafael).
Mamillaria pitcayensis H. Bravo (1: 3)
K. zylindrisch, bis 24 cm lg., 4 cm 0; W. konisch-
zylindrisch; Bz. 13: 21 (?); Ax. wollig und mit bis
zu 10 Bst.; Bst. und Mst. nicht trennbar, ca. 17 zum
Rand und ca. 14 zur Mitte hin, 5—6 mm lg.,
nadeldünn, weich, gelblich schmutzigweiß; Bl. 2 cm lg.,
purpurn; Fr. und S. ?-— Mexiko (Guerrero, Bar-
ranca de Pitcaya).
Mamillaria plumosa Web. (3:1, 1:2) [wurzelecht
schöner als P.]
K. rundlich, bis ca. 7 cm 0, hellgrün, sprossend und
polsterbildend; W. weich, zylindrisch; Bz. 8:13;
Ax. weißwollig; Bst. bis 40, 3—7 mm lg., weich,
weiß, gefiedert; Mst. 0; Bl. 1,6 cm lg., 1,4 cm 0,
weiß, Schlund grünlich, blasse dunklere Mittellinie;
Fr. rötlich; S. schwarz. — Mexiko (Coahuila, in
Felsen von Saltillo bis Monterrey).
Mamillaria polyedra Mart. (1: 2—3)
K. kugelig bis länglich, bis ca. 10 cm h. und 0,
tiefgrün, einzeln oder sprossend; W.
kantig-pyramidisch, unten gekielt; Bz. 13:21; Ax. erst nur
wollig, später mit Bst.; Bst. (2—) 4 (—6), die
oberen 3—4 mm lg., der unterste ca. 2,5 cm lg.,
etwas kräftiger, die anderen dünnadelig, anfangs
schwarz bis purpurbraun, dann heller, rotspitzig;
Mst. 0; Bl. bis ca. 2,5 cm lg., 2 cm 0, blaß- bis
rosenrot, dunklere Mittellinie; Fr. Scharlach, 2 cm lg.; S.
rötlichbraun. — Mexiko (Oaxaca).
Mamillaria polygona SD. (1: 3)
K. keulig-länglich werdend, bis 10 cm h.; W
vierkantig-pyramidisch; Bz. ?; Ax. mit Wol1
haarartigen Bst.; Rst. 8, 1—4 mm lg., obere 2—3
winzig, auch fehlend, weißlich; Mst. 2, bis 2,5 cm
lg., kräftig-pfriemlich, Fuß fleischfarben, oben
rötlichbraun; Bl. blaßrosa; Fr. und S. ? — Mexiko
(Puebla; Morelos: Böd.). Craigs Angabe für den
Stachelfuß „karmin" war ein Übersetzungsfehler
(„carneis"). Anscheinend der M. phymatothele
nahestehend, aber ungenügend bekannt bzw. selten in
Kultur.
Mamillaria polythele Mart. (1: 2)
K. kugelig bis länglich, bis 50 cm h., 10 cm 0,
dunkel-graugrün bis -blaugrün, selten sprossend; W.
254 Mamillaria
konisch; Bz. 13:21; Ax. wollig, verkahlend; Rst.
fehlend oder selten und abfallend, dünn; Mst. meist
2 (—4), gelb- oder rot- bis dunkelbraun,
übereinander oder über Kreuz, bis 2,5 cm lg.; Bl. 2 cm lg.,
1 cm 0, rosa bis karmin; Fr. rot; S. dunkelbraun. —
Mexiko (Hidalgo, Ixmiquilpan).
v. columnaris SD.: Bis Im h.; St. 5—6, mehr
abstehend, braun, untere länger; Bl. karmoisin. —
Mexiko (Hidalgo, Actopan, Zimapan).
v. setosa SD.: K. bis 30 cm h., dunkelgrün; Rst,
länger verbleibend, 8—14, bartig herabhängend;
Mst. + 6, der unterste der längste, erst
schwarzrot, dann grauweißlich; Bl. klein, dunkel-rosenrot
(Standort?).
Variiert, anscheinend auch mit zunehmendem
Alter.
Mamillaria posseltiana Böd. (3:1, 3: 7)
K. kugelig bis gestreckt, dunkel blattgrün, bis
5 cm 0, einzeln; W. konisch; Bz. 8:13; Ax.
weißwollig; Rst. 20, 9 mm lg., dünnadelig, weiß; Mst.
4, 9 mm lg., steifnadelig, unterer ganz braun, +
hakig gekrümmt; Bl. 2,5 cm lg., 1,5 cm 0, weiß,
Mittelstreifen dunkelrosa; Fr. blaßgrün, 1,5 cm lg.;
5. schwarz. — Mexiko (Guanajuato, Sierra de
Guanajuato).
Mamillaria potosina B‚eb.: Mamillaria muehlen-
pfordtii Forst.
Mamillaria praelii Muehlpfrdt. (1: 3)
K. kugelig bis länglich, blaß- bis
dunkel-bläulichgrün, bis ca. 11 cm lg., 8 cm 0, später reicher
sprossend; W. 4—6kantig, unten gekielt; Bz. 13 : 21;
Ax. dicht weiß- bis bräunlich-wollig, mit bis 18
warzenlangen Bst.; Rst. 4 (—5), ca. 2,8 mm lg.,
kräftig-nadelig, erst gelblich-krem bis braun, dann
weiß, braunspitzig; Mst. 0; Bl. bis 2 cm lg., 1 cm 0,
grünlich-gelbweiß mit rötlicher Mittellinie; Fr. rot,
2 cm lg.; S. braun. — Mexiko (Oaxaca).
Variabel. Vielleicht gehört hierzu auch M. neja-
pensis.
v. viridis (SD.) Craig: Rst. 5 (—6); Mst. 1 (—2);
Bl. blaßgelb mit roter Mittellinie.
Mamillaria pringlei (Coult.) Brand. (3:1, 1: 3—5)
K. kugelig bis länglich, bis ca. 16 cm h., 7 cm 0,
gelblich-graugrün, einzeln; W. konisch,
halbmilchend; Bz. 13: 21; Ax. weißwollig, gelegentlich mit
kurzer Bst.; Ar. anfangs gelblich (immer so?),
wollig; Rst. 15—20, 5—8 mm lg., feinnadelig,
gelblich; Mst. 6 (—7), steifnadelig, ± stark
verbogen, gelb, bis 2,5 cm lg.; Bl. ca. 1 cm 0, tief rot;
N. bräunlich (Craig; bei M. rhodantha grün bis
rosa); Fr. rötlich, 1,5 cm lg.; S. braun. — Mexiko
(Staat Mexico; San Luis Potosi).
v. longicentra Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
8. 1963: weicht ab durch mehr breitrunden K.,
grün, bis 11 cm 0, 10 cm h., und anfangs stark
weißwollige Ar.; W. nicht milchend, Milch nur im
Innern des Körpers; Ax. wollig, Bst. nicht
erkennbar ; Rst. ca. 20, nicht in einer Ebene, bis 10 mm
lg., gelb; Mst. 4, über Kreuz, der unterste +
abwärts vorgestreckt, bis 4 cm lg., die 3 übrigen
abstehend gewunden bzw. um den Körper gebogen,
+ ebenso lang, hellgelb. — Mexiko (Hidalgo,
Barranca Venados). (Abb. 216, oben.)
Mamillaria prolifera (Mill.) Haw. (3 :1, 1: 5)
K. kugelig bis länglich, bis 6 cm lg., 4 cm 0,
dunkelgrün, stark sprossend und polsterbildend; W. weich,
rundlich bis konisch; Bz. 5:8; Ax. schwach wollig,
mit über warzenlangen weißen Bst.; Rst. bis 40,
6—10 mm lg., borstenfein, weiß; Mst. 5—9 (—12),
bis 8 mm lg., dünnadelig, behaart, Fuß verdickt,
blaßgelb; Bl. 1,4 cm lg., kremgelb, mit
rötlichbräunlicher Mittellinie; Fr. orangerot, 1 cm lg.; S.
schwarz. — Westindien (Kuba; Haiti?).
v. haitiensis (K. Sch.) Borg: Dichter und weißer
bestachelt; K. etwas kräftiger, bis 7 cm 0 (Borg);
St. zahlreicher; Mst. erst gelblich, dann rein weiß;
Bl. nicht so gern wie beim Typus der Art
erscheinend. — Haiti.
Mamillaria pseudoalamensis Backbg. (3:2, 4:8)
K. konisch verlängert, basal sprossend, von St.
ziemlich bedeckt; W. kurzkonisch; Bz. 8:13 (?);
Ax. kahl; Rst. bis ca. 23, weiß, verflochten; Mst.
nur wenig länger, einzeln, abstehend; Bl. etwas über
2 cm 0, rot, unten hell-oliv; Gr. karmin; Pet.
trichterig stehend, nicht umrollend. — Mexiko (Sonora,
bei Alamos).
Mamillaria pseudocrucigera Craig non Böd. (1:2)
oder (1:1)
K. abgeflacht-kugelig, tief sitzend,
dunkelgrau-olivgrün, einzeln, bis 5 cm 0; W.
vierkantig-pyramidisch, unten gekielt; Bz. 8:13; Ax. etwas wollig;
Rst. 12—13, 1—2 mm lg., feinnadelig, weiß; Mst. 4,
3—4 mm lg., pfriemlich, Fuß verdickt, kalkig-weiß,
Basis orangebraun, kleine dunkle Spitze; Bl. 1,2 cm
lg., 1,5 cm 0, rosa Mittellinie mit breiterem weißem
Band; Fn hellrot, 2 cm lg.; S. braun. — Mexiko
(Querétaro, zwischen Cadereyta und Colön).
Mamillaria pseudo-crucigera Böd. non Craig:
Mamillaria neocrucigera Backbg.
Mamillaria pseudoperbella Quehl (3:1, 1: 3—4)
K. flachrund bis kurz-zylindrisch, blattgrün, bis
15 cm 0, einzeln oder dichotomisch teilend; W.
zylindrisch; Bz. 13: 21; Ax. etwas wollig; Rst.
20—30, bis 3 mm lg., borstendünn, reinweiß; Mst. 2,
oberer 5 mm lg., unterer kürzer, abstehend,
pfriemlich, braun, rötlichbraun gespitzt; Bl. 1,5 cm lg.,
karminrot, Mitte dunkler; Fr. hellrot; S. braun. —
Mexiko (Querétaro, Higuerillas; M-Mexiko;
Oaxaca).
Mamillaria 255
Mamillaria pseudorekoi Böd. (2: 3)
K. kugelig bis kurz-zylindrisch, bis 12 cm h., 5—6 cm
0, grün, einzeln; W. konisch; Bz.8:13; Rst. ca. 20,
unter 6 mm lg.; Mst. 4—7, bis 1 cm lg., braun bis
schwarz, gerade oder der untere hakig; Bl. etwas
über 1,5 cm lg.; Fr. rot. — Mexiko (Puebla;
Morelos).
Mamillaria pseudoschiedeana Schmoll (bisher ohne
latein. Diagnose) (3:1, 1: 2)
K. größer als bei M. schiedeana und M. dumetorum,
reich sprossend; St. mehrserig, weißlich hell, borstig-
feinnadelig, verflochten und z. T. deutlich etwas
abstehend. — Mexiko.
Mamillaria pseudoscrippsiana Backbg. (1: 2)
K. etwas länglich, bläulichgrün, bis 10 cm h., 8 cm
0, sprossend; W. breitrundlich; Bz. 8:13 (?); Ax.
starkwollig; Rst. 7—8, oberster 2 mm lg., die
anderen länger, der unterste bis 6 mm lg., kräftig-nadelig,
weiß; Mst. 2, einer aufgerichtet, der andere
abstehend, bis 9 mm lg., wenig stärker, anfangs rötlich,
dann weiß; Bl. bis 2 cm lg., glänzend weiß; Fr. rot;
S. braun. — Mexiko (Nayarit, bei Ahuacatlán).
Mamillaria pseudosimplex W. Haage & Backbg.
n. sp. (3:1,1:3)
Depresso-globosa ad globosa; aculeis radialibus 12,
albis, rubide mucronatis; aculeis centralibus (2—) 4,
rubidis, in basi incrassatis; flore flavo (!), parvo.
K. breitrund bis kugelig; W. konisch; Bz. 13 : 21 (?);
Ax. schwachwollig; Rst. 12, 4 mm lg., weiß,
rotspitzig; Mst. (2—) 4, 5 mm lg., wenig kräftiger,
rötlich-bräunlich; Bl. klein, hellgelb; Fr. ? —
Kolumbien (Sogamoso).
Mamillaria pubispina Böd. (3:1, 3: 7)
K. kugelig, dunkel blattgrün, bis 4 cm 0, einzeln;
W. weich, zylindrisch; Bz. 13:21; Ax.
schwachwollig, einige haarartige Bst.; Rst. 15, 8—12 mm
lg., haarförmig, + gewunden, verflochten, weiß;
Mst. (3—) 4, 9—10 mm lg., dünnadelig, rot- bis
schwärzlich-braun, der unterste hakig; St. alle +
haarig; Bl. 1,8 cm lg., 1,5 cm 0, reinweiß bis krem
mit rosa Mittelstreifen; Fr. ?; S. schwarz? —
Mexiko (Hidalgo, Ixmiquilpan).
Mamillaria pullihamata Backbg., noch nicht
vollgültig beschrieben (3:1, 3: 7?)
K. (zuerst?) breitrundlich, (über?) 6 cm 0, grün;
W. breitkonisch; Bz. 8:13; Ax. seh wach wollig,
mit einigen Bst.; Ar. nur anfangs wollig; Rst.
22—26, trübweiß, oberes Drittel dünner als die
dünnadeligen des unteren Kreises, nicht genau in
einer Ebene, bis 6 mm lg.; Mst. 6, schmutzig
rötlich- bis goldbraun, 3 gerade vorgestreckt, 1 unterer
hakig, ca. 1,5 cm lg.; Bl. ?; Fr. schlankkeulig,
stumpfkarmin, 1,5 cm lg., mit Blütenrest; S. ca.
1 mm gr., gelb, schiefoval, Nabel tiefseitlich. —
Mexiko (Oaxaca, auf 2800—3000 m, mit Orchideen
auf Felsen)..
Farbbild in „Die Cactaceae", VI: 3900, Abb. 3546,
1962.
Mamillaria pusilla Sweet: Mamillaria prolifera
(Mill.) Haw.
Mamillaria pygmaea (Br. & R.) Berg. (3:1, 3:7)
K. kugelig bis länglich, dunkel-rötlichgrün, bis über
3 cm 0, sprossend; W. weich, zylindrisch; Bz.
13: 21; Ax. mit feinen, gedrehten Bst.; Rst. bis 15,
bis 1,2 cm lg., haarfein, kaum behaart, weiß; Mst. 4,
5—8 mm lg., feinnadelig, glatt, goldgelb bis schwach
bräunlichgelb, der unterste hakig; Bl. bis 1,2 cm lg.,
kremweiß, bräunlicher Mittelstreifen; Fr. rötlich;
S. schwarz. — Mexiko (Querétaro, Cadereyta).
Mamillaria pyrrhoeephala Scheidw. (1: 3)
K. länglich, bis 8 cm h., grünlich bis fast blaugrün,
einzeln oder sprossend; W.4—ökantig, unten gekielt;
Bz. 13:21; Ax. weiß- oder bräunlich-wollig, mit
langen Bst.; Rst. 4—6, 2—4mm lg., pfriemlich,
dunkelrotbraun mit rötlichem Fuß; Mst. 0, selten 1,
bis 3 mm lg., schwarz; Bl. 2 cm lg., rosa, Mitte tief-
rosa; Fr. unten rosa, oben hellgrün, 2 cm lg.; S.
hellbraun. — Mexiko (Hidalgo; Oaxaca).
Mamillaria queretarica Craig (1: 2)
K. kugelig, bis 7 cm 0, 6 cm h., dunkelgrün,
einzeln; W. vierseitig; Bz. 13: 21; Ax. spärlich wollig;
Rst. 30, 3—4 mm lg., borstig, weiß; Mst. 4, 4—7 mm
lg., der unterste der längste, kräftig-nadelig,
hellbraun, Spitze dunkel oder schwarz, später
kalkweiß; Bl. und Fr. ? — Mexiko (Querétaro, Rio
Infernillo).
Mamillaria quevedoi Schmoxl, unbeschrieben, soll
eine Form der M. bravoae mit dunkleren Mst.
gewesen sein.
Mamillaria radiaissima Linds. (3:1, 1: 3)
K. rundlich, bis 5 cm h. und 0, stärker sprossend
und gruppenbildend; W. weich; Bz. 8:.13 (?); Ax.
kahl oder schwachwollig; Rst. bis 50, bis 1,8 cm lg.,
borstenförmig, weiß; Mst. 1—8, bis 6 mm lg., blaß-
braun; Bl. 3 cm lg., 1,5 cm 0, zitronengelb; Fr. und
S. ? — Mexiko (Niederkalifornien, Puente Escon-
dido nördl. von La Paz).
Scheint der M. vetula zu ähneln, aber mit mehr Mst.
und etwas längeren Rst.; die „M. vetula mit
zitronengelber BL" der Literatur?
Mamillaria rekoi (Br. & R.) Vpl. (2: 2)
K..rundlich bis länglich, grün, bis 12 cm h., 5—6 cm
0, einzeln; W. konisch; Bz. 8:13; Ax. weißwollig,
mit bis 8 weißen Bst.; Rst. 20, 4—6 mm lg., dünn-
nadelig, weiß; Mst. 4, 1—1,5 cm lg., steifnadelig,
braun, der unterste + gebogen und hakig; Bl.
256 Mamillaria
1,5 cm lg., tief purpurn; Fr. rot, 1,2 cm lg.; S. braun.
— Mexiko (Oaxaca).
Mamillaria rekoiana Craig (2:1)
K. etwas keulig, bis 12 cm h., einzeln; W. konisch;
Bz. 8:13; Ax. mit weißen Wollbüscheln und bis
8 Bst.; Rat. ca. 20, 4—6 mm lg., dünnadelig, weiß;
Mst. 4—5, 10—16 mm lg., kräftig-nadelig, braun,
vorgestreckt, gerade; Bl. glockig, 15 mm lg., tief-
purpurn; Fr. rot; S. braun. — Mexiko (Oaxaca).
Mamillaria rettigiana Böd. (3:1, 3: 7)
K. gedrückt-rund bis oblong, dunkel-blattgrün, bis
4 cm 0, etwas verzweigt; W. langzylindrisch; Bz.
8:13; Ax. nackt oder schwachwollig; Rst. 18—20,
bis 1 cm lg., sehr dünn, weiß bis gelb, später grau;
Mst. 3—4, die oberen 1,2 cm lg., der unterste bis
1,5 cm lg., hakig, alle rot bis dunkelbraun, Fuß
heller; Bl. 1,5 cm 0, zartrosa mit hellerem Rand; Fr.
rot, klein; S. bräunlichschwarz. — Mexiko (Hidalgo;
Guanajuato).
Mamillaria rhodantha Lk. & 0. (3:1,1: 6)
K. kugelig bis länglich, bis 30 cm h., 10 cm 0,
einzeln, sprossend oder dichotomisch teilend,
dunkelgrün; W. zylindrisch-konisch; Bz. 13:21; Ax.
weißwollig und mit Bst.; Rst. 16—20, 6—10 mm lg.,
untere am längsten, dünnadelig; Mst. 4—7, 10 bis
25 mm lg., + gerade, kräftig-nadelig, glatt; St. alle
weißlich bis gelblich; Bl. 2 cm lg., 1,6 cm 0, tief
purpurrosa; Fr. rötlich, 2,5 cm lg.; S. hellbraun. —
Mexiko (Tal von Mexiko; Hidalgo; Queréiaro).
v. crassispina K. Sch. ist lang- und starkstachlig;
St. dunkelgelb bis braun.
v. fulvispina (Haw.) Schelle hat helle bis
mittelbraune St.
v. rubens Pfeiff. ist anfangs rubinrot
bestachelt, dann dunkelbraun.
v. rubra K. Sch. (einschl. v. ruberrima K. Sch.):
rein rot bis dunkelrot bestachelt.
Mamillaria ritteriana Böd. (1: 3)
K. kugelig, dunkel-blattgrün, bis 6 cm 0, einzeln;
W. pyramidisch; Bz. 13:21; Ax. kurz weißwollig
mit kräftigen weißen Bst.; Rst. 18—20, 6—7 mm lg.,
fast haarfein, rein weiß; Mst. 1—2, 1 cm lg., dünn-
pfriemlich, weiß bis gelbbraun oder fast schwarz;
Bl. bis 1,4 cm lg. und 0, weiß mit rosa Mittellinie;
Fr. rot, 1 cm lg.; S. Maß rötlichbraun. — Mexiko
(Coahuila, zwischen Monterrey und Saltillo, bei
Higueras).
v. quadricentralis Craig: Mst. 4, 5—6 mm lg.,
steifnadelig, anfangs purpurn, dann bräunlich,
schwarzspitzig; Bl. blaß grünlich-weiß, grünliche
Mittellinie. — Standort?
Mamillaria rosensis Craig (1: 2)
K. flachkugelig, graugrün, bis 10 cm 0, 4 cm h.,
einzeln oder dichotomisch teilend; W. konisch; Bz.
13: 21; Ax. dicht weiß wollig; Rst. ca. 25, 3—4 mm
lg.; dünnadelig, weiß; Mst. 4 (—5), oberster und
unterster 1,2—1,7 cm lg., seitliche 4—6 mm lg.,
erstere kräftig-pfriemlich, letztere kräftig-nadelig,
Fuß verdickt, zuerst dunkelbraun bis schwarz, dann
kalkig braunweiß mit dunkelbrauner Spitze,
mittlere etwas abstehend; Bl. ?; Fr. karmin; S.
hellbraun; Wz. rübig. — Mexiko (Querétaro, San Juan
de las Rosas).
Mamillaria roseoalba Böd. (1: 2)
K. breitkugelig, bis 18 cm 0, 6 cm h.,
dunkel-blaugraugrün, einzeln; W. pyramidisch; Bz. 8: 13; Ax.
schwach wollig; Rst. 4—6, bis 1,5 cm lg., obere
kleiner, seitlich 5—6 mm lg., ± dünnpfriemlich,
kremfarben, schwarzspitzig; Mst. 0; Bl. 1,5 cm lg.,
2,5 cm ø ‚ glockig, weiß, hell- bis dunkelrosa
Mittellinie; Fr. rot, 1,5 cm lg.; S. braungelb. — Mexiko
(Tamaulipas, bei Victoria).
Mamillaria roseocentra Böd. & Ritt. (3:1, 1: 3)
K. kugelig, sprossend und rasenförmig; Wz. derb;
W. kurz; Bz. ?; Ax. nackt; Rst. in 2 Reihen, 25,
kurz, weiß, die inneren kürzer, anfangs schön rosa,
im Scheitel fast rot; Bl. und Fr. ? — Mexiko
(Coahuila, bei Viescas).
Mamillaria rossiana Heinr. (1: 5)
K. säulig, bis 30 cm h., über 5 cm 0, graugrün,
sprossend; W. zylindrisch-konisch, milchend; Bz.
8:13; Ax. nur anfangs schwachwollig; Rst. ca. 20,
bis 7 mm lg., dünn, weiß oder z. T. gelblich; Mst
2—3 (—4), der längste unterste bis 11 mm lg., meist
± hakig, alle braun; Bl. bis 2,1 cm lg., 8 mm 0, ±
röhrig, karminrosa, Schlund weißlich; Fr. ? —
Mexiko.
Mamillaria rubida Backbg. (1: 2)
K. breitrund, bis ca. 9 cm h., 13 cm 0, blaugrün,
meist ganz rötlich überlaufen, besonders in der
Sonne; W. pyramidal, seitlich schwach gekantet;
Bz. 8:13 (?); Ax. wollig; Rst. ca. 8, bis 1,5 cm lg.,
nadelig; Mst., 1, bis 2 cm lg., wenig stärker; St.
zuerst alle (Mst. später etwas länger) rötlich bis
dunkler; Bl. 2,2 cm lg., grünlichweiß; Fr. und S. ? —
Mexiko (Sinaloa, Sierra Madre bei Bacuribito).
Mamillaria ruestii Quehl (3:1, 1: 5)
K. anfangs kugelig, später länglich, bis über 7 cm h.,
bis 5 cm 0, blattgrün, einzeln, vielleicht auch später
sprossend; W. konisch; Bz. 13: 21; Ax. mit weißer
Wolle und Bst.; Rst. 16—22, bis 6 mm lg., dünn-
nadelig, glänzend weiß; Mst. 4 (—5), 7—8 mm lg.,
nadelig-pfriemlich, nach unten etwas dicker, hell-
bis dunkel-rotbraun, anfangs auch fast schwarz,
später im Unterteil heller, über Kreuz abstehend;
Bl. 2 cm lg. und 1,6—2 cm 0, karmin, Schlund
weiß; Fr. rot; S. braun. — Honduras und
Guatemala.
Mamillaria rutila Zucc. (3:1,1:3)
K. kugelig, dunkelgrün, bis 13 cm h. und 0; W.
kegelig; Bz. ?; Ar. anfangs filzig; Rst. 14—16, weiß,
Mamillaria 257
die obersten viel kürzer; Mst. 4—6, bis 13 mm lg.,
steif, gespreizt, etwas gekrümmt, bräunlichrot, Fuß
hornfarbig, der unterste sehr lang; Bl. fast 1,5 cm
lg., lebhaft purpurrot; Stbf. und Gr. hellpurpurrot.—
Mexiko (Hidalgo, Atotonilco el Chico, Sierra Rosa).
Craig meint, obiger Name sei vielleicht der erste
für M. graessneriana. Während aber bei M. rutila
die Ax. nur als „anfangs filzig" bezeichnet werden
(ähnlich wie bei dem M. graessneriana-Bastard
M. schulzeana [Abb. 3110 in „Die Cactaceae, V,
S. 3363]) ist M. graessneriana in den Ax. viel länger
reichlich kräuselig-wollig. Die Rst.-Zahl kann noch
etwas höher sein, als von Bödeker angegeben,
ebenso zählte ich bis 6 Mst., gelb mit rötlich-brauner
Spitze; nach Bödeker sind die St. — die zweifellos
variieren — rötlichbraun, wie für die 4—6 Mst. von
M. rutila angegeben, was Craig wohl veranlaßte,
beide für möglicherweise identisch zu halten; aber
M. rutila hat nur 14—16 Rst. Klarheit kann allein
wiedergesammeltes Material bringen.
Mamillaria saetigera Böd. & Tieg. (1: 3)
K. kugelig, bis 7 cm h. oder etwas mehr, dunkelgrün,
einzeln; W. pyramidisch; Bz. 13:21; Ax.
weißwollig, mit weißen Bst.; Rst. 15—20, bis ca. 7 mm
lg., weiß; Mst. 2, 7—11mm lg., dünnpfriemlich,
weiß, braunspitzig, abstehend; Bl. 2 cm lg. und 0,
weiß mit dunkelrosa Mittelstreifen; Fr. rot, 1,8 cm
lg.; S. gelbbraun. — Mexiko (Querétaro, Grenze
von San Luis Potosi, Hazienda Cenca).
v. quadricentralis Craig: K. bläulich-graugrün;
W. vierkantig; Bz. 13: 21; Ax. mit
schmutzigweißer Wolle und zahlreichen gelben Bst.; Bst.
16—18; Mst. 4, bis 14 mm lg., anfangs hellpurpurn
mit dunkelbrauner Spitze; Bl. 1,3 cm lg., 1,5 cm
0, blaßrosa, dunklerer Mittelstreifen.
Mamillaria saffordii (Br. & R.) H. Bravo (3: 2, 5: 9)
K. kugelig bis länglich, bis 4 cm h,, dunkelgrün; W.
weich; Bz. ?; Ax. nackt; Rst. 12—14, später +
auswärts gekrümmt, anfangs mit weißer Basis und
hellroten Spitzen, später unten gelblich; Mst. 1,
kräftig, rötlich, 1,5 cm lg., Spitze hakig; St. in der
Jugend alle haarig; Bl. 2,5 cm lg., rosa. — Mexiko
(Nuevo Leon, Icamole).
Mamillaria saint-pieana Backbg. (1:2) — Descr.
Cact. Nov. III: 8. 1963.
K. einzeln, kugelig, graugrün, bis ca. 7 cm 0; Saft
milchig; Bz. 13: 21; W. pyramidisch, etwas
gekantet; Ax. wollig; Ar. kahl; Rst. 4—6, 2—6 mm lg.,
hornfarben bis weiß, 1—2 obere kürzer und dünner;
Mst. 4, teilweise etwas gekantet, gerade oder schwach
gebogen, rötlich-hornfarben, 0,5—1,2 cm lg., einer
abwärts geneigt, bis 2,7 cm lg., z. T. am Grunde
verdickt; Bl. 1,5 cm lg., 1,2 cm 0, weißlich; Sep. ganz-
randig, mit rötlicher Mittellinie; Gr. weißlich. —
Mexiko (ohne genaueren Standort, wahrscheinlich
von Schwarz gesammelt). (Abb. 216, unten.)
Mamillaria sanluisensis Shurly (3 :1, 3: 7)
K. rundlich, dunkelgrün, bis ca. 2,5 cm 0 und mehr,
sprossend und gruppenbildend; W. weich,
zylindrisch ; Bz. 8:13; Ax. kahl, mit bis 12 welligen weißen
Bst.; Bst. ca. 40, 7 mm lg., weiß, sehr dünn; Mst.
5—8, ca. 1 cm lg., anfangs fast ganz rotbraun,
später oben, unten weiß; St. alle glatt; Bl. 2 cm lg.,
1,5 cm 0; Pet. wenige, rein weiß; Fr. hellrot, 5 mm
lg.; S. schwarz. — Mexiko (N-San Luis Potosi).
Mamillaria sartorii J. A. Purp. (1: 2, selten 1: 3)
K. kugelig bis gestreckt, dunkel-bläulichgrün, bis ca.
12 cm 0, auch sprossend; W. fest, pyramidisch;
Bz. 8:13; Ax. stark weißwollig, gelegentlich ein
Börstchen; Rst. 4 (—6), 5—8 mm lg., nadelig, glatt,
Basis schmutzig- bis bräunlich-weiß, braun gespitzt,
stark abstehend, oft noch borstenförmige
Beistacheln; Mst. 0—1 oder mehrere, 1—8 mm lg.,
starknadelig, weiß bis bräunlich gespitzt; Bl. bis
2 cm lg., gelb- bis leuchtend-karmin, dunklere
Mittellinie; Fr. karmin, 1,6 cm lg.; S. rötlich-braun. —
Mexiko (Veracruz, Huatusco: Hazienda El Mira-
dor).
v. brevispina J. A. Purp.: K. dunkelgrün; St.
1—2 mm lg., braun.
v. longispina J. A. Purp.: St. bis 8 cm lg.,
gebogen.
Mamillaria scheidweileriana 0. (3:1, 3: 7)
Eine in ihrer Geschichte unzulänglich bekannte Art.
Was heute überwiegend unter dem Namen geht
— Pflanzen mit Bst. in den Ax. — haben Britton
und Rose beschrieben: K. kugelig bis länglich,
hellgrün, sprossend; W. zylindrisch; Bz. 8:13; Ax.
borstig; Rst. 9—11, borstenfein, 1cm lg., weiß;
Mst. 1—4, braun, davon 1—2 gehakt; St. alle
behaart; Bl. bis 13 mm lg., rosenrot; Stbf. und Gr.
unten weiß, oben karmin bzw. rosa. — Mexiko
(ohne Standort).
Craig beschrieb unter obigem Namen ähnliche
Pflanzen, „dunkelgrün; Ax. nur wollig; Rst. 25—
30; Mst. 1—4, unten gelbweiß, oben purpurn
(Spitze); Bl. rosa, Mittellinie und Spitze
bräunlich; S. schwarz". (Im Staate Hidalgo, bei Zima-
pán). Eine noch unbenannte Art ?
Mamillaria schelhasei Pfeiff. (3:1, 3: 7)
K. kugelig bis länglich, blaßgrün bis (oben)
dunkelgrün,, sprossend; W. weich, zylindrisch; Bz. 8:13;
Ax. etwas wollig; Rst. 15—20, 8—10 mm lg.,
borstendünn, weiß; Mst. 3, 12—18 mm lg., alle rötlich-
braun, obere borstig, die unteren kräftig und hakig;
Bl. bis 2,5 cm lg., 1,2 cm 0, weiß, mit rosa oder
roter Mittellinie; Fr. rot; S. schwarz. — Mexiko
(Hidalgo, Real del Monte, Ixmiquilpan und Acto-
pan).
Mamillaria schiedeana Ehrenbg. (3:1,1: 2)
K. breitrundlich, bis 4 cm 0, sprossend und
gruppenbildend; W. ziemlich weich, zylindrisch-konisch;
258 Mamillaria
Bz. 13:21; Ax. mit längeren weißen Wollhaaren;
Rst. bis 75, mehrserig, 2—5 mm lg., haarartig,
verflochten, unten weißlich bis oben gelblich bis
goldgelb im Scheitel, rauhhaarig; Mst. 0; Bl. 2 cm lg.,
1,6 cm 0, weiß bis gelblichweiß; Fr. hell-karmin,
ca. 1,2cm lg.; S. schwarz. — Mexiko (Hidalgo,
z. B. Puente de Diös der Barranca von Meztitlán).
Die Wz. ist häufig rübig.
Es gibt verschiedene Formen: K. teils dunkel- teils
hellergrün; Wz. z.T. rübig gestreckt; St. ganz weiß,
oder im Scheitel gelb, auch alle gelb.
Mamillaria schieliana Schick (3:1, 1: 5)
K. verjüngt-breitrund oder gestreckt, bis 10 cm h.,
7 cm 0, spärlich sprossend, dunkelgrün; W.
konisch; Bz. 21:34; Ax. anfangs weißwollig, mit
längeren haarfeinen Bst.; Rst. 25—30, borstenfein,
ca. 5 mm lg., weiß, Fuß leicht bräunlich; Mst. 5—6,
etwas stärker, ca. 5 mm lg., stechend, weiß, oben
braunrot (zuerst weiter hinab); Bl. bis 1,3 cm 0,
elfenbeinweiß mit rötlicher Mittellinie, duftend;
Fr. ? — Mexiko.
Mamillaria schmollii (H. Bravo) Werd. (3: 1, 1: 3)
K. gedrückt-kugelig, 7 cm 0, olivgrün, einzeln; W.
konisch; Bz. 8:13; Ax. nackt; Rst. 23—25, 4—5 mm
lg., dünnadelig, glänzend weiß; Mst. 11—15, 7 bis
10 mm lg., einer länger und mehr zentral, alle
honiggelb; Bl. gelb; Fr. und S. ? — Mexiko (Oaxaca, bei
Mitla, d. h. im Gebirge?).
Mamillaria schwartzii (Fric) Backbg. n. comb. —
Haagea (Porfiria Böd.) schwartzii Fric, Möllers
Dtsch. Gärtn.-Ztg„ 219. 1926 (1:1).
Beschreibung siehe unter Porfiria schwartzii (Fric)
Böd., unter welchem Namen die Art auch häufiger
vertreten ist. Bödekers Name fußte richtig auf dem
von Fric korrigierten Basionym. Morans M.
schwarzii ist ein Homonym von Shurlys Namen
einer anderen Art.
Die von Moran M. coahuilensis v. albiflora (Böd.)
Moran genannte Varietät (Abb. in Succulenta, 11:
Titelblatt, 1963) ist ursprünglich nur ein
Namensvorschlag gewesen; Bödeker beschrieb die Pflanze
später als M. albiarmata Böd.
Mamillaria schwarzii Shurly (3:1, 2: 6)
K. kugelig, später + gestreckt, bis über 3,5 cm 0,
später zunehmend unter den St. verborgen, grün,
sprossend; W. weich, fast zylindrisch; Bz. 8:13;
Ax. mit bis zu 6 Bst., bis 5 mm lg.; Ar. mit
stehenbleibender weißer Wolle; Rst. 34—40, ca. 8 mm lg.,
haarähnlich dünn, gerade, + abstehend,
verflochten; Mst. 8—9, 1 ganz in der Mitte, 5—6 mm lg.,
glänzend weiß, oben meist hell braunrot, manchmal
ganz so oder halb herab, ein mittlerer früher oder
später zuweilen hakig; Bl. 1,5 cm lg., 1,2 cm 0,
weiß, Mittellinie schwach grün; Fr. ? — Mexiko
(N-Guanajuato).
Mamillaria scrippsiana (Br. & R.) Orc. (1: 2)
K. rund bis gestreckt, bläulichgrün, bis 6 cm h.,
einzeln; W. ovalrund; Bz. 13: 21; Ax. starkwollig;
Rst. 8—10, 6—8 mm lg., dünnadelig, oben blaß-
rötlich; Mst. 2, 8—10 mm lg., steifnadelig, braun;
Bl. 1,5 cm 0, rosa, Rand blasser; Fr. rot; S. braun.
— Mexiko (Jalisco, Barranca de Guadalajara),
v. autlanensis Craig & Daws.: K. rasenbildend,
einzelne bis 29 cm lg., 8,5 cm 0; Bz. 8:13 und
13:21; Ax. sehr wollig; Rst. 6, bis 10 mm lg.,
kräftiger, blaß strohfarben; Mst. 1, 9—12 mm lg.,
dünnpfriemlich, gelbbraun; Bl. 1,3 cm 0; Pet.
Mitte tief rosa, Rand blaßrosa. — Mexiko
(Jalisco, südwestl. von Autlán).
v. rooksbyana Backbg.: K. breitrund; Rst.
12—14, bis 1,7 cm lg.; Mst. 4, bis 1,8 cm lg.;
Bl. tief rosa; Sep. und Pet. glatt (bei voriger var.
gewimpert bzw. gesägt). — Mexiko (Jalisco,
Standort?).
Mamillaria seideliana Quehl (3:1, 3: 7)
K. kugelig bis länglich, dunkelgrün oder rötlich,
sprossend; W. weich, schlank-zylindrisch; Bz. 8:13;
Ax. kahl, zuweilen einzelne Bst.; Rst. 20 oder mehr
(—25), 5—8 mm lg., borstenfein, weiß; Mst. 3—4,
obere 5—8 mm lg., unterer bis 1,5 cm lg., dünn-
nadelig, hakig, alle weiß, oben braun; St. alle zuerst
haarig; Bl. bis 2 cm lg., 1,5 cm 0, hellgelb bis weiß,
bräunlichrote Mittellinie; Fr. Scharlach, 2 cm lg.;
S. schwarz. — Mexiko (Zacatecas und Querétaro).
Mamillaria seitziana Mart. (1: 3)
K. kugelig bis länglich, grün, sprossend; W.
pyramidisch; Bz. 8:13; Ax. mit Wolle und Bst.; Rst.
4—6, ungleich, unterster bis 3 cm lg., die anderen
3—4 mm lg., zuweilen noch ein Beistachel, alle
gerade oder + gebogen, fleischfarben bis gelbbraun,
schwarzspitzig; Mst. 0; Bl. 2,5 cm lg., 1,5 cm 0,
blaß fleischrosa; Fr. ? S. braun. — Mexiko
(Hidalgo, bei Ixmiquilpan und Zimapán).
Mamillaria sempervivi DC. (1: 2)
K. kugelig bis gestreckt, bis über 7 cm 0,
dunkelgrün, spärlich sprossend; W. schlankpyramidisch,
gekantet; Bz. 13:21; Ax. wollig; Rst. nur in der
Jugend, 3—7, kurz, nadelig, bis 3 mm lg., reinweiß;
Mst. meist 2, derb, kaum über 4 mm lg., +
pfriemlich, zuerst rötlich, dann weiß oder hornfarben; Bl.
1 cm lg., schmutzigweiß mit rötlichem
Rückenstreifen, oder bis gelblich und auch rosa; Fr. rot,
8 mm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (Hidalgo bis
Veracruz),
v. caput-medusae (O.) Backbg.: K. bläulich-
graugrün; W. schlankkegelig, nur unten kantig;
St. 3—6, bis 5 mm lg., pfriemlich, zuerst rötlich
bis fast rosenrot, braunspitzig, später grau und
rauh; BU 1,6 cm lg., weiß, roter Rückenstreifen.
(Hidalgo, Barranca Venados, bei Meztitlán).
v. tetracantha DO.: mit meist 4 Mst. (Hidalgo, bei
Ixmiquilpan).
Mamillaria 259
Mamillaria senilis SD.: Der Name gehört nicht zu
Mamillopsis, wie man lange meinte, sondern wurde
für eine Form der M. spinosissima veröffentlicht.
Loddiges hat, nach Rowley, den Namen nicht
gegeben, so daß allein Salm-Dyck der Autor ist.
Mamillaria sheldonii (Br. & R.) Böd. (3: 2, 5: 9)
K. später säulig, grün bis dunkelgrün, bis 25 cm lg.,
6cm 0, sprossend; W. konisch-zylindrisch; Bz.
8:13; Ax. nackt; Rst. 10—lf. 6—9 mm lg.,
rötlichbraun, Basis heller, Spitze dunkler, ebenso die
3—4 oberen; Mst. 1—3, 9—12 mm lg., kräftig
nadelig, glatt, der untere länger, hakig, alle
dunkel-rötlichbraun; Bl. 2 cm lg., 3 cm 0, hellrosa bis mit
dunklerem Mittelfeld, weißer breiter Rand; Fr. blaß-
scharlach, bis 3 cm lg.; S. schwarz. — Mexiko
(O-Sonora, Hermosillo, auch bei Guaymas und im
Yaqui-Tal).
Mamillaria shurliana Gat. (3: 2, 5: 9)
K. zunehmend säulig, bis ca. 10 cm h., 3,5 cm 0,
olivgrün, selten sprossend; W. rund; Bz. ?; Ax.
schwach grauwollig; Rst. 16—20, 5 mm lg.,
strahlend, nadelig, braun oder grau; Mst. 3, 0,6—1 cm
lg., nadelig, oben schwärzlich, zum Fuß hin braun,
der längste unterste unten verdickt, kurz gehakt;
Bl. 2 cm lg. und 0, karminrosa mit weißlichem
Rand; Fr. orange, 2 cm lg.; S. schwarz. — Mexiko
(Niederkalifornien, westl. Mesquital Ranch, 28° 30'
n.Br., 113° 55' w. L.).
Mamillaria shurlyi F. Buxb. ist ein ungültiger Name
für Mamillaria schwarzii Shurly.
Mamillaria simplex Haw. non Torr. & Gray (1: 2)
(T.)
K. kugelig bis länglich, hell- bis dunkelgrün, bis
20cm h., sprossend; W. konisch; Bz. 8:13; Ax.
schwachwollig; Rst. 10—16, 5—8 mm lg., nadelig,
rötlich, dann grau; Mst. 3—5, 7—8 mm lg.,
pfriemlich, unten + verdickt, glatt, rötlichbraun mit
dunkleren Spitzen, vorgestreckt; Bl. bis 1,2 cm lg.,
weiß; Fr. karmin, bis 2 cm lg.; S. braun. —
Venezuela (Nordküste, Patos-Insel, Margarita-Insel),
Curac‚ao-Inseln. Abb. des Typus der Art in „Die
Cactaceae", V: S. 3204, Abb. 2971. In VI: S. 3887,
Abb. 3534, rechts unten, zeigte ich das Farbbild
einer blattgrünen Pflanze, die ca. 10 Rst. alle weiß,
die 3 Mst. blaß hellbraun; hierfür gibt es in der
Literatur weder eine Benennung noch Beschreibung,
sie sollte aber als hinreichend unterschiedene
Varietät geführt werden:
v. albidispina Backbg. n. v.: Differt aculeis
albidis. — Weicht durch bald weißliche St. ab.
Mamillaria sinistrohamata Böd. (3: 1, 3: 7)
K. breitrundlich, glänzend blattgrün, bis 5 cm 0,
einzeln; W. kurzzylindrisch; Bz. 13: 21; Ax. nackt;
Rst. 20 oder mehr, 8—10 mm lg., sehr dünn, unten
schwach verdickt; Mst. 4, drei obere 8—10 mm lg.,
der untere ca. 1,4 cm lg., nach links gehakt, alle
kräftig-nadelig, bernsteingelb; Bl. 1,5 cm lg.,
1,2 cm 0, grünlichkrem bis elfenbein; Fr. rot, klein;
S. schwarz. — Mexiko (Zacatecas; Durango; Coa-
huila).
Mamillaria slevinii (Br. & R.) Böd. (3: 1, 1: 2)
K. länglich, bis 10 cm h., 6 cm 0, einzeln, ganz von
weißlichen St. bedeckt; W. anscheinend zierlich;
Bz. ?; Ax. wenn überhaupt wollig, dann weit
weniger als bei M. albicans (zu der sie Craig stellt),
die außerdem sproßt; Rst, zahlreich, dünn, dicht
verwoben; Mst. ca. 6, nur wenig länger und kräftiger
als die Rst., etwas spreizend; St. zu Anfang unten
rosa, mit bräunlicher bis schwarzer Spitze, dann
weiß werdend; Bl. ?; Fr. 1 cm lg., rot; S. schwarz. —
Mexiko (Niederkalifornien, San Josef Insel).
Mamillaria soehlemannii W. Haage & Backbg.
n. prov.: Eine einzeln stehende oder sprossende Art;
St. rotbraun; die ganze Pflanze in den Achseln mit
weißer Wolle; Bl. sehr zahlreich erscheinend, ebenso
die Fr. — Kolumbien (Candellaria-Wüste,
2800 m).
Ergänzende Angaben nach Walther Haage. Die
endgültige Beschreibung dieser kolumbianischen
Spezies kann erst nach Erhalt lebenden Materials
erfolgen. Eine weitere neue Art aus Kolumbien siehe
unter Mam. pseudosimplex.
Mamillaria solisioides Backbg. (3: 1,1: 2)
K. breitrundlich, hellgrün, bis 4 cm 0, einzeln, mit
Rübenteil, oberirdisch wenig mehr als 1 cm h.;
W. kurz-konisch; Bz. 8: 13; Ax. schwachfilzig bis
kahl; Rst. ca. 25, ca. bis 5 mm lg., kammförmig
stehend, anliegend, weiß; Mst. 0; Bl. ca. 1,4—2,2 cm
lg., 1,5—2,6 cm 0, gelblichweiß, röhrig-trichterig;
Fr. klein, kaum über die W. hinausragend; S.
schwarz. — Mexiko (Puebla, südlich von Petl-
alzingo).
Hat nichts mit Solisia zu tun, wofür sie Krainz und
Buxbaum hielten.
Mamillaria sonorensis Craig (1: 2, z. T. 1: 3)
K. kugelig, dunkel-bläulichgrün, bis ca. 8 cm 0,
auch sprossend; W. derb, vierseitig aber nicht
-kantig; Bz. 5:8, 8:13; Ax. weißwollig und
gelegentlich mit haarartigen Bst., aber auch fehlend;
Rst. 8—15, 1—20 mm lg., dünnadelig bis etwas
kräftiger, weißlich bis krem, rötlich gespitzt; Mst.
1—4, 0,5—4,5 cm lg., nadelig-pfriemlich, + gerade,
steif, glatt, unten verdickt, rotbraun, + abstehend,
Bl. 2 cm lg., tiefrosa, feine dunklere Mittellinie; Fr.
Scharlach, 1,2 cm lg.; S. braun. — Mexiko (SO-
Sonora, Guirocoba; NO-Sinaloa; SW-Chihuahua).
v. brevispina Craig: Rst. 8; Mst. 1—2, bis 8 mm
lg., nadelig; fraglich, ob eine gute var.
v. maccartyi Craig: Rst. 8—10; Mst. 1—3,
kräftig-nadelig, stark aufwärts gekrümmt, bis
2 cm lg.
260 Mamillaria
Mamillaria spliacelata Mart. (3:1, 1:1)
K. zylindrisch, bis 20 cm lg., bis 3 cm 0, hellgrün,
reich sprossend und größere Polster bildend; W.
konisch; Bz. 5:8; Ax. mit Wolle und Bst.; Rst.
10—15, 5—8 mm lg., kräftig-nadelig, steif, weiß;
Mst. 1—4, 4—6 mm lg., dünnpfriemlich, 1
vorgestreckt und kräftiger, alle weiß, Spitze dunkel,
^anfangs oben rubinrot, darauf braun; Bl. 1,5 cm lg.,
0,8 cm 0, dunkelrot; Fr. rot; S. schwarz. —
Mexiko (Puebla, Tehuacan; Oaxaca).
Mamillaria spinosissima Lem. (3:1,1: 4)
K. später säulig, oft unten gebogen,
dunkel-bläulichgrün, bis 30 cm lg., 10 cm 0, einzeln (immer ?);
W. oval-konisch; Bz. 13: 21; Ax. mit Wolle und
Bst.; Rst. 20—30, 4—10 mm lg., borstenfein, meist
weiß; Mst. 7—15, bis 2 cm lg., nadelig, elastisch, am
Grunde etwas verdickt, sehr variabel in der Farbe,
weiß bis rubinrot, gelblichbraun, rosa oder rotbraun,
mitunter auch einer hakig bzw. einzelne Exemplare
mit hakigen St., aber nicht typisch; Bl. bis 2 cm lg.,
1,5 cm 0, rötlichrosa bis purpurn; Fr. rot, 2 cm lg.;
S. rötlichbraun. — Mexiko (Morelos, z. B. bei Ca-
rantla; Hidalgo, Real del Monte; Puebla; Michoa-
can; Guerrero, bei Taxco).
Bestachlung in der Farbe sehr variabel, daher sehr
viele Synonyme. Rote Bestachlung hellt in der
Kultur meist auf. Seltener ist die v. flavida SD.:
St. glänzend goldgelb. — Der Name M. senilis SD.,
mit 2 Varietäten, gehört als Synonym hierher, nicht
zu Mamillopsis.
Mamillaria standleyi (Br. & R.) Orc. (1: 3)
K. kugelig, kräftiggrün, bis 15 cm 0, sprossend und
bis 1 m br. Rasen bildend; W. konisch, unterwärts
kielig; Bz. 13: 21; Ax. weißwollig und mit weißen
Bst.; Rst. 16—19, 4—8 mm lg., feinnadelig, weiß,
dunkelspitzig; Mst. 4, 6—8 mm lg., kräftig-nadelig,
rötlichbraun; Bl. 1,2 cm 0, purpurrosa, dunklere
Mittellinie; Fr. Scharlach, bis 1,6 cm lg.; S.
bräunlich. — Mexiko (Sonora, Sierra de Alamos, bei
Alamos).
v. robustispina Craig: W. etwas länger; Rst. 20,
4—6 mm lg., weiß bis krem; Mst. 5—6, 5—8 mm
lg., pfriemlich, dunkelkrem mit braunen Spitzen.
Mamillaria Stella de tacubaya Heese (3:1, 3: 7)
K. kugelig; W. hellgrün, zylindrisch; Bz. 13:21;
Ax. schwachwollig; Rst. 35—40, 3—5 mm lg.,
borstenfein, weiß, verflochten; Mst. 1, 5—6 mm lg.,
nadeldünn, hakig, schwarz, vorgestreckt; Bl. 1,5 cm
lg., rötlichweiß; Fr. rötlich, 2 cm lg.; S. ? — Mexiko
(Distrito Federal, Rancho de Tacubaya). Lange
nicht wiedergefunden.
Mamillaria strobilina Tieg. (1: 3)
K. konisch-rundlich, 6 cm 0, dunkelgrün; W.
pyramidisch, hochgebogen; Bz. 13: 21; Ax. weißwollig
und zuweilen eine einzelne Bst.; Rst. 4—5, 6 mm
lg., kräftig-nadelig, aschgrau, dunkelspitzig, später
weißlich; Mst. 1, 12 mm lg., pfriemlich, oft ±
gekrümmte Spitze, aschgrau; Bl. 1,8 cm 0,
schmutzigweiß bis blaß grünlichgelb, oft mit rotbräunlicher
Mittellinie; Fr. karmin, 2 cm lg.; S. hellbraun. —
Mexiko (Oaxaca).
Vielleicht war dies nur eine Pflanze mit anomal
aufgebogenen W. — wie auch sonst beobachtet —‚
und zwar aus dem Formenkreis der M. confusa oder
M. collinsii. Wiedergefunden wurde sie bisher nicht.
Mamillaria subdurispina Backbg. (3:1, 1: 3)
K. kugelig bis kurz-säulig, tiefgrün, einzeln, bis ca.
8 cm h., 7 cm 0; W. breitkonisch; Bz. 13: 21; Ax.
wollig; Rst. meist 6, regelmäßig strahlend, ca. 6 mm
lg., anfangs schwärzlich, dann vergrauend; Mst. 0;
Bl. purpurkarmin; Fr. grünrosa. — Mexiko (Queré-
taro; Guanajuato).
Mamillaria subpolyedra SD.: nach Craig höchstens
eine Varietät der Mamillaria polyedra Mart.
Mamillaria subtilis Backbg. (3:1, 1: 5)
K. kleinkugelig, grün, einzeln; W. konisch, ca. 3 mm
lg.; Bz. ?; Ax. mit gekräuselten Bst.; Rst. ca. 30,
haarfein, gekräuselt; Mst. 6—7, ca. 1—1,2 cm lg.,
davon 1—2 obere bräunlich oder rötlich, die übrigen
weiß, alle fast borstenfein; Bl. ca. 1 cm lg., breit
öffnend, weiß; Fr. ? — Mexiko (San Luis Potosi,
80 km nördl. der gleichnamigen Stadt). Die farbigen
Mst. ragen im Scheitel schopfartig auf.
Mamillaria supertexta Mart. (2:1)
Es steht nicht einwandfrei fest, was man zuerst
darunter verstand, heute meist Pflanzen mit
folgendem Habitus: K. ziemlich breitrund, bis ca. 7 mm 0,
von St. bedeckt; W. konisch; Bz. ?; Ax. ?; Rst.
16—18 oder mehr, weiß mit schwärzlicher Spitze;
Mst. 2, einer dunkler, mehr aufgerichtet und länger,
ca. 6 mm lg., oben dunkler als zur Basis hin; Bl.
hellrot; Fr. ? — Mexiko (Oaxaca?).
v. leucostoma Backbg.: Scheitel nicht mit
auffälliger dunklen Stacheln durchsetzt, sondern die
2 mittleren St. gelblich, mit nur kurzer dunklerer
Spitze; Bl. mehr glockig-trichterig, innen weiß,
nur der Saum mehr rötlich.
Mamillaria swinglei (Br. & R.) Böd. (3:2, 5:9)
K. länglich, dunkelgrün, bis 20 cm h., 3—5 cm 0,
auch sprossend; W. zylindrisch-konisch; Bz. 8:13;
Ax. ohne und mit Bst.; Rst. 11—18, 7—14 mm lg.,
meist 8—9 mm lg., kräftig-nadelig, gerade,
mattweiß mit dunkler Spitze; Mst. 1—4, 8—15 mm lg.,
die unteren die längsten, ein unterster hakig oder
ausnahmsweise mehr gerade, alle dunkelbraun bis
schwarz; Bl. mit rosa Mittelstreifen, dieser auch
grünlich bis bräunlich, Rand weiß bis krem, 3 cm 0;
Fr. dunkelrot, bis 1,8 cm lg.; S. schwarz. — Mexiko
(Sonora, bei Guaymas an der Küste).
Mamillaria 261
Mamillaria tegelbergiana Gat., unvollständig
beschrieben (1:2?): K. breitrundlich; W. konisch;
Bz. ?; Ax. etwas wollig; Ar. anfangs starkwollig;
Rst. 16, weiß; Mst. 2—4, abstehend, weiß,
anfangs gelblich mit bräunlicher Spitze, unten nicht
verdickt; Bl. rot mit dunklerer Mitte; Sep. und Pet.
glattrandig. — Mexiko (wahrscheinlich
Niederkalifornien, wo Gates mit Tegelberg sammelte).
Mamillaria vonwyssiana Krainz? (vgl. dort).
Mamillaria tenampensis (Br. & R.) Berg. (1: 3)
K. kugelig, bis ca. 6 cm 0, hell-gelblichgrün,
einzeln; W. oben vierkantig; Bz. 8:13; Ax. mit
gelblicher Wolle und Bst.; Rst. 8—10, nur als kleine
Bst.-St.; Mst. 4—6, 1—6 mm lg., nadelig, glatt,
bräunlich mit dunkler Spitze; Bl. 1,2 cm lg. und
8 mm 0, rötlichpurpurn; Fr. ? — Mexiko (Staat
Mexiko, Barranca de Tenampa).
Mamillaria tesopacensis Craig (1: 2)
K. kugelig bis länglich, bis 18 cm h., 13 cm 0,
bläulich-graugrün, einzeln; W. pyramidisch-konisch;
Bz. 13: 21; Ax. kahl oder nur in der Blütenzone etwas
wollig; Rst. 10—15, 4—7 mm lg., dünnadelig; Mst.
1 (—2), 10—12 mm lg., kräftig-nadelig, steif; St.
anfangs unten rötlich-bräunlich, Spitze schwarz,
später alle aschbraun; Bl. 2 cm lg. und 0, krem mit
rosa Mittellinie; Fr. Scharlach, 1,8 cm lg.; S.
hellbraun. — Mexiko (Sonora, Tesopaco).
v. rubraflora Craig: Bl. tief purpurrosa, dunklere
Mittellinie. — Mexiko (Sonora, Movas, östl. von
Tesopaco).
Mamillaria tetracantha SD. non Hook. (3:1, 1:3)
K. fast kugelig, einzeln; W. kantig-pyramidisch;
Bz. ?; Ax. etwas wollig; Rst. bzw. St. 4, kurz, steif,
4—6 mm lg., der unterste etwas länger, alle anfangs
rötlich, Spitze schwärzlich; Bl. klein, rötlich; Fr. ? —
Mexiko.
Mamillaria tetracentra 0. (1: 2)
K. kugelig bis gestreckt, bis 15 cm 0, blaugrün-grau,
einzeln; W. schwach vierkantig; Bz. 21:34; Ax.
kahl; Rst. (0?—) 4, kurz, bald abfallend, 2 mm lg.,
zuerst schwärzlich, später hornfarben,
dunkelspitzig, untere bis 11 mm lg., heller braun; Mst.
2—3 (—4), erst bräunlich, dunkelspitzig, später
weiß, dunkelspitzig; Bl. leuchtend purpurn; Fr. ? —
Mexiko.
Mamillaria tiegeliana Backbg. (1:1)
K. kugelig, ca. 10 cm 0 erreichend, dichotomisch
teilend, graugrün; W. etwas gerundet-vierkantig;
Bz. 21: 34; Ax. weißwollig, mit kurzen weißen Bst.;
Rst. bis ca. 36, bis 7 mm lg., borstendünn, weiß;
Mst. 4, über Kreuz, abstehend, bis ca. 11 mm lg.,
weiß, Spitze braun; Fr. tiefkarmin, 3 cm lg.; S. ? —
Mexiko.
Mamillaria tobuschii Marsh.: Ancistrocactus to-
buschii Marsh.
Mamillaria tolimensis Craig (1: 3)
K. breitkugelig, bis 10 cm 0, grau- bis gelbgrün,
auch sprossend; W. gerundet-pyramidisch, unten
gekielt; Bz. 8:13, 13:21; Ax. weißwollig, mit
starken, weißen gedrehten Bst.; Rst. 5—10,1—5 mm
lg., dünnadelig, kalkig weiß, untere 3 in einer Art
Furche; Mst. 5—7 (meist 6), 5—6,5 cm lg., obere
dünnpfriemlich, untere stärker, kalkig weiß; Bl.
rot; Fr. karmin, 2 cm lg.; S. hellbraun. — Mexiko
(Querétaro, Toliman).
v. brevispina Craig: Rst. bis 9, 1—5 mm lg.,
dünnadelig, gewunden; Mst. 6, 5—18 mm lg.,
manchmal gebogen.
v. longispina Craig: Rst. 5, 1—8 mm lg.; Mst. 6,
obere 4—12 mm lg., unterster bis 6,5 cm lg.,
pfriemlich und ± gewunden,
v. subuncinata Craig: Bz. 13: 21; Rst. 5,1—4mm
lg.; Mst. 5, 7—15 mm lg., nadelig, + gekrümmt
bzw. unvollständig hakige Spitze.
Mamillaria trichacantha K. Sch. (3:1, 3: 7)
K. kugelig bis länglich, bis 5 cm 0, bläulichgrün,
sprossend; W. keulig; Bz. 13: 21; Ax. mit wenigen
(oder ohne?) Bst.; Rst. 15—18, bis 8 mm lg.,
unten weiß, oben gelblich, feinnadelig; Mst. 2 (—3),
der längste unterste bis 1,2 cm lg. und hakig, alle
nadelig, nußbraun, zuerst rötlich, später grau mit
braunen Spitzen; St. alle fein behaart; Bl. bis 1,5 cm
lg. und 0, grünlich-krem mit hellgrüner
Mittellinie; Fr. rot, 1 cm lg.; S. schwarz. — Mexiko (San
Luis Potosi; Querétaro).
Mamillaria trohartii Hildm. (1: 2)
K. gedrückt-kugelig, dunkel-blaugrün, kaum über
6 cm 0, später dicht sprossend; W. schwach
kantigkegelig; Bz. 8: 13; Ax. kahl; Rst. 5, weiß,
dunkelbraun gespitzt; Mst. 1, pfriemlich, steif, gerade oder
schwach gebogen, dunkelbraun; Bl. ? — Mexiko.
Mamillaria umbrina Ehrenbg. (3: 1, 2: 6?)
K. später länglich, bis 15 cm h., 10 cm 0, dunkel-
bläulichgrün, sprossend; W. konisch; Ax. wollig (?)
und (stets?) Bst.; Rst. 22—24, obere 4mm lg.,
untere bis 12 mm lg., alle borstenfein, weißlich;
Mst. (1—) 2 (—4), obere 8—10 mm lg., untere
länger, der unterste bis 2,4 cm lg., kräftiger, (stets?)
hakig (auch als „meist" hakig berichtet), alle erst
rot, dann mehr bräunlich, braunspitzig; Bl. 1,8 cm
lg., 1,2 cm 0, dunkelrosa; Fr. ? — Mexiko,
Hidalgo (?).
Eine nicht einwandfrei geklärte und möglicherweise
z. T. mit M. neocoronaria verwechselte Art.
Mamillaria uncinata Zucc. (1: 2)
K. kugelig, bis 8 cm h., 10 cm 0,
dunkel-bläulichgrün, einzeln oder (selten?) teilend bzw. sprossend;
W. pyramidisch, oben rund; Bz. 8: 13; Ax. anfangs
weiß wollig; Rst. 4—7, 5—6 mm lg., die kleineren
oberen fleischfarben, die unteren weiß,
schwarzspitzig; Mst. 1 (—2—3), bis 1,2 cm lg., kräftig bis
262 Mamillaria
pfriemlich, fleischfarben mit dunkler Spitze; Bl. bis
2 cm lg., 1,8 cm 0, rötlichweiß, Spitze rosa,
Mittellinie bräunlich; Fr. rot, bis 1,8 cm lg.; S. hellbraun.
— Mexiko (San Luis Potosi; Guanajuato; Hidalgo,
Pachuca, Real del Monte),
v. bihamata (Pfeiff.) Backbg.: Bz. 13: 21; Mst.
2—4, 8—11 mm lg., starkpfriemlich, die längeren
und stärkeren unteren nur unvollständig gehakt,
+ gewunden. — Mexiko (Hidalgo, Real del
Moi ¾).
Mamillaria unihamata Böd. (3:1, 3: 7)
K. kugelig bis länglich, bis 3,5 cm 0, laubgrün, nur
selten sprossend; W. kegelig; Bz. 8:13; Ax. kahl;
Rst. 16—20, 6 mm lg., nadelig bis dünnpfriemlich,
weiß, Fuß schwach gelblich; Mst. 1 (—2), bis 1,2 cm
lg., glatt, hakig, rotbraun bis fuchsrot, Fuß heller
gelblich; Bl. ?; S. schwarz. — Mexiko (Nuevo Leon,
bei Asunciön).
Mamillaria vagaspina Craig (1: 2)
K. gedrückt-kugelig, bis 8,5 cm 0, dunkel-graugrün,
einzeln; W. + gekantet, unten gekielt; Bz. 8:13;
Ax. weißwollig; Rst. (2—) 3 (—5), 1—10 mm lg.,
steif nadelig, glatt, kalkig-bräunlich weiß; Mst. 2,
unregelmäßig, 0,6—6 cm lg., der untere der längste,
alle kräftig-nadelig, stark gewunden, etwas gekantet,
glatt, kalkig-bräunlich; Bl. 1 cm 0, rosa Rand,
dunklere Mitte; Fr. zinnoberrot, 1,1 cm lg.; S.
hellbraun. — Mexiko (Querétaro, bei Tierra Bianca).
Mamillaria vaupelii Tieg. (2:1)
K. + kugelig, ca. 6 cm 0, hell-bläulichgrün,
einzeln; W. rundlich, weiß punktiert; Bz. 13:21;
Ax. mit kräuseliger Wolle und Bst.; Rst. 16—21,
5—6 mm lg., nadelig, glänzend weiß; Mst. 2 (—4),
obere ca. 10 mm lg., untere bis 15 mm lg., alle
pfriemlich, orangebraun, Fuß krem, oben rosa mit
feiner dunkler Spitze, zuletzt grau; Bl. 1,7 cm lg.,
1 cm 0, hellpurpurrosa, Schlund weiß; Fr. karmin,
1,5 cm lg.; S. gelbbraun. — Mexiko (Oaxaca,
Mixteca).
Mamillaria verhaertiana Böd. (3:1, 2:6) [als P.
stärker wüchsig.]
K. länglich, später langzylindrisch, grün, über 4 cm
0, zuletzt bis 30 cm lg., später von unten sprossend
und Kolonien bildend; W. kurzkegelig; Bz. 8:13(?);
Ax. wollig und mit weißen Bst., zahlreich; Rst. über
20, verflochten, dünn, weiß, ca. 8—15 mm lg.,
anfangs gelblich- bis reinweiß; Mst. 4—6, etwas
derber, bis 1,2 cm lg., kremweißlich, oben
gelbbraun bis dunkler, später auch weiß, manchmal
kaffeebraun, gerade oder vereinzelt im Alter auch
hakige erscheinend; Bl. röhrig, bis 2 cm lg.; Sep.
weiß mit grünlichem oder rötlichem Mittelstreifen;
Pet. mehr reinweiß; Fr. orange- bis korallenrot; S.
schwarz. — Mexiko (Niederkalifornien).
Ein häufig gebrauchtes Synonym ist M. phitauiana
Baxt. Neuerdings ist eine lockerer bestachelte
Form (oder var.?) aufgetaucht; St. alle gerade,
anfangs dunkel bräunlich.
Mamillaria vetula Mart. (3:1,1: 3)
K. rundlich (verlängerte Basis), + glänzend frisch-
grün, bis ca. 4 cm 0, reicher sprossend und
gruppenbildend; W. konisch; Bz. 5: 8 (K. Sch.) und später
auch 8:13 (Craig: anomal 7:18, 11:29?); Ax.
kahl; Rst. ca. 30, bis 10 mm lg., borstig dünn, weiß,
etwas unregelmäßig abstehend strahlend; Mst.
anfangs weniger, dann bis 4—7, bis ca. 1,2 cm lg., oben
bräunlich, unten weißlich, Fuß hell gelbbraun, ±
verdickt; Bl. 1,5 cm lg., 1,2 cm 0, schmutzig
gelblich-kremfarben, mit blaß rötlichbraunen
Mittelstreifen (nicht „gelb"); Fr. ca. 1,5 cm lg., unten
weiß, oben grünlich, zuweilen rötlicher Hauch; S.
schwarz. — Mexiko (Hidalgo, nördl. von Zimapan,
bei Encarnaciön und bei San Jose del Oro, 2600 bfs
3000 m). (Etwas variabel.)
Ein neueres Synonym ist M. magneticola Meyran.
Mamillaria viereckii (Böd.) (3:1, 1: 5)
K. rundlich bis gestreckt, bis ca. 4 cm 0,
dunkelgrün, sprossend; W. schlank-zylindrisch; Bz. 8:13;
Ax. weißwollig und mit bis 10 längeren Bst.; Bst.
6—7 (—10), 4—5 mm lg., sehr feinnadelig, weiß;
Mst. undeutlich von den Rst. getrennt, subzentral,
etwas abstehend, nicht vorgestreckt, 9—11, ca.
12 mm lg., dünnadelig, Fuß hell ockergelb, nur
schwach verdickt, oben bernsteingelb bis heller; Bl.
1,2 cm lg., kremweiß mit blaß-olivgrüner
Mittellinie; Fr. rötlichbraun; S. schwarz. — Mexiko
(Tamaulipas, bei Nogales).
v. brunispina Neale: Mst. deutlicher geschieden,
bzw. (neben 10—12 festeren Rst. und zuweilen 4
sehr dünnen, abwärts gerichteten) 1—2 mittlere
deutlicher abstehend, einer genauer zentral, alle
unten hell, oben bräunlich, später so nur die
mittleren.
Mamillaria viperina J. A. Purp. (3: 1,1:1) [*]
K. schlankzylindrisch, reichlich von unten sprossend,
dicht bestachelt, hellgrün; Tr. 1,5—2 cm 0; W.
kurzzylindrisch; Bz. 8:13 (?); Ax. etwas wollig, mit
oft bis warzenlangen H. und/oder Bst.; St. zahlreich,
fein, starr, verflochten, ca. 5 mm lg., anfangs schnee-
weiß; hellbraun oder bis tiefbraun, dann alle weiß
werdend; Bl. hellkarminrot, ca. 11mm lg., nicht
sehr weit offen; Fr. rot, 8 mm lg.; S. hellbraun. —
Mexiko (Puebla, Rio de Zapotitlán, auf humuslosem
Kalk, liegend und wurzelnd). (Abb. 217.)
Mamillaria viridiflora (Br. & R.) Böd. (3:2, 5:9)
K. kugelig bis länglich, bis 10 cm lg., von St.
bedeckt; W. rund; Bz. 8:13 (?); Ax. kahl; Bst.
20—30, borstenfein, bis 12 mm lg., weiß, braun-
spitzig; Mst. wenig unterschieden, bis 2 cm lg.,
einer oder mehrere hakig; Bl. grünlich, 1,5 cm lg.,
engglockig; Fr. purpurn, bis 15 mm lg.; S. schwarz (?)
— USA (Arizona, Boundary Monument).
Mamillaria 263
Die Pet. sind nach Craig sehr schmal, die Bf. bis
3,5 cm 0, an die einer Neobesseya erinnernd; Bl.
auch in rötlich übergehend. Wird auch als var. der
M. wilcoxii angesehen, die aber wesentlich
unterschieden ist.
Mamillaria vonwyssiana Krainz (1: 2)
K. breitkugelig, blaugrün, ca. 6 cm h. und 0 (oder
mehr?), einzeln; W. kegelig, oben vierkantig; Bz.
13: 21?; Ax. zuerst kahl, dann wollig; Rst. 18—20,
3—6 mm lg., borstenfein, weiß; Mst. 2 (—3), selten 4,
dünnpfriemlich, gelblich, schwarzspitzig, bis 5 mm
lg.; Bl. 2 cm lg., 1,8 cm 0, karminrosa mit breitem,
dunklerem Mittelstreifen; Fr. rot, bis 2 cm lg.; S.
hellbraun. — Mexiko.
Erster Name war wohl M, tegelbergiana Gat.,
unvollständig beschrieben (vgl. dort).
Mamillaria weingartiana Böd. (3:1, 3: 7)
K. kugelig, dunkel blattgrün, bis über 5 cm 0,
einzeln und sprossend; W. schlankkonisch; Bz.
13: 21; Ax. kahl oder mit Wollspuren; Rst. 20—25,
6—8 mm lg., sehr dünn, weiß; Mst. 1—4, bis 12 mm
lg., steifnadelig, 1—2 hakig, alle glatt, rot, dann
bräunlichschwarz; Bl. 1cm lg., 1,2cm 0, blaß-
grünlichgelb, dunklere Mittellinie; Fr. rot, klein; S.
schwarz. — Mexiko (Nuevo Leon, bei Ascensiön).
Mamillaria wiesingeri Böd. (3:1,1: 3 bzw. 5)
K. breitkugelig, blattgrün, 4 cm h., bis 8 cm 0,
einzeln; W. weich, schlankpyramidisch; Bz. 16: 26
(Doppel von 8:13); Ax. wollig und gelegentlich
1—2 dünne Bst.; Rst. 18—20, 5—6 mm lg., dünn-
nadelig, glatt, weiß; Mst. 4 (—5—6), 5—6 mm lg.,
etwas kräftiger-nadelig, glatt, Fuß schwach
verdickt, rötlichbraun; Bl. glockig, 1,2 cm lg. und 0,
rosa mit dunklerem Mittelstreifen; Fr. karmin, 1 cm
lg.;S.braun. — Mexiko (Hidalgo,beiMezquititlán).
Mamillaria wilcoxii Toumey (3: 2, 5: 9) [P.]
K. breitrundlich bis gestreckt, dunkelgrün, bis
10 cm L, gelegentlich sprossend; W.
konisch-zylindrisch, ziemlich lang, locker, in der Ruhe weich,
zur Wuchszeit fester, bis 2 cm lg.; Bz. 5: 8 und (?)
8:13; Ax. nackt; Rst. 14—22, 1—1,5 cm lg.,
borstendünn bis dünnadelig, weiß mit brauner Spitze;
Mst. 1—3 (—5—6), 2—3 cm lg., steifnadelig, 1 oder
mehr hakig, dunkel-bernstein bis rötlich-braun;
St. entweder glatt oder behaart, mittlere z. T. sogar
fiederhaarig; Bl. 3,5 cm lg., 4 cm 0, krem mit
bräunlichgrünem Mittelstreifen bis + purpurrosa; Fr.
2,5 cm lg., unten rosa, oben dunkler oder mit
grünem Ton; S. schwarz. — USA (Arizona, Nogales
and Benson; Neumexiko, Silver City). (Abb. 218.)
Mamillaria wilcoxii v. viridiflora (Br. & R.) Marsh.:
Mamillaria viridiflora (Br. & R.) Böd.
Mamillaria wildii Dietr. (3:1, 3: 7)
K. rundlich bis länglich, dunkel-bläulichgrün, bis
15 cm lg., bis.ß cm 0, reich sprossend; W. weich,
zylindrisch bis keulig; Bz. 13: 21, anfangs weniger;
Ax. mit winzigen Wolltupfen und einigen Bst.; Rst.
8—10, 6—8 mm lg., borstenfein, weiß; Mst. 3—4,
8—10 mm lg., dünnadelig, der unterste hakig, rauh,
± bernsteingelb; Bl. 1,2 cm lg. und 0, weiß; Fr.
bräunlichrot; S. schwarz. — Mexiko (Hidalgo,
Barranca Venados; Querctaro).
Mamillaria winteriae Böd. (1: 2)
K. breitrundlich, hell- bis bläulich-grün, einzeln;
W. oben gerundet vierkantig; Bz. 8:13; Ax.
zunehmend wollig; Rst. 4, über Kreuz, bis 3 cm lg.,
seitliche nur 1,5 cm lg., kräftig-nadelig,
gelblichgrau bis oben schwach rötlich, bräunliche Spitze;
Mst. 0; Bl. 3 cm lg., 2,5 cm 0, gelblich-weiß, Rand
weiß, Mittelstreifen gelblich mit roter Mittellinie;
Fr. rosa; S. hell rötlichbraun. — Mexiko (Nuevo
Leon, bei Monterrey).
Mamillaria woburnensis Scheer (1: 3)
K. kugelig bis stärker länglich, dunkel-laubgrün,
bis 20 cm lg., 8 cm 0, reicher sprossend; W.
stumpf kegelig; Bz. 8:13; Ax. weißwollig, mit bis
10 weißen Bst.; Rst. 8—9, 4—5 mm lg., krem mit
rotbraunen Spitzen; Mst. 1—3, bis ca. 7 mm lg.,
zuerst dunkelbraun, dann mehr gelblich, mit
rotbraunen Spitzen; Bl. 2 cm lg., gelb mit
bräunlichrötlichem Rückenstreifen; Fr. karminrot, 2,5 cm
lg.; S. gelblichbraun. — Guatemala (Rancho San
Agustin).
Die Art variiert in der Körperfarbe und der der
Stacheln, dem Sitz der Sprossen, wie auch der Größe
der Polster.
Mamillaria woodsii Craig (1: 3)
K. breitrund, matt grasgrün, bis ca. 8 cm 0, später
± verlängert; W. nach Bz. 13: 21; Ar. nur anfangs
weißwollig; Ax. mit dichter, weißer Wolle,
besonders in der Bl.-Zone, und Bst., diese bis 2,5 cm
lg.; Rst. 25—30, 4—8 cm lg., hyalinweiß, fein;
Mst. 2 (—4), der unterste bis 8—16 mm lg.,
dünnpfriemlich, die übrigen dünner, ca. 4—5 mm lg.,
alle purpurrosa, schwarzspitzig; Bl. ca.. bis 1,5 cm
0; Sep. mit fein gesägtem Rand; Pet. mit dunkel-
rosa Mitte, Rand rosa, glatt; Gr. und N. i stark
rosa; Fr. tiefrosa; S. mattbräunlich. — Mexiko
(Guanajuato, Hazienda Tarajeas).
Mamillaria wrightii Eng. (3: 2, 5: 9)
K. einzeln, dunkelgrün, bis 8 cm 0; W. nach Bz.
8: 13, ziemlich weich und bis 15 mm lg.; Ar. nur
anfangs weißwollig; Ax. nackt; Rst. 12—14, 8 bis
12 mm lg., ± nadelig-fein, haarig, weiß, dunkel
gespitzt; Mst. meist 2 (—4), bis 1,2 cm lg.,- der
unterste hakig, alle steifnadelig, dunkelbraun bis
oft schwarz, haarig; Bl. 2,5 cm lg. und 0, purpurn,
ganzrandig (meist); Stbf. und Gr. unten grünlich,
oben ± stark rötlich; N. gelb; Fr. purpurn, 2,5 cm
gr.; S. schwarz. — USA (Neumexiko und Texas),
Mexiko (Chihuahua, nahe Lago Santa Maria).
264 Mamillaria
Mamillaria wuthenauiana Backbg. (3:1, 2: 6)
K. später etwas länglich, bis ca. 12 cm h. oder mehr,
bis ca. 8 cm 0, dunkelgrün, sprossend und z. T.
gruppenbildend; W. konisch; Bz. 8: 13; Rst. bis 28,
sehr dünn, glasig weiß, verflochten; Mst. 4, kräftiger,
bis 1,8 cm lg., rötlichbraun, alle gerade oder einer
hakig, abwärts weisend; Bl. karminrot. — Mexiko
(Morelos bis Guerrero [Tixtla, Taxco]).
Mamillaria xanthina (Br. & R.) Böd. (1: 2)
K. gedrückt-rund, bläulichgrün, bis 9 cm 0; W.
kurz breitkonisch; Bz. 13: 21; Ax. anfangs wollig;
Rst. 10—12, bis 4 mm lg., nadelig, weiß; Mst. 2,
4—6 mm lg., kräftig-nadelig, unterster vorgestreckt,
bräunlich; Bl. zitronengelb; Fr. und S. ? — Mexiko
(Durango, bei Monte Mercado).
Die Art wurde bisher nicht wiedergefunden. Nach
Bödeker sind die Bl. 16 mm br. und blaß lehmgelb.
Mamillaria yaquensis Craig (3: 2, 5: 9) [P. wachsen
schneller, blühen leichter]
K. sehr klein, länglich, bis 7 cm lg., 1,5 cm 0,
rötlich-grün, stark sprossend (seitlich), gepfropft größer
werdend; W. kurzkonisch; Bz. 5:8; Ax. nur mit
Filzsp-uren; Rst. 18, 5—6 mm lg., feinnadelig, krem,
hellbraun gespitzt; Mst. 1, 7 mm lg., nadelig,
rotbraun, stark hakig; Bl. glockig, bis 2 cm lg. und 0,
weißlich-rosa; N. lang, hellpurpurn; Fr. 9 mm lg.,
Scharlach; S. schwarz. — Mexiko (Sonora, Fort
Pithaya).
Mamillaria yucatanensis (Br. & R.) Orc. (3:1,1: 3)
K. rund bis länglich, hell-gelblichgrün, bis 15 cm h.,
bis 7 cm 0, sprossend; W. kurzkonisch; Bz. 13: 21;
Ax. wollig; Rst. 20—30, 3—5 mm lg., dünnadelig,
glatt, krem; Mst. 3—6, 4—8 mm lg., kräftig-nadelig,
glatt, bräunlichgelb, braunspitzig; Bl. bis 1,2 cm lg.,
weiß, nach oben zu mit + breiter rosa Mittellinie;
Fr. orangerot, 1,6 cm lg.; S. braun. — Mexiko
(Yucatán, Progreso).
Mamillaria zacatecasensis Shurly (3: 1, 3: 7)
[besser: P.]
K. kugelig, bis ca. 7 cm 0, 5 cm h., dunkler-grün;
W. zylindrisch; Bz. 13: 21; Ax. kahl; Rst. 20—24,
7—8 mm lg., blaß- bis kräftiger-gelblichgrün, Basis
etwas dunkler; Mst. 3—4, ca. 1 cm lg., ein zentraler
ca. 1,5 cm lg., alle derbnadelig, gelblich bis
rotbräunlich, der unterste hakig; Bl. 1,4 cm 0, weiß mit rosa
Mittellinie, oder zartrosa mit dunklerer Mitte; Fr.
rot; S. schwarz. — Mexiko (Zacatecas).
Mamillaria zahniana Böd. & Ritt. (1: 2)
K. gedrückt-kugelig, dunkel-blattgrün, einzeln; W.
vierkantig bis schwach gerundet; Bz. 8:13; Ax.
seh wach wollig; Rst. 4, 3—8 mm lg., der unterste
bis 15 mm lg., alle pfriemlich, gerade, Fuß verdickt,
weißlich-hornfarben, kurze schwärzliche Spitze;
Mst. 0; Bl. 3 cm lg., 2,5 cm 0, schwefelgelb, Rand
heller, Spitze dunkler; Fr. rot; S. rötlichbraun. —
Mexiko (Coahuila, Saltillo).
Mamillaria zeilmanniana Böd. (3:1, 3: 7)
K. später länglich, dunkel-blattgrün, auch
sprossend ; W. weich, oval-zylindrisch; Bz. 13: 21; Ax.
nackt; Rst. 15—18, 1 cm lg., dünn, haarig, weiß;
Mst. 4, 8 mm lg., rötlichbraun, ein unterer hakig;
Bl. 2 cm 0, violettrot bis purpurn (anomal: weiß);
Fr. grün, klein; S. schwarz. — Mexiko (Guana-
juato, bei San Miguel Allende). Sehr blühwillig.
Mamillaria zeyeriana Hge. jr. (1: 2)
K. später säulig bis 10 cm 0, blaß-bläulichgrün,
einzeln; W. ovoid; Bz. 13: 21; Ax. kahl; Rst. ca.
10, 3—10 mm lg., die oberen am kürzesten, alle
feinnadelig, glatt, weiß; Mst. 4, 1,5—2,5 cm lg.,
nadelig, alle zuerst rubinrot, dann nußbraun, zuletzt
grau; Bl. am Rand gelblich, Mitte rötlich-orange;
Fr. 2,5 cm lg., karmin; S. braun. — Mexiko
(Coahuila; Durango).
Mamillaria zuccariniana Mart. (1: 2)
K. kugelig bis länglich, bis 20 cm h., dunkelgrün,
einzeln; W. konisch; Bz. 16: 26; Ax. nur anfangs
wollig; Rst. 3—4, häufig fehlend bzw. abfallend,
2—6 mm lg., borstig, weiß; Mst. (1—) 2 (—4), obere
bis 13 mm lg., untere bis 25 mm lg., + kräftig-
nadelig, steif, glatt, weiß mit purpurnen Spitzen,
dann grau-hornfarben; Bl. 2,5 cm lg., braunrötlich
oder mehr purpurrosa; Fr. rot, 1 cm lg.; S.
bräunlich. — Mexiko (San Luis Potosi; Hidalgo, Ixmi-
quilpan).
Steht der M. centricirrha nahe.
Eine interessante, von Johnson (USA)
vertriebene Pflanze muß hier noch erwähnt werden:
Mamillaria sp.: K. kugelig, stark basal sprossend,
bis ca. 5 cm h., 4,5 cm 0, laubgrün; W. nach Bz.
13:21, konisch, ziemlich weich; Ax. mit einigen
Bst.; Rst. ca. 9—10, dünn, bis ca. 11 mm lg., ±
gebogen, seitlich verflochten; Mst. 1, unten leicht
verdickt, bis 2 cm lg., gerade oder auch gehakt;
St. alle glatt und blaßgelb; Bl. klein, ca. 1,4 cm lg.,
5 mm br., ganzrandig, lebhaft purpurn; Stbf. und
Gr. rot; N. grünlich-krem; Fr. ? Die Bl. ist oben
etwas glockig, nach unten zu grün. — Heimat?
Im Schlüssel von Craig und von mir gehört die Art
hinter M. colonensis, hat mit ihr aber keine
Ähnlichkeit. Alle St., auch die mittleren, sind ziemlich dünn
und sehr elastisch; die Ar. sind nur anfangs etwas
weißfilzig, bald verkahlt.
Eine Benennung konnte bisher nicht erfolgen, da
hierzu ein Vergleich mit den wenig bekannten
Arten erforderlich ist. Bei deren meist
unzureichenden Beschreibungen dürfte kaum eine einwandfreie
Klärung möglich sein. Ob Johnson der Pflanze einen
Namen gab, ist mir nicht bekannt.
Unbeschriebene Namen von F. Schmoll, Cadereyta,
bzw. teilweise unter dieser Bezeichnung noch in den
Sammlungen vorhandene Pflanzen, sind Mamil-
Mamillaria — Marginatocereus 265
laria atarageaensis, M. haseltonii, M. longispina,
M. melaleuca, M. sombreretensis und M. webbiana.
Weiteres kann dazu nicht gesagt werden.
Mamillopsis (Morr.) Web. (232)
Größere Gruppen bildende kugelige bis
kurzzylindrische Pflanzen aus Höhenlagen, im Winter auch
unter Schnee, ohne Milchsaft, mit dichter Be-
stachlung. Die Axillen sind mit Haaren und Borsten
versehen. Die Blüte ist groß und langröhrig,
beschuppt. Die nicht aufreißende Frucht enthält
relativ große, schwarze Samen. Beschrieben sind
2 Arten. — Verbreitung: Mexiko (Chihuahua bis
Oaxaca). [©., *, P. zu mastig].
Als Gattungstypus ist die von Weber (in D. Bois,
Dict. d'Hort., 805. 1898) unter dem Namen
Mamillopsis senilis Web. beschriebene großblütige Art
anzusehen, nicht die von Weber gleichzeitig
genannte Mamillaria senilis (Lodd.) SD. Diese war
eine hakenstachlige Form der M. spinosissima, wie
aus den ebenfalls zu dieser gehörenden
Varietätsnamen bei Salm-Dyck hervorgeht, und aus Rümp-
lers ergänzender Blütenangabe: „Blüten klein".
Als Mamillopsis-Art kann Webers Name erhalten
bleiben; der bisherige Klammerautor „Lodd." muß
fortfallen.
Mamillopsis diguetii (Web.) Br. & R.
K. polsterbildend, bis 35 Köpfe; Einzelköpfe bis
25 cm 0; Rst. zahlreich, dunkel strohfarben; Bl.
ca. 3 cm lg., 2 cm 0, tief rot; Ov. mit kleinen
Schuppen. — Mexiko (Nayarit bis Jalisco).
Mamillopsis senilis Web. (T.)
K. später rasenbildend, Einzelköpfe später länglich
werdend, bis 15 (und mehr) cm lg., bis 6 cm 0,
glänzend frischgrün; W. nach 8er und 13er Bz.
geordnet; Rst. bis 40, bis ca. 1,4 cm lg., borstenförmig,
steif, aber nicht stechend, blaß gelblich- bis
reinweiß; Mst. 5—6, kaum unterschieden, der unterste
aber bis 2 cm lg., stärker, gerade hervorstehend,
hakig gebogene Spitze + braungelb; Bl. bis 7 cm
lg., bis 6 cm 0, orangerot bis ins Violette, dunklerer
Mittelstreifen; Stbf. um den Griffel geschlossen lang
herausragend; Fr. rot. — Mexiko (Chihuahua; Süd-
durango; Nayarit; Oaxaca). (Abb. 219.)
Mammilloydia F. Buxb., bzw. M. candida und M.
ortiz-rubiona: Das Genus wurde auf falschen Samen
begründet; seine Arten sind nicht von Mamillaria
zu trennen.
Marenopuntia Backbg. (10)
Niedrig-buschige Pflanzen mit dicken Rüben. Triebe
zylindrisch, mit Glochiden. Die Blüte ist an der ±
verdickten Triebspitze endständig eingesenkt,
ebenso die Frucht, die bei Reife am schwellenden
Triebende seitlich aufreißt. Die Samen sind ziemlich groß
und nierenförmig. Nur 1 Art ist bekannt. —
Verbreitung: Mexiko (Sonora). [?]
Marenopuntia marenae (S. H. Parsons) Backbg.
(T.)
K. dünnstrauchig, niedrig; Tr. dicht stehend, unten
schlanker; Ar. rund, hell; St. zuerst wenige, dann
8—9 (und mehr), verschieden lang, anfangs alle,
später die äußeren + angelegt; Mst. 1—2,
verschieden lang, nach unten abstehend, zuweilen ein
längster seitwärts spreizend; Bl. relativ groß, weit
öffnend. — M exiko (Sonora, Kino Bay). (Abb. 220.)
Marginatocereus (Backbg.) Backbg. (157)
Große Säulenkakteen, in der Heimat mit Stamm,
die Triebe senkrecht aufragend, in der Kultur basal
verzweigt. Die seitlich, bisweilen zu zweit,
entstehenden weißen und rosenroten, nächtlichen
Blüten sind kurz befilzt, ihre Röhren weisen vereinzelte
weiche Borsten auf. Die steif borstigen Früchte
enthalten mittelgroße, sclrwarze, etwas glänzende
Samen. 1 Art und 2 Varietäten. — Verbreitung:
Mexiko (Hidalgo, Querétaro, Guanajuato, Oaxaca).
[®o
Marginatocereus marginatus (DC.) Backbg. (T.)
K. dunkelgraugrün, Stamm bis 1,50 m h. und 30 cm
0; Tr. bis 7 m lg., bis 15 cm 0; Ri. 5—6 (—7),
schmalkantig, später breit, gerundet; Ar. fast
zusammenfließend, braunfilzig, bzw. dunkel; St. selten
bis 9, meist weniger, sehr kurz, bald ganz
unauffällig oder abfallend, anfangs + konisch, steif,
anfangs oft dunkelrötlich; Mst. kaum zu
unterscheiden; Bl. einzeln oder zu zweien (auch 3?)
gleichzeitig, bis 5 cm lg., ca. 3 cm 0, derb
kurzzylindrisch, weiß, Saum in der Hochblüte leicht
umgebogen; Fr. ca. 4 cm 0, glänzend, kugelig, stark
gehöckert; S. 4 mm lg. — Mexiko (s. oben).
(Abb. 221, lks.)
v. gemmatus (Zucc.) Backbg.: unterscheidet sich
durch anfangs hellere Farbe, + weißen Areolen-
filz, borstig-elastische, besonders am Scheitel
längere St., bis ca. 10, + aufgerichtet, anfangs
hell bis bräunlich; die Bl. ist nur bis ca. 3 cm lg.,
Pet. rosa, die R. ist etwas mehr beborstet. Abb.
221, rechts.)
v. oaxaeensis Backbg. — Descr. Cact. Nov. Ili:
8. 1963: ist schon als Sämlingspflanze durch vom
Scheitel her getrennt stehende längliche Ar.
unterschieden, die Zwischenräume ungefähr in
Ar.-Länge, während die Ar. beim Typus des
Genus anfangs ± zusammenfließen und auch
filzreicher sind. — Mexiko (Oaxaca). Abb. in „Die
Cactaceae", VI, S. 3861.
266 Maritimocereus — Matucana
Maritimocereus Akers & Buin.: Loxanthocereus
Backbg.
Maritimocereus gracilis Akers & Buin. und M. nana
Akers : s. unter Loxanthocereus.
Marniera Backbg. (33)
Phyllocactoide Pflanzen mit breiten, schwach
gekerbten Trieben oder langlappigen, tief gesägten
Zweigen mit starker Mittelrippe. Die großen,
nächtlichen Blüten mit ziemlich langer Röhre sind
am Ovarium mit steiferen Haaren bzw. Borsten
versehen, ein Merkmal, das allen Epiphyllum-Spezies
fehlt. Beschrieben sind 2 Arten. — Verbreitung:
Costa Rica und Südmexiko (Chiapas). [(g).]
Marniera chrysocardium (Alex.) Backbg.
K. epiphytisch, Zweige stark spreizend; Tr. sehr
breitlappig gesägt, bis 30 cm br., bis zur Mittelrippe
eingeschnitten, Lappen bis 15 cm lg., 4 cm br.; Ar.
klein, zuweilen mit 2—3 Bst.; Bl. ca. 32 cm lg., die
eigentliche Hülle ca. 12,5 cm lg.; Ov. stark gehöckert,
ziemlich dicht mit 2—4 steiferen, weißen, bis 8 mm
lg. Bst. in den Achseln besetzt; R. 16 cm lg.,
1,25 cm 0, mit abstehenden, ca. 1 cm lg. und
schmalen Seh.; Sep. schmutzig purpurrosa; Pet. breiter,
weiß, mit + scharf abgesetztem Spitzchen; Gr.
milchweiß; N. 13; Fr. bestachelt. — Mexiko
(Chiapas). (Abb. 222, 223.)
Siehe auch unter Epiphyllum grandilobum (Web.)
Br. & R.
Marniera macroptera (Lem.) Backbg. (T.)
K. epiphytisch; Tr. zuweilen bis 10 cm br., dünn,
Rand hornig, nur schwach gekerbt, nicht gezähnt;
Bl. sehr gr., gebogen; R. bis 12 cm lg., ziemlich
kräftig; Ov. mit dünneren Bst.; Sep. lachsfarben
oder gelb gespitzt, schmal; Pet. bis 9 cm lg., bis
3 cm br., rein weiß; Gr. rein weiß; Fr. eiförmig, rot.
— Costa Rica. (Abb. 224.)
Marshallocereus Backbg. (151)
Große Cereen, kürzere Stämme bildend oder
stammlos bis stark hochstrauchig. Die nächtlichen Blüten
sind trichterig. Die Röhre weist filzige Areolen,
aber nur gelegentlich Borsten auf. Das Ovarium ist
dagegen — als typisches Merkmal — befilzt und ±
steif stachlig. Daher kann das Genus nicht mit
anderen vereinigt werden. Die Früchte sind ±
dicht bestachelt, die Samen schwarz. Es wurden
2 Arten und 1 Varietät beschrieben; der wohl
hierher zu stellende Ritterocereus chacalapensis
H. Bravo & Th. Mac Doug. ist in seiner
Gattungszugehörigkeit noch wenig geklärt. — Verbreitung:
Von USA über das westliche Mexiko bis West-
Kostarika. [®.]
Marshallocereus aragonii (Web.) Backbg. (T.)
K. säulenförmig, bis 6 m h., anscheinend stammlos;
Tr. senkrecht aufsteigend, bis 15 cm 0, regelmäßig
abgeschnürt, dunkelgrün mit reifiger Zeichnung;
Ri. 6—8, sehr breit; Ar. braun; Rst. ca. 8—10
später mehr, bis ca. 1cm lg.; Mst. 2—3 cm lg.;
St. grau; Bl. 6—8 cm lg., grünlich-braun (K. Sch.;
innen weiß?); Ov. höckrig, mit Bündeln von St.;
Fr. gerundet-kegelförmig, 3—4 cm 0; S. matt. —
West-Kostarika.
Marshallocereus thurberi (Eng.) Backbg.
K. bis 7 m h., gewöhnlich stammlos; Tr. zahlreich,
breitbogig aufsteigend, bis 20 cm 0, nicht deutlich
abgeschnürt; Ri. 12—17; Ar. braun, zuweilen mit
wachsartiger Masse; Rst. 9—10, ca. 1 cm lg.; Mst.
1—3, der unterste, längste bis ca. 5 cm lg.; St.
anfangs bräunlich bis schwärzlich, auch gefleckt; Bl.
bis ca. 7,5 cm lg., + breittrichterig, (hell)purpurn;
Fr. kugelig, 4—7,5 cm 0; S. glänzend. — USA
(Süd-Arizona), Mexiko. (Abb. 225.)
v. littoralis (K.Brand.) Backbg.: K. nur bis
90 cm h.; Tr. bis 5 cm 0; Bl. ca. 2,5 cm lg., tief-
rosa bis rot; Fr. kaum 2,5 cm 0. — Mexiko
(äußerste Südspitze Niederkaliforniens).
Hierher gehörend?*
Ritterocereus (Marshallocereus?) chacalapensis
H. Bravo & Th. MacDoug.
K. baumartig, bis 20 m h.; Stamm bis 3 m h.,
50 cm 0; Tr. aufgerichtet, ca. 15 cm 0; Ri. 7,
leicht wellig gekerbt; Ar. braun, später +
schwarzfilzig; St. 10—14, kaum geschieden, 0,6 bis ca.
2,8 cm (mittlere) lg., darunter zuweilen noch ein
längerer, vorgestreckt bis aufwärts weisend, alle
schwärzlich, grau oder braun, dünnpfriemlich bzw.
derbnadelig; Bl. 14 cm lg., 7 cm 0, + trichterig,
weiß; Ov. mit gelber Wolle und einigen kurzen,
borstenartigen St.; Fr. stark borstenstachlig. —
Mexiko (Oaxaca, Chacalapa).
Siehe auch am Ende von Lemaireocereus und
Ritterocereus.
Matucana Br. & R. (82)
Flachkugelige bis zylindrisch verlängerte Pflanzen
mit relativ zierlichen Rippen und sehr variabler,
feinerer Bestachlung, einzeln oder schwach
sprossend bis große Polster bildend. Die rotgetönten, nur
in einem bisher bekannten Fall gelben, derben und
am Tage offenen Blüten unterschiedlicher Länge
haben einen ± zygomorphen Saum, die
Hüllblätter meist stärker zurückgebogen. Der
Gattungstypus im Sinne Britton und Roses ist kahlblütig;
es wurden nur ausnahmsweise Haarspuren als
Überbleibsel der stattgefundenen Reduktion
beobachtet. Griffel, Staubfäden und Narben sind meist
lebhaft gefärbt. Die kleine Frucht öffnet mit
Längsrissen, die Samen sind, soweit bekannt, klein, matt,
Matucana 267
grauschwarz. Es wurden bisher 13 Arten mit einer
Anzahl Varietäten beschrieben. — Verbreitung:
Mittelperu (Matucana; vom oberen Rio Safia-Tal
bis südlich des Pisco-Tales). [®.; P.
empfehlenswert.] Alle Beschrbg. nach Standort-Habitus.
Ritter bezog hier (im Gegensatz zu seinem
Verfahren bei Copiapoa-Pilocopiapoa) einige typisch
behaart-blutige Arten ein, die — auch wegen der
Rippen- und Stachelunterschiede — zu Submatu-
cana gehören (siehe dort), denn Britton und Roses
Gattungsdiagnose besagt für die Matucana-Blüten
„tube and ovary naked".
Matucana aurantiaca (Vpl.) Ritt.: Submatucana
aurantiaca (Vpl.) Backbg.
Matucana blancii Backbg.
K. meist stark polsterbildend, die Köpfe später
länglich, bis 30 cm h., 20 cm 0; St. zahlreich,
undeutlich geschieden, dicht stehend, borstenartig, silbrig-
weiß, zuweilen einige mittlere etwas länger und +
dunkler getönt, besonders die Spitze; BI. bis 6 cm
lg., karminrot (auch lachsfarbig beobachtet: Rauh);
Stbf. karminrot; Stbb. gelb. — Peru (Cordillera
Negra). (Abb. 226.)
v. nigriarmata Backbg. weicht vom Typus ab
durch viel längere, ganz schwarze und kräftigere
mittlere St.
Matucana brevillora Rauh & Backbg.
K. stets einzeln, + kugelig, bis 15 cm lg., 15 cm 0;
Rst. zahlreich, bis 2 cm lg., + gescheitelt,
verflochten; Mst. meist 3—4, bis 7 cm lg., sehr derb; St.
dicht stehend, Farbe stark variierend, von unten
hellbraun bis bernstein oder schwarz, oben
dunkelbraun bis tief purpurn; Bl. nur ca. 4 cm lg.,
karminrot; B. + tief dunkel karminrot. — Südperu
(westlich Incuio, in der Tolaheide).
Matucana calvescens (Kimn. & Hutch.) Ritt.:
Submatucana calvescens (Kimn. & Hutch.) Backbg.
Matucana cereoides Rauh & Backbg.
K. cereoid, bis 50 cm lg., 10 cm 0; Ri. 24; Rst.
zahlreich, bis 2,5 cm lg., dünn, schneeweiß; Mst.
(0—) 1—4, bis 5 cm lg., dünn, aufwärts gebogen,
rein weiß oder unten weiß und im oberen Drittel
hellbräunlich bis schwärzlich; Bl. bis 8 cm lg.,
karminrot; Stbb. gelb; N. grün. — Südperu (Pisco-
Tal).
Matucana coloris-splendida Ritt., v. grandiflora und
v. setosa Ritt. : Matucana yanganucensis Rauh &
Backbg., bzw. v. grandiflora und v. setosa Ritt.,
die RiTTERSchen var. unbeschrieben.
Matucana comacephala Ritt.
K. säulig werdend, meist 75 cm (—1,20 m) lg., bis
8 cm 0; Ri. ca. 25, deutlich gehöckert; Rst. 15—20,
1—5 cm lg., fast haarartig, etwas abstehend; Mst.
5—10, 1—4 cm lg., kräftiger, schräg aufwärts
weisend, + gebogen, 1 zuweilen abwärts gerichtet;
St. weiß; Bl. bis 5,5 cm lg., rot; Stbf. und Gr.
karminrot; Fr. grünlich. — Peru (Cordillera Bianca,
Ostseite).
Matucana crinilera Ritt. — „Taxon", XII: 3, 125.
1963.
K. bis 30 cm h., 7—10 cm 0; Ri. 22—26, bis 6 mm h.
stark gekerbt; Ar. blaßbraun, bis 5 mm lg., 3—5mm
br., 3—5 mm entfernt; St. 15—25, nadeldünn,
gelblich, auch schwarz; Bl. 6—7 cm lg., schwach zygo-
morph; R. 3—4 cm lg., 5 mm 0; Pet. orangefarbig,
unten weiß, oben zinnoberrot; Stbf. unten weiß,
oben rötlich; Gr. orange oder goldgelb; N. 5, blaß-
grün oder goldgelb; S. 1,2 mm gr., dunkel, etwas
rauh. — Peru (Machac, Prov. Huari, Dept. Ancash)
(FR 595).
Matucana currundayensis Ritt.: Submatucana eur-
rundayensis (Ritt.) Backbg.
Matucana elongata Rauh & Backbg.
K. säulenförmig, bis 60 cm lg., 15 cm 0, an dei
Spitze zuweilen verzweigt; Rst. zahlreich, bis 2 cm
lg., verflechtend, hart, brüchig, weiß; Mst. bis 3, bis
5 cm lg., schräg aufwärts gerichtet, bräunlich,
dunkler gespitzt, später grau; Bl. ca. 5 cm lg., rot;
Stbf. und Gr. karminrot; Stbb. gelb; N. grün; Fr.
kugelig, rotbraun. — Mittelperu (Tal des Rio
Fortaleza).
Matucana haynei (O.) Br. & R. (T.)
K. meist einzeln, anfangs kugelig, später +
verlängert bis kurzsäulig, bis 30 cm h., bis ca. 10 cm 0;
Ri. 25—30, spiralig, höckrig; St. insgesamt über 30,
erst später mittlere erkennbar; Rst. borstenförmig,
weißlich; Mst. bräunlich, dunkler bis schwarz
gespitzt, stärker und etwas länger; Bl. 6—7 cm lg.,
scharlach-karmin; Gr. karminrot; N. grün; Fr.
keulig. — Peru (bei Matucana).
v. erectipetala Rauh & Backbg.: durch feinere
und reichere Bestachlung und nur ca. 4 cm lange
Bl. unterschieden; im Gegensatz zum Typus, der
stark zurückgeschlagene Perigonblätter hat,
stehen die der Varietät + aufrecht,
v. elongata Ritt. (FR 142 C), v. gigantea Ritt.
(FR 142 A) und v. multicolor Ritt. (FR 142 B)
sind unbeschriebene Namen.
Matucana herzogiana Backbg.
K. + länglich, ca. 10 cm h., bis 7 cm 0; Ri. stark
rundlich gehöckert; St. anliegend strahlend, +
gebogen, borstenförmig, nur gering verflochten; Mst.
kaum geschieden, dünn; BI. unbekannt. — Peru
(Cordillera Negra).
v. perplexa Backbg. weicht ab durch längere,
dicht miteinander verflochtene Borstenst., die den
K. völlig verhüllen.
18 Kakteenlexikon
268 Matucana
Matucana hystrix Rauh & Backbg,
K. verlängert, bis 30 cm h., bis ca. 10 cm 0; Ei.
ca. 23; Rst. zahlreich, bis 1,5 cm lg., + kammförmig
gestellt, + steif; Mst. bis 4, bis 5 cm lg., +
pfriemlich, an der Basis verdickt, dunkelbraun, aber
variabel in der Farbe; Bl. bis 7 cm lg., 2,5 cm 0,
tief dunkel-karminrot; Stbf. und Gr. leuchtend kar-
min; Stbb. gelb; N. grünlich; Fr. ca. 1 cm lg.,
grünlichrot. — Südperu (zwischen Nazca und Lucanas),
v. atrispina Rauh & Backbg. hat derbere,
tiefschwarze St. mit verdickter, aschgrauer Basis,
v. umadeavoides Rauh & Backbg. unterscheidet
sich durch noch derbere Mst., die dickpfriemlich
und oft gekrümmt sind, + hellhorngrau, wie
bereift erscheinend, Spitze bräunlich, Basis leicht
verdickt.
Matucana megalantha Ritt.: Submatucana calves-
cens (Kimn. & Hutch.) Backbg.
Matucana multicolor Rauh & Backbg.
K. einzeln oder sprossend, zuerst gedrückt-kugelig,
dann bis 40 cm lg., bis 15 cm 0; Ri. ca. 14; Rst.
zahlreich, bis 2 cm lg., meist weiß, gescheitelt, derb
und verflochten; Mst. 2—4, bis 7 cm lg., sehr derb,
unten schwach honigfarben, Spitze braunrot; St.-
Farbe sehr variabel, von reinweiß bis grau, Mst. im
Oberteil bernsteingelb bis fast schwarzviolett, ihre
Länge auch variabel; Bl. ca. 5 (—7) cm lg., karmin;
Fr. bis 1,5 cm lg. — Südperu (Nazca-Puquio).
Matucana paucicostata Ritt.: Submatucana pauci-
costata (Ritt.) Backbg.
Matucana rarissima Ritt., unbeschrieben; Farbbild
„Die Cactaceae", Bd. VI, Abb. 3361, rechts oben.
Matucana ritteri Buin.: Submatucana ritteri (Buin.)
Backbg.
Matucana robusta Ritt., unbeschrieben; Farbbild
„Die Cactaceae", Bd. VI, Abb. 3361, rechts unten.
Matucana variabilis Rauh & Backbg.
K. länglich, bis 15 cm lg. (und mehr?), bis 8 cm 0;
Ri, 23; Rst. zahlreich, bis 1,5 cm lg., fein
weißborstig, verflechtend; Mst. 1—3, kaum geschieden,
nur wenig länger, weiß, bräunlich gespitzt; Bl.
(abgetrocknet) ca. 4 cm lg., karmin; Fr. ca. 1 cm lg. —
Mittelperu (nördlich Churin).
v. fuscata Rauh & Backbg. variiert in der
K.Form, die zuerst flachrund ist, später
langzylindrisch wird: bis 40 cm lg., bis 10 cm 0, Be-
stachlung viel dichter; Rst. derb, im Scheitel
weißlich-gelb; Mst. 2—3, bis 4 cm lg., braunrot,
später schwarzgrau; Bl. (abgetrocknet) ca. 5 cm
lg., lachs-karmin; Fr. ca. 1,5 cm lg.
Matucana weberbaueri (Vpl.) Backbg.
K. gedrückt-kugelig, ca. 7 cm h., bis ca. 15 cm 0;
Ri. 21, gehöckert; St. ca. 30, bis 4 cm lg., allseitig
spreizend, dunkelrotbraun, später fast schwarz; Bl.
5,5 cm lg., engtrichterig, zitronengelb; Fr. ca. 1,3 cm
lg. — Peru (Chachapoyas).
Matucana weberbaueri v. blancii Backbg. n. prov.:
Matucana yanganucensis v. albispina Rauh&Backbg.
Matucana winteriana Ritt., unbeschrieben: gehört
zu Matucana yanganucensis Rauh & Backbg.
Matucana yanganucensis Rauh & Backbg.
K. kugelig, bis 10 cm 0 und mehr, auch reicher
sprossend; Ri. 27; Rst. zahlreich, bis ca. 1,2 cm lg.,
derb, anfangs gelbbraun, dann weißlich; Mst. 1—2,
bis 2,5 cm lg., nadelig, gelbbraun; Bl. bis 6 cm lg.,
2—2,5 cm 0, rotviolett; Stbf. im oberen Teil violett;
Stbb. karmin-violett; Gr. Violett; N. gelblich. —
Nordperu (Cordillera Bianca), (v. yanganucensis)
v. albispina Rauh & Backbg.:
St. rein weiß; Rst. gescheitelt, verflochten; Mst.
2—3, bis 2 cm lg., gelblich gespitzt; Ri. ca. 30;
Bl. hellkarmin ;._Gr. und N. violettkarmin. —
(Cordillera Bianca),
v. fuscispina Rauh & Backbg.:
K. meist unverzweigt; Ri. ca. 25; Mst. kaum
geschieden, bis 3 cm lg., dunkler braun, später grau,
abstehend; Bl. 6-cm-lg.‚Jkarmin; Stbf. und Gr.
karmin; Stbb. und N. gelb. (Cordillera Negra.)
v. longistyla Rauh:
K. kugelig, bis 15 cm 0; Ri. 23, mit warzigen
Erhebungen; Rst. bis ca. 1,2 cm lg., weißlich, Basis
schwarzbraun, verflochten; Mst. 2—3, bis 1,5 cm
lg., intensiv braun, schwärzlich gespitzt; Bl.
4,5 cm lg., 2 cm 0, zinnober- bis blaß karminrot;
Stbf., Gr. und N. violett; Gr. auffallend lang.
(Cordillera Bianca.)
v. parviflora Rauh & Backbg. :
K. kugelig bis flachgedrückt; St. länger und
kräftiger, schopfig im Scheitel aufgerichtet; Bl. nur bis
4 cm lg., 1,5 cm 0, wenig zygomorph, lebhaft
karmin; Stbf. und Gr. rosa; Stbb. gelb. (Cordillera
Bianca.)
v. salmonea Rauh & Backbg.:
K. breit-kugelig; Ri. ca. 30; Rst. zuerst bräunlich,
später gelblich-weiß; Bl. lachsfarben; Stbf. oben
lachsrot; Stbb. gelblich. (Cordillera Bianca.)
v. suberecta Rauh & Backbg.:
K. später bis 20 cm lg., 10 cm 0; Rst. mehr
borstenförmig abstehend, bis 2 cm lg., weißlich;
Mst. 3—4, weißlich, bräunlich gespitzt, kaum zu
unterscheiden, etwas länger; Bl. bis 5 cm lg., rot.
(Santa-Tal).
Über die unbeschriebenen M. celendinensis Ritt.
(FR 692), M. fruticosa Ritt. (FR. 1307), M. hasti-
fera Ritt. (FR 1306) und M. intertexta Ritt. (FR
693) ist z. Z. noch nichts Näheres bekannt.
Mediocactus — Mediolobivia 269
Mediocactus Br. & R. (46)
Nach Britton und Rose nimmt die Gattung eine
Mittelstellung ein zwischen Hylocereus (mit dem sie
u. a. oft dreikantige Triebe gemeinsam hat und (dem
meist mehrrippigen) Selenicereus mit bestacheltem
Ovarium, stärker gehöckert. Die + epiphytischen
Pflanzen haben lange, überhängende Triebe,
ziemlich dünn und Luftwurzeln bildend, die Areolen nur
kurzstachlig. Die großen, weißen, nächtlichen
Blüten sind trichterig, das + gehöckerte Ovarium und
die Frucht stachlig. Eine Art ist über die
Röhrenlänge und den Fruchtknoten borstenstachlig. Bisher
umfaßt die Gattung 6 beschriebene Arten, eine
weitere Spezies (s. u.) mag auch hierher gehören. —
Verbreitung: Ostperu (Kolumbien?), Bolivien,
Paraguay, Argentinien und Brasilien (Westindien?).
[©•]
Mediocactus coccineus (SD. in DC.) Br. & R. (T.)
K. überhängend; Tr. meist 3 (selten 4—5) kantig-
flügelig, ca. 2 cm br., hellgrün, Rand leicht
geschweift, ziemlich scharf; Ar. zuerst mit Bst., später
noch 2—4 St., 1—3 mm lg., kegelig, erst rötlich,
dann bräunlich; Bl. 25—30 cm lg.; Fr. rot, eiförmig,
stark höckrig, mit 1—2 cm lg. St. — Brasilien bis
Argentinien. (Abb. 227.)
v. xanthocarpus Card., anscheinend noch
unbeschrieben: hat dem Varietätsnamen nach eine
gelbe Frucht. Weitere Unterschiede sind mir nicht
bekannt. — Bolivien (San Ignacio). Uhlig-No.:
U272.
Mediocactus hahnianus Backbg.
K. hängend; Tr. undeutlich ökantig, flachhöckrig,
leicht quergefeldert, ca. 1,5 cm 0; Ar. kaum filzig;
St. ca. 10, + gleich lang, kurz, borstenartig dünn,
hellfarbig; Bl. ca. 12—14 cm lg., ca. 9 cm 0, weiß
mit grünlichem Hauch; K. und Fr. dicht behaart
und beborstet. — Paraguay (?).
Mediocactus hassleri (K. Sch.) Backbg.
K. + aufrecht; Tr. bis 5 cm 0, meist 3 (auch 4—5)
kantig, dunkelgrün; St. (nicht mit Bst. gemischt)
3—7, verschieden lang, 1—6 mm lg., starr, Fuß
verdickt, bräunlich; Bl. über 20 (bis 30?) cm lg., weiß
mit gelblichem Schein; Fr. karminrot, bis 6 cm lg.,
ca. 3,5 cm 0. — Paraguay (Cordillera de Altos;
Estancia Tagatiya).
Mediocactus lindmanii (Web.) Backbg.
K. mit Wurzeln kletternd; Tr. 3kantig, bis 3 cm 0,
grün; Ar. sehr kurzfilzig; Rst. 6—10, bis 2 mm lg.,
strahlend, + angedrückt; Mst. 1 (—2), nagelig,
etwas länger; St. alle mit verdickter Basis; zuweilen
noch 3—5 sehr dünne, anliegende Beist.; Bl. 20 cm
lg.; Ov. gehöckert, mit Bündeln von kegelförmigen,
stechenden, 4—6 mm lg. St.; BL 20 cm lg.; Pet.
grün; Sep. weiß. — Paraguay (Chaco, Puerto
Casado bei Asuncion).
Mediocactus megalanthus (K. Sch.) Br. & R.
K. Massen herabhängender Zweige bildend; Tr.
3kantig, oft nur 1,5 cm 0, Rand schwach
gebuchtet; St. 0—3, 2—3 mm lg., gelblich, anfangs mit
einigen weißen Bst. gemischt; Bl. bis 38 cm lg.,
weiß; Ov. steif stachlig. — Ostperu (Dept. Loreto).
Mediocactus pomifer Wgt.
K. kletternd (?), bis 4 (—5) m h. (?); Tr. bis 25 cm
lg., ca. 3 cm 0, 3kantig, Rand gerundet; Ar. kaum
befilzt; St. 3—4, 3—4 mm lg., über Kreuz, konisch,
unten verbreiternd, starr, stechend, schwarzbraun,
der untere + gekrümmt; Bl. „klein"; R. ca. 7 cm
lg.; Bl.-Hülle ca. 3,1 cm lg. (Beschreibung nach
Herbarmaterial); Fr. ca. 3,5 cm lg., 3 cm 0,
steifstachlig. — Westindien (Martinique).
Die Zugehörigkeit zu Mediocactus ist wegen
unzureichender Bl.-Beschreibung zweifelhaft.
Mediocactus setaceus (SD.) Borg: Mediocactus
coccineus (SD. in DC.) Br. & R.
Vielleicht hierher gehörend: ‚‚Cereus lindbergianus
Web."
K. kriechend, Wurzeln treibend, grün; Tr. kaum
lern 0; Ri. 4—6, zusammengedrückt, geflügelt;
Ar. ohne Filz; St. anfangs als kleines haar borstiges
Bündel, später verschwindend; die Buchten
zwischen den Ri. werden vollkommen flach; Bl.
unbekannt. — Paraguay.
Mediolobivia Backbg. (101)
Kugelige bis zylindrische, stets sprossende Pflanzen
mit zierlichen Warzen oder stark so geteilten
Rippen. Die Blüten sind trichterig, in gelben und roten
Tönen, z. T. stärker in der Farbe variierend, behaart
und beborstet. Bei einigen ist der Griffel am Fuß
etwas verwachsen. Die Frucht ist klein und trocknet
dünnhäutig auf. Die Samen sind + schwarz.
Bekannt sind ca. 17 Arten und eine große Anzahl ihrer
Varietäten. Wegen ihrer Blühwilligkeit eine auch
für den Gartenbau interessante Pflanzengruppe. —
Verbreitung: Bolivien bis Nordargentinien. [®.;
P. empfehlenswert.]
Die Gattung wurde in folgende Untergattungen und
Reihen aufgeteilt:
U.-G. 1: Mediolobivia:
Pflanzen kugelig; Rippen in Warzen
aufgelöst; Griffel (wohl stets) freistehend.
U.-G. 2: Pygmaeolobivia Backbg.
Pflanzen ± länglich werdend; Rippen
noch ± erkennbar; Griffel z. T. kurz mit
der Röhre verwachsen.
Reihe 1: Conoideae Backbg.
Körper später walzenförmig;
Rippen stark in Warzen aufgelöst.
270 Mediolobivia
Reihe 2: Pygmaeae Backbg.
Körper später zylindrisch
gestreckt; Rippen noch besser
erkennbar.
Untergattung und Reihe sind in Klammern hinter
den Namen durch Zahlen vermerkt; die erste Zahl
gibt die Untergattung an.
Über den neuerlichen Versuch, die Arten dieses
Genus zu Rebutia zu stellen, siehe dort. Wollte man
Arten mit behaarten, beborsteten, stieligen und
kahlen trichterigen Blüten zusammenfassen bzw.
dies anerkennen, müßte man so auch in der ganzen
Familie verfahren. Leider gibt es keine Handhabe,
solche verwirrenden Umstellungen seitens einzelner
Verfasser, die sich nur mit kleinen Teilgebieten
befassen, ohne an die dann logisch notwendigen Folgen
zu denken, zu verhüten.
Mediolobivia atrovirens (Backbg.) Backbg.:
Mediolobivia pectinata v. atrovirens (Backbg.) Backbg.
Mediolobivia auranitida (Wessn.) Krainz (2: 2)
K. etwas zylindrisch, wenig sprossend, matt
dunkelgrün, bronzefarben überhaucht; Bi. 11, gedreht;
W. dunkler grün hervortretend; Rst.,9, bis 7 mm lg.,
Fuß verdickt, 1 abwärts gerichtet, anfangs glänzend
rotbraun bis rosa, bald gelblich-weiß; Bl. 3 cm 0,
locker- trichterig, goldbronzefarben. — Bolivien(P).
v. Ilavülora Backbg.: Ri. bis 14; St. z. T. +
gekrümmt; Bl. rein gelb.
v. gracilis (Wessn.) Backbg.: K. viel kleiner als
der Typus, stark bronzefarben; St. nur ca. 2 mm
lg.; Bl. tief goldgelb.
Mediolobivia aureülora (Backbg.) Backbg. (1) (T.)
K. gruppenbildend, blattgrün, meist rötlich
überhaucht; W. ± stark spiralig gestellt; St. ca. 15—20,
bis 6 mm lg., borstenfein, 3—4 mittlere, längste
anfangs bis 1 cm lg., nach oben zeigend,
gelbbräunlich, St.-Zahl und -Länge nimmt bei älteren Pflanzen
zu; Bl. ca. 4 cm 0, apfelsinengelb, Schlund weiß. —
Nordargentinien (Jujuy; auch Salta?).
Art und Varietäten ändern + ab; es werden hier
nur die gültig beschriebenen Namen aufgeführt:
v. albiseta Backbg.: mit weichen, weißen
Stachelborsten, 1 cm und mehr lg., später z. T.
wesentlich länger,
v. aureülora
subv. leucolutea (Backbg.) Backbg.: mit hell
zitronengelben oder hell eigelben Bl.; Schlund
weiß.
subv. lilacinostoma (Backbg.) Backbg.: Bl.
meist dottergelb; Schlund zartlila.
v. boedekeriana (Backbg.) Backbg.: K. stets
flachrund, glänzend dunkelgrün; Ri. an der Basis
noch zusammenhängend, bis 20; Rst. ca. 12—14;
Mst. 2—3, etwas steifer, goldbraun, bis 2,5 cm lg.,
senkrecht aufragend.
v. duursmaiana (Backbg.) Backbg.: K. oft nach
oben verjüngt, überwiegend schwarzviolett
getönt; Rst. ca. 10—12, bis ca. 5 mm lg., sehr dünn,
gläsern weiß; Mst. 1, ca. 3—4 mm lg.; Bl. schlank-
trichteriger.
v. rubelliflora (Backbg.) Backbg.: Rst. über 10,
nur 1 mittlerer, wenig länger, meist etwas dunkler;
Bl. orangerot.
v. rubriflora (Backbg.) Backbg.: K. kräftig grün;
Borstenstacheln länger, bräunlich, zuweilen ein
mittlerer etwas steifer oder dunkler; Bl. ±
bläulich-rot, heller oder dunkler,
v. sarothroides (Werd.) Backbg.: K. hell- bis
gelblichgrün; Rst. 15—16, glasigweiß; Mst. 3—4,
sowie 2 obere bis über 2 cm lg., ± verbogen,
fuchsig-braun; Bl. ca. 4 cm lg., tief feuerrot, bzw.
blutrot.
Mediolobivia blossfeldii (Werd.) Buin.:
Mediolobivia aureülora v. rubriflora (Backbg.) Backbg,
Mediolobivia blossfeldii v. compactiflora Wessn.:
Mediolobivia aureülora v. rubelliflora (Backbg.)
Backbg.
Mediolobivia boedekeriana Backbg.: Mediolobivia
aureülora v. boedekeriana (Backbg.) Backbg.
Mediolobivia braehyantha (Wessn.) Krainz (2: 2)
K. kurzzylindrisch, ca. 2 cm 0; Ri. 12; St. 7—9
(—10), ca. ö mm lg., glashell, nadelig, Fuß verdickt
und bräunlich; Mst. 0; Bl. ca. 2 cm lg., leicht glockig,
hell Scharlach; Gr. etwas verwachsen. — Heimat?
Mediolobivia columnaris (Wessn.) Krainz: Medio.
lobivia conoidea v. columnaris (Wessn.) Backbg.
Mediolobivia conoidea (Wessn.) Krainz (2:1)
K. sehr schlank-zylindrisch, zum Scheitel verjüngt,
metallisch violett-grün; Ri. nicht deutlich
erkennbar; W. schräglaufend; Rst. 4—6 Paare, 2—3 mm
lg., + anliegend, nur am Scheitel gering abstehend,
nadelig, weißlichgrau bis bräunlich, Fuß etwas
verdickt, braun; Mst. 0; Bl. ca. 1,2 cm lg., bis 2,8 cm 0,
blaß goldgelb. — Argentinien (Vulkan Chani).
v. columnaris (Wessn.) Backbg. unterscheidet
sich durch blaß graugrünen K. mit schwach
violettem Schimmer, Pet. innen goldgelb.
Mediolobivia costata (Werd.) Krainz (2: 2)
K. länglich, reich sprossend, sattgrün; Ri. nur 8—9,
undeutlich gehöckert; St. im Scheitel stärker
abstehend ; Rst. bis 12, 7 cm lg.; Mst. 0 (selten so
gestellte Rst.); Bl. bis 3,5 cm lg., orangerot; Pet,
am Rande karmin. — Heimat?
Mediolobivia costata v. braehyantha (Wessn.)
Donald : Mediolobivia braehyantha (Wessn.)
Krainz.
Mediolobivia costata v. eucaliptana (Backbg.)
Donald: Mediolobivia eucaliptana (Backbg.)
Krainz.
Mediolobivia 271
Mediolobivia digitiformis (Backbg.) Backbg.:
Mediolobivia pectinata v. digitiformis (Backbg.)
Backbg.
Mediolobivia duursmaiana Backbg.: Mediolobivia
aureillora v. duursmaiana (Backbg.) Backbg.
Mediolobivia elegans Backbg. (1)
K. kugelig, heller grün; W. zierlich, flach, spiralig
stehend, unten rötlich angehaucht; Ar. feiner, dicht
stellend; St. ca. 25 (und mehr), 2 mm bis (später nur
die längsten) 1,2 cm lg., z. T. verflochten, weißlich;
Bl. schlanktrichterig, leuchtend gelb. —
Nordargentinien (Salta, Jujuy?)
Mediolobivia euanthema (Backbg.) Krainz (2: 2)
E. länglich, polsterbildend, langrübig; Einzelk.
gestreckt, bis 5 cm h., ca. 3 cm 0, stumpf blattgrün;
Ei. ca. 10, sehr flach und schwach gehöckert; St.
im Scheitel stärker abstehend; Bst. ca. 12, 2 obere
bis 1 cm lg., glasigweiß, Fuß rötlich-braun; Mst. 0;
Bl. dreizonig: innen rötlich, dann gelbrot, außen
karminrot; Pet. oft schwach gestreift. —
Grenzgebiet zwischen Südbolivien und
Nordargentinien,
v. Iricii (Hort.) Backbg.: K. grau- bis olivgrün;
Ri. ca. 14, stark gehöckert; St. z. T. ziemlich
stark abstehend; Bl. ohne gelbrote Mittelzone,
außen dunkler, innen glänzend blutrot, ca. 3 cm
0. (Abb. 228.)
v. oculata (Werd.) Krainz: Im Gegensatz zum
Typ mit fleischfarbener R. ist die der Varietät
mattglänzend weißlich, Pet. nur zweifarbig
getönt, nach innen gelblich bis goldbronze, außen ±
bläulich karmin.
Mediolobivia euanthema v. pygmaea (sensu
Backbg.) Donald: Mediolobivia neopygmaea Backbg.
Mediolobivia euanthema v. ritteri (Wessn.) Donald:
Mediolobivia ritteri (Wessn.) Krainz.
Mediolobivia eucaliptana (Backbg.) Krainz (2: 2)
K.länglich, kleinere Gruppen bildend,hell blattgrün;
Ri. bis 9, nur zur oberen Hälfte in W. aufgelöst; Ar.
mit wenig bräunlichem Filz; St. im Scheitel stärker
abstehend, 9—11, bis 1,2 cm lg., borstig fein, an der
Spitze oft gekrümmt, gelblich; Bl. leuchtend hellrot;
Schlund krapprot; Pet. in Hochblüte stark
ausgebreitet. — Bolivien (nahe La Paz, bei Euca-
liptos).
Mediolobivia fricii Hort.: Mediolobivia euanthema
v. Iricii (Hort.) Backbg.
Mediolobivia Iuauxiana Backbg. (2: 2)
K. länglich, kleine Gruppen bildend; Ri. ca. 13,
noch deutlich erkennbar, Kanten oft scharf; St. im
Scheitel stärker abstehend, ca. 7—9, kurz, weniger
borstig fein wirkend, weißlich, später dunkler; Bl.
ziemlich groß, radförmig ausbreitend, rein
orangerot. — Heimat?
Mediolobivia haagei (irrtümlich oft M. haageana
genannt) (Fric & Schelle) Backbg.: Mediolobivia
pygmaea (R. E. Fries) Backbg.
Mediolobivia haelneriana Cullm. (2: 2)
K. länglich, dunkel-olivgrün, ca. 8 cm h., 3,5 cm 0,
mit Rübenwz.; St. im Scheitel abstehend, bis 12,
bis ca. 6 mm lg., borstig fein, gelblich, später weiß;
Bl. ca. 3 cm lg., 3,5 cm 0, blut- bis kirschrot; R.
schlank. — Heimat?
Mediolobivia kesselringiana Cullm.: Mediolobivia
aureillora v. rubrillora (Backbg.) Backbg.
Mediolobivia neopygmaea Backbg. (2: 2)
K. länglich, einzeln, auch sprossend, Scheitel
deutlich weiß wollig; Ri. sehr niedrig; St. + abstehend,
meist kurz, ganz fein, gläsern weiß, Basis dunkler;
Bl. bis 3 cm lg., hell purpurn. — Südbolivien.
Mediolobivia nigricans (Wessn.) Krainz (2: 2)
K. länglich, braungrün; Ri. ca. 11; St. im Scheitel
stärker abstehend, 8—12, längste 1 cm lg., glänzend
bronzefarben, dann weißgrau; Bl. weittrichterig,
2,5 cm 0, glänzend feuerrot; Gr. etwas basal
verwachsen. — Nordargentinien (?).
Bei der als v. peterseimii (Friö) bezeichneten
Form sind die Bl. purpurn, 3,5 cm 0.
In Sukkde. (SKG.) VII/VIII, 103. 1963,
erwähnen Buining und Donald noch eine f.
hahniana (von „Rebutia ritteri"), mit
dunkelbraunen St.; Bl. sehr kurz, orangerot; Gr. auf
3—4 mm verwachsen; R. aber trichterig. Die
Pflanze mag auch hierher gehören, wenngleich die
genannten Autoren sie zu „Reb. ritteri" stellen;
das ist Auffassungssache.
Mediolobivia orurensis (Backbg.) Backbg.:
Mediolobivia pectinata v. orurensis (Backbg.) Backbg.
Mediolobivia pectinata (Backbg.) Backbg. non Fric
(2:2)
K. länglich, hell-, bläulich- oder blattgrün; St. im
Scheitel anliegend, + gekrümmt, Fuß verdickt,
dunkler; Bl. ziemlich derbtrichterig, rot; Pet.
breiter; R. ziemlich kurz. — Bolivien,
v. atrovirens (Backbg.) Backbg.: K. glänzend
dunkelgrün; St. weißlich, obere braun. — Nord-
argentinien.
v. digitiformis (Backbg.) Backbg.: K. mehr
gestreckt, in die gleichförmige Rübe übergehend,
graugrün; zuweilen ein oberer, mittlerer Rst.
länger; Bl. feuerrot. — Nordargentinien,
v. neosteinmannii Backbg.: K. gestreckter, +
hellgrün; Bl. radförmig öffnend bis etwas glockig,
rein rot, Mitte etwas heller.
272 Mediolobivia — Melocactus
v. orurensis (Backbg.) Backbg.: K. kleine,
mehrköpf ige Polster bildend, dunkel-olivgrün; St. nur
1—2 mm lg., gelblichweiß; Bl. breittrichterig;
Pet. schmäler, rot; Schlund dunkler (?).
Mediolobivia pygmaea (R. E. Fries) Backbg. (2:2)
K. einzeln oder sprossend, mit längerer Rübe, grau-
bis hellbläulichgrün; St. im Scheitel stark kamm-
förmig anliegend, bis 12, 2—3 mm lg., dünn, Basis
etwas verdickt und dunkler, oben gläsern hell; Bl.
zierlich-röhrig, von rosa bis lachs, variabel, z. T.
streifig; Pet. ziemlich breit. — Nordargentinien
(Prov. Jujuy).
v. flavovirens (Backbg.) Backbg.: K. mehr
gelbgrün; St. schmutzig gelb weiß mit bräunlichem
Fuß, im Scheitel alle bräunlich.
Mediolobivia ritteri (Wessn.) Krainz (2: 2)
K. + kugelig, bis gestreckt, graugrün; Ri. ca. 15,
stärker gehöckert, fast völlig aufgelöst; St. im
Scheitel abstehend, z. T. aufgerichtet, 8—10, bis 1 cm lg.,
nadelartig, weißgrau, oberstes Paar braun, Fuß und
Spitze dunkler; Bl. ca. 4 cm lg., 4,5 cm 0, feurig-
zinnober; Schlund rotviolett. — Bolivien (bei
Escayache).
v. pilifera (Fric) Backbg. weicht vom Typus ab
durch rein weißliche St., diese oft länger und +
verflochten; Bl. purpurrot.
Mediolobivia rubelliflora Backbg.: Mediolobivia
aureiflora v. rubelliflora (Backbg.) Backbg.
Mediolobivia rubriflora Backbg.: Mediolobivia
aureiflora v. rubriflora (Backbg.) Backbg.
Mediolobivia sarothroides (Werd.) Buin.:
Mediolobivia aureiflora v. sarothroides (Werd.) Backbg.
Mediolobivia schmiedcheniana (Kohl.) Krainz (2:1)
K. sehr schlank-zylindrisch, dunkel braungrün,
reicher sprossend; W.-Reihen 13—16, ziemlich gerade
herablauf end; St. überwiegend anliegend, am Scheitel
etwas abstehend, bis 12, 3—5 mm lg., borstig dünn,
grau und bräunlich; Bl. 3 cm lg., 3,5 cm 0, tief
goldgelb; Schlund blaßgelb. —
Nordargentinien (Salta, Vulkan Chani; auch die var.).
v. einsteinii (Fric) Backbg.: W. spiralig
herablaufend; St. sehr kurz bis fehlend, im Scheitel
abstehend; Knospen bronzeschwarz; Bl. größer,
v. karreri (Fric) Backbg.: K. grüner; St.
spreizend abstehend; Bl. ziemlich groß, gelb,
v. rubriviridis (Fric) Backbg.: K. stark rot
getönt; St. länger und abstehend, schräg seitlich
aufwärts gerichtet; Bl. gelb, größer,
v. steineckei (Fric) Backbg.: K. rein grün; St.
etwas länger, abstehend und dichter; Bl. klein,
rein gelb.
Mediolobivia spiralisepala Jajö (2:2?)
K. später ± verlängert, dunkelgrün; W. spiralig
gestellt; Rst. bis ca. 16, bis ca. 8 mm lg., ziemlich
steif, unregelmäßig gebogen; Mst. 4, ca. 2 cm (und
mehr) lg., stärker gewunden; St. dunkelbraun mit
gelblichem Fuß, später graubraun; Bl. ca. 3,2 cm lg.
und 0, orangerot, rötlicher Mittelstreifen. —
Heimat? (Abb. 229.)
Typisch ist die kräftige, gewundene Mittelbestach-
lung.
Mediolobivia steinmannii Hort, (non Solms-Laub.:
Aylostera): Mediolobivia pectinata v. neostein-
mannii Backbg.
Megalobivia bruchii (Br. & R.) Y. Ito und M. ko-
rethroides (Werd.) Y. Ito: Soehrensia bruchii (Br.
& R.) Backbg. und S. korethroides (Werd.) Backbg.
Melocactus (Tourn.) Lk. & 0. (187)
Die Pflanzen dieser Gattung gehören zu den ältesten
bekannten Kakteen, früher als „Melonendistel"
bezeichnet: Kugelige oder verlängerte Körper, einzeln
oder auch sprossend, später ein filziges, +
borstendurchsetztes Cephalium bildend, dieses flach,
halbrund, kugelig bis kurz- oder ziemlich
langzylindrisch. Aus ihm erscheinen die kleinen, glockig-
trichterigen, rötlichen Blüten. Die Bestachlung ist
oft bei ein und derselben Art sehr variabel. Die
schlankkeulige, rote oder weiße Frucht wird bei
Reife hervorgeschoben und trocknet dünnhäutig
auf; sie enthält matt- oder glänzend-schwarze
Samen. Einige Arten können geteilte Schöpfe oder
darüber Neutriebe mit wieder neu entstehenden
Cephalien bilden.
An Jungpflanzen ist die Art oft schwer festzustellen,
meistens nur als ausgewachsenes Material mit
typischem Schöpf. Wichtig ist dafür auch die Kenntnis
der Blütengröße. Als bisher bekannt können
41 Arten gelten. Die zahlreichen Synonyme einiger
Spezies erklären sich aus ihrer größeren
Variationsbreite. — Verbreitung: Von Mexiko, Guatemala
und Honduras über Westindien nach Südamerika
bis Mittelperu und Nordbrasilien. [Mit Cephalium
schwierig, bei P. der Sämlinge meist wüchsig.]
Melocactus aeunai Leon
K. später zylindrisch, bis 30 cm h., bis 9 cm 0,
mitunter oben verzweigend; Ceph. zuletzt länglich,
bis 10 cm h., 8 cm 0, später unten dichtborstig;
Rst. ca. 12, bis ca. 1 cm lg., pfriemlich, + gebogen,
hell-, dann dunkelbraun; Mst. 3—4, bis 5 cm lg.,
stärker; Bl. 3 cm lg., dunkelrot. — Kuba (Maisi,
Küste).
Melocactus amoenus (Hoffm.) Pfeiff.
K. später verjüngt-kugelig, bläulichgrün; Ceph.
breitflach, kräftig weißwollig, wenig borstig; Ri.
bis 12, etwas zusammengedrückt, scharfkantig;
Rst. ca. 8, bis 1,2 cm lg.; Mst. 1, bis 1,6 cm lg., auf-
Melocactus 273
gerichtet; St. pfriemlich, + gerade, rötlich, bzw.
rotbräunlich; Bl. 2,5 cm lg., hellrot, Saum
ausgebreitet. — Küste Venezuela—Kolumbien.
Melocactus amstutziae Rauh & Backbg.
K. pyramidisch, bis 11 cm h., Basis ca. 13 cm 0, am
Scheitel ca. 9 cm 0, graugrün; Ceph. hochrund,
5—6 cm lg., ca. 7 cm 0, rotborstig; Ri. ca. 13; Rst.
meist 3—4 beiderseits + zum Körper gebogen, bis
2,5 cm lg., oberseits stark abgeflacht, fast kantig,
oben kielig, dunkelbraun; Mst. 0, zuweilen 1 St. als
mittlerer gestellt; Bl. karminrot. — Peru (Rimac-
Tal).
Melocactus antonii (Britt.) Knuth: Melocactus in-
tortus v. antonii (Britt.) Backbg.
Melocactus bahiensis (Br. & R.) Werd.
K. kugelig, später manchmal etwas gestreckt, bis
10 cm h. und 15 cm 0, stumpfgrün; Ceph. niedrig,
mit vielen dunkelbraunen Bst.; Ri. 10—12; Rst.
7—10, bis 2,5 cm lg.; Mst. ca. 4, bis 3,5 cm lg.; St.
braun, später grau; Bl. rosa, kürzer. — Brasilien
(Bahia, bei Machado Portella).
Melocactus bellavistensis Rauh & Backbg.
K. später pyramidisch, bis 50 cm lg., bis 40 cm 0,
dunkel- bis blaugrün; Ceph. zylindrisch werdend,
bis 30 cm lg., 10 cm 0, nicht selten verdoppelnd;
weißwolliger Scheitel, von leuchtend roten Bst.
überragt; Ri. 12—20, + scharfkantig; Rst. beiderseits 3,
bis 1,2 cm lg., gekrümmt, rötlichgrau, sowie 1
kürzerer oberer und 1 längerer unterer; Mst. 0;
Bl. 0,5 cm 0, hell karminrot. — Nordperu
(zwischen Chamaya und Jaen und bei Bellavista).
Melocactus broadwayi (Br. & R. )Backbg.
K. kugelig, später etwas verlängert, bis 20 cm h.,
gelblichgrün; Ceph. flachrund, nur ca. 2—3 cm h.,
weißwollig, mit weichen braunen Bst.; Rst. 8—10,
1—1,5 cm lg., + einwärts gebogen, nadelig, horn-
farben, + braunspitzig; Mst. 1 (bis 2—3) etwas
kräftiger, anfangs ganz braun; Bl. kürzer, purpurn.
— Inseln Tobago und Grenada.
Melocactus caesius Wendl.
K. + kugelig, hechtgrau; Ceph. hochkugelig, unten
stärker borstig; Ri. ca. 10, breitrund; Rst. ca. 7,
meist der unterste der längste; Mst. 1, nicht länger;
St. mäßig stark; Bl. klein, leicht ausgebreitet. —
Trinidad (Patos-Insel).
Melocactus communis Lk. & O.
K. kugelig bis eiförmig, + dunkelgrün; Ceph. anfangs
flach, im Alter lan^zylindrisch, mit purpurbraunen
Bst. untermischt; Ri. 8—14 (—20); Rst. meist 8—9,
der oberste der kürzeste, der unterste 2 cm und
mehr lg.; Mst. ca. 3, bis 1,7 cm lg.; St. steif, gerade,
gelblich bis hellbräunlich, seltener weißlich; Bl.
ausgebreitet ca. 1,8 cm 0, dunkel rosenrot (K. Sch.:
bis 3 cm lg.). — Westindien. (Abb. 230.)
Melocactus coronatus (Lam.) Backbg. (T.)
K. + zylindrisch werdend, bis ca. 1 m h.; Ceph. bis
3—5 cm h., 10 cm br., mit langen braunen Bst.; Ri.
10—15; St. ca. 10—12 (und mehr), bis 5 cm lg.,
kräftig, gelblich bis braun; Bl. bis 4 cm lg.,
engzylindrisch, karminrot; Fr. 5—6 cm lg., keulig. —
Jamaika (trockene südliche Gebiete).
Melocactus curvispinus Pfeiff.
K. gedrückt-kugelig; Ceph. flach-halbrund mit
wenigen Bst.; Ri. 10—12; Rst. 7, bis 1,6 cm lg., +
stark gekrümmt, bräunlich bis weißlich; Mst. (1—) 2,
bis 2,5 cm lg., pfriemlich, anfangs dunkler; Bl.
klein. — Mexiko.
Melocactus delessertianus Lem.
K. kugelig, leicht verjüngt, bis 10 cm h., 9 cm 0,
graugrün; Ceph. ca. 4 cm h., 5 cm 0, mit
zahlreichen, bis 3 cm lg., orangeroten Bst. durchsetzt;
Ri. 15, + spiralig; Rst. 9—10, bis 2 cm lg.,
pfriemlich, leicht zum Körper gebogen; Mst. 2,
untereinander, der obere aufgerichtet, bis 2,5 cm lg., der
untere bis 2,8 cm lg.; St. alle grau mit rosa Hauch,
rötlichbraun gespitzt; Bl. 2,5 cm lg., purpurrosa;
Fr. ca. 3 cm lg. — Mexiko (Jalapa).
Melocactus depressus Hook.
K. niedergedrückt-pyramidisch, ca. 8 cm h., 15 cm
0, lebhaft grün; Ceph. flach mit kurzen braunen
Bst.; Ri. ca. 10, breit, stumpflich; St. 5—7, bis
2 cm lg., bräunlich bis aschgrau; Bl. unbekannt;
Fr. ca. 2,5 cm lg., hellkarmin bis rosenrot. —
Brasilien (bei Pernambuco).
Melocactus ernestii Vpl.
K. später stark länglich; Ceph. fast scheitelbreit, im
älteren Teil von dichtstehenden Bst. überragt; Ri.
10, scharf, leicht gedreht; St. ca. 10 (und mehr?),
3 später deutlich schräg abwärts gerichtet,
zumindest einer zuweilen länger als die halbe
Pflanzenhöhe; Bl. klein, breit öffnend; Farbe? — Brasilien
(Bahia, Rio da Contas).
Melocactus fortalezcnsis Rauh & Backbg.
K. bis 20 cm h., 10 cm 0, graugrün; Ceph.
dickzylindrisch, bis ca. 10 cm lg., 6 cm 0, von roten
Bst. durchsetzt; Ri. 9—12, + stumpf kantig; Rst.
bis 10, bis 4 (—6) cm lg., + gebogen; Mst. 1—3, bis
6 cm lg., meist untereinander, 1 vorgestreckt und +
aufwärts gekrümmt; St. im Neutrieb rötlich, später
schwarz, sehr derb, z. T. etwas gerieft, Basis +
verdickt; Bl. ca. 1 cm 0, flach ausgebreitet, kar-
min; Fr. karmin. Cephalium auch aus
Scheitelsprossen, z. T. dichotomisch geteilt. — Peru (Rio
Fortaleza).
Melocactus guaricensis Croiz.
K. gestutzt-kugelig bis -konisch, bis 10 cm h., ca.
9 cm 0, gelblichgrün; Ceph. breit-halbkugelig, bis
4 cm h., 8 cm br., Bst. rötlich; Ri. ca. 10; Rst. und
274 Melocactus
Mst. 7—9, bis ca. 1,8 cm lg., alle leicht gebogen,
später steif, dunkelgelb bis dunkelbraun, jüngere
reifig; Bl. ?; Fr. bis 1,5cm lg. — Venezuela
(Guárico, nördl. Parmana).
Melocactus guitarti Leon
K. gedrückt-rund, bis ca. 11 cm h., 15 cm 0; Ceph.
bis ca. 3 cm h., 8 cm 0, wenig von rotbraunen Bst.
überragt; Ri. 12; Rst. 9—10, bis 2,5 cm lg.,
waagerecht spreizend, leicht gebogen, zuweilen rötlich,
sonst gelblich, steif; Mst. 2, bis 3,5 cm lg., etwas
stärker als die Rst., abstehend, gelblich; Bl. bis 4 cm
lg., ausgebreitet bis umbiegend, tiefrosa; Fr. 3 bis
4 cm lg., keulig, glänzend rot. — Kuba (Sierra de
Jatibonico).
Melocactus harlowii (Br. & R.) Vpl.
K. gestreckt-ovoid, werdend, bis 25 cm h., hellgrün;
Ceph. bis 7,5 cm Höhe und Breite erreichend;
Ri. 12; Rst. ca. 12, bis 3 cm lg., dünn, spreizend,
rötlich, später strohfarben; Mst. bis 4, bis 2 cm lg.,
etwas kräftiger; Bl. ca. 2 cm lg., rosenrot; Fr. ca.
2 cm lg., rot. — Ost-Kuba (Guantánamo-Gebiet).
Melocactus havannensis Miqu. ist wohl mit
Melocactus guitarti Leon identisch bzw. dessen erster
Name.
Melocactus hispaniolicus Vpl., als Synonym von
M. lemairei (Monv.) Miqu. angesehen, weicht aber
durch flaches* Ceph., von fast stachelartigen, +
rubinroten Bst. überragt, wesentlich ab, so daß er
wohl eine gute eigene Art ist. — Haiti (Gonaives).
Melocactus horridus Werd.
K. bis ca. 12 cm h., graugrün, fast pyramidisch;
Ceph. ca. 3 cm h., 5—6 cm 0, mit roten, nadeligen
St.; Ri. ca. 12, etwas gekerbt; Rst. 8—10, horizontal
spreizend, 1—5 cm lg., steif, pfriemlich, Basis
verdickt, rostrot; Mst./3—4, bis 3 cm lg., vorgestreckt,
kräftig; Bl. und Fr. unbekannt. — Brasilien (Per-
nambuco, Villa Bella).
Melocactus huallancaensis (huallancensis) Rauh &
Backbg.
K. pyramidisch verjüngt, bis ca. 8 cm h., bis 13 cm
0, blaugrau-grün; Ceph. bis 3 cm h. (und mehr?),
ca. 6,5 cm 0, mit wenigen bräunlich-roten Bst.;
Ri. 14; Rst. je 4 beidseitig spreizend, bis 2 cm lg.,
1 oberer aufrechter ca. 1 cm lg., mit dünnerem
Beist., 1 mittlerer unterer, abwärts weisend, bis
1,5cm lg.; Ityst. 1, vorgestreckt, leicht gebogen,
etwas derber*/St. dünn, elastisch, weißlich oder +
blaßrötlich, Spitze und Basis oft dunkler, später
vergrauend; Bl. rot, weit hervortretend, nur wenig
ausbreitend, Perigonbl. fast aufrecht; Fr. rot, bis
2 cm lg. — Nordperu (Santa-Tal, bei Huallanca).
Melocactus intortus (Mill.) Urb.
K. kugelig, später zylindrisch, bis 1 m h., + blaß-
grün; Ceph. breitrund, später kurzzylindrisch, mit
braunen Bst.; Ri. 14—20, dick, + gedreht; St.
7—10—15, 2—7 cm lg., kräftig, gelb bis braun; BL
bis 2 cm lg., rosa; Fr. rot. — Westindische
Inseln,
v. antonii (Britt.) Backbg.: mehr ovoider K.
mit unten stärker verbreiternden Ri.; St. dünner,
länger; Bl. weniger herausragend; Fr. oben rot,
unten weiß. — Insel Desecheo bei Puerto Rico.
Melocactus jansenianus Backbg.
K. kugelrund, bis 20 cm 0, graugrün; Ceph.
langzylindrisch werdend, bis 20 cm lg., 8 cm 0, von
bräunlichen Bst. dicht durchsetzt; Ri. ca. 10,
später verflachend; Rst. ca. 10, + zum Körper
gebogen, oben kürzere, der unterste der längste; Mst.
1 (—3), 2—3 cm lg., + gebogen; St. kräftig
bräunlich, später schwarz, untere mit verdickter Basis;
Bl. sehr klein, leuchtend rot; Fr. ca. 2,5 cm lg.,
schlank, rot. — Peru (Libertad, Küstenvorland).
Melocactus lemairei (Monv.) Miqu.
K. bis 30 cm h., bis 20 cm 0, meist schlanker,
Oberteil verjüngt; Ceph. bis 10cm h., mit braunen Bst.;
Ri. 9—10; Rst. 8—12, 2—3 cm lg.; Mst. 1—2—3;
St. kräftig, + abgeflacht, hornfarben bis bräunlich;
Bl. ca. 2 cm lg., rosa; Fr. schlank, rosa. — Hi-
spaniola (Santo Domingo).
Melocactus lobelii Sur.
K. + kugelig, ca. 16 cm h. und br.; Ceph. flachrund,
ca. 2,5 cm h., 7,5 cm 0, Bst. braun; Ri. 12—14, +
scharfkantig; Rst. 7 (—10), 1,5—3 cm lg.,
sternförmig strahlend, z. T. + zurückgebogen; Mst.
(1—) 2—3, bis 4 cm lg., + gebogen; St. nadelig,
gelblich oder hellbräunlich-hornfarben,
dunkelbraun gespitzt, meist etwas reif ig; Bl. bis ca. 3,5 cm
lg., purpurn; Fr. rot. — Venezuela (Insel Marga-
rita).
Melocactus macrocanthos (SD.) Lk. & O.
K. kugelig, bis 30 cm 0, blaßgrün; Ceph. zuletzt
bis 20 cm h., bis 10 cm 0, von braunen Bst.
durchsetzt bzw. überragt; Ri. 11—15, gerundet; St. in
Zahl und Länge variabel, gelb bis bräunlich, Rst.
bis 15, 3 cm (und mehr) lg., nadelig, spreizend;
Mst. 4 (und mehr), ungleich lg., bis 7 cm lg., stärker,
pfriemlich; Bl. ca. 2 cm lg.; Fr. dickkeulig, bis 2 cm
lg., glänzend rot. — Cura<jao-Inseln. Eine der
variabelsten Arten, daher viele Synonyme.
Melocactus macrodiscus Werd.
K. + gedrückt-kugelig, bis ca. 14 cm h., 18 cm 0,
stumpf hell- bis satter grün; Ceph. scheibenförmig,
später + verlängert, dicht mit roten Bst.
durchsetzt; Ri. ca. 11, scharfkantig; Rst. bis 9, bis 2 cm
lg., kräftig-pfriemlich, + gebogen und anliegend;
Mst. (0—) 1, bis 2 cm lg.; St. bereift grau, z. T.
rötlich-bräunlich getönt; Bl. nicht hervorstehend, bis
5 mm 0, rosenrot; Fr. violett-rosa. — Brasilien
(Bahia Brejinhos, bei Caeteté).
Melocactus 275
Melocactus matanzanus Leon
K. kugelig bis gedrückt-rund, bis 8 cm h., bis 9 cm
0; Ceph. ca. 4 cm h., .bis 6 cm 0, Bst. dicht und
fein, orangerötlich; Ri. 8—9, + scharfkantig, vor-
gezogen-geschweift; Rst. 7—8, bis 1,5 cm lg.,
spreizend; Mst. 1, selten länger; St. anfangs rötlich, bald
gelblich-weiß; BI. wenig hervortretend, ca. 1,7 cm
lg., rosa; Fr. blaßrosa (bis weiß). + Variable Art. -
Kuba (Matanzas).
Melocactus maxonii (Rose) Gurke
K. kurz-kegelig, 10—15 cm h., dunkelgrün; Ceph.
nicht groß, breiter als hoch, Bst. braun; Ri. 11—15,
+ rundkantig; Rst. meist 9, zuweilen noch einige
kleinere, spreizend oder gekrümmt, hell- oder
rosenrot mit weißlichem Schimmer, später
bernsteinfarben; Mst. 1 (—2), kurz, fast rechtwinklig
abstehend; Bl. klein, rosenrot; Fr. rot. — Guatemala
(bei El Rancho und Salama).
Melocactus melocactoides (Hoffm.) DC.
K. flachrund,ca. 8 cm h., 15 cm 0, hellgrün; Ceph.
klein; Ri. ca. 10, breit, gerundet; Rst. 5—8, ±
gebogen, gekantet, blaßbraun, vergrauend; Bl. rosa;
Fr. bis 2,5 cm lg., weiß (bis ganz blaß rosa). —
Brasilien (Cabo Frio).
Melocactus neryi K. Sch.
K. niedrig-rund, bis 11 cm h., 14 cm 0,
dunkelgrün; Ceph. ca. 5 cm h., 7 cm 0, mit 2 cm lg., roten
Bst. durchsetzt; Ri. 10, scharfkantig; St. 7—9,
gerade oder leicht gebogen, grau, der unterste bis
ca. 2,7 cm lg., dieser schwach gefurcht, zuweilen 1
als Mst. gestellt; Bl. ca. 2,2 cm lg., karminrot; Fr.
hell karminrot. — Brasilien (Amazonas, am
Aracá-Fluß).
Melocactus oaxacensis (Br. & R.) Backbg.
K. kugelig bis länglich, bis ca. 15 cm 0; Ceph.
flach, nur ca. 2—3 cm h.; Ri. 11—15, ± gerundet;
Rst. 8—12, bis 2 cm lg., + gebogen; Mst. 1 (—2),
aufrecht bzw. vorgestreckt; St. zuerst rötlichbraun,
später grau; Bl. schlank, dunkelrosa; Fr. glänzend
Scharlach. — Mexiko (Oaxaca).
Melocactus obtusipetalus Lem.
K. kugelig, dann pyramidenförmig, ca. 22 cm h., arn
Grund 16 cm 0, graugrün; Ceph. flachrund, aus
langer weißer Wolle wenige purpurrote Bst.
durchstoßend; Ri. 10, scharf, gekerbt; Rst. 8—11, bis
2,2 cm lg., steif, ± gebogen, strahlend, pfriemlich,
geringelt, weiß-bräunlich; Mst. meist 2, oberer
vorgestreckt, unterer abwärts gerichtet; Bl. bis 2,5 cm
0, rosa.— Kolumbien [Sta. Fé de Bogota, 2800 m
(?)]•
Melocactus onychacanthus Ritt. (FR ?), „weiße
Krallen", ist z. Z. noch unbeschrieben.
Melocactus oreas Miqu.
K. + kugelig, bis ca. 12 cm h., stumpf hell- bis
sattgrün; Ceph. flach, 4,5 cm 0, rubinrote Bst.,
nicht auffällig hervorragend; Ri. bis 14 (und mehr) ;
Rst. bis 12, von 1 cm (die obersten) bis 7,5 cm (der
unterste) lg.; Mst. meist 4, bis 5 cm lg.; St. kräftig,
nadelig, biegsam, oft vom Körper abgebogen,
durchsichtig hornbraun bis rötlich, Fuß heller, später
bereift, gelblich mit + dunklerer Spitze; BI. und
Fr. ? — Brasilien (Bahia).
Melocactus peruvianus Vpl.
K. kugelig bis leicht pyramidisch-breitrund,
graugrün; Ceph. 2—8 cm h., ca. 6,5 cm 0, zahlreiche
stechende, rötlich-braune Bst. ca. 5 cm
herausragend; Ri. 12—14, mit leicht gewellten Flanken
und scharfer Kante; Rst. (7—) 10, meist je 4 nach
den Seiten strahlend und je 1 nach oben (der
kürzeste, bis 1,5 cm lg.), 1 nach unten gerichtet,
die untersten bis 3 cm lg.; Mst. 0—1, 2—4cm lg.,
schräg aufwärts gerichtet; St. sehr kräftig, starr,
stark stechend, feucht: rotbraun; Bl. dunkelrosa,
flach ausgebreitet; Fr. rot. — Mittelperu (bei
Chosica).
Hinsichtlich Körperform und -große als auch der Be-
stachelung stark variierend; es weichen stärker ab:
v. canetensis Rauh & Backbg.: K.
niedrig-rundlich, bis ca. 15 cm h.; Ceph. ca. 10 cm h. und 0,
mit derben karminroten, später braunroten Bst.
durchsetzt und von den oberen verflochtenen St.
gesäumt; Bl. karminrot. — Mittelperu (Canete-
Tal).
v. lurinensis Rauh & Backbg.: K. breitrund, bis
ca. 10 cm h. und 0; alle St. wirr verflochten und
gekrümmt, stark krallig gebogen bis fast schleifig,
einige + zusammengedrückt, anfangs braun; Bl.
und Fr. karmin. — Mittelperu (Lurin- bis
Eulalia-Tal).
Melocactus pruinosus Werd.
K. kugelig-ovoid, 10—12 cm h., 11—14 cm 0,
reifiggrün; Ceph. tellerförmig, bis 7 cm 0; Ri. 9—10;
Rst. 5—6 (zuweilen 2—3 kleinere Beist.), bis 3 cm
lg., obere kürzer, pfriemlich, strahlend, rötlichbraun;
Mst. 1, 2 cm lg., aufrecht; BI. und Fr. ? —
Brasilien (Bahia, Sierra de Espinhaco).
Melocactus ruestii K. Sch.
K. kurz-kegelig bis ± kugelig, blaugrün, bis 15 cm
0; Ceph. klein, erhöht, mit steifen, braunen Bst.;
Ri. 11—19; Rst. 5—8, 2,5—3 cm lg., pfriemlich,
spreizend oder zurückgebogen; Mst. 1, bis 3 cm lg.,
pfriemlich; St. zuerst dunkelbraun; Bl. klein, rot.
(Beschreibung nach Br. & R.) — Honduras (bei
Comayagua). Ceph. weißwollig, Bst.-St. lang!
Melocactus salvadorensis Werd.
K. halbkugelig, bis 12 cm 0, hellgrün; Ceph.
flachrund, ca. 1—2 cm h., 5—6 cm 0, mit roten
nadeligen St.; Ri. 10—12, + scharfkantig; Rst. 8—9,
276 Melocactus — Micropuntia
pfriemlich, horizontal spreizend, rötlich; Mst. 0—1,
bis 2,5 cm lg.; Bl. und Fr. ? — Brasilien (Bahia,
San Salvador).
Melocactus tmjilloensis (trujillensis) Rauh &
Backbg.
K, + pyramidisch-kugelig, bis 11 cm h., 8—11 cm
0, hellgrün; Ceph. breitrund, bis 3 cm h. (und
höher?), bis 6 cm 0, lebhaft karminrote Bst., dicht
und deutlich hervortretend, im Zentrum geringer;
Ri. 10; Rst. 10—12, 2 cm lg., untere bis 3 cm lg.;
Mst. 1—4, derb-pfriemlich, Fuß verdickt; zuweilen
1—2 obere, viel kürzere und dünnere Beist.; St.
hechtgrau-rötlich, etwas glasig, dunkelbraun
gespitzt; Bl. flach ausgebreitet, hellkarmin; Fr. dick-
keulig, hellkarmin. — Peru (Trujillo-Gebiet).
v. schoenii Rauh & Backbg.: K. gestreckter, bis
12 cm lg., unten 10 cm 0; Ceph. hochrund, ca.
5 cm h. und 0, dicht rotborstig; St. braun bis +
schwärzlich, Basis verdickt.
Melocactus unguispinus Backbg.
K. gestreckt, bis ca. 20 cm h., meist oben (und
unten) etwas verjüngt; Ceph. flach halbrund, später
höher, bis 5 cm h., 6 cm 0, + stark von Bst.
durchsetzt, zuweilen etwas übergreifend; Ri. ca.
14, stumpf lieh; Rst. 8—9 (—12), allseitig strahlend,
+ gekrümmt, oberste die kürzesten, 1 längster nach
unten weisend; Mst. 1 (—3) vorgestreckt, leicht
aufwärts weisend, Fuß verdickt; Bl. klein, hellrot; Fr.
dunkelrot. — Nordperu (östlicher Trockenbusch
der Sechura).
Melocactus violaceus Pfeiff.
K. kurz kegel- oder kugelförmig, bis 12 cm h., bis
10 cm 0, dunkelgrün; Ceph. halbkugelig bis
verlängert, bis 5 cm h., bis 7 cm 0, mit roten oder
violetten, derberen Bst.; Ri. 10—12, scharfkantig;
Rst. 5—7, 0,5—2 cm lg., + gekrümmt, auch gerade,
pfriemlich, rötlich bis violett, vergrauend; Mst. 0—1,
bis 2 cm lg.; Bl. wenig herausragend, dunkel
fleischrot; Fr. schlankkeulig, rot. — Brasilien (bei Rio de
Janeiro).
Melocactus zehntneri (Br. & R.) Backbg.
K. später zylindrisch, bis 30 cm h., Oberteil
gestutzt; Ceph. dickzylindrisch, + in Scheitelbreite;
Rst. bis 2,5 cm lg., + gebogen, stielrund, kräftig,
dunkelbraun; Mst. 1, spreizend oder aufgerichtet;
Bl. rosa; Fr. rot. — Brasilien (Ebene bei Joazeiro).
Mesechinopsis Y. Ito(1957): Pseudolobivia Backbg.
(1946).
Micranthocereus Backbg. (176)
Eine bislang monotypische Gattung niedriger, von
unten verzweigender, schlanktriebiger Cereen, der
bläulich bereifte Körper in der Blütenregion fast
völlig von weißer Wolle und weißen Stacheln
umhüllt. Jeweils auf der Nordwestseite bildet sich aus
mit borstenartig veränderten Stacheln durchsetzter,
dickerer Areolenwolle eine Art Pseudocephalium.
Daraus erscheinen oft gleichzeitig bis zu 30—40 sehr
kleine, rosa Blüten, deren Röhreninneres unten
ringsum mit winzigen Schüppchen versehen ist, und
später die kahlen, kleinen Deckelfrüchte mit
glänzend schwarzbraunen Samen. Jungpflanzen sind
ziemlich langhaarig und bilden um den Fuß einen
Kranz goldgelber, bis 10 cm langer Borsten, ähnlich
wie bei Thrixanthocereus. — Verbreitung:
Brasilien (Bahia, bei Caeteté). [Wohl nicht in
Kultur.]
Micranthocereus polyanthus (Werd.) Backbg. (T.)
K. bis 1,25 m h.; Tr. schlank, bis ca. 5 cm 0; Ri.
ca. 15—20, gerade herablaufend; Rst. ca. 20—30,
0,5—1,2 cm lg., etwas schräg abstehend, nadelig,
weißlich bis goldgelb; Mst. schwer trennbar, meist
3—7, davon 1—3 wesentlich stärker, einzelne bis
3 cm lg., goldgelb oder hellbräunlich, oft auch
rötlich; Bl. bis 1,8 cm lg., kahl; Fr. 5—7 mm lg.,
rosenrot, unten blasser. — Standort s. oben.
(Abb. 231.)
Micropuntia Das ton (14)
Einzelne oder polsterbildende zwergige Pflanzen mit
Rübenwurzeln, die lang verzweigen. Die
zylindrischen bis keuligen Glieder entstehen z. T. aus dem
Rübenhals oder einem kurzen Stämmchen. Die
Blätter sind klein, (immer ?) rötlich, die Stacheln
zierlich und biegsam. Die Blüten erscheinen am
Triebende, mit dünn und + dicht bestacheltem
Ovarium; es sind vereinzelt auch eingesenkte Blüten
gesehen worden (Schattat), wie dies zuweilen auch
bei Erdisia, Op. johnsonii, Wilcoxia albiflora usw.
beobachtet wurde.
Die Berechtigung des Genus ist umstritten. Daston
gab als wichtigstes Merkmal das Fehlen von Glo-
chiden an. Wiegand meinte, solche beobachtet zu
haben, es waren aber nur winzige Stacheln.
Untersuchungen Schattats im Jardin Botanique ‚‚Les
Cédres" erwiesen, daß Glochiden bei allen dort
vorhandenen 4 Arten fehlen. L. Benson (USA) läßt
die Zugehörigkeitsfrage angesichts des fehlenden
Typmaterials offen, vermutet aber, daß die Micro-
puntia-Arten zum Formenkomplex der Coryno-
puntia pulchella gehören könnten. Das ist ein
Irrtum, denn diese weist ungewöhnlich lange Glochiden
auf. Letzte Klarheit erbrachte auch hier wieder die
Beobachtung an lebenden Pflanzen; bei
deponiertem Typmaterial hätte man nicht gewußt, ob
Glochiden gewöhnlich fehlen oder — was sicher in
anderen Fällen des Vorhandenseins der Fall gewesen
wäre — sich gelöst hätten und verschwunden wären.
„Fotografisches Typmaterial mit Makrofotos"
erweist sich auch hier als überlegen, besonders wenn es
Micropuntia — Mila 277
farbig ist. Die Blüten sind nur einen halben bzw.
nur einen Tag geöffnet, im Verhältnis zum Trieb
ziemlich groß, anscheinend alle (wenigstens soweit
bekannt) hell purpurrot. Da die Körper aber
ziemlich verschiedene Form haben, z. T. so
dünnzylindrisch, daß sie auch deswegen nicht zu anderen
Gattungen gestellt werden können, sodann auch
wegen der meist reduzierten Glochiden (d. h. an un-
gepfropften Stücken), kann man Micropuntia als
gutes Genus ansehen. Nur bei stark wüchsigen
Pfropfungen erscheinen hier und da die sonst
reduzierten Glochiden mitunter wieder, wie bei einer Art
beobachtet wurde.
Die Gattung umfaßt heute 6 Spezies. —
Verbreitung: USA (Utah, Nevada, Kalifornien,
NW-Arizona). [Die Pflanzen wachsen nur gepfropft gut,
am besten auf Opuntia tomentosa.]
Micropuntia barkleyana Daston
K. später keulig, rundlich gehöckert; Rübe länglich,
bis 10 cm lg..; Rst. 4—6, ca. 1 cm lg.; Mst. 2—3
(selten 4), ca. 1,5 cm und mehr lg., Basis verdickt;
St. zusammengedrückt, schmutzig silbrig-grau. —
Utah (westlich Milford).
Micropuntia brachyrhopalica Daston (T.)
K. zwergig-keulig, Basis dünn; Rübe ca. 5 cm lg.,
dickrundlich, Wz. bis zu 30 cm lg. verzweigend; Tr.
rundlich gehöckert, auch rötlich überlaufen; Ar.
oben mit weißlichen Härchen; Rst. 5—6 (?), ca.
3mm lg.; Mst. 1, etwas gebogen, 0,5 cm lg. (und
länger?), Basis verdickt; St. nicht abgeflacht,
biegsam, weiß. — USA (SW-Utah, beim Desert Experi-
mental Ranch, westlich von Milford).
Micropuntia gracilicylindrica Wiegand & Backbg.
K. oft mit Stämmchén; Tr. zierlich-langzylindrisch,
nicht keulig werdend, bis 20 cm lg., 6—9 mm 0,
schwach um die Areolen erhöht; Ar. winzig, kaum
sichtbar filzig; Rst. bis ca. 16—20, bis 3 (—6) mm
lg.; Mst. 1, zum Fuß hin verdickt; St. alle angepreßt,
meist abwärts weisend; BI. rosa-rot, nur einen
Vormittag offen; Ov. fein weiß bestachelt. — USA
(Nevada). (Abb. 232.)
Micropuntia pygmaea Wiegand & Backbg.
K. aus oberem Wz.-Hals oder sehr dünnem
Stämmchen; Tr. länglich-kugelig, nur bis 2,5 cm
lg., ca. 6 mm 0, um die Ar. schwach
erhaben; Rst. bis ca. 12—14, bis 2 mm lg., sehr dünn,
nadeiförmig, schwach abstehend; Mst. 0 (—1),
länger, bis 1,4 cm lg., variabel; St. weiß; Bl. purpur-
rosa, nur 1 Tag offen. — USA (Nevada). Ob etwa
mit einer Art Dastons identisch, ist bisher nicht
festzustellen. (Abb. 233.)
Micropuntia spectatissima Daston mit ca. 10 cm
lg. Rübe von 2,5 cm 0; ohne St. oder, wenn
vorhanden, 2—4, zierlich; Fr. dicht weiß bestachelt.
Von Wiegand als eine Jugendform angesehen.
Micropuntia tuberculosirhopalica Wiegand &
Backbg.
K. keulig-schlank; Tr. fast warzenartig gehöckert,
bis ca. 4 cm lg., im Oberteil ca. 2,5 cm 0; untere Ar.
stachellos, obere hellflockig; Rst. angeblich meist
fehlend; Mst. ca. 3—4, bis 1,3 cm lg., spreizend
abstehend, dünn aber fest, braun bis schwarz; Bl.
rosarot (auch [ausnahmsweise?] eingesenkt
beobachtet). — USA (Utah, Arizona). (Abb. 234.)
Micropuntia wiegandii Backbg.
K. Polster von durchschnittlich 20 cm 0 bildend
(in Einzelfällen auch wesentlich größer beobachtet);
Tr. schlank-keulig werdend, 10—15 cm lg., ca.
1,25 cm 0, "länglich gehöckert; St. nicht deutlich
unterschieden, ca. 12, 1—3 als mittlere gestellt,
1 breiter und stärker abgeflacht, bis 3 cm lg.; St.
sehr elastisch, + stark gedreht, fast alle +
abgeflacht, meist hell (bis dunkler) gefärbt, alle +
durcheinanderstehend. — USA (Nevada,
Kalifornien). (Abb. 235.)
Nach neueren Funden variieren die Pflanzen
anscheinend stärker als aus den ersten Beschreibungen
ersichtlich.
Mila Br. & R. (52)
Kolonien oder Gruppen bildende Pflanzen von
zwergig-cereoidem Wuchs. Die weichfleischigen,
geraden oder gebogenen Triebe weisen Stacheln
verschiedener Merkmale auf: kräftig, ± pfriemlich bis
nadelig, steif bis weich, oder borstenförmig; einige
Arten haben zusätzlich noch Haarborsten. Die
kleintrichterigen gelben, z. T. kremweißen, kurz-
röhrigen Blüten entstehen ± am Scheitel und
bilden an Röhre bzw. Ovarium noch Filz und feine
Härchen. Die Frucht, eine saftige, kleine Beere, ist
so gut wie nackt. Die Samen sind schwarz.
Beschrieben sind bislang 12 Arten, einige mit
Varietäten. — Verbreitung: Mittelperu (Eulalia-,
Rimac-, Canete-, Santa- und Rio-Fortaleza-Tal).
[©•]
Mila albisaetacens (albisetacea) Rauh & Backbg.
K. graugrün; Tr. bis 15 cm lg., bis ca. 3 cm 0; Ri.
9—10; Ar. klein, blaßbräunlich; Rst. zahlreich, fast
haarfein, z. T. mit Haaren untermischt, verflochten;
Mst. 3—5, weißlich, einzelne später 1,2—3,5 cm lg.
und etwas fester, + abwärts gerichtet; St. im
Scheitel z. T. + blaßbräunlich, bald weißlich, auch alle
haarfein. — Peru (Santa-Tal).
Mila albo-areolata Akers
K. dunkelgrün; Tr. bis ca. 8 cm lg., bis 2,5 cm 0;
Ri. 10—12; Ar. oben stark weißwollig; Rst. ca.
30—35, 4—7 mm lg., allseitig angelegt, weißlich;
Mst. 3—5, bis 2 cm lg., gelb, schwarz gespitzt; Bl.
fast radförmig öffnend, goldgelb; Fr. gelblich- bis
rötlich-olivgrün, hell geädert. — Peru (bei Im-
perial, südlich von Lima).
278 Mila — Mitrocereus
Mila breviseta Rauh & Backbg.
K. matt graugrün; Tr. kurz, + gekrümmt, bis ca.
2,5 cm 0; Ri. ca. 13; Ar. zart gelbbraun-filzig;
St. bis ca. 50, sehr kurz, borstenfein, später einzelne
abstehende, längere Haarborsten, mittlere besonders
im Scheitel bräunlich getönt bzw. gespitzt, später
weiß. - Peru (Eulalia-Tal).
Mila caespitosa Br. & R. (T.)
K. höchstens bis 15 cm h.; Tr. bis 3 cm 0; Ri. ca.
10; Ar. dicht braunfilzig, später weißwollig; Rst.
20 (und mehr), bis 1 cm lg.; Mst. mehrere, längste
bis 3 cm lg., kräftiger; St.zuerst gelblich mit braunen
Spitzen, bald ganz braun; Bl. bis ca. 1,5 cm lg.,
gelb, abblühend rötlich. —- Peru (unteres Rimac-
Tal). (Abb. 236.)
Mila cereoides Rauh & Backbg.
K. lockere Kolonien bildend; Tr. bis 30 cm lg.,
5 cm 0, fast cereoid, aufsteigend, nur an der Basis
leicht gekrümmt; Ri. ca. 13; Ar. gelbbraun-filzig;
Rst. anfangs ca. 18, später mehr, bis ca. 1 cm
verlängernd, borstenförmig, + kräuselig und
verflechtend; Mst. bis ca. 11, 4 + in Kreuzform
gestellte kräftigere, Basis leicht verdickt, bis ca. 2 cm
lg., goldbraun, z. T. anfangs schwärzlichbraun. —
Peru (Rio Fortaleza-Tal).
Mila densiseta Rauh & Backbg.
K. frischgrün; Tr. bis 25 cm lg., ca. 4 cm 0,
niederliegend, oberseits Seitensprosse bildend; Ri. 12—15;
St. zahlreich, + verflochten, den Körper fast völlig
verhüllend, 0,6—2 cm lg., borstenartig, etwas steif,
im Scheitel leicht gelblich bis hellbräunlich, später
weiß, unten später leicht gekräuselte, aufrecht
weisende Haarborsten, bis ca. 1,3 cm lg.; Mst. nicht
unterscheidbar. — Peru (Pisco-Tal).
Mila fortalezensis Rauh & Backbg.
K. matt graugrün; bis 10 cm h.; Wz. rübig;*Tr. +
kugelig bis 8 cm lg.; Ri. 11—13; Rst. zahlreich,
fein, verflochten; Mst. 6—8, anfangs 1 dunklerer
aufwärts, später zuweilen 1 längerer abwärts
gerichtet; St. anfangs bräunlich bis dunkler, später
mehr schmutzig-weiß; Fr. sehr klein, grünlich. —
Peru (Rio Fortaleza-Tal).
Mila kubeana Werd. & Backbg.
K. große Kolonien bildend, frischgrün, bis ca.
15 cm h.; Tr. später + liegend; Ar. anfangs
gelbfilzig, bald kahl; Rst. 9—16, borstenförmig biegsam,
bis ca. 1 cm lg., weiß; Mst. bis 4, in Länge und Stärke
kaum unterschieden, hellbraun, + dunkler gespitzt,
Fuß meist verdickt, zuweilen 1 unterster schräg nach
unten gerichtet, länger; Bl. seidig hellgelb; Fr.
glänzend olivgrün, bei Reife weinrot. - - Peru
(Rimac-Tal, bei Matucana).
Mila lurinensis Rauh & Backbg.
K. frisch graugrün; Tr. kleincereoid, bis 10 cm lg.,
3 cm 0; Ri. 10—14; Ar. gelbweiß-filzig; Rst. bis 40,
sehr fein, nur 5 mm lg., weißlich, dazwischen oft
derbere, im Neutrieb oben braunschwarze; Mst.
2—3 (und mehr), bis 2,5 cm lg., weiß, dunkel
gespitzt oder im unteren Teil weißlich, oben intensiv
schwarzbraun. — Peru (Lurin-Tal).
Mila nealeana Backbg.
K. graugrün; Tr. oft bis 30 cm lg., ca. 3 cm 0; Ri,
11—14, warzenähnlich aufgelöst; Ar. weiß- bis
bräunlich-filzig; Rst. bis 30, ca. 5 mm lg., sehr dünn,
weiß, bräunlich gespitzt; Mst. 4—7, kräftiger, 1 (—2)
verlängert, bis 2 cm lg., abstehend und später stark
nach unten weisend, zuerst hellbräunlich, dunkler
gespitzt, später weiß, + dunkel gespitzt; Bl.
leuchtend gelb; Fr. grün. - Peru (Eulalia-, Rimac-
und Canete-Tal).
v. tenuior Rauh & Backbg.: K. etwas dunkler
grün, zarter als der Typus; Tr. kürzer; Rst.
anfangs gelblich, braun gespitzt; Mst. 1—2, bis
2,5 cm Ig. — (Rimac-Tal).
Die ähnliche Mila sp. Nr. 1 von Ritter hat
kremweiße Bl. und könnte als v. albiflora hier
einbezogen werden.
Mila pugionifera Rauh & Backbg.
K. kräftig dunkel- bis bläulichgrün; Tr. +
zylindrisch, bis 20 cm lg., bis 4 cm 0; Ri. meist 11, um die
Areolen verdickt; Rst. 7 (—20), ca. 5 mm lg., meist
3 seitliche Paare und 1 mittlerer im oberen Ar.-Teil,
stechend; Mst. meist 4, über Kreuz, 1 vorgestreckt,
3 abwärts gerichtet, Fuß verdickt, derb, die stärksten
aller Arten, im Neutrieb honigbraun, auch rötlich
bis schwärzlich, später vergrauend; Bl. ca. 3 cm lg.,
blaßgelb. - Peru (Santa-Tal).
Mila sublanata Rauh & Backbg.
K. lockere Kolonien bildend; Tr. bis 15 cm lg., nur
ca. 1,5—2 cm 0; Ri. ca. 12; Ar. gelblichweiß-
filzig; Rst. 30—40, dicht verflechtend, borstenartig;
Mst. meist 1, dünn, verlängert, bis 2 cm lg.,
hellbräunlich, im Scheitel fast schwarz, später hyalin-
grau, unter den verflochtenen Borstenstacheln im
unteren Triebteil fast verschwindend. — Peru (Rio
Fortaleza-Tal).
v. pallidior Rauh & Backbg.: Tr.
schlank-zylindrisch ; Ar. hellbraun-filzig; St. nicht unterschieden,
bald alle weiß, nicht vergrauend, einige + als
mittlere gestellte leicht bräunlich gespitzt.
Mitrocereus (Backbg.) Backbg. (163)
(Pseudomitrocereus H. Bravo & F. Buxb.)
Sehr große, stammbildende Cereen mit aufrechten,
dicken Trieben, bei Blühreife an deren Ende mit
einem borstendurchsetzten und nur wenig
erhabenem Wollschopf bzw. einem solchen von
modifizierten Stacheln. Die nächtlichen, derbglockigen
Blüten sind befilzt und beborstet, wie auch die ±
glockigen Früchte, die bei beiden Arten einander
Mitrocereus — Monvillea 279
ähneln. Früher wurden die zwei Spezies zu Pachy-
cereus und z. T. zu Neobuxbaumia gestellt.
Backebergia H. Bravo ist durch ganz andere
Cephaliumbildung sowie durch anders geformte und
bekleidete Blüten und Früchte unterschieden. Eine
Umbenennung dieses Genus in Mitrocereus (sensu
H. Bravo) ist einmal unzulässig, da dessen
Gattungsdiagnose nicht auf Backebergia zutrifft;
außerdem ist sie wahrscheinlich auf Buxbaums
Versuch zurückzuführen, Mitrocereus durch Pseudo-
mitrocereus zu ersetzen. Es bedeutet dies eine
Verfälschung der Sachlage und ist auch überflüssig, da
nur die auf einem Namensirrtum Britton & Roses
beruhende Typusangabe „Pilocereus chrysomallus
Lem." durch den Zusatz „sensu Br. & R. non Lem."
vervollständigt zu werden brauchte. Demgemäß
verfuhr Buxbaum auch bei Jasminocereus Br. & R.
Sein Vorgehen bei Mitrocereus ist also inkonsequent,
bzw. würde er konsequent verfahren haben, hätte er
Jasminocereus in Brachycereus umbenennen und
für letzteren „Pseudobrachycereus" aufstellen
müssen; ein Beispiel für das Unüberlegte solcher Um-
benennungen. Nur 2 Arten sind bekannt. —
Verbreitung: Mexiko (Puebla und Oaxaca). [®.]
Mitrocereus chrysomallus (sensu Br. & R.) Backbg.:
Mitrocereus fulviceps (Web.) Backbg.
Mitrocereus columna-trajani sensu Dawson:
Mitrocereus fulviceps (Web.) Backbg.
Mitrocereus fulviceps (Web.) Backbg. (T.)
K. bis 18 m h., graugrün; Stamm bis 1 m 0; Tr.
ziemlich tief abzweigend, parallel aufsteigend, bis
30 cm 0; Ri. 11—14 (und mehr); Rst. ca. 12, dünn,
strahlend; Mst. 3 (und mehr), 1 länger, bis 13 cm lg.,
alle steif, gerade, kräftig, zum Scheitel hin dünner,
länger, + gebogen, gelblich; Filzbildung am Scheitel
stärker; Bl. ca. 8 cm lg., kremweiß, von dichten H.
und Bst. bedeckt; Fr. großschuppig, mit kräuseligen
H. und Bst. — Mexiko (Puebla und Oaxaca).
(Abb. 237, 238.)
Mitrocereus ruficeps (Web.) Backbg.
K. bis 16 m h.; Stamm bis 40 cm 0; Tr. in ca. 2 m
Höhe abzweigend, gerade aufgerichtet; Ri. ca. 26;
Rst. 8—10, bis ca. 1 cm lg., steif, gerade, grau;
Mst. 1—2,1 länger, bis 5 cm lg., kräftig, waagerecht
spreizend oder herabgebogen; St. alle anfangs rot;
bei Blühbarwerden St. zum Scheitel hin stärker
modifiziert, manchmal bis zu 80 St. entstehend,
haarartig dünn, rötlich, bis 8 cm lg.; Bl. ca. 6 cm lg.,
rosaweiß; Bl.-Bst. fast hinter den Schuppen
verborgen; Fr. mit Filzflocken und sichtbaren Bst. —
Mexiko (Puebla, bei Tehuacan).
Buxbaum stellt diese nur im Scheitel blühende Art
mit dort geringerer Schopfbildung zu
Neobuxbaumia, als N. macrocephala (Web.) F. Buxb.
Dazu besteht hier keine Veranlassung, angesichts
meiner Abb. in Die Cactac, IV: 2240—43, sowie
der Fruchtzeichnungen von H. Bravo, die schon
1954 vorstehenden Namen für ein Synonym von
Mitrocereus ruficeps ansah und nahezu identische
Fruchtmerkmale bei beiden Arten feststellte,
wesentlich von denen der Neobuxbaumia
unterschieden.
Monvillea Br. & R. (171)
Schlanke, + liegende bis aufrechte, niedrige bis
höhere Säulenkakteen. Die nächtlichen
mittelgroßen, weißen, teils schwach grünlichen, +
trichterigen Blüten sind beschuppt, sonst kahl, die
vertrockneten Blütenreste nur z. T. sitzenbleibend.
Nach der abweichenden Form der Blüten,
Fruchtknoten und Früchte wurden 3 Untergattungen
aufgestellt :
1: UG. Monvillea: Röhre schlank; Ovarium rund;
Frucht + kugelig.
2: UG. Ebneria Backbg.: Röhre schlank; Ovarium
zylindrisch; Frucht ellipsoid.
3: UG. Hummelia Backbg.: Röhre kräftig +
gebogen; Ovarium oblong; Frucht
schlank-oval, gestaucht birnförmig
oder ovoid.
Die Zugehörigkeit zur jeweiligen Untergattung ist
hinter dem Artnamen mit der entsprechenden Zahl
vermerkt. (Abb. 239.)
Beschrieben sind bisher 19 Arten. — Verbreitung:
Östliches Brasilien, Venezuela (Küste), Ekuador
(Südküste), Peru (im Norden und Nordosten),
Bolivien, Nordargentinien, Paraguay. [®.]
Monvillea amazonica (K. Sch.) Br. & R. (3)
K. zuerst aufrecht, bis 5 m lg.; Ri. 7; St. ca. 15,
ca. 8 mm lg., weich; Bl. ca. 8 cm lg., ca. 2,5 cm 0,
weißlich; Fr. ca. 5 cm lg., schlank-oval, 2 cm 0,
gefurcht und deutlich geschuppt, mit Bl.-Rest. —
Nordostperu (Loreto, bei Tarapato).
Monvillea anisitsii (K. Sch.) Berg.: Monvillea gpe-
gazzinii (Web.) Br. & R. Bei Berger wurde darunter
irrtümlich Monvillea lindenzweigiana (Gurke)
Backbg. beschrieben.
Monvillea apoloensis Card. (3?) — C. & S. J. [US],
XXXIII: 3, 74. 196L
K. aufrecht oder niederliegend, 2—3 m h.,
mattgrün; Tr. 3—4 cm 0; Ri. ca. 8; Rst. 10—13,
5—10 mm lg., spreizend, dünn, nadeiförmig,
schwärzlich-grau gespitzt; Mst. 1, 2—3 cm lg.,
abwärts gerichtet, grau bis schwärzlich; Bl. 7—7,5 cm
lg.; Sep. grün, unterwärts rötlich; Pet.
grünlichgelb; Fr. ? — Bolivien (Prov. Caupolican,
zwischen Apolö und Santa Cruz del Valle Ameno).
Monvillea ballivianii Card. (3)
K. bis 50 cm (und mehr?) h., hellgrün; Tr. 1,5—2 cm
0; Ri. 6; Rst. 7—8, 4—7 mm lg., z. T. 1 cm lg.,
280 Monvillea
nadelig, dünn; Mst. 1, 2—3 cm lg., vorgestreckt; St.
hellgrau, Mst. oben schwärzlich gespitzt; Bl. ca.
10 cm lg., 4,5 cm 0; Sep. hellgrün mit bräunlicher
Mitte; Pet. grünlich weiß; Fr. 3 cm 0, lachsrot. —
Bolivien (Prov. Ballivian, Dept. Beni, bei Salitral
de Reyes).
Monvillea brittoniana (Werd.) Borg: Monvillea
maritima Br. & R.
Monvillea calliantha Fuaux & Backbg. (3?)
K. (großstrauchig?), aufrecht (später
niederliegend?), kräftig; Tr. 4—5 cm 0; Ri. 8—9; Rst. 6—9,
steif nadelig, 3—4 unterste borstenartig; Mst. meist
3, die oberen bis 4 cm lg., vorgestreckt bis abwärts
geneigt, der unterste 1,5 cm lg., herabgebogen, alle
mittleren mit verdickter Basis; St. hellgrau, dunkler
gespitzt; Bl. ca. 7 cm lg., hellgelb bis kremfarben;
Fr. ? — Heimat?
Monvillea campinensis (Backbg. & Voll) Backbg.
(UG. ?; vielleicht eine weitere Untergattung)
K. dicht hochstrauchig, aufrecht, bis 5 m h., selten
umbiegend; Tr. bis 6 cm 0; Ri. 7—9; St. 7—11, ca.
5—15 mm lg., grau, schwarz gespitzt, 2—3 borsten-
förmig, die anderen nadelig; Bl. bis 10 cm lg., mehr
glockig-trichterig, ca. 6 cm 0, grünlich weiß; R.
etwas gerieft, Seh. breitrund, dunkel gespitzt, Sch.-
Basis lang herablaufend; Fr. ? — Brasilien (Säo
Paulo, zwischen Campinas und Mogy Mirim).
Lebende Pflanzen befinden sich in Jardin Exotique
de Monaco.
Monvillea cavendishii (Monv.) Br. & R. (1) (T.)
K. halb-aufrecht bis klimmend, z. T. gebogen; Tr.
meist bis 2 cm 0; Ri. bis ca. 9; Rst. 8—10,
gleichmäßig strahlend, borstig dünn weißlich; Mst. 1
(und mehr), z. T. wesentlich länger, hellfarben bis
dunkler, später alle St. weißgrau; Bl. ca. 10 cm lg.,
weiß; Fr. 4—5 cmØ, ohne Seh. — Süd-Brasilien,
Nord-Argentinien, Paraguay. (?)
Monvillea dillusa Br. & R. (3)
K. zuerst aufrecht, dann überbiegend, Dickichte
bildend; Tr. 4—5 cm 0; Ri. ca. 8; Ar. grauweiß-,
z.T. stärker weißfilzig; Rst. 6—10, 6—12 mm lg.,
spreizend, ungleich lg. und stark; Mst. z. T.
undeutlich geschieden, 1—3 (—4), 1 (—2) meist
wesentlich länger, 2—3 cm lg., auf- und abwärts weisend,
kräftig-pfriemlich, weißgrau, Spitze schwarz; Bl.
7,5 cm lg.; R. stark gerippt und gebogen; Fr. ge-
staucht-birnförmig, ohne Bl.-Rest. —
Süd-Ekuador (Catamayo-Tal), Nord-Peru (Sana- und
Olmos-Tal).
Monvillea euchlora (Web.) Backbg. (1)
K. aufrecht, vom Grunde verzweigend, dunkelgrün;
Tr. bis 2,5 cm 0, Scheitel spitz, mit aufragendem
St.-Schopf, im Neutrieb Längsfurche wellig; Ri.
bis 8; Ar. wenigfilzig; Rst. 10—14, bis 1cm lg.,
strahlend, borstenförmig, weiß, bräunlich gespitzt;
Mst. 1 (—2), gerade vorgestreckt, bzw. nach oben
und unten spreizend, tiefer herab bräunlich; Bl. ca.
10 cm lg., weiß; R. undeutlich längsgefurcht; Fr. ca.
4 cm 0; S. schwarz, glatt. — Brasilien (Säo
Paulo), Paraguay.
Monvillea haageana Backbg. (2)
K. bis über 3 m h., stark verzweigt, anlehnend und
aufsteigend, bläulich-grün, nicht marmoriert; Tr.
2—3 cm 0, am Gipfel verjüngt; Ri. ca. 5; Ar. klein,
weißfilzig; St. 5—8, bis 2 mm lg., der unterste (bzw.
als mittlerer gestellte) bis 4 mm lg., mit verdickter
Basis; St. dünn, schwarzbraun; Bl. bis 12 cm lg.,
weiß bis grünlichweiß; Ov. schwach beschuppt. —
Paraguay. (Abb. 240.)
Monvillea insularis Br. & R.: Cereus insularis Hemsl.
Monvillea jaenensis Rauh & Backbg. (3)
K. bis 6 m h., wenig verzweigt, tief grün; Tr.
aufrecht, 5—10 cm 0; Ri. 11—14; Rst. ± 20, bis 1 cm
lg., dünn, z. T. fast borstenartig, hell
gelblichbräunlich, dunkler gespitzt, im Scheitel zuweilen
auch rosabraun, später alle weißgrau; Mst. 1—3
(—4), 1 länger, bis 5 cm lg., kräftiger, + pfriemlich,
Basis verdickt, bräunlich gespitzt; Bl. ca. 6 cm lg.,
weiß; Fr. ca. 4 cm lg., ca. 1,5 cm 0, schwach reifig.
— Nordperu (Jaén).
v. paucispina Rauh & Backbg.: K. nur bis 3 m h.,
größere Büsche bildend; Tr. nur bis 5 cm 0; Ri.
9; Rst. bis 12, z. T. borstenförmig, z. T. auch
derber, schwarzbraun; Mst. 0—1—3, 2—4 cm lg.,
anfangs schwarzbraun; Fr. bis 3 cm lg; S. 1—2 mm
gr., halbnierenförmig, schwarz, genetzt-grubig. —
Nordperu (Huancabamba-Tal).
Monvillea lauterbachii (K. Sch.) Borg (1)
K. aufrecht; Tr. bis 2,5 cm 0, Spitze verjüngt, mit
aufgerichteten St.; Ri. ca. 6; Rst. bis 9, anfangs
wenige, einige auf-, mehrere abwärts weisend, fein;
Mst. ca. 4, 1 länger, schräg abwärts gerichtet, in
oberer Hälfte dunkel gefärbt, später vergrauend; Bl.
ca. 11 cm lg., 9 cm 0, weiß. — Heimat?
Monvillea lindenzweigiana (Gurke) Backbg. (2)
K. wie^Monvillea spegazzinii (Web.) Br. & R.; Tr.
rundlicher, mit verwaschenerer Marmorierung; Bl.
bis 19 cm lg.; Gr. rot. — Paraguay.
Monvillea maritima Br. & R. (3)
K. ± einzeln oder wenig verzweigt, + aufrecht bis
umbiegend, oft hoch kletternd; Tr. 4—5mh., 5—8 cm
0, wenige; Ri. 4—6; Rst. 6—8, ungleich lg. und
ungleich gestellt; Mst. 1—2, stärker und viel länger,
bis 6 cm lg.; St. alle grau mit schwarzen Spitzen,
pfriemlich; Bl. ca. 6 cm lg.; Ov. schwach kantig:
Fr. länglich, nicht deutlich geschuppt, ohne Bl.-
Rest. — Süd-Ekuador (bei Santa Rosa) und
Nord-Peru (Desierto Sechura).
Monvillea — Morawetzia 281
v. spinosior Backbg. weicht ab durch zahlreichere
St., 12—13, mittlere kürzer als beim Typus der
Art. — Süd-Ekuador (bei Guayaquil).
Monvillea marmorata (Zeiss.) Fric & Krzgr.:
Monvillea spegazzinii (Web.) Br. & R.
Monvillea paxtoniana (Monv.) Borg (1)
K. aufrecht; Tr. bis 1 m h., bis 3,5 cm 0, wenig
verzweigt, dunkel glänzend grün; Ri. ca. 9; Rst.
7—9, 5—10 mm lg., gleichmäßig strahlend, borstig
dünn, blaßgelb, später milchig-weiß; Mst. 1—4 (und
mehr), bis ca. 1,5 cm lg., zuerst gelblichbraun, in
Blaßgelb bis Weiß übergehend; Bl. weiß, bis ca.
12 cm lg. — Brasilien?
Monvillea phatnosperma (K. Sch.) Br. & R. (2)
K. kriechend, hellgrün; Tr. bis 2 m lg., bis 2,5 cm 0,
oben verjüngt; Ri. 4—5; Rst. 5—6, bis 1,5 cm lg.,
strahlend; Mst. 0—1, bis 1,5 cm lg.; Mst. 0—1, bis
2,5 cm lg., gerade oder + krumm; St. pfriemlich,
braun, später hornfarben; Bl. 12 cm lg., weiß; Ov.
mit Filzspuren! (stets?); Fr. 7 cm lg., 2 cm 0, fast
nackt, bzw. schuppenlos; S. 1,5 mm gr., glänzend
schwarz. — Paraguay (bei Porongo).
Monvillea rhodoleucantha (K. Sch.) Berg. (2)
K. aufrecht, später umbiegend oder kriechend, auch
anlehnend, dunkelgrün; Tr. bis 2 m lg., 2—4 cm 0,
oben verjüngt; Ri. 7—9; Rst. 6—7 (—12), bis 7 mm,
später bis 1 cm lg., pfriemlich, anfangs gelbbraun,
dann weiß, schwarz gespitzt; Mst. 1—3, kaum
länger, zuweilen bis 2 cm lg., dann dicker; Bl.
11—13 cm lg.; Sep. rosenrot; Pet. weiß; Fr. bis 7 cm
lg., rot; S. ca. 2 mm gr., glänzend schwarz. —
Nord-Paraguay.
Monvillea saxicola (Mor.) Berg. (2)
K. anlehnend, glänzend blaugrün, nicht reifig; Tr.
1,5-3 cm 0; Ri. 6—9; Rst. 7 (—11), 2—6 mm Jg.,
nadeiförmig, weiß, schwarz gespitzt; Mst. 1, später
auch 2—3, bis 1,6 cm lg., nadeiförmig; Bl. 12 cm lg.,
grünlichweiß; Fr. ca. 5 cm lg., 3 cm 0. —
Paraguay (bei Trinidad).
Monvillea smithiana (Br. & R.) Backbg. (3)
K. strauchförmig, aufrecht bis klimmend, blattgrün;
Tr. 4 (—8) cm 0, spitz zulaufend; Ri. 8 (—9—11);
St. undeutlich geschieden, bis 13, längste mittlere
3—4 cm lg., dunkel, später weißgrau mit dunkler
Spitze; Bl. 6—8 (und mehr) cm lg., Hülle leicht
glockig erweiternd, nur ca. 4 cm 0, weiß; Fr. ovoid,
rot. — Venezuela (bei La Guayra und Puerto Ca-
bello).
Monvillea spegazzinii (Web.) Br. & R. (2)
K. strauchig, kriechend oder aufsteigend, dann auch
überhängend, bläulichgrün, marmoriert; Tr. ca.
1,5 cm 0, später bis 2 cm 0; St. an Jungtrieben
meist 3, 2 aufwärts, 1 abwärts gerichtet, steif,
Basis verdickt, schwärzlich; später Rst. bis 5, Mst. 1,
bis 1,5 cm lg.; Bl. 11—13 cm, weißlich; Pet. rötlich;
Gr. weiß; Fr. bereift. — Paraguay.
Monvillea vargasiana und M. pucuraensis, beide
Hort. Johnson, sind unzureichend und nicht gültig
beschrieben, ebenso M. pucarensis Ritt.
Morawetzia Backbg. (78)
Niedrige, breitbuschige Cereen mit locker behaarten,
nur ausnahmsweise haarlosen Trieben, deren Ende
sich bei Blühbarwerden ± keulig verdickt. Von dem
nahestehenden Oreocereus unterscheidet sich
Morawetzia durch Bildung eines Cephaliums am
Triebende, das wollig und borstig ist; aus ihm entstehen
die stark schrägsaumigen, bläulich-karminroten
Blüten, deren Röhren rund und locker behaart sind.
Die gelbgrünen Hohlfrüchte öffnen basal; die Samen
sind schwarz. 1 Art und 2 Varietäten sind bisher
beschrieben. Kimnachs Einbeziehung zu Borzi-
cactus Br. & R. ist angesichts der Cephalium-
bildung und der Hohlfrucht abwegig. —
Verbreitung: Mittleres Hochperu (im Gebiet des Rio
Mantaro und Rio Huanta). [(g).]
Morawetzia doelziana Backbg. (T.)
K. große Ansammlungen bildend, von unten
verzweigend, dunkelgrün; Tr. bis ca. 1 m h., bis ca.
8 cm 0, keulige Verdickung des Triebendes oft
doppelt so dick wie die Basis; Ri. ca. 11; Ar.
rundlich, graufilzig, nach den Triebenden zu lockere
H.-Bildung aus den Ar.; St. anfangs schwer
unterscheidbar, bis ca. 20, bis ca. 3 cm lg., stechend;
Mst. später 4 über Kreuz, bis 4 cm lg., 1 nach oben,
1 nach unten gerichtet, stärker; St. gelb- bis dunkel-
oder rötlichbraun, später vergrauend; Ceph. bis
ca. 5 cm lg.; Bl. ca. 10 cm lg., ca. 3 cm 0. —
Mittelperu (bei Mariscal Caceres, nach Ayacucho
hinüber). (Abb. 241.)
v. calva Rauh & Backbg. weicht ab durch das
Fehlen der H., Schöpf ziemlich festborstig. —
Mittelperu (La Mejorada, im Mantaro-Tal,
Trockengebiet bei Huanta).
v. fuscatispina Backbg. n. v.
Differt a typo ramis longioribus; aculeis clariore
colore fusco; cephalio posteá exsistente.
Tr. länger werdend; St. heller braun; Ceph.
seltener und weit später erscheinend als beim Typus
der Art. Ich beobachtete die var. seit Jahren bei
J. Marnier-Lapostolle und hielt sie anfangs
für einen Bastard. Die zahlreich-triebigen
Gruppen in ‚‚Les Cédres" erwiesen sich jedoch als gute
Varietät.
Morawetzia sericata Ritt. (FR 1309), „schöner als
M. doelziana", ist z. Z. noch unbeschrieben.
282 Myrtgerocactus — Myrtillocactus
X Myrtgerocactus R. Mo ran gen. hybr.
C. & S. J. (US), XXXIV: 6, 184—188. 1962
Ein neues Hybrid-Genus, von Lindsay 1950 in
Niederkalifornien gefunden und als Kreuzung
zwischen einem Myrtillocactus cochal und einem
Bergerocactus emoryi angesehen, da die einzige
bekannte Pflanze aus einem Gebiet stammt, in dem
beide vorerwähnte Cereen vorkommen. Wegen des
interessanten Habitus und der eigenartigen Blüte,
die mehr der von Bergerocactus ähnelt, wird der
Bastard hier aufgeführt, ohne laufende Nummer,
auch, um die Aufmerksamkeit auf die Frage zu
lenken, ob überhaupt Hybridgenera aufgestellt
werden sollen, oder wie sie zu behandeln sind. Für die
„Phyllohybriden" sind sie erforderlich. Bei den
übrigen Cactaceae nehmen sie gegenüber anderen
Hybridgattungen noch eine Sonderstellung ein, da
zu wenig über sie bekannt ist. Außer der
nachstehend angeführten Bastardart gibt es noch
weitere interessante, die zum Teil züchterischen
Wert haben, wie die von mir Trichoechinopsis
genannte hervorragende Kreuzung von Hummel,
rasch wachsend und mit riesigen Blüten. R. Gräser
soll einen Bastard zwischen Aporocactus und Tricho-
cereus gezogen haben, eine fast sensationelle
Kreuzung, über die gar nicht genügend bekannt wurde.
Außer den anderen Kreuzungen von ihm gibt es
sicher weitere wenig oder nicht allgemein bekannte.
Ritter ist z. B. der Ansicht, Bastarde zwischen
Haageocereus und Pseudoespostoa gefunden zu
haben, die Neobinghamia-Spezies ähneln, aber nicht
mit den beschriebenen Arten dieser Gattung
identisch sind. Man sollte sich der Mühe unterziehen,
alle bekannten Kreuzungen zu registrieren, sie näher
zu untersuchen, und dafür eine einheitliche
Publikationsmöglichkeit zu finden, denn in ein Handbuch
natürlicher Arten gehören sie eigentlich nicht.
x Myrtgerocactus lindsayi R. Moran
K. bis 2,5 m h., wenig verzweigt; Tr. bis 6 cm 0;
Ri. 11—13; Ar. 3—8 cm entfernt; St. zuerst 24—32,
später bis 60, gelbbraun, rund oder schwach kantig,
bis 3 cm lg., unten verdickt; Bl. einzeln, bis 3,3 cm
lg., 3,1 cm 0, gelb; Pet. zahlreich, ca. 30; R. kurz;
Ov. mit dichten Ar., filzig und kurzstachlig; Fr.
steril, 1 cm 0, bestachelt. — Mexiko
(Niederkalifornien, südlich El Rosario; jetzt in der Sammlung
von Gates Cactus Inc., Norco, Cal.).
Ob es wirklich ein Bastard oder ein vereinzeltes
Relikt ist, steht m. E. auch noch nicht fest. Bastarde
müssen nicht immer sterile Früchte bilden, wohl
aber können selbststerile Arten ohne Bestäubung
samenlose Früchte hervorbringen, was z. B. bei
einigen Neochilenia-Arten usw. durchaus nicht
selten ist. Ein einzelnes selbststeriles Exemplar
könnte also sehr wohl u. U. sterile Früchte
ansetzen, ohne daß es sich um einen Bastard handeln
inuß.
Myrtillocactus Cons. (168)
Großstrauchige Büsche mit aufwärts gekrümmten
Zweigen, später einen kräftigen Stamm bildend,
Triebe z. T. wild bestachelt, teilweise blau bereift,
mit sowohl scharfen als auch gerundeten Kanten.
Es können bis zu 9 Blüten gleichzeitig aus einer
Areole gebildet werden, am Tage geöffnet und wohl
auch nachts, klein und kurztrichterig, grünlich-,
krem- oder rötlichweiß, das Ovarium kugelig, mit
Schuppenspuren. Die eßbaren, kleinen, runden
Früchte sind kahl; sie werden mitunter auf
indianischen Märkten feilgeboten. Ihre Samen sind klein
und schwarz. Bisher beschrieben: 4 Arten und 1
Varietät. — Verbreitung: Mexiko
(Niederkalifornien und über das mittlere Hochland) bis
Guatemala. [®.; in Japan z. T. als Unterlage für Jung-
pfropfungen verwandt.]
Myrtillocactus cochal (Orc.) Br. & R.
K. bis 5 m h., stark verzweigt; Stamm bis 30 cm 0;
Tr. nicht stark bereift, aber im Triebende deutlich
gezont, bis 9 cm 0; Ri. 6—9, gerundet; Rst. meist
ca. 5, kurz; Mst. kurz, vereinzelt bis 4 cm lg.; St.
insgesamt auch bis 9, z. T. zuerst rötlich, oder grau
bis schwarz (mitunter fehlend); Bl. 2,5 cm lg. und
3 cm 0, (rötlich) weiß; Stbbl. pinselig über
ausgebreiteter bzw. zurückschlagender Hülle stehend;
Fr. 1,6 cm 0, rot. — Mexiko (Niederkalifornien).
(Abb. 242.)
Myrtillocactus eichlamii Br. & R.
K. strauchig aufrecht verzweigt; Tr. tiefgrün oder
schwach reif ig; Ri. ca. 6, gerundet; Rst. 5, Fuß
verdickt; Mst. 1, etwas länger; Knospen
dunkelpurpurn; Bl. kremweiß; Pet. spreizend; Fr. weinrot.
— Guatemala.
Myrtillocactus geometrizans (Mart.) Cons. (T.)
K. baumförmig, bis 4 m h., mit deutlichem Stamm;
Tr. + aufgebogen, 6—10 cm 0, anfangs stark
bläulich, bereift; Ri. ca. 5—6, etwas kantig; Rst.
5 (—8—9), ca. 2 mm lg. (ausnahmsweise bis 3 cm
lg.), zuerst rötlich; Mst. 1, bis 7 cm lg., + gebogen,
+ kantig, bis fast dolchartig, schwärzlich; Bl.
2,5-^-3,5 cm 0, nicht zurückschlagend,
grünlichweiß; Fr. bläulichpurpurn. — Mexiko (San Luis
Potosi bis Oaxaca).
v. grandiareolatus (H. Bravo) Backbg.: K. mit
längeren und gerader aufgerichteten Tr., diese
auffällig bis zur Pflanzenbasis gehöckert; Ar.
groß und reichfilzig; Mst. nicht auffallend länger.
— Mexiko (Süd-Puebla, Oaxaca).
Myrtillocactus grandiareolatus H. Bravo:
Myrtillocactus geometrizans v. grandiareolatus (H. Bravo)
Backbg.
Myrtillocactus pugionifer (Lem.) Berg, ist die mehr
dolchartig bestachelte Form von Myrtillocactus
geometrizans (Mart.) Cons.
Myrtillocartus — Neoabbottia 283
Myrtlilocactus schenckii (J. A. Purp.) Br. & R.
K. später baumförmig, bis 5 m h., sehr verzweigt;
Stamm sehr kurz; Tr. aufsteigend, sehr dicht
stehend, ca. 10 cm 0, kräftig grün, selten ganz schwach
reifig; Ri. 7-8, scharfkantig; Rst. 5—7, bis 1,2 cm
lg., gerade bis + gebogen; Mst. bis 5 cm lg., braun;
Bl. weiß bis krem; Fr. zumindest anfangs kahl
(„später mit kleinen St. besetzt" [immer?]: Pur-
pus), karminrot. — Mexiko (Grenze zwischen
Puebla und Oaxaca).
Zu diesen Angaben der Originalbeschrbg. brachte
ich in meinem Handbuch „Die Cactaceae", 2274,
1960, eine Betrachtung gewisser
Merkmalsdifferenzen und Abb. einer in Monako stehenden Pflanze,
die Purpus' Angabe „Rippen ziemlich scharf;
Mittelstacheln größer, bis 5 cm lg." entsprach; ihre
Wuchsform war die eines Myrtillocactus. Eine
andere Beschreibung gab es für diesen Cereus nicht.
Das in C. & S. J. (US), XXXVI: 6, 181, 1964, in
einem Artikel von Kimnach wiedergegebene
Standortsfoto von R. Moran zeigt eine andere und
offenbar die richtige Pflanze, die Rippen nicht gerade
sehr scharf, die Areolen auffällig genähert, die
Triebe verhältnismäßig dick. Alle früheren
Abbildungen gaben kein genaues Triebbild wieder;
so hielt ich die Monakopflanze für ein jüngeres
Exemplar. Worum es sich bei ihr handelt, steht
bisher nicht fest.
Navajoa Croiz. (207)
Kleine Pflanzen, meist einzeln, bis ca. zwei Drittel
des Körpers im Boden verborgen, mit zylindrisch-
konischen Warzen. Abweichend von anderen
Gattungen sind die eigenartig verkrümmten, korkigen,
biegsamen, z. T. querrissigen Stacheln, mitunter
anfangs mit mikroskopisch feinen Härchen. Die
etwas glockig-breittrichterigen Blüten sind weiß oder
gelb, die Frucht ist kreiseiförmig, halbtrocken und
trägt vereinzelt Schuppen, diese oben papierartig
kräuselig. Ihre Samen sind ziemlich groß, mützen-
förmig, schwarz und feinwarzig. Beschrieben sind
2 Arten. — Verbreitung: USA (Arizona, bei
Holbrook und auf der Nordseite des Colorado-
Grand Canyon). [P.]
Navajoa fickeisenii Backbg.
K. meist bis ca. 4 cm lg., bis ca. 5 cm 0 (bis über
8cm 0 berichtet), blaugrün; W. konisch bis +
längs- oder quergezogen; Ar. zuerst länglich, später
rundlicher, zuerst mit gelblich-weißem, faserigem
Filz die St.-Basen verbergend; Rst. ca. 5—7, bis
3,5 mm lg., feiner, korkig, später zuweilen noch 1—2
obere, stärker und länger, bis zu 2 cm lg.; Mst. 1, bis
3,5 cm lg., viel stärker, korkig, querrissig,
aufgerichtet abstehend, stark einwärts gebogen und hoch
über dem Scheitel zusammengekrümmt, weißlich
bis hornfarben; Bl. ca. 3 cm 0, gelb; Sep.
grünlichgelb; R. fehlend; Fr. bis ca. 8 mm 0, rötlichgrün. —
USA (Arizona, Nordseite des Grand Canyon).
(Abb. 243, rechts.)
Navajoa maia nom. nud. ist eine neuerdings aus
den USA angebotene Pflanze. St. ca. 6—7, nur
randständig, ungefähr so dünn wie die vorstehender Art,
anliegend, + verflochten, hell horngelb, bald grau,
im Scheitel durcheinanderragend, der oberste
längste etwas zur Mitte gerückt. Anscheinend nur
eine mittelstachellose var. oder Form der
vorstehenden Art.
Navajoa peeblesiana Croiz. (T.)
K. meist einzeln, flachrund bis kugelig, auch
kurzzylindrisch, 2,5—7 cm lg., bis 2,5 cm 0,
bläulichgrün; W. kugelig bis + zylindrisch, später auch
querrund; Ar. zuerst mit dickeren faserigen
Filzpolster, darin die St.-Basen verborgen; Rst. ca.
3—5, 1 längster abwärts gerichtet, alle stark zum
Körper gekrümmt; Mst. 1, 5—14 mm lg., aufwärts
gekrümmt (nicht aufgerichtet) über den Scheitel
gebogen; St. gleichartig, hornfarben. später
vergrauend, anfangs mit rosa Fuß, weichelastisch,
korkig, leicht quergefurcht und -rissig; Bl. nur bis
1,7 cm lg., weißlich mit schwach rosa Mittelstreif;
Fr. 8—10 mm lg. — USA (Arizona, von Holbrook
bis zum Grand Canyon). (Abb. 243, lks., 244.)
Da beide Arten in der Bestachlung und Blütenfarbe
verschieden sind, ist L. Bensons Einbeziehung der
ersteren als var. der letzteren eine unnötige
Namensänderung (siehe auch unter Pediocactus).
Neoabbottia Br. & R. (133)
Pflanzen nach strauchartigem Jugendstadium einen
+ kräftigen, langen Stamm bildend, zu großen
Kronen verzweigend. Eigentümlich sind die
nächtlichen, einen unangenehmen Geruch ausströmenden
Blüten, zylindrisch, mit sehr schmalem Saum, auf
der Triebspitze aus dichter Filzzone entstehend,
zuweilen aber auch unterhalb. Die Knospen sind
anfangs mit längeren Borstenstacheln und dichtem
Filz versehen, die Blütenröhren weisen in den
Schuppenachseln nur noch z. T. kurze Borsten-
stächeichen auf. Die grünen, länglichen, breit
gerieften Früchte haben nur noch filzige Areolen. Nur
1 Art und Varietät beschrieben. — Verbreitung:
Hispaniola (Haiti, Dominikanische Republik).
[Braucht Wärme, *.]
Neoabbottia paniculata (Lam.) Br. & R. (T.)
K. bis 10 m h.; Stamm bis 30 cm 0; Tr. bis 6 cm 0;
Ri. 4—6, mit ausgeschweifter Kerbung; St. 12—20,
bis ca. 2 cm lg., nadelig, bräunlich bis grau; Bl. bis
5 cm lg., grünlichweiß; Pet. nur bis ca. 1 cm lg.; R.
ca. 2 cm 0, gerieft, oberer, etwas verlängerter
Seh.-Kranz in die Bl.-Hülle übergehend, Seh.
zahlreicher nach unten zu, befilzt, zuweilen mit kurzen
Bst.-St.; Fr. bis 7 cm lg., bis 5,5 cm 0, grün, diek-
19 Kakteenlexikon
284 Neoabbottia — Neobinghamia
wandig; S. schwarz. — Hispaniola (Haiti,
Dominikanische Republik). (Abb. 245.)
v. humbertii Backbg. weicht ab durch etwas
dickere Bl.-R. mit weniger Seh.; die Pet. sind
kremrosa. — Dominikanische Republik.
Neobesseya Br. & R. (216)
Einzelne oder sprossende, dann oft größere Gruppen
bildende, + kugelige Pflanzen, ihre später
einziehenden Warzen mit einer Furche. Die gelben oder rosa
Blüten entstehen scheitelnah. Von der ähnlichen
Coryphantha durch nicht wäßrige, aber + fleischige,
rote, nicht rasch reifende Früchte und schwarze,
harte Samen unterschieden, während die trüb
gefärbten Früchte von Neolloydia mit + papierartiger
Hülle auftrocknen. Beschrieben sind 6 Arten; sie
halten z. T. höhere Kältegrade aus. —
Verbreitung: Von Britisch-Kolumbien durch USA bis
Nordmexiko (Coahuila). [®.]
Neobesseya asperispina (Böd.) Böd.
K. einzeln, kugelförmig, bis 6 cm 0, matt
dunkelblaugrün; W. spitz-kegelförmig, untere leicht
aufgebogen, locker stehend; Ar. etwas weißwollig, bald
verkahlend; Rst. 9—10, bis 1 cm lg., dünnpfriem-
lich, allseits strahlend, später zum Körper gebogen,
wollig-rauh, grauweißlich; Mst. 0 (—1), kürzer,
etwas derber; Bl. ca. 2,8 cm lg., 2,5 cm 0, blaß
grünlichgelb; Fr. rund. — Mexiko (Coahuila).
Neobesseya cubensis (Br. & R.) Hest.: Neolloydia
cubensis (Br. & R.) Backbg.
Neobesseya missouriensis (Sweet) Br. & R. (T.)
K. einzeln, bis kleinere Polster bildend; einzeln:
bis 6 cm h., bis 8 cm 0; W. 1—1,5 cm lg., + spiralig
gestellt; Ar. wollig; Rst. (9—20) meist 14; Mst.
0—1; St. feinhaarig, nadelig, oft gebogen, grau,
braun gespitzt; Bl. ca. 2 cm lg., ca. 2,5 cm 0,
grünlichgelb; Fr. kugelig, hellrot. — USA (N-Dakota,
Montana bis Texas (?)).
Neobesseya muehlbaueriana (Böd.) Böd.: Escoharia
muehlbaueriana (Böd.) Knuth
Neobesseya notesteinii (Britt.) Br. & R.
K. einzeln oder sprossend, einzeln: oval, nur ca.
3 cm 0; W. fast rund; Rst. 12—18, 8—12 mm lg.;
Mst. 1, oft rot gespitzt; St. weich, dünn, ganz
feinhaarig, weiß, vergrauend; Bl. 1,5—2,5 cm 0, grau-
rosa; Fr. obovoid. — USA (Montana, nahe Deer
Lodge).
Neobesseya odorata (Böd.) Werd.: Neolloydia odo-
rata (Böd.) Backbg.
Neobesseya rosillora Lahm.
K. nur mäßig sprossend, einzeln: kugelig bis kirz-
zylindrisch, bis 5—7 cm h., bis 5,5 cm 0, hellgrün;
W. fast rund, locker stehend; Ar. elliptisch,
weißwollig; Rst. 13—15, 2 obere haarfein; Mst. 1,
aufwärts anliegend; St. fein, weiß, braungespitzt; Bl.
ca. 4 cm 0, blaßrosa; Pet. besonders schmal, „fast
fadenförmig"; Fr. eiförmig-kugelig, karmin. —
USA (Oklahoma, westlich Tulsa). (Abb. 246.)
Neobesseya similis (Eng.) Br. & R.
K. gruppenbildend, bis 15 cm h., 20—30 cm 0,
tiefgrün; Einzelk. kugelig, 6—10 cm 0; W.
zylindrisch, bis 2 cm lg.; Furche in der Jugend mit
weißer Wolle; Rst. 12—15, ca. 1 cm lg., spreizend,
pfriemlich, oft fein behaart, schmutzigweiß, braun
gespitzt; Mst. 0—1, kräftiger und länger; Bl.
5—6 cm lg., hellgelb; Fr. + kugelig, bis 2 cm 0,
rot. — USA (Ost-Texas).
Neobesseya wissmannii (Hildm.) Br. & R.
K. einzeln bis gruppenbildend, bis 30 cm 0,
bläulichgrün, einzeln: bis 10 cm h., rundlich; W.
zylindrisch-kegelig, locker gestellt, stärker aufwärts
gerichtet, bis 2,5 cm lg.; Ax. weißwollig; Ar.
anfangs weißwollig; Rst. 7—14, später 15—20, 1,6 bis
2 cm lg., strahlig abstehend, weiß bis bräunlich
(auch gelblichweiß, rötlich gespitzt [Berger]),
später grau mit verdickter gelber Basis; Mst. 0—3,
kaum länger, etwas stärker; Bl. 4—5 cm lg.,
glänzend dunkel- bis heller-gelb; Pet. mit scharfer Spitze;
Fr. kugelig, ca. 8 mm 0. — USA (Mittel-Texas).
Neobesseya zilziana (Böd.) Böd. : Escobaria zilziana
(Böd.) Backbg.
Neobinghamia Backbg. emend. Backbg.
(182)
Von unten verzweigende, kräftigere, z. T. bis über
2 m hoch werdende Cereen Perus mit stufen- bis
breit-ringförmiger oder weit herablaufender, z. T.
fcllartiger bzw. zottiger Bildung cephalioider
Blütenzonen. Die trichterigen Blüten öffnen gegen Abend,
bleiben nachts geöffnet und entstehen sowohl ±
in Scheitelnähe wie auch aus tieferen
Wollhaarbildungen, z. T. auffällig in Stufen untereinander:
ihre derben Röhren sind beschuppt und behaart.
Die + kugelige, behaarte Frucht enthält kleine, ±
glänzend-schwarze Samen. Haarbildung an den
Staubfädenbasen wurde nur beim Typus der
Gattung beobachtet, ein — wie auch bei einigen anderen
peruanischen Cereen — uneinheitliches Merkmal.
Beschrieben sind 4 Arten mit 4 Varietäten. -
Verbreitung: Mittel-Peru (Eulalia-, Churin-, Lu-
rin-Tal) und nördlicher (Rio Fortaleza- bis Olmos-
Tal). [©.]
Ritter hielt die Gattung irrtümlich für ein
Hybridgenus. Aus'„Bastard-Samen" der Winter- Katalog-
Nummern 147—149 angezogene Pflanzen erwiesen
sich jedoch als nicht hierher gehörend.
Neohinghamia climaxantha (Werd.) Backbg. (T.)
K. bis über 1 m h.; Tr. 6—8 cm 0, stumpf hellgrün;
Ri. 19—27; Ceph. unter einem wolligen Scheitel-
schopf in stufenförmigen lockeren Ringzonen, weiß;
Rst. ca. 50—70, ca. 5—8 mm lg., + seitlich
verflochten, nadeiförmig, honiggelb, später schmutzig
graubraun; Mst. ca. 1—3, 2 obere schräg aufwärts,
der untere abwärts gerichtet, bis 2 cm lg.,
pfriemlich, stechend, durchsichtig, honiggelb, oft gezont,
später auch graubraun; Bl. tief rosa; Fr. bis 3 cm 0,
braunrot. — Peru (Eulalia-Tal). (Abb. 247.)
v. armata (Ak.?) Rauh & Backbg.: K. bis 1,50 m
h.; Ri. ca. 20; Mst. viel länger, bis 5 cm (und
mehr) lg., dünner, z. T. abgebogen; Scheitel-
schopf gelblich weiß; Bl.-Zone lockerer; Bl. weiß
(?) — Peru (Churin-Tal).
v. lurinensis Rauh & Backbg.: Mst. bis ca. 4 cm
lg., später abwärts weisend; Scheitel kurz behaart;
Bl.-Zone dicht unter dem Scheitel beginnend,
+ einseitig; Bl. karmin. — Peru (Lurin-Tal).
v.subfusciflora Rauh & Backbg.: Bl. bräunlich.
— Peru (Eulalia-Tal).
Neohinghamia mirahilis Rauh & Backbg.
K. bis ca. 2 m h.; Tr. 8—10 cm 0; Ri. 22; Ceph.
kragenartig stammumfassend, zonenweise
untereinander, bis 10 cm br., dicht langzottig; Rst. ca.
50, bis 2 cm lg., dünn; Mst. 1—2, länger, pfriemlich;
St. dunkel- bis bräunlichrot, dann grau, längere
dunkler gespitzt; Bl. bis 6 cm lg., engtrichterig; Sep.
purpurn, Pet. karmin. — Peru (bei Olmos).
Neohinghamia multiareolata Rauh & Backbg.
K. bis 1,20 m h.; Tr. bis ca. 10 cm 0; Ri. ca 22;
Ceph. kurzzottig, einseitig, breit, locker, über 8—10
Ri. greifend, tief herabreichend; Rst. bis ca. 80, bis
5 mm lg., sehr dünn, gelblich; Mst. 1 (—2), ca. 2 cm
lg., an Jungtr. oft bis 6 cm lg., seitlich oder abwärts
gerichtet, bernsteingelb; Bl. weiß (?); — Peru (Rio
Fortaleza-Tal).
v.superba Rauh & Backbg.: höher und stärker,
bis 2,50 m h., bis 15 cm 0, (—2) Hauptst. am
Scheitel aufgerichtet, z. T. ± gebogen, bis 4 cm
(und mehr) lg.
Neohinghamia villigera Rauh & Backbg.
K. bis 1,30 h.; Tr. bis 10 cm 0; Ri. 20; Ceph. als
geschlossenes Fell (daher der Name), zuweilen ±
stufenartig über 9—14 Ri. greifend, Scheitel dicht
wollfilzig; Rst. ca. 80, dünn; Mst. 1—2, länger, 1 bis
ca. 4 (und mehr) cm lg., ± abwärts gebogen,
gelblich; Bl. 6,5 cm lg., 4 cm 0, blaß grünlich-weiß. —
Mittelperu (Churin-Tal). (Abb. 248.)
Neobuxbaumia Backbg. (155)
Große Säulenkakteen, einzeln bis wenig oder reich
verzweigt, mit meist zahlreicheren Rippen. Die nicht
ausschließlich am Scheitel — z. T. sogar tief herab —
Neohinghamia — Neobuxbaumia 285
i
entstehenden weißlichen oder rötlichen Blüten
weisen sowohl ein verengtes als auch nicht verengtes
Ovarium auf. Filz und Börstchen bzw. dünne
Stacheln am Ovarium und an der stark beschuppten
Frucht können + reduziert sein. Samen glänzend
schwarz.
Die Gattung ist nach der Blütenform in 2
Untergattungen aufgeteilt:
1: UG. Neobuxbaumia: Blüten
zylindrisch-trichterig; Ovarium nicht verengt; Frucht z.T.
kurz-feinstachlig und filzig; Stacheln auch
+ reduziert.
2: UG. Crassocereus Backbg.: Blüten zylindrisch-
glockig; Ovarium eingeengt; Frucht fein
borstenstachlig, bis stachellos.
Bezüglich Neobuxbaumia mezcalaensis (H. Bravo)
Backbg. siehe auch unter Rooksbya. Das Bestreben,
Arten zusammenzufassen — nicht selten durch
unzureichende Merkmalskenntnis bedingt —‚ hat
häufig die Ermittlung und die exakte Beschreibung der
Blütenunterschiede behindert. Dafür sind die
großen mexikanischen Cereen ein nicht zu
übersehendes Beispiel, wie auch dafür, daß das „lumping"
seine Schattenseiten hat. Es gelang mir zwar in den
meisten Fällen, eine Klärung herbeizuführen, doch
mag sie sich bei Neobuxbaumia als noch nicht
ausreichend erweisen, denn hier bestehen
unverkennbar noch Unterschiede in den Blütenmerkmalen, die
es erforderlich machen können, nicht nur N.
mezcalaensis auszugliedern, sondern das Genus auf den
Typus N. tetetzo zu begrenzen, sowie das Subgenus
Crassocereus zur eigenen Gattung zu erheben.
Dafür sprechen mehrere Argumente. Und N. scoparia
ist, was Blüte und Frucht anbetrifft, sowieso noch
nicht restlos geklärt, zumal sie eine reiche
baumartige Verzweigung aufweist, was bei keiner anderen
Neobuxbaumia-Art der Fall ist. Vorderhand muß
es aber noch bei der jetzigen Fassung belassen
werden. Beschrieben sind danach 4 Arten mit
3 Varietäten. — Verbreitung: Mexiko (Guerrero,
Tehuantepec, Oaxaca, Puebla und Veracruz). Die
jeweilige Untergattung ist durch die entsprechende
Zahl hinter den Artnahmen vermerkt. [®.]
Neobuxbaumia euphorbioides (Haw.) F. Buxb.:
Rooksbya euphorbioides (Haw.) Backbg.
Neobuxbaumia macrocephala sensu Daws.: Mitro-
cereus ruficeps (Web.) Backbg.
Neobuxbaumia mezcalaensis (H. Bravo) Backbg. (1)
K. wohl immer einzeln, bis 7 m h., bis 30 cm 0,
gelblich- bis fahl graugrün; Ri. ca. 15, schmal, ca.
2 cm h.; Ar. gelbfilzig, 2 cm entfernt; Rst. 6—7, bis
1 cm lg., gerade, spreizend, weiß bis schwach
gelblich, braun gespitzt, bald grau; Mst. 1. ca. 1,3 cm lg.;
Bl. ca. 5,5 cm lg., ca. 3,5 cm 0, grünlich weiß; Ov.
ohne St. oder Bst., nach Dawson aber zuweilen
vorhanden; Fr. ca. 5 cm 0, kugelig, karminrot, zuletzt
mit Bst.-St. — Mexiko (Guerrero bei Mezcala;
286 Neobuxbaumia — Neochilenia
Puebla, bei Zapotitláir; Oaxaca, Rio Atoyac und
südlich davon).
v. multiareolata (Daws.) Daws. ist unterschieden
durch niedrigeren Wuchs, längere, dünnere, mehr
aufgerichtete St.; Ri. niedriger; Ar. nur 1 cm
entfernt. — Mexiko (Guerrero, Acahuitzotle).
v. robusta (Daws.) Backbg. weicht ab durch
höheren Wuchs, bis 12 m h., bis 40 cm 0; Ri. später
breiter und runder; St. länger und stärker; Ar.
größer, weniger dicht stehend. Mexiko (Puebla,
Rio-Atoyac).
Angesichts gewisser Übereinstimmungen mitRooks-
bya euphorbioides, wie Einzelwuchs der Pflanzen,
trichterige Blütengestalt, sowie Ähnlichkeiten bei
den Jungpflanzen, relativ geringe Bestachlung und
schmale Rippen, könnten nähere Untersuchungen
ergeben, daß obige Art in Rooksbya mezcalaensis
umbenannt werden muß.
Neobuxbaumia polylopha (DC.) Backbg. (2)
K. einzeln, bis 13 m h., 30 cm (und mehr) 0, oben
gerundet, hellgrün, später vergrauend; Ri. bis ca.
50, schwach gerundet; Ar. anfangs dick weißwollig,
6—8 mm entfernt; Rst. meist 7—8, bis 2 cm lg.,
spreizend, im Scheitel mehr aufgerichtet; Mst. 1;
St. hell-honiggelb, oben bräunlich, dann weiß und
bald abfallend, in der Bl.-Zone zuweilen bis 7 cm
lg.; Bl. heller bis dunkler rot, oft tief aus dem alten
K.-Teil; R. mit herabgezogenen fleischigen Seh.; Ov.
kahl; Fr. bestachelt. — Mexiko (Hidalgo, Valle de
Zimapan, Meztitlan, Tlacolula). (Abb. 249.)
Neobuxbaumia scoparia (Pos.) Backbg. (1)
K. reich verzweigt, bis 7,50 m h., dunkellaub-, später
-graugrün; Tr.: jüngere: Ri. 12—15, gerundet; Ar.
bis 2,4 cm entfernt, kahl; Rst. 5, bis 8 mm lg., nach
unten gebogen; Mst. 1, kräftiger, nach oben
gebogen, bis 2,5 cm lg., schwärzlich, später weißlich;
Tr.: blühbare: schlanker, Ri. 20—25, niedriger; Ar.
ca. 1 cm entfernt, mit weißem Wollfilz; Rst. 5—7,
2—3 cm lg.; Mst. 1, 2—3 cm lg.; St. anfangs
honiggelb, stechend dünnpfriemlich, in der Blütenzone
alle borstenartig, braun; Bl. rötlich, klein; Ov. mit
breiten, flachen Schuppen; Fr. rot, kahl! —
Mexiko (Veracruz; Oaxaca, bei Juchitan).
Neobuxbaumia tetetzo (Web.) Backbg. (1) (T.)
K. einzeln bis wenig verzweigt (in Höhe bis zu
einigen Metern), 8—15 m h., bis 30 cm 0, grau;
Tr. parallel aufsteigend; Ri. zahlreich, gerundet;
Ar. kurz graufilzig, später kahl; Rst. 8—13, 10 bis
15 mm lg., strahlend; Mst. 3, 1 länger, bis 5 cm lg.,
gerade vorgestreckt; St. gerade, steif, schwärzlich;
Bl. scheitel-nah, ca. 6 cm lg., weißlich; R. und Ov.
kahl; Fr. feigenartig, 2—3 cm lg., grün, mit
Filzpolstern und einigen Bst. — Mexiko (Puebla, bei
Zapotitlán, bis Oaxaca, Rio Totolapan und weiter).
(Abb. 250.)
v. nuda (Daws.) Daws.: K. stark verzweigend;
nur Rst., 1 — 3, herabgebogen, am unteren Ar.-
Rand, der mittlere der längste; Bl. und Fr.
unbekannt. — Mexiko (Oaxaca, westlich Tehuan-
tepec).
Neocardenasia Backbg. (56)
Großsäulige, später stammbildende Pflanzen, wenn
blühbar werdend mit größeren, erhabenen Areolen,
in denen manchmal 2 Blüten gleichzeitig entstehen.
Röhre und Ovarium der zylindrischen, über dem
Ovarium etwas eingeengten, rosa, tagsoffenen Blüte
sind dicht mit langen, + derberen Borsten
bekleidet; auch die Frucht ist beborstet, eiförmig,
Fleisch rosa. Die Samen sind dunkelbraun. Eine
bisher monotypische Gattung. Man hat versucht, sie
zu Neoraimondia einzubeziehen. Dagegen spricht
allein schon die Erfahrung, daß bei den Cactaceae
durch hohe Gebirge getrennte und so weit
voneinander entfernte Pflanzen niemals die gleichen
Merkmale aufweisen. Es besteht auch nur eine
entfernte Ähnlichkeit: Neocardenasia bildet allein
Stämme, Neoraimondia verzweigt basal;
Neocardenasia bringt auch keine Blütenkurztriebe
hervor, sondern die Areolen sind nur verdickt, und
außerdem ist die zylindrische Röhre lang und dicht
steifborstig, was bei Neoraimondia nicht der Fall ist.
Daß zwei Blüten gleichzeitig in den Areolen
entstehen können, kann nicht als entscheidend
angesehen werden, da Mehrblütigkeit auch bei einigen
anderen Gattungen auftritt. — Verbreitung:
Bolivien (Cochabamba und Chuquisaca). [®],
Neocardenasia herzogiana Backbg. (T.)
K. bis 10 m h., Stamm kräftig, aus oberem Drittel
verzweigend; Ri. 6—7; Ar. 3—4 cm entfernt,
anfangs kräftig braunfilzig; St. 11—14, im Neutrieb
die äußeren hellfarben, die inneren kräftiger braun,
mittlere schwer trennbar, dunkler braun, von 2 cm
lg. (Rst.) bis 18 cm lg. (vereinzelte Mst.); Bl. 6—7 cm
lg., rosa, dicht lang beborstet; Stbf. kurz, nur am
oberen Bl.-Schlund; Gr. etwas herausragend; Fr.
bis 6 cm lg. — Bolivien (s. o.). (Abb. 251.)
Neochilenia Backbg. (121)
Pflanzen mit + kugeligem bis gestrecktem, z. T.
zwergigem Körper, dann oft mit rübiger Wurzel.
Die Rippen sind gerade, höckrig oder z. T. in
Warzen aufgelöst, die Röhren der offentrichterigen,
weißlichen, gelblichen oder + roten Blüten
deutlich + bewollt bzw. behaart. Die Hohlfrucht-Beere
ist + haarig-wollflockigj die Samen entfallen aus
einer basalen Öffnung.
Die Arten stellte man früher zu Neoporteria, bei
deren stets hellrötlich gefärbten Blüten die inneren
Perigonblätter aber bis zum Abblühen
zusammengeneigt sind. Diesem einheitlichen Merkmal — zii
Neochilenia 287
dem eine stielige Röhre und eine extreme Reduktion
der Woll- oder Haarbekleidung kommt — steht bei
Neochilenia die offene Trichterform gegenüber, und
die Bekleidung ist noch deutlich haarig, zwar in der
äußersten Reduktion relativ gering, aber niemals
nur filzig, überwiegend meist schon an den Knospen
sichtbar und z. T. sehr kräftig. Dadurch
unterscheidet sich die Gattung auch von dem ± breit-
trichterig blühenden Horridocactus, dessen
Blütenbekleidung so extrem reduziert ist wie bei Neo-
porteria.
Zwischen den größeren und zwergigen Neochilenia-
Arten gibt es alle Übergänge, so daß Ritters
Abtrennung einer Gattung Chileorebutia (siehe dort;
bereits ein Synonym von Thelocephala Y. Ito)
unhaltbar ist, zumal gleiche Bekleidungsstufen
sowohl bei rippen- wie warzenbildenden Arten
auftreten und bei Pfropfungen von einigen „Chileo-
rebutia“-Spezies die Warzen später nicht selten
deutlicher zu Rippen zusammenfließen.
Ritter mußte daher später mehrere anfangs als
„Chileorebutia" bezeichnete Spezies umstellen und
wählte dazu als Gattung Pyrrhocactus. Was den
Rest anbetrifft, so ist Ritters Nichtanerkennung
von Neochilenia, sondern Beibehaltung von
Chileorebutia, durch kein Argument gerechtfertigt. Durch
seine teilweise Heranziehung von Pyrrhocactus zum
chilenischen Areal wurde die Situation weiter
kompliziert, denn einige „Pyrrhocactus sensu Ritt."
aus Chile gleichen völlig typischen Neochilenias, in
der Blütenform und -bekleidung meist aber keinem
ostandinen Pyrrhocactus.
Die Blütenbekleidungs-Angaben bei den von
Ritter in „Taxon" XII: 1, 1963, unter Pyrrhocactus
beschriebenen Arten sind unzulänglich, besonders,
was den Grad der Behaarung und damit die Frage
der Zugehörigkeit zu Neochilenia anbetrifft.
Vielleicht soll dies übersehen lassen, daß Chileorebutia
ebenso ein Synonym dieses letzteren Genus ist, wie
die „Pyrrhocactus“-Arten Chiles mit +
haarflockigen Blüten und Ovarien dazugehören. Bei
„Pyrrhoc. rupicolus und intermedius" sagt Ritter
über die Blüten bzgl. Röhre und Fruchtknoten
„haud setosis", bzw. bei P. echinus ‚‚esetosis".
Letzterer kann also, da auch keine Angaben über
Behaarung gemacht wurden, zu Horridocactus
gestellt werden, während Ritter „P. rupicolus und
intermedius" mit dem stark behaart und beborstet
blühenden „P. pygmaeus" (also eine von
Neochilenia gattungsmäßig nicht unterscheidbare Art)
vergleicht, bei ersteren mit der Angabe „haud
setosis". Danach gehörte dieser eigentlich zu Rei-
cheocactus; aber vielleicht sind noch Borstenspuren
festzustellen? Angesichts des Vergleiches mit Neoch.
pygmaea muß ich die Art vorderhand bei
Neochilenia belassen. Das Beispiel zeigt, wie wichtig die
exakten Bekleidungsangaben für die Feststellung
der Gattungszugehörigkeit sind, bei den chilenischen
Kugelarten ein schwieriges und in der RiTTERSchen
Fassung wenig geklärtes Problem.
Eine befriedigende Lösung ist nur durch die +
konventionelle Trennung der Arten des ost- und west-
andinen Areals möglich, wie ich sie seit langem
vornahm, und die ihr Gegenstück auch bei anderen
Vertretern der Tier- und Pflanzenwelt hat (s. Hell-
mich, ‚‚Die Bedeutung des Andenraumes im
biographischen Bilde Südamerikas", 1940). Diese
systematische Trennung entspricht mithin durchaus
den natürlichen Gegebenheiten. Vergleicht man dazu
die wichtigsten Merkmale der pazifischen Gattungen
Neochilenia und Horridocactus einerseits sowie des
ostandinen Genus Pyrrhocactus andererseits, kann
man also bei einer Zusammenfassung unter
Pyrrhocactus, wie sie Ritter vornahm, stärkere
Unterschiede der Blütenform und -bekleidung feststellen
aber auch gewisseÄhnlichkeiten.Bedenkt man jedoch,
daß die Anden des chilenischen Südens der älteste
Hebungsabschnitt sind, dem daher seit unvordenklichen
Zeiten eine besonders wirksame trennende Rolle
beigemessen werden muß, sowie, daß Rowley in seinem
Beitrag zu „Die Cactaceae", Bd. VI, erster Teil,
„synthetische Arten" erwähnt, denen man, selbst wenn sie
blühen, nicht ansieht, ob sie natürliche Arten oder
Bastarde sind, erkennt man, daß Ähnlichkeiten
nicht stets durch artnahe Verwandtschaft
entstanden. Es ist daher sehr wohl denkbar, daß die west-
und die ost-andine Artengruppe, die beide recht alt
sein müssen, allein schon wegen der Andenhebung
getrennte Entwicklungswege gehen mußten, so daß
eine Behandlung als getrennte Gattungen durchaus
zu vertreten ist. Bisher sind von Neochilenia
55 Arten bekannt. — Verbreitung: nur in Chile.
[P-; ©•]
Neochilenia aerocarpa (Ritt.) Backbg.
K. später (Kultursämling) zylindrisch, bräunlich;
Ri. in W. aufgelöst; Ar. länglich, zuerst kurz flok-
kig-weißwollig; Rst. ca. 10, 4—10 mm lg., rundlich,
+ kammförmig gestellt, Fuß verdickt, hornfarben
bis + rötlich-braun, dunkler gespitzt, im Scheitel
dunkler bräunlich, am unteren Ar.-Teil einige sehr
dünne Nebenst.; Mst. 0—2, 1 aufwärts weisend,
schwärzlich, 1 stark abwärts gerichtet, von etwa
doppelter Länge der Rst.; Bl. 3 (—5) cm lg. und 0,
karmin; R. und Ov. starkwollig und mit braunen
Bst.; Fr. bis 2 cm lg., 1,5 cm 0, + rot. — Chile
(Dept. Freirina) (FR 498).
v. fulva (Ritt.) Backbg.: Ar. dichter stehend,
schmäler; St. heller, auch weißlich, + gekrümmt;
Mst. meist 0, falls sonst vorhanden 1, kürzer.
(ER 500).
Neochilenia ambigua (Hildm.) Y. Ito: Weingartia
ambigua (Hildm.) Backbg.
Neochilenia andreaeana Backbg.
K. später länglich, bis 1'5 cm h., 5 cm 0, dunkel
graugrün; Ri. 14, kaum gehöckert; Rst. ca. 8, bis
1 cm lg., weißgrau; Mst. 4, bis ca. 2,2 cm lg., derber,
288 Neochilenia
anfangs braun, Fuß rötlich, später graubräunlich;
Bl. 3 cm lg., 3,7 cm 0, seidig hellscharlach bis
kupferrötlich, gelblich gerandet; Schlund
grünlichweiß. — Chile. (Abb. 252.)
Neochilenia aricensis (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9. 1963 (Pyrrhocactus aricensis
Ritt., „Taxon", XII: 1, 32.1963).
K. etwas länglich, bis 10 cm 0, dunkelgrün; Wz.
rübig, sehr lang; Ri. 13—21, weniger stark
eingekerbt als bei N. iquiquensis; Ar. grau; Rst. 10—16,
8—16 mm lg.; Mst. 5—12,1—3 cm lg.; Bl. blaßgelb;
Stbf. mit beiden Serien basal inseriert; Fr. 1,5 cm
gr., + kugelig; S. 1,4 mm gr., sehr rauh,
dunkelbraun. — N.-Chile, Steilküste bei Arica, selten
(FR. 268).
Neochilenia aspillagai (Söhr.) Backbg.
K. + kugelig, bis 15 cm 0, dunkelgrün; Ri. 14,
plumphöckerig; Rst. 4—12, bis 2 cm lg., nadelig,
gebogen; Mst. 1—4, 2—3 cm lg., kräftiger, meist
gerade; St. anfangs weiß, dunkel gespitzt, später
grau, Mst. dunkler; Bl. 4 cm lg., hellgelb, außen
rosa, stark weiß-flockig bewollt, einige weiße Bst. —
Chile (Hazienda Tanumé).
Neochilenia atra Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
9. 1963.
K. kugelig, bis ca. 8,5 cm 0, schwarz; Ri. zahlreich,
ganz in spiralige, ziemlich zierliche Hck. aufgelöst,
diese unter den Ar. mit kleinem Kinnvorsprung;
Ar. schmal länglich-oval, mäßig lang, weißwollig;
Rst. ca. 10—11, alle ziemlich gleichlang, wenige mm
lg., hell, fein und dünn; Mst. meist fehlend, selten 1
im oberen Ar.-Teil, etwas länger und kräftiger, leicht
zum Scheitel gekrümmt oder + vorstehend;
Knospen schwarzrot, unten flockig weißhaarig; Bl. ca.
4 cm 0, kurzröhrig, blaßgelb, bzw. oben heller,
nach innen zu grünlich; Sep. mit br,, schwarzroter
Mitte, Rand heller; R. kurz, flockig weißhaarig,
oben gekräuselte, dünne, helle Bst.; Gr. rot; N.
blaßrosa. Durch die schwarze K.-Farbe und die
feinen Warzen-Ri. einzigartig. — Import von
Übelmann; Typus in Sammlung J. Marnier-Lapo-
stolle. — Chile. (Abb. 253.)
Neochilenia calderana (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9. 1963 (Pyrrhocactus calderanus
Ritt., Succulenta, 2: 13—14. 1961).
K. einzeln, halbkugelig, später gestreckter, 5—8 cm
0, grün; Wz. rübig; Ri. 13—15, mit Kinn-Hck.;
Ar. länglich, weißwollig; Rst. 8—10, 1—3,5 cm lg.,
ziemlich dünn, ± aufwärts gebogen; Mst. 3—5,
schwer unterscheidbar, 2—4 cm lg., etwas
abgeflacht, leicht aufwärts gebogen; St. graubraun bis
schwärzlich; Bl. ca. 3,5 cm lg. und 0, gelblich-weiß,
weiß-flockig bewollt, oben einige weiße Haarbst.;
Fr. gelblich; S. schmutzig-grau. — Nordchile
(Caldera). (FR 49 6).
Neochilenia carneoflora Kilian n. sp.
Simplex (semper ?), fuscato-olivacea; costis 18, le-
viter spiralibus, ad 1 cm latis; tuberculis rotundatis,
obtusatis, mentosis, in superiore parte 5 mm latis;
areolis 3 mm longis, 2 mm latis, obovatis, tomento
albo, compacto in acumine; aculeis radialibus 6—8,
adpressis vel partim distantibus, fuscato-griseis,
priiro cornicoloribus, fuscatis in acumine, + 5 mm
longis; flore 3,5 cm longo, 3 cm 0, carneo, foliis
perigonii lanceolatis; tubo viridi, squamis viridibus,
pilis albis, nonnullis saetis albis in superiore parte,
squamis superioribus carneis; staminibus albis ad
viridialbis; stylo carneo-carminato; stigmatibus
carneis; fauce viridi; fructu ignoto. — Chile.
(Abb. 254.)
K. einzeln (immer ?), braunoliv; Ri. 18, leicht
spiralig stehend, an der Basis bis 1 cm br,; Hck.
gerundet, stumpf lieh, kinnartig vorgezogen, oben 5 mm
br,; Ar. 3 mm lg., 2 mm br., umgekehrt eiförmig,
oben ausgezogen, mit weißem bis rahmfarbenem
Wollfilz, zum Scheitel hin stärker und diesen
bedeckend, leicht von St. überragt; Rst. 6—8, +
seitlich abstehend oder zum Körper gebogen, anfangs
hornfarben, braungespitzt, dann + bräunlichgrau
bis grau, ± 5 mm lg.; Bl. 3,5 cm lg., 3 cm 0,
fleischfarben; R. grün, mit grünen, oben fleischfarbenen
Seh., weißer Wolle und oben einigen weißen Bst.;
Ov. 6 mm gr.; Pet. lanzettlich, mit dunklerem
Mittelstreif; Stbf. weiß bis grünlich-weißgelb; Gr. kar-
minrosa; N. fleischfarben; Schlund grün; Fr. ? —
Chile (von Ritter gesammelt ?).
Neochilenia chilensis (Hildm.) Backbg.
K. einzeln oder von unten verzweigt, anfangs
kugelig, später säulig, blaßgrün; Ri. 20—21, +
gekerbt; Rst. ca. 20, ca. 1 cm lg., nadelig; Mst. 6—8,
bis 2 cm Ig.; St. glasig, glänzend, weiß bis
gelblich, dicht die Pflanze umhüllend; Bl. 5 cm 0,
rosarot, befilzt, mit lg. weißen H.; Bst.-Farbe ?
— Chile,
v. borealis, nur ein Name?
Neochilenia chorosensis (Ritt.) Backbg.
K. einzeln, flachrund, bis 6 cm 0, graugrün; Wz.
rübig; Ri. 13—16, leicht gehöckert durch Ver-
schmälerung zwischen den Ar.; Ar. bis 0,75 cm lg.;
Rst. 5—7, 2—10 mm lg., grauschwarz; Mst. meist 0,
selten 1, 1—2 cm lg., vorgestreckt; Bl. ca. 4,75 cm
lg., 4 cm 0, hellgelb mit hellrotem Mittelstreif;
dick weißflockige Wolle und zahlreiche weiße Bst.-
H.; Fr. dunkel rotbraun; S. schwarzbraun. —
Chile (Choros) (FR 489).
Neochilenia confinis (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9.1963 (Pyrrhocactus confinis Ritt.,
Succulenta, 1: 4—5. 1961).
K. einzeln, halbkugelig, später gestreckt, 6—8 cm
0, grün; Wz. kurzrübig; Ri. 13—15, leicht
gehöckert; Ar. groß, weiß- bis graufilzig; Rst. 10—12,
1—2,5 cra lg., + angepreßt, der unterste sehr fein,
Neochilenia 289
der oberste derber und länger; Mst. 4—7, bis 4 cm
lg., nicht abgeflacht, abstehend bzw. aufwärts
gerichtet; Bl. ca. 4 cm lg., 3 cm 0, trichterförmig,
glänzend weiß mit rötlichem Mittelstreif, außen
rötlich, weiß wollflockig behaart mit feinen weißen Bst.;
Fr. weißhaarig-wollilockig; S. braun bis schwarz. —
Nordchile (bei Copiapo) (FR 494).
Neochilenia deherdtiana Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 9.1963.
K. breitkugelig, aschgrau-grünlich; Ei. ca. 12, mit
länglichen Hck.-Wülsten um die Ar.; Ar.
länglich, anfangs gelblich- bis weißfilzig; St. bis ca. 6,
anfangs aufgerichtet, schwarz, zuweilen am Fuß
heller, ziemlich kurz bis ca. 1 cm lg.; Bl. schon bei
ca. 3,5 cm 0 erscheinend, trichterig, gelb, außen
rötlichgelb, bei jüngeren Pflanzen halb geschlossen
so lang wie der Körper-Ø, also relativ groß; R.
dicht beschuppt und kräuselig behaart, an der
Knospe ziemlich dicht. — Chile (Standort ?).
(Abb. 255, oben.)
Unter Ritter-No. FR 251 als „Copiapoa fied-
leriana" in der Sammlung Saint-Pie, Asson
(Frankreich); dort auch unter der No. FR 529. Beide
Nummern entweder eine Verwechslung, oder die einer
Cop. fiedleriana sehr ähnelnde Pflanze wurde von
Ritter so benannt, weil er sie ohne Blüten fand.
Ich benannte sie nach dem Sammler De Herdt,
Mortsel-Antwerpen, dem ich eine Reihe
gewissenhafter Beobachtungen verdanke.
Neochilenia dimorpha (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9. 1963 (Pyrrhocactus dimorphus
Ritt., Succulenta, 1: 3—5. 1962).
K. halbkugelig, 2—6 cm 0, fast schwarz; Wz. rübig
mit verengtem Hals; Ri. anfangs in Hck. aufgelöst,
später deutlich 13—16, sehr stumpf; Ar.
weißfilzig; St. an Jungtr. 6—10, 2—5 mm lg., alle
randständig, dünn, seitwärts spreizend oder angepreßt,
schwarz bis fast weiß; ältere Pfl.: Rst. 8—12, bis
2 cm lg., schwarz bis gelblich-hell, obere z. T. länger,
± gebogen, Mst. 1—3, abstehend, schwarz bis +
braun, auch hornfarben und herabgebogen; Bl. bis
3,5 cm lg., breittrichterig, unten weißwollig, Bst. fein,
gelblich; Pet. hell- bis bräunlichgelb, Rand mehr
weißlich; N. rötlich; Fr. ca. 1,5 cm lg., rot, behaart; S.
dunkelbraun. — Chile (Coquimbo). (Abb. 255,
unten.) (FR 707).
Neochilenia duripulpa (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9. 1963 (Chileorebutia duripulpa
Ritt., „Taxon", XII: 3, 123. 1963).
K. meist einzeln, kugelig, in der Kultur verlängert,
graugrün bis oliv, 3—4,5 cm 0; Wz. rübig, bis
20 cm lg. und 3 cm 0; Ri. in W. aufgelöst, diese
2—3 mm h., 3—5 mm br.; Ar. 1,5—3 mm entfernt;
Rst. kammartig gestellt, 2—6 (—10) mm lg., weiß
oder braun, anliegend, ziemlich kräftig; M. meist 0
(—1); Bl. bis 3,3 cm lg., 2,5 cm 0, duftend; Ov.
weißwollig und borstenlos; R. mit einigen 1 cm lg.
Bst.; Pet. bis 1,5 cm lg., schwefelgelb, braun
punktiert; Stbf. blaßgelb; Gr. unten purpurn, oben rosa;
Fr. rot; Pulpa hart; S. 1,5 mm lg., mattbraun. —
Nordchile (Huasco) (FR 1056). (Abb. 256.)
Die Frucht soll nach Ritter „hartfleischig" sein.
Das bedeutete wieder (vgl. N. recondita) eine der
allmöglichen Abwandlungen, aber auch, daß
zwischen den fleischigeren Früchten des Reicheocactus-
Typus und z. B. den Hohlfrüchten des R. neo-
reichei nur unwesentliche Unterschiede bestehen,
was die Frage der Zugehörigkeit zu ein und
derselben Gattung anbetrifft.
N. duripulpa trägt die Ritter-No. FR 1056; die
obige Beschreibung nach von mir gesehenem
lebendem Material in der Sammlung des züchterisch
geschickten holländischen Sammlers W. van Marle,
der durch Unfall früh verstarb.
Neochilenia ebenacantha (Hort, non Monv.)
Backbg.: Neochilenia hankeana (Forst.) Dölz
Neochilenia eriocephala Backbg.
K. kleinkugelig, dunkel getönt, sprossend; Ri. in
kleine W. aufgelöst; Ar. mit kräftigem, weißem
H.-Filz, im Scheitel einen weißen Schöpf bildend;
St. undeutlich geschieden, ca. 10—12,
ungleichmäßig gestellt, elastisch, + abstehend, z. T. leicht
gebogen, hellfarben bis schmutzig weiß (auch
dunkler?); Bl. ? Fr. ?. — Chile.
Neochilenia eriosyzoides (Ritt.) Backbg.
K. halbkugelig, dann verlängert, bis 14 cm 0,
bläulich graugrün; Wz. längere, holzige Rübe; Ri.
13—17, unter den Ar. kinnartig; Ar. bis 1 cm lg.;
Rst. ca. 10—15, 1,5—4 cm lg.; Mst. 4—7, 2—5 cm
lg.; St. aufwärts gebogen, z. T. stark gekrümmt,
später auch Rst. seitwärts spreizend, alle etwas
variabel im Farbton, ± gelblich-bräunlich, z.T.
dunkler gespitzt, z.T. grauschwarz; Bl. ca. 3,25 cm
lg., 3 cm 0, seidig glänzend hell bräunlich-gelb,
karminroter Mittelstreif, mit weißen H.-Flocken und
weißen, stechenden Bst.-St.; Fr. ca. 2 cm lg., ±
rötlichgrün bis rot, stark weißwollig. — Chile
(Huanta). Eine besonders schöne Art;
Sämlingspflanzen lockerer bestachelt, mit einzelnen
kräftigeren, aufgekrümmten St. (FR 484).
Neochilenia esmeraldana (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9.1963 (Chileorebutia esmeraldana
Ritt., „Taxon", XIII: 3, 123. 1963).
K. ± breitrund, sprossend, dunkel getönt bis
rötlich; Ri. in ± kinnhöckrige W. aufgelöst, diese
2,5 mm br.; Ar. bis 1,5 mm 0, länglichrund,
anfangs weiß; Rst. 4—12, 2—7 mm lg., gelb, braun
oder (selten) schwarz; Mst. 1 (oder etwas mehr); Bl.
4,5—5 cm lg.; Ov. braungrün beschuppt, mit
helleren oder dunkleren St.; Sep. grünlich; Pet. bis
2,5 cm lg., blaß grüngelb; R. bis 15 mm lg., blaßrot
beschuppt; Fr. rot. — Nordchile (Esmeraldas;
selten). (Abb. 257.)
290 Neochilenia
Neochilenia Iloccosa (Ritt.) Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 9. 1963 (Pyrrhocactus floccosus Ritt.,
„Taxon", XII: 1, 32. 1963).
K. bis 6 cm 0, bis 30 cm lg., grün; Wz. wenig rübig;
Bi. 13, 7—10 mm h., gekerbt, stumpflich, klein-
höckrig; Ar. 6 mm gr., wenige mm entfernt und
stark mit bis 2 cm lg. weißen Haaren besetzt; St.
schwarz oder graubraun, nadelig, gerade; Rst.
8—10, 7—20 mm lg., Mst. 1—2 (—4), 10—25 mm
lg.; Bl. bis 3,3 cm lg., weiß; Stbf. weiß; R. stark
weißhaarig und etwas weißborstig; Gr. rot; N.
goldgelb; Fr. länglich, oben rot, unten grün; S.
dunkelbraun. — Nordchile (Küste der Prov. Antofagasta)
(FR 545).
Neochilenia lobeana (Mieckl.) Backbg.
K. kugelig, leicht sprossend, bis 10 cm h., 8 cm 0,
schwarzgrün; Ri. 14, gewunden; Ar. weißfilzig; Rst.
8—9, die mittleren länger, 10—12 mm lg., strahlend,
anfangs tief schwarz; + bräunlichweiß gespitzt;
Mst. 1—2, oft auch fehlend (es gibt auch eine
hellerstachelige Form); Bl. blaßgelb, weiß bewollt, mit
Bst. — Chile (Standort ?).
Neochilenia fusca (Mühlpf.) Backbg.
K. später gestreckt, stumpf-braun; Ri. 13, gehök-
kert; Ar. weißwollig; Rst. ca. 7, bis ca. 1,7 cm lg.,
obere und seitliche stielrund, 3 untere flachrund,
der mittelste abwärts angedrückt, schwarz, bald +
hellgrau; Mst. meist 1, länger, + aufwärts gekrümmt;
Bl. glänzend, zart gelb, außen schmutzig-rötlich.
Es gibt Formen mit mehr graubraunem K. und
weißrosa Bl. — Chile.
Horridocactus taltalensis Ritt. (FR 212) mit
braunem Körper und weißlichen Bl. ist diese Art.
Neochilenia glabrescens (Ritt.): Form oder var. von
Neochilenia mitis (Phil.) Backbg. oder N. napina
(Phil.) Backbg. ?
Neochilenia glaucescens (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9. 1963 (Pyrrhocactus glaucescens
Ritt., „Taxon", XII: 1, 33. 1963).
Unterscheidet sich von N. floccosa: K. blaugrün;
Wz. kurzrübig; Ri. stärker gekerbt; Ar. kürzer weiß
wollhaarig, auf kräftigeren Hck.; St. schwarz; Rst.
8—13; Mst. 1—4,1,5—3 cm lg.; R. und Ov. weniger
behaart; S. 1 mm lg. — Nordchile (Küste von El
Cobre) (FR 538).
Neochilenia gracilis (Ritt.) Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 9. 1963 (Pyrrhocactus gracilis Ritt.,
Succulenta, 12: 129—131. 1961).
K. flach bis halbkugelig, 3—5 cm 0, schwarzgrün;
Ri. 13—16, gekerbt; Ar. weißfilzig; Rst. 10—16,
0,7—1,5 cm lg., haarfein, gerade, angedrückt, +
weiß; Mst. 4—5, 1,5—2,5 cm lg., kräftiger,
nadeiförmig, nach oben gebogen, graubraun bis
grauschwarz; Bl. ca. 2,7—3,3 cm lg., weiß,
weiß-wollhaarig; Sep. purpurn, weiß gerandet; über 1 cm
lg.; Bst. weiß; Fr. klein, grün; S. dunkelbraun. -
Nordchile (bei Caldera) (FR 495).
Neochilenia hankeana (Forst.) Dölz
K. erst kugelig, dann länglich, laubgrün; Ri. 12—13,
durch Querfurchen in Kinnhck. zerteilt; Ar.
gelblichweiß, groß; Rst. ca. 7; Mst. 1—4, der einzelne,
bzw. oberste bis 3 cm lg., aufwärts gekrümmt; St.
anfangs schwarz, vom Grund aus, später ganz
weißgrau werdend; Bl. 3—4 cm lg. und 0, krem weiß,
behaart, mit dunkleren Bst.; Sep. mit rosa bis
bräunlichem Mittelstreif. — Chile.
v. minor (Oehme) Backbg. weicht vom Typus
durch kürzere St. ab.
v. taltalensis (Ritt.) Backbg.: St. weniger, heller,
R. länger behaart; Bl. stärker gelblich bis gelb.
(FR 212.)
Neochilenia huascensis (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9. 1963 (Pyrrhocactus huascensis
Ritt., Succulenta, 6: 57—58. 1961).
K. halbkugelig, später länglich, bis 8 cm 0, graugrün;
Wz. rübig, weiß; Ri. 12—16, mit Kinn-Hck.; Ar. groß;
Rst. 5—8, 1,5—3 cm lg., schwach gekrümmt; Mst.
1—4, abstehend bis aufwärts gebogen; St. schwarz
bis braun; Bl. bis ca. 4,5 cm lg., karmin-rötlich,
weiß gerandet, weißwollig mit weißen zahlreichen
Bst.; Fr. weißwollig; S. braun. — Nordchile (bei
Huasco) (FR 260).
Neochilenia hypogaea (Ritt.) Backbg.: Copiapoa
hypogaea Ritt.
Neochilenia imitans Backbg.
K. zwergig, gedrückt-rund bis kugelig, bis ca, 4,5 cm
0, olivgrün; Wz. dickrübig, oben verengt; Ri.in
spiralig gestellte W. aufgelöst; Ar. und Scheitel schwach
grauweiß-filzig; St. nur randständig, 5 Hauptst., bis
2 mm lg., gerade, anfangs gelblich- bis weißlich-
hyalin, Basis etwas dunkler, 1—3 Nebenst. in oberer
Ar., sehr fein; Bl. ca. 2,5 cm lg., 4 cm und mehr 0,
gelblich, dicht behaart, oben Bst. Auffallend durch
die zuweilen größer als die Pflanze erscheinende Bl.
— Chile.
Hiermit ist anscheinend Chileorebutia odieri sensu
Ritt, identisch.
Neochilenia intermcdia (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9.1963 (Pyrrhocactus intermedius
Ritt., „Taxon", XII: 1, 32.1963).
K. + oblong, 4—10 cm 0, dunkelgrün; Wz. rübig,
weiß; Ri. höher als bei N. rupicola, tiefer gekerbt,
Hck. spitzer; Ar. größer; Rst. 10—15, 8—30 mm lg.,
nadelig; Mst. 4—7, kräftiger, gerade oder +
einwärts gebogen, 2—4 cm lg.; Bl. im Sommer; Ov.
und Fr. weniger behaart, kaum beborstet (?), aber
R. oben weißborstig; Pet. 1 cm lg., 3 mm br.,
Farbangabe fehlt; Stbl. weiß; S. dunkelbraun. —
Nordchile (auf Bergen nördl. Flugplatz Chafiaral) (FR
213 c).
Neochilenia 291
Neochilenia iquiquensis (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9.1963 (Pyrrhocactus iquiquensis
Ritt., „Taxon", XII: 1, 32. 1963).
K. halbkugelig, bis 6 cm 0, blaugrün; Wz. rübig,
kurz; Ri. 10—16, 5—8 mm h., tief gekerbt, Hck.
schwach kinnförmig; Ar. bis 6 mm lg., bräunlich;
St. graubraun; Rst. 8—10, 3—10 mm lg., gerade;
Mst. 2—4 (—6), 6—12 mm lg., schwach einwärts
gebogen; Bl. ca. 2,3 cm lg., blaßgelb; R. trichterig bis
schwach becherig, mit weißen Haaren und einigen
kurzen Bst.; Stbf. weiß; Gr. blaßgelb, ebenso die N.;
Fr. dunkel kastanienbraun, + länglich; S. 1,2 mm
lg., dunkel, rauh, Nabel klein, weiß. — Nord-
chile (nahe Iquique) (FR 201).
Neochilenia jussieui (Monv.) Backbg. (T.)
K. + kugelig, bräunlich-schwarzgrün bis
dunkelrötlich; Ri. 13—16, gehöckert; Ar. schwach
gelbfilzig; Rst. 7—14, obere stärker; Mst. 1—2, bis 2,5
cm lg.; St. anfangs weiß, dann bräunlich bis horn-
iarben, dunkel gespitzt, ± aufwärts gebogen; Bl.
bis 4 cm lg. und 0, blaßrosa mit dunklerem
Mittelstreif; deutlich behaart, oben mit Bst. — Chile.
Neochilenia krausii (Ritt.) Backbg.
K. kleinkugelig, bis ca. 4 cm 0, stark sprossend, +
graugrün bis gelb; Wz. langrübig; Ri. völlig in
kleine W. aufgelöst; Ar. stark weißfilzig, zu weißem
Scheitelschopf zusammenfließend; Rst. bis 10,
winzig-pfriemlich, allseitig + abstehend spreizend,
nicht behaart, unten + glasig, dunkler gespitzt;
Mst. meist 1, wenig länger, vorgestreckt abstehend;
Bl. bis 3,5 cm lg. und 0, zart duftend, hell- bis
grünlichgelb, starkflockig behaart, dünne
gewundene braunrote Bst.; Fr. blaßrot, starkwollig und
feinborstig; S. schwarz. — Chile (Dept. Copiapo)
(FR 502).
Neochilenia kunzei (Forst.) Backbg.
K. später länglich, bis ca. 20 cm h. und 7,5 cm 0,
grün; Ri. 16 (K. Sch.: bis 21), höckerig gekerbt,
Hck. zusammenfließend und spitz vorgezogen; Ar.
elliptisch, schwachfilzig; Rst. 10—12, bis 4 cm lg.;
Mst. 2—4, bis 5 cm lg., stärker; St. + aufwärts
gebogen, gelblich bis hornfarben, oben dunkel,
besonders im Scheitel; Bl. (Oehme) 3,5 cm lg. und 0,
glänzend gelblichweiß, reichlich weißwollig mit
einigen schwarzen Bst. — Chile (Prov. Coquimbo,
Copiapo).
Neochilenia lembckei Backbg.
K. zwergig, kugelig, wohl stets einzeln, graugrün;
Rübenwz. lg., abgeschnürt; Ri. völlig in winzige
Hck. aufgelöst; spiralig gestellt; Ar. graugelblich-
weiß befilzt, im Scheitel eine + starke Wollkappe
bildend; St. nur randständig, ca. 8, paarig gestellt,
zuweilen 1 nach unten, alle äußerst kurz und dünn,
rauh, gekrümmt anliegend; Bl. unbekannt. —
Chile.
Neochilenia malleolata (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9. 1963 (Chileorebutia malleolata
Ritt., „Taxon'4, XII : 3, 123. 1963).
K. graugrün, sprossend; Ri. in Hck. aufgelöst;
Hck. 4—8 mm lg., 3,6 mm br., 3—4 mm h., mit
stumpfem Kinn; Ar. 2—4 mm lg.; Rst. 4—8, 2—4
mm lg., einwärts gebogen, bräunlich bis gelblich;
Mst. 0; Bl. 4 cm lg.; Ov. braunschuppig, blaßborstig;
R. 1 cm lg., mit längeren und noch blasseren Sch.;
Sep. & Pet. fast linear, 2 cm lg., blaß braungelb;
Stbf. blaßgelb; S. 1 mm lg., rotschwarz. — Chile
(nördl. Chanaral) (FR 517).
v. solitaria Ritt. (FR 517 a) — 1. c.: K. nicht
sprossend; Hck. weniger genähert; Rst. 4—12, 2—7
mm lg., gelb oder braun, selten schwarz; Mst.
zuweilen 1; Bl. 4,5—5 cm lg.; Ov. braungrün
beschuppt; Bst. blaß oder dunkler; R. bis 15 mm
lg.; Bst. blaßrot; Sep. & Pet. blaß grüngelb, noch
blasser gerandet; Fr. rot; S. 1 mm lg. — Chile
(Esmeralda; sehr selten).
Neochilenia mebbesii (Hildm.) Backbg.
K. rundlich, später etwas länglich, grün; Ri. ca. 14,
reichhöckerig, mit Kinnvorsprung Rst. 7—10, bis
ca. 0,5 cm lg., + anliegend; hornfarben, ± dunkler
gespitzt; Bl. ca. 5 cm 0, weiß bis rosa, weißwollig.
— Chile.
v. ccntrispina Backbg. Mst. 1—3, die, besonders
im Scheitel, wesentlich dunkler sind, fast schwarz
gespitzt.
Neochilenia mitis (Phil.) Backbg.
K. einzeln, sehr kleinkugelig, ca. 3,5 cm 0,
bräunlich bis graugrün; Wz. rübig; Ri. (nur bei
Sämlingen?) in niedrigen, wellig getrennten Flächen,
nicht warzig geteilt; Ar. schwachfilzig; St. 6—8, nur
1—1,3 mm lg., strahlend, angepreßt; Knospen grün;
Bl. 3,6—4 cm lg., 4 cm 0, Farbe variabel: weiß
(bis rosa, fast karmin oder bräunlich [nach Ritter]),
stark weiß behaart, oben mit wenigen dünnen,
dunklen, geraden Bst.; Fr. rot, reich wollig; S. dunkel.
— Chile (Dept. Copiapo). (Abb. 258.)
Neochilenia monte-amargensis Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III : 9. 1963.
K. gedrückt-rund, unten stark sprossend, bis ca.
5 cm 0, olivgrün; Wz. rübig; Ri. ca. 16, in längliche
Hck. aufgelöst, im Alter an der Basis mehr
zusammenfließend, bis 5 mm lg. und h.; Ar. am Scheitel
kahl, 6 mm entfernt, etwas vertieft, später mit
schmutzig-weißem Filz, dieser zuletzt grau; Rst. ca.
11, strahlend, nicht abstehend, bis 3 mm lg., etwas
rauh, hornfarben, bald dunkel; Mst. zuerst 0, später
1 (—2), der oberste + scheitelwärts gebogen,
bräunlich, bis 1 cm lg., der untere vorstehend, bis 6 mm
lg.; Bl. ? — Chile (Monte Amargo; von Lembcke
gefunden). Durch den breitrunden Wuchs und das
reiche Sprossen auffallend. Bl.-Beschreibg. im
Nachtrag. (Abb. 259.)
292 Neochilenia
Neochilenia napina (Phil.) Backbg.
K. kleinkugelig, gepfropft wesentlich verlängert,
graugrün, zuweilen rötlich angehaucht; Wz. lang-
rübig, oben verengt; Ri. ca. 14, ± stark warzig
aufgelöst; Hck. kinnartig vorgewulstet; Ar.
schwachfilzig bis kahl; Bst. meist 3—9, höchstens 3 mm lg.,
anliegend bis abstehend, schwarz; Mst. vereinzelt 1,
+ schwarz; Knospen bräunlich; Sep. Rand
Maßgeblich; Bl. 3—3,5 cm lg., blaßgelb, langflockig
behaart, oben dunkle, kräuselige Bst.; Fr. kugelig bis
gestreckt, mäßig bewollt. — Chile (bei Huasco).
Pfropfungen haben deutlichere Ri. (Abb. 260.)
Eine besonders in der Bestachelung variable Art.
Vom Typus stärker unterschieden:
v. spinosior (Backbg.) Backbg.: Bst. ca. 10; Mst.
bis 4, kräftig, abstehend, manchmal deutlich über
Kreuz stehend, schwarz, anfangs mit hellerem Fuß.
Bl. anfangs bzw. außen auch mit + rosa Hauch.
Was in „Succulentau, 9: Titelblatt, als soge-
nannte Neoporteria napina v. spinosior
abgebildet wurde, ist einmal eine andere Pflanze, die
Neoporteria microsperma Ritt., andererseits zeigt
sich daran, wie wichtig die Trennung von
Neoporteria und Neochilenia ist. Hätte man sich
darangehalten, wäre diese Verwechslung nicht möglich
gewesen. Die richtige Neochilenia napina v.
spinosior ist in „Kaktusweelde", 9: 10, 11. 1963
abgebildet, mit derberen, einheitlich dunklen St.
Neochilenia neofusca Backbg.
K. ± kugelig, schwarzgrün, weiß bereift; Bi.
anfangs stark gehöckert; Bst. 5—7; Mst. 1; St. derb-
pfriemlich, besonders im Oberteil der Pflanze
stärker aufwärts gekrümmt, basal verdickt, glänzend
schwarz; Bl. fahlgelb, wollig behaart. — Chile.
Da bisher keine ausführliche Beschreibung durch
Ritter, dem ich diese überließ, erfolgt ist, führe ich
die Art wie oben auf Grund der kurzen Latein-
Diagnose in ‚‚Die Cactaceae", III: 1811. 1959.
Neochilenia neoreichei Backbg. : Beicheocactus neo-
reichei (Backbg.) Backbg.
Neochilenia nigricans (Dietr.) Y. Ito: Horrido-
cactus nigricans (Dietr.) Backbg. & Dölz
Neochilenia nigriscoparia Backbg.
K. einzeln, bis 4 cm h., 6 cm 0, tief grün bis
graugrün; Wz. ± rübig verdickt; Bi. 15—19, später
kinnförmig höckrig; Ar. schwachfilzig; St. bis 3,8 cm
lg., steifborstig und derber, aufgerichtet, +
verflochten, schwarz bis braunschwarz, zuweilen den K.
dicht verhüllend, Basis mitunter heller; Bl. glockig-
trichterig, bis 3 cm lg., 2,5 cm 0, blaßrosa, mit
feinen H. und einzelnen gewundenen weißen Bst.;
Fr. behaart; S. schwarz. — Chile.
Neochilenia occulta (Phil.) Backbg.
K. zwergig, 1,3—2,5 cm +, zuweilen sprossend,
gelbbräunlich bis schwärzlich; Bi. 8—10, stark
warzig; Ar. schwachfilzig; Bst. 6—10, einige feine nur
4 mm lg., der unterste von doppelter Länge; Mst.
0—1, bis 1,7 (und mehr) cm lg.; St. spreizend bis
+ gekrümmt, schwarz, später grau; Bl. ca. 2,5 cm
lg., blaß goldgelb, lang weiß bewollt, mit blaßgelben
Bst. — Chile (Copiapo bis Cobre).
Neochilenia odieri (Lem.) Backbg.
K. rundlich, später etwas länglich, bis 6 cm 0,
grau- bis rötlichbraun; Bi. ca. 13, oben stark
höckrig, Hck. beulig, leicht spiralig stehend, Ri.
unten + zusammenhängend; Ar. schwachfilzig;
Bst. 6—10, bis 0,5 cm lg., dünn, + rötlichgraubraun,
anfangs schwärzlich, + anliegend; Mst. 0; Bl. ca.
5 cm 0, weiß (bis rosa), weißwollig. — Chile
(Copiapo, Huasco).
Neochilenia odieri v. mebbesii (Hildm.) Y. Ito:
Neochilenia mebbesii (Hildm.) Backbg.
Neochilenia odoriflora (Ritt.) Backbg.
K. einzeln, flachrund bis halbkugelig, dunkel
graugrün; Bi. 10—16, kaum gehöckert, dick und stumpf;
Ar. ca. 1 cm lg., graufilzig; Bst. 7—10, meist über
2 cm lg., graubraun, vergrauend; Mst. 4—7, 2—3 cm
lg., + abgeflacht, stark spreizend, gebogen; BI,
4—5 cm lg., 5—6 cm 0, weiß mit rosa Mittelstreif,
stark weißwollig, mit zahlreichen weißen, langen,
feinen Bst.; Fr. rot, weißwollig. — Mittelchile
(über Pichidangui) (FR 470).
Neochilenia paucicostata (Ritt.) Backbg.
K. einzeln, halbkugelig, später + gestreckt, mit
dickerer Rübe, blau-grau-grün, weißlich
überhaucht; Bi. 8—12, + höckerig, im Unterteil Hck.
+ kinnförmig vorgezogen; Ar. grauweißfilzig,
mittelgroß; Bst. 5—8, 1—2 oberste kürzer und
dünner, leicht kantig, + zurückgebogen; Mst.
anfangs 1, später bis 4, bis 4 cm lg., + aufgebogen;
St. grauschwarz, später heller; Bl. ca. 3—5 cm lg.,
bis 5 cm 0, rötlichweiß oder weiß und nur außen
rötlich, behaart, mit einigen braunen bis schwarzen
Bst.; Fr. rötlich, weiß behaart. — Nordchile (bei
Paposo) (FR 521).
Die Originalabbildung Ritters liefert den Beweis
für die Notwendigkeit, nicht nur Fotos des
Standortshabitus zu bringen, sondern auch von
Kulturformen; die dicht und starrend verflochtenen
Stacheln umkleiden die auf dem Standortsfoto
gezeigte Pflanze völlig; die viel lockerer bestachelte
Kulturform weicht hiervon wesentlich ab.
v. viridis (Ritt.) Backbg.: K. rein dunkler grün;
Bi. 13; Bst. fast stets 8; die Bl. sah ich rosaweiß.
Geht in N. hankeana über (FR 521a).
Neochilenia pilispina (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9. 1963 (Pyrrhocactus pilispinus
Ritt., Succulenta, 4: 42—44.1962).
Neochilenia 293
K. einzeln, halbkugelig, 4—5 cm 0,
schwärzlichgrün, mit langer Rübenwz.; Ri. 13—16, gedreht,
mit warzenartig vorspringenden Kinnhöckern; Ar.
versenkt; Rst. ca. 6, 0,5—2 cm lg.; Mst. 2—3,
1—3 cm lg.; St. sehr dünn, nach oben gebogen und
in sich gedreht, braun bis schwarz; Bl. 2,5—3 cm lg.,
sehr scheitelnah, + duftend, weiß, langspitz
beschuppt, locker behaart, mit gelblichen Bst.; Fr.
rötlich- bis oben olivbraun, weißflockig; S.
braunschwarz. — Nordchile (Atacama). (Abb. 261.)
Neoch. pygmaea (Ritt.) ist zumindest sehr ähnlich.
Neochilenia pseudoreichei Lembcke & Backbg.
K. einzeln, bis ca. 4,5 cm 0, sehr flach, olivgrün,
später vergrauend; Wz. stark rübig, nicht
abgeschnürt; Scheitel vertieft, schwachfilzig; Ri. stark
in länglich-konische Warzenhöcker, unter den Ar.
etwas vorgezogen, aufgelöst; Rst. 10, bis 2 mm lg.,
kammförmig gestellt; Mst. später 1, bis 3,5 mm lg.,
leicht scheitelwärts vorgestreckt; St. etwas rauh,
anfangs blaßgelblich, später grau-hyalin; Bl.
unbekannt. — Chile.
Neochilenia pulchella (Ritt.) Backbg. (Ritter:
Pyrrhocactus), unbeschrieben (N eochilenia pygmaea-
Form?).
Die Art erscheint in neueren Winter-Katalogen
nicht mehr. K. stark dunkel braungrün, +
breitrund; St. überwiegend zum Scheitel gebogen, diesen
aber nicht stark überdeckend, ca. 12, darunter
einige mittlere, anfangs alle teils dunkelbraun, teils
heller hornfarben; Bl. stärker weißhaarig, wie auch
die Fr. — Chile.
Neochilenia pygmaea (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 9. 1963 (Pyrrhocactus pygmaeus
Ritt., „Taxon", XII: 1, 32. 1963).
K. flach, blaugrau-grün, 3—5 cm 0; Wz. rübig,
kurz, konisch; Ri. (10—) 11—13 (– 16), mit
stumpflichen Kinnhöckern; Ar. 2—4 mm lg., weiß; St.
dunkelbraun oder schwarz; Rst. 7—12, dünn,
5—20 mm lg.; Mst. 1—4, kräftiger, 10—40 mm lg.;
Bl. im Frühjahr, .3 cm lg., weiß bis grünlich, stark
weiß behaart und beborstet; Stbf. blaugrün; Fr.
ebenso bekleidet, rot; S. 0,9 mm gr., Nabel weiß. —
Nordchile, 20 km nördl. Chafiaral, an der Küste
(FR 519).
Neochilenia recondita (Ritt.) Backbg. -– Descr.
Cact. Nov. III: 10. 1963 (Pyrrhocactus reconditus
Ritt., Succulenta, 3: 27—29. 1962; früher Chileore-
butia).
K. zwergig, selten sprossend, flach bis halbkugelig,
2,5—4,5 cm 0, blaugrau-grün; Wz. rübig, verengt;
Ri. 10—12, in kinnförmige Warzen aufgelöst; Ar.
weißfilzig, eingesenkt; Rst. 6—10, 0,5—1 cm lg.,
fein, nadelig, anliegend bis + abstehend; Mst. 1—2,
1—1,5 cm lg., kräftiger, + aufwärts gebogen; St.
anfangs schwarz, vergrauend; Bl. sehr scheitelnah,
3,5—4,5 cm lg., ca. 2,5-3,5 cm 0, weiß bis leicht
gelblich; Sep. rötlich, weiß gerandet, weißwollig,
dichtborstig, Bst. fein, gebogen bis + abstehend,
braun bis schwarz, über 1 cm lg.; Fr. + karminrot,
bis 4 cm lg., in der Form wie die üblichen
Hohlfrüchte des Genus, aber S. klebenbleibend und erst
nach Auftrocknen lösend (FR 204).
Daran, daß die S. nicht locker bei vollzogener Reife
in der Fr. liegen, zeigt sich, daß Ritters
Bezeichnung „Windfrucht" eine Fiktion ist. Die Natur hat
such hier eine der allmöglichen Abwandlungen
geschaffen, weswegen ich die besser zutreffende
Bezeichnung Hohlfrucht wählte.
Neochilenia reichei (K. Sch.) Backbg. (Chileo-
rebutia reichei (K. Sch.) Ritt., „Taxon", XII: 3,
124. 1963).
K. zwergig, einfach, gedrückt-kugelig, + graugrün;
Scheitel eingesenkt, von zahlreichen Wollflöckchen
und verflochtenen kleinen St. bedeckt; Ri. völlig
in W. aufgelöst; Ar. weißfilzig, schnell verkahlend;
St. 7—9, bis 3 mm lg., strahlend, angepreßt, nicht
stechend, gerade oder schwach gekrümmt; hyalin
oder weiß, vergrauend; Bl. bis 3,3 cm lg., 3—4 cm 0,
glänzend gelb, weiß wollig, mit einigen feinen Bst. —
Chile.
Ritter gibt 1. c. 10—14 St. an; Bl. grau- oder
schwarzhaarig; Pet. grünlich oder rötlich; N.rot; Fr.
stärker bewollt.
Da die FR-Nummer fehlt (!) und die frühere No.
FR 501 obigen Namens eine borstenlose Reicheo-
cactusart war, die Stachel- und Blütenangaben auch
von Schumanns Beschreibung abweichen, ist obige
Umkombinierung Ritters in mehrerer Hinsicht
ein nomen dubium.
Neochilenia residua (Ritt.) Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 10. 1963 (Pyrrhocactus residuus Ritt.,
„Taxon", XII: 1, 33. 1963).
Unterscheidet sich von N. recondita: K. 4—8 cm 0;
Ri. 12—14; Hck. stumpf lieh; Ar. grau; St. blaß-
oder dunkel-braun; Rst. 10—12; Mst. 2—5 (—8),
1—3 cm lg.; R. weißhaarig und weißborstig; Ov.
weißhaarig und borstenlos, ebenso die Fr. — Nord-
chile, Küstenberge nahe Antofagasta (FR 203).
(Abb. 263.)
Neochilenia robusta (Ritt.) Backbg. und v. vega-
sana (Ritt.) Backbg.: Horridocactus robustus Ritt.
und v. vegasanus Ritt.
Neochilenia rostrata (Jac.) Backbg.: Neoporteria
subgibbosa (Haw.) Br. & R.
Neochilenia rupicola (Ritt.) Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 10. 1963 (Pyrrhocactus rupicolus Ritt.,
„Taxon", XII: 1, 32. 1963).
K. bis 8 cm 0; Wz. nicht rübig; Ri. mit größeren
Kinnhöckern; Ar. bis 10 mm lg., grau; St. dunkel:
Rst. 10—20, mäßig dünn, stärker angelegt, 8 bis
20 mm lg.; Mst. 6—12, 3—5 cm lg.; Bl. im Winter,
294 Neochilenia
mäßiger bewollt, kaum beborstet (?), purpurn mit
weißem oder rosa Rand; Stbf. weiß oder purpurrosa;
Stbb. weiß oder blaßgelb; S. winzig gehöckert. —
Nordchile, zwischen Alorro (nördl. Caldera) und
Paposo, auf Felsen und Bergen (FR 213).
Neochilenia saxifraga (Ritt.) (Chileorebutia Ritt.),
unbeschrieben.
Neochilenia scoparia (Ritt.) Backbg. n. comb.
(Pyrrhocactus scoparius Ritt., Succulenta, 5:
51—53, 1962).
K. einzeln, grau- bis schwarzgrün, 3—6 cm 0,
halbkugelig; Wz. rübig, kurz, nicht abgeschnürt;
Ri. 10—13, stark kinnförmig gehöckert; Ar. tief
eingesenkt, weißfilzig; Rst. ca. 5—10, 5—10 mm lg.,
sehr fein, oder kräftiger und nadeiförmig, seitwärts
spreizend bis + gebogen, hellbraun bis fast weiß;
Mst. 1—4, 1—1,5 cm lg., etwas kräftiger, meist
gerade, abstehend; Bl. sehr scheitelnah, ca. 2,5 cm
lg., hell purpurn, weiß gerandet, weißwollig, mit
einzelnen hellen Bst.; Fr. ca. 1 cm lg., unten hell-
purpurn, oben grünlichbraun. — Chile (Atacama).
Neochilenia setosiflora (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 10. 1963 (Pyrrhocactus setosiflorus
Ritt., Succulenta, 6: 70—72, 1962).
K. flach bis halbkugelig, ca. 4—6 cm 0, dunkel-
graugrün; Wz. rübig, groß, oben verengt; Bi.
13—17, mit kinnförmigen stumpfen Hck.; Ar.
weißfilzig; Rst. 12—14, 0,8—2 cm lg., gerade,
nadelig, leicht gelblich, vereinzelte dünnere auch schwarz;
Mst. 1—4 (—10), kräftiger, 1,5—4 cm lg.,
hellgelblich; Bl. 4—6,5 cm lg., schwach gelb, grünlichgelb
bis mehr purpurn, weißwollig und weißborstig; Fr.
rötlich. — Mittelchile (Küste) (FR 708).
v. intermedia (Ritt.) Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 10.1963 (Ritter: Pyrrhocactus, - var.,
Succulenta, 6: 70. 1962): K. kleiner; Ar. kleiner;
St. kürzer; Bl. kleiner; Pet. stumpfer; Bst. nur
wenige (FR 708a). t
Neochilenia simulans (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 10. 1963 (Pyrrhocactus simulans
Ritt., Succulenta, 4: 35—36. 1961).
K. einzeln, halbkugelig, später gestreckt, graugrün;
Scheitel flach, grau weiß-wollig; Wz. rübig; Ri.
11—13, wenig gehöckert; Ar. groß, orange-bräun-
lich-filzig; Rst. 8—12, 1—3 cm lg., + gerade,
ziemlich grob, einzelne feiner; Mst. (1—) 4—8, 2—4 cm
lg., gerade bis + gebogen; St. schwarz, vergrauend;
Bl. 4—4,5 cm lg., karminrot, hellgelblich gerandet,
seidig glänzend, stark weißwollig, mit weißen Bst.;
Fr. ca. 1,5 cm lg., rot. — Nordchile (FR 488).
Neochilenia taltalensis (Hutch.) Backbg.
K. einzeln, kugelig, bis 8 cm 0, matt dunkelgrün;
Ri. 13, kinnförmig gehöckert; Ar. anfangs
hellgelbbraun-filzig; St. ineinander übergehend: Rst. ca.
6—12, 0,3—2 cm lg., dünn, + biegsam, gerade,
gebogen bis gedreht, bräunlich, später weiß; Mst.
6—12, bis 3 cm lg., und mittelste 1—4, bis 3 (—4) cm
lg., dicker, steifer, + aufgerichtet, + leicht
gekrümmt, zuerst dunkelgraubraun bis schwärzlich;
Bl. 3 cm lg., 2,5 cm und mehr 0, fuchsien-purpurn,
weiß wollhaarig, oben gedrehte Bst.; Fr. + purpurn
schwärzlich. — Chile (Taltal, Sierra Esmeralda).
Dies muß Ritter-No. FR 212 „Pyrrhocactus
taltalensis n. sp., rotblühend" sein (nicht zu
verwechseln mit der stärker gelblich blühenden
Neochilenia hankeana v. taltalensis [Ritt.] Backbg.).
Dazu führt Ritter eine ‚‚v. flaviflorus: gelbe
Blüte'4; der Name muß hier also lauten:
Neochilenia taltalensis v. flaviflora (Ritt.) Backbg.:
K. stark dunkelgrün; Ri. ca. 14, mit spitzlichen
Kinn-Hck.; Rst. ca. 18—20, obere bis 6 sehr dünn,
alle ± verbogen; Mst. 4 (—6), wenig
unterschieden, alle ± auf- oder, abwärts gekrümmt,
hellfarben; Bl. ziemlich groß, hellgelb, außen rötlich-
gelb. — Chile (Gebiet von Taltal). Beschreibung
von Sämlingspflanzen. (Abb. 262, rechts.)
Neochilenia totoralensis (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 10. 1963 (Pyrrhocactus totoralensis
Ritt., Succulenta, 12: 131—132. 1961).
K. flach bis halbkugelig, 2—4 cm 0, dunkel
bläulich-graugrün; Wz. rübig, eingeschnürt; Ri. 12—14,
stark kinnhöckerig; Ar. weißfilzig; Rst. 6—8.
1,5—3 cm lg., dünn, seitwärts spreizend, + zum
Körper gebogen, zuweilen bei jungen Pflanzen einige
sehr feine kürzere Beist.; Mst. 0—1 (—2—3),
2—3 cm lg., etwas stärker, stark + nach oben
gebogen; St. anfangs + schwarz, vergrauend; Bl.
ca. 4 cm lg., weiß bis hellgelb, purpur Mittelstreif,
dicht weißwollig mit langen weißen Bst.; Fr. rot. —
Chile (Atacama, Totoral Bajo) (FR 495).
Neochilenia transitensis (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 10. 1963 (Pyrrhocactus transitensis
Ritt., „Taxon", XII: 1, 33. 1963).
Unterscheidet sich von N. eriosyzoides: K. bis
11 cm 0, graugrün; Wz. sehr langrübig, oben nicht
verengt; R. weniger hoch, ohne Kinnhöcker; Ar.
blaßbräunlich, 8—13 mm lg.; St. kräftig-nadelig,
einwärts gebogen, bis 3 cm lg., dunkelbraun, später
unten weißbraun, oben grauschwarz, aschgrau
werdend; Rst. 8—14; Mst. 4—7; Bl. blaß schwefelgelb,
mitunter rotstreifig; R, mit weichen Bst.; Gr.
purpurn; N. goldgelb; Fr. etwas weiß-wollflockig; S.
braun. — Nordchile (nahe Transito) (FR 485).
Neochilenia trapichensis (Ritt.) (Ritter: Horrido-
cactus), unbeschrieben.
Neochilenia wagenknechtii (Ritt.) Backbg.
K. einzeln, + graugrün; halbkugelig; Wz. rübig,
dick, gelblich; Ri. 18—22, stärker gehöckert; Ar.
groß, weißwollig; Rst. 6—8, 1—2 cm lg.; Mst. 1-4,
2—3 cm lg., kräftiger, + rundlich; St. wohl variabel,
hell bis dunkler und + schwärzlich; Bl. 3—4 cm lg.,
Neochilenia — Neolloydia 295
bis ca. 3,5 cm 0, von grünlich- bis bräunlichgelb
über gelbrot bis braunrot oder ± rötlichweiß; Sep.
± karminfarbig. — Chile (bei La Serena) (FR 487).
Neodawsonia Backbg. (164)
Mit einer Ausnahme unverzweigte, basal sprossende
Cereen, die eine dichte Blütenzone im Scheitel
bilden, aus weißen, wolligen Haaren; sie wird später
durchwachsen, so daß die Wolle ringförmig eine
Zeitlang erhalten bleibt. Die + trichterig-röhrigen
Blüten sind nur mäßig lang und rosa, Ovarium und
Röhre beschuppt und behaart; zuweilen treten
an der Röhre kurze Borsten auf. Die, soweit
bekannt, kleine, rosa Frucht, die behaart und kurz
bestachelt ist, reißt oben auf. Die Samen sind
dunkelbraun und fein punktiert. Beschrieben sind
3 Arten. — Verbreitung: Mexiko (SW-Oaxaca).
Neodawsonia apicicephalium (Daws.) Backbg. (T.)
K. anfangs einzeln, dann + nahe der Basis verzweigt,
1—3 m h., dunkel bläulich-grün; Tr. bis 10, 6,5 bis
10 cm 0, um die jährlichen Scheitelzonen etwas
verdickt; Ri. 22—27; Ceph. kräftig weißwollig, bis
auf 4 cm vom Scheitel herab eine Wollhaube
bildend; Ar. elliptisch; Rst. 9—12, 1— (im unteren
Ar.-Teil) 2—3 cm lg., dünn, borstenartig, +
gebogen bis gedreht; Mst. 2—4—6, 2—4 cm lg.,
herabgebogen, 1 fast gerade hervorragend, steifer
und am längsten; St. anfangs strohfarben, später
dunkelbraun; Bl. 5—6 cm lg., bis 3 cm 0, rosa mit
gelblichem Ton; Ov. mit einigen dünnen, biegsamen
H.; Fr. ?; S. ? — Mexiko (Oaxaca).
Neodawsonia guiengolensis H. Bravo: Neodawsonia
apicicephalium (Daws.) Backbg.
Neodawsonia nana H. Bravo: Neodawsonia
apicicephalium (Daws.) Backbg.
Neodawsonia nizandensis H. Bravo & Th. Mac-
Doug.
K. anfangs einzeln, bis 3 m h., später oben
verzweigend, hellgrün; Tr. leicht gebogen, 12—15 cm 0,
um ehemalige Bl.-Zonen verdickt; Ri. 25—28; Ar.
rund bis oval, anfangs weißwollig; Ceph. aus dichten,
hellgelblichbraunen, seidigen H. und Bst.; Rst. ca.
16, 1,5—3 cm lg., sehr dünn, biegsam, nadelig,
Basis verdickt; Mst. ca. 6, 1 kräftiger, 1 cm lg.,
aufwärts vorgestreckt, gelb; Bl. 4 cm lg., rosa; Ov.
mit biegsamen H.; R.-Schuppen mit einigen H.
und zuweilen 1 Bst.; Fr. ?; S. ? — Mexiko (Oaxaca,
zwischen Nizanda und Chivela).
Neodawsonia totolapensis H. Bravo&Th. MacDoug.
K. einzeln, bis 8 m h., 12—15 cm 0, graugrün, um
frühere Bl.-Zone verdickt; Ri. ca. 28; Ar. rund,
grauweiß-filzig; Ceph. gelblich, mit leicht
bräunlichem Ton; Rst. 10—13, 0,5—1,3 cm lg., die unteren
die längsten, weiß, rot gespitzt; Mst. 3—6, ähnlich
den Rst., nur wenig kräftiger; Bl. bis 3,5 cm lg.,
rosa; Ov. mit langen, biegsamen, weißen H,; R.-
Schuppen mit einigen H. und steifen Bst.; Fr.
2,5—3 cm 0, rosa, klein beschuppt, behaart, mit
kurzen weißen Bst.-St.; S. ca. 2 mm lg.,
dunkelbraun. — Mexiko (Oaxaca, bei Totolapan).
(Abb. 264.)
Neoevansia Marsh., bzw. N. diguetii (Web.)
Marsh.: Peniocereus (Berg.) Br. & R., bzw. P.
diguetii (Web.) Backbg.
Neogomesia Castan. (194)
Einzeln wachsende, kleinere Pflanzen mit dick-
rübigem, fast kugeligem Basalteil und stark
verlängerten, bláttartigen, runzelig-querrissigen, unten
gerundeten Warzen. Stacheln fehlen meist ganz oder
sie sind sehr kurz. Eigenartig ist die Stellung der
großen, dickwolligen Areolen, die auf der
Warzenoberfläche in einiger Entfernung von der
Warzenspitze stehen. Die rosa, glockig-trichterigen Blüten
erscheinen in dem kräftig-filzigen Scheitel aus den
jüngsten Areolen und haben eine nackte Röhre. Die
Frucht ist rot, rundlich-keulig, mit einer Art Deckel
versehen. Bisher ein monotypisches Genus. —
Verbreitung: Mexiko (Tamaulipas). [P.]
Über Andersons Versuch, das Genus mit Ario-
carpus zu vereinigen, siehe in der Einleitung zu
letzterem Genus.
Neogomesia agavioides Castan. (T.)
K.-Oberteil bis ca. 8 cm 0, anfangs dunkel-, später
graugrün; W. bis ca. 4 cm lg., bis ca. 6 mm br.,
nach oben langsam verjüngend, Spitze +
zurückgebogen; Ar. bis ca. 1 cm 0; St. nur gelegentlich,
1—3, höchstens 3—5 mm lg., weiß bis hornfarben,
pfriemlich, angedrückt; Bl. nur einen Tag andauernd,
bis 5cm lg.; Sep. wenige, schuppenartig; Pet.:
äußere weiß mit rosa Mitte, innere ± intensiv rosa
mit weißer Basis; R. 2 cm (und mehr) lg., nackt;
Fr. bis 2,5 cm lg., mit vertieftem Nabel, rosa bis
purpurn; S. schwarz, birnförmig, feinwarzig, bis
1,5 mm gr. — Mexiko (bei Tula, auf einem
Kalksteinhügel, 1200 m). (Abb. 265.)
Cutak sandte mir Fotos einer langrübigen Pflanze
mit längeren, schlanken Warzen, die Ar.
weißwollig; Bl. nicht genau bekannt. Möglicherweise
gehört diese nie wiedergefundene Spezies hierher.
Neolloydia Br. & R. (215)
Der Gattung Coryphantha verwandte, z. T. rasen-
förmig wachsende Pflanzen mit + zylindrischem
Körper, auf den Warzen eine Furche bildend. Die
ziemlich großen Blüten sind grüngelb, gelblichrosa,
gelb oder purpurviolett. Die Frucht ist nicht wäßrig,
296 Neolloydia
trüber gefärbt und trocknet papierartig auf. Die
8 beschriebenen Arten sind in 2 Untergattungen
eingegliedert.
1: UG. Neolloydia: Pflanzen nicht rasenförmig
wachsend, Furche durchgehend, Samen
mattschwarz.
2: UG. Cumarinia (Knuth) Backbg.: Pflanzen
rasenförmig wachsend, Furche nicht ganz
durchgehend, Samen blank bis halbmatt,
schwarz.
Die Untergattung ist bei den Arten durch Zahlen in
Klammern vermerkt. — Verbreitung: USA bis
Mexiko, Kuba. [®.; P. empfehlenswert.]
Neolloydia beguinii (Web.) Br. & R.: Gymnocactus
beguinii (Web.) Backbg.
Neolloydia ceratites (Quehl) Br. & R. (1)
K. eiförmig, einzeln oder in kleinen Gruppen, bis
10 cm h., bis 5 cm 0; W. in 10 spiraligen Reihen,
+ rhombisch; Ar. rund, anfangs seh wach wollig;
Rst. ca. 15, bis 1,5 cm lg., Fuß zwieblig verdickt,
spreizend, weißgrau (wie bereift), durchscheinend,
zuweilen dunkelbraun gespitzt; Mst. 5 (—6), im
Kreis angeordnet, 1 zentral, abstehend, gerade bis
leicht gebogen, Basis verdickt, weißgrau-, hörn- oder
hell- bis dunkelbraunfarbig, Spitze meist schwarz;
Ax. weiß wollig; Bl. 3—3,5 cm lg., purpurn. —
Mexiko. (Abb. 266, rechts.)
Neolloydia clavata (Scheidw.) Br. & R.: Cory-
phantha clavata (Scheidw.) Backbg.
Neolloydia conoidea (DC.) Br. & R. (1) (T.)
K. einzeln bis am Grunde oder seitlich sprossend,
± ovoid-kegelig, 7—10 cm h., 5—7 cm ø, hell- bis
graugrün; Ax. starkwollig; W. ziemlich locker gestellt,
eiförmig, stumpf; Rst. ca.16,0,8—1 cm lg., dünn, steif,
strahlend, weiß, vergrauend; Msi. 4—5,1—3 cm lg.,
spreizend, schwarz; Bl. bis 6 cm 0, purpurviolett.
— USA (Texas), Mexiko (Zacatecas, Hidalgo).
Neolloydia cubensis (Br. & R.) Backbg. (2)
K. später rasenförmig, Einzelköpfe
gedrückt-kugelig, 2—3 cm 0, fahlgrün; W. zahlreich,
zusammengedrückt, 6—7 mm lg.; Rst. bis ca. 10, 3—4 mm lg.,
nadelig, weich, seitlich strahlend; Mst. 0—1, kurz;
St. weißlich; Bl. ca. 1,6 cm lg., blaß gelbgrün; S.
halbmatt. — Kuba (Prov. Oriente).
Neolloydia emskoetteriana (Quehl) Craig: Esco-
baria emskoetteriana (Quehl) Backbg.
Neolloydia gielsdorfiana (Werd.) Knuth:
Gymnocactus gielsdorfianus (Werd.) Backbg.
Neolloydia grandiflora (O.) Berg. (1)
K. zylindrisch, bis 10 cm h.; W. nicht sehr locker
gestellt, ziemlich kurz; Ax. und besonders junge
Ar. rrichlirh weißwollig; Rst. bis ca. 25, horizontal
strahlend, + verbogen, seitlich plattgedrückt, am
Grunde + weiß; Mst. 0—1—2, vorgestreckt, derb,
schwarz; Bl. groß, weit offen, purpurn. — USA
(Texas) bis Mexiko (Tamaulipas, bei Jaumave).
(Abb. 266, lks.)
Neolloydia horripila (Lem.) Br. & R.: Gymnocactus
horripilus (Lem.) Backbg.
Neolloydia knuthiana (Böd.) Knuth: Gymnocactus
knuthianus (Böd.) Backbg.
Neolloydia matehualensis Backbg. (1)
K. zylindrisch, von unten sprossend, bis 15 cm h.,
5 cm 0, blaß graugrün; W. aufwärts anliegend,
abgeflacht, Basis ca. 2 cm br.; Ax. schwach
weißfilzig; Ar. anfangs weißfilzig, bald verkahlend; Rst.
ca. 10 (—12), bis 1 cm lg., glasig, grauweiß; Mst.
zuerst 2, bis 2,2 cm lg., 1 auf-, 1 abwärts weisend,
später bis 3 St. mit verdickter Basis; Bl. ?
(purpurn?). - Mexiko (San Luis Potosi, bei Matehuala).
Neolloydia odorata (Böd.) Backbg. (2)
K. basal sprossend, rasenbildend, Einzelköpfe +
kugelig, bis 3 cm 0, glänzend dunkel laubgrün; W.
zylindrisch, ca. 1 cm lg., Kuppe stark rundlich
gestutzt; Ar. nicht oder nur zu allererst weißfilzig;
Rst. 7—9, bis 1 cm lg., horizontal spreizend, gerade,
steif, dünnadelig, schwach rauh und wie bereift,
weiß, z. T. nach oben dunkelbraun oder honiggelb;
Mst. 3—4, 2—2,5 cm lg., stark vor- und
unregelmäßig auseinanderspreizend, dicker nadeiförmig,
gerade, steif, rauh, Fuß verdickt, alle mit hakig
gebogener Spitze, rot- bis schwarzbraun; Bl. ca. 1,5 cm
lg., bis 1 cm 0, gelblichrosa; S. blank, schwarz. -
Mexiko (Tamaulipas, San Luis Potosi).
Neolloydia orcuttii Rose: Escobaria orcuttii Böd.
Neolloydia pilispina Br. & R. non J. A. Purp. (?)
K. gruppenbildend; W. etwas kantig,
Furchenangaben fehlend; Ar. wenn jung stark weißwollig,
den Scheitel bedeckend; Rst. 6—7, 5—6 mm lg.,
weich, spreizend, obere ca. 2 cm lg., über dem Kopf
der Pflanze zusammengeneigt, weiß, schwärzlich
gespitzt; Mst. 0—1; Bl. 1,5—2 cm lg., purpurn;
Fr. ?; S. ? — Mexiko (San Luis Potosi, Minas
de San Rafael).
Neolloydia pulleineana Backbg. (1)
K. keulig-zylindrisch, anfangs dünn, + gewunden,
bis ca. 20 cm lg., 1,5 cm 0, später auch verzweigend,
dunkelgrün; Wz. lang, rübig; W. rundlich-konisch,
+ zusammengepreßt; Rst. bis 18, bis 1,2 cm lg.,
steif,% pfriemlich, verflochten, schmutziggrau; Mst.
3 (—4), 3 kräftiger, 1 mittelstark, aufrecht, Fuß
verdickt, 1 längster, bis 2 cm lg., schräg aufwärts,
später + abwärts weisend, sehr steifpfriemlich, alle
Neolloydia — Neoporteria 297
schmutzig graubraun, der längste + geringelt; Bl.
gelb. — Mexiko (San Luis Potosi, bei Matehuala).
Neolloydia roseana (Böd.) Knuth: Escobaria ro-
seana (Böd.) Backbg.
Neolloydia saueri (Böd.) Knuth: Gymnocactus
saueri (Böd.) Backbg.
Neolloydia texensis Br. & R.: nach Bödeker die
Texasform der Neolloydia conoidea (DC.) Br. & R.
Neolloydia viereckii (Werd.) Knuth: Gymnocactus
viereckii (Werd.) Backbg.
Neolobivia Y. Ito non Backbg.: ein ungültiger
Gattungsname für Pseudolobivia Backbg. pro parte.
Neomammillaria Br. & R.: Mamillaria Haw. non
Stackhouse.
Neoporteria Br. & R. emend. Backbg. (125)
Rundliche bis meist + zylindrische, z. T. fast
cereoid werdende, in einem Falle zwergige
chilenische Kugelkakteen verschiedener Bestachlung. Alle
Arten haben + karminrosa Blüten mit bis zum
Beginn des Verblühens innen zusammengeneigten,
schmallanzettlichen, spitz zulaufenden Petalen. An
der stieligen Röhre und dem Ovarium treten nur
Filzspuren auf, oben werden Borsten gebildet. Die
längliche Frucht weist auch nur Filzspuren auf und
ist bei Reife hohl; der Same entfällt einer basalen
Öffnung. Die Gattung umfaßt 22 beschriebene Arten.
Obwohl alle diese die gleichen Blütenmerkmale
haben, einschließlich der Perigonblatt-Färbung, so
<läß Neoporteria eine der einheitlichsten
Kakteengattungen ist, scheint man sich in den USA nicht
meiner Ansicht anschließen zu wollen, Neochilenia
abzutrennen (s. auch dort; Britton und Rose
hatten alle Arten nur deshalb unter Neoporteria zu-
sammengef aßt, weil sie zu ihrer Zeit über die
chilenischen Spezies nur unzureichend informiert waren).
So bezieht z. B. Hutchison Arten des letzteren
Genus zu Neoporteria ein, wahrscheinlich auch Hor-
ridocactus, also trichterblütige Arten mit ±
deutlicherer Behaarung und verschiedenen anderen
Perigonblatt-Färbungen. Statt einiger neuerer
„Revisionen", wie die von Pediocactus sensu Benson
oder Ariocarpus sensu Anderson, wäre man besser
hier meiner sehr notwendigen Revision von
Neoporteria Br. & R. gefolgt. Denn was sind die Folgen,
wenn man weiterhin Neochilenia-Arten zu diesem
Genus mit einbezieht? Dann kann man auch die
Horridocactus-Spezies nicht ausschließen und noch
weniger die Arten von Pyrrhocactus sensu Ritt.,
(1. h. die chilenischen und die ostandinen Spezies
dieses fJenus, ein Musterbeispiel dafür, wohin die
Nichtbeachtung meiner Argumente führt: wir hätten
dann ein gekünsteltes Großgenus, bei dem jede
klare Übersicht, auch über die geographischen
Areallagen, verlorenginge. — Verbreitung:
Mittleres bis nördliches Chile, [(g).; P. beschleunigt das
Wachstum und fördert die Blühwilligkeit.]
Neoporteria acutissima (0. & Dietr.) Berg.:
Neoporteria subgibbosa (Haw.) Br. & R.
Neoporteria ambigua (Hildm.) Backbg.: Weingartia
ambigua (Hildm.) Backbg.
Neoporteria aspillagai (Söhr.) Backbg.: Neochilenia
aspillagai (Söhr.) Backbg.
Neoporteria atrispinosa (Backbg.) Backbg.
K. kleinkugelig, später länglich bis zylindrisch,
dunkel blattgrün; Wz. rübig, halsartig abgeschnürt;
Ri. ca. 15, anfangs in spiralig stehende W. aufgelöst,
diese später zusammenfließend; Ar. anfangs
gelbfilzig; St. sich verändernd: an Jungpflanzen
zahlreich, weichborstig bis haarartig, später 3—7, bis
3,5 cm lg., anfangs aufgerichtet, härter, aber noch
biegsam, einige borstendünn, später bis 30, + dicht
stehend, davon 9 stärkere, zentraler gestellt, steif,
stechend, ausgewachsene Pflanzen ziemlich steif-
nadelig bestachelt; St. dunkelbraun bis schwarz; Bl.
rosenrot; Fr. grünlich-rosa; S. mattschwarz. —
Nordchile.
Neoporteria castanea Ritt. — ‚‚Taxon", XII: 1, 34.
1963.
K. länglich, bis 15 cm 0; Ri. 15—24, gekerbt, kinn-
förmige Hck.; Ar. bis 14 mm lg., 1—1,5 cm
entfernt; St. gerade, kastanienbraun; Rst. 10—14, rauh,
bis 15mm lg.; Mst. 4—8, 15—30mm lg.,
pfriemlich; Bl. purpurn; R. bzw. Ov. und Fr. so gut wie
f löckchenlos und nur zuweilen mit einigen Bst.; Fr.
rot; S. dunkelbraun, feinwarzig. — Chile (Prov.
Talca, bei Villa Prat) (FR 236).
v. tunensis Ritt. — „Taxon", XII: 1, 34.1963: St.
etwas länger, weicher und gehäufter; S. weniger
fein warzig. — Chile (Tuna, bei San Fernando)
(FR 236a).
Neoporteria castaneoides (Ckls) Werd.
K. kugelig, später länglich, graugrün; Ri. 15—20,
scharf gefurcht; Ar. anfangs dick weißfilzig; Rst.
bis 20, bis ca. 1,8 cm lg., dicht stehend; Mst. bis 0,
etwas länger, aufrecht; St. rein hellgoldgelb bis
goldbraun; Bl. karminrosa, unten weiß; Fr.
rötlichgrün bis schwach rosa. — Chile (Region von Co-
piapo).
Neoporteria cephalophora (Backbg.) Backbg.
K. zwergig, rundlich, frischgrün; Wz. rübig, nicht
stark abgeschnürt; Ri. anfangs in spiralig gestellte
\V. auf frei öst; Ar. klein; St. kurz, haarartig fein, bis
1,2 cm Ig., oben + sohopfig stehend, + hellgelb bis
298 Neoporteria
weißlich; Bl. (nach Simo) kleiner als alle anderen
Neoporteria-Bl. — Nordchile (Küste).
Neoporteria chilensis (Hildm.) Br. & R.: Neochilenia
chilensis (Hildm.) Backbg.
Neoporteria clavata (Söhr.) Werd.
K. kugelig, später säulig, bis 1,50 m h., hellgrün,
bald grau; Ri. bis 10, gerade, bis + schief gekerbt;
Ar. elliptisch, stark weißgrau-filzig; Rst. 5—7, bis
3 cm lg., sehr kräftig, pfriemlich, gerade bis +
gebogen, horizontal spreizend; Mst. 1, gerade
vorgestreckt oder nach unten gedrückt, etwas länger;
Bl. rot.— Chile. (Abb. 267.)
v. procera Ritt. — „Taxon", XII: 1, 34.1963: K.
lang aufragend; Wz. nicht rübig; Ar. kleiner,
entfernter; St. dünner und kürzer; Bl. kleiner; R.
noch geringer flockig bzw. weniger beborstet;
S. kleiner. — Nordchile (östl. La Serena) (FR
716).
Ritter hat diese lange wenig geklärte Art
wiedergefunden (FR 482). Er führt lt. Winter-Katalog
noch folgende Varietäten: v. grandiflora (FR
482 A) „sehr großblütig, von Cereenwuchsu, und
v. parviflora (FR 482 B).
Neoporteria coimasensis Ritt. — ‚,Taxon", XII: 1,
34. 1963.
K. bis 12 cm 0; Wz. rübig, klein; Ri. 15—21,
gekerbt, lange Kinn-Hck.; Ar. bis 1 cm lg., 5—12 mm
entfernt; St. variabel, graugelb oder dunkelgrau;
Rst. 15—30, 1—4 cm lg., gerade oder gebogen; Mst.
8—20, meist gebogen, 2—4 (—7) cm lg.; Bl. purpur-
rosa, oben mit einigen Bst.; Fr. rot oder gelblich;
S. dunkelbraun, stark runzlig. — Chile (Prov.
Aconcagua, Las Coimas) (FR 473).
Neoporteria coquimbana Ritt. (FR 218) s.
Neoporteria nigrihoirida v. coquimbana Ritt.
Neoporteria crassispina Ritt. (FR 481) s.
Neoporteria nigrihorrida v. crassispina Ritt. [bzw. v.
raajor (Backbg.) Backbg.].
Neoporteria curvispina v. variicolor Hutch.
(unbeschrieben?): wohl identisch mit Horridocactus
eurvispinus (Bert.) Backbg.
Neoporteria densispina (Backbg.) Y. Ito: sehr
dicht- und hellborstig, ähnlich Neoporteria nidus
(Söhr.) Br. & R. bzw. dazu gehörend.
Neoporteria exsculpta (0.) Borg: Neoporteria sub-
gibbosa (Haw.) Br. & R.
Neoporteria fobeana (Mieckl.) Backbg. : Neochilenia
fobeana (Mieckl.) Backbg.
Neoporteria fusca (Mühlpf.) Br. & R.: Neochilenia
fusca (Mühlpf.) Backbg.
Neoporteria gerocephala Y. Ito
K. + kugelig bleibend, z. T. später gestreckt, aber
nicht stark zylindrisch werdend; Ri. höckrig, Hck.
wulstig vorgezogen; St. zahlreich, dick borstenartig,
weich, wirr, dicht verflochten, weiß bis schwärzlich,
bald alle weiß; BL ca. 5 cm lg.; R. lang. — Chile
(Region von Ovalle). (Abb. 268.)
Von Neoporteria nidus durch die größere Bl.
unterschieden.
Hierzu muß die von Ritter in „Taxon", XII: 1,
33. 1963, als eigene Art beschriebene N. multicolor
Ritt, gestellt werden, deren Blütenmaße Ritter
nicht angibt! Die Bl. ist aber ebenso groß wie die
obiger Art, mit weißen Flöckchen und Bst. Die Bl.
der N. nidus ist nur knapp halb so lang, diese Art
weist aber eine ähnliche Variationsbreite der Be-
stachlung bzw. ihrer Färbung auf, d. h. nach Ritters
N. multicolor-Beschrbg. reicht das Farbenspiel von
weiß über gelblich, bräunlich, rotbraun bis schwarz,
wie auch bei N. nidus. Die Standortsangabe „Region
von Ovalle" war bisher ungenau. Ritter gibt an
„Umgebung von Coquimbo (FR 243)".
Neoporteria heteracantha (Backbg.) Backbg.
K. flachrund, bis 11 cm 0, dunkelgrün; Ri. ca. 19,
schwach gehöckert; Rst. ca. 20, bis ca. 2,2 cm lg.;
Mst. ca. 6, bis 4,5 cm lg.; St. besenartig dicht
stehend, leicht gebogen, steifborstig, schmutzig
weiß- bis bräunlichgrau; Bl. karminrosa, am Grunde
weiß; Fr. klein, rot. — Nordchile.
Neoporteria jussieui (Monv.) Br. & R.: Neochilenia
jussieui (Monv.) Backbg.
Neoporteria kesselringiana (Dölz) Hutch.:
Horridocactus kesselringianus Dölz.
Neoporteria kunzei (Forst.) Backbg.: Neochilenia
kunzei (Forst.) Backbg.
Neoporteria litoralis Ritt.
K. halbkugelig, später säulig, 3—8 cm 0,
grasgrün; Ri. 14—21, stark in W. aufgelöst; Ar. oval,
weißlich- bis gelblich-filzig; Rst. ca. 30, 0,75—2 cm
lg., haarfein, strahlend; Mst. 8—12, 1,5—3 cm lg.,
spreizend, gerade oder leicht gebogen; St. in der
Farbe variierend, von gelbweiß bis gelbbraun, braun
bis schwärzlich; BL bis 2,75 cm lg., karminrosa; Fr.
2 cm lg., karmin. — Chile (Coquimbo, am Strand).
(FR 219.)
Neoporteria mamillarioides (Hook.) Backbg.
K. später langzylindrisch, bis ca. 10 cm 0, hell- bis
graugrün; Ri. bis über 15, in längliche, starke Hck.
unterteilt; Ar. oval, groß, dickfilzig; St. schwer
trennbar, unten 4 dickpfriemliche über Kreuz,
einige dünnere und dickere am Rand der Areole,
variabel in Stärke und Länge, zuweilen etwas
verbogen und am Fuß verdickt, weißlich bis rötlich-
braun; Bestachlung grob und wild; Bl. bis 6 cm lg„
Neoporteria 299
wohl die größte der Gattung; R. derb, etwas
gerieft. — Chile (Estancia Frai Jorge).
Neoporteria microsperma Ritt. — Succulenta, 42:1,
6. 1963.
K. länglich werdend; Ri. weniger stark gekerbt, mit
kleinem Kinnvorsprung; Ar. 3—5 mm entfernt; St.
dicht stehend, ± gebogen, anfangs schwarz, die Mst.
später nur oben; R. länger, etwas borstig; S. kleiner.
— Nordchile (15 km östl. La Serena) (FR 535).
Die Beschreibung zeigt nach Ritter die
Unterschiede von N. wagenknechtii.
v. serenana Ritt. — l. c:
K. größer; Ri. breiter und höher; Ar. größer; St.
stärker. — Gleicher Standort (FR 716a).
Neoporteria multicolor Ritt. (FR 243),
unbeschrieben: „St. dicht, kraus, den K. umhüllend, gelb bis
weißlich oder kastanienfarben. Von Neoporteria
geroeephala Y. Ito nicht zu trennen; Bl. gleich groß.
Neoporteria napina (Phil.) Backbg. und v. spino-
sior Backbg.: Neochilenia napina (Phil.) Backbg.
und v. spinosior (Backbg.) Backbg.
Neoporteria napina v. lanigera Hutch.: Neochilenia
sp. (nahe N. eriocephala?).
Neoporteria nidus (Söhr.) Br. & R.
K. kugelig, später keulig-zylindrisch; Ri. bis 18;
St. schwer unterscheidbar, bis 3 cm lg. (und mehr),
± borstig bis steifer, oft gerade und locker stehend,
meist dicht verflochten, auch variabel in der Farbe,
weißlich bis gelblich, dunkler bis schwärzlich,
besonders die mittleren; Bl. nur ca. 3 cm lg. — Chile
(Region von Ovalle).
Von Neoporteria geroeephala durch die wesentlich
kleinere Bl. unterschieden.
Neoporteria nigrihorrida (Backbg.) Backbg.
K. kugelig, später mäßig verlängert, matt dunkel-
graugrün; Ri. bis 18, scharf kinnhöckerig; Rst. ca.
16, bis 1,5 cm lg., seitwärts strahlend, verflochten,
steif; Mst. 6—7, bis 3 cm lg., sehr derb, stechend
pfriemlich; St. anfangs pechschwarz, dann schmutzig
silbergrau; Bl. 4 cm lg., hellkarmin, unten weiß; Fr.
rötlich-grün. — Chile (südlich Coquimbo).
v. coquimbana Ritt., unbeschrieben (zuerst: N. co-
quimbana) ist wohl nur eine Form der N.
nigrihorrida.
v. crassispina Ritt., unbeschrieben: wohl N.
nigrihorrida v. major (Backbg.) Backbg.
v. major (Backbg.) Backbg.: Ri. ca. 13, um die
Ar. stärker verdickt; Ar. größer; Rst. ca. 18, bis
2 cm lg., abstehend, dann zum Körper gebogen;
Mst. ca. 10, sehr grob, Spitze hochgekrümmt; St.
dunkelgrau, feucht ganz schwarz.
v. minor (Backbg.) Backbg.: K. kleiner, anfangs
flachrunder; Rst. ca. 16, bis 1cm lg., dünner;
Mst. 8, bis 1,8 cm lg.
20 Kakteenlexikon
Neoporteria oeculta (Phil.) Br. & R.: Neochilenia
oeculta (Phil.) Backbg.
Neoporteria odieri (Lem.) Berg, und v. mebbesii
(Hildm.) Backbg.: Neochilenia odieri(LEM.)BACKBG.
bzw. Neochilenia mebbesii (Hildm.) Backbg.
Neoporteria planiceps Ritt. — ‚‚Taxon", XII: 1, 34.
1963.
K. bis 20 cm lg., bis 40 cm 0; Wz. rübig, groß,
gelb, oben verengt; Ri. anfangs in Hck. aufgelöst,
später gekerbt, 13—17, Hck. oben flach, kurz kinn-
förmig; Ar. bis 4 mm lg., bis 5 mm entfernt, weiß;
St. 25—50, haarförmig, gebogen oder kraus; Mst.
2—4 cm lg., braun oder dunkel, die randständigen
heller; Bl. 2,8 cm lg., karmin; R. mit weißen Flöck-
chen und einigen weichen, haarförmigen, gelblichen
Bst.; Gr. weiß; N. blaßgelb; Fr. becherförmig, wie
die R. bekleidet; S. blaßschwarz, sehr runzlig. —
Nordchile (Totoral Bajo, selten) (FR 483).
Neoporteria polyrhaphis (Pfeiff.) Backbg.
K. später verlängert, dunkel-graugrün; Ri. ca. 16;
St. zahlreich, schwer unterscheidbar, im Scheitel
noch borstig dünn, später fester, derber, stechend,
aufrecht, aber auch mit borstenfeinen durchsetzt,
mittlere braun; Bl.-Angaben nicht einwandfrei
geklärt; da kaum mehr in den Sammlungen
anzutreffen, bleibt die Zugehörigkeit zu Neoporteria
offen. — Chile.
Neoporteria procera Ritt.: Neoporteria clavata v.
procera Ritt. (FR 716).
Neoporteria rapifera Ritt. (FR714), unbeschrieben:
K. + kugelig, dem Namen nach mit rübiger Wz.,
grün bis dunkelgrün, die ersteren mit zahlreicheren
und feineren St., die letzteren mit weniger und
stärkeren; St. fast alle gebogen, Fuß zuerst gelb,
dann fast orangefarben, oben dunkelbraun bis
schwarz, oder bei den heller grünen Pflanzen auch
hellbraun; Rst. bis 10—20, sowie mehrere Mst.;
Bl. rosenrot. — Chile.
Neoporteria robusta Ritt. — „Taxon", XII: 1, 34.
1963.
K. 8—15 cm 0, länglich; Wz. nicht rübig; Ri.
13—18, mit kurzen Hck.; Ar. bis 15 mm lg., bis
lem entfernt; Rst. 15—22, 1,5—4 cm lg., nadelig,
blaßbraun, bald weiß; Mst. 8—16, 2—7 cm lg.,
pfriemlich, braun bis fast schwarz; Bl. purpurn,
mit weißen Flöckchen und Bst.; S. dunkelbraun,
sehr runzlig. — Chile (Prov. Santiago, östl.
Montenegro) (FR 473c).
Neoporteria senilis (Phil.) Backbg.: Neoporteria
geroeephala Y. Ito.
300 Neoporteria — Neoraimondia
Neoporteria sociabilis Ritt. — Succulenta, 42:1,
3.1963.
K. länglich, bis 8cm 0, ohne Rübenwurzel; Ri.
13—21, bis 1,5 cm h., schmal, höckrig; Ar. bis 1 cm
lg., 6 mm br., 5—10 mm entfernt; St. nadelig, gerade,
dunkelgrau; Rst. 16—20, bis 2 cm lg.; Mst. 7—14,
bis 3 cm lg.; Bl. bis 3,3 cm lg., purpurfarben, weiß-
randig; Sep. zurückgebogen; Fr. blaßrot, länglich;
S. mit winzigem Nabel, 1,3 mm gr. — Nordchile
(Totoral Bajo) (FR 655).
v. napina Ritt. — 1. c.:
Wz. rübig, mit Halsverengung; Ri. 11—18;
Nektarkammer unten nicht rötlich (wie beim
Typus der Art); Stbf. weiß (beim Typus der Art
blaßpurpurn) (FR 655a).
Neoporteria subcylindrica (Backbg.) Backbg.
K. bald zylindrisch, dunkelgrün; Ri. 16, schmal;
Rst. dünn, seitwärts verflochten; Mst. 6,
unregelmäßig gestellt, wirr verflochten, anfangs
dunkelbraun, dann strohgelb, später grau. — Chile.
Neoporteria subgibbosa (Haw.) Br. & R. (T.)
K. kugelig, später bis 1 m und mehr lg., bis 10 cm 0,
hell-, dann graugrün; Ri. bis 20, +
zusammengedrückt und mäßig höckrig; Ar. groß, anfangs
weißwollig; Rst. ca. 24, derb, seitwärts gerichtet;
Mst. 4, steif-pfriemlich; St. hell bernsteinfarben,
später dunkler mit heller Basis, manchmal +
rötlichbraun; Bl. ca. 4 cm lg., karminrosa. — Chile (bei
Valparaiso),
v. intermedia Ritt., unbeschrieben, wurde von
Ritter später als Varietät von N. litoralis
angesehen (ähnlich verfuhr er z. B. bei N. procera
v. serenana, die er später als Varietät von N.
microsperma beschrieb). Ich erwähne diesen
Namen nur, denn eine richtige Eingliederung oder
Gültigkeit als gute Varietät erscheint mir
unsicher, da Ritters häufigere Umstellungen keine
endgültige Beurteilung erlauben.
Neoporteria taltalensis Hutch.: Neochilenia talta-
lensis (Hutch.) Backbg.
Neoporteria thiebautiana (Backbg.) Y. Ito, mit
schwarzen, aufwärts gebogenen, festen St., ist wohl
nur eine Form der Neoporteria nidus (Söhr.) Br.
&R.
Neoporteria villosa (Monv.) Berg.
K. später länglich bis zylindrisch, bis ca. 15 cm h.,
8 cm 0, graugrün, später violett bis schwärzlich
getönt; Ri. 13—15, in länglich-runde Kinnhck.
geteilt; Ar. + stark weißfilzig, bis-wollig; St.
undeutlich geschieden, zahlreich, haarartig bis feinborstig,
heller oder dunkler bis schwärzlich, besonders die 4
etwas kräftigeren bis 3 cm lg. mittleren, zuweilen mit
schwefelgelben, + verbogenen H.-St..untermischt;
Bl. ca. 2 cm lg., innen unten weiß. — Chile
(Region Huasco).
Neoporteria villosa v. polyrhaphis (Pfeiff.) Borg:
Neoporteria polyrhaphis (Pfeiff.) Backbg.
Neoporteria wagenknechtii Ritt. — Succulenta,
42:1, 5.1963.
K. bis 30 cm h., bis 11 cm 0, graugrün, ohne Rüben-
wurzel; Ri. 11—17, sehr stumpf, mit
Kinnvorsprung; Ar. 6-13 mm lg., bis 7 mm br., 5—10 mm
entfernt, grau oder bräunlich; St. nadelig; Rst. 10
bis 14, bis 2,5 cm lg., gerade, dunkelgrau; Mst. 3—6,
2—3 cm lg., graubraun; Bl. 2,2 cm lg., purpurn,
geringer weißer Filz, Bst. fehlend (immer ?); Stbf.
weiß; Gr. unten weiß, oben rot oder bräunlich; Fr.
tönnchenförmig, grün oder rötlich; S. braun. -
Nordchile (nördl. La Serena, Juan Soldado)
Wenn hier Bst. fehlen (?), ist das bei dem völlig
einheitlichen Bau und der gleichartigen Färbung der
Neoporteriablüten ebensowenig von besonderer
Bedeutung wie bei Parodia, während die typisch
borstenreichen Neochileniablüten gegen die
borstenlosen von Reicheocactus abzugrenzen sind, um
Verwechslungen wie früher bei Neochilenia reichei und
Reicheocactus pseudoreicheanus zu vermeiden.
Gattungstrennungen können nicht völlig einheitlich
vorgenommen werden, sondern müssen sich jeweils
nach der besonderen Sachlage richten. (FR 715).
v. napina Ritt. — 1. c.:
Wz. eine große Rübe, mit verengtem Hals; St.
länger, gebogen; Bl. größer; R. mit einigen weißen
Bst. (!). — Nordchile (Berge von Choros Bajos,
nördl. La Serena) (FR 714).
Der Vergleich der Bst.-Bildung zeigt deutlich,
daß beim Typus der Art eine Reduzierung
vorliegt, deren Berücksichtigung eines der
wichtigsten Hilfsmittel der systematischen Gliederung ist.
Neoraimondia Br. & R. (55)
Mittelhohe bis sehr hohe, von unten verzweigende,
meist kandelaberartig aufsteigende, wuchtige Ce-
reen mit dicken, wenigkantigen Trieben, diese nur in
einem Falle + auseinanderstrebend. Bei Blühreife
entwickeln sich merkwürdige, dichtfilzige, knollige
oder zylindrische, nur gelegentlich Stacheln
hervorbringende und ziemlich alt werdende Kurztriebe,
aus denen auch 2 Tagblüten gleichzeitig entstehen
können; sie sind ziemlich kurztrichterig, die Röhre
kurz behaart und höchstens mehr nach unten zu mit
unscheinbaren Stacheln untermischt. Die Frucht
ist kugelig bis länglich, mit braunen, runden
Filzpolstern und kurzen Stacheln. Diese Gattung hat,
neben Corryocactus brevistylus, die längsten
Stacheln aller Kakteen. Die Samen sind mattschwarz,
fein punktiert. Beschrieben: 4 Arten, 3 Varietäten.
Verbreitung: Von Nordperu bis Nordchile.
(Abb. 271.)
Neocardenasia Backbg., die zuweilen hierunter
einbezogen wird, aber wesentlich unterschieden ist,
siehe unter ihrem eigenen Gattungsnamen.
Neoraimondia — Neowerdermannia 301
Neoraimondia arequipensis (Meyen) Backbg. (T.)
K. graugrün, bis 10 m h., Stamm bis 40 cm 0; Tr.
unten etwas gebogen, parallel aufsteigend, 20 cm
und mehr 0; Ri. 8; Ar. anfangs bis 2 cm 0, später
rundknollig oder zylindrisch kurztriebig verlängert;
St. unregelmäßig, 1—2—4—7, rund, pfriemlich,
sehr elastisch, kaum stechend, bis 25 cm lg.; Bl.
grünlich weiß; Fr. ca. 7 cm groß, purpurn, auch
innen, Filzpolster und St. bei Reife abfallend. —
Peru (südlich Mollendo bis Nazca- und Puquio-Tal).
v. rhodantha Rauh & Backbg.: K. bis ca. 5 m h.,
frischgrün; Ri. meist 7; Tr. 30—40 cm 0; Ar.
lederbraun bewollt, besonders im Scheitel; Bl.
rosarot; 4,5—5 cm lg. — Südperu (Region von
Arequipa).
v.riomajensis Rauh & Backbg.: weicht von v.
rhodantha ab durch geringe Ri.-Zahl, 4—6; Bl.
hell-karminrot. — Südperu (Rio Majes).
Neoraimondia aticensis Rauh & Backbg.
K. bis 4 m und mehr h.; Tr. nicht parallel, sondern
etwas auseinanderstrebend aufsteigend, Spitze
zuweilen verjüngt; Ri. (6—) 7 (—8); Bl. ? Südperu
(bei Atico). (Abb. 269.)
Von allen anderen Arten durch den spreizenden
Wuchs und die sich verjüngenden Tr. abweichend.
Neoraimondia gigantea (Werd.& Backbg.) Backbg.
K. bis 8 m h.; Tr. dicht nebeneinander aufragend;
Ri. meist 4 (—5); Ar. stark genähert, blühbare fast
konisch verlängert; Bl. und Fr. purpurrot. — Nord-
peru (westlich von Morropon; bei Yequetepeque).
(Abb. 270.)
v. saniensis Rauh & Backbg. : K. nur ca. 4 m h.;
Tr. breiter und lockerer, aber parallel
aufsteigend; Ri. 4—5; Bl. hell-weinrot. — Nordperu
(Rio'Sana-Tal).
Neoraimondia macrostibas (K. Sch.) Br. & R.:
Neoraimondia arequipensis (Meyen) Backbg.
Neoraimondia macrostibas v. gigantea (Werd. &
Backbg.) Backbg.: Neoraimondia gigantea (Werd.
& Backbg.) Backbg.
Neoraimondia macrostibas v. rosiflora (Werd. &
Backbg.) Backbg.: Neoraimondia roseitlora (Werd.
& Backbg.) Backbg.
Neoraimondia roseiflora (Werd. & Backbg.)
Backbg.
K. nur bis ca. 2 m h.; Tr. dick, unten ± gebogen,
parallel aufsteigend; Ri. meist 5; Ar., wenn blühbar,
knollig rund oder länglich; BL hell josenrot mit
dunklem Mittelstreifen. — Mittelperu (bei Cho-
sica und im Piscotal).
v. sayanensis Ritt., unbeschrieben, eine sehr
kurzstachlige Form oder Varietät.
Neotanahashia Y. Ito, bzw. Neotanahashia reichei
Y. Ito non K. Sch.: Reicheocactus Backbg. bzw.
Reicheocactus pseudoreicheanus Backbg.
Neowerdermannia Fric (119): Weingartia
Werd.
Kleine Kugelkakteen mit dicker, fleischiger
Rübenwurzel ohne Halseinengung, eßbar. Die Rippen sind
± stark in Höcker zerteilt, diese z. T. kinnförmig,
bei letzteren die Areolen tiefliegend. Die
Hauptstacheln sind + gebogen, z. T. sogar hakig, besonders
bei der chilenischen Art in der Jugend (letztere
scheint bis Südperu verbreitet zu sein). Die Blüten
sind ziemlich klein, weiß oder lilarosa, kurzröhrig
und kahl. Die winzigen Früchte sind gleichfalls kahl
und enthalten nur wenige Samen. Gleichzeitige
Mehrblütigkeit in einer Areole ist beobachtet
worden. Nach allen diesen Merkmalen ist
Neowerdermannia von dem Genus Weingartia nicht zu
trennen und die Artnamen müssen beide
zusammengezogen werden bzw. Weingartia chilensis (Backbg.)
und Weingartia vorwerkii (Fric), letztere mit den
var. erectispina (Hoffm. & Backbg.) und v. giels-
dorfiana (Backbg)., lauten. Diese Umkombinierung
ist jedenfalls berechtiger als die Einbeziehung von
Weingartia zu Gymnocalycium durch Hutchison.
Wenn ich die obige Gattung trotzdem hier auch
getrennt aufführe, so deshalb, weil sie noch viel im
Gebrauch ist. Sie ist jedoch nicht aufrechtzuerhalten.
In meinem Handbuch „Die Cactaceae", III: 1795.
1959, habe ich schon darauf hingewiesen, daß die
Arten des obigen Genus besser zu Weingartia
gehören; Dr. Simo hat dies 1963 in den
Monatsblättern der Ges. österr. Kakteenfreunde, VII: 1,
bestätigt.
Es werden daher hier den nachstehenden Neower-
dermannia-Namen die Umkombinierungen
angefügt, die damit als künftig allein gültig angesehen
werden. — Verbreitung (wie bei Weingartia, zum
größten Teil): Nordargentinien, bolivianisches
Hochland bis Hoch-Nordchile und angrenzendes
Südperu. [®.; P. ist zu empfehlen. Vorsicht vor
Asselfraß.]
Neowerdermannia chilensis Backbg. — Weingartia
chilensis (Backbg.) Backbg. — Descr. Cact. Nov.
III: 15. 1963.
K. dunkelblaugrün, oft leicht bräunlich oder
rötlich überhaucht; Wz. rübig, spitz zulaufend; Ri. ca.
15, schmal, Hck. schmallang; Rst. ca. 20, 0,8—2,2
cm lg., strahlend, biegsam, meist gerade,-selten
etwas gebogen oder gekrümmt, höchstens ein längerer
unterer, dieser schwärzlich-violettbraun, die übrigen
rosagrau bis dunkler; Mst. 1, gerade, steif,
aufgerichtet, nie gehakt, schwärzlich violettbraun; St.
zuweilen alle heller und anfangs kürzer, später die
Rst. z. T. verflochten; Bl. weiß. — Nordchile
(Ticnamar).
302 Neowerdermannia — Nopalea
Neowerdermannia peruviana Ritt. & Krainz,
unbeschrieben: Weingartia chilensis (Backbg.) Back-
bo.
Neowerdermannia vorwerkii Fric — Weingartia vor-
werkii (Friö) Backbg. — Descr. Cact. Nov. III: 16.
1963, ebenso für die var.:
E. breit- bis flachrund, in die spitz zulaufende Wz.
übergehend, kaum aus dem Boden hervorragend;
Bi. 16 und mehr, in spitz kinnförmige Hck.
geteilt, spiralig stehend; Ar. in der Senke zwischen
den Hck.; St. bis ca. 10, bis 1,5 cm lg., seitlich
gebogen und ± abstehend oder ± anliegend, 1 nach
oben weisend, 1 nach unten gerichtet, bis ca. 4 cm
lg., oben ± stark gekrümmt; Bl. weiß mit hell-lila-
rosa Streifen. — Nordargentinien bis
Nordbolivien,
v. erectispina Hoffm. & Backbg.: W. zierlicher;
St. lang aufgerichtet, dicht abstehend, oft +
wellig oder verbogen, dünner als beim Typus, der
unterste St. der längste, z. T. oben stärker
gekrümmt, alle ziemlich weich. — Bolivien {bei
Viacha).
v. gielsdorliana Backbg. : K. meist kleiner als der
Typus; Hck. rundlicher; St. kürzer; Bl. hell-
violettweiß. — Nordbolivien.
In der Kombination mit Weingartia sind die
Autorenbezeichnungen vorstehender beider var.:
v. erectispina (Hoffm. & Backbg.) Backbg. und
v. gielsdorfiana (Backbg.) Backbg., die
Namensänderung publiziert in Descr. Cact. Nov. III: 16.
1963.
Nichelia Bull.: Neochilenia Backbg.
Nopalea SD. (18)
Buschige bis fast baumförmige, opuntienähnliche
Pflanzen mit Glochiden, die Blätter klein und bald
abfallend. Die Triebe sind abgeflacht, fleischig, oft
schmal; scheidenlose Stacheln werden einzeln oder
in Büscheln gebildet. Die + roten Blüten entstehen
am Rande der Triebe und haben aufgerichtete und
zusammenschließende Hüllblätter mit
herausragenden Staubfäden und wohl meist unten stärker
verdicktem Griffel. Das Ovarium ist gehöckert und
überwiegend stachellos wie fast immer auch die
Frucht, eine saftige, rote Beere. Beschrieben sind
10 Arten. — Verbreitung: Von Mexiko bis
Panama. [®.]
Nopalea angustifrons Lindbg. : Nopalea dejecta (SD.)
SD.
Nopalea auberi (Pfeiff.) SD.
K. bis 10 m h., mit zylindrischem Stamm, oft
rechtwinklig verzweigend; Tr. gering bestachelt,
blaugrün, ± bereift; Ar. rund, außer der kurzen Wolle
später braune GL; St. 0 oder 1—2, pfriemlich, der
l- längere obere bis 3 cm lg., der untere etwa halb so
:- lg., weißlich, bräunlich gespitzt; Bl. ca. 9 cm lg.,
rosenrot; Ov. mit ausgeprägten, aber niedrigen Hck.,
in den Ar. zahlreiche GL, bis 1 cm lg. — Mittel -
und Südmexiko.
Nopalea cochenillifera (L.) SD. (T.)
s. E. oft 3—4 m h., Stamm bis 20 cm 0; Tr. oblong,
; aufsteigend oder spreizend, bis 50 cm lg., anfangs
i- ± hellgrün, unbestachelt, oder nur winzige St. an
n alten Tr.; Gl. zahlreich; bald abfallend; Bl. ca. 5,5cm
lg., Scharlach; Ov. mit lg., rautenartigen Hck. und
l vielen GL — Tropisches Mittelamerika und Ja-
i maika (Ursprung ?).
- Nopalea dejecta (SD.) SD.
K. bis 2 m h., anfangs buschig, dann stammbildend;
; Tr. linear-oblong, oft überhängend, bis 15 cm lg.,
nur mäßig dick, hellgrün, auch im Alter; sehr stache-
r lig; St. 6—8 an alten Ar., meist nur 2, bis 4 cm lg..
spreizend, blaßgelb oder rötlich, später grau; BL ca.
i 5 cm lg., dunkelrot. — Panama?
• Nopalea escuintlensis Matuda
E. bis 1,30 m h., buschig; Tr. sparrig aufsteigend,
umgekehrt-eiförmig oder + kreisrund, unten ver-
> jungt, 15—20 cm lg., bis 10 cm br., dunkelgrün; Ar.
gelblich-filzig; GL später zahlreich; St. 1—3, bis
l 2,5 cm lg., gelblich-weiß; Bl. 8—11 cm lg., gelblich-
Scharlach; Ov. gehöckert, stachellos, sehr schlank-
keulig; Fr. 5—7 cm lg. — Mexiko (Chiapas, am
Rio Cintalapa, nahe Escuintla).
Nopalea gaumeri Br. & R.
E. bis 3 m h., stark verzweigt; Tr. linear-oblong bis
fast lanzettlich, nur 6—12 cm lg., bis 3 cm br.; St.
4—12, sehr ungleichförmig, 0,5—2 cm lg., ziemlich
kräftig, oft + abwärts gebogen; Bl. nur 4 cm lg.;
Fr. mit zahlreichen Ar., bestachelt und mit gelben
Gl. — Mexiko (Yukatan, bei Sisal).
Nopalea ^uatemalensis Rose
E. 5—7 m h., baumförmig, oft fast von der Basis
schon verzweigt; Tr. oval bis oblong, bis 20 cm lg.,
bläulich-grün; Ar. zahlreich, kurz weiß-wollig; St.
5—8, die längsten bis 3 cm lg., ungleich lg., dünn,
nadeiförmig, zumindest bei Jungtr., weiß oder rosa;
BL nur 5—6 cm lg., rot; Fr. bis 5 cm lg., ohne
längere Gl. — Guatemala (bei El Rancho).
Nopalea inaperta Schott
E. bis 7 m h., mit sehr stacheligem Stamm, oft
buschförmig; Tr. fast-eiförmig, 6—17 cm lg., stark
höckrig, glänzend grün; St. 4—12, anfangs meist
3—6, bis 2 cm lg., gelblich-braun; BL nur 4 cm lg.;
Fr. ca. 1,5 cm lg. — Mexiko (Yukatan).
Nopalea karwinskiana (SD.) K. Sch.
E. bis 2 m h., auch höher, mit verzweigtem,
stacheligem Stamm; Tr. oblong, 15—30 cm lg., hell-matt-
Nopalea — Notocactus 303
grün, schwach bereift; St. 3—7, 1—2 cm lg.,
spreizend, blaßgelb bis fast weiß; Gl. zahlreich, gelb; Bl.
bis 12 cm lg., rot. — Mexiko.
Nopalea lutea Rose
K. bis ö m h,, mit kurzem Stamm, spreizend
verzweigend; Tr. fast-eiförmig, elliptisch oder oblong,
blaßgrün, leicht bereift, 6—12 cm lg., bis 3 cm br.,
Ar. groß, kurz braunwollig; St. bis 4 cm lg., weich,
nadeiförmig oder borstig, gelb, braun werdend;
Bl. 5 cm lg.; Ov. mit vielen Ar. mit gelben Gl.; Fr.
ca. 4 cm lg. — Guatemala (bei El Rancho), in
Honduras und Nikaragua. Wuchs auch buschig.
Nopalea moniliformis K. Sch.: Consolea monilifor-
mis (L.) Britt.
Nopalea nuda Backbg.
K. nur bis ca. 80 cm h., strauchig, primäre Tr.
später fast rundlich, verkorkend; eigentliche Tr. ca.
12 cm lg., 6 cm br., oben gerundet, nach unten
verjüngt, schwach gehöckert, kräftig blattgrün; Ar.
weiß bis hellbräunlich-filzig; St. fehlend; Bl. ca.
3,5 cm lg., hellkarmin; Ov. kugelig; Fr. breitrund
ca. 2cm 0, dunkelviolett. — Mexiko(?).(Abb.272.)
Nopalxochia Br. & R. (38)
Epiphyti8che, flachtriebige Pflanzen, z. T. mit
stielrunden Stämmchen, die blattartigen Glieder stufig
gekerbt. Die rosa oder reinroten, offentrichterigen
Tagblüten sind ziemlich groß und haben bei der
rosa blühenden Art eine zweite innere, ±
geschlossene Hüllblattserie. Röhre und Ovarium sind schmal
beschuppt, kahl und stachellos, die Schuppen an der
Knospe zuerst auffällig zurückgebogen. Durch die
langsame Entwicklung der schönen Knospen bis zur
offenen Blüte istN. phyllanthoides besonders
dankbar; sie blüht mitunter zweimal im Jahr, zur
Hauptzeit reichlich, und ist ein Elterteil vieler Phyllo-
hybriden (Abb. 274) gewesen, wie auch die zweite
Spezies. Beschrieben: 2 Arten. — Verbreitung:
Mexiko [Chiapas; Oaxaca; Jalapa (?) und bei Tlaco-
lula (?)].
[©.; Kultur im Freien über Sommer nur bei der
2. Art empfehlenswert; beide neigen bei zu kühlem
Wetter zu Fleckenbildung.]
Nopalxochia ackermannii (Haw.) Knuth
K. ohne lange Triebstiele überhängend; Tr.
lanzettlich, buchtig gekerbt, + weich, mehr blattgrün; Bl.
groß, ziemlich locker, reinrot; R. schlank, kantig,
gefurcht, mit rötlichen, abstehenden Schuppen. —
Mexiko (Chiapas, Oaxaca).
Es gibt eine Rasse mit fleischigeren Tr. und eine
mit dünneren, die Bl.-Farbe von tiefer reinrot über
bläulichrot bis etwas orangerot; Stbf. oben rot,
unten weißlich bis grünlich, wie der Schlund (nach
Farbfotos von Buchenau).
Nopalxochia conzattianum T. M. MacDoug. : Pseu-
donopalxochia conzattianum (T. M. MacDoug.)
Backbg.
Nopalxochia phyllanthoides (DC.) Br. & R. (T.)
K. mit langgestielten Tr. überhängend; Tr.
lanzettlich, zugespitzt, flachstufig gekerbt, Mittel- und
Seitennerven deutlich, dunkler grau-grün; Bl. ca. 10cm
lg., rosa, innen hell-rosenrot; R. kurz, mit roten
Schuppen. — Mexiko (Jalapa ?; Tlacolula; Puebla,
Rio Acapulco). (Abb. 273.)
Geht häufig auch als Hybride „Deutsche Kaiserin4'
Nach Bornemann war diese ein Bastard von Epiph.
ackermannii hybridus (Mutter) und Nopalxochia
phyllanthoides, Bl. borstenlos, zuerst von dem
Berliner Kohlmannslehner unter obigem
Hybridennamen in den Handel gebracht. Es gibt auch
Bastarde mit ± stachliger R. bzw. Ov. und Fr., also
mit Merkmalen wie bei Pseudonopalxochia (s. dort).
Notocactus (K. Sch.) Berg, emend.
Backbg. (111)
Kugelige bis kurzsäulige, ± sprossende Pflanzen mit
überwiegend gelben, selten rötlichen Blüten und,
von vereinzelten Ausnahmen abgesehen,
hellrötlichen bis dunkel-purpurnen Narben. Das
Stachelkleid ist z. T. zart, weniger derb, meist schön
buntfarbig, ± variabel. Die Blüten sind gewöhnlich groß
und ansehnlich. Nach den Fruchtunterschieden
gliederte ich in folgende Untergattungen:
1: UG. Notocactus: Früchte fleischig, mit
Längsrissen öffnend
2: UG. Neonotocactus Backbg.: Früchte
verlängernd, dünnwandig, schlaff,
z. T. hohl und unten
zerfallend
Die Zahlen hinter den Artnamen kennzeichnen die
Untergattungs-Zugehörigkeit. Die Samen sind
mattschwarz. Von Eriocactus sind die Blüten durch eine
längere Röhre unterschieden; bei letzterem werden
außerdem wollfilzige Scheitel gebildet, wie sie sich
bei Notocactus niemals finden, sowie andersartige
Früchte. Unverständlicherweise wird zuweilen zu
Notocactus auch Brasilicactus einbezogen, dessen
kleine Blüten und Früchte stärker bestachelt sind
und damit völlig von denen des Genus Notocactus
verschieden, ja einzigartig unter allen
südamerikanischen Kugelkakteen. Beschrieben wurden bisher
16 Arten. — Verbreitung: von Nord- bis
südliches Mittel- und Ostargentinien über Uruguay bis
Südbrasilien, [(g).; P.: fördert den Wuchs und den
Blütenreichtum.]
Notocactus apricus (Ar.) Berg. (2)
K. sprossend, breitkugelig, hellgrün; Ri. bis 20,
leicht gehöckert, niedrig; Ar. 3—4 mm entfernt;
Rst. 18—20, borstenförmig, verbogen, + seitlich
verflochten, gelblichgrau; Mst. 4, bis 1,5 cm lg.,
1 oft abwärts gebogen, gelbgrau bis gelblich, Basis
304 Notocactus
rötlich, + dunkler gespitzt; Bl. groß, ca. 8 cm lg.,
gelb; äußere Pet. und die Sep. auch mit rötlicher
Mitte; R. derb; Gr. auch unten rot, oben weiß;
Stbf. gelb (obere) und rot (untere). — Uruguay.
(Abb. 275.)
Die Art variiert stark: Bl. 6—8 cm lg.; Bl.-Hülle
dichter oder lockerer; Pet. gespitzt oder etwas
stumpf; St. gelblich bis + rötlich; die R. kann auch
schlanker sein.
Notocactus araneolarius (Reichb.) Hert.: „Mst. 5
bis 7, sehr kurz, purpurn, Rst. 15—17, gelb, Bl.
unbekannt", eine undefinierbare Art aus dem Gebiet
von Montevideo.
Notocactus caespitosus (Speg.) Backbg.: Merkmale
weitgehend mit Notocactus minimus Friö &
Krzgr. übereinstimmend, auch aus Uruguay
berichtet. Vielleicht ist letzterer damit identisch.
Notocactus concinnus (Monv.) Berg. (2)
K. meist einzeln, flachrund, bis 10 cm 0, 6 cm h.,
Scheitel unbestachelt, glänzend grün; Ri. ca. 18,
niedrig gehöckert; Ar. 5—7 mm entfernt; Rst, 10
bis 12, bis 7 mm lg., borstenartig dünn, hellgelb;
Mst. 4 über Kreuz, bis 1,7 cm lg., + abwärts
gebogen, der unterste der kräftigste, gelblich oder
bräunlich; Bl. ca. 7 cm lg., kanariengelb; N. rot. —
Südbrasilien, Urugay.
Notocactus concinnus v. joadii (Ar.) v. Osten und
Y. Ito: Notocactus joadii (Hook.) Hert. (s. dort).
Notocactus floricomus (Ar.) Berg. (2)
K. später + säulig, bis ca. 30 cm h., ca. 13 cm 0,
Scheitel eingesenkt; Ri. ca. 20, Hck. kegelig, +
gedrängt; Ar. schwach weißfilzig, genähert» Rst. ca.
20, + fest, + abstehend, weißlich oder grau, Fuß
rötlich; Mst. 4—5, 2—2,5 cm lg., kräftiger,
pfriemlich, spreizend, der mittlere gerade vorstehend,
grau bis heller; Bl. bis 5 cm und mehr lg., gelb; N.
schwarzrot. — Uruguay.
v. flavispinus Backbg.: Mst. blaßgelb.
v. rubrispinus Backbg.: Mst. leuchtend rot.
v. spinosissimus Fric ex Buin. : St. kaum
geschieden, dicht, braun.
v. velenovskyi (Fric ex Backbg.) Krainz: St.
feiner; Rst. zahlreicher, glänzend weißlich; Ar.
anfangs auffallend kräftig bewollt.
Notocactus herteri Werd. (2)
K. kugelig bis etwas verlängert, bis ca. 15 cm 0,
blaßgrün; Ri. ca. 22, stark gehöckert; Hck. fast
konisch; Ar. bis 1,5 cm entfernt; Rst. 8—11, nadelig,
biegsam, anfangs aufgerichtet, später strahlend;
Mst. 4 (—6), meist über Kreuz, bis 2 cm lg., stärker,
pfriemlich, braunrot, zuweilen gezont; Bl. ca. 4 cm
lg., purpurrot; N. braunrot. — Uruguay (Dept.
Rivera, Cerro Galgo).
Notocactus hypocrateriformis (O. & Dietr.) Hert.,
wohl identisch mit Notocactus mammulosus (Lem.)
Berg.
Notocactus intricatus (Lk. & O.) Hert., nach allen
Merkmalen wohl eine Wigginsia (Bl. und Fr.
unbekannt); vielleicht der erste Name von (Malaco-
carpus) Wigginsia arechavaletai (K. Sch. ex Speg.)
D. M. Port.
Notocactus joadii (Hook.) Hert., eine unsichere
Art.
Notocactus linkii (Lehm.) Hert.: Notocactus ottonis
v. linkii (Lehm.) Berg.
Notocactus maldonadensis (Hert.) Hert.:
Wigginsia arechavaletai (K. Sch. ex Speg.) D. M. Port.
(s. unter Malacocarpus).
Notocactus mammulosus (Lem.) Berg. (2)
K. später + gestreckt, bis 10 cm h., 6 cm 0, grau-
bis reingrün bis dunkler; Ri. 18—20, Kinnhck.
kräftig vorspringend; Ar. breit, bis 6 mm entfernt;
Rst. 10—13 (—15), kaum 5 mm lg., dünn,
gelblichweißlich, meist oben und unten braun; Mst. 3 (—4),
+ pfriemlich, länger, 1—1,4 cm lg., kräftiger,
gelb, braun gespitzt; Bl. bis ca. 4 cm lg., stark
weiß wollig und braun- oder schwarzborstig,
kanariengelb; N. purpurrot. — Argentinien,
Uruguay,
v. pampeanus (Speg.) Cast. & Lelong:
Notocactus submammulosus v. pampeanus (Speg.)
Backbg.
v. submammulosus (Lem.) Y. Ito: Notocactus
submammulosus (Lem.) Backbg.
Von Y. Ito werden noch weitere Varietäten von
N. mammulosus geführt, die aber z. T. auf einem
Synonym oder nur auf unbeschriebenen Namen
beruhen.
Notocactus megapotamicus Ost. ex Hert. (2)
K. sprossend, länglich werdend, saftig grün; Ri.
13—15, undeutlich gehöckert; Ar. anfangs wollig,
bis über 1 cm entfernt; Rst. bis ca. 13, ca. 1,5
(—1,7) cm lg., anliegend, seitlich verflechtend,
gelblich bis rötlich oder anfangs dunkler; Mst. 3—4,
bis über 1,3 cm lg., anfangs schwarzbraun; St. schül-
ferig, dick borstig, ± gewunden und gebogen, später
vergrauend; Bl. ca. 3 cm lg., 4 cm 0, seidig
schwefelgelb; N. rosa. — Südbrasilien (Rio Grande do
Sul). Nach Buining eine Varietät von N. ottonis (?).
Notocactus minimus Fric & Krzgr. (2)
K. winzig-zylindrisch; Wz. halbrübig; Ri. 12—15;
schmal; Rst. 15—17, 4 nach oben, je 6 seitwärts,
1 nach unten gerichtet, steif borstig, glasig weiß;
Mst. 3 (—4), 2 seitlich nach oben, 1 (—2) radial
abstehend, 5—6 mm lg., vereinzelt oben gebogen bis
+ hakig gekrümmt, braun; St. dicht die Pflanze
bedeckend; Bl. bis 2,7 cm lg., 4 cm 0, gelb, mit weißer
Wolle und rotbraunen Bst.; N. rot. — Uruguay.
Notocactus 305
Durch zuweilen gehakte Mst. und kleine, später
zylindrische Gestalt von allen anderen Arten
abweichend (gepfropft allerdings bis 8 cm lg.
beobachtet!). Die Ar. stehen ziemlich dicht.
Notocactus mueller-melchersii Fric ex Backbg. (2)
K. + gestreckt-kugelig, ca. 8 cm h., 6 cm 0,
mattgrün; Ri. ca. 22; Ar. ca. 5 mm entfernt, anfangs
weißfilzig; Bst. 15—18, bis 8 mm lg., feinnadelig,
seitlich strahlend, gelblichweiß; Mst. 1, bis 2 cm lg.,
pfriemlich, stechend, + abwärts gerichtet, hell-
hornfarben bis gelblich, oben dunkel, Fuß rotbraun;
BI. ca. 3 cm lg., 5 cm 0, blaß goldgelb; N. blaß-
karmin. — Uruguay (Sierra de los Animos).
v. gracilispinus Krainz: Mst. 2—3, kürzer,
zuweilen 4, bis 7 mm lg., oft nur undeutlich
geschieden; Bl. etwas kleiner.
Notocactus mueller-moelleri Fric (ohne gültige
Beschreibung) (2)
K. halbkugelig, später länglich, dunkelgrün; Ri. 22,
niedrig, in rundliche Hck. geteilt; Ar. weißfilzig,
soäter fast 1 cm entfernt; Rst. ca. 20, bis 6 mm lg.,
fein, anliegend, gleichmäßig strahlend; Mst. bis 4,
dann über Kreuz, bis ca. 5 mm lg., der unterste
stärker, pfriemlich, rötlich, + abwärts weisend;
anfangs die kräftigeren St. eigenartig um den Scheitel
kranzartig aufgerichtet; Bl. ? Fr. ? — Uruguay.
Eine charakteristische Pflanze, dem N. mueller-
melchersii anscheinend nahestehend.
Notocactus muricatus (0.) Berg. (2)
K. zuweilen sprossend, oval bis ± säulig, bis 20 cm
und mehr berichtet, grün; Ri. 16 (—20); Hck. breit,
flach; Ar. dichtstehend; Rst. 10—14 (—20), bis
8 mm lg., borstenförmig, spreizend bis + ange-
preßt, + weiß; Mst. 1—4, bis 1,3 cm lg., +
abstehend, bernsteinfarben bis weißlich, 1
kastanienbraun bis rubinrot; Bl. bis ca. 3 cm lg.,
schwefelgelb; N. purpurrot. Beschreibungen Pfeiffers,
Rümplers und K. Schumanns weichen
voneinander in Länge und Farbe der St., Größe der BL,
sowie Farbe des Körpers und Größe ab. —
Südbrasilien.
Notocactus ottonis (Lehm.) Berg. (1) (T.) v. ottonis
K. + flachrund, 5—11 cm 0, kräftig grün; Ri.
8—12, gerundet, schwach-höckerig; Ar. ca. 1 cm
entfernt; Rst. 10—18, nadelig, gelb; Mst. (0)—3—4,
bis ca. 2,5 cm lg., etwas kräftiger, + rötlichbraun,
heller gespitzt; Bl. 4—6 cm lg., etwas breiter, tief
glänzend gelb; N. dunkelrot. — Südbrasilien,
Uruguay, Argentinien.
Eine sehr variable Art. Beschrieben wurden
folgende Varietäten:
v.albispinus Backbg.: Ri. ca. 13; Rst. meist 7
(—9); Mst. meist nur 1, + bräunlich, bald
weißlich, wie alle anderen St.; Bl. ca. 3 cm lg.; N.
hellrot; Knospen länger beborstet als beim Typus
der Art.
v. areehavaletai (Speg.) Buin.: Ri. weniger als 10;
Bl. bis 8 cm 0; N. dunkelpurpurn,
v. brasiliensis (Hge. jr.) Berg.: Rst. mehr
aufrecht, gelbbraun; Mst. kürzer, gerader, bräunlich;
Pet. ± herzförmig ausgerandet; N. 11, gelb,
v. buenekeri, ohne weitere Angaben, ist bisher nur
ein Name Ritters.
v. elegans Backbg. & Voll: Hck. länger; Ar*
etwas weiterstehend; Bl. mit locker stehenden,
sehr schmalen, spitz zulaufenden Pet.
v. linkii (Lehm.) Berg.: Ri. zahlreicher, schmäler
und scharfkantiger; Rst. 9—10, anfangs weiß,
später braun gespitzt, Mst. kleiner, anfangs
schwärzlich, später braun; Bl. ca. 5 cm 0; N.
purpurn.
v. megapotamicus (Ost. ex Hert.) Buin.:
Notocactus megapotamicus Ost. ex Hert.
v. multillorus Fric ex Buin.: Ri. scharfkantig;
St. kürzer als 2 cm; Bl. weniger als 2 cm 0; Gr»
und N. orange.
v. paraguayensis (Heese) Berg.: Ri. (bzw. Hck.)
schärfer gekantet; St. abstehend, dünnadelig,
röter.
v. schuldtii Krzgr.: Ri. weniger als 10; Bl. bis
10 cm 0; N. orangegelb.
v. stenogonus Backbg.: K. bis 8 cm h.; Ri. ca. 10,
schmäler; Rst. meist 8, bis ca. 1 cm lg., anfangs
bräunlich, später blaß hornfarben; Rst. meist 3,
bis 1,2 cm lg.; Bl. ca. 2 cm lg., 2,5 cm 0; N.
hellrot; Knospen auffallend schwachwollig,
anfangs fast kahl erscheinend,
v. tenuispinus (Lk. & O.) Berg.: St. feiner,
borstenförmig, heller; Mst. verschieden lg., +
gewunden; Bl. kleiner, blasser; Bl.-Bekleidung
geringer.
v. tortuosus (Lk. & O.) Berg.: K. + dunkelgrün;
St. kürzer, derber, ± strahlend; Mst. 4—6,
stärker, aufrecht strahlend, 1 oft ± abwärts weisend,
v. uruguayus (Ar.) Berg.: Ri. 11, breiter ge-
höckert; Ar. entfernter; St. spinnenartig
ausgebreitet; Mst. 0 oder schwer unterscheidbar.
v. villa-velhensis Backbg. & Voll: K. gelbgrün,
reicher sprossend; Ri. auch + spiralig gestellt;
Hck. fast warzig vorspringend; St. gelb; Mst. 0
bis einzelne dunklere; Bl. ca. 3 cm lg.
Notocactus pampeanus (Speg.) Backbg.: Notocactus
submammulosus v. pampeanus (Speg.) Backbg.
Notocactus rubriflorus Kol. (ohne lateinische
Diagnose): K. kugelig, hellgrün; Ri. 21; Mst. 4,
kreuzförmig gestellt; Rst. ca. 12, glasig gelb; Bl. rot. Ein
beobachtetes Exemplar war eigentümlich dünn und
kurz bestachelt. Offenbar mit N. herteri identisch.
Notocactus rutilans Dan. & Krainz (2)
K. kugelig bis verlängert, ca. 5 cm h., matt
blaugrün; Ri. (18—) 24, spiralig, Hck. klein, kinnförmig;
Ar. bis 7 mm entfernt, anfangs stark weißwollig;
Rst. 14—16, bis 5 mm lg., steif, stechend, unten
306 Notocactus — Nyctocereus
weiß, nach oben zu braunrot, später gelblich bis
grau; Mst. 2, der obere dünner und kürzer, der
untere stärker, gerade oder abwärts weisend, länger,
bis 7 mm lg., leuchtend braunrot; Bl. 3—4 cm lg.,
bis 6 cm 0, variabel in der Größe, rosakarmin, zum
Schlund heller bis gelbweiß, weißwollig mit
rotbraunen Bst., bis 5 mm lg.; N. purpurn, zuweilen
auch gelb. — Uruguay (Cerro Largo).
Notocactus scopa (Spreng.) Berg. (1)
~K. kugelig, später zylindrisch, bis 25 cm (und mehr)
h., bis 10 cm 0, frischgrün; Ri. 30—35, schwach
gehöckert; Ar. 5—8 mm entfernt; Rst. bis 40, bis
7 mm lg., dünn, weiß, den Körper ganz bedeckend;
Mst. 3—4, etwas kräftiger, + bräunlichrot, oft auch
bis weiß; Bl. ca. 4 cm lg. und 0, kanariengelb, mit
brauner Wolle und schwarzen Bst.; N. rot. —
Südbrasilien, Uruguay,
v. daenikerianus Krainz: Rst. und Mst. gelb,
bzw. honiggelb, bis 1 cm lg.; Bl. ca. 3 cm lg.,
wenig breiter. — Uruguay (?),
Südbrasilien (?).
v. glauserianus Krainz: Rst. hellgelb; Mst.
orange- bis braunrot (oben heller) oder
kastanienbraun. — Uruguay.
v. ramosus (v. Osten) Backbg.: K. reicher
sprossend bis polsterbildend.
Notocactus submammulosus (Lem.) Backbg. (2)
K. halbrund, später zuweilen + länglich, stark bzw.
groß; rein grün; Ri. ca. 13, Kinnhck. kräftig
warzenartig vorspringend; Rst. ca. 6, die obersten bis
7 mm lg., + pfriemlich, horizontal strahlend oder
leicht aufwärts gerichtet; Mst. 2, bis 2 cm lg., 1 auf-,
1 abwärts gerichtet, abgeflacht, der untere der
stärkste; St. hellgelblich, braun gespitzt, die
stärkeren am Grunde rubinrot, später vergrauend; Bl.
ca. 4 cm lg., gelb; N. purpurn. — Uruguay,
Argentinien,
v. pampeanus (Speg.) Backbg. : K. glänzend
dunkler grün; Rst. 5—10, weißlich; Mst. 2 (—3), stark
abgeflacht, z. T. gedreht, blaß hornfarben.
Notocactus tabularis (Cels ex K. Sch.) Berg. (2)
K. flachkugelig, bis ca. 8 cm 0, blaugrün; Ri. 16
— 23, niedrig, stumpf; Ar. 4—5 mm entfernt; Rst.
16—18, bis 1 cm lg., dünnadelig, spreizend, wa£ser-
hell; Mst. 4, über Kreuz, der obere bis ca. 1,2 cm lg.,
leicht gebogen, die anderen kürzer, weiß, braun
gespitzt; Bl. nur 6 cm lg.; Pet. linealisch, glänzend
gelb; N. karminrot. — Uruguay.
Notocactus tenuispinus (Lk. & O.) Hert.:
Notocactus ottonis v. tenuispinus (Lk. & O.) Berg.
Notocactus uruguayus (Ar.) Hert.: Notocactus
ottonis v. uruguayus (Ar.) Berg.
Notocactus velenovskyi Fric: Notocactus floricomus
v. velenovskyi (Fric ex Backbg.) Krainz
Notocactus werdermannianus Hert. (2)
K. + kugelig, später oben etwas verbreiternd, bis
ca. 13 cm h., 10 cm 0, gelbgrün; Ri. ca. 40, mit
zahlreichen kleineren Kinnhck.; Ar. 5 mm entfernt;
Rst. ca. 16, ca. 5 mm lg., abstehend, gelblich-weiß;
Mst. 4, der unterste der längste, ca. 1,5 cm lg.,
abwärts gerichtet, derbnadelig, kaum stechend,
anfangs gelblich; Bl. ca. 6 cm lg., über 7 cm 0,
schwefelgelb, glänzend; N. hellpurpurn. — Uruguay
(Tacarembö).
Ritter führt eine „Neuheit, orangerote Bl."
(FR 1269).
Nyctocereus (Berg.) Br. & R. (139)
Dünntriebige, aufrechte, anlehnende bis nieder-
liegende Pflanzen mit meist schmalen, niedrigen
Rippen, nur in einem Falle flügelig-hochkantiger.
Die Bestachelung ist überwiegend dünnadelig. Die
nächtlichen weißen, ziemlich großen Blüten, deren
Röhre und Ovarium mit borstenfeinen aber
stechenden Stacheln versehen sind, erscheinen z. T. auch
aus der verdickten Scheitelzone des
Vorjahrwuchses, so daß zuweilen Blüten gleichzeitig oben und
weiter unten gebildet werden können. Die Röhre
erweitert sich mit breiter, nicht herabgebogener
Blütenhülle. Die Frucht ist fleischig, stachlig oder
borstig. Die Samen sind groß, meist schwarz.
Beschrieben sind 6 Arten. Verbreitung: Mexiko,
Guatemala, Nikaragua. [©.]
Nyctocereus chontalensis Alex.
K. liegend, bzw. über Felsen überhängend, bis 1 m
(und mehr) lg., gelblich-grün; Tr. bis 40 cm lg., bis
5 cm 0; Ri. (4—) 5—6, flügelig-scharfkantig,
Kanten oft rötlich; Rst. 5—7; Mst. 1—4; St. 0,5—1 cm
lg., nadelig dünn, mittlere etwas stärker, +
hellbraun, später schwarzbraun, bei stärkerem Wuchs
noch 3—4 feinere Bst. im unteren Ar.-Teil; Bl. 6 bis
8 cm lg., sehr duftend; Ov. und R. nur behaart; Fr.
kugelig, ca. 2 cm 0, Bst. gelb bis goldbraun. —
Mexiko (Oaxaca; zwischen Nejapa und Tehuan-
tepec).
Der Blüte nach ein Nyctocereus, wenn auch die
Rippenzahl auffallend gering ist und eine stärkere
Reduzierung der Blütenborsten vorliegt, was aber
ein Gegenstück z. B. bei Parodia und bei Samai-
paticereus inquisivensis hat.
Nyctocereus guatemalensis Br. & R.
K. aufsteigend, überbiegend oder kriechend, 1 m
(und mehr) lg.; Tr. 3—6 cm 0; Ri. 8—12, sehr
niedrig, etwas rundlich; Rst. ca. 10; Mst. 3—6, meist
viel länger als die Rst., bis 4 cm lg., aber dünner;
Bl. 4—7 cm lg., stark duftend; Ov. etwas höckrig,
mit rosa oder bräunlichen St.; R. stachlig, außen
zinnober-, innen karminrot; S. glänzend schwarz. —
Guatemala (El Rancho).
Nyctocereus — Opuntia 307
Nyctocereus hirschtianus (K. Sch.) Br. & R.
K. säulig, aufrecht, später anlehnend; Tr. 1—1,5 cm
0, reich verzweigt; Ri. 10, ± scharfkantig, kaum
gekerbt; Rst. 7—9, bis 9 mm lg., der unterste
kürzer, strahlend; Mst. 3—5, der oberste bis 2 cm lg.,
spreizend; St. nadelig, steif, stechend, die größeren
unten zwiebelig verdickt, rötlich bis hornfarben;
Bl. 4—7 cm lg.; R. und Ov. stark bestachelt. —
Nikaragua.
Nyctocereus neumannii (K. Sch.) Br. & R.
K. aufsteigend oder niederbiegend, bis 1 m lg.; Tr.
bis 3 cm 0; Ri. 13, leicht gekerbt; St. kaum
geschieden, 10—14, bis 4 cm lg., bräunlich, später +
grau; Bl. ca. 10 cm lg.; Ov. höckrig, mit braunen
oder rötlichen St. — Nikaragua (bei Chiquitillo,
Metagalpa).
Nyctocereus oaxacensis Br. & R.
K. ± liegend; Wz. dickrübig; Tr. dünn, bis 3 cm 0,
Ri. 7—10, sehr niedrig; Rst. 8—12, 0,4—1,5 cm lg.,
dünn; Mst. 3—5, etwas kräftiger; St. bräunlich bis
braun; Bl. außen rötlich bzw. schmutzig-purpurn,
d. h. nur innerste Pet. weiß; Ov. dicht mit
bräunlichen Bst. besetzt. — Mexiko. (Abb. 276.)
Nyctocereus serpentinus (Lag. & Rodr.) Br. & R.
(T.)
K. anfangs aufrecht, dann überbiegend bis
hängend oder kriechend, bis 3 m lg., verzweigt; Tr.
2—5 cm 0; Ri. 10—13, niedrig, gerundet; St. ca.
12,1—3 cm lg., nadelig, anfangs rosa, später
weißlich bis bräunlich, Spitze + dunkler; Bl. 15—20 cm
lg., Hüllblätter außen rotgrün, mittlere karmin-
rosa, innere weiß; Fr. rot, bestachelt; S. 5 mm und
mehr groß, glänzend schwarz. — Mexiko
(wildwachsend bisher nicht wiedergefunden).
v.ambiguus (DC.) Berg.: K. kräftig, aufrecht,
oben mit gelben St.; Bl. groß, tiefer karminrot
gefärbt (wohl die Sep.).
v.splendens (DC.) Berg.: Tr. tief glänzendgrün;
St. kurz, weich, weiß.
v. strictior (Forst.) Berg. : St. nach oben
schwarzrot gefleckt; äußere Blütenblätter hell-ledergelb.
Obregonia Fric (205)
Die Gattung ist monotypisch. Ein auffälliges
Merkmal der Pflanzen sind die zu dicken, scharfkantigen
Schuppen umgebildeten Warzen, deren Oberteil
nach außen gekrümmt ist. Die mäßig große, weit
öffnende Blüte entsteht zentral; die Röhre trägt
nur oben Hüllblattreste und ist sonst kahl, ebenso
die keulige, basal öffnende Frucht, eine fleischige
Beere mit schwarzen Samen. In der Blütenform
besteht eine Ähnlichkeit mit der von Strombocactus,
und auch dessen ungewöhnliche Warzen sind
gekantet, die Spitze gleichsam nur gekappt. Bei beiden
Gattungen verlieren sich auch die weichen Stacheln
bald. Das letztere Genus hat aber eine Röhre mit
trockenrandigen Schuppen im Oberteil und eine
trockene Frucht mit staubfeinen Samen. Dennoch
vereinigte Berger Obregonia mit Strombocactus
und Marshall erstere sogar mit Ariocarpus.
Ähnlich verfuhr man kürzlich in den USA mit dem
weiter gefaßten Genus Xoumeya. Solche
Zusammenziehungen entstanden aus dem Streben nach einer
systematischen Vereinfachung. Sie stellen mithin
nur erdachte Gruppierungen dar, zwar verwandte
Artgruppen, aber keine solche, wie sie die Natur mit
jeweils völlig gleichen „generischen" Merkmalen
schuf und also in ihr allein als natürliche Gruppen
sichtbar sind. Deren exakte Differenzierung in
Kleingattungen ist daher eine theoriélose Ordnung,
die die Unterschiede am klarsten erkennen läßt. Im
übrigen kann noch keine Methode anerkannt
werden, die sich bisher erst stückwerkweise nur mit
kleinen Artgruppen befaßt. — Verbreitung:
Mexiko (im Nordosten). [O; läßt sich nicht pfropfen.]
Obregonia denegrii Fric (T.)
K. breitrund, grau- bis dunkelgrün, bis 12 cm 0;
W. dick, dreieckig, am Grunde bis 2,5 cm br., bis
1,5 cm lg., oben flach, unten gekielt; Ar. an der
W.-Spitze, anfangs wollig, mit 2—4 kaum
stechenden, ziemlich weichen St., bis 1,5 cm lg., Wolle und
St. bald abfallend; Bl. weiß oder hellrosa, ca. 2,5 cm
0; Fr. eine weiße Beere. — Mexiko (Tamaulipas,
San Vicente bei Ciudad Victoria). (Abb. 277.)
Opuntia (Tournef.) Mill. (17)
Die Gattung ist die zweitgrößte der Cactaceae; sie
hat die weiteste Nordsüd-Verbreitung der Familie,
und zwei Groß-Verbreitungsgebiete sind — ähnlich
wie bei den näher verwandten zylindrischen und +
kugeligen Gattungen Cylindropuntia-Austrocylin-
dropuntia, Corynopuntia-Tephrocactus — deutlich
erkennbar, doch ist die südliche „platyopuntioide"
Artengruppe (nur ca. 45 Spezies) wesentlich
artenärmer als die nördliche (ca. 200 Arten). Das einstige
Genus Opuntia, das auch die vorgenannten
Gattungen umfaßte, zuerst sogar noch Consolea,
Brasiliopuntia, Nopalea und Grusonia, war eine
ebenso künstliche wie unübersichtliche
Sammelgattung, unübersichtlich, was die
Orientierungsmöglichkeit nach Gruppenmerkmalen anbetrifft, und
künstlich in der Zusammenfassung flachrunder,
zylindrischer und kurztriebiger keuliger bis kugeliger
Arten, die geographisch deutlich getrennt in je
einem der Groß-Verbreitungsgebiete vorkommen,
z. T. als ausschließliche Vertreter ihrer
Unterfamilie. Britton und Rose hatten sich vorwiegend
nur bei den Cereoideae zu einer stärkeren
Aufteilung der alten Sammelgattungen entschließen
müssen; sie konnte auch bei den Opuntioideae nicht
ausbleiben. Mit Tephrocactus war schon Lemaire
vorangegangen, 1935 teilte F. M. Knuth Coryno-
308 Opuntia
puntia und Cylindropuntia ab, und damit war der
erste Schritt zu einer übersichtlicheren Aufteilung
getan. Austrocylindropuntia mußte folgen, weil man
die südlichen zylindrischen Arten in dieser
Gliederung nach zwei Groß-Verbreitungsgebieten nicht
ausschließen konnte. So enthält Opuntia heute nur
noch die Arten mit ± flachrunden Gliedern, deren
‚,zwergige, z. T. fast-runde" Arten ganz natürliche
Reduktionsstufen sind. Die Blütenform ist ± rad-
förmig und sehr einheitlich (bzw. in der Sektion I:
Macranthae [A—1]); bei den meist kleinerblütigen
Arten (Sektion II: Micranthae [A—2]) sind die Peri-
gonblätter ± aufgerichtet, z.T. verkürzt und
verschmälert, Übergänge zu der nördlichen Reihe
‚‚Stenopetalae", bei der sie sehr schmal sind und
auch Diözie auftritt, was aber unwesentlich ist, da
sie vereinzelt z. B. auch bei Mamillaria und Gymno-
calcium angetroffen wird. Sehr variabel ist die Farbe
der Triebe, Stacheln und Früchte, deren Glochiden-
oder Stachelbekleidung, wie auch die der Blüten.
Eine stärkere Variabilität ist z. T. innerhalb der
Arten zu beobachten, in der Wuchshöhe wie in der
Blütenfarbe, die bei 0. lindheimeri von gelb bis rot
reicht. Verschiedengestaltig sind auch die Früchte,
breitrund bis länglich; sie treten — wie die Blüten —
meist in größerer Zahl auf und ihre Farbenskala
reicht in verschiedenen Tönungen von grün über
gelb und orange bis rot und fast
schwärzlich-purpurn. Sie sind mitunter ein dauerhafterer Schmuck
der Pflanzen als deren Blüten, denn sie ändern mit
zunehmender Reife z. T. die Farbe und brauchen in
einigen Fällen 2 Jahre, bis sie ganz ausgereift sind.
Es gibt auch Pflanzen mit sterilen Früchten oder
solche mit sehr wenigen Samen. Diese sind ±
rundlich bis flachrund, hartschalig und z. T. ± behaart.
Die Schuppenblätter der Ovarien und Früchte
können länger und nach außen gekrümmt sein, bei
anderen sind sie stärker bis extrem reduziert;
Glochiden (leicht lösende Kurzstacheln) sind ±
stets vorhanden. Die meisten Opuntien blühen an
der Triebkante, doch gibt es Arten oder Formen, bei
denen die Blüten auch noch auf der Triebfläche
entstehen. Die Epidermis ist glatt, stumpf, glänzend
oder — als typisches Merkmal einiger Arten —
samtig. Viele Opuntien zeichnen sich durch großen
Blütenreichtum aus; daher, wie auch wegen ihrer
bizarren Formen und des reicheren Farbenspiels
aller ihrer Merkmale, hat man sie in
tropisch-subtropischen Ländern und in Südeuropa häufig als
Zierpflanzen verwandt. Dadurch verwilderten sie
z. T., denn einige Arten vermehren sich stark, was
sogar zu einer Opuntienplage in Australien, Indien
und Südafrika führte. Immerhin sind sie in ihrer
Heimat wie in einigen trockenen Gebieten wärmerer
Länder ein wichtiges Viehfutter, vor allem für Esel,
und in Mexiko verwendete man sie früher teilweise
sogar als Gemüse und benutzt sie heute noch zur
Herstellung von Süßigkeiten; man stellt ferner ein
Getränk aus ihnen her, und eine Anzahl von Arten
haben eßbare Früchte, die als Obst geschätzt und
nicht selten auf Märkten feilgeboten werden; einige
Opuntien baut man dazu in größerer Zahl an.
Ein interessantes Problem stellen die Opuntien der
Galapagos-Inseln dar. Bisher ist es ungeklärt, wie
es zur Entstehung ihres Areals sowie des der
dortigen endemischen Cereengattungen kam;
jedenfalls sind aber auf dem gegenüberliegenden Festlande
verwandte Gattungen und Arten der Opuntioideae
und Cereoideae festzustellen. Die Galapagos-Opun-
tien müssen zum nördlichen Groß-Verbreitungs-
gebiet gehören; das zeigt die Übereinstimmung
gewisser Merkmale. So sieht eine erst mäßig
verzweigte 0. galapageia täuschend mancher 0. chloro-
tica ähnlich, und sie blüht außerdem reicher auch
auf der Triebfläche. (Die blaßgelb und nadelig
bestachelte 0. bonplandii Ekuadors, die 2—4 m hoch
wird, mag eine verbindende Spezies aus alten
Zeiten einer einst weiteren Verbreitung sein.)
Ursprünglich kannte man nur eine Art mit einer
Varietät. Dann stellten K. Schumann, Weber,
Stewart und J. T. Howell weitere Arten auf, für
besonders große, stammbildende Pflanzen wie auch
stammlose und solche mit größeren Früchten und
Samen. Ich sah mich aus logischen Gründen
gezwungen, sie alle zusammenzufassen. Es ist
unverkennbar, daß es in der Wuchshöhe und der Be-
stachlung alle denkbaren Übergänge gibt.
Unterschiede der Wuchshöhe können dabei nicht
ausschlaggebend sein, denn bei 0. lindheimeri gibt
es niedrige und breit verzweigende Formen wie
auch baumartige bis 4 m Höhe; ähnlich ist es bei
0. dobbieana aus Ekuador der Fall, aber auch bei
0. dillenii. Längliche und breitrunde Früchte gibt
es z. B. auch bei Tephroc. lagopus. Größere Früchte
und Samen brauchen auch nicht unbedingt ein
Artmerkmal zu sein; zytologische
Untersuchungen fehlen überdies bisher. So war hier daher dem
heute in den USA üblichen „lumping" zu folgen.
Kürzlich hat jedoch Y. Dawson, der die Galapagos-
Inseln neuerdings aufsuchte, die alte
Artenabgrenzung wieder hergestellt, sowie noch neue Varietäten
der 0. echios hinzugefügt, nach Fruchtunterschieden
bzw. deren Größe; er sagt aber selbst „Opuntia hat
sich hier zu bemerkenswerten Formen entwickelt,
wahrscheinlich aus mehr als einem Vorläufer".
Während die Galapagos-Cereen generisch jedoch
weit stärker unterschieden sind, zeigen die dortigen
Opuntien im großen ganzen eine hohe
Übereinstimmung der Merkmale bzw. ihrer Übergänge, wobei
Unterschieden der Wuchshöhe oder der Fruchtform
hier angesichts gewisser Parallelismen bei einigen
Festlandsarten nicht ausnahmsweise ein eigener
Artcharakter zugebilligt werden kann, ohne unlogisch
zu sein. Ich mußte es daher bei meiner Gliederung
dieser Opuntien belassen.
Unterscheidbar sind insgesamt bisher rd. 248
Arten. — Verbreitung: Von Kanada bis zum
südlichen Argentinien, in Westindien und auf den
Galapagos-Inseln. Trennender Raum der beiden Groß-
Verbreitungsgebiete ist die Linie vom südlichen
Opuntia 309
Nordperu bis Nordbrasilien hinüber, wo, wie im
südlicheren pazifischen Peru und¾ in Chile überhaupt
keine flachtriebigen Arten auftreten, sondern erst
wieder vom südperuanischen Hochland aus süd-
ost- bzw. südwärts. [O, ®-]
Zur leichteren Orientierung beim Aufsuchen der
Arten werden hinter den Namen Bezeichnungen
gegeben, die folgende Bedeutung haben:
A: Nördliche Gruppe:
1: Blüten größer
a: Niedrige, rundlich- oder schmaltriebige,
oft + kriechende Pflanzen
b: Größertriebige Arten mit rundlichen
bis breiter länglichen Gliedern, aber nicht
höher-strauchig bis baumförmig
c: Höherstrauchige bis baumförmige Arten
2: Blüten meist kleiner, Perigonblätter +
aufgerichtet
a: Perigonblätter breiter
b: Perigonblätter schmäler („Stenopetalae")
B: Südliche Gruppe:
1: Niedrige, kleintriebige, dichtere Gruppen
bildende Arten („Airampoae")
2: Größere, aber + kriechende bis überwiegend
liegende Arten
3: Aufrecht-strauchige bis z. T. + baumförmige
Arten.
Artnamen, die hierunter nicht gefunden werden,
sind gegebenenfalls unter Cylindropuntia, Austro-
cylindropuntia, Corynopuntia oder Tephrocactus zu
suchen; auch könnten sie unter Brasiliopuntia oder
Consolea zu finden sein, in einem Falle unter Maren-
opuntia.
Opuntia abjecta Small (A 1—a)
K. liegend, unregelmäßig verzweigt, hellgrün; Tr.
kreisrund bis + oval, dick; Gl. gelblich; St.
borstenartig dünn, einzeln, braun bis rötlich, bis 6 cm lg.;
Bl. meist einzeln; Fr. rot bis purpur, 1,6 cm lg. —
USA (Florida, Big Pine Key).
Opuntia acaulis Ekm. & Werd. (A 1—b)
K. stammlos, bis 2 m h.; Tr. schmutzig-gelbgrün,
eiförmig-oblong, bis 20 cm lg., bis 13 cm br.; St.
(3—) 5—6 (—7), davon 1—2 bis 4 cm lg., die anderen
bis 2 cm lg., graugelblich, kräftig-nadelig, +
abgeflacht; Gl. bräunlich; Bl. gelb, bis 7 cm lg., 1,5 cm
br.; Ov.-Ar. mit 1—2 bis 1cm lg. St.; Fr. ? —
Haiti (im Nordwesten).
Opuntia aciculata Griff. (A 1—b)
K. bis 1 m h., Ansammlungen bis 3 m br.; Tr.
aufrecht, fast eiförmig, bis 20 cm lg., gerundet, stumpf
dunkelgrün, etwas reifig; Ar. groß und ziemlich
nahestehend; B. pfriemlich, 7 mm lg.; St. zu
mehreren, meist ca. 2, dünnadelig, bis 5,5 cm lg., unten
braun, oben gelb, oft zurückgebogen; Gl. zahlreich,
lange bleibend; Bl. bis 10 cm 0, goldgelb, Mitte
grün; Pet. breit; Fr. birnförmig, purpurn. — USA
(Texas, Laredo).
v. orbiculata Backbg.: Tr. glänzend, mehr
kreisrund; Gl. gleiche dicke Büschel in den großen Ar.;
Bl. leuchtend tiefrot.
Opuntia aequatorialis Br. & R. (A 1-b)
K. bis 1,50 m h., buschig stark verzweigt; Tr. oval-
bis schmal-oblong, bis 20 cm lg., 3—8 cm br.,
ziemlich leicht lösend; St. pfriemlich-steif, blaßgelb,
zuerst 2—4, später mehr, 2,5—6 cm lg.; Bl.
orangerot. — Ekuador (Sibambe).
Opuntia affinis Griff. (A 1—b)
K. bis 1,25 m h., zuweilen bis 2 m h.,
niedrig-baumartig; Tr. fast eiförmig, 13—35 cm lg., oben breit
gerundet, nach unten verjüngt, samtig; Ar. grau
oder weiß, bis 3 cm entfernt; St. gekantet bis
gedreht, unten am Tr. fehlend, oben 1—5, strohfarbig,
im zweiten Jahr weiß, einer bis 3 cm lg., die anderen
viel kürzer; Gl. hell strohfarben; Bl. außen orange,
Mitte rot; Fr. rot, ziemlich kleinkugelig. — Mexiko
(Oaxaca).
Opuntia albisaetacens Backbg. (B 1)
K. kleingliedrig, reichsprossend, niedrige Kolonien
bildend; Tr. länglich, oben verjüngt, ca. bis 4 cm
lg., 2,5 cm br.; St. später bis 10, schneeweiß,
biegsam, bis 6 cm lg., oft wirr verflochten; Bl. rot (?). —
S.-Bolivien (bei Tupiza).
v. robustior Backbg.: Tr. kräftiger, bis 7,5 cm lg.,
3,5 cm br., dicker, 1,5 cm stark; Ar. bräunlich
an älteren, weiß an jungen Tr., ca. 1,6 cm
entfernt; St. überwiegend abwärts gerichtet, z. T.
gebogen bis abgeknickt, rundlich bis
zusammengedrückt und gedreht, ziemlich kräftig, bis 6 cm
lg., schmutzig-weißlich; Gl. weißlich; Bl. ?
Opuntia alko-tuna Card. (B 3)
K. aufrecht, stammbildend, stark verzweigt, bis
1,30 m h., Stamm bis 10 cm 0; Tr. grün, dick,
eiförmig-flachrund, höckrig, bis 18 cm lg., 11 cm
br.; Ar. grau; St. 2—6, pfriemlich, 1—5 cm lg.,
grau; Gl. bräunlich; Bl. radförmig, 6—7 cm lg.;
Ov. mit gelben Gl. und braunen kleinen St.; Fr.
birnförmig, fest, 4 cm 0, innen hart, grün; S.
gelbbraun. — Bolivien (Sierra de Tunari, Santa Rosa).
Opuntia allairei Griff. (A 1—a)
K. niederliegend; Wz. rübig; Tr. bläulich-grün, bis
15 cm lg.; St. 0—3, bis 2,5 cm lg., gelbbraun; Bl. bis
7 cm 0, gelb, rote Mitte; Fr. dunkelrot, bis 5 cm lg.
— USA (Texas, Mündung des Trinity River).
Wohl nur eine Form der O. macrorhiza.
Opuntia ammophila Small (A 1—c)
K. aufrecht, + verzweigt, bis 2 m h., zuletzt mit
Stamm von 25 cm 0; Wz. rübig; Tr. am Stamm-
Oberteil, erste Tr. verlängert bis fast zylindrisch,
Endtr. elliptisch oder oval, bis 17 cm lg.; B. 1 cm
lg., grün; St. schlank, 1—2, später meist am Rande,
2—6 cm lg., fast rund, seltener gedreht, rötlich oder
310 Opuntia
rot; Gl. auffällig gehäuft; Bl. bis 8 cm 0, gelb; Fr.
ovoid, 3 cm lg., + purpurn. — USA (Florida, Fort
Pierce).
Opuntia amyclaea Tenore (A 1—c)
K. aufrecht; Tr. mattgrün, dick, leicht reif ig,
länglich bis elliptisch, bis 40 cm lg., halb so breit; Ar.
mit 1—2 anliegenden Haarborsten; St. 1—4, weiß
oder hornfarben, steif, meist weniger als 3 cm lg.,
die stärksten gekantet; Gl. braun; Bl. gelb; Fr.
gelblichrot, nicht sehr saftig. — Mexiko (Hidalgo,
viel angebaut).
Die europäischen Pflanzen dieses Namens scheinen
Bastarde von 0. ficus-indica x streptacantha zu
sein.
Opuntia anacantha Speg. (B 2)
K. liegend oder anliegend-aufsteigend; Zweige bis
2,50 m lg.; Tr. dunkelgrün, spitzig-länglich, 15 bis
40 cm lg., 3,5—7 cm br.; Ar. mit rotem Fleck; St.
0 (oder 1 verkümmerter); Bl. 5 cm 0, gelb; Fr. rot,
3 cm lg., innen gelblich oder weiß; S.
scheibenförmig. — Argentinien (S-Chaco; Santiago del
Estero).
Opuntia anahuacensis Griff. (A 1—a)
K. niedrig bis liegend, bis 1,5 cm br. Pflanzen,
höchstens 50 cm h.; Tr. glänzend gelblichgrün,
länglich, bis 27 cm lg., bis 13 cm br.; St. 1—2,
ausgestreckt, 2—3 cm lg., abgeflacht oder gedreht; Bl.
gelb; Fr. dunkel-purpurn, birnförmig, 7 cm lg. —
USA (Texas, Anahuac, Trinitiy-River-Mündung).
Opuntia angustata Eng. (A 1—b)
K. aufgerichtet; Tr. bis 25 cm lg., nach unten
verjüngend, halb so breit, aber ziemlich dick; Ar. ca.
2,5 cm entfernt; St. am ganzen Tr., scharf gekantet,
2,5—3,5 cm lg., strohfarben bis weißlich, dunkler
Fuß; Gl. braun; Bl. gelb; Fr. fast-eiförmig, bis 3 cm
lg. — USA (Arizona, Bottoms).
Opuntia antillana Br. & R. (A 1—a)
K. + niederliegend, Kolonien 1 m br.; Tr.
fasteiförmig, bis 20 cm lg., schmal, Basis + rund,
ziemlich leicht abbrechend; St. rund, steif, 3—6,
ungleich, 1—6 cm lg., gelb, im Alter weiß; Gl.
zahlreich, gelb; Bl. 5—7 cm lg., gelb, abblühend
rötlich; Fr. purpurn, 4 cm lg. — Hispaniola und
mittlere Antillen.
Opuntia arechavaletai Speg. (B 3)
K. aufrecht, fast baumartig, bis 2 m h., stark
verzweigt; Tr. dunkelgrün, länglich-oval, 25—30 cm
lg., 8—12 cm br.; Ar. weiß, ohne Fleck; St. 1 (—3),
weiß, oben bräunlich; Bl. 6—7 cm 0, zitronengelb;
Pet. wenige; Fr. + keulig-zylindrisch, 7 cm lg.,
außen und innen purpurn. — Uruguay
(Montevideo).
Opuntia arenaria Eng. (A 1—a)
K. niederliegend, bis 30 cm lg. verzweigt; Wz.
spindelförmig; Tr. zur Wachstumszeit stark
geschwollen, rundlich-abgeflacht, zur Trockenzeit flacher,
bis 8 cm lg., halb so breit; Ar. braun, groß,
zahlreich ; St. 5—8, 2—3 davon viel länger, bis 4 cm Ig.;
Gl. braun; Bl. rot, 7 cm 0; Fr. trocken, stachlig,
3 cm lg.; S. groß. — USA (Texas; S-Neumexiko).
Opuntia armata Backbg. (B 1)
K. niedrig, dichte Kolonien bildend; Tr.
aufgerichtet spreizend, anfangs rund, erst im Alter
abgeflacht, bis 3,5 cm lg., 2 cm dick; B. rötlich; St.
anfangs aufrecht, mit rötlichem Hauch, bald weiß oder
milchfarben, bis 9, bis ca. 2,3 cm lg., unregelmäßig
spreizend; Gl. in Form sehr dünner St.; Bl. ? —
Nordargentinien (?).
v. panellana Backbg.: s. Opuntia panellana
(Backbg.) Backbg.
Opuntia arrastradillo Backbg. (A 2—b)
K. niedrig-strauchig; Tr. grün, stark länglich; B.
olivgrün; Ar. zahlreich, nahestehend; St. 1—2, dünn,
biegsam, bis 7 mm lg., meist alle bald abfallend;
Bl. hell-orange; Fr. ? — Mexiko (Zacatecas ?).
Opuntia assumptionis K. Sch. (B 3)
K. aufrecht, fast baumartig, bis 1 m h.; Tr.
laubgrün, umgekehrt-eiförmig, ca. 10 cm lg., 5,5 cm br.
werdend; Ar. ohne Fleck; St. 1 (—2), braun; Gl.
kaum hervortretend; Bl. nur 2,5 cm br.,
zitronengelb; Fr. + kurz-birnförmig, 3,5 cm lg., 2,5 cm 0;
S. grau, behaart. — Paraguay (bei Asunciön).
Opuntia atrispina Griff. (A 1—b)
K. niedrig aber aufrecht strauchig, bis 60 cm h., bis
2 m br. Gruppen; Tr. hellgrün, bis 15 cm br., unten
stachellos; St. 2—4, spreizend, abgeflachte längste,
steif, kräftig, dunkelbraun, Basis schwärzlich; Gl.
zuerst gelblich, dann braun; Bl. gelb; Fr. purpurrot.
— USA (Texas, Devils River).
Opuntia atrocapensis Small (A 1—a)
K. niedrig, aufsteigend, reich verzweigt aber
liegend; Tr. fast-eiförmig, + glänzend tief grün, bis
10 cm lg., ohne Reif; B. dick-pfriemlich, bis 4 mm
lg.; Ar. klein; St. gewöhnlich 1, hellgelb, später
weiß, feucht strohfarben, z. T. auch braun gefleckt,
bis 2—3,5 cm lg.; Bl. blaßgelb, bis 5 cm 0; Pet.
wenige; Fr. schlank-eiförmig, bis 3,5 cm lg.,
rötlichpurpurn; S. ca. 3—3,5 mm gr., flach. — USA
(Florida, Dünen von Cap Sable).
Opuntia atrofusca Hort, wird im Handel
angeboten, ist aber unbeschrieben.
Opuntia atropes Rose (A 1—c)
K. stark verzweigt, bis 3 m h.; Tr. länglich bis fast-
eiförmig, tief grün, bis 30 cm lg., schwach samtig;
B. bis 5 mm lg., samtig; Ar. hellbraun; St. 3—6 cm
Opuntia 311
lg., anfangs weißlich oder gelblich, dann Basis
dunkelgelb bis braun, oben heller bis weiß; Gl. gelb,
lang, zahlreich; Bl. rot; Ov. fast stachellos. —
Mexiko (Morelos, Yautepec).
Opuntia atro-virens Speg. ist wohl nur eine var.
der 0. mieckleyi K. Sch., mit fast unbestachelten,
dunkelgrünen Tr., Basis + zylindrisch; St. bis 15,
winzig, weißlich, abfallend; Bl. ebenfalls
zinnoberrot. — Argentinien (Corrientés).
Opuntia aulacothele Web. (B 1)
K. stark verzweigt, klein; Tr. grau- bis
bräunlichgrün, 4—6 cm lg., 2—3 cm br,; Ar. ohne GL; St.
8—10, weiß, rund, wenig stechend, die 4 oberen
stärker, bis 2—3 cm lg., die unteren sehr weißen
nur ca. 6 mm lg.; Bl. ? — Herkunft ? Wenig
geklärte Art.
Opuntia aurantiaca Lindl. non Gill. (B 2)
K. nicht hoch, dichtbuschig, aufrecht bis fast
liegend, 15—30 cm h.; Tr. anfangs linear bis fast
keulig, bis 15 cm lg., 10—15 mm br., 8—10 mm dick,
dunkelgrün; Ar. weißgrau; St. bis 6, 3 obere stärker,
einer bis 1,5 cm lg., die unteren 3 abgebogen,
borstig-dünn, bis 2 cm lg., alle schmutzig-bräunlich;
Bl. orange (angeblich auch gelb); Fr. bis 3 cm lg.,
außen und innen purpurrot, stark bestachelt. —
Uruguay (nahe Montevideo).
Opuntia austrina Small (A 1—b)
K. aufrecht bis aufsteigend; Wz. faserig oder
knollig, Knollen bis 15 cm lg., 6 cm dick; Tr.
schmaleiförmig oder verlängert, dick, höckrig, geschweift,
hellgrün, bis 12 cm lg.; B. bis 1 cm lg.; St. in oberer
Triebhälfte oder an deren Rand (1—) 2 (—6), auch
fehlend, gedreht, weißlich bis rosa, unten und oben
dunkler; Bl. bis 7 cm 0, hellgelb; Fr. bis 3 cm lg.
— USA (Florida, südliche Halbinsel).
Opuntia azurea Rose (A 1—b)
K. über kurzem Stamm spreizend verzweigt; Tr.
fahl blaugrün, meist kreisrund bis länglich-rund, bis
15 cm 0, bereift; St. meist nur in oberer Tr.-Hälfte,
2—3 cm lg., + abgebogen, zumindest im Alter fast
schwarz; Gl. braun, zahlreich; Bl. tiefgelb mit roter
Mitte; Fr. karmin, kugelig bis fast-eiförmig, ohne
St.— Mexiko (Zacatecas; Durango ?).
Opuntia bahamana Br. & R. (A1—b), ungenügend
bekannt, kann als stammlose Pflanze keine Con-
solea sein, in deren Verwandtschaft sie Britton und
Rose stellten. Die Tr. sind länglich, ziemlich groß,
die Pflanzen aber nur bis 1,50 m h.; St. 0 oder 1—4
gelbe, bis 2 cm lg.; Bl. 6 cm 0, etwas trichterig, ±
rosagelb, innen mehr rosa. — Bahamas (Rocky
Slopos, The Bricht, Cat Island). Vielleicht eine Ba-
siard zwischen einer Consolea und einer Opuntia.
Opuntia ballii Rose (A 1—a)
K. niedrig, spreizend; Tr. dicklich, blaßgrün,
bereift, fast-eiförmig, 6—10 cm lg.; St. 2—4,
bräunlich, etwas abgeflacht, meist aufgerichtet, längste
4—7 cm lg.; Gl. ansehnlich; Bl. ?; Fr. klein, kugelig,
reif ig, ca. 2 cm lg., stachellos; S. ziemlich dick. —
USA (W-Texas, Pecos).
Opuntia basilaris Eng. & Big. (A 1—a), (A 1—b)
K. vorwiegend niedrig, basal ziemlich aufrecht
verzweigt; Tr. graublaugrün, oft um die Ar. gerötet,
feinsamtig, fast-eiförmig 12—20 cm lg., z. T.
rundlicher; B. winzig; Ar. gelblich; St. fehlend; Gl. fein,
zahlreich, rötlich-braun, bald abfallend; Bl.
purpurrötlich, 5 cm 0; Fr. kurz-eiförmig, trocken,
samtig; S. groß, dick. — USA (Südwesten) bis
Nordmexiko (Sonora).
v. cordata Fobe : Tr. stets oben herzförmig
eingesenkt.
v. humistrata (Griff.) Marsh.: z.T. verlängert,
fast-eiförmig bis elliptisch, oben gerundet, bis
18 cm lg.,
v. longiareolata (Clov. & Jott.) L. Benson: Ar.
mehr länglich an älteren Tr., diese mehr
spateiförmig, bis 12,5 cm lg., ca. 5 cm br.; Gl. schon am
Jungtrieb abfallend, von weißer Ar.-Wolle
umgeben. — USA (N-Arizona, Grand Canyon,
Granite Rapids).
v. ramosa Parish: Tr. glatt, länglich, flacher,
auch oben sprossend, buschige Pflanzen. — USA
(Kalifornien, Bear Valley, San Jacinto Plains).
Ein schöner Bastard ist 0. basilaris sanguinea
Hort.: fahl blaugrün; Tr. länglich-rund, stark
um die Ar. gerötet.
Opuntia beckeriana K. Sch. (A1—b) ist vielleicht
eine Gartenform: niedriger, reich verzweigter
Strauch; Tr. grasgrün, bis 10 cm lg.; St. 2—6,
gerade, gelblich, dunkler gezont bis weiß, bis 1 cm lg.;
Bl. 7—8 cm br., dunkelgelb.
Opuntia bella Br. & R. (A 1—b)
K. strauchig, bis 1,20 m h., dichte Gestrüppe
bildend; Tr. matt-dunkelgrün, bis 16 cm lg.; St. weiß,
2—6, ungleich, nadelig, bis 2 cm lg.; Gl. braun; Bl.
5 cm lg., schwefelgelb, abblühend orange; Fr. klein,
grüngelb. — Kolumbien (Dagua).
Opuntia bergeriana Web. (A 1—c)
K. bis 3,50 m h., mit Stamm bis zu 40 cm 0, stark
verzweigt; Tr. schmal-oblong, bis ca. 25 cm lg.;
St. 2—3—5, pfriemlich, Basis braun oder gelblich,
bis 4 cm lg., etwas abgeflacht; Gl. gelb bis
bräunlich; Bl. tief rot; Fr. bis 4 cm lg., rot; S. abgeflacht.
— Herkunft? Nur aus Gärten und Sammlungen
bekannt.
Opuntia bernichiana Hort. (Al—b):
Wahrscheinlich ein Bastard zwischen Op. compressa und Op.
stricta, in südeuropäischen Sammlungen noch des
312 Opuntia
öfteren anzutreffen und für dortige
Freilandsammlungen oder Ziergärten eine der empfehlenswertesten
Pflanzen, denn sie blüht enorm reich. K. stachellos,
dicht verzweigt; Tr. umgekehrt eiförmig; Bl.
ziemlich groß, gelb; Fr, rot, länglich, stachellos. —
Herkunft nicht mehr festzustellen (zitiert in Kat.
Marnier-Lapostolle). (Abb. 278.)
Opuntia bisetosa Pitt. (A 1—b)
K. strauchig; Tr. oval bis oblong, blaßgrün; Rst.
mehrere; Mst. 1, vorgestreckt; St. alle weiß, der
mittlere der längste, gedreht. — Venezuela.
Opuntia bispinosa Backbg. (B 2)
K. liegend, hell- bis graugrün; Tr. ovoid-linear, bis
20 cm lg., bis 8 cm br., anfangs schmäler; Ar. mit
violettem Fleck; B. kurz, hellgrün; St. meist 2, der
längste bis 5,5 cm lg., meist vorgestreckt, der zweite
mehr abwärts gerichtet, bis 1,3 cm lg., alle anfangs
braun bis bräunlich-weiß, dann weißgrau; Bl. satt-
orange, ca. 6 cm lg., 4 cm 0; Fr. +
länglich-kugelig, rot, bis 5,5 cm lg.; S. behaart. — Nordost-
Argentinien. (Abb. 279.)
Opuntia boldinghii Br. & R. (A 1—b)
K. aufrecht-buschig, bis 2 m h.; Tr. mattgrün,
etwas reifig, fast-eiförmig, ca. bis 20 cm lg.; Ar.
groß, braun; St. meist fehlend oder ganz kurz,
braun; Bl. 5 cm lg., rosenrot, radförmig; Stbl. rosa;
Fr. ca. 4 cm lg., stachellos, fast-eiförmig. —
Venezuela (Nordwest-Küste), Curac‚ao, Trinidad.
Opuntia boliviensis Backbg. (B 1)
K. niedrige Kolonien; Tr. hell-bläulichgrün, unten
nicht deutlich verjüngt, bis 6 cm lg., 3,5 cm br.,
unten 2 cm dick, oben verjüngt und mehr abgeflacht;
Ar. hellbraun; St. bis zur Tr.-Basis, randständige
bis 5, klein, hellbräunlich bis weißlich, mittlere 1—2
oder mehr, weißlich mit dunkler Spitze, einer meist
abwärts spreizend; Bl. gelb; Fr. mit rotem Saft. —
Bolivien (östlich Oruro).
Opuntia bonplandii (HBK.) Web. (A 1—c)
K. hochstrauchig, bis 4 m h., offene Krone; Tr.
eiförmig bis annähernd so, bis 30 cm lg., stumpf-
grün; St. anfangs 2—7, bis 1,6 cm lg., nadelig, blaß-
gelb, bald abfallend; Bl. orange, ca. 6 cm lg. und 0.
— Ekuador (Cuenca).
Opuntia borinquensis Br. & R. (A 1—a)
K. wenig verzweigend, Ansammlungen bis 2 m br.,
0,50 m h.; Tr. länglich-eiförmig, mattgrün, zusam-
mengedrückt-rundlich, bis 8 cm lg., 4 cm br., 1,5 cm
dick; Ar. klein; St. anfangs nur 2—3, bis 6 cm lg.,
weiß werdend, aber anfangs braun; Bl. ?; Fr. fast-
eiförmig, 1,5 cm lg. — Puertorico.
Opuntia brachyclada Griff. (A 1—a)
K. zwergig, viel verzweigt; Tr. breitrundlich bis fast
zylindrisch, klein, grau, rot getönt; Ar. + erhaben;
St. 0; Gl. hellbraun; Bl. und Fr. ? — USA
(Kalifornien, San Bernardino Mountains, San Gabriel).
Opuntia bravoana Baxt. (A 1—b)
K. strauchig, bis 2 m h., von unten verzweigend; Tr.
oblong bis fast-eiförmig, bis 36 cm lg., 14 cm br.,
glatt oder etwas samtig-papillös, zuerst + höckrig;
St. 0 bis mehrere, meist 2—3, später 5, +
abgeflacht, schwach gedreht, 2—6 cm lg., auch
abgebogen, gelblich, später grau mit dunkler Basis; Gl.
gelb; Bl. 8 cm 0, gelb mit rötlichem Ton. —
Mexiko (Niederkalifornien, südlich La Paz).
Opuntia brunnescens Br. & R. (B 2)
K. niedrig-buschig ausgebreitet, bis 1 m h.,
stammlos; Tr. ziemlich glänzend, oblong bis länglich oder
auch mehr rundlich, stumpfgrün, 15—30 cm lg.; Ar.
mit violettem Fleck; St. 2—5, bräunlich, meist 3,
seitwärts und abwärts gerichtet, kräftig, häufig
gedreht, später bis 4,5 cm lg.; Bl. gelb; Fr. rot, tiefer
genabelt, mit GL, aber kaum bestachelt, Nabel rot.
— Nordargentinien (Cordoba).
Opuntia calcicola Wherry (A 1—a)
K. kriechend, aufsteigend; Wz. faserig; Tr. länglich
bis fast-eiförmig, bis 21 cm lg., 4—8 cm br., bis
9 mm dick, matt graugelb-grün, anfangs schwach
reifig; B. bis 8 mm lg., bald abfallend; St. 0, nur an
Sämlingen winzige, weiße; Gl. zahlreich, hell grau-
orange-gelb; Bl. zahlreich, 7—10 cm 0, rein- bis
zitronengelb; Fr. schlank-eiförmig, bis 4,5 cm lg.,
graurot; S. grau-orangegelb. — USA (W-Virginia,
nördlich Bolivar).
Opuntia camanchica Eng. : Opuntia phaeacantha v.
camanchica (Eng.) Borg
Opuntia candelabriformis Mart. (A 1—b)
K. bis ca. 1 m h., strauchig; Tr. bis 20 cm lg., 9 cm
br., ± umgekehrt-eiförmig; Ar. 3 mm 0, anfangs
bräunlich, dann weiß; Gl. weiß; St. 4—5, davon
3 kräftig, weiß, einer bis 3 cm lg., nach unten
gebogen, zusammengedrückt; Bl. 8 cm lg., bis 7 cm 0,
karmin; Stb!#, Gr. und N. karmin. — Mexiko (nach
K. Schumann).
Opuntia canina Speg. (B 1)
K. liegend bzw. kriechend, nur anfangs + aufrecht,
Zweige bis 3 m lg.; Tr. fast linear, hellgrün, 25—35
cm lg., 4,5 cm br.: St. 0 (—2, weißlich); Ar. ohne
Fleck; Bl. bis 5 cm br., orange; Fr. länglich-ovoid,
außen rot, innen grünlich-weiß; S. weiß. —
Argentinien (Jujuy, Pampabianca).
Opuntia cantabrigiensis Lynch (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, bis 2 m h.; Tr. rund bis fast
eiförmig, 12—20 cm lg., ziemlich blaß-bläulichgrün;
Ar. braun; St. nadelig, meist 3—6, auch mehr,
etwas spreizend, Fuß braun oder rötlich, oben gelb,
bis 4 cm lg.; Gl. zahlreich, 1 cm oder mehr lg., gelb-
Opuntia 313
lieh; Bl. bis 6 cm lg., gelblich mit rötlicher Mitte;
Ov. oben mit längeren Bst.-St.; Fr. rund, 4 cm 0,
purpurn; S. klein. — Mexiko (San Luis Potosi;
Hidalgo; Querétaro).
Opuntia canterai Arech. (B 1)
K. aufrecht-buschig, bis 1 m h.; Tr. glänzend-grün,
schlank-oblong, bis 20 cm lg., 4—6 cm br., unten
verjüngt; St. 0 (—1—2), 2 cm lg., weißlich, mit
bräunlicher Spitze; Ar. mit violettem Fleck; Bl. ca.
4,5 cm 0, orange; Fr. etwas birnförmig, 5 cm lg.;
S. abgeflacht. — Uruguay (Küste).
Opuntia caracasana SD. (A1—b)
K. buschig, bis 1,20 m h.; Tr. etwas schief-oblong,
oben und unten verjüngt, bis 12,5 cm lg., dick,
blaßgrün; St. 2—4, ungleich, 2,5—4 cm lg., blaß-
gelb; Bl. und Fr. ? — Venezuela (Caracas, auf
Bergen).
Opuntia cardiosperma K. Sch. (B 2)
K. aufrecht-strauchig, laubgrün bis heller; Tr. ob-
long bis schmal-umgekehrt-eiförmig, Basis
verjüngt, bis 15 cm lg.; St. 0 (—1—2), 1 cm lg., erst
bräunlich, dann weiß; Ar. mit dunkelgrünem Fleck;
Bl. ?; Fr. schlank birnförmig, 7,5 cm lg., nur mit Gl.;
S. herzförmig, abgeflacht, Rand behaart. —
Paraguay (Recoleta bei Asunciön).
Opuntiacardona Web.: eine unbeschriebene Pflanze,
von Weber selbst als Synonym der 0. streptacantha
Lem. angesehen, die jedoch gelb bis orange blüht,
0. cardona dagegen rot; der Wuchs ist ebenfalls +
baumförmig. Vielleicht handelt es sich um einen
Bastard der 0. streptacantha mit einer rotblühenden
Art der „Streptacanthae".
Opuntia cedergreniana Backbg. (B 1)
K. lockere Kolonien bildend, niedrig; Tr.
kettenartig kriechend, rötlich überhaucht, unten nur mäßig
verjüngt; bis 10 cm lg., 6 cm br.; Ar. auf der Spitze
von flachen Hck.; St. bis 6, die längsten bis 7 cm lg.,
hell-rotbraun oder so gefleckt, andere bis 3,8 cm lg.,
einige manchmal sehr kurz und dünn, anfangs
rötlich; Bl. gelb; S. gelblich, runzlig. —
Nordargentinien (Los Andes).
Opuntia chaffeyi Br. & R. (A 1—a)
K. am Standort anscheinend einjährig im
oberirdischen Wuchs, niedrig; Wz. groß, fleischig, tief
sitzend, bis 35 cm lg., 4 cm dick; Stämme bis 15 cm
lg., in der Kultur bis 25 cm lg., oft weich,
niederliegend, stark verzweigt; Tr. bis 5 cm lg., 7 mm
stark, schwach abgeflacht, blaß-bläulichgrün oder
rötlich, glatt; B. winzig; Ar. anfangs braun-, dann
weiß wollig; St. 1 (—2—3), nadelig, bis 3 cm lg.,
weiß oder blaßgelb; Gl. zahlreich, gelb; Bl.
zitronengelb; Fr. ? — Mexiko (Zacatecas, Mazapil).
Opuntia chakensis Speg. (B 3)
K. + baumförmig, mit fast unbestacheltem Stamm,
bis 3 m h.; Tr. dunkelgrün, schlank-lanzettlich, beid-
endig verjüngt, bis 30 cm lg., 9—12 cm br.; St. 0
(—1—2), weißlich; Ar. ohne Fleck; Bl. 6 cm 0,
dunkelgelb bis orangegelb; Fr. birnförmig, purpurn,
innen grün; S. linsenförmig. — Nordargentinien
(Chaco Austral und Boreal).
Opuntia charlestonensis Clokey: Opuntia phaca-
cantha v. charlestonensis (Clokey) Backbg.
Opuntia chlorotica Eng. & Big. (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, stammbildend, bis 2 m h.,
Zweige aufgerichtet; Tr. eiförmig bis kreisrund,
manchmal sogar breiter als lang, bis 20 cm lg.,
bläulich-grün, + reifig; B. pfriemlich, klein,
rotspitzig; St. mehrere, meistens abgebogen bis
angelegt, ± borstig-dünn bis steifer, 3—4 cm lg., rein
gelb; Gl. ziemlich zahlreich, gelb, lang; Bl. gelb, bis
7,5 cm 0, zuerst grün-, abblühend rotschlundig;
Fr. purpurn, innen weiß, 4 cm lg., kurz bestachelt;
S. klein. — USA (Neumexiko bis Nevada und
Kalifornien).
Opuntia cochabambensis Card. (B 3)
K. kleine Bäumchen, bis 1,20 m h., Stamm 3—4 cm
0, mit bis 40 oder mehr St., sehr dünn, anliegend
bis 2 cm lg.; Tr. bis 30 cm lg., bis 4—5 cm br.,
flach; Ar. weiß; St. 3—5, nadelig, 2—3 cm lg.,
weißlich, mehr anliegend oder mehr spreizend; BL
radförmig, 5 cm lg., zitronengelb; Ov. mit gelben
Gl. und St.; Fr. 3 cm 0, purpurn, Ar. mit weißem
Filz und dicht stehenden Gl. — Bolivien (Cocha-
bamba).
Opuntia comonduensis (Coult.) Br. & R. (A1—a)
K. niedrig, bis 20 cm h. Gruppen; Tr. ovoid bis
kreisrund, bis 15 cm gr., zartsamtig; Ar. braun; St.
im oberen Ar.-Teil, anfangs 1—2 (—3), später bis
10, bis über 3—5 cm lg., gelb; Gl. gelb; Bl. gelb bis
weißlich, 6 cm lg.; Fr. purpurn, 4 cm lg., stachellos;
S. dick. — Mexiko (Niederkalifornien, Comondu).
Opuntia compressa (Sal.) Macbr. (A 1—a) (T.)
K. spreizend-niederliegend; Wz. faserig; Tr. ovoid
oder rundlich, hell- bzw. blaß-grün, 5—10 cm lg.,
5—6 cm br.; B. meist anliegend; St. meist 0, selten
ein einzelner kräftiger, bräunlich bis hellfarben, bis
2,5 cm lg.; Gl. grünlich; Bl. 5 cm 0, blaßgelb. —
USA (im Flachland östlich und südöstlich der Alle-
ghanies). Vgl. 0. humifusa Raf. !
Opuntia cordobensis Speg. (B 3)
K. aufrecht-strauchig, fast baumartig, bis 2 m h.,
mit starkem, stachligem Stamm, bis 20 cm 0; Tr.
elliptisch-rhombisch, graugrün, bis ca. 30 cm lg.,
nicht sehr dick; Ar. ziemlich zahlreich; St. 1—6,
weiß, pfriemlich, auch etwas zusammengedrückt und
gedreht; Bl. meist randständig, gelb, ca. 8 cm 0;
314 Opuntia
Gr. orange; Fr. innen und außen blaßgelb, ca. 8 cm lg.,
kreiselig, auch leicht rosa getönt, oft samenlos; S.
3 mm lg. — Nordargentinien (Cordoba).
Opuntia covillei Br. & R. (A1—b)
K. aufrecht-strauchig, Gebüsche bildend; Tr.
kreisrund bis etwas ovoid, blaßgrün, 10—20 cm lg. oder
mehr, etwas reif ig, auch rötlich; Ar. 4 cm entfernt;
St. 3—4 (—5), erst weiß, später braun, dünn,
ungleich, bis 6 cm lg.; Bl. groß, gelb. — USA (S-Kali-
fornien).
Die größer werdende 0. occidentalis, mit der sie oft
verwechselt wird, hat mehr abwärts geneigte, ±
gekrümmte St. und wächst küstennäher.
Opuntia crassa Haw. (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, etwas verzweigt; Tr. bereift-
blaugrün, eiförmig bis länglich, dick, bis 12,5 cm lg.;
Ar. braun; St. meist 0, höchstens 2, bis 2,5 cm lg.;
Bl. gelb; Fr. rund, weinrot. — Heimat ? (im
tropischen Amerika häufig kultiviert).
Opuntia cretochaeta Griff. (A 1—c)
K. baumförmig, bis 4 m h., offene Krone, Stamm
bis über 1 m lg.; Tr. fast-eiförmig, bis 32 cm lg.,
17 cm br., über der Mitte am breitesten, zuerst
dunkel- dann gelbgrün, glatt; B. konisch; Ar. grau; St.
zuerst 1, dann 2—5, bis 5 cm lg., + gebogen, weiß,
auch abgeflacht und gedreht; Gl. hellgelb; Bl. tief-
orange, 5,5 cm 0; Fr. hellpurpurn, bis 5,5 cm lg.,
Ar. mit 1 weißen St. — Mexiko (Dublan).
Opuntia crystalenia Griff. (A 1—b—c)
K. aufrecht, bis 2,60 m h.; Tr. bläulich-grün, reifig,
+ breit-eiförmig, bis 25 cm lg.; B. pfriemlich; St.
nur im oberen Triebteil (1—) 2 (—4), meist 2, die
längsten bis 1,5 cm lg., weiß; Gl. gelb; Bl. gelb; Fr.
fast kugelig, ca. 4,5 cm 0, mauve, dünn bestachelt.
— Mexiko (Cardenas).
Opuntia cumulicola Small (A 1—b)
K. aufrecht, ca. bis über 1 m h.; Tr. hellgrün,
elliptisch bis fast kreisrund oder ovoid, bis 30 cm lg.,
dick; B. pfriemlich; St. am ganzen Tr. oder dessen
Rand, meist 1, oder ein zweiter sehr kleiner, nicht
über 3 cm lg., erst hellgelb, dann hellgrau oder
weißlich; Bl. bis 11 cm 0, tief gelb; Fr. + ovoid, bis
5 cm lg., purpurn; S. zahlreich. — USA (Florida,
Sanddünen des Südens).
Opuntia curassavica (L.) Mill. (A 1—a)
K. halb kriechend, niedrig, wenigtriebig, auch
hängend; Tr. ungehöckert, stets glatt, oval bis oblong,
deutlich abgeflacht, hellgrün; St. zuerst 4 bis viele,
dazu weiße H., später weiß, bis 2,5 cm lg.; Gl. spät
entwickelt; Bl. bis 5 cm 0, gelb, leicht bräunlicher
Hauch; Fr. ? — Curacao-Inselgruppe,
v. colombiana Backbg. Unterscheidet sich vom
Typus der Art: K. ähnlich; Tr. etwas kürzer; St.
braun (statt gelblich). — Kolumbien (Rio-
Magdalena-Enge).
Opuntia curvospina Griff. (A 1—c)
K. ± baumförmig, bis 2,40 m h., deutlicher Stamm,
rundliche Krone; Tr. fast kreisrund, bis 22 cm 0,
glatt, bereift-graugrün, später gelblich-grün; Ar.
zuerst hellbraun; St.- zahlreich, starrend, meist 6,
davon 4 gelb, 2 weiß, bis 5 cm lg., abgeflacht, gedreht,
allseitig weisend; Gl. gelb; Bl. bis 7 cm 0, gelb,
Mitte etwas rötlich; Fr. dunkelrot, innen farblos, bis
10 cm lg., mit abfallenden St. — USA (Kalifornien,
Nipton; Nevada, Searchlight). Vielleicht nur eine
Form der Opuntia chlorotica.
Opuntia cymochila Eng.: Opuntia tortispina v. cy-
mochila (Eng.) Backbg.
Opuntia darrahiana Web. (A 1—a)
K. niedrige Kolonien, bis 25 cm h., 40 cm br., reich
verzweigt; Tr.grün bis seegrün, ziemlich flach, ovoid,
8x 5 cm gr.; St. ca. 6, bis 4,5 cm lg., weiß bis
grauweiß, Spitze bräunlich, + aufgerichtet; Gl.
fehlend ?; Bl. & Fr. ? — Bahamas (Turks-Inseln).
Opuntia deaniii Rose (A 1—b)
K. aufrecht, bis ca. 1 m h., stammbildend; Tr.
wenige, aufsteigend, spreizend, sehr groß, bis 30 cm lg.,
+ eiförmig bis lanzettlich, glatt, hell-blattgrün,
später dunkelgrün; Ar. klein; St. 2—6, meist 4, weiß
oder mattgelb, 3—5,5 cm lg., steif, etwas
abgeflacht, spreizend, pfriemlich; Bl. 7 cm lg., rötlich;
Fr. 6 cm lg., länglich, weinrot, nur oben einige St.,
innen rot; S. klein. — Guatemala (Fiscal, Sana-
rata).
Opuntia decumbens SD. (A 1—a)
K. niedrig bis kriechend oder bis ca. 40 cm h.; Tr.
bis ca. 20 cm lg. oder weniger, oval bis oblong,
feinsamtig; Ar. mit rotem Fleck, gelb; St. 0—1, oder
mehr, dünn, steif, bis 4 cm lg., gelb; Bl. zahlreich,
bis 4 cm lg., dunkelgelb; Fr. tief purpurn, saftig. —
Mexiko und Guatemala.
Opuntia delaetiana (Web.) Web. (B 3)
K. strauchig-baumartig, Höhe ?; Tr. zuerst dünn
und stachellos, dann kräftiger, lebhaft-grün, schmal-
oblong, etwas geschweift, bis 25 cm lg., 8 cm br.;
St. (0—) 3—4, hornfarben; Bl. 8 cm 0, orangegelb;
Fr. oblong oder birnförmig, bis 7 cm lg. —
Paraguay, Nordostargentinien.
Opuntia delicata Rose (A 1—a)
K. niederliegend; Tr. eiförmig-flachrund, dünn,
bläulichgrün, etwas bereift, 4—9 cm br.; St. in
oberen Tr.-Ar., 1—3, dünn, braun, 3—4 cm lg.; Gl.
braun; Bl. 5 cm lg., 6 cm 0, gelb; Fr. oblong, bis
3 cm lg.; S. klein. — USA (SO-Arizona).
Opuntia 315
Opuntia depanperata Br. & R. (A 1—a)
K. nur bis 20 cm h.; Tr. wenig abgeflacht, unge-
höckert, samtig, dunkelgrün, bis 12 cm lg.; St. 2—3,
rötlich bis blaßbraun, bis 2,5 cm lg.; Gl. spät
entwickelt, gelb; Bl. ? — Nordvenezuela (Zig Zag).
Opuntia depressa Rose (A 1—a—b)
K. niedrig, spreizend-kriechend, mitunter aber bis
60 cm h., Kolonien bis 4 m br.; Tr. anfangs samtig,
dunkelgrün, fast oval, 20 cm lg.; St. meist 1, oder
noch 1—3 kürzere, gelblich, alte Tr. bis 30 cm lg.,
mit 4—5 St.; Bl. rot; Fr. klein, kugelig, große braune
Gl.-Büschel. — Südmexiko (Tehuacán).
Opuntia dillenii (Ker-Gawl.) Haw. (A lb—c)
K. niedrig auseinanderstrebend und
gestrüppbildend bis aufrecht, groß und vielverzweigt, bis 3 m h.
und dann stammbildend; Tr. fast-eiförmig bis
länglich, bis 40 cm lg., manchmal gewellt, blaugrün,
etwas reif ig, anfangs glänzend grün; Ar. groß, braun
oder weiß, entfernt; B. etwas gekrümmt; St. sehr
variabel, an jungen Tr. bis 10, + abgeflacht,
gebogen oder gerade, mitunter rund, gelb, oder braun
gebändert und/oder gefleckt, bis 7 cm lg., meist
kürzer, auch 0, später bräunlich; Bl. bis 8 cm lg.,
anfangs mitunter rötlich, typisch zitronengelb; Fr.
rund bis birnförmig, 5—7,5 cm lg., purpurn,
stachellos, saftig. — USA (Südostküste), Bermudas,
Westindien, Nordvenezuela. In S-Indien und
Australien verwildert.
v. tehuantepecana H. Bravo — Cact. y Suc. Mex.,
IX: 3, 55—56. 1964.
K. hochstrauchig bis fast baumförmig, wie
zuweilen auch der Typus der Art, von diesem aber
unterschieden: Tr. mehr gelbgrün, 30 cm lg.,
20 cm br.; St. nur 1—3, 2—3 cm lg., weiß oder
mit weißlichbrauner Spitze, ohne Querbänderung;
Bl. größer, grünlich-gelb; Stbf. grünlich-gelb,
kürzer; Gr. etwas verlängert, wenig hervortretend,
grün; Fr. länger-birnförmig, unten verjüngt, bis
10 cm gr., gelbgrün, mit 2 mm gr. Ar., oben mit
1 kaffeebraunem St., 5 mm lg.; S. 4 mm gr.,
hornfarben, mit haariger Oberfläche. —
Mexiko (Oaxaca und Chiapas, Region des Isthmus
von Tehuantepec).
Die Bl.-Farbe kann fast weiß sein.
Opuntia discolor Br. & R. (B 1)
K. kriechend, wirr verzweigt; Tr. unregelmäßig lg.,
dunkelgrün, dicklich schmallänglich, 3—12 cm lg.,
1,5—2,5 cm br.; St. 1—6, bräunlich, bis 3 cm lg.;
Gl. erst später zahlreicher entwickelt; Bl. 3 cm 0,
hell- bis orangegelb; Fr. klein, rot. — Argentinien
(Tucumán, Santiago del Estero).
Opuntia distans Br. & R. (B 3)
K. aufrecht, baumartig, bis 4 m h., kurzer Stamm
bis 15 cm 0; Tr. flach, blaugrün, später graugrün,
langoval, bis 26 cm lg., 15 cm br.; St. 0; Bl. 4 cm lg.
und 0, orangerot. — Argentinien (Catamarca).
Opuntia dobbieana Br. & R. (A lb—c)
K. niedrig-buschig bis groß und bis 4 m h.; Tr. rund
bis kurz-länglich, oder f ast-eif örmig, 10—25 cm lg.,
blaßgrün, sehr stachlig; B. winzig; Ar. klein; St.
5—12, zuerst + nadelig, weiß, später pfriemlich,
1—3 cm lg., dazu 2—4 zurückgebogene H. im
unteren Ar.-Teil; Bl. bis 6 cm lg., schokoladebraun (?);
Fr. rot, saftig, bis 5 cm lg., anfangs stachlig. —
Ekuador (zwischen Huigra und Sibambe).
Opuntia drummondii Graham (A 1—a)
K. liegend, spreizend, bis 20 cm h.; Wz. kettenartig
verdickt; Tr. dick, variabel, linear bis breit-oblong
oder verkehrt-eiförmig, ca. 12 x 6 cm gr., um die Ar.
manchmal dunkler; St. 0—4, bis 4 cm lg., braunrot
bis grau; Bl. 6 cm 0, gelb; Fr. rot, keulig bis ovoid,
3,5 cm lg., stachellos. — USA (N-Carolina bis
Florida).
Opuntia durangensis Br. & R. (A 1—b)
K. selten mehr als 1 m h., vereinzelt größer, relativ
wenig verzweigt; Tr. kreisrund bis oval, bis 20 cm
br., schwach samtig, reifig; Ar. zahlreich; St. 3—5,
bis 1,5 cm lg., gelb, zumindest am Fuß, später
dunkler, stechend; Gl. gelb oder braun; Bl. bernsteingelb,
5 cm lg.; Ov. fein samtig; Fr. weiß oder rot, kurz
bestachelt. — Mexiko (Stadt Durango und
umgebende Berge).
Opuntia eburnispina Small (A 1—a)
K. liegend, niedrige Kolonien bildend; Wz. rübig;
Tr. oval oder fast kreisrund, blaßgrün, bis 13 cm lg.,
schwach glänzend; B. blaßgrün, pfriemlich, etwas
gebogen; St. 1—2—4, kräftig, elfenbeinweiß mit
anfangs gelblicher Spitze, dann dunkelgrau, feucht
grünlich; Bl. 4—5 cm 0, gelb;Pr. f ast-eif örmig, bis
2 cm lg. — USA (Florida, bei Cap Romano auf
Sand).
Opuntia echios How.: Opuntia galapageia v. echios
(How.) Backbg.
Opuntia eichlamii Rose (A 1—c)
K. später baumförmig, Hauptäste + aufrecht; Tr.
glänzendgrün, kreisrund bis fast-eiförmig, bis 20 cm
lg., + reifig; B. winzig; Ar. klein; St. 4—6, ungleich,
bis 2 cm lg., zuerst rosa, bald weiß, spreizend, die
größeren abgeflacht; GL braun; Bl. 3,5 cm lg., kar-
min; Fr. 4 cm lg., höckrig, nicht eßbar. —
Guatemala (bei der Hauptstadt).
Opuntia ekmanii Werd. (A 1—a)
K. niedrig, bis 30 cm h., gegliedert; Tr. ungehöckert,
10 x 3,5 cm gr.; Ar. entfernt, flockig grau- und
gelblich-filzig; St. 2—4 (—5), nadelig, bis 5 cm lg.,
zuweilen kleine Beist., aber selten; Gl. hell- bis rötlich-
gelb; Bl. 4—7 cm lg., ca. 4 cm 0, gelb; Fr.
birnförmig, 4 cm lg. — Haiti (im Nordwesten).
21 Kakteenlexikon
316 Opuntia
Opuntia elata Lk. & 0. (B 3)
K. aufrecht-strauchig, bis 1—2 m h.; Tr. kräftig-
grün, länglich umgekehrt eiförmig, bis 26 cm lg.,
bis 15 cm br., ziemlich dick; Ar. mit dunklem
Fleck; St. 0—1, weiß; Bl. ca. 8 cm 0, orange; Fr.
keulig, weinrot. — Paraguay.
Opuntia elatior Mill. (A 1—c)
K. hochstrauchig, bis 5 m h.; Tr. olivgrün,
länglichrund bis ± ovoid, 10—40 cm lg.; B. grün,
rotspitzig; St. 2—8, nadelig, meist rund, 2—7 cm lg.,
dunkelbraun; Bl. 5 cm 0, dunkelgelb, rot gestreift
oder (im Verblühen ?) rosa; Fr. fast-eiförmig,
rötlich, innen dunkelrot. — Panama, Kolumbien,
Cura^ao, Venezuela.
Opuntia ellisiana Griff, wird meist als eine Hasse
der Opuntia lindheimeri Eng. angesehen: Tr.
zumindest anfangs stachellos; Ar. weißfilzig; B. stark
auswärts gekrümmt; Bl. hell-orangegelb; Fr. verkehrt-
eiförmig, kahl, mauve, Nabel flach, Ar. weißlich. —
USA (Texas).
Opuntia engelmannii SD. (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, stammlos, bis 2 m h., meist
niedriger; Tr. rund bis oblong, blaßgrün, bis 30 cm
lg.; Ar. später groß; St. unten am Tr. oft fehlend,
sonst 1—4, später bis 10, etwas spreizend, weißlich
mit dunkler Basis,' bis 5 cm lg.; Gl. braun,
gelbspitzig; Bl. groß, gelb; Fr. 4 cm lg., rot, unbe-
stachelt. — USA (Südstaaten) bis Nordmexiko
(Durango bis Sonora).
v. discata (Griff.) C. Z. Nels.: Tr. bläulichgrün,
bis 25 cm br.; Ar. braun; St. 2—7, 2—5 cm lg.,
grau mit dunkler Basis oder dunkel- bis
schwarzbraun. — USA (S-Arizona), Mexiko (N-Sonora).
Opuntia erectoclada Backbg. (B 1)
K. niedrig, in Kolonien, + kriechend; Tr.
dunkelgrün, bis ca. 5 cm lg., 4 cm br., gepfropft stärker;
B. rot; St. zuerst sehr klein und sehr dünn, anfangs
2, später mehr, 2—3, stechend, spreizend, hellfarben;
Bl. ca. 4 cm 0, glänzend tiefkarmin; Fr. 3 cm lg.,
mit einigen bräunlich weißen St., auch innen kar-
min; S. etwas runzlich, nierenförmig. —
Nordargentinien (Salta, Cachipampa). (Abb. 280.)
Opuntia erinacea Eng.: ungeklärte Art. Meist geht
darunter: Opuntia hystricina v. bensonii Backbg.
Opuntia feroacantha Rose (A 1—c)
K. hochstrauchig, bis 3 m h., Stamm mit großen St.;
Tr. länglich oder fast-eiförmig, bis 20 cm lg., glatt;
Ar. wenige, braun; St. 1—2 (—3—4), mattweiß,
meist einer sehr kurz, Fuß später braun; Bl. 4 cm 0,
Farbe ? — Mexiko (Sinaloa, Nayarit).
Opuntia ficus-indica (L.) Mill. (A 1—c)
K. hochstrauchig bis + baumförmig, dann
stammbildend, bis 5 m h. und mit meist größerer Krone;
Tr. länglich bis + spateiförmig, ziemlich breit, bis
ca. 50 cm lg.; Ar. klein; St. 0; Gl. zahlreich, gelb,
bald abfallend; Bl. bis 10 cm 0, gelb oder
orangerot (Fr. rot); Fr. normalerweise rötlich mit gelbem
Ton. — Heimat ? In den Tropen und Subtropen
wie in Südeuropa weithin angebaut, auch als
Obstlieferant.
Nach den abweichenden Fruchtfarben bzw. -formen
unterscheidet man:
v. alba: weißliche Fr.; eine Form mit
verkümmerten schwarzen S. wird v. asperma genannt, eine
noch kleinere: subv. minor; v. lutea: gelbe Fr.;
v. pyriformis: Fr. gestielt-birnförmig, innen
nankinggelb, außen gelb, rötlich oder violett geädert,
bis über 12 cm lg., wenige S.; v. rubra:
karminrote Fr.; v. serotina: Fr. oval, nanking-gelb, oder
gelb mit rötlichem Ton. (Namen in Borg ‚‚Cacti".)
Nur Gartennamen. v. splendida Web. soll eine
nie blühende, also sterile Form sein, die man
früher viel für die Cochenille-Zucht verwendet hat.
Eine interessante, genetzte Form ist Opuntia ficus-
indica f. reticulata Backbg., die Felderung
bräunlich-filzig gesäumt.
Opuntia Ilavescens Peebles (A 1—b)
K. strauchig; Tr. gelblich-grün, rundlich bis
unigekehrt-eiförmig, bis 22 cm lg., 17 cm br.; St. 1—4,
nur am Tr.-Oberteil, bis 2,5 cm lg., kräftig und
steif, oben gelblich, unten bräunlich oder auch weiß
bis fahlgrau mit roter oder rotbrauner Basis; Gl.
braun; Bl. gelb; Fr.rot bis purpurn, innen gelbgrün;
S. strohfarben, zusammengedrückt. — USA (Arizona,
Seils).
Opuntia f osbergii C. B. Wolf ist ein Cylindropuntia-
Bastard zwischen C. bigelowii und C. echinocarpa.
Opuntia fragilis (Nutt.) Haw. (A 1—a)
K. niedrig verzweigend, Kolonien bis 20 cm h.,
40 cm br.; Tr. fast ungehöckert, rundlich, aber oft
+ abgeflacht, meist dunkelgrün, bis 4 cm lg.; Ar.
klein, weiß; St. meist 1—4, oberer kantig, stark, bis
3 cm lg., gelbbraun, oft oben heller; Gl.
gelblichweißlich; Bl. 5 cm 0, blaßgelb bis blaß-rötlichgelb;
Fr. trocken, gehöckert, sehr stachlig; S. gelb, flach.
— Britisch-Kolumbien; USA (Washington;
Oregon bis Arizona und NW-Texas). (Abb. 281.)
v. braehyarthra (Eng.) Coult.: Tr. geschwollen-
gehöckert; St. 3—5, kräftiger und rund; Bl. 2,5
cm 0.
v. denudata Wiegand & Backbg.: Tr. dicklich,
stärker abgeflacht, ca. bis 3,75 cm br., meist ohne
St. oder vereinzelte ganz kurze; Bl. gelb bis rosa.
— USA (Utah).
v. parviconspicua Backbg.: Tr. eiförmig-rundlich,
klein, schwach gehöckert, kaum abgeflacht,
bläulich-grün, zuerst etwas rötlich, bis 5 cm lg., 2,7 cm
br., 1,7 cm dick; St. meist fehlend oder fein und
kurz, bis 1 cm lg., weiß, braunspitzig; Gl. in Bü-
Opuntia 317
schein nur in älteren Ar., junge mit weißem Filz;
Bl. gelb, ca. 5 cm ø. — USA (Standort ?)
Opuntia fuliginosa Griff. (A 1—c)
K. baumförmig, stark verzweigt, bis 4 m h.; Tr.
rund bis länglich, bis 30 cm lg., glänzend; Ar.
entfernt; St. wenige, selten bis 6, nadelig dünn,
dunkelbraun, bis 4 cm lg., auch hornfarben; Gl. gelb bis
braun; Bl. zuerst gelb, dann rot, bis 6 cm lg.; Fr.
birnförmig, rot, bis 4 cm lg. — Mittelmexiko.
Opuntia fuscoatra Eng. (A 1—a)
K. niedrig, Zweige spreizend; Tr. kreisrund bis
fasteiförmig, gehöckert, bis 8 cm lg.; St. 1—2—3, bis
3 cm lg., einer ziemlich kräftig, selten gelblich, meist
dunkler-braun bis fast schwarz, manchmal +
abgeflacht; Bl. 7,5 cm 0, gelb; Fr. bis 5 cm lg., rot. —
USA (O-Texas).
Opuntia fusicaulis Griff. (A 1—c)
K. bis 5 m h.; Tr. blaugrün, bereift, bis 40 cm lg.,
länger als breit, beidseitig verjüngt, stachellos; GL
oft fehlend; Ar. klein, bräunlich; BL ?; Fr. grünlich-
weiß. — Heimat ?
Opuntia galapageia Hensl. (A 1—b, 1—c)
Meiner Stellungnahme im Gattungstext zu der Frage,
ob es sich bei den Galapagos-Opuntien um nur eine
Spezies mit mehreren Varietäten oder um
verschiedene eigene Arten handelt, ist hinzuzufügen: Im
Jardin Botanique „Les Cédres" (Sammlung Mar-
nier) hatte ich Gelegenheit, das relativ
umfangreiche lebende Material des Gartens zu studieren,
das von einer Reihe von Inseln stammt und durch
Mr. Brosset von der Unesco-Station „Charles
Darwin", Quito, übersandt wurde, darunter viele
Jungpflanzen. Sie ließen an der unteren Bestachlung
einwandfrei erkennen, daß es sich nur um eine Art mit
sämtlichen Übergängen handeln kann. Die den
nachfolgenden Varietätsnamen zugrunde liegenden
früheren Artnamen von Weber, Schumann, Stewart
und Howell lassen sich als solche nicht
aufrechterhalten. Es war schon früher bekannt (Dr. Baur,
1891—1892), daß die 0. galapageia im Süden
hochstämmig ist, die Stammbildung nach Norden
zurückgeht und auf den nördlichsten Inseln gänzlich
fehlt. Meine Einzeluntersuchungen ergaben, daß
— unter Berücksichtigung der neueren
Ermittlungen von Y. Dawson über Größe sowie Bekleidung
der Blüten und Früchte — die lange getrennten
einzelnen Inseln eine jeweils charakteristische
Abänderungsform entstehen ließen. Ältere Stücke wie auch
das Jungpflanzenmaterial kann man demgemäß nur
leicht bestimmen, wenn man die Inselherkunft und
bei den baumförmigen Arten die Blütengröße kennt.
Sonst ist dies (vor allem bei jüngeren Pflanzen) kaum
möglich. Ich kann daher auch Dawsons neuerem
Versuch, wieder getrennte Arten zu führen, nicht
folgen. Schon Dr. Baur hatte nach dem Besuch
einer Reihe von Inseln die gleiche Ansicht vertreten;
aber erst heute verfügen wir über hinreichendes
Beweismaterial.
Demgemäß habe ich die Opuntien wie folgt
abgegrenzt:
v. galapageia: K. baumförmig, Stämme dick,
bis 45 cm 0, bis 2 m lg., Krone breit und locker
ausladend; Tr. anfangs tief dunkelgrün (Neutrieb),
dann + bläulichgrün, rundlich, oblong oder +
eiförmig, bis 40 cm lg., 30 cm br.; Ar. bis 4,5 cm
entfernt; St. bis 20 oder mehr, anfangs kräuselig,
weich und harmlos, erst später etwas stechend,
feinnadelig; Gl. vorhanden oder fehlend; Bl. nur
ca. 2,5 cm gr., gelb; Fr. 2,5 cm lg., breitrund,
abfallend, am Boden reifend. — Inseln Abing-
don, James, Bartholomew, Jervis (Duncan?).
v. brossetii Backbg. n. v.
Differt a typo articulis nigris, oblongis; aculeis
pungentibus, crassioribus, albido-flavidis vel
stramineis — Insula Charles.
K. (da von Charles stammend) wahrscheinlich
baumförmig; Tr. oblong, Epidermis schwärzlich;
St. fest, stechend, weißgelblich bis strohfarben;
Bl. und Fr. unbekannt. — Insel Charles. (Abb.
282.)
v. echios (How.) Backbg.: K. noch höher als beim
Typus der Art, z. T. bis 8 m h., Stamm bis 4 m
lg., Krone + aufgerichtet, locker, mitunter +
hängend; J!t. hellgrün, + ovoid bis elliptisch; Ar.
ziemlich nahe stehend, bräunlich; St. steif nadelig,
stechend, 11—13 cm lg., strohgelb bis bräunlich,
bis 13 cm lg.; Gl. braun; Bl. ca. 7 cm lg., unten
konisch verjüngt; Ov. 3,5 cm lg.; Pet. gelb; Fr.
bis 6 cm lg., abfallend, schwach bestachelt. —
Inseln Indefatigable (Conway Bay) und
vorgelagerte Insel Plaza. (Abb. 283.)
subv. barringtonensis (Daws.) Backbg. n. comb.
(0. echios v. barringtonensis Daws., C. & S. J.
(US), XXXIV: 4, 104. 1962)
Tr. mehr hängend, Stamm etwas stärker; Fr.
stachellos, 5,5—8 cm lg., unten verjüngt. —
— Insel Barrington.
subv. inermis (Daws.) Backbg., n. comb. (0.
echios v. inermis Daws., 1. c. 103,1962)
Bl. 7,2 cm lg.; Ov. 4,8 cm lg.; Fr. stachellos,
rundlich, 2—4 cm lg. — Insel Albemarle.
subv. prolilera (Daws.) Backbg. n. comb. (0.
echios v. prolifera Daws., 1. c. 104. 1962)
K. mit mehr aufgerichteter Krone; Tr. z. T.
hängend; Bl. nur 2,2 cm br.; Ov. 4 cm lg.; Fr.
bis 6,5 cm lg., wenn sitzenbleibend mit meist
nur unreifen S., abfallende wurzeln und bilden
Jungpflanzen. — Insel Indefatigable.
v. gigantea (How.) Backbg.: K. baumförmig,
langstämmig, Krone stark, z. T. bis zum Boden
hängend, Gesamthöhe bis 4—8—10 m; Tr. bis
30 cm lg., 20 cm br., kräftiggrün; Ar. nicht stark
genähert; St. 2,5—3 cm lg., auch fehlend; Fr.
rundlicher, stachlig. — Insel Indefatigable (Academy
Bay).
318 Opuntia
S. bei Reife nur im Oberteil der Frucht (Howell)
oder die ganze Samenhöhle füllend (nach Bild
Dawson).
v. helleri (K. Sch.) Backbg.: K. strauchig,
stammlos, + niederliegend, reich verzweigt; Tr.
elliptisch bis oblong oder breitlanzettlich, blaß gelb-
grün bis reifig blaugrün, anfangs tiefgrün, bis
36 cm lg., 18 cm br.; Ar. 2 mm gr., gelb, mit
einigen H.; St. ca. 20, gelbbraun, an jungen
Pflanzen unten bis 5 cm lg., später bis nur 1,5 cm
lg., nicht stechend; Gl. wenige, ziemlich harmlos;
Bl. bis 5,5 cm lg., 3,5 cm 0, gelb; Ov. ca. 3 cm lg.,
mit 2 cm lg., bräunlichgelben St., borstenfein;
Fr. 3—5 cm lg., borstenstachlig. — Inseln Tower,
Bindloe, Wenman (Typstandort), Culpepper.
v. insularis (Stew.) Backbg.: K. meist bis 2 m h.,
selten bis 4 m h., wenig verzweigt. Stamm stets
unterscheidbar, stachlig (bei anderen häufig glatt),
Krone bis 1 m h.; Tr. breit eiförmig, oben
rundlich verjüngt, graugrün, bis 30 cm lg., 20 cm br.;
Ar. ziemlich nahe stehend; St. ziemlich steif,
dünn, kürzer; Gl. wenigstens später fehlend; Bl.
nur 3,5 cm 0; Fr. 2—4 cm lg. — Insel Albemarle.
In dieser var. muß eine Übergangsform der auch
auf Albemarle vertretenen südlichen bis zentralen
var. mit höherer Stammbildung (0. echios v. iner-
mis) zu den kurzstämmigen (v. saxicola, ebenfalls
von Albemarle) bis stammlosen (v. helleri und
v. zacana) gesehen werden, letztere auf den
kleineren Nordinseln anschließend,
v. myriacantha (Web.) Backbg. — Synonym:
Opuntia megasperma How.:
K. baumförmig, bis ca. 4 m h., Stamm bis ca.
2 m lg., Krone breit, rundlich, dicht; Tr.
gelblichgrün, bis 35 cm lg., 20 cm br.; Ar. 1—2 cm
entfernt; St. später bis 10 cm lg., gelb, ± abwärts
gerichtet; Gl. bis 5 mm lg. oder fehlend (Dawson);
Bl. ca. 8 cm lg. (Schumann; Dawson: 7 cm lg.),
gelb; Fr. nicht abfallend, bis 9 cm lg., birnförmig,
fast stachellos, zuweilen von ca. 8,2—17 cm lg.;
S. wenige, groß, breitgedrückt. — Inseln Chat-
ham, Hood mit Gardner, Charles, Champion,
subv. orientalis (How.) Backbg.: Bl. etwas
kleiner, bis 5,5 cm 0; Fr. 6—8 cm lg.; S. bis
8 mm lg., 4 mm dick.
Nach Dawson Bl. 5,5 cm lg., ca. 4 cm 0, nicht
weit öffnend. — Inseln Gardner (Howell),
Chatham (Dawson). (Abb. 284.)
Die Frucht vorstehender var. und subv. reift erst
im zweiten Jahr, die aller anderen im ersten Jahr.
Bei diesen Vertretern von den südöstlichsten
Inseln handelt es sich zweifellos um Webers Op.
myriacantha, ein Name, den Howell in seiner
Arbeit über die Galapagos-Opuntien als
„zweifelhaft" verschwinden ließ, bzw. als Synonym zu
0. echios typica stellte.
Er übersah dabei Webers ergänzende
Beschreibung in Schumanns Gesamtbschrbg., Nachtrag,
161. 1903, die von ‚‚baumförmigem Wuchs" und
„8 cm lg. Blüten" spricht, mit einem 5 cm lg.
Fruchtknoten. Ihre erste Standörtsangabe ist
„Charles". Dorther bzw. von den südlichen Inseln
stammte auch 0. megasperma. Eine
Verwechslung mit der auf Indefatigable wachsenden batim-
förmigen 0. echios ist daher nicht möglich. Auf
Grund der ausreichenden Beschreibungen Webers
mußte festgestellt werden, um welche Opuntia es
sich dabei handelte, und es bleibt dafür nur die
gleiche Pflanze übrig, die Howell als 0.
megasperma beschrieb.
Dawson gliederte auch nach Früchten. Wie wenig
verläßlich das ist, ergibt sich aus allen
vergleichenden Beobachtungen wie aus der Tatsache,
daß Howell bei „0. megasperma" 13—17,5 cm
lg. Früchte sah, aber auch solche von nur 9,5 cm
Länge. Die Stärke der Fruchtwand variiert
ebenfalls, nach Howell von 9—13 mm. Triebfarbe
und -große stimmen außerdem bei beiden
überein. Webers Name muß daher erhalten bleiben,
zumal seine Beschreibung nicht weniger klar ist
als die Howells.
v. saxicola (How.) Backbg.: K. kurzstämmig bis
halbstrauchig, mit ziemlich dichter Krone, selten
höher; Tr. nicht hängend, rundlich, grün bis
graugrün, elliptisch bis fast eiförmig, bis ca. 30 cm
lg., 20 cm br.; Ar. braun, nicht sehr nahe stehend;
St. meist mehr als 20, bis 9 cm lg., ziemlich steif,
stechend; Bl. 5,5 cm br.; Fr. bis 4cm lg., 3cm
0; S. 3,5 cm groß. — Insel Albemarle.
v. zacana (How.) Backbg.: K. stammlos, aufrecht
strauchig, bis 1,5 m (selten bis 2,5 m) h.; Tr.
fast eiförmig, unten + verjüngt, bis 35 cm lg.,
25 cm br., hellgrün; Ar. nicht stärker genähert;
St. bis ca. 10, bis 1 cm lg., kurz und steif; Gl. ?;
Bl. nicht beschrieben; Fr. bis 8,5 cm lg., 4,5 cm 0,
selten mit kurzen Stacheln. — Insel Nord-Sey-
mour.
Die gleitende Stammreduzierung von Süd nach
Nord, die einheitliche Blüten- und Stachelfarbe
sowie der Vergleich der Triebgrößen sprechen alle
dafür, daß es sich bei den Galapagos-Opuntien nur um
eine einzige ± stark abändernde Art handelt.
Selbst Howell sagte, daß z. B. 0. saxicola und
0. insularis der 0. galapageia eng verwandt
wären.
Opuntia glaucescens SD. (A 2—b)
K. niedrig-buschig, aufgerichtet; Tr. länglich,
fasteiförmig, bis 15 cm lg., bis über 5 cm br., + reifig-
graugrün, anfangs gewöhnlich rötlich um die Ar.;
Bl. klein, rötlich; Ar. grau; St. 1—4, meist verlängert,
bis 2,5 cm lg., nicht sehr kräftig, hell bis aschgrau,
zuletzt auch schwärzlich; Gl. braun bis rosa; Bl.
feuerrot bis orange, an gleicher Pflanze; Pet. stark
aufgerichtet; Ov. grün mit roten B. — Mexiko.
Variiert mit bläulichgrünen Jungtr., St. hell horn-
farben, zuweilen bis 4,5 cm lg., auch mit sehr kurzen
Beist.; Tr. breitspatelig, wahrscheinlich in den Typus
der Art übergehend.
Opuntia 319
Opuntia gomei Griff. : eine Form der Opuntia lind-
heimeri Eng.
Opuntia gorda Griff. : Opuntia robusta Wendl.
Opuntia gosseliniana Web. (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, bis ca. Im h., tief
verzweigend; Tr. häufig breiter als lang, bis 20 cm br.,
ziemlich dünn, meist + rötlich; St. meist sehr
elastisch, wenig kräftig, abstehend, 4—10 cm lg.,
meist 1—2, seltener 3, zuweilen auch mehr,
hellfarben bis + rötlichbraun, unten am Trieb auch
fehlend; Bl. gelb;-Fr. 4 cm lg., stachellos, mit
zahlreichen Gl. — Mexiko (Niederkalifornien; Sonora).
v. santa-rita (Griff. &½Hare) L. Bens.: Tr. rund,
bläulichgrün, nur am Rande bzw. um die Ar.
rötlich; St. 0—1, dunkel; BI. rein gelb, 7 cm 0. —
USA(SO-Arizona).
Opuntia grandiflora Eng. (A 1—a)
K. liegend, etwas aufsteigend, dunkler grün; Tr.
12,5—15 cm lg.; St. 0; Gl. dünn; Bl. gelb, bis
12,5 cm 0, Mitte rot; Fr. länglich, 6 cm lg. —
USA (Texas, Brazos).
Opuntia grandis Pfeiff. (A 2—b)
K. niedrig bis aufrecht-strauchig, bis etwas über
60 cm h.; Tr. mehr rundlich als oblong, bis 18 cm
br., anfangs rötlich; B. rosa; St. meist 4, nicht sehr
derb, überwiegend + abwärts gerichtet, weißlich;
Bl. 2 cm br., orange-rötlich; Fr. kugelig, ca. 3,5 cm
0, + stachlig, innen purpurn. — Nordmexiko.
Variiert mit geringen (Form-) Unterschieden.
Opuntia griffithiana Macks. : eine Form der Opuntia
lindlieimeri Eng.
Opuntia guatemalensis Br. & R. (A 1—a)
K. niedrig spreizend, ähnlich 0. decumbens, aber
Tr. glänzend, nicht samtig, tiefgrün, mit dunklen
Ar.-Flecken; Ar. braun; St. 1—3, rund, nadelig,
glänzend weiß, dunkelspitzig, bald grau, meist etwas
spreizend herabgebogen; Bl. nur 2,5 cm lg.,
zitronengelb. — Guatemala.
Opuntia guerrana Griff. (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, bis 1,20 m h.; Tr. +
kreisrund bis etwas länglich, 15—25 cm lg., dick, bereift;
Ar. bräunlich; St. 1—6, abgeflacht, gedreht, weiß
bis gelblich; Bl. gelb; Fr. kugelig, „grünlichweiß"
(?: unreif, auch als mauve beobachtet, bestachelt).
— Mexiko (Hidalgo, Dublán). Nur eine Rasse von
0. robusta Wendl. ?
Opuntia guilanchi Griff. (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, zuweilen eine Art Stamm
bildend; Tr. breit-ovoid, bis 24 cm lg., bis 16 cm br.,
deutlich samtig; Bl. ?; Fr. + kugelig, 4 cm 0,
verschieden gefärbt. — Mexiko (Zacatecas).
Opuntia hanburyana Web. (A 1—b)
K. buschig, bis 2 m h.; Tr. schmal-länglich, bis
30 cm lg., hellgrün, glänzend; Ar. braun oder
schwärzlich; St. mehrere, nadelig, spreizend, etwas
abgeflacht und gedreht, bis 3 cm lg., gelbbraun bis
heller; Bl. klein, gelb; Fr. klein. — Heimat?
Opuntia heliae Matuda (A 1—a)
K. niedrig, Zweige + hängend, bis 50 cm lg.; Tr.
oblong bis ovoid oder fast kreisrund, bis 10 cm lg.,
8 cm br., blaßgrün, fein behaart; St. häufig fehlend,
seltener 1—2, bis 1,5 cm lg.; Gl. rötlichgelb; Bl. gelb,
3,2 cm gr. — Mexiko (Chiapas, Monte Ovando, auf
Felsen).
Opuntia helleri K. Sch.: Opuntia galapageia v.
hellen (K. Sch.) Backbg.
Opuntia hernandezii DC. (A 1—b)
K. strauchig; Tr. dunkelgrün, bis 25 cm lg., etwas
höckrig, oben gerundet; St. ca. 2—4 und mehr,
nadeldünn, 2 gleich lang, 2 kürzer; Bl. rosa; Fr.
klein, grün, wenig saftig. — Heimat? Ein Bastard?
Opuntia herrfeldtii Kupp.: Opuntia rulida Eng.
Opuntia hitchcockii G. Ortega (A 1—b)
K. niedrig-strauchig, bis 50 cm h.; Tr. hellgrün,
meist kreisrund; St. zahlreich, 2—3 cm oder mehr
lg., weiß; Bl. gelb; Fr. rot. — Mexiko (Mazatlán,
an der Küste).
Opuntia hoffmannii H. Bravo (A 1—a)
K. sehr niedrig, stark verzweigt; Tr. 2 cm br. bzw.
dick, 6—10 cm lg., + höckrig, samtig; St. anfangs
3—5, 1—3,5 cm lg., hellbraun und gelb gezont,
später weiß, stark stechend; Bl. gelb, schwach
orange-rötlich getönt; Ov. samtig, mit gelber Wolle
und St.; Fr. rötlich, 4,3 cm lg.; S. gelb, rund. —
Mexiko (Puebla: Tehuacán, Zapotitlán).
Opuntia hondurensis P. C. Standl. (A 1—c)
K. baumförmig, mit Stamm bis 30 cm 0, bis 9 m h.;
Tr. fast-eiförmig, bis länglich verkehrt-eiförmig,
13—22 cm lg., bis 7 cm br., blaßgrün; St. ca. bis 12,
ungleich, dünn, fast rund, rotbraun bis rostfarben,
spreizend, längste 2—2,5 cm lg.; Bl. ?; Fr. ? —
Honduras (Aguan-Tal).
Opuntia horstii W. Heinr. — Descr. Cact. Nov. III:
10. 1963 (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, niedrig; Tr. kreisrund, schräg
übereinander, bis ca. 6,5 cm 0, 6 mm dick, fein
punktiert, hell matt bläulich-graugrün, zum Rand
und um die Ar. violett getönt, alte Tr. stärker so
gefärbt; Ar. später ca. 1,5 cm entfernt, bis 3 mm
gr., schwach graufilzig; B. bis 5 mm lg., rötlich-
graugrün; Gl. sehr klein, ca. 2 mm lg., oder zuweilen
dicker-büschelig, bis 4 mm lg., leuchtend rotbraun;
St. vereinzelt an Rand-Ar., Rst. bis 3 mm lg.,
braunrot, schwach nadelig, Mst. kräftiger, 0—1, bis 5 cm
320 Opuntia
lg., oberes Drittel hell bis grauweiß, Spitze auf
2 mm lg. schwarzrot-braun, unterer St.-Teil ebenso
gefärbt; Bl. und Fr. ? — Heimat? (Abb. 285.)
Holotypus im Botan. Garten der Universität
Leipzig. Herkunft unbekannt; benannt nach Inspektor
Horst, der die Leipziger Kakteensammlung wieder
aufbaute. Scheint der 0. macrocentra nahezustehen,
die jedoch größere Tr. hat, auch fehlen die Rst. bei
letzterer, und die Tr. stehen nicht so regelmäßig
schräg übereinander.
Opuntia ho>veyi Purp. (A1—a)
K. halb liegend, buschig, niedrig, spreizend; Tr, ±
kreisrund, mittelgroß; St. steif, grauweiß, brauner
Fuß, bis 2,5 cm lg.; Bl. blaßgelb, innen grünlich,
Saum rötlich; Fr. kugelig, rot, stachlig. — Mexiko
(Salinas).
Opuntia huajuapensis H. Bravo (A 1—c)
K. baumförmig; Tr. ziemlich groß, bis 35 cm lg.,
28 cm br., fast-eiförmig bis kreisrund, dunkel-
bläulichgrün, schwach samtig; Ar. grau; St. mehrere,
im oberen Ar.-Teil 4—5, 1 cm lg., im unteren 3,
3—4 cm lg., gelblichweiß, etwas abgeflacht, abwärts
spreizend bzw. gebogen; Gl. groß und gelb, nur in
Rand-Ar., dazu 4—6 Bst., 5 mm lg., weiß, gedreht;
Bl. 5—6 cm lg., gelb. — Mexiko (Oaxaca, Huajua-
pán de Leon; Puebla, Tecamachalco).
Opuntia humifusa Raf. (A 1—a)
K. kriechend ausgebreitet; Wz. faserig; B.
spreizend; Tr. dunkelgrün (!), kreisrund bis fast-eiförmig,
7,5—12,5 cm lg.; St. meist fehlend, wenn ausgebildet
einzeln, steif, rund, bis 2,5 cm lg., sowie 1—2 kleine
Beist., weißlich, oft Fuß und Spitze rötlich; Gl.
rötlichbraun; Bl. schwefelgelb, bis 8,5 cm br., oft
rötliche Mitte; Fr. keulig, kahl, bis 5 cm lg.; S.
zusammengedrückt. — USA (im östlichen Süden bis
weit nördlich). Vgl. mit 0. compressa (Sal.) Macbr.
Synonymische Namen sind 0. mesacantha Raf.,
0. rafinesquei Eng. ; die oft auch als deren var.
angesehenen 0. greenei Eng., 0. oplocarpa Eng. und
0. rafinesquei v. microsperma Eng. sind höchstens
Formen mit geringerer Abweichung.
Opuntia hyptiacantha Web. (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, bis über 1 m h., viel verzweigt;
Tr. blaßgrün, anfangs frischgrün, länglich bis fast-
eiförmig, bis 30 cm lg.; St. anfangs nur einzeln,
sowie 2—3 weiße H.-Bst., leicht stechend, später
4—6 (—10) St., 1—2 cm lg., spreizend oder
anliegend; Gl. bräunlich; Bl. rot; Fr. kugelig, gelblich,
mit langen, weichen Gl. — Mexiko (Oaxaca).
Opuntia hystricina Eng. & Big. (A 1—a)
K. liegend, spreizend; Tr. aufgerichtet, 6—10 cm lg.,
bis 6 cm br., auch kreisrund; Ar. 1 cm entfernt; St.
zahlreich, blaßbraun bis weiß, 3—10 cm lg.,
abgeflacht, oft abgebogen, wenn verlängert: nicht
nur an der Tr. Basis, Tr. ganz bestachelt, steifer,
nicht haarborstenartig; Gl. gelb; Bl. 6 cm lg., 7 cm 0,
orange oder rosa; Fr. 3 cm lg., trocken, eiförmig bis
länglich, oben bestachelt. — USA (Neumexiko,
Arizona, SW-Colorado, Nevada),
v. bensonii Backbg.: In Gruppen bis 30 cm br.,
bis 20 cm h.; Tr. bis 20 cm lg., bis 7,5 cm br.,
länglicher als beim Typus der Art; St. 4—9, bis
5 cm lg., etwas abgeflacht, mäßig steif, weiß oder
blaßgrau; Gl. bis 3 mm lg.; Bl. gelb, weiß, tiefrosa
oder rot, bis 6,5 cm 0; Fr. 3 cm lg., zylindrisch,
bestachelt. — USA (Arizona bis Utah und
kalifornische Mohave-Wüste),
v. nicholii (L. Bens.) Backbg.: In Gruppen bis
1,80 m br., bis 20 cm h., aufliegend; Tr.
kreisrundlich oder schmäler, 12,5—20 cm lg., 5—12 cm
br.; Ar. 2 cm entfernt; St. in allen Ar., 4—7, die
längeren im oberen Tr.-Teil, stark abgeflacht,
etwas biegsam, anfangs oft rötlich, dann weiß oder
grau; Bl. ? — USA (Arizona, Colorado-Canyon).
v. ursina (Web.) Backbg. : In lockeren Gruppen,
niedrig; Tr. oblong bis fast-eiförmig, bis 15 cm lg.,
7,5 cm br.; St. in allen Ar., meist 6—14, 7,5 bis
20 cm lg., stark biegsam, nur schwach
zusammengedrückt, sehr dünn, am ganzen Tr. gleichmäßig
verlängert, fast fadenartig, weiß oder blaßgrau,
manchmal bis 20 borstenförmige St., rötlichweiß
bis bräunlich; Bl. meist gelb. — USA
(SO-Kalifornien bis Arizona). Die im Volksmund „Grizzly
Bär" genannte Pflanze.
Opuntia impedata Small (A 1—a)
K. niederliegend, dicht verzweigt; Tr. ziemlich dick,
oblong bis elliptisch, bis 15 cm lg.; St. 1—2 bis
zahlreicher, hellgrau, braunspitzig, wenn feucht:
lachsfarben und leicht gestreift; Bl. bis 5,5 cm br.,
hellgelb; Fr. keulig. 3 cm lg. — USA (Florida, Dünen
von Atlantic Beach).
Opuntia inaequilateralis Berg, ist eine wohl kaum
noch vorhandene Gartenart aus La Mortola, ca.
1,20 m h.; Tr. frischgrün, schief-länglich, bis ca.
30 cm lg., reiflos, anfangs heller; St. 3—7, nadelig bis
steifer, später bis 15, bis 4 cm lg., erst gelb, dann
weiß; Gl. dichtbüschelig, braun; Bl. groß, gelb; Fr.
länglich, rötlich, saftig und süß. — Herkunft?
Opuntia inamoena K. Sch. (A 2—a)
K. niedrige, bis 1 m br. Gruppen, mitunter bis
60 cm h.; Wz. faserig; Tr. bläulich- bis kräftiggrün
oder auch heller zu Anfang, kreisrund bis oblong,
bis 3 cm 0, oft nach unten zu dicker; St.
normalerweise fehlend; Gl. anfangs zahlreich, gelblichbraun,
in den weißen Jungareolen auch noch abwärts
anliegende Härchen, beide bald abfallend; Bl. bis
3,5 cm lg., 4 cm 0, orangegelb oder -rötlich; Fr.
orange, bis 3 cm 0. — Brasilien (Pernambuco).
v. flaviflora Backbg.: Bl. hellgelb, nur im
Verblühen orange-rötlich; Fr. zahlreich, dunkel
violett.
Opuntia 321
Opuntia insularis Stew.: Opuntia galapageia v.
insularis (Stew.) Bagkbg.
Opuntia jamaicensis Britt. & Harr. (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, gelegentlich mit kurzem
Stamm, mäßig verzweigt; Tr. mattgrün, fast-eiför-
mig, unten verjüngt, flach, dünn, leicht lösend,
bis 13 cm lg., 6—7,5 cm br.; St. 1—5, meist 2,
nadelig, weiß, bis 2,5 cm lg.; BI. 4 cm 0, hell
schwefelgelb mit zart rötlichen Mittelstreifen. — Jamaika
(südlich von Spanish Town).
Opuntia johnsonii Hort, gehört zweifelsohne zu
Opuntia macbridei Br. & R. bzw. deren v. orbicularis
Rauh & Backbg., als kaum nennenswerte
Formabweichung; beide sind niederliegende bis fast
kriechende Pflanzen, die erste Triebblüte des Jahres
eingesenkt. Der Typus der Art dagegen kann bis
60 cm h. werden.
Opuntia juniperina Br. & R. (A1—a)
K. niedrig spreizend, nicht völlig liegend; Tr.
fasteiförmig, ziemlich flach, bis 12 cm lg., oben breit
gerundet; St. nur in oberen Tr.-Areolen, 1 kräftiger
Haupt-St., braun, bis 4 cm lg., sowie einige kurze
Beist.; Bl. hellgelb; Fr. 3 cm lg., trocken, stachellos,
rot; S. gioß, unregelmäßig. — USA (Neumexiko,
bei Cedar Hill).
Opuntia keyensis Britt. (A1—b)
K. aufrecht-strauchig, bis 3 m br. Gruppen; Wz.
faserig; Tr. elliptisch, ovoid oder fast spatelig, bis
30 cm lg., hellgrün, dick; Ar. oft ziemlich groß und
erhaben; St. 4—13, sehr kurz, meist zwischen Ar.-
Wolle und Gl. verborgen, erst rosa, dann
lachsfarben, etwas abgeflacht; Bl. becherförmig bis
glockig, lachsrot, bis 3,5 cm br.; Fr. ovoid, bis
6 cm lg., purpurn; S. zahlreich. — USA (Florida,
Hammocks, Keys).
Opuntia kiska-loro Sfeg. (B 1)
K. niederliegend, breite Kolonien, Zweige wurzelnd,
bis 3 m lg.; Tr. hellgrün, fast linear, bis 35 cm lg.,
4,5 cm br.; St. 0 (—1—2, weißlich); Bl. 4—5 cm br.,
orange; Fr. 5 cm lg., purpurviolett, innen weiß. —
Argentinien (nördlicheres Argentinien) bis
Ostbolivien.
Opuntia laetevirens Backbg. (B 1)
K. niederliegend; Tr. glänzend reingrün, bis ca.
6 cm lg., 4 cm br., unregelmäßig punktiert; Ar.
bräunlich St. ungleich lang, zuerst blaßgelb, dann
kräftiger gelblich, bis ca. 4, bis ca. 1,7 cm lg.; Gl.
hell, länger; Bl. ? — Heimat? (Südbolivien oder
Nordargentinien?).
Opuntia laevis Coult. (A1—b)
K. locker-strauchig, bis 2 m h., in Kultur meist
niedriger; Tr. länglich bis fast-eiförmig, 15—30 cm
lg., hellgrün; St. oft 0, meist 1—3, kurz, bis 1 cm
lg., im Tr.-Oberteil, weißgrau; Bl. bis 7 cm 0,
zitronengelb, rosa getönt; Fr. ovoid, bis 7 cm lg. — USA
(Arizona), wahrscheinlich auch Nordmexiko (N-
Sonora).
v. canada (Griff.) Peebl.: K. nur bis 1 m h.,
breitkronig Tr. nur bis 22 cm lg., glänzend; St.
verschiedene, weiß bis gelb, abgeflacht,
manchmal gedreht; Gl. anfangs oft zahlreich; Bl. gelb
mit roter oder orange Mitte; Fr. rot. — USA
(SO-Arizona).
Opuntia lagunae Baxt. (A1—b)
K. strauchig, bis über 1 m h.; Tr. hell reingrün, nicht
bläulichgrün, Jung-Tr. niemals rötlich; St. dünner
als bei Op. robusta und anderen ähnlichen Arten;
Fr. kleiner, rund, mauve, schwach bestachelt. —
Mexiko (Niederkalifornien, Sierra de la Laguna).
Opuntia lanceolata Haw. (A1—c)
K. später + baumförmig; Tr. länglich-lanzettlich
oder + so, mattgrün, unbereift, bis ca. 35 cm lg.,
etwas höckrig; Ar. klein, entfernt; St. 0 oder wenige,
nur bis 1 cm lg.; Gl. gelb; Bl. groß, gelb. —
Heimat?
Vielleicht nur eine Form oder var. der 0. ficus-indica
und offenbar z. T. mit ihr vermischt.
Opuntia lasiacantha Ffeiff. (A1 b—c)
K. großstrauchig, + stammbildend; Tr. mattgrün,
länglich bis fast ovoid, 20—30 cm lg.; Ar. klein;
St. meist 1—3, nadelig, 2—4 cm lg., weiß, etwas
spreizend; Gl. zahlreich, schmutziggelb bis braun;
Bl. bis 8 cm 0, gelb bis tief-orange; Fr. auch innen
purpurn. — Mittelmexiko.
Opuntia lata Small (A1—a)
K. niederliegend, Kolonien bis Im br., etwas
aufsteigend; Wz. dick; Tr. elliptisch bis schmal-oval,
dick, 4—15 cm lg., tief grün, etwas reif ig, besonders
anfangs; St. meist an den Tr.-Rändern, dünn, meist
2, rosa oder rot geringelt, rund, auch etwas gedreht;
Gl. zahlreich; Bl. gelb, 7—9 cm 0; Fr. keulig, bis
6,5 cm lg., rot bis purpurrötlich; S. zahlreich. —
USA (Florida, nördliche Halbinsel).
Opuntia lemaireana Cons.: Opuntia vulgaris v. le-
maireana (Cons.) Backbg.
Opuntia leucotricha DC. (A1—c)
K. in jder Heimat bis 5 m h., stammbildend, Stamm
und Zweige mit langen Bst.-St. bedeckt; Tr. rund
bis länglich, 10—20 cm lg., samtig; Ar. ziemlich
genähert; St. mehr im Ar.-Unterteil, 1—3, weiß,
bis 8 cm' lg., elastisch-weich, aber etwas stechend,
anfangs steifer; Gl. gelb; Bl. gelb, 6—8 cm 0; Fr.
kugelig, 4—6 cm lg., variabel in der Farbe, weiß bis
rot oder + violett. — Mexiko (Durango, Mesa
Central).
322 Opuntia
Opuntia lindheimeri Eng. (Al — b—c)
K. variabel in der Form, strauchig bis + baum-
förmig, bis 2—4 m h., dann mit deutlichem Stamm,
auch viel niedriger; Tr. grün bis laubgrün,
manchmal + reifig, kreisrund bis fast-eiförmig, bis 25 cm
lg.; B. pfriemlich, etwas abgeflacht; Ar. weit
stehend; St. meist 1—6, oft nur 2, bis 4 cm und mehr
lg., abstehend oder kürzer und nur schwach
spreizend, blaßgelb bis fast weiß, auch bräunlich und
an der Basis dunkel, mitunter auch die St. fehlend;
Gl. gelb bis bräunlich; Bl. gelb bis dunkelrot; Fr. +
birnförmig, purpurn, auch nur länglich, 3,5—5,5 cm
lg. — USA (SW-Louisiana, SO-Texas), Nordost-
Mexiko (Tamaulipas).
Äußerst variable Art. Die Baumform wurde 0. alta
Griff, genannt, eine stachellose Rasse 0. ellisiana
Griff, (s. dort),
v. chisosensis M. Anth. gehört wegen des
niedrigen, kompakten Wuchses, bis 1 m h., der
mitunter auch rotorange St. vielleicht eher in die Nähe
von 0. phaeacantha; Tr. bis ca. 29 cm lg., 22 cm
br.; St. 1—5, anfangs hellgelb; Bl. ?; Fr. bereift-
kleinkugelig, ca. 4 cm lg., innen rot. — USA
(Texas, Big Bend, Chisos Mountains).
Opuntia linguiformis Griff. (A 1—b)
K. buschig, bis 1 m h.; Tr. auffällig verlängert,
oblong oder lanzettlich, bis über 40 cm lg.,
mehrfach länger als br., oben verbreiternd oder auch
stärker verjüngt; St. wenige, oft nur 1—2, bis ca.
16 mm lg., gelb, dünn bis fester, einzelne länger; Bl.
7—8 cm 0, gelb, verblühend rötlich; Fr.
purpurrötlich. — USA (S-Texas, bei San Antonio).
Opuntia littoralis (Eng.) Cock. (A 1—b)
K. strauchig, niedriger oder bis 1,20, selten auch bis
2 m h.; Tr. rund bis länglich, dick, 15 cm oder mehr
lg., stumpf grün; Ar. groß; St. zahlreich, gelb,
anfangs 1—2 cm lg., später viel länger, auch
abgeflacht, nadelig, z. T. bis 7 cm lg., + abwärts
weisend oder gekrümmt; Bl. gelb, 8—12 cm br.; Fr.
rot, saftig, stachlig. — USA (Küste und Inseln
S-Kaliforniens).
Opuntia longispina Haw. (A 1—a)
K. sehr niedrige, dichte Kolonien bildend; Tr.
scheibenförmig bis unten dicker, auch schief-oblong bis
rundlich, 2—3,5 cm lg.; St. alle + purpurn, schwer
trennbar, die äußeren (Rst.) zahlreicher und kürzer,
dünn, + anliegend, die inneren (Mst.) ungleich lg.,
derber, schräg abstehend, bis ca. 1 cm lg. oder
länger, bis ca. 4; Bl. goldgelb; Fr. ? — Nordwest-
Argentinien (Mendoza bis Salta).
v. agglomerata Backbg.: Tr. dicht stehend, mehr
rundlich, schwach zusammengedrückt, höckrig;
St. grauweiß, (1—) 2—3, ziemlich kurz, einer
wesentlich länger.
v. brevispina Backbg.: Ar. anfangs ohne
zahlreichere Rst.; Gl. später in großen Büscheln,
dünn, dazu feinborstige St., manchmal 1—2
länger, hell hornfarben, alte mitunter bis 1 cm lg.
v. comigata (Pfeiff.) Backbg.: Tr. länglich bis
rundlich; St. fast alle weiß; Bl. 2,5 cm lg., pfir-
sich-orange (ähnelt der schieftriebigen,
weißstachligen Op. multiareolata, die aber
kettenförmig wächst, wie die ihr nahestehende Op. pi-
cardoi und Op. obliqua).
v. flavidispina Backbg.: St. im allgemeinen alle
gelb; Bl. gelb.
v. intermedia Backbg.: Rst. gelblich: Mst.
weißlich; Bl. hell gelblich-pfirsichfarben.
Opuntia lubrica Griff. (A 1—b)
K. niedrig-buschig, bis 45 cm h.; Tr. rundlich bis
fast-eiförmig, bis ca. 20 cm br., blattgrün,
glänzend, papillös; Ar. hervortretend; St. variabel: 0 bis
1—3, zuweilen bis 16, bis 1,2—2,5 cm lg., gelblich,
durchscheinend, zuweilen Fuß dunkler; Gl. bis ca.
5 mm lg.; Bl. 5—6 cm 0, gelb, verblühend ins
Rötliche, besonders im Schlund; Fr. hellrot, innen
rot, sauer; S. klein. — Mexiko (Alonzo).
v. aurea (Baxt.) Backbg.: Tr. ca. 12 cm br. und
lg., 2,75 cm dick, hellgrün, fein papillös; St. 0
bis 1 oder mehr, farblos, Gl. goldbraun,
hervortretend; Bl. gelb oder (verblühend?) rosa, ca.
4 cm 0; Fr. schlank-ovoid, fleischig, nur selten
ein St. — USA (SW-Utah, NW-Arizona,
Kalifornien).
Opuntia macateei Br. & R. (A 1—a)
K. niederliegend; Tr. 2,5—6 cm lg., kreisrund bis
fast-eiförmig, stumpf grün, glatt, später etwas
höckrig; St. 1—3, bis 2,5 cm lg., bräunlich; Bl. bis 10 cm
lg., 8 cm 0, gelb mit roter Mitte; Ov. fast
zylindrisch, bis 6 cm lg., mit bis 12 mm lg. B. — USA
(Texas, Rockport).
Opuntia macbridei Br. & R. (A 1—b)
K. niedrig-buschig, mitunter undurchdringliche
Dickichte; Tr. umgekehrt-eiförmig, 6—8 cm br., bis
15 cm lg., glatt, erst hell- dann dunkler-grün; Ar.
anfangs braun; St. 2—4, grau bis weißlich-horn-
farben, gelbliche Spitze, ungleich lang, bis 5 cm lg.,
steif-pfriemlich; Bl. klein, orange-rötlich; Pet.
schräg aufrecht; Fr. rot bis purpurn. — Peru
(Huanuco). (Abb. 286.)
v. orbicularis Rauh & Backbg.: K.
liegendkriechend; Tr. kettenartig folgend, kreisrund,
fahl graugrün; Bl. Scharlach. — Nordperu (Tal
Olmos-Jaén).
Opuntia johnsonii Hort, ist höchstens eine
schwächer bestachelte Form; bei allen können die
ersten Blüten der Jahrestriebe eingesenkt sein.
Opuntia macdougaliana Rose (A 1—c)
K. hochstraúchig bis baumartig, bis 4 m h., tief
verzweigt; Tr. länglich, bis 30 cm lg., 8—10 cm br.,
zart samtig; Ar. weiter stehend; St. meist 4, 2,5 bis
4 cm lg., einer länger als die anderen, etwas ab-
Opuntia 323
geflacht, gelblich, später weißlich; Gl. kurz,
zahlreich, gelb; BI. dunkelorange, fast rötlich; Fr. rund,
5 cm gr., rot. — Mexiko (Oaxaca; S-Puebla).
Opuntia mackensenii Rose (A 1—a)
K. niedrig; Wz. rübig; Tr. 10—20 cm lg., selten
breiter als lang, zuerst bereift-blaßgrün, später tief-
grün; Ar. klein; St. 1—4, weiß oder braun oder
weiß mit brauner Basis, bis 5 ~m lg., etwas
abgeflacht und gedreht; GI. braun; Bl. bis 8 cm 0, gelb,
Mitte braunrot; Fr. stachellos, bis 6 cm gr., purpur-
rosa. — USA (Texas, bei Kerville).
Opuntia macrarthra Gibb. (A 1—a)
K. niederliegend bis aufsteigend; Tr. oblong oder
länglich-ovoid, blaßgrün, dick, schwach glänzend,
12—35 cm lg.; B. rundlich; Ar. braun; St. 0—1, bis
2,5 cm lg.; GL, wenn vorhanden, gelb; Bl. ?; Fr. bis
6 cm lg. Die Tr. weit länger als br. — US A
(S-Karolina, Küste).
Opuntia macrocalyx Griff. (A 1—b)
K. buschig-aufreeht, bis 1 m h. und br.; Tr.
länglich-eiförmig, graugrün, samtig, 9—22 cm lg.; Ar.
lcm entfernt; Bl. gelb, außen grünlich; Fr. rot, innen
grünlich, 1 cm lg. — Mexiko (Coahuila, Saltillo).
Opuntia macrocentra Eng. (A 1—b)
K. strauchig, bis 90 cm h.; Tr. kreisrundlich oder
etwas länglich, bis 20 cm lg., oft bläulich oder
purpurn getönt; St. 0, oder, wenn vorhanden im Tr.-
Oberteil, 1—2 (—3), dünn, aufgerichtet, bis 7 cm
lg., Farbe variabel: braun oder schwärzlich oder
oben weißlich; Bl. gelb, verblühend ins Rötliche,
7,5 cmØ; Fr. 6 cm gr., purpurn. — USA (W-Texas;
0-Arizona) bis Nordmexiko (Chihuahua).
v. martiniana L. Bens.: Tr. in allen Ar.
bestachelt; St. gelb mit hell- bis rötlich-brauner Basis,
etwas abgeflacht. — USA (NW-Arizona).
v. minor M. Anth.: K. stammlos spreizend
aufsteigend ; Tr. kurz umgekehrt-eiförmig, 6—10 cm
lg.,' 5—7 cm br.; St. 2—7, meist 3—4, nadelig,
kantig, gedreht, nur in oberen Ar., anfangs unten
fuchsrot, dann weiß mit orange Spitze, ältere
fuchsrot, orange gespitzt, 2,5—6 cm lg.; Gl.
zahlreich, orange, dann gelb und fuchsrot mit gelber
Basis; Bl. ? — USA (Texas: Big Bend Region).
Opuntia macrorhiza Eng. (A 1—a)
K. liegend, Kolonien bis 1 m br.; Wz. rübig; Tr.
bläulichgrün, bis 16 cm lg., 1 cm dick, matt, ±
rundlich; Ar. ziemlich groß; Gl. zahlreich, gelb oder
braun; St. mitunter fehlend, sonst bis 4, ungleich,
bis 2,5 cm lg.; Bl. bis 8 cm 0, gelb mit roter Mitte;
Fr. bis 5 cm lg., purpurn oder rot; S. 5 mm gr. —
USA (Missouri und Kansas, bis Texas).
Opuntia niagnilica Small (A 1—b)
K. strauchig, bis 2 m h., breit verzweigt; Wz.
faserig, dicklich; Tr. elliptisch, oval oder
umgekehrteiförmig, bis 50 cm und mehr lg., hellgrün, bereift;
Ar. unscheinbar; St. 1 (—2—3), dünn bis weich,
blaßgelb, schwach gestreift, bis 1,5 cm lg.; Bl.
tiefgelb, 9—12 cm 0; Fr. konisch, 9,5 cm lg., purpurn;
S. sehr zahlreich. — US A (Florida, Amelia Island).
Opuntia maldonadensis Arech.: gilt als
zweifelhafte Art. K. aufrecht-dicht-buschig; Tr.
dunkelgrün bis oliv, anfangs zylindrisch, bis 10 cm lg.
und br., End-Tr. fast eirund, mit violettem Ar.-
Fleck; St. 5 oder mehr, bis 2,5 cm lg., spreizend,
rötlich bis braun. — Uruguay (Maldonado, Punta
Bailena). Möglicherweise ein Bastard mit Op. auran-
tiaca?
Opuntia marnierana Backbg. (A 2—b)
K. niedrig-buschig; Tr. flach eiförmig bis oblong, bis
18 cm lg. und 14 cm br., blaugrün, ohne Reif; St.
meist 2, stark + abwärts gebogen oder umgerollt,
+ abgeflacht, rötlichbraun, Spitze braun, 1—3 cm
lg., oft 1—2 kürzere Beist.; Gl. dunkelbraun; Bl.
diözisch, orange-rötlich; Pet. sehr schmal, stärker
aufgerichtet. — Mexiko.
Opuntia maxima Mill. non SD. (A 1—c)
K. großstrauchig, stark verzweigt; Tr. blaßgrün,
verlängert, + breitoval, oben gerundet, nicht
gehöckert, bis 35 cm lg., bis über 18 cm br.; Ar. klein,
entfernt; St. 0 bis 1—2, kurz, weiß, bis 12 mm lg.;
Gl. gelb bis braun; Bl. orange, bis 8 cm 0; Fr. +
oblong, rötlich. — Heimat? (nur als Kulturpflanze
bekannt). O. maxima SD. war nur ein Name.
Opuntia maxonii G. Ortega (A 1—a bis b)
K. niedrig, bis 50 cm h.; Tr. ziemlich groß, rötlich
bis rötlich-grün; Ar. genähert; St. 1—2, 2—3 cm
lg.; Gl. zahlreich, gelb; Bl. kräftiggelb; Fr. 2 cm lg.;
Pulpa stark färbend. — Mexiko (Sinaloa).
Opuntia megacantha SD. (A 1—c)
K. baumartig, bis 5 m oder mehr h., einen Stamm
entwickelnd; Tr. matt blaßgrün, fast-eiförmig bis
länglich, auch unsymmetrisch, jüngere bis ca. 17 cm
lg., alte bis 40 (—60) cm lg., bis über 7,5 cm br., bei
Kulturpflanzen wesentlich kleiner, leicht bereift;
B. klein, 3 mm lg.; Ar. klein, entfernt, anfangs
braun; St. weiß, meist 1—5, ca. 2—3¾m lg., z. T.
nur in oberen Ar.; GI. wenige, gelb, abfallend; Bl.
gelb bis orange, ca. 8 cm 0; Fr. bis 8 cm lg.,
weißgelb. — Mexiko (zentrales Hochland; in Jamaika
und Kalifornien kultiviert, auf Hawaii verwildert).
Opuntia megalantha Griff. (A 1—b—c)
K. aufrecht, strauchig, bis über 2 m h.; Tr. ±
eiförmig, bereift graugrün, bis über 20 cm lg., 14 cm br.;
St. 1—3, die längsten bis 4—5 cm lg., gelb; Bl. gelb,
10—11 cm 0; Gr. weiß; N. weiß oder grünlich; Fr.
dunkelrot. — Herkunft ? (Bastard; St. angeblich
auch abgeflacht.)
324 Opuntia
Opuntia megapotamica Arech. (B 3)
K. kleinstrauchig-aufrecht, bis ca. 1 m h.; Tr.
fahlgrün, kreisrund bis + oblong, bis ca. 10—12 cm lg.
und fast so br.; Ar. mit dunklem Fleck; St. 0 (selten
1 kurzer); Bl. orange; Fr. rot, oblong. — Uruguay.
Opuntia megarhiza Rose (A 1—a)
K. niedrig, bis 30 cm h., stark verzweigt; Wz. bis
6 cm dick, bis 60 cm lg.; Tr. dünn, bis 30 cm lg.,
3 cm br.; St. bis 2,5 cm lg., braun; BL zitronengelb,
oft rosa getönt, 6 cm 0; Fr. und S. ? — Mexiko
(San Luis Potosi, bei Alvarez).
Opuntia megasperma How. und v. orientalis How.:
Opuntia galapageia v.myriacantha (Web.) Backbg.
und subv. orientalis (How.) Backbg.
Opuntia melanosperma Svenson (A 1—b)
K. buschig, bis 1,20 m h.; Tr. halb aufrecht bis
liegend, flach, hellgrün, umgekehrt-eiförmig, bis
15 cm lg., bis 9 cm br.; Ar. zartbraun; St. 1—3, gelb,
gerade, nadclig, bis 2 cm lg.; Gl. gelblich; Bl.
orangegelb, verblühend rötlich, 6 cm 0; Fr. 4 cm lg.,
rötlich'; S. dunkel. — Ekuador (Punta Ayangue).
Opuntia mesacantha Raf. und var.: Opuntia humi-
fusa Raf.
Opuntia microdasys (Lehm.) Pfeiff. (A 1—b)
K. mäßig hohe Büsche, dicht und breiter verzweigt,
teilweise niederliegend, zuweilen bis 60 cm h.; Tr.
rundlich bis etwas oblong, bis 15 cm lg., meist
blaßgrün, weichsamtig, stachellos; Ar. (Gl.) an
Jungtr. hellgelb, später kräftiger gelb, zahlreich,
dicht stehend; Knospen grünlich; Bl. zahlreich,
4—5 cm lg., reingelb, verblühend rötlichgelb; Fr.
oblong, bis 4,6 cm lg., hell-violettrot. — Mexiko
(im Norden und bis Zacatecas, N-Hildago). Es gibt
eine Form mit kleineren Tr. und Bl. (Riviere No.
8210).
v. albispina Fobe: Tr. reingrün; Gl. weiß, +
lösend; Knospe rötlich; Bl. weißgelb; Fr. dunkler
violettrot, außen und innen; f. alba Hort, ist
eine Form mit hellgrünlichen Knospen, f. „angel
wing" (nom. prop.: f. laxiglochidiata) hat
feinflockige Ar.; Bl. grünlich-gelb; f. albata Hort.
(Polka Dot) soll harmlose Gl. haben, doch lösen
sie sich auch in vollem Sonnenlicht bei größerer
Wärme. Es gibt auch eine I. minima, Tr. heller
grün, sehr klein.
v. aurantiaca Hort., mit größeren Tr. und
bräunlichgelben, etwas weiter stehenden stärkeren Ar.,
mag ein Bastard mit O. rufida oder O. macrocalyx
sein.
v. gracilior Hort.: v. laevior SD.
v. hildmannii Hort, nur ein Name in Schelle.
v. laevior SD.: Tr. dunkler grün, anfangs heller,
kleiner, reich verzweigend; Ar. goldgelb bis
goldbraun ^Gl.); Knospen rötlich; Bl. hellgelb; Fr.
oblong, außen und innen hellrot, kleiner als beim
Typus der Art.
v. lutea Hort., ein amerikanischer Name für v.
aurantiaca Hort.?
v. minima Hort, ist wohl identisch mit v. rufida
f. minima Hort.
v. minor SD.: war höchstens eine Rasse des Typus
der Art.
v. pallida Hort.: Tr. graugrün; Gl. blaßgelb,
später bräunlich; Knospen grünlich bis rötlich;
Bl. hellgelb; Fr. stärker oblong bis fast keulig,
heller rot; Pulpa glasig-weiß (!).
v. rufida K. Sch. (non Op. rufida Eng.): Tr.
deutlicher länglich-oval, kräftiger grün; Ar.
nahestehend, bräunlich (GL); Knospen rötlich; Bl.
gelblich,
subv. albiflora Backbg.: Ar. (Gl.) etwas
größer; Knospen grünlich-gelb; Bl. rein weiß; Fr.
gelblich,
v. rufida f. minima Hort.: Zwergform; Tr. relativ
winzig; Bl. schwach gelblich, Schlund intensiver
gelblich, außen weiß; Fr. rötlich, innen glasig-
grün.
v. (f.) undulata Hort.: eine Form mit gewellten
Tr.
Sehr variable Art; es gibt wohl noch weitere Form-
Abweichungen, wie z. B. bei v. pallida eine solche
mit hellgrünen Knospen und mehr kugeligen,
hellroten Fr., oder bei v. microdasys: Knospen
gelb; Fr. kleiner.
Opuntia microdisca Web.: Opuntialongispina Haw.
Opuntia mieckleyi K. Sch. (A1—b)
K. niedrig-strauchig, aufgerichtet; Tr. dunkler grün,
schmal-oblong, 15—25 cm lg., 4—6 cm br.
(Endtriebe); Ar. mit dunklem Fleck; St. 0 (—1—2,
dunkel); Bl. 6 cm 0, orange-ziegelrot. —
Paraguay (San Salvador, Estancia Loma).
Opuntia militaris Br. & R. (A1—a)
K. niedrig, bis 30 cm h., schwach spreizend; Tr.
schmal-oblong bis fast eiförmig, dicklich, anfangs
etwas glänzend; St. anfangs 1—2, manchmal mehr;
Bl. nur 3 cm lg., grünlich- bis kremfarben; Ov. un-
bestachelt. — Kuba (Guantánamo-Bay).
Opuntia missouriensis DG.: Opuntia polyacantha
Haw.
Opuntia mojavensis Eng.: Opuntia phaeacantha v.
mojavensis (Eng.) Fosb.
Opuntia monacantha Haw. : Opuntia vulgaris Mill.
Opuntia montevidensis Speg. (B 2—3)
K. buschig halb-aufrecht bis liegend, bis 50 cm h.,
bis 75 cm br.; Tr. fast eiförmig-elliptisch, ziemlich
flach, bis 10 cm lg., bis 3,5 cm br., bis 8 mm dick;
Ar. mit dunklem Fleck; St. typisch 5, davon 1—3
Opuntia 325
mittlere, bis 3 cm lg., kräftig, randständige
borstigdünn, weißlich, etwas anliegend, alle zuerst
honiggelb; Bl. 3,5 cm lg., orange; Fr. 4 cm lg., + keulig,
außen und innen purpurn. — Uruguay (Cerro bei
Montevideo).
Opuntia multiareolata Backbg. (B 1)
K. kleintriebig, kriechend, kettenförmig verzweigt;
Tr. schief-flächig, ca. 2,5 cm lg., 2,3 cm br., unten
verjüngt, grün; Ar. etwas erhaben, d.oht stehend,
grauweiß-filzig; St. (2—) 6—7, dünn, weißlich, bis
3 mm lg., wenig abstehend; Bl. ? — Nordwest-
Argentinien.
Opuntia x munzii C. B. Wolf: Cylindropuntia
x munzii (C. B. Wolf) Backbg.
Opuntia myriacantha Web.: Opuntia galapageia v.
myriacantha (Web.) Backbg.
Opuntia nemoralis Griff. (A 1—a)
K. liegend, bis 1 m br. Ansammlungen, bis 30 cm
h.; Wz. faserig; Tr. ovoid oder fast so, bis 9 cm lg.,
ungehöckert, glatt; Ar. mitunter mit rotem Fleck;
St. + pfriemlich, weißlich, bis 2,5 cm lg.; Gl. gelb;
Bl. gelb; Fr. ovoid bis birnf örmig, 3 cm lg., hellrot. —
USA (Texas, Longview).
Opuntia nicholii L. Bens. : Opuntia hystricina v.
nicholii (L. Bens.) Backbg.
Opuntia nitens Small (A 1—b)
K. buschig, bis lmL; Wz. faserig; Tr.
umgekehrteiförmig, 6—15 cm lg., glänzendgrün, unbereift,
ziemlich dick; Ar. + hervortretend; St. 1 (—4),
braun mit heller Spitze, später dunkelgrau; Bl.
hellgelb, bis 6,5 cm 0; Fr. ovoid bis keulig, 4 cm lg.,
purpurn. — USA (Florida, Westseite des Halifax-
River).
Opuntia obliqua Backbg. (B 1)
K. sehr niedrig, kriechend-spreizend, der 0. picardoi
ähnelnd, aber mit verschwommener Epidermis-
Punktierung; Tr. schief-flächig, bis 4cm lg.; Ar.
anfangs bräunlich; St. meist 5—7, anfangs
braunfleckig-weiß, dann grau, mäßig lg.; Gl. längere
bräunliche, abstehende Büschel; Bl. rot. — Nord-
argentinien.
Opuntia occidentalis Eng. & Big. (A1—b)
K. aufrecht-strauchig, große Gestrüppe bildend,
über 1 m h.; Tr. länglich ovoid, 20—30 cm lg.; St.
2—7, die längsten bis 5 cm lg., + abgeflacht, braun
bis heller und z. T. fast weiß, oder die kürzeren
weißlich; Gl. braun; Bl. gelb, gro£, bis ca. 10 cm lg.;
Fr. groß, purpurn. — USA (Südkalifornien,
westliche Gebirgshänge), Mexiko (Niederkalifornien).
Opuntia occidentalis v. piercei (Fosb.) Münz:
Opuntia phaeacantha v. piercei Fosb.
Opuntia ochrocentra Small (A 1—b)
K. strauchig reich verzweigt, bis 1 m h.; Wz. faserig;
Tr. elliptisch bis oval, hellgrün, dicklich, bis 30 cm
lg.; Ar. hervortretend; St. 5—6, gelb, steif,
pfriemlich, ca. bis 5 cm lg., zurückgebogen; Bl. hell
zitronengelb, bis 8,5 cm 0; Fr. + ovoid, ca. 2 cm
lg., rot. — USA (Florida, SO-Big-Pine-Key).
Opuntia orbiculata SD. (A1—b)
K. stammloser, ca. 1 m h. werdender Strauch; Tr.
grün bis bläulich-grün, kreisrund bis fast-eiförmig,
manchmal spatelig, bis 15 cm lg.; Ar. anfangs mit
+ längeren, eine Zeitlang erhalten bleibenden H.;
St. bis 6, nadelig, auch gedreht, 4 cm lg., erst
gelblich, dann weiß bis grau; Bl. bis 10 cm 0, gelb,
etwas rötlich getönt. — Nordmexiko.
Harte, stark frostresistente Unterlage für schnellere
Anzuchtzwecke.
Opuntia oricola Philbr. — C. & S. J. (US), XXXVI:
6, 163—165. 1964 (A 1—c)
K. aufsteigend verzweigt, bis 3 m h., Zweige z. T.
außen wieder herabgeneigt; Tr. 15—25 cm lg.,
12—19 cm br., Epidermisfarbe nicht angegeben,
Form rund bis elliptisch; St. anfangs gelb,
durchscheinend, Zahl nicht angegeben; Bl. ca. 7 cm lg.
und 0, gelb; Sep. unregelmäßig gezähnt; Pet. mäßig
breit, oben oft gespitzt; Fr. rundlich, ca. 5 cm lg.,
4,5 cm 0, mit feinen, längeren und abstehenden
St. (Gl. ?); S. ? — USA (Typstandort San Ysidro
Canyon (Kalif.), bis Mexiko (Niederkalifornien
[südlich Ensenada], kalifornische Channel Islands
und die mexikanischen Los Coronados-Inseln).
Die Stachelzahl war in der knappen Beschreibung
nicht zu ermitteln, ebensowenig die Fr.-Farbe und
die der Tr.
Das Vorkommen ist auf küstennahe Gebiete
begrenzt.
Opuntia orurensis Card. (B 1)
K. sehr niedrig, bis 10 cm h., Gruppen bis 50 cm br.;
Tr. elliptisch, etwas gebogen, unten fast zylindrisch,
oben abgeflacht, Spitze gerundet, höckrig, leicht
lösend; St. schwer trennbar, untere Ar. mit 6—8,
einige rotbraun, andere weiß, rotspitzig, obere Ar.
mit 4—8, purpurbraun, alle nadelig, stechend,
aufgerichtet, 5—22 mm lg.; Gl. zahlreich, gelb und
braun; Bl. schwefelgelb, 4 cm lg.; Fr. bis 2 cm lg.,
+ konisch, purpurn, meist steril. — Bolivien
(Dept. Oruro).
Opuntia pachona Griff, soll eine Rasse von Opuntia
streptacantha Lem. sein.
Opuntia pailana Wgt. (A1—b)
K. aufrecht-strauchig; Tr. kreisrund bis + ovoid,
bis 10 cm lg., 9 cm br., bläulichgrün, glatt, schwach
glänzend, später mehr gelblichgrün; Ar. braun; St.
zuerst 3, später 6—8, bis 3 cm lg., einer erst weiß,
dann dunkelfleckig, zuletzt braun, die anderen
326 Opuntia
weiß, braunspitzig, daneben H., ziemlich lang
werdend; Gl. graugelb; Bl. ? — Mexiko (Coahuila,
Sierra de la Paila). Lange nicht wiedergesammelt.
0. crinifera SD. ?
Opuntia palmadora Br. & R. (A 2—a)
K. hochstrauchig, bis 3,5 m h., oft auch niedrig, z. T.
stammbildend, Stamm bis 9 cm 0, oft sehr
stachlig; Tr. zahlreich, sehr dünn und schmal, bis 15 cm
lg., meist aufrecht; Ar. weiß; St. meist 1—4 (—6),
zuerst gelb, später weiß, bis 3 cm lg.; Bl. mäßig
groß; Pet. aufgerichtet, ziegelrot; Ov. längshöckrig;
Fr. klein; Epidermis, besonders trocken, papillös. —
Brasilien (Bahia, in der Catinga häufig).
Opuntia palmeri Eng. (A 1-b)
K. strauchig; Tr. blaß blaugrün, oval, glatt, bis
25 cm lg., bis 20 cm br.; Ar. anfangs blaßbraun;
St. 5—7, in unteren Ar. nur 1—3, strohfarben, dünn,
abgeflacht bis zusammengedrückt, abgebogen bis
spreizend; Bl. und Fr. ? — USA (Utah, St. George).
Opuntia panellana (Backbg.) Backbg. (B 1)
K. niedrige, sperrige Gruppen; Tr. fast rundlich bis
mäßig abgeflacht, bis 3 cm lg., bis 1,5 cm br.,
beidendig + verjüngt; Ar. um dieselben oft etwas
rötlich; St. bis ca. 9 (5—7), 0,6—2 cm lg., dünn, steif
ungleich, anfangs rötlich-weiß, später
schmutzigweiß mit rötlichem Fuß und Spitze, z. T. schwach
zusammengedrückt und + gedreht, manchmal auch
strohfarben; Gl. hellbraun bis weißlich, aufgerichtet.
— Heimat?
Opuntia paraguayensis K. Sch. (B 3)
K. aufrecht-strauchig, stark verzweigt, 1—2 m h.;
Tr. hellgrün, umgekehrt-eiförmig, bis 21 cm lg.,
5—8,5 cm br.; St. 0, selten ein kurzer, hell; Gl.
gelblich; Bl. 8 cm 0, orange; Fr. konisch, bis 7 cm
lg., dunkelpurpurn; S. rund. — Paraguay (bei
Escoban).
Opuntia pascoensis Br. & R. (A 1—a)
K. niedrig-strauchig, bis 30 cm h.; Tr. bis 4 cm br.,
bis 12 cm lg., nicht gehöckert, rundlich, wenig
abgeflacht ; Ar. braun, mit dunklem Fleck, dazu weiße
H.; St. anfangs 4—5, bis 2 cm lg., gelb; Gl. zahlreich,
kurz, gelb, spät entwickelt; Bl. ?; Fr. kugelig,
1,5 cm 0, oben bestachelt. — Peru (Matucana,
Pasco). Ähnelt der O. pestifer mit höckrigen Tr.,
nicht samtig, ohne H.
Opuntia peckii Purp. (A 1—b [a])
K. niedriger, spreizender Strauch; Tr. klein,
kreisrund, dicht bestachelt; St. unten braun, oben weiß;
Bl. groß, blaßgelb, innen dunkler gelb. — USA?,
Mexiko? Unzureichende Beschreibung.
Nur eine Form oder var. der 0. howeyi Purp.?
Opuntia penicilligera Speg. (B 2)
K. fast liegende Gruppen; Tr. abgeflacht, rundlich
bis breit-ovoid, bis 12 cm lg., bis 10 cm br.,
dunkelgrün; St. dünn, gedreht, ca. 3 (1—3), der mittelste
1—5 cm lg., randständige 0—3—4, kürzer, alle
weiß; Gl. rostrot, später entwickelt, bis 6 mm lg.
Büschel; Bl. zitronengelb; Ov. mit vielen Ar. und
Gl.; Fr. keulig, rötlich, bis 4,5 cm lg.; S. klein,
nierenförmig, filzhaarig. — Argentinien (Rio
Negro, Rio Colorado, Pampa Sanquil-co, bis Bahia
Bianca).
Opuntia pennellii Br. & R. (A 1—a)
K. niederliegend; Tr. fast eiförmig, glatt, dick, bis
15 cm lg.; St. 1—7, pfriemlich, bis 3,5 cm lg., weiß,
dunkelspitzig; Gl. unansehnlich, gelblich; Bl. gelb?
— Kolumbien (Magangue, in der Ebene).
Opuntia pes-corvi Le Conte (A 1—a)
Steht 0. drummondii Grah. nahe; St. nur 1—3; Bl.
nur-bis 4 cm 0; Fr. nur bis 14 mm lg., purpurrosa.—
USA (Florida).
Opuntia pestifer Br. & R. (A 1—a)
K. fast niederliegend, sperrig-strauchig, bis 20 cm
und mehr h.; Tr. anfangs flacher als später, nicht
samtig, höckrig, bis 3 cm br., bis 5 cm und mehr lg.;
St. anfangs 2—5, bräunlich, bis 3 cm lg.; Gl. gelb;
Bl. hellgelb, ca. 4 cm lg. und 0. —
Mittel-Ekuador bis Mittel-Peru.
Opuntia phaeacantha Eng. (A 1—a bis 1—b)
K. strauchig, niedrig bis höher, der Typus der Art
bis ca. 1 m h., ziemlich breit ausladend; Tr. länger
als br., 10—15 cm lg., unten meist stachellos; Ar.
entfernter; St. 1—4, etwas zusammengedrückt, bis
6 cm lg., meist ziemlich kräftig, Fuß braun, oben
heller bis weißlich, zuweilen auch gelblich,
manchmal herabgebogen; Gl. zahlreich, braun bis gelb;
Bl. 5 cm 0, gelb; Fr. birnförmig, unten verjüngt,
bis 3,5 cm lg., rötlich. — USA (Texas bis Arizona),
Nordmexiko (Chihuahua).
v. albispina Hort.: St. oben weißlich; Fr.
karminrötlich.
v. camanchica (Eng.) Borg: Niedrig, z. T.
aufliegend; Tr. rund bis eiförmig, bis 17,5 cm lg. und
br.; Ar. fast alle stachlig; St. 1—3 (—6),
zusammengedrückt, rot- bis schwarzbraun, Spitze
heller, 3,5—7,5 cm lg.; Gl. grün oder gelbbraun; Bl.
6—7 cm 0, gelb, orange oder (verblühend ?)
rosa; Fr. ovoid, purpurn, saftig, eßbar. — USA
(von S-Colorado bis zur Südgrenze),
v. charlestonensis (Clokey) Backbg.: Tr. bis 18
cm lg., 12 cm br., gelbgrün bis purpur-getönt; St.
4—6, weiß, brauner Fuß, nadelig, nicht
zusammengedrückt; Bl. hellgelb, später lachsfarben,
4 cm 0; Fr. oval. — USA (Nevada),
v. gigantea Hort. : Tr. bis 15 cm br.; v. longi-
spina Hort.: St. bis 7 cm lg.; v. minor Hort.:
Tr. klein, sehr stachlig.
v. mojavensis (Eng.) Fosb.: Fast liegend; Tr.
kreisrund; St. 2—6, stark, scharfkantig und
zusammengedrückt, + gebogen, rötlich-braun, oben
Opuntia 327
blasser, 3,5—6 cm lg., sowie 1—3 kleinere Beist.;
Fr. 4,5 cm lg., länglich, dunkel mauve. — USA
(Mohave-Wüste).
v. pallida Hort.: Bl. kremweiß, innen grünlich;
v. piercei Fosb.: Tr. bis 20 cm lg., hellgrün bis
rötlich; St. meist 1, dunkel-rotbraun bis weißlich;
Bl. blaßgelb, 6 cm 0; Fr. schlank, rot, 5 cm lg. —
USA (Kalifornien, Gold Mountain);
v. rubra Hort.: Bl. rötlich-braun; Fr. rötlich;
v. salmonea Hort.: Bl. bräunlich-lachsfarben.
Opuntia picardoi Marn.-Lap. (B 1)
K. liegend, kettenförmig verzweigend; Tr.
schiefoval, flach, bis 7 cm lg., 3,5 cm br., etwas glänzend
grün, scharf punktiert; Ar. gelbbraun; St. bis 10,
weiß, gelbspitzig, bis 3,5 mm lg.; Gl. gelb; Bl. 4 cm
0, rot; Fr. gelblich bis rot, bis 1,2 cm lg. — Nord-
argentinien (Salta; nach Fechser: Catamarca).
Opuntia pilifera Web. (A 1—c)
K. zuletzt baumartig, bis 5 m h., mit Stamm,
breitere Krone; Tr. blaßgrün, breitoval bis rund, 10—30
cm lg.; Ar. 2—3 cm entfernt; St. kräftig-nadelig,
schwach spreizend, 2—9, 5—15 mm lg., weiß mit
gelblicher Spitze, dazu am Ar.-Rand zahlreichere
weißliche, bis 2—3 cm lg. H., bald + wieder
abfallend; Bl. dunkelrot, 6 cm 0; Fr. rot, 4—5 cm lg.,
saftig. — Mexiko.
v. aurantisaeta Backbg.: St. anfangs fast
borstenartig, hellgoldbraun, später weiß; Bl. heller
karmin; Fr. kräftig bestachelt, wie auch beim
Typus der Art.
Opuntia pisciformis Small (A 1—a)
K. niederliegend, dicht verzweigt, Ansammlungen
bis 4 m br.; Wz. faserig; Tr. schmal-elliptisch,
linear oder spatelig, 10—30 cm lg., sehr dick,
tiefgrün; St. 2—3, kremfarben, dann grau und
dunkelspitzig, bis 6 cm lg., feucht lachsfarben; Bl.
zahlreich, hellgelb, bis 7,5 cm 0; Fr. breit-kreiselig,
purpurn, bis 4 cm lg. — U SA (Florida, Atlantic Beach,
in Dünen).
Opuntia pittieri Br. & R. (A 1—c)
K. später baumartig, bis 5 m h., stachliger Stamm;
Tr. 2- bis 4mal so lg. wie br., 25—50 cm lg., grün;
Ar. dunkelbraun bis purpurn, bis 3 cm entfernt; St.
3—6, nadelig, schwach spreizend, 2—5 cm lg.,
weiß; Gl. fehlend bis langsam entwickelt; Bl. tief-
orange bis (verblühend) Scharlach. — Kolumbien
(Westkordillere, Venticas del Dagua).
Opuntia plumbea Rose (A 1—a)
K. niedrig, kriechend, bis 10 cm h., Gruppen bis
30 cm br., wenig verzweigt; Tr. fast kreisrund, bis
5 cm 0, matt bleifarben-grünlich; Ar. ziemlich
groß; St. meist 2 (—4), bis 3 cm lg., blaßbraun, auch
fehlend; Bl. sehr klein, rot; Fr. bis 2 cm lg.,
stachellos. — USA (Arizona, Reservation San Carlos).
Opuntia poecilacantha Backbg. (B 1)
K. fortlaufend verzweigt, niedrig; Tr. mit breiter
Basis, nach oben leicht verjüngt, graugrün, stark ge-
höckert, ca. bis 5 cm gr.; Ar. weiß; St. ungleich, ca.
10—12, einzelne viel länger als andere, 1,5—4 cm
lg., bräunlich, + goldbraun gefleckt oder gebändert,
die längeren z. T. abwärts weisend oder gebogen,
pfriemlich; Gl. steif, bis 6 mm lg., stachelartig,
braun, und ähnliche normale GL; Bl. ? —
Bolivien.
Opuntia pollardii Br. & R. (A 1—a)
K. liegend; Wz. dick; Tr. bläulichgrün, geschwollen,
breitoval, reifig, 5—16 cm lg., 1—2 cm dick; St. 1,
meist im oberen Tr.-Teil, steif, stechend, 2,5—4 cm
lg.; Gl. zahlreich, gelb; Bl. gelb, 6—8 cm 0; Fr.
2,5—4 cm lg. — USA (North Carolina bis Florida,
Alabama, Mississippi).
Durch bereifte Tr. anderer Farbe, auch größer, die
längsten St. länger, und dickere S. von O. compressa
unterschieden.
Opuntia polyacantha Haw. (A 1—a)
K. liegend-buschig verzweig¾; Tr.
umgekehrt-eiförmig, nicht sehr dick, in allen Ar. bestachelt, bis ca.
10 cm lg., 7,5 cm br.; Ar. ca. 1 cm entfernt; St. zum
Körper gebogen, ca. 6—12, nicht abgeflacht, bis
2,5 cm lg., am Tr.-Unterteil keine stärker
borstenartig verlängerten St., wohl aber an der Oberkante
aufgerichtet, weiß, braun oder in beiden Farben;
Bl. 7 cm lg. und 0, gelb, orange bis (verblühend ?)
rosa; Fr. + kugelig, 1 cm 0, trocken, mit Gl. und
St.; S. flach, gelb. — USA (durch die zentralen
Gebiete von Washington bis Texas und Arizona),
v. schweriniana (K. Sch.) Backbg.: Tr. kleiner,
bis 5 cm lg., meist bis 2,5 cm lg., 1,5—3 cm br.;
St. einer bis 2 cm lg., die übrigen kürzer und
abwärts gerichtet; Bl. grüngelb bis rosa; Fr.
stachellos. — USA (Colorado, im Nordwesten),
v. trichophora (Eng. & Big.) Coult. : in Kolonien
bis 1 m br.; Tr. kreisrund bis fast-eiförmig, 6—10
cm 0; Ar. genähert; St. ungleich, sehr zahlreich,
längster bis 4 cm lg., nadelig, blaß, oft weiß, an
der Basis älterer Tr. oft verlängerte, haarborsten-
artige St.; Bl. 7 cm 0, gelb oder rosa; Fr. 2 cm lg.,
1 cm br., mit blassen St.-Bst. — USA (Texas;
Neumexiko; Oklahoma; W-Colorado, Wet
Mountain Valley).
Opuntia polycarpa Small (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, bis 1 m h., dicht verzweigt;
Tr. elliptisch bis schmal-rhombisch oder breiter, bis
40 cm lg., hellgrün; St., wenn vorhanden, 1—3,
ziemlich dünn, blaßgelb, z. T. dunkler gemustert oder
unten lachsfarben, später grau, braunspitzig, 2—3
cm lg.; Ar. mit oder ohne deutlichere GL; Bl.
hellgelb, bis 7,5 cm lg.; Fr. + ovoid, bis 5 cm lg., +
purpurrot. — USA (Florida).
328 Opuntia
Opuntia pottsii SD. (A 1—a)
K. niedrig, spreizend, bis 30 cm h.; Wz. oft
kettenförmig auf 3 cm 0 verdickt; Tr. breit-eiförmig, bis
12 cm lg., blaßgrün bis bläulich-grün; St. 1—2,
2—4 cm lg., meist weiß, oder purpurrot; Bl. 6—7 cm
0, tief purpurn; Fr. stachellos. — USA (Texas;
Neumexiko) bis Mexiko (Mittel-Chihuahua).
Opuntia prasina Speg. (B 3)
K. aufrecht-strauchig, bis ca. 2 m h.; Tr.
gelblichgrün, später rötlich getönt, auch graugrün, elliptisch-
lanzettlich, bis 25 cm lg., bis 14 cm br.; St. 0 (—1—3,
weißlich); Bl. 10 cm 0, orange; Fr. kreiselig-birn-
förmig, außen weinrot, innen purpurn. —
Argentinien (Entre Bios, Rio Parana).
Opuntia procumbcns Eng. (A 1—a)
K. niedrig, nicht aufstrebend, in großen
Ansammlungen; Tr. kreisrund, 20—50 cm br., gelbgrün,
etwas reifig; Ar. groß, weiter stehend; St. 1—5,
spreizend, 2,5—5 cm lg., gelb, oben heller,
abgeflacht; Gl. gelb, lang; Bl. gelb; Fr. keulig, ca. 7 cm
lg., rot, saftig. — USA (N-Arizona).
Opuntia pubescens Wendl. (A 1—a[b])
K. niedrig-strauchjg, stark verzVeigt, teilweise bis
40 cm h.; Tr. + höckrig, samtig oder glatt, anfangs
+ zylindrisch, später flacher, bis 7 cm lg.; St.
anfangs 3—7 und mehr, ziemlich kurz, bräunlich; Bl.
zitronengelb; Fr. bis 2,5 cm lg., rot, etwas stachlig.
— Mexiko (vom Norden her) bis Guatemala.
Opuntia pumila Rose (A 1—a)
K. niedrige, vielverzweigte Büsche; Tr. stets samtig,
anfangs flacher als später, höckerig, bis 20 cm lg.;
St. anfangs 1—3, gelblich, später mehr, bis 3 cm lg.;
Bl. gelb mit rotem Anflug; Fr. kugelig, rot, 1,5 cm
lg. — Mittel- und Südmexiko.
Opuntia pusilla Haw. non SD. (A 1—a)
K. niedrig bis liegend; Tr. schlankrund, wenig
abgeflacht, schwach höckrig, hellgrün, verschieden lg.;
Ar. entfernt; St. anfangs 1—2, bräunlich, später
strohfarben; Bl. blaßgelb, ziemlich groß, mit wenigen
Pet.; Fr. ? — Heimat? (Westindien ?).
Opuntia pusilla SD. war wahrscheinlich Tephro-
cactus weberi v. setiger (Backbg.) Backbg.
Opuntia pycnantha Eng. (A 1—b)
K. aufrecht-buschig, nur bis mittelhoch; Tr. rund
bis mehr oval, 12,5—15 cm lg., bis 12,5 cm br.,
samtig oder papillös; Ar. zahlreicher; St. anfangs
3—7, blaß strohfarben, bis 2,5 cm lg., später mehr,
bis 20, länger und steifer, zuletzt grau, auch
bräunlich; Gl. zahlreich, weich; Bl. grünlich-gelb; Fr. 4 cm
lg., stark stachlig. — Mexiko (Niederkalifornien,
Magdalena Bay).
v. margaritana Coult. : Ar. bräunlich-filzig,
später grau; St. abwärts weisend, zuerst
hell-rotbräunlich, dann blaßfarben, bis ca. 10, die meisten
pfriemlich, einige dünner, etwas ungleich lang,
bis ca. 1 cm lg.; Gl. im Ar.-Filz, rotbraun; Bl.
schwefelgelb bis heller. — Mexiko
(Niederkalifornien, Santa-Margarita-Insel).
Opuntia pyriformis Rose (A 1—c)
K. hochwüchsig, bis 5 m h., mit weit spreizenden
Zweigen, untere bis 5 m lg., über dem Boden
ausbreitend; Tr. fast-eiförmig, dick, bis ca. 18 cm lg.
und mehr; Ar. klein, relativ nahestehend; St. 1—2,
später meist mehr, gewöhnlich stark abwärts
gerichtet, dünn, weich, gelb, ziemlich kurz, 1—2,2 cm
lg.; Bl. gelb; Fr. 4 cm lg., stachellos. — Mexiko
(Zacatecas, Hazienda de Cedros).
Opuntia quimilo K. Sch. (B 3)
K. + bäumartig, bis 4 m h., stark verzweigt,
Stamm mit bis 8 St.; Tr. graugrün, bis 3 cm dick,
elliptisch bis umgekehrt-eiförmig, bis 50 cm lg., bis
25 cm br.; St. 1 (2—3), weiß, + gedreht und
zusammengedrückt; Bl. ca. 4,5 cm br., + ziegelrot;
Fr. birnförmig bis kugelig, bis 7 cm gr., grünlichgelb;
S. 8 mm br. — Nordargentinien (Santiago del
Estero, La Banda).
Opuntia quipa Web. (A 2—a)
K. ein kleiner, locker verzweigter Strauch; Tr.
umgekehrt-eiförmig bis länglich, bis ca. 6 cm lg., bis
4 cm br., hell- oder gelblich-grün, wenig bestachelt,
Jungtriebe mit bald abfallenden dünnen
Stächelchen und aus wolligen Ar. herabhängenden H., Tr.
um die Ar. geschwollen; St. später 0—2—3, schwach,
kurz, anliegend; Bl. orangerot, klein; Pet.
aufgerichtet; Stbbl. um den Gr. aufgerichtet; Fr. blaß
orange, eßbar, 2 cm 0, 2,5 cm lg., stachellos, Nabel
tief, Gl. kurz, gelbbraun. — Brasilien (Pernam-
buco). (Abb. 287.)
Opuntia quitensis Web. (A 2—a)
K. buschig, bis 2 m h. in Dickichten, an offenen
Stellen niedrig; Tr. dementsprechend 10—40 cm lg.,
Ar. klein, weiß; St. 0 oder 1—3 (—4), anfangs
gelblichbraun oder weißlich, nadeiförmig, biegsam, 2 bis
3 cm lg.; Bl. rot, 1,2—1,5 cm br.; Pet. aufgerichtet;
Fr. umgekehrt-eiförmig, rot, fast stachellos, ca. 2 cm
lg.; S. 3 mm br. — Ekuador (Quito bis Chanchan-
Tal über Huigra).
Steht der O. macbridei nahe, die aber pfriemliche
St. hat; beide variieren in der Wuchsform.
Opuntia rafinesquei Eng. : Opuntia humifusa Raf.
Opuntia rastrera Web. (A 1—a)
K. kriechend; Tr. kreisrund bis fast-eiförmig, bis
20 cm 0; St. 0—1 bis mehrere, weiß, bis 4 cm lg.;
Gl. gelb; Bl. gelb; Fr. purpurn, ovoid, sauer. —
Mexiko (San Luis Potosi; Oaxaca, Puerto Angel).
Opuntia 329
Opimtia repens Bello non Karw. (A 1—a)
K. kleinerer aufrechter Strauch, bis 60 cm h., bis
4 m br. Dickichte bildend, reich verzweigt, auch
liegend und aufsteigend; Tr. grün, samtig oder glatt,
ungehöckert, bis 16 cm lg., bis 3,5 cm br., meist
stärker abgeflacht; Ar. braun, mit einigen H.; St.
zahlreicher, erst rötlich, dann braun, bis 3,5 cm lg.; Gl.
zahlreich, gelb, spät entwickelt; Bl. 4 cm 0,
hellgelb bis lachsfarben; Fr. rot, bis 3 cm lg., mit und
ohne St. — Westindien (mittlere kleinere
Inseln).
Opuntia retrorsa Speg. (B 2)
K. kriechende wirre Gruppen, Zweige unregelmäßig
lang; Tr. hellgrün, 10—25 cm lg., 2—3,5 cm br.,
flach; Ar. mit violettem Fleck; St. 1—3, weiß, oben
rötlich; Bl. gelb, 4—5 cm 0; Fr. 2 cm lg., außen
purpurn, innen hellrosa; S. etwas haarig. —
Argentinien (südlicher Chaco, auf Kamps).
Opuntia retrospina Lem. (B 1)
K. niederliegend verzweigt, in Gruppen; Tr. hell-
gelblichgrün, etwas glänzend, länglich, + gebogen,
beidendig verjüngt, bis 5 cm lg., ± runzlig, oft
rötlich getönt unter den Ar., gepfropft stärker; Ar.
hellbräunlich; St. anfangs 3—5, bis 6 mm lg., +
gelblich-hornfarben, später auch 2—3 abwärts
gebogen, bis 9 mm lg. und 1—3 mehr mittlere, bis
4 cm lg., unregelmäßig spreizend, auch gedreht und
gewunden; Bl. feuerrot; Fr. ? —
Nordargentinien ?
Opuntia rhodantha K. Sch. (A 1—a)
K. niederliegend, stark verzweigt, bis 30 cm h.; Tr.
aufsteigend, fast-eiförmig, bis 16 cm lg., bis 7 cm
br. oder etwas mehr, sattgrün, + höckrig; St. meist
nur im Tr.-Oberteil, 1—4, 3—6 cm lg.,
abstehendstrahlend, pfriemlich, weiß, gelb oder braun; Bl.
8 cm lg. und br., purpurrosa, orange oder gelb; Fr.
länglich, trocken, + stachlig. — USA (von W-Colo-
rado bis Kalifornien).
Schön blühende, winterharte Art.
v. pallida: Bl. gelb;
v. pisciformis Späth hat schmalere, tiefgrüne Tr.;
St. gelb; Bl. kleiner, hellkarmin.
Nach den stärkeren Abweichungen der Bl.-Farbe
gibt es die Gartennamen
v. rosea: mit rosa BL; v. rubra: mit
leuchtendroten BL; v. salmonea: mit lachsroten Bl.;v.
schumanniana Späth: mit tief karminroten Bl.
v. spinosior Boiss. & Davids.: St. mindestens 4,
lang, kräftig. — USA (Wüste von SW-Colo-
rado).
Opuntia ritteri Berg. (A 1—b)
K. buschig; Tr. rundlich oder fast-eiförmig,
hellgrün, fein-samtig; St. zahlreich, nadeiförmig,
hellgelb, + abstehend, bis 1,5 cm lg.; Bl. groß, hellrot.
— Mexiko (Zacatecas).
In den Sammlungen geht unter diesem Namen
häufig eine reich verzweigte, bis ca. 60 cm h. Pflanze
mit ähnlich gefärbten St., Tr. nicht samtig; BL
hellgelb. Ein Bastard ?
Opuntia riviereana Backbg. (A 2—b)
K. liegend-aufstrebend, niedrig, in Kolonien; Tr.
rund bis umgekehrt-eiförmig, bis 22 cm lg., 14 cm
br., 3 cm dick, als Jungtriebe wie das Ov. (allein bei
dieser Art der „Stenopetalae") kräftig purpurn
getönt; Ar. anfangs weißlich, später schwarz; St. meist
(1—) 2, bis 3 cm lg., selten 3—4, gerade oder leicht
abwärts weisend, Zusatzst., wenn vorhanden, dünn
bis 7 mm lg., am Grunde + zusammengedrückt; Gl.
braun; Bl. ca. 4 cm lg., 2 cm 0, orangerot, diözisch;
Ov. purpurn. — Mexiko.
Opuntia robinsonii G. Ortega (A 1—b)
K. strauchig, bis 1 m h., mit kleinem Stamm,
stärker mit bis 10 St. bestachelt; Tr. hellgrün, 15—20
cm 0; St. 0—1, abwärts gebogen, 1—2 cm lg., Fuß
dunkel, Mitte weiß, Spitze gelb; Bl. 8—9 cm lg.,
zitronengelb; Fr. birnförmig, purpurn, bis 6 cm lg.,
süß; S. schmutzig-weiß, bis 4 mm br. — Mexiko
(Sinaloa, nahe Arroyo Chiquerite).
Opuntia robusta Wendl. (A 1—c)
K. locker-hochstrauchig werdend, zuweilen bis 5 m
h.; Tr. groß, kreisrund bis etwas länglich-rund, bis
25 cm 0 und mehr, z. T. weniger br., dick, hell
bereift-bläulichgrün; B. rötlich; St. 8—12, kräftig,
verschieden lg., bis 5 cm lg., mitunter fehlend, weiß,
Fuß braun oder gelblich, rund; Bl. 5 cm lg. und 0,
gelb; Fr. kugelig bis ellipsoid, bis 9 cm lg., tiefrot.
— Mittelmexiko,
v. longiglochidiata Backbg.: Gl. an Jungtrieben
büschlig abstehend, bräunlichgelb, oft von der
Länge der St.
v. maxima Hort.: ist eine Varietät mit
weißlicheren St.; Bl. gelb; Tr. bis 40 cm br. berichtet,
jedenfalls größer als beim Typus der Art, die
etwas variiert; Fr. mauve, rund, 6 cm 0.
Schelle gibt eine Bl.-Größe von 7 cm Länge und
0 an, Fr. braunrot, bis apfelgroß,
v. viridior SD., nicht gültig beschrieben, hat
grünliche, etwas länglichere Tr.; St. kürzer, meist
3—5; Bl. gelblich, verblühend + lachsrosa; Fr.
außen und innen rot. (Vielleicht ein Bastard?)
Opuntia rubiflora Griff, non Davids. (A 1—b)
K. bis 45 cm h., Gruppen bis 1 m br.; Tr. ±
eiförmig, bis 18 cm lg.; St. wenige, bis 5 cm lg., weiß,
Fuß braun oder strohfarben; Bl. rosa. —
Herkunft ? (Bastard ?; bei den „Phaeacanthae"
einzureihen.) Wenn eine gute Art, müßte der Name wegen
des etwas älteren von Davidson geändert werden.
Opuntia rubrifolia Eng. ist in den Merkmalen
kaum von O. tortispina zu trennen; BL und Fr.
unbekannt. — USA (Utah, St. George).
330 Opuntia
Opuntia rufida Eng. (A 1—b)
K. strauchig, aufgerichtet, bis 1,50 m h., einen
kleinen Stamm bildend; Tr. nahezu kreisrund, 6—25 cm
0, dicklich, stumpf graugrün, samtig; B. rötlich
gespitzt; St. 0; Gl. zahlreich, dunkler- bis
rötlichbraun; Bl. gelb bis (verblühend ?) orange, bis 5 cm
lg.; Fr. hellrot. — USA (Texas), Nordmexiko
(Durango).
Bekannter ist häufig das Synonym Opuntia herr-
feldtii Kupp. Sehr schöne Bastarde sind 0. rufida x
rubra Hort. : mit ganz roten Jungtr. und 0. rufida x
rubrifolia Hort.: Tr. erst hell-, dann blaugrün; B.
ganz rot; St. mitunter als winzige vorhanden.
Opuntia rutila Nutt. non Clov. & Funst. (A1—a)
K. niedrig, spreizend; Tr. flach bis dreiseitig,
zylindrisch oder ovoid, später mehr abgeflacht, junge
leicht lösend und stachelarmer, 4—10 cm lg., 2—5
cm br.; Ar. bis 1,5 cm entfernt; St. 1—6, 1—3 cm
lg., seitlich oder aufwärts spreizend, häufig nur in
oberen Ar., weiß, braun oder in beiden Farben; Bl.
6 cm 0, rosenrot, gelb oder in Zwischentönen; Fr.
3,5 cm lg., keulig, gelb, gelegentlich mit St. — USA
(W-Colorado; Wyoming).
Opuntia salagria Cast. (B 2)
K. strauchig, meist bis 2 m h.; Tr. fast kreisrund
bis + spatelig, bis 30 cm lg., 17 cm br., 1,8 cm dick,
lauchgrün; St. meist 1 (—2), schlank, steif, 3,5—4
cm lg.; Gl. braun, kurz; Bl. meist am Tr.-Oberrand,
bis 10 cm lg. und br., orangerot; Fr. keulig, 7 cm lg.,
dunkel-violettrot, innen grün. — Argentinien
(Sierra Chica de Cordoba; Prov. San Luis).
Opuntia salvadorensis Br. & R. (A 1—a)
K. niedrig, reich spreizend verzweigt, bis 10 cm h.;
Tr. kreisrund bis etwas länglich, flach, 10—15 cm
lg., glatt; Ar. klein; St. meist 3, dünnadelig,
ungleich, bis 6 cm lg.; Bl. gelb, ca. 2 cm lg. —
Salvador (Dept. Usulután, Hazienda La Concordia).
Opuntia santa-rita Rose: Opuntia gosseliniana v.
santa-rita (Griff. & Hare) L. Bens.
Opuntia saxicola How.: Opuntia galapageia v. saxi-
cola (How.) Backbg.
Opuntia schecri Web. (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, dicht verzweigt, bis ca. 90 cm
h.; Tr. bläulichgrün, kreisrundlich bis oblong, 15 bis
30 cm lg.; St. 10—12, nadeldünn, gelb, 1 cm lg.,
vermischt mit weißen oder gelblichen Bst.-H.; Gl.
bräunlich-gelb; Bl. ca. 10 cm 0, blaßgelb, im
Verblühen + lachsfarben; Fr. kugelig, rot; S. klein. —
Mexiko (Querétaro. El Pueblito).
Opuntia schickendantzii Web. (B 3)
K. buschig, bis 1—2 m h., bläugrün; Tr. anfangs
oder unten stielrund und dann abgeflacht, schmal
und lang, meist leicht gebogen, ziemlich flach, bis
ca. 20 cm lg., leicht höckrig; B. rötlich; St. 1—2,
dünnpfriemlich, weiß, bis 2 cm lg., später an Zahl
zunehmend; Bl. 4 cm 0, seidiggelb; Fr. kugelig,
stachellos, grün, steril. — Argentinien
(Grenzgebiet Tucuman-Salta; nach Fechser: Catamarca).
(Abb. 288.)
0. schickendantzii similis n. n. ist eine mehr
gelblich grüne Pflanze mit etwas länger und breiter
werdenden Tr.; St. blaßbräunlich; Fr. bei Reife
rötlich, kurz bestachelt, mit einigen S., 3 mm gr.,
flachrund und mit kreisförmigem Ring. Lange in den
Sammlungen unter dem Namen der richtigen Art,
die erst neuerdings von Fechser wiedergesammelt
wurde. Entweder ist die nicht sterile Art ein
Bastard, oder es gibt zwei Spezies, zumal die erstere
auch aus Catamarca und Cordoba berichtet wurde
und man möglicherweise dabei die Unterschiede
übersah.
Opuntia schumannii Web. (A 1—b)
K. buschig, bis ca. 2 m h.; Tr. matt dunkelgrün,
fast-eiförmig bis länglich, 15—25 cm lg.; Ar.
entfernt; St. 2—10, ungleich lg., bis 4,5 cm lg., +
gedreht, abgeflacht, etwas spreizend, dunkelbraun;
Gl. wenige, bald abfallend; Bl. 6 cm lg., gelblich bis
orange, verblühend rot; Fr. dunkelpurpurn, saftig.
— Nördliches Südamerika.
Opuntia schweriniana K. Sch.: Opuntia polyacan-
tha v. schweriniana (K. Sch.) Backbg.
Opuntia securigera Borg (B 2)
K. niederliegend, bis 20 cm h.; Tr. dunkelgrün, bis
8 cm lg., bis 6 cm br.; Rst. borstenartig, 15 und
mehr, Länge ?; Mst. 1—3, bis 5 cm lg., dünn, weiß;
Gl. bräunlich; BL, Fr. ? — Argentinien
(Patagonien).
Vielleicht identisch mit 0. penicilligera Speg. bzw.
eine Form oder var. derselben?
Opuntia senilis Parm. wird als Synonym von 0. or-
biculata SD. angesehen, bei Pfeiffer identisch mit
0. crinifera SD., die gesondert beschrieben wurde
und vielleicht schon 0. pailana Wgt. (?) war.
Opuntia setispina Eng. (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, bis ca. 60 cm h., bis 1,20 m
br.; Tr. tief bläulichgrün, etwas reifig, auch purpurn
getönt, oder wenigstens um die Ar., kreisrund bis
+ oval, 5—15 cm lg. und br.; Ar. groß; St. 1—6,
2—3 cm lg., weiß; Gl. gelb, später ansehnlich; Bl.
gelb; Fr. 4 cm lg., purpurn. — Mexiko (W-Chi-
huahua).
Opuntia soederstromiana Br. & R. (A 1—b)
K. buschig-aufrecht, Bäumchen 60 cm bis 1 m h.,
sehr stachlig; Tr.fast-eiförmig, schwach reifig, auch
glänzend grün, 20—40 cm lg., später graugrün;
B. kleinpfriemlich, oben rötlich; St. zuerst 2—5,
später bis 10, bis 4 cm lg., anfangs Fuß rosa oder röt-
Opuntia 331
lieh, oben blasser, bald ganz grau; BI. zuerst gelb,
bald orange bis ziegelrot, 5—6 cm lg.; Fr. länglich-
ovoid, bis 5 cm lg., meist stachlig, rot, saftig. —
Ekuador (Quito, San Antonio).
Opuntia soehrensii Br. & R. (B 1)
K. niedrige Kolonien, mitunter bis 1 m br., etwas
variabel in K.-Stärke und der der St. sowie ihrer
Farbe; Tr. kriechend-wurzelnd, + höckrig,
flachrundlich oder etwas flacher, nach unten verjüngt
oder etwas gebogen, heller- bis graubläulich-grün;
St. von gelblich bis bräunlich oder grauweißlich
variierend, vorwiegend mehr im Tr.-Oberteil oder dort
länger (besonders bei Kulturpflanzen), ungleich,
verschieden an Zahl, die längeren oft später +
abwärts geneigt; Bl. hellgelb, 3 cm lg.; Fr. kahl bzw.
stachellos (vielleicht auch stachlig und innen rot ?).
— Südperu bis Bolivien.
Opuntia sphaerocarpa Eng. & Big. (A 1—a)
K. niedrig, spreizend; Tr. hellgrün, mitunter
rötlich, kreisrund, bis 7 cm br., dicklich, stark höckrig;
Ar. bis 1 cm entfernt; St., wenn vorhanden, meist
nur in oberen Ar., bzw. nur einige kurze, bis 2 cm
lg., nadelig dünn; Bl. ?; Fr. 1,8 cm 0, stachellos,
trocken. — USA (Neumexiko, bei Albuquerque).
Opuntia spinalba Raf. aus Florida ist eine
ungeklärte Art.
Opuntia spinosibacca M. Anth. (A 1—b)
K. strauchig, bis 1,50 m h., manchmal einen Stamm
bildend, dieser bis 60 cm h., bis 18 cm 0; Tr.
schwach aufsteigend-spreizend, stark bereift-grün,
ovoid bis länglich, 10—24 cm lg., 7,5—11 cm br.;
St. 2—5, in untersten Ar. fehlend, schwach gedreht,
zuerst weiß mit rotem Fuß, dann rot-braun bis
-orange mit blasser Spitze, zuletzt grau, 1—4 der
St. 3,5—7 cm lg., 1 bis 2 cm lg., meist 2
borstenfeine bis 1,2 cm lg.; Bl. 5,5 cm lg., 5 cm 0, gelb,
innen rot; Fr. auftrocknend, proliferierend, 3,5 cm
lg., blaßpurpurn, mit 1—4 fuchsroten oder weißen,
pfriemlichen St. — USA (Texas, Big Bend).
Opuntia spinulifera SD. (A 1—c)
K. später baumartig groß, stark verzweigt; Tr. breit-
ovai bis rund, glatt, etwas reif ig, 20—30 cm lg. bzw.
0; B. rot; St. 0 oder (an älteren Tr.-Teilen) 1—3,
dünne, weiße, mitunter fast borstenfeine, auch
gelblich-weiß; Bl. gelb; Fr. zuletzt hellrot, kurz
bestachelt. — Mexiko.
Die Art erwies sich als ziemlich frostresistent in
kalten Wintern der Riviera und Costa Brava; sie
überdauerte noch —10 °C.
Opuntia spranguei G. Ortega: Opuntia tomentosa
v. spranguei (G. Ortega) Backbg.
Opuntia stenarthra K. Sch. (B 2)
K. liegend, aufsteigend, bis 80 cm h., Zweige bis
2 m lg.; Tr. gelblich-grün, dünn, schmal-oblong,
8—25 cm lg., 2,5—5 (—7) cm br.; St. 0 (—1—3—5,
0,6—3,5 cm lg., erst hornfarben, dann weiß); Bl.
3 cm 0, zitronengelb, bis 3 cm lg.; Fr. birnförmig,
bis 2,5 cm lg., mit braunen Gl.; S. rund, grau, stark
behaart. — Paraguay (Estancia Tagatiya).
Opuntia stenochila Eng. (A 1—a)
K. liegend; Tr. fast-eiförmig, 10 cm lg., 7,5 cm br.;
St. meist 1 längerer, bis 3 cm lg., sowie 1—2 kurze,
zurückgebogene Beist., alle hellfarben, fast weiß;
Gl. hell- bis grünlichgelb; Bl. gelb, bis 5 cm lg.;
Ov. + konisch; Fr. bis 5 cm lg., keulig, sehr saftig.
— USA (W-Neumexiko, Zufii Canyon; Arizona).
Opuntia stenopetala Eng. (A 2—b)
K. niedrig-buschig; Tr. länglich-eiförmig, graugrün,
gewöhnlich nicht bereift; St. 1—2 oder mehr,
schwärzlich, dann grau, bis 5 cm lg.; Bl.
orangerötlich, diözisch, ca. 2 cm br.; Fr. Scharlach, ovoid,
mit oder ohne St., innen pfirsichfarben; S. hellbraun,
klein, flach. — Mexiko. (Abb. 289.)
Opuntia streptacantha Lem. (A 1—c)
K. zuletzt baumförmig, bis 5 m h., stark verzweigt,
mit Stamm bis 45 cm 0; Tr. kreisrund bis ovoid,
25—30 cm lg., dunkelgrün; Ar. ziemlich dicht
stehend; St. zahlreicher, spreizend, einige anliegend,
außerdem 1—2 abwärts anliegende H.-Bst.; Bl. bis
9 cm 0, gelb bis orange; Fr. kugelig, 5 cm 0,
dunkelrot, manchmal gelblich, innen und außen. —
Mexiko (zentrales Hochland).
Opuntia strieta Haw. (A 1—b)
K. strauchig, niedrig bis 80 cm h., in oft größeren
Ansammlungen; Tr. länglich bis ovoid, meist 8 bis
15 cm lg., aber auch stärker verlängert, bis 30 cm
lg., grün oder blaugrün, glatt; St. 0 oder 1—2, rund,
bis 4 cm lg., gelb; Ar. und Gl. bräunlich; Bl. bis 7 cm
lg., gelb.; Fr. purpurn, unten verjüngt, 6 cm lg. —
USA (S-Texas, Florida) bis Kuba.
Opuntia strigil Eng. (A 1—b)
K. kleiner-strauchig, bis 60 cm h.; Tr. rundlich, 10
bis 12,5 cm lg.; Ar. dicht stehend; St. 5—8,
spreizend, mehrere angelegt und abwärts gerichtet,
rotbraun bis braun, hellspitzig, bis 2,5 cm lg.; Gl.
zahlreich; Bl. gelb bis kremgelb, 7 cm 0; Fr. klein, rund,
1,2 cm 0, rot. — USA (Texas).
Opuntia subsphaerocarpa Speg. (B 3)
K. aufrecht-strauchig; Tr. dunkelgrün, etwas
glänzend, lang-oval, oben gerundet, bis 20 cm lg., bis 5,5
cm br.; St. 0 (—1, weiß), 1,5—2,5 cm lg.; Bl. 5 cm
0, gelb; Fr. + kugelig, weinrot, innen
weißlichgrün; S. lang und dicht behaart. — Argentinien
(Misiones).
Opuntia sulphurea G. Don (B 2)
K. liegend- bis aufgerichtet-strauchig, bis 30 cm h.,
in Kolonien, bis 2 m br.; Tr. abgeflacht, dick, stark
22 Kakteenlexikon
332 Opuntia
höckrig, oblong bis ovoid, bis 25 cm lg., grün bis
graugrün, zuweilen rot getönt; St. 2—8, manchmal
gebogen, gedreht, spreizend, bis 10 cm lg., bräunlich
bis rot, oft anfangs blasser; BI. 4 cm lg., gelb; Fr.
gelb, klein, + duftend. — Westargentinien (von
San Luis bis zum Chubut).
Variiert mit erst im 2. Jahr sich rot färbenden Fr.;
bei graugrünen Tr., bis 20 cm lg., 10 cm br., St. grau,
bis 6,5 cm lg., Bl. gelblich mit leicht rosa Mitte, ist
die Pulpa der Fr. grauweiß; bei mehr reingrünen
Tr., bis 15 cm lg., 10 cm br., Bl. kleiner, fast
weißgelb, ist die Pulpa der Fr. rot.
v. hildmannii (Fric) Backbg.: Tr. unten stark
verdickt, rundlich; St. etwas kürzer, geringer an
Zahl, z. T. unregelmäßig gebogen, leuchtendrot;
Bl. gelb; Fr. gelb. — Nordwestargentinien,
v. pampana (Speg.) Backbg.: Kolonien bis 50 cm
h.; Tr. bis 8 cm lg., hellgrün, bis 6 cm br., später
fast kreisrund, bis 2 cm dick, höckrig; Ar.
weißlich; St. 1—4, anfangs nur 1, später
herabgebogen, unterster bis 3 cm lg., etwas gedreht, steif,
stechend, weiß, zuerst rotspitzig, später Spitze
schwarz; Bl. klein, gelb, stachellos; Fr. eiförmig,
3,5 cm lg., geruchlos, gelb mit rosa Schein, sauer,
wenig saftig. — Argentinien (Sierra Ventana,
Sierra Tandil usw.).
Opuntia tapona Eng. (A 1—b)
K. strauchig, bis 60 cm h.; Tr. glatt, kreisrund bis
ovoid, bis 25 cm br., dicklich, blaßgrün; St. (1—)
2—4, gelb, ein längster bis 7 cm lg., dünn,
vorgestreckt, manchmal abwärts weisend; Gl. bräunlich;
Bl. hell-orangegelb; Fr. dunkelpurpurn, 4—6 cm lg.,
innen rot. — Mexiko (Niederkalifornien: Insel Lo-
reto).
Opuntia tardospina Griff. (A 1—a)
K. niedrig, spreizend, meist liegend; Tr. matt
dunkler grün, kreisrund bis ovoid; Ar. groß, 4 cm
entfernt; St. 1 (—2), bis 5 cm lg., dunkler braun, Spitze
heller; Gl. braun, zahlreich; Bl. ?; Fr. 6 cm lg., rot.
— USA (O-Texas).
Opuntia tayapayensis Card. (A 1—a)
K. niedrig, bis 30 cm h., mit rundlichem
Stämmchen; Tr. samtig, fast rund bis + abgeflacht, 2—3
cm lg., später bis 8 cm lg., blaßgrün; St. meist 1—3,
bis 2 cm lg., dazu einige H., weißlich, gewellt; Gl.
wenige; Bl. radförmig, 4 cm lg., hellgelb; Fr. kugelig,
gelb, etwas samtig. — östliches Mittelbolivien
(Tayapaya).
Opuntia taylori Br. & R. (A 1—a)
K. niederliegend; Tr. hellgrün, breit verzweigt, glatt
oder samtig, höckerlos, bis 2 cm br., bis 12 cm lg.;
St. anfangs 3—6, gelbbraun, später weiß, bis 4 cm
lg.; Bl. klein, gelb; Fr. birnförmig, bis 1,5 cm lg.,
stachellos, mit einigen Bst. — Haiti; Santo
Domingo.
In Santo Domingo soll die Art immer samtig sein,
eine var. ?
Opuntia tenuiflora Small (A 1—bj
K. liegend- bis aufrecht-strauchig, reich verzweigt;
Wz. faserig; Tr. spatelig bis + elliptisch oder
schmaler, meist 15—40 cm lg., dicklich, tief grün, oft etwas
reifig; St. meist 3—6, blaßgelb, später
schmutziggelb, gebogen, 2—5 cm lg.; Bl. tief lachsfarben,
glockig, ca. 3 cm 0; Fr. dickkeulig, bis 7 cm lg.,
purpurn, stielartige Basis; S. zahlreich. — USA
(Florida, Hammocks, obere Florida-Keys).
Opuntia tenuispina Eng. (A 1—a)
K. niedrig spreizend, bis 30 cm h.; Tr. + eiförmig,
unten verjüngt, 7—15 cm lg., hejlgrün; St. 1—3,
dünn, bis 5 cm lg., weiß oder braun; Gl. braun; Bl.
bis 7,5 cm 0; Fr. länglich, 2,5—4 cm lg.; S.
unregelmäßig geformt. — USA (SW-Texas; Neumexiko-
Arizona).
Opuntia tilcarensis Backbg. (Bl1)
K. niedrig, kettenförmig verzweigend, Kolonien
bildend; Tr. leicht lösend, oben mehr abgeflacht und
gerundet, Basis rundlich und oft verlängert,
hellgrün, bis 5 cm und mehr lg., 4—5 cm br., 1,5 cm
dick (gepfropft stärker), höckrig; Ar. klein; St.
wenige bis mehrere, 1—4 länger, z. T. bis 7 cm lg.,
stechend, sowie oft dünnere klepe, hellgelb,
verschieden spreizend, meist vorgestreckt; Bl. ca. 5 cm
0, gelb bis rotorange, glänzend. —
Nordargentinien (Tilcara).
v. rubellispina Backbg.: Tr. mehr bläulichgrün;
St. anfangs blaß rosaweiß, unten zuweilen
rotfleckig, Fuß auch rotbraun, meist bis 4 längere,
gewöhnlich bis ca. 4,5 cm lg., einzelne auch länger,
± vorgestreckt, sehr elastisch, manchmal noch
einige kürzere bis borstendünne, weniger
spreizend, weißlich; Ar. bräunlich; Gl. kastanienbraun;
Bl. ?
Opuntia tomentella Berg. (A 1—c)
K. höher-strauchig, aber stammlos; Tr. oblong bis
umgekehrt-eiförmig, 20—30 cm lg., heller grün, 9
bis 15 cm br., anfangs fast glänzend, aber deutlich
samtig behaart, jedoch kürzer als bei O. tomentosa;
St. 1—2, nadelig, abstehend, 7—10 mm lg., weißlich,
auch fehlend; Bl. mohrrübenfarbig; Gr. rosa; Fr.
und S. kleiner als bei O. tomentosa. —
Guatemala (Antigua, Moran, Amatitlán).
Opuntia tomentosa SD. (A 1—c)
E. später baumartig, mit Stamm, bis 6 m h., Stamm
stachellos, bis 30 cm 0; Tr. graugrün, länglich bis
schmal-ovoid, 10—20 cm lg., kräftig-samtig; St.
0—1 (—3), ziemlich kurz; Gl. gelb; Bl. bis 5 cm lg.,
orange; Gr. purpurn; Fr. ovoid, rot, stachellos, süß;
S. 4 mm 0. — Mexiko (mittleres Hochland),
v. rileyi (G. Ortega) Backbg. : K. bis 3 m h.,
kurzer, reich bestachelter Stamm, St. weiß oder
Opuntia 333
grau; Tr. schmal-ovoid, 10—14 cm oder mehr lg.,
samtig; Ar. weiß; St. meist 1, herabgebogen; Gl.
gelb; Bl. 7 cm 0, gelb; Gr. weiß; Fr. ? —
Mexiko (Sinaloa, Küste zwischen Bio San Lorenzo
und Rio Elota).
v. spranguei (G. Ortega) Backbg.: K. bis 3 m h.,
Stamm kurz; Tr. dunkelgrün, kurz weißsamtig;
Ar. weiß; Gl. gelbgrün; Bl. 6 cm 0, gelb, Mitte
rotfleckig. — Mexiko (Sinaloa, Küste zwischen
Bio San Lorenzo und Bio Elota).
Opuntia tortispina Eng. (A 1—a)
K. niederliegend und aufsteigend; Tr. kreisrund
oder ovoid, 14—20 cm lg., dunkler grün; St. 3—5,
weiß, oft gedreht, eckig und gerieft, 3,5—6 cm lg.,
2—4 dünnere untere Beist, 1—2,5 cm lg.; Gl.
gelblich; Bl. schwefelgelb, 6—7,5 cm 0; Fr. eiförmig,
bis 5 cm lg. — USA (Nebraska bis N-Texas).
v. cymochila (Eng.) Backbg.: Tr. kreisrund, bis
8,5 cm 0; St. 1—3, kräftig, weiß, oft mit
rotbraunem Fuß, 2,5—5 cm lg., spreizend oder
herabgebogen, etwas zusammengepreßt oder gedreht;
Fr. bis 3 cm lg. — USA (Kansas; Texas;
Neumexiko; Arizona).
Opuntia tracyi Britt. (A 1—a)
K. liegend niedrig, reich verzweigt, bis 20 cm h,;
Tr. blaßgrün, anfangs fast stielrund, später linear-
oblong, ca. 1 cm dick, bis 8 cm lg., 3,5 cm br.; St.
1—4, bis 3,5 cm lg., ± weiß mit dunkler Spitze;
61. zahlreich, braun; Bl. reingelb, 4 cm 0. — USA
(S-Mississippi; SO-Georgia; N-Florida).
Opuntia tréleasii Coult. (A 1—a)
K. niedrig, basal verzweigt, bis 30 cm h.; Tr. blaß-
bläulichgrün, ovoid, bis 15 cm lg. oder mehr,
fleischig, glatt; St. fehlend (Typus) oder zahlreich (v.
kernii Griff.); Gl. schmutzig-gelb; Bl. rosa,
mitunter bestachelt; S. groß. — USA (S-Kalifornien,
oberhalb Caliente [unbestachelt] bzw. unterhalb
[bestachelt]).
Opuntia triacantha (Willd.) Sweet (A 1—a)
K. niedrig; Tr. glatt, mattgrün, ziemlich dick, 4 bis
8 cm lg., ziemlich leicht lösend; St. meist 3, bis 4 cm
lg., anfangs weiß, später auch gelblich, dünn;
Bl. 5 cm lg., braungelb bis krem, rosa getönt; Fr.
2,5 cm lg., rot, stachellos. — Kleine Antillen
(St. Thomas bis Guadeloupe; Portorico; Kuba, bei
Guantánamo]).
Opuntia tuna (L.) Mill. (A 1—b)
K. strauchig, bis 90 cm h.; Tr. hellgrün, oblong bis
oval, kleiner oder bis 16 cm lg., über den Ar.
dunkel; Ar. groß; St. 2—6 (3—5), leicht spreizend,
hellgelb ; Gl .gelb; Bl. ca. 5 cm 0, hellgelb, Mitte schwach
rötlich getönt; Ov. schlank-keulig; Fr. ovoid, 3 cm lg.,
rot. — Jamaika (im Süden). Sehr reich blühend.
22*
Opuntia tuna-blanca Sfeg. (B 3)
K. aufrecht-strauchig, bis 1,50 m h.; Tr. blaß-gelb-
lichgrün, breit-lanzettlich, 12—24 cm lg., 5—9 cm
br.; St. 0 (selten 1); Bl. 8—9 cm 0, orange; Fr. ? —
Argentinien (Jujuy, Humahuaca).
Opuntia turbinata Small (A 1—b)
K. strauchig-aufrecht, unter 1 m h., reich
verzweigt; Wz. faserig, kräftig; Tr. oval, kreisrund oder
umgekehrt-eiförmig, bis 15 cm lg., hellgrün, dick,
bereift; Ar. hervortretend; St. 1 (—2—5) bis 2—3 cm
lg., anfangs blaß- bis hellgelb, später bräunlich; Bl.
hellgelb, bis 5,5 cm 0; Fr. kugelig bis kreiselig, bis
4 cm lg., purpurn. — USA (Florida, Küstendünen
im Nordosten).
Opuntia turgida Small (A 1—b)
K. aufrecht-kleinstrauchig, bis 0,50 m h.; Wz.
faserig; Tr. elliptisch bis ovoid, bis 12 cm lg., tiefgrün,
dicklich, anfangs zuweilen reif ig; St. 0; Gl. dicht;
Bl. bis 6,5 cm 0, hellgelb; Fr. fast eiförmig, bis 2,5
cm lg., grünlich-purpurn; S. zahlreich. — USA
(Florida, am Halifax Biver südlich Daytona; Ham-
mocks).
Opuntia undulata Griff, non Lk. & O. (A 1—c)
K. baumartig werdend, groß, kräftig, mit bis 30 cm
starkem Stamm; Tr. breit-rundlich, bis über 50 cm
0, hart, glänzend und + wellig, erst hell- dann
dunkler-grün; Ar. bis 6 cm entfernt; St. 0 oder meist
1, selten bis 4, kurz, abgeflacht, auch gedreht, bis
15 mm lg.; Bl. kremweiß; Ov. fast zylindrisch,
stachellos; Fr. groß, bis 10 cm lg., dunkelrot bis
blaß-orange, innen rötlich bis orange. — Mexiko
(Aguascalientes und vereinzelt auf der Mesa
Central).
Opuntia urbaniana Werd. (A 1—b)
K. buschig; Tr. oblong-linear, bis 20 cm lg., 5,5 cm
br.; St. 1 (—2), einer bis 5 cm lg., die anderen, wenn
vorhanden, kleiner, alle erst heil hornfarben, dann
gelblich, nadelig, selten abgeflacht und gedreht; Gl.
honiggelb; Bl. bis 7 cm lg., 3 cm 0, gelb; Fr. ? —
Santo Domingo (Tal von Cibao). Die Art wurde
auch als eine Consolea angesehen, ist aber
stammlos; vielleicht ein Bastard oder eine Opuntia-Art
aus der Verwandtschaft von O. bahamana und 0.
acaulis.
Opuntia utkilio Speg. (B 1)
E. liegend, Zweige bis 2,50 m lg.; Tr.
elliptischlinear, 15—30 cm lg., 5—6 cm br., anfangs frisch-,
später dunkelgrün; Ar. mit violettem Fleck; St. 2
(—3), weiß, später mitunter mehr; Bl. bis 4 cm 0,
gelb; Fr. 3 cm lg., violettrot, außen und innen. —
Argentinien (Tucuman; Santiago del Estero).
Opuntia vaseyi (Coult.) Br. & B. (A—la—b)
K. niedrigbuschig bis aufgerichtet; Tr. bis ca. 12 cm
lg. (oder mehr), ± eiförmig, blaßgrün, anfangs et-
334 Opuntia — Oreocereus
was reifig; Ar, ziemlich groß; St. 1—3, spreizend,
höchstens 2 cm lg., grau- oder hellbraun, zur Spitze
hin gelblich bis weißlich, etwas flach, an
Jungtrieben auch nur 1, braun; B. rötlich, kurz; Bl. tief
lachsrot, ansehnlich groß; Fr. rundlich, bis 5 cm lg.,
purpurn. — USA (Südkalifornien, San Bernardino
und Orange County).
Tritt oft in Massen auf; eine der wenigen rot
blühenden Arten.
Opuntia velutina Web. (A 1—c)
K. baumförmig, bis 4 m h., mit z. T. kräftigem
Stamm; Tr. länglich bis fast-eiförmig, 15—20 cm br.,
blaßgrün, samtig; Ar. weiß; St. 2—6, gelb, später
weiß, pfriemlich, bis 4 cm lg.; Gl. gelb, später braun;
Bl. klein, gelb; Fr. rot. — Mexiko (Guerrero, z. B.
Canyon del Zopilote).
Opuntia vulgaris Mill. (A 1—c)
K. baumartig-strauchig, bis 6 m h., Stamm bis 15 cm
0, stachlig oder unbestachelt; Tr. dünn, glänzend
frischgrün, breiter oval-oblong, Basis verengt, 10 bis
30 cm lg., 8—15 cm br.; St. 1—2 (wenn am Stamm
vorhanden: bis 10), gelbbraun bis dunkel-rotbraun;
Bl. bis 9 cm 0, schwefelgelb bis (in Argentinien und
Uruguay) mehr orangegelb; Fr. keulig bis
gestieltkugelig, bis ca. 7,5 cm lg., zuweilen proliferierend,
rötlich-purpurn. — Brasilien bis Argentinien.
Der Name wurde irrtümlich lange für 0. compressa
gebraucht; O. monacantha Haw. war ein Synonym.
Eine schöne panaschierte Form, die bisher Opuntia
monacantha f. variegata genannt wurde, heißt also
richtiger Opuntia vulgaris f. variegata, die Tr.
gelblich und grün marmoriert, ebenso das Ov. der Bl.
mit rötlichen Sep.; die Fr. ist unreif ebenfalls pana-
schiert, reif dagegen gelb. Ferner gibt es eine (poly-
ploide ?) Form, die Tr. größer und dicker; St. bis 4;
die Fr. viel größer, oblong, proliferierend.
v. lcmaireana (Cons.) Backbg. : Tr. und Bl. kleiner.
Opuntia vulpina Web. (B 2)
K. niedrig-buschig; Tr. dünner als bei 0. sulphurea,
gestreckter, bis ca. 15 cm lg., 6 cm br.; Bl. tiefer
gelb; Gr. schlankkeulig (0. sulphurea unten dick-
keulig); Fr. länglich, 3 cm lg., Pulpa karminrot. —
Argentinien.
Opuntia wentiana Br. & R. (A 1—b)
K. strauchig, bis 2 m h., stark verzweigt; Tr. fast
oval bis elliptisch, ziemlich dünn, bis 25 cm lg.,
blaßgrün, schwach reif ig; St. anfangs meist 3, später
4—5, blaßgelb, bald weiß; Bl. 6—7 cm lg., ca. 6 cm
0, blaßgelb; Fr. klein, rot. — Venezuela und
Cura¾ao-Inseln.
Opuntia whetmorei Br. & R.: Tephrocactus glome-
ratus v. andicola (Pfeiff.) Backbg.
Opuntia whitneyana Baxt. (A 1—a)
K. niedrig, verzweigt, bis 40 cm h.; Tr. bis 15 cm
lg., bis 10 cm br., 2,5 cm dick, manchmal ganz
rundlich, rötlich, bis umgekehrt eiförmig, nicht
samtig; Ar. stärker eingesenkt; St. 0; Bl. 7,5 cm 0,
rot; Fr. trocken. — USA (Kalifornien, Sierra
Nevada Mountains).
v. albiflora Baxt.: Tr. grün, nie rötlich; Bl. weiß,
ziemlich groß. Die Art und ihre var. sind durch
die dickrundlichen, nicht samtigen Tr. leicht von
0. basilaris zu unterscheiden.
Opuntia wilcoxii Br. & R. (A 1—b)
K. aufrecht-strauchig, bis 2 m h., stark verzweigt;
Tr. länglich, ziemlich dünn, dunkelgrün, 20 cm lg.
werdend, feinsamtig, um die Ar. rötlich; St. 1—3,
der längste bis 6 cm lg., weiß oder gelblich; Gl. gelb;
Bl. 6 cm lg., gelb; Fr. 4 cm lg., samtig. — Mexiko
(von S-Sonora bis Sinaloa).
Opuntia woodsii Backbg. (A 1—b)
K. strauchig; Tr. rhomboid; Bl. rot. — USA
(Nevada, Zion Nat. Park). Wuchs ähnlich Op. engel-
mannii, aber durch rhomboide Tr. und rote Bl.
unterschieden.
Opuntia zacana How.: Opuntia galapagcia v. zacana
(How.) Backbg.
Opuntia zacuapanensis Berg, ist eine wenig
bekannte Art, eigentlich nur durch 2 St., weiß, mit
gelblicher Basis und Spitze, von 0. lasiacantha
abweichend. Die Heimat ist nicht bekannt.
Opuntia zebrina Small (A 1—b)
K. strauchig, bis 1 m h.; Wz. faserig; Tr. tief grün,
manchmal etwas reifig, oval bis + eiförmig, unten
oft stachellos; St. 1—4, pfriemlich, gedreht,
rotbraun, fein gebändert; Bl. bis 7 cm 0, gelb; Fr.
rötlich-purpurn, kurz-ovoid, bis 4,5 cm lg. — USA
(Florida, Cape Sable und Keys).
Oreocereus (Berg.) Rice. (77)
Eine Gattung überwiegend stärker behaarter Ce-
reen, niedrigere Gruppen, + dichte mittelhohe
Kolonien, stärkere Säulen oder schlanktriebigere
Sträucher bildend. Meist entspringen die Blüten
zum Scheitel hin, bei 0. trollii aber auch mehr
seitlich hinab. Gattungsmerkmal sind die längeren,
+ zylindrischen Röhren, der weiter herausragende
Griffel der schiefsaumigen Blüten und vor allem die
gelbgrüne runde Hohlfrucht, die basal öffnet und
in der die ziemlich großen, mattschwarzen Samen
bei Reife locker liegen. Eine solche Frucht kommt
unter den Cereen nur noch bei Morawetzia vor, einer
nahe verwandten, aber cephaliumbildenden Stufe.
Bei beiden Gattungen tritt vereinzelt eine starke
Reduzierung der Haarbekleidung auf. Eine
Einbeziehung dieser Genera zu Borzicactus — wie bei
Oreocereus 335
Kimnach (USA) — ist angesichts der völlig
abweichenden Früchte und des Morawetzia-Cepha-
liums abwegig. Riccobonos Typus war 0. celsia-
nus, in der Beschreibung des nomen Lemaires in
Kat. Cels durch Salm-Dyck eine Vermischung mit
0. trollii, so daß die höher-säulige Art nach der
Beschreibung des 0. trollii einen neuen Namen
erhalten mußte, da nicht feststeht, was sonst als
Typus der Art anzusehen ist. Beschrieben wurden
6 Arten mit 6 Varietäten. — Verbreitung: Von
Nordargentinien über Bolivien bis Nordchile und
Südperu. [©.]
Oreocereus celsianus (Berg.) Rice, pro parte:
Oreocereus neocelsianus Backbg.
Oreocereus crassiniveus Backbg.: Oreocereus trollii
v. crassiniveus (Backbg.) Backbg.
Oreocereus doelzianus (Backbg.) Borg: Morawetzia
doelziana Backbg.
Oreocereus fossulatus (Lab.) Backbg.
K. strauchig, bis 2 m h., locker verzweigt; Tr. bis
ca. 8 cm 0; Ri. 11—14, um die Ar. verdickt, über
ihnen mit V-Kerbe; H. etwas strähnig; Ar. anfangs
dickfilzig; Rst. bis ca. 16; Mst. 1—4, pfriemlich,
bis ca. 4 cm lg., gelblich bis bräunlich, oder mit
dunklem Fuß; Bl. violettrötlich. — Bolivien (Chu-
quisaca). Verzweigt auch seitlich,
v. gracilior (K. Sch.) Backbg.: St. ca. 14,
bernsteingelb, wie auch der meist einzelne mittlere,
bis 6 cm lg.; Bl. grünlich-violettrosa. —
Bolivien (oberhalb von La Paz).
Oreocereus hendriksenianus Backbg.
K. große, halbhohe Gruppen bis Kolonien bildend,
von unten verzweigt, bis ca. 1 m h.; Tr. kräftig, bis
fast 10 cm 0; H. ± strähnig dicht verwoben, im
Scheitel oft kaffeebraun; Ri. ca. 10, bis 2,6 cm br.,
mit seichten Querfurchen zwischen den Ar.; Ar.
anfangs gelb, dann bis schwarzgrau-filzig; Rst. ca.
8—9, bis 15 mm lg.; Mst. (1—) 4, hornfarben,
anfangs auch dunkler oder gefleckt, bis 7 cm lg.; Bl.
karminrot, 7 cm lg. — Südperu bis Nordchile,
v. densilanatus Rauh & Backbg.: H. reinweiß,
dicht und langzottig; St. feiner und kürzer,
unauffälliger, gelb. — Südperu (Puquio-Tal).
v. spinosissimus Rauh & Backbg.: H. weiß bis
gelblich; Mst. 10—15 cm lg., starrend abstehend,
leuchtend gelb. — Südperu (Puquio-Tal).
Oreocereus maximus Backbg.
K. von unten und seitlich verzweigend, bis über
3 m h.; Tr. wenig zahlreich, bis 20 cm dick; H.
locker-strähnig, wenig abstehend, oft kräuselig; Ar.
groß, länglich, dick braunfilzig; St. kaum in Rst.
und Mst. unterscheidbar, dick, rund, gerade oder
+ gebogen, zwei untere etwas dünner, 1 oder mehrere
mittlere länger und sehr derb, in allen Farben von
hellgelb bis orangebraun; Bl. bis ca. 9 cm lg., trüb-
rosa. — Bolivien (Tupiza).
Oreocereus neocelsianus Backbg. (T.)
K. niedriger als bei voriger Art, aber über 1 m h.,
hell- bis dunkler- bis graugrün; Tr. 8—12 cm dick;
Ri. 10—17, stumpf, um die Ar. geschwollen; H.
strähnig verflochten, ± dicht bis ziemlich dicht,
selten oben bräunlich, bis 5 cm lg.; Ar. groß; Rst.
ca. 9, steif pfriemlich, bis 2 cm lg.; Mst. 1—4,
kräftiger, bis 8 cm lg., verschieden gefärbt; Bl. bis
9 cm lg., trübrosa. — Südbolivien bis
Nordargentinien (bis Humahuaca). Verzweigt
überwiegend basal.
Oreocereus ritteri Cullm. : Oreocereus
hendriksenianus v. densilanatus Rauh & Backbg.
Oreocereus taenaensis Ritt. : Oreocereus variieolor v.
taenaensis Backg.
Oreocereus trollii (Kupp.) Backbg.
K. niedrige, basal und locker verzweigende Gruppen,
selten höher als 60 cm, meist niedriger; Tr. dick;
Ri. 15—25, niedrig; H. dicht, fein, weiß, bis 7 cm
lg.; St. schwer trennbar: 10—15 fast borstenfeine
randständige, bis pfriemlich, 1 bis mehrere mittlere,
derbpfriemlich, anfangs leuchtend braunrot, später
gelb bis rotbraun; Bl. bis über 4 cm lg., rosarot bis
karminrot, innen bläulich-karmin. —
Nordargentinien (Grenzgebiet: Humahuaca und nördlich).
(Abb. 290.)
v. crassiniveus (Backbg.) Backbg. :Tr. später
liegend, ziemlich lang werdend; H. reinweiß; St.
nicht sehr derb, hell. — Südbolivien (nördlich
Tupiza).
v. tenuior Backbg.: K. dicht verzweigend,
schlanker, bis 60 cm h., 9 cm 0; St. steif- aber dünn-
nadelig-pfriemlich. — Bolivien (Huari-Huari).
Oreocereus variieolor Backbg.
K. aufrecht-säulig, mäßig verzweigt; Tr. basal
entstehend; Ri. ca. 12, gerundet; Ar. groß, braunweiß;
H. nur selten in sehr geringer Zahl, kurz bis fehlend;
Rst. ca. 15, verschieden stark; Mst. 4, viel länger,
starkpfriemlich, von fast weiß bis dunkel blutrot; Bl.
ca. 6 cm lg., rot. — Nordchile (in Höhenlagen bei
Ticnamar).
v. taenaensis (Ritt.) Backbg.: K. stumpf
blaugrün; Ri. anfangs 10, ohne Kerbe oder
Querteilung; St. zahlreicher, ca. 3—4 mm lg., Rst.
(Sämlinge) ca. 15, heller und auch glasig, mittlere
schwer trennbar, ca. 10, länger und derber, 12 mm
und mehr lg.; H. so gut wie fehlend; Ar. langoval.
Bestachlung zumindest an Stärke und Zahl später
zunehmend. — Südperu (Tacna-Grenzgebiet).
Wohl in Kolonien wachsend.
336 Oroya
Oroya Br. & R. (115)
Kugelige Arten, die größten bis 25 cm 0 erreichend,
die meisten auch sprossend, bei einigen die
Stachelfarbe ziemlich variabel. Oft sitzen die Körper tiefer
in der Erde, manchmal mit kräftigen Hauptwurzeln.
Das Vorkommen ist auf Höhenlagen über 3500 m
begrenzt. Die Blüten sind relativ klein, die inneren
Perigonblätter + zueinander geneigt, Ovarium
und Frucht nur mit Filzspuren; die Frucht ist eine
kleine Hohlfrucht-Beere, die Samen locker darin.
(Ähnliche Blüten- und Fruchtmerkmale finden sich
bei dem chilenischen Genus Neoporteria. Wenn
Kimnach (USA) zu Borzicactus die Hohlfrucht-
Gattungen Oreocereus und Morawetzia einbezieht,
aber auch das in der Wuchsform der chilenischen
Neoporteria ähnliche Genus Matucana, müßte er
logischerweise auch Oroya dazu einbeziehen, zumal
bei Borzicactus sensu Kimn. auch engere
Blütenöffnungen vorkommen; das zeigt, wohin solche mehr
gekünstelten als natürlichen Zusammenfassungen
führen. Deren verwirrende Folgen sind bei einer
Abgrenzung von der Natur mit gleichartigen
Merkmalen geschaffener Artgruppen nicht möglich.)
XJnterscheidbar und beschrieben sind 5 Arten mit
z. T. mehreren Varietäten. — Verbreitung:
Peruanische Hochanden, von der Cordillera Negra bis
zum Mantarogebiet. [P.]
Oroya borchersii (Böd.) Backbg.
K. breitrund, stärker im Boden sitzend, bis über
20 cm 0, 20—30 cm h., frischgrün; Ri. bis ca. 30;
Ar. hellbraun; Est. + gescheitelt, dünnadelig bis
borstenfein, 15—25; Mst. 1—3 (—5) bis mehr,
undeutlich getrennt; St. bis ca. 2—2,5 cm lg.,
(grünlich-) bernsteingelb; Bl. zahlreich, 2 cm lg., 1 cm 0,
zitronengelb; Fr. + keulig, gelblich-grün, bis 2,5 cm
lg. — Nördliches Peru (Cordillera Bianca und
Negra).
v. luscata Rauh & Backbg.: St. rotbraun.
Oroya gibbosa Ritt., mit um die Ar. stark
geschwollenen Ri. und ± kinnartigen Hck.-Vor-
sprüngen, ist nach neueren Feststellungen Oroya
peruviana (K. Sch.) Br. & R., die ähnliche
Formschwankungen zeigt. Importp¾lanzen Ritters
waren von der O. peruviana in Werdermanns
Farbbild „Blüh. Kakt. u. a. sukk. Pflz.'\ T. 166, 1939,
nicht zu unterscheiden; auch der Bl.-Reichtum und
die Blüh Willigkeit in der Kultur ist gleich, was nicht
für andere Arten gilt.
Oroya laxiareolata Rauh & Backbg.
K. meist einzeln, im Alter gestreckt, bis ca. 15 cm h.,
10 cm 0 und mehr, grau oliv- bis blattgrün; Ri.
24—30, verschieden br., mit Quereinbuchtungen
über den Ar.; Ar. schmal und langgestreckt,
gelblich bis weiß; St. kammförmig geteilt, straff seitlich
gerichtet, blaßgelblich, Fuß rötlich oder dunkel;
Rst. ca. 16—24; Mst. meist 0, bisweilen 1,
vorgestreckt, stärker verlängert; BL blaßkarmin, nach
innen reingelb. — Mittelperu (Mantaro-Terrassen
südlich Oroya).
v. plurlcentralis Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
10. 1963: Mst. bis ca. 7, untereinander, der
längste auffällig vorgestreckt, die übrigen +
aufwärts weisend, Fuß dunkel, sonst kräftiger gelb;
Bst. z. T. (obere) gelber als beim Arttypus; St.
insgesamt den Körper dichter umkleidend. Die
Ar. stehen, wie beim Typus der Art, ziemlich
weit entfernt. (Abb. 291.)
Oroya neoperuviana Backbg.
K. größer-kugelig werdend, bis ca. 40 cm h., 20 cm
0, grün bis dunkelgrün; Ri. 24—35; Rst. ca. 20—30,
nadelig, verflechtend, bis ca. 1,5 cm lg.; Mst. bis 6,
oft 1—2 mehr auffallend, sonst schwer trennbar; St.
honiggelb, Fuß braun, mitunter etwas variabel in
der Farbe bis heller gelb; Bl. bis 2 cm lg., zahlreich,
oben karminrot bis blasser, innen
gelblich.—Mittelperu (Oroya).
In der Kultur weit weniger blühwillig, wohl auch
die meisten anderen Arten bzw. Varietäten, als der
Typus der Gattung,
v. depressa Rauh & Backbg.: K.
gedrückt-kugelig, bis ca. 10 cm h., 20 cm 0, wenig aus dem
Boden ragend; Bi. 15—20; Bst. ca. 20; Mst. meist
1, bis 2 cm lg.; St. alle fuchsbraun. — Mittelperu
(Andahuaylas).
v. ferruginea Rauh & Backbg.: BL kleiner,
intensiver rot. Scheint etwas zu variieren. Ich sah
eine Pflanze mit dunkelgrüner Epidermis; St. ca.
13, etwas gekrümmt, fast schokoladebraun,
Spitze fast schwarz; Mst. 0.
v. tenuispina Rauh: K. hellgrün; Bi. schmal; Rst.
zahlreich, dünn, bis 2,5 cm lg., gescheitelt; Mst.
zwar oft vorhanden aber kaum unterscheidbar;
St. blaßgelblich bis fast weiß und auch braun-
rötlich, Fuß dunkler.
Oroya peruviana (K. Sch.) Br. & R. (T.)
K. gedrückt-rund bis rundlich, bis ca. 14 cm 0,
bläulichgrün; Ri. bis ca. 21, erst fast in Hck. geteilt,
später Querbuchtungen zwischen den Ar., darunter
oft + kinnartig-wulstig bzw. im Alter; Ar. bis über
lern lg., weiß; Bst. ca. 15—16, kammartig geteilt
und + spreizend; Mst. ca. 4—5, pfriemlich, bis ca.
2 cm lg.; St. rotbräunlich, am Grunde meist schwarz;
BL zahlreich, bis 2,5 cm lg., 2,2 cm 0,
karminrötlich, innen bzw. unten gelb; Fr. so gut wie kahl. —
Mittelperu. Ältere Pflanzen zeigen keine
Unterschiede von O. gibbosa Ritt., so daß Ritter der
Standort (bisher nicht sicher feststehend) des
Gattungstypus bekannt sein muß. Eine blühwillige
Art.
Oroya subocculta Rauh & Backbg.
K. breitrund, fast ganz im Boden, selten sprossend,
bis 15 cm h., 20 cm 0, in die Rüben-Wz.
übergehend; Ri. 20—30; Ar. bis 1,5cm lg.; Rst. ca.
10, kammförmig geteilt; Mst. 0—1—2, stärker, vor-
Oroya — Pachycereus 337
gestreckt, bis 2 cm lg.; St. gelblich, unten rötlich;
Bl. 2,5 cm lg., 1,5 cm 0, hell karmin-zinnober, unten
gelblich. — Mittelperu (südlich Oroya).
v. albispina Rauh & Backbg.: St. weiß, stark an-
gepreßt, mittlere fehlend oder bis 3, bis 3,3 cm
lg.; BL B cm lg., 2,5 cm 0.
v. fusca Rauh & Backbg.: Ri. bis 32; St. anfangs
intensiv rotbraun, Spitze glasig, weniger
/erflochten, mittlere meist fehlend; Bl. 1,5 cm ig.,
tiefrot.
Ortegocactus Alex. (223)
Kleine kugelige Pflanzen, meist sprossend, einer
Coryphantha ähnelnd, aber die kräftigen
Höckerwarzen ohne Furche. Die Blüten entstehen wie bei
Mamillaria aus den jüngeren Axillen und sind
behaart. Die länger verbleibende Frucht ist trocken,
ihre Samen schwarz und fein punktiert. Mit diesem
Genus hat die Natur besonders deutlich gezeigt,
daß die Reduzierung der Blütenbekleidung in allen
denkbaren Stufen eine
Entwicklungs-Gesetzmäßigkeit ist, die für die systematische Gliederung
ausschlaggebende Bedeutung hat. Ortegocactus steht
in der Reduktionslinie mit den behaarten Axillen-
blüten vor Mamillaria, andererseits auch zwischen
den Sippen Boreoechinocacti und Mamillariae.
Bekannt ist nur 1 Art. — Verbreitung: Mexiko
(Oaxaca). [?.]
Ortegocactus macdougallii Alex. (T.)
K. breitkugelig, hell graugrün, nur bis ca. 4 cm 0;
Hck.-W. rhomboidisch gedrückt-rund, bis 12 mm
br., fein punktiert, spiralig gestellt; Ar. kurzwollig;
Rst. 7—8, 5—10 mm lg.; Mst. 1, 4—5 mm lg.; St.
alle schwarz bis weißlich, mit schwarzen Spitzen;
Bl. bis 3 cm lg., bis 2,5 cm 0, reingelb; R. kurz;
Ov. schuppenlos aber weich behaart; Gr.
grünlichgelb; N.4, tiefgrün; Fr.kugelig-ellipsoidisch, trocken,
dunkelrot, dünn behaart; S. 0,9 mm gr. — Mexiko
(Oaxaca, bei dem Dorf San Jose Lacheguiri).
(Abb. 292.)
x Pachgerocereus orcuttii (K. Brand.) R. Mo-
ran — Cact. y Suc. Mex., VIII: 3, 59. 1963
ist eine Naturhybride zwischen Pachycereus pring-
lei und Bergerocactus emoryi, bzw. identisch mit
Pachycereus orcuttii (K. Brand.) Br. & R.
(Beschreibung siehe dort). Das Hybridgenus heißt 1. c.:
x Pachgerocereus R. Mor.
Pachycerei Berg, emend. Backbg.: Besprechung
der Sippe siehe unter Polaskia Backbg.
Pachycereus (Berg.) Br. & R. (149)
Große bis sehr starke Säulenkakteen, z. T.
stammbildend, stammlose tief, alle reicher verzweigend.
Die nächtlichen Blüten sind + glockig-trichterig bis
trichterig, mit relativ derber Röhre, diese ziemlich
dicht beschuppt, um das Ovarium stärkere
Wollbildung, Borstenbekleidung vorhanden bis zur
völligen Reduzierung. Eine ähnliche Reduktionslinie
— z. T. bei nahe verwandten Arten — zeigt die
Frucht: von einem dichten, längeren Stachelkleid
bis zu feinen und kurzen Stacheln; sie öffnet oben
bzw. klappt sie auf, eine Pulpa fehlt, doch sind häufig
die Samenstränge fleischig und enthalten eine pekti-
nöse Substanz. Im übrigen trocknet die Frucht
schnell auf. Bei einigen Arten sind die jungen Areo-
len durch Filzbänder verbunden, die später wieder
verschwinden. Die Samen sind groß und meist
mattschwarz, z. T. auch blank. Beschrieben wurden
7 Arten. — Verbreitung: Mexiko (von
Niederkalifornien und SoRora in Küstennähe südwärts bis
Tehuantepec sowie auf dem Hochland in Guerrero,
Morelos, Puebla und Oaxaca). [©.]
Pachycereus calvus (Eng.) Br. & R.
K. starksäulig, stammbildend; Tr. sehr stark, +
bogig-reifig; Ri. bis ca. 20 und mehr; St.: die zuerst
kräftigere Bestachlung ist in der Blütenzone stark
reduziert, kurz oder fehlend; Ar. zum Scheitel hin
deutlich getrennt; Bl. ausgesprochen trichterig,
weiß; Fr. starkstachlig, oblong, St. rot, oben blaß,
Samenstränge rot, pektinös. — Mexiko
(Niederkalifornien, vom Kap San Lucas nordwärts). (Abb.
294 rechts, 295.)
Pachycereus chrysomallus sensu Br. & R,: Mitro-
cereus lulviceps (Web.) Backbg.
Pachycereus columna-trajani sensu Br. & R.: Hasel-
tonia columna-trajani (Karw.) Backbg.
Pachycereus columna-trajani sensu Daws.: Mitro-
cereus lulviceps (Web.) Backbg.
Pachycereus gaumeri Br. & R.: Anisocereus gau-
meri (Br. & R.) Backbg.
Pachycereus gigas (Backbg.) Backbg.
K. riesige Cereen, einen langen Stamm bildend,
darüber breit verzweigt, ohne nennenswerte
Einschnürung; Stamm bis 1 m 0; Tr. matt graugrün,
seitwärts ausladend und dann parallel und senkrecht
aufsteigend, bis ca. 15 cm 0; Ri. ca. 10, sehr breit,
wenig h.; St. in der Bl.-Zone nicht verändert, derb-
pfriemlich, randständige mäßig lg., 1 mittlerer
dunkel, abgeflacht; Bl. ?; Fr. trocken, dicht länger
bestachelt. — Mexiko (Guerrero, Zopilote Canyon).
Pachycereus grandis Rose
K. riesig, bis über 10 m h., Äste dicht geschlossen
steil-schräg ansteigend, zuweilen etwas abgeschnürt;
Stamm bis Im 0; Tr. stark, blaßgrün, anfangs
reifig gestreift; Ri. 9—11, hoch, etwas scharfkantig;
Rst. 9—10; Mst. 3, der unterste längste bis 6 cm lg.,
338 Pachycereus — Parodia
etwas abgeflacht; St. alle pfriemlich, grau bis weiß,
mit schwarzen Spitzen, in der Bl.-Zone verändert,
nadelig bis borstig; Bl. nur 4 cm lg.; Ov. mit Bst.
und weichen H.; Fr. groß, mit gelben Bst. und
gelbem Filz. — Mexiko (Morelos bei Cuernavaca).
Pachycereus lepidanthus (Eichl.) Br. & R.: Aniso-
cereus lepidanthus (Eichl.) Backbg.
Pachycereus marginatus (DC.) Br. & R.: Marginato-
cereus marginatus (DG.) Backbg.
Pachycereus orcuttii (K. Brand.) Br. & R.
K. von unten verzweigend, bis 3 m h.; Tr. bis
15 cm 0; Ri. 14—18, lcrah.; Ar. 6 mm 0,
hellgrau; Rst. ca. 12—20, ca. 12 mm lg.; Übergangs-St.
ca. 10, 16—24 mm lg., ein oberer oft bis 7 cm lg.;
Mst. 5, vorgestreckt, etwas länger; Bl.
grünlichbraun, ca. 4 cm lg.; Ov. dichtfilzig, mit bis 6 cm lg.
braunen Bst.; Fr. 5cm lg. und 0, trocken, dicht
lang- und dünn-gelbstachlig, St. bis 2,5 cm lg. —
Mexiko (Niederkalifornien, um El Rosario).
Nach neueren Untersuchungen von Reid Moran
eine Naturhybride zwischen Pachycereus pringlei
und Bergerocactus emoryi, die er x Pachgerocereus
orcuttii (K. Brand.) R. Mor. nennt (ein anderer
Bastard des letzteren ist x Myrtgerocactus lind-
sayi R. Moran ; siehe dort).
Pachycereus pecten-aboriginum (Eng.) Br. & R.
K. baumförmig, bis 10 m h., mit einem Stamm bis
2 m lg., 30 cm 0; Tr. steil-schräg aufsteigend, stark;
Ri. 10—11; Ar. schildförmig und zumindest eine
Zeitlang durch ein Filzband verbunden; St. anfangs
8 randständige bis 1 cm lg., pfriemlich, mittlere 1,
seitlich zusammengedrückt, bis 3 cm lg., meist
kürzer, ca. 1 cm lg., im Scheitel alle dunkel, bald
weißgrau und schwarzspitzig, in der Bl.-Zone zu
goldbraunen, bis 2,5 cm lg. Bst.-Büscheln
verändert ; Bl. bis 8,5 cm lg.; R. und Ov. mit längeren
abstehenden Seh., schwarz auftrocknend, Ov.
stärker gelbwollig, z. T. schon mit kleinen Bst.; Pet.
reinweiß; Fr. bis 7,5 cm 0, mit gelbem Filz und
gelben steifen Bst. dicht besetzt, diese bis 6 cm lg.;
S. blank, 6 mm gr. — Mexiko (Sonora bis zum Golf
von Tehuantepec).
Die Frucht wurde früher bei den Indios als
Kammersatz benutzt, daher der Artname „Kamm der
Eingeborenen".
Pachycereus pringlei (S. Wats.) Br. & R. (T.)
K. meist baumförmig, bis 11 m h., mit bis 2 m lg.
und 60 cm dickem Stamm, zuletzt holzig und kahl;
Tr. schräg aufsteigend, sehr stark, bogig-reifig zu
Anfang; Ri. ca. 13; Ar. (besonders die blühbaren)
groß, in der Bl.-Zone zusammenfließend, anfangs
durch ein Filzband verbunden; St. weiß mit
schwarzen Spitzen, schwer trennbar, ca. 20, überwiegend
bis ca. 2 cm lg., kräftig, später zuweilen z. T. bis
12 cm lg., ganz schwarz, in der Bl.-Zone abfallend,
d. h. + fehlend; Bl. glockig-trichterig, bis 8 cm lg.,
weiß; R. und Ov. stärker filzig, ohne auffällige St.;
Fr. länglich-kugelig, mit kurzstachligen Ar. und
etwas Filz; S. mit fleischigen Strängen. — Mexiko
(Sonora bis Nayarit in Küstennähe,
Niederkalifornien und benachbarte Inseln). (Abb. 293, 294
links.)
Auf den Inseln Tortuga, La Catalana usw. gibt es +
stammlose Kurzformen, über die wenig bekannt ist.
Pachycereus queretaroensis (Web.) Br. & R.: Rit-
terocereus queretaroensis (Web.) Backbg.
Pachycereus rufieeps (Web.) Br. & R.: Mitrocereus
rufieeps (Web.) Backbg.
Pachycereus tehüantepecanus MacDoug. & H.
Bravo : Pachycereus pecten-aboriginum (Eng.) Backbg.
Pachycereus tetetzo (Web.) Br. & R.: Neobux-
baumia tetetzo (Web.) Backbg.
Pachycereus weberi (Coult.) Backbg.
K. baumförmig, bis über 10 m h., Stamm bis 1 m
lg.; Tr. in großer Zahl parallel aufsteigend, + bereift,
dunkel-blaugrün, mit regelmäßigen Abschnürungen;
Rst. 6—12, bis 2 cm lg., nadelig; Mst. 1, bis ca.
10 cm lg., abgeflacht, dunkel-rotbraun bis
schwärzlich; Bl. bis 10 cm lg., gelbweiß; Ov. stark wollfilzig;
R. schmal- und dünnschuppig, braun lang behaart;
Fr. oblong, bis 7 cm und mehr lg., so gut wie trocken,
mit kleinen, abfallenden St. — Mexiko (Puebla;
Oaxaca).
Weicht von P. grandis durch eine breite Krone ab,
von P. gigas durch längere einzelne Mst.,
kurzstachlige Fr., andere Epidermisfarbe und stärkere
Tr.-Abschnürung.
Parodia Speg. (108)
Eine Gattung, die zu den schönsten Kugelkakteen
Südamerikas zählt und von der in jüngerer Zeit
zahlreiche Arten gefunden wurden, während man noch
um 1923 nur eine Art kannte. Die Bestachlung der
kugeligen bis z. T. langgestreckten Körper ist
unterschiedlich in Stärke, Form und Farbe, die
Mittelstacheln können ± hakig (z. T.), oben oder ganz
gebogen oder gerade sein. Die Blüten haben eine
kurze Röhre, zierlich beschuppt, ± stark wollig,
nach oben zu ohne oder mit Borsten, teils weiter
herabreichend, teils oben nur ein Kranz; am Ova-
rium ist der Wollbesatz z. T. ± reduziert. Da die
Borsten stark reduziert sein können bis fehlend, liegt
also eine Bekleidungs-Reduktionslinie vor, wie sie
bei chilenischen Arten so nicht auftritt; dies zeigt,
daß ihre Bewertung der Sachlage bei dem jeweiligen
Genus anzupassen ist. Die Samen weisen ebenfalls
starke Unterschiede auf, sie können hell und sehr
fein sein, aber auch größer und schwarz, ein Beweis
dafür — angesichts der guten Geschlossenheit der
Parodia 339
Gattung —‚ daß Samen für die systematische
Ordnung ungeeignet sind. Die Früchte trocknen
dünnhäutig auf, öffnen entweder basal oder zerfallen.
Unterschiedlich ist auch die Gestalt der Rippen; sie
können fortlaufend sein, oder ganz in Warzen
aufgelöst; Zwischenstufen gibt es ebenfalls.
Beschrieben sind bisher 87 Arten mit 31 (—38) Varietäten;
die ca. 14 unbeschriebenen müssen hier wenigstens
mit kurzen Angaben erwähnt werden, da Samen von
ihnen im Handel sind und somit auch schon
Pflanzen in den Sammlungen. — Verbreitung:
Bolivien bis Nordargentinien, Paraguay, Mittel- bis
Südbrasilien.
[P. oder (g). Einige Arten wachsen hervorragend
auf eigenen Wurzeln, P. comosa will z. B. nicht
gepfropft sein, andere Arten sind wurzelecht
empfindlicher, die meisten gepfropft schneller wachsend und
reicher blühend, obwohl das Genus im allgemeinen
schon blühwillig ist].
Nach der Art der Mittelstacheln werden getrennt:
1: Arten mit hakigen Mittelstacheln
2: Arten mit oben + gebogenen Mittelstacheln
3: Arten mit geraden Mittelstacheln
Die Zahl der jeweiligen Artengruppe wird hinter
dem Artnamen zur leichteren Orientierung
genannt. Es gibt auch Pflanzen mit uneinheitlicher
Bestachlung.
Parodia alacriportana Backbg. & Voll (1)
K. einzeln, kugelig bis verlängert, bis 8 cm 0,
dunkelgrün; Bi. ca. 23; Bst. bis ca. 20, bis 8 mm
lg., dünn; Mst. 4—7, bis 7 mm lg. einer bis ca.
1 cm lg.,hakig; St. zuerst weiß, die seitlichen
borstenfein, die mittleren gelb; BI. mittelgroß, gelb. —
Südbrasilien (Rio Grande do Sul, im Gebirge bei
Porto Alegre).
Parodia amambayensis (Werd.) Borg: Parodia pa-
raguayensis Speg.
Parodia atroviridis Backbg. — Descr. Cact. Nov.
III: 10. 1963 (1—2—3)
K. einzeln, dunkelgrün, bis 7 cm h., 6,6 cm 0;
Scheitel filzig; Bi. spiralig stehend, ca. 13, in Hck.
aufgelöst; Ar. ca. 9 cm entfernt; Rst. ca. 10, 5 mm
lg., weiß; Mst. 4, braun, die oberen dünner, ein
unterer 1,3 cm lg., gerade bis oben + hakig; Bl. ca.
2,3 cm lg., 3 cm 0; Pet. gelb, zahlreich, ca. 2,6 mm
br.; Gr. hellgrün. — Nordargentinien (ohne
nähere Standortsangabe; von Fechser gefunden).
(Abb. 296.)
Parodia aureicentra Backbg. (2 [1])
K. kugelig bis gestreckt, bis 15 cm 0, meist in
Gruppen, einzelne z. T. auch + flachrund; Bi. ca.
13—15, leicht in W. geteilt; Ar. anfangs stark
weißwollig; Bst. borstenfein, bis ca. 40, seitlich
verflochten; Mst. derber, 6—10, bis 2—2,5 cm lg.,
einer oder mehrere der vier stärksten gerade bis
Spitze + gebogen oder auch hakig; St.: seitliche
weiß, mittlere heller- bis dunkler-goldbraun; Bl. ca.
4 cm gr., hell blutrot. — Nordargentinien (Salta,
Cachipampa).
Eine stärker im Stachelkleid variierende Art.
Ritter beschrieb zwar eine v. albifusca Ritt., von
obiger Beschreibung kaum abweichend, sowie eine v.
omniaurea Ritt, mit stark hakigen Mst., Bestache-
lung feiner, insgesamt gelblich-bräunlich, nur 22 bis
26 Rst.; es gibt aber auch sehr feinstachlige
Zwischenformen mit weißen Randborsten, St. alle
insgesamt feiner, sowie eine Form mit ca. 18 Rst.,
goldbraun wie die 2,5 cm lg., stark hakigen nur
5 Mst. Die Mst.-Zahl ist ebenso variabel wie Stärke
und Farbe der Rst. oder die der mittleren, auch
besagt die kleinere Bl.-Größe der v. albifusca, bis 4 cm
lg., wenig, da Ritter selbst bei Typus und v.
omniaurea Schwankungen von 4—4,5—5 cm angibt.
Wegen der zahlreichen Übergänge kann man also die
vorigen zwei var. nicht trennen, wohl aber die
stärkere Abweichung der Bl.-Farbe bei
v. lateritia Backbg.: Bl. ziegelrot.
Parodia aureispina Backbg. (1)
K. kugelig, frischgrün, bis 6,5 cm 0; Bi. bis ca. 16
oder mehr, spiralig, in W. aufgelöst; Bst. ca. 40,
borstenfein, weiß; Mst. ca. 6, bis ca. 15 mm lg., +
goldgelb, 4 davon über Kreuz, alle kräftiger, der
unterste hakig, oder auch mehrere; Bl. bis 3 cm 0,
goldgelb; S. winzig, braun. — Nordargentinien
(Salta).
v. elegans Backbg.: Scheitel stärker weißwollig;
St. alle fein und um feinere H.-Bst. vermehrt,
diese bis 2,2 cm lg., ein unterer mittlerer St. aber
deutlich hakig.
Parodia aurihamata Hort. : ist eine mehr goldgelbe
Form der Parodia mutabilis Backbg.
Parodia ayopayana Card. (3)
K. kugelig, bis 8 cm h., 9 cm 0, frischgrün; Bi. ca.
11, 2 cm h. und br., schwach höckrig und etwas
kantig; Ar. weiß; Bst. 10—11, bis 2 cm lg., weiß,
nadelig; Mst. 4, pfriemlich, hellbraun, Fuß verdickt,
gerade, meist 3 cm, einer bis 3,5 cm lg.; BI. 3 cm lg.,
goldgelb; Fr. 1—4 cm lg., weißwollig; S. fein,
bräunlich bis schwarz. — Bolivien (Puente Pilatos).
v. elata Ritt. (FR 746 a) war nur ein Name.
Parodia borealis Ritt. — „Taxon", XIII: 3, 116.
1964 (3)
K. halbkugelig, später verlängert, graugrün, bis
3,7 cm 0; Bi. ca. 13, später auch bis 15, ca. 7 mm
h.; Bst. (wie bei P. comosa), 7—20 mm lg.,
haarfein, weiß oder gelbbraun, die untersten am
kürzesten; Mst. 4, nadelig, bis 2,5 cm lg., steif, meist
dunkelbraun, fast schwarz oder gelbbraun bis grau;
Bl. bis 2 cm lg., goldgelb; Sep. rötlich; B. oben mit
rotbraunen oder schwarzen Bst.; Fr. karmin; S. 0,5
mm gr., taschenförmig. — Bolivien (Prov. Lare-
caja-Munecas, Grenze, in der Rio-Consata-Schlucht,
Dept. La Paz) (FR 120).
340 Parodia
Parodia brasiliensis Speg. (1) ist anscheinend
verschollen. Die Art wurde mit ca. 15 W.-Reihen
beschrieben; Rst. 8—10, dünn weißlich-gelblich, 4—5
mm lg.; Mst. nur 1, bis 1 cm lg., kräftig, braun,
abwärts gekrümmte Spitze; Bl. 2,5 cm lg., weißlich
oder blaßrosa. — Brasilien (Santos).
Parodia brevihamata W. Hge. (1)
K. zierlich-kugelig, 3—4 cm 0, später verlängert,
olivgrün, in der Sonne leicht purpurn getönt; W.
in 22 Reihen, sehr zierlich; Ar. weiß oder gelblich;
Rst. ca. 16, bis 3 mm lg., gelblichweiß; Mst. 4—6,
bis 4 mm lg., Fuß verdickt, gelb, oben braunrot,
einer ganz dunkelrot zu Anfang, herabgebogen,
gehakt; Bl. goldgelb. — Südbrasilien (Rio Grande
do Sul).
Es wurden mir zwei Formen berichtet (Matthes):
Typus der Art mit dunklerem Körper, Ar. kräftiger
wollig, Bl. kürzer und die Pet. breiter wie auch
rundlicher; eine andere Form hat grüneren Körper,
längere Rst., die Bl. größer, die Pet. lockerer und
mehr lanzettlich; bei beiden die Bst. stechend. Die
von mir kultivierte Pflanze ist dunkel, wird leicht
violettgrün, und die Bl. sind locker, ziemlich groß,
die Pet. breit und spitz zulaufend.
Die Art ist also variabel; die Variationsbreite wie
vorstehend angegeben; auch der Ar.-Filz ist etwas
unterschiedlich stark.
Parodia buenekcri Buin. — Succulenta, 41:8, 99
bis 101. 1962 (1—2)
K. kugelig, bis ca. 5 cm h., 6 cm 0, kräftig-grün;
Ri. ca. 20, oben kurzwarzig unterteilt; Ar. +
grauweißlich; Rst. bis ca. 13, 6—23 mm lg., weißlich,
nicht ganz gerade, dünn, + seitlich verflochten;
Mst. 5—6, anfangs fast farblos, dann bräunlich, bis
3 cm lg., Fuß verdickt, Spitze zuerst gerade, dann
auch ± gekrümmt, später einzelne auch deutlich
gehakt; Bl. bis 4 cm lg. und 0, glänzend goldgelb,
reichlich mit dunklen Bst. besetzt; Fr. 8 mm lg.,
wollig und weißborstig; S. 1 mm gr., braunschwarz.
— Südbrasilien (Grenze zwischen Rio Grande do
Sul und Santa Catarina). (Abb. 297.)
Die Art wurde zwar mit höchstens nur gebogenen
Spitzen der Mst. beschrieben, doch sah ich auch
einzelne deutlich gehakte.
Parodia cafayatensis n. nud. Parodia microsperma
v. cafayatensis Backbg.
Parodia camargensis Buin. & Ritt. — Succulenta,
41:2,18—21. 1962 (2—3)
K. einzeln oder sprossend, bis 13 cm 0, 25 cm h.;
Ri. 10—15, stumpflich; Rst. 8—11, 2—4 cm lg.,
untere länger und stärker; Mst. 3—4, 2,5—5 cm lg.;
St. gerade oder + gebogen, alle steif und gelbbraun;
Bl. bis 3,5 cm lg., karmin, braungelb gerandet,
weißlich bis bräunlich behaart; S. schwarz, 1,5 mm
lg. — Bolivien (Süd-Cinti, Cam¾rgo). (FR 86.)
v. camblayana Ritt. (1—2): K. am Scheitel
stärker weiß-wollhaarig; Ar. kleiner; Mst. 7—9,
dünner, die 1—4 untersten stärker, rotbraun, auch
z. T. hakig; Bl. größer, ockergelb, mit oder ohne
rötliche Mittellinie. (FR 724.)
v. castanea Ritt.: Ri. 10—18; St. dünner, ka-
stanien- bis schwarzbraun bzw. schwarz gefärbt;
Rst. 7—9; Mst. 1—4; Bl. und S. etwas kleiner.
(FR 723.)
v. prolifera Ritt.: St. rotbraun; Rst. 6—8; Mst.
1—4; Bl. bis 3 cm lg.; S. etwas kleiner. (FR 726.)
(Abb. 312, oben.)
Parodia camblayana Ritt.: Parodia camargensis
v. camblayana Ritt.
Parodia cardenasii Ritt. — Succulenta, 43: 4, 58.
1964 (3)
Rst. 8—14, weißlich; Mst. 3—5, weiß, Spitze
kastanienbraun; Bl. 3 cm lg., schwefelgelb; R. bis
12 mm lg.; Ov. borstenlos; Sep. mit roter
Mittellinie und Spitze; Pet. 1,5 cm lg., bis 6 mm br.;
Stbf. oben kupfrig-gelb, unten fast weiß. —
Bolivien (Prov. O'Connor, Angosto de Villamontes)
(FR 914).
Die Bschrbg. gibt nach Ritter die Unterschiede
von P. formosa wieder.
Parodia carminata Backbg. (1)
K. länglich-kugelig, stumpf bläulichgrün; W.
spiralig; Rst. ca. 18, borstenfein, weiß, bis 8 mm lg.;
Mst. mehrere, 4 über Kreuz, deutlicher, dunkel- bis
schwärzlichbraun, der unterste hakig; Bl. 2,5 cm 0,
glänzend karminrot. — Nordargentinien (Salta).
Parodia carrerana Card. — „Cactus", 18: 93—94.
1963(3)
K. bis 7 cm h., 10 cm 0, graugrün; Ri. ca. 14, etwas
spiralig, 1 cm h., 1,5 cm br.; Ar. 1 cm entfernt,
6 mm 0, rund, grau; Rst. ca. 17, verflochten,
anliegend, 1,5—3 cm lg.; Mst. 3—4, abstehend, 2,5 bis
3 cm lg.; St. alle weiß, anfangs oben rot; Bl. aus
weißem Wollbüschel, bis 4 cm lg., 2,5 cm 0,
lachsrot; R. 2 cm lg., stachelbeerrot, weißwollig, oben
braunborstig; Pet. schmalspatelig; Stbf. hellgelb,
sehr fein; Gr. gelb; N. gelb. — Bolivien (Chuqui-
saca, Las Carreras-Chaupi Unu, 2300 m).
Weicht von P. tarabucina Card, durch die weißen
St. ab.
Parodia castanea Ritt.: Parodia camargensis v.
castanea Ritt.
Parodia catamarcensis Backbg. (1)
K. kugelig bis länglich; Ri. in W. aufgelöst; Ar.
anfangs stärker weiß-wollig; Rst. ca. 9, borstenfein,
dünn, weiß; Mst. 4, oft ziemlich derb, dunkelrot,
der unterste krallig zum Körper gehakt; Bl.
hellgelb, mittelgroß. — Nordargentinien (Cata-
marca?) (Abb. 298.)
v. rnbrillorens Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
10. 1963: K. schon bald länglich, ca. 3,5 cm 0;
Ri. 21, in spiralige W.-Reihen aufgelöst; Rst. ca.
10, weiß, unter der Lupe etwas
nadelig-pfriemlich; Mst. 1, bis ca. 6 mm lg., abwärts krallig
gehakt, stark zum Körper weisend, anfangs
hellfleischfarben, zuweilen noch 2 gerade, aufwärts
gerichtete, aber selten; St. alle sehr fein rauh; Bl.
rot („erythrantha": Fechser). —
Nordargentinien.
Parodia chaetocarpa Ritt. — Succulenta, 43: 4, 68.
1964 (3)
K. hellgrün, bis ca. 8 cm 0; Ar. 2—4 mm entfernt;
Rst. 10—15, weiß; Mst. 4—7, 8—20 mm lg., blaß-
oder dunkel-braun; Bl. bis 2,5 cm lg., kupfrig-gelb;
R. bis 8 mm lg.; Ov. dicht beborstet; N. ca. 12; S.
etwas größer, weniger glatt. — Bolivien (Prov.
Cordillera, Salinos). (FR 1135.)
Die Bschrbg. gibt nach Ritter die Unterschiede
von P. formosa wieder.
Parodia chrysacanthion (K. Sch.) Backbg. (3)
K. anfangs breitkugelig, im Alter z. T. stärker
verlängert, hellgrün; Ri. ca. 24, in W. aufgelöst,
spiralig; Scheitel später stärker wollig; Ar. weiß; Rst.
borstenfein, zahlreich, stechend, brüchig; Mst. etwas
stärker, 8—10 mm lg., der mittelste bis 2 cm lg.;
St. alle goldgelb; Bl. ziemlich klein,
glockig-trichterig, gelb; S. dunkel bis schwärzlich, klein, aber nicht
sehr fein. — Nordargentinien (Jujuy).
Es gibt auch sehr hellfarben bestachelte Formen:
v. leucocephala Hort.
Parodia cinticnsis Ritt. — Succulenta, 41:9,122.
1962 ([2—] 3)
K. länglich, bis 35 cm h., 10 cm 0, oben wollig; Ri.
18—23, nur anfangs stärker in W. aufgelöst; Ar.
weiß bis bräunlich; Rst. 12—20, dünnadelig, weiß
bis hellbraun, 1,5—3 cm lg.; Mst. schwer trennbar,
der unterste am stärksten, in der Jugend ± oben
gekrümmt, später alle gerade, hellbraun, 2—4 cm
lg.; St. oben noch Zusatz-St., fein, etwas abstehend,
ca. 3; Bl. bis 3,25 cm lg., blutrot, rotbraun bewollt,
unten weißwollig; Fr. blutrot, mit dichter, weißer
Wolle; S. schwarz, 1 mm lg. — Bolivien (Süd-
Cinti, Impora). (FR 85 a.)
Die Bl. ist mehr glockig, wie auch bei P. camargen-
sis (ebenfalls von Süd-Cinti), die an die obige Art
anschließt.
Parodia columnaris Card. (3)
K. kurzsäulig bis etwas keulig, bis 30 cm h., 7 cm 0,
mattgrün; Ri. 12—13, mit leichten
Quereinsenkungen; Ar. anfangs weiß; Rst. 7—8, anliegend,
stechend, nadelig, grau, bis 1,8 cm lg.; Mst. 1, grau,
bis 2 cm lg., etwas abwärts gekrümmt; St. alle
steifborstig; Bl. bis 2 cm lg., 3 cm 0, glockig,
hellgelb, unten weiß-, oben braunwollig und mit
braunen Bst.; Fr. trocken, 4 mm gr., weißhaarig; S.
Parodia 341
glänzend schwarz, klein. — Bolivien (Cocha-
bamba, Angosto de Perez).
Parodia comarapana Card. (3)
K. kugelig, stärker im Boden, bis 5 cm h., 8 cm 0;
Ri. 18—20, höckrig; Ar. weißlich; Rst. 18—23;
Mst. kaum unterschieden, schwer trennbar, aber
3—4 deutlicher, einzelne länger; St. 0,3—2 cm lg.,
alle dünn, gelb mit bräunlicher Spitze; Bl. 2,5 cm
lg., 0,5 cm 0, orangegelb, weiß behaart und unten
mit braunen Bst.; Fr. kugelig, 8 mm 0, trocken,
grünlichweiß, unten rosa; S. schwarzbraun, 1 mm
lg. — Bolivien (N-Comarapa).
v. paucicostata Ritt. — „Taxon", XIII: 3, 117.
1964
K. etwas schlanker, 3—6 cm ø, stark sprossend;
Ri. geringer an Zahl, 12—16; Bl. orange- bis
ockergelb, oben stumpflicher; R. innen gelblich,
außen blaß karmin-rot; Stbb. grüngelb; Ov. rot
beschuppt. — Bolivien (Mataral). (FR 743 a.)
Parodia comata Ritt., unbeschrieben („St. schöpf -
artig, zart; Bl. blutrot bis karmin") (FR 932).
Parodia commutans Ritt. — Succulenta, 43: 2,
22. 1964 ([1—] 2—3)
K. rund, später verlängert, bis 16 cm 0 und 30 cm
lg., mit weißwolligem Scheitel; Ri. 13 (—14),
gerade, kaum gekerbt; Ar. weiß, bis 1,2 cm entfernt;
Rst. anfangs ca. 12, dünn, anliegend, weiß, 5—10
mm lg., später braun- oder goldgelb (auch die
mittleren), 14—16, gerade, 1—3 cm lg.; Mst. zuerst 2—4,
gelbbraun, biegsam, untere 2—5 cm lg., stark
gebogen, oben hakig, im Alter 4 (—6), fast gerade,
pfriemlich, die unteren 4—6 cm lg.; Bl. bis 3,5 cm
lg., gelb bis kupf rig-gelb; R. bis 1,1 cm lg.,
weißwollig, zuweilen gelb- oder braunborstig; Ov.
weißwollig, mit kleinen gelblichen oder rötlichen Sch.;
Pet. bis 16 mm lg., 5 mm br.; Fr. zylindrisch, bis
5 cm lg., blaß-grün, -gelb oder -karmin; S. schwarz,
0,75 mm lg., Nabel weiß. — Bolivien (Grenze Süd-
Cinti und Süd-Chichas, bei Impora). (FR 729.)
Parodia comosa Ritt. — „Cactus" (Paris), 75:21.
1962 (3)
K. verlängert, bis ca. 30 cm h., bis 7 cm 0, mit
wolligem Scheitel; Ri. 8—12, gerundet; Rst. 14 bis
18, sehr dünn, 8—15 mm lg., weiß; Mst. 6—9,
braun, dünn, gerade, bis 2 cm lg.; Bl. bis 2,5 cm lg.,
unten goldgelb, nach oben zu ockergelb, 5—6 mm
0; R. braunwollig; Fr. bis 3 cm lg., rot, weiß wollig;
S. schwarz, 0,6 mm gr. — Bolivien (Grenze von
Süd-Yungas und Loayza, Schlucht des Rio de la
Paz). (FR 111.)
Parodia compressa Ritt. — „Cactus" (Paris), 73—
74: 9. 19Q2 (2—3)
K. verlängert, bis 15 cm h., bis 6 cm 0, stark
sprossend, dunkelgrün; Ri. 14—22, anfangs etwas
warzig, dann stumpflich-schmal, mit Quereinsenkun-
342 Parodia
gen; Ar. weiß; Rst. 6—9, 4—12 mm lg., steif und
kräftig; Mst. 1—4, bis 8 mm lg., ziemlich kräftig;
St. alle grauviolett-rot, gerade oder leicht gebogen;
Bl. bis 3 cm lg, 2 cm 0, blaß-zinnober bis weiß; B.
weißwollig und mit blaßgelben Bst.; Ov.
weißwollig; Fr. zinnober, bewollt; S. glänzend-schwarz,
0,5 mm lg. — Bolivien (Prov. Oropeza, Rio Chico)
(FR 385).
Obige Blütenangaben sind die der französischen
Erstbeschreibung. In Kakt. u. a. Sukk., 6:111.1964,
gibt Ritter an: „äußere Perigonbl. außen karmin,
innen + blasser; innere Perigonbl. einfarbig rein
hellkarmin" (FR 385); „die verwandte P. ocampoi
unterscheidet sich vor allem durch blaß- bis
ockergelbe Bl.-Farbe (niemals rot) (FR 738)". Hinweise,
warum er in der Erstbschrbg. die Bl.-Farbe „blaß-
zinnober bis weiß" nennt, wurden nicht gegeben.
Zuerst wurde die Fr. als „zinnober" bezeichnet,
jetzt als „karmin". Dieser Wechsel sollte zumindest
begründet werden, schon damit man weiß, welche
Art Ritter bei obiger Bl.-Farbenangabe vor Augen
hatte, oder ob es sich früher um einen Irrtum
handelte. Die anderen Angaben stimmen im
allgemeinen überein.
Parodia cruci-albicentra (Fric) Hort.: Parodia ni-
vosa Fric ex Backbg.
Parodia cruci-nigricentra (Fric) Sub. und v. sibalii
Sub. sind Formen der Parodia faustiana Backbg.
mit dunklen bzw. schwarzen St., die Mst. ziemlich
lang und kräftig, schwarz.
Parodia culpinensis Ritt., unbeschrieben (1),
gehört, wie P. camargensis v. camblayana Ritt, und
P. fulvispina Ritt., zum Formenkreis der P. maas-
sii, bei der es auch gerade und sehr hakige St. gibt,
wie auch P. camargensis v. camblayana stark
hakige Mst. haben kann, anscheinend auch in der Farbe
variierend, wenngleich Ritter keine Hakenst.
beschrieb. Angesichts der großen Variationsbreite von
P. maassi und ihres weiten Areals könnten ebenso-
wohl alle zusammengezogen werden, d. h. alle als
var. der letzteren Art. (Farbbild in „Die Cactaceae",
Bd. VI: Abb. 3407.)
P. culpinensis ist nur warzig-höckrig, Rst. ca. 10,
Mst. 3, zwei aufrecht, einer vorgestreckt, ziemlich
lang, hakig, alle dunkel-rotbraun (FR 730).
Parodia dextrohamata Backbg. — Descr. Cact. Nov.
III: 10. 1963 (1)
K. einzeln, bis ca. 5 cm lg., 3,5 cm 0, dunkel
graugrün, Scheitel schwachfilzig; Ri. spiralig stehend,
in kleine Hck. aufgelöst; Ar. 5 mm entfernt, bald
kahl; Rst. ca. 10, etwas rauh, ca. 3—4 mm lg., meist
seitwärts strahlend, sowie 1 auf- und 1 abwärts,
weiß; Mst. meist 1, abwärts geneigt, blaßrot, rechts
herum gehakt, bis 6 mm lg.; BL ca. 2,5 cm lg. ‚ 2 cm
0; Sep. gelb, rückseitig mit roter Linie; Pet. gelb,
spatelig, ca. 3,5 mm br.; Stbf. Gr. und N. weißlich;
R. weißwollig, wenig und blaß beborstet. —
Nordargentinien (ohne näheren Standort; von
Fechser gefunden). (Abb. 299.)
v. stenopetala Backbg. — 1. c.: Rst. 7—10, 2
obere fast mittelständig, bis 4,5 mm lg.; Mst. 1,
rotbraun, bis 6 mm lg.; Bl. 1,5 cm lg., 3,5 cm 0;
Pet. und Sep. goldgelb, schmal, gespitzt, ca. 2,5
mm br.; R. 9 mm lg., weißhaarig, mit einigen
schwärzlichen Bst. (Abb. 300).
Die Mst. sind ebenfalls rechtsherum gehakt, aber
die Blütenbl. wesentlich schmaler als beim Typus
der Art.
Parodia echinus Ritt. — „Taxon", XIII: 3, 117.
1964 (2—3)
K. von P. comosa durch anfangs halbkugelige
Gestalt und später geringere Höhe, bis 25 cm,
abweichend, graugrün; Ri. nur 11—16; Ar. 1—3 mm
entfernt; St. 12—15, 7—20 mm lg., blaßgelb oder
blaß braungelb, niemals weiß, die untersten die
kürzesten; Mst. 4, über Kreuz, gelb- oder
kastanienbraun, gerade oder leicht gebogen, steifnadelig, mit
1—4 etwas dünneren St. untermischt; Bl. bis 2,5 cm
lg., in der Knospe gelblich, später ocker-orange; R.
oben mit braunen oder schwarzen St.; Ov. blaß
gelb oder grünlich; Fr. bis 6 mm gr., rosa; S. 0,8 mm
lg., taschenförmig. — Bolivien (Grenze der Prov.
Murillo und Loayza, Dpt. La Paz, La-Paz-Schlucht)
(FR 747). Gehört zum Formenkreis der P. maassii.
(Abb. 301.)
Parodia elegans Fechs. n. nud.
K. kugelig, sprossend; Ri. warzig unterteilt; St.
weiß, anfangs obere Hälfte rötlich-braun, jeweils
einzelne längere mittlere, an der Spitze gerade bis
krallig gehakt; BL gelb, größer als bei P. ery-
thrantha (Speg.) Backbg. — Nordargentinien
(ohne näheren Standort). Von Fechser gesammelt.
(Abb. 302.)
Parodia erythrantha (Speg.) Backbg. (1)
K. ziemlich kleinkugelig; Ri. in W. aufgelöst,
spiralig; Ar. anfangs weißwollig; Rst. ca. 20,
borstenfein, weiß, kürzer und verflochten; Mst. 4, am Fuß
weiß, oben rötlich, dünn, einer hakig; BL +
ziegelrot, bis 3 cm 0; Stbf. rot. — Nordargentinien
(Salta).
v. thionantha (Speg.) Backbg. n. comb. (Echino-
cactus microspermus v. thionanthus Speg., Cact.
Plat. Tent., 498.1905): K. später etwas länglich,
bis ca. 4 cm 0; Bst. ca. 15, weiß, borstenfein,
verflochten; Mst. (2—) 4, ziemlich dünn, bis 1 cm
lg., Fuß verdickt, unten weißlich oder blaßrot bis
oben, oder ganz rötlich, einer stark gehakt; Bl.
3 cm lg. und 0, reingelb; R. weißwollig und mit
dunklen Bst.; Stbf. gelb. (Abb. 303.)
Parodia escayachensis (Vpl.) Backbg. n. comb.
(Echinocactus escayachensis Vpl., MfK. 26: 125.
1916 (3)
Parodia 343
K. kugelig, bis 12 cm 0, mit bräunlichgelbem
Scheitel; Ri. ca. 15, flach gehöckert; Ar. kurzfilzig; St.
ca. 20, pfriemlich, rund oder etwas abgeflacht,
unten verdickt, ungleich, bis 2 cm lg., mittlere schwer
trennbar, gelblichbraun bis grau, z. T. etwas
gebogen, der längste mittlere bis 4 cm lg.; Bl. 2,5 cm
lg., hell fleisch- bis dunkel-lachsfarben. —
Südbolivien (Tarija, Escayache).
Ritter hält diese Art (Succulenta, 12: 180. 1963)
für ein Synonym von P. maassii v. maassii und
nennt die von Britton und Rose für ihre
Beschreibung zugrunde gelegte Pflanze v. shaferi. Das ist
m. E. nicht berechtigt. Vaupel kannte beide Arten
und bildete die Pflanze, die bei der Erstbeschreibung
Heeses vorlag, in MfK., 25: 45. 1915 ab, von der
Heese selbst 1. c. 19: 128. 1909, sagte, die „Blüte
hat gewisse Ähnlichkeit mit der von Echus. micro-
spermus" (die bekanntlich bis fast orangegelb sein
kann). Die Erstbeschreibung war, wie die Abb.,
unzulänglich. Man kann sich also nur an die Abbildung
Vaupels des Berliner lebenden Materials halten. Da
von der P. maassii kein Typus vorliegt, kann man
keinesfalls ausgerechnet die ziemlich gradstachlige
P. escayachensis, die Vaupel mit „hell fleisch- bis
dunkel-lachsfarbenen Blüten" beschrieb (in
vorstehend zitierter Kenntnis der andersfarbigen Bl.
des Heesematerials) als var. typica der P. maassii
bezeichnen. Ritter hat noch andere nahestehende
Arten dieses Formenkreises als eigene Spezies
beschrieben. Fleischfarbene Bl. hat von allen nur
obige, die ich daher weiter führe; Ritter erwähnt
sonst; nirgends solche Bl.-Farbe, und es erscheint
somit vals zweifelhaft, ob er die obige Art sah.
Parodia laustiana Backbg. (3)
E. einzeln, rundlich, bis 6 cm 0, blaß-grasgrün;
Ri. spiralig, in mäßig große W. aufgelöst; Rst.
borstenfein, ca. 20, glasig-weiß, bis 1 cm lg.,
verflochten; M8t. (3—) 4, viel kräftiger, bis über 2,5 cm lg.,
gerade, braun bis dunkler, steif; Bl. außen
scharlachrot, innen goldgelb. — Nordargentinien (Salta).
v. tenuispina Backbg.: Mst. fein; Bl. rot bis
blutrot.
Pflanzen mit dunklen bis schwärzlichen Mst.
wurden P. cruci-nigricentra (Fric) Sub. und v. sibalii
Sub. genannt, als eigene Art — und angesichts der
Färb-Variationsbreite wahrscheinlich nicht
einmal als gute var., sondern nur Formen — nicht
berechtigt.
Parodia fulvispina Ritt., unbeschrieben (2):
wenig von P. camargensis v. camblayana
unterschieden, mit rötlichbraunen, oben teils ± geraden
bis gebogenen und z. T. + hakig gekrümmten
Mst.; Bl. ?
Parodia fechseri Backbg. — Descr. Cact. Nov.
III: 11.1963 (3)
K. einzeln, länglich, bis ca. 8 cm lg., 4 cm 0, lebhaft
grün; Scheitel weißwollig; Ri. ca. 15, spiralig
stehend, in Hck. aufgelöst; Rst. ca. 9—10, weiß,
verflochten, bis 8 mm lg., einer nach oben gerichtet,
alle borstenfein; Mst. 3—4, biegsam, braun bis rosa,
bis 2 cm lg., vorgestreckt, gerade oder nach
aufwärts gebogen, dünner oder kräftiger; Bl. gelb, ca.
3—3,5 cm lg., 4 cm 0. — Nordargentinien (ohne
nähere Standortsangabe; von Fechser gefunden).
(Abb. 304.)
Parodia formosa Ritt. — Succulenta, 43: 4, 57.
1964 (3)
K. kugelig, bis 8 cm 0, hellgrün, Scheitel kahl; Ri.
13—26, fast ganz in 3—6 mm h. Hck. aufgelöst; Ar.
2—8 mm entfernt, bis 1,5 mm 0, weiß; St. nadelig,
gerade; Rst. 20—30, 3—8 mm lg.; Mst. 6—12, 3 bis
12 mm lg., fuchsbraun; Bl. bis 4 cm lg.,
schwefelgelb; R. bis 1,6 cm lg., weißwollig, oben mit einigen
dünnen Bst.; Ov. ebenso; Pet. bis 1,8 cm lg., 3—6
mm br.; Gr. schwefelgelb; N. blaßgelb; Fr. ungefähr
kugelig; S. 0,5 mm gr., hell kastanienbraun. —
Bolivien (Prov. O'Connor, Margarita) (FR 735).
Parodia fulvispina Ritt. — „Cactus", 17: 76, 54—
55. 1962 (1—2)
K. bis 30 cm lg., bis 12 cm 0, graugrün, Scheitel
weißwollig; Ri. 18—21, stumpflich, leicht
gehöckert; Ar. 2—5 mm 0, 0,5—1,2 cm entfernt; St.
goldgelb bis braunrot, meist braungelb, nicht
vergrauend; Rst. 9—12, 2—4 cm lg.; Mst. 4, 2,5—4 cm
lg., der längste untere bis 5 cm lg.; Bl. ca. 3—3,7 cm
lg.; Pet. karmin, mit braungelbem Rand; R.
weißhaarig mit braunen Bst.; Gr. gelb; Fr. rosa bis
blutrot, bis 1 cm 0; S. 0,6 mm gr., schwarz, schwach
glänzend. — Bolivien (Prov. Mendez, Carrizal)
(FR 727.)
Gehört zum Formenkreis der P. maassii, zumal die
Mst. ± gerade bis ± hakig sind, und könnte auch
als var. derselben angesehen werden,
v. brevihamata Ritt. — 1. c.
Ri. 15—21, weniger hoch und deutlicher höckrig;
St. kürzer und schwächer; Mst. alle gleich lang,
bis 2,5 cm lg.; Bl. blaß ocker, mit rötlicher
Mittellinie; S. glänzender. — Bolivien (Dept. Tarija,
bei Tojo) (FR 727 a).
Parodia fuscato-viridis Backbg. — Descr. Cact. Nov.
III: 11. 1963 ([1—] 2—3)
K. einzeln, kugelig, ca. 4—5 cm 0, bräunlich-grün;
Scheitel schwach filzig; Ri. spiralig stehend, ca. 17,
in kleine, etwas rhombische, weißpunktierte Hck.
aufgelöst; Ar. anfangs schwachwollig, bald kahl;
Rst. 9—10 (—11), ca. 3,8 mm lg., weiß, zuerst
mitunter auch rosa oder bräunlich, oder mit bräunlicher
Spitze, unten gelblich; Mst. meist 1, abwärts
gerichtet, rötlich oder bräunlich, meist an der Spitze
gebogen oder hakig; Bl. 3 cm lg., 3,5—6 cm br., rad-
förmig, mit roten Seh., weiß behaart und mit ca.
1 cm lg. schwarzen, biegsamen Bst.; Pet. 7 mm br.,
gelb; R. ca. 1,8 cm lg.; Stbf. gelb; Gr. weiß; N. 10,
weiß, papillös, 5 mm lg.; S. dunkelbraun, winzig,
344 Parodia
glänzend, mit großem Nabel. —
Nordargentinien (wächst mit P. saint-pieana zusammen; von
Fechser gefunden). (Abb. 305.)
Parodia gibbulosa Ritt., unbeschrieben (2): auch
diese Art steht dem P. maassii-Formenkreis nahe.
Die von mir gesehenen Pflanzen waren bläulichgrün;
Ri. um die Ar. nur warzig-höckrig geschwollen, ca.
14; Rst. ca. 9, strahlend, blaß hornfarben; Mst.
(1—) 4, anfangs dunkel, drei aufgerichtet, einer
wesentlich länger, oben + gekrümmt oder nur
gebogen, auch gradspitzig, später hornfarben; Scheitel
weißwollig; Bl. ziemlich groß, gelb. (FR 736)
(Abb. 306.)
Parodia gigantea Krainz war ein Name bzw. eine
Beschreibung für eine kaum von P. tilcarensis
unterschiedene Pflanze; letztere Spezies war auch die
erste bekanntgewordene der Arten mit später
größerem Wuchs. Die Bestachlung wurde als anfangs
honigbraun beschrieben, die Blüten als korallen-
rosa; beide Merkmale bedeuten keine wesentlichen
Unterschiede. ( S. unter P. tilcarensis .)
Parodia glischrocarpa Ritt., unbeschrieben
(„Rippen hoch, klebriges Fruchtfleisch") (FR 923)
(Abb. 307.)
Parodia gracilis Ritt. — Succulenta, 43: 2, 23.
1964 (1—2)
Unterscheidet sich von P. procera Ritt. : K. kugelig,
später schwach verlängert, 5—10 mm 0; Ri. 13 bis
19, 5—8 mm h., später schwach gehöckert; St.
braun; Rst. 14—22; Mst. 4—10, bei Jungpflanzen
z. T. hakig. — Bolivien (Prov. Mendez, Alto
Espana) (FR 740).
Parodia gummifera Backbg. & Voll (3)
K. einzeln, erhöht-kugelig, bis 10 cm h., 6 cm 0,
graugrün; Ri. ca. 32, anfangs warzig unterteilt,
später schmal herablaufend, oben mit warziger Höcke-
rung; Ar. klein, nur anfangs dick gelbgrau bewollt;
Rst. zwei seitliche kürzer, ein längerer abwärts, bis
5 mm lg., zuweilen oben noch 2 winzige; Mst. 1, +
pfriemlich, gerade, erst hell- dann dunkler-grau,
bräunliche Spitze; Bl. 2 cm lg., 1,5 cm 0,
schwefelgelb; S. klein, mattschwarz. — Brasilien (Minas
Geraes, Serra da Ambrosia).
Parodia gutekunstiana Backbg. (2)
K. später länglich, bis ca. 15 cm lg., 5 cm 0; Ri. 22,
höckrig; Rst. 18—20, bis 7 mm lg., sehr dünn,
anliegend, erst rötlich, dann weißlich; Mst. 4, rötlich,
bis 15 mm lg., der unterste oben nur halb-hakig
gekrümmt; Bl. 3,5 cm lg., ca. 3 cm 0, innen gelb, nach
oben zu orangerötlich, z. T. rötlicher Mittelstreifen;
Pet. locker spreizend; R. und Ov. mit unten weißer,
oben rotbrauner Wolle, Bst. kaum sichtbar. —
Argentinien (?).
Parodia haematantha Y. Ito: Parodia sanguini-
Ilora Fric ex Backbg.
Parodia heteracantha Ritt., unbeschrieben („Zur
P. microsperma-Gruppe; Rst. klein, fein, weiß; Mst.
lang, rotbraun, meist gerade") (FR 926).
Parodia jujuyana Fric ex Subik (1)
K. länglich, bis 12 cm h., 5 cm 0; Ri. 18, schräg
stehend, warzig gehöckert; Rst. 16, grau, blaßbraun
gespitzt; Mst. 4, anfangs braun, dann grau, alle
hakig; Bl. 2 cm 0, rot; Stbf. purpurn; N. gelb. —
Nordargentinien.
Parodia kilianana Backbg. — Descr. Cact Nov. III:
11. 1963 (1—3)
K. einzeln, kugelig, grün, bis 9 cm h., 7 cm 0;
Scheitel weißfilzig; Ri. ca. 21, spiralig stehend, in
ziemlich kleine Hck. aufgelöst; Ar. ca. 5 mm
entfernt, zuerst wollig, bald kahl; St. sehr variabel,
länger oder kürzer, dünner oder stärker, + gerade oder
+ hakig; Rst. meist 7, etwas rauh, im unteren Ar.-
Halbkreis, leicht gebogen oder gerade, ca. 2—6 mm
lg., weiß mit gelblicher Basis, Spitze rötlich; Mst.
4, 3 aufwärts gebogen, bis ca. 1,2 cm lg., der untere
später vorgestreckt oder abwärts geneigt, bis ca.
1,8 cm lg., gerade, oben gebogen oder hakig, rötlich
bis braun, am Grunde heller; Bl. ca. 2,5 cm lg. und
0, orange- bis ziegelrot; Stbf. rot. —
Nordargentinien (Quebrada del Toro; von Rausch
gefunden). (Abb. 308.)
Parodia maassii (Keese) Berg. (1—3)
K. kugelig bis gestreckt, bis 15 cm 0, frischgrün,
im Scheitel weiß wollig; Ri. 13—21, spiralig, oben
etwas gehöckert; Ar. anfangs weißwollig; Rst. 8—10
(—15), 5—10 mm lg., bei sehr langstachligen
Formen auch bis 3 cm lg., anfangs ± honiggelb,
später heller; Mst. 4, viel kräftiger, der unterste bis
über 3 (—7) cm lg., abstehend, gewunden und oben
± gekrümmt bis hakig, hellbraun bis blasser, Fuß
stärker als bei den Rst. verdickt; Bl. kupfrig gelb-
rot, mäßig groß; Fr. trocken; S. mattschwarz. —
Südliches Bolivien bis Nordargentinien,
v. albescens Ritt. — Succulenta, 12: 179. 1963
St. blaßbraun, bald grau; Rst. 10—14, 2—3 cm
lg.; Mst. 4, der unterste 4—6 cm lg., anfangs
gehakt, später gebogen. — Bolivien (Süd-Cinti,
zwischen Puente San Pedro und Culpina) (FR
46 d)
v. atroviridis Backbg. war ein Name für eine sehr
dunkelgrüne Form mit stark gebogenen langen
St. Der Typus der Art variiert mit z. T. sehr
langen Mittelstacheln.
v. auricolor Ritt, ist unbeschrieben: W. längere
Zeit bestehen bleibend, wenig basal zu Rippen
vereint, spiralig stehend; St. zuerst alle
goldbraun, dichter und feiner, mittlere bis 2 cm lg.,
z. T. hakig gekrümmt (auf Sämlingspflanzen be-
Parodia 345
zogen). Jungpflanzen schon bald länglich
werdend; eine schöne var.
v. carminatiflora Ritt. — Succulenta, 42:12,
179. 1963
St. gelb- bis rotbraun; Rst. 15—18, 3—4 cm lg.;
der untere Mst. 4—6 cm lg., anfangs hakig, später
gebogen; Bl. dunkelkarmin. —
Nordargentinien (Salta, südlich Tres Moros) (FR 46c)
v. intermedia Ritt. —1. c.
St. braun, rotbraun oder grauschwarz; Rst. 11 bis
16, 2—4 cm lg.; Mst. der unterste wenig
gekrümmt; Bl. blutrot. — Bolivien (Mendez, Cie-
neguillas) (FR 46e).
v.rcctispina Backbg. — C.&S.J. (US)XXIII:
3, 84. 1951
St. alle gerade; Bl. mehr rot. — Bolivien (von
Ritter bei Betanzos, Prov. Saavedra, gesammelt,
von mir östlich Tupiza) (FR 46g).
v.shaferi Ritt. — Succulenta, 42:12, 179. 1963
Ri. 10—15; Rst. 8—12, 2—3 cm lg; Mst. der
unterste 4—7 cm lg. — Nordargentinien (Jujuy,
La Quiaca) (FR 46). Ist eher P. maassii v.
maassii.
Siehe hierzu auch unter Parodia escayachensis.
Parodia mairanana Card. (1)
K. breitrund, bis über 5 cm 0, oliv-graugrün; Ri.
13—14, kaum höckrig, bald bis hochseitlich
sprossend; Ar. hell bräunlich weiß; Rst. 9—14, ±
anliegend, 3—12 mm lg.; Mst. 1 (später auch bis 3),
oben und / oder im ganzen + gebogen, bis fast ganz
hakig, bis 2 cm lg.; St. alle zuerst hellbräunlich, Rst.
bald weißlich, mittlere hornfarben, etwas stärker;
Bl. bis 3,5 cm 0, 1—2 cm lg., orange-goldgelb,
weißhaarig; Pet. z. T. mit feiner, rötlicher
Mittellinie, schwach rot gespitzt; Ov. lachsfarben behaart;
R. z.T. rötlich; Fr. bräunlichrot, weißhaarig; S.
1 mm gr., dunkelbraun. Neigt zu reicherem
Sprossen.
Eine sehr blühwillige und ziemlich variable Art,
d.h. es gibt Übergänge zu der dunkler grünen,
dunkel bestachelten var. (oft auch die Blütenfarbe
dunkler); sie mußte zur Unterscheidung der
typischen Abänderung abgetrennt werden. Angaben
über Bl.-Borsten macht Cardenas beim Typus der
Art nicht; es treten aber einzelne dunkle Bst. am
R.-Oberteil auf. Die Knospen sind hellbraun
behaart.
v. atra Backbg. — Descr. Cact. Nov. III: 11.
1963: K. glänzend tief-dunkelgrün; Ri. ca. 13;
Ar. hell schmutzigweiß, Filz länger verbleibend;
Rst. ca. 8—9, dünn, bis ca. 5—6 mm lg.; Mst. 1,
bis ca. 8 mm lg., + stark verbogen und oben +
gekrümmt bis ganz rund gebogen; St. alle anfangs
(grau) schwarz, bald heller, mittlere bis schwach
rötlich-grauschwarz oder bleich hornfarben; Bl.
ca. 2,2 cm lg., 2—3 cm 0, orangegelb, + glockig,
trichterig, oben ringsum mit dunklen,
aufgerichteten Bst.; Pet. ohne Mittellinie, kräftig rot
gespitzt; N. ca. 12; Knospen anfangs dicht
fuchsbraun behaart. — Ostbolivien. (Typ und var.
von Cardenas stammend; Vorkommen: Prov.
Florida, Dept. Santa Cruz, Mairana, 1500 m.)
(Abb. 309, oben.)
Parodia maxima Ritt. — Succulenta, 43: 2, 23.
1964(2)
Unterscheidet sich von P. commutans: K. bis 23 cm
0; Ri. 13—20, gerade oder etwas spiralig
herablaufend; Ar. 1—7 mm entfernt; Mst. bei jungen
Pflanzen stark gekrümmt, aber oben weniger hakig;
St. an älteren Exemplaren blaßbraun bis fast weiß,
randständige 18—28, 1,5—5 cm lg., mittlere etwas
gebogen, untere 5—11 (—14) cm lg.; Bl. 3,2—4 cm
lg.; Ov. mit weißen Seh.; R. borstenlos, bis 1,5 cm
lg.; Fr. karmin. — Bolivien (Prov. Mendez, Dept.
Tarija, Cieneguillas) (FR 87).
Da die Pet.-Maße innerhalb derer von P.
commutans liegen, werden sie nicht erwähnt.
Parodia microsperma (Web.) Speg. (1) (T.)
K. kugelig, wenig sprossend, später bis 20 cm h., bis
10 cm 0; Ri. in W. geteilt, ca. 15—20; Rst. 11—25,
dünn, weiß, bis 6 mm lg.; Mst. 3—4, rot bis braun,
stärker bis fast pfriemlich, bis ca. 1 cm lg.; Bl. gelb,
bis 4 cm 0; S. 0,5 mm gr. — Nordargentinien
(Tucuman).
v. brunispina Hort, ist höchstens eine Form,
v. cafayatensis Backbg. n. v.
Differt a typo tuberculis magis cohaerentibus;
flore aliquid longiore, puro colore flavo, foliis
perigonii exterioribus flavis
Ri. mit mehr zusammenhängenden Wz.; St.
anfangs dunkler, die feinen drei obersten Mst.
zuweilen schwach ausgebildet, die Rst. oben leicht
rotbräunlich getönt; Rst. ca. 8—12; Sep. gelb,
höchstens mit rötlichem Mittelstreif; Pet. rein
gelb; Bl.-Länge 4 cm, 0 3 cm; Schlund und Stbf.
rein gelb. — Nordargentinien (bei Cafayate).
(Abb. 310.)
Vor allem durch die deutlicher ausgebildeten Ri.
und die rein gelbe Bl.-Farbe unterschieden. Der
Formenkreis der P. microsperma ist ziemlich groß
bzw. das Gesamtareal ziemlich weit. Ritter gab
den einzelnen Formen (bisher unbeschriebene)
Namen.
v. macrancistra (K. Sch.) Borg: Hakige Mst. viel
länger, bis 5 cm lg.
Parodia microthele Backbg. (3)
K. kugelig bis gestreckt, grün, bis 6 cm h., 4,5 cm
0; W. statt Rippen, sehr zierlich; St. alle
borstenfein, kurz, nur bis 5 mm lg., gelblich- bis bräunlich-
weiß zu Anfang, vermischt mit weißen Bst.-St.,
später alle weißlich; Bl. glänzend rotorange. —
Argentinien.
Ging in den Sammlungen oft als P. microsperma.
346 Parodia
Parodia miguillensis Card. — C. & S. J. [US],
XXXIII: 4, 109. 1961(3)
K. einzeln, etwas keulig, blaßgrün, 6 cm lg., 4 cm
0; Ri. 13, ziemlich scharf gratig; Ar. blaßbraun;
St. 16—20, 2—10 mm lg., nadelig, gelbweiß bis
blaßbraun, mittlere nicht trennbar, aber einige
etwas kräftiger und länger, abstehend spreizend; Bl.
18 mm lg., 7 mm 0, glockig, blaßgelb, innen weiß;
R. braunhaarig mit braunen Bst.; Ov. weißhaarig;
Fr. ? — Bolivien (Süd-Yungas, Miguilla-La Pla-
zuela).
Parodia minuta Ritt., unbeschrieben („Kleine
Art"). (FR 737.)
Parodia multicostata Ritt., unbeschrieben („ca. 20
gedrängte Rippen"). (FR 733.)
Parodia mutabilis Backbg. (1)
K. kugelig, bis 8 cm und mehr gr. und 0; Ri. in
spiralige W. aufgelöst; Rst. borstenfein, ca. 50,
weiß; Mst. 4, kräftig, bis 1,2 cm lg., einer hakig, rot-
bis orange-braun; Bl. hell- bis goldgelb, groß, bis
etwas über 3 cm 0, Schlund weiß oder rötlich; S.
sehr fein, braun. — Nordargentinien (Salta).
v. carneospina Backbg.: W. gröber; Scheitel stark
weißwollig; Rst. borstig, bis über 50; Mst. hell
bräunlich-fleischfarben, Spitze oft dunkler,
v. elegans Backbg.: W. zierlicher; Mst. feiner,
v. ferruginea Backbg.: Mst. rostbraun.
Parodia nivosa Fric ex Backbg. (3)
K. kugelig bis länglich, bis 15 cm h., 8 cm 0; Ri.
in kegelige W. aufgelöst, hellgrün; Ar. anfangs dicht
weiß wollig; Rst. borstenfein, zahlreich, schneeweiß;
Mst. 4, derber, gerade, schneeweiß, einer meist am
Fuß dunkler; Bl. bis 5 cm 0, feuerrot. — Nord-
argentinien (Salta). Die Art soll auch mit gelben
Bl. abändern.
v. cruci-albicentra (Fric) Buin. ist eine mehr
grauweiße Form.
Parodia obtusa Ritt. — Succulenta, 43: 3 44.
1964 (1)
K. bis 80 cm h., 8—17 cm ø, mit weißem Scheitel;
Ri. 13—21, 1—2 cm h., stumpf warzig; Ar. bis
1 cm lg., weiß, 1—1,5 cm entfernt; St. blaßgelb oder
-braun, pfriemlich; Rst. 6—9, 2—6 cm lg.; Mst.
1—3, 4—7 cm lg., anfangs 1, krallig; Bl. bis 3,7 cm
lg., schwefel- bis goldgelb, bis 5 mm br,; R.
borstenlos, weißwollig; S. 0,7 mm gr., grünlich. —
Bolivien (Nord-Chichas, Cotagaita) (FR 1125).
Parodia ocampoi Card. (3)
K. kurzzylindrisch, bis 7 cm h., 6 cm 0,
dunkelgrün, sprossend, Polster bis 40 cm br. bildend; Ri.
ca. 17, scharfkantig; Ar. grau; Rst. 8—9, 1 cm lg.;
Mst. 1, nur bis 5 mm lg.; St. alle anfangs rötlich bis
hellbraun, später horngrau; Bl. ca. 3 cm lg.,
goldgelb; R. weiß- und braunhaarig. — Bolivien (Co-
chabamba, Puente Arce). (FR 738.)
v. compressa Ritt, ist ein Katalogname: s. P.
compressa Ritt.
Parodia otaviana Card. — „Cactus", 18: 95. 1963
(3)
K. bis 6 mm h., 12 cm 0; Ri. 13, 2 cm h. und br.;
Ar. 1 cm entfernt, elliptisch, grau, 8 mm lg., oben
kremfarben; St. 9—15, bis 1,5—3,5 cm lg., weiß,
unten verdickt; Mst. nicht immer vorhanden, z.T.
1—3; Bl. aus weißem Wollbüschel, wenige,
orangegelb, 3 cm lg., 2 cm 0; R. gelblichrot, weiß- und
braunhaarig; Stbf. hellgelb; Gr. hellgelb; N. 8,
weißgelb. — Bolivien (Potosi, Pampa de Otavi, 3400m).
Parodia otuyensis Ritt. — „Cactus", 17: 76, 52—
53. 1962 (1)
K. einzeln, selten sprossend, flach halbrund, bis
11 cm 0, Scheitel schwachwollig, graugrün; Wz.
kurz, fleischig; Ri. bei jüngeren Pflanzen in ca.
7 mm gr. rundliche Hck. zerteilt, später kaum noch
so, flacher, ± spiralig, 13—20, 7—10 mm h.; Ar.
rund, weiß; St. braun bis schwärzlich, vergrauend;
Rst. 7—9, anfangs gleich lang, bis 1 cm lg., z. T.
etwas gebogen, der obere später bis 2,5 cm lg.;
Mst. 1, kräftiger, 1,5—2,5 cm lg., gehakt; Bl. bis
2,7 cm lg., bis 3 cm 0, karmin, mit violettem oder
braungelbem Pet.-Saum; R. innen und außen rot,
braunwollig, mit einigen schwärzlichen Bst.; Gr.
gelblich; Stbf. weiß, oben rötlich; Fr. rund, bis
6 mm 0, unten rot, oben grün; S. 1,25 mm lg.,
mattschwarz. — Bolivien (Prov. Saavedra, Dept.
Potosf, bei Otuyo) (FR 913) (Abb. 309, unten).
Eine P. sotomayorensis Ritt, soll ihr sehr nahe-
stehen. Sie wurde bisher nicht publiziert.
Parodia paragnayensis Speg. (1)
K. kugelig, einzeln oder sprossend, bis 4,5 cm 0,
tief sitzend, graubraun-erdfarben; Ri. 8—12, in
Hck. aufgelöst; Ar. anfangs nur schwach wollig;
Rst. 5, 5—10 mm lg., teilweise abwärts gebogen;
Mst. 1, viel stärker, bis 2 cm lg., hakig; St. anfangs
aschgrau, schuppig, später mehr honigfarben; Bl.
bis 2,5 cm lg., goldgelb, rostfarben bewollt und
beborstet. — Paraguay (Sierra de Amambay).
Parodia penicillata Fechs. & v. d. Steeg (3)
K. bis 12 cm 0, später bis 70 cm lg., frischgrün; Ri.
17, spiralig, in W. aufgelöst; Ar. deutlich wollig;
Rst. ca. 40, dünn, anliegend; Übergangs-St. ca. 8;
Mst. schwer trennbar, aber ca. 15—20 mittlere, sehr
dünne, einzelne etwas länger, 4—5 cm lg.; St. gelb
bis gelbweiß oder z. T. auch fast farblos; Bl. ziemlich
klein, etwas glockig, rot. — Argentinien (Salta,
Cafayate). (Abb. 311.) Wächst oft hängend (s.
Nachtrag).
Parodia pluricentralis Backbg. n. sp., n. subn. (1)
K. etwas gestreckt rund, ± blaugrau-grün; Ri. ca.
20, in W. aufgelöst, diese in spiraligen Reihen; Rst.
Parodia 347
ca. 12, weiß, sehr dünn; Mst. bis ca. 7, bis 12 mm lg.,
einer ± abwärts gehakt, alle rotbraun (anfangs
auch die Rst.); Bl. ? — Nordargentinien (von
Fechser gefunden; Uhlig-No. U 2201).
Parodia procera Ritt. — „Taxon", XIII: 3, 117.
1964 (1—2)
K. von P. camargensis durch geringeren
Durchmesser, 3—5 cm 0, und im Alter größerer Länge,
30 (—50) cm, abweichend, Scheitel weißwollig; Ri.
(10—) 13, 7—12 mm h.; Ar. 2,5—5 mm entfernt;
Rst. ca. 7—9, 7—15 mm lg., haarfein, weiß, Spitze
mitunter braun; Mst. 4, über Kreuz, 1,5—2 cm lg.,
kastanienbraun oder heller, der unterste mitunter
hakig; Bl. bis 3 cm lg., zitronengelb; Pet. an der
Spitze ockergelb; R. blaßgrün, unten weißhaarig,
oben mit braunen H. und braunen Bst.; Fr. bis
8 mm 0, lang weißwollig; S. 0,5 mm lg., 1,3 mm
(„Taxon": 13 mm, ein Druckfehler) br., halb
glänzend, mit weißem N. — Bolivien (Dept. Chuqui-
saca, Prov. Süd-Cinti, Mündungsgebiet des Rio
Challamarca) (FR 742).
Parodia prolifera Ritt., unbeschrieben („Derbe,
sprossende, polsterbildende Pflanzen; St. stark,
hell") (FR 723) (Abb. 312 oben).
Parodia pseudostuemeri Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 11. 1963 (2—3)
K. einzeln, blaugrün, zuerst halbkugelig, später bis
25 cm h., ca. 12 cm 0; Scheitel
schmutzigweiß-filzig; Ri. ca. 21, zusammenfließend, zwischen den Ar.
eingeengt; Ar. ca. 1 cm entfernt, erst filzig, bald
kahl; Rst. 25—35, leicht verflochten, grauweiß, bis
8 mm lg., borstenfein, biegsam, gerade oder gebogen,
z. T. etwas abstehend; Mst. 4, über Kreuz, besonders
charakteristisch durch anfangs violettgraue Farbe,
später dunkler, mit dunkler verdickter Basis, ca.
11 mm lg., nadelig, sowie durch 3 (—4) Nebenst. im
oberen Ar.-Teil, aufgerichtet, grauweiß, Spitze
dunkel, Basis schwärzlich; Bl. 2,5 cm lg., 2,5 cm 0, rot.
— Nordargentinien (Molle Punco; durch Frau
Muhr gefunden.) (Abb. 312, unten.)
Parodia purpureo-aurea Ritt. — Succulenta, 43: 4,
57.1964. (3)
K. + graugrün; Wz. etwas rübig; Ar. 2—3 mm gr.,
weiß- oder braun wollig; Rst. 10—18, weiß; Mst. 4
bis 7, 4—25 mm lg.; Bl. bis 2,8 cm lg., goldgelb; R.
bis 1 cm lg.; Pet. bis 1,5 cm lg., bis 4 mm br.; Sep.
rotspitzig; Stbf. bräunlich-zinnober. — Bolivien
(östl. Prov. O'Connor) (FR 1134).
Die Beschrbg. gibt nach Ritter die Unterschiede
von P. formosa wieder.
Parodia rauschii Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
11. 1963 (1)
K. einzeln, grün, bis 25 cm lg., 15 cm 0; Scheitel
weißwollig und von St. bedeckt; Ri. ca. 13,
zusammenfließend, aber zwischen den Ar. eingeengt,
etwas spiralig stehend; Rst. dünn, ca. 25, weißlich
oder gelblich, 1—1,2 cm lg.; Mst. besonders
charakteristisch durch 6 an der Zahl, kräftiger, 3 davon
aufgerichtet, gerade, 2 seitlich abstehend, bis ca.
.2,2 cm lg., leicht gebogen, gelb bis goldgelb, 1
längster abwärts gerichtet, hakig, bis (3—) 10 cm lg.,
+ gelb; Bl. orangerot bis rot. —
Nordargentinien (Salta, Quebrada del Toro; von Rausch
gefunden). (Abb. 313.)
Unterscheidet sich von P. aureicentra durch
größeren bzw. längeren K., geringere Zahl der Rst.,
unterer Mittelst, hakig und viel länger.
Parodia rigida Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
11. 1963 (2)
K. kugelig bis länglich, kräftig-grün, bis ca. 4,5 cm
h., 4,5 cm 0; Ri. ca. 16—20, stark warzig geteilt,
basal zusammenhängend, Scheitel mäßig-wollig;
Rst. 7—9, seitlich und abwärts, dünnpfriemlich, bis
ca. 5 mm lg.; Mst. 3—4, anfangs blaßrosa bis
rotbräunlich, kräftig-pfriemlich, etwas rauh, 2—3
aufrecht, gerade, 1 stark abwärts, bis 8 mm lg., oben
unvollkommen hakig gekrümmt; Bl. ca. 2 cm lg.
und 0, reingelb, weiß behaart, mit schwärzlichen
Bst. — Nordargentinien (Talomban). No. Ue
1000 der Sammlung Uebelmann. (Abb. 314 lks.)
Parodia rigidispina Krainz (3)
K. später etwas länglich-kugelig, ca. 5 cm 0, matt
graugrün; Scheitel weißwollig; Ri. 20—21, in W.
aufgelöst; Rst. 10—11, ca. 5 mm lg., dünn,
glasigweiß, hartborstig; Mst. 4, über Kreuz, hell
fleischfarben, Spitze dunkel, etwas grau schimmernd, 4 bis
7 mm lg., der unterste oft nur 4 mm lg., steif dünn-
nadelig; Bl. 3,7 cm lg., glänzend hellgelb, mit
Jodoformduft; Fr. kleinkugelig; S. winzig, glänzend
braun. — Nordargentinien.
v. major Krainz, unbeschrieben: St. kräftiger,
braunrot.
Parodia rigidissima (Fric) Y. Ito: Parodia
rigidispina Krainz;. .v. rubriflora (Fric) Y. Ito basiert
auf einem unbeschriebenen Namen von Fric und
ist undefinierbar.
Parodia riojensis Ritt., unbeschrieben (P. micro-
sperma-Gruppe: ‚‚St. zart, rosaweiß") (FR 917).
Parodia ritteri Buin. (3)
K. im Alter säulig, bis 50 cm h., 10 cm 0, einzeln,
grasgrün; Ri. 15—21, anfangs in warzige Hck.
zerteilt, später weniger, stumpf lieh; Ar. weiß bis
bräunlich; Rst. 10—14, 1,5—4 cm lg., halb
aufgerichtet; Mst. zuerst 1, später bis 4, so lang wie
die Rst. und von diesen wenig unterschieden, später
oben + leicht gebogen; St. anfangs rosa mit weißer
Basis, dann weiß mit roten Punkten; Bl. bis 3,25 cm
lg., blut- bis ¾räunlich-rot, Rand gelblich; Ov. rot,
weißhaarig; Fr. karmin, weißwollig; S. schwarz. —
Bolivien (Tanja, El Puente).
23 Kakteenlexikon
348 Parodia
v. cintiensis Ritt., n. nud., wurde später als
P. cintiensis beschrieben.
v. hamata Ritt. (FR 85 b) ist bisher
unbeschrieben.
Parodia roseoalba Ritt. — Succulenta, 43: 2, 23.
1964 (3)
Unterscheidet sich von P. ritteri Buin.: K. kürzer,
10—15 cm 0; Ri. 13—19, 10—15 mm h.; Ar.
5—10 mm entfernt; St. 3—7 cm lg., rosa, bräunlich
oder blaßgelb; Rst. 9—11; Bl. gelb; R. 11—15 mm
lg., unten weiß, nach oben zu dicht weißwollig,
fuchsrot bis braun, mit einigen dunkelbraunen Bst.;
S. 1,5 mm gr., bzw. 1 mm br. — Bolivien (Prov.
Nord-Chichas, Dept. Potosi, am Weg Cotagaita-
Tupiza) (FR 728).
Parodia rubellihamata Backbg. — Descr. Cact. Nov.
III: 11. 1963 (1)
K. dem der P. sanagasta ähnlich, aber ohne wolligen
Scheitel; Ri. nur zum Scheitel hin warzig geteilt,
später mehr zusammenfließend; Ar. ca. 3 mm lg.,
weißwollig; Rst. ca. 10, ausgespreizt, zuerst weiß,
Spitze + rötlich, bis ca. 1 cm lg.; Mst. rötlich, bis
1,3 cm lg., insgesamt 4, 3 davon aufwärts spreizend,
1 vorgestreckt, hakig, rötlich; Bl. sattrot. —
Nordargentinien (Sanagasta?; von Fechser
gefunden). (Abb. 314 rechts.) Wahrscheinlich identisch
mit der unbeschriebenen Parodia rubellihamata
Ritt. (FR 919), mit v. chlorocarpa Ritt. (FR 921)
und v. paucicostata Ritt. (FR 920).
v. aureiflora Backbg. n. v.
Differt aculeis radialibus ca. 12^-14, ad 1 cm
longis, albis, distantibus; aculeis centralibus (2—3)
—4, 1,2—1,6 cm longis, aliquid crassioribus scd
sane tenuibus, uno hamato; aculeis minutissime
asperis; flore ca. 2,7 cm longo, 3—3,5 cm 0,
aureo; tubo rubello, pilis canis, saetis nigris in
summo parte, squamis rubellis; filamentis car-
mineis; stylo stigmatibusque lacteis.
K. wie beim Typus der Art; Ri. ca. 17,
durchlaufend, schwach höckrig; Rst. 12—14, bis 1 cm
lg., weiß, abstehend; Mst. (2—3) —4,1,2—1,6 cm
lg., etwas stärker, aber doch relativ dünn, einer
hakig; St. alle sehr fein rauh; Bl. ca. 2,7 cm lg.,
3—3,5 cm ø, goldgelb; R. rötlich, mit grauen H.,
schwarzen Bst. im Oberteil, Seh. rötlich; Stbf.
karmin; Gr. und 10 N. kremfarben. — Aus dem
Import des Typus der Art U. 2010 (Uhlig), von
Fechser gefunden.
Parodia rubida Ritt. — Succulenta, 43: 3, 43.1964
(2)
K. etwas länglich-rund, kräftiggrün, bis 10—16 cm
0, mit weißem Scheitel; Ri. meistens 13, bis 2 cm h.,
mit zierlicheren W.; Ar. weiß; Rst. ca. 12—16,
2—5 cm lg., dünn, fast weiß; Mst. 3—6, der unterste
bis 3—7 cm lg., anfangs oben stark gekrümmt,
später mehr gebogen, braunschwarz, dann blaß
bräunlich-rötlich, zuletzt weißlich; Bl. mit in der Mitte
karminfarbenen, am Rande braungelben Pet., diese
2—4mm br.; R. bis 1,5 cm lg., hellwollig, oft
borstenlos; Ov. und Fr. weißwollig. — Bolivien
(Süd-Cinti, La Torre) (FR 725).
Parodia rubistaminea Ritt. (1), unbeschrieben (P.
microsperma-Gruppe: „Ri. in Hck. aufgelöst, 1 bis
mehrere feine Hakenst.; Bl. gelb mit roten Stbf.").
(FR 924.)
Parodia rubricentra Backbg. (3)
K. zuerst breitkugelig, später länglich; Ri. ca. 16,
spiralig, in halber Höhe in Hck. aufgelöst; Rst.
borstenfein, zahlreich, weiß und länger; Mst.
mehrere, steifer, biegsam elastisch, oft leicht gekrümmt,
Spitze rosa, im Scheitel dicht stehend und ein rotes
Zentrum bildend; Bl. blaß kupferorange. —
Nordargentinien (Salta).
Parodia rubriflora Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
12. 1963 (1)
K. breitrund, bis ca. 6,6 cm 0, ca. 3 cm h., blatt-
grün; Ri. ca. 19 spiralige W.-Reihen, W. ca. 5 mm
br.; Ar. anfangs grauweiß-filzig, später in der Mitte
oder nach unten auch bräunlich; Rst. bis ca. 20,
borstenfein, weiß, bis 6 mm lg.; Mst. 4, über Kreuz,
1 hakig, kräftig-nadelig, bis 12 mm lg., anfangs
dunkel-rotbraun, später heller, oben rötlich, unten
z. T. + gelblich-rötlich oder heller, ferner bis 3
weitere Mst. über den 4 eigentlichen, von denen der
unterste hakig ist, die oberen Mst. zum Scheitel
aufgerichtet, etwas kräftiger als die Rst., weiß mit
blaß-bräunlicher Spitze oder solchem Oberteil; Bl.
feuerrot, mit leichtem Goldschimmer, ca. 1,5 cm
lg., 3,3 cm 0; Stbf. karmin; Gr. weißlich; N. ca. 12,
oben z. T. etwas gespalten, 3,5 mm lg., weißlich. —
Nordargentinien. (Abb. 315.)
Die Bl. sind kürzer und schmaler als bei P. sanguini-
flora, die auch keine zusätzlichen Mst. hat.
Parodia rubriflora Fric in Neue u. seit. Sukk., 8.
1947, war nur ein Name.
Parodia rubrifuscata Ritt. ? (2), unbeschrieben. Ich
sah Pflanzen: K. kugelig, dunkelgrün; Scheitel
weißwollig; Ri. in großkonische W. gegliedert; Ar.
schnell verkahlend; Rst. 9—10, strahlend, selten
einer aufwärts weisend, weiß, z. T. leicht verbogen;
Mst. 4, viel länger, anfangs dunkelbraun, bald
hellbraun, darauf hornfarben, z. T. zum Ende hin etwas
dunkler, alle abstehend, Fuß verdickt, der mittlere
mehr aufwärts, der untere mehr abwärts verbogen
und teilweise wieder aufbiegend oder doppelt
gebogen, am Ende aber nicht gekrümmt, sondern
höchstens mitunter bogig kurz geschwungen; Bl. ?
(Abb. 316).
Parodia rubrihamata Y. Ito ist anscheinend nur
ein Name.
Parodia rubrispina und v. intermedia Hort, sind
nur Namen.
Parodia 349
Parodia saint-pieana Backbg. (3)
K. gedrückt-kugelig, gepfropft stärker länglich und
stark sprossend, bis 6 cm 0; Ri. in zierlichere W.
aufgelöst, blattgrün; St. ca. 17, mittlere wenig
deutlich geschieden, anfangs büschelig aufgerichtet, dann
mehr strahlend, ein etwas kräftigerer meist
vorgestreckt, alle bräunlich mit zuerst gelbem Fuß; Bl.
2,5 cm lg., gelb; Fr. rundlich. — Nordargentinien
(Jujuy).
Parodia sanagasta (Fric) Wgt. (1—2)
K. kugelig, bis ca. 5 cm 0; Ri. 15, spiralig, in W.
zerlegt; Ar. anfangs starkwollig, nach 2 Jahren ver-
kahlend, bis 4 mm 0; Scheitel weißwollig; Rst.
7—9 (—10—11, aber selten), weiß oder schwach rosa,
4—8 mm lg.; Mst. 4, 1 gehakt, ± rot (blut- bis
rubinrot), bis 1,5 cm lg., später, oder unten, ± weiß
oder blaßrötlich erscheinend, alle Mst. ziemlich
fest; Bl. gelb, der von P. microsperma ähnlich; Gr.
und N. hellgelb; Fr. klein; S. winzig. —
Nordargentinien (Salta ?).
Der Typus der Art wird leicht stärker rötlich, die
Haken sind zuweilen unvollkommen gekrümmt. Die
Pflanzen variieren offensichtlich; es gibt auch solche
mit in der Sonne grün bleibendem Körper (in den
Merkmalen der obigen Beschreibung entsprechend,
Rst. etwas weniger), die schon in Succulenta, 69.
1954 erwähnt werden:
v. viridior Backbg. — Descr. Cact. Nov. III: 12.
1963: K. rundlich bis länglich, grün bleibend;
Scheitel starkwollig; Ar. groß, weiß, Filz länger
verbleibend; Rst. 7—9; Mst. bis 11 mm lg., wie
beim Typus der Art, feiner oder etwas stärker,
blasser oder intensiv rotbräunlich; Bl. radförmig,
hellgelb, 4—5,5 cm 0; StM. gelb; Gr. und ca.
12 N. krem. (Abb. 317.)
Von Fechser, Buenos Aires, als P. sanagasta
vertriebene Pflanzen, ohne Wollscheitel, mit
tiefroten Blüten, siehe unter P. rubellihamata
Backbg. n. sp. Mit ihr ist vielleicht P.
rubellihamata Ritt, identisch.
Nur Namen sind bisher P. sanagasta v. grandi-
flora Ritt., „Bestachlung variabel; Bl. viel größer
als beim Typus der Art" (aber wie bei P.
microsperma vielleicht gar nicht trennbar), ferner
P. sanagasta v. minimiseminea Ritt.
„Niedliches Pflänzchen mit feinen Höckerchen (!)",
Scheitel etwas wollig, während er bei P.
rubellihamata (Ritt. ?) Backbg. vertieft und nicht
wollig ist.
Parodia sanguiniflora Fric ex Backbg. (1)
K. einzeln, zuerst gedrückt-rund, später mehr
kugelig, bis über 5 cm 0; Ri. spiralig in W. aufgelöst;
Ar. anfangs weißlich-wollfilzig; Rst. ca. 15,
borstenfein, weiß, ca. 6—8 mm lg.; Mst. über Kreuz, 4, +
braun gefärbt, der unterste längste und hakige bis
2cm lg.; Bl. blutrot, bis 4 cm 0, glänzend; S.
winzig, braun. — Nordargentinien (Salta).
Bei Saint-Pie sah ich Pflanzen (angeblich von Tanja
in Bolivien), die der Stachelzahl und Blüte nach
obiger Art entsprechen, aber mehr goldbraune Mst.
hatten; vielleicht eine Varietät. (Abb. 319.)
v. violacea (Fric) Borg: Bl. violettrot, bläulich-
roter als beim Typus der Art. Vielleicht nur eine
Form mit Übergängen?
Parodia schuetziana Jajo (1)
K. + breitkugelig, bis 11 cm 0; Ri. spiralig in W.
aufgelöst; Ar. zum Scheitel hin stärker weiß wollig;
Rst. ca. 15, strahlend, verflochten; Mst. etwas
kräftiger und ein wenig länger bis viel länger und +
verbogen oder aufwärts gebogen, bald weiß oder
anfangs oben braun, in der Farbe auch nach
weißgelb oder braun variierend; Bl. ca. 2 cm lg., rot. —
Nordargentinien (Jujuy).
Parodia schwebsiana (Werd.) Backbg. (1)
K. kugelig, später + länglich, bis ca. 11 cm h.,
7 cm 0, mattglänzend grün; Scheitel stark
weißwollig; Ri. 13—20, schwach höckrig, spiralig; Ar.
nur anfangs weißwollig; Rst. ca. 10, anfangs hell-
hornfarben, dann grau; Mst. 1, abwärts gekrümmt,
oben hakig, bis 2 cm lg., anfangs blaßbräunlich;
Bl. 2 cm 0, burgunder- bis rostrot. — Bolivien
(bei Cochabamba).
v. applanata Hoffm. & Backbg.: K. bis ca. 7 cm
0, 2,3 cm h.; Scheitel wollig; Ri. ca. 17; Rst.
6—8, auch nur 5, 5—7 mm lg.; Mst. 1, abwärts
anliegend gebogen und oben + hakig, ca. bis
13 mm lg.; St.: die drei oberen St. sind später
etwas stärker und können auch als mittlere
angesehen werden, zumal der mittelste wie der
Hakenstachel fast gleichstark und beide am Fuß
verdickt sind, alle St. anfangs rotbraun, bald
hornfarben verblassend; Bl. ca. 2,5 cm 0, kräftig
bläulichkarmin; R. fuchsbraun mit braunen Bst.;
Ov. weißhaarig. — Bolivien (Straße Cocha-
bamba-Comarapa). (Abb. 318 oben.)
v. salmonea Backbg. : Bl. blaß lachsrot.
Parodia seopaoides Backbg. (1)
K. erst rundlich, später verlängert, bis ca. 6 cm 0,
bis über 10 cm h., tief grün; Ri. in zahlreichen
Spiralen, in zierliche W. aufgelöst; Ar. anfangs
weißwollig, auch der Scheitel; Rst. zahlreich,
borstenfein, weiß, glasig; Mst. mehrere, 4 etwas derbere,
rein rot, der unterste hakig, bis ca. 15 mm lg.; Bl.
ca. 3 cm 0, orangegelb mit rotem Schlund. —
Nordargentinien (Salta).
Parodia setilera Backbg. (1)
K. breitrundlich bis rund, bis ca. 5 cm 0; Ri. ca.
17, oben nur undeutlich gehöckert; Ar. anfangs
stark weißwollig; Rst. borstenfein, ca. 20, bis 8 mm
lg., rein weiß; Mst. 3—4, fleischfarben bis schwarz,
einer länger, schräg seit- oder abwärts weisend, alle
anfangs schopfartig aufwärts stehend, fleischfarben
350 Parodia
bis schwarz, sehr elastisch; Bl. bis 4 cm 0, gelb bis
hellgelb. — Nordargentinien (Salta).
v. longihamata Werd.: K. bis ca. 7 cm h., 8 cm 0,
hellgrün; Ri. 18—20; Rst. bis 10, weiß mit
braunen Spitzen; Mst. 1, bis 5 cm lg., hell hornfarben,
dunkelspitzig, abwärts gehakt; Bl. gelb, 3,6 cm
lg.; R. mit grauer Wolle und braunen Bst.
Nicht vollgültig beschrieben sind: v. nigricentra
Backbg. mit ± dunklen Hakenst., v. ortho-
rhachis Backbg.: K. mit schmalen, gerade
herablaufenden Ri.
Parodia setispina Ritt. — Succulenta, 43: 4, 57—58.
1964 (3)
K. bis 30 cm h.; Ar. 1—3 mm 0, 6—10 mm
entfernt; St. fast haarfein; Rst. 9—15, weiß, Spitze
braun, 7—12 mm lg.; Mst. 1—6, 1—3 cm lg., braun
oder schwarz, unten weißlich; Bl. schwefelgelb; R.
1,3 cm lg.; Pet. bis 2,2 cm lg., bis 7 mm br.; Stbf.
goldgelb. — Bolivien (östl. Prov. O'Connor)
(FR 1153).
Die Beschreibung gibt nach Ritter die
Unterschiede von P. f ormosa wieder.
Parodia setosa Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
12. 1963 (3)
K. einzeln, blaugrün, bis 25 cm h., 12 cm 0;
Scheitel weißwollig; Ri. bis ca. 35, zwischen den Ar.
stark eingeengt, -fast gerade herablaufend; Rst.
borstig, verflochten, gerade oder gebogen, bis 40
oder mehr, z. T. etwas abstehend, bis 2 cm lg.,
grauweiß, Basis dunkel; Mst. 4 charakteristisch,
zuweilen auch einige Beist., alle aufgerichtet,
bräunlich, dunkler Fuß, anfangs fast borstig, später etwas
kiäftiger, bis 11mm lg.; Bl. noch unbekannt. —
Nordargentinien (Tumbaya; von Frau Muhr
gefunden). (Abb. 318 unten.)
Eine durch ihr helles Borstenstachelkleid mit dem
stark weiß wolligen Scheitel auffällige Art.
Parodia sotomayorensis Ritt, ist bisher
unbeschrieben (s. unter P. otuyensis).
Parodia splendens Card. — C. & S. J. (US) XXXIII:
4, 109.1961 (2—3)
K. einzeln, ca. 10 cm h., 11 cm 0, + blaß
bläulichgrün; Ri. ca. 13, fortlaufend, spiralig gestellt; Ar.
grau oder braun; Rst. 12—14, nadeldünn,
zusammengedrückt, 2—4 mm lg.; Mst. 1—3, pfriemlich,
4—10 cm lg.; St. alle weiß, mit bräunlichem Fuß,
die längsten geschwungen-gebogen; Bl. 4 cm lg.,
gelb, weißhaarig; Fr. ? — Bolivien (Süd-Cinti,
Chuquisaca, am Wege Las Carreras-Chaupi).
Parodia steinmannii Hort, ist eine unbeschriebene
Art: K. breitrundlich; Ri. in derbere W. geteilt;
Scheitel weißwollig; Rst. ca. 12—14; Mst.
anscheinend mehrere, aber nur 1 derber, gehakt; Bl. ?
— Heimat?
Parodia stuemeri (Werd.) Backbg. (2)
K. kugelig, später länglich, selten sprossend, matt
hellgrün, bis ca. 20 cm h., ca. 15 cm 0; Scheitel
weißlich- bis bräunlich-filzig; Ri. 20 oder mehr,
flach, leicht in etwas konische W. geteilt; Rst. bis
ca. 25, dünnadelig, bis 2 cm lg., stark seitlich
verflochten, weiß; Mst. meist 4, steif nadelig, etwas
stärker als die Rst., bis 2,5 cm lg., bräunlich bis
violett-grau oder -schwarz, im Scheitel schopfig
stehend, bald viel heller bis unten weiß und oben
rotbräunlich oder ganz so; St. später den K. oft
ganz verhüllend; Bl. 4 cm lg., blaß goldgelb bis
kupfrig-orange, oben auch bräunlich-hellorange; R.
rötlichbraun bewollt, mit Bst.; Ov. weißwollig. —
Nordargentinien (Salta). (Abb. 320.)
In Stärke und Farbe der St. variable Art.
v. robustior Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
12. 1963
Weicht vom Typus der Art ab durch ca. 12—13
Rst., etwas stärker, z. T. mit bräunlicher Basis;
Mst. 4, stärker, bis -1,5 cm lg., hornfarben, oben
hellbraun; Bl. braunwollig, rot, 2 cm lg., 2—5 cm
0. — Nordargentinien (Maimara, von Frau
Muhr gefunden). (Abb. 321 lks.)
Parodia subterranea Ritt. — Succulenta, 43: 3, 43.
1964 (1—2)
K. flachrund, bis 6 cm 0, dunkel- bis olivgrün, mit
weißem Wollscheitel; Ri. 11—13, 4—7 mm h., in
basal zusammenhängende, stark konische Hck.
zergliedert; Ar. weiß, bald verkahlend; Rst. + 10,
5—8 mm lg., strahlend anliegend, weißlich
hornfarben oder die oberen schwarzgrau, zuerst grau
bis schwärzlich; Mst. 1 (—4), derb, 7—14 mm lg.,
aufragend oder abstehend, schwarz, anfangs einer
hakig, später mehr gerade; Bl. bis 3 cm lg., purpurn;
R. weiß- bis braunhaarig, oben mit schwarzen Bst.;
Fr. rot oder grün, weißhaarig. — Bolivien (Süd-
Cinti, La Cueva) (FR 731). (Abb. 322.)
Parodia sulphurea Hort., nur ein Name, gehört
wahrscheinlich zu Parodia aureispina Backbg.
Parodia suprema Ritt. — ‚‚Cactus", 17: 76. 51—52.
1962 (1—3)
Nach in Holland aus Rittersamen gezogenen
Pflanzen vervollständigt: K. rundlich, hell bläulichgrün,
mit breitem, weißem Wollscheitel, nur am Rande
von St. durchstoßen; Ri. 13—20, anfangs in
zierliche W. zerteilt, dann nur leicht höckrig; Rst.
(9—) 11—16, strahlend, dünn, anfangs hell
hornfarben, bald weiß oder oben hornfarben, bis 2 cm
lg.; Mst. 4, braun bis schwarz, anfangs nicht länger,
dann 2—4,5 cm lg., der unterste der längste,
anfangs hakig, später fast gerade; Bl. 3,5 cm 0,
Scharlach, Pet.-Saum ± violett getönt; Gr. gelb
bis bräunlich; Fr. bis 8 mm gr., karmin bis
braunrot, wahrscheinlich (nicht angegeben) wie die R.
mit bräunlicher Wolle und schwarzen Bst.; S. 1 mm
gr., glänzend schwarz. — Bolivien (Dept. Tarija,
San Antonio, 3500 m) (FR 912).
Parodia 351
Besser eine var. von F. maassii, auch nach
Ritters Angabe, daß es in der Nähe eine
Zwischenform gibt.
Parodia tabularis Hort, war nur ein Name in den
USA.
Parodia tafiensis Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
12.1963 (1—3)
K. einzeln, kugelig, grün; Scheitel weißwollig; Ri.
in Hck. aufgelöst; Ar. weiß, ca. 8 mm entfernt;
Rst. dünn, 10, bis 7 mm lg., weiß; Mst. 4, über
Kreuz, bis 1 cm lg., braun; BI. ca. 3 cm lg., 4 cm 0,
feurig karmin; Stbf. und Gr. karmin; N. aufrecht,
ca. 4, rosa. — Nordargentinien (Tafi, Km 90;
von Lembcke gefunden). (Abb. 321 rechts.)
Unterscheidet sich von P. sanguiniflora durch
weniger Randstacheln, etwas kleinere Blüte und
rosa Narben (bei P. sanguiniflora kremweiß).
Parodia tarabucina Card. — C. & S. J. (US),
XXXIII: 4, 108—109. 1961 (2)
K. kugelig, bis 20 cm h., 25 cm 0; Ri. durchlaufend,
spiralig, ca. 13; Ar. elliptisch, graufilzig; Rst.
12—13, nadeldünn, zusammengedrückt, 1—3 cm
lg.; Mst. 1, oben etwas gekrümmt, pfriemlich,
5—7 cm lg.; St. obere bräunlich, dann weißlich;
Bl. 5 cm lg., 4 cm 0, lachs-purpurn; R.
purpurrötlich-gelblich-haarig; Ov. weißwollig; Fr. ? —
Bolivien (Oropeza, am Wege Sucre-Tarabuco).
Parodia taratensis Card. — C. & S. J. (US), XXXVI:
1, 24—25. 1964 (1)
K. kugelig, 3 cm h., 4—5 cm 0, hellgrün; Ri. ca.
13, spiralig; Ar. bis 8 mm entfernt, grau; Rst. ca.
17, sehr dünnadelig, spreizend, weiß, 3—15 mm lg.;
Mst. 4, über Kreuz, 1,5—2,5 cm lg., hakig, nadelig,
unten weißlich, oben bräunlich; Bl. aus wolligem
Scheitel, dieser locker, 3 cm lg., 1,5 cm 0; Ov.
weißschuppig, mit braunen Bst.; R. mit rosa Seh.,
weißwollig und mit braunen Bst.; Pet. goldgelb,
1,5 cm lg.; Stbf. gelb, ebenso der Gr. und die 8 N.
— Bolivien (Prov. Tarata, Dept. Cochabamba,
am Wege Tarata-Rio Caine, 2200 m).
Parodia tilcarensis (Werd. & Backbg.) Backbg. (3)
K. später verlängert, bis über 15 cm h., ebenso
stark werdend, matt blattgrün; Ri. oben wenig
höckrig, leicht spiralig stehend; Ar. anfangs
weißwollig, im Scheitel dicht, dieser weiß; Rst. 9—15,
fein, unten leicht verdickt und Fuß dunkel; Mst. 4,
bräunlich bis dunkelbraun, Fuß fast zwiebelig
verdickt, bis ca. 2,5 cm lg., später mitunter dunkler
gespitzt, gerade bis leicht verbogen; Bl. ca. 3 cm
lg. und 0, etwas glockig-trichterig, bronzerot bis
+ blutrot; S. etwas größer, schwarz. — Nord-
argentinien (bei Tilcara).
v. gigantea (Krainz) Backbg.: St. honigbraun;
Bl. korallenrosa. Pflanzen später stark (wie auch
der Typus der Art). Wohl kaum abtrennbar.
Nicht gültig beschrieben sind v. jujuyana Fric,
auch v. jujuyensis Fric geschrieben, mit im
Scheitel mehr schwärzlichen St. Die Art dürfte
ebenso variabel in der Stachelfarbe sein wie etwa
P. stuemeri. (Siehe auch P. gigantea Krainz).
Parodia tuberculata Card. (1)
K. einzeln, breitrund, bis 7 cm br., 5 cm h.,
graugrün; Ri. ca. 13, spiralig, in plumpe Hck. zerteilt,
diese bis 1 cm br.; Ar. grau; Rst. 10—11, nadelig,
bis 1 cm lg., + anliegend; Mst. 4, bis 18 mm lg.,
einer abwärts gehakt; St. alle grau, weiß bereift,
unten verdickt; Bl. kurzglockig, 1,8 cm lg., gelbrot;
Ov. weißwollig; Fr. kugelig, bis 7 mm 0, weiß
behaart; S. 0,8 mm gr., schwarz. — Bolivien
(Oropeza, nahe Quebrada de Villa Maria, Hazienda
Ressini).
Parodia tuberculosi-costata Backbg. n. sp. (1)
Depresso-globosa, viridis; costis ca. 16, leviter tu-
berculatis; aculeis radialibus ca. 12, ca. 5—7 mm
longis, primo pallide fuscatis; aculeis centralibus
4, ad 2,3 cm longis, infimo hamato; flore 2,5 cm
longo, ca. 3 cm ø; foliis perigonii interioribus
aureis, in summo rubropunetatis; foliis perigonii
exterioribus cum linea rubra; tubo aurantiaco, 2 cm
longo, squamis rubris cum linea brevi sub eas;
filamentis flavis; stylo albido; stigmatibus 10,
longis, albidis. — Argentinia borealis.
K. breitrund, kräftig grün; Ri. ca. 16, leicht ge-
höckert; Rst. ca. 12, anfangs hellbräunlich, bald
aufhellend und schwach bräunlich gespitzt, ca. 5—7
mm lg.; Mst. 4, der unterste hakig, derber, kräftiger
braun, bis 2,3 cm lg.; Bl. goldgelb, 2,5 cm lg., ca.
3 cm 0; Sep. mit roter Mittellinie; Pct. leicht rot
gespitzt; R. orangegelb, 2 cm lg., mit roten Seh. und
einer rötlichen Linie unter den Ar., Wolle hell
rehbraun, oben einige schwarze Bst.; Stbf. gelb; Gr.
und 10 lange N. krem; Fr. ? — Nordargentinien
(von Fechser gefunden, ohne nähere
Standortsangabe. Uhlig-No. U 2200).
Parodia uhligiana Backbg. — Descr. Cact. Nov.
III: 12. 1963 (2—3)
K. einzeln, kugelig, bis 10 cm 0, graugrün; Scheitel
+ weißwollig, von St. überdeckt; Ri. + spiralig
stehend, bis ca. 20, in W. aufgelöst; Ar. 1 cm
entfernt, bald kahl; Rst. ca. 35, + gerade, dünn,
weißlich, bis 1 cm lg.; Mst. 4—8, Basis verdickt, 4
stärker, gerade oder + gebogen, meist 1 viel länger, bis
5 cm lg., Basis stärker verdickt, hell- bis
dunkelbraun; Bl. kupferrot; S. klein, glänzend schwarz,
Nabel ebenso groß, korkig. — Nordargentinien
(Salta, Quebrada El Toro; von Rausch gefunden).
(Abb. 323.)
Eine sehr feinstachlige Form wird als v. stueme-
rioides bezeichnet; Mst. z. T. oben stärker
gekrümmt.
352 Parodia — Pediocactus
Parodia variicolor Ritt. — „Taxon", XIII: 3, 117.
1964 (1—2)
K. von P. aureicentra durch größere Länge
abweichend, bis 28—42 cm lg.; Rst.-Zahl geringer,
St. kräftiger, von gleicher Farbe wie die Mst., bzw.
wie bei P. aureicentra; Pet. mit blutroter Mitte und
braunrotem Rand; S. dünner und länger, glänzend.
— Nordargentinien (nördl. Cachi, Straße nach
Poma, Prov. Salta) (FR 916a).
v. robustispina Ritt. — I.e.: St. schwach
glänzend, honig- bis schwärzlich-farben; Mst, viel
länger und kräftiger, bis 4—7 cm lg., häufig
gebogen bzw. mehr hakig. — Nordargentinien
(Gebirge östl. Cachi, 3000 m und höher, Prov.
Salta) (FR 916 b).
Ob die Art etwa der P. rauschii nahesteht und mit
ihr einen Formenkreis bildet, bleibt noch
festzustellen.
Parodia yamparaezi Card. — „Cactus" (Paris), 19:
82, 43—44. 1964 (2—3)
K. einzeln, breitrund, bis 10 cm h., 14 cm 0; Ri.
14—20, spiralig; Ar. 1 cm entfernt, grau; Rst. 7—9,
strahlend bis anliegend, 4—12 mm lg., dünn-
nadelig; Mst. 1, bis 2,5 cm lg., pfriemlich, mit
gebogener Spitze; St. hellgrau bis weiß; Bl. 2,5 cm lg.,
glänzend blutrot, weiß und bräunlich behaart; Gr.
und N. weiß; Stb!. ± kremweiß. — Bolivien
(Chuquisaca, bei Yamparaez).
Parviopuntia Marn.-Soul.: Tephrocactus Lem.
Pediocactus Br. & R. (202)
Eine Gattung in ihrer Heimat winterharter
Pflanzen, die Körper mit Warzen statt Rippen, die
Blüten nur mäßig groß; Röhrenschuppen nicht ge-
wimpert, Ovarium und Frucht nackt, trocken,
seitlich aufreißend. Die Blüten entstehen, soweit
bekannt, nicht im, sondern dicht um den Scheitel,
breittrichterig öffnend, sie sind am Tage offen und
schließen ein wenig in der Nacht. Nach Schumann
öffnen die Früchte z. T. unten umschnitten, bzw.
fallen sie ab, oder sie reißen unregelmäßig auf.
Verschiedenes öffnen wird auch bei anderen Gattungen
beobachtet. Die Blütenfarbe ist z. T. variabel, von
gelblich über rosa bis weiß. Die Samen sind
dunkelbraun bis schwarz, feinhöckrig, mit großem, sub-
basälem Hilum.
Mit diesem Genus hat L. Benson kürzlich Utahia
sileri (Eng.) Br. & R., Toumeya Br. & R. und Pilo-
canthus paradinei (B. W. Bens.) B. W. Benson &
Backbg. vereinigt. Nach den für dieses Werk
geltenden Gesichtspunkten wird hier die Gattungstrennung
aufrechterhalten, unter Hinweis auf die in der
Systematischen Übersicht angegebenen
Unterschiede und auf folgende Sachlage: Pediocactus hat
keine bewimperten Röhrenschuppen, Ovarium und
Frucht sind nackt, die Blüten entstehen nicht
zentral; Utahia hat zentral stehende Blüten und
dicht mit trockenen, bewimperten Schuppen
bedeckte Röhren und Ovarien, Frucht klein
beschuppt; Pilocanthus hat nahezu zentral
entstehende, ganz anders geformte Blüten (wie meine
Abb. 2707 in „Die Cactaceae", S. 2879. 1961, zeigt),
und die Bestachlung ist unter allen Kugelformen
des nördlichen Verbreitungsgebietes so einzigartig
wie die von Navajoa. Hierin hat Croizat ein
wichtiges Argument für deren Abtrennung gesehen,
und das muß in noch weit stärkerem Maße für
Pilocanthus gelten. Wenn man nun aber die
obengenannten Gattungen zusammenzieht, ja selbst nur
Utahia mit Pediocactus vereinigt, kann man
logischerweise dabei nicht stehenbleiben, sondern
muß z. B. auch Toumeya dazu einbeziehen. Mit
diesem Genus, das sie selbständig belassen, haben
aber H. Bravo und Marshall wiederum Navajoa
und sogar Turbinicarpus vereinigt. Hieran zeigt sich
einerseits die Gefahr des „lumping", bei dem es zu
verschiedenen Abgrenzungen kommen kann, wie
vorstehendes Beispiel beweist, und an dessen
logischem Ende chaotische Massenzusammenziehungen
drohen, andererseits aber auch die Bedeutung des
Kleingenus als Sicherung gegen eine solche
Entwicklung ins Unabsehbare.
Zum Typus von Pediocactus bezieht L. Benson
auch P. simpsonii v. caespiticus als „nomen nudum"
ein. An Hand meiner genauen Abbildungen hätte
er sich überzeugen können, daß diese var. vom
Arttypus hinreichend unterschieden ist und man sogar
über eigenen Artrang streiten könnte. Der Name ist
auch kein nomen nudum, sondern in „Die
Cactaceae'4, Bd. V, 2846. 1961, wurde für den
Hauptunterschied sehr wohl eine lateinische Diagnose
gegeben. L. Benson kann diese Pflanzen also nicht
kennen, und die Namenseinbeziehung ist nicht
berechtigt, auch nicht unter Hinweis auf fehlende
Typbezeichnung. Dafür sind im Sinne der Regeln
von 1954 (deutsche Ausgabe) so exakte Fotos
gegeben, daß sie völlig ausreichen, besonders angesichts
der Stachel-Makroaufnahmen. Ich sehe eine
Deponierung von Typmaterial nur dann als gerechtfertigt
an, wenn die Abbildungen zu den
Originalbeschreibungen unzulänglich sind. Eine lateinische
Diagnose fehlt dagegen für Pediocactus knowltonii
L. Bens., der zuerst im amerikanischen Journal,
193. 1961, erwähnt wird, mit kurzer englischer
Charakterisierung, außerdem in C. & S. J. (US) 52.
1961, ebenfalls ohne Lateindiagnose. Ich hole sie für
die v. knowltonii nach, denn sie gehört zu P. bradyi
L. Bens.; beide sind sehr klein, beide ähnlich
bestachelt und ohne Mittelst. Man kann nicht zu P.
simpsonii eine v. minor stellen, ohne auch bei P.
bradyi so zu verfahren. Dieser und die v. knowltonii
sind außerdem viel weniger weit voneinander
verbreitet als P. simpsonii und seine var. Bekannt sind
demnach nur 2 gute Arten. — Verbreitung: Von
den nordwestlichen USA (von
Washington-Montana [O.-Wyoming?] durch die zentralen Staaten
bis Nordarizona und Neumexiko. [Wächst in Europa
Pediocactus 353
meist nicht gut, wohl weil P. simpsonii in seiner
Heimat Winterkälte braucht; Pfropfungen haben
daher auch selten Erfolg.]
Pediocactus bradyi L. Benson — C. & S. J. (US),
XXXIV: 1, 19. 1962.
K. meist einzeln, selten zweiköpfig, fast kugelig bis
eiförmig, bis ca. 6 cm lg., bis 5 cm 0, oft kleiner;
Scheitel mäßig wollig; Rst. bis ca. 15, 3—6 mm lg.,
fast anliegend, glatt, etwas knorpelig, weiß bis
gelbbräunlich; Mst. 0; Bl. ?; Fr. breitkreiselig, bis
6 mm lg., wie beim Typus der Art aufreißend; S.
schwarz, mit winzigen Papillen auf unregelmäßigen
Erhebungen, ca. 2,3 mm lg. — USA (Colorado-
Plateau, auf 1200 m; N-Arizona, nahe Marble Can-
yon des Colorado),
v. knowltonii (L. Bens.) Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 12. 1963 (s. Einleitung; bei L. Benson
als P. knowltonii, 1. c, 19. 1962, noch ohne
lateinische Diagnose): K. kleinkugelig, bis 3,8 cm h.,
bis fast 2 cm 0 (L. Benson; mein Exemplar:
2,5 cm 0), nur wenig sprossend, meist einzeln;
W. sehr winzig; Rst. 18—23, weiß, feinhaarig, bis
1,4 mm lg., weiß bis rotbräunlich, oder so
gespitzt; Mst. 0; Scheitel geringwollig; Bl. ca. 1 cm
lg., rosa; Fr. bis 4 mm lg.; S. schwarz, 1,5 mm lg.
— USA (Colorado, Juniper-Pinyon Woodland;
Neumexiko, bei Los Pifios River). (Abb. 324.)
Stachelbehaarung reicht zur Artabtrennung nicht
aus, da sie z. B. bei einigen Mamillarienarten sehr
unterschiedlich ist.
Blütenfoto in Kakt. u.a. Sukk., 13: 11, 182,
1962.
Pediocactus simpsonii (Eng.) Br. & R. (T.)
K. kugelig bis + verlängert, meist einzeln, bis
normalerweise 15 cm 0 (dann bis 22 cm h.); Ri.
in W. aufgelöst; Ar. anfangs stärker wollig; Rst.
15—25 (—30), bis 0,8—1 cm lg., weiß bis krem;
Mst. 5—8 (—11), 0,4—1,8 (—2,65) cm lg., gerade
oder leicht gebogen, + rotbraun, heller oder dunkler,
mitunter auch krem bis gelblich im Unterteil; Bl.
bis 2 cm lg., bis ca. 3 cm 0 (1,9—2,5 cm 0),
gelblich, gelbgrünlichrosa, rosa oder weiß; Fr. + kugelig,
bis ca. 7 mm lg., so gut wie nackt, trocken, grün,
unregelmäßig aufspringend oder unten umschnitten
abfallend. — Trotz zahlreicher Beleg-Zitate hat
L. Benson eine in mehreren Punkten ungenaue
Bearbeitung gegeben. Er gliedert in P. simpsonii v.
simpsonii, v. minor und v. robustior. Über die
Verbreitung des Typus der Art bzw. v. simpsonii sagt
er: In S-Idaho, Montana bis M-Nevada, N-Arizona,
W-Kansas und Neumexiko (Abb. 325). Er erwähnt
aber nichts über das Vorkommen in Colorado, bzw.
daß Boissevain die typische Art in NW-Colorado
überall fand, besonders stark am Monarch-Paß. Die
Abb. von diesem Fundort zeigt sowohl breitrunde
wie stark längliche Formen, während Benson nur
„kugelig bis breit ovoid" sagt, bei v. simpsonii bis
15 cm lg., bei v. robustior nur bis 12,5 cm lg.
Polaski sah sogar Pflanzen bis 22 cm lg. Da Coul-
ter von der v. robustior Coult. angab „in allen
Teilen größer, besonders der W., Rst. bis 2,3 cm lg.,
Mst. bis 2,3 cm lg.", Benson bei v. simpsonii „Mst.
1,2—1,9 cm lg.4', Boissevain vom Typus der Art
„bis 1,8 cm lg.", sah ich keine Möglichkeit, die v.
typica und v. robustior zu trennen, es sei denn nach
Bensons Blüten-0: bei der v. typica: bis 2,5 cm 0,
bei der v. robustior: bis ca. 3,1 cm 0; aber
Boissevain hat beim Typus der Art auch bis 3 cm 0
festgestellt !
Vielleicht hat L. Benson wegen dieser
Trennungsschwierigkeit Boissevains Angaben und Abb. nicht
zitiert? Zu obigen Standortsangaben kämen also
hinzu (für v. robustior genannt): O-Washington,
O-Oregon, W-Idaho, NO-Nevada. Der Typus der
Art kam aus dem Butte-Tal in Utah und dem
östlicheren Kobe-Tal. Von hier stammt der Lectotypus,
vom Butte-Tal kam eine Pflanze „die sich etwas
der v. robustior" näherte. Also auch hier ein
Übergang. Utah wird von .L. Benson in seiner
Aufstellung aber weder bei der v. typica noch der v.
robustior von Utah erwähnt,
v. caespiticus Backbg. In L. Bensons Arbeit in
C. & S. J. (US), 49—54. 1961, und 17—19. 1962,
nicht anerkannt, unrichtig als nom. nud.
bezeichnet (s. oben), und als Synonym der v. simpsonii,
sogar zusammen mit v. hermannii, eine ganz
willkürliche und ungenaue Zusammenfassung, denn
die Merkmale der v. caespiticus sind: K. nur
gänseeigroß, zuweilen abgeplattet, stark sprossend,
in Gruppen bis 30 cm 0 und 50 cm h.; Rst.
bis 24; Mst. bis 8; St. im Neuwuchs, und gerade
auch die Mst., bis + weiß. — USA (Colorado,
Salida, 2700 m).
v. hermannii (Marsh.) Wieg. & Backbg.: K.
halbrund; Est. 14—16; Mst. 3—5 (var. mit der
geringsten Mst.-Zahl!); Bl. mehr glockig, weiß
bis krem bis rosa; St.: die randständigen fast
haarartig dünn, mittlere nur bis 1 cm lg. und rot.
— USA (Utah: Garfield County, auf ebenen
Flächen, während Pediocactus sonst eine
Gebirgspflanze auf 2400—3000 m ist; diese var. wächst
nur auf ca. 1800 m. Die Mst. sind weit feiner),
v. minor (Eng.) Cockerell — Torreya 18: 180.
1916: K. kleiner; Rst. 20—28, bis 6 mm lg., weiß
bis krem; Mst. 5—8, bis ca. 1,3 cm lg.; Bl. 1,2 bis
1,9 cm 0. — US A (M-Colorado, Hochland),
v. nigrispinus Marsh. (Cactaceae, 140. 1941,
ohne lateinische Diagnose): K. gedrückt-kugelig,
meist sprossend; Rst. abstehend, fast schwarz
wie auch die Mst. — USA (Washington, Priests
Rapids). Schon von Britton & Rose, „The
Cactaceae", III: 91. 1937, als Form erwähnt; sie wurde
als möglicherweise eine neue Art angesehen.
Angesichts des bei Pediocactus häufig zu
beobachtenden Variierens der St.-Farben, des
gedrücktkugeligen und reich sprossenden Wuchses, sowie
der z. T. disjunkten Areale (vgl. Bensons
Angaben bezgl. v. robustior), ist es möglich, daß
354 Pediocactus — Peireskia
diese var. identisch ist mit v. caespiticus. Eine
gültige Beschreibung und nähere Untersuchungen
stehen jedoch noch aus. Da L. Benson nirgends
auch schwarze Randstacheln angibt, kann die
kleinere v. nigrispinus Marsh., wie sie Marshall
beschreibt, aber nicht ausgerechnet zu v. robustior
gestellt werden, wie dies Benson tut.
In C. & S. J. (US), XXXIV: 2, 57—61. 1962, hat
L. Benson die in der Einleitung zu diesem Genus
diskutierte Einbeziehung von Navajoa Croiz. und
Toumeya Br. & R. vollzogen, die bei einem so weit
gefaßten Gattungsbegriff nicht zu vermeiden war.
Er stellte dabei folgende Sektionen auf: 1 —
Pediocactus, 2 — Navajoa, 3 — Toumeya.
Dazu ist kritisch zu bemerken: In seinem
Sektionsschlüssel 1. c. S. 57 gliedert Benson nur nach der
Stachelbeschaffenheit, läßt dabei aber
unverständlicherweise den einzigartig haarfein bestachelten
Pilocanthus unbeachtet. Seine Sektionsgliederung
unter „Spines not strongly flattened" ist daher
unzulänglich, denn wenn man nach
nadelig-pfriemlichen, bastartigen und korkigen Stacheln gliedert,
muß man noch weit eher die langen Haarstacheln
von Pilocanthus berücksichtigen, wie sie im ganzen
nördlichen Kugelkakteenareal nicht wieder
auftreten. Das scheint jedoch L. Benson nicht ins
Konzept zu passen, und so verfährt er ähnlich auch mit
der Einbeziehung von Turbinicarpus F. Buxb. &
Backbg. zu Toumeya durch Helia Bravo und
Marshall — das heißt, er übergeht auch diese —
und das, obwohl im gleichen Journal, 3: 1961, im
Titelbild und 1. c. 98. 1961, eine „Toumeya krain-
ziana Frank" (d. h. eine Turbinicarpus-Art) gezeigt
bzw. besprochen wird. Eine Auseinandersetzung
mit der Frage „was soll mit Turbinicarpus
geschehen?" durfte also nicht unterlassen werden,
zumal bei der Aufschlüsselung der Sektionen nur
Stachelmerkmale ausschlaggebend waren. Das heißt:
dann mußten auch die von Pilocanthus und
Turbinicarpus berücksichtigt werden. Hier scheint L.
Benson mit deren Außerachtlassung empfunden zu
haben, welche Folgen bei seiner Art von Gliederung
drohen: dann hätte nämlich zwangsläufig auch die
Einbeziehung von Aztekium und Lophophora folgen
müssen, und eine Reihe anderer Gattungen könnten
dann ebenfalls nicht mehr selbständig bleiben.
Man kann verstehen, daß L. Benson, der noch in
„Arizona Cacti" nur nach Echinocactus und Mamil-
laria (einschließlich Coryphantha!) gliederte, seine
Ansicht nur zögernd ändert. Daß dies aber in so
unzureichender Weise geschieht, darf nicht
unwidersprochen bleiben. Schließlich stellten die erfahrenen
Autoren Britton und Rose Toumeya und Utahia
(von L. Benson zu Pediocactus einbezogen, 1. c.
XXXII: 2, 50. 1961) ja nicht ohne gute Gründe
aus einer bestimmten Gesamtkonzeption her auf,
wie auch ich Pilocanthus, und ebenso wie dieser
durch seine einzigartige Behaarung unterscheidet
sich Utahia von Pediocactus durch einzigartige
Blütenmerkmale. Die Anschauungen anderer Autoren
können also nicht einfach unbeachtet gelassen und
Änderungen nur auf einem kleinen Teilgebiet
vorgenommen werden. Was hier geschieht, muß logisch
ins Ganze passen, ganz abgesehen davon, daß wir
mit den besagten Gattungen jahrzehntelang gut
gefahren sind und daher kein Bedürfnis besteht, sie
nun plötzlich unter einem zweifelhaften
Sammelgenus vereinigt zu sehen. Eine solche „Revision"
muß daher ins rechte Licht gerückt werden, denn sie
rührt an die Grundprobleme der. modernen Kakto-
logie, und es muß als die Dinge reichlich
vereinfachend erscheinen, sie auf diese Weise lösen zu
wollen. Die wenigen nordamerikanischen Autoren
— die schon von jeher auch keine Varietäten
kannten, für den Phytographen ebenso unzulänglich —
arbeiten aber alle ähnlich. Man erkennt keine
einheitliche Richtlinie; dafür folgen einander die
gekünstelten „Revisionen", so bei Kimnach in höchst
anfechtbarer Form z. B. bei Rauhs Peru-Funden,
bei Anderson mit einer nicht weniger
gewaltsamen „Revision" von Ariocarpus, Roseocactus und
Neogomesia. Man gewinnt den Eindruck, daß dabei
die Absicht vorherrscht: auf jeden Fall etwas
anderes zu machen. Es ist ein Weg ohne klares
Endziel, in eine völlige Namensverwirrung; das kann
auch die eindrucksvolle aufgeführte Beleg-Garnitur
nicht übersehen lassen. Allen diesen Autoren scheint
der logische Blick für die Endauswirkung zu
fehlen, aber auch die ausreichende Gesamt-Material-
kenntnis bzw. die sich aus ihr ergebenden Probleme.
Man scheint auch die echte, von der Natur selbst
geschaffene Gliederungsmöglichkeit nicht sehen zu
wollen: nach der Reduktionslinie der Sproßnatur an
Blüte und Frucht. Man arbeitet statt dessen mit
gekünstelten Konzeptionen — und das auch nur
auf Teilgebieten — anstatt dem vielgestaltigen
Wirken der Natur mit deren eigenen Mitteln gerecht zu
werden.
Wegen dieser wichtigen generellen Probleme mußte
das Genus Pediocactus Br. & R. und sensu L.
Benson ausführlicher behandelt werden, und um zu
begründen, warum ich die Gattungen Pediocactus,
Utahia, Toumeya, Navajoa und Pilocanthus als
selbständige Genera beließ. Es erübrigt sich damit
auch, sich mit Turbinicarpus auseinanderzusetzen
sowie mit weiteren Fragen, die sich zwangsläufig
bei Teilzusammenziehungen ergeben.
Peireskia (Plum.) Mill. (1)
Man hielt diese Gattung lange für die Urform der
Kakteen. Da sie aber unverändert noch Blätter-
träger selbst in sehr trockenen Gebieten sind, also
ohne jede sich anpassende Umentwicklung zu höher
sukkulenten Formen, kann man in diesem Genus
nur eine konservative und anderen Laubträgern
extrem ähnelnde Stufe in dem breiten
Entwicklungsfächer der Cactaceae sehen. Als primitiv wird die
Ausbildung der Samenanlage im Griffelfuß an-
Peireskia 355
gesehen; angesichts der konservativen Beibehaltung
über unendlich lange Zeiträume kann man aber
ebensogut sagen: es handelt sich nur um die am
einfachsten anmutende Stufe in der von der Natur
demonstrierten allmöglichen Formentstehung.
Samenanlage im Griffelfuß und echte Samenhöhle, d. h.
unterständige, sind aber so wesentliche
Unterschiede, daß Berger daraufhin ein Subgenus
abtrennte, das Knuth logischerweise im Rahmen der
modernen Klassifikation zum Genus Rhodocactus
erheben mußte. Auffällige Unterschiede bei den
Arten mit oberständigem Fruchtknoten zwangen
jedoch zu folgender Untergattungs-Gliederung:
1: UG. Peireskia: Blüten größer, nicht sitzend
2: UG. Neopeireskia Backbg.: Blüten sehr klein,
sehr kurz gestielt oder sitzend, mit urnen-
förmigem Kelch
Eine Gattungstrennung war nach der gleichartigen
Samenanlage nicht möglich. Die Zahlen hinter den
Artnamen weisen auf die jeweilige Untergattungs-
Zugehörigkeit hin. Der Blütengröße entsprechend
sind die Früchte entweder klein oder weit größer;
besonders die letzteren sind fleischig und werden
z. T. auch als Obst gegessen. Die Samen sind
dünnschalig und glänzend schwarz. Benannt wurde das
Genus nach dem Provenzalcn Peiresc, infolge der
französischen Aussprache zuerst Pereskia
geschrieben; seit 100 Jahren, d.Ti. seit Salm-Dyck, wird
aber schon darauf verwiesen, daß bei einer
Namensehrung auch die Benennung orthographisch
korrekt lauten sollte; wie man einen an sich
ungültigen Gattungsnamen als nomen conservandum
gültig macht, sollte man vernünftigerweise dies
auch mit der richtigen Schreibweise von
Gattungsnamen tun, die sich auf eine Person beziehen.
Eine verstümmelte oder ungenaue
Namensschreibung ist keine rechte Ehrung.
Nach dem überwiegenden Gebrauch bei den
bisherigen Autoren wird daher obige Schreibweise
beibehalten, obwohl die Regeln „Pereskia"
verlangen. Beschrieben wurden bisher 8 Arten, von
denen 4(—5?) zur Untergattung 2 gehören. Nach
N. H. Boke, C. & S. J. (US), XXXV: 1, 3pp. 1963,
ist P. tampicana nur eine Variante von P. grandi-
folia, P. lychnidiflora und P. zinniaeflora wurden
niemals wiedergefunden, und P. conzatti muß als
Synonym von P. pititache angesehen werden, die
von Britton & Rose irrtümlich zu Peireskiopsis
gestellt wurde. Die Beschreibungen der ersteren
Arten wurden aber bis zu einer endgültigen
Klärung bei Rhodocactus belassen (s. dort). —
Verbreitung: Von den USA (Florida) im tropischen
Amerika, einschließlich Westindien, bis Peru,
Paraguay und Nordargentinien. [Gutwüchsig, z. T. als
Unterlage verwandt].
Peireskia aculeata (Plum.) Mill. (1) (T.)
K. kletternd strauchig, bis 10 m lg.; Tr. dünn; B.
kurzstielig, lanzettlich bis länglich oder eiförmig,
bis 7 cm lg., beidseitig grün; St. im unteren Teil
1—3, in den B.-Achseln paarig, zurückgebogen;
Bl. gebüschelt, bis 4,5 cm 0, weiß, blaßgelb oder
+ rosa; Fruchtknoten beblättert und oft bestachelt;
Fr. hellgelb, bis 2 cm 0; S. schwarz, etwas flach,
bis 5 mm gr. — Vorkommen wie oben angegeben,
in Mexiko wohl auch verwildert; H. Bravo
vermutet die Urheimat in Venezuela. (Abb. 326.)
v. godsefliana (Sand.) Knuth: ist eine ± pfir-
sichfarben beblätterte Pflanze, die vielleicht als
Form zu v. rubescens gehört, obwohl sie mitunter
auch vergrünt; B. meist rückseits rot.
v. rubescens (Pfeiff.) ist ohne gültige
Kombination. „Ar. sehr wollig, die eiförmigen B. unten
violettrot". Bei sehr trockenem Stand bildet aber
auch die Typform mehr Haare, auch kommt
gelegentliche schwache Rottönung der B.-Unter-
seite vor.
Peireskia amapola Web.: Rhodocactus sacha-
rosa (Griseb. ) Backbg.
Peireskia argentina Web.: Rhodocactus sacha-
rosa (Griseb.) Backbg.
Peireskia autumnalis (Eichl.) Rose: Rhodocactus
autumnalis (Eichl.) Knuth.
Peireskia bahiensis Gurke (1)
K. erst strauchig, dann ein bis 8 m hoher,
stammbildender Baum; Tr. anfangs stachellos; B.
lanzettlich, bis 9 cm lg.; St. später bis zu 40, bis 9 cm lg.;
Bl. in kleinen Büscheln, rosa; Ov. mit großen B.;
Fr. oft proliferierend, bis 4 cm lg., unregelmäßig
eckig, beblättert; S. länglich, schwarz, bis 5 mm gr.
— Brasilien (östliche Catinga).
Peireskiableo (HBK.) DC.: Rhodocactus bleo (HBK.)
Knuth.
Peireskia colombiana Br. & R.: Rhodocactus co-
lombianus (Br. & R.) Knuth.
Peireskia conzattii Br. & R.: Peireskia pititache
Karw.
Peireskia corrugata Cutak: Rhodocactus corrugatus
(Cutak) Backbg.
Peireskia cubensis Br. & R.: Rhodocactus cubensis
(Br. & R.) Knuth.
Peireskia diaz-romeroana Card. (2)
K. strauchig, bis 1,2 m h., stark verzweigt; Wz.
knollig, holzig; Tr. + horizontal spreizend; Ar.
grau und weiß; St. anfangs 5, später bis zu 12,
0,5—2 cm lg., etwas abgeflacht, weißlich oder
gelblich; B. sitzend, dunkelgrün, eiförmig-elliptisch, bis
2,5 cm lg., 1 cm br.; Bl. bis 1 cm lg., weinrot; Ov.
kahl, özipflig; Fr. bis 5 mm 0, schwärzlich-weinrot.
— Ostbolivien (bei Cochabamba, Ttacko La-
guna).
356 Peireskia
Peireskia foetens Speg. und P. fragrans Lem. sind
Formen von Peireskia aculeata (Plum.) Mill.
Peireskia grandifolia Haw.: Bhodocactus grandi-
folius (Haw.) Knuth.
Peireskia guamacho Web.: Rhodocactus guamacho
(Web.) Knuth.
Peireskia higuerana Card. : Rhodocactus higueranus
(Card.) Backbg.
Peireskia horrida (HBK.) DC. non Parodi: Peireskia
humboldtii Br. & R.
Peireskia humboldtii Br. & R. (2)
K. baumartig, bis 6 m h,; Tr. rundlich, schlank; B.
einzeln, eng-oblong, aufsitzend, 3 cm lg.; St. oft
einzeln, bis 2—3, bis 3 cm lg., dunkel; Bl. ca. 1 cm
lg., rot bis orange, özipflig, kurz gestielt; Fr. klein
und vielsamig. — Nordperu (Jaén, am Maranon).
Peireskia lychnidiflora DC.: Rhodocactus lychnidi-
florus (DC.) Knuth.
Peireskia moorei Br. & R. (1)
K. strauchig, Im h.; B. rundlich, bis 8 cm lg.; Ar,
grau; St. 2—4, ungleich, bis 7,5 cm lg., aschgrau,
oben schwärzlich; Bl. ca. 4,5 cm gr., rosenrot, mit
Borsten, am Ov. mit schwarzen St. und B. bis 3 cm
lg. — Brasilien (Corumba).
Peireskia nicoyana Web.: Rhodocactus nicoyanus
(Web.) Knuth.
Peireskia opuntiaeflora DC.: Peireskiopsis opuntiae-
flora (DC.) Br. & R.
Peireskia panamensis Web.: Rhodocactus bleo
(HBK.) Knuth.
Peireskia pflanzii Vpl.: Quiabentia pllanzii (Vpl.)
Vpl.
Peireskia pititache Karw. — In Pfeiffer, En.
Diagn. Cact., 176. 1837 (1)
K. baumförmig, bis über 20 m h. (MacDougall für
P. conzattii); Stamm bis 35 cm 0; B. oval bis fast
eiförmig, gespitzt, fest, ganzrandig, kurz gestielt;
St. 1—8 oder mehr (später), verschieden lang; Bl.
erst in späterem Alter, nur bei Sonne geöffnet, im
Juni/Juli, ca. 3 cm lg. gestielt, orangerot; S. schwarz,
glatt. — Mexiko (Tehuantepec), Guatemala ?
Beschreibung nach N. H. Boke, der die richtige
Gattungszugehörigkeit feststellte. Nach H. Bravo
ist die Samenhöhle oberständig. Peireskia conzattii
Br. & R. war diese Art.
Peireskia portulacifolia (L.) Haw.: Rhodocactus por-
tulacifolius (L.) Knuth.
Peireskia rotundifolia DC: Peireskiopsis rotundi-
folia (DC.) Br. & R.
6
Peireskia saipinensis Card.: Rhodocactus saipinen-
sis (Card.) Backbg.
Peireskia sparsiflora Ritt. (2)
Gültige Beschreibung mit Lateindiagnose steht noch
aus. Bekannt ist nur: K. strauchig; Wz. knollig und
holzig; Tr. von gleicher Farbe wie die B.; B.
verschieden-gestaltig, unter günstigen Umständen
doppelt so groß wie unter ungünstigeren, oval, beid-
seitig verjüngt oder oben zuweilen gerundet; St.
bis 8, die mehr randständigen ca. 6 hellgelblich und
dünner, 3 davon ca. 1 cm lg., etwas zur Mitte,
1—2 kräftigere bis 13 mm lg., horngelb, mit
hellbräunlicher dickerer Basis; Ar. mit spärlichen H.;
Bl. sollen einzeln stehen, Farbangabe fehlt. —
Nordostperu. (FR 640.)
Es bleibt festzustellen, ob es sich nicht etwa um
Rhodocactus antonianus Backbg. handelt.
Peireskia spathulata Otto: Peireskiopsis spathulata
(0.) Br. & R.
Peireskia tampicana Web.: Rhodocactus tampicanus
(Web.) Backbg.
Peireskia vargasii H. Johns. (2)
K. zuletzt baumartig, bis 4 m h., auch niederliegend;
B. unten mehr rundlich, nach oben verjüngt, fast
sitzend, bis 2,5 cm lg.; Ar. weißfilzig und mit bis
1 cm lg. H.; St. 1—3, stechend, bis 2,5 cm lg.,
anfangs blaß strohgelb, später grau mit schwarzen
Spitzen; Bl. zu mehreren, sitzend, klein, bis 1,5 cm
0, zipfliger Kelch, weiß; Fr. unter 6 mm gr.,
weinrot bis schwärzlich; S. glänzend schwarz, 1,5 mm gr.
— Nordostperu (Jaén, Bellavista).
v. longispina Rauh & Backbg.: K. strauchig,
bis ca. 2 m h.; B. ähnlich wie beim Typus der Art,
hellgrün; St. bis 3, bis 5 cm lg., blaßgelb; BL zu
1—3, 0,7 cm 0, weiß mit grünem Mittelstreifen;
Fr. 4 mm 0, grün.
v. rauhii Backbg.: K. nur 1,5 m h.; St. bis 10;
Bl. klein und weiß.
Peireskia verticillata Vpl.: Quiabentia verticillata
(Vpl.) Vpl.
Peireskia weberiana K. Sch. (2)
K. 1—3 m h. Strauch; B. bis 3 cm lg., 2 cm br.,
sitzend, breitelliptisch oder + eiförmig, mit Spitze;
Ar. weiß; St. zuerst 1, später bis 5, die meisten
kürzer als der ca. 1,5 cm lg. längste, gelbbraun bis
horngelb; Bl. zu mehreren, 1 cm lg., weiß, 2 cm 0.—
Bolivien (Tunari-Gebirge).
Die Verbreitung der U.-G. Neopeireskia in Nordperu
und Ostbolivien läßt vermuten, daß sie auch in
Zwischengebieten vorkommt.
Peireskia — Peireskiopsis 357
Peireskia zehntneri Br. & R.: Quiabentia zehntneri
(Br. & R.) Br. & R.
Peireskia zinniaeflora DC: Rhodocactus zinniae-
florus (DC.) Knuth.
Peireskiopsis Br. & R. (5)
Anfangs wegen der Ähnlichkeit des bläti‚ertragenden
Habitus als Peireskia angesehen, aber der
Blütenform, vor allem jedoch den Glochiden und den
größeren harten, behaarten Samen nach zu den
Opuntioideae gehörend. Der Fruchtknoten kann,
wenigstens in einigen Fällen, gestielt sein; sonst ist
aber über die Blüten und Früchte relativ wenig
bekannt. Interessant ist Diguets Angabe, wonach
P. aquosa mehr ein Nacht- als ein Tagblüher ist, da
die in der Frühe noch weitoffenen Blüten sich bei
steigender Sonne rasch schließen. Das dürfte aber
nicht bei allen Arten so sein. P. spathulata und P.
velutina haben sich als hervorragende Unterlagen
für Sämlingspfropfungen erwiesen; die
Jungpflanzen wachsen auf ihnen von kleinster Größe an
unglaublich schnell heran, müssen dann allerdings
umgepfropft werden; die Stümpfe produzieren noch
mehrere Sprosse; das alles ist wichtig für die
Seltenheiten-Anzucht (s. Abb. im einleitenden Teil).
Beschrieben wurden 12 Arten. — Verbreitung:
Mexiko und Guatemala [®.].
Schreibweise nach den Regeln ‚‚Pereskiopsis"; von
Berger und einigen anderen Autoren zwangsläufig
der von Peireskia angepaßt (siehe dort).
Peireskiopsis aquosa (Web.) Br. & R.
K. strauchig; Tr. blaugrün; B. leuchtend grün, fast
elliptisch, + doppelt so lg. wie br.; Ar, anfangs mit
langen, weißen H.; St. meist nur 1, weiß; Gl. wenige,
gelb; Bl. gelb, außen rot gefleckt; Fr. birnförmig,
bis 5 cm lg., bis 2,5 cm 0, gelbgrün. — Mexiko
(Guadalajara).
Peireskiopsis autumnalis Eichlam: Rhodocactus
autumnalis (Eichl.) Knuth
Peireskiopsis blakeana G. Ortega
K. bis 3 m h., auch stammbildend; Tr. bis 5 cm
dick, erst grün, dann braun; Ar. weißgelb-filzig; St.
2, oben grau, unten schwarz; Gl. gelb; Bl. ?; Fr. ? ;
S. 2 mm gr., rosa, linsenförmig. — Mexiko (Sinaloa,
Abuya bei Culiacan).
Peireskiopsis brandegeei Br. & R.: Peireskiopsis por-
teri (Brand.) Br. & R.
Peireskiopsis chapistle (Web.) Br. & R.
K. strauchig, bis 4 m h.; Tr. glatt; B. rund bis
elliptisch, bis 4 cm lg.; Ar. weiß; St. meist 1, weiß, bis
6 cm lg.; Bl. gelb bis rosa; Fr. rot. — Mexiko
(Oaxaca; Morelos ?).
Peireskiopsis diguetii (Web.) Br. & R.
K. großstrauchig; Tr. flaumig, erst grün, alte
rötlich; B. elliptisch-eiförmig, bis 5 cm lg.; Ar. anfangs
mit dichtem, weißem H.-Filz, später mit kurzer,
schwarzer Wolle; St. meist 1, selten bis 4, bis 7 cm
lg., anfangs fast schwarz; Gl. wenige, bräunlich; Bl.
gelb; Fr. 3 cm lg., rot, zuweilen mit St.; S. weiß,
5 mm gr. — Mittelmexiko (JMisco; Guadalajara;
Oaxaca).
Peireskiopsis gatesii Baxt.
K. kletternder Strauch; Tr. blaßgrün, Zweige bis
7 cm lg.; B. kaum länger als br.; Ar. dunkel; St. 1
bis mehrere, bis 5 cm lg., unten grau bis nußbraun,
Spitze dunkelbraun bis schwarz, mit gleichfarbigen
dünnen Hülsen; Gl. braun; Bl. ?; Fr. tiefrosa, 2 cm
lg., 1 cm 0, beblättert, meist steril, mit wenigen
braunen St. — Mexiko (Niederkalifornien).
Peireskiopsis kellermannii Rose
K. kletternder Strauch; Tr. bis 5 m lg., ca. 2 cm 0,
anfangs grün; B. glänzend-grün, elliptisch bis +
länglich oder rundlich, auch zugespitzt und unten
verjüngt, zwei- bis dreimal so lg. wie br., bis ca.
5 cm lg.; Ar. mit weißem Filz und H.; St. 0—1,
stark, fast schwarz, bis 3 cm lg., an alten Tr. 1 bis
mehrere, spitze, braune; Gl. braun; Bl. ?; Fr. rot,
glatt, beblättert, mit braunen Gl.; S. behaart. —
Guatemala (Trapichite).
Peireskiopsis opuntiaeflora (DC.) Br. & R.
K. baumförmig; Tr. im Alter braunrindig; B.
einzeln oder paarig, fleischig, graugrün, ovoid,
gestutzt, ausgerandet oder kurz zugespitzt und auch
mit sehr kurzem Stiel, bis 3,5 cm lg., 3 cm br.; Ar.
grau; St. fehlend oder bisweilen nur 1, stark, rund,
spitz, bis 6 cm lg.; Bl. einzeln, mit bis 5 mm lg.
Stiel, ganze Länge 3 cm lg., gelb mit unrein
rotgelben Streifen; Ov. birnförmig, winzig beschuppt.
— Mexiko.
Peireskiopsis pititache (Karw.) Br. & R.: Peireskia
pititache Karw.
Peireskiopsis perteri (Brand.) Br. & R. (T.)
K. strauchig, bis 1,20 m h.; Tr. bis 3 cm 0; B.
sitzend, bis 3 cm lg., spitzig-eiförmig, in der Kultur
schmäler; St. anfangs 0, dann 1—2, braun, an
älteren Tr. 3—8, 3—5 cm lg., an alten Teilen bis 20, Tr.
schon im zweiten Jahr bräunlich; Gl. braun; Bl.
ca. 4 cm 0, gelb; Fr. länglich, bis 5 cm lg., orange,
mit großen Ar. und braunen Gl.; S. wenige, mit
abfallenden weißen H. — Mexiko (Sinaloa;
Niederkalifornien). (Abb. 327.)
Peireskiopsis rotundifolia (DC)Br. & R.
K. mit holzigen Stämmen; Tr. schlank, glatt; B. fast
kreisrund, kurz gespitzt; St. 1, länger; Ar. weiß; Gl.
wenige oder fehlend; Bl. 3 cm 0, rötlich-gelb; Fr.
+ eiförmig, rot, beblättert. — Mexiko.
358 Peireskiopsis — Peniocereus
Peireskiopsis scandens Br. & R.
K. kletternder Strauch, bis 10 m lg.; Tr. graufarbig,
rund, glatt; B. eiförmig, bis 2 cm lg., glatt, spitz
zulaufend; Ar. weiß wollig; St. 1, kurz, 5 mm lg.;
Gl. braun; Bl. gelb; Fr. langsam reifend, schlank,
bis 7 cm lg., etwas höckrig; S. wenige. — Mexiko
(Yucatan, Izamal und Merida).
Peireskiopsis spathulata (0.) Br. & R.
K. strauchig, bis 2 m h.; Tr. bläulichgrün, flaumig;
B. spatelig, dick, grün, bis 3 cm lg.; Ar. anfangs
behaart; St. 1—2, steif, unten weiß, bis 2,5 cm lg.;
Gl. braun; Bl. rot; S. weiß. — Süd (?)-Mexiko.
Peireskia velutina Rose
K. dichte Büsche, bis über 1,20 m h.; Tr. grün; B.
elliptisch bis + eiförmig, 2—6 cm lg., bis 2,5 cm
br., dunkelgrün, beidseitig flaumig; St. einige kurze;
Gl. vorhanden; Ar. mit längeren weißen H.; Bl.
sitzend, leuchtend gelb; Fr. ? — Mexiko (Queré-
taro; Mittel-Mexiko).
Pelecyphora Ehrenbg. (222)
An dieser Gattung erweist sich, daß — wie z. B. bei
den drei Grundformen der Opuntiengestalten —
nicht allein die Blütenmerkmale für die
Abgrenzung maßgebend sein können, um natürliche
Artgruppen exakt darzustellen. Dies war bei obigem
Genus erst in jüngerer Zeit möglich. Bisher gehören
mit Sicherheit hierher 2 beschriebene Arten. Bei
beiden sind die Warzen seitlich zusammengedrückt
— daher der Name „Beilträger" — und die Areolen
sind dementsprechend langgezogen, die Stacheln
deutlich kammförmig-anliegend; bei beiden werden
die Warzen später hart, beide Arten haben auch
einen fast rübig starken Basalteil und sitzen mit
ihm ziemlich tief in der Erde. Bei beiden Arten ist
ferner eine zwar winzige, aber doch + deutliche
Areolenfurche festzustellen, worauf z. T. schon
Schumann hinwies. Die Früchte zerfließen am
First; sie sind klein und weich, die Samen schwarz.
Die Blüte ähnelt der von Encephalocarpus; sie ist
nackt wie auch die Frucht. Der zweiten Art gleicht
auffällig Solisia pectinata, weshalb diese zuerst als
Pelecyphora beschrieben wurde, obwohl Blütensitz
und Frucht völlig verschieden sind, nicht aber die
Warzenform und Stachelanordnung. Daran zeigt
sich auch die Bedeutung einer genauen Abgrenzung
der Merkmale, wobei das Kleingenus die natürlichen
Gegebenheiten am sinnfälligsten wiedergibt. In
dieser Abgrenzung ist bei Pelecyphora nicht der
„Echinocactus valdezianus" unterzubringen,
dessen Ähnlichkeit nur eine entferntere ist, sondern er
mußte zu Gymnocactus gestellt werden. Der gut-
wüchsige Typus der Gattung ist häufiger in den
Sammlungen vertreten, die zweite Art seltener. —
Verbreitung: Mexiko (in Nordmexiko und San
Luis Potosi). [®.]
Der Typus des Genus war ein indianisches
Heilmittel und wurde, wie die Lophophora, „Peyote"
oder „Peyotillo" genannt.
Pelecyphora aselliformis Ehrenbg. (T.)
K. kugelig-keulig, bis ca. 10 cm h., 5,5 cm 0, später
sprossend und gruppenbildend, graugrün; W.
spiralig stehend, bis 5 mm h.; Ar. lang; St. nicht
stechend, bis auf die freien Spitzen stärker
untereinander verwachsen, sehr klein, in der Ar.-Mitte am
längsten; Bl. 3 cm und mehr br., glockig-trichterig,
karminviolett; S. nierenförmig. — Mexiko (San
Luis Potosi).
Pelecyphora pseudopectinata Backbg.
K. einzeln, kugelig bis etwas länglich, bis ca. 6 cm
h., 4,4 cm 0; W. unten fast viereckig, oben stark
flachgedrückt; Ar. langgezogen; St. sehr fein, kurz,
freistehend, kammartig anliegend, ca. 1,25 mm lg.,
glasigweiß, am Fuß etwas graugelblich; Bl. ca. 2 cm
lg., 1,5 cm 0, hell weißrosa mit kräftigem,
rotbraunem Mittelstreifen; Stbf. und Gr. rosa; Fr.
klein, dunkelgrün. — Mexiko (Palmillas, in
Nordmexiko). (Abb. 328.)
Pelecyphora valdeziana und v. albiflora Paz.:
Gymnocactus valdezianus (Moll.) Backbg. und var.
albillorus (Paz.) Backbg.
Peniocereus (Berg.) Br. & R. (131)
Ziemlich dünntriebige Cereen mit dickknolligen bis
rübigen Wurzeln, diese beim Typus des Genus bis
125 Pfund schwer. Bei einigen Arten tritt dimorpher
Wuchs auf: die Triebe sind normalerweise zu
Anfang mehrkantig, später z. T. rund; es kommt aber
auch kantige Wuchsform bei den runden
Triebteilen vor, vielleicht zu Beginn des neuen
Jahreswuchses. Genaue Beobachtungen darüber stehen
noch aus. Die Blüten sind nächtlich und meist
weiß, z. T. auch etwas in der Tönung nach gelblich
hin schwankend oder hellrosa. Röhre und Ovarium
sind mit + steifen, + borstendünnen Stacheln
versehen, ebenso die rote, längliche Frucht. Die
Schlüsselposition des Genus ist bei Britton und Rose
unzulänglich, die Abgrenzung von Acanthocereus und
Peniocereus wäre danach nicht aufrechtzuerhalten,
ebensowenig nach der Blütenskizze Fig. 167 in Bd.
II von „The Cactaceae" und der Angabe
„trichterartig'1. Hinzukommt, daß in solcher Fassung Wil-
coxia ebenfalls schwer abzugrenzen ist, zumal es bei
diesem Genus anscheinend auch nachts geöffnete
Blüten gibt; so kam es, daß einige Arten wenig
geklärt blieben (P. marianus), ja sogar ein weiteres
Genus entstand (Neoevansia) und genau genommen
keine klare Trennung zwischen Acanthocereus und
Peniocereus gegeben wäre. Hier bewährte sich
wieder, daß das Kleingenus zu genauen Beobachtungen
zwingt: es hat sich inzwischen gezeigt, daß allein
Peniocereus 359
bei Peniocereus die Blütenhülle im Hochstand stark
abwärts gerichtet ist, die Staubblätter mit dem
Griffel dagegen, fast ringförmig geschlossen,
aufgerichtet! Das findet man weder bei Acanthocereus
noch bei der trichterig blühenden Wilcoxia, die als
Tagblüher anzusehen ist, wenngleich in einem Fall
die Blüten nächtlich geöffnet sind, was jedoch auch
bei anderen tagblütigen Gattungen vorkommt.
Bis zur Klärung der typischen Perigonblatt-Stellun-
gen bei Acanthocereus und Peniocereus mußte auch
die Gattungszugehörigkeit von Acanthocereus ma-
culatus zweifelhaft bleiben; Cutak hatte ihn zu
Peniocereus gestellt; erst neuerdings erwies sich,
daß die inneren Perigonblätter im Hochstand +
trichterig aufgerichtet gestellt, nicht herabgebogen
sind. Daran zeigte sich, daß Weingart und H.
Bravo die Art richtig zu Acanthocereus einbezogen
hatten. Beschrieben sind bisher 10 Arten. —
Verbreitung: USA (Südstaaten ohne Kalifornien),
westlicheres Mexiko bis zum Rio Tehuantepec. [P.
empfiehlt sich wegen der Rübenwurzeln; jedenfalls
wachsen die Pflanzen dann weit besser. Eine
Ausnahme scheinen P. haackeanus und P. marnieranus
zu machen.]
Peniocereus diguetii (Web.) Backbg.
K. buschig; Wz. rübig, dick, bis 40 cm lg.; Tr. dünn,
kaum über 1 m lg. (?), ca. 8 mm 0, gepfropft bis
über 3 m lg. beobachtet, Spitze unter der Lupe
dicht behaart und borstenstachlig, Epidermis nicht
flaumig; Ri. 6—9, sehr schmal und niedrig,
rundlich; Ar. weiß; Rst. ca. 10, borstenartig, weiß, bis
4 mm lg., angepreßt, dunkclspitzig; Mst. 2, kürzer;
St. später alle abfallend; Bl. bis 9,5 cm lg., 6 cm 0,
duftend, weiß bis zartrosa; Fr. birnförmig,
Scharlach, bis 5 cm lg., 2,5 cm 0; S. klein,
glänzendschwarz. — USA (S-Arizona), Mexiko (Sonora;
Sinaloa, im Nordwesten, mit P. marianus).
Peniocereus tosterianus Cut.
K. bis 2 m h., strauchig; Wz. eine Haupt-Wz. mit
mehreren Rüben; Tr. bis 1 m lg., aus kleinem
Stämmchen, zuerst 3—ökantig, später zylindrisch,
bleistiftstark; Ar. fast kahl; St. winzig, meist 6,
z. T. pfriemlich und am Fuß verdickt, einer mehr
in der Mitte, alle dunkelbraun bis schwarz, zuerst
6—8 Bst.-St., weiß bis gelbbraun, bis 3 mm lg.;
Bl. bis 10 cm lg., weiß; Fr. ? — Mexiko (Guerrero,
südlich Tierra Colorada).
Peniocereus greggii (Eng.) Br. & R. (T.)
K. lockerstrauchig, bis 3 m h.; Wz. bis 60 cm 0;
Tr. aus kurzem Stämmchen, bis 2,5 cm 0, anfangs
flaumig, 3—6kantig, Kanten scharf; St. kurz aber
fest, höchstens 2 mm lg., 6—9 randständig, öfter
auch 1—2 mittlere, unten verdickt, meist abfallend,
schwärzlich; Bl. 15—20 cm lg., weiß oder
gelblichweiß; Fr. Scharlach, geschnäbelt-eiförmig, schlank,
bis 6,5 cm lg., St. abfallend; S. schwarz. — USA
(Südstaaten ohne Kalifornien), Mexiko (Sonora;
Chihuahua; Zacatecas).
Engelmann unterschied eine v. transmontanus
(Eng.) mit weit schlankerer R. als die des Typus
der Art, die Pet. schmäler.
In der Heimat der Art soll Simultanblühen
beobachtet worden sein, d. h. die meisten Pflanzen
gleichzeitig blühend.
Peniocereus haackeanus Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 12. 1963.
K. strauchig aufsteigend; Wz. wahrscheinlich rübig;
Tr. bis über 40 cm lg., ca. 2—2,5 cm 0, grün; Ri.
schmal und mit rundlicher Kante, anfangs 7—9,
später auch bis 10, 5 mm h.; Ar. 1,3—1,5 cm
entfernt, weißlich; St. ca. 12—18, 3—3,5 mm lg., die
längeren abwärts weisend, steifborstig, weißlich,
ohne ausgeprägte mittlere; Bl. bis 11 cm lg., 7,5 cm
0; Pet. blaßrosa; Sep. + bräunlich-rot; Nektarhöhle
schmal und lang; R. bräunlich-dunkelgrün, Ar.
ziemlich weitstehend; Ov. dichthöckrig, ca. 7—11
dünne Bst.-St., Ar. weiß; Bl.-Duft säuerlich, aber
angenehm; Fr. fast eiförmig, bis ca. 7 cm lg., bis
5 cm 0, außen und innen purpurn; S. ca. 4 mm lg.,
2,8 mm dick, glatt glänzend schwarz. —
Mexiko (?). (Abb. 329, 330.)
Hat die schönsten Blüten der Gattung; benannt
nach dem Kakteenzüchter W. Haacke, Antibes
(Frankreich).
Die Typpflanze befindet sich in der Sammlung von
J. Marnier-Lapostolle, St. Jean-Cap-Ferrat.
Peniocereus johnstonii Br. & R.
K. strauchig kletternd, bis 3 m lg.; Wz. eine große
Rübe, bis 14 Pfund schwer; Tr. (und Stämme) 3—5-
kantig, nicht anfangs flaumig; Ri. 3—5, Kante
geschweift; Ar. zuerst etwas erhöht; Rst. 9—12,
braun bis schwarz bzw. obere schwarz, unten
verdickt, untere 2 hellbraun, verlängert, borstenfein,
zurückgebogen; Mst. 1—3, pfriemlich, bis 8 mm lg.;
Bl. ca. 15 cm lg., Farbe unbekannt; R. mit
bräunlichem Filz und Bst.-St.; Fr. länglich-ovoid, 6 cm
lg., St. schwarz; S. glänzend schwarz. —
Niederkalifornien (im Süden und Insel San Josef).
Peniocereus macdougallii Cut.
K. strauchig, bis 3 m lg.; Wz. groß und rübig; Tr.
dreikantig, aus anfangs bis 6,5 cm dicken
Stämmchen, kaum geschweift, bis 1,35 m lg., Jung-Tr.
zuweilen bis ökantig; Ar. bis 4 cm entfernt, anfangs
weiß; St. meist 3—4, zuweilen unscheinbar, oft
stärker verlängert und ziemlich kräftig-nadelig; Bl. bis
9 cm lg., kaum duftend, grünlichweiß; R.
rötlichgrün, braunfilzig, St. fein, weißlich-rötlich; Ov.
dunkelgrün. — Mexiko (Oaxaca, Cerro Arenal, Rio Te-
quisitlan, Rio Tehuantepec).
v. centrispinus Backbg.: Ri. schmal, oben
rundlich, verhältnismäßig hoch, 4, dunkelgrün; Rst.-
Zahl ungefähr wie beim Typus der Art, bis 1,5 cm
lg., weiß; Mst. 1, bis 2,5 cm lg.; Bl. 8 cm lg., 4 bis
360 Peniocereus — Pfeiffera
4,5 cm 0, weiß; Sep. und R. braunrot, St.
rötlich. — Mexiko (im Süden ?).
Die in „Die Cactaceae", Bd. VI, S. 3843, Abb.
3480, links gezeigte Pflanze mit 3 Ri., aber stark
genäherten Ar. ist nicht der sterile Tr. der var.,
sondern eine wohl noch unbeschriebene Art.
Peniocereus maculatus (Wgt.) Cut.: Acantho-
cereus maculatus Wgt.
Peniocereus marianus (Gentry) H. Sanchez Mej.-
Cact. y Suc. Mexicanas 7: 4, 85—91.1962 (Wilcoxia
mariana Gentry, Publ. Carn. Inst. Wash. No. 527
(Rio Mayo PL), 191. 1942).
K. wenig verzweigt, sperrig-strauchig, +
aufgerichtet (nach Foto Sanchez Mejorada); Ri. leicht
höckrig, mit abstehenden St.; Bl. weiß, mit über
die ganze Länge stärker und näher gehöckerter R.
— Mexiko (Sonora, Cerros de'Topolobampo, Nava-
chiste und Rio San Miguel, rechtsufrig bis zum
Meer).
Blüht um Sonnenuntergang auf, schließt gegen 10h
des folgenden Tages.
Peniocereus marksianus Schwarz, Kat.-Name 1955,
blieb unbeschrieben.^
Peniocereus marnieranus Backbg. n. sp.
Fruticosus, scandens, dimorphus; ramis juvenili-
bus brevibus, fuscatis, ad ca. 12 cm longis, tri- vel
quandrangulis, areolis valde approximatis, albidis,
aculeis brevissimis, adpressis, ca. 1,5—2,5 mm
longis, postea ramis valde elongatis, glaucis, ramo-
sis, ad 3,5 cm 0, costis 4 (—5), aculeis primo car-
minatis, ca. 5 radialibus, 0,5—1,8 cm longis, cen-
trali 1, porrecto, ad 2 cm longo, basi aliquid incras-
sata, interdum 2—3 saetis in superiore parte areolae;
aculeis postea albido-griseis; flore 5,2 cm longo, 4 cm
0, perigonio deflectente, foliis exterioribus fulvosis,
interioribus pallide fulvoso-albis; filamentis erec-
tis, stylo stigmatibusque albis; tubo 4,5 cm longo,
1 cm 0, sordide rubido-viridi, aculeis pallidis;
ovario oblongo, sine aculeis, areolis approximatis,
tomento fulvoso; fructu ? — Mexiko.
K. strauchig, kletternd, dimorph; Tr. zuerst kurz,
bis ca. 12 cm lg., bräunlich, drei- oder vierkantig, in
Büscheln erscheinend, leicht abfallend und so zur
raschen Vermehrung beitragend, Ar. stark genähert,
fast bandartig folgend, St. weißlich, angepreßt;
später aus oben abgeschnürten Jungtrieben die
eigentlichen Zweige, 4kantig, bis ca. 3,5 cm 0,
selten örippig; Ri. seitlich oben etwas gepreßt; St.
anfangs karmin, ca. 5, abstehend, mitunter 2—3 Bst.,
ca. 2 mm lg., alle bald weißlich; Rst. 5, dünnpfriem-
lich, 5—18 mm lg., Basis kaum verdickt; Mst. 1,
vorgestreckt, bis ca. 2 cm lg., unten etwas verdickt;
Bl. 5,2 cm lg., 4 cm 0, mit herabgebogenem Perigon;
Sep. bräunlich; Pet. schwach bräunlich weiß; R. 4,5
cm lg., 1 cm stark, schmutzig rötlichgrün, mit
blassen dünnen St.; Ov. etwas oblong, stachellos, mit
stark genäherten Ar., Filzpolster bräunlich; Fr. ? —
Mexiko (von MacDougall gefunden, ohne
näheren Standort). (Abb. 5 rechts, 331.)
Wie ich an der Typpflanze im Jardin Botanique
„Les Cédres" sah, zeichnet sich die Art durch eine
enorm reiche Zahl der Blüten aus, die oft
kettenartig neben- bzw. untereinander entstehen. Ich
benannte die Art nach Mr. J. Marnier-Lapostolle,
der mir längere Zeit die Gelegenheit gab, an Hand
seines reichen Pflanzenmaterials den Lexikontext
vieler Arten nachzuprüfen und zu ergänzen.
Peniocereus occidentalis H. Bravo — Cact. y Suc.
Mex., VIII: 4, 79—82. 1963.
K. strauchig, aufrecht; Ri. flügelig, anfangs 4—5,
später 6—7, dunkelgrün, glatt; Ar. klein,
gelblichwollig; Rst. anfangs 5, später bis 10, 2—4 mm lg.;
Mst. anfangs 1, später bis 3, 3—4 mm lg., alle
dunkelbraun; Bl. trichterig, bis 8 cm lg.; R.
dunkelbraungrün; Ov. dunkelgrün, mit 1—2 mm lg. St.,
diese an der R. 1—2, bis 5 mm lg., wie die blaß-
bräunlichen Ar. getönt; Pet. krem mit rosa Schein,
oben nur krem; Gr. krem; N. 8, krem; Fr. oval,
3,5 cm gr., rot, mit purpur Ton, mit 8 bis 1 cm lg.
St., graubraun; S. 3,5 mm gr., glänzend schwarz. —
Mexiko (Oaxaca, 20 km von Pochutla, an der
Küstenstraße nach Rio Copalito, im
Trockenbusch, sowie in der Umgebung von Puerto Escon-
dido).
Eine Pflanze mit niemals runden Tr. und ziemlich
kurzen St.
Peniocereus rosei G. Ortega
K. aufgerichtet, bis 2 m lg., Zweige umbiegend;
Wz. konisch-rübig, bis 10 cm 0; Tr. 30—80 cm lg.,
bis 1,5 cm 0, leicht und entfernt marmoriert, oder
hellgrün mit dunklen Flecken unter den Ar.; Ri.
4—5, die Tr. aber bald zylindrisch werdend; St.
zuerst 1—2, später 8—9, auch längere abwärts
weisende, gelb und dünn, zuweilen alle gänzlich fehlend;
Bl. 10 cm 0, weiß; Pet. als „etwas aufgerichtet, die
Sep. herabgebogen'1 beschrieben, wahrscheinlich
also nicht im Hochstand gesehen, aber lang und
schmal, wie für die Gattung typisch; Fr. 3 cm lg.,
rot, bestachelt; Pulpa rot; S. kaffeebraun. —
Mexiko (Sinaloa, in Meeresnähe).
Pereskia und Pereskiopsis siehe unter Peireskia und
Peireskiopsis.
Peruvocereus Akers: Haageocereus Backbg.
Pfeiffera SD. (51)
Kleine, cereoide, aufrechte Sträucher, auf Steinen
wachsend oder epiphytisch, aber ohne Luftwurzeln.
Die Rippenzahl ist gering. Die kleinen Blüten haben
nur eine sehr kurze Röhre, der Fruchtknoten und
Pfeiffera — Philippicereus 361
die ebenfalls kleine Frucht sind bestachelt. Das
Genus ist tagblütig. Beschrieben sind bisher 4 Arten.
— Verbreitung: Bolivien (Chaco bzw.
Südostregion) bis Nordargentinien (Nordosten bis Cata-
marca und La Rioja). [®.]
Pfeiffera erecta Ritt. — „Taxon", XIII: 3, 116.
1964.
K. aufrecht, bis 30 cm h., wenig verzweigt; Tr.
6—12 mm 0; Ri. 5—7, bis 2,5 mm h.; Ar. weiß,
rund, 3—5 mm entfernt; St. 12—16, dünn,
zartweiß, 4—10 mm lg.; Bl. 1,5 cm lg., weiß; Pet. oben
stumpf lieh, ausgerandet; R. ohne Nektarkammer;
Ov. winzig rot beschuppt und mit feinen weißen
Bst.; Stbf., Gr. und N. weiß; Fr. 1 cm gr.,
dunkelgrün, dünn weißborstig; S. 1,5 mm gr.,
glänzendschwarz, glatt. — Bolivien (Dept. Santa Cruz,
Prov. Valle Grande, weslil. Valle Grande, an
Hängen zum Rio Mizque) (FR 883).
Pfeiffera ianthothele (Monv.) Web. (T.)
K. aufrecht bis hängend, mäßig verzweigt ;Tr.blaß-
grün, bis ca. 50 cm lg., bis 2 cm dick, an den Ar. oft
violett überlaufen; Ri. (3—) 4, scharfkantig,
gebuchtet; Ar. rund, weißfilzig, mit Schüppchen, bald
abfallend; St. borstenartig, 6—7, unter 5 mm lg.,
gelblich; Bl. bis 2,2 cm lg., bis 1,5 cm br.; Sep.
purpurrot bis rosa; Pet. kremweiß; Ov. stumpf 5kan-
tig, bräunlichgrün, mit weißen Stachelchen; Fr.
1 cm ø, kugelig, durchscheinend, rosenrot; S.
zahlreich, klein, schwarz. — Bolivien, Argentinien.
(Abb. 332.)
Pfeiffera mataralensis Ritt. — „Taxon", XIII: 3,
115.1964.
K. hängend, auf Bäumen, bis 20 cm lg., sprossend;
Tr. 7,5—12,5 mm br.; Ri. (3—) 4—7 (—8), 3—5 mm
h., zuweilen so h. wie beim Typus des Genus; Ar.
weiß, 5—10 mm entfernt; St. 9—15, 4—8 mm lg.,
dünnadelig, gelb oder braun, die feinsten weiß; Bl.
bis 1,7 cm lg., am Triebende, weiß; Pet. gerundet;
R. 1 mm lg., Nektarkammer kaum unterscheidbar;
Ov. 6 mm lg. und bis 6 mm br.; Stbf., Gr. und N.
weiß; Ov. grün; Fr. 1,5 cm gr., rund, gelbgrün,
weißborstig; S. 1,2 mm gr., schwachglänzend
schwarz, gebogen. — Bolivien (Dept. Santa Cruz,
Prov. Florida, Mataral) (FR 363).
v. Iloccosa Ritt. — 1. c: Ar. größer, stärker
bewollt, bis 2 mm 0 (bei der v. mataralensis nur
1,5 mm 0); St. etwas kräftiger. — Bolivien
(Dept. Cochabamba, Prov. Campero, Quiroga)
(FR 881).
Pfeiffera multigona Card. — „Cactus" (Paris),
19-82, 51—52. 1964.
K. hängend, dünn, rundlich; Tr. bis 25 cm lg., blaß-
grün, bis 1 cm 0; Ri. ca. 7, höckrig; Ar. bis 7 mm
entfernt, rund, erhaben, blaßbraun; St. nadelig,
sehr dünn .6—7, 3—10 mm lg., blaßbraun; Mst. nur
zuweilen 1; Bl. am Tr.-Ende, 1,5 cm lg., weiß; Pet.
ca. 9; Fr. kugelig, blaßgelb, ca. 1 cm 0, wäßrig;
S. 1,2 mm lg., glänzend schwarz. — Bolivien
(Prov. Azero, Dept. Chuquisaca, am Wege Monte-
agudo—Camiri, 1100 m).
Eine durch ihre rundlichen und feinhöckrigen Tr.
wohlunterschiedene, interessante Art.
Ritter erwähnt noch folgende Namen als neu
bezeichneter Arten: Pf. gibberosperma Ritt.; Pf. gra-
cilis Ritt., ‚‚sehr zierlich, vielrippig und
dünnstachlig"; Pf. tarijensis Ritt., ‚‚zart bestachelt";
Ri. ziemlich niedrig.
Phellosperma Br. & R. (229)
Später längliche, mamillarienähnliche Pflanzen, am
Standort mit dichter, weißer Bestachlung, daraus
dunkle Hakenstacheln weit hervorragend. Die Blüte
ist trichterig; sie erscheint aus älteren Axillen, mit
einer längeren Röhre, und die Samen haben ein
großes, korkiges Arillusgewebe, fast von der Größe
des eigentlichen Samenkorns. Etwas Ähnliches
findet man nur noch bei Blossfeldia-Samen. Wegen des
korkigen Samenanhanges gaben Britton und Rose
dem Genus seinen Namen, denn er bedeutet
„Korksamen"; er ist seit rund vierzig Jahren in Gebrauch
und wird wegen des eigenartigen Hauptmerkmals
hier beibehalten, da alle Umstellungsversuche eine
entsprechende Behandlung vieler anderer
Artgruppen in der ganzen Familie erfordern würden, was
einmal nicht möglich ist, und wofür auch kein
Bedürfnis besteht. Die Pflanzen sind sehr schön, halten
sich aber bei uns wurzelecht nicht lange, gepfropft
wirken sie jedoch zu getrieben. Nur 1 Art bekannt.
— Verbreitung: USA (S-Utah, SO-Kalifornien,
Arizona, angeblich auch in Nevada), Mexiko (N-
Niederkalifornien). [P.]
Phellosperma tetrancistra (Eng.) Br. & R. (T.)
K. einzeln oder sprossend, bis 30 cm lg., bis 7 cm 0;
W. rundlich; Bz.8:13; Ax.nackt; Rst.30—60, weiß,
mitunter braunspitzig, 5—10 mm lg., dicht
verflochten; Mst. (1—) 4, stärker und braun bis
schwarzspitzig, Fuß heller, die oberen bis 7 mm lg.,
der untere hakige bis 9 mm lg.; Bl. bis 4,5 cm lg.,
3,5 cm 0, purpurn mit hellem Rand; Fr. rot,
länglich, bis 3,5 cm lg.; S. ca. 2 mm gr. — Heimat (wie
oben angegeben). (Abb. 333.)
Philippicereus Backbg. (84)
Die Gattung ist Eulychnia nahe verwandt, was sich
besonders an der kreiselig-glockigen Blütenform
zeigt. Eine eigentliche Röhre fehlt nahezu; die Hälfte
der Blütenlänge nimmt die ziemlich große
Samenhöhle ein. Die besondere Eigenart und das
ausschlaggebende Gattungsmerkmal ist die lange und
362 Philippicereus — Pilosocereus
ziemlich kräftig-borstige, fast stachlige Bekleidung
der nächtlichen Blüte, ein Kennzeichen, das allen
Eulychnias fehlt und Philippicereus daher in der
Reduktionslinie der Sproßmerkmale vor jenes Genus
stellt. Vordem galt als besonderes Kennzeichen noch
der relativ niedrige Wuchs in großen
Ansammlungen. Das ist aber neuerdings auch bei Eulychnia
procumbens festgestellt worden. Die früheren
Beschreibungen gaben Borsten nur am
Frucht-Oberteil an; das Herbarmaterial, das mir vorlag, zeigte
jedoch, daß die Borstenbekleidung zumindest
variabel ist, d. h. weiter herabreichen kann. Beschrieben
ist nur 1 Art. — Verbreitung: Chile (von Los
Molles bis Los Vilos) [®.].
Philippicereus castaneus (Phil.) Backbg. (T.)
K. bis 1 m h., in bis zu 20 m br. Ansammlungen;
Tr. bis 8 cm 0, basal verzweigend, auch liegend und
aufsteigend; Ri. 9—11, niedrig, rundlich; Ar. groß,
rund; Rst. 8—10, 5—20 mm lg.; Mst. 1, 6—10 cm
lg., stark, vorgestreckt; St. alle anfangs gelb,
braunspitzig, später grauweiß; BI. 3—5 cm lg.,
starkwollig, weiß oder rosa, mit ca. 1,5 cm lg.,
derben braunen Bst.; Fr. 5 cm gr., borstig und wollig;
S. 1,5 mm gr., mattschwarz. — Chile (wie oben
angegeben und in Coquimbo, bei Taliney). (Abb. 334.)
Phyllocactus Lk.: Epiphyllum (Herm.) Haw.
Pilocanthus B. W. Bens. & Backbg. (208)
Meist einzeln wachsende Pflanzen mit zuerst
kurzen Stacheln, denen später sehr lange, haarartige
folgen, wie sie unter allen Kugelkakteen einzigartig
sind. Gerade dieses Genus in seiner
Sektionsgliederung nach dem Stachelcharakter unter Pediocactus
(siehe auch dort) fortfallen zu lassen, wie es L. Ben-
son tut, spricht nicht für die Berechtigung seiner
„Revision14. Die radförmigen Blüten entstehen
etwas vom Scheitelpunkt entfernt; sie sind dicht
beschuppt und kahl, wie auch die nackte, trockene
Frucht, die seitlich klaffend aufreißt. Nur 1 Art
bekannt. — Verbreitung: West-Arizona.
Pilocanthus para<linei (B. W. Bens.) B. W. Benson
& Backbg. (T.)
K. kugelig, mit längerem Basalteil, bis 4 cm h., bis
8 cm 0, graublaugrün; Wz. rübig, bis 15 cm lg.; W.
5 mm h.; Rst. zuerst (bei ganz jungen Pflanzen) ca.
16, höchstens 16 mm lg., später bis ca. 20; Mst.
zuletzt bis 6, kaum trennbar, einzelne bis 7 cm lg.,
alle hyalinweiß, oben zuweilen undeutlich gefleckt;
Bl. radförmig, 1,2 cm lg., 2,2 cm 0, kremweiß,
zuweilen mit rosa Mittelstreifen; Fr. klein-eiförmig;
S. mattschwarz, bis 3 mm gr. — USA (Arizona,
House Rock Valley, NO-Mohave County, N-Kaibab
Plateau). [P.] (Abb. 335).
Pilocereus K. Sch. non Lem. : Pilosocereus Byl. &
Rowl.
Pilocereus Lem.: Cephalocereus Pfeiff.
Pilocereus houlletii Lem. s. unter Pilosocereus sar-
torianus (Rose) Byl. & Rowl.
Pilocopiapoa Ritt. (128)
Große Polster bildende Pflanzen, die, auch in der
Blütenform, ganz den Copiapoa-Arten ähneln, selbst
das Öffnen der Früchte ist gleich, doch sind
Fruchtknoten und Röhre sowie Frucht behaart. Dieses
Genus ist interessant, auch deshalb, weil Ritter hier
meinem Trennungsprinzip folgt, d. h. nach der
stufenweisen Reduktion der Bekleidung. Die Samen
sind glänzend schwarz. Eine Art bekannt. —
Verbreitung: Chile (24. Breitengrad, landeinwärts).
[Kultur ?] Sämlinge wachsen anscheinend gut.
Pilocopiapoa solaris Ritt. (T.)
K. vielköpfig, in hohen Polstern, bis über 1 m h.
und 2 m 0, einzelne Köpfe bis 12 cm 0, graugrün,
reiflos; WoUscheitel flach; Ri. (8—) 9 (—11), nicht
gehöckert; Ar. anfangs gelbbraun; Rst. 7—10, 1,5
bis 5 cm lg.; Mst. 2—5, 2—6 cm lg.; St. zuerst
hellgelbbräunlich, derb, starr, schülferig, + gebogen;
BI. bis 3 cm lg. und 0, duftend, rosagelb bis kar-
min; Fr. grün bis rot, bis 1,5 cm lg., mit spitzen,
trockenen Sch. und weißer Wolle. — Nordchile
(östlich von Cobre). (Abb. 336.)
Da Rümpler Echus. bridgesii mit behaarter Bl.
beschreibt, vielleicht damit identisch, oder letzterer
ist eine weitere Art (siehe auch unter Copiapoa
bridgesii).
Pilosocereus Byl. & Rowl. (175)
Eine Gattung mit sehr weiter Verbreitung und +
glockig-trichterigen, kahlen Blüten, bis auf die
Spurenbekleidung bei UG. 1, hier ebenso ein
Kennzeichen für den Reduktionsvorgang wie die
Haarbekleidung der Blütenzone, die sehr variabel ist,
entweder am Scheitel längere Areolenhaare, oder in
seitlichen Areolen mit + verlängerter Haarbildung
in der Blütenzone, diese in der Lage gleichfalls
variabel, d. h. die Arten können teils noch tiefer
herab blühen, oder die Blüten erscheinen nur gegen
den Trieb-Oberteil. Die Haarbekleidung der
Blütenzone ist außerdem nicht nur in der Länge, sondern
auch in der Dichte verschieden, mit oder ohne
Stachelmodifizierung in der Blütenregion. Einige Arten
bilden, unabhängig von der Blüten-Haarzone,
regelrechte Haarhauben am Scheitel. Es sind hier also
alle Möglichkeiten der Haarbildung und ihrer Re-
Pilosocereus 363
duzierung bis zum Fehlen gegeben, und es handelt
sich daher nicht um konstante Cephalium-Bildun-
gen wie bei den echte Cephalien verschiedenster
Form tragenden Gattungen, bei deren Spezies stets
gleichartig, so daß sich der Begriff „Pseudocepha-
lium", der oft uneinheitlich gehandhabt wurde, nur
auf Pilosocereus anwenden läßt. Auch in der
Wuchshöhe ist gleichsam eine Reduktionslinie zu erkennen:
von großen, vielverzweigten Bäumen bis hinunter
zu nur einen halben Meter Höhe erreichenden
Pflanzen. In der kahlen Frucht dagegen zeigt das Genus
eine gute Geschlossenheit: sie ist stets etwas
gedrückt-rund, soweit bekannt oben ± furchig oder
runzlig, mit haftendem Blütenrest, die Pulpa oft
rot, die Samen einheitlich mäßig groß und ±
glänzend schwarz oder dunkel-bräunlich. Eine
Vereinigung mit Cephalocereus Pfeiff. oder ein
Sammelgenus dieses Namens sind nach alledem abwegig.
Beschrieben wurden bisher 64 Arten, davon 4
nicht ganz geklärt. Nach der unvollkommenen wie
auch vollkommenen Reduzierung von Areolen-
Haaren oder Filz an der Blüte teilte ich das Genus
in
1: UG. Mediopilocereus Backbg.: Blüten mit
Filzspuren; Haare an den Trieben fehlend.
2: UG. Pilosocereus: Blüten völlig kahl:
A: Areolenhaare ganz fehlend
B: Areolenhaare vorhanden:
a: Blütenzone mit borstig modifizierten
Stacheln
b: Blütenzone ohne borstig modifizierte
Stacheln
Die eingeklammerten Zahlen und Buchstaben hinter
den Artnameri beziehen sich auf diese Einteilung. —
Verbreitung: von Mexiko über Mittelamerika und
Westindien bis Nordperu und Mittelbrasilien. Dieses
sich fast genau mit dem von Melocactus deckende
und bis südlich vom Äquator hinabreichende
Vorkommen fordert geradezu den Versuch einer
Rekonstruktion des Arealbildes der Vergangenheit
heraus bzw. des Vorganges der stattgefundenen
Verbreitung.
Die Arten sind meist recht gutwüchsig und bei
weitem nicht so empfindlich, wie man früher wegen
ihrer Herkunft aus wärmeren Gebieten meinte. Sie
brauchen also überwiegend nur zwecks
Wuchsbeschleunigung gepfropft zu werden; bei
ausgepflanzten Exemplaren ist auch das nicht notwendig. Arten
aus wärmeren Gebieten sollten im Winter nicht zu
kühl gehalten werden.
Pilosocereus alensis (Web.) Byl. & Rowl. (2 B—b)
K. bis 6 m h., von unten verzweigend; Tr.
bläulichgrün, ziemlich schlank; Ri. 12—14; St. 10—14,
nadelig, ca. 1—1,5 cm lg., bräunlich; Haarkleid:
gelblich bis weißlich, bis 5 cm lg., am Scheitel
unauffällig, an der + einseitigen, langen Bl.-Zone stärker;
Bl. hellpurpurn bis purpurgrün. — Westmexiko
(Jalisco, Sierra de Alo).
Pilosocereus arenicola (Werd.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. bis 5 m h., baumförmig; Tr. graugrün, bis 7 cm
0; Ri. 6 (—7); Ar. dick, grau; Rst. 8—9; Mst. ca. 6;
St. alle bis ca. 1,5 cm lg., gelb bis bräunlich;
Haarkleid: am Scheitel weißlich bis gelblich, länger,
seitlich mehr flockig und dicht; Bl. + scheitelnah,
Farbe ? — Brasilien (N-Bahia, zwischen Saure
und Aracy).
Pilosocereus arrabidae (Lem.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. strauchig, zuweilen bis 3 m li., von unten
verzweigt; Tr. blaßgrün, bis 10 cm 0, bläulich-reifig;
Ri. ca. 6—8, etwas höckrig; Ar. bald kahl; St. 5—10,
ungleich, 8—9 randständig, 1—2 mittlere, bis 4 cm
lg., pfriemlich, die übrigen nadelig; Haarkleid: am
Scheitel länger, locker, bald abfallend, an der Bl.-
Zone fehlend; Bl. hochseitlich, bis 7 cm lg., weiß;
Fr. 5 cm 0. — Brasilien (um Rio de Janeiro).
Pilosocereus aurilanatus Ritt. (FR 1325), „goldene
Wolle der Bl.-Triebe", ist bisher unbeschrieben.
Pilosocereus aurisetus (Werd.) Byl. & Rowl.
(2 B—a)
K. bis 1 m h., von unten verzweigt; Tr. bis 6 cm 0,
blau bereift, bis 6 cm 0; Ri. ca. 15, flach; Ar.weißgrau,
mit 1 cm lg. H.; St. alle feinnadelig, zahlreich, bis
2,5 cm lg., in der Bl.-Zone bis 5 cm lg. und
borstenartig, durchsichtig goldgelb; Haarkleid in der Bl.-
Zone länger; Bl. bis 5 cm lg., weißlich; Fr. und S. ?
— Brasilien (Minas Geraes, Serra do Cipo).
Pilosocereus backebergii (Wgt.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. baumartig, bis 5 m h.; Tr, grün, blau bereift,
7—12 cm 0; Ri. 9; Rst. 6—9, stechend, dünn, bis
1,5 cm lg.; Mst. 1, bis 3 cm lg.; St. weiß, am Grunde
hornfarben; Haarkleid: oben locker-dicht, länger, in
der Bl.-Zone mit weißen H.-Büscheln in den Ar.,
getrennt; Bl. höher oder niedriger entstehend,
gelbgrün, innen weißlich; Fr. violettrot. — Venezuela
(Puerto Cabello).
Pilosocereus bahamensis (Britt.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. baumähnlich, bis 4 m h.; Tr. bis 9 cm 0,
mattgrün; Ri. 10—11; St. nadelig, spreizend, aufsteigend,
bis 3 cm lg., anfangs gelb, Fuß dunkel, dann
gelbbraun bis braun; Haarkleid: im Scheitel kurz bis
fehlend, in der Bl.-Zone knapp oder fehlend; Bl.
hochseitlich, bis 6 cm lg., weiß, rosa getönt; R.
bläulich. — Bahamas (Berry-Inseln).
Pilosocereus barbadensis (Br. & R.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. strauchig, aufsteigend bis 6 m h.; Tr.
glänzendgrün; Ri. 8—9, ziemlich hoch; St. zahlreich, nadelig,
hellbraun, bis 4 cm lg.; Haarkleid: am Scheitel un-
24 Kakteenlexikon
364 Pilosocereus
auffällig, seitlich in + zusammenhängenden, z. T.
längeren H.-Büscheln; Bl. bis 6 cm lg., hellrosa; R.
unten grünlich, oben rot. — Barbados.
Pilosocereus bradei (Backbg. & Voll) Byl. & Rowl.
(2A)
K. strauchig, 2 m h.; Tr. himmelblau bereift, bis
8 cm 0; Ri. ca. 10, scharf quergefurcht; Ar. grau;
St. steriler Tr. ca. 6 randständige und 1—2
mittlere, bis 2 cm lg., alle schokoladenbraun, fertile Tr.
oft stachellos; Haarkleid: fehlend; Bl. ca. 7 cm lg.,
3 cm 0, grünlichweiß. — Brasilien (Diamantina).
Pilosocereus brasiliensis (Br. & R.) Backbg.
(2 B—b)
K. strauchig von unten verzweigt, bis 3 m h.; Tr.
graugrün, höchstens zu Anfang schwach bereift;
Ri. 4—5, höher, unten verflachend; Ar. dicht,
darüber aufsteigende Furchen; Rst. wenige, sehr
kurz, braun, nadelig; Mst. 1 (—2), bis 2 cm lg.,
braun; Haarkleid: am Scheitel dichter und bis 2 cm
lg., in der Bl.-Zone schwach und unauffällig; Bl.
5 cm lg., weiß. — Brasilien (bei Rio de Janeiro).
Pilosocereus brooksianus (Br. & R.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. von unten verzweigt, bis 6 m h.; Tr. kräftig,
bereift bläulichgrün; Ri. 8—9; Ar. nah, in der Bl.-Zone
fast sich berührend; St. bis 16, gelb, dünn, bis 3 cm
lg., ziemlich gleichlang; Haarkleid: am Scheitel
seidig, dicht, in der Bl.-Zone in dicken, längeren,
geballten Büscheln; Bl. bis 6 cm lg., hochseitlich,
geruchlos, purpurn. — Kuba (Oriente und Santa
Clara).
Pilosocereus catalani (Rice.) Byl. & Rowl. (2 A)
Kaum noch bekannte Art: Höhe ?; Triebfarbe nicht
bekannt; Ri. 6, stumpf, dick; Rst. 6—8; Mst. 1—2;
St. grauschwarz, ca. 5 mm lg., mittlere etwas länger
und kräftiger; Bl. bis 10 cm lg., glockig, schmutzig
grünlichweiß, in einer Blütenzone ohne H. —
Herkunft ?
Vielleicht ein Bastard oder wegen der relativ langen
Bl. nicht hierher gehörend?
Pilosocereus catingicola (Gurke) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. baumartig, bis 8 m h., Stamm dick; Tr.
graugrün, nicht bereift, 8—12 cm 0; Ri. ca. 4—5, bis
4 cm h.; Ar. grauweiß; Rst. 8—12, bis 1 cm lg.,
ziemlich anliegend; Mst. 5—8, am Stamm bis 10 cm
lg., sonst bis 3 cm lg.; St. alle pfriemlich, gelblich
bis hornfarben; Haarkleid: am Trieb ende dichter
und bis 2 cm lg., in der Bl.-Zone schwach; Bl. 8 cm
lg., weiß. — Brasilien (Bahia, in der Catinga).
Pilosocereus chrysacanthus (Web.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. von unten her verzweigend, bis 5 m h.; Tr. grün,
am Ende blau bereift; Ri. 9—12; St. 12—15, bis
4 cm lg., gelb; Haarkleid: am Ende stark und weiß,
in der Bl.-Zone kräftig-flockig; Bl. scheitelnah,
weißlich bis + rosarot. — Mexiko (Puebla, Tehua-
can; Oaxaca).
Pilosocereus chrysostele (Vpl.) Byl. & Rowl. (2 B-b)
K. reich verzweigt, bis 5 m h., zuweilen kleiner
Stamm; Tr. frischgrün, bis 9 cm 0; Ri. 20—30; Ar.
mit einigen bis 2 cm lg. H.; St. ca. 30, nicht
trennbar, in der BL-Zone zu mehrere cm lg. Bst.-St.
modifiziert, sonst bräunlich, feinnadelig, bis 2 cm lg., die
Bst.-St. nur in der Bl.-Zone der Westseite;
Haarkleid: in der Bl.-Zone mit längeren H.; Bl. 5 cm lg.,
olivgrün bis weißlich. — Brasilien (Pernambuco,
im Innern).
Pilosocereus claroviridis (Backbg.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. baumförmig, mehrere Meter h.; Tr. hellgrün,
schwach bereift, 6—8 cm 0; Ri. ca. 7; Ar. weiß;
Rst. 10—12, dünn, gelblich, unregelmäßig lg., auch
anliegend; Mst. 1—3, ebenso; Haarkleid: kurze,
herablaufende weiße H.-Büschel, getrennt, Scheitel
mäßig behaart; Bl. auch tiefer herab, wohl wie bei
P. moritzianus. — Venezuela (unterhalb Caracas).
Pilosocereus collinsii (Br. & R.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. strauchig, bis 3 m h.; Tr. blaugrün, oben bereift,
bis 4 cm 0; Ri. ca. 7, mäßig h.; Ar. ziemlich
genähert; St. zahlreich, nadelig, ca. 10 randständig,
1 stärkerer mittlerer, meist bis ca. 2,2 cm lg., die
längsten auch 3—4 cm lg., alle dunkelbraun, bald
schwarz; Haarkleid: am Scheitel reichlich, weiß, in
der Bl.-Zone mäßig stark, flockig; Bl. scheitelnah,
5 cm lg., weißlich. — Mexiko (Oaxaca, Tehuan-
tepec).
Pilosocereus colombianus (Rose) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. bis 6 m h., in halber Höhe verzweigt; Tr.
aufgerichtet; Ri. 7, stumpf lieh; St. 25 und mehr, lang
und dünn; Haarkleid: länger und weiß, locker, 1 m
vom Scheitel herab; Bl. 7 cm lg., blaßrosa. —
Kolumbien (Venticas del Dagua).
Von Rose unzureichend beschrieben.
Wahrscheinlich nicht damit identisch ist die nördliche
Küstenart: K. baumförmig; Tr. hell- bis laubgrün, variabel;
Ri. 8; Ar. mit herabhängenden H.; St.: bis 10
randständige und schwer trennbare 1—4 mittlere, braun,
bis 5 cm lg.; Bl. 7 cm lg., weißlich, in nur mäßig
stärker behaarten Ar.; Fr. flachrund, außen und
innen rot. — Kolumbien (Pto. Colombia).
Für diese Art schlug ich den Namen P. klusacekii
vor. Jungstacheln sind fuchsbraun.
Pilosocereus cometes (Scheidw.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. strauchig, locker aufsteigend, mehrere Meter h.;
Tr. bis ca. 10 cm 0, graugrün; Ri. ca. 12—15; St.
Pilosocereus 365
12—15, gelblich, bis 2 cm lg., später auch länger,
und + abwärts gerichtet; Haarkleid: am Scheitel
locker und länger, die Bl.-Region in Abständen mit
weißlichen Wollbüscheln; Bl. hochseitlich, weiß;
Fr. grün. — Mexiko.
Pilosocereus cuyabensis (Backbg.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. strauchig, Höhe ?; Tr. graugrün, bis 6 cm 0,
schwach bereift; Ri. 10 (—11), bis 8 mm h.; Ar.
3 mm entfernt; St. ca. 15, mittlere nicht trennbar,
alle nadelig, gelbbraun, längste bis 1,8 cm lg.;
Haarkleid: am stärker reif igen Triebende dichter,
aber locker; Bl. weiß. — Brasilien (bei Cuyabá).
Pilosocereus deeringii (Small) Byl. & Rowl. (2 B—b)
K. strauchig, bis 10 m h.; Tr. steil aufrecht, ziemlich
schlank, wenig verzweigt, tief grün bis heller; Ri.
(9—) 10; St. 25—30, bis 1 cm lg., nadelig; Haarkleid:
am Scheitel mäßig lg. und locker, in der Bl.-Zone
mit Wollbüscheln, dichter oder entfernter; Bl. 6 cm
lg., wahrscheinlich weiß; Fr. dunkelrot. — USA
(Florida, Rocky Hammocks).
Pilosocereus densiareolatus Ritt., unbeschrieben:
„blau" (FR 957).
Pilosocereus densilanus Ritt. (FR 960),
„weißhaarig", ist noch unbeschrieben.
Pilosocereus diamantina Ritt., unbeschrieben
(Pilosocereus sp. 3, in „Die Cactaceae", Bd. 4: 2467.
i960?).
Pilosocereus floccosus Byl. & Rowl. (2 B—b)
K. strauchig, basal verzweigt, bis 2 m h.; Tr. erst
grau- dann gelbgrün, bis 10 cm 0; Ri. 5; Ar. grau;
Rst. 6—8; Mst. 0—6; St. alle unregelmäßig, zuerst
hellbraun, unten dunkler, in der Bl.-Region bis 11
gleichlange, 1 cm lg., von Wolle eingehüllt;
Haarkleid: am Scheitel und im oberen Ar. 4—5 mm lg.
graubräunliche bis bräunliche Wolle, in der Bl.-Zone
locker herablaufende, flockig-haarige Büschel; Bl.
5 cm lg., grünlich-weiß. — Brasilien (Diamantina).
Wurde zuerst als Pilocereus floccosus Backbg. &
Voll non Lem. beschrieben.
Pilosocereus gaumeri (Br. & R.) Backbg. (2 B—b)
K. strauchig, bis 6 m h.; Tr. hellgrün, bis ca. 3 cm 0,
seltener bis 6 cm 0; Ri. 8—9; St. zahlreich, nadelig,
15—25, 1—5 cm lg., zuerst gelblich-braun;
Haarkleid: am Scheitel locker versponnen, Bl.-Region
mit vereinzelten H.-Büscheln; Bl. 5—7 cm lg.,
hellgrün. — Mexiko (Yucatan).
Pilosocereus gironensis Rauh & Backbg. (2 B—b)
K. strauchig, sperrig verzweigt, basal und höher;
Tr. gebogen aufsteigend, oft unansehnlich werdend,
+ reif ig bläulichgrün; Ri. bis 8, mit seichten
Querfurchen; Rst. später ca. 9; Mst. 1—2; St. nadelig-
pfriemlich, später auch bis 14, einzelne stärker;
Haarkleid: am Tr.-Ende locker, dicht und etwas
länger, in der Bl.-Zone mit zottigen,
herabhängenden Knäulen. — Ekuador (Giron Pasaje).
Pilosocereus glaucescens (Lab.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. baumartig, stammbildend, bis 6 m h.; Tr.
hellblau bereift, bis 10 cm 0; Ri. 8—10; Ar. silbergrau,
mit einigen herabhängenden H., bis 2 cm lg.; Rst.
13—18; Mst. 5—7; St. alle gleichlang, bis 1,5 cm lg.,
äußere gelblich-weiß, innere bräunlich, unten etwas
verdickt; Haarkleid: am Scheitel gering und kurz,
Bl.-Zone stark weißwollig; Bl. bis ca. 7 cm lg., weiß.
— Brasilien (Mittel-Bahia bis Mittel-Minas,
Diamantina).
Pilosocereus glaucochrous (Werd.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. aufrecht-strauchig, mäßig verzweigt, bis 4 m h.,
hellblau bereift; Tr. schlank, bis höchstens 7 cm 0;
Ri. scharf quergefurcht, bis ca. 9; Ar. am Scheitel
mit bis 4 cm lg. weißer Wolle, mit weißgrauem
Filz, in der Bl.-Region mit bis ca. 3 cm lg. H.; Rst.
9—12, bis 1,5 (—2) cm lg.; Mst. ca. 3—4, z. T. bis
5 cm lg., kräftiger; St. alle hell durchsichtig
strohgelb; Haarkleid: am Scheitel bis 3 cm lg., sonst
schütter; Bl. bis 5,5 cm lg.; Pet. rosa bis weißlich;
Fr. bis 5 cm 0, bereift grünlich oder schwach
rötlich; S. über 1 mm lg., schwarz, glänzend. —
Brasilien (Bahia, Serra d'Espinhac‚o, nahe Morro Cha-
péo).
Pilosocereus gounellei (Web.) Byl. & Rowl. (2 B—b)
K. bis 2—3 m lg., kurz stammbildend, seitlich
verzweigt und aufbiegend; Tr. oft waagerecht
spreizend, z. T. aufliegend, bis 8 cm 0, Stamm etwas
dicker; Ri. 10—11, + gehöckert; Ar. groß, 1,5 cm
0 im Oberteil; Rst. ca. 15—24, braun; Mst. 4—6,
braun, starr, stechend, bis 10 cm lg., pfriemlich;
Haarkleid: am Scheitel dürftiger, weißer Schöpf, Bl.-
Zone mit flockigen weißen bis braunen H.-Büscheln;
Bl. bis 9 cm lg., weißlich; Fr. erst grün, dann rot. —
Brasilien (Pernambuco, Bahia).
v. zehntneri (Br. & R.) Byl. & Rowl. : Tr.
schlanker, bis 4 cm 0; Ar. etwas entfernter; St. bis 30,
hellgelb, mittlere kaum unterschieden, meist
nicht länger, aber einzelne auch bis ca. 3—4 cm
lg. — Brasilien (Bahia, Serra de Tiririca).
Pilosocereus guerreronis (Backbg.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. strauchig, aufstrebend verzweigt, bis 4 m h.;
Tr. hellgrün, nicht bereift; Ri. 9—10, bis 1,4 cm h.;
St. 10—15, undeutlich getrennt, verschieden lg ‚
0,2—5 cm lg., stechend, kastanienbraun; Haarkleid:
am Scheitel mäßig lg. bzw. dicht, Bl.-Zone in
Scheitelnähe mit zwar reichlicher-wolligen aber nicht lang
zusammenhängenden H.-Büscheln, länger
verbleibend; Bl. auch tiefer herab entstehend, weißlich.
— Mexiko (Guerrero).
366 Pilosocereus
Pilosocereus hapalacanthus (Werd.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. strauchig verzweigt, aufsteigend, bis 5 m h.; Tr.
lebhaft grün, nicht bereift; Ri. ca. 12; Ar. dürftig
graufilzig, zum Scheitel hin mit 2 cm lg. H.; St.
schwer trennbar, 15—20, selten einer länger als 1 cm,
gelblich bis goldbraun; Haarkleid: am Scheitel
ziemlich kurz und schütter, Bl.-Zone schwach bis 2 cm
lg. behaart; Bl. ca. 6 cm lg., durchsichtig
kremfarben; Fr. dunkelgrün. — Brasilien (Küste
nördlich Recife).
Pilosocereus hermentianus (Monv.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. aufrecht, über 3 m h.; Tr. hellgrün, 5—7 cm 0,
verzweigt; Ri. ca. 19, mit schwachen Hck. und
Querfalten; St. ca. 20, klein, dünn, gelblich, davon
Rst. ca. 14—16, mittlere 4—6, alle 3—6 mm lg.;
Haarkleid: mit seidigen, herabhängenden,
dauernden H., teils flockig, aus bräunlichen Ar.; Bl. bis
6 cm lg., 3 cm 0. — Mexiko oder Haiti.
Unzureichend bekannte Art: Haiti als Heimat
fragwürdig.
Pilosocereus (Pilocereus) houlletii (Lem.) siehe unter
Pilosocereus sartorianus (Rose) Byl. & Rowl.
Pilosocereus keyensis (Br. & R.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. strauchig, mäßig verzweigt, bis 6 m h.; Tr.
aufrecht, blaugrün, stark bereift, 5—6 cm 0,
Stammteil bis 12 cm 0; Ri. 9—10; St. ca. 15, bis 1,5 cm lg.,
nadelig, gelb; Haarkleid: Scheitelhaare sehr kurz
bis fehlend, an der Bl.-Zone nur kurz, erst weiß,
dann grau; Bl. hochseitlich, bräunlich-purpurn,
6cm lg.; Fr. rötlich. — USA (Florida, auf den
Keys).
Wohl kaum noch wildwachsend vorhanden.
Pilosocereus klusacekii Backbg.: siehe unter
Pilosocereus colombianus (Rose) Byl. & Rowl.
Pilosocereus lanuginosus (L.) Byl. & Rowl. (2 B—b)
K. hochstrauchig, stammbildend, Stamm bis 25 cm
0, + reich verzweigt, bis 8 m h.; Tr. bis 8 cm 0,
bläulichgrün, anfangs stark blau; Ri. (7—) 8 (—13);
Ar. mit bis 2 cm lg. H.; St. 10—20, 9—15
randständig, mittlere ca. 1—5, alle nadelig, 1,5—5 cm lg.,
zuerst gelb bis gelbgrün, zuletzt bräunlich bis
schwarz, auch gedreht oder faserig; Haarkleid: am
Scheitel lockere, bis 2 cm lg. II., Bl.-Zone mit
reichlicherem, herablaufenden Haarbesatz; Bl. 6 cm lg.,
kremweiß; Fr. grün bis rötlich, innen rot. — Cu-
ra<jao und Nachbarinseln, Nordost-Kolumbien,
Nordwest-Venezuela.
Pilosocereus leucoecphalus (Pos.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. baumartig, dicht verzweigt, mit kürzerem Stamm;
Ri. ca. 7—8; über St, Bl. und Fr. liegen keine
Angaben vor, was die richtige Art anbetrifft, die Lind-
say wiederfand und in „Die Cactaceae", IV: Abb.
2333 (S. 2446. 1960) von mir abgebildet wurde. -
Mexiko (Sonora, Navajoa).
Diese Pflanze hat einen auffälligen, länger
herabreichenden weißen Haarschopf und ist mit seiner
Wuchsform deutlich von P. palmeri, sartorianus oder
houlletii unterschieden, mit denen sie schon seit
Rümpler dauernd verwechselt wurde, sogar mit
P. alensis. Auf keine dieser Arten trifft der Name so
gut zu wie auf obige, deren Blüten zum Triebende
hin aus einer verdichteten Wollhaar-Masse
erscheinen. Die Art sollte wiedergesammelt und genau
beschrieben werden.
Pilosocereus luetzelburgii (Vpl.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. bis 1 m h., anfangs ± keulig, dann mit
flaschenhalsartig verjüngtem Oberteil, Krümmung nach
Westen, dort wahrscheinlich auch das Pseudo-
cephalium; Tr. nur einzeln; Ri. 13—16; Ar. weiß;
Rst. 15—18, anliegend, nadelig, bis 1,5 cm lg.;
Mst. ca. 4 oder einige mehr, undeutlich geschieden,
etwas stärker, bis 3 cm lg.; St. alle erst horngelb
dann grau; Haarkleid: am Triebende schütter bis
2 cm lg., ebenso in der Bl.-Zone; Bl. bis 5 cm lg.,
weißlich; Fr. 3,5 cm 0. — Brasilien (M-Bahia,
auf einigen Gebirgsrücken).
Pilosocereus machrisii (Daws.) Backbg. (2 B—b)
K. strauchig, basal verzweigt, bis 3,5 m h.; Tr.
verzweigend und aufgerichtet, bis 8 cm 0, oben blau
bereift; Ri. 11—13; Ar. mit gelbbrauner Wolle und
bis 4 mm lg. H.; Rst. ca. 12—13, bis 8 mm lg.; Mst.
ca. 2—4, undeutlich geschieden, bis 1,5 cm lg.; St.
alle gelb bis braun; Haarkleid: dichte, bräunliche
Scheitel wolle, 4 mm lg., in der Bl.-Zone deutlich
büschelig vorstehende Woll-H., in der Kultur weiß;
Bl. ca. 4,6 cm lg., 3,5 cm 0. — Brasilien (Goayaz,
südl. von Uruacú).
Pilosocereus maxonii (Rose) Byl. & Rowl. (2 B—b)
K. baumartig, bis 3 m h., mit kurzem Stamm; Tr.
blau bereift, schräg aufsteigend; Ri. 6—8; St. ca. 10,
dünn, gelb, ein mittlerer 4 cm lg.; Haarkleid: am
Scheitel stärkerer weißer Schöpf, stärker auch in der
bis 30 cm herabreichenden Bl.-Zone, hier die St.
fast verdeckend; Bl. 4 cm lg., purpurn; S.
bräunlich (!). — Guatemala (El Rancho, Salama).
Pilosocereus millspaughii (Britt.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. bis 6 m h., an der Basis bis 20 cm 0; Tr. schräg
aufrecht, bis 12 cm 0, blaß graugrün, bereift; Ri.
8—13; St. ca. 20, nadelig, zuerst gelb bis gelbbraun
mit dunkler Basis, später graubraun, bis 2 cm lg.,
in der Blütenregion auch 3—7 cm lg.; Haarkleid: ±
einseitig vom Scheitel herab dickere H.-Büschel, oft
so lang wie die St., H. 5—7 cm lg.; Bl. bis 7 cm lg.,
wachsig-steif, weiß. — Kuba und Bahamas.
Pilosocereus 367
Pilosoeerens minensis (Werd.) Byl. & Rowl. (1)
K. strauchig, bis 2 m h.; Tr. lebhaft grün, bis 4 cm
0; Ri. ca. 13; Ar. anfangs stärker filzig; St. bis 20,
bis 2 cm lg., einer bis 3 cm lg., alle zuerst gelblich,
darauf bräunlich, zuletzt schwarz; Haarkleid:
fehlend; Bl. 5 cm lg., 3 cm 0, grünweiß, mit
Filzspuren;. Fr. blau; S. dunkelbraun. — Brasilien
(Minas Geraes).
Pilosoeerens monoclonos (DC.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. einzeln, aufrecht; Ri. meist 8; St. bis 16, kurz,
spreizend, gleichlang; Haarkleid: an Scheitel und
Bl.-Zone nur kurz; Bl. gestreckt-glockig, weiß; Fr.
purpurn. — Westindien (angeblich auf Hispa-
niola, dort nicht wiedergefunden; anderswo?).
Pilosocereus moritzianus (0.) Byl. & Rowl. (2 B—a)
K. baumartig, stammbildend; Tr. verzweigend,
schräg aufsteigend, grün, schwach reifig; Ri. 7—8
(—10), stumpf, an der Spitze + höckrig; Rst. 6—8
(—10), kurz; Mst. 1—3, bis 1,5 cm lg.; St. anfangs
hell- dann schmutzig-gelb, oben und in der Bl.-
Region kurz, borstenartig, gebüschelt, weiß;
Haarkleid: am Scheitel kurz, an Jungpflanzen länger, Bl.-
Zone mit herablaufenden, getrennten weißen
H.Büscheln, mäßig lg., weiß, aus braunem Ar.-Filz;
Bl. 5 cm lg., weiß; Fr. violett, innen weiß. —
Venezuela.
Pilosocereus mortensenii (Croiz.) Backbg. (2 B—a)
K. baumförmig; Tr. bläulich bis anfangs blau; Ri. ca.
9; Ar. wollfilzig, am Scheitel mit H.; Rst. 5—7,
1—1,5 cm lg., dünn, stechend, braun oder grau;
Mst. meist 1, kräftig, schmutziggelb bis -grau,
manchmal 2, 3—4 cm lg.; Haarkleid: am Tr.-Ende
nur unauffällige lockere H., in der Bl.-Zone mit
reicheren H.; Bl. bis 6 cm lg., 3,5 cm 0. —
Venezuela (Staat Lara).
Wenn eine von Humbert gefundene Pflanze hierzu
gehört, können die St. am Tr.-Ende auch länger,
borstenfein, dicht und aufgerichtet sein.
Pilosocereus multicostatus Ritt., „blaugrün" (FR
1346), ist bisher unbeschrieben.
Pilosocereus nobilis (Haw.) Byl. & Rowl. (2 B—b)
K. dichtstrauchig, reich verzweigt; Tr. glänzend-
bis hellgrün, auch dunkler, bis violettgrün oder fast
schwarz, 3—7 cm 0, ohne Reif; Ri. 5—7 (—10); Ar.
braungelb; Rst. ca. 9, spreizend, bis 1 cm lg.; Mst.
2—4, kräftiger, oder nur nadelig, bis 3,5 cm lg.;
St. anfangs gelb mit bräunlicher Spitze, dann braun;
Haarkleid: am Tr.-Ende unauffällig locker, in der
Bl.-Zone weiß und büschelig, bis 2 cm lg.; Bl.
4—6 cm lg., purpur-rosa; Fr. rot. — Westindien
(von St. Christopher bis Grenada).
Pilosocereus oligolepis (Vpl.) Byl. & Rowl. (2 B—b)
K. wenig verzweigt, bis 1 m h.; Tr. graugrün,
unbereift; Ri. 5; Rst. 8—10, kaum 5 mm lg., dünn,
spreizend; Mst. 1, etwas kräftiger, bis 2cm lg.;
Haarkleid: in den Ar. mit 1 cm lg. H., den Scheitel
locker einhüllend, Bl.-Zone mäßig behaart; Bl. 6 cm
lg., weißlich. — Brasilien (Amazonas, Grenzecke
Venezuela—Brit. Guayana).
Pilosocereus palmeri (Rose) Byl. & Rowl. (2 B—b)
K. aufsteigend, bis 20 Zweige, bis 6 m h.; Tr. bis
8 cm 0, dunkelgrün, oben bläulich und bereift;
Ri. 7—9, gerundet; St. braun bis grau; Rst. 8—12,
dünn, 2—3 cm lg.; Mst. 1, 3 cm lg.; Haarkleid: Ar.-
Wolle in dicken, streckenweise verbundenen Knäueln
herablaufend, am Scheitel mit dicker Haube und
in der Bl.-Zone lang und dicht geballt; Bl. purpurn
(Farbbild in „Die Cactaceae", IV: Abb. 2328). —
Ostmexiko (Tamaulipas, zwischen Matamoros und
Tampico).
Nur Sämlinge sind gelbstachlig. Strohgelb
bestachelt ist P. sartorianus.
v. victoriensis (Vpl.) Backbg. n. comb. (Cereus
victoriensis Vpl. MfK. 24. 1913): Bl. weiß, mit
schwach rosa oder blaßviolettem Schimmer
(Farbfoto Werdermann in „Blüh. Kakt. u. a. sukk.
Pflanzen", Tafel 37 (1932); St. auch braun (!).
Pilosocereus pentaedrophorus (Lab.) Byl. & Rowl.
(2A)
K. locker-strauchig steil aufsteigend, bis 10 m h.;
Tr. bis 3 cm 0 oder etwas mehr, lebhaft blau bereift;
Ri. 4—6, selten mehr; Ar. mit spärlichem Filz,
haarlos; St. bis 12, gelblich bis graubraun, die
mittelsten zuweilen bis 4 cm lg., sonst unregelmäßig lg.;
Haarkleid: fehlend; Bl. bis 5 cm lg., weiß; Fr.
grünlich oder rötlich, innen purpurviolett. — Brasilien
(Pernambuco, Bahia).
Pilosocereus perlucens (K. Sch.) Byl. & Rowl.:
Cereus perlucens K. Scii.
Pilosocereus piauhyensis (Gurke) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. baumförmig, bis 10 m h., Stamm bis 50 cm 0;
Tr. zahlreich, bis 100, bläulich-grün bis lebhaft blau;
Ri. (12—) IG; Rst. 25—30 oder mehr; Mst. 1, bis
3 cm lg.; St. alle gelbbraun, nadelig, starr stechend,
die mittleren etwas kräftiger; Haarkleid: nur an der
Bl.-Zone etwas längere H., schütter, weißgrau; Bl.
nur bis 4 cm lg., weiß; Fr. gerötet, reif ig. —
Brasilien (Pernambuco, Piauhy).
Pilosocereus polygonus (Lam.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. erst einzeln, dann baumförmig, bis über 3 m h.,
Stamm bis 1,50 m lg.; Tr. aufsteigend, anfangs oft
stärker blau; Ri. 5—13, ziemlich schmal, mit +
Flankenfurchen; St. an Jungtr. nadelig oder borstig,
bis 1,5 cm lg., gelb, später dunkler, sowie zusätzlich
pfriemliche St., gelblich-braun, 2—7 cm lg.;
Haarkleid: oben längere bräunliche H., später abfallend,
368 Pilosocereus
in der Bl.-Zone vereinzelte Büschel, bis 2 cm lg.,
streckenweise fehlend; Bl. bis 6 cm lg., weiß. —
Ostkuba; Santo Domingo und Haiti.
In Santo Domingo gibt es noch eine von Ekman
gesehene, nicht bestimmte, kandelaberförmig
verzweigte, bis 4 m h. Art mit blaß-gelblichroten BL,
vielleicht P. swartzii.
Pilosocereus purpusii (Br. & K.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. strauchig oder einzeln, bis 3 m h.; Tr. hellgrün,
3—4 cm 0; Ri. 12; St. zahlreich und ziemlich dicht
stehend, löwengelb, Fuß verdickt, nadelig, bis 3 cm
lg.; Haarkleid: am Scheitel schwach, kurz darunter
die Bl.-Zone mit gehäuften, hervortretenden
H.Büscheln; Bl. 7 cm lg., blaßrosa, weißrandig; Fr.
grünlich. — Mexiko (Küste von Sinaloa; Jalisco;
N-Nayarit; S-Sonora; Islas Marias).
Pilosocereus quadricentralis (Daws.) Backbg.
(2 B—b)
K. baumförmig, bis über 5 m h., Stamm bis 25 cm
0; Tr. bei 0,50—1,50 m Höhe verzweigend, bis 10,
bis 8 cm 0; Ri. meist 9; Rst. 11—13, 1—2 cm lg.;
Mst. meist 4, spreizend, 2—3,5 cm lg.; St. glanzlos
rotbraun, bald gefleckt-mattgrau; Haarkleid: am
Tr.-Ende eine Masse längerer Wollhaare, Bl.-Zone
dichter, erst weiß, dann grau und schmutzig, H. auf
der anderen Seite abfallend; Bl. ?; Fr. ? — Mexiko
(O-Oaxaca; W-Chiapas).
Pilosocereus robinii (Lem.) Byl. & Rowl. (2 B—b)
K. baumförmig, bis 8 m h., mit dickem Stamm; Tr.
aufsteigend, bis 10 cm 0, mattgrün, anfangs
hellblaugrün; Ri. 10—13; Ar. kurzwollig; St. 15—20,
nadelig, gelb, bis 2,5 cm lg., mittlere kaum
unterscheidbar; Bl.-Ar. genähert; Haarkleid am Scheitel
kurz bis fehlend, Bl.-Zone nur ähnlich so; Bl. 5 cm
lg., 3 cm 0, weiß; Fr. weinrot. — Kuba (Küste von
Habana und Matanzas).
Pilosocereus robustus Ritt., „blaugrün,
weißhaarig (FR 1344), ist noch unbeschrieben.
Pilosocereus royenii (L.) Byl. & Rowl. (2 B—b)
K. baumförmig, bis 8 m h., z. T. kurzer Stamm, bis
30 cm 0; Tr. aufsteigend, grün bis, besonders
anfangs, blau, bereift; Ri. 7—11; Ar. genähert; St.
nadelig, variabel, mitunter nur 1 cm lg., auch bis
6 cm lg., gelb; Haarkleid: junge Ar. mit weichen H.,
Bl.-Zone mit Büscheln längerer, weißer H.; Bl. 5 cm
lg., weiß; Fr. grün bis rötlich. — Westindien
(mehrere Inseln der Kleinen Antillen).
Pilosocereus rupicola (Werd.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K; bis 50 cm h., etwas am Grunde verzweigt; Tr.
graugrün, ca. 4 cm 0; Ri. ca. 9; Ar. anfangs mit
dichtem grauem Wollposter, später kahl; St. bis
ca. 20, mittlere nicht trennbar, bis 1,5 cm lg., erst
gelb, dann braun bis schwarzgrau, Fuß verdickt,
nadelig, längste bis 2 cm lg.; Haarkleid: am Scheitel
schütter und kurz, Bl.-Zone scheitelnah, mit
reichlicher Wolle bzw. Haarbildung; Bl. ?; Fr. ? -
Brasilien (Sergipe, Serra da Itabahana).
Pilosocereus salvadorensis (Werd.) Byl. & Rowl.
(2 B-b)
K. baumförmig, bis 4 m h., mit kurzem Stamm; Tr.
reich verzweigt, grünlich oder grau, weichfleischig,
bis 10 cm 0; Ri. 7—9; Ar. weißgrau; Rst. 10—11,
bis 1 cm lg., einige untere oft borstig, steif nadelig
die übrigen; Mst. 4, über Kreuz, oberster bis 2,5 cm
lg., die übrigen 1—2 cm lg.; St. alle erst gelb, dann
bräunlich bis dunkler bzw. so gespitzt; Haarkleid:
am Scheitel nur einige bis 1,5 cm lg. H., Bl.-Zone
fast ebenso; Bl. ?; Fr. bis 5 cm 0. — Brasilien
(Küste von Bahia, auf Dünen).
Pilosocereus sartorianus (Rose) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. bis 5 m h.; Tr. stark aufsteigend, hell- oder
gelbgrün (bis bläulich-grün?); Ri. bis 7, mit scharfen
Flankenfurchen; Rst. zuerst 7—8, später mehr;
Mst. meist nur 1; St. alle strohfarben, nur bis
lern lg.; Haarkleid: in allen Ar. wenige bis viele
versponnene H., in der Bl.-Zone reichlicher, bis 6 cm
lg., weiß; Bl. 6—8 cm lg., schmutzig-rosenrot; Fr.
rot. — Mexiko (Veracruz).
Oft mit P. palmeri verwechselt, dessen St. braun
sind, die Bl. purpurn oder bei der var. weiß mit rosa
Schein.
Pilocereus houlletii Lem. (Pilosocereus) (2 B—b)
(T.): wird meist als Synonym von P. leucocephalus
geführt (Br. & R.) oder als vorstehender Art
zumindest nahestehend, da die St. auch als strohgelb
beschrieben wurden; Bl. aber als „violett mit etwas
Rosa und Gelb"; Bl.-Zone am Scheitel, aus dicker,
weißer Wolle, darin die Bl., lt. Zeichnung bei
Rümpler. Eine so blühende Pflanze bildete ich in
„Die Cactaceae", Bd. 4: Abb. 2330 und 2331, ab.
Da hier die Wolle unten langsam abfällt, aber immer
im Scheitel dicht neu gebildet wird, ich diese
Pflanzen auch mehrfach nur so blühen sah, kann bislang
diese Art nicht zu anderen gestellt werden. Samen
bräunlich!
Pilosocereus sergipensis (Werd.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
K. bis 3 m h., wenig verzweigt; Tr. schön blau bereift,
bis 4,5 cm 0; Ri. 6; Ar. weiß- bis graubraun-filzig;
Rst. 8—11, dünnadelig, bis 1cm lg.; Mst. 2—4,
2 etwas kräftiger, bis über 1 cm lg.; St. alle zuerst
horngelb, später bis schwärzlich-braun, Fuß etwas
knotig; Haarkleid: am Scheitel mit reichlichen bis
1,5 cm lg. H., Bl.-Zone mit lockeren, flockigen
H.Büscheln; Bl. ?; Fr. bis 6 cm 0. — Brasilien
(Sergipe, bei Jaboatäo). (Abb. 337.)
Pilosocereus — Piptanthocereus 369
Pilosocereus sublanatus (SD.) Byl. & Rowl.
(2 B-b)
Der Artname ist wenig geklärt. Es besteht die
Möglichkeit, daß er der älteste für P. arrabidae oder P.
. catingicola war; beide haben ebenfalls die für
brasilianische Arten seltene geringe Ri.-Zahl 4—5. Mehr
darüber in „Die Cactaceae", IV: 2413. 1960.
Pilosocereus superbus Ritt., „rein blau" (FR 1347),
ist noch unbeschrieben.
Pilosocereus supremus Ritt., „prächtig blau" (FR
1345), ist noch unbeschrieben.
Pilosocereus swartzii (Griseb.) Byl. & Rowl.
(2 B—a)
K. baumartig, bis 7 m h., oft längerer Stamm; Tr.
mattgrün, nicht bereift, kräftig, ziemlich steil
aufsteigend; Ri. 10, zwischen den Ar. eingedrückt; St.
bei jungen Pflanzen 20 oder mehr, später nur noch
8—10, bis 2,5 cm lg., in den Bl.-Zonen zu längeren,
borstigen St. modifiziert; Haarkleid: mit
unregelmäßig herablaufenden Reihen von H.-Knäulen auf
den Ar. in der Bl.-Zone; Bl. 6 cm lg., rosa bis
grüngelb. — Jamaika (z. B. bei Port Henderson).
Wenn die unter P. polygonus erwähnte „kandelaber-
förmig wachsende Art" mit der sonst
ungewöhnlichen „BI.-Farbe gelblich-rot", die von Ekman und
Werdermann nicht bestimmt wurde, mit P. swartzii
identisch ist, käme dieser bis Santo Domingo vor.
Pilosocereus tehuacanus (Wgt.) Byl. & Rowl.
(2 B-b)
K. baumförmig, mit Stamm; Tr. schräg aufsteigend
aus dem unteren Stammteil, hellgrün, aber stark
blau überlaufen, ca. 6 cm 0; Ri. 15; St. zahlreich,
ca. 25, dünn, nadelig, spitz, stechend, spröde, nuß-
baumbraun, mittlere schwer unterscheidbar, ca.
3—4, unten + verdickt, bis 2cm lg.; Haarkleid:
am Scheitel und weiter herabreichend ein Gespinst
weicher H., angeblich blaugrau, Bl.-Zone mit
streckenweise verdichteter Behaarung; Bl.
hochseitlich, Farbe? — Mexiko (Gegend von Tehuacan
(Weingart); Dawson sah solche Pflanzen in Oaxa-
ca, bei Totolapan).
Pilosocereus tuberculatus (Werd.) Byl. & Rowl.
(2A)
K. bis 4 m h., meist von unten verzweigend; Tr.
dunkelgrün, bis 4 cm 0, waagerecht verzweigend
und dann aufgebogen; Ri. ca. 7, stark gehöckert;
Ar. groß, bräunlich bis grau, besonders im Scheitel,
ohne H.; Rst. ca. 9—13, nadelig, bis 1,5 cm lg.;
Mst. ca. 4—7, kräftiger, davon 1—2 bis 4 cm lg.,
alle biegsam, Spitze dunkel, zuerst horngelb, später
schwarzbraun; Bl. ca. 6 cm lg., weiß; Fr. klein, ca.
2,5 cm 0. — Brasilien (Pernambuco, Serra Negra;
N-Bahia, Aracy).
Wie P. minensis ohne jegliche Haarbildung.
Pilosocereus tuberculosus Rauh & Backbg. (2 B—b)
K. aufrecht, strauchig; Tr. dunkelgrün, 5—10 cm 0;
Ri. 11—12, 1 cm br., anfangs durch starke
Querfurchen geteilt, später diese abgeflacht und die Ri.
bis zur Hälfte hinab stark gehöckert; Ar.
weißlichbräunlich ; Rst. ca. 15, 3—8 cm lg.; Mst. bis 4,
1,5—4 cm lg.; St. alle bräunlich, oft etwas gefleckt,
im Scheitel ca. 4mm lg.; Haarkleid: im Scheitel
mit bis 8 mm lg., gekräuselten H.f in der Bl.-Zone ?;
Bl. ? — Nordperu (Rio-Sana-Tal).
Pilosocereus tweedyanus (Br. & R.) Byl. & Rowl.
(2 B—b)
H. hochstrauchig; Tr. steil aufsteigend, anfangs
längere Zeit kräftig blau, wie bereift; Ri. 7—9;
Ar. grau; St. sehr variabel, entweder gleichmäßig
kurz, bis 12, dünn, bis ca. 2 cm lg., oder in 12
randständige und 4 über Kreuz stehende mittlere
getrennt, letztere bis 4 cm lg., gewöhnlich etwas
abwärts gerichtet (P. gironensis: seitwärts und
aufwärts!), der unterste oft sogar bis 6 cm lg.; St.
entweder hell mit dunkler Spitze, oder anfangs meist
ganz schwarz, besonders die längeren, auch gefleckt,
oder mit heller Basis, die stärksten am Grunde etwas
verdickt; Haarkleid: am Scheitel kräftiger behaart,
an der seitlichen Bl.-Zone viel länger und dichter,
auch unterbrochen, rein weiß; Bl. bis 7 cm lg.,
weiß; Fr. rot. — Südekuador (Santa Rosa),
Nordperu (östliche Sechura).
Pilosocereus ulei (K. Sch. non Gurke) Byl. & Rowl.
(2 B—b) [Cephalocereus robustus Br. & R.]
K. baumförmig, bis;7im h., Stamm 1—2 miØ (1:K.
Sch.) ; Tr. oben blaßblau, erst seitlich, später
aufwärts gerichtet, bis 10 cm ø; Ri. ca. 8; Ar.
genähert; St. an Jungtrieben deutlicher getrennt,
später mehr durcheinanderragend, ca. 10—12,
pfriemlich, dunkel, bis ca. 2 cm lg., bei Jungpflanzen
wesentlich länger; Haarkleid: an Jungpflanzen
undeutlich, an Bl.-Zonen zottig lang und dicht, braun
(K. Sch.) oder silbrig (Werd.), H. bis 6 cm lg.;
Bl. bis 5 cm lg., weiß; Fr. rötlich, innen karmin;
S. mattglän7end. — Brasilien (Cabo Frio). (P.
robustus Ritt. ?)
Pilosocereus urbanianus (K. Sch.) Byl. & Rowl.
(2 B—b) — (2 B—a)
K. einzeln oder von unten verzweigt, bis 4 m h.;
Tr. hell- bis dunkelgrün, reif los, 4—5 cm 0, an der
Basis alter Pflanzen bis 30 cm 0; Ri. 8—12; St.
10—13, derb borstig, biegsam, zuerst fuchsrot, dann
aschgrau mit rötlicher Spitze, die mittleren 3—4 bis
1,5 cm lg.; Haarkleid: oben etwas weißflockig, Bl.-
Zone einseitig, mit fast 2 cm lg., weißen, flockigen
Büscheln, die St. hier auf 25 vermehrt, pferdehaar-
ähnlich, bis 8 cm lg.; Bl. 6 cm lg. oder weniger,
4 cm 0, blaß- oder rötlichgelb. — Westindien
(Guadeloupe, vielleicht auch Grenada).
Piptanthocereus Rice: ein unnötigerweise von
Ritter z. T. wieder aufgenommener Name für das
Genus Cereus (Herm.) Mill.
370 Polaskia — Porfiria
Polaskia Backbg. (147)
Baumartige Cereen mit starken Zweigen und
eigenartigen Blüten von relativ geringer Größe: die
Perigonblätter sind über die extrem kurze Röhre und
das dachziegelig beschuppte Ovarium schräg
abwärts zurückgebogen, die um den Griffel gescharten
Staubblätter ziemlich lang und büschelig
aufgerichtet. Die kleinkugelige Frucht trägt entfernte, kurze
Stachelbündel; die Samen sind schwarz. Das Genus
ist monotypisch. — Verbreitung: Mexiko [®-]
Mit dieser Gattung beginnt meine Sippe „Pachycerei
Berg, emend. Backbg.", die hier kurz besprochen
sei. Es fällt auf, daß im nördlichen
Verbreitungsgebiet außer Polaskia noch weitere eigenartig
blühende monotypische Gattungen auftreten: Helia-
bravoa, Carnegiea, Lemaireocereus, Marginato-
cereus, Isolatocereus, Escontria, Hertrichocereus
und unter den cephalioide Bildungen auf weisenden:
Cephalocereus, Backebergia und Haseltonia. Alle
sind deutlich in den Blütenmerkmalen
unterschieden. Unter andere Sippen bezog ich jeweils jene
Pflanzen ein, deren entsprechende
Zusammengehörigkeit klar erkennbar ist, z. B. bei den ‚‚Poly-
anthocerei" in die Gattungen Myrtillocactus und
Lophocereus die Arten, deren relativ kleine, zu
mehreren aus einer Areole erscheinende Blüten und
Früchte eine nähere Verwandtschaft bezeugen.
Erst durch meine langjährigen Ermittlungen
wurden bei einer Anzahl von Gattungen die oft
auffälligen Unterschiede bekannt. Wenn daraus später,
wie z. B. bei Buxbaum, andere Auffassungen
abgeleitet wurden, mag dazu gesagt sein: Sie beruhen
vorwiegend auf unbewiesenen Annahmen. Solange
wir aber nicht feststellen können, wie wirklich das
Phänomen teilweise so stark in Bau und Merkmalen
der Blüte voneinander abweichender einzelner Arten
entstand, bleibt auf Grund der in der Systematischen
Übersicht erwähnten Stufenfolge für die Einordnung
nur übrig, diese fast ausnahmslos starktriebigen
Arten und Artengruppen zu einer Sippe
zusammenzufassen, auch diejenigen mit cephalioiden
Entwicklungsstufen, und sie so weit wie möglich nach
der Reduktionslinie der Sproßnatur an der Blüte zu
ordnen. Es ist noch ungeklärt, wie auf oft ziemlich
engem Raum so stark unterschiedene Arten wie
z. B. die von Pola¾kia, Escontria und Heliabravoa
zustande kamen. Vorderhand — und auch der
Phylogenetiker kann hier keinen anderslautenden
Beweis liefern — können wir an diesen
Erscheinungen nur wieder die Tatsache verschiedenster
Formentstehung feststellen. Wie es aber dazu kam,
wissen wir noch nicht, nur, daß sie auf relativ engem
Raum gleicher Lebensbedingungen entstanden und
daher wie auch der Merkmalsbewertung nach eine
hohe Wahrscheinlichkeit für eine nähere
Verwandtschaft spricht, die gestattet, alle diese Cereen unter
einer Sippe zusammenzufassen, jedoch ohne eine
weiterreichende Vereinigung. Es galt dabei» die
unterschiedlichen Merkmale der Blüten deutlich
herauszuarbeiten, was auch deshalb wichtig ist,
weil dies selbst Autoren wie Britton und Rose
noch nicht überall möglich war, bei einer so
charakteristischen Flora wie der der großen mexikanischen
Cereen immerhin verwunderlich. Daß diese Ordnung
nur nach einzelnen und teilweise sogar
monotypischen Gattungen möglich war, ist durch das
Gliederungsprinzip meiner Systematischen Übersicht
bedingt, die sich allein an das Naturgegebene hält.
Jede weitere Zusammenfassung und ihre dem-
entsprechende Begründung ist bisher eine rein
theoretische und fiktive Behandlung der gerade durch
ihre auffälligen Blütenunterschiede
bemerkenswerten Großcereen-Flora Mexikos. So interessant
z. B. phylogenetische Deutungsversuche auch sein
mögen: für die umfassende, klare Ordnung des von
der Natur unterschiedlich Gestalteten, als der
vorderhand wichtigsten Aufgabe, sind sie, zumindest
bei ihrem gegenwärtigen Stande, mehr verwirrend
als klärend.
Polaskia chichipe (Goss.) Backbg. (T.)
K. baumförmig, bis 5 m h., mit kurzem Stamm,
0,80—1 m 0, stark verzweigte Krone; Tr. bis ca.
10 cm 0, mit gelblichem Fleisch; Ri. meist bis 9,
scharfkantig, um die Ar. verdickt; Rst. 6—7—9;
Mst. 1, etwas länger als die 1 cm lg. randständigen,
oft basal verdickt; Bl. ziemlich klein, + kremweiß,
unbestachelt; Fr. klein, 2—2,5 cm 0, innen und
außen rot, Ar. klein und kurzfilzig, entfernt, mit
kleinen St.-Bündeln; S. klein, schwarz. — Mexiko
(Puebla, bei Tehuacan; Oaxaca, nordwestlich Tama-
zulapan). Jungpflanzen sind bereift. (Abb. 338.)
Porfiria Böd. (227)
Bödeker stellte die Gattung nach den in der
Systematischen Übersicht genannten Unterschieden auf
bzw. wegen des rübigen Basalteils, der ansehnlichen
Blüten und der angeblich rasch reifenden Frucht.
Da mir die hierzu zu rechnende Art als noch nicht
genügend geklärt erscheint, führe ich das Genus
hier auf, auch weil der Name noch oft im Gebrauch
ist, ich bin aber der Ansicht, daß es nicht
hinreichend von Mamillaria unterschieden ist. Der
Name P. coahuilensis Böd. (1925—26) wurde in
P. schwartzii (Fric) Böd. (1929) geändert, weil
Haagea schwartzii Fric (1926) als gültiges Basionym
angesehen werden muß. Der Name P. coahuilensis
v. albiflora Böd. war nur ein Namensvorschlag; die
betreffende Pflanze wurde von Bödeker später als
Mamillaria albiarmata Böd. beschrieben, wie sich
aus einem Vergleich der Merkmale ergibt. —
Verbreitung: Nordmexiko [®.].
Porfiria schwartzii (Fric) Böd. (T.): Mamillaria
schwartzii (Böd.) Backbg.
K. einzeln, mit starkem Rübenteil, ca. 4 cm 0 und
mit flachem Kopf; Saft milchig; W. aufrecht, ca.
Porfiria — Pseudolobivia 371
12 mm lg., + dreiseitig; Ar. nur anfangs wollig; Ax.
etwas wollig; Rst. 16, dünn, weißgrau, bis 6 mm lg.;
Mst. 0—1, bräunlich, 6 mm lg.; St. alle feinschülfe-
rig; Bl. glockig-trichterig, bis 3 cm 0, weißlich mit
leicht rosa getönter Mitte; Fr. keulig, zinnoberrot,
groß; S. leuchtend hellbraun. — Mexiko (Coahuila,
San Pedro). [©.]
Pseudoespostoa Backbg. (179)
Wattig und -weiß behaarte Cereen mäßiger Größe,
von unten verzweigend, mit seitlichem Oberflächen-
cephalium aus bräunlichweißer Wolle, ohne Borsten;
die Früchte sind ansehnliche weiße Beeren, geringer
behaart als bei Espostoa, die Samen glänzend
schwarz (bei Espostoa mattschwarz). Ein weiterer
wesentlicher Unterschied ist bei Espostoa: hoch-
strauchig-baumförmiger Wuchs und ein Rinnen-
cephalium. Unverständlicherweise sträuben sich
immer noch einige Autoren gegen dieses Genus,
trotz obiger Unterschiede, obwohl durch eine
Zusammenziehung mit Espostoa häufig schon E. lanata
und Pseudoespostoa melanostele verwechselt
wurden, was eine Gattungstrennung eher vermeiden
läßt. Zweifellos sind beide Gattungen näher verwandt;
eine Vereinigung ist dennoch nicht möglich, wenn
die unterschiedlichen Cephalium-Formen klär
auseinandergehalten werden sollen, was eigentlich
selbstverständlich ist, da es konstante, stets jeweils
gleichartige Bildungen sind, und ein gutes
Gattungsmerkmal sind sie auch deswegen, weil sie für
das jeweilige Genus typische Kennzeichen der
Blütenregion sind. Wo sich diese Erkenntnis noch nicht
durchsetzte, kam es denn auch zu überflüssigen
Umstellungen, die die Synonymie belasten.
Bekannt sind 2 Arten und 2 Varietäten. —
Verbreitung: Pazifische Seite Perus (vom Pisco-
Tal im Süden bis zum Rio-Safia-Tal im Norden, mit
größerem Höhenunterschied, von 800—2400 m
ii. M.). [©.]. Über die Trennung von Pseudoespostoa
und Espostoa siehe auch unter letzterem Genus
(Einleitung).
Pseudoespostoa melanostele (Vpl.) Backbg. (T.)
K. von unten verzweigt, bis 2 m h.; Tr. graugrün,
bis 10 cm 0; Ri. ca. 25, in seichte Höcker geteilt;
Ar. ziemlich nahe stehend; H. anfangs dichte
Hauben bildend, später aufgelockert; St. zahlreich, die
meisten dünn, fast borstig, kaum 5 mm lg.,
dazwischen meist einzelne viel kräftigere und längere, bis
4 cm lg., gelb; Ccph. gelbbraun, bis über ca 8 Rippen,
ohne Rinne und Naht (wie bei Espostoa)
entstehend; Bl. ca. 6,4 cm lg., weiß; R. oben leicht
behaart; Ov. mit wenigen Härchen; Fr. weiß bis
gelblich-weiß, sehr schwach behaart. — Peru (Rio Pisco
bis Rio Sana). Es kommen auch doppelseitige Ce-
phalien vor. Wolle und Stacheln färben sich später
± schwärzlich, daher der Name „dunkle Säule".
Länge und Stärke der Stacheln ist etwas variabel
(Abb. 339).
v. inermis Backbg.: K. meist stärker behaart;
Mst. wenig auffallend, nicht deutlich länger und
gelb; H. länger weiß bleibend. — Mittelperu
(Matucana).
v. rubrispina Ritt., noch unbeschrieben, hat auch
kurze rötliche St.
Pilocereus haagei und dautwitzii, die einige
Autoren für identisch mit Vaupels Art hielten, sind, wie
Werdermann nachwies, nicht mehr einwandfrei
klärbare Namen.
Ritter erwähnt den ersten Namen als Espostoa
in „Taxon" XIII: 4. 143. 1964 und beschreibt als
abweichend:
Pseudoespostoa nana (Ritt.) Backbg. n. comb.
(Espostoa nana Ritt., 1. c.)
K. bis 1,5 m h.; Tr. bis 8 cm 0; Ar. weiß oder blaß-
gelb; St. blaßgelb; Rst. ca. 30, ca. 7,5 mm lg.; Mst.
1; Ceph. weiß oder blaßgelb; Bl. offenbar wenig
unterschieden von denen obiger Art; S. glänzend. —
Peru (Dept. Ancash, unterhalb Caras, bzw. Hual-
lanca, im Canon del Pato). Eine gute Art?
Nach der geringen Wuchshöhe und den glänzenden
Samen eindeutig zu Pseudoespostoa gehörend, darin
alle ähnlich, die Einbeziehung zu Espostoa also
abwegig, da diese in den erwähnten Merkmalen
durchaus abweicht.
Pseudolobivia (Backbg.) Backbg. (97)
Die Begründung der Abtrennung dieses Genus unter
Anführung der Haupt-Unterscheidungsmerkmale
wurde unter Echinopsis gegeben. Die Einzelheiten
sind also dort nachzulesen. Eine stärkere
Ähnlichkeit mit Lobivia besteht beim Körper in den ‚‚beil-
förmig" gehöckerten Rippen, bis auf Ps. aurea und
Ps. luteiflora, deren schlanke, gelbe Tagblüten
jedoch allein schon eine Sonderstellung verlangen.
Auch bei den übrigen Arten sind die Blüten
entweder nur oder doch gern noch den Tag über
offen, auch wenn sie schon gegen Abend mit dem
öffnen beginnen; Unterschiede der Öffnungszeiten
sind hier aber ohne Bedeutung, da sie ebenso auch
bei Lobivia vorkommen. Bei zwei Pseudolobivia-
Arten sind die Blüten so kurz wie bei Lobivia, bei
anderen so lang wie bei Echinopsis, aber schlanker;
dies und die z. T. lebhaften roten und gelben Farben,
neben den weißen, lassen ebenfalls gut die
Zwischenstellung erkennen. Einige Arten, wie Ps. ferox oder
Ps. wilkeae, sind überhaupt nur in einem solchen
besonderen Genus befriedigend unterzubringen, bei
dem auch z. T. anfangs oder ständig gehakte
Mittelstacheln auftreten, bei Echinopsis nie. Beschrieben
wurden bisher 24 Arten. — Verbreitung: Vom
bolivianischen Hochland bis Nordargentinien. [®.]
Pseudolobivia acanthoplegma Backbg.: Lobivia
acanthoplegma (Backbg.) Backbg.
372 Pseudolobivia
Pseudolobivia ancistrophora (Speg.) Backbg. (T.)
K. flachrund, bis ca. 8 cm 0; Ri. 15—16; Rst. 3—7,
rückwärts spreizend, bis 16 mm lg.; Mst. 1, +
gehakt, bis 2 cm lg.; St. bald weißlich, anfangs
dunkler; Bl. ca. 12—16 cm lg., geruchlos, schlank-
röhrig, weiß; Fr. 1,6 cm lg., grün. —
Argentinien (Tucuman-Salta). Blüht zwei Tage.
Pseudolobivia aurea (Br. & R.) Backbg.
K. kugelig bis verlängert, bis 10 cm h.; Ri. 14—15,
scharfkantig; Ar. anfangs braun; Rst. ca. 10, bis
ca. 1 cm lg.; Mst. einzeln bis manchmal 4, stärker,
auch etwas flach, bis 3 cm lg.; St.: randständige
weißlich, mittlere anfangs dunkel bis schwärzlich;
Bl. 9 cm lg., 8 cm 0, zitronengelb, innen tiefer
gelb. — Argentinien (Cordoba, Cassafousth).
v. elegans (Backbg.) Backbg.: Pet. schmal,
strahlend und glänzend.
v. fallax (Oehme) Backbg.: Ri. 12; Rst. 7—9;
Mst. 1, bis 4,5 cm lg.; St. alle anfangs schwärzlich,
mittlere zuweilen auch graurötlich; Bl. bis 7 cm
lg., bis 6 cm 0, zitronengelb, verblühend rosa. —
Argentinien (Cordoba?). Der Körper ist matt
graugrün.
v. grandiflora (Backbg.) Backbg.: Bl. radförmig,
groß; Pet. 1 cm br., dicht stehend. — Heimat:
die des Typus der Art.
Pseudolobivia boyuibensis (Ritt.) Backbg. n. comb.
(Echinopsis boyuibensis Ritt., Succulenta 44: 2, 25.
1965).
K. ähnlich Ps. obrepanda; Ri. 10—12, schwächer
gekerbt; Rst. 2—6, 7—20 mm lg., die längsten
meistens gehakt; Mst. 0—1, 2—4 mm lg., meist hakig;
Bl. 9 cm lg., 6cm 0, wohl weiß. — Bolivien Dept.
Sta. Cruz, westl. Boyuibe (FR 777a).
Pseudolobivia callichroma (Card.) Backbg. n. comb.
(Echinopsis callichroma Card., Kakt. u. a. Sukk.,
16: 3, 49—50. 1965).
K. ziemlich flachkugelig, bis 3 cm h., bis 15 cm 0,
graugrün; Ri. 17—19, scharf beilförmig gekerbt, ca.
1 cm h., 1,2 cm br.; Ar. 1—2,5 cm entfernt,
elliptisch, grau; St. 12—14, mittlere nicht
unterscheidbar, 2—6 cm lg., biegsam, dünn, stechend, stark
gekrümmt, grau; Bl. hell magentarot, ohne Angabe
der Maße; Sep. ca. 3,5x0,6 cm gr.; Pet. breit
lanzettlich, ca. 3x0,8 cm gr., sehr hell magenta, oder
fuchsig-rosa mit dunklerem Mittelstreif; R. bis 9 cm
lg., grün, mit brauner und schwarzer Wolle; Ov. bis
1,5 cm lg., grün, wie die R. bewollt; Stbf. zweiserig,
weiß; Gr. unten grün, oben blaßgelb. — Bolivien
(Dept. Cochabamba, Prov. Tapacari, Straße nach
Cami, 2700 m).
Eine der Arten, die nach sämtlichen Merkmalen und
besonders der Blütenfarbe zeigen, daß ohne
Abtrennung von Pseudolobivia auch keine Trennung
von Echinopsis und Lobivia möglich ist.
Pseudolobivia calornbra (Card.) Backbg. n. comb.
(Echinopsis calorubra, Card., The Nat. C. & S. J..
12: 3, 62.1957).
K. gedrückt-kugelig, bis 14 cm 0, 6,7 cm h.,
hellgrün; Ri. 16, in Beilhck. geteilt; Ar. 2,5 cm
entfernt, in den Vertiefungen der Kerben; Rst. 9—13,
etwas gebogen, einer gelblich; Mst. 1, gerade, bis
2,5 cm lg.; St. pfriemlich, grau werdend, mit
braunen Spitzen; Bl. bis 15 cm lg.; Sep. lanzettlich,
außen grün, innen rötlich; Pet. spatelig, oben
orangerot, zur Basis hin bläulich-rosa; Stbf. der
unteren Gruppe.unten grün, Mitte lilarosa, oben rot,
die der oberen Gruppe unten weiß, Mitte lilarosa,
oben rot; Gr. grün mit gelben N. — Bolivien
(Prov. Valle Grande, am Wege Comarapa—San
Isidro, 1900 m).
Pseudolobivia carmineoflora Hoffm. & Backbg.
K. gedrückt-rund, mattgrün, ca. 7 cm 0, 4 cm h.,
stumpfgrün; Ri. ca. 14, scharfkantig; Ar. +
bräunlich; Rst. 10—12, bis 2,6cm lg.; Mst. (2—) 3—4,
z. T. unten leicht kantig, Fuß verdickt, meist
aufwärts gebogen oder über dem Scheitel stärker
gekrümmt; St. homfarben, später grau, anfangs etwas
dunkler; Bl. ca. 7,5 cm lg., karminrot. — Bolivien
(Gebiet von Cochabamba). Blüht nur einen
Vormittag bei Sonne. (Abb. 340.)
Eine ganz ähnliche Pflanze, mit ebenfalls gekerbten
und scharfkantigen 14 Ri., hatte nur 9 Rst, ca.
2 cm lg.; Mst. 2, übereinander, bis 3 cm lg.; St. blaß
hornfarben und rauh; Bl. ca. 10 cm lg., fast 6 cm 0,
die Perigonbl. zum Schlund hin mehr karmin, nach
dem Rand zu mehr lachsfarben, nicht so intensiv
karmin wie die Stbf. und der Gr., R. grün, schwach
S-förmig gekrümmt, grau- und braunhaarig; Hymen
grün.
Entweder ist die Art stärker variabel oder es handelt
sich um eine einheitlicher abweichende Pflanze, die
als gute Varietät angesehen werden muß. Nach nur
2 Pflanzen läßt sich das nicht entscheiden. Die Art,
deren Bl. erst gegen 9 Uhr vorm. öffnen, ist
jedenfalls ein sehr typischer Vertreter des Genus. Vgl.
auch Ps. toralapana (Card.) Backbg.
Pseudolobivia ducis pauli (Fric) Krainz und v.
rubriflora Schütz (Friciana Rada I, 7, 1962):
Pseudolobivia longispina (Br. & R.) Backbg. und
var.
Pseudolobivia ferox (Br. & R.) Backbg.
K. ziemlich großkugelig werdend, bis 20 cm lg.
und 0; Ri. bis 30, scharfrückig, + scharf in schräge
Hck. zerteilt, bis 3 cm lg.; Rst. 10—12, biegsam, bis
6 cm lg.; Mst. 3—4, bis 15 cm lg., aufwärts gebogen,
elastisch; St. anfangs z. T. dunkler; Bl. weiß, mäßig
lang; R. unten ziemlich schlank; Perigon breit
öffnend. — Bolivien (östlich von Oruro).
Pseudolobivia fiebrigii (Gurke) Backbg.:
Pseudolobivia obrepanda v. fiebrigii (Gurke) Backbg.
Pseudolobivia 373
Pseudolobivia frankii Bosz.
K. breitrundlich; Ri. ca. 14, durch tiefer eingesenkte
Ar. in schmalrückige, wenig versetzte Hck. zerteilt;
Ar. weiß, ansehnlich; Rst. sehr ungleich lg., bis ca.
I cm lg., z. T. sehr kurz, weißgrau, mitunter oben
dunkel; Bl. ± hellviolett-rötlich. — Heimat ?
Pseudolobivia hamatacantha (Backbg.) Backbg.
K. flachrund, bis 15 cm 0, 7 cm h., blattgrün; Ri.
bis 27, scharfrückig gehöckert; St. 8—15, 4—12 mm
lg., gelblichweiß bis hornfarben, mehrere als mittlere
unterscheidbar, 1 zum Scheitel gebogen und
gekrümmt, z. T. hakig; Bl. bis 20 cm lg., weiß,
duftend; Fr. grün, 4 cm lg. — Argentinien (Salta).
Pseudolobivia kermcsina Krainz
K. halbkugelig, ziemlich groß werdend, bis über
15 cm 0, kräftiggrün; Ri. 15—23, + höckrig um
die Ar. verdickt; Rst. 11—16, bis 12 mm lg., dünn-
pfriemlich, zuerst fuchsiggelb, Spitze dunkelbraun,
später grau, steif, stechend, rauh; Mst. 4—6,
vorstehend, gerade oder zum Körper gebogen, bis
2,5 cm lg., etwas kräftiger, wie die Rst. gefärbt,
anfangs etwas dunkler; Bl. bis ca. 18 cm lg., 9 cm 0,
duftlos, karmin bis heller. — Argentinien (?).
Pseudolobivia kratochviliana (Backbg.) Backbg.
K. flachrund, dunkelgrün, bis ca. 6 cm 0, 3—4 cm
h.; Ri. bis 18, scharfrückig und ziemlich niedrig
gehöckert; St. bis 15—18, mittlere 1—2 (—4), bis
5cm lg., anfangs dunkler, dann alle grauweiß; Bl.
höchstens 5 cm lg., weiß, ziemlich stark schwärzlich
behaart. — Argentinien (Salta). (Abb. 341.)
Pseudolobivia lecoriensis (Card.) Backbg. n. comb.
(Echinopsis lecoriensis Card., C. & S. J. (US),
XXXV: 5, 158—159. 1963).
K. bis 60 cm h., kugelig bis zylindrisch, bis 25 cm 0,
graugrün; Ri. ca. 24, scharfkantig, gekerbt; Ar.
2,5 cm entfernt, grau; Rst. 12—14, kammförmig
gestellt, 3—7 cm lg., aufwärts gebogen; Mst. 2—4, bis
9 cm lg., aufwärts gekrümmt; St. alle pfriemlich,
kräftig, steif, weißgrau mit purpurbraunen Spitzen;
Bl. am Scheitel, trichterig, 10 cm lg., 8 cm 0,
weißlich, mittlere Perigonbl. lila gespitzt; Gr. hellgrün;
N. 11, grüngelb. — Bolivien (Prov. Linares. Dept.
Potosi, Pampa de Lecori, 3400 m).
Eine typische Pseudolobivia, deren Habitus und
Blütenlänge zeigen, daß sie eine besondere
Artengruppe bilden, worauf auch Cardenas hinweist.
Die Bl. sind (wie bei manchen Lobivien) auch nachts
offen.
Pseudolobivia leucorhodantha (Backbg.) Backbg.
K. flachrund, bräunlich-graugrün, bis 7 cm 0, 4 cm
h.; Ri. 18—20, scharfrückig; St. bis 14, 8—10 mm
lg., einige mittlere erkennbar, 1 deutlicher und
abstehend, Spitze gekrümmt; Bl. ca. 10 cm lg., außen
hellrosa, innen zart weiß; Fr. länglich, 2 cm lg. —
Argentinien (Salta).
Pseudolobivia lobivioides (Backbg.) Backbg. :-
Pseudolobivia pelecyrhachis v. lobivioides (Backbg.)
Backbg.
Pseudolobivia longispina (Br. & R.) Backbg.
K. großkugelig bis gestreckt, bis 25 cm 0; Ri. 25
bis 50, schmalrückig, bis 2 cm lg. Hck.; St. bis 15,
stark pfriemlich, in der Jugend hakig, biegsam,
über 8 cm lg., gelblich bis braun; Bl. bis 10 cm lg.,
weiß; Fr. + kugelig. — Nordargentinien (Ju-
juy, La Quiaca bis Tilcara).
v. nigra (Backbg.) Backbg.: K. später dick-
säulig, bis 30 cm h., bläulichgrün; Ri. über 20,
scharfrückig, Hck. bis 4 cm lg.; St. 12—14,
anfangs hakig, später bis 12 cm lg., zuerst
dunkelbraun bis schwärzlich bzw. bald so, zuletzt grau;
Bl. 10 cm lg., derbröhrig, weiß. — Argentinien
(Jujuy).
Neuerdings importierte Uhlig Pflanzen mit der
typischen Bestachlung, sehr variabel in der
Farbtönung, die Pet. auch rötlich. Demgemäß ist eine
entsprechende Variabilität anzunehmen, d. h. ohne
die Möglichkeit einer Abgrenzung. Jüngere Pflanzen
haben weniger Ri. und St.
Der Name Pseudolobivia ducis pauli (Fric) v.rubri-
flora Schütz gehört danach hierher. Echinopsis
ducis pauli Forst, wurde ohne Bl. beschrieben, „Ri.
18; Rst. 6—8, ca. 2 cm lg.; Mst. 1, ebensolang; St.
alle anfangs purpurbraun". Fric meinte, die von
Förster beschriebene Pflanze wiedergefunden zu
haben, aber die knappe Beschreibung gestattet
keine solche Identifizierung.
Pseudolobivia luteiflora Backbg. n. sp.
Globosa, opace atroviridis; costis 13—14, acutis, ad
12 mm latis; areolis ca. 1 cm distantibus, primo ful-
voso-albis, mox nudis; aculeis radialibus 7—9, ad
6 mm longis, acicularibus, flavo-albidis, basi + in-
crassata; aculeis centralibus plerumque 3, 2 su-
perioribus brevioribus, primo nigellatis, ad ca. 6 mm
longis, inferiore stramineo, basi rubra, valde in-
crassata; flore ca. 7 cm longo, 4—5 cm 0, luteo;
tubo ca. 4,5 cm longo, 0,5 cm 0; pilis griseo-nigris;
ovario oblongo, ca. 1,2 cm longo; foliis perigonii
ca. 6 mm latis; stylo stigmatibusque pallide viridibus;
filamentis flavidis; fauce viridialba; fructu ignoto.
K. kugelig, stumpf dunkelgrün, schon bei 4,5 cm 0
blühbar; Ri. 13—14, scharfrückig, 10—12 mm br.,
7—10 mm h.; Ar. anfangs bräunlichweiß, bald kahl,
ca. 1 cm entfernt; Rst. 7—9, nadelig dünn bis etwas
kräftiger, gelblich-weiß, anfangs bräunlicher, bis
6—6 mm lg., basal + verdickt; Mst. meist 3,
pfriemlich, die 2 oberen anfangs schwarzbraun oder
dunkelrotbraun, bis ca. 6 mm lg., der untere
abstehende strohgelb mit rotem, stark verdicktem
Fuß, bis 2—2,3 cm lg., stärker als die beiden
übrigen; Bl. ca. 7 cm lg., 4—5 cm 0, ohne Wollring;
Knospen weißhaarig; R. ca. 4,5 cm lg., ca. 0,5 cm 0,
grauschwarz behaart, mit stachligen, dünnen Seh.,
bis 4 mm lg., bräunlich; Ov. oblong, grün, bis 12 mm
374 Pseudolobivia
lg., 6 mm 0; Pet. 2,5 cm lg., ca. 6 mm br., schmal-
spatelig, in eine Spitze ausgezogen; Sep. außen
blaßgelb, Mitte olivbraun; Stbf. gelb, zweiserig; Gr.
blaßgrün, 2,5 cm lg.; N. 4 mm lg., blaßgrün; Fr. ? —
Nordargentinien. (Abb. 97.)
Von Frau Muhr gefunden. (Uhlig-No. U 2185.)
Einzige bekannte Art des Genus mit stachelig
umgebildeten Schuppen, aber mit schlanken Blüten
ohne Wollring; sie stellt eine Art „missing link" zu
Acanthocalycium dar.
Pseudolobivia nigra (Backbg.) Backbg.:
Pseudolobivia longispina v. nigra (Backbg.) Backbg.
Pseudolobivia obrepanda (SD.) Backbg.
K. + gedrückt-kugelig, glänzend dunkel- bis
graugrün, selten sprossend; Ri. in Beilhck. geteilt, ca.
2 cm lg.; Rst. 9—11, bis 1 cm lg.; Mst. 1—3, bis
6 cm lg.; St. steif, weißlich bis dunkelbraun, meist
kammartig gestellte Rst.; Bl. bis 20 cm lg., weiß,
Duft nach Petersilie; R. + gekrümmt. —
Bolivien (Cochabamba-Gebiet).
v. fiebrigii (Gurke) Backbg.: Bl. mit gerader R.
und mehr aufgerichteten Pet., Duft angenehm
(nicht wie beim Typus der Art nach Petersilie).
Pseudolobivia orozasana (Ritt.) Backbg. — „Cac-
tus", 20: 83, 61. 1965 (Echinopsis mamillosa v.
orozasana Ritt., Succulenta 44: 2. 25. 1965).
K. breitrund, bis 20 cm 0, bei 7,5 cm 0 blühbar;
Ri. beilhöckrig; Rst. 12—18, 1—2,5 cm lg.; Mst.
6—12, 0,8—3,5 cm lg., gerade; Bl. bis 20 cm
lg., in praller Sonne geöffnet, ca. 8 cm 0, rein weiß;
R. ca. 17 cm lg., schlank, grün, mit braunen H.;
Sep. herabgebogen, grünlich, ziemlich schmal; Pet.
breitspatelig; Stbf. weiß; Stbb. krem; Gr. grünlich;
N. grünlich weiß. — Bolivien (Prov. Arce, Orozas;
FR 779). (Abb. 342.)
Nach den Ri.- und Bl.-Merkmalen besser eine eigene
Art. Die Blütenangaben wurden von mir nach
Beobachtungen in der MARNiER-Sammlung hinzugefügt.
Pseudolobivia pelecyrhachis (Backbg.) Backbg.
K. flachrund, grün; Ri. ca. 20, nicht breit, oben
rundlich, längliche Hck., z. T. fast kinnartig und
oben schmäler; Rst. 9, 5—8 mm lg., weiß, gelb
gespitzt; Mst. 0 oder 1, kurz und + verbogen; Bl. ca.
10 cm lg., weiß, weißgrau behaart. —
Argentinien (Salta).
v. lobivioides (Backbg.) Backbg.: K. später auch
gestreckt, dunkelgrün; Ri. 19, scharfkantig, nur
schwach kinnhöckrig; Rst. 14, gelb; Mst. fehlend
oder bis 4, gerade, bis 1 cm lg.; Bl. weiß; Pet.
etwas aufgerichtet. — Argentinien (Salta).
Pseudolobivia polyancistra (Backbg.) Backbg.
K. flachrund, nur bis ca. 6 cm 0, meist kleiner; Ri.
17—30, schmal, leicht gerundet und gehöckert,
hellgrün; St. zahlreich, feinborstig, mittlere schwer
unterscheidbar, oft gekrümmt bis hakig, zuweilen nur
kurz, alle unregelmäßig gestellt, bis 1,2 cm lg.; Bl.
bis 10 cm lg., weiß, duftend; R. sehr schlank. —
Argentinien (Salta). (Abb. 343.)
Pseudolobivia potosina (Werd.) Backbg.
K. kugelig bis gestreckt, bis ca. 8 cm 0 oder mehr,
lebhaft grün, mattglänzend; Ri. ca. 13, scharf-
rückig, in schief gestellte Hck. geteilt, bzw. diese
nicht durchgehend; Ar. bis 5 cm entfernt, groß,
zuerst schmutzig hellbraun; St. 9—13, schwer
trennbar, weißlich bis rostrot, schwarz-spitzig, später
bräunlich-grau, bis 4 cm lg., sehr derb, oft bis 5 mm
0, Fuß verdickt, anfangs oben hakig oder
eingerollt; Bl. weiß, ziemlich derb- und kurztrichterig,
Hülle spreizend. — Bolivien (bei Potosf).
Pseudolobivia rojasii (Card.) Backbg.
K. einzeln, kugelig, bis 11 cm 0, 6 cm h., graugrün;
Ri. ca. 16, gekerbt, Kanten auch rötlich, gehöckert;
Ar. grau; Rst. 8—9, 5—14 mm lg.; Mst. 1, 15—17
mm lg., aufwärts gebogen; St. alle pfriemlich,
weißgrau, Spitze bräunlich; Bl. bis 12 cm lg., blaßrosa,
weißlich und bräunlich behaart. — Bolivien
(Santa Cruz, „El Fuerte", Samaipata).
v. albillora {Card.) Backbg.: Ri. 14,
scharfkantig; Rst. 6—11, bis 2 cm lg. zurückgebogen; Mst.
1—3, aufwärts gebogen; Bl. 17 cm lg., weiß. —
Vom gleichen Standort.
Pseudolobivia toralapana (Card.) Backbg. n. comb.
(Echinopsis toralapana Card., „Cactus", 19: 82,
41—42. 1964).
K. bis 4 cm h., 16 cm 0; Ri. ca. 13, beilförmig
gehöckert, blaßgrün; Ar. bis 3 cm entfernt; St. kamm-
förmig gestellt, 6—10, gebogen, bis 5 cm lg.,
pfriemlich, grauweiß; Bl. bis 14 cm lg., bläulichrot; Stbf.
unten blaßgrün, oben blaßpurpurn; Gr. grün. —
Bolivien (Prov. Arani, bei Toralapa, 3200 m).
Gehört zweifellos zum Formenkreis der Ps. car-
mineoflora. Siehe auch dort. Vielleicht nur eine
var.
Pseudolobivia torrecillasensis (Card.) Backbg. (als
Echinopsis Card, beschrieben)
K. flach, auf bis 8 cm lg. dicker Rübe, Kopf nur
1—2 cm h., grün; Ri. 16, gekerbt, scharf rückig; Ar.
8 mm entfernt; Rst. 6—7, bis 10 mm lg.; Mst. 1,
bis 1 cm lg.; St. alle gebogen, zusammengedrückt,
nadelig, grau; Bl. 8 cm lg., rot bis lachsrot; Stbf.
purpurn; N. smaragdgrün. — Bolivien (Santa
Cruz, bei Torrecillas). Sitzt tief im Boden.
Echinopsis torrecillasensis, aus Cárdenas-Samen
gezogen, die Lobivia torrecillasensis Hort, europ.,
entspricht nicht der Zeichnung von Cárdenas und
ist eine rotblütige var. der Lob. arachnacantha
(s. dort).
Pseudolobivia wilkeae Backbg.
K. halbkugelig bis kugelig, bis über 10 cm 0,
reingrün; Ri. 18 und mehr, scharf rückig, zuerst ganz
Pseudolobivia — Pseudozygocac.tus 375
in beilförmige, schmale Hck. zerteilt, nach unten zu
gerade durchlaufend; Ar. weiß; Rst. 6—7,
pfriemlich, der oberste mehr ein mittlerer, +
zusammengedrückt, 2,3—4,5 cm lg.; Mst. 1—2, bis 9,3 cm lg.,
hornfarben, am Grunde rötlich, z. T. ziemlich
dunkel, in der Jugend der stärkste oben gekrümmt
bis hakig; Bl. ca. 8 cm lg., 6,5 cm 0, weißrosa. —
Bolivien (Uyuni).
v. carminata Backbg.: Ri. bis 26; Rst. 9—11,
bis 2 cm lg., hornfarben, derbpfriemlich; St.
dunkel bis schwärzlich zu Anfang; Bl. kleiner, 5 cm
lg., karminrot. — Vom gleichen Standort.
Zu dieser Gattung gehört wohl auch
„Echinopsis (Pseudolobivia) calochrysea Ritt.",
FR 985, mit großer gelber Blüte.
Pseudomammillaria F. Buxb. : Dolichothele (K. Sch.)
Br. & R., emend. Backbg. Reihe 2: Microfloridae
Tieg. Die Artnamen siehe dort.
Pseudomitrocereus H. Bravo & F. Buxb.: Mitro-
cereus Backbg. (siehe dort).
Pseudonopalxochia Backbg. (37)
Bei den phyllocactoiden Pflanzen ist eine
vollständige Reduktionslinie der Sproßnatur an der Blüte
entstanden, die einzelnen Stufen als Gattungen
abgegrenzt. Bei den Tagblühern fehlte vordem noch
die bekleidete Stufe vor Nopalxochia. Der
erfolgreiche Sammler T. M. MacDougall entdeckte und
beschrieb sie 1947. Besonders die phyllocactoide
Gattungsgruppe, bei der nach und nach alle noch
fehlenden Stufen gefunden wurden, hat den
Beweis für den Vorteil der sich danach richtenden
naturgegebenen Gliederungsmethode geliefert. Die
Blüten der Pseudonopalxochia gleichen denen der
Nopalxochia, sie haben aber 1—4 weißliche
Borsten; die Frucht ist ebenfalls mit Borsten besetzt.
Nur 1 Art bisher bekannt. — Verbreitung:
Mexiko (Oaxaca) [gutwüchsig].
Pseudonopalxochia conzattianum (T. M.
MacDougall) Backbg. (T.)
K. strauchig, epiphytisch; Tr. flach, wie bei
Nopalxochia, nur mäßig breit, anfangs auch rötlich; Bl.
ca. 8 cm lg., (becherig-)trichterig, leuchtendrot mit
orange Ton; R. nur bis 2,8 cm lg.; Stbl. unten grün,
dann rot, oben weißlich; Gr. rot; Ov. und Fr. weiß
beborstet; Fr, grün, 4x3 cm gr., Bst. bis 10; S.
dunkelbraun. — Mexiko (Oaxaca, bei Santiago
Lachiguiri).
Pseudorhipsalis Br. & R. (23)
Die Pflanzen ähneln den flachtriebigen Rhipsalis.
Die Blüten entstehen einzeln, die Perigonblätter
spreizend, mit kurzer, deutlicher Röhre. Kimnach
hat sie zu den Disocactus gestellt, aus Gründen, die
mehr für ein „genetic System" zutreffen. Hier ist
eine Umstellung nach der systematischen
Gliederung nicht möglich. Von der
Disocactus-Artengruppe mit einheitlich rot gefärbten Blüten weichen
auch alle Pseudorhipsalis-Blüten durch innen weiße,
hell zitronengelbe oder gelblichweiße Farbe ab;
Untersuchungen über diese jeweils einheitliche Tönung
bzw. die Frage, inwieweit sie natürliche Gruppen
kennzeichnet, stehen noch aus. Die Trennung
erleichtert jedoch die Bestimmung, und überdies
handelt es sich um eingeführte Namen, für deren
Änderung kein dringendes Bedürfnis vorliegt.
Beschrieben sind 3 Arten, bei einer kommt vielleicht noch
eine Varietät hinzu. — Verbreitung: Jamaika,
Costarica und südliches Mexiko [gutwüchsig].
Pseudorhipsalis alata (Swartz) Br. & R. (T.)
K. strauchig, bis 5 m lg.; Tr. breit-linear, länglich
oder lanzettlich, auch eingeschnürt, unten
stielartig verjüngt, hellgrün, bis 40 cm lg., 4—6 cm br.,
mit kräftiger Mittelrippe; Bl. ca. 1,5 cm lg.,
gelblichweiß; Fr. eine 1 cm lg. Beere. — Jamaika (im
Westen der Insel).
Pseudorhipsalis harrisii (Gurke) Y. Ito mag nur
eine Varietät sein: Tr. ohne stielartige Verjüngung;
Fr. nur 5 mm 0. Britton und Rose stellten die
„Rhipsalis harrisii Gurke" als Synonym zu obiger
Art. Ob die Unterschiede ausreichen, die Pflanzen
als Art oder Varietät abzutrennen, ist m. W. nicht
näher untersucht worden.
Pseudorhipsalis himantoclada (Rol.-Goss.) Br. & R.
K. strauchig, schließlich große hängende Büsche,
1 m oder mehr lg.; Tr. dünn und flach, 4—5 cm br.,
sägeartig eingeschnitten, lebhaftgrün, glänzend,
Spitze zuerst rötlich, unten stielrund, mit
zunehmender Verzweigung alle Maße verkürzt; Bl. 2,6 cm
lg., innen weiß, außen rosa. — Costarica (Pozo
Azul).
Pseudorhipsalis macrantha Alex.
K. buschig, hellgrün, mit runden Stämmchen,
hängend; Tr. bis 90 cm lg., 4,5 cm br., oben verjüngt,
gekerbt; Ar. grau; Bl. einzeln oder zu zweit, 3 cm
0, hell zitronengelb; Sep. bräunlich-orange, unten
rötlich; Fr. eine kugelige, rote Beere, 7—8 mm 0.
— Mexiko (Oaxaca, nördlich von Niltepec und bei
La Gloria).
Pseudotephrocactus Fric & Krzgr. war ein
unbeschriebener Name für einige Tephrocactus-Ar-
ten.
Pseudozygocactus Backbg. (28)
Die Gattung ist ein interessantes Beispiel
allmöglicher Formentstehung: die Pflanze selbst ähnelt
täuschend einem Zygocactus, die Blüten sind da-
376 Pseudozygocactus — Pterocactus
gegen klein wie die von Rhipsalis und ohne,
erkennbare Röhre. Der Bau der Pflanze verweist sie zu
den „Epiphylli", die kleine Blüte muß dabei als
stärkere Reduzierung bewertet werden, zumal
Atavismen bei Rhipsalis und Lepismium dies
rechtfertigen. Außerdem ist das Ovarium scharf 4kantig
und geflügelt wie z. B. bei Schlumbergera, aber nie
so bei Rhipsalis, auch entstehen die Blüten am
Triebende. Bekannt ist 1 Art mit 1 Varietät. —
Verbreitung: Brasilien (Itatiaya-Gebirge und
südlicher). Über die Kulturbedingungen dieser in den
Sammlungen noch seltenen Art ist bisher wenig
bekannt; anscheinend liebt sie gleich schattigen
Stand wie Rhipsalidopsis.]
Pseudozygocactus epiphylloides (Campos-Porto &
Werd.) Backbg. (T.)
K. epiphytisch, halbstrauchig; Tr. kurz gegliedert,
G. bis 2,5 cm lg., ca. 1 cm br., mit kräftigen
seitlichen Kerben; Ar. nackt, winzig; Bl. am Triebende
einzeln, ca. 1 cm lg., es kommen ausnahmsweise
auch seitenständige Bl. vor., wie dies auch bei Zygo-
cactus beobachtet wurde (eine Einbeziehung zu Ha-
tiora mit rundem Ovarium, wie bei Buxbaum, ist
angesichts der vielen Übereinstimmungen mtt den
anderen „Epiphylli" abwegig); Fr. ? — Brasilien
(Itatiaya-Gebirge auf 1600 m). '
v. bradei (Campos-Porto & Cast.) Backbg.: K.
buschig, bis 80 cm lg. hängend, dicht verzweigt;
G.j fast zungenartig verlängert, oben gestutzt,
seitlich kaum gekerbt, unten verschmäler.t; Bl.
2 cm 0, gelb. — Brasilien (Serra Bocaina).
(Abb. 344.)
Pterocactus K. Sch. (7)
Kleine Pflanzen mit dicken Rüben und verschieden
gestalteten Trieben: kugelig oder zylindrisch. Die
Blüte ist endständig eingesenkt und so entstehen
auch die Früchte; bei ihrer Reife verdicken sich die
Tr. oben, und die Frucht löst sich + umschnitten.
Ein besonderes Merkmal ist, daß die Samen einen
geflügelten Rand haben. Darin steht das Genus
einzig da; die Breite des flügeligen Randes variiert bei
den verschiedenen Spezies. Beschrieben sind 7
Arten. — Verbreitung: Südamerika, von nahe der
Magellan-Straße im argentinischen Westen bis weit
nach Norden hinauf. [Wurzelecht schwerer zu
halten, gepfropft leichter blühend.]
Pterocactus australis (Web.) Backbg.
K. kugelig-keulig gegliedert; Wz. eine bis 8 cm lg.
und 3 cm br. Rübe; Tr. bis 8 cm lg., gehöckert;
Rst. 10—15, bis 4 mm lg., weiß; Mst. 1—2, bis 2 cm
lg., abgeflacht, weißlich-bräunlich; St. abstehend;
Bl. bis 3 cm 0, strohgelb; S. runzlig. —
Südargentinien (zwischen Magellan-Str. und Rio Sta. Cruz).
v. arnoldianus Backbg.: Mst. schwarz, cürzer und
gekrümmt.
Pterocactus decipiens Gurke
K. mit zylindrischen Tr.; Tr. bis 1,2 cm 0, dicht
länglich gehöckert; St. 4—7 mm lg., anliegend; Bl.
4,5 cm 0, mit umgebogener feiner Pet.-Spitze; N.
purpurrot (!); S. mit dickem und undurchsichtigem
Flügelring. — Argentinien (bei Cordoba). (Abb.
345.)
Zum Teil zu Pt. tuberosus gestellt, der aber mehr
höckerlos ist, die Tr. schlanker, die Blüte kleiner,
der Samenflügel dünnhäutig und durchscheinend.
Pterocactus fischeri Br. & R.
K. länglich bzw. zylindrisch; Tr. stark gehöckert, ca.
1,5 cm 0, bis ca. 10 cm lg.; Rst. ca. 12,
borstenartig, weiß, ca. 6 mm lg., spreizend abstehend;
Mst. ca. 4, 1—1,5 cm lg., nicht abgeflacht,
bräunlich mit gelblichen Spitzen; Gl. zahlreich, gelblich,
bis 4 mm lg.; Bl. ?; S. groß, schmal geflügelt. —
Südargentinien (Rio Negro).
Pterocactus hickenii Br. & R.
K. kugelig-keulig, mehr länglich; Tr. nicht stark
gehöckert, 2—3 cm lg.; Rst. ca. 10—14; Mst. ca.
3—4, kaum unterschieden; St. alle ca. 3 cm lg.,
dünn, abstehend, oben gelb, unten braun; Bl. bis
4 cm 0, gelblich mit rosa Rand und grünlichem
Mittelstreifen; S. 5 mm dick, mit schmalem
Flügelring.— Südargentinien(Comodoro Rivadavia).
Pterocactus kuntzei K. Sch.: Pterocactus tuberosus
(Pfeiff.) Br. & R.
Pterocactus marenae (Pars.) Rowl.: Marenopuntia
marenae (S. H. Pars.) Backbg.
Wenn auch bei Marenopuntia die Blüten
endständig eingesenkt sind, haben die Samen doch keinen
Flügelring, ferner weicht der Habitus ganz von
Pterocactus ab; auch die außerordentlich weite
geographische Entfernung widerspricht einer näheren
Verwandtschaft.
Pterocactus pumilus Br. & R.
K. niedrig bzw. liegend und aufsteigend, + kurz-
zylindrisch gegliedert; Tr. ca. 1 cm 0, fast
höckerlos bzw. Hck. winzig; Ar. stärker wollfilzig; St.
ziemlich kurz, + anliegend bzw. nur wenig abstehend,
weich, so auch am Ov.; Bl. ?; S. mit 1 mm br.
Flügelring. — Südargentinien (Chubut, Puerto Pi-
ramides).
Pterocactus skottsbergii (Br. & R.) Backbg.
K. kugelig gegliedert; Wz. eine dicke, bis ca. 10 cm
lg. Rübe; Tr. mitunter nur etwas gestreckt, meist
ca. 3 cm 0; Ar. mit dicken Filzpolstern, dicht
stehend; St. ca. 10, schwarz mit gelben Spitzen,
1—2 cm lg., mittlere stärker, nicht abgeflacht; Bl.
ca. 6 cm lg., trocken rötlich bis rötlich-grün; Ov,
mit braunen oder schwärzlichen St.; Fr. ? —
Südargentinien (Terr. Santa Cruz, Lago Buenos Aires
und nördlich davon).
Pterocactus tuberosus (Pfeiff.) Br. & R. (T.)
K. schlankzylindrisch; Wz. dicke Rüben, bis 12 cm
lg., 8 cm 0, z. T. mehrere; Tr. bräunlich-rötlich,
fast höckerlos, bis 40 cm lg., 1 cm 0, zum Ende ±
verdickt; Ar. winzig; St. zahlreich, fein, kurz,
anliegend; Bl. 3 cm lg., gelb; N. gelb (!); Ov. mit
zahlreichen Bst.; Fr. trocken; S. bis 4 mm 0, mit bis
4 mm br. Flügelring. — Westargentinien (Men-
doza, zum Paso Cruz hin).
Pterocactus valentinii Speg.: Pterocactus australis
(Web.) Backbg.
Pterocereus MacDoug. & Mir. (156)
Große Cereen mit dünnflügeligen wenigen Rippen
und zylindrisch-trichterigen Blüten, deren ziemlich
dicht stehende Schuppen nach außen umgebogen
sind; die Achseln der Röhre sind reichlich
bräunlich-filzig und tragen einige sehr kurze gelbliche
Stacheln, in dem oberen Teil fehlt diese Bekleidung,
am Fruchtknoten ist sie jedoch ebenso. Die Blüten
sind nur nachts geöffnet. Die hell-karminrote,
kugelige Frucht hat eine fleischige Wand; sie ist mit
rot werdenden Schuppen und in den Achseln mit
Filz und bis über 20 dunkelroten, bis 1,4 cm lg.
Stacheln versehen, die Pulpa weinrot, die Samen
glänzend schwarz.
Sehr ähnlich beschuppt ist die Blüte von Aniso-
cereus lepidanthus (Eichl.) Backbg., der aber nach
Eichlams Angaben als Tagblüher anzusehen ist,
bzw. schließen sich dessen Blüten nicht wieder,
sondern sie trocknen ein, die Schuppen strohig, die
Röhre trägt nicht kurze Stacheln, sondern 1,5 cm
lange Grannen.
Ähnlich geflügelte wenige Rippen zeigt Anisocereus
gaumeri, von dem jedoch weder Borsten noch
Stacheln an der Röhre angegeben wurden; die Blüten
trocknen aber auch ähnlich ein; die trockene Frucht
ist sehr kurz bestachelt. Angesichts der
unzulänglichen Beschreibung ist die Zugehörigkeit dieser Art
zweifelhaft (siehe unter Anisocereus). Nur 1 Art ist
beschrieben worden. — Verbreitung: Mexiko
(Chiapas, nordöstlich Tuxtla Gutierrez bzw.
nördlich La Chacona). [Über die Kulturbedingungen ist
nichts bekannt.]
Pterocereus foetidus MacDoug. & Mir. (T.)
K. bis 8 m h., wenig verzweigt oder einzeln, mit
zylindrischem, bis 1,5 m hohem Stamm, dieser bis
14 cm 0; Tr. grün, + steil aufsteigend, mit
zylindrischem Achsenkörper; Ri. (3—) 4, dünn, bis
7 cm L, Kante leicht gekerbt; Ar. weiß oder grau;
St. nicht trennbar, 10—11 (—20), pfriemlich, grau
bis rotschwarz, bis 4,8 cm lg., spreizend; BI. bis
9,5 cm lg., bei Tageslicht geschlossen, übel riechend
(daher der Artname), bis ca. 4 cm 0, grünlich-
Pterocactus — Pygmaeocereus 377
weiß; Fr. 4,5 cm 0; S. ca. Ö mm gr. — Mexiko
(siehe oben). (Abb. 346.)
Pterocereus gaumeri (Br. & R.) MacDoug. & Mir. :
Anisocereus gaumeri (Br. & R.) Backbg.
Pygmaeocereus Johns. & Backbg. (91)
Sehr kleine, meist stärker sprossende Cereen mit
zylindrischem Körper und schlanktrichterigen
Nachtblüten, die Verzweigung basal entstehend. Bisher
wurden 3 Arten beschrieben; die Zugehörigkeit
einer derselben ist noch zweifelhaft. —
Verbreitung: Küstenzone des südlichen Peru. [®. P.]
Pygmaeocereus akersii Johns., nur ein Name (Bild
in „Kakt. u. and. Sukk.", 11: 162. 1961), ist
entfernter bestachelt, z. T. längere Mst., vielleicht eine
var. von P. bylesianus, falls es keine Übergänge
gibt.
Pygmaeocereus bylesianus Andreae & Backbg.
(T.)
K. kurztriebig, kleine Gruppen bildend; Tr. kaum
über 10 cm lg.; Ri. 12—14, sehr niedrig, erst später
klein gehöckert; Ar. rundlich; St. zahlreich, anfangs
dunkel gefärbt, dann grau, strahlend, nicht stärker
verflochten, d. h. deutlich getrennte Bündel, ohne
unterscheidbare Mst.; Bl. ca. 6 cm lg., geöffnet
mindestens ebenso br.; R. 5 mm 0, in den Achseln,
auch des etwas länglichen Ov., flockige H. —
Peru. (Abb. 348 rechts.)
Pygmaeocereus densiaculeatus Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 12. 1963.
K. kleingruppig, seitlich verzweigend; Tr. mäßig
lg., ca. 1,7 cm 0, einschließlich St.; Ri. ± 18,
äußerst schmal und niedrig; Ar. rund,
hellbräunlich, nur ca. 2 mm entfernt; St. bis ca. über 30,
höchstens 3 mm lg., völlig verflochten und den K.
ganz bedeckend, abstehend, auch vorstehend, alle
fiedrig-haarig, anfangs (im Scheitel) blaß-rötlich und
braunspitzig; Bl. ?; Fr. ? — Heimat ? (Abb. 347.)
Die Pflanze ähnelt mit dem Triebhabitus einer Ma-
millaria viperina. Sie ist so einzigartig bestachelt
und schön, daß sie unbedingt mit einem Namen
belegt werden muß, um das Wissen um sie zu erhalten.
Anscheinend handelt es sich um einen
Pygmaeocereus, obwohl dies ohne Kenntnis der bisher
nirgends gesehenen Bl. nicht mit Sicherheit gesagt
werden kann.
Pygmaeocereus rowleyanus Backbg.
K. wie beim vorigen; Ar. zuerst rund, dann etwas
oblong; St. zahlreicher und weicher, in mehrseriger
Anordnung, alle weiß, die mittleren dunkelspitzig,
die Bündel dichter gestellt als beim Typus der
Gattung; Ar. stark genähert; Bl. nur ca. 2/3 so br. wie
378 Pygmaeocereus — Pyrrhocactus
bei P. bylesianus und auch etwas kürzer. — Peru.
(Abb. 348 links.)
Nur ein Name, wahrscheinlich für den Typus des
Genus, war:
Pygmaeocereus nigrispinus Akers (?).
Pygmaeolobivia Backbg., von mir zuerst als
Untergattung von Lobivia geführt (1934); sie umfaßte
damals Arten, die später wegen der Blütenborsten
unter diesem Untergattungsnamen zu Mediolobivia
gestellt wurden; er wird zuweilen auch als
Gattungsnamegebraucht. Als solcher ist er jedoch nicht
gültig.
Pyrrhocactus Berg, emend. Backbg. (106)
Dieses Genus nimmt eine Art Schlüsselstellung ein
in dem Fragenkomplex der Abgrenzung und
Benennung einer größeren Gruppe südamerikanischer
Kugelkakteen. Siehe hierzu auch unter Horrido-
cactus und Neochilenia. Unüberlegt ist die
Auffassung der amerikanischen Autoren Kimnach und
Hutchison, die mit Ausnahme von Copiapoa alle
chilenischen Arten unter Neoporteria
zusammenfassen (obwohl die Blüten dieses Genus, seinem
Typus entsprechend, in der Farbe, dem Bau und der
äußerst reduzierten Bekleidung völlig einheitlich und
somit Kennzeichen einer eigenen Gattung sind). Sie
müßten dann auch zwangsläufig Arten von
„Pyrrhocactus sensu Ritt." einbeziehen, und die ostandinen
Spezies wären somit ebenfalls nicht mehr getrennt
zu halten. Ferner müßte man dann noch Austro-
cactus und Parodia hinzunehmen, die alle — Parodia
wenigstens zum Teil — Borsten an Blüte und Frucht
haben. Das Ergebnis wäre ein völlig
unübersichtliches Riesengenus und damit eine ganz
überflüssige Verwirrung bei längst eingeführten Namen.
Die Schwierigkeit der systematischen Gliederung
jener Artengruppen geht auch daraus hervor, daß
z. B. Castellanos zu Austrocactus eine noch
unbeschriebene Spezies von Mendoza stellte, deren
urnenförmige Blüte sie klar zu Pyrrhocactus
verweist. Bei nicht strikter konventioneller Trennung
wäre mithin die unausbleibliche Folge eine in der
Auswirkung noch unabsehbare Erweiterung der
Gattungsfassung; man kann dann selbst vor
Weichfleischigkeit nicht haltmachen (sie tritt ja bei
Lobivia auch nur teilweise auf). Das neuere
amerikanische Vorgehen würde demnach logischerweise
bedingen, Austrocactus — den an erster Stelle
rangierenden Namen — für ein solches Großgenus zu
verwenden, zu dem aus vorerwähnten Gründen also
auch Neoporteria gestellt werden müßte. All das
zeigt, wohin eine nur partielle Behandlung des Ge-
samt-Fragenkomplexes führt, wie sie heute von
einigen wenigen Autoren betrieben wird.
Demgegenüber habe ich so ausreichende Argumente
für die von mir befolgte Getrennthaltung der
Gattungen gegeben, daß weitere Ausführungen hier
unnötig sind. Ich beziehe also aus den unter
Neochilenia dargelegten Gründen zu Pyrrhocactus nur
die ostandinen Arten ein, die sich seit
unvordenklichen Zeiten vom pazifischen Areal getrennt
entwickelt haben, wenn auch mit einer teilweisen
Blütenkonvergenz. Läßt man letztere bei Rebutia-
Sulcorebutia gelten, muß man auch hier so
verfahren. Die gesamte Artenzahl ist wohl noch nicht
bekannt, wie man nach den neueren
Sammelergebnissen schließen kann. Drei neue Arten konnten
nach Farbfotos von Lembcke beschrieben werden,
da sie sich einwandfrei als neu erwiesen und sie so
charakteristisch sind, daß die Angaben zu einer
Identifizierung genügen. In teils becheriger Gestalt,
teils dichter Beschuppung mit Filz, teils mehr kurz-
trichteriger, aber stärker bewollten Form mit wenig
breitem Saum sind die Pyrrhocactus-Blüten
durchaus von denen der Gattungen Neochilenia und Hor-
ridocactus unterscheidbar. Die Blütenborsten
können verschieden zahlreich, lang oder dicht sein.
Weitere und auch vergleichende Untersuchungen
am Standort und an lebendem Material sind nötig,
um die Abgrenzung der Gattung noch mehr zu
präzisieren. Die Blütenfarbe ist vorwiegend gelb, in
verschiedener Tönung. Über die Samen ist erst
wenig bekannt. Beschrieben sind bisher 11 Arten, doch
gibt es sicher noch mehr Spezies, wie allein schon
aus dem bei mir vorhandenen Material hervorgeht.
— Verbreitung: Westlicheres Argentinien, von
Rio Colorado bis Salta und Jujuy. [Im allgemeinen
sind die Arten wurzelecht nicht sehr wüchsig, doch
lassen sie sich notfalls, soweit bekannt, alle gut
pfropfen, wachsen dann weit besser und blühen
auch williger.]
Die RiTTERSchen Artnamen sind auch unter
Neochilenia oder Horridocactus zu suchen.
Pyrrhocactus aconcaguensis Ritt. (FR 542):
Horridocactus aconcaguensis (Ritt.) Backbg.
Pyrrhocactus atrospinosus Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 13. 1963.
K. kugelig bis gestreckt, blaugrün; Ri. bis ca. 20,
um die Ar. besonders anfangs stärker geschwollen;
Ar, groß und dick bräunlichweiß-filzig; Rst. zu
5—6 Paaren rechts und links gescheitelt, stark
durcheinanderragend, derbpfriemlich, hellfarben,
anfangs auch mehr grau; Mst. anfangs 0, dann meist 2
oder etwas mehr, am Scheitel so lang wie die
geschlossene Blüte, zuerst schwarz, dann mehr
aschgrau, noch stärker pfriemlich, aufrecht bis
vorgestreckt, oben ziemlich dicht und starrend abstehend;
Bl. schmutzig kupfrig-gelb; R. kurz, mit Ov. fast
kreiselig, dunkelgrün, zahlreich beschuppt, Achseln
nur kurz weiß behaart, Bst. nur wenige am
Oberteil; S. 1,5 mm gr., mattschwarz. — Westliches
Argentinien (40 km westlich Mendoza). (Abb. 349
oben.)
Pyrrhocactus 379
Pyrrhocactus bulbocalyx (Werd.) Backbg.
K. einzeln, kugelig, hell-graugrün; Ri. ca. 12,
gerundet, um die Ar. rundhöckrig verdickt bzw.
quereingesenkt; Ar. groß, länglich, weißgrau-filzig oder
heller; Rst. 7—11, kräftig, + gebogen, bis 2 cm lg.;
Mst. typisch 4, über 2 cm lg., + aufgebogen; St. alle
hell bis schwach rötlich, Spitze bzw. oberer Teil
dunkel; Bl. strohgelb, Schlund rot, urnenförmig,
4 cm lg., mit mehreren bräunlichen Bst. und
weißlichen Sch.-Flocken. — Nordargentinien
(Standort ?). (Abb. 350.)
Pyrrhocactus catamarcensis (Web.) Backbg.
K, einzeln, erst kugelig, dann säulig, bis 50 cm h.,
bis 12 cm 0, vereinzelt bis 1 m h., stumpf
laubgrün; Ri. 13—17, um die Ar. verdickt; Ar. weißlich;
Rst. ca. 10, hellbraun oder weißlich, steif,
pfriemlich, gebogen, bis 2 cm lg.; Mst. 4, unten nicht
verdickt, stärker, mehr gekrümmt, gelb- bis glänzend
dunkelbraun; Bl. 4,5 cm lg., zitronen- oder
goldgelb, + urnenförmig. — Nordargentinien (San
Juan und Catamarca).
Pyrrhocactus dubius Backbg.
K. später länglich, bis ca. 20 cm lg.; Ri. ca. 13,
höckrig; Ar. gelblich; Rst. 10—12, hornfarben,
braun gefleckt oder gelb weiß und dunkelspitzig,
abstehend, bis 1,5 cm lg.; Mst. (1—) 2, etwas aufwärts
gekrümmt, bis 2,5 cm lg., wie die Rst. gefärbt; Bl.
kurzröhrig, 3 cm gr., verwaschen grünlich-gelb; Fr.
grün. — Nordargentinien.
Lembcke sammelte im Famatina-Gebiet eine
Pflanze, die hierher zu gehören scheint; St. ungleich
stark und lang; Mst. bis 4, anfangs auch bräunlich,
die mittleren nicht immer gleichartig als solche
gestellt. Sonst ähnelt die Art der oben beschriebenen
und die Abweichungen sind auch nicht
ungewöhnlich. Bei Uhlig No. U 2019.
Pyrrhocactus griseus Backbg. („Die Cactaceae",
VI: 3906/7. 1962, Abb. 3548) ist nach Beobachtung
der Blüte Acanthocalycium griseum (Backbg.)
Backbg.
Pyrrhocactus melanacanthus Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 13. 1963.
K. ± kugelig, bleigrau; Ri. ca. 12, gerundet, nach
unten zu ziemlich br., mäßig stark um die Ar.
geschwollen, z. T. mit fast kinnartigem Vorsprung an
unteren Hck.; St. ca. 10, ziemlich lg., im Scheitel
etwas länger als die halboffene Bl., + gebogen, +
abstehend, die längsten der mittleren seitlich +
vorgestreckt, am Scheitel ziemlich aufgerichtet; St.
alle anfangs schwarz, später aschgrau, +
durcheinanderstarrend; Bl. gestaucht-trichterig, heller-
bis kräftiger goldgelb, außen bräunlichgelb; R.
dicht beschuppt, Seh. rötlich, mit kräuseligem H.
umsponnen, aber Seh. gut sichtbar, oben einige
feine Bst.; Gr. und kopfig zusammengeneigte N.
25 Kakteenlexikon
kremweiß. — Nordargentinien (San Juan).
(Abb. 349 unten, 351.)
Pyrrhocactus sanjuanensis (Speg.) Backbg.
K. kugelig bis gestreckt, matt dunkelgrün, später
schmutziggrau; Ri. 13, fast höckrig aufgelöst, unten
mehr fortlaufend; Ar. ziemlich groß; Rst. 9—15;
Mst. ca. 3—7; St. unten aschgrau, oben rosa oder
rötlich-kastanienfarbig; Bl. trichterig; R. und Ov.
dicht beschuppt, oben einige Bst., Behaarung nicht
stark; Perigonbl. ziemlich schmal. —
Nordargentinien (San Juan, sehr selten !). Abb. 1515, in „Die
Cactaceae", III: 1572. 1959.
Pyrrhocactus setülorus Backbg. nom. nov. —
Descr. Cact. Nov. III: 13, 1963 (P. setosiflorus
Backbg., Homonym von P. setosiflorus Ritt.) (T. ?)
K. kugelig bis gestreckt, blaugrün; Ri. ca. 15,
anfangs stark in Hck. aufgelöst, später diese
zusammenfließend; Ar. groß, bräunlich weiß-filzig; Rst.
ca. 8—10, die oberen mehr pfriemlich, die unteren
nadelig, + gebogen, alle zu Anfang schwärzlich, Fuß
rötlich, einige heller; Mst. ca. 4, pfriemlich, schwer
von den stärkeren Rst. trennbar, bis ca. 2,5 cm lg.
oder mehr, anfangs schwarz bis braunschwarz,
rötlicher Fuß; St. mitunter auch etwas gefleckt; Bl.
etwas becherig, ca. 3 cm lg., lachsrötlich, verblühend
mit orange Ton; R. und Ov. grün, beide mit
ziemlich langen, abstehenden Bst., diese fast
stachelartig, untere fast weißlich, obere bräunlich. —
Westargentinien (nahe der chilenischen Grenze).
Dies ist möglicherweise der „Pyrrhocactus strausia-
nus sensu Berger", Lectotypus des Genus, aber
zweifellos nicht Schumanns Pflanze, der für die
richtige Art „Rio Colorado" als Standort angibt,
Berger für die von ihm beschriebene Pflanze „um
Mendoza". Aus jener Gegend soll die oben
beschriebene stammen. Berger gibt als Bl.-Länge
zwar nur 1,5 cm an, aber Längenangaben sind nicht
immer genau zu nehmen, da sie sich auf voll oder
noch nicht ganz voll geöffnete Bl. beziehen können.
Pyrrhoc. setosiflorus Backbg. und Pyrrhoc.
setosiflorus Ritt, wurden beide im Juni 1962
veröffentlicht, der Rittername in der holländischen
Zeitschrift „Succulenta"; da meine Veröffentlichung
zwar im Manuskript schon ein Jahr vorher vorlag,
im Druck jedoch erst am 26. Juni erfolgte, die
Heftausgabe Juni der „Succulenta" aber auf den
1. 6.1962 zu datieren ist, auch wenn sie erst später
zum Vertrieb gelangte, gab ich meiner Art einen
neuen Namen, um Irrtümer zu vermeiden. Leider
erfahre ich Zeitschriftenveröffentlichungen meist nicht
vor Erscheinen, so daß meine zweifellos ältere
Beschreibung im Namen geändert werden mußte.
Pyrrhocactus setosiflorus Ritt.: Neochilenia setosi-
flora (Ritt.) Backbg.
Pyrrhocactus strausianus (K. Sch.) Berg.
K. kurzsäulig, von St. überragter, wenig-filziger
Scheitel, bis ca. 16 cm h., 9 cm 0, graugrün, an-
380 Pyrrhocactus — Quiabentia
fangs heller; Ri. 13, 2 cm h., durch Quereinsenkung
+ höckrig; Ar. zuerst gelblich, dann grau; St. bis
ca. 20, nicht deutlich in Rst. und Mst. geschieden,
die 4 innersten die stärksten, bis 3 cm lg., am Grunde
verdickt, gerade oder schwach gekrümmt,
pfriemlich, starr, stechend, rötlichgrau,
durcheinanderragend; Bl. kurz, trichterig, mäßig bewollt; R. mit
kurzen, wasserhellen oder gelblichen, an der Spitze
rötlichen Bst.-St. — Südliches Argentinien
(nördlich vom Mittellauf des Rio Colorado).
Beschreibung Schumanns.
Die richtige Pflanze bildete Weingart in „Kak-
tusafu, Titelblatt Heft 2. 1935, ab. Die Bl.-Farbe
wurde nicht angegeben, scheint aber gelblich zu
sein. Die Pflanzen sind oft bläulich-rostfarben
bestachelt. Schon Britton u. Rose haben unter
obigem Namen eine Art von Mendoza beschrieben,
Bergers Beschreibung erfolgte danach. Die Länge
der Bl.-Bst. ist sehr verschieden bei den beiden Arten.
Pyrrhocactus subaianus Backbg.
K. kugelig bis gestreckt; St. bis ca. 20, ziemlich
gleich lang, verflochten, leicht gebogen, die
mittleren zum Scheitel hin aufgerichtet, undeutlich
geschieden, Basis verdickt, alle hellfarbig; Bl. mit
konischer R. und oben längeren Bst., diese
aufgerichtet, weißlich bis gelblich, bis 1 cm lg.; Pet.
gelblich; S. 1 mm gr., schwarz. — Hochchile.
Diese Art scheint ein ähnlicher ostandiner
Eindringling in Hochchile zu sein wie Weingartia
chilensis. Die Pflanzen sind ziemlich dicht und
hell bestachelt. Sie wachsen bei Campana, auf 2000 m.
Zwei weitere Pflanzen stammen aus gleicher Höhe,
eine von Horcon de Piedra, gelbgrün, bis 40 cm lg.,
Ri. bis 30; St. verflochten, bis 30, leicht gebogen;
Bl. urnenförmig, metallisch- bis grüngelb; die
zweite Art wächst ebenso hoch, bei Chicaoma, der
K. ist blaugrün; St. anfangs etwas dunkler. Beide
führte ich in meinem großen Handbuch unter Horri-
docactus, da die Blüten anscheinend nur schwach
bekleidet sind. Der urnenförmigen Blütengestalt
nach könnten sie aber auch Pyrrhocactus-Arten
sein. Weitere Untersuchungen ¾varen leider nicht
möglich, da kein lebendes Material mehr gesammelt
wurde. Nach Dr. Kraus sollen sich diese Pflanzen
nicht mit Horridocactus-Arten kreuzen. Das spricht
ebenfalls für die Zugehörigkeit zu einem anderen
Genus.
Pyrrhocactus taltalensis Ritt. (Horridocactus Ritt.,
FR 212): Aus Rittersamen obiger No. in der Mar-
NiER-Sammlung gezogene Pflanzen waren braun
und blühten weiß. Nach Winter-Kat. 1962 soll die
Art rot blühen. Verwechslung der Samen? Braun
getönte Pflz. mit weißer Bl. sind Neochilenia fusca
(Muehlpfrdt.) Backbg.
Pyrrhocactus umadeavc (Fric) Backbg.
K. kugelig, bis 10 cm h., bis 11 cm 0, mattgrün;
Ri. ca. 18, etwas spiralig; Ar. weiß; St. sehr
zahlreich, mittlere später nicht zu trennen, bis 35, alle
nach oben gebogen, pfriemlich, starr, stechend, bis
3 cm und mehr lg., weiß bis bräunlichrosa
angehaucht, mit dunkler Spitze und verdickter Basis,
etwas bereift, die mittleren die stärksten,
Jungpflanzen haben nur ca. 16 Ri., kürzere St., 1—2
(—4) mittlere, anfangs fast ganz schwarz; RI. bis
3,5 cm lg., blaßgelblich, mit Wolle und mehreren
gelben Bst.; Fr. bis 4 cm lg., 2 cm br., mit kleinen
Wollflöckchen, oben mit Blütenrest und derberen
Bst., unten mit einem Loch öffnend. —
Nordargentinien (Puerto Tastil; Jujuy).
v. marayesensis Backbg.— Descr. Cact. Nov. III:
13. 19G3: K. frischgrün; St. alle dicht zum
Scheitel gebogen, diesen wie auch den oberen
Pflanzenteil, fast ganz verhüllend, alle derbpfriemlich,
ganz schwarz bis fast blaugrauschwarz; Bl. weiß,
urnenförmig, nach unten zu rosa, Bst. fehlend
oder unscheinbar; N. rosa; S. 1,25 mm gr.,
halbglänzend, schwarz, fein gekörnt. —
Nordargentinien (bei Marayes). (Abb. 352.)
Im gleichen Gebiet wächst auch Denmoza ery-
throcephala und Tephrocactus articulatus v. dia-
dematus bzw. v. papyracanthus.
Pyrrhocactus vollianus Backbg.
K. zylindrisch, bis 15 cm h., 4 cm 0; Ri. 7, ge-
höckert; Ar. zuerst hellbraun; Rst. 18, davon 3—4
dünn, bis 1 cm lg., die anderen stärker, bis 3,5 cm
lg.; Mst. 5, über Kreuz und 1 in der Mitte, 3,5 cm
lg., noch stärker als die Rst.; Bl. groß, gelb, etwas
urnenförmig, dicht befilzt und mit kräftigen
rotbraunen, bis 1,8cm lg. Bst. versehen.
—Südargentinien.
v. breviaristatus Backbg.: Ri. 8, schwach
höckrig; Rst. 12—13, teils stärker, teils dünner, bis
2 cm lg.; Mst. 3, im Dreieck, nadelig, Fuß
verdickt, erst hellbraun, dann stumpf grau; Bl. gelb
(?), kleiner als beim Typus der Art, weniger und
mehr oben beborstet.
Quiabentia Br. & R. (4)
Meist strauchige Pflanzen mit stielrunden Zweigen
und fleischigen, später abfallenden Blättern ohne
deutliche Mittelrippe; eine Art baumförmig. Es
besteht einige Ähnlichkeit mit Peireskiopsis, doch sind
in den Areolen keine echten Glochiden vorhanden,
sondern — soweit Beobachtungen vorliegen —
stattdessen nur dünne Beistacheln. Meist werden
die Zweige quirlförmig ausgebildet. Cardenas
berichtet Glochiden auf dem Fruchtknoten von Qu.
pereziensis. Die Pflanzen sind in europäischen
Kulturen selten; geblüht hat hier bisher nur Qu. chaco-
ensis, doch ist über den Blütensitz nichts berichtet.
Bei zwei Arten ist bekannt, daß die Blüten im
Triebende eingesenkt sind, mit schmaler Samenhöhle.
Das Perigon ist ziemlich groß und hell- bis
kräftigrot. Die Samen sind groß und hart wie die aller
Quiabentia — Rathbunia 381
Opuntioideae, zu denen das Genus gehört. Man
könnte versucht sein, die Gattung für eine
primitive bzw. ursprüngliche zu halten; dagegen spricht
jedoch der, soweit bekannt, endständige
Blütensitz. Richtiger sieht man wohl Quiabentia als eine
anderen Blattträgern im Aussehen ähnelnde
extreme Entwicklungsstufe im breiten Formenfächer
der Opuntioideae an, wie dies auch für die
blatttragenden Peireskioideae gelten mag. Beschrieben
sind 5 Arten. — Verbreitung: Isoliert in der
brasilianischen Catinga (eine Art), und von Ostbolivien
bis Nordargentinien (Chaco bis Jujuy). [®.; die
Pflanzen wollen nicht zu kühl und in der
Wachstumszeit nicht zu trocken stehen.]
Quiabentia chacoensis Backbg.
K. strauchig; Tr. bis über 3 cm 0, grün; Ar, weiß;
B. bis 7 cm lg., spatelig, zugespitzt, mit hellem
Rand; St. bis ca. 9, strahlend, ungleich lang, bis
5 cm lg., hellfarben, daneben dünne, leicht abfallende
Beist.; Bl. rot, engschlundig; Stbf. und Gr. büschelig
hervorstehend. — Nordargentinien (Chaco Au-
stral).
v. jujuyensis Backbg. weicht durch weniger und
nicht so wild bestachelte Tr. ab, diese stark
aufstrebend; B. breiter, mehr eiförmig, oben spitz
zulaufend. Die rundlichen, triebarmen Stämme
verkorken stärker. — Nordargentinien (Jujuy,
Puesto Viejo).
Quiabentia pereziensis Backbg.
K. strauchig, selten mehr als 2 m h.; Tr. meist
waagerecht abstehend, leicht abfallend; B. nur
1,5 cm lg.; St. unscheinbar; BL 5 cm 0, rosa; Ov.
beblättert und mit Gl. — Bolivien (Weg nach
Santa Cruz, Region von Perez).
Quiabentia pflanzü (Vpl.) Vpl.
K. baumförmig, mit kräftigem Stamm, bis 15 m h.;
St. kurz, schwach, weiß; B. oval, 4 cm lg., unten
verjüngt, dickfleischig, 2 cm br., an blühbaren Tr.
ziemlich dicht; BL fast 5 cm lg., Basis eingesenkt,
blaßrosa: Gr. kräftig; N. papillös. — Bolivien
(Santa Isabel, 50 km flußabwärts von Villamontes).
Quiabentia verticillata (Vpl.) Vpl.
K. strauchig, selten mehr als 2 m h., Hauptstamm
kräftig; Tr. quirlig, kürzer, ziemlich waagerecht
abstehend, ca. 1 cm 0, glänzend grün; St. 1 oder
mehr, senkrecht zum Tr., starr, nadelig, scharf
stechend, bis 7 cm lg., weiß; B. 5 cm lg., 1,5 cm br.;
Bl. 1,5 cm lg., hellrot; Stbf. zahlreich; N. papillös. —
Bolivien (Laguna Santa Isabel, zusammen mit Qu.
pflanzü).
Quiabentia zehntneri (Br. & R.) Br. & R. (T.)
K. strauchig, bis ca. 3 m h., durchgehender
Hauptstamm; Tr. aufsteigend, lang, sehr stachlig und
manchmal leicht abfallend; B. bis 4 cm lg., oval-
rund; St. zahlreich, dünn, anfangs auch fast
borstenfein, weiß; Ar. kurz weißfilzig; BL eingesenkt, bis
4 cm lg., bis 8 cm 0, leuchtendrot; Ov. schlank, bis
4 cm lg.; Fr. bis 7 cm lg., 1,5 cm 0, niedrig und
länglich gehöckert, zuletzt ohne St. oder Bst.; S.
5 mm 0. — Brasilien (Bahia, Born Jesus de Lapa).
(Abb. 353.)
Rapicactus F. Buxb.: Wegen ihrer
Halsrübenwurzel abgetrennte Arten von Gymnocactus Backbg.
(siehe dort).
Rathbunia Br. & R. (146)
Strauchige, ziemlich weichfleischige Cereen mäßiger
Größe, mit ± gebogenen Trieben. Die roten
Tagblüten sind engröhrig, der Saum ± schräg, das
Ovarium nur mitunter bestachelt, die Frucht stets,
quer aufreißend, außen und innen rot, die Samen,
soweit bekannt, ziemlich klein, glänzend schwarz.
Der Blütenrest haftet auf der Frucht. Beschrieben
wurden 4 Arten. — Verbreitung: Mexiko
(Westküstenstaaten einschließlich Guerrero und Michoa-
can, bis nördlich nach Sonor¾, dort die überwiegende
Artenzahl). [®.]
Rathbunia alamosensis (Coult.) Br. & R.
K. strauchig, bis 3 m h.; Tr. erst aufrecht, dann
aufgebogen, ca. 8 cm 0, auch herabgebogen, wurzelnd
und neu sprossend; Ri. 5—8, stumpf; Rst. 11—18,
spreizend; Mst. bis 4, der unterste der längste; St.
alle rundlich bis kantig, der längste unterste auch
abgeflacht, 2,6—3,5 cm lg.; BL scharlachrot, 4 cm
lg., Saum schmal, schräg, nicht länger umgebogen,
Stbbl. und Gr. nicht weit herausragend; Fr. ? —
Mexiko (Sonora, Alamos).
Rathbunia kerberi (K. Sch.) Br. & R.
K. strauchig, bis 2 m h.; Tr. rundlich; Ri. 4, seitlich
zusammengedrückt, später verflachend; Ar. braun-
grau; Rst. ca. 12, pfriemlich, stechend; Mst. 4,
vorgestreckt, 4,5 cm lg.; Bl. ca. 12 cm lg., Saum
verlängert, umbiegend, zygomorph, rosenrot; Stbf.
rot; Stbb. dunkelpurpurn; Gr. rot. — Mexiko
(Colima; Nayarit; Sinaloa).
Rathbunia neosonorensis Backbg.
K. strauchig, dunkelgrün; Tr. stark aufsteigend; Ri.
ca. 8; Rst. 13—14, seitlich strahlend; Mst. 1—3, der
unterste längste schräg abwärts vorgestreckt; Bl.
7,5 cm lg., glänzend scharlachrot, Saum länger und
stark rückwärts umschlagend; Stbbl. und Gr.
geschlossen weit herausragend; Ov. zuweilen mit
einigen Härchen; Fr. länglich-rund, mit kurzen St. —
Mexiko (Sonora). (Abb. 354.)
Rathbunia pseudosonorensis (Gurke) Berg.:
Rathbunia sonorensis (Rge.) Br. & R.
25#
382 Rathbunia — Rebutia
Rathbunia sonorensis (Rge.) Br. & R. (T.)
K. strauchig; Tr. bis 6 cm 0, laub- bis dunkelgrün;
Ri. 8, stumpf, deutlich gekerbt; Ar.weiß; Rst. bis 11,
horizontal strahlend, bis 1,5 cm lg., schneeweiß,
Spitzen dunkelbraun; Mst. 1, etwas länger und
kräftiger, unten braun; Bl. 6,5 cm lg., scharlach-
bis karminrot, Saum ziemlich gerade, nicht stärker
umschlagend; Pet. nur kurz und etwas nach außen
gekrümmt; Ov. mit winzigen Wollflöckchen. —
Mexiko (Sonora).
Rauhocereus Backbg. (89)
Aufrechte, strauchig locker verzweigte Cereen mit
eigenartig gefelderten Rippen, wodurch schwach
abgeflachte Höcker entstehen. Die glockig-trichterigen
Nachtblüten sind ziemlich dicht beschuppt, in den
Achseln Büschel von Wollhaaren, ebenso an der
eiförmigen Frucht. Die kleinen Samen sind
glänzend-schwarz. Nur 1 Art mit 1 Varietät wurde
bisher bekannt. — Verbreitung: Nordperu (Rio-
Sana-Tal und zwischen Chamaya und Jaen). [®.;
will im Winter nicht zu kühl stehen.]
Rauhocereus riosaniensis Backbg. (T.)
K. aus einem dickeren Stamm verzweigend, bis 4 m
h.; Tr. meist bis 8 cm 0, bläulichgrün; Ri. bis 6,
quergefurcht und in + abgeflachte Hck. zerlegt,
Querkerben später weniger tief als anfangs; St.
meist 6 (—8) nicht genau in rand- und mittelständige
trennbar, der längste obere bis 5 cm lg., anfangs am
Grunde karminrot, oben gelblich, später alle
weißgrau, einige derb, andere dünner, die meisten bis
2,7 cm lg., 3 kürzer, noch dünner, bis ö mm lg.,
zuweilen oben noch 1—2 winzige hellbräunliche;
Bl. bis 10 cm lg., 5 cm 0, Saum radförmig, weiß;
Stbf. und Gr. weiß, mit den gelben N. aufrecht
hervorragend; R. gelbgrün, Seh. ziemlich dicht und
groß, spitzig, dunkler grün, unterer R.-Teil und Ov.
grau behaart; Nektarkammer bräunlich; Fr.
himbeerrot, innen zinnoberrot. — Nordperu (Rio-
Sana-Tal). (Abb. 355—356.)
v. jaenensis Rauh: Stamm bis 20cmØ; Rst. nur
2—3, bis 1,5 cm lg., sehr derb und stechend; Mst.
2, sehr derb, bis 2 cm lg., einer auf-, der andere
abwärts weisend bis fast anliegend. —
Nordperu (zwischen Chamaya und Jaen).
Rebulobivia Fmc.war nur ein Name, vorwiegend
für Arten der Reihe „Conoideae" der U.-G. Pyg-
maeolobivia Backbg. des Genus Mediolobivia
Backbg.
Rebutia K. Sch. (103)
Kleine, meist etwas gedrückt-runde Pflanzen mit
in Warzen aufgelösten Rippen und feinnadeliger bis
fast borstendünner, gelblicher, weißer oder ±
bräunlicher Bestachlung. Die zierlich-trichterigen Blüten
erscheinen ziemlich tief am Körper, meist in größerer
Zahl; sie sind nur klein beschuppt, sonst kahl. Die
dünnwandige, kleine Frucht trocknet auf, die Samen
sind matt oder glänzend schwarz. Zuerst kannte
man nur Arten mit roten Blüten, dann kamen solche
mit violetten bis lilarosa und gelben hinzu. Einige
Arten setzen mit eigenem Pollen Früchte an, andere
nur mit fremdem. Je nachdem ob der Griffel ganz
frei steht oder am Grunde etwas verwachsen ist,
stellte man 2 Untergattungen auf:
1: UG. Rebutia: Griffel völlig freistehend
2: UG. Neorebutia Bew.: Griffel basal kurz
verwachsen
Die Arten der zweiten Untergattung sind
selbststeril; bei der ersten findet man beide Formen. Die
Rebutien sind ideale Pflanzen für Züchter und
Liebhaber, zumal sie gern und leicht blühen. Beschrieben
wurden bisher 19 Arten mit 21 Varietäten. —
Verbreitung: Von Nordargentinien bis zum
nordöstlichen Bolivien. [©.; P. größere Gruppen und noch
mehr Blüten bildend.]
Neuerdings haben Ritter sowie Donald und
Buining versucht, zu Rebutia auch Aylostera und
Mediolobivia einzubeziehen, und Cardenas will
dazu auch Sulcorebutia gestellt sehen. Es dürfte
sich dieses aus einer Reihe von Gründen
ebensowenig durchsetzen wie einst der ähnliche Versuch
Marshalls. Die bisherige Trennung hat so viele
Vorteile für die Bestimmung und
Sammlungsordnung gezeigt (bei entsprechender Benennung weiß
man z. B. auch ohne Blüten, wie deren Bekleidungs-
Kennzeichen sind), daß man diesem Verfahren
überall da, wo in größeren Sammlungen eine klare
Übersicht erforderlich ist, folgte. Ein Abgehen davon ist
nichts anderes als ein Versuch, hier die überholten
Sammelgattungen Wiederaufleben zu lassen; und
dabei ging man noch nicht einmal einheitlich vor,
denn Ritter läßt z. B. Sulcorebutia bestehen, deren
Vertreter allein schon an den strichf örmigen Areolen
erkennbar sind. Die bisherigen 3 Gattungen stellen
natürliche Artgruppen dar, die Zusammenfassung
dagegen eine theoretische Kategorie, die auch hier
ein einheitliches und logisches Gliederungsprinzip
vermissen läßt. Die unter Rebutia bzw. ihren
„Sektionen" von den besagten Autoren
vorgenommenen Neukombinationen sind nur eine
überflüssige Vermehrung des Synonymballastes und eine
rein subjektive Umstellung, deren Berechtigung
nicht beweisbar ist. Womit wollte man auch die
Notwendigkeit solcher Änderungen überzeugend
begründen? Der Benennungsberuhigung dient dieser
Umänderungsversuch nicht; ich muß ihn daher
ablehnen.
Daß meine Gliederung nach der Reduzierung der
Blütenbekleidung eine natürliche Ordnung ist,
zeigt nicht nur die Tatsache, daß es sich jeweils um
einheitlich charakterisierte Artgruppen handelt,
sondern z. B. bei Rebutia auch, daß zuweilen noch
Spuren der Reduzierung beobachtet werden. Zeug-
Rebutia 383
nis eines natürlichen Vorganges, den meine
systematische Methode soweit wie möglich wiedergibt.
Der UG.-Name Neorebutia erscheint zuweilen als
eigener Gattungsname (ähnlich wie bei Medio-
lobivia der der UG. Pygmaeolobivia), was nicht
berechtigt ist.
Rebutia almeyeri W. Heinr. n. sp. (im Manuskr.) (1)
Weicht von vergleichbaren Pflanzen der Reihe 2
„Seniles" ab: K. flachkugelig, gering sprossend;
Bl. 3 cm 0, leuchtend orangerot, Schlund hellgelb,
selbstfertil; Pet. gelbgerandet; Gr. gelb; R. mit
bräunlich-lachsfarbenen Seh.; Fr. gelblich,
braunschuppig; S. sehr klein. — Heimat ?
Rebutia arenacea Card. (1)
K. einzeln bis polsterbildend, die Köpfe bis 3,5 cm h.,
5 cm 0; W. in ca. 30 Spiralen; Ar. kremgrau; Rst.
weiß, in 6—7 seitwärts gerichteten Paaren, einer
aufwärts, 5 mm lg., mit sandig anmutender
Oberfläche; Bl. gelborange, 3 cm lg. und 0; Ov. nur am
Grunde noch mit Filzspuren. — Bolivien (Dept.
Cochabamba).
Von Ritter für eine Sulcorebutia angesehen,
obwohl die Ar. nicht strichförmig, sondern
querelliptisch sind.
Rebutia binnewaldiana W. Heinr. n. sp. (im
Manuskr.) (2?)
Weicht ab von R. wessneriana und R. permutata:
K. blaugrün, nicht sprossend, Scheitel fast nackt;
S. groß. Von R. calliantha abweichend: Gr.
goldgelb; Stbf. gelb. — Bolivien (Huari Huari).
Bl. 4,3 cm 0, scharlachrot, Schlund orangerot,
selbststeril; R. mit schwarzroten Seh.; Fr.
glänzendrot.
Rebutia braehyantha (Wessn.) Buin. &Don.: Me-
diolobivia braehyantha (Wessn.) Krainz
Rebutia braehyantha Card.: Sulcorebutia brevi-
flora Backbg. nom. nov.
Rebutia calliantha Bewg. (2)
K. kugelig bis schwach gestreckt; W. in bis ca. 27
Spiralen; St. 12—21, mittlere nicht trennbar, bis ca.
1 cm lg., stark spreizend, weißlich; Bl. bis 4,5 cm 0,
feuerrot, Knospen tief dunkelrot; Pet. spatelig; R.
mit violetten Seh.; Gr. rosa-orange; N. weiß. —
Nordargentinien. (Abb. 357.)
v. beryllioides Buin. & Don. — Sukkde. VII—VIII
(SKG.), 103. 1963.
Unterscheidet sich durch glänzend grünen,
flachen K.; St. gelb bis goldbraun, kürzer,
weniger zahlreich; Bl. scharlachrot, f. breviseta
(Backbg.) Buin. & Don. ist die frühere R. senilis
v. breviseta Backbg. und wird von vorstehenden
Autoren hier einbezogen. (Siehe unter R. krain-
ziana). Die v. densiseta Bew. ist ein
unbeschriebener Name für eine dichter und feiner bestachelte
Form.
Rebutia candiae Card. : Sulcorebutia candiae (Card.)
Backbg.
Rebutia carminea Buin. ist höchstens eine Form
von R. violacillora v. knuthiana (Backbg.) Don.
Rebutia chrysacantha Backbg. (1)
K. zuletzt hochkugelig, bis ca. 6 cm h., 5 cm 0,
frischgrün; St. 25—30, mittlere undeutlich
geschieden, einige am Fuß dunkler und verdickt, bis 1,2 cm
lg., alle borstenfein, gegen Ende des Jahreswuchses
gelb werdend, wenigstens die mehr zentralen; Bl.
bis 5 cm lg., gelblichrot, selbstf ertil; R. gelborange.
— Nordargentinien (Salta).
v. elegans (Backbg.) Backbg.: durch weißlichere
St., nur die Spitze leicht gelblich, unterschieden,
alle St. fein und dicht stehend.
v. iseliniana (Krainz) Don.: s. unter R. senilis
v. iseliniana Krainz.
Rebutia citricarpa Fric: Rebutia xanthocarpa v.
citricarpa Fric ex Backbg.
Rebutia fiebigiana W. Heinr. n. sp. (im Manuskr.)
(i)
In der UG. Rebutia unterschieden: K. größer, nicht
sprossend, Scheitel sehr tief eingesenkt; St.
gelbbraun gespitzt; Bl. sehr groß; Gr. nicht verwachsen.
— Bolivien (Huari Huari).
Bl. bis 5 cm 0, leuchtendrot, selbststeril; Gr.
weißlich-fleischfarben; R. mit trüb dunkelroten Seh.;
Fr. trübrot.
Rebutia glomeriseta Card. (1)
K. kugelig, sprossend, bis ca. 6 cm 0; W. in 20
Spiralen; Ar. hellbraun oder weiß; St. zahlreich,,
borstenartig, 2—3 cm lg., weiß, stark verflochten,,
den Körper ziemlich dicht umspinnend und z. T..
mehr abstehend; Bl. 2,5 cm lg., goldgelb; Ov.
hellgelb; Sep. gelb mit lila Schein; Gr. weiß; N.
hellgelb. — Bolivien (Dept. Cochabamba; Sucre,
Hazienda Ressini. (Abb. 358.)
Von Ritter m. E. unzutreffend zu Sulcorebutia
einbezogen, zumal die Ar. nicht strichförmig, sondern
rund sind.
Rebutia graciliflora Backbg. — Descr. Cact. Nov..
III: 13. 1963 (1)
K. kugelig, dunkelgrün, bis über 2,5 cm 0; Ri.
spiralig in zierliche Hck. aufgelöst; Rst. und Mst. nicht
unterscheidbar, ca. 15, sehr kurz, hyalin, grau,
z. T. und unregelmäßig dunkler bis schwärzlich (1),
ca. 2 mm lg., im Scheitel zuerst fehlend; Bl. nur
ca. 1,8 cm lg., 1,7 cm 0, hellrot, schwach gelblich
(Farbe wie bei Aylostera spinosissima); R. 1 cm lg.,
384 Rebutia
kahl, gelbgrünlich, mit blaßgrünen Seh.; Ov.
gelbgrün, Seh. grün; Stbf. weiß, ebenso der Gr.; N. weiß,
papillös. — Nordargentinien (ohne näheren
Standort). (Abb. 359.)
Von R. xanthocarpa v. luteirosea Backbg. durch
dunkelgrünen K., abweichende St.-Farben
(mittlere), sowie grünliche R. und Ov. unterschieden.
Rebutia grandiflora Backbg. (1)
K. größer als bei R. minuscula, bis ca. 7,5 cm 0,
5 cm h.; W. in ca. 26 Spiralen; Rst. ca. 25,
borstenfein, kurz, weißlich; Mst. ca. 4, sehr kurz, dunkler,
schwer trennbar, Fuß dunkler; Bl. größer als bei R.
minuscula, bis 6,5 cm lg., leuchtend karminrot. —
Nordargentinien (Salta, Quebrada Escoipe).
Von Krainz als var. von R. minuscula angesehen,
aber isoliert wachsend und in den Maßen von
Körper und Blüte, auch mit längerer R., gut
unterschieden.
Rebutia hyalacantha (Backbg.) Backbg. (2 ?)
K. bis ca. 8 cm 0, grün; St. ca. 25, ca. 2 cm lg.,
mittlere nicht deutlich geschieden, alle dicht stehend,
glasig gelblichweiß; Bl. rot, selbststeril. —
Nordargentinien (Salta).
Bestäubung mit Arten der U.-G. 1 soll fehlschlagen.
Da selbststeril, keine var. von Reb. senilis. Von
Rebutia wessneriana (St. weiß, oben braunspitzig)
durch die glasig gelblichweißen St. unterschieden.
Nur die Arttrennung verhindert m. E.
Verwechslungen.
Rebutia kariusiana Wessn. — Kakt. u. a. Sukk.,
14: 8, 149. 1963 (1)
K. laubgrün, kugelig, mit eingesenktem und be-
stacheltem Scheitel, bis ca. 5 cm 0, wenig
sprossend; Ri. in spiralig stehende W.-Reihen aufgelöst;
Ar. ca. 5 mm entfernt; Rst. 8—10, 3—6 mm lg.,
hellbraun bis weiß, anfangs heller; Mst. 3—4,
dunkelbraun, Basis verdickt, bis 6 mm lg.; Knospe
hellgrün, spitz; Bl. ca. 2,5 cm lg., 4 cm 0, intensiv
rosarot; Pet. spitzlanzettlich, außen mit
hellbräunlichem Rückenstreif; R. 1,2 cm lg., mit blaßgrünen
Seh.; Ov. blaß- bis olivgrün; Stbf. gelb; Gr. oben
weiß, nach unten zu rosaweiß; N. gelb; Fr. bei Reife
gelbgrün, 6 mm 0; S. glänzend schwarz, Hilum
weiß. — Nordargentinien (Salta?) (Abb. 360).
Die Art soll selbststeril sein.
Rebutia krainziana Kesselr. (1)
K. reich sprossend, Einzelkopf bis 5 cm h., 4 cm 0,
hellgrün; W. sehr klein; Ar. weiß, relativ groß,
meist etwas länglich, bis 2 mm gr.; St. 8—12, borstig,
sehr dünn, sehr kurz und schneeweiß, 1—2 mm lg.;
Bl. hochrot, am Grunde gelblich, ca. 3 cm lg.,
4 cm 0; Ov. mit braunvioletten Seh. — Bolivien.
Die Art ist selbststeril; nicht zu verwechseln: die
selbstfertile und sehr ähnliche, aber dünner und
etwas abstehend bestachelte R. senilis v. breviseta
Backbg. (s. unter R. calliantha).
v. breviseta Hort.: ist eine Form ohne Mst., mit
lockeren, linearen Pet.
Rebutia kruegeri Card.: Sulcorebutia kruegeri
(Card.) Backbg.
Rebutia marsoneri Werd. (1)
K. breitrund, wenig sprossend oder gar nicht, bis
5 cm 0, bis ca. 4 cm h., z. T. auch breiter, hellgrün;
Ar. bräunlichweiß; St. ca. 30—35, kaum trennbar,
untere bis 5 mm lg., mehr weißlich, obere 9—15,
etwas kräftiger, ca. 8—15 mm lg., fuchsbraun oder
wenigstens der obere Teil, anscheinend auch variabel
in der Tönung, bis alle St. weißlich; Bl. bis 4,5 cm
lg., hell- bis sattgelb, innere Perigonbl. auch ±
orangegelb, selbststeril; Gr. hellgelb; N. weiß; S.
mattschwarz. — Nordargentinien (Jujuy).
v. brevispina Don.: ein n. nud. für eine
kurzstachlige Form!
v. grandiflora Don. n. nud. soll dem Namen nach
größere Bl. haben.
v. spathulata Don.: Pet. spatelig; R. mit
violettroten Seh.; S. glänzend-schwarz, die sogenannte
„falsche R. marsoneri";
v. vatteri Don.: Bl. selbststeril; S.
glänzendschwarz (Jujuy); Pet. bei dieser und der vorigen
var. breiter. Beide var. sprossen leichter als der
Typus der Art.
Rebutia menesesii Card.: Sulcorebutia menesesil
(Card.) Backbg.
Rebutia minuscula K. Sch. (1) (T.)
K. gedrückt-rund bis kugelig, einzeln oder sprossend,
bis ca. 5 cm 0; W. in 16—20 Spiralen, hellgrün;
St. 25—30, 2—3 mm lg., weißlich, mittlere nicht
trennbar; Bl. bis 4 cm lg., inkarnatrot; Pet. spitz
zulaufend; Ov. blaßrot; Fr. scharlachrot, 3 mm 0.
— Nordargentinien (Tucuman). Auch rosa Bl.
sollen vorkommen.
Die mitunter hierzu gestellten Varietätsnamen
beziehen sich zumeist auf solche der kleinblütigen
R. xanthocarpa.
Rebutia pernmtata W. Heinr. — Descr. Cact. Nov.
III: 13. 1963 (1)
Von Reb. wessneriana unterschieden durch nicht
oder wenig sprossenden K., Scheitel nicht
stachelarm, sondern dicht weiß bestachelt, ohne
bräunliche Spitze; Bl. selbststeril. Die ziemlich langen
und dichten St. sind stumpf weiß. Die Art ist
samenbeständig. — Standort ? (Abb. 361 rechts.)
f. gokrausei W. Heinr. — 1. c, 1963
Eine Sämlingsform mit kurzsäuligem K.,
während der Typus der Art breitrund ist. Die Be-
stachlung ist noch feiner, die Pflanzen ähneln
jungen Cleistoc. strausii; sie sind lang
weiß-haarborstig; die Bl. ist kräftig, auch ihre längere R.
Die Form lief in der Züchterei Gottfried
Krause, Dresden-Stetzsch, bei Bestäubung
mehrerer Samenträger dieser selbststerilen Art auf,
Rebutia 385
bei späterer Samenzucht nicht mehr. Da ältere
Rebutien z. T., wie auch einige Sulcorebutia- und
Aylostera-Arten, stärker-säuligen Wuchs zeigen,
handelt es sich wohl bei obiger Form um einen
ähnlichen Rückschlag in eine möglicherweise
sonst latente Anlage. (Abb. 361 links.)
Rebutia ritteri (Wessn.) Buin. & Don., ihre f. peter-
seimii Buin. & Don., sowie f. hahniana Buin. &
Don., alle inSukkde. VII/VIII, 103.1963,siehe unter
Mediolobivia ritteri (Wessn.) Krainz bzw. M. nigri-
cans v. peterseimii (Fric); die f. hahniana gehört
wohl zur gleichen Art.
Rebutia senilis Backbg. (1)
Hierunter werden alle jene Pflanzen aufgeführt, mit
roten oder gelben größeren Blüten, die einheitlich
abstehende, feine und + weiße St. haben, diese nie
anliegend-kammförmig gestellt, in der Länge
unterschiedlich. Die var. senilis ist leider weitgehend
wieder verschwunden und die am längsten und
dichtesten, rein weiß bestachelte Pflanze: K. bis
8cm g., 7 cm 0, sattgrün; St. zahlreich, lang,
kalkig-weiß, dicht, ca. 25, bis 3 cm lg.; Bl. 3,5 cm 0,
selbstfertil, karminrot, Schlund weiß; Pet. spitzig;
Ov. gelborange. — Nordargentinien (Salta, obere
Quebrada Escoipe). (Abb. 362.)
v. aurescens Backbg. : St. später + gelblich
werdend bzw. nur die mittleren, alle fein, dünn, dicht;
Bl. groß, reinröt; K. rundlich;
v. breviseta Backbg. St. sehr kurz, aber nicht
kammförmig gestellt, höchstens 4—7 mm lg.;
Bl. reinrot. — v. cana Hort, ist nur ein Name,
v. iseliniana Krainz: St. haarfein, locker, mit
gelblichem Schein oder rein weiß; Bl. orangerot:
K. rundlich,
v. kesselringiana Bewg.: St. locker abstehend,
30—35, 8—12 mm lg., weiß bis blaßgelblich; Ar.
genähert; Bl. bis 4,5 cm 0, hellgelb, innere Pet.
goldgelb; Fr. oliv; S. glänzend schwarz.
v. lilacino-rosea Backbg.: St. wie beim Typus der
Art; Bl. hell lila-rosenrot.
v. schieliana Bewg.: St. ca. 15, weißlich mit
bräunlicher Spitze oder gelblich, ziemlich dicht
stehend; Bl. 4 cm lg., und 0, äußere Pet.
zinnoberrot, innere mehr orangerot; R. und Ov. mit
violettfarbenen Seh.
v. semperllorens Poind.: ein in der Kultur
entstandener Sport, vieltriebig und vielblütig.
v.sieperdaiana (Buin.) Backbg.: St. nur mäßig
lg., sehr fein; Ar. etwas entfernter stehend als bei
v. kesselringiana und daher die Warzenspiralen
nicht so deutlich hei ablaufend; Bl. (selbststeril?)
ca. 4,5 cm lg., 3,5 cm 0, tiefgelb, außen rosagelb;
Pet. ziemlich br., oben gerundet und auch
geschlitzt oder mit kleiner Spitze,
v. stuemeri Backbg.: St. ähnlich denen der v.
senilis, nur etwas lockerer; Bl. backsteinrot, oft
Schlund und Pet.-Rand gelblich, Perigonbl.
ziemlich locker ausgebreitet. Weitere var.-Namen
siehe unter anderen Artnamen; z. T. laufen die
Pflanzen auch unter eigenen Artnamen.
Rebutia totorensis Card.: Sulcorebutia totorensis
(Card.) Ritt.
Rebutia turbinata Hort., unbeschrieben, soll R.
krainziana ähneln, doch kleinere Bl. und etwas
abweichende Bestachlung haben.
Rebutia violaciflora Backbg. (1)
K. kugelig, meist einzeln, gelbgrün, klein, bis ca.
2 cm 0 (ungepfropft); Ar. gelbweiß; St. ca. 20,
borstenfein, steif, strahlig, tief goldbraun, bis 2,5 cm
lg., die mittleren stärker; Bl. ca. 3,5 cm lg., 3 cm 0,
selbstfertil, hellviolettrot. — Nordargentinien
(Salta, obere Quebrada Escoipe).
v. knuthiana (Backbg.) Don.: K. matt blaß-
hellgrün, bis 4,5 cm 0; Ar. braun; St. haarfein,
30 und mehr, braun, seitlich + verflechtend, meist
unten heller; Bl. 4,5 cm lg., stumpf karminrot
(Salta).
Rebutia wessneriana Bewg. (1)
K. breitrund, stark sprossend, Scheitel nur etwas
filzig, so gut wie stachellos, durch die Bestachlung
stark durchscheinend, bis 7 cm h., 8 cm br., grün,
bei stärkerer Sonnenbestrahlung etwas violett
getönt; Ri. in nicht ganz durchgehende W. geteilt; Ar.
5 mm entfernt; Rst. und Mst. nicht unterscheidbar,
ca. 25, ca. 2 cm lg.; Bl. ca. 5,5 cm 0, blutrot; R.
rot, Seh. violett; Gr. rosaorange; N. weiß; Stbf. rot.
— Nordargentinien (Standort nicht bekannt).
Betr. Unterschiede von R. hyalacantha und R. per-
mutata siehe unter, diesen Arten.
Rebutia xanthocarpa Backbg. (1)
K. rundlich, bis 4,5 cm h., ca. 5 cm 0, laubgrün,
unten sprossend; St. 15—20, fein, glasig, weiß, ca. 4
nach oben gerichtete leicht gelblich und etwas
derber, bis ca. 7 mm lg., die übrigen kürzer, die
untersten nur 1—2 mm lg.; Bl. klein, bis 2 cm 0,
selbstfertil, karminrot, innen etwas heller; R. rot;
Ov. hellkarmin; Fr. gelblich. — Nordargentinien
(Salta).
v. citricarpa Fric ex Backbg.: Bl. rein karmin;
Ov. und Fr. grünlichgelb.
v. coerulcscens Backbg.: Bl. bläulich-rot; Pet.
etwas kürzer, schmäler (lanzettlich) und lockerer
stehend als bei v. dasyphrissa; Ov. orangegelb,
v. dasyphrissa (Werd.) Backbg.: St. etwas
länger und weißer; Bl. bläulich-rot; Pet. dichter,
breiter und etwas länger als bei voriger var.; R.
und Ov. oliv; Fr. goldgelb.
v. luteirosea Backbg.: Bl. blaß gelblich-rot.
v. salmonca Fric ex Backbg.: Bl. ± lachsrosa;
Ov. blaßrot.
v. violaciflora (Backbg.) Backbg.: Bl. im Ton
wie die der R. violaciflora, d. h. kräftig
leuchtendviolett, aber kleiner, bzw. nur ebenso groß wie
die der v. xanthocarpa.
386 Rebutia — Reicheocactus
Ein Bastard, der hier seiner Bedeutung gemäß nicht
übergangen werden kann, ist:
Rebutia hybrida albiflora „Meisterstück", die von
dem Züchter Stirnadel gezogen wurde, eine
Kreuzung zwischen einer Art der Gattung Rebutia und
einer Spezies der Pseudolobivia-Artengruppe, zu der
z. B. Ps. polyancistra gehört, der Körper völlig
einer Rebutia gleichend, die Blüte jedoch weiß, wie
sie bisher in diesem Genus nicht gesehen worden ist.
Rebutia candiae Card., R. canigueralii Card.,
R. kruegeri (Card.) Backbg., R. menesesii Card.,
R. steinbachii Werd., R. taratensis Card., R. tira-
quensis Card., R. totorensis Card, und R. tunarien-
sis Card, siehe unter Sulcorebutia Backbg.
Rebutia-Namen für Pflanzen mit behaarten und
beborsteten Blüten sind unter Aylostera Speg. zu
finden, wenn Griffel und Röhre stielig verwachsen
sind, sonst unter Mediolobivia Backbg.
Die neuen RiTTER-Namen, die unter Rebutia
veröffentlicht wurden, gehören zu Aylostera (s. dort).
Reicheocactus Backbg. (124)
Eine in verschiedener Hinsicht interessante und
umstrittene Gattung. Der Typus des Genus ist eine
Pflanze, die lange als „Echinocactus reichei K. Sch."
angesehen wurde, bis man feststellte, daß an ihr die
Blütenborsten der ScHUMANNschen Art fehlen. Die
Bewertung der Bekleidungsstufen an der Blüte
bewies auch in diesem Falle ihre Bedeutung. Sie
zeigte, daß der „Echus. reichei Hort. germ.u nicht
der richtige und noch unbeschrieben war. Er sollte
nach Frau Heese, der Gattin des ersten
Importeurs, aus Chile stammen. Chilenische Arten (von
Copiapoa abgesehen) ohne Blütenborsten waren
damals nicht bekannt; so mußte der „falsche Echus.
reichei" einen eigenen Gattungsrang erhalten und
einen Namen: Reicheocactus pseudoreicheanus. Er
ist durch später ± tönnchenförmige Gestalt und
in äußerst kleine Wärzchen aufgelöste Rippen
charakterisiert, die Stacheln ± gebogen anliegend;
die Blüte ist kurz, ohne deutliche Röhre, die
Staubbl. sind nicht in 2 Serien angeordnet. Die Frucht
soll seitwärts aufreißen. Inzwischen wurden weitere
borstenlose Arten aus Chile bekannt, die vorläufig
nur zu Reicheocactus gestellt werden konnten.
In der bisherigen Fassung des Genus sind 3 Arten
beschrieben worden. — Verbreitung: Chile (beim
Typus des Genus nicht eindeutig geklärt7).[®-5der
Typus des Genus wächst sehr gut auf eigenen
Wurzeln; die anderen beiden werden besser gepfropft.]
Reicheocactus floribundus Backbg.
K. einzeln, bläulichgrün, bis ca. 6 cm 0
(vorliegendes Stück); Ri. 13, etwas spiralig, um die Ar.
verdickt, dazwischen tief quergeteilt und mit starkem
Kinnvorsprung, zuweilen rötlich überlaufen; St
schwer trennbar, insgesamt 10—18, davon 2—3
mittlere etwas kräftiger, bis 11 mm lg., vorgestreckt, die
anderen kürzer, besonders die z. T. vorhandenen
1—3 (—4) im Ar.-Oberteil, alle fahl gelbbraun mit
dunkleren Spitzen; Bl. 2,5 cm lg., 1,8 cm 0,
halboffen bleibend, rein gelb; R. nur behaart; Fr.
violettrot; S. mattschwarz, 1 mm gr. — Chile.
Selbststeril. Unbestäubte Blüten bilden stets
samenlose Früchte.
Reicheocactus neoreichei (Backbg.) Backbg.
K. kugelig, später länglich; Ri. in kleine W.
aufgelöst; St. ca. 18—19, zuerst glasig, rauhhaarig,
kammförmig gestellt, mittlere oft fehlend oder
unregelmäßig gerichtet; Ar. im Scheitel stärker
wollig; Bl. dicht wollhaarig, aber ohne Bst., ziemlich
groß. — Chile.
Ritters „Chileorebutia reichei FR 501", angeblich
wiederentdeckte Art der ScHUMANNschen
Beschreibung. Dies trifft nicht zu, da „Echus. reichei K. Sch."
Bst. an der Blüte hatte und die St. nicht rauhhaarig
waren. Ritters Angabe im Winter-Kat., 13. 1962
„Synonym Neochilenia reichei (s. auch dort) und
weitere neue Artnamen" ist daher unrichtig; sie
soll überdies bedeuten, daß Neochilenia lembckei,
obige Art und Neochilenia pseudoreichei dasselbe
sind wie Neochilenia bzw. Chileorebutia reichei.
Meine Makrofotos in Bd. 3 von „Die Cactaceae"
zeigen, daß die 3 Arten durchaus verschieden sind.
Den echten Echus. reichei hat vielleicht Dr. Kraus
(Bd. III: Abb. 1755, S. 1825. 1959)
wiedergefunden.
Reicheocactus pseudoreicheanus Backbg. (T.)
K. später + eiförmig, bis ca. 7 cm h., 6 cm 0, selten
bzw. wenig sprossend, dunkel-grauolivgrün; Ri. bis
ca. 40, völlig in flachrundliche kleine W. aufgelöst,
Epidermis punktiert; Ar. länglich, schwach braun-
oder hellbräunlich-filzig, im vertieften Scheitel wenig
auffällig; Rst. 7—9, paarig seitlich angepreßt, nach
unten zu verdickt, bis 3 mm lg., zum Grunde hin
dunkel, oben mehr gelblich, alle + verbogen, der
zuweilen abwärts anliegende unterste oft der
dünnste; Bl. gelb, außen + rötlich-bräunlich, bis 3,5 cm
lg. und 0, kurztrichterig, ohne Hymen; R. äußerst
kurz, borstenlos, dicht bräunlichgrau behaart; Gr.
rot; Fr. wollig, angeblich längsaufreißend. -
Heimat?.8 (Abb. 3G4 links, 365.)
Es gibt eine blühfaule Rasse.
Nach Buinjng soll Ritter diese Art in Argentinien
bei dem Dorfe Famatina wiederentdeckt haben
(FR 459). Obwohl auch andere dort danach suchten,
fanden sie die Pflanzen nicht.
Ritter selbst hat sich nicht zu seinen Funden
geäußert und führte („Echus." famatimensis) nicht in
den Winter-Katalogen. Er fand jedoch ein
ähnliches, aber in der Bestachlung abweichendes
Material, wie die farbigen Makrobilder im Anhang
zeigen:
Reicheocactus — Rhipsalis 387
Reicheocactus sp.: K. ähnlich wie beim vorigen,
heller grün, aber nicht oben tönnchenartig etwas
verjüngt wie beim Typus von Reicheocactus (aber
nicht bei Lob. famatimensis (Speg.) Br. & R.); Ri.
senkrecht herablaufend, die W. geschlossener und
die Ri. als solche deutlicher; Ar. dichter stehend,
hellbräunlich bis fast weiß, im vertieften Scheitel
dichter wollig; St. ca. 9, blaßgelb, nur der verdickte
Fuß rötlich; Bl. gelb, schlanktrichterig, mit kurzer
R., darüber rasch verbreiternd, Behaarung flockiger,
geringer als bei „Echus. famatimensis Speg." (Abb.
363, 364 rechts.)
Neuerdings nennt Ritter seine Pflanzen „Genus?"
und führt eine v. haematantha (FR 459 c), die also
rot blühen müßte. Seine Pflanzen können nur zu
Reicheocactus gehören, und es wäre bezeichnend
(siehe hierzu auch unter Lobivia famatimensis), sie
Reicheocactus pseudofamatimensis und v.
haematantha zu nennen.
Rhipsalidopsis Br. & R. (26)
Kleiner, epiphytischer, nicht kletternder Strauch
dimorpher Gestalt: zuerst werden fast rundliche,
4—ökantige Triebe gebildet, an den Kanten zart
gelblich weiß bestachelt "bzw. beborstet; später
entstehen überwiegend bis ausschließlich flachkeulige
Glieder mit breiten Endareolen, aus denen die
Neutriebe und kleinen regelmäßigen, rosa Blüten
erscheinen. Bei der var. ist der kantige und borstige
Trieb Charakter konstant. Die Gattung ist Epi-
phyllopsis verwandt, hat aber ein 4kantiges Ova-
rium und eine 4kantige, leicht gedrückte Frucht; die
Staubfäden sind nur um den Griffelfuß geschart, eine
Nektarhöhle fehlt. Beschrieben sind 1 Art und
1 Varietät. — Verbreitung: Südbrasilien (Staat
Paraná). [3. ©.]
Reid Moran hat zu diesem Genus auch Epiphyllop-
sis gestellt; über die Unterschiede siehe unter
letzterem Genus.
Rhipsalidopsis gaertneri (Reg.) Lindgr. und v. ti-
burtii (Backbg. & Voll) Moran: Epiphyllopsis
gaertneri (Reg.) Berg, und v. tiburtii Backbg. &
Voll.
Rhipsalidopsis rosea (Lag.) Br. & R. (T.)
K. zuerst rötlich oder blaßgrün, dann matt dunkler
grün; G. in der Sonne auch später noch + rötlieh,
bis ca. 3,7 cm lg., nach oben bis 11 mm br., bis 3 mm
dick, am Rande 2—3 Kerben, hin und wieder
tauchen zwischen den flachen Gliedern auch später
noch 3—4kantige auf, zierlich borstig behaart, aber
nicht so stark beborstet wie die Varietät; Bl. bis 3
gleichzeitig, mit sehr kurzer R., radförmig, 3,7 cm
0, rosa; Gr. rosenrot; N. 3—4, weiß; Fr. gelblich,
etwas gedrückt, schwach kantig, mit Bl.-Rest; S.
braun. (Abb. 367.)
v. remaneng Backbg.: K. sehr kleintriebig,
dichtbuschig; Tr. kurz-gliedrig, im Gegensatz zum Typ
später nicht abflachend, 4—ökantig, äußerst
selten auch 3kantig; Bat. stets reichlich, weißlich,
sehr dünn, bis maximal 2 mm lg.; in Kultur nur
außerordentlich langsam wachsend. Soll kürzlich
wiedergefunden worden sein.
Rhipsalidopsis serrata Lindgr.: Epiphyllopsis
gaertneri v. serrata (Lindgr.) Backbg.
Rhipsalis Gärtn. (20)
Epiphytisch wachsende, meist reich verzweigte
Pflanzen, überwiegend hängend, gelegentlich auf
Felsen, auch kletternd, Luftwurzeln bildend, die
Wurzeln stets faserig. Ihre Triebe sind vielgestaltig
(z. T. auch innerhalb der Art verschieden): rund,
kantig oder blattartig, dünn bis breitrundlich, z. TV
mit winzigen Schuppen, die Blütenareolen nicht
eingesenkt, klein, kahl, oder mit Härchen wie auch
Borsten. Die Blüten erscheinen zumeist einzeln, zu-
weilen jedoch, besonders bei den breitblättrigen
Arten, zu mehreren gleichzeitig aus einer Areole; alle
sind klein, grünlichweiß, weiß, gelb(lich) oder rosa
bzw. rötlich-purpurn, mehrere Tage andauernd. Eine
Zierde der Pflanzen sind die kleinen Beerenfrüchte
in verschiedenen Farben, von weiß über rot bis tief
dunkel, z. T. auch goldgelb; sie enthalten
gewöhnlich nur wenige, selten zahlreichere kleine Samen
verschiedener Form, hellbraun bis schwarz.
Nach der Triebgestalt unterscheidet man 4
Untergattungen:
1: UG. Rhipsalis: Tr. + stielrund, nicht
ausgesprochen borstig, kräftiger bis sehr
dünn, End-Tr. z. T. auch schwach
kantig bzw. gefurcht, besonders wenn
geschrumpft,
2: UG. Ophiorhipsalis K. Sch.: Tr. stielrund, stets
mit Borsten (nur z. T. im Alter verkahlt),
3: UG. Goniorhipsalis K. Sch.: Tr. deutlich
gekantet oder gerippt, mitunter teilweise
abgeflacht,
4: UG. Phyllorhipsalis K. Sch.: Tr. in den
Endoder Haupttrieben blattartig, nur einige
mit 3kantigen Ersttrieben, diese auch
oft + stielrund.
Die Zahlen hinter den Arten geben die Untergattung
an. Beschrieben sind 62 Arten und 3 Varietäten. —
Verbreitung: Von Florida über Mexiko und die
Antillen bis weit nach Südamerika hinunter, sowie
in der Alten Welt im südlicheren Afrika,
Madagaskar bis Ceylon (auf Grund neuerer Beobachtungen
i abweichender Merkmale keine Verschleppung).
[©• ///]
Kimnach hat Rh. angustissima, coriacea, jamaicen-
sis, leiophloea, purpusii und ramulosa zu Disocactua
(s. auch dort) gestellt und sie alle unter D. ramulosua
vereinigt. Er sagt selbst, daß alle „winzige Blüten.
388 Rhipsalis
und Früchte" haben. Seine Eingliederung zu Diso-
cactus erfolgte vornehmlich auf Grund der „floral
bracteoles" oder — wie Vaupel bei seiner Gruppe
„Ramulosae" sagte — „beschuppten
Fruchtknoten". Kimnach zieht Vergleiche mit Pseudo-
rhipsalis, die er auch zu Disocactus einbezieht,
erwähnt Konvergenzen und geht über Ähnlichkeiten
einzelner Merkmale zur Vereinigung über. Die Arbeit
ist zweifellos interessant; ihre Bedeutung liegt
jedoch auf phylogenetischem Gebiet und hat
großenteils mehr theoretischen Aspekt. Was z. B. allein
die „floral bracteoles" anbetrifft, so habe ich u. a.
bei Lepismium (möglicherweise atavistische) Blüten-
kurztriebe mit deutlicher Beschuppung beobachtet,
auch Rhipsalis mit kurzstieligen Röhren. Wir wissen
also nichts Sicheres über die Entstehung der
verschiedenen Formen und können nur vermuten, wenn
wir bei der Gliederung nicht von naturgegebenen
Fakten ausgehen.
Nun ist es zwar eine der Aufgaben eines phyto-
graphischen Handbuches, die Kenntnis auch
anderer Beobachtungen und Ansichten zu erhalten,
die wichtigste aber, sich jeglicher Theorie — weil
nicht beweisbar, was das Zustandekommen der
heutigen Gattungen, Arten und Artmerkmale
anbetrifft — zu enthalten und die auch für die Praxis
klarste und natürlichste Form der Übersicht zu
wählen, wie sie z. B. bei Rhipsalis durch die Schu-
MANNsche U.G.-Gliederung gewährleistet ist. Die
danach vorgenommene Gesamtordnung gestattet
nicht, deutlich z. B. in Blütengröße oder sonstwie
unterschiedliche Spezies, z. T. auch noch ziemlich
weit voneinander entfernter Vorkommen, nur
deshalb zusammenzufassen, weil sie möglicherweise
näher verwandt sind; außerdem ist ja die Trennung
der Verwandtschaftsgrade Auffassungssache. Wer
eine blühende Rh. ramulosa sieht, hätte — da bisher
z. B. bei Kimnach keine Gesamtklassifikation mit
der notwendigen Aufschlüsselung vorliegt — ohne
Zuhilfenahme anderer Arbeiten mit entsprechenden
Hinweisen keine Möglichkeit zu erkennen, daß diese
winzig blühende Rhipsalisart nun ein Disocactus sein
soll. Der Phylogenetiker mag hier interessante
Anschauungen haben, der Phytograph und die Praxis
können damit wenig anfangen und sind auf die
herkömmliche und ja auch vertretbare Gliederung
angewiesen. Außerdem zeigen die übrigen
Zusammenfassungen Kimnachs, daß er sich über die
Endauswirkung seines Vorgehens anscheinend nicht
klar ist; er sagt jedenfalls nichts darüber. Man denke
hier z. B. an die höchst fragwürdige Einbeziehung
von Matucana zu Borzicactus ... und dann fand
Hutchison eine ± plattrunde Submatucana, die
nach Kimnach ebenfalls zum cereoiden Genus
Borzicactus gehören soll. Diese Beispiele bekräftigen nur
meine Schlußworte in „Die Cactaceae", Band VI,
mit denen ich L. Stebbins jr. zitierte, der richtig
sagt, daß Phylogenie und Phytographie getrennte
Disziplinen sind, die jede eigenen Aufgaben folgen.
Die Kimnachs ist eine andere als die des
vorliegenden Werkes, das einer Gesamtgliederung nach
natürlichen und für die Praxis nützlichen
Gesichtspunkten bedarf, wie es sie bisher sonst nirgends
gibt, nach der überholten von Britton und Rose,
und weswegen es hier also bei der Eingliederung
nach meiner Systematischen Übersicht bleiben
muß.
Rhipsalis aculeata Web. (2)
K. verzweigt, mit zahlreichen Luftwz. an den
Baumstämmen hinaufsteigend; Tr. zylindrisch, starr,
grün; Ri.8—10, undeutlich; Ar. weißlich; Bst. 8—10,
+ starr strahlend, + angepreßt, 3—4 mm lg.,
weiß; Bl. seitlich, ca. 2 cm lg., 1,5 cm 0, weiß; Ov.
kugelig, mit kleinen Seh.; Fr. dunkel-weinrot; S.
ca. 20, spindelförmig, braun. — Argentinien,
Brasilien, Paraguay.
Rhipsalis angustissima Web. (4)
K. sehr verzweigt, hängend; Tr. zweigestaltig:
untere zylindrisch, verholzt, ca. 25 cm lg., 2—3 mm
0, die folgenden blattartig, lanzettlich, schwach
gesägt; Endtr. nur bis 1,3 cm br., mit kräftigem
Mittelnerv, anfangs braunrot, dann glänzend
dunkelgrün; Ar. spärlich weißfilzig; Bl. 4—5 mm lg.,
außen karminrot, innen heller; Ov. kugelig, mit
einigen karminroten Seh.; Fr. mattweiß; S. zahlreich,
länglich gespitzt, stark glänzend, schwarz. — Costa
Rica (bei Cache).
Rhipsalis bermejensis Ritt. (FR 364) ist
unbeschrieben. Die Pflanzen ähneln etwas Rh. mada-
gascarensis.
Rhipsalis boliviana (Britt.) Lauterb. (4)
K. im Erst-Tr. + ikantig, am Grunde schmal
geflügelt; End-Tr. blattartig, bis 2 cm br.,
unregelmäßig gekerbt, dünn, flach; Mitteln, kräftig; Ar.
reichlich wollfilzig, Bst. bis 10, 2 mm lg.; Bl.
einzeln, selten zu zweit oder dritt, ca. 1,5 cm lg.,
gelb; Fr. kugelig, Farbe unbekannt. — Bolivien.
Rhipsalis burchellii Br. & R. (1)
K. hängend, wirtelig oder gabelig verzweigend; Tr.
fadenförmig, 4—10 cm lg., die ersten bis 60 cm lg.,
die letzten nur bis 6 cm lg., 1—2 mm dick; wenn
wirtelig 3—4 Tr., schwach keulenförmig, hellgrün
bis rötlich; Ar. anfangs mit Wollfilz, ohne Bst.;
Bl. nahe dem Tr.-Ende, zahlreich, 1,5 cm lg.,
glockig, + weiß; Ov. ohne Seh.; Fr. rosa. —
Brasilien (Säo Paulo; Serra de Mar bis Cerras de Cal-
das).
Rhipsalis campos-portoana Löfgr. (1)
K. strauchig, hängend oder gebogen; Tr. zylindrisch,
zu zweit oder die letzten in 3—4zähligen Wirtein,
nur 4,5 cm lg., bis 2,5 mm dick; Ar. kahl; Bl. nahe
dem Tr.-Ende, nicht weit geöffnet, weiß; Ov. ohne
Seh.; Fr. hellrot. — Brasilien (Rio de Janeiro:
Itatiaya).
Rhipsalis 389
Rhipsalis capilliformis Web. (1)
K. strauchig, hängend; Tr. weich, sehr dünn,
büschelig verzweigt, End-Tr. nur 2—3 mm dick,
zuweilen schwach 4kantig, an der Spitze verjüngt;
Bl. seitenständig, nur (6)—8 mm 0, + weiß; Ov.
fast kugelig, ohne Seh., grün; Fr. weiß; S.
dunkelbraun. — Ostbrasilien (wildwachsend bisher
nicht wiedergefunden).
Rhipsalis cassutha Gärtn. (1) (T.)
K. weich, hängend, reich verzweigt, mitunter auch
auf Felsen, bis 3 m lg.; Tr. gabelig, selten wirtelig,
10—15—50 cm lg., 2—3 mm dick, (hell)grün; Ar.
spiralig gestellt, spärlich graufilzig, meist 1—2
winzige schwarze Bst.; Bl. seitenständig, bis 5,5 mm lg.,
etwas fleischig, spreizend, weißlich bis krem;
Staubbl. 9—12, auf einem Ring; Ov. ohne Seh.; Fr.
kahl, kugelig, weiß oder rosa. — Tropische Gebiete
der Neuen und Alten Welt (Afrika bis Ceylon).
Rhipsalis cassuthopsis Backbg. (1)
K. weich, hängend, stark verzweigt; Tr. gabelig,
selten wirtelig, 10—60 cm lg., älteste 8 mm. jüngste
nur 2—3 mm dick, grünlich-gelb; ‚Ar. ohne Filz,
nur zur Bl.-Zeit mit winzigen roten Bst.; Bl.
zahlreich, seitlich, halbglockig, 6—7 mm lg., bis 7 mm 0,
grünlich-weiß; Staubbl. 6—8; Ov. ohne Seh.; Fr.
durchscheinend grünlich-weiß, ellipSsch. —
Brasilien (Pará, in Wäldern bei Belém).
Rhipsalis cereoides Backbg. & Voll (3)
K. mit + Luftwurzelbildung in den Gelenken, dann
kleinen Hylocereen ähnelnd; Tr. scharf 3kantig,
selten 4flächig, 4—10 cm lg., bis 1,7 cm dick, oft
kantenverdreht aufeinandersitzend; Ar. klein, Seh.
winzig, Filzspuren, 2—4 ganz kurze, weiche Bst.;
Bl. bis 3—4 gleichzeitig, ca. 2 cm 0, weiß,
spreizend, Pet. aufgewölbt; Fr. kugelig, zuerst olivgrün,
dann durchsichtig hellrosa; S. glänzend
dunkelbraun, zahlreich. — Brasilien (um Rio de Janeiro).
Rhipsalis cereuscula Haw. (1)
K. strauchig-buschig, meist hängend, bis ca. 60 cm
lg.; Langtr. 20—30 cm lg., 3—4 mm dick,
dunkelgrün; Eurztr. dicht, spiralig oder in wenigtriebigen
Wirtein, elliptisch oder kurz-zylindrisch, 4—ökantig,
1—3 cm lg., hellgrün; Ar. spärlich-filzig, 2—4 kurze,
weiße Bst.; Bl. in Scheitelnähe, selten 2, glockig, ca.
1,5cm lg., 2 cm 0, weiß; Ov. ohne Seh.; Fr.
umgekehrt-kegelig, weiß. — Brasilien (Säo Paulo),
Argentinien (Entrerios), Uruguay, Paraguay.
v. rubrodisca (Löfgr.) Cast.: Bl. nur ca. 1 cm 0;
Scheibe, Ov. und Staubbl.-Basis rot. — Brasilien
(Säo Paulo, bei Caldas).
Rhipsalis chloroptera Web. (4)
K. strauchig; Stämmchen oft 3kantig, Kanten scharf,
fast geflügelt; Tr. teils länglich, bis 20 cm lg., oben
bis 2 cm br., unten verschmälert, teils spateiförmig,
eilänglich oder lanzettlich, gesägt-gekerbt, 8—16 cm
lg., 1,5—6 cm br., laubgrün, am Rande oft rot; Ar.
wenigfilzig, einzelne oder paarweise Bst.; Bl. nicht
zahlreich, ca. 1,5 cm.lg., weit geöffnet, gelb, beim
Verblühen dunkler; Ov. zylindrisch, ohne Seh. —
Brasilien (?)
Rhipsalis clavata Web. (1)
K. anfangs aufrecht, bald hängend, stark verzweigt,
gabelig oder wirtelig in 2—7 Tr., ca. Im lg.; Tr.
oben dünn-keulig, bis ca. 5 cm lg., 2 mm dick, an
der Spitze 3 mm dick, gelblich, später grün, +
rötlich getönt; Ar. nur am Tr.-Ende; Bl. nahe dem Tr,-
Ende, ca. 1 cm 0, + glockig, weiß; Ov. kugelig,,
ohne Seh.; Fr. kugelig, grünlich-weiß; S. groß,
geschnäbelt, dunkelbraun. — Brasilien (Rio de
Janeiro),
v. delicatula Löfgr.: In allem zierlicher als der
Typus; K. hellgrün; Knospe weiß (Typus gelb),
Bl. halbkugelig bis ± glockig, Hüllbl. nicht
zurückgeschlagen; sehr blühwillig. — Brasilien
(Rio de Janeiro: Tijuca).
Rhipsalis coralloides Rauh (vorläufige, noch nicht
vollgültige Beschreibung) (2)
K. buschig verzweigt, 1—4 Seitenäste austreibend,
größere Polster bildend, bis 10 cm h.; Jahres-Tr.
sehr kurz, 0,5—1,5 cm lg., 0,5—0,8 cm 0, schwach
5—7-, meist ökantig, im Neutrieb ± gerötet, im
Alter graugrün, zwischen den Wachstumsgrenzen
eingeschnürt, + kettenförmig; Ar. mit 6—10, meist
8 Bst., dünn silbrig weiß, im Scheitel aufgerichtet,
an alten Tr. absterbend; Bl. ?; Fr. ? —
Madagaskar (Südostküste, zwischen Fort Dauphin und
Manantenina, auf Gneisfelsen). (Rauh No. 1385).
Ähnlich ist Rhipsalis sp. M 1298, ebenfalls von Rauh
gefunden, mit nur 4 mm br. zurückschlagenden,
fast durchsichtig weißen Bl. — Madagaskar
(20 km nordwestl. Fort Dauphin, auf Gneis). (Rh.
pilosa ?, Rh. saxicola ?)
Rhipsalis coriacea Polak.(4)
K. stark verzweigt, 4—8 m herabhängend; Stämme
holzig, an der Basis rund; Tr. dünn, lanzettlich,
gespitzt, schwach gesägt, bis 20 cm lg., bis 3,5 cm
br.*; End-Tr. langgestielt; Ar. am Stamm und
zuweilen an den Tr. mit 2—7 langen Bst.; Bl. seitlich,
bis ca. 1,2 cm lg., ziemlich eng, grünweiß bis rosa;
Ov. mit Seh.; Fr. weiß; S. schwarz; junge Triebe
anfangs rot. — Costa Rica (bei Cartago).
Rhipsalis cribrata Lem. (1)
K. dichtstrauchig, anfangs aufrecht, dann hängend,
aber mehr spreizend; Tr. fadenförmig, bis 20 cm lg.;
Kurztr. wirtelig oder spiralig, die kleinsten nur 1 cm
lg., 2 mm dick, gelblichgrün; Ar. kaum bewollt,
bisweilen eine winzige Bst.; Bl. am Ende der Kurztr.,
bis 1,5 cm lg., glockig, weiß, oben leicht gerötet; Ov.
+ kugelig, ohne Seh.; Stbf. auf rotem Ring; Fr.
purpurn; S. schwarz. — Brasilien.
390 Rhipsalis
Bhipsalis crispata (Haw.) Pfeiff. (4)
K. strauchig, reich verzweigt, bis 40 cm lg.; Tr.
meist aus der Spitze älterer G., länglich oder
elliptisch, am Grunde verjüngt, am Rande wellig
gebogen, tief gekerbt, bis 12 cm lg., 7 cm br., dunkel-
(auch gelb-) grün; Ar. schwach graufilzig, an
jüngeren Tr. einige schwarze Bst.; Bl. 1—4 gleichzeitig,
seitlich, ca. 1,4 cm lg., radförmig, kremgelb; Ov.
hellgrün; Fr. weiß, wenige S. enthaltend. —
Brasilien (Rio de Janeiro bis Säo Paulo).
Bhipsalis crispimarginata Löfgr. (4)
K. hängend; Stamm rundlich, verholzt; Tr. aus der
Spitze älterer G., bisweilen gebüschelt, blattartig,
stark gewellt, zuweilen auch der starke Mittelnerv,
länglich-oval, am Grunde fast stielartig
verschmälert, unregelmäßig gekerbter, welliger Rand; junge
Tr. am Rand rosenrot durchscheinend; Ar. klein;
Bl. einzeln oder zu 2 und 3, radförmig, weiß; Ov. mit
schwachem Filz und mitunter 1 Bst.; Fr. rosa,
durchscheinend. — Brasilien (Rio de Janeiro; Ilha
Grande).
Bhipsalis cuneata Br. & R. (4)
E. wohl hängend; Tr. sich von der Spitze der vorigen
her fortsetzend, länglich bis spatelig, stark gekerbt,
S—12 cm lg., dünn; grün; Ar. zuweilen mit 1—2
Bst.; Bl. soweit bekannt, einzeln; Fr. kugelig, 4 mm
0. — Bolivien (auf ca. 1700 m, über San Juan).
Eine unzulänglich, bzw. nur nach Herbarmaterial
beschriebene Art.
Bhipsalis densiareolata Löfgr. (1)
K. strauchig, Stamm anfangs + aufrecht, dann
hängend, bis 60 cm lg., 1—1,2 cm dick; Tr. zu 6—7,
nie wirtelig, 20—60 cm lg., 5—7 mm dick, an der
Spitze etwas verjüngt, hellgelbgrün, später grau;
Ar. dicht, spiralig gestellt, an jüngeren Tr. mit 1 bis
1,5mm lg. Bst.; Bl. sehr zahlreich, ca. 9 mm 0,
weiß; Ov. ohne Seh.; Fr. rosenrot, eiförmig. —
Brasilien (Rio de Janeiro, bei Tijuca).
Bhipsalis elliptica Lindbg. (4)
K. strauchig, verzweigt, hängend, über 1,50 m lg.;
Tr. zu dritt oder viert in einer Reihe, durch
Einschnürungen getrennt, blattartig, länglich-elliptisch,
6—15 cm lg., 2,5—6 cm br., Rand schwach wellig
gekerbt, zuweilen auch ganzrandig, dunkelgrün; Ar.
spärlich-filzig, zuweilen 1 Bst.; Bl. seitlich, 8—9 mm
lg., weiß; Ov. + kantig, ohne Seh.; Fr. rosa, kugelig.
— Brasilien (Küste von Rio de Janeiro bis Santa
Catharina und z. T. im Innern).
v. helicoidea Löfgr. : Tr. kleiner und runder, stets
um die Achse gedreht, zuerst grün, später
kupferrot (Rio de Janeiro: Ilha Grande).
Rhipsalis erythrocarpa K. Sch.: siehe unter Rh.
lindbergiäha K. Sch.
Bhipsalis fasciculata (Willd.) Haw. (2)
K. reich wirtelig am Ende des vorjährigen Wuchses
verzweigend; Tr. kurz, fleischig, 4—5 mm dick,
mit 6—10 wenig hervortretenden Ri. bis stielrund,
anfangs ± ganz zylindrisch; Ar. mit einem Büschel
brüchiger, weißlicher, später dunklerer Bst.; BL
zahlreich, wenig offen, 6—8 mm lg., 5 mm 0,
grünlichweiß; Ov. kugelig, einige Ar. mit 2—3 Bst.; Fr.
mit filzigen und borstigen Ar., weiß bis blaßgrün-
lieh, durchscheinend; S. ? — Brasilien (Bahia).
Vaupels Angabe der Samenfarbe „braun" oder die
Pfeiffers „schwarz" erfolgte offenbar nach made-
gassischen Pflanzen. Von Zehntner, der obige Art
wiederfand, liegen keine Angaben vor.
Beschreibung nach Vaupel, der die madegassischen
Arten einbezieht, wie aus seiner Synonymie
hervorgeht. Die Erstbeschreibung war unvollkommen, die
Bl. unbeschrieben, ebenso Fr.-Farbe und Samen.
Allein schon die RAUH-Funde in Madagaskar (s. am
Ende der Beschreibungen) lassen eine Einbeziehung
zu Rh. fasciculata nicht zu, jedenfalls nicht, solange
die letztere nicht genau bekannt und beschrieben
ist. Siehe auch unter Rh. madagascarensis.
Bhipsalis goebeliana (Hort.?) Backbg. (4)
K. buschig, hängend; Erst-Tr. schmal, flach, mit
kräftigem Nerv, oben 8 mm br., Basis stielrund,
lebhaft grün; End-Tr. schmal-länglich, oben ±
verjüngt, ca. 8—13 cm lg., 2,5—3 cm br., zuweilen
schwach gewellt; Bl. rosaweiß; Ov. länglich, mit
Sch.; Fr. grünlich weiß. — Heimat?
Bhipsalis gonocarpa Web. (4)
K. stark verzweigt, schwach aufrecht oder hängend;
Stamm flach, geflügelt, zuweilen 3kantig, gekerbt;
Tr. seitlich, ca. 30 cm lg. (und mehr), bis 3 cm br.,
zuweilen stielartig verschmälert, dann bis 60 cm lg.,
Kerben gerundet, Tr. meist dunkelrot gerändert;
Ar. schwach weißfilzig; Bl. an ganzer Tr.-Länge, bis
1,5 cm lg., wenig geöffnet, weiß; Ov. 3—4—ökantig;
Fr. kugelig, schwach gekantet, schwarzpurpurn. —
Brasilien (Säo Paulo).
Bhipsalis hadrosoma Lindbg. (1)
K. strauchig, reich verzweigt, auf Bäumen und
Felsen kriechend; Stamm 10—15 cm lg.; Tr. endständig,
einzeln, zu zweit oder dritt, zylindrisch, bis 10 cm
lg., 1,5—2 cm dick, gerundet, am Ende abgestumpft,
matt hellgrün, anfangs borstig; Ar. wenigfilzig, von
rotem Ring umgeben; Bl. seitlich, zahlreich, bis
2 cm 0, weit geöffnet, Hüllbl. stark umbiegend,
weiß; Fr. bis 1cm 0, dunkel purpurn. —
Brasilien (Säo Paulo).
Bhipsalis heptagona Rauh & Backbg. (3)
K. lang herabhängend; Tr. zierlich 7rippig, bis 5 mm
0, ganz fein geriffelt, graugrün, hell punktiert,
einzelne bis 25 cm lg., dann quirlig oder
übereinander, z. T. zahlreich verzweigend; Ar. gelblich-
filzig; Bl. einzeln, klein, gelblich-weiß; Fr. rot,
rund, 5 mm 0, mit Bl.-Rest. — Nordperu (Jaen).
Bhipsalis heteroclada Br. & R. (1)
K. strauchig, starrtriebig, oft aufrecht; Tr. in
quirligen Büscheln, zylindrisch, End-Tr. 1,5—2 mm 0,
Rhipsalis 391
dunkelgrün, an den Spitzen + rötlich; Ar. rot,
zuweilen mit 1 Bst.; Bl. seitlich nahe Tr.-Ende, klein,
weiß bis grünlich; Ov. ohne Seh.; Fr. kugelig, weiß.
— Brasilien (Ilha Grande).
Rhipsalis horrida Bak. (2)
K. reichlich von der Basis und später auch gegen die
Spitze zu verzweigend; Tr. 10—50 cm lg., 5 mm 0,
+ 8rippig, blaßgrün; Ar. dicht mit fast glasigen,
brüchigen, fuchsbraunen St.-Bst., ca. 5 mm lg., im
Scheitel einen dichten Schöpf bildend; BL?, wohl
bis zu 3 aus einer Ar.; Fr. zu 1—3, kugelig,
gelegentlich mit Ar. und Bst. darin. — Madagaskar.
Rhipsalis houlletiana Lem. (4)
K. strauchig, bis 2 m und mehr lg., hängend; Tr.
anfangs zylindrisch oder rundlich gestielt, oben
blattartig, oft so abwechselnd; Erst-Tr. bis 2 mm
dick; End-Tr. mit + stielrunder Basis, bis 40 cm lg.,
3—5 cm br,, tief gesägt, nicht geschweift, Zähne
bis 3 cm lg. und 1 cm br., lebhaft grün, am Rand +
rot überlaufen; Ar. kaum befilzt, borstenlos; Bl.
nickend, ca. 2 cm lg., weiß; Ov. kurzzylindrisch,
4—ökantig, hellgrün; Fr. kugelig, karminrot. —
Brasilien (Rio de Janeiro; Säo Paulo, Minas
Geraes). (Abb. 368.)
Die Art ist variabel, was Zähnung und auch
Rottönung betrifft; Br. & R. beschreiben die Bl.
kremfarben, später gelblich und auch die Fr. wesentlich
kleiner.
Rhipsalis incachacana Card. (4)
K. reich verzweigt, bis 1,50 m lg. herabhängend; Tr.
20—30 cm lg., 4—6 cm br., + gewellt, grün; Ar.
in den Einschnitten (eingesenkt?), hellbraun befilzt
und mit Büscheln von Bst.-H., bis ca. 1,8 cm lg.,
hellbraun bis weißlich; Bl. 1—2 aus der Mitte der
Bst., ca. 1 cm lg., oben dunkel purpurviolett, Grund
heller; Ov. am Grunde mit steifen, weißen H., mit
großen, purpurnen Seh. und einigen H. darin;
Fr. ökantig, rötliche Kanten. — Bolivien (Prov.
Chapare, Dept. Cochabamba, Incachaca).
Falls die Ar. eingesenkt sind, würde die Art zu Lepis-
mium gehören; dem entspräche auch die
röhrenartige basale Hüllbl.-Verwachsung.
Rhipsalis jamaicensis Britt. & Harr. (4)
K. strauchig, hängend, 0,30—1 m lg.,
Hauptstamm kantig; Tr. bis 40 cm lg., bis 2,5 cm br.,
zuerst stark borstig, später kahl, seicht gekerbt, mit
stieliger Basis, glänzendgrün; Bl. ca. 6 mm lg.,
gelblich-grün; Ov. länglich, mit wenigen Seh.; Fr.
glatt-kugelig, weiß. — Jamaika (Cockpit County,
bei Troy). (S. auch unter Rh. ramulosa).
Rhipsalis leiophloea Vpl. (4)
K. strauchig; Tr. an der Basis stielig, an der Spitze
blattartig verbreitert, Rinde + ablösend; Seitentr.
spiralig stehend, + elliptisch, kurz gestielt, auch
z. T. i lanzettlich, bis 2,5 cm br., deutlich gerippt;
Bl. in oberer Tr.-Hälfte, ca. 1cm lg., weiß; Ov.
winzig beschuppt; Fr. oben + ringförmig markiert,
mit Seh. Staubbl. 12—18, — Costa Rica (bei San
Jose) (s. auch unter Rh. ramulosa).
Rhipsalis leueorhaphis K. Sch. (2)
K. strauchig, reich verzweigt, bis 60 cm lg., mit
einzelnen Haftwz., auch auf Felsen; Tr. stielrund,
bis 7 mm dick, frischgrün, dann graugrün, zuletzt
grau; Ar. klein, mit braunen Sch. mit 1—5 Bst.-St.,
diese angedrückt, bis 4 mm lg., glasig bis mattweiß;
Bl. nahe Triebende, hängend, ca. 1,5 cm lg., rein
weiß; Ov. schwach gekantet, mit vereinzelten Sch.;
Fr. kugelig, rot; S. zahlreich, braun. — Paraguay
(Estancia Tagatiya); Nordargentinien.
Rhipsalis lindbergiana K. Sch. (1)
K. stark verzweigt, bis 2 m lg., hängend, + holzig,
gabelig bis wirtelig verzweigt; Tr. bis 20 cm lg.,
bis 5 mm dick; Ar. engstehend, nur ca. 6 mm
entfernt, meist reichfilzig, mit meist 2, bis 2 mm lg.
schwarzen Bst.-St.; Bl. seitlich, radförmig, ca. 5 mm
lg., rosa bis weiß; Ov. ohne Sch.; Fr. hellrot; S.
bis 20. — Brasilien (Rio de Janeiro: Serra dos
Orgaos) und (?) Afrika (Kilimandscharo: hier Rh.
erythrocarpa [Syn. nach Br. & R.; ?].
Rhipsalis linearis K. Sch. (4)
K. strauchig, 60—80 cm lg., seitlich verzweigend;
Tr. sehr schmallinealisch, 6—20 cm lg., 4—7 mm
br., mit kräftiger Mittel-Ri., deutlich gekerbt; Ar.
schwachfilzig, ohne Bst.-St.; Bl. seitlich, trichter-
oder radf örmig, bis 1,8 cm lg., weiß bis gelblich; Ov.
ellipsoidisch, nackt; Fr. kugelig, durchscheinend
weiß. — Brasilien (im Süden, ohne nähere
Angabe); Paraguay (am Rio Yhu und bei Caaguazu);
Argentinien (Misiones).
Rhipsalis loefgrenii Br. & R. (1)
K. mit lg. und dünnen Stämmen, reichlich wurzelnd;
Tr. bis 20 cm lg., ca. 3 mm dick, blaßgrün bis
purpurn, deutlich gerippt, anfangs mit anliegenden Bst.,
später kahl, Sch. auffallend, länglich-dreiseitig, oft
herzförmig; Bl. seitlich, bis 1,5 cm lg., glockig, weiß;
Ov. anfangs + 3kantig; Fr. + kugelig, karminrot;
S. kastanienbraun. — Brasilien (Säo Paulo, bei
Campinas).
Rhipsalis lorentziana Gris. (4)
K. strauchig; Tr. seitlich verzweigend, lanzettlich,
10—30 cm lg., 2—4 cm br., Blattbasis stielrund, an
der Spitze stumpf, Rand nicht wellig, stumpf
gezähnt, matt frischgrün; Mittel-Ri. kräftig; Ar. kaum
filzig, ohne Bst.; Bl. einzeln, weiß; Ov. 4kantig,
glatt; Fr. undeutlich 4kantig, dunkelpurpurn; S.
1—3, schwarz. — Argentinien (Salta: bei Oran;
Catamarca; Tucuman).
Nach einer Darstellung von Castellanos sind die
End-Tr. fast stiellos, die Zähnung auch wellig
gebogen, die Ar. weisen mitunter 1 Bst. auf; auch
sollen die Bl. zu zweit erscheinen können.
392 Rhipsalis
Rhipsalis lumbricoides (Lem.) Lem. (2)
K. strauchig, reich verzweigt, kriechend oder mit
Luftwurzeln an Baumrinden haftend; Tr. dünn,
4—6 mm (selten 8 mm) dick, 1 m und mehr lg., rund
oder leicht gekantet, Seiten-Tr. abwechselnd oder
quirlig, 14—20 cm lg., grau- bis gelblichgrün; Ar.
sehr genähert, kurz weißfilzig, 5—8 steife, horn-
farbene Bst.-St., 3—5 mm lg., spreizend, später
meist abfallend; Bl. seitlich, radförmig, ca. 2,2 cm
lg., 3,75 cm 0, hell strohgelb, nach Orangen
duftend (auch 1,2 cm lg., weiß bis krem bis grüngelb
berichtet); Ov. ellipsoidisch, nackt; Fr. kugelig,
grün, zuletzt tief purpurn, auch innen; S. hellbraun.
— Uruguay, Argentinien.
Rhipsalis madagascarensis Web. siehe unter Rh. pi-
losa, die grünliche Fr. und schwarze S. hat, während
Rh. madagascarensis mit weißen Fr. und braunen
S. beschrieben wurde. Sonst ähneln die Pflanzen
und Bl. einander.
Rhipsalis mesembryanthemoides Haw. (1)
K. strauchig, aufrecht, später hängend, reich
verzweigt, bis 40 cm lg., mit verholzenden, stielrunden
Stämmchen; Tr. zweigestaltig: stielrunde, bis 20 cm
lg., bis 2 mm dick, sowie spindelförmige Kurz-Tr.,
7—15 mm lg., 2—4 mm dick, dichtstehend spiralig
angereiht, hellgrün; Ar. an den Lang-Tr. mit
spärlichem Wollfilz und 1—2 angedrückten, kleinen Bst.-
St., an den Kurz-Tr. reichlich-filzig, 3—4 Bst.-St.;
Bl. an Kurz-Tr., seitlich, ca. 8 mm lg., bis 1,5 cm 0,
spreizend, weiß bis leicht rosa; Ov. ellipsoidisch,
hellgrün; Fr. kugelig, weiß oder rötlich. —
Brasilien Rio de Janeiro).
Rhipsalis micrantha (HBK.) DC. (3)
K. + lang aus Bäumen herabhängend; Stamm bis
6 mm dick, meist 4-, selten ökantig; Verzweigung
nicht wirtelig; Tr. dünn, gegliedert, zu zweit oder
dritt, meist 3kantig, nur bis ca. 8 mm br., bisweilen
abgeflacht, Kanten schwach gekerbt, scharf,
hellgrün bis fahl gelbgrün; Ar. schwach-filzig, mit bald
hinfälligen Seh. und oft 1—4 Bst.; Bl. ca. 7 mm lg.,
wenig geöffnet, weiß; Ov. kurz-zylindrisch, kahl,
zuweilen mit kleiner Seh. oder 1 Bst.-St.; Fr. kugelig
bis kurz-ellipsoidisch, glatt, weiß oder hellgelb bis
rötlich; S. sehr zahlreich, hellbraun (Br. & R.:
schwarz). — Peru; Südekuador.
Rhipsalis minutiflora K. Sch. (1)
K. strauchig, reich verzweigt; Tr. gabelig, sehr
zierlich, bis 20 cm lg., kaum 1 mm dick, hellgrün; Ar.
winzig, kurzfilzig, zuweilen nur 1 Bst. aus den
winzigen, hinfälligen Sch.; Bl. verstreut an den End.-
Tr., nur ca. 2 mm lg., radförmig, weiß; Ov.
ellipsoidisch, mit Sch.; Fr. ?. — Holländ.-Guayana
(Surinam).
Rhipsalis oblonga Löfgr. (4)
K. anfangs wohl aufrecht, später hängend, Stamm
sehr selten 3kantig oder 3flügelig, meist wie Endtr.;
Tr. meist zu 1—3 (—5), blattartig dünn,
länglichoval, oben stumpf, am Grunde + undeutlich 3kan-
tig, 6—12 cm lg., selten mehr als 3 cm br., flach
gebuchtet, stumpf gezähnt, anfangs hellgrün, am
Rande + schwach gerötet, Mittel-Ri. kräftig; Ar.
klein, nach der Bl. mit Bst.; Bl. einzeln, radförmig,
weiß bis hellgelb; Fr. kugelig, gelblichgrün. —
Brasilien (Rio de Janeiro- Tlha Grande).
Rhipsalis paehyptera Pfeiff. (4)
K. strauchig, reich verzweigt, aufrecht, später
hängend, bis ca. 1 m lg.; Tr. elliptisch bis + kreisrund,
grob gekerbt, bis ca. 20 cm lg., bis ca. 12 cm br.,
mit kräftigen Nerven, dunkelgrün und + purpurrot
gefärbt, zuweilen auch 3kantig; Ar. sehr schwach-
filzig; Bl. seitlich, ca. 1,5 cm lg., gelblich, stark
duftend; Ov. kurzzylindrisch bis + kugelig, nackt; Fr.
ellipsoidisch, rot. — Brasilien (von Santa Catha-
rina bis Rio de Janeiro; Säo Paulo bis zur Serra
Cantareira).
Rhipsalis penduliflora N. E. Brown (1)
K. buschig, verzweigt, hängend; Tr. verlängert, bis
15 cm lg., ältere stielrund, fein punktiert, End-Tr.
bis 1,2 cm lg., lebhaft grün; Ar. mit 2 H., bis 1 mm
lg.; Bl. am Tr.-Ende, ca. 1,2 cm 0, weißlich, rötlich
gespitzt; Ov. halbkugelig bis birnförmig; Stbf. am
Grunde lachsfarben; Fr. kugelig bis ellipsoidisch,
durchscheinend weiß. — Brasilien (Minas Ge-
raes, Säo Paulo, Rio de Janeiro, Paraná bis Santa
Catharina).
Br. & R. vereinigen mit ihr Rh. cribrata, deren Ov.
anders geformt ist, deren Stbf. rein gelb sind und
einem roten Ring aufsitzen, bei obiger Art nicht.
Rhipsalis pentaptera Pfeiff. (3)
K. strauchig, verzweigt, bis 40 cm (auch mehr?)
lg.; Tr. einzeln oder zu zweit und dritt, 7—12 cm
lg., 0,6—1,5 cm dick, 5—6rippig mit + flügeligen
Ecken, lebhaft dunkelgrün; Ar. ca. 4 cm entfernt,
anfangs mit feinem, weißem H.-Büschel; Bl. auch
am oberen Stammteil, zu dreien oder mehr
nacheinander sich öffnend, 7—8 mm lg., weiß; Ov.
gestutzt, nackt; Fr. durchscheinend weiß, oben
hellrosenrot. — Südbrasilien, Uruguay.
Rhipsalis pilosa Web., ein unbeschriebener Name
für eine madegassische Art, auf Gneisschotter
wachsend: Tr, kurz behaart; mit winzigen weißen Bl.; Fr.
grünlich, meist glatt, seltener borstig; S. schwarz.
Enorm reich blühend.
Die ähnliche Rh. madagascarensis Web. wurde mit
weißen Fr. und braunen S. beschrieben, d. h. Weber
sah in beiden richtig zwei verschiedene Arten.
(Abb. 369.)
Da Rh. fasciculata (Willd.) Haw. ohne Bl. und
Fr. sowie auch sonst unzulänglich beschrieben
wurde, Rauh verschiedene Pflanzen (siehe am Ende
der Gattung) der madegassischen Spezies fand, kön-
Rhipsalis 393
nen auch deshalb obige Arten nicht als identisch
angesehen werden.
Siehe auch Rh. saxicola.
Rhipsalis platycarpa (Zucc.) Pfeiff. (4)
K. strauchig, reich verzweigt, bis 80 cm h.; Tr.
blattartig, bis 30 cm lg., 4—5 cm br., gekerbt,
Kerben rund, anfangs mit Filz und Seh., meist bald
rötlich oder so gerandet, deutliche Mittel-Ri.; Bl. in
Scheitelnähe, 1—3 aus einer Ar., ca. 2 cm lg., kaum
geöffnet, grüngelb oder mattweiß; Ov. schwach 4-
kantig, grün, Kanten rötlich; Fr. in Form des Ov.,
nackt. — Brasilien (Orgelgebirge) (?).
Rhipsalis prismatica (Lem.) Rümpl. (1)
K. strauchig, reich verzweigt, Stämme aufrecht bis
gebogen, stark, zylindrisch, 12—30 cm lg.; Tr.
gabelig oder gebüschelt an der Spitze der Stämme,
4—ökantig, ca. 1,2—2,2 cm lg., 4 mm dick, End-
Tr. dünner, Tr. am Grunde gerundet, rötlich; Ar.
sehr genähert, Seh. winzig, rot, 5—6 spreizende
Bst.; Bl. weiß, Pet. nur 5; Ov. ohne Seh.; Fr.
kugelig, rosa bis weiß. — Brasilien;
(Madagaskar [?]; Rh. suareziana Web., von Roland-
Gosselin als identisch mit obiger Art angesehen,
stammt aus Madagaskar).
Rhipsalis pulchra Löfgr. (1)
K.lang hängend, spärlich verzweigt; ganz vereinzelt
in 3—özähligen Schein wirtein; Tr. bis 20 cm und
mehr lg., allmählich verschmälert, fast schlaff, matt
graugrün; Ar. + vertieft, kahl; Bl. seitenständig
bis ca. 1,5 cm lg., ca. 6 mm 0, leicht gerötet (nach
Br. & R. rötlich-purpurn); Fr. braunrot; S. schwarz.
— Brasilien (Rio de Janeiro: Orgelgebirge, Serra
da Mantiqueira, Serra da Cantareira).
Rhipsalis purpusii Wgt. (4)
K. strauchig, hängend, Stamm rund, mit glatter
Rinde; Tr. zweigestaltig, anfangs rund, nach vorn
+ geschweift, + in blattartiges Ende verlaufend,
grün, die folgenden blattartig, derb, lederartig,
flach, lanzettlich bis elliptisch-lanzettlich, gestielt,
Mittel-Ri. vertieft, Rand entfernt flach gekerbt,
8—20 cm lg., 1—3 cm br., matt-dunkelgrün,
Kanten + schwach rötlich, Bl. seitlich, ca. 1,1 cm lg.,
grünlichweiß; Staubbl. 20—30; Ov. mit
halbkreisförmigen Seh., rot; Fr. kugelig, weiß, beschuppt;
S. glänzend schwarz. — Mexiko (im Süden);
Guatemala (siehe auch unter Rh. ramulosa).
Rhipsalis quellebambensis Johns., n. nud.
K. ähnlich Rh. cassutha; Fr. kräftigrot. — Peru.
Nach diesem Merkmal allein schon eine gute Art,
die beschrieben werden sollte.
Rhipsalis ramulosa (SD.) Pfeiff. (4)
K. strauchartig, Stamm rund, holzig, ca. 30 cm h.;
Tr. zahlreich, in ca. 1 cm Abstand dem Stamm
entspringend, 10—25 cm lg., breit-linealisch, Rand
schwach gesägt, Spitze stumpf, am Grunde in einen
1—6 cm lg. Stiel verjüngt, frischgrün; Ar. anfangs
+ borstig, später ganz kahl; Bl. nahe den
Zweigspitzen, radförmig, weißlich-grün; Ov. mit 2—3
kleinen Seh.; Fr. erbsenförmig, grün, dann
durchschimmernd weiß; S. zahlreich, schwarz. —
Westbrasilien, Bolivien (Isapuri), Peru (Pozuzo).
Hiermit zog Kimnach die in der Einleitung
genannten anderen Arten der VAUPELschen Reihe
‚‚Ramulosae" zusammen. Es kann keinem Zweifel
unterliegen, daß alle näher verwandt sind. Es muß
dazu jedoch gesagt werden: sie weichen sowohl in
der Sprossenbreite, in der Kerbung (kurz- und lang-
treppig, gebogen), der Stammform (rund oder
kantig), als auch der Blüte (teils strahlende Petalen,
teils nicht strahlende), ferner in der Form der
Sprossen selbst wie in der der Rippen voneinander ab;
z. B. sind letztere bei der schmaltriebigen Rh. an-
gustissima in vollem Wuchs kaum erkennbar, bei
Rh. leiophloea deutlich erhaben, bei Rh. purpusii
ebenso deutlich vertieft. Vergleiche hierzu meine
Abb. lebenden Materials in „Die Cactaceae", Fig.
630—632, Seite 673, 675, 1959. Die Früchte sind
auch nicht stets gleich geformt, z. B. bei Rh. ja-
maicensis glatt-kugelig, bei Rh. leiophloea jedoch
oben mit ± urnenartiger bzw. ringförmiger
Verbreiterung. Kimnach zählt zwar eine große Zahl
von Herbarmaterial auf; ich habe dagegen den
Unterschied der Arten am lebenden Material gesehen.
Bei Britton und Rose scheint gerade diese
schwierige Gruppe nur ungenügend bekannt bzw.
bearbeitet gewesen zu sein. Vaupels Beobachtungen
waren demgegenüber sehr gewissenhaft. Sicher ist,
daß die von ihm getrennt aufgeführten Arten in
ihren Hauptformen sehr wohl voneinander
abweichen. Ich muß demgemäß hier der Arttrennung
den Vorzug geben, damit das Wissen um die
Unterschiede erhalten bleibt. Eine Zusammenziehung,
wie bei Kimnach, würde die gegenteilige Folge
haben. Es mag zwar in der Formenbreite Übergänge
geben, aber das ist unwichtig angesichts der
Notwendigkeit, die Hauptunterschiede eindeutig
hervorzuheben. Ich sehe mich daher gezwungen, die
Art unter Scheidung nach Vaupel beizubehalten.
Über die Eingliederung von Rh. ramulosa usw. zu
Disocactus siehe auch in der Einleitung zu Rhipsalis.
Rhipsalis rhombea (SD.) Pfeiff. (4)
K. strauchig, anfangs aufrecht, dann hängend,
verzweigt, bis 80 cm lg., Stamm rund oder flügelig-
kantig; Tr. zu zweit, dritt oder mehr, zweischneidig
oder dreiflügelig, eiförmig bis lanzettlich-rhombisch,
an der Spitze stumpf, am Grunde stielartig
verjüngt, 3—12 cm lg., bis 5 cm br., tief gekerbt,
Mittelnerv kräftig, satt- bis dunkelgrün, oft rötlich;
Ar. mit spärlichem Filz, bisweilen 1 Bst.; Bl. ca.
1 cm lg., hell-, später kanariengelb, auch
weiß-grünlich berichtet; Ov. kugelig; Fr. dunkelrot. —
Brasilien (Küstengebiet von Säo Paulo und Rio de
Janeiro).
394 Rhipsalis
Bhipsalis robusta Lem. (4)
K. strauchig, aufrecht bis hängend; Tr. bis ca. 20 cm
lg., ca. 10 cm br., elliptisch oder eiförmig, oben
gerundet, an der Basis verjüngt, bisweilen auch 3flüge-
lig, ziemlich tief gekerbt, Mittelnerv sehr dick, mit
ausgeprägten Seitennerven, matt dunkelgrün; Ar.
anfangs mit roten Blättchen und Nektardrüsen, vor
der Bl. klare Tropfen absondernd, mit 1 oder mehr
Bst., diese in der Jugend karminrot; Bl. bis 6 aus
einer Ar., bis ca. 1,5 cm lg., 1,8 cm 0, weit öffnend,
kremgelb; Gr. weiß; N. weiß, papillös;
Ov.kreiseiförmig; Fr. weiß, kugelig, gestutzt, mit Bl.-Rest; S.
ovoid, braun. — Brasilien (Rio de Janeiro. Santa
Catharina).
Eine interessante Art‚‚die auch bis Ökantige,
häufiger 3kantige Jungtriebe aufweist.
Bhipsalis roseana Berg. (4)
K. hängend buschig, unregelmäßig verzweigt; Tr.:
obere + lineal-lanzettlich, 6—12 cm und mehr lg.,
1—1,5 cm br., gleichmäßig abwechselnd gekerbt,
glatt, hellgrün, z. T. in Breite und Kerbung
variierend, andere 3kantig mit flach ausgehöhlten
Seiten und hervortretenden gekerbten Kanten, auch
4kantige, fast geflügelte Tr. kommen vor, oberste
Tr. oft nur 8—10 mm br.; Ar. schwach weißwollig,
mit 1 kurzen, braunen Bst.; Bl. klein, gelblichweiß;
Fr. klein, weißlich. — Costa Rica (?) (Br. & R.:
Kolumbien).
Rhipsalis russelli Br. & R. (4)
K. großbuschig, hängend; Tr. bis 15 cm lg., 5—6 cm
br., an der Basis keilförmig, stark gekerbt,
Vorsprünge stark genähert, die Kerben wie Einschnitte
wirkend, dunkelgrün, Rand zuweilen + purpurn;
Bl. oft 9 aus einer Ar., klein, kremfarben, nur ca.
2 mm lg.; Fr. kugelig, purpurn. — Brasilien (Ba-
hia, bei Tonca da Onca).
Rhipsalis saxicola, in A. B. Graf, Exotica, 580.
1963, ist ein Abb.-Name und wahrscheinlich
identisch mit Rauhs Spezies M. 1298, die auf
Schalengneis wächst. Dem entspricht der Artname, und
beide sind von Fort Dauphin, Madagaskar,
berichtet.
Bhipsalis shaferi Br. & R. non Cast. (1)
K. zuerst starr, aufrecht, später spreizend oder
liegend, Tr. rund, 4—5 mm dick, grün oder an den
Spitzen + gerötet; Ar. über 1 cm entfernt, an
jungen und unteren Tr. oft mit einigen Bst., an oberen
ohne Bst. oder nur eine angedrückte; Bl. an ganzer
Länge der Tr., meist einzeln, seltener zu zweit,
klein, radförmig, grünlichweiß; Fr. kugelig, bis 3mm
0, weiß bis rötlich getönt. — Paraguay (bei
Trinidad und Asunciön); Argentinien (Misiones: bei
Posadas).
Rh. schaferi (irrtümlich so geschrieben) sensu
Castellanos war wegen der „Einsenkung von Bl.
und Fr. in weißem Wollbüschel, Fr. 7 mm 0"
offenbar ein Lepismium.
Bhipsalis simmleri Beauv. (1)
K. hängend; Stämmchen rund, stark verzweigt;
End-Tr. zu zweit oder in 3—4zähligen Wirtein,
schwach ökantig oder gerippt, 1—3 cm lg., 1,5 bis
2 mm dick, mit langen, fadenförmigen, grauen,
dichotomisch geteilten Luftwurzeln; Bl. einzeln, fast
am Ende der Tr.-Spitzen, klein, weiß, rot gespitzt;
Gr. 9 mm lg., hervorragend; Ov. umgekehrt-kegelig,
hellgrün; Fr. weißlich. — Costa Rica.
Bhipsalis sulcata Web. (3)
K. oft lang herabhängend, Stämme holzig, bis 1,5cm
dick; Tr. verlängert, 20—30 cm lg., ökantig,
hellgrün; Ar. weitstehend, in rotem Fleck; Bl. einzeln,
bis 1,2 cm lg., radförmig, gelblichweiß, auch weiß
bis rosa berichtet; Ov. nackt. — Herkunft ?
Bhipsalis teres (Vell.) Steud. (1)
K. zuerst aufrecht, dann + hängend, reich
verzweigt; Tr. einzeln, abwechselnd oder zu mehreren
gebüschelt, zylindrisch, bis über 50 cm lg., bis 5 mm
dick, jüngere kürzer und dünner; Ar stets mit
grauem, später dunklerem Filz und zuweilen 1—2
dunklen Bst.; Bl. seitlich an jungen Zweigen, bis
1,2 cm 0, spreizend, außen gelblich; Ov. mit 1—2
Bst.; Fr. kugelig, durchscheinend weiß; S. ca. 20,
elliptisch, fein gekörnt. — Brasilien (Säo Paulo
und Minas Geraes; Rio de Janeiro).
Bhipsalis tonduzii Web. (3)
K. schwach aufrecht bis hängend, büschelig
verzweigt, Stämme gegliedert; Tr. 6—10 cm lg., 1 cm
dick, 4—5 (—7)kantig, End-Tr. oft 3kantig, auch
teilweise abgeflacht, Ri. zusammengedrückt, grün;
Ar. anfangs mit Bst., verkahlend; Bl. klein,
weißlich; Ov. glatt; Fr. kugelig, weiß, glänzend; S.
sichelförmig, gespitzt. — Costa Rica.
Nach Britton und Rose Tr. in 2—6zähligen
Wirtein stehend.
Bhipsalis triangularis Werd. (3)
K. hellgrün, an den Kanten rötlich; Tr. meist 3rip-
pig, selten abgeflacht, Erst-Tr. bis 4rippig, bis 11,5
cm lg., bis 3 cm br., mit starken Ri., bis 2,5 cm h.;
Ar. in schwachen Kerben, mit 3—4 bestoßenen,
weißen Bst.-St.; Bl. seitlich, zu 1—3 aus einer Ar.,
ca. 1,2 cm lg., hellgrün; Ov. ohne Seh.; Fr. ? —
Brasilien (Standort nicht bekannt).
Bhipsalis virgata Web. (1)
K. strauchig, stark verzweigt, ± hängend; Stamm
zylindrisch, 1 m und mehr lg., 4—5 mm dick, grün;
Haupt-Tr. aufgerichtet, + starr, bis 1 m lg.; Seiten-
Tr. selten in Wirtein, bis 3 mm dick, zylindrisch,
nach der Spitze verjüngt, an den End-Tr. kleine
vorspringende Narben (abgeblühte Ar.); Ar. dicht
stehend; Bl. an ganzer Trieblänge, einzeln oder zu
Rhipsalis — Rhodocactus
395
zweit, 6—8 mm lg. und 0, weiß; Ov. eiförmig,
grünlichgelb, nur selten mit Seh.; Fr. kugelig, glatt, grün,
später weiß; S. dunkelbraun bis schwarz. —
Brasilien (Standort unbekannt).
Nach Britton und Rose sind die Ar. schwach
behaart, oft mit einer weißen oder rötlichen Bst.
Rhipsalis warmingiana K. Sch. (4)
K. strauchig, reich verzweigt, aufrecht, dann
hängend; Tr. breit-linealisch oder schmal-lanzettlich,
bis 30 cm lg., 2 cm br., gekerbt, am Grunde
verjüngt oder zweischneidig oder rund gestielt,
bisweilen scharf 3- oder 4kantig, dann mit kräftigem
Mittelnerv, oft rötlich überlaufen; Ar.
schwachfilzig, ohne Bst.; Bl. seitlich, radförraig, ca. 2 cm 0,
außen grün, innen weiß; Ov. 5—Gkantig; Fr.
schwarzviolett; S. glänzend rotbraun. — Brasilien
(Minas Geraes; Sao Paulo).
Die Bl. sollen nach Hyazinthen duften.
Rhipsalis werklei Berg. (4)
K. strauchig, schon vom Grunde aus verzweigt,
hängend, bis 1,50 m lg.; Tr. frischgrün, Erst-Tr. meist
3kantig, kräftig, ausgebreitet abstehend, an den
Enden gestutzt und mit ziemlich breiten Flächen zu
dritt und fünft gipfelständig aufeinandersitzend, an
ihrer Spitze 1—2, seltener 3 abgeflachte Tr., an
deren Spitze wieder 1—2 ähnliche, 15 (—20) cm lg.,
linealisch, beidendig stumpflich gespitzt, in der
Mitte bis 1,8 cm br., Kanten wenig eingesenkt,
Mittelnerv deutlich; BL seitlich, bis 9 mm 0,
kremweiß; Ov. nackt oder mit 1 sehr kleinen Sch.,
grünlich bis gelblich weiß. — Costa Rica (bei Navarro).
Zur Frage der Identität alt- und neuweltlicher Arten:
Rauh fand in Madagaskar auf seiner zweiten Reise
das folgende Material, das ich unter den Nummern
des Botanischen Institutes Heidelberg aufführe. Es
gehört teils zur UG. Rhipsalis, teils zur UG. Ophio-
rhipsalis K. Sch. Danach kann man sagen, daß eine
Identifizierung alt- und neuweltlicher, einander
ähnlicher Arten angesichts der Verschiedenheiten allein
schon bei diesen madegassischen
Rhipsalis-Vertretern nicht ohne weiteres möglich ist.
016: Tr. hellgrün, stielrund, borstenlos, ca.
4—5 mm 0, anscheinend wirtelig
verzweigend; Fr. bei Reife grünlich-weiß.
017
(+ 020 ?) Tr. dünn, weißborstig; Bst. anfangs
ziemlich dicht; Fr. bei Reife weißlich.
3160
(-1- 019 ?) Tr. bis fast 1 cm 0, anfangs etwas
aufrecht-anliegend-borstig; Fr. bei Reife
nicht bekannt.
5295 Tr. niedrig verzweigt, anfangs rötlich,
feinborstig, später verkahlend, ca. 6 mm
0;Fr. ?
7494 Tr. anfangs schwach weißborstig,
später verkahlend, ca. 5 mm 0; Fr. ?
7496 Tr. niedrig verzweigend; Fr. bei Reife
weiß, glasig, mit gelbem Bl.-Rest.
7497 Tr. stielrund, kahl, anfangs dicht-
areolig, schwach-borstig; Fr..?
7528 Tr. reichareolig, Jungtriebe
weißborstig, anfangs rötlich, später ca. 5 mm
0; Ar. etwas erhaben; Fr. ?
7534 Tr. ca. 5—6 mm 0, Jung-Tr. rötlich;
Ar. dichtstehend, alle längere Zeit
kurzborstig, erst später kahl; Fr. ?
7554 Tr. stielrund, ca. 6 mm 0; Ar. anfangs
schwachborstig, später kahl; Fr. bei
Reife grün.
7629 Tr. stielrund, ca. 7 mm 0;
Verzweigung nicht wirtelig; Jung-Tr. anfangs
rot, mit einigen aufrecht anliegenden
Bst.; Fr. ?
Weitere Funde von Rauh siehe unter
Rh. coralloides nom. prov. Vergl. auch
mit dem Text bei Rh. pilosa Web.
Alle als Rhipsalis beschriebenen Arten mit
versenktem Ovarium siehe unter Lepismium.
X Rhipsaphyllopsis Werd.
x Rhipsaphyllopsis graesori Werd.
Eine verbreitete Kreuzung zwischen Epiphyllopsis
gaertneri (Mutter) und Rhipsaridopsis rosea, durch
lack- bis karminrote Blütenfarbe, Reichblütigkeit
und Wuchswilligkeit bemerkenswert. Wegen der
gärtnerischen Bedeutung wird das Hybridgenus
ausnahmsweise hier aufgeführt.
Rhodocactus (Berg.) Knuth (2)
Buschige bis baumförmige, blatttragende Pflanzen
mit + starker Bestachelung an Stamm und
Zweigen. Früher ein Subgenus von Peireskia, durch
Knuth wegen der unterständigen Samenhöhle
ausgegliedert. Die Einbeziehung der 16 bisher
beschriebenen Arten ist jedoch noch nicht in allen
Fällen restlos geklärt.
Erst neuerdings hat man z. B. festgestellt, daß
„Peireskia conzattii Br. & R." identisch mit P. pi-
titache und die letztere keine Peireskiopsis ist; auch
der Sitz der Samenhöhle konnte noch nicht in allen
Fällen nachgeprüft werden. Knuths
Einbeziehungen geschahen daher z. T. nach der
Wahrscheinlichkeit, wie es bei einer Gattungstrennung nicht zu
vermeiden war. Die Blüten erscheinen einzeln oder z.T.
in kurzgestielten Rispen, auch gebüschelt; sie sind
weiß, gelb, rötlich bis purpurn gefärbt. Die Früchte
verschiedener Gestalt und Größe enthalten —
soweit bekannt — schwarze, glänzende, dünnschalige
Samen. — Verbreitung: Von Mexiko und Costa
Rica über Haiti bis Venezuela und Kolumbien
sowie in Brasilien, [(g).]
26 Kaktcenlexikon
396 Rhodocactus
Rhodocactus antonianus Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 13. 1963.
K. strauchig, Tr. später hängend; Wz. dickrübig und
holzig; Tr. bis ca. 1 cm 0, erst grün, dann grauoliv,
bald verzweigend, Sekundärtriebe dünner und
kürzer; Ar. wenig und sehr kurz filzig; B. bis 5 cm lg.,
3 cm br., wechselständig, ± spatelig, beiderseits
hellgrün; St. ca. 7, gelblich, 2—12 mm lg., dünn bis
etwas stärker, Basis stark verdickt; Bl. hellkarmin-
rosa, 5 mm lg., 2—3 cm 0, einzeln, am Triebende,
sitzend; R. fehlend; Sep. ca. 3, blaßrosa, rückseits
mit grünlicher Mittellinie; Pet. 6, oblong, 18 mm
lg., 5 mm br., ganzrandig; Ov. nackt, kugelig, grün,
4 mm lg. und 0, am Oberrand 3 winzige B.,
mitunter eines 1cm lg., 3 mm br.; Stbf. rosakarmin,
unten weiß; Stbf. goldgelb; Gr. 1cm lg., weiß;
N. 5, gelbgrün, papillös; Fr. klein und rund. —
Nordostperu. (Abb. 370, 371.)
Rhodocactus autumnalis (Eichlam) Knuth
K. baumförmig, großkronig, bis 9 m h.; Stamm bis
40 cm 0; B. dicklich, rundlich bis länglich, 4—8 cm
lg.; St. 1—3, 3—16 cm lg., grau, bräunlich gespitzt,
z. T. gebändert; Bl. einzeln, kurz gestielt, bis ca.
5 cm 0, ganzrandig, orange; Ov. mit blattartigen
Seh.; Fr. kugelig, bis 5 cm 0, fleischig, klein
beschuppt, kahl; S. schwarz, glänzend. —
Guatemala, Salvador.
Rhodocactus bleo (HBK.) Knuth
K. baumf örmig, bis 7 m h.; B. bis 20 cm lg., 5 cm
br., lang gestielt, lebhaft grün; Ar. spärlich bewollt,
später nackt; St. meist 5—6 (auch mehr), anfangs
auch 1—4, kräftig, schwarz; Bl. zu 2—4, kurz
gestielt; Pet. 12—15, 3,5 cm lg., fast eiförmig,
rosenrot; Fr. gelb, gestutzt, 5—6 cm lg., in einen massiven
Stiel verlaufend, die flache Oberseite + nach innen
gewölbt; S. schwarz, glänzend. — Kolumbien (bei
Badillas).
Rhodocactus colombianus (Br. & R.) Knuth
K. baumf örmig, bis 11 m h., Stamm mit bis 7 cm
lg. St.-Bündeln; Tr. oft kahl; B. bis 4 cm lg.,
breitrundlich bis etwas oblong, kurz gestielt; Bl. einzeln,
sitzend, ca. 4 cm 0; Pet. nicht gewimpert, hellgelb;
Ov. mit kleinen, eiförmigen B., in den Achseln
behaart. — Kolumbien (bei Sta. Marta).
Rhodocactus conzattii (Br. & R.) Backbg.: Peires-
kia pititache Karw.
Rhodocactus corrugatus (Cutak) Backbg.
K. strauchig oder kleiner Baum, 2,50 m (und mehr)
h.; Hauptstamm mit Büscheln schlanker St.
bedeckt; Tr. bestachelt bis kahl, grasgrün und glatt,
später olivgrün und glänzend; B. gestielt, +
fleischig, deutlich geädert, + lanzettlich, wellig,
gespitzt, grasgrün, unten blasser, 8—32 cm lg., bis
7,5 cm br.; Ar. erhaben, schmutzig weißfilzig; St.
3—25, 5—15 mm lg., z. T. Basis verdickt,
schwärzlich; Bl. einzeln oder zu mehreren, ca. 3,2 cm lg.,
2,5 cm 0, Scharlach mit orange Mitte, schwach
duftend; Ov.gestutzt, + öeckig;Fr. ? — Herkunft?
Rhodocactus cubensis (Br. & R.) Knuth
K. baumf örmig, bis 4 m h.; B. zu mehreren, sitzend,
umgekehrt + lanzettlich bis -eiförmig bis länglich,
an beiden Enden gespitzt, 1—4 cm lg., 1—1,2 cm
br., beidseitig glänzend grün, am Grunde mit 1—3
blattartigen Brakteen; St. erst 2—3, später bis über
25, über 5 cm lg., bräunlich; Bl. einzeln, ± end- oder
seitenständig; Pet. gerundet, rötlich-purpurn; Ov.
kreiseiförmig, nackt; Fr. kugelig, nackt; S. schwarz.
— Kuba (Prov. Oriente und Sta. Clara).
Rhodocactus grandifolius (Haw.) Knuth (T.)
K. Strauch- bis baumf örmig, bis 5 m h.; B. kurz
gestielt, länglich, stumpf oder spitz, bis 15 cm lg.,
sattgrün, Unterseite höckrig punktiert; St. anfangs
1—2, später zahlreicher, bis 5 cm lg., schwarz; Bl.
zu wenigen gebüschelt am Zweigende, 3—4 cm 0,
innen rosa, auch weiß; Ov. breit beblättert; Fr.
groß, birnförmig, beblättert; S. zahlreich. —
Brasilien.
Rhodocactus guamacho (Web.) Knuth
K. strauchig, zuweilen baumf örmig, bis 3 m h.;
B. an jungen Tr. einzeln, an älteren gebüschelt,
lanzettlich bis eiförmig; St. anfangs 1—4, mit wenigen
kurzen Bei-St., später 20 und mehr, spreizend, starr,
bis 4 cm lg.; Bl. dicht beieinander (aber wohl
einzeln), ca. 4 cm 0; Pet. nicht gewimpert, gelb; Ov.
behaart; Fr. kugelig, später orange, mit wenigen
abfallenden St. — Venezuela (Orinoco-Tal und
Insel Marguerita).
Rhodocactus higuerauus (Card.) Backbg. n. comb.
(Peireskia higuerana Card., „Cactus", 19: 80—81,
18. 1964).
K. strauchig, nur 1 m h.; Tr. unten ca. 1,2 cm 0,
Blütentriebe 5 cm lg.; Ar. 2—3 cm entfernt, grau,
rund, 5 mm gr.; B. ovoid, dick, ca. 1,2x0,8 cm gr.,
sitzend; St. an den Primärtrieben 2—3, strahlend,
2,5—4 cm lg., schwarz, nadelig, in den
blütentragenden Sekundärtrieben an der Blattbasis, nur 1—2 mm
lg., schwärzlich, leicht abfallend; Bl. einzeln, am
Triebende, ca. 3,5 cm lg., 4 cm 0, gelb; Pet.
spatelig; Stbf. am Griffelfuß inseriert, unten grün, oben
gelb; Gr. unten verdickt, gelb; N. 4; Samenhöhle
unterständig nach Cardenas-Zeichnung. —
Bolivien (Prov. Valle Grande, Dept. Santa Cruz, bei
Higuera, 1600 m).
Rhodocactus lychnidiflorus (DC.) Knuth
K. strauchig bis baumförmig, Zweige zylindrisch,
holzig; B. ungestielt, fleischig, oval bis oblong, bis
7 cm lg., gespitzt, an der Basis gerundet, mit
erhabener Mittelrippe; St. 1, 2—5 cm lg., daneben
Rhodocactus — Ritterocereus 397
einige lange H.; Bl. einzeln, ca. 6 cm 0, + orange;
Pet. gewimpert; Ov. kreiseiförmig, mit kleinen B. —
Mexiko (dort bisher nicht wiedergefunden).
Rhodocactus nicoyanus (Web.) Knuth
K. baumförmig, bis 8 m h., Zweige starr, mit
glatter bräunlicher Rinde; B. gebüschelt an alten Tr.,
an jungen wechselständig, + lanzettlich, bis 7 cm
lg., ca. 2,5 cm br. + glänzend grün; St. 0—1,
gerade, starr, kräftig, 4—5 cm lg., daneben anfangs
weiße H.; Bl. ca. 5 cm 0, + orangé; Pet. fein
geschlitzt; Ov. birnförmig, mit kleinen B.; Fr.
mispelgroß, zitronengelb, innen mit kurzen H. gefüllt. —
Costa Rica.
Rhodocactus portulacifolius (L.) Knuth
K. baumförmig, bis 6 m h., Zweige stielrund, sehr
stachlig; B. an jungen Tr. abwechselnd, höchstens
1 cm lg., ausgerandet, keilförmig, Spitze +
eingebuchtet; St. anfangs einzeln, später in Bündeln,
nadeiförmig bis + borstenähnlich, ca. 2 cm lg.,
schwarz; Bl. einzeln am Zweigende, ca. 3 cm 0,
rosenrot; Ov. gestutzt, + nackt; Fr. kugelig,
grünlich, genabelt; S. zahlreich, schwärzlich. — Haiti
(Jamaika?).
Rhodocactus sacharosa (Griseb.) Backbg. n. comb.
(Peireskia sacharosa Griseb., Abh. Ges. Wiss.,
Göttingen, 24: 141. 1879).
K. bis 8 m h., strauchig; Tr. anfangs grün; B.
lanzettlich oder + so, 8—12 cm lg., ziemlich derb,
glänzend grün, bis 1 cm lg. gestielt, auch weniger;
Ar. dick, grauweiß; St. anfangs 1—3, fast rot,
dunkel im Oberteil, sehr derbpfriemlich, 1—5,5 cm lg.,
ein längster, später bis ca. 7, mitunter alle
gleichlang oder mehrere, einige auch ziemlich kurz; Bl. am
Triebende, einzeln und + eingesenkt oder zu
mehreren, mit unterständiger Samenhöhle, bis 8 cm br.,
purpurrosa mit weißer Mitte; Pet. spatelig
verbreitert, + kurzgespitzt; Sep. mit längeren H. in den
Achseln; Stbf., Gr. und N. weiß; Stbb. gelb; Fr. bis
4 cm 0, unten + verjüngt, meist blattlos, z. T.
proliferierend; S. zahlreich. — Argentinien (Tucu-
raanbis Oran) und Paraguay. (Abb. 372.)
Rhodocactus saipinensis Card.) Backbg. n. comb.
(Peireskia saipinensis Card., „Cactus", 19: 80—81,
17.1964).
K. strauchig, 1—2 m h., basal. verzweigt; Ar. ca.
7 mm entfernt, 4 mm gr., blaßbraun; B. bis 7 cm lg.,
bis 5 cm br., sitzend, rund-elliptisch, dunkelgrün;
Bl. am Triebende, in gestielten Büscheln, Stiele
5 mm lg., die einzelnen radförmig, 6 cm 0, mit H.
in den Achseln; Sep. lanzettlich, blaßgrün; Pet. lila-
rosa, zur Basis weiß, fein gespitzt; Stbf. dünn, weiß;
Gr. 2 cm lg., weiß; N. gelb; Samenhöhle nicht
beschrieben. — Bolivien (Prov. Caballero, Dept.
Santa Cruz, bei Saipina, 1500 m).
Nach Cardenas Rh. sacharosa ähnelnd, daher zu
diesem Genus gestellt. Stacheln beschrieb. Cardenas
nicht; nach der Zeichnung werden (2—) 3—4 helle
von doppelter Länge der breitrundlichen B.
gebildet.
Rhodocactus tampicanus (Web.) Backbg.
K. strauchig, bis 1,50 (oder mehr) h.; Zweige
ziemlich dick, grün; B. länglich-lanzettlich bis schmal
spateiförmig, bis ca. 8 cm lg.; St. 0—1, bis ca. 3 cm
lg., gerade, rot bis schwärzlich; Bl. in Rispen, kurz
gestielt, ca. 2,5 cm lg., 2—3 cm 0, karmin-rosen-
rot; Ov. mit kleineren grünen B. und 2—3 größeren,
lanzettlichen; Fr. ? — Mexiko (bei Tampico).
Nach N. H. Boke (C. & S. J. [US], XXXV: 1, 3pp.,
1963) nur eine Variante von „Peireskia grandifolia",
die zu Rhodocactus gehört. Ob der Sitz der
Samenhöhle bei Rh. tampicanus der gleiche ist, wurde
nicht gesagt, auch die Erklärung der weit
voneinander entfernten Areale steht noch aus.
Rhodocactus zinniaeflorus (DC.) Knuth
K. klein baumförmig; B. oval, in kurzen Stiel aus*
gezogen, gewellt, 2—4 cm lg., ca. 2 cm br., lebhaft
grün; St. anfangs 2, später 3—5, gerade, kaum 1 cm
lg., bräunlichrot; Bl. einzeln am Zweigende, ca. 5 cm
0, + purpurn, außen grünlich; Ov. mit blattartigen
Seh.; Fr. ? — Mexiko (ohne näheren Standort;
nicht wiedergefunden).
Siehe auch unter Rh. lychnidiflorus.
Ritterocereus Backbg. (153)
Großstrauchige bis baumförmige Säulenkakteen,
nicht selten auffällig bereift. Die nachts öffnenden,
z. T. noch am Tage offenen Blüten sind trichterig,
weiß bis rosa, Röhre und Ovarium beschuppt,
letzteres meist dicht, mit + Filz in den Achseln, ohne
Borsten und unbestachelt. Die saftigen, häufig eß-
baren Früchte sind dagegen mit Stacheln besetzt,
doch fallen diese bei der Reife ab. Die Samen sind
bräunlich oder schwarz. Unter obiger
Gattungsbezeichnung wurden bisher 9 Arten beschrieben. —
Verbreitung: Mexiko, Westindien, Curac‚ao,
nördliches Südamerika nahe der Küste [®.]
Ritterocereus chacalapensis H. Bravo & Th. Mac
Doug. : siehe unter Marshallocereus Backbg.
Ritterocereus deficiens (0. & Dietr.) Backbg.
K. fast baumförmig, mit + deutlichem Stamm; Tr.
aufrecht, kräftig, unten oft stachellos, nur leicht
bereift; Ri. 7—8, unten breit; Ar. etwas vertieft, weiß-
oder braunfilzig; Rst. ca. 8—9, bis 1,5 cm lg., +
spreizend bis anliegend, grau, schwarz gespitzt,
anfangs auch dunkler; Mst. 0—1, bis 3 cm lg., +
abgeflacht; Bl. nur 5—6 cm lg., weiß; Fr. anfangs
sehr stachlig, Pulpa weiß oder rot. — Venezuela
(mittlere Küste), Cura<jao. (Kälteempfindlich.)
26*
398 Ritterocereus — Rodentiophila
Ritterocereus eichlamii (Br. & R.) Backbg.
K. wenig verzweigend, ziemlich hoch; Tr. tief grün,
im Scheitel mit etwas Reif, dieser in schmalen
Bogen stehenbleibend; Ri. 8—10, unten breit, oben
scharfkantig; Ar. braunfilzig, auch grauweiß; Rst.
4—6, nadelig, + vorgestreckt; Mst. 0—1, bis 2 cm
lg., im Scheitel auch länger; Bl. bis ca. 7 cm lg.,
kräftig rosa; R. dicht mit hochgewölbten Seh.
besetzt, dachziegelig gestellt, nach oben rasch
verbreiternd, in rötliche Sep. übergehend; Ov. mit
rundlich-ovalen Höckern versehen und mit kleinen
dreieckigen Seh.; Fr. hühnereigroß, gefeldert, Pulpa
weiß. — Guatemala (zwischen Rancho San Agu-
stin und Zacapa).
Ritterocereus fimbriatus (Lam.) Backbg.
K. säulig, bis 4 m h.; Tr. 8 cm 0; Ri. 10, ca. 1,5 cm
h.; Ar. bis 2 cm entfernt, mit rotbraunem Filz,
später graubraun; Rst. meist 11, 0,6—2 cm lg.; Mst. 1;
St. aschgrau, schwarz gespitzt; Bl. ca. 8 cm lg.;
Pet. etwas gewimpert, rötlich bis purpurbraun; Fr.
kugelig-eiförmig, ca. 3,5 cm lg., anfangs kräftig
bestachelt; S. birnförmig, schwarz, + glänzend. —
Haiti (Plaine Cul-de-Sac, Massif de la Seile).
Ritterocereus griseus (Haw.) Backbg.
K. bis 8 m h., manchmal von unten verzweigend,
oder auch mit weichem Stamm, dieser bis 35 cm
dick; Tr. ± reif ig; Ri. 8—10; Rst. 10—11; Mst. 3;
St. nadelig, kräftig, die längsten bis 4 cm lg., grau;
Bl. ca. 7 cm lg., außen rosa; Pet. weiß; Gr. vor
öffnen der Bl. hervorragend; Ov. dicht beschuppt; Fr.
+ kugelig, Pulpa rot. — Venezuela (Nordküste
Südamerikas und benachbarte Inseln), Mexiko
(Oaxaca). (Kälteempfindlich.)
H. Bravo berichtet auch gelbliche Pulpa. In
Mexiko sind die Pflanzen wahrscheinlich wegen ihrer
eßbaren Früchte nur angebaut und z. T. wohl auch
verwildert.
Ritterocereus hystrix (Haw.) Backbg.
K. mit bis zu 50 Ästen, bis 8—12 m h., Stamm kurz,
± deutlich, zuweilen bis 30 cm 0; Tr. 7—10 cm 0;
Ri. 9—10 (—12), mit V-Kerbe; Ar. weiß- bis
graufilzig; Rst. ca. 10; Mst. (1—) 3, ein längster bis 4 cm
lg.; St. grau, braun gespitzt; Bl. 8—9 cm lg.; Pet.
weiß, spreizend oder zurückgekrümmt; Ov. mit
kleinen ovalen Seh.; Fr. 5—6 cm lg., Scharlach, Pulpa
rot. — Westindien.
Ritterocereus laevigatus (SD.) Backbg.
K. baumförmig, glänzend laub- bis dunkelgrün bis
+ kräftig graugrün, im Scheitel etwas bereift, Reif
als Bogen stehenbleibend; Ri. ca. 7, breit, +
zusammengedrückt, Kante gerundet; Ar. ca. 2,5 cm
entfernt; Rst. 8, nadelig, dünn, bis 1 cm lg.; Mst.
(0—) 1, etwas länger und kräftiger, alle anfangs
weißgrau oder rötlichbraun, z. T. dunkler gespitzt;
Bl. ca. 8 cm lg.; weiß; Ov. mit flachen, rundlichen
Höckern, schwach-filzig. — Mexiko (Süden). (Abb.
373.)
Ritterocereus pruinosus (O.) Backbg.
K. baumförmig, bis 7 m h., mit deutlichem Stamm;
Tr.-Enden bläulichgrün mit weißem Reif; Ri. 5—6,
mit scharfen Längsfurchen; Ar. ca. 4 cm entfernt,
braunfilzig (H. Bravo: weißfilzig); Rst. 5—7 (—9),
grau, braun bis rötlich gespitzt; Mst. 1, ca. 3 cm lg.,
stärker; Bl. 6—9 cm lg.; Pet. weiß, leicht rosa
getönt; Ov. mit dickem, braunem Filz; Fr. ovoid, mit
hellen, zuletzt roten Filzpolstern und locker
gestellten St.-Bündeln, Pulpa verschieden gefärbt:
weiß, blaßrosa, hellkarmin, himbeerrot; S. +
gelbbraun, runzlig. — Mittel- und Südmexiko.
Ritterocereus queretaroensis (Web.) Backbg.
K bis 6 m h., Stamm bis ca. 1 m h., bis 35 cm 0,
vollständig rund; Tr. bis 15 cm 0, dunkelgrün; Ri.
6—8, anfangs mit scharfen Längsfurchen, Kanten
gekerbt; Ar. unregelmäßig gestellt, tief eingesenkt,
mit dunkelbrauner, fein gekräuselter Wolle und
Glandeln; Rst. 6—8, ca. 3 cm lg., die beiden oberen
nach vorn gerichtet, kürzer; Mst. undeutlich
geschieden, 2—4, bis 4 cm lg., horizontal vorgestreckt;
St. gerade, weißgrau, anfangs rötlich; Bl. 8—9 cm
lg., hellrot (?); Fr. fast hühnereigroß, gelb oder
rot, mit bis 2,5 cm lg., hellgelben St. — Mexiko
(Michoacan und Querétaro bis Guanajuato).
Ritterocereus standleyi (G. Ortega) Backbg. (T.)
K. bis 4 m h., manchmal mit deutlichem Stamm,
hellgrün; Ri. (3—) 4, 2—3 cm h„ mit gekerbten
Kanten; Ar. ca. 3 cm entfernt, weißfilzig; Rst. 13
bis 16, 10—15 cm lg.; Mst. 4—8, 2—2,5 cm lg.; St.
anfangs rosa, später grau; Bl. 6—8 cm lg., bis 4 cm
0; Sep. grünlich-rosa; Pet. weiß, abwechselnd rosa
gestreift; Ov. gehöckert und beschuppt; Fr. kugelig,
Pulpa rot, süß; S. glänzend schwarz. — Mexiko
(Guerrero, bei Acapulco; z. T. an der Küste von
Sinaloa).
Nachfolgende Arten wurden bisher zu Lemaireo-
cereus gestellt und mußten vorläufig darunter
belassen werden, weil sie noch nicht ganz geklärt
sind, d. h. einige gehören vielleicht zu Ritterocereus,
andere zu Marshallocereus: Lemaireocereus longi-
spinus, L. martinezii, L. montanus, L. quevedonis,
L. schumannii; Beschreibungen siehe unter
Lemaireocereus.
Rodentiophila Ritt. (120)
Eine neue Gattung Ritters, deren gültige
Beschreibung noch aussteht. Die Pflanzen ähneln denen
des Genus Eriosyce, und zwar schon als Sämlinge,
wie ein Vergleich meiner Farbtafel Abb. 3417 und
3453 in „Die Cactaceae". Bd. VI. 1962, zeigt.
Ältere Pflanzen sind aber nicht nur denen von
Eriosyce ähnlich, sondern z. B. auch der dick-
Rodentiophila — Roseocactus 399
säuligen Soehrensia uebelmanniana Lembcke &
Backbg.; während deren Blüten jedoch glockig-
trichterig und bis ca. 6 cm lg. sind, gibt Ritter für
Rodentiophila an: „Blüten extrem kurz'4; die ‚‚dik-
ken, runden, sehr saftigen Beeren von 2,5 cm 0"
scheinen dagegen denen von Soehrensia zu ähneln,
während Eriosyce Hohlfrüchte bildet. Ob Borsten
an der Blüte vorhanden sind, ist bisher nicht
bekannt. Über die Areolen sagt Ritter, daß sie
„riesig und langfilzig" sind. Die Ähnlichkeit mit der auf
3500 m Höhe wachsenden Soehrensia
uebelmanniana und der Artname „Rodentiophila atacamen-
sis" lassen darauf schließen — bisher hat Ritter
noch keinen genauen Standort angegeben —‚ daß
letztere auf der Puna de Atacama wächst und beide
Gattungen ostandine Eindringlinge in Chile sind;
Soehrensia uebelmanniana ist dies jedenfalls. In
den Winter-Kat. werden bisher 3 Arten erwähnt. —
Verbreitung: Chile (Atacama). [?, P. ?)
Rodentiophila atacamensis Ritt. n. subnud.
K. anfangs breitrund, später stärker gestreckt, nach
Ritter ziemlich groß werdend; Ri. in größere
eiförmige Hck. aufgelöst; Ar. länglich-rund, groß,
weißfilzig (bei Sämlingspflanzen); St. pfriemlich,
randständige bis über 10, mittlere 1—2, einer davon
aufwärts gebogen, ganz (zu Anfang) oder streckenweise
braun, die randständigen z. T. ähnlich, bis
hellfarben oder hellbräünlich, besonders die oberen, alle
ziemlich gleichlang erscheinend; Bl. kurz; Fr. 2,5 cm
0, kugelig, sehr saftig. — Chile (Atacama).
Variiert mit einzelnen mehr vorgestreckten derb-
pfriemlichen Mst. (Abb. 374 oben, links u. rechts).
Rodentiophila megacarpa Ritt. n. subnud.
K. ähnlich dem vorigen (bei dem die Epidermis
reingrün bis bläulichgrün sein kann), aber mehr
gelbgrüne Epidermis (immer so ?); St. anscheinend
nur randständig, ca. 6 (Jungpflanzen), schwach ±
gebogen, anfangs alle braun, kürzer als bei voriger
Art; der Scheitel scheint etwas stärker wollig zu
sein, bei der vorigen Art merkwürdigerweise nicht;
Bl. ?; Fr. ? (offenbar, dem Namen nach, größer als
bei R. atacamensis. — Chile (ohne weitere Angabe).
(Abb. 374 unten.)
Rodentiophila lanata Ritt. (FR 515) wird noch von
Ritter geführt, doch sind im WiNTER-Kat. 1960
dazu keine weiteren Angaben mehr gemacht, und in
neueren Katalogen ist der Name auch nicht mehr
erwähnt worden.
Rooksbya Backbg. (152)
Meist einzeln wachsende Cereen, Nachtblüher, mit
ziemlich schlanktrichterigen Blüten, oben etwas
glockig, der Saum im Hochstand ein waagerecht
abstehender Kranz von Perigonblättern, der die
trichterig gehäuften und oben ringartig geschlossen
hervorstehenden Staubblätter umgibt. Die Röhre
ist gerieft, vor allem durch die lang
herablaufenden Schuppenbasen, ± stark aufwärts gebogen und
um die Mitte etwas geschwollen; die fleischigen
Schuppen stehen nur oben an der Röhre
deutlicher ab. Fruchtknoten und Samenhöhle sind
länglich, nicht sichtbar abgesetzt, aber daran
erkennbar, daß im Bereich ihres Oberteils außen
mehrere und längere Borstenstacheln vorhanden sein
können, die etwas abstehen. Diese Borstenstacheln
können verzögert werden, mitunter sind es bis 6,
nach Werdermann können es aber auch nur 1—2
feine Börstchen sein, oder sie fehlen ganz, bzw. sie
stellen sich erst bei zunehmender Ovariumreife ein.
Die abstehenden Frucht-Borstenstacheln sind ±
steif. Bei der Varietät des Gattungstypus scheint
der Griffel länger zu sein. Die Samen sind glänzend
braun. Das uneinheitliche Merkmal der Ovarium-
bekleidung weist diesen Pflanzen allein schon eine
Sonderstellung zu. Hinzu kommen das Merkmal der
gebogenen und etwas bauchig erweiterten Röhren,
der Einzelwuchs sowie die relativ schmalrückigen
Rippen. Diese Kennzeichen sind auch bei der „Neo-
buxbaumia mezcalaensis" zu finden; die Blüten
sind von H. Bravo zwar als nackt beschrieben
worden, doch hat Dawson — zumindest gelegentlich —
auch Borsten am Ovarium festgestellt, was sich mit
den entsprechenden Rooksbya-Merkmalen deckt.
Richtiger heißt diese Art daher wohl Rooksbya
mezcalaensis (siehe auch unter Neobuxbaumia).
Hierher zu rechnen sind also 1(—2) Arten. —
Verbreitung: Mexiko (Tamaulipas, Jaumave, und
— wenn N. mezcalaensis einbezogen wird — von
Guerrero bis Puebla und Oaxaca). [(g).]
Rooksbya euphorbioides (Haw.) Backbg. (T.)
K. mehrere Meter h., einzeln, fahl graublau-grün;
Ri. bis ca. 9 (—10), schmalrückig; St. oft nur 1—2
(—3), anfangs schwärzlich, derb, bis ca. 2,6 cm lg.,
mitunter noch bis 2 abwärts gerichtete kürzere; Ar.
grau, schwachfilzig; Mst. 0 bzw. nicht als solche
erkennbar; Bl. 9,5—10 cm lg., rosenrot; Sep. und R.
+ weinrot, Schlund krem; Fr. gelbgrün, flach-
höckrig, borstenstachlig, oben öffnend oder seitlich
zerfallend. — Mexiko (Tamaulipas, bei Jaumave
und südlich zwischen El ¾late und Antigua Mo-
relos). (Abb. 375.)
v. olfersii (SD.) Backbg.: K. dunkler; St. bis
10, ziemlich lang, braun, büschelig abstehend,
biegsam, fast borstig, 1—2 länger; Bl. wie beim
Typus der Art. — Standort ?
Roseocactus Berg. (220)
Die Arten dieser Gattung wurden früher zu Ario-
carpus Scheidw. gestellt, dessen Blüten nicht
zentral, sondern abseits des Scheitels aus der Axille
entstehen, z. T. kranzförmig und in größerer Zahl, die
Warzen sind nicht zerklüftet, das heißt ohne für-
400 Roseocactus — Roseocereus
chenartige, ziemlich starkwollige Einsenkung; wenn
Areolen vorhanden sind, dann sind sie nur klein und
rundlich, mit dem Sitz unterhalb der
Warzenspitze. Roseocactus bringt dagegen die Blüten
zentral hervor, und zwar aus dem körpernahen Ende
einer + durchgehenden furchenartigen und wolligen
Einsenkung auf den Warzen. Diese Merkmale sind
bei allen 4 heute bekannten Arten völlig
einheitlich; Roseocactus ist daher nicht nur eine gut
geschlossene Gattung, sondern unterscheidet sich
mit den ausschlaggebenden Kennzeichen, trotz
entfernter Ähnlichkeit bei einigen Spezies, wesentlich
von Ariocarpus. Darauf wies bereits Berger 1925
hin, und ich habe mit Makrofotos die erheblichen
Unterschiede von Blütensitz und
Warzenkennzeichen in „Die Cactaceae", Bd. V, Abb. 2887—2893,
1961, dargestellt. Wenn Anderson in C. & S. J.
(US), 4: 122 pp. 1961, nun wieder den Versuch
machte, Roseocactus als Untergattung zu
Ariocarpus zu stellen, so ist das nur durch das Fehlen
eines auf das Ganze abgestimmten systematischen
Ordnungsprinzips erklärlich. Zu solchen einseitigen
Umkombinierungen siehe auch meine Ausführungen
bei Ariocarpus, Pediocactus und Rebutia. Die Arten
weisen einen rübigen Basalteil auf. Die Warzen
decken sich ± dachziegelig und haben eine hornige
Oberhaut; ihre Gestalt ist etwas unterschiedlich: von
breitrund bis dreieckig oder vierflächig. Die Frucht
erscheint als Beere in der Scheitel wolle, vertrocknet,
und die Samen bleiben in der Furchenwolle noch
längere Zeit verborgen. Das auffälligste
Unterscheidungsmerkmal hat Engelmann bereits bei dem
Typus der Gattung Roseocactus mit dem Artnamen
‚‚fissuratus": „gespalten" gekennzeichnet. Die
Samen sind mattschwarz, die Blüten wahrscheinlich
alle normalerweise ± (hell) purpurrot bis -rosa;
Roseocactus kotschoubeyanus v. albiflorus ist eine
jener farblosen Abänderungen, wie sie auch bei sonst
rot blühenden Arten von Mamillaria, Thelocactus,
Krainzia usw. auftreten. — Verbreitung: USA
(W-Texas), Mexiko (N-Coahuila, Durango, Nuevo
Leon, Zacatecas, San Luis Potosi). [®.\ bei
Verwendung von Chemieerde halten die Arten
wurzelecht ganz gut, wachsen aber langsam; man kann
auch Importen, gleich welcher Größe, leicht
pfropfen, was Wuchs und Blühwilligkeit verbessert].
Roseocactus fissuratus (Eng.) Berg. (T.)
K. einzeln oder sprossend, gedrückt-kugelig, bis über
15 cm 0; W. mit quer-zerfurchter Oberfläche, längs
der Ränder mit durchgehender Furche und Leiste;
Bl. bis 4 cm 0, rosarot mit dunklerer Mitte; Fr.
weiß. — USA (SW-Texas), Mexiko (Coahuila).
(Abb. 376.)
Roseocactus intermedius Backbg. & Kil.
K. wie bei den vorigen; W. rhomboidisch, gegen die
Mitte wenig erhöht, stärker quer-runzlig, ohne Leiste,
ca. 2,3 cm br., mit fast ganz durchlaufenden
Furchen, diese 2—3 mm br.; Bl. hell purpurrosa, bis über
4 cm 0; Fr. gestreckt-keulig, weißlich-rosa; S.
1,7 mm gr. — Nordmexiko.
Von Anderson irrtümlich als nom. nud. angesehen
(lateinische Diagnose in Kakt. u. a. Sukk., 10: 151.
1960) und trotz der Furchenunterschiede als
Synonym von „Ariocarpus fissuratus v. lloydii (Rose)
Marsh." (C. u. S. J. [US], 39. 1965).
Roseocactus kotschoubeyanus (Lem.) Berg.
K. einzeln, längerer Rübenteil, zylindrisch, Kopf
nur niedrig, bis 5 cm 0; W. ohne Leiste, spiralig und
dachziegelig deckend, kaum 7 mm h., bis 7 mm br.,
fast genau dreieckig, mit durchgehender wolliger
Furche, zur Basis und Ax. hin stark haarfilzig; Bl.
bis 3 cm lg. und bis 5 cm 0, meist nur bis 3 cm 0,
rosa- bis hellpurpurn. — Mexiko (Durango; Nuevo
Leon; San Luis Potosi).
Die Blütenbreite mag je nach Standort schwanken,
v. albiflorus Backbg.: Bl. reinweiß, bis 5 cm 0,
oft breiter als der K., nur zuweilen gegen die Mitte
rosa angehaucht. — Mexiko (Nuevo Leon?),
v. macdowellii Backbg.: K. zierlicher, zylindrisch,
der Kopf kleiner; W. zierlicher,dunkler. —
Standort? Ich übernahm den Artnamen nach einem
Katalognamén von Haage & Schmidt (einer zu
Anfang des Jahrhunderts bekannten
Kakteenfirma in Erfurt), zur Erinnerung an den einst
erfolgreichen Sammler MacDowell, dessen Sohn
mit mir arbeitete, als ich eine Kollektion alter
Cephalocereus senilis nach Hamburg brachte.
Roseocactus lloydii (Rose) Berg.
K. gedrückt-kugelig, Größe wie bei voriger Art; W.
± rhombisch, ohne Leiste, gegen die Mitte ±
erhöht, ± runzlig, mit nur ± halb durchgehender
Furche, darin anfangs besonders reiche Wolle; Bl. ±
purpurrot. — Mexiko (Coahuila; Durango;
Zacatecas).
Ich erhielt ein Farbfoto Cullmanns, das eine jüngere
Pflanze zeigt, mit außerordentlich reicher
Scheitelwolle, die Blüten daraus wie unten umsponnen
erscheinend, drei gleichzeitig, mit papillösen
weißlichen N., zum rosa Gr. hin unten rosa, die zum
Rand hin welligen Pet. in strahlendem Hellpurpur,
ein Bild, das die ganze Schönheit gepfropfter junger
Roseocactus zeigt, wie auch die besondere Stellung
des Genus.
Roseocereus (Backbg.) Backbg. (87)
Aufrecht-strauchige Cereen mit stark gehöckerten
Rippen und großen, weißen Nachtblüten, die Röhre
gegen den Fruchtknoten hin ziemlich dicht und
breit beschuppt, in den Achseln reichliche,
gekräuselte Haare, die Fruchtschuppen abstehend,
dreikantig, rosa, mit Haaren in den Achseln. Die Röhren
sind stark gerieft, vor allem durch die lang
herabgezogenen Schuppenbasen. Der Wuchs der Pflanzen
ist z. T. auch + baumförmig. Nach diesen Merk-
Roseocereus — Sclerocactus 401
malen kann das bisher monotypische Genus mit
keiner anderen Gattung vereinigt werden. —
Verbreitung: Ostbolivien (von Cochabamba bis Chu-
quisaca). [®.]
Roseocereus tephracanthus (Lab.) Backbg. (T.)
K. strauchig-baumförmig, bläulich-graugrün; Tr. bis
ca. 6 cm 0; Ri. meist 8, gerundet, unter den Ar.
höckrig aufgewölbt, an Jungpflanzen dagegen nicht
oder nur wenig, an alten Tr. ziemlich stark; Rst.
4—7, weißlich, bräunlich gespitzt, zuerst auch
Maßgeblich; Mst. 1 etwas kräftigerer längerer, anfangs
auch bräunlich; St. mi*: zunehmendem Alter der Tr.
länger werdend; BI. 18—22 cm ljr., grünlich-weiß
bis weiß; Ov. breitschuppig und mit verfilzten H. —
Bolivien. (Abb. 377.)
Samaipaticereus Card. (83)
Säulig bis baumförmig wachsende Cereen mit
verhältnismäßig wenigen Kippen. Eigentümlich sind
die starkröhrigen, nur wenig breit öffnenden
Nachtblüten, mit kurzen Haarbüscheln, beim Typus des
Genus noch mit wenigen kurzen Borsten, bei der
zweiten Art diese ganz reduziert. Die Früchte sind
nur vom Gattungstypus bekannt, kugelig, lachsrot
und innen rotorange. Die Blüten erscheinen offenbar
zahlreicher an einer Seite der Triebe. Beschrieben
wurden 2 Arten. — Verbreitung: Bolivien
(Provinzen Florida und Inquisivi). [(g).; der Typus des
Genus erwies sich in der Kultur als sehr wüchsig].
Samaipaticereus corroanus Card. (T.)
K. baumförmig, bis 3,5 m h., mit niedrigem Stamm,
bis 15 cm 0, grün bis dunkler grün; Tr. aufsteigend,
bis ca. 4 cm 0; Ri. 4—6, zuweilen im
Jugendstadium auch 3—4kantig, später oben quergekerbt;
Ar. anfangs graubraun-filzig; St. ca. 5, sehr kurz,
anfangs bräunlich, dann grauweiß, einer bis 1 cm lg.,
die anderen 2—3 mm lg., unten ± geschwollen, an
Jungpflanzen alle sehr dünn; Bl. bis 5 cm lg., leicht
gebogen, weiß, außen weißgrün; R. mit H. und
einigen Bst., beide kurz, braun; Gr. weiß; N.
hellgelb; Fr. längsaufreißend, höckrig, lachsrot, innen
orange-fleischrot, Farbstoff wasserlöslich; S. 1,5 mm
lg. — Bolivien (Florida, El Puente de Samaipata).
(Abb. 378.)
Samaipaticereus inquisivensis Card.
K. säulig, bis 4 m h.; Tr. bis 5 cm 0; Ri. 9,
stumpflich, ohne Querkerbung, nur etwas um die Ar.
verdickt; Ar. erst bräunlich, dann grau; St. 8—11,
0,2—2,5 cm lg., nicht trennbar; Bl. 5 cm lg., eng-
trichterig, schwach schrägsaumig, weiß, Saum kurz,
nur behaart; Fr. ? — Bolivien (Inquisivi, Puente
Inquisivi).
Samaipaticereus peruvianus Johns., unbeschrieben,
bis 4,50 m h.; Tr. vierkantig, kurzstachlig; Bl.
weiß; Fr. grün, Pulpa orange. Dem Namen nach
aus Peru. Mehr ist nicht bekanntgeworden.
Schlumbergera Lem. (30)
Eine in europäischen Sammlungen wohl kaum noch
vertretene Gattung, von Vaupel in „Die Kakteen",
92. 1926: Fig. 25: A, abgebildet. Ihre
Hauptmerkmale sind: zygocactus-ähnlicher Wuchs, regelmäßige
aber größere Tagblüten, Staubfäden in zwei Serien,
Narben kopfig zusammengeneigt, Frucht 4kantig.
Bekannt ist nur 1 Art. — Verbreitung:
Brasilien (Rio de Janeiro). [®.]
Schlumbergera russelliana (Gardn.) Br. & R. (T.)
K. strauchiger Epiphyt, bis Im lg., Stamm rund
und gegliedert; Tr. mit bis 3,5 cm lg. und bis 2 cm br.
G., hellgrün, mit Mittelnerv, H. am Ende gering;
Bl. 5,5 cm lg., dunkelrosa; Stbf.: obere Gruppe der
R. angeheftet, untere auf dem Fruchtknoten, rosa-
karmin, ebenso Gr. und N.; Ov. dunkelgrün, 4kantig
geflügelt, desgl. die 1,2 cm lg. Beere; S.
dunkelkastanienbraun, 1,5 mm lg. — Brasilien
(Orgelgebirge).
Schlumbergera bridgesii (Lem.) Löfgr.: Ist ein
Bastard, wenigstens die Pflanze, die unter diesem
Namen zuweilen noch vorhanden ist, und deren Bl.
rot sind, Ov. aber auch kurz 4flügelig.
Schlumbergera U.-G. Zygocactus (K. Sch.) Moran:
Siehe unter Zygocactus K. Sch.
Diese Umgliederung muß als überflüssig und
verwirrend erscheinen, nachdem Zygocactus früher
schon Epiphyllum genannt wurde und überdies im
Blumenhandel unverändert weiter so benannt wird.
Zygocactus ist dann bekannter geworden. Seine
abermalige Umbenennung ist unnötig, denn seine
Blüten sind ganz anders geformt: zygomorph, mit
längerer Blumenkronenröhre, die innere Stbf.-
Gruppe am Fuß mit zurückgeschlagenem Hautring,
Ov. und Fr. kreiseiförmig. Die Zusammenfassung
läßt überdies solche Unterschiede nur allzu leicht
wieder vergessen.
Sclerocactus Br. & R. (192)
Kugelige bis zylindrische Pflanzen mit +
verflochtenen Stacheln, darunter z. T. längere, abgeflachte
und bei einigen Arten auch gehakte. Die + glockig-
trichterigen Tagblüten weisen nur Filzspuren auf,
ebenso die basal öffnende Frucht. Eine sehr
charakteristische Artengruppe. Beschrieben wurden 6
Spezies. — Verbreitung: USA (südwestliche
Wüstengebiete). [P.: Schwierige Pflanzen, d. h. sie leben
gewöhnlich nicht lange in den Sammlungen, und
auch das Pfropfen scheint nicht von Dauererfolg
zu sein].
402 Sclerocactus — Selenicereus
Sclerocactus franklinii Evans (ein Synonym?)
K. kugelig bis oblong, bis 14 cm h., 8 cm 0,
blaugrün; Ri. 8—15, höckrig; Ar. weiß, mit 1—6 in der
Wolle versteckten Glandeln, diese rosa oder gelb;
Rst. 7—13, strahlend anliegend oder + abstehend,
rund, gerade, oder abgeflacht, gebogen, bis 2 cm lg.,
weiß oder aschgrau; Mst. 1—3, 1,5—3 cm lg.,
schwarz oder grau, rund oder abgeflacht, gerade oder
gebogen; Bl. bis 4,5 cm lg., 3—5 cm 0, rosa oder
weiß; Fr. oblong, bis 3 cm lg., grünrosa; S. 1—3 mm
gr., braun oder schwarz, winzig gehöckert. — USA
(Colorado, südliches Gunnison Valley). Von „Echino-
cactus glaucus K. Sch.u, den Purpus auch im
Gunnison Valley sammelte, m. E. nicht
unterscheidbar. Die Pflanze müßte demgemäß heißen:
Sclerocactus glaucus(K. Sch.) Backbg.
Sclerocactus havasupaiensis Clov.
K. ziemlich schlank, zylindrisch, verhältnismäßig
dicht bestachelt; St. meist 4 längere, 4 mittellange
und bis 6 kürzere, vereinzelte oben + gekrümmt
oder schwach hakig (Angaben nach Herbarblatt);
Bl. 3,5—5,3 cm 0, weißlich; Sep. gelbgrün; S.
glänzend schwarz. — USA (Arizona, Nebencanyons
des Grand Canyon).
v. roseus Clov.: Bl. fleischrosa, duftend; N.
ungeteilt (beim Typus der Art fein geteilt); S.
deutlich höckrig. — USA (Arizona, nur im Havasupai
Canyon).
Sclerocactus intermedius Peebl.
K. ovoid-zylindrisch, bis 20 cm h.; Ri. 13, niedrig,
leicht spiralig; Rst. ca. 12, weiß, gerade oder
gedreht; Mst. länger, 4 über Kreuz, 3—5 cm lg., die
oberen flach, auch gedreht, oben leicht
längsgefurcht, weiß, andere Mst. + 4kantig, rötlich, oft
hakig: Bl. bis 5 cm lg., purpurn. — USA (Arizona,
unweit Pipe Springs).
Sclerocactus parviflorus Clov. & Jott.
K. einzeln, zylindrisch, bis 45 cm lg., bis 9 cm 0,
aufrecht oder gebogen; Ri. 13, deutlich höckrig;
Rst. 14—15, bis 3,4 cm lg., zusammengedrückt,
gerade; Mst. 3,- hakig, ferner ein oberer 3kantiger,
nicht gehakt, bis 6 cm lg., die 3 unteren 3—4kantig,
bis 7,5 cm lg., purpurbraun; Bl. klein, bis 2,5 cm lg.,
2 cm 0, purpurn; Gr. purpurn. — USA (Arizona,
Colorado Canyon, oberhalb Lees Ferry).
Sclerocactus polyancistrus (Eng. & Big.) Br. & R.
(T.)
K. einzeln, kugelig bis oblong, bis 40 cm h.; Ri.
lä—17, bis 1,5 cm h., stark wellig; St. ca. 20, schwer
trennbar, randständige nadelig, weiß, bis 2,5 cm lg.,
mittlere mehrere, ungleich, bis 12,5 cm lg., obere
flach, aufgerichtet, weiß, die übrigen braun,
spreizend, rund und oft hakig; Bl. ca. 8 cm lg., purpurn;
Gr. karmin; Fr. hell-purpurn, oblong bis birnförmig,
erst fleischig-wandig, dann auftrocknend, bis 4 cm
lg.; S. 4mm gr., schwarz, fein gehöckert. — USA
(Wüsten von Kalifornien, Nevada und W-Arizona).
(Abb. 379.)
Sclerocactus whipplei (Eng. & Big.) Br. & R.
K. einzeln oder etwas sprossend, bis 15 cm lg., bis
7,5 cm 0; Ri. 13—15, spiralig und höckrig; Rst.
7—11, etwas abgeflacht, bis 18 mm lg., weiß oder
schwarz; Mst. in der Jugend fehlend, später meist 4,
der oberste abgeflacht und gerade, die unteren braun
oder schwarz, einige oder alle hakig, alle bis ca.
3,5 cm lg.; Bl. kurzglockig-trichterig, rosa bis
purpurn; Gr. flaumig, rötlich; N. grün; Fr. 1,5 cm
lg., oblong, rot, fast kahl; S. über 3 mm gr.,
mattschwarz. — USA (N-Arizona; SO-Utah; W-Colo-
rado).
v. pygmaeus Peebl. : K. nur 5 cm h.; St.
spärlicher, mittlere dunkelbraun, unter 2 cm lg., auch
gehakte; Bl. ?; Fr. 7 mm lg. — USA (Arizona
nördlich von Ganado).
v. spinosior (Eng.) Boiss.: K. bis über 20 cm h.,
angeblich schlanker als der Typus der Art; Rst.
12—15. — USA (W-Colorado).
Selenicereus (Berg.) Br. & R. (45)
Schlanktriebige, klimmende oder kletternde bzw.
rankende Cereen mit Luftwurzeln, niedrig gerippt
oder kantig, Stacheln ziemlich kurz und z. T.
fehlend. Die Blüten sind groß, oft sehr groß,
nächtlich, mit längeren Röhren, diese sowie die Ovarien
gewöhnlich behaart und beborstet, z. T. auch
unbehaart, aber bestachelt. Die inneren Perigonblätter
sind durchweg weiß und ziemlich breit, die Staubbl.
stehen in zwei Gruppen, mitunter sehr zahlreich;
der Griffel ist lang, ziemlich dick und oft hohl. Die
große, meist rötliche, soweit bekannt, nur in einem
Falle gelbe Frucht ist mit abfallenden Stacheln,
Borsten und Haaren besetzt. Die Arten dieser
Gattung sind im allgemeinen wüchsiger und
blühwilliger als die von Hylocereus, an dessen ähnlichen
Blüten die Bekleidung völlig reduziert ist. Besonders
frische Stengel und Blüten des S. grandiflorus finden
Verwendung für Arneimittel von spasmolytischer
Wirkung auf die Coronargefäße und zur Steigerung
ihrer Durchblutung; der Anbau geschieht durch
Verpflanzung von Triebstücken imTreibhaus.*)
Beschrieben sind 24 Arten. — Verbreitung: von Südtexas
über Ostmexiko, Mittelamerika und Westindien bis
zur Nordküste von Südamerika; eine Art,
ursprünglich von Honduras berichtet, auch in Uruguay und
Argentinien, möglicherweise verschleppt, eine andere,
zweifelhafte, soll aus Paraguay stammen. [®.]9
Selenicereus boeckmannii (O.) Br. & K.
K. frischgrün; Tr. 2 cm 0; Ri. 7, Kanten etwas
buchtig gekerbt; Ar. grau; St. ca. 1 mm lg., am
*) Siehe Farbfoto im einleitenden Teil.
Selenicereus 403
Grunde verdickt, 3 obere und der mittelste braun,
die 3 unteren grau; Bl. bis 30 cm lg., über 20 cm 0,
weiß; R. und Ov. braunhaarig, mit 2—3 derben,
braunen St. — Ostmexiko; Kuba; Haiti; auf
den Bahamas verwildert. Bl. geruchlos.
Selenicereus brevispinus Br. & R.
K. hellgrün; Ri. 8—10, leicht gebuchtet, an der
Spitze von jungen Tr. weiße H.; Ar. braun; St. 12,
1 mm lg., die 3—4 mittleren etwas dicker, die
äußeren etwas gekrümmt, außerdem 6 oder mehr
Bst.; Bl. 25 cm lg., die H. von R. und Ov. weiß;
Sep. gelblich; Pet. weiß. — Kuba.
Selenicereus coniflorus (Wgt.) Br. & R.
K. mattgrün, oft gerötet, Stämme 4—öflächig; Ri.
gerundet; Ar. weiß; St. nadelig, bis ca. 6, bis 1,3 cm
lg., ungleich, strahlend abstehend, bräunlich, sowie
meist 2 anliegende Bst.; Bl. schwach duftend, weiß,
im Grund zart hellgrün; Sep. z. T. innen
fleischfarben; N. hellgrün. — Haiti (in Florida verwildert).
Selenicereus donkelaari (SD.) Br. & R.
K.sehr langtriebig, lcraØ; Ri. 9—10, stumpf oder
undeutlich; Ar. ziemlich dicht stehend; St. 10—15,
randständige anliegend und borstig, mittlere 1 oder
mehr, 1—2 mm lg.; Bl. 18 cm lg.; Pet. weiß; Sep.
rötlich; Stbf. und Gr. unten grünlich, oben
weißlich. — Mexiko (Yukatan).
Selenicereus grandiflorus (L.) Br. & R. (T.)
K. grün oder blaugrün, kletternd; Tr. bis 2,5 cm 0;
Ri. 7—8 oder auch weniger, niedrig; Ar. nicht auf
vorspringenden Hck., ohne Bst., nur anfangs mit
H.; St. nadeiförmig, 7—11, 0,4—1 cm lg., anfangs
gelblich, die H. mit Tr.-Reife verschwindend; Bl. ca.
18 (—30) cm lg., duftend; R. und Ov. behaart und
bestachelt; Sep. lang und schmal, lachsfarben; Pet.
weiß, becherig stehend; Fr. 8 cm lg., eiförmig, rot
und gelblich gemustert, mit bräunlicher Wolle und
gelblichen St., eßbar. — Jamaika und Kuba;
Haiti; Mexiko (östliches Tiefland).
(v. grandiflorus: Ar.-Wolle nicht rein weiß),
v. affinis (SD.) Borg: Ar.-Wolle anfangs rein
weiß.
v. barbadensis (Eng.) Borg: Tr. dunkelgrün,
rötlich überlaufen; St. länger und immer gelblich; Bl.
mit mehr rötlichem und stärker zurückgebogenen
Sep. — Barbados, St. Thomas,
v. irradians (Lem.) Borg: K. dunkelgrün; St. in
5 mm lg. weißlichen und weichen Büscheln; Bl.
typisch, nur etwas kleiner; Pet. mehr ausgebreitet,
v. ophites (Lem.) Borg: Ar.-Wolle dunkelbraun;
Ri. 6—8, Tr.-Spitzen anfangs rötlich; St. sehr
kurz, dick und weißlich.
v. tellii (Hort.) Borg: K. schlanker, bis 1 cm 0,
tief grün; Ri. meist 4, selten 5; Ar. bräunlich; St.
klein; Bl. typisch, nur kleiner. — Mexiko (?).
v. uranos (Rice.) Borg: scheint nur eine Form der
v. barbadensis (Eng.) Borg zu sein, heller grün,
aber ebenfalls mit längeren gelblichen St., die
Perigonbl. schmäler und mehr spreizend.
Selenicereus hallensis (Wgt.) Wgt.
K. bis 3 m lg., blaßgrün; Ri. 5—6, teilweise kantig;
Ar. braun, auf kleinen Erhebungen; St. 0 oder 2—6,
bräunlichgelb, dünn, davon 1—3 bis 1 cm lg., die
anderen ganz klein; Bl. 30 cm lg., 28 cm 0; Pet.
weiß, locker becherig; Sep. ockergelb; R. und Ov.
bräunlich-rot, mit H. und St. Die Blüte duftet nach
Vanille. — Kolumbien.
Selenicereus hamatus (Scheidw.) Br. & R.
K. sehr lang, hellgrün, glänzend; Tr. bis 22 mm 0;
Ri. meist 4kantig, mit bis 1 cm lg., nasenförmig
vorspringendem Sporn; St. anfangs borstig, bzw. 5—6,
davon * die oberen weißen borstig, 4—6 mm lg.,
abfallend, 2—3 untere bleibend, kräftiger, braun;
Bl. 30—40 cm lg.; Pet. breit, weiß; Sep.: äußere
rötlich, innere Chromgelb; R. grün oder bräunlich, wie
das Ov. mit schwärzlichen H. und dünnen, weißen
St. — Mexiko (Veracruz, Jalapa).
Selenicereus hondurensis (K. Sch.) Br. & R.
K. mit bis 2,2 cm starken Tr.; Ri. 7—10, Kanten
schwach gebuchtet, verflachend;Ar. bräunlich, mit
bis 15 mm lg., krausen, grauen H.; St. 7—9, weiß,
wenig stechend, brüchig; Mst. 1 oder mehrere, bis
6 mm lg., rötlich-braun; Bl. 23 cm lg., 18 cm 0,
gelblichweiß; Sep. abstehend, braun oder
dunkelgelb; Ov.-H. reich, grauweiß. — Honduras;
Guatemala.
Selenicereus humilis (DC.) Marsh.: eine wenig
geklärte Pflanze: Tr. 2,5 cm 0; Ri. 4—5, zusammen-
gepreßt; Ar. kahl oder weißfilzig; St. 4—8 mm lg.;
Rst. 8—12, borstig, weiß; Mst. 3—4, stärker,
strohfarben. — Santo Domingo.
Selenicereus inermis (O.) Br. & R.
K. glänzend hellgrün; Tr. bis 1,25 cm 0; Ri. 3—5,
kantig; Ar. entfernt, nur anfangs mit einigen Bst.;
St. 0; Bl. ca. 15 cm lg., weiß, am Grunde rötlich;
Sep. gelbgrün, unten rötlich; R. und Ov. mit
einzelnen St., ohne H.; Gr. dick, rötlich; N. gelblich-
grün. — Venezuela; Kolumbien.
Selenicereus jalapensis (Vpl.) Borg: Selenicereus
pringlei Rose
Selenicereus kunthianus (O.) Br. & R.
K. hellgrün, mit kräftigen rundlichen Stämmen; Ri.
7—10, verflachend; Ar. braun, kräuselig-wollig;
Rst.4, über Kreuz, sehr klein, steif, braun; Mst. 0—1,
bräunlich; Bl. 23 cm lg., duftend, weiß; Sep. schmal,
rötlich-grün; R. und Ov. mit graurosa H. und weißen
Bst.-St.; Fr. karmin, behaart und bestachelt. —
Honduras (?).
404 Selenicereus
Selenicereus macdonaldiae (Hook.) Br. & R.
K. anfangs dunkelgrün, Stämme später rund; Tr.
sehr lang, bis 1,5 cm 0; Ri. 5, flach, höckrig; Ar.
klein; St. mehrere, braun, winzig; Bl. bis 35 cm lg.,
weiß oder krem; Sep. ± zurückgebogen, rötlich
oder orange; Pet. rein weiß; R. und Ov. rostbraun
behaart, mit kurzen, braunen St.; N. gelblich. —
Honduras (wirkliche Heimat?); auch aus
Argentinien und Uruguay berichtet (verwildert ?).
v. grusonianus (Wgt.) Backbg.: K. samtartig
dunkelgrün; Ri. 6, schmal, verflachend; Ar. vor
kleinen, spitzen Hck., grau; St. kegelig, 3—4, ca.
2 mm lg., einer abwärts gerichtet, rotbraun, die
anderen aufwärts, gelblichweiß, rotbraun
gespitzt, ferner einige Bst.; BI. wie die des Typus
der Art, beide nach Vanille duftend, noch größer.
— Herkunft: unsicher.
Nach Br. & R. nur eine Rasse, nach Berger
eigene Art.
Selenicereus maxonii Rose
K. hellgrün (?); Ri. 5—6; Ar. klein; St. sehr kurz,
gelblich, kräftiger, mit einigen zurückgebogenen
weißen Bst.; BI. 20cm lg., weiß; Sep. grünlich,
bräunlich oder rosa; R. weiß-wollig und -haarig,
mit Bst.; Gr. rahmfarben. — Kuba (Oriente).
Vielleicht nur eine var. des S. urbanianus mit
größeren Bl. und anfangs strohgelben, dann
bräunlichen St.
Selenicereus murrillii Br. & R.
K. bis über 6 m lg. Ranker; Tr. nur 8 mm 0,
dunkelgrün, mit vielen Luftwurzeln; Ri. 7—8, rötlich
getönt, sehr niedrig, dünn; Ar. weiß; St. 5—6, winzig,
bis 2 unterste zurückgebogene länger, 1—2 cm lg.,
die anderen konisch, grünlich bis schwarz; Bl. 15 cm
lg. und 0, weiß, äußere etwas grünlich; Sep.
grüngelb, stark spreizend, äußerste rückseits purpurn;
Ov. mit nur 3 Stächelchen in den Ar., haarlos. —
Mexiko (Colima).
Selenicereus nelsonii (Wgt.) Br. & R.
K. stark verzweigt, dünntriebig; Tr. schwach
glänzend grün, bis 15 mm 0, Luftwurzeln
gelegentlich; Ri. 6—7, niedrig, etwas höckrig; Ar. klein;
St. ca. bis 12, strahlend, nadelig, weiß bis gelblich,
5—7 mm lg.; Bl. 20 cm lg., weiß; Sep. linear,
rotbraun; R. und Ov. mit Filz und weißen Bst.; Fr.
rötlich, 2,5 cm 0, mit bis 1 cm lg. St.-Büscheln. —
Südmexiko.
Selenicereus pringlei Rose
K. hochkletternd, gelbgrün, oft gerötet; Ri. 6—7,
scharf; Rst. 5—6; Mst. 1; St. nadelig, spreizend,
anfangs gelb, zuletzt weiß, daneben noch bis 5
weiße Bst.; Bl. 20 cm lg., weiß; Pet. etwas kürzer
als die Sep.; R. und Ov. braunwollig. — Mexiko
(Veracruz). (Abb. 380.)
Selenicereus pseudospinulosus Wgt.
K. ähnlich dem von S. spinulosus., meist kriechend;
Tr. lang; St. von denen des S. spinulosus mit in den
meisten Ar. je einem auf- und abwärts bogig
gekrümmten unterschieden, fast anliegend; Bl. weiß;
Sep. lederfarben; Ov. größer, länger und weniger
kräftig bestachelt als bei S. spinulosus. — USA
(SO-Texas), Mexiko (Tamaulipas).
Selenicereus pteranthus (Lk. & O.) Br. & R.
K. blaugrün, oft gerötet; Tr. 1,3—5 cm 0; Ri. 4—6,
anfangs scharf, später verflachend, Tr. zuletzt rund;
Ar. anfangs mit weißer Wolle; St. 6—12, bis 6 mm
lg., anfangs gelb, später grau; Bl. bis 30 cm lg.,
weiß, geruchlos; Sep. bräunlichrot; R. und Ov. mit
weißer Wolle; Gr. und N. weißlich; Fr. rot, rund,
bestachelt, 6—7 cm 0. — Mexiko (Tamaulipas und
Veracruz). Angeblich auf Florida verwildert.
Die nichtduftenden Blüten beweisen, daß der Duft
als Bestäuber-Lockung für die Vermehrung nicht
ausschlaggebend ist. Früher war die Art mehr unter
dem Synonym Cereus nycticallus Lk. bekannt.
Selenicereus radicans (DO.) Berg.
K. glänzend hellgrün; Tr. spröde, brüchig, bis
15 mm 0; Ri. 3—4—5, anfangs scharfkantig, dann
verflachend, Stämme später rund; Ar. auf Hck.;
Rst. 3—5, erst rot, dann grau, kegelig, 3—4 mm
lg.; Mst. 0—1, etwas länger; Bl. 32 cm lg., weiß;
Sep. außen rot, innen gelb; Ov. braun behaart,
büschelig bestachelt; Gr. weiß; N. gelb. — Heimat:
unbekannt.
Selenicereus (-Bastard) „Rettigsche Hybride" war
eine Kreuzung mit Aporocactus; rosa Tagblüten von
10 cm 0; sehr dankbar.
Selenicereus roseanus (Vpl.) Marsh.: Selenicereus
maxonii Rose.
Selenicereus rostratus (Lem.) Marsh.: Selenicereus
hamatus (Scheidw.) Br. & R.
Selenicereus rothii (Wgt.) Berg.
K. anfangs bläulich-saftgrün, Stämme später
stielrund; Ri. 5—6; Ar. erhaben, ohne zusäztliche H.,
meist 2 Bst.; St. 4—5, 3—5 mm lg., meist über
Kreuz; Bl. 30 cm lg., 25 cm 0, schwach duftend,
innen weiß; Pet. außen gelblich; Sep. rötlich-grün;
R. und Ov. mit kleinen St. und Bst. — Paraguay.
Britton u. Rose stellten den Namen — wohl wegen
des auffälligen Paraguay-Vorkommens — zu S.
macdonaldiae; Berger sah die Arten als verschieden
an. S. rothii kam von Grosse aus Paraguay, ein
vom Hauptareal völlig abgelegener Standort. Ob es
sich wirklich um ein echtes Wildvorkommen handelt,
ist ungeklärt.
Selenicereus spinulosus (DC.) Br. & R.
K. lebhaft glänzend-grün, langzweigig, einzelne
Luftwurzeln; Tr. bis 13 mm 0, schlank; Ri.
Selenicereus — Seticereus 405
4—5(—6), niedrig, erst schärfer, später stumpf,
zuletzt flach; Ar. zuerst rot-, später graubraun; Rst.
6—8, die oberen pfriemlich, stark, kurz, hornfarben
bis fast weiß, etwas abstehend, 2 unterste 5 mm lg.,
viel dünner, borstig, blaß; Mst. 1, wie die oberen
Rst.; Bl. ca. 15 cm lg. und 0, geruchlos, weiß;
Sep. trüb-hellrotbraun; Ov. mit rötlichen bis weißen
Bst.; Gr. und N. weiß. — Mexiko (Hidalgo, Rio
Tonaltongo).
Selenicereus urbanianus (Gurke & Wgt.) Br. & R.
K. erst glänzend- dann mattgrün, oft gerötet; Tr.
bis 5 cm 0; Ri. 5—6, selten 3—6, anfangs scharf;
Ar. mit etwas längeren, weißen H. und 1—2 dünnen
Bst.; St. mehrere, spreizend, nadelig, anfangs
strohfarben, später bräunlich, bis 1 cm lg.; Bl. bis 30 cm
lg., gelblich weiß; Sep. schmal, grün, außen
bräunlich, nach oben rot; Gr. gelblichgrün; N. gelb; Fr.
kugelig. — Haiti; Kuba.
Selenicereus vagans (K. Brand.) Br. & R.
K. oft kriechend, stark verzweigt; Tr. bis 1,5 cm 0;
Ri. ca. 10, niedrig; St. zahlreich, nadelig, bis 1 cm
lg., bräunlich-gelb; Bl. 15 cm lg. und 0, weiß, stark
duftend; Sep. bräunlich- bis grünlich-weiß, schmal;
Gr. grünlich, oben krem. — Mexiko (Mazatlan, an
der Westküste).
Selenicereus vaupelii (Wgt.) Berg.
K. hell-graugrün, anfangs dunkler, auch gerötet; Tr.
bis 18 mm 0, an der Spitze mit grauem H.-Büschel;
Ri. 5, schmal, kaum geschweift; Ar. klein, grau;
Rst. 0—5; Mst. 1—2; St. alle nur 0,5 cm lg., ferner
ca. 4 graue Haare, ca. 7 mm lg., und 2—3 anliegende,
kleine Bst.; Bl. 25 cm lg., nach Vanille duftend, weiß;
Sep. außen rotgrün, innen gelb; Ov. rotgrau,
behaart und mit 3 mm lg. St.; N. tiefgelb. — Haiti.
Selenicereus wercklei (Web.) Br. & R.
K. reich verzweigt, blaßgrün; Tr. dünn, mit vielen
Luftwurzeln, nahezu rund, 5—15 mm 0; Ri. 6—12,
schwach; Ar. mit winzigem Filzbüschel; St. 0; Bl.
15—16cm lg., hellrot (bis weiß ?); Sep. grünlich; Ov.
stachlig; Gr. unten grün, Mitte rosa, oben weißlich;
Fr. eiförmig, gelb, bestachelt. — Costarica (bei
Miravalles, Cerro Mogote).
Seleniphyllum Rowl.: eine Hybridgattung
(Selenicereus x Epiphyllum).
Seriocactus Y. Ito: Brasilicactus Backbg.
Seticereus Backbg. (72)*)
Niedrigere, mitunter halb-kriechende bis strauchige
und fast baumförmige Cereen aus einem begrenzten
Gebiet Nordperus und im äußersten Süden Ekuadors.
Seticereus weicht in folgenden Gattungsmerkmalen
von Borzicactus ab (dessen entsprechende
Kennzeichen zum Vergleich eingeklammert; B.:
Abkürzung für Borzicactus). Blütenzone mit + reicher
Borstenbildung bis zum dichten und längeren
Schöpf (B.: nicht vorhanden); Blütensaum relativ
kurz (B.: länger); Röhre gedrückt (B.: rund);
Haarbildung im Blütengrund fehlend (B.: vorhanden);
Frucht bis apfelgroß (B.: kleiner). Diese Merkmale
sind bei allen 4 beschriebenen Arten einheitlich
vorhanden, auch bei den hochstrauchigen und +
baumförmigen, Wuchsformen, wie sie bei
Borzicactus überhaupt nicht auftreten. Eine
Einbeziehung von Seticereus zu Borzicactus, wie bei Kim-
nach, ist daher nicht berechtigt; sie zeigt, daß dies
nur zu ungenügender Kenntnis der
unterscheidenden Merkmale führen muß. Wenn Ritter ebenso
verfuhr, ist das überdies unlogisch, denn seine
Gattung Cephalocleistocactus ist von Cleistocactus
nur durch den Borstenschopf unterschieden; wenn
er hier als ausschlaggebendes Gattungsmerkmal
angesehen wird, muß man auch sonst so verfahren.
Die Samen von Seticereus sind mattschwarz. —
Verbreitung: Südekuador und benachbartes
Nordperu, in höheren Lagen. [®.]
Seticereus chlorocarpus (HBK.) Backbg.
K. + baumförmig, mit kurzem Stamm, bis über
1,50 m h., ziemlich dichtkronig, mattgrün; Tr. stets
am Ende weitersprossend; Ri. 9—10, ca. 2 cm h.;
Rst. ca. 8—10, bis 1 cm lg., strahlend, aber nicht
im Ar.-Oberrand; Mst. (1—) 3—4, ungleich,
pfriemlich, gerade, steif, stechend, bis 5 cm lg.; St. anfangs
bräunlich oder dunkler, bald weißgrau; Ar. zuerst
hellbräunlichweiß, später auch mit Bst.; Bl. nach
Hutchison wie bei den übrigen Arten; Fr. zwar als
„grün, mit kräftigen H." beschrieben, aber woh]
unreif, denn der Artname besagt auch „grüngelb".—
Nordperu (bei Huancabamba und Olmos-Tal).
Seticereus ferrugineus Backbg.: Seticereus icosa-
gonus v. ferrugineus (Backbg.) Backbg.
Seticereus humboldtii (HBK.) Backbg.
K. halb niederliegend und aufsteigend, dunkelgrün;
Ri. 10—12, etwas höckrig, quergefurcht; Rst.
zahlreich, dünn; Mst. bis ca. 6, pfriemlich; St. alle
kastanienbraun, ebenso der Bst.-Schopf; Bl.
karminrot; Stbf. violettrot. — Südekuador bis
Nordperu.
Seticereus icosagonus (HBK.) Backbg. (T.)
K. halb liegend und aufsteigend, reich sprossend,
Kolonien bildend; Tr. bis ca. 60 cm lg., bis über
6 cm 0; Ri. 18—20, niedrig, wenig höckrig, bei
einigen Formen zum Ende stärker werdende Tr.
*) Erste lateinische Diagnose in Kakt. u. a. Sukk.,
3: 37. 1937 (März); lateinische Diagnose des (wie
sich später zeigte) Gattungssynonyms Gymnantho-
cereus Backbg. (s. auch unter GymnocereusBACKBG.)
in BfK. 1937—7 (Juli).
406 Seticereus — Seticleistocactus
und die Ri. etwas höckrig, die St. dunkler getönt;
St. zahlreich, + borstendünn, heller bis tief
honiggelb, ebenso der Bst.-Schopf; Bl. hell- bis kräftigrot,
bis ca. 8 cm lg., mitunter auch scharlachrot,
weißlich bis bräunlich behaart; Fr. gelblich, bis ca.
5 cm 0, dünn behaarte Ar. — Südekuador bis
Nordperu. (Abb. 381, 383.)
v. aurantiaciflorus Backbg.: Bl. hell-orangegelb,
Spitze etwas rötlich.
v. ferrugineus (Backbg.) Backbg. n. comb.
(Seticereus oehmeanus v. ferrugineus (Backbg.)
Backbg., „Die Cactaceae", 982.1959: K. dunkler
grün; St. bräunlich, später grau, einige kräftiger,
anfangs alle bräunlich; Bl. dunkelkarminrot,
ohne violetten Ton der Stbf. Vielleicht eine
Naturhybride mit S. humboldtii.
v. oehmeanus (Backbg.) Backbg.: St.
hellbräunlich; Mst. mit 1—2 stärkeren, zuweilen fehlend,
sonst der obere bis 3 cm lg., der untere bis 6 cm
lg., schräg vorgestreckt; Bl. zinnoberrot. —
Nordperu.
Seticereus roezlii (Hge. jr.) Backbg.
K. locker verzweigt, strauchig, bis über 2 m h.,
graugrün; Tr. bis 7 cm 0; Ri. bis 9, über den Ar. mit
Querkerbe bzw. V-Furche; Ar. anfangs gelblich;
Rst. 9—12, strahlend, der unterste der längste, bis
1 cm lg., hellbraun, pfriemlich; Mst. 1, 1—4 cm lg.,
anfangs vorgestreckt, später abwärts weisend, alle
später hellgrau, die Schopfborsten erst vereinzelt,
mit zunehmendem Alter zahlreicher, zuletzt am
Scheitel dichter, dunkel; Bl. rot, zahlreich im Alter.
— Nordperu (Tal von Bellavista-Olmos bzw. bei
Bellavista). (Abb. 382.)
Von Rauh wiedergefunden. Sein Pflanzenmaterial
entspricht dem lange in europäischen Sammlungen
vorhandenem, das ich damit und auch mit dem
HAAGE-Material verglich. Alle sind identisch. In
Unkenntnis dessen haben Kimnach-Hutchison
obigen Namen als ein Synonym von Borzicactus
sepium angesehen; Ritter glaubte daraufhin, daß
die Pflanzen der auch von Rauh gesehenen Art
unbeschrieben seien, und nannte die obige Borzicactus
neoroezlii Ritt. Man muß in solchen Fällen auch
das ältere europäische Sammlungsmaterial kennen.
Es gibt noch eine var. oder Form, die schon ziemlich
niedrig reich blüht, die Blütenzone lange noch ohne
Bst., die dann erst später geringer auftreten. Solche
Pflanzen wurden bereits von Blossfeld jr. gesehen
bzw. Samen davon gesammelt. Blühende Stücke
sind in Ri vier a-Sammlungen nicht selten. Ich habe
sie nicht benannt, da ich nicht sicher bin, ob es sich
hier etwa um C. chotaensis (Web.)'Vpl. handelt,
wohl auch ein Seticereus, „bis 2 m h.; Bl. bis 5 cm
lg., orangefarben, 2,5 cm 0, schwarz behaart. —
Peru (Rio-Chota-Tal)", oder nur um eine Form oder
var. des S. roezlii. Man müßte dazu wissen, wie hoch
die Pflanzen in größerem Alter werden. Bleiben sie
nur bis ca. 1 m oder etwas mehr hoch, sind sie eher
eine var. von S. roezlii. Vor einer Benennung müßte
aber feststehen, wie eine genauere Beschreibung des
C. chotaensis lautet. Den S. roezlii sah ich schon vor
vielen Jahren in über 2 m hohen Kulturpflanzen.
Seticleistocactus Backbg. (74)
Descr. Cact. Nov. III: 13. 1963
Ziemlich niedrige, basal oder seitlich verzweigende
schlanke Cereen aus der näheren Verwandtschaft
von Cleistocactus, der Gattungstypus von Car-
denas als „eine merkwürdige Art" bezeichnet, „von
allen Cleistocactus-Spezies durch schrägen
Blütensaum mit zurückgebogenen Perigonblättern, vor
allem aber durch lange, abstehende Borsten an der
Blütenröhre, dem Ovarium und der Frucht
unterschieden; sie dürfte ihre Stellung zwischen
Cleistocactus und Bolivicereus haben". Allein schon dieses
Urteil erforderte eine Gattungsabtrennung,
außerdem aber das" Ordnungsprinzip meiner
Systematischen Übersicht, in der Seticleistocactus einen noch
offenen Platz ausfüllt: die Reduktionsstufe vor
Cleistocactus. Diese beiden Gattungen und Ce-
phalocleistocactus bilden gleichsam eine
‚,Reduktionsgruppe", bei zweien die Borstenanlage
verschieden ausgebildet: Seticleistocactus mit Borsten
an der Blüte und Frucht, in den Triebareolen
fehlend, Cephalocleistocactus bei zunehmender Größe
mit sich mehr und mehr verdichtendem Borsten-
schopf in der Blütenregion, die Borsten an der Blüte
nicht vorhanden, bei Cleistocactus weder in der
Blütenzone noch an den Blüten selbst.
Diese Gattungsgruppe zeigt deutlich, daß die
Natur mit der Reduktionslinie das natürlichste
Ordnungsprinzip geliefert hat. Bisher sind 2 Arten
bekannt. — Verbreitung: Bolivien (Prov. Florida
und Valle Grande) [®],
Seticleistocactus dependens (Card.) Backbg. n.
comb. (Cleistocactus dependens Card., C. & S. J.
[US], XXIV: 5, 144. 1952).
K. niederliegend und aufsteigend; Tr. bis 3,5 cm 0;
Ri. 10—12, niedrig, schmal; Ar. oben weißgrau,
unten schwarz-filzig; Rst. 8—12, bis 3 mm lg.,
stechend, anfangs rötlich-grau; Mst. 3—4, dunkler,
einer bis 1,5 cm lg., grau, z. T. dunkelspitzig; St,
alle später weißgrau; Bl. reich erscheinend, ca.
4,5 cm lg.; R. karminrosa, schlank; Sep. und Pet,
grünlich, die Sep. unten rosa, oben mehr gelblicher
Ton, Spitze bräunlich; Bst. an der R. (und meist
noch stärker an Knospe und Ov.) weiß, bis ca. 7 mm
lg.; Fr. 1,4 cm 0, weinrot. — Bolivien (Prov.
Florida, La Negra, 1400 m). (Abb. 59 links, 384.)
Cardenas bezeichnete zwar nur S. piraymirensis als
einen besonderen Typus, nannte aber die Bst. bei
obiger Art auch „long and white"; daher mußte die
Spezies umgestellt werden.
Seticleistocactus piraymirensis (Card.)Backbg. (T.)-
Descr. Cact. Vov. III: 13.1963 (Cleistocactus piray-
Seticleistocactus — Soehrensia 407
mirensis Card., C. & S. J. [US], XXXIII: 3, 78—79.
1961).
K. aufrecht-säulig, bis lmh.; Tr. bis 3 cm 0,
graugrün; Ri. ca. 15, 4 mm h.; Ar. 1 cm entfernt, dunkel;
Rat. 12—18, sehr fein, 4—10 mm lg.; Mst. 1, nadelig,
bis 2,5 cm lg.; St. alle weißlich; Bl. zylindrisch, bis
6 cm lg., Saum + schräg, 1,2 cm 0; R. z. T. ±
gebogen, bläulichrot, mit weißen H.; Sep.
dunkelblaurot, braunspitzig; Pet. heller bläulichrot, wie
die Sep. + zurückgekrümmt; Gr. unten heller-, oben
dunkler-bläulichrot; N. hellgrün; Stbbl. bläulichrot;
Fr. rötlich-dunkelgrün, 1,5 cm lg., rot beschuppt;
Bst. an R. und Fr. 1—2 cm lg.; S. 1 mm gr.,
glänzend-schwarz. — Bolivien (Prov. Valle Grande,
Santa Cruz, Rio Piraymirf, auf 1800 m). (Abb. 385.)
x Setidenmoza icosagonoides: ein unbeschriebener
gelbstachliger Bastard zwischen Seticereus und
Denmoza.
Setiechinopsis (Backbg.) De Haas (85)
Zierliche, kleinzylindrische Pflanzen mit dünnröhri-
gen, + duftenden langen Nachtblüten, die Perigon-
blätter sehr schmal, die Röhrenschuppen in
Borsten ausgezogen, z. T. mit Borsten am Ovarium; die
Frucht von spindelförmiger Gestalt, trocken, bei
Reife längsaufreißend. Die Samen sind
braunschwarz. Nur 1 Art bekannt. — Verbreitung:
Argentinien: Santiago del Estero. [®.; P. ergibt
größere Pflanzen.]
Setiechinopsis mirabilis (Speg.) de Haas (T.)
K. meist einzeln, bis 15 cm h., 2 cm 0, dunkel-
bräunlichgrün; Ri. 11—12; Ar. winzig; Rst. 9—14,
dünn; Mst. 1, vorgestreckt, + pfriemlich, bis 1,5 cm
lg.; St. gerade, randständige weißlich, mittlere
bräunlich-hornfarben; Bl. stets am Scheitel, ca. 12
cm lg., weiß; Pet. sehr schmal, weiß, spitz zulaufend;
B. ziemlich wollig, mit schwarzen Sch.-Bst. und Bst.
zuweilen auch am Fruchtknoten; Fr. bis 4 cm lg.,
6 mm 0; S. rund, 1,5 mm gr. — Argentinien (bei
Colonia Ceres). (Abb. 386.)
v. gracilior Backbg. — Descr. Cact. Nov. III: 14.
1963: K. noch dunkler; Rst. 10—12; Mst. 1,
ebenfalls dünn, nur 0,5, selten bis 1 cm lg., anfangs
oben hellbraun, bald weiß und leicht hellbraun-
spitzig; Bl. nur 6 cm lg. (geschlossen: nur 8,5 cm
lg.), ca. 2.9 cm 0; Pet. dicht kopfig-strahlend,
äußerst schmal, grünlich-weiß; Fr. 3 cm lg. (Abb.
387).
Typus der Art ist nach Spegazzini die Pflanze mit
einem starken Mst. („validissimus"), bis 1,5 cm lg.
Die Angabe „Blüten duftlos" ist unzutreffend.
Beide Blüten duften, schwächer, solange es noch
hell ist; die Bl. der var. ist morgens schon nicht
mehr offen, schließt auch meist nach kurzem
Offensein. Die Bl. des Typus der Art kann noch bei
Tagesbeginn geöffnet sein; sie duftet mitunter sehr
stark. Der Griffel ist kurz; infolgedessen bestäuben
sich die selbstfertilen Pflanzen fast stets, sind also
autogam. Dadurch, sowie durch die Perigonform,
die Borsten, die trockenwerdende spindelige,
seitwärts aufreißende Frucht ist Setiechinopsis von Ar-
throcereus unterschieden. Ihre Einbeziehung zu
letzterem Genus durch Marshall und Buxbaum
ist wohl nur auf mangelnde Kenntnis des
immerhin seltenen lebenden Materials beider Gattungen
zurückzuführen.
Setirebutia (Fric) Krzgr., unbeschrieben: Medio-
lobivia Backbg.
Soehrensia Backbg. (114)
Kräftige längliche bis runde, z. T. großkugelige bis
dick-säulige Pflanzen mit mäßig-langen derbtrichte-
rigen Blüten, diese nur behaart; Früchte + wollig,
nicht trocken. Blütenfarbe rot oder gelb, in
verschiedenen Tönungen. Die Pflanzen besiedeln nur
größere Höhenlagen und sind hier z. T.
ungewöhnliche Erscheinungen: eine Art wird von den
Einheimischen „Kegelkugel" genannt, eine andere
erreicht die Größe des Echinocactus grusonii, eine
dritte fast die des dicksäuligen Helianthocereus
poco, mit einer gelegentlichen Altersgröße von ca.
2,50 m. Beschrieben wurden bisher 7 Arten. —
Verbreitung: Nordwest-Argentinien (von Mendoza
und Tucuman bis Los Andes), Chile.. [©•]
Soehrensia bruchii (Br. & R.) Backbg. (T.)
K. kräftig-kugelig, einzeln oder sprossend, dann
Gruppen bis 50 cm 0; Ri. bis ca. 50 oder mehr,
oben höckrig geteilt; Ar. mit anfangs stärkerem und
kurzem weißem Wollfilz; Rst. 9—14, spreizend,
abstehend, gerade oder + gebogen, pfriemlich-kräftig;
Mst. ebenso, bis ca. 4; St. dunkler getönt, mittlere
unten etwas verdickt; Bl. tief rot, ca. 5 cm 0, mit
etwas aufgerichteten Pet.; Fr. grün, gering behaart.
— Nordargentinien (Tafi del Valle). Fechser
berichtet auch von blaßrot blühenden Stücken.
(Abb. 388.)
Beschreibung nach der Britton u. Roses,
vervollständigt. Außerdem gibt es einzelne Pflanzen mit
gelblichen und mehr kräftig-nadeligén St., alle bis
2 cm lg., mittlere in der Stärke kaum unterschieden,
Fuß verdickt; Bl. ca. 6,5 cm 0, etwas breiter offen,
gelblich-rot; Stbf. rot; N. grün. Britton u. Rose
gaben die Stachelfarbe als „meist dunkel" an und
sagten nichts über ihre Stärke und Länge. Da Rose
die Pflanzen selbst sammelte, ist anzunehmen, daß
er zufällig nur tiefer-rot blühende sah. Vermutlich
gibt es Übergänge, so daß die hellerbestachelte und
-blühende Form (z. B. in der Sammlung Riviere)
vorderhand nicht als Varietät abgetrennt werden
kann. Fechser berichtet auch von blaßrot b lühen
408 Soehrensia
den Stücken. Die var. Yoshio Itos: v. aureorubri-
flora und v. rosiflora (beide 1962) sind danach nicht
abtrennbar, sondern nur Formen, die man aber so
bezeichnen könnte,
v. nivalis (Fric) ist eine dichter und weißlich
bestachelte, aber seit 1929 erst neuerdings
wiedergesammelte Höhenform.
Soehrensia formosa (Pfeiff.) Backbg.
K. anfangs dickkugelig, später gestreckt, im Alter
zylindrisch, bis über 50 cni h., meist einzeln; Ri.
15—35; Epidermis blaß graugrün; Rst. 8—16,
ziemlich dünn und biegsam; Mst. bis 8, bis 7 cm lg.,
elastisch; St. variabel in der Farbe, meist weißlich,
randständige auch gelblich, mittlere oft dunkler
gespitzt, auch rötlich, alle + hyalin; Bl. schlank
glockig-trichterig, bis 8 cm lg., etwas verschieden
br., hell- bis goldgelb; R. bis 2,5 cm 0,
gelblichgrün, locker behaart. — Nordargentinien (Men-
doza, Quebrada de Toros, bzw. Vorkordillere von
der Nordgrenze Mendozas bis zum Cerro Nevado).
Die Stacheln sind zuweilen auch bräunlich, ihre
Länge und Dichte ist etwas verschieden. Kugelige
Pflanzen blühen noch nicht; die langsam wachsende
Art muß erst deutlich zylindrisch geworden sein.
Ähnliche andere Arten bleiben kugelig, während die
S. formosa v. maxima zuletzt bis 2 m h. wird
(Dodds), bis 40cmØ. Auf einfarbigen Fotos könnte
man sie kaum von einem ebenfalls im Scheitel
blühenden Helianthocereus poco unterscheiden, auch
die Blütenform und -bekleidung ist gattungsmäßig
schwer trennbar. Dennoch zeigt die Gesamtzahl der
Arten, daß es — von einigen Altersformen
abgesehen — cactoide und nicht cereoide Pflanzen sind.
Das Beispiel beweist aber auch, daß hier nur die
exakte Trennung nach enger umrissenen Gattungen
genügend Aufschluß gibt (vgl. hierzu auch:
Einleitung von Submatucana).
v. maxima Backbg.: K. bis 40 cm 0, im Alter
bis ca. 2,50 m h., hell-, nicht graugrün; St. gelb
mit braunen Spitzen; Bl. goldgelb. Von Dodds
gefunden. — Nordargentinien (Mendoza,
Cerro de Almohadones, auf ca. 3000 m).
v. polycephala Backbg.: K. graugrün, vielköpfig,
basal verzweigt (v. maxima auch seitlich); St.
weiß; Bl. goldgelb. Von Dodds gefunden. —
Nordargentinien (Cerro de Almohadones, auf
dem Páramo).
Soehrensia grandis (Br. & R.) Backbg.
K. kugelig bis länglich, bis 25 cm h.; Ri. 14—16,
2 cm h., schmalkantig, zwischen den Ar. leicht
vorgewölbt; Ar. anfangs weiß; Rst. 10—15, gelb,
braunspitzig, nadelig bis dünn-pfriemlich; Mst.
undeutlich geschieden, basal etwas verdickt, oft 2
länger, bis 8 cm lg.; Bl. bis 6 cm lg., glockig-trichterig,
4 cm 0, orangegelb; R. bis 3,5 cm 0, bräunlich
behaart; Stbf. grün; Gr. grünlichgelb; N. gelb; Fr.
breitrund. — Nordargentinien (zwischen An-
dalgalá und Concepciön).
Jüngere Pflanzen ähneln mitunter gewissen Formen
des Trichocereus smrzianus (Backbg.) Backbg., der
lange auch für eine Soehrensia gehalten wurde.
Soehrensia ingens Br. & R. ex Backbg.
K. dick und sehr großkugelig werdend; St.
abstehend, hellgelb; Bl. bis ca. 4 (—5) cm 0, gelb,
braun behaart; Fr. 3—4 cm 0, grünlich braungelb,
seitlich aufreißend; S. klein, glänzend schwarz (nach
Fechser). — Nordargentinien (zwischen An-
dalgala und Concepciön, El Molle). (Abb. 389.)
Ich sah lebende Pflanzen in der MARNiER-Sammlung.
Farbfotos von Schicketanz zeigten z. T. eine
mutmaßliche Abänderung dieser Art, mit etwas längeren
Stacheln und mehr orangerot getönten Bl.
Soehrensia korethroides (Werd.) Backbg.
K. erst einzeln, dann ± sprossend, größer-kugelige
Gruppen bildend, später länglich, im Alter bis 30 cm
0, stumpf hellgrün bis mattglänzend saftiggrün;
Ri. über 20, zuerst ± höckrig; Ar. anfangs weißlich-
bis gelblich-filzig; Rst. 12—20, ungleich, weißlich bis
gelblich-hornfarben, dunkle Spitze, nadelig, bis 3 cm
lg.; Mst. typisch 4, gelb-rotbraun, oft auch
gebändert, mitunter abgeflacht, stechend; Bl. bis 7 cm lg.,
4,5 cm 0, sattrot, glockig-trichterig; R. dicht
graubraun behaart. — Nordargentinien (Prov. Los
Andes). (Abb. 390.)
Soehrensia oreopepon (Speg.) Backbg.
K. breitkugelig bis gestreckt-kugelig, bis 30 cm 0,
grauoliv-grün; Ri. ca. 18—20—30, 2,5 cm br.,
leicht gekerbt; Ar. 0,8 cm gr., grau; St. anfangs
wenige, später bis ca. 12 (—20), davon 1—5 mittel-
stachelähnliche, 5—7 cm lg., randständige 2—3,5
cm lg., alle dünn, biegsam, blaßgelblich bis rötlich;
Bl. (8—) 10 cm lg., bis 3,5 cm 0, goldgelb, grau
behaart; R. mit zugespitzten, grünlichen Seh.; Stbf.
weiß, am ganzen R.-Innern angeheftet; Stbb. krem.
— Nordargentinien (Mendoza, Cacheuta).
Die Angaben nach in der MARNiER-Sammlung
gesehenem Material erweitert.
Soehrensia smrziana (Backbg.) Backbg.: Tricho-
cereus smrzianus (Backbg.) Backbg.
Erst kürzlich sah Rubingh, Soestdijk, zum ersten
Male die Blüte und damit, daß es sich um eine
Trichocereus-Art handelt.
Soehrensia nebelmanniana Lembcke & Backbg.
K. anfangs flachkugelig bis rundlich, später säulig,
bis 1,50 m h., bis 40 cm 0, reingrün; Ri. zuerst ca.
17, später bis über 38, um die Ar. verdickt, im
Neutrieb auch höckrig; Rst. bis 28, 2,5—5 cm lg., ±
verflochten; Mst. 2—5, bis 15 cm lg.; St. alle
hellgelb bis goldbraun oder rötlich, auch + gebogen
und dunkelspitzig; Bl. glockig-trichterig, ca. 6 cm
lg., gelblich; R. dicht wollig behaart; Fr. kugelig,
3 cm 0, Pulpa weiß; S. glänzend-schwarz, 0,75 mm
Soehrensia — Stephanocereus 409
gr. — Chile (Bafios de Puritama und Toconce, auf
3500 m). Ein struppig-dichtbestachelter ostandiner
Eindringling in Chile. Hiermit näher verwandt mag
das Genus Rodentiophila Ritt. sein.
Von einer weiteren interessanten Soehrensia
berichtet Fechser: bis ca. 1,50 m h., 20 cm 0,
gelbstachlig, Scheitel + schräg nach Norden gerichtet;
Bl. glänzend gelb. — Nordargentinien (Cata-
marca).
Es könnte sich u. U. auch um einen Helianthocereus
handeln.
Solisia Br. & R. (224)
Einzelne kleine Pflanzen, der Pelecyphora pseudo-
pectinata völlig ähnlich, aber mit Milchsaft, zwar
auch mit rübig verlängertem Basalteil,
zusammengedrückten Warzen und langgezogenen Areolen mit
weißen, kammartig geteilten Stacheln, jedoch
entstehen die Solisia-Blüten nicht im Scheitel, sondern
tiefer herab. Die Früchte sind längliche Beeren; sie
werden, wie auch bei einigen anderen Gattungen,
nach der Reife hervorgeschoben. Eine Einbeziehung
zu Mamillaria, wie durch Moran, läßt leicht die
interessante Sonderstellung übersehen, die dieses
Genus einnimmt. Buxbaum hat sie 1951 richtig
gekennzeichnet. Wenn er allerdings 1956 sich selbst
widerspricht, indem er Morans Auffassung folgte,
so zeigt dies, daß seine systematische Methode keine
feste, unveränderliche Grundlage hat.
Während bei Mamillaria die Blüten stets aus der
oberen Zone des Vorjahrswuchses entstehen, bildet
sie Solisia „lateral" (seitlich: Br. & R.), und wer
solche Pflanzen sieht, könnte sie, wie der Erstautor
Stein, eher für eine Pelecyphora-Verwandte als für
eine Mamillaria halten. Nur 1 Art wurde
beschrieben. — Verbreitung: Mexiko (Puebla und Oaxa-
ca). [P.; hält wurzelecht gehalten nicht lange.]
Solisia pectinata (B. Stein) Br. & R. (T.)
K. bis 8 cm lg., bis 6 cm 0, meist tiefer im Boden
sitzend; W. klein, oben zusammengedrückt und am
First gestutzt; Ar. langgezogen; Ax. nackt; St. bis
ca. 40, bis 2 mm lg., rein weiß oder schwach rötlich;
Bl. ca. 2 cm lg., 2,5 cm 0, glockig-trichterig, nackt;
Sep. gelblich-grün; Gr. weiß; N. gelbgrün; Fr. eine
längliche, ± weiße Beere; S. 1 mm lg., schiffchen-
förmig, schwarz, mit großem Nabel. — Mexiko
(Puebla, bei Tehuacan; angeblich auch in Oaxaca).
(Abb. 391.)
Spegazzinia Backbg.: Weingartia Werd.
Stenocactus (K. Sch.) Berg.: Echinofossulocactus
Lawr.
Stenocereus (Berg.) Rice. (158)
Mäßig starke Säulenkakteen, von unten
verzweigend, nicht baumförmig und kronenbildend wie der
nächste Verwandte Marginatocereus. Während
dieser vom Scheitel herab in Reihen oder
Zwischenräumen seitlich blüht, entstehen die Blüten von
Stenocereus nur oben um den Scheitel, und während
schon seine Knospen sich aus einem Borstenkranz
erheben und später am Fruchtknoten zahlreichere
und längere Borsten tragen, ist bei
Marginatocereus das Ovarium filzig, und nur an der mittleren
Röhre finden sich vereinzelte kurze Borsten, aber
lediglich in wenigen Areolen. Im Blütenbau zeigt
Stenocereus auch insofern Unterschiede, als die
Nektarkammer mehr kreiselig ist, bei
Marginatocereus länglich; auf Stenocereus beschränkt ist auch
die Eigenart, daß das Perigon in der Nacht breit
geöffnet ist, sich gegen Morgen schließt, während die
rosa Sepalen noch bis zu 3 Tagen abstehen (Berger).
Daher hielt man das Genus lange für einen Tag-
blüher, bzw. weil die breit geöffneten Blüten nur in
der Nacht so zu beobachten sind. Die Früchte sind
bestachelt, die Samen mattschwarz. Beschrieben
wurden 2 Arten. — Verbreitung: Mexiko (von
Puebla bis zum Isthmus von Tehuantepec) [®.]
Stenocereus stellatus (Pfeiff.) Rice. (T.)
K. aufrecht-säulig, matt dunkelgrün, oft gerötet,
bis 3 m h.; Tr. bis 8 cm 0; Ri. 8—12, stumpf,
niedrig, etwas höckrig; Ar. weiß; Rst. 8—12, bis 12 mm
lg., spreizend; Mst. 1—3, einer deutlicher als
mittlerer, bis 2 cm lg., oben und unten braun; Bl. bis
6 cm lg., zylindrisch-glockig, weiß, außen rosa; R.
rosa, bis zur Höhe der Nektarkammerlage
beborstet, Fr. kugelig, 3 cm 0, rot, bestachelt, eßbar.
— Mexiko (Puebla; Oaxaca; Tehuantepec). (Abb.
392.)
Stenocereus treleasii (Br. & R.) Backbg.
K. bis 7 m h., selten seitlich (bei Beschädigung des
Scheitels ?) etwas verzweigt, auch einzeln; Ri. bis
20, höckrig, + mit V-Vertiefung; St. 7—9, kurz,
gelblich, später auch ein deutlicherer und längerer
mittlerer; Bl. bis 5 cm lg., wie bei voriger Art
(H. Bravo); Fr. ebenso, 5 cm 0. — Mexiko
(Oaxaca, Straße zwischen Mitla und Oaxaca).
Stephanocereus Berg. (185)
Eine monotypische Gattung verhältnismäßig
schlanker, aufrechter Cereen, die mit beginnender
Blühreife am Scheitel einen Borstenschopf bilden, der
dann durchwachsen und jeweils immer wieder neu
gebildet wird, so daß die frühere Schopfzone
ringförmig stehenbleibt. Ganz ähnliche Bildungen weist
das Genus Arrojadoa auf. Bei beiden Gattungen
sind die Blüten nächtlich, die Früchte nackt und
mit dem Blütenrest besetzt. Werdermann stellte
410 Stephanocereus — Strophocactus
Stephanocereus zu ‚‚Pilocereus", wahrscheinlich nur,
weil die Frucht keinen Deckel trägt wie die von Ar-
rojadoa; aber sie hat nicht die typische Gestalt der
Pilosocereus-Früchte, sondern ist weniger rundlich
als länglich, vor allem aber handelt es sich bei
Stephanocereus um ein echtes und stets konstantes Ce-
phalium, gegenüber den nicht konstanten und daher
zuweilen sogar völlig fehlenden Pseudocephalien von
Pilosocereus. Stephanocereus wächst stets einzeln,
Verzweigung wohl nur bei Beschädigung, die Blüte
ist leicht gebogen; zu der größeren Wuchshöhe
als bei Arrojadoa kommen dann noch die genabelten
Früchte und die abweichende größere Blüte.
Das einzige Foto einer blühenden Pflanze nahm
ich — mit morgens bereits geschlossenen Blüten —
im Botanischen Garten von Rio de Janeiro auf
(„Die Cactaceaeu, IV: Abb. 2431, S. 2549. 1960).
Nach Werdermann tritt das Genus stets nur in
verstreuten Einzelstücken auf. Die birnförmigen
Samen sind mattschwarz. — Verbreitung:
Brasilien (Bahia) [®. P.; im MARNiER-Garten sah ich
eine ziemlich große, aus Samen gezogene Pflanze.
Stephanocereus leucostele (Gurke) Berg. (T.)
K. meist einzeln, aufrecht, bis 3 m h.; Ri. 12—18;
Ar. mit bis 1,5 cm lg. H., an Sämlingen noch
spärlich; Rst. bis ca. 20, 0,5—1,5 cm lg., weiß, dünn-
nadelig, später graubraun; Mst. mehrere, weiß bis
goldgelb, starr, stechend, 1—2 später oft bis 4 cm
lg.; Ceph. aus weißer Wolle und zahlreichen, bis
7 cm lg. goldgelben Bst.; Bl. bis 7 cm lg., weiß,
etwas gebogen, unten gelblich, zum Saum grünlich;
N.krem; Fr. rund bis länglich, genabelt, mit
Blütenrest; S. fast 2 mm gr. — Brasilien (Bahia,
rüdliche Catinga). (Abb. 393.)
Stetsonia Br. & R. (63)
Große, baumartige Cereen mit dickem Stamm, von
denen ich im Gebiet von Santiago del Estero sehr
große Bestände sah. Die ziemlich schlankröhrigen
nächtlichen Blüten sind leicht gebogen, kahl und
am Ovarium dachziegelig dicht beschuppt, die
Schuppen + häutig. Das Perigon öffnet breit, die
Staubblätter sind mit dem Griffel ziemlich
geschlossen aufgerichtet. Nur 1 Art und 1 var. sind
bekannt. — Verbreitung: Argentinien (im
trockenen Nordwesten auf Hügeln und buschbewachsenen
Pampas); Bolivien (nach Ritter) [®.; Kopftriebe
blühen zuweilen in den Sammlungen].
Stetsonia boliviana Ritt, ist nur ein Name.
Stetsonia coryne (SD.) Br. & R. (T.)
K. bis 8 m h. Bäume, Stamm bis ca. 40 cm 0; Tr.
zuweilen bis über 100, bis 60 cm lg., + aufgerichtet;
Ri. 8—9, 1—1,5 cm h., stumpf, anfangs lebhaft
bläulich-grün; St. 7—9, unten verdickt, ein
vorgestreckter mittlerer bis 5 cm lg., ziemlich derb, die
anderen bis ca. 3 cm lg., alle anfangs bräunlichgelb,
bald weiß, im Oberteil schwärzlich; Bl. bis 15 cm
lg., weiß; R. weitläufig häutig beschuppt; Ov.
dachziegelig dicht beschuppt. —
Nordwestargentinien (Trockengebiete),
v. procera Ritt. — „Taxon", XIII: 3, 116. 1964:
K. höher, bis 10 m h.; Tr. aufrecht (beim Arttypus
nach Ritter: spreizend), anfangs milchiggrün
(beim Arttypus: bläulich); Pet. blaßrosa, oben
langgespitzt (beim Arttypus: gerundet oder kurz
gespitzt); Nektar.: 1—1,5 cm lg. (beim Arttypus:
0,5—lern lg.); Fr. ± kugelig (beim Arttypus:
oblong); S. blaßbraun (beim Arttypus: braun). —
Bolivien (Bergland des Dept. Tarija, Grenze der
Prov. Gran Chaco und O'Connor, Palos Blancos;
isoliertes Areal). (FR 872—873.)
Im Winter-Kat. zuerst als eigene Art und auch
als St. boliviana angeboten.
Strombocactus Br. & R. (204)
Einzelne flachkugelige Pflanzen, mit rübigen
Wurzeln in den Spalten steiler Tonschieferfelsen haftend.
Die Blüten ähneln denen von Obregonia; sie haben
aber trockenrandige Schuppen, ebenso am
Oberrand der Frucht, die trocken ist und bei Reife mit
ein oder zwei Längsrissen aufreißt. Die winzigen,
staubfeinen Samen sind braun. Die Länge der
inneren Perigonblätter is«, wie auch ihre Breite, etwas
unterschiedlich. Eine besondere Eigenart der
Pflanzen sind ihre etwas verbogen-vierkantigen und oben
stark gestutzten Höcker, in die die Rippen aufgelöst
sind, aber noch gut erkennbar. Es ist nur 1 Art
mit allen diesen Merkmalen bekannt. —
Verbreitung: Mittelmexiko (Hidalgo) [®.; P. sprossen
zuweilen].
Strombocactus disciformis (DC.) Br. & R. (T.)
K. einzeln, scheibenartig im Boden sitzend, bis
flachkugelig, blau- bis grau-grün oder grau, bis 8 cm
0, ausnahmsweise bis über 15 cm 0; Ri. nach Bz.
8 :13, in oben wie deformiert wirkende,
wulstigverbogene Hck. aufgelöst; Ar. bald kahl; St.
höchstens 4—5 in einer Ar., borstenförmig, bestoßen und
bald abfallend, meist nur in Scheitelnähe
vorhanden; Bl. 2,5—3,5 cm lg., bis 4 cm 0, weiß bis
gelblichweiß; N. ebenso gefärbt; Fr. 7 mm lg.,
schmutzigbraun, dünnwandig; S. 0,3 mm gr., rotbraun. —
Mexiko (Hidalgo, bei Ixmiquilpan, Mineral del
Monte usw.). (Abb. 394.)
Strophocactus Br. & R. (42)
Ein interessantes epiphytisches Genus. Die Triebe
winden sich, ähnlich wie bei Deamia, an den
Stämmen empor, liegen ihnen aber, weil
zweikantig, hautartig flach auf; sie haben eine deut-
Strophocactus — Submatucana 411
liehe Mittelrippe und die Areolen am Rand. Die
Stacheln sind ziemlich kurz und fein. Die lang-
röhrige Blüte erinnert in der Form etwas an die der
Setiechinopsis, mit schmalen Petalen, mehr oder
weniger Haarbildung an der Röhre sowie
anscheinend auch Borsten; das Ovarium hat auch Borsten.
Die Frucht ist borstig bestachelt. Nur 1 Art ist
bekannt. — Verbreitung: Brasilien (in den
Amazonas-Wäldern). [Als Epiphyt zu kultivieren.]
Strophocactus wittii (K. Sch.) Br. & R. (T.)
K. dünn- und flach triebig, bis 10 cm br.,
anliegendwindend; Tr. 3—4mal so lg. wie br., oben und unten
gerundet; Ar. sehr dicht stehend, mit Wollhaaren;
St. zahlreich, bis 1,2 cm lg., daneben noch Bst.;
Bl. bis 25 cm lg., wahrscheinlich außen rötlich,
innen weiß (bis rötlich ?); Fr. verlängert-eiförmig; S.
ohrenförmig, schwarz. — Brasilien (Region von
Manaos). In Überschwemmungswäldern weit
verbreitet, z. B. am Rio Negro und anderen entfernten
Gebieten des Amazonasbeckens (H. W. Fittkau).
(Abb. 395.) Die Tr. verzweigen auch seitlich.
Submatucana Bagkbg. (81)
Einzelne oder sprossende kugelige Pflanzen. Die
Rippen sind breiter als bei Matucana, mehr oder
weniger ansehnlich gehöckert, die Bestachlung ist mit
einer Ausnahme bei allen Arten derber.
Submatucana ist mit den + gebogenen bzw. schiefsaumigen
behaarten Blüten die Reduktionsstufe vor
Matucana, deren ausschlaggebendes Gattungsmerkmal
bei Britton u. Rose lautet „Röhre und Ovarium
kahl". Wenn Ritter die Submatucana-Arten zu
Matucana einbezieht, ist dies unlogisch, denn er
stellte ja Pilocopiapoa Ritt, auf, weil die eine dazu
gehörende Spezies sich nur durch behaarte Blüten
von Copiapoa unterscheidet. Die Früchte der Sub-
matucana-Arten werden trocken und öffnen mit
Längsrissen; die Samen sind + schwarz. In diesem
Genus fanden endlich auch die „Arequipa auran-
tiaca (Vpl.) Werd." und die „Arequipa myria-
cantha (Vpl.) Br. & R." ihren richtigen Platz, deren
frühere Einbeziehung zu Arequipa nur ein
Notbehelf war, da man damals weder um eine größere
Artengruppe kugeliger Gestalt mit behaarten und
schiefsaumigen Blüten wußte und es noch keine
andere systematische Position für solche Pflanzen gab.
Kimnach hat in seiner Massenzusammenfassung
unter Borzicactus, die ich für verfehlt halte, auch
Matucana und Submatucana einbezogen, d. h. zum
ersten Male Kugelkakteen zu einem Genus gestellt,
dessen Typus ein Säulenkaktus ist. Die Natur selbst
hat ihn widerlegt: Hutchison fand eine Submatu-
canaart, die sogar meist ziemlich breitrund ist und
nur die Altersform gelegentlich ± gestreckt. Bisher
sind von obiger Gattung 9 Arten bekannt. —
Verbreitung: Nordost-Peru. [®.; P.]
27 Kakteenlexikon
Submatucana aurantiaca (Vpl.) Backbg. (T.)
K. einzeln oder sprossend, bis 15 cm 0 und h.; Ri.
ca. 16, länglich-höckrig zerteilt; Ar. elliptisch; St. ca.
25, rötlich-braun, ungleich, mitunter auch mehr, bis
30, mittlere schwer trennbar, randständige, bis auf
die 3—4 aufgerichteten oberen geraden, gebogen,
bis 2,5 cm lg., die mittleren längeren ca. 3—7, 2,5
bis 4,5 cm lg.; Bl. bis ca. 9 cm lg., 5—7 cm 0,
stärker zygomorph, behaart, dunkelrot, zur Mitte und
zum Schlund hin orangegelb; Gr. am Fuß mit
H.Bildung, braunrosa; N. gelbgrün; Fr. ca. 2 cm 0,
purpurn bis dunkelbraun; S. braunschwarz bis
schwarz. — Nordperu (Cajamarca, zwischen Chota
und Hualgayoc; Huancabamba, bei Sondor).
Submatucana calvescens (Kimn. & Hutch.) Backbg.
K. glänzend dunkelgrün, bis 15 cm h. und 0; Ri.
16—17, in 6kantige Hck. aufgelöst; Ar. grau,
länglich; St. schwer trennbar, ca. 25—35, steif, hell-
bräunlichgelb, die randständigen 0,5—2 cm lg., die
4—8 mittleren 1,5—4 cm lg.; Bl. bis 8 cm lg., 3—5
cm 0» ± zygomorph, orangepurpurn; R. mit bis
2,5 mm lg. weißen H.; Fr. kugelig; S. schwarz,
runzlig. — Nordperu (Santiago de Chuco, 15 km
nördlich von Angasmarca, bei der Mine unterhalb Are-
nillas, ca. 3700 m).
Ein Katalogname Ritters war Matucana mega-
lantha.
Submatucana currundayensis (Ritt.) Backbg.
K. + kugelig; Ri. über 12, in rundliche Hck.
zerteilt, mit Querfurchen; Ar. ziemlich groß, oval,
reichfilzig; St. ca. 16—18, pfriemlich, mittlere
kräftig, gelbbraun (randständige mehr gelblich), zuerst
unten gelb, bis ca. 3,5 cm lg., die randständigen bis
ca. 2 cm lg.; Bl. blaß (lachs)rosa, ziemlich langröh-
rig, kurz behaart. — Peru (Cerro Currunday, bei
Samne).
Die Art ist noch nicht gültig beschrieben; sie mußte
dennoch umkombiniert werden, weil Ritter sie als
Matucana führt. Dies ist in der botanischen Praxis
ungewöhnlich, ließ sich aber nicht umgehen.
Ritter veröffentlicht seine Beschreibungen in
mehreren Zeitschriften; seine neuen Arten entgehen daher
leicht dem Interesse des einzelnen. Um das zu
vermeiden, müssen sie hier gesammelt werden, und
daher sind Neukombinationen von Namen noch
unbeschriebener, guter Arten nicht zu vermeiden.
Submatucana formosa (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 14. 1963 (Matucana formosa Ritt.,
„Taxon", XII: 3, 125. 1963).
K. halbrund, bis 15 cm 0; Ri. 20—30, in 7—10 mm
h. Hck. aufgelöst; Ar. 3—6 mm 0, braun; St.
nadelig, dunkelbraun; Rst. 6—11; Mst. 1—4, 2—5 cm
lg.; Bl. gradsaumig; Ov. borstenlos; R. mit weißen
oder grauen Haaren bekleidet; Pet. zinnoberrot,
oben blutrot; Fr. 1,5 cm lg., nach unten verjüngt;
412 Submatucana — Subpilocereus
S* schwarz, 1 mm gr. — Peru (Balsas, Dept. Caja-
marca) (FR 658).
v. minor (Ritt.) Backbg. — Descr. Cact. Nov.
III: 14. 1963 (Matucana formosa v. minor Ritt.,
1. c, 125. 1963):
K. kleiner, 7—12 cm 0; Ri. 13—21; Rst.
höchstens 9; Mst. 1—2. — Peru (El Chagnal, Dept.
La Libertad) (FR 1072).
Submatucana intertexta (Ritt.) Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 14. 1963 (Matucana intertexta
Ritt., „Taxon", XII: 3, 125. 1963).
K. bis 36 cm h., 7—18 cm 0; Ri. 15—25, gekerbt,
bis 1,5 cm h.; Ar. bis 8 mm lg.; Rst. 8—12, etwas
rauh, abgeschrägt, 8—20 mm lg., braun; Mst. 2 bis
3,5 cm lg., braun, Spitze schwarz; Bl. 7,5—10,5 cm
lg., zygomorph; R. bis 5,5 cm lg., weißflockig
behaart; Pet. goldgelb, oben blutrot; Stbf. oben blaß-
karmin oder braun; Gr. blaßgelb; S. 1,4 mm gr. —
Peru (Puente Crisnejas, nördl. Cajamarca) (FR
693).
Submatucana madisoniorum (Hutch.) Backbg. n.
comb. — (Borzicactus madisoniorum Hutch., C. &
S. J. [US], XXXV: 6, 167—172. 1963).
K. anfangs breitrund, später + gestreckt, einzeln,
graugrün, mit rauher Epidermis; Ri. 7—12,
anfangs ganz flach, später um die Ar. höckrig erhöht;
St. 0—1—5, bis 6 cm lg., + stark gebogen, leicht
abfallend, zuerst braun, dann weißlich; Bl. wenig
zygomorph, schlank-trichterig, 8—10 cm lg., 4—5,5cm
0, bräunlich behaart, rein rot; N. gelblich; Fr.
kugelig, 2 cm 0, längsaufreißend, kurz behaart; S.
braun, glänzend, feinwarzig. — Peru (Dept.
Amazonas, Prov. Bagua, Canyon des Rio Maranon,
zwischen Km 243 (Rentema) und Km 247 (Campo-
miento Santa Rosa), östl. Olmos auf der Mesones
Muro Highway, in Klippen über der Straße, auf
400 m; von P. Hutchison gefunden). (Abb. 396.)
Eine interessante Art, im Alter wie viele
Kugelkakteen + verlängernd und nach der behaarten
Blüte zu Submatucana gehörend, eine eigene
Artengruppe, die nichts mit Borzicactus zu tun hat.
Submatucana myriacantha (Vpl.) Backbg. n. comb.
(Echinocactus myriacanthus Vpl., Bot. Jahrb.
Engler, 50: Beibl. 111: 25. 1913).
K. gedrückt-kugelig, bis ca. 8 cm h., bis ca. 10 cm
0; Ri. 26, stark gehöckert, Hck. durch Querkerben
getrennt; Ar. genähert, klein und kurzfilzig; St.
zahlreich, steif borstenartig, anfangs gelb- bis
rotbraun, später schwarzgrau oder grau, bis 25
randständige, 6—18 mm lg., mittlere ca. bis 10, bis
2,5 cm lg.; Bl. reicher erscheinend, bis 6 cm lg., rosa;
R. schlank, 3 cm lg., mit bis 2 cm lg., kräftigen H.
(„haarförmige Bst."). — Peru (Chachapoyas,
oberhalb von Balsas).
Die einzige Art der Gattung, soweit bisher bekannt,
mit feineren Stacheln, jedoch mit dem von
Matucana abweichenden Submatucana-Kennzeichen der
stark gehöckerten Ri., im Scheitel warzenartig
aufgelöst; auch die Stachelzahl gleicht der der ersten
beiden Spezies.
Submatucana paucicostata (Ritt.) Backbg. —
Descr. Cact. Nov. III: 14. 1963 (Matucana
paucicostata Ritt., „Taxon", XII: 3, 124. 1963).
K. bis 14 cm h., bis 7 cm 0; Ri. 7—11, stumpflich,
7—15 mm h., gekerbt, mit konischen Hck.; Ar. 10
bis 15 mm entfernt, grau; St. kastanienbraun,
vergrauend, gebogen; Rst. 4—8, 0,5—3 cm lg.; Mst.
0—1; Bl. 6 cm lg., zygomorph; Ov. weißflockig und
lang weißhaarig bekleidet; R. 3,5 cm lg., wie das
Ov. behaart; Pet. dunkel-zinnober, violettfarben ge-
randet; Stbf. unten weiß, oben purpurn; Gr.
zinnoberrot; N. 4—5; Fr. breitrund, gering behaart,
grün; S. 1,2 mm gr., rhomboidisch, rauh, braun, mit
großem, grauem Nabel. — Peru (Prov. Huari,
Dept. Ancash) (FR 597).
Submatucana ritteri (Buin.) Backbg.
K. flach- bis breitkugelig, bis 14 cm 0, sprossend;
Ri. 12—22, durch Quereinsenkungen und
Verengungen in flache und breitere Hck. zerteilt; Ar.
länglich, hell; Rst. 7—10 (—14), 1—3 cm lg.; Mst.
1—2—5, 2—4 cm lg.; St. alle leicht gebogen,
anfangs dunkelbraun, später die oberen länger so, die
anderen heller werdend; Bl. bis 9 cm lg., bis 5 cm
0, zinnoberkarmin, sciirägsaumig; R. weißlich
behaart; Stbf. violett; Gr. violett; N. gelblich-rotgrün;
Fr. 1,5 cm 0, höckrig; S. schwarz. — Peru (La
Libertad, bei Otuzco).
Subpilocereus Backbg. (174)
Baumförmige Cereen der Küsten und Inseln des
nördlichen Südamerika, wo sie häufig zusammen
mit Ritterocereus griseus und R. deficiens auftreten.
Obwohl Subpilocereus repandus, der bereits 1753
beschrieben wurde, schon über zweihundert Jahre
bekannt ist, wurde vor meiner zusammenfassenden
Bearbeitung dieser Cereengruppe im Jahre 1938
merkwürdigerweise stets übersehen, daß es sich hier
um 7 bislang bekannte Äxten handelt, deren Blüten-
und Fruchtmerkmale genau übereinstimmen.
Britton u. Rose hielten sie teils für Arten der Gattung
Cephalocereus — und das allein ist schon ein
Beweis gegen die Brauchbarkeit eines solchen Genus
sens. lat. —‚ Croizat für „Pilocereus“-Arten, weil
die jüngeren Areolen eine leichte Haarbildung
aufweisen und die Blüten kahl sind; sie haben aber eine
andere Form, und ebenso die Früchte, die bei allen
Pilosocereen ganz einheitlich breitrund sind, die
Samen glänzend und nicht so groß wie die matten
obiger Gattung. Am ehesten verstände ch war noch
die Einbeziehung zu Cereus Mill. durch Johnston,
Hummelinck und in einem Falle durch Britton
u. Rose, zumal die meisten Autoren nicht alle Blü-
Subpilocereus 413
ten kannten. Einheitliche Gattungsmerkmale von
Subpilocereus sind: baumförmiger Wuchs; Blüten
kahl, mit länglicher Samenhöhle, die Röhre um die
Nektarkammer-Region aufgebläht, nach oben zu
glockig-trichterig erweiternd; die Früchte sind
länglich, dickwandig, die Samen groß und mattschwarz;
die anfangs an den Areolen gebildeten, nur mäßig
lang herabhängenden Haarflocken fallen bald wieder
ab. — Verbreitung: Nordkolumbien, Cura<jao-
Inseln, Nordvenezuela und die Inseln Margarita
sowie Grenada. [®,]
Subpilocereus atroviridis (Backbg.) Backbg.
K. stark verzweigt, sehr hoch werdend, mit Stamm;
Tr. bis 20 cm 0, dunkelgrün; Ri. bis 8, gekerbt,
rundrückig; Ar. schwachfilzig, mit weißen H.; Rst.
ca. 8, 0,8—1 cm lg.; Mst. 3, einer bis über 2 cm lg.;
St. alle weiß, dunkelspitzig; Bl. ?; Fr. länglich,
rötlichgrün, innen weiß. — Nordkolumbien (Puerto
Colombia).
Subpilocereus grenadensis (Br. & R.) Backbg.
K. bis 7 m h., Stamm bis 25 cm 0; Tr. graugrün,
bis 7 cm 0; Ri. 7—9,1 cm h., quergefurcht; St. ca.
17, bis 2 cm lg., schwer trennbar, pfriemlich,
bräunlich oder grau, reifig, die kürzesten nur 3 mm lg.;
Bl. ca. 7 cm lg., purpurn; Sep. oben purpurn; Fr.
ellipsoidisch, bis 4 cm lg., grün (unreif ?). — Insel
Grenada.
Britton u. Rose wiesen bereits auf die nähere
Verwandtschaft mit Subpilocereus repandus hin.
Subpilocereus horrispinus (Backbg.) Backbg.
K. baumförmig, bis 5 m h,, relativ wenig verzweigt;
Tr. ohne Flankenfurchen, zuerst bläulichgrün,
später olivgrün, mit ädrigem Rillenmuster, wenigstens
teilweise, Fleisch nach dem Durchschneiden
schwärzend oder bei Verletzungen Saft austretend, der
schwärzlich wird; Ri. 4—5, rundrückig; Ar. etwas
aus der Senkrechten verschoben, 4 mm entfernt,
starkfilzig, länglich, nur langsam verkahlend, mit
herabhängenden H.; Rst. 6—7, bis 2,6 cm lg., erst
weißgrau, unten dunkel hornfarben, später horn-
grau, ziemlich derb; Mst. 1, bis 10 cm lg., derb-
pfriemlich, anfangs gefleckt, weißgrau mit dunklem
Fuß; Bl. nur als Knospe gesehen, gelblichgrün,
innen anscheinend rosa; Fr. länglichrund, rosa mit
blauem Hauch; S. mattschwarz, groß. — Nord-
kolumbien (Puerto Colombia, im Busch).
Wurde zuweilen für „Cereus russelianus" bzw. „Ce-
phalocereus russelianus" gehalten, der aber dick-
pfriemliche Mittelstacheln und außerdem
quergefurchte Ri. hat.
Subpilocereus ottonis Backbg.
K. hochstrauchig bis + baumförmig, z. T.
anlehnend; Tr. bläulich bereift; Ri. (4—) 5 (—6), mit
Flankenfurchen; Ar. graufilzig, mit
herabhängenden flockigen Woll-H.; Rst. ca. 10, derbpfriemlich,
bis 6 cm lg.; Mst. 1—3, bis 10 cm lg., anfangs
schwärzlich oder dunkelfleckig; Bl. bis 9 cm lg., weiß;
St. anfangs + aufgerichtet; Fr. länglich, violettrosa,
duftend; S. mattschwarz. — Nordkolumbien
(Goajira-Halbinsel und westlich); Venezuela (im
Nordwesten).
Von Britton u. Rose irrtümlich als „Cephalo-
cereus russelianus" angesehen, von Croizat als
Pilocereus wagenaari Croiz. noch einmal
beschrieben.
Subpilocereus remolinensis (Backbg.) Backbg.
E. baumförmig, mit längerem Stamm, stark
verzweigt; Tr. glänzend dunkelgrün, anfangs über den
Ar. mit bogigen Flankenlinien; Ri. 6—7, steil,
ziemlich schmal; Ar. schwachfilzig, zuerst mit
herabhängenden H., diese weiß; Rst. 7—13, bis l‚ö cm
lg.; Mst. 1, später bis 3 cm lg.; St. alle dünnpfriem-
lich, zuerst schwärzlich-braun; Bl. bis 7 cm lg.,
kremweiß, Spitzen lilarx>sa; Fr. länglich-rund, gelb-
grün; S. mattschwarz, groß. — Kolumbien (im
Norden, Rio Magdalena, bei Remolino).
Subpilocereus repandus (L.) Backbg.
K. baumförmig, bis 12 m h., stark verzweigt, Stamm
bis 40 cm 0; Tr. aufsteigend, bis ca. 10 cm 0; Ri.
8—12, gekerbt, grau- oder bläulichgrün; Ar. grau-
oder braunfilzig, mit herabhängenden H.; St. 8—20,
undeutlich geschieden, alle kräftig, auch kantig,
abgeflacht oder gedreht; Mst. 1—7 (randständige 7
bis 13), 2—6,5 cm lg.; St. alle später weiß,
dunkelspitzig; Bl. 6—11 cm lg., weiß, grünlich weiß oder
weißrosa; Fr. bis 5,5 cm lg., rötlich-violett, Pulpa
weiß oder zartrosa; S. 2 mm gr., mattschwarz. —
Curac‚ao-Inseln.
Die Art war früher oft als „Pilocereus albispinus" in
den Sammlungen,
v. weberi (Backbg.) Backbg.: St. kürzer; Fr.
gelblich-grün, z. T. schwach rosa angehaucht, mit viel
längerer Samenhöhle als beim Typus der Art, wo
sie außerdem mit einer dickeren weißen Schicht
umgeben ist. (Abb. 397.)
Subpilocereus russelianus (O.) Backbg. (T.)
K. baumförmig, bis 7 m h., sperrig aufrecht
verzweigt, mit längerem Stamm, bis 2 m lg. und 60 cm
0; Tr. dunkelgrün; Ri. 4—5 (—6), stark
quergekerbt, besonders zu Anfang; Ar. braunfilzig* mit
herabhängenden H.; Rst. ca. 7, kastanienbraun,
stark spitz zulaufend; Mst. 3, 2 vorstehend, einer
abwärts gerichtet, nagelig-pfriemlich, anfangs
gefleckt; Bl. bis 9 cm lg., kremfarben; Sep. rosa; Fr.
lachsfarben, 6 cm lg., Pulpa weiß; S. mattschwarz,
groß. — Venezuela (Puerto Cabello, oberhalb La
Guayra und bis zur Halbinsel Goajira). Dies ist
Cereus margaritensis Johns.
v. micranthus (Humlck.) Backbg. : St. selten mehr
als 1 cm lg., unten deutlich geschwollen,
rückseitig abgeflacht; Rst. zurückgebogen, Mst. sogar
414 Subpilocereus — Sulcorebutia
etwas kürzer. — Venezuela (bei Carúpano, La
Pecha usw.).
Subpilocereus wagenaari (Croiz.) Backbg.:
Subpilocereus ottonis Backbg.
Sulcorebutia Backbg. (104)
Eine interessante Gattung aus dem bolivianischen
Osten, die wegen ihrer Blütenähnlichkeit zuerst als
Rebutia angesehen wurde. Aber allein schon die
teilweise Polsterbildung aus einer stärkeren
Hauptwurzel und die später häufig beim Typus des Genus
zu beobachtende derbe Bestachlung waren für eine
Rebutienart ungewöhnlich, ebenso die einheitliche
Bildung fast strichtörmiger Areolen. Diese Merkmale
bestimmten mich zur Abtrennung des obigen Genus.
Als dann die „Rebutia tiraquensis Card." entdeckt
wurde, die bis 12 cm breite Körper bildet und auch
mit ihrer ziemlich derben Bestachlung stark von
Rebutia abweicht, war es vollends klar, daß es sich
hier nicht um Rebutien handelte. Es wurden dann
noch weitere Arten gefunden, die besser hierher
gehören als zu Rebutia bzw. Lobivia („Lobivia
hoffmanniana Backbg.41 erwies sich ebenfalls als
eine Sulcorebutia). Bei allen Arten sind die Areolen
länglich und schmal, entweder mit winziger Ein-
senkung darüber, oder die Höcker sind schräg
aufwärts verjüngt und verlängert bzw. nicht
gleichmäßig rund. Die Blüten ähneln denen der Rebutien;
die Früchte sind teilweise oblong, teils rund, glatt
oder mit Schüppchen versehen. Die Samen sind
klein, matt oder glänzend schwarz bzw.
dunkelbraun. Nicht selten sind die Rippen in ± rhom-
boidische Höcker zerteilt bzw. diese gegeneinander
versetzt. Offenbar gehört „Rebutia menesesii Card."
ebenfalls hierher, wenngleich ihre Areolen kürzer
sind; aber die Höcker sind nicht rundlich, wie bei
Rebutia, sondern genau doppelt so breit wie lang,
jedoch auch etwas gegeneinander versetzt. Da diese
Art überdies der „Rebutia candiae Card."
zweifellos sehr nahe steht, mußte sie auch deswegen hier
einbezogen werden. Es kommen z. T. (bzw. später)
längliche Körper vor, wie bei „Rebutia kruegeri
(Card.)", die auf jeden Fall hierher g¾hört; sie
kann gepfropft ziemlich groß werden, und dann
sproßt sie seitwärts und bildet Klumpen, die
sprossenden Rebutien nur entfernt ähnlich sehen.
Andererseits sah ich z. B. Einzelstücke von
Sulcorebutia tiraquensis v. electracantha, die bei ca. 7 cm
0 noch keinerlei Neigung zum Sprossen zeigten;
diese Art wird überhaupt verhältnismäßig groß und
zeigt dabei nur geringe Neigung zum Sprossen, wie
dies bei Rebutiaarten größeren Durchmessers nicht
der Fall ist. Zweifellos sind aber beide Gattungen
nahe miteinander verwandt, was sich auch daran
zeigt, daß beide relativ tief blühen. Alle bisher
bekannten Sulcorebutia-Arten — und das scheint mir
auch bedeutsam zu sein — stammen aus Ostbolivien.
Es hat den Anschein, daß sich hier eine besondere
Gruppe von Rebutienverwandten entwickelt hat,
deren Eigenart und Geschlossenheit, zusammen mit
den anderen Merkmalen, eine besondere
systematische Position verlangt. Die Aufgliederung der S. tira-
quensis-Gruppe ist schwierig, bzw. bei einigen dazu
gehörenden Pflanzen die Klärung der Frage: eine
eigene Art, Varietät oder nur gelegentlich
auftretende Form. Ich gebe die bisher von mir
festgestellten Abweichungen zur besseren
Veranschaulichung dieser interessanten Art oder Arten zwar
wieder, kann aber bisher nicht über die Beschreibung
einer Varietät hinausgehen. Gerade diese
Spezies zeigt einen besonders schönen und variablen
Stachelhabitus, zu dem noch ein starkes Variieren
der Blütentönung kommt, von hell bis tief
dunkelrot. Für den Privatsammler wird nach alledem diese
Gattung besonders lohnend sein. Es gibt verschieden
rot blühende Arten sowie eine gelb blühende; es
treten aber auch orange Tönungen auf, also
Übergänge beider Farben zueinander. Die Blüten sind
meist nicht ganz so schlanktrichterig wie bei
Rebutia und deutlich bzw. z. T. relativ breit
beschuppt. Bisher sind 17 (—18) Arten bekannt. —
Verbreitung: Nordost-Bolivien (Dept. Cocha-
bamba, soweit bisher feststeht). [®; P. wachsen
schneller und blühen reicher.]
Sulcorebutia arenacea (Card.) Ritt., comb. nov. in
„Cactus", 17: 76,34.1962: Rebutia arenacea Card.
Ich belasse die Art bei Rebutia, da sie weder einen
Rübenkörper bildet noch derbe Stacheln, noch
strichförmige Ar. oder eine ± furchige Verlängerung
derselben, in alledem also keine Sulcorebutia-Merk-
male zeigt.
Sulcorebutia breviflora Backbg. nom. nov. (Rebutia
brachyantha Card., Kakt. u. a. Sukk., 16: 4, 74—75.
1965, non (Wessn.) Buin. & Don., 1963).
K. einzeln, flachrund, bis ca. 1,5 cm h., 3,5 cm 0,
bräunlich-grün, Scheitel eingedrückt; Wz. rübig, bis
3 cm lg.; Ri. ca. 11, spiralig, in runde Hck. aufgelöst,
diese 4 mm h., 6 mm 0; Ar. ± linear, 5 mm lg.,
5 mm entfernt, weißfilzig; St. ca. 12, borstenartig,
kammförmig anliegend, bis 6 mm lg., obere kürzer
und verflochten, alle weiß mit verdicktem Fuß;
BI. ca. 2,5 cm lg. und 0, gelb; Sep. u. Pet.
lanzettlich; Sep. bräunlich gespitzt; Pet. im Hochstand
stark zurückgebogen; R. bis 7 mm lg.; Ov. 4 mm 0,
braungeschuppt; Stbf. orangegelb; Stbb. hellgelb;
Gr. 1,2 cm lg., weißlich, die Staubblätter
überragend; N. 4, hellgelb; Fr. u. S. unbekannt. —
Bolivien (Dept. Cochabamba, Uferbänke des Rio
Caine, 2000 m).
Sulcorebutia candiae (Card.) Backbg. n. comb.
(Rebutia candiae Card., in C. & S. J. [US], XXXIII:
4, 112. 1961).
K. breitkugelig, sprossend, einzelne bis 3 cm h., bis
5 cm 0, dunkelgrün; Ri. 15—20, in gegeneinander
Sulcorebutia 415
versetzte rhombøidische Hck. zerteilt; Ar.
schmallang, kremweiß; St. nur randständig, kammförmig
geteilt, anliegend, 3—7 mm lg., dünn, gelblich,
einige auch heller, die oberen oft die längsten, viele
verkrümmt oder abwärts gebogen; BI. bis 3 cm lg.,
als etwas zygomorph beschrieben, aber wohl nur
ausnahmsweise, das mir vorliegende Bild zeigt auch
schlankere Blüten als Cardenas' Bild; Seh. an R.
und Ov. olivgrün; Pet. gelb; Fr. kugelig, 5 mm 0;
S. bis 1,4 mm lg., dunkelbraun. — Bolivien (Ayo-
paya, bei Tiquirpaya, auf 2800 m). (Abb. 398.)
Sulcorebutia canigueralii (Card.) Backbg. n. comb.
(Rebutia canigueralii Card., C. & S. J. [US],
XXXVI: 1, 26—27. 1964).
K. sprossend; Wz. ziemlich langrübig; Tr. kugelig,
1 cm lg., 2 cm 0, grautonig; Ri. in ca. 13 spiralige
Reihen von kleinen Hck. aufgelöst, diese.3—4 mm
br.; Ar. elliptisch, schmal, 3 mm lg., weiß; St.
kammförmig, 11—14, borstenartig, angelegt, 1,5—2 mm
lg., weißlich, Basis braun; Mst. vereinzelt 1—2
jeweils in der Ar., aufgerichtet ;B1. bis 4 cm lg., und 0;
Ov. grünschuppig; R. rötlich-gelb, grünschuppig;
Sep. braungelb; Pet. 2 cm lg., unten gelb, oben
orange; Stbf. goldgelb; Gr. grünlich; N. 8, hellgelb.
— Bolivien (Prov. Oropeza, Dept. Chuquisaca,
Sucre, 2800 m).
Die Art hat die für Sulcorebutia typischen schmalen
Areolen und längere Rübenwurzeln, die es bei
Rebutia nicht gibt.
Sulcorebutia glomerispina (Card.) Backbg. n. comb.
(Rebutia glomerispina Card., C. & S. J. [US],
XXXVI: 2, 40. 1964).
K. flach sprossend; Wz. rübig; Tr. 5 mm h. und br.
(soll anscheinend „cm" heißen ?); Ri. in 20 Reihen
von 3 mm h. und 4 mm br. Hck. aufgelöst,
blaugrün; Ar. 3 mm entfernt, elliptisch, 3 mm lg., grau;
St. 10—14, seitlich spreizend, den Körper
verdeckend, 5—20 mm lg., nadelig, mit verdickter
Basis, weiß oder orangebraun, bzw. so nach der
Mitte zu; Bl. 2,8 cm lg., 2 cm 0; Ov. weiß, mit
smaragdgrünen Seh.; R. mit unten grüngelben Seh.;
Sep. innen tief purpurn, außen heller; Pet. purpurn;
Stbf. purpurn; Gr. weiß, ebenso die 6 N. —
Bolivien (Prov. Chapare, Dept. Cochabamba, Hua-
kani, 3200 m).
Für Cardenas' hier wiederholte Ausführungen zu
Sulcorebutia und Rebutia gilt das unter S. tunarien-
sis Gesagte. Die Blütenähnlichkeit besagt allein
nichts; wie sollte man sich sonst bei „Echinopsis
kratochviliana" (also eine Pseudolobivia) und Lo-
bivia verhalten, alle zusammenziehen, bzw. mit
Echinopsis vereinigen?
Sulcorebutia hoffuianniana (Backbg.) Backbg. n.
comb.: Beschreibung siehe unter Lob. hoffmanniana
Backbg., unter welchem Namen sie bisher geht;
nach der Vermehrung ergab sich, daß sie im Habitus
der S. kruegeri ähnelt, aber am Standort derbe
aufgerichtete Mst. hat. Sie ist zweifellos eine
Sulcorebutia mit strichförmigen Ar. und wird daher auch
hier geführt (Basionym: Lob. hoffmanniana Backbg.,
Die Cact., III: 1434. 1959).
Sulcorebutia kruegeri (Card.) Ritt. — ‚‚Cactus",
17: 76,36.1962 (Aylostera kruegeri Card., „Cactus",
12: 57, 260. 1957).
K. später länglich, mit konisch-rübenartigem
Basalteil, zuerst flachkugelig, bei alten Stücken mehr
zylindrisch, seitlich sprossend und klumpenbildend,
heller- bis dunkler-grün; Ar. kremfarben filzig, sehr
langgezogen; Hck. schmallang, gegeneinander
versetzt; Rst. kammförmig gestellt, anliegend, bis ca.
20, dünn, bis 3 mm lg., weißlich, einige leicht
bräunlich getönt, unten + leicht verdickt; Mst., wenn
vorhanden, im oberen Ar.-Teil, 1—2, kurz und fein,
bräunlich, aufgerichtet; BI. mehr glockig-trichterig,
bis ca. 2,5 cm lg., goldgelb bis orange, zum Pet.-
Saum hin auch rötlich-orange; R. locker breit
beschuppt; Fr. purpurrötlich, 3 mm 0, mit kleinen
Seh.; S. 1 mm gr., glänzend schwarz. — Bolivien
(Prov. El Cercado, 2568 m). Variiert mit und ohne
Mst.
Sulcorebutia lepida Ritt. Ohne lateinische Diagnose
in „Cactus" 17: 76, 36. 1962 (mit Abb.); endgültige
Beschreibung in Nat. C. u. S. J. (England), 17:
13 (März), 1962.
K. sehr dunkelgrün, wenig sprossend, Scheitel
vertieft; Ri. ca. 16, ganz in an der Basis in
mehrflächige Hck. aufgelöst, diese ca. 3 mm h. und br.;
Ar. schmallang, mit enger Furche nach oben, bis
3 mm lg., ebensoweit entfernt; St. ca. 14—20, 3 bis
7 mm lg., fast kammförmig seitwärts und abwärts
strahlend, fast anliegend, schwarz, schwarzrot,
braun oder goldgelb; Bl. zinnober bis karmin. —
Bolivien (Standort unbekannt) (FR 369). (Abb.
400.)
Ich sah die Art in der MARNiER-Sammlung tief
karminrot bzw. purpurn blühen. Die Pflanze scheint
eher eine kleinere und kürzer bestachelte var. der
R. tiraquensis zu sein, es sind aber auch von ihr
keine so abweichenden Bl.-Farben bekannt wie
z. B. bei der v. electracantha der letzteren. Siehe
auch unter S. mentosa.
Sulcorebutia menesesii (Card.) Backbg. n. comb.
(Rebutia menesesii Card., C. & S. J. [US], XXXIII:
4, 113. 1961).
K. breitrundlich, sprossend, bis 2 cm h., einzelne
bis 6 cm br., dunkel graugrün; Ri. 14—18, in bis
3 mm lg. und 6 mm br. Hck. zerteilt, diese +
versetzt; Ar. mäßig länglich; St. 10—12, kammförmig
geteilt, 3—35 mm lg., weiß oder rosa, anfangs auch
hellbräunlich, rauhhaarig, besonders die längeren +
stark gebogen bis verkrümmt; Bl. bis 4 cm lg., 3,5
cm 0, blaß- bis goldgelb; R. blaßgelb, Seh. grün,
rotspitzig; Sep. rot gespitzt; Fr. kugelig, 6 mm 0,
416 Sulcorebutia
dunkelrot, breitschuppig; S. 1 mm gr., dunkel. —
Bolivien (Ayopaya, bei Naranjito, 1600 m).
Die Art steht der S. candiae nahe. (Abb. 400.)
Sulcorebutia mentosa Ritt. — „Succulenta" 43: 7,
102. 1964.
K. flach oder halbkugelig, frischgrün, bis 6 cm 0,
Scheitel eingedrückt; Wz. langrübig; Bi. + 20;
Hck. 1 cm lg., 5 mm h., kinnförmig; Ar. 5—7 mm
lg., 2 mm br., weiß, 6—8 mm entfernt; St. dünn,
etwas gebogen, schwarz oder dunkelrot; Bst. 14 bis
18, kammförmig gestellt, ca. 5 mm lg.; Mst. 2—4,
5—8 mm lg.; Bl. seitlich, 3 cm lg., 3,5 cm 0,
purpurn; B. 1,5 mm lg.; Stbf. weiß oder rötlich, zwei-
serig; Gr. bis 2 mm lg., weiß; N. 5—7, blaßgelb; Fr.
rund, 7—10 mm 0, braun; S. mattschwarz. —
Bolivien (Prov. Campero, Aiquile) (FR 945).
An Ov. und Fr. noch Spuren einer Haarbekleidung,
wie solche z. T. auch bei Rebutia beobachtet
worden sind. Eine Abtrennungsmöglichkeit besteht
daher weder hier noch dort; die Filzspuren sind nur
ein gelegentliches Zeugnis des
Reduktionsvorganges. Eine Trennung erscheint allein da als berechtigt,
wo die Bekleidung wesentlich stärker und allen Arten
gleich eigentümlich ist.
Die S. lepida scheint dieser Spezies nahezustehen
(siehe auch dort).
Sulcorebutia polymorpha (Card.) Backbg. n. comb.
(Rebutia polymorpha Card., Kakt. u. a. Sukk., 16:
6, 115—116. 1965).
K. rundlich bis breitrund, sprossend, tief sitzend,
einzelne Köpfe bis 1 cm lg., 5 cm br., grau- bis
dunkelgrün; Bi. 10—15, aus W. oder kleinen Hck.
bestehend, beilförmig, bis 5 mm h.; Ar. bis 8 mm
entfernt, bis 5 mm lg., elliptisch; St. borstenförmig,
kammartig gestellt, angepreßt, 3—5 mm lg., grau
oder dunkelbraun, dünn, stechend, bis 2 cm lg.,
aufwärts gebogen; Bl. bis 3 cm lg. und 0, magenta
oder außen rötlich, innen orangegelb; Ov.
verschiedenfarbig (je nach Bl.-Farbe); B. breit
geschuppt; Stbf., Gr. und N. weißlich; Fr. 5 mm gr.,
rund. — Bolivien (Prov. Arani, Dept. Cocha-
bamba, nahe Tiraque, 3200 m).
Nach Cardenas eine extrem variable Art, er
vermutet einen „Anteil an der Entstehung seitens
S. steinbachii, totorensis und tiraquensis, die in
derselben Gegend wachsen". Die Beschreibung gibt
nur wenig davon wieder. Ein Komplex von Natur-
hybriden? Ähnlich stark variiert S. tiraquensis,
nach dem Farbbildmaterial von Rausch zu urteilen,
bzw. nach dem darunter erwähnten Ritter-
Material; ähnliche Bl. hat S. tarabucensis Card.
Sulcorebutia steinbachii (Werd.) Backbg. (T.)
K. + breite, polsterartige Gruppen aus einer
Hauptrübe, grün; Bi. undeutlich, bis ca. 13, in versetzte
längliche Hck., etwas rhomboidisch, aufgelöst; Ar.
stark langgezogen, weißfilzig; St. an Kulturpflanzen
mitunter zuerst fehlend, später längere Zeit auch
die mittleren, an normal bestachelten Exemplaren
ca. 6—8 randständige, bis 2,5 cm lg., dünn bis viel
kräftiger, schwärzlich, etwas rauh; Mst. 1—3, erst
dunkler, später weißlich, rauh, z. T. mit dunkler
Spitze, bis derbpfriemlich, unten verdickt, ungleich
lg., bis ca. 2 cm die längsten; Bl. ca. 3,5 cm lg.,
scharlachrot. — Bolivien (Cochabamba, genauer
Standort nicht bekannt).
v. gracilior Backbg. n.v.: Differt ramis gracilio-
ribus; aculeo centrali plerumque deficiente, inter-
dum 1, ad 1 cm longo.
K. etwas heller grün als bei den folgenden var.;
Tr. zierlicher als beim Typus der Art und den
anderen var.; St. hell, fein und ziemlich kurz;
Mst. meist fehlend, sonst 1, bis ca. 1cm lg.;
Bl.? — Ostbolivien. (Uhlig-No. U 2205; von
Krahl gefunden.)
v. rosiflora Backbg. — „Cactus" 19, 80—81, 5.
1964.
K. dunkel blaugrün; St. schwarzbraun, ohne
helleren Fuß, mittlere 1—3, seitliche in 3—4 Paaren,
mehr abstehend, nich$ deutlich kammförmig
gestellt; Bl. 3 cm lg., 4 cm 0, purpurrosa; B. 1,5 cm
lg., blaßgrünlich-rosa; Stbf. rosa, geringer an Zahl;
Gr. 2 cm lg. (Abb. 401 links.)
Weicht durch die dunkle Körper- und
Stachelfarbe, sowie ziemlich große, rosa Blüten ab.
v. violacitlora Backbg. — „Cactus" 19. 80—81. 6.
1964.
K. sattgrün; St. schwarzbraun, mit hellem Fuß,
seitliche deutlich kammförmig gestellt, 1—2
mittlere; fih nur 2,3 cm lg., 2,8 cm breit, leuchtend
purpurn; B. nur 5 mm lg., rötlich; Stbf. weiß,
zahlreich, dicht stehend; Gr. 1,6 cm lg. (Abb. 403
rechts.)
Vor allem durch die kurzen purpurnen Blüten
unterschieden, sowie andere Stbf.-Farbe; beide
var. haben außerdem eine viel dunklere
Körperfarbe als der mehr reingrüne Typus der Art mit
scharlachfarbenen Blüten.
Die Schreibweise „violacifera" in „Cactus" war
ein Druckfehler.
Sulcorebutia tarabucensis Rausch — Kakt. u.a.
Sukk., 15: 5, 92. 1964.
K. einzeln, nur selten sprossend, rübiger Basalteil,
Kopf wenig aus dem Boden ragend, bis ca. 1,5 cm h.,
2 cm 0, mattgrün; Bi. 10—11, spiralig, in Hck.
aufgelöst, diese 6 mm lg., 4 mm br., 2 mm h.; Ar. strich-
förmig, 3 mm lg., 6 mm entfernt, oben furchig
verlängert; St. 6—8 (—11), 3—6 mm lg., kammartig
zum Körper gebogen, Basis verdickt, schwarz bis
braun; Mst. 0; Bl. 3 cm lg. und 0, dunkelrot, zum
Schlund hin gelb; Pet. gerundet, mit feiner Spitze;
B. und Ov. rosarot mit olivgrünen Seh.; Gr. 2 cm lg.,
wie die 7 N. gelblich; Fr. ? — Bolivien (Berge um
Tarabuco, 3500 m; Rausch No. 66).
Sulcorebutia 417
Sulcorebotia taratensis (Card.) Backbg. n. comb.
(Rebutia taratensis Card., C. & S. J. [US],
XXXVI: 1, 26. 1964).
K. sprossend; Wz. rübig, rosa; Tr. ca. 2—5 cm h.,
bis 3,5 cm 0, dunkelgrün bis purpurn, Scheitel
vertieft; Bi. in ca. 16 spiralige Reihen kleiner Hck.
aufgelöst, diese 4—5 mm gr.; Ar. ca. 6 mm
entfernt, schmal-elliptisch, 5 mm lg.; Rst. 13—16, 3 bis
4 mm lg., kammförmig gestellt, borstig,
durchsichtig weiß mit dunkelbrauner, verdickter Basis;
Mst. 0 (selten 1); Bl. 4 cm lg., 3,5 cm 0; Ov. mit
braunen, spitzen Seh.; R. purpurbraun, mit
braunen Seh.; Sep. innen dunkler-, außen heller-purpur-
ner Tönung; Pet. 2,2 cm lg., magentarot; Stbl. weiß,
ebenso der Gr.; N. 5, weißgelb; Fr. 3 mm lg.,
braunrot; S. glänzend schwarz. — Bolivien (Prov. Ta-
rata, Dept. Cochabamba, am Wege Tarata-Rio
Caine, 2000 m). (Abb.403.)
Eine bei Sucre von Rausch gefundene Art glich in
allem obiger Beschreibung (S. sucrensis Ritt., nur
ein Name?) (Abb. 402).
Sulcorebutia tiraquensis (Card.) Backbg.
K. einzeln bis sprossend, breitrund, einzelne bis 5 cm
h., bis 12 cm 0; Ri. 13—26, gerade oder spiralig, in
unregelmäßig umrissene, meist unten gerundete,
oben + hochgezogene Hck. aufgelöst; Ar.
schmallang, weißlich, oben eine kleine vertiefte
Fortsetzung, durch verlängerte Basis des darüberstehenden
Hcks. oft wie eine Furche; St. an Jungpflanzen
mitunter nur 12—13 randständige und 1—2 mittlere
im Areolen-Oberteil, später schwer in rand- und
mittelständige trennbar, bis über 30, 0,5—3 cm lg.,
anfangs gelblich-bräunlich, später dunkelbraun,
einzelne mittlere kräftiger; Bl. 3,5 cm lg., 3 cm 0,
purpurn; Stbf. unten purpurn, oben weißlich; Gr.
umgekehrt so gefärbt; N. gelblich; R., Ov. und
mitunter anscheinend auch die Fr. mit Seh.; Fr. 4 mm
0, violettrosa. — Bolivien (Carrasco, am Wege
Cochambamba-Santa Cruz). (Abb. 404, 405 oben
links.) Die Stacheln liegen nicht an, sondern stehen
etwas ab und sind uneinheitlich. Der Typus der Art
hat also später dunkelbraune Stachelfärbung, der
Fuß z. T. auch gelblich. Die Bestachlung ist extrem
variabel. Das Dunkelbraun geht z. T. in leuchtend
violett-rotbraun über, aber auch bis fast
schwärzlich braun; dementsprechend variiert auch die Blü-
tenfarbe von heller rot bis tief dunkelrot, wie ich
an reichblühenden Exemplaren des Jardin Botani-
que „Les Cédres" sah. Außerdem gibt es Pflanzen
mit sehr heller Bestachlung und andere, die
vielleicht eher eigene Arten sind. Um den Überblick
zu vervollständigen, führe ich sie hierunter auf.
Ritter hat in „Cactus" (Paris), 17: 70. 36.1962, die
Umkombinierung irrtümlich noch einmal
vorgenommen.
Deutlich als gute Varietät unterschieden ist:
v. electracantha Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
14.1963: K. breitrund; St. bernsteingelb; Rst.
bis ca. über 25, nadelig, steif; Mst. bis über 7,
aufgerichtet, sehr fest, pfriemlich-nadelig, bis ca.
1,3 cm lg., die Basis teilweise rötlich, einige Mst.
sogar bis 1,6 cm lg., alle St. den Körper dicht
umkleidend, später schmutzig dunkelbraun; Bl.
orangerot. (Abb. 405 oben rechts.)
Hierzu mag als Form oder var. auch die eine oder
andere der nachstehenden Pflanzen gehören.
Besonders in der Sammlung Buining, Holland, sah
ich noch folgende von Ritter gesammelte
Exemplare, deren Zugehörigkeit bisher ungeklärt ist:
Sulcorebutia sp. ?, var. ?: K. grün; St. blaßgelblich,
seitlich abstehend, nicht sehr dicht, K. deutlich
durchscheinend (zu S. tiraquensis ?)
Sulcorebutia sp. ?, var. ?: K. mehr olivgrün; St.
anliegend, gelblich, + verbogen, ohne aufgerichtete
einzelne längere (zu S. candiae ?)
Sulcorebutia sp. ?, var. ?: K. schwärzlich-oliv; St.
etwas abstehend, stark seitlich verflochten, ohne
einzelne längere, sehr blaß hornfarben, anfangs leicht
bräunlich.
Sulcorebutia sp. ?, var. ?: K. kräftig dunkel- bis
mittelgrün; St. abstehend, dünnadelig, einzelne
etwas länger, alle blaßgelblich bis kremweißlich (zu
S. tiraquensis ?)
Sulcorebutia sp. ?, var. ?: K. gepfropft später
zylindrisch, bläulichgrün; St. anfangs dünn, in meist
4 Paaren seitlich kammförmig anliegend, später zum
Scheitel hin kräftiger, mehr abstehende dazwischen,
bräunlich, einzelne längere + auffällig schräg
vorgestreckt.
Sulcorebutia totorensis (Card.) Ritt. — „Cactus",
17:76. 36.1962 (Rebutia totorensis Card., „Cactus'4,
12: 57, 259—260. 1957).
K. gedrückt-rund, sprossend, einzelne bis 2 cm h.,
bis 6 cm 0, dunkelgrün; Ri. 19—21, in + rhom-
boidische Hck. zerteilt; Ar. erst rund, dann sehr
schmal-elliptisch langgezogen, graufilzig; St.
kammförmig geteilt, strahlig, 0,3—2 cm lg., die längeren
deutlich abstehend, nadelig-dünn, aber stechend,
dunkelbraun, vielleicht zuweilen auch mehr als
mittlere gestellt (im Ar.-Oberteil); Bl. 3,5 cm lg.,
dunkelpurpurn, oben noch dunkler; Gr. und N.
blaßgelb; Fr. und S. ? — Bolivien (Carrasco, La-
gunillas bzw. Straße Totora nach Huerta Molino,
2800 m).
Sulcorebutia tunariensis (Card.) Backbg. n. comb.
(Rebutia tunariensis Card., C. & S. J. [US], XXXVI:
2, 1964).
K. tiefsitzend, sprossend; Wz. tiefreichend, bis 15
cm lg. (!); Tr. dunkelgrün, 5 mm h., bis 1,8 cm 0;
Ri. in ca. 10 beilförmige Hck.-Reihen zerteilt, Hck.
4 mm lg., 3 mm h.; Ar. bis 4 mm entfernt, grau,
schmal-elliptisch, bis 4 mm lg.; St. kammförmig,
10—12, in Paaren, borstig, angelegt, alle 3—5 mm
lg., hyalinweiß, mit brauner Basis; Bl. trichterig,
3 cm lg., 2,5 cm 0, gebogen; Ov. weißlich mit
weißen Seh.; R. eng, oben blaßpurpurn, mit
weißlichen Seh.; Sep. purpurorange; Pet. tiefrot, unten
418 Sulcorebutia — Tacinga
goldgelb; Stbf. goldgelb; Gr. unten weiß, oben grün;
N. 5, gelb. — Bolivien (Prov. Cercado, Dept. Co-
chabamba, Mount Tunari, 3200 m).
Cardenas erwähnt hier seine „Aylostera kruegeri",
spricht von dem Genus Aylostera und daß es, wie
Sulcorebutia, zu Rebutia eingezogen werden sollte,
übersieht jedoch ganz die borstige Blütenbestach-
lung, Griffelverwachsung und stielige Röhre von
Aylostera, bzw. erwähnt sie nicht. Er scheint auch
nicht zu bedenken, daß Rebutia keine solche
Rübenwurzeln wie Sulcorebutia hat, und daß die
schmallangen Areolen typisch für dieses Genus sind.
Mangels eines einheitlichen Gliederungsprinzips wird
hier gerade das hervorgerufen, was Cardenas mit
seinen Hinweisen vermieden sehen will: eine
fortschreitende Verwirrung. Seine „Aylostera kruegeri"
läßt vermuten, daß ihm die Aylosteraarten nicht
ausreichend bekannt sind.
Sulcorebutia verticillacantha Ritt. — „Cactus", 17:
76, 37. 1962, ohne lateinische Diagnose.
K. sprossend, tief grün, bis 3 cm 0, länglich; Wz.
rübig, 5 cm lg., oben bis 3 cm dick; Ri. 13—21, in
Hck. aufgelöst, diese 5 mm lg., 3—5 mm br., 2—4
mm h., durch schmale Furche verbunden; Ar.
schmallang, bis 4 mm lg., 0,5 mm br., 3—5 mm
entfernt, schräg versetzt; St. im Scheitel voll
ausgebildet und diesen verdeckend, 12—14, 2—4 mm lg.,
fein, kammförmig angedrückt, erst ganz braun, mit
schwarzem Fuß, dann grau; Bl. ziemlich tief
entstehend, hell violettpurpurn bis zinnober, dann zum
Schlund hin orange. — Bolivien (ohne
Standortsangabe) (FR 752 a).
v. verticosior Ritt. — 1. c.: St. oben dichter, ganz
braun. (FR 752).
Sulcorebutia weingartiana ist ein unbeschriebener
Name. Die Pflanzen wurden von Krahn gesammelt
und gehören zum Formenkreis der S. tiraquensis,
deren Typusbeschreibung sie weitgehend in den
Merkmalen entsprechen; sie können einzeln
wachsen, werden auch relativ groß, oder sie sprossen
wenig, die Stachelfärbung bis ± rubinrot-braun;
die feinen Ar. sind kurzlinear. — Bolivien.
Sulcorebutia xanthoantha Backbg. n. sp.
Atroviridis, prolifica; aculeis radialibus 8—12,
ca. 5 mm longis, aureis, flavis, citreis vel albidis,
+ curvatis; aculeo centrali 0; areolis 1,5—3 mm
longis, 0,5—2 mm latis, tomento brevi, albido vel
flavido; flore flavo vel aureo, 2,5—3 cm 0; tubo
2 cm longo, squamis viridibus; staminibus, stylo,
stigmatibusque flavidialbis.
K. dunkelgrün, bald reichlicher sprossend; Rst.
8—12, ca. 5 mm lg., gelb, goldgelb bis hellbräunlich,
zitronengelb, bis weißlich, + gebogen; Mst. 0; Ar.
1,5—3 mm lg., 0,5—2 mm br., mit kurzem,
weißlichem bis gelblichem Filz, oben furchig verlängert;
Bl. 2,5—3 cm 0, gelb bis goldgelb; R. ca. 2 cm lg.,
mit grünen Schuppen, diese zur Basis gelblicher;
Sep. und Pet. spatelig, oben gespitzt, erstere mit
grünem Schimmer an der Spitze; Gr. und Stbf.
hellgelb; N. weißlichgelb; Fr. ? — Bolivien (FR 774 ?).
(Abb. 406.)
Tacinga Br. & R. (19)
Anlehnend-hochstrauchige, mäßig verzweigte,
stielrunde Pflanzen aus der UF. Opuntioideae, die in
sämtlichen Merkmalen auffallend von allen
anderen Vertretern der Cactaceae abweichen: in der
Form der Triebe, den bei Berührung alter Pflanzen
herabfallenden Glochiden, dem Fehlen von
Stacheln und den seltsamen Blüten mit ihrem stieligen
Röhren- und Ovariumteil sowie den abwärts
gekrümmten Perigonblättern mit reicherer
Haarbildung zwischen ihnen und den geschlossen lang um
den Griffel aufgerichteten Staubblättern. Hinzu
kommt noch, daß die Blüten abends oder in der
Nacht öffnen und die Areolen an jüngeren Trieben
Büschel weicher Haare entwickeln. Die Blüten sind
jedoch nicht endständig, wie Britton u. Rose
angaben, sondern sie entstehen zum Triebende hin;
die amerikanischen Autoren sahen wohl eine nur
zufällig an der Spitze stehende Blüte. Alle diese
Merkmale sind so einmalig, daß für diese Pflanzen ein
eigener Tribusrang erforderlich war. Allein die
Nachtblütigkeit ist bei den n Opuntienverwandten
ganz ungewöhnlich; einige Tacinga-Blüten sind
auch noch am Morgen eine Zeitlang geöffnet. Die
bisher unerklärliche Entstehung dieser Pflanzen
ist eines der interessantesten Entwicklungsprobleme
bei den Cactaceae, das nicht mit den herkömmlichen
Anschauungen gelöst werden kann. Vielleicht
handelt es sich um ein Relikt und sind verbindende
Arten oder Gattungen im Laufe der Zeit erloschen.
Bekannt sind nur 2 Arten und 1 Varietät. —
Verbreitung: Brasilien (nur in der nördlichen Ca-
tinga). [P. empfiehlt sich; auf Opuntia wachsen die
Pflanzen rasch und blühen dann auch in der Kultur
gern.]
Tacinga atropurpurea Werd.
K. über 2 m h.; Tr. 1,4 cm 0, graugrün; Ar. mit
brauner Wolle und grauen Gl.; Bl. 7 cm lg.,
dunkelpurpurn; Ov. 5 cm lg., 1 cm 0; Stbf. weiß; Gr. blaß-
grün; N. grün. — Brasilien (Bahia, zwischen Boa
Nova und Conquista).
v. zehntnerioldes Backbg.: Bl. violettgrün, mit
deutlichem grünem Ton, 7 cm lg.; es wurden
auch nur 3 cm lg. Bl. beobachtet, mit längeren
Stbf. als beim Typus der Varietät. Die wenigen
Perigonbl. stehen lockerer als beim Typus der Art,
Die zylindrischen B. sind verschieden lang, wie
auch beim Typus der Art. (Abb. 407.)
Tacinga funalis Br. & R. (T.)
K. bis 12 m lg., mit holzigem Stämmchen; Tr.
mitunter rötlich; Gl. kurz; Bl. bis 8 cm lg.; Sep. ca. 10;
Tacinga — Tephrocactus 419
Pet. ca. 7, grünlich, 4 cm lg.; Gr. krem; N. grün; Fr.
bis 5 cm lg.; S. 3—4 mm 0. — Brasilien (N-
Bahia, Joazeiro). Sehr reich blühend.
Tacinga zehntneri Backbg. & Voll: Tacinga atro-
purpurea Werd.
Tephrocactus Lem. emend. Backbg. (11)
Die Vertreter dieser Gattung sind die weitaus
zahlreichsten der UF. Opuntioideae in Südamerika, von
Mittelperu her in den Anden und beidseitig
derselben sowie im argentinischen Vorland bis weit
nach Süden hinunter. In den höheren Gebieten und
vor allem in den trockeneren treten sie oft als
einzige Art ihrer Unterfamilie auf, von nahezu
Meereshöhe bis auf 4000 m ü. M., nur streckenweise
zusammen mit ähnlichen bzw. zwergigen Vertretern
der Platyopuntiae, die aber durch + deutliche
Triebabflachung unterschieden sind. Allein schon
dieses große Areal sowie die reiche Artenzahl und
die charakteristische Körperform verlangte eigenen
Gattungsrang, wie dies bereits Lemaire erkannte.
Wie häufig so gibt es auch hier eine Gruppe von
Übergangsformen — jedenfalls dem Anschein nach
—‚ Körper, die mehr länglich sind und die die
nähere Verwandtschaft mit Austrocylindropuntia
erkennen lassen. Entweder handelt es sich hier aber
nur um gestreckt-kugelige Formen (T. crassicylin-
dricus) oder um solche Arten, deren Haufenbildung
außen kugelig erscheinender Glieder ohne die
Verlängerung der inneren Triebe nicht möglich ist, eine
Triebgestalt, die dann bei einigen geringer
sprossenden Verwandten deutlicher hervortritt, während
die Glieder der typischen haufenbildenden Arten
an der Peripherie der Polster ganz kugelig
aussehen und z. T. zu Anfang längere Zeit noch so
geformt sind. Man muß aber zwischen diesen Arten
und denen von Austrocylindropuntia unterscheiden,
bei der auch Kugelformen vorkommen, die jedoch
in tieferen Lagen bzw. in der Kultur stark lang-
triebig werden und damit ihre
Gattungszugehörigkeit erkennen lassen, während die Tephrocactus-
Arten der Reihe „Globulares" unter normalen
Verhältnissen der Kultur, die meisten sogar lichtfern,
ihre Körperform niemals ändern. Auch hier gibt es
noch interessante morphologische und
entwicklungsgeschichtliche Probleme, und es erscheint als
nützlicher — statt aus dem großen Zusammenhang
gelöster Umkombinierungen einzelner und z. T. nur
kleiner Gattungen — diese Fragen aufzugreifen;
gerade die exakte Gliederung des Genus
Tephrocactus nach phytographischen Gesichtspunkten
dürfte sich dafür als aufschlußreich erweisen. Die
Arten werden ihrer typischen Form nach getrennt
in solche der
1: Reihe Elongati Backbg. und der
2: Reihe Globulares Backbg.
Die Reihenzugehörigkeit ist hinter den Artnamen
durch Zahlenangaben vermerkt. Auf eine
Unterreihen-Gliederung kann hier angesichts der gut
übersehbaren Artenzahl verzichtet werden.
Lemaire hatte zu Tephrocactus noch Arten
einbezogen, die zu zwergigen Reihen der
Platyopuntiae gehören (z. B. den ‚‚Airampoae"). Demgemäß
wurde das Genus verbessert, bzw. nur auf Arten
begrenzt, die mit jenen nicht verbunden werden
können. Bei der Reihe 1: „Elongati" gibt es einige
Spezies, die durch ihre reiche Behaarung besonders
schön sind, bei der Reihe 2: „Globulares"
interessante Formen und Körperfärbungen; bei T. arti-
culatus ist der Formenreichtum besonders
eindrucksvoll, zumal noch eigenartige bandförmige
Stacheln bei einigen von ihnen hinzukommen. Diese
Art wurde lange verkannt, und der richtige älteste
Name ist noch nicht überall wieder zur Geltung
gekommen. Mehrere sehr hoch oder ganz im Süden des
Kontinentes wachsende Arten müssen stärkere Kälte
aushalten. Die Blüten haben im allgemeinen die
typische Form der Opuntien; der Griffel ist oft nach
unten zu verdickt; die Samen sind + rundlich; in
einem Fall weisen die Früchte innen Glochiden auf,
eine ungewöhnliche Erscheinung. Sehr vielfältig ist
auch der Charakter der Stacheln; z. T. sind sie
haarfein oder borstig, andere nadelig oder ± derb-
pfriemlich, zuweilen fehlen sie völlig, oder sie sind
nur kurz, mitunter auch weich. Das Ovarium bzw.
Perikarp ist nicht selten — bei relativ kleiner
Samenhöhle — ziemlich dickfleischig. Besonders
unter den Hochlandsarten aus Trockengebieten gibt
es einige mit starker Wurzelbildung, der die
Pflanzen bei ungünstigen Klimaverhältnissen zweifellos
ihre Erhaltung verdanken. Bisher sind 81 Arten
und 53 Varietäten (mit den subv.) beschrieben
worden; es ist aber anzunehmen, daß wir noch nicht
alle kennen, d. h. weitere Spezies gefunden werden.
— Verbreitung: Mittel- bis Südperu, Chile,
Bolivien, westlicheres Nord- bis Südargentinien, hier
bis zur Magellan-Straße. [®.; P. von kleineren bzw.
seltenen Arten empfiehlt sich, auf
Austrocylindropuntia subulata, die Tephrocactus gern annimmt,
andere Arten nur selten.]
Tephrocactus albiscoparius Backbg. (2)
K. dichttriebig, breitere Gruppen, grün; Tr. oben
etwas verjüngt, schwach gehöckert; Ar. mit weißem
Filz; St. 4—8, bis ca. 5 cm lg., meist 1 kürzer und
ca. 8—9 mm lg., sehr dünn, die übrigen kräftig,
steifelastisch, alle milchweiß, die Pflanze fast
besenartig überragend; Bl. ? — Bolivien. Von Frau
Wilke gefunden.
Tephrocactus alboareolatus Ritt. — Descr. Cact.
Nov. III: 14. 1963 (2)
K. graublau-grün, gegliedert; Tr. ca. 5 cm lg., ca.
3 cm 0, eiförmig, oben verjüngt; Ar. auf schwach-
höckrigen Anschwellungen, rund bis länglicfi, bis
6 mm gr., erhaben dicht-weißfilzig; St. ca. 4 derb-
420 Tephrocactus
nadelige, ungleichmäßig gerichtet, aufwärts,
vorgestreckt oder abgebogen, scheitelwärts oder +
abwärts weisend, bis 2,5 cm lg., ganz glasig-weiß oder
bräunlich gefleckt bzw. im oberen Teil
hellbräunlich, außerdem meist 2 viel dünnere weiße, anliegend
abwärts weisend; Bl. ? — Heimat ?. (Abb. 408,
409.)
Tephrocactus alexanderi (Br. & K.) Backbg. (2)
K. kugelig gegliedert und verzweigt, graugrün; Tr.
gehöckert, bis 3 cm 0; Ar. klein, rund; St. 4—12,
bis 4 cm lg., rauher als bei der var., oft zuerst
abwärts gebogen, anfangs weiß, dann unten so, oben
dunkel oder schwarzspitzig, biegsam; Bl. ?; Fr. rot,
trocken, oben mit längeren weißen, weichen St.;
S. 6 mm gr., weiß. — Argentinien (La Rioja,
zwischen Chilenecito und Famatina),
v. bruchii (Speg.) Backbg.: K. wie beim Typus
der Art, bis 50 cm h. ‚ Gruppen ebenso br.; Tr.
bis 9 cm lg., bis 5,5 cm 0, gehöckert; Ar.
anfangs weiß, bald unten stachellos; Gl. gelblich,
bis 4 mm lg.; St. 12—15, 1—4 cm lg., nicht rauh,
nur gelegentlich mit einzelnen Schülfern, aber
fein punktiert, nach unten oder ganz weißlich, die
kräftigeren violettgrau bis blaugrau, teilweise oder
ganz so, die äußeren mehr nadelig, die inneren,
schwer trennbaren pfriemlich; Bl. ca. 6 cm lg.,
rosaweiß. — Argentinien (Catamarca, Mazan).
subv. macracanthus (Speg.) Backbg. : mit
einzelnen viel längeren St.; — subv. brachyacanthus
(Speg.) Backbg.: St. alle kürzer als die
längsten des Typus der Art.
v. subsphaericus (Backbg.) Backbg.: K. mit
länglichen G.; St. nie rauh, 6—15, 3—4 mittlere,
schwer trennbar, oft schwarz bis grauschwarz,
einige dünn bis borstig, mitunter vereinzelte
länger, alle später weißgrau; Bl. ? — Standort: wie
beim Typus der Art.
Tephrocactus andicolus Lem.: Tephrocactus glome-
ratus v. andicolus (Pfeiff.) Backbg.
Tephrocactus aoracanthus Lem. : Tephrocactus arti-
culatus v. ovatus (Pfeiff.) Backbg.
Tephrocactus articulatus (Pfeiff. ex 0.) Backbg. (2,
eine var.: 1) (T.: v. diadematus)
K. locker verzweigt, mit leicht lösenden G.,
graugrün; Tr. länglich-rund; Ar. wenigfilzig; Gl. braun,
kurz; St. 0; Bl. weiß, verblühend + rosa; Fr. 1,5 cm
lg.; S. erst mit glasiger, dann hartkorkiger Hülle. —
Westargentinien (Mendoza). Gl. wahrscheinlich
in den meisten Fr.
v. calvus (Lem.) Backbg.: Tr. kugelrund, auch
mehr breitrund, bis 3,5 cm h. und 0,
gelblichgraugrün; Hck. stärker ausgeprägt; Gl.-Büschel
länger.
v. diadematus (Lem.) Backbg.: K.
niedrig-buschig; Tr. zierlicher, bis 5 cm lg., grün bis
graugrün; St. bastartig, weiß oder braunrandig, 1—4;
BL blaßgelb, bis 3,5 cm 0; Fr. 2 cm lg.
v. inermis (Speg.) Backbg. (1): K. dichtere
Gruppen; Tr. grün, zylindrisch, oben verjüngt, bis
10 cm lg., bis 2,5 cm 0; Ar. weiß; Gl. hell- bis
schwarzbraun. — Westargentinien (zentrale
Provinzen).
v. oligacanthus (Speg.) Backbg.: K. niedrig-
buschig; Tr. bläulich-, grau- oder dunkelgrün, bis
5 cm lg., bis 3,5 cm 0; St. nur 1—2, auch 0,
schmäler als bei v. diadematus und kürzer, z. T.
sehr kurz, hell- bis dunkelfarben; Bl. 3 cm lg.,
4 cm 0, weiß, rosa Hauch; Gr. weiß,
v. ovatus (Pfeiff.) Backbg.: K. locker-strauchig,
Büsche bis 50 cm br.; ± fahlgrün; Tr. großkuge-
.-.Hg, bis 8 cm 0, unten stachellos; St. 1—7, braun
v-bis schwärzlich, bis 13 cm lg., derbpfriemlich,
z. T. leicht gedrückt und etwas rauh; Bl. weiß;
Fr. rot, selten am Rand St.
v. papyracanthus (Phil.) Backbg. : E. ähnlich
dem von v. syringacanthus, Farbe mehr
graubraun; St. breit bandartig, rein weiß. —
Westargentinien (Mendoza, Catamarca).
v. polyacanthus (Speg.) Backbg.: K. niedrig-
strauchig, aschgrau; Tr. kugelig, eiförmig oder
länglich, bis 7 cm lg., bis 2,5 cm br.; St. 5—6,
etwas steif, bräunlich, aufgerichtet, etwas
gekielt, ziemlich lg., bis 10 cm lg., oft wie bereift;
Bl. weiß. — Westargentinien (La Rioja; Cor-
doba).
v. syringacanthus (Pfeiff.) Backbg.: K.
aufrecht-buschig, grün; Tr. kugelig, bis ca. 5 cm 0;
Ar. groß; Gl. braune Büschel; St. 1—2, breit,
bastartig, bis über 5 cm lg., bis über 3 mm br.,
mitunter bis 10 cm lg., grauweiß mit rotbraunem
Hauch, mitunter vereinzelte Zusatz-St.; Bl. weiß,
zuletzt rosa; N. weiß; Fr. grün. — Verbreitung
nicht genauer bekannt. Durch farbige Stacheln
von v. papyracanthus unterschieden.
Tephrocactus asplundii Backbg. (2)
K. polsterbildend, gelblichgrün; Tr. eiförmig, bis
5 cm lg., 3,5 cm 0; Gl. bis 4 mm lg., innere hellgelb,
äußere dunkler; St. 2—4, bis 4 cm lg., pfriemlich,
einer oft dünner und kürzer; Bl. ca. 2,5 cm lg.,
2,3 cm 0, fahl rötlich-gelb; Ov. bräunlich. —
Bolivien (bei Ulloma).
Tephrocactus atacamensis (Phil.) Backbg. (2)
K. dicht verzweigt, Gruppen bis 30 cm h,, 60 cm br.;
Tr. blaßgrün, eiförmig, ca. 2,5 cm lg., 2 cm 0, oben
leicht gehöckert; B. hellgrün; Ar.: untere nur
wollig; St. 2—4, angelegt, 2 cm lg., 1 aufgerichtet bis
2,5 cm lg., gelb bis rötlich; Bl. gelb; Fr. grün,
stachellos, 1,5 cm 0, nur mit hellen GL; S. flach. — Chile
(Profetas und Puquios).
v. chilensis (Backbg.) Backbg.: K. mehr
olivgrün; Tr. konisch verjüngt und größer; St. länger
und dünner, mittlere 2, elastisch, bis 5 cm lg.,
unten weiß, oben + rotbraun, randständige meist
fehlend oder nur 1, angelegt, bis ca. 8 mm lg.;
Fr. klein. — Chile (in ca. 3000 m).
Tephrocactus 421
Tephrocactus atroglobosus Backbg. (2)
K. meist niederliegend verzweigt bis schwach
aufgerichtet; Tr. mäßig groß, schwach eirundlich bis
länglich, dunkelgrün, + kräftig gehöckert; Ar.
gelblichweiß; B. kurz, rötlich-dunkelgrün; St. meist
2—3 (z. T. bis 7), bis ca. 2 cm lg.; Bl. ziemlich klein,
reich erscheinend, rot; Fr. feuerrot, klein, glatt. —
Herkunft? Blüht gern. (Sammlung Riviere Nr.
6217). (Abb. 410.)
Tephrocactus atroviridis (Werd. & Backbg.)
Backbg. (1)
K. hochrunde Polster bildend, tief dunkelgrün; Tr.
lange + kugelig, bis 3,5 cm ØJ im Innern der Polster
verlängert, rundlich gehöckert; Ar. weiß; GI.
hellbraun, zuweilen auch ein Börstchen; St. 3 oder mehr,
bis 3 cm lg., steif, stechend, zuweilen etwas gedrückt,
olivgelb oder dunkler; Bl. gelb, bis 3,5 cm lg., 4 cm
0. — Mittelperu (Yauli, 4000 m). Durch batür-
liche Kreuzung mit T. floccosus kommen auch
Formen mit einigen Härchen vor.
v. longicylindricus Rauh & Backbg.: K. 1 m h.
Polster; Tr. bis 30 cm lg., 5—6 cm 0; Ar. mit
einigen H.; St. 3—5, derb, zuweilen bis 3 cm lg.,
blaß bernsteingelb; Bl. gelb; Fr. bis 3 cm 0, mit
einigen H. — Mittelperu (Oroya, Mantaro-
Terrassen).
v. parviflorus Rauh & Backbg.: E. in flachen,
kompakten Polstern; Tr. reich verzweigt, kurz;
St. sehr kurz; Bl. 2,5 cm lg., 2 cm 0, außen gelb
mit rötlichem Rand. — Standort wie bei der
vorigen var.
v. paucispinus Rauh & Backbg.: Tr. bis 5 cm lg.,
2,5 cm 0; St. nur 1—2, selten 3—4, bis 2,5 cm
lg.; Bl. 3 cm lg., bis 2,5 cm 0, oben mit dünnen
Bst.-St., gelb; Gr. schlank. — Standort wie bei
der ersten var.
Tephrocactus bicolor Rauh: s. Tephrocactus fulvi-
comus v. bicolor Rauh & Backbg. oder eine
eigene Art.
Tephrocactus blancii Backbg. (1)
K. dichte kleine Polster bildend, bis ca. 20 cm br.;
Tr. rundlich, mit starkem unterirdischem Basalteil,
der obere bis 3 cm 0, dickwulstig gehöckert; Ar.
hell; St. 1—6, unregelmäßig spreizend, bis 2,5 cm lg.,
dunkel, zuweilen hell gespitzt; Bl. ? — Peru (Cor-
dillera Negra, ca. 4000 m).
Tephrocactus bolivianus (SD.) Backbg. (2)
K, Im br. Polster bildend; Tr. ovoid bis oblong,
anfangs grün, bis 10 cm lg., bis 4 cm br., +
gehöckert, später glatt; Ar. kurzwollig; St. nur im
Tr.-Oberteil, 1—5, meist gelb, aber variabel bis
rötlich, bis 7 cm lg.; Bl. bis 3 cm lg., 5 cm 0, gelb bis
orange; Ov. oben mit Bst.-St.; Fr. kugelig bis
oblong, gelb, nicht eßbar; oben einzelne winzige Bor-
sten-St.; S. 4—5 mm lg., rund. — Bolivien (auf
dem Hochland). Es sollen auch bis schwärzliche St.
vorkommen.
Tephrocactus bruchii (Speg.) Speg.: Tephrocactus
alexanderi v. bruchii (Speg.) Backbg.
Tephrocactus calvus Lem. : Tephrocactus articulatus
v. calvus (Lem.) Backbg.
Tephrocactus camachoi (Esp.) Backbg. (2)
K. polsterbildend, Kolonien bis 60cmh., bis 1,50 m
br., gelblich-grün; Tr. nach unten zu etwas bläulich,
eiförmig, bis 4 cm lg., bis 2,5 cm br., fein papillös,
schwach gehöckert; Ar. rund, weiß oder krem; B.
ovoid oder linear; Gl. zahlreich, honiggelb; St.
ungleich, 1—3 Haupt-St., steifer, aufgerichtet, bis
6 cm lg., unten weiß, oben weiß und braun gefleckt,
1—2 untere Neben-St.; Bl. bis 6 cm lg., 5 cm 0,
grünlichgelb. — Chile (Pampa de Antofagasta).
Tephrocactus catacanthus Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 14. 1963 (2)
K. von unten sprossend; Tr. bis ca. 4 cm lg., 1,7 cm
0, hellgrün, punktiert; Ar. zuerst mit flockigem
Filz, später mit GL, diese gelblich; Rst. bis 7,
unregelmäßig gebogen, angepreßt, meist im unteren
Ar.-Halbkreis, hornfarben oder blaß rosagelb; Mst.
1—2, zusammengedrückt bzw. abgeflacht, stark
abwärts geneigt, bis 1,5 cm lg., weißlich hornfarben;
Bl. ? — Nordargentinien (Jujuy, nördliche
Gebirge; von Frau Muhr gefunden). (Abb. 411.)
Tephrocactus chichensis Card. (2)
K. polsterförmig, bis 60 cm h., 1 m br.; Tr. hellgrün
bis graugrün, fein punktiert, bis 9,5 cm lg., bis
4,5 cm 0, breit gehöckert; Ar. krem; Gl. kurz, gelb;
St. 12—16, 1—5 cm lg., weiß, abstehend, mittlere
schwer trennbar; Bl. 4,5 cm lg., hellgelb; Fr.
kugeligelliptisch, ca. 5 cm gr., mit weißen, durchsichtigen
St.; S. hellbraun, 5mm gr. — Bolivien (Potosi,
zwischen Tres Palcas und Escoriani).
v. colchanus Card.: K. in Polstern, bis 40 cm h.,
70 cm br.; Tr. hellgrün, ovoid; Gl. 6 mm lg., weiß;
St. ca. 11, weiß, bis 3,5 cm lg., oberste bräunlich
und dicker, die kürzesten borstig, später die
längsten St. bis 6,2 cm lg.; Bl. ?; Fr. grün, wenig
fleischig; S. orangebraun, 4 mm gr. — Bolivien
(Potosf, oberhalb Colcha). .
Tephrocactus chilensis Backbg.: Tephrocactus
atacamensis v. chilensis (Backbg.) Backbg.
Tephrocactus coloreus Ritt. — Descr. Cact. Nov.
III: 14. 1963 (2)
K. locker gegliedert, hellgrün; Tr. bis ca. 5 cm lg.,
über 2 cm 0, später mehr graugrün; Ar.
bräunlichweiß, hervortretend, bis ca. 3 mm gr.; Gl. kompakte
hellbräunliche Büschel; St. meist ca. 5, unregelmäßig
gerichtet und verschieden lg., die längsten bis
4,5—7 cm lg., gewöhnlich 1 ziemlich dünn und
422 Tephrocactus
verschieden lang, + abstehend bis anliegend, einige
unten + gebogen, z. T. etwas wellig, schon anfangs
in einer Ar. verschieden gefärbt, weißlich, oder mit
rotbräunlichem Schein, einzelne auch ganz rotbraun,
St. später ziemlich lang und starrend abstehend, aber
elastisch; Bl. ? — Heimat? (Abb. 412.)
Tephrocactus conoideus Backbg. non Ritt. (2)
K. sehr klein, locker verzweigt; Tr. olivgrün,
länglich-konisch, bis 2,5 cm lg., 11 mm 0; Ar.
bräunlich-filzig, am Scheitel dichter; St. zuerst bis 7,
rötlich, klein, abfallend, dann 1 (—3) etwas
kräftigere, z. T. anliegend und auch gewunden, 1
abstehend, bis 11 mm lg., weißgrau, etwas
zusammengedrückt; Bl. ? — Chile (Bafios de Puritama). Von
Lembcke gefunden.
Tephrocactus corotilla (K. Sch.) Backbg. (2)
K. kleine, locker verzweigte, bis 15 cm h., z. T.
liegende Gruppen; Tr. stumpfgrün, erst rötlich,
kugelig bis länglich, bis 6 cm lg., bis 2 cm 0; Ar.
mit aufgerichteten Gl.-Büscheln, bis 3 mm lg.; St.
0—7, bis 4cm lg.; Bl. 3,5 cm lg., stachlig, zuerst
kremweiß, verblühend rosa (einzige so blühende
peruanische Art); Stbf. zahlreich; Fr. tief genabelt,
2cm lg.; S. 4mm gr., etwas oval. — Südperu
(zwischen Airampal und Pampa, 3300 m). (Abb.
413.)
v. aurantiaciflorus Rauh & Backbg.: Tr. ebenso
gefärbt, bis 4 cm lg.; Ar. weißbraun, schwach
hervortretend; Gl. weißbraun; St. 0 bis vereinzelt,
länger; Bl. 3 cm lg., rötlich-orange; Fr. 2 cm lg.,
mit nadeldünnen St. — Südperu (Chiguata,
3200 m).
Tephrocactus corrugatus (Pfeiff.) Backbg.:
Opuntia longispina v. corrugata (Pfeiff.) Backbg.
Tephrocactus crassicylindricus Rauh & Backbg. (1)
K. sperrig verzweigt, bis ca. 30 cm oder mehr h.,
in Kolonien bis 1,50 m br., mit rübiger Haupt-Wz.;
Tr. fahl graugrün, + walzenförmig, einzelne bis
10—15 cm lg., bis 6 cm dick; Gl. fahlbraun, bis 5 mm
lg., in Büscheln; Ar. ca. 1 cm entfernt; St. im Tr.-
Oberteil, 3—7, sehr derb, meist 2—3 abwärts und
die übrigen schräg aufwärts gerichtet, der längste
bis 5 cm lg., rauh, alle nach unten zu hellgrau,
langsam in mehr rötlich bis braun übergehend, Spitze
dunkler; Bl. bis 5 cm lg. und 0, lebhaft gelb; Sep.
grünlichgelb, rot gespitzt; Fr. stark genabelt,
bestachelt. — Südperu (Rio Majes, 900—1200 m).
Tephrocactus crispicrinitus Rauh & Backbg. (1)
K. polsterbildend; Tr. rundlich bis länglich, bis 4 cm
lg., 2 cm 0, mäßig breit und länglich gehöckert;
St. dünn, wenig hervortretend, bräunlich bis horn-
farben; H. abstehend, weiß, gekräuselt; Bl. ? —
Peru (Cordillera Negra, Punta Caillan). Durch stark
kräuselige, nicht sehr dichte Behaarung
unterschieden.
v. cylindraceus Rauh & Backbg. : Tr. bis 15 cm
lg., bis 3 cm 0; St. 1—4, bis 2 cm lg., z. T. bis
4 cm lg.
subv. flavicomus Rauh & Backbg.: H. gelb bis
goldbraun; St. stärker, 1—3, bis 3 cm lg.
v. tortispinus Rauh & Backbg.: St. wie beim
Typus der Art, stärker, braun, gekrümmt, oft
über dem Scheitel zusammengeneigt, bis 4, bis
3 cm lg.
Tephrocactus curvispinus Backbg. — Descr. Cact.
Nov. 111:14.1963(2)
K. gruppenbildend, locker von unten her sprossend
oder dichtere Polster, graugrün; Tr. anfangs fast
kugelig, grün, bald in der Farbe vergrauend, ca.
2,5 cm lg., 2,2 cm 0, auffällig höckrig; Ar. kahl,
eingesenkt; St. anfangs rötlich, harmlos, biegsam,
bald bleigrau, stark und unregelmäßig gebogen,
2—5, + zusammengedrückt, leicht gefurcht oder
gekantet, oft gewunden;B1. ? —Nordargentinien
(Jujuy, in Gebirgslagen; von Fechser gefunden).
(Abb. 414.)
Tephrocactus cylindrarticulatus Card. (2)
K. kompakte Polster aus einer Haupt-Wz., bis
20 cm h., 60 cm br.; Tr. bis 9 cm lg., bis 4 cm 0,
elliptisch, jüngere zylindrisch, graugrün, höckrig;
Ar. anfangs kremweiß; St. ca. 6, abstehend, 2 bis
4,5 cm lg., steif, spitz, unten braun, Mitte schwarz,
oben hellbraun; Bl. ?; Fr. ellipsoidisch,
rötlichbraun, ca. 5 cm lg., 2 cm dick; S. hellbraun, 5 mm gr.
— Bolivien (zwischen Tres Palcas und Escoriani).
Tephrocactus cylindrolanatus Rauh & Backbg. (1)
K. dichte aber doch lockere Gruppen; Tr. schlank-
säulig, verhältnismäßig klein; H. dicht aber z. T.
auch straff abstehend, weiß; St. dünn, bräunlich. —
Peru (Cordillera Raura, 4600 m). Durch die
zierlich-zylindrische Tr.-Gestalt von anderen
abweichend, aber auch durch die z. T. abstehenden H.
Tephrocactus dactyliferus (Vpl.) Backbg. (2)
K. polsterförmig; Tr. kugelig bis spitz-eiförmig, fahl
graugrün, bis 7 cm lg., bis 4 cm 0, oben gehöckert;
Gl. nicht zahlreich; St. rot- bis gelbbraun, ca. 1—5,
mäßig lg.; Bl. 3 cm lg., orangegelb, Knospen oben
gelblich bestachelt, nicht sehr breit öffnend; Fr. ca.
5 cm lg.; S. gelbbraun. Alte St. auch
schwärzlichbraun. — Südperu (Azangaro, 3600 m).
Tephrocactus darwinii (Hensl.) Backbg. (2)
K. niedrige Kolonien, wohl nur bis 4 cm h.; Wz.
lang, holzig; Tr. fast kugelig, ca. 3cm 0, z.T.
länglich, meist wenige, kleine G. bis 10 mm 0; Ar.
groß, filzig; St. im Oberteil, 1—3, fast gerade, bis
3,5 cm lg., gelb oder rotgelb, abgeplattet; Bl.
ungefähr in Tr.-Größe, gelb. — Südargentinien
(nahe Magellan-Str.).
Tephrocactus 423
Tephrocactus diadematus Lem.: Tephrocactus arti-
cnlatus v. diadematus (Lem.) Backbg.
Tephrocactus diadematus v. calvus (Lem.) Backbg.:
Tephrocactus articulatus v. calvus (Lem.) Backbg.
Tephrocactus dimorphus (Forst.) Backbg. (2)
K. polsterähnlich, locker, ca. 20 cm h.; Tr,
bräunlichgrün bis grün, obere + ovoid, beidendig etwas
verjüngt, ca. 2,5 cm lg. und 0; Ar. weißfilzig; Gl.
klein, gelb; St. ungleich lg., 6—8, meist 2—3 die
längsten, bräunlich, später bis 12, bis 4,2 cm lg.; Bl.
hellgelb. — Südperu (Pampa),
v. pseudorauppianus (Backbg.) Backbg.: K.
ähnlich; Ar. braunfilzig; GI. weiß; St. ca. 7, ca.
2 cm lg., braun, einige kürzere weißlich. Die Tr.
sind mehr rundlich. — Chile (Region von Co-
quimbo).
Tephrocactus duvalioides Backbg.: Tephrocactus
dactyliferus (Vpl.) Backbg.
Tephrocactus echinaceus Ritt. — „Taxon", XIII:
4,145. 1964 (2)
K. stärker sprossend; Wz. rübig; Tr. 4—9 cm lg.,
2—4 cm 0, höckrig; Ar. weiß, 1—2 cm entfernt;
St. 4—10, nur in oberen Ar., 1—12 (—20) cm lg.,
gerade oder gebogen, rotbraun, kräftig, die kleineren
dünner; Bl. 3,5—5,5 cm lg., rotbraun bestachelt,
blaßgelb, stumpfrandig; Gr. weiß; N. 7, gelblich;
Fr. gelblich oder grünlich, oben bestachelt, ziemlich
trocken; S. braun, weißrandig, 3 mm gr. — Chile
(Straße Arica—Portezuelo Chapiquina, 2900 m, auf
der Wasserscheide der Azapa- und Lluta-Schlucht.)
(FR 198).
Tephrocactus ferocior Backbg. (2)
K. polsterförmig, größere Haufen; Tr. bis 8 cm lg.,
5,6 cm 0, grün, hervorstehende Hck., diese ca.
2 cm lg., 1,5 cm dick; R. rötlich; Ar. mit weißlichen
Gl.; St. sehr ungleich, erst wenige, dann mehr, zuerst
in der Kultur auch 0—2, später gebogen, verflochten
oder spreizend, verschieden lg., von weißlich über
hellgelb bis bräunlich, am Standort auch sehr stark,
1—3 mehr mittlere, zuweilen bis 6 cm lg.; Bl. blaß-
bis orangegelb; Fr. bis 4,5 cm 0, fleischig,
stachellos, eßbar; S. groß, + vierkantig. Am Standort
können auch bis 20 St. gebildet werden. —
Bolivien (Tres Palcas, Pampas nördlich Tupiza), bis
Nordargentinien (La Quiaca, nach Frau Muhr).
Tephrocactus flexispinus Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 14.1963 (2)
K. sprossend, grün; Tr. langgestreckt, ca. 4 cm lg.,
1,5 cm 0 oder etwas mehr, länglich gehöckert;
Eck. unten etwas zusammenfließend, bis 1,5 cm lg.,
5 mm br.; Ar. weißlich; Gl. gelblich; St. straff
aufgerichtet, bis ca. 8 cm lg., gelblich oder blaßbräun-
lich, zuweilen etwas gebogen: Bl. ? —
Nordargentinien (Jujuy, im Gebirge; von Frau Muhr
gefunden). (Abb. 415.)
Tephrocactus flexuosus Backbg. (2)
K. in Gruppen; Tr. eiförmig, blaß olivgrün, oben
verjüngt, bis 3 cm lg., 2,5 cm 0, manchmal auch +
kugelig, nicht sehr deutlich gehöckert; Ar. groß,
filzig; St. gelblich weiß, sehr lang und elastisch, bis
20 cm und mehr lg., einige gewunden und gedreht,
andere kurz, gebogen und seitlich verflechtend;
Bl. ?; Fr. ?. — Nordbolivien (bei der Mine Co-
manche).
Tephrocactus floccosus (SD.) Backbg. (1)
K. hochrunde Polster bildend, manchmal auch
flacher, bis 2 m br.; Tr. bis über 10 cm lg., ganz
weiß behaart; H. wirr die Tr. umspinnend, weder
deutlich kräuselig noch pinselig abstehend; St.
meist 1—3, 1—3 cm lg. oder kürzer, gelb, stechend;
Bl. 3 cm lg., ca. 3,5 cm 0, gelb oder orange; Fr.
3 cm 0, kugelig bis eiförmig, gelblich. — Mittel-
peru bis Bolivien (3500—4600 m).
v. canispinus Rauh & Backbg.: Tr. kleiner, in
dichteren Polstern;fSt. graufarbig; Fr. grün. —
Peru (Rimac-Tal, 1500 m).
v. cardenasii J. Marn.-Lap. : K. in Polstern,
dunkelgrün; Tr. bis 5,5 cm lg., 3 cm 0; B. 1,3 cm lg.,
3 mm dick, länger verbleibend; H. filzartig dicht,
gelblich weiß; St. wenige, fein, stechend, weiß;
Bl. und Fr. ? — Bolivien (La Paz, Achacachi,
3000 m).
v. crassior Backbg.: Tr. dicker und größer, locker
und in geringerer Zahl spreizend. — Mittelperu
(Hochland, 4500 m).
subv. aurescens Rauh & Backbg.: H. gelb
statt weiß. Bei Rauh als eigene var. aurescens.
v. denudatus (Web.) Backbg.: H. nur wenige,
vielleicht Bastard zwischen T. floccosus und T.
atroviridis.
v. ovoides Rauh & Backbg. : K. dichte, flache
Polster; Tr. gestreckt-eiförmig, bis 10 cm lg.,
3 cm 0; Hck. sehr flach, 1,5 cm br. Ar.
weißfilzig; H. spärlicher, lockig, aber nicht deutlich
kräuselig, weich; St. ca. 3—5, 2—3 cm lg.,
hellgelb, davon 1—2 etwas dunkler, länger und
abstehend. — Südperu (Nazca-Puquio, atlantische
Seite, 4100 m).
Tephrocactus fulvicomus Rauh & Backbg. (2)
K. dichte Gruppen; Tr. bis 6 cm lg., bis 3 cm 0,
bläulich-graugrün, auch purpurn überlaufen; Ar.
hellbräunlich, 3 mm lg.; Gl. hell, im Kranz um die
Filzpolster; St.: 5—7 Haupt-St., goldbraun, meist
nur schwach gekrümmt, + aufrecht, einige unten
abgebogen, bis 4,5 cm lg., daneben 0—1—2 Beist.,
abwärts weisend, + gebogen, bis 4 mm lg., sowie
z. T. 1—2 ganz dünne, kurze, wenige Millimeter lg. ;
Bl. gelb, oben mit goldbraunen dünnen St.; Fr.
424 Tephrocactus
3 cm lg. und 0, oben rötlich. — Südperu (Tal von
Chala).
v. bicolor Rauh & Backbg.: Tr. bis ca. 5 cm lg.,
zuerst bräunlichgrün, rötlich überhaucht, später
grau- bis schwärzlich-grün, bis 3 cm 0; Hek.
5 mm lg. und br., später bis 12 mm lg.; GL
pinselig, gelblich; St. 1—3 (—8), bis 4 cm lg.; Bl.
außen karminrot, innen gelb. — Peru (Nazca-
Puquio). Bei Rauh auch als eigene Art T. bicolor.
Tephrocactus geometricus (Cast.) Backbg. (2)
K. niedrig, locker verzweigt, ca. 15 cm h.; Tr.
kugelig, 3,5 cm lg. und 0, hellgrün, später
verkorkend; Hck. 5—6eckig; Ar. bräunlich, die unteren
stachellos; St. 3—5, pfriemlich, schwarz oder weiß,
oben gebogen, 5—10 mm lg.; Bl. weiß, 3 cm lg.;
Fr. trocken, gedrückt-kugelig, 1,7 mm lg., 22 mm br.,
meist stachellos. — Argentinien (Catamarca,
Tinogasta, Angostura de Guanchin).
Tephrocactus gloineratus (Haw.) Backbg. (2)
K. dichte, halbrunde Polster im Alter; Wz. dick;
Tr. länglich-eiförmig, bis ca. 3 cm lg., 1,5 cm dick,
unter den Ar. etwas warzig; Ar. gelblich-filzig; Gl.
zahlreich, hellgelb, 4 mm lg.; St. 1, nur in den oberen
Ar., bis 4 cm lg., 1,5 mm br., ganz flach, dicht hinter
der Ar. abgebogen, unten weißgelb oder braun,
Spitze oft dunkelbraun; Bl. und Fr. ?; S. 5 mm gr.,
schmutziggelb. — Nordargentinien (Los Andes).
Britton u. Rose brauchten den Namen irrtümlich
für T. articulatus, obwohl beide Artnamen für die
typische Wuchsform „zusammengeballt" und
„gegliedert" sehr bezeichnend sind. Der Typus der Art
hat feste Stacheln, fast hornartig gekrümmt. (Abb.
416). Die Varietäten haben z. T. nicht einen,
sondern mehrere St.:
v. andicola (Pfeiff.) Backbg.: St. 3—4, zierlich,
weiß, wenig fest, davon 1—2 längere, unten
abgeflacht, untere bis 5 cm lg., mitunter sollen sie
auch oben etwas getönt sein; Tr. 8—12 mm 0. —
Argentinien (Mendoza).
v. atratospinus Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
14. 1963
Weicht vom Typus der Art ab: Tr. bis 4,5 cm lg.,
2 cm dick; St. 1 bis mehrere, viel stärker, bis
4,5 cm lg., 2 mm br., unten weiß, oben
brandschwarz. — Nordargentinien (Jujuy; von
Frau Muhr gefunden). (Abb. 417.)
v. lulvispinus (Lem.) Backbg.: St. beinahe
goldbraun. — Nordargentinien (Salta).
v. gracilior (SD.) Backbg.: St. zierlicher, auch die
Tr., ohne abwärts anliegende Beist. —
Herkunft?
v. longispinus Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
14. 1963
Weicht vom Typus der Art ab: Tr. 4,5 cm lg.,
aber nur ca. 1,5 cm dick; St. 1 bis mehrere, 7—13
(!) cm lg., gerade, unten weiß, oben hornfarben
oder so gefleckt, ca. 1 mm br.; Fr. kahl, rötlich,
fast ohne Pulpa; S. 4 mm dick, etwas abgeflacht.
— Nordargentinien (Jujuy; von Frau Muhr
gefunden). (Abb. 418.)
Erst die jüngsten Neufunde lassen die ganze
Variationsbreite dieser von Britton und Rose
mißverstandenen und von Werdermann als
Opuntia hypogaea noch einmal beschriebenen Art
erkennen.
Tephrocactus glomeratus v. oligacanthus Speg.:
Tephrocactus articulatus v. oligacanthus (Speg.)
Backbg.
Tephrocactus halophilus (Speg.) Backbg.:
Tephrocactus alexanderi (Br. & R.) Backbg.
Tephrocactus hegenbartianus Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 15. 1963 (2)
K. von unten her ziemlich dicht sprossende
Gruppen; Tr. ca. 2 cm lg., 1,7 cm 0, blattgrün; Hck.
ca. 7 mm lg., 5 mm br., unten gerundet, oben spitz
zulaufend, dicht stehend bzw. in Spiralen; Ar.
klein, länglich, etwas eingesenkt, weißlich; St. fast
borstenfein, elastisch, bis 7, ungleich, ± abstehend,
weiß, einige bis 2 cm lg., andere kürzer bis sehr
kurz, abgebogen oder verkrümmt, rund; B. nur
2 mm lg.; Gl. anfangs fehlend; Bl. ? — Heimat ?
(Abb. 419.)
Nach Dr. Hegenbart, Marktredwitz, benannt, der
seltenes Tephrocactus-Material Fr. Ritters für die
Beschreibung erhalten konnte.
Tephrocactus heteromorphus (Phil.) Backbg. (1)
K. von unten her locker verzweigt; Tr.
bläulichgrün, kurzzylindrisch; Hck. spiralig stehend,
rundlich, im 2. Jahr verdickt; Ar. länglich, weißlich;
St. borstenartig weich und biegsam, später unten
am Tr. stärker verlängert, fast haarartig dünn,
schräg aufrecht abstehend, gerade; Bl. rot (Phi-
lippi). — Chile (Tarapaca, Chiquito).
Tephrocactus hickenii (Br. & R.) Speg. (2)
K. niedrige, lockere Gruppen, bis Im br.; Tr.
anfangs kugelig, dann mehr oblong, rötlichbraun,
3—5 cm 0, bis 4 cm lg., stark gehöckert; Ar. am
Tr.-Unterteil meist stachellos, ziemlich groß, rund;
St. 2—5, dünn, schmal, flach, etwas stechend,
5—12 cm lg., silberfarben bis fast schwarz, später
aschgrau, die helleren dunkel gespitzt, die jüngsten
meist dunkel. — Südargentinien (Chubut, Puerto
Madryn; Rio Negro).
Tephrocactus hirschii Backbg. (1)
K. kleine, flache Polster, bis 20 cm br.; Tr. hellgrün,
kurz-kugelig bis kurz walzenförmig, 2—3 cm 0;
Hck. länglich, wenig erhaben; B. 5 mm lg.; Ar. klein,
weiß; St. 1—3, bis 11 mm lg., bräunlich, zum Scheitel
weisend oder aufwärts gekrümmt; Bl. karminrot,
bis 3 cm 0. — Peru (Cordillera Bianca, Quebrada
Queshque, 4000 m, zusammen mit Puya raimondii).
Tephrocactus 425
Tephrocactus hossei Krainz & Gras.: Tephrocactus
articulatus v. polyacanthus (Speg.) Backbg.
Tephrocactus ignescens (Vpl.) Backbg. (2)
K. große, halbrundliche Polster, über 20 cm h., oft
mit Hunderten von Köpfen; Tr. bläulich-grün bis
gelblich-grün, bis 10 cm lg., sehr fleischig, unten
nackt; St. nur in oberen Ar., 6—15, nahezu gleich
lang, 4—5 cm oder mehr lg., gerade aufgerichtet,
spitz, elastisch-steif, stechend, gelblich-braun; Bl.
tiefrot; Fr. 7 cm lg., rot, oben stachlig und höckrig,
tief genabelt; S. kugelig, 5 mm gr. — Südperu
(Sumbay) und Nordchile,
v. steinianus Backbg.: St. dünner, länger,
honiggelb, sehr biegsam, bis 20 in einer Ar. —
Nordchile. Die Glieder sind auch schlanker.
Tephrocactus ignotus (Br. & R.) Backbg.:
Tephrocactus corotilla (K. Sch.) Backbg.
Tephrocactus kuehnrichianus (Werd. & Backbg.)
Backbg. (2)
K. größere Klumpen bildend; Tr. kugelig, bis leicht
länglich, bis 8 cm gr., graugrün, fein hell punktiert;
Ar. ziemlich weit stehend, anfangs weiß mit hellen
Gl.; St. meist nur in oberen Ar., 5—12, spreizend
oder etwas herabgebogen, weißgrau, bis 3,5 cm lg.;
Bl. lebhaft gelb, bis 3 cm 0; Fr. breitrund, tief
genabelt. — Mittelperu (800—1200 m).
v. applanatus (Werd. & Backbg.) Backbg.: Tr.
gedrückt-rund, weniger wild bestachelt; dichte
Klumpen; St. dünner, schmutziggrau, anfangs
milchweiß, bis 2,5 cm lg. — Mittelperu (Rimac-
Tal).
Tephrocaetus lagopus (K. Sch.) Backbg. (1)
K. größere Ansammlungen bildend; Tr. länglich, bis
ca. 10 cm lg., 3,5 cm 0; H. gelblich-weiß, bis 1,5 cm
lg., straffer als bei T. floccosus, z. T. pinselig
abstehend; St. 1, bis 2 cm lg., deutlich hervortretend,
am Fuß verdickt, durchsichtig weißlich, etwas rauh,
sehr stechend; Gl. manchmal so lang wie die St., bis
1,5 cm lg.; Bl. orange bis rot, bis 3 cm0. — Peru
(bei Cuzco, Cordillera Raura usw.). Die Stacheln
können auch gelblich sein,
v. aureo-penicillatus Rauh & Backbg.: K. große
Polster bildend; Tr. eiförmig, bis 4,5 cm 0, oben
etwas verjüngt, unten schlank zulaufend,
frischgrün; Hck. groß, bis 1,5 cm br., 6 mm h.; Ar.
eingesenkt, länglich, 5 mm lg., gelbweiß-filzig;
St. meist 3—5,1 besonders lg., bis 3 cm lg.,
pfriemlich, goldbraun, unten und oben blaßgelb, dazu
pinselig straff aufgerichtete Büschel goldgelber H.,
selten etwas kräuselig, bis 3 cm lg.; Bl.
orangegelb, bis 4 cm 0; Fr. kugelig, 3,5 cm gr., gelb bis
weinrot. — Peru (Ticlio-Paß, 4700 m). v. aureus
Rauh & Backbg.: H. rein gelb; St. gelb, kräftig,
örtlich variierend, länger hervortretend (Anda-
huaylas) oder unscheinbarer (Cordillera Raura);
Fr. länglich, gelblich wie beim Typhus der
Art, wo mehr rundlich, 3—4 cm lg., 2,5 cm 0.
subv. brachycarpus Rauh & Backbg. : Fr.
gedrückt-rund, bis 2 cm lg., 4 cm 0, gelblich bis
rötlich, Nabel flach (sonst tiefer),
v. leucolagopus Rauh & Backbg.: H. rein weiß;
Fr. fast kugelig, unten grün, oben gelblich, Nabel
tief und eng.
v. pachycladus Rauh & Backbg.: Tr. größer,
bis 14 cm lg., 6 cm 0; H. pinselig straff um den K.
gelegt bis abstehend, stumpf bis fast seidig
glänzend, ziemlich steif, gelblich bis goldgelb,
zumindest am Tr.-Oberteil; St. bis 7, bis 4 cm lg.,
bräunlichgelb, 1 stets länger; Bl. 2 cm 0,
orangerot. — Peru (Paßhöhe Nazca-Puqio, Puna auf
4400 m, und Tolaheide bei Chuquibamba).
Tephrocactus leoncito (Werd.) Backbg. (2)
K. in großen, halbrunden Polstern, bis 50 cm h.,
Im br., stachelstarrend; Tr. länglich-eiförmig, ca.
4 cm lg., 2 cm 0; Ar. wenige; 01. honiggelb, 7 mm
lg.; St.: 1—2 Haupt-St., bis 4 cm lg., 1—2 Beist.,
klein, gelblichbraun bis weißlich, alle stark
abgeflacht wie steifes Papier, stechend; Bl. gelb, ca.
4 cm lg. — Chile (Atacama).
Ritter hält T. reicheanus (Esp.) Backbg. für eine
var. oder Form.
Tephrocactus leoninus (Rümpl.) Backbg. (2)
K. in lockeren Gruppen; Tr. länglich-oval, später
auch mehr kugelig, gern oben sprossend; Ar. anfangs
mit kurzem Filz, später mit zahlreichen kurzen Gl.;
St. ungleich an Zahl, an jüngeren Tr. 6—12,
höchstens 1 cm lg., an alten zunehmend, 1—3 in der
Mitte, bis 1,5 cm lg., alle St. stielrund, mäßig kräftig,
z.T. auch länger werdend; Bl. hellgelb, 4cm 0;
Pet. stumpf lieh gerundet. — Chile.
Tephrocactus longiarticulatus Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 15. 1963 (2)
K. aufrecht verzweigt; Tr. kräftiggrün, halb
glänzend, bis ca. 6 cm lg., ca. 3 cm 0, mit länglichen,
hervortretenden Hck., bis ca. 2 cm lg., 1 cm br.; Ar.
dickfilzig, bis 9 mm lg. und fast so br.,
gelbbräunlich-weiß, in ca. 5 mm hohen Polstern; St. in oberen
Ar. meist aufgerichtet, später + abstehend, ca. 3—6,
bis ca. 3,5 cm lg., ungleich und verschieden gestellt,
meist leicht gebogen, weißlich, oder im Unterteil so, im
oberen rotbräunlich, z. T. ganz so gefärbt, manchmal
einige scharf auf- oder abwärts gerichtet oder
gekrümmt; Bl. ?; Fr. ?; S. ? — Herkunft? Die
Epidermis ist winzig punktiert, z. T. wie schülferig.
(Abb. 420.)
Die Art ähnelt etwas T. zehnderi, hat aber viel
gestrecktere Glieder, die Ar.-Polster an Jungtrieben
fast doppelt so groß und weißbräunlicher als bei
T. zehnderi.
Tephrocactus mandragora Backbg. (2)
K. halb in die Erde versenkte kleine Gruppen; Wz.
lang und dick, bis 12 cm lg., bis 3 cm 0, verschieden
geformt; Tr. länglich oder eiförmig, bis ca. 2 cm lg.,
426 Tephrocactus
oben verjüngt; St. sehr kurz und dünn, 1—3,
weißlich; Ar. in einer Vertiefung oder so auf schwach
angedeuteten Hck.; Bl. ca. 3,5 cm 0, glänzend
hellgelb. — Nordargentinien.
Tephrocactus melanacanthus Backbg. — Descr.
Cact. Nov. III: 15. 1963 (2)
K. sprossend, locker gegliedert; Tr. blaugrün, bis
6 cm lg., 2,5 cm dick, etwas konisch; Hck. ca. 2 cm
lg., 5 mm br.; Ar. schmutzigweiß; Gl. gelblich; St.
ca. 9—14, bis 3,5 cm lg., dunkelbraun, gerade, aber
meist an der Basis abgebogen und abwärts zeigend,
mitunter auch etwas wellig oder gedreht. — Nord-
argentinien (Jujuy; von Frau Muhr gefunden).
(Abb. 421.)
Tephrocactus microclados Backbg. (2)
K. mit winzigen Kugeln verzweigend, großenteils
unterirdisch; Wz. dicke Rübe, bis 10 cm lg., 6 cm 0;
Tr. nur 7—12 mm 0, kräftiggrün; Hck. anfangs
winzig, erhaben, später abflachend und verbreitert;
Ar. blaßbräunlich; B. kaum 1,5 mm lg.; St. sehr fein,
zuerst abwärts gebogen, ca. 2—5 mm lg., später
kräftiger, bis 1,3 cm lg., 0—3 (—4); Bl. gelb oder
rot. — Südbolivien (Tupiza).
Tephrocactus microsphaericus Backbg. n. sp. (2)
Ad ca. 8 cm altus, sicut visi, parce ramosus, catenam
articulorum formans, articulis ad 1,8 cm longis et
latis, globosis, viridibus; areolis fulvosis, 2 mm 0;
glochidiis flavis, primo brevibus, postea ad ca.
4—5 mm longis; aculeis pallide cornicoloribus, basi
pulla; radialibus ad ca. 8, tenuibus, mox albidis, ad
ca. 6 mm longis; centralibus ca. 3, ad ca. 2,5 cm
longis, distantibus; flore roseo, 4 cm löngo, 5 cm 0;
filamentis flavis; stylo stigmatibusque viridibus;
ovano conico, aculeato — Argentinia (Jujuy).
K. kettenförmig gegliedert, wenig verzweigt, grün,
bis 8 cm lg. gesehen; Tr. aus kugeligen Abschnitten
von ca. 1,8 cm Länge und Breite, gefüllt etwas
stärker; Ar. hellbraun, 2 mm gr., ca. 3—4 mm
entfernt; Gl. gelb, anfangs kurz, später bis 4—5 mm
lg.; St. blaß hornfarben mit dunklem Fuß; Rst.
bis ca. 8, dünn, bald weißlich, bis ca. 6 mm lg.; Mst.
ca. 3, bis ca. 2,5 cm lg., abstehend; Bl. rosa, 4 cm
lg., 5 mm 0; Stbf. und Stbb. gelb; Gr. und N. grün;
Ov. konisch, bestachelt. — Nordargentinien
(Jujuy, bei Maimará) (Koll. Uhlig und Backeberg,
U 2186; von Frau Muhr gefunden). (Abb. 422.)
Durch ihren kettenförmigen Wuchs eine
ungewöhnliche Art.
Tephrocactus minor Backbg. (2)
K. kleine, lockere Gruppen; Tr. zuerst rötlich, dann
bläulich- bis gelblich-grün, ca. 2,4 cm lg., 2,2 cm 0,
rundlich bis oben verjüngt; Ar. anfangs
hervortretende Polster; Gl. später in langen Büscheln,
gelb; St. 1—5, meist 2 länger, bis 4 cm lg., 3 kürzere,
6—18 mm lg., manchmal nur 1—2 St., die längeren
+ abwärts gerichtet. — Nordbolivien (4000 m).
Tephrocactus minusculus Backbg. (2)
K. winzig, verzweigt; Tr. bläulich-grün, kugelig;
Hck. etwas länglich-rund, hervorragend, später
verflachend; Ar. später einsinkend, anfangs braunfilzig,
rund, ziemlich groß, später kahl; St. 0 oder 1—2
(selten —6), unregelmäßig lang, etwas stechend,
bis 3 mm lg.; Bl. und Fr. ? Anfangs rötliche
Blättchen lassen die Jungtriebe rötlich erscheinen. —
Bolivien (nördliche Puna, ca. 4000 m).
Tephrocactus minutus Backbg. (2)
K. winzig, verzweigt; Wz. klein, fingerförmig; Tr.
bis 2,5 cm lg., 8 mm dick, in der Kultur etwas
länglich, um die Ar. rötlich, bis 12 mm lg.; Ar. quer-
rund, 1,5 mm br., zuerst sehr klein; B. sehr klein; St.
meist fehlend oder sehr klein, kaum sichtbar, später
1—3—4, sehr dünn, bis 1,7 cm lg., oft anliegend,
alle graufarben, mitunter auch später fehlend. —
Nordargentinien (Los Andes).
Tephrocactus mirus Rauh & Backbg. (2)
K. kleinstrauchig, locker verzweigt, ca. 17 cm h.,
Gruppen ca. 20 cm br.; Tr. blatt- bis graugrün,
zuerst kugelig, später schwach verlängert, 2—4 cm
0; Ar. erhaben, bis ca. 4 mm br., hellbräunlich; Gl.
kurz, hell, im Ar.-Oberteil; St. bis ca. 18, zuerst
dünn und kurz, später länger und kräftiger, ungleich
lg., bis 2,5 cm lg., .mehr unterhalb des oberen Ar,-
Teils erscheinend, weißlich (nach Rauh anfangs auch
braun); Bl. gelb, 2,5 cm 0. — Peru (Nazca-Tal,
1200 m).
In der Kultur werden die St. dieser schönen Art
nicht so lang wie in der Heimat.
Tephrocactus mistiensis Backbg. (2)
K. in Polstern; Tr. zuerst rein- dann olivgrün,
eiförmig oder verlängert, zuerst mit großen,
hochovalen Hck., die bald abflachen; St. meist fehlend
oder 1 dünner, borstenförmiger, ca. 4 mm lg.;
Bl. ?; Fr. ?; — Südperu (Vulkan Misti).
Tephrocactus molfinoi Ritt.: Maihueniopsis molfi-
noi Speg.. Ritter stellt die Art zwar zu
Tephrocactus, sagt aber bisher nichts darüber, ob er
wirklich basal verwachsene Tr. sah, das wichtigste von
Spegazzini angegebene Merkmal, d. h. es steht nicht
fest, ob Ritter die richtige Art sah oder — wie Ca-
stellanos — eine andere dafür ansah. Bis heute
ist das Genus nicht wiedergefunden bzw. neu
beschrieben worden.
Tephrocactus molinensis (Speg.) Backbg. (2)
K. kleine Klumpen bildend, dunkelgrün; Tr.
elliptisch bis oval, anfangs auch rundlich, bis 2,5 cm lg.,
gepfropft bis 4 cm lg., 2,5 cm 0; Ar. mit bald
abfallenden Härchen, diese in der Jugend die kleinen
Tr. stark bedeckend; Gl. in rotbraunen Büscheln
(lt. Borg auch gelb); St. 0; Bl. ?; Fr. ? —
Nordargentinien (Salta, Molinos im Valle Chalchaqui).
Tephrocactus 427
Tephrocactus mnellerianus Backbg. (2)
K. gruppenbildend, bräunlichgrün; Tr. ca. 2,5 cm
lg., 2 cm 0; St. 5—9, weißlich mit dunkler Spitze,
allseitig spreizend, 6—17 mm lg., an älteren Tr.
etwas länger und kräftiger; Ar. weiß; Bl. ? —
Heimat?
Die älteren Tr. scheinen bald zu schrumpfen und
unscheinbar zu werden.
Tephrocactus mnltiareolatus Ritt. — „Taxon",
XIII: 4, 144. 1964 (2)
K. blaugrün, sprossend, bis 30 cm gr. Kolonien
bildend; Tr. 5 cm lg., 3,5 cm 0, oval; Ar. groß; St.
fast gerade; Rst. 8—20, zart, weiß; Mst. 6—8,
braun; Bl. 3,5 cm lg., gelb; S. groß. — Peru (Dept.
Arequipa, Convento). (FR 275)
Tephrocactus neuquensis (Borg) Backbg. (2)
K. niedrige Büsche, bis 15 cm h., fahlgrün bis
bräunlich; Tr. oval-konisch, 2—4 cm lg., 1—1,5 cm
0, fast glatt; Hck. wenig hervorragend; Ar.
klein, weiß; Gl. weiß, kurz; Rst. 2—3, borstig, weiß,
bis 1 cm lg., abwärts gerichtet; Mst. meist 1, selten
2—3, weiß, abgeflacht, biegsam, 2—4,5 cm lg.,
gelblich oder Spitze bräunlich; Bl. ?
—Südargentinien (bei Neuquen). (Abb. 423.)
Tephrocactus nigrispinus (K. Sch.) Backbg. (1)
K. kleine, spreizende Büsche, bis 20 cm h., dunkel-
bis rötlich-schwärzlichgrün; Tr. mäßig zahlreich,
mit Ausnahme älterer Pflanzen, länglich, schlank;
Hck. klein, niedrig; B. ca. 2 mm lg.,
rötlich-dunkelgrün; Ar. anfangs gelblich; Gl. gelblich; St. 3—5,
meist aus oberen Ar., bis 4 cm lg., spreizend, gerade,
fast rund, nicht fest, anfangs purpurschwarz, dann
rötlichgrau bis grau; Bl. klein, purpurn, bis 2,5 cm
lg.; Fr. nackt, tief genabelt. — Nordargentinien
(Punas von Jujuy und Salta).
Tephrocactus noodtiae Backbg. & Jacobs. (2)
K. polsterbildend, Gruppen bis 20 cm br., graugrün;
Tr. bis 4 cm lg., 2—3 cm 0; Hck. bis 1cm lg.,
7 mm br., flach; Ar. klein, gelblich; St. honiggelb,
elastisch, wenig stechend, + seitlich verflochten,
9—10, 6 längere bis 2,75 cm lg., 4—5 Beist., z. T.
weich bzw. dünn-elastisch, manche St. gebogen,
Spitze oft etwas dunkler, St. in der Kultur
durchsichtig weißlich werdend, dünner, manchmal
schwach gelblich. — Peru (Titicaca-See, 3900 m).
Tephrocactus ovallei Remy ist eine wenig geklärte
Art. Im Botan. Garten München-Nymphenburg sah
ich Pflanzen unter diesem Namen mit unbestachel-
ten, konischen, graugrünen Tr., nur mäßig lg., mit
schlanken Gl.-Büscheln; Bl. gelb, stachellos. —
Chile (Ovalle).
Tephrocactus ovatus (Pfeiff.) Backbg. (2)
K. kleinere Polster bildend; Wz. dicklich, verzweigt;
Tr. kugelig, oben etwas verjüngt, bis eiförmig,
grün, bis 4 cm lg.; Ar. braun; St. 7—8, ungleich,
steif, aufrecht, anfangs bräunlich, später weiß,
4—10 mm lg. — Argentinien (Mendoza). Tr.-
Unterteil stachellos.
Tephrocactus parvisetus Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 15. 1963 (2)
K. locker verzweigt, olivgrün; Tr. 1,5—3 cm lg.,
7—8 mm 0; Ar. ca. 2—4 mm entfernt, zuerst
1,5 mm 0, weißfilzig; B. 1mm lg., rötlich; Gl.
sehr kurz, weißlich; St. bis ca. 12, bis 5—8 mm lg.,
sehr dünn, anfangs oben blaßrötlich, bald weiß,
spreizend, später abwärts geneigt; Bl. ? — Chile
(im Gebirge, ohne näheren Standort, von Lembcke
gefunden). (Abb. 424.)
Offenbar dem T. conoideus verwandt, aber gute,
eigene Art.
Tephrocactus pentlandii (SD.) Backbg. (2)
K. zwergige Polster;-Wz. rübig; Tr. klein, kugelig
bis beidseitig schwach verjüngt; Hck. flach; Gl.
winzig; St. 4—6, zierlich, bis 8,5 mm lg., weißlich,
verschieden herabgebogen; Bl. gelb und rot,
kurztrichterig, 2,5 cm lg., 3,5 cm 0; Ov.
breitgedrückt; Fr. innen rot, trocken 1,2 cm lg., tief
genabelt, oben einige Bst. — Bolivien (Tupiza,
Pampa Mochara).
v. adpressus Backbg. n. v.: Differt a typo corpore
atro-olivaceo, aculeis 2—3, ad 1,25 cm longis,
primo albis, basi flava.
Bisher als Tephroc. adpressus nom. nud. in den
Sammlungen. Ähnlich T. pentlandii,
dunkelolivgrün, 2—3 St. ‚ bis 1,25 cm lg., anfangs weiß
mit gelber Basis, später ganz weiß. — Bolivien.
(Standort ?).
v. fuauxianus Backbg.: Ar. weißflockig; St. meist
nur 1, gerade, selten abgebogen, bis 5 mm lg.
v. rossianus Heinr. & Backbg.: K. in kleinen,
breiten Polstern; Wz. sehr derb und lg.; Tr. etwas
stärker; Hck. mehr hervorragend; St. 1—3,
stärker, und 1—3 Nebenst., blaß, alle nicht deutlich
gebogen, mehr spreizend; Bl. gelb oder rot, ca.
2 cm lg., 3,2—4,2 cm 0, auch als bräunlichgelb
berichtet. — Bolivien (Huari-Huari).
Tephrocactus platyacanthus (SD.) Lem. (2)
K. niedrig-buschig verzweigt; Tr. glänzend braun,
anfangs rötlich, länglich-kugelig, bald vergrauend
und unscheinbar; Hck. hervortretend; St. 3—4
untere, zierlichere, anliegend, 2—3 längere,
abgeflacht, steif elastisch. — Argentinien. Nicht die
ScHUMANNsche Art dieses Namens mit grünen Tr.
(v. neoplatyacanthus Backbg.).
v. angustispinus Backbg.: Tr. mehr dick-eiförmig;
Hck. mehrflächig, hervortretend, scharf
umgrenzt; St. schmaler, meist heller, ziemlich lg.
und meist aufgerichtet, Beist. fehlend,
v. dellexispinus (SD.) Backbg.: Tr. beidseitig
verjüngt; St. schmal und lg., ± abwärts gerichtet.
28 Kakteenlexikon
428 Tephrocactus
v. monvillei (SD.) Backbg.: Tr. schlanker; St.
braun; vielleicht nur eine Form,
v. neoplatyacanthus Backbg.: Tr. kugelig, grün
(!), bis 4,5 cm 0, unter den Ar. oft rötlich; Gl.
schmutziggelb; St. 2—4, kartonartig, glänzend
rehbraun, weiß gerandet und quer gestreift, bis
6 cm lg., flach, der mittlere scharf dreikantig,
etwas kürzer, noch steifer, oft stark gewunden,
manchmal noch 1—2 herabhängende Beist.; Bl. ?
— Argentinien.
Tephrocactus pseudorauppianus Backbg.:
Tephrocactus dimorphus v. pseudorauppianus (Backbg.)
Backbg. (Ritter-No. FR 242?) mit bräunlicher
Jung-Ar.-Wolle, nicht zu verwechseln mit dem
bläulichgrünen T. sphaericus v. glaucinus, Ar.
näherstehend; die var. ähnelt sehr dem anfangs weiße
Ar. bildenden T. dimorphus (Ritter-No. FR 553:).
Tephrocactus pseudo-udonis Rauh & Backbg. (1)
K. breite Polster bildend, nicht sehr hoch; Tr. bis
15 cm lg., 5 cm 0; H. rein weiß, dicht, lang
abstehend, verflochten, aber kaum gekräuselt (wie bei
T. udonis). — Peru (Cordillera Raura, auf der Puna).
Tephrocactus punta-caillan Rauh & Backbg. (1)
K. lockere Gruppen; Tr. 5—10 cm lg., 2 cm 0,
glänzend grün; Hck. länglich, schmal, nur in
Scheitelnähe erhaben; B. bis 1 cm lg., halbstielrund; Ar.
klein, weiß; St. 2—6, seitlich abstehend oder
aufrecht, dünn, elastisch, kastanienbraun; Bl. kar-
min (?). — Peru (Cordillera Negra, Punta Caillan,
4300 m).
Tephrocactus pyrrhacanthus (K. Sch.) Backbg. (2)
K. niedrig-verzweigt, glänzend gelbgrün; Tr.
eiförmig oder ellipsoidisch, bis 2 cm lg., 1 cm 0, ge-
höckert; Ar. weiß, 3 mm gr.; St. 5—8, stechend,
gelbrot, bis 4 cm lg.; GI. klein, goldgelb; Bl. bis
3,5 cm lg., 3 cm 0, goldgelb; N. rot. — Peru (Ta-
cora und Cerro Tornarape, 4400 m).
v. leucoluteus Backbg.: Tr. bis 4 cm lg., 3 cm 0;
St. etwas dunkler; Bl. hellgelb. — Bolivien
(Murillo, Calvario, 4000 m).
Tephrocactus rarissimus Backbg. (2)
K. in lockeren Gruppen, matt bläulich-grün; Tr.
eiförmig, oben verjüngt, stärker gehöckert; Ar.
weiß; St. meist 2—3, selten mehr, bis 4 cm lg., steif
borstenförmig, weiß, nicht stechend, manchmal
noch ein weiterer sehr kleiner St.; Bl. ? — Nord-
bolivien (zwischen Titicaca-See und La Paz).
Tephrocactus rauhii Backbg. (1)
K. in lockeren Gruppen; Tr. relativ groß, bis 25 cm
(!) h., bis 8 cm 0, kleinen Oreocereen ähnelnd;
H. straff abstehend, dicht, weiß oder grauweiß; St.
blaßgelb, kaum hervortretend; Bl. ? — Südperu
(Nevado Ausangate, Hazienda Lauramarca; wohl
auch in der Cordillera Huaytapallana b. Huan-
cayo). (Abb. 425.) ‚
Die größte und stärkste Art der behaarten
Vertreter der Reihe 1: Elongati.
Tephrocactus rauppianus (K. Sch.) Backbg. halte
ich heute nur für eine etwas weicher bestachelte
Form des T. sphaericus; die Jungtriebe beider
ähneln sich sehr.
Tephrocactus reicheanus (Esp.) Backbg. (2)
K. polsterbildend, bis 2 m br., bis 80 cm h.; Tr.
eiförmig oder länglich-konisch, bis 5 cm lg., 2,5 cm
0, grün, unten weißlich, glatt; Ar.
weißlich-strohfarben; B. 5 mm lg., weißlich bis rötlich; Gl.
zahlreich, krem bis strohfarben, bis 2 cm lg. (!); St. meist
nur im Oberteil, ungleich, 1—2 längere, bis 5 cm lg.,
unten 2 mm br., oben abgeflacht, häufig gerillt, weiß
oder gelblich, auch seitwärts gerichtet, häufig noch
1—3 Beist., borstig, zusammengedrückt, abwärts
gebogen, auch gedreht; Bl. 8,8 cm lg., bis 7,5 cm 0,
grünlichgelb; Gr. weiß und rötlich; N. grün; Fr.
5 cm 0, 4 cm lg.; S. 4 mm gr., abgeflacht. — Chile
(Tal des Rio Toro, 3550 m, und Banos del Toro,
Anden von Elqui).
Ritter hält die Art für identisch mit T. leoncito
(Werd.) Backbg.; wesentliche Unterschiede sind
nicht zu erkennen, aber Espinosa spricht nicht von
steif-papierartigen abgeflachten St., sondern „St.
oben abgeflacht, häufig gerillt"; letzteres
Kennzeichen erwähnt Werdermann nicht.
Tephrocactus retrospinosus Lem.: Opuntia retro-
spinosa Lem., eine der Tephrocactus ähnelnden aber
abgeflachten kleinen Arten der Reihe „Airam-
poaeu.
Tephrocactus riojanus (Hoss.) Backbg.:
Tephrocactus alexanderi (Br. & R.) Backbg.
Tephrocactus russellii (Br. & R.) Backbg. (2)
K. in kleinen Klumpen, bis 20 cm br., dunkelgrün
bis + rötlich-bräunlich; Tr. klein, kugelig bis ovoid,
2—4 cm lg.; St. im Oberteil, 3—6, abstehend, gelb,
2—3 cm lg., etwas abgeplattet, ferner 1 bis mehrere
Beist., bis 1 cm lg.; Gl. später reichlich vorhanden,
anfangs unscheinbar, bis ca. 2 mm lg.; Bl. ?; Fr.
kugelig, bis 2,5 cm 0, stachellos; S. 4 mm gr. —
Argentinien (Mendoza, Potrillos).
Tephrocactus schaeferi Ritt., unbeschrieben:
Tephrocactus conoideus Backbg. non Ritt.
Tephrocactus setiger Backbg.: Tephrocactus weberi
v. setiger (Backbg.) Backbg., eine besonders lang
und dicht aufrecht bestachelte var.
Tephrocactus silvestris Backbg. (2)
K. stark im Boden verborgen, verzweigt, rein grün;
Tr. winzig, rund, kettenförmig folgend, fast stachel-
Tephrocactus 429
los; St.: selten später ein spreizender, bis 17 mm lg.,
und ein anliegender, bis 1 mm lg. — Bolivien (nahe
La Paz). Ähnlich T. minusculus.
Tephrocactus sphaericus (Forst.) Backbg. (2)
K. Kolonien bildend, z. T. liegend, bis aufgerichtet,
+ locker verzweigt, z. T. in Massen auftretend,
blattgrün; Tr. kugelig bis mitunter etwas länglich,
bis über 7 cm 0; Ar. ziemlich groß und etwas
erhaben, verhältnismäßig dicht, gelblich, anfangs sehr
dicht stehend; St. an Zahl sehr verschieden, z. T.
nur wenige, oft zahlreich, die Kugeln umflechtend,
braun oder dunkler, vergrauend, bis 4 cm lg., z. T.
derb, die mittleren die stärkeren, oft gebogen,
abgekrümmt oder abstehend; Bl. bis 4 cm 0, (tief
orange-) gelb; Fr. kugelig, oft sehr stachlig, auch
sprossend; S. rund, weiß, 4 mm 0, mit dünnem,
breitem Ring. — Peru (Arequipa).
v. glaucinus Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
15. 1963 (2)
K. verzweigte Gruppen bildend, stumpf
bläulichgrün; Tr. eiförmig, beidendig etwas verjüngt, Epi-
dermis auffällig hell und fein punktiert, bis ca.
4 cm lg., 2,5 cm ø ; Ar. 1 cm entfernt, ca. 4 mm
groß, erhaben flachrund aufliegend,
hellbraunfilzig (T. spaericus: zuerst gelbweiß-filzig, bald
ganz weißfilzig); Gl. oben in der Ar., wenig
hervortretend, gelblich (bei T. sphaericus weiter
hervortretend); St. 10—14, ungleich gerichtet und
ungleich lg., bis ca. 7 abwärts, weiß, die übrigen
vorgestreckt und aufwärts weisend oder ±
seitwärts verbogen, selten im oberen Ar.-Rand, oder
wenn doch, dann kurz, fein, weiß, 1—2, die
anderen hell hornfarben, oben bräunlich oder strek-
kenweise so gefleckt, 8—13 mm lg., alle dünn;
Bl. ? — Heimat ? (Südperu, pazifische Seite ?).
(Abb. 426.)
Von dem im Jungtrieb frischgrünen,
verschwommen punktierten T. sphaericus durch die
blaugrüne Farbe, scharfe, weiße Punktierung und die
bräunlich gefärbten bzw. gefleckten
Hauptstacheln deutlich unterschieden, ebenso durch den
bräunlichen Ar.-Filz.
v. rauppianus (K. Sch.) Backbg.: eine var. oder
Form mit mehr und weicheren, anliegenden St.
v. unguispinus (Backbg.) Backbg.: G. am
Standort oft rotbraun; St. später bis 18, weißgrau,
anfangs oft dunkler, die Haupt-St. bis ca. 2,5 cm
lg., meist kräftig krallig gebogen. — Südperu
(Wüste La Joya).
Tephrocactus strobiliformis (Berg.) Backbg.:
Tephrocactus articulatus v. inermis (Speg.) Backbg.
Tephrocactus subinermis (Backbg.) Backbg. (2)
K. lockere, mäßig große Gruppen, grün; Tr.
eiförmig, oben verjüngt; Hck. stark ausgeprägt; Ar.
gelbweiß; Gl. später in längeren gelben Büscheln; St. oft
fehlend, oder 1—2, meist seitwärts spreizend, bis
2,5 cm Ig., hornfarben oder weißlich; Bl. ? —
Nordbolivien (Puna, 4000 m).
Tephrocactus subsphaericus Backbg.: Tephrocactus
alexanderi v. subsphaericus (Backbg.) Backbg.
Tephrocactus subterraneus (R. E. Fries) Backbg. (2)
K. fast im Boden verborgen, einfach oder wenig
verzweigt; Wz. dick, bis 12 cm lg.; Tr. rund, 2—4 cm
lg.; Hck. fast viereckig oder ähnlich so, flach,
verhältnismäßig dicht gestellt; St. 1—7, alle
randständig, kurz, weißlich bis (anfangs) bräunlich, dünn,
zurückgebogen, angepreßt, + gekrümmt; Bl.
bräunlichweiß, rötlich getönt, ca. 2,5 cm 0; Sep.
grünlich; Ov. schlankkonisch, oben bestachelt; Gr. krem;
N. rötlich; Fr. bis 1,5 cm lg.; S. 3 mm gr.,
unregelmäßig. — Nordargentinien (Jujuy, bei Moreno
und Javi). (Abb. 427.)
Wurde erst neuerdings wiedergefunden.
Tephrocactus tarapacanus (Phil.) Backbg. (2)
K. niedrig, vielgliederig; Tr. klein, ovoid, ca. 2 cm
lg., 1 cm 0; Ar. weiß wollig; St. an der Tr.-Spitze,
gewöhnlich 3, gerade, 12—15 mm lg., weiß, Spitzen
gelblich; Bl. gelb. ScIiumann fügte hinzu: „Ar.
klein; Gl. gelblich weiß; St. 1—2, pfriemlich, etwas
zusammengedrückt, rötlichgelb, bis 2 cm lg.; Bl.
bis 3 cm lg., gelb. — Chile (Calaleste).
Unzulänglich bekannt.
Tephrocactus tortispinus Ritt., unbeschrieben:
„mit gedrehten, dunklen Stacheln'1 (FR 550). Mehr
ist nicht bekannt.
Tephrocactus turpinii Lem., ein früher oft
gebrauchter Name für Tephrocactus articulatus v. syringa-
canthus (Pfeiff.) Backbg.
Tephrocactus udonis (Wgt.) Backbg. (1)
K. polsterbildend; Tr. bis 13 cm lg., 6 cm; Ar. grau;
H. dicht verflochten, bis 7 cm lg., fast „drahtig"-
elastisch gekräuselt; St. 2—4, ungleich, bis 3,5 cm
lg., dünn, stechend, bräunlich, später dunkler,
sowie ein bis 7 mm lg. borstiger und abgebogener
Beist.; Bl. ? — Peru (Cordillera Negra, 4300).
Verhältnismäßig selten am Standort.
Tephrocactus unguispinus Backbg.: Tephrocactus
sphaericus v. unguispinus (Backbg.) Backbg.
Tephrocactus variiflorus Backbg. (2)
K. kleine lockere Gruppen, reingrün; Tr. länglich,
bis ca. 1,5 cm 0; Hck. sehr flach, doppelt so lg. wie
br., durch geschlängelte Linien getrennt; Ar.
gelblich; Gl. gelblich; St. ziemlich klein, gelblich, teils
angelegt, teils abstehend, ca. 2—4, ungleich,
verschieden lg.; Bl. ziemlich groß, mit ca. 20
breitlinearen Perigonblättern, oben + gestutzt, etwas
locker strahlend, bis 18 mm lg., 6—10 mm br., kar-
min bis karminrosa, bis sehr blaß- oder gelblich-rosa.
— Nordargentinien (Pampa südlich von Villa-
zon). Schön blühend. Von Ritter gefunden; seine
No. FR 91.
430 Tephrocactus — Thelocactus
Tephrocactus verticosus (Wgt.) Backbg. (1)
K. kompakte, flachere bis gewölbte Polster bildend;
Tr. bis 10 cm lg., bis 3 cm 0, oben mehr breit als
verjüngt; H. bis 4 cm lg., dicht verflochten, etwas
kräuseKg, die Tr. völlig verhüllend; 61. kaum
festzustellen; St. 1—4, ungleich, bis 3 cm lg., hell- bis
dunkler braun oder rötlich gespitzt, aus den H.
hervorlugend; Bl. karminrot (auch zinnoberrot ?); Fr.
länglich; S. eiförmig-rund. — Peru (Cordillera
Negra, Katai-Paß).
Tephrocactus virgultus Backbg. n. sp. (2)
Virgulte laxiramosus, primo acriter viridis, postea
pallidior; articulis ad ca. 2,5 cm longis, ad 1,5 cm
crassis, primo saepe solum ad 2 cm longis, 8 mm
crassis; foliis viridibus, ca. 3 mm longis; areolis
5—9 mm distantibus, primo parvis, aliquid albo-
tomentosis, postea tomento fasciculato, ad 2 mm
longo; glochidiis brevissimis in tomento fere non
aspectabilibus; aculeis albis primo 0, postea ad ca.
5—8, rectis, aliquid divaricatis ad porrectis, ad
12 mm longis, pallide roseoalbidis, postea griseis;
flore atroroseo (Typus H 31, Koll. Hegenbart).
K. kleinbuschig locker verzweigt, kräftig grün,
später blasser, Tr. bis ca. 2,5 cm lg., 1,5 cm 0, anfangs
auch nur bis 2 cm lg., 8 mm 0 ‚ B. grün, ca. 3 mm
lg.; Ar. 6—9 mm entfernt, zuerst klein, schwach
weißfilzig, später mit einem kompakten Filzbüschel,
bis 2 mm lg.; 61. weißlich, fast unsichtbar im Filz
verborgen; St. anfangs 0, später bis ca. 5—8, gerade,
etwas fest und leicht spreizend oder vorgestreckt,
bis 12 mm lg., blaß rosaweiß, bald grau; B. dunkel-
rosa (nach Muhr). — Heimat ? (Abb. 428.)
Tephrocactus weberi (Speg.) Backbg. (1)
K. in niedrig-buschigen Kolonien, bis 18 cm h.,
30 cm br., gelblichgrün; Tr. bis 6 cm lg., 2 cm 0,
oben etwas höckrig; Hck. dicht, spiralig, etwas 4sei-
tig» ca. 6 mm br. und lg.; St. ziemlich dicht stehend,
5—7, bräunlich bis braun, bis 5 cm lg.,
biegsamelastisch, alle unregelmäßig, seitlich leicht
verflechtend bzw. durcheinanderragend, die kleineren meist
heller; Bl. klein, gelb, radförmig öffnend; Fr. 1 cm
lg., trocken (innen auch Gl. ?, Speg.); S. hart, glatt,
gedreht. — Argentinien (San Juan; Salta).
v. dispar (Cast. & Lelong) Backbg.: K. z.T.
über 16 cm h.; Tr. bis 7 cm lg., 1,5 cm 0; St.
3—4 kleinere weiße, borstige, abwärts spreizend,
bis 5 mm lg., sowie 4 + aufgerichtete steife,
abstehende, ca. 2 cm lg., rötlich-hornfarben; Bl.
2 cm lg.; Fr. stachlig (Catamarca, Tucuman).
v. setiger (Backbg.) Backbg.: St. 4—6, bis über
3,5 cm lg., hornfarbig-weiß, dicht und stärker
aufgerichtet. (Cordoba ? Tucuman ?)
Tephrocactus wilkeanus Backbg. (2)
K. in Gruppen wachsend; Tr. ca. 2,5 cm lg., 4 cm
0, eiförmig, oben gehöckert; St. borstenförmig,
weiß, zuweilen nur 1; Bl. rot (Wilke). — Nord-
bolivien (Viacha). Fein und zierlich bestachelt;
selten und bisher nicht wiedergesammelt.
Tephrocactus yanganucensis Rauh & Backbg. (1)
K. in Polstern, bis 30 cm br., flach gewölbt; Tr. dicht
stehend, bis 5 cm lg., 2,5 cm 0, bläulichgrün; Hck.
rundlich-länglich; B. 1 cm lg.; Ar. hell, ca. 2 mm gr.;
St. 1—4, verschieden lg., bis ca. 2,2 cm lg., hellbraun
bis rötlich, abstehend (bei dem, wenn gepfropft,
ähnlichen T. hirschii stärker anliegend oder
aufwärts weisend); Bl. ca. 3 cm 0, lebhaft karminrot.
— Peru (Cordillera Bianca, Quebrada Yanganuco,
3000 m). Gepfropfte Tr. werden viel länger.
Tephrocactus zehnderi Rauh & Backbg. (2)
K. in Polstern, bis 50 cm br., 30 cm h., graugrün bis
dunkelgrün; Wz. kräftige Hauptwurzel, rübenför-
mig; Tr. bis 10 cm lg., bis 3 cm 0; Hck. anfangs
warzig aufgewölbt; Ar. groß, oval, weißwollig, bis
11 mm lg., 8 mm br.; St. 3—8, die längsten bis 3 cm
lg., sehr derb, schwach gebogen, rötlichbrann,
später grau, an Kulturpflanzen auch nur wenige, dünn,
kurz, weiß; Gl. an alten Teilen derbbüschelig
hervorragend; Bl. bis 3 cm lg., bis 4 cm 0, außen
rötlich, innen gelb; Stbf. gelb ? N. weiß; Fr. rund,
gelblich, 2 cm lg., 1,5 cm 0, bestachelt, tief genabelt. —
Südperu (Vulkan Sarasassa, bei Incuio, auf Asche,
3500 m).
Thelocactus (K. Sch.) Br. & R. (199)
Kugelige bis gestreckte Pflanzen mit deutlichen
Rippenhöckern, mit meist derber Bestachlung, z. T.
bunt (weiß, gelb, rot) oder asbestartig aufgerauht,
auch braun, z. T. pfriemlich, mitunter mit
abgeflachten und elastischen längeren Mittelstacheln.
Die Stachelareolen tragen eine als Langareole
bezeichnete Verlängerung, aus der die weißen, gelben
oder roten, sehr ansehnlichen Blüten entstehen. Sie
sind, ebenso wie die Früchte, zwar beschuppt, sonst
aber kahl. Einige Arten sprossen von unten her,
teilweise auch aus den Areolen, und drei Spezies
variieren stärker. Die Samen sind überwiegend schwarz,
in einem Falle — soweit bekannt — dunkelbraun
und wohl stets matt bzw. nicht sehr klein.
Beschrieben wurden bisher 19 Arten. —
Verbreitung: USA (Texas) bis Mexiko (von der
Nordgrenze bis Querétaro, nicht in Niederkalifornien).
[®.; die Arten sind im allgemeinen gutwüchsig.]
Thelocactus beguinii (Web.) Berg.: Gymnocactus
beguinii (Web.) Backbg.
Thelocactus bicolor (Gal.) Br. & R.
K. meist einzeln, kugelig bis länglich und verjüngt,
in verschiedenen Formen oder Rassen, ziemlich
niedrig oder bis 20 cm lg. und 10 cm 0 (H. Bravo);
Ri. 8—13, höckrig quergeteilt; Rst. 9—18, bis 3 cm
lg.; Mst. meist bis 4, einzelne aufsteigend bis vor-
Thelocactus 431
gestreckt, bis 3—5 ein lg.; St. gelblich oder hellrot
oder rot und gelblich, einer + zusammengedrückt;
Bl. 5—6 cm lg. und ungefähr so br., tief purpurrosa;
Ov. und B. dicht beschuppt, mit bewimpertem
Rand; N. blaß- bis rosagelb; Fr. ca. 1 cm lg., basal
unregelmäßig öffnend; S. 2 mm gr. — USA (S-
Texas) bis Mittelmexiko.
Variable Art. Deutlicher unterschieden sind:
v. bolansis (Runge) Knuth: K. später
zylindrisch; Rst. bis 25, dünn; Mst. 3, unten
verdickt; St. alle weiß; Bl. über 7 cm 0. —
Mexiko (Sierra Bola).
v. flavidispinus Backbg. s. Thelocactus flavidi-
spinus (Backbg.) Backbg.
v. pottsii (SD.) Backbg.: K. mehr kugelig, 10—15
cm 0; Ri. breitrunder; Rst. meist 10—11; Mst.
starkpfriemlich, meist abwärts gebogen, ein
oberer abgeflacht. — Mexiko (Chihuahua).
v. schottii (Eng.) Davis: ist nach Engelmann
die längliche Form, im Gegensatz zur kugeligen
mexikanischen; diese aber ist v. pottsii, so daß die
v. schottii als mit dem Typus der Art identisch
angesehen werden muß.
v. texensis Backbg.: K. länglich; Rst. 12—13, rot
gefleckt, rundlich; Mst. ca. 4, 3 pfriemlich, ein
oberer bis 7,3 cm lg., strohfarben, dünn,
abgeflacht, darunter zuweilen noch ein bis 2,5 cm
lg., abgeflachter weißlicher Rst., einer der Mst.
auch zuerst rot gefleckt. — USA (Texas),
v. tricolor (K. Sch.) Knuth: K. stark länglich im
Alter; St. ziemlich dicht stehend und stark,
stärker rot gefärbt. — Nordostmexiko.
Thelocactus bueckii (Klein) Br. & R.
K. einzeln, tief grün; Hck. stark ausgebildet, etwas
spitzig und gekantet; St. ca. (4—) 7, rötlich,
ungleich, einige zurück- bzw. auswärts-gebogen, die
längsten oft stärker verlängert, alle elastisch; Bl.
dunkelrot; Pet. schmal. — Mexiko. Es kommen
auch Pflanzen mit derben, zurückgekrümmten St.
vor.
Thelocactus conothelos (Reg. & Klein) Knuth
K. + ovoid, bis 10 cm h., bis ca. 7,5 cm 0,
graugrün; Ri. in ca. 12 W.-Spiralen; W.-Hck. ca. bis
2 cm lg.; Rst. 14—16, weiß, ± anliegend, bis 1,8 cm
lg., unten z. T. dunkler; Mst. (1—) 2—4, hell,
verschieden lang und kräftiger, bis über 3,5 cm lg.,
z. T. ± verbogen; Bl. 3,5 cm 0, purpurviolett; Ov.
beschuppt; Fr. 1,3 cm lg., 9 mm 0, mit_2_mm lg.
Sch., unten grünlich, oben rotviolett. — Mexiko
(Tamaulipas).
Früher auch als Gymnocactus angesehen, da
genauere Bl.-Beobachtungen fehlten. De Herdt,
Mortsel-Antwerpen, konnte mir die fehlenden
Einzelheiten aufgeben, wodurch die Art jetzt ihre
endgültige Stellung erhielt.
Thelocactus crassihamatus (Web.) Marsh.: Glan-
dulicactus crassihamatus (Web.) Backbg.
Thelocactus ehrenbergii (Pfeiff.) Knuth
K. erst kugelig, dann länglich, rasenförmig spros
send, einzelne bis 12 cm h., 7 cm 0, anfangs hell-,
später grau-grün; Ri. meist 8—13, durch Quer-
kerbung in spiralig stehende W. zerfallen, diese von
derberer Hck.-Form, 1 cm h., zuweilen noch einmal
durch eine kurze Querkerbe unterteilt; Ar. anfangs
gelblich; Rst. meist 6, dünnpfriemlich, spreizend,
obere meist am längsten, bis 2 cm lg.; Mst. 0—1,
bis 2 cm lg., gerade, steif, gelblich bis bräunlich;
St. zuerst alle dunkler, später meist mit rötlichem
Fuß, zuletzt oft abfallend; Bl. bis 4 cm 0, hell kar-
minrosa bis weiß. — Mexiko (Hidalgo, Ixmiquil-
pan).
Steht Th. leucacanthus sehr nahe.
Thelocactus flavidispinus (Backbg.) Backbg.
K. meist einzeln, später länglich; Ri. frischgrün, ca.
13, fast ganz in kleinere W.-Hck. zerteilt, diese
spiralig; Ar. gelblich; Rst. ca. 20, gelblich, alle
anliegend und verflochten, 1,8—2,4 cm lg.; Mst. 1,
rund, gerade, abstehend, gelblich, unten rot, später
gelblichweiß; Bl. purpurrosa mit violettlichem
Schlund, ca. 5 cm 0, seidig glänzend. — USA
(Texas). Wächst gepfropft besonders gut. (Abb.
429.)
Thelocactus fossulatus (Scheidw.) Br. & R.:
Thelocactus hexaedrophorus v. fossulatus (Scheidw.)
Backbg.
Thelocactus gielsdorfianus (Werd.) Werd. :
Gymnocactus gielsdorfianus (Werd.) Backbg.
Thelocactus goldii H. Bravo: Gymnocactus horri-
pilus (Lem.) Backbg.
Thelocactus hastifer (Werd. & Böd.) Knuth
K. anfangs rundlich, Sämlinge schlankkeulig, später
länglich-eirund bis zylindrisch, unten z. T. auch +
verjüngt; Ri. (13—) 18—20, bis 8 mm h., in W.-
Hck. zerteilt; Ar. anfangs weiß; Rst. 20—25, glasig
weiß, etwas rauh, bis 15 mm lg.; Mst. 4, 3 steil
aufgerichtete anfangs etwas bräunlich, der untere
vorgestreckte bis 3 cm lg., blaß hornfarben, Fuß und
Spitze dunkler, bald alle kalkig weiß; Bl. bis 4,5 cm
0, blaß violettrosa. — Mexiko.
Thelocactus hertrichii (Weinbg.) Borg ist eine nicht
ausreichend geklärte Ferocactus-Art aus Arizona.
Thelocactus heterochromus (Web.) van Oost.
K. gedrückt-kugelig, einzeln, bis 15 cm 0,
blaugraugrün; Ri. ca. 9, mit dicken, rundlichen Hck., in der
Trockenzeit stärker schrumpfend; Ar. groß, rund,
weiß; Rst. 7—10, meistens rund, oberer ±
breitgedrückt, alle etwas abstehend und +
zurückgebogen, ziemlich dick bzw. derb, z. T. einzelne zur
Mitte gerückt; Mst. 1, entweder gleich stark oder
noch weit stärker und oben zuweilen gerillt bis
432 Thelocactus
4 cm lg.; St. alle rötlich bis bräunlich getönt oder
gefleckt, sehr variabel in dieser weißlich-rötlichen
Musterung bzw. Bänderung; Bl. bis 6 cm lg., bis
10 cm 0, hell violett, innen oft dunkler; Fr. bis
1,5 cm 0. — Mexiko (Chihuahua bis Coahuila).
Thelocactus hexaedrophorus (Lem.) Br. & R. (T.)
K. einzeln, blau- oder grau-grün, bis 15 cm h. und
br.; Ri. 13, ganz in große, + sechsseitige, plumpe
Hck. zerteilt, mit scharfen Quereinsenkungen; Ar.
bis 3,5 cm entfernt; Rst. 6—9, ungleich, abstehend,
11—18 mm lg., gerade bis + leicht gebogen; Mst.
2—3 cm lg., kräftiger, aufrecht; St. gelblich bis grau-
rosa oder braunrot, + fein geringelt; Bl. weiß, ca.
6 cm lg. und bis 8 cm 0; Ov. mit einigen gefransten
Seh. — Mexiko (Tamaulipas, San Luis Potosi).
v. deeipiens Berg.: K. dunkelgrün; St.
angedrückt zurückgekrümmt, schmutzig gelbbraun,
v. droegeanus (K. Sch.) Berg.: K. aschgrau; Hck.
zusammengedrückt.
v. fossulatus (Scheidw.) Backbg.: K. breitrund,
bis 15 cm 0; Ri. ca. 13, oft rötlich getönt; Rst.
(2—) 4—5, bis 3,5 cm lg., braun bis grau; Mst. 1,
bis 4,5 cm lg., oft sanft gebogen; St. alle unten
verdickt, oft 4 über Kreuz, ein oberer kleiner und
dünnerer, mittlere auch undeutlich geringelt; Bl.
fast weiß oder zartrosa; Sch. leicht bewimpert. —
Mexiko (San Luis Potosi).
v. labouretianus Berg. : Ri. mehr
zusammenhängend; nur eine Form?
v. major (Quehl) Berg.: St. bis 3 cm lg., schön
rot; nur eine Form?
Thelocactus horripilus (Lem.) Berg.: Gymno-
cactus horripilus (Lem.) Backbg.
Thelocactus knuthianus (Böd.) H. Bravo: Gym-
nocactus knuthianus (Böd.) Backbg.
Thelocactus krainzianus Oehme
K. kugelig, sprossend bis polsterbildend, glänzend
graugrün, bis 8 cm h., bis über 6 cm 0; Ri. 8, ganz
in kegelige, bis 3 cm lg. W.-Hck. aufgelöst, unten mit
nach vorn abgespitztem Hck.; Rst. 10—13,
abstehend, bis 4,5 cm lg., unten verdickt; Mst. 1, bis
5,5 cm lg.; St. alle anfangs hellgrau, unten rötlich;
Bl. 5,5 cm lg., 9 cm 0, glänzend hellviolett; N. krem;
S. mattschwarz. — Mexiko.
Thelocactus leucacanthus (Zucc.) Br. & R.
K. kurzzylindrisch, bis 15 cm lg., unten oder seitlich
später reicher sprossend und polsterbildend; Ri. 8
bis 13, oft spiralig, durch Quereinschnürungen ge-
höckert, aber noch gut als Ri. sichtbar; Rst. 7—20,
erst hellgelb, dann grau, spreizend oder
zurückgebogen, auch geringelt; Mst. 0—1, zuerst schwärzlich,
später grau, mäßig stark; Bl. gelb, 5 cm lg.; Ov. und
R. dachziegelig beschuppt. — Mexiko (Hidalgo,
Zimapán und Ixmiquilpan).
v. porrectus (Lem.) Backbg.: K. bläulich-grün;
Rst. 7—8 (—9), anliegend, bis ca. 2 cm lg.; Mst.
1, schräg aufwärts gerichtet oder + vorgestreckt,
zuweilen sanft gebogen, sehr lang, bis ca. 4 cm
lg.; St. alle anfangs dunkelrötlich, weiß gefleckt,
bald hell; Bl. kupfrig getönt. — Mexiko
(Hidalgo). Unter diesem Namen geht auch eine noch
unbeschriebene Pflanze mit großen bzw. dicken
W., scharfe Querteilung, aus den unteren Ar.
sprossend; St. bis ca. 9, bräunlich und ±
gefleckt, der mittlere wenig länger: v. pseudopor-
rectus nom. prop., die St. büschelig spreizend,
der K. blattgrün, in der Sammlung Saint-Pie, As-
son, auch als Th. porrectus; Bl. wahrscheinlich
rot, aber nur trocken gesehen, so daß die
Beschreibung noch nicht erfolgen kann, doch muß
die Pflanze hier wenigstens einen vorläufigen
Namen erhalten, um nicht in Vergessenheit zu
geraten.
v. sanchezmejoradai (J. Meyr.) Backbg.: nur
eine Form der v. schmollii Werd., da die
Beschreibungen ähnlich lauten. Die Stbl. dieser var.
sind purpurn; Gr. rosa; N. 6—9. — Mexiko
(Querétaro, 15 km östl. Cadereyta).
v. schmollii Werd. : Ri. ca. 12, mattgrün bis
hellgraugrün, höckrig geteilt; Rst. 13—19, weißgrau,
strahlig anliegend, ziemlich dicht, zuerst
gelblich, Fuß bräunlich oder rot, bis 1,5 cm lg.;
Mst. 0—1 (—3), wenig länger; Bl. 4 cm lg., breit
öffnend, seidig karminviolett; Stbbl. aufgerichtet;
Stbf. blaß gelblich; Gr. kremfarben; N. gelb. —
Mexiko (Querétaro ?).
Thelocactus lloydii Br. & R.
K. einzeln, gedrückt-kugelig, bis 12 cm 0, blaß
bläulichgrün; Hck. auffällig aber niedrig, oft breiter
als lg., bis 4 cm br.; Ar. (Lang-Ar.) oft über den
halben Hck. reichend; St. meist 8, zuweilen noch ein
Beist., unten rund oder kantig, mit
gelblich-karminroten Spitzen, bis 6 cm lg.; Bl. blaßpurpurn; N.
rosagelb. — Mexiko (Zacatecas).
Thelocactus lophophoroides Werd.: Turbinicar-
pus lophophoroides (Werd.) F. Buxb. & Backbg.
Thelocactus lophothele (SD.) Br. & R.
K. einzeln bis stärker sprossend, kugelig bis
gestreckt; Ri. 15—20, spiralig, stark in Hck. aufgelöst,
oft nur schmale Verbindungen, oben fast warzig; Ar.
weiß bis gelblich; Rst. 3—5, bis 3 cm lg., pfriemlich,
stielrund, unten verdickt, stechend, anfangs schwarz-
bis hellbraun oder gelblich, obere rubinrot zu
Anfang; Mst. 0—1, wenig länger oder nur vereinzelt;
Bl. 6 cm lg., 5 cm 0, in der Farbe variabel von
gelblichweiß bis schwefelgelb, pfirsichfarben bis
rosenrot und silberglänzend; Gr. weiß; N. hellgelb. —
Mexiko (Chihuahua).
Thelocactus mandragora (Fric) F. Buxb. & Oehme:
Gymnocactus mandragora (Fric) Backbg.
Thelocactus 433
Thelocactus nidulans (Quehl) Br. & R.
K. halbkugelig, bis ca. 20 cm 0, bis 10 cm h., erst
blau-, später graugrün, mit weißem Scheitel; Ri. 20
und mehr, spiralig, stark in ca. 2 cm h. Hck.
aufgelöst, diese kegelig, mit schmalen Verbindungen,
schief gestutzt; Ar. ca. 1 cm lg., nur anfangs filzig;
St. besonders später schwer zu trennen, im unteren
Halbkreis ca. 6—8, 1 cm lg., bald verwitternd und
verschwindend, oberhalb 3, zur Mitte weitere 4, bis
6 cm lg., obere bis 2 cm lg., alle anfangs dunkel
hornbraun, reifig, auch gefurcht und geringelt,
später verbleiben 4—6 größere St. glänzend grauweiß,
asbestartig zerfasert; Bl. 4 cm lg., gelb weißlich; Ov.
mit grünen, bewimperten Seh. — Mexiko.
Thelocactus phymatothélos (Pos.) Br. & R.
K. niedergedrückt-kugelig, mit spärlichem
Scheitelfilz, bis 10 cm 0, 5 cm L; Ri. ca. 13, wulstig ge-
höckert, mit schmalen Verbindungen; Ar. bis 2 cm
entfernt; St. fehlend oder 1—3, gerade, pfriemlich,
bis 2 cm lg., erst schwärzlich, dann vergrauend; Bl.
rosa bis purpurrosa, ca. 5 cm 0. — Mexiko.
Thelocactus porrectus (Lem.) Knuth: Thelocactus
leucacanthus v. porrectus (Lem.) Backbg.
Thelocactus pottsii (SD.) H. Bravo: Thelocactus bi-
color v. pottsii (SD.) Backbg. — Id. sensu Br. & R.:
Thelocactus heterochromus (Web.) van Oost.
Thelocactus rinconensis (rinconadensis) (Pos.) Br.
&R.
K. einzeln, bis 12 cm 0, bis 8 cm h., mit
spärlichfilzigem Scheitel, grau- bis blaugrün; Ri. meist 13,
dick, stark geschweift in Hck. zerteilt, d. h. diese mit
schmalen Verbindungen, die Hck. rundlich
kegeligkantig; Ar. 2,5 cm entfernt; St. meist 4, bis 1,5 cm
lg., pfriemlich; Mst. 0; Bl. 4 cm lg. und 0, weiß, mit
zartrosa Rückenstreifen, zuletzt glänzend reinweiß;
Gr. weiß, oben rosenrot; N. goldgelb. — Mexiko
(Nuevo Leon).
Thelocactus roseanus (Böd.) Berg.: Escobaria ro-
seana (Böd.) Backbg.
Thelocactus sanchezmejoradai J. Meyr.:
Thelocactus leucacanthus v. sanchezmejoradai (J. Meyr.)
Backbg.
Thelocactus saueri (Böd.) Berg.: Gymnocactus
saueri (Böd.) Backbg.
Thelocactus saussieri (Web.) Berg.
K. breitrund, bis 20 cm 0; W. in ca. 20 Reihen,
hellgrün, hochlänglich; Rst. ca. 9—11, strahlend,
weiß, bis 1,5 cm lg.; Mst. bis 4, + pfriemlich-nadelig,
3—4 cm lg., zuerst braun; Bl. bis 4 cm 0, purpurn;
R., Ov. und Fr. beschuppt, im übrigen wie bei Th.
conothelos. — Mexiko (San Luis Potosi). Die
endgültige Einbeziehung zu Thelocactus konnte erst auf
Grund der jüngsten Beobachtungen geschehen, d. h.
der Feststellung, daß Bl. und Fr. beschuppt sind.
Thelocactus schmollii Werd.: Thelocactus
leucacanthus v. schmollii Werd.
Thelocactus schwarzii Backbg.
K. einzeln, länglich, bis 6 cm h., ca. 5,5 cm 0,
bläulichgrün; Rj. ca. 13, fast völlig in warzige Hck.
aufgelöst; Ar. länglich, weißlich; Rst. 13—14, + zum
Körper gebogen, gelblich, z. T. zuerst mit rotem
Fuß, die 3 oberen abgeflacht, zwei davon bis ca.
17 mm lg., der oberste bis 2,7 cm lg., zum Scheitel
weisend, noch stärker abgeflacht; Mst. 0; Bl. bis
8,5 cm br., rötlich-purpurn, zur Mitte Scharlach; N.
rötlich-scharlach; Fr. rund, braunviolett; S. 3 mm
gr., matt dunkelbraun. — Mexiko (Tamaulipas).
Thelocactus smithii (Muehlpfrdt.) Borg:
Gymnocactus beguinii v. smithii (Muehlpfrdt.) Backbg.
Thelocactus stanleyi war ein Name von Schmoll,
Cadereyta (Mexiko). Er wurde nicht beschrieben.
Weiteres ist über die Art nicht mehr festzustellen.
Thelocactus subterraneus Backbg.: Gymnocactus
subterraneus (Backbg.) Backbg.
Thelocactus tulensis (Pos.) Br. & R.
K. einzeln oder sprossend, kugelig bis gestreckt,
dunkelgrün, bis ca. 12 cm h. und 0, mit
kurz-weißfilzigem Scheitel; Ri. ca. 10, um die Ar. wulstige
Hck. mit etwas schmäleren und tieferen
Verbindungen; Hck. plump kegelförmig, bis 2 cm h.,
+ sechskantig; Ar. 2,5 cm entfernt, weiß; Rst.
6—8, untere bis 1 cm lg., obere bis 1,5 cm lg.,
letztere mehr borstenförmig, aufwärts + anliegend, die
anderen erst bräunlich, dann weiß; Mst. 1 (—2),
auch 3, ungleich, weißlich hornfarben mit dunkler
Spitze, oft etwas kantig und abgeflacht, gerade oder
gebogen, bis fast 4 cm lg.; Bl. ca. 4 cm lg.,
silbrigweiß bis zart rosa getönt und beidseitig mit karmin-
rosa Mittelstreifen; N. blaßgelb. — Mexiko
(Tamaulipas, Tula).
Thelocactus uncinatus (Gal.) Marsh.: Glanduli-
cactus uncinatus (Gal.) Backbg.
Thelocactus valdezianus (Moll.) H. Bravo:
Gymnocactus valdezianus (Moll.) Backbg.
Thelocactus viereckii (Werd.) H. Bravo:
Gymnocactus viereckii (Werd.) Backbg.
Thelocactus wagnerianus Berg.
K. länglich bis zylindrisch, bis über 20 cm h., bis
ca. 6 cm 0, oft unten sprossend, dicht bestachelt;
Ri. 13, gerade oder etwas spiralig, stumpf, ge-
höckert; Ar. bis 8 mm entfernt, anfangs weiß; Rst.
bis ca. 20, strahlig abstehend, etwas kammförmig
434 Thelocactus — Thrixanthocereus
gestellt, kräftig, meist etwas rötlichgelb, dicht
verflochten, die obersten die längsten, mittelstachel-
artig; Mst. anfangs 1, später 3—4, gerade oder leicht
gebogen, Fuß zwiebelig verdickt, bis 2 cm lg.; St.
stielrund, im Neutrieb schön rot, oder alle gelb,
oder gelb und rot; Bl. rot. — Ostmexiko. Steht
Th. bicolor nahe; die St. sind aber nicht abgeflacht,
der Wuchs ist schlanker; dennoch könnte die Art
auch als var. desselben angesehen werden.
Thelocactus ysabelae K. Schlange und v. brevi-
spinus K. Schlange: Gymnocactus ysabelae (K.
Schlange) Backbg. und v. brevisptnus (K.
Schlange) Backbg.
Thelocephala Y. Ito: Neochilenia Backbg. pro
parte.
Thelomastus Fric, nur ein Name, für die
Zusammenfassung von Thelocactus (K. Sch.) Br. & R. und
Echinomastus Br. & R., die auch einige andere
Autoren anstrebten. Erst die neueren
Untersuchungen gestatteten, die beiden Gattungen klarer zu
unterscheiden; sie sind auch jeweils charakteristische
Artengruppen.
Thrixanthocereus Backbg. (178)
Vorwiegend einzeln wachsende schlanke Cereen,
seltener am Grunde verzweigt, mit zahlreichen fein-
höckrigen Rippen und einem oberflächlichen, später
nur mäßig vertieften, nicht aus einer nahtartigen
Einsenkung entstehenden und nicht bis zur Achse
hinabreichenden, lang herablaufenden Cephalium
aus straffen Haaren, mit längeren Borsten
durchsetzt; am Fuß der Jungpflanzen ein Borstenring
wie bei Micranthocereus Backbg. Die beerenartigen
Früchte sind behaart und öffnen mit mehreren
Längsrissen; die Samen haben ein sehr
unterschiedliches Aussehen — auch hier ein Beweis, daß sich
Samen für eine systematische Gliederung nicht
eignen —‚ beim Typus des Genus sehen sie denen von
Astrophytum ähnlich, bzw. sind sie bräunlich,
ziemlich weich und haben einen großen Nabelansatz, bei
einer zweiten Art sind sie fest, klein und schwarz.
Die Röhren der Nachtblüten, die noch eine Zeitlang
am Tage offen bleiben, sind ziemlich lang behaart.
Beschrieben wurden bisher 3 Arten. —
Verbreitung: Nordperu, im höheren Anden-Gebiet, [(g).;
Pfropfungen beschleunigen zwar den Wuchs, aber
das Stachelkleid wirkt dabei anfangs offener.]
Thrixanthocereus blossfeldiorum (Werd.) Backbg.
(T.)
K. einzeln, selten unten verzweigend, bis ca. 3 m h.;
Tr. bis 7 cm 0; Ri. 18—25, niedrig und ziemlich
schmal; Ar. ca. 5 mm entfernt, anfangs flockig
weißwollig; Rst. ca. 20—25, dünnadelig, bis 8 mm
lg., glashell; Mst. typisch ca. 7, davon 1—2
länger, einer oft bis ca. 3 cm lg., alle anfangs
dunkelbraun, bald schon teilweise vergrauend, starknade-
lig bis dünnpfriemlich, variabel, auch viel heller bis
weißlich und fein; Ceph. mit gelblich weißer Wolle,
dazwischen glashelle Bst. und dunklere, steifere, bis
ca. 5 cm lg.; Bl. ca. 6 cm lg., trichterig, radförmig
öffnend, gelblich-kremfarben, unterste Sch.
grannenartig verlängert; Fi. grünlich. — Nordperu
(Huancabamba- und Olmos-Tal). (Abb. 430—433.)
Es lassen sich in der Variationsbreite zwei
ausgeprägtere Formen unterscheiden: f. albidior: Be-
stachlung dicht, fein, weiß, Mst. auch borstig fein
und weiß, höchstens schwache rötliche Spitzen, die
H.-Bst. am Fuß lang und fein. Diese Form geht
bereits in den Thr. cullmannianus über bzw. sieht sie
gar nicht mehr der typischen Art ähnlich, f. pauci-
costatus: Ri. entfernter, geringer an Zahl, ebenso die
H.-Bst. am Fuß der Jungpflanzen; Mst. bis auf den
längsten kürzer.
Thrixanthocereus cullmannianus Ritt.
K. bis über 2 m h., graugrün, nur gering von unten
sprossend; Tr. bis 6 cm 0; Ri. 18—24; Ar.
weißlich ; St. nicht in rand- und mittelständige trennbar,
bis 90—120, weiß, sehr fein, die mittleren oft rot
gespitzt, meist 1—2 etwas derber und nach oben
gerichtet, mehr hell- oder braungelb bis braun:
Ceph. bis 4 cm br.; Ar. hellbraun; Bst.-St. haarfein,
dazwischen einzelne dunklere (Foto Cullmann),
zuweilen sind sie auch + bräunlich; Bl. bis 6 cm lg.;
Fr. bis 2,25 cm lg.; S. dunkelbraun, wie beim Typus
des Genus. — Nordperu (Cajamarca). (Abb. 434.)
Da der Typus des Genus stärker variiert als es aus
der bisherigen Literatur hervorgeht, aber auch die
Samen der beiden vorstehenden Arten einander
gleichen, scheint es sich bei Thr. cullmannianus
mehr um eine Standortsform zu handeln, die
vielleicht mit der f. albidior zum Formenkreis des
Gattungstypus gehört.
Thrixanthocereus senilis Ritt.
E. schlanke Säulen, ganz in dichte, feine weiße Bst.
gehüllt; Ri. (14—) 18, niedrig und leicht gehöckerfc;
Ar. dicht stehend, weiß; St. nicht in rand- und
mittelständige zu trennen, zahlreich, bis über 60, fein,
weiß, im Scheitel mit rötlichbrauner bis dunklerer
Spitze, später vereinzelte längere bis ziemlich lange
und derbe einzelne Mst. erscheinend, hornfarbig,
bei Pfropfungen auf starken Unterlagen schon
ziemlich früh; Bl. bis 6 cm lg., bis 4 cm 0, purpurn;
Ceph. braun; S. schwarz, rund, fest, 1,5 mm gr. —
Nordperu. (Abb. 435.)
Ritter spricht beim Typus des Genus von „Wind-
verwehungssamen", was nur eine Fiktion ist; wieso
hat sie dann nicht auch die zweite Art? Die Frage,
warum in ein und derselben Gattung ganz
verschiedene Samenformen entstehen können (so auch
bei Gymnocalycium, Parodia usw.) ist noch
ungeklärt; wahrscheinlich handelt es sich um
Vorgänge in den Genen, die mit einer „Zweckmäßig-
Thrixanthocereus — Trichocereus 435
keit" der Samengestalt nichts zu tun haben.
Dasselbe gilt für Ritters Bezeichnung „Windver-
wehungsfrüchte", die er an anderer Stelle
gebraucht.
Toumeya Br. & R. (206)
Meist einzeln wachsende, sehr kleine Pflanzen mit
papierdünnen, also abgeflachten Stacheln, die
länger sitzenbleiben. Die glockig-zylindrischen Blüten
öffnen nur mäßig weit; ihr Ovarium trägt +
vereinzelte Schüppchen, z. T. oben auch kleine
Stacheln in der Art der Triebstacheln. Die Frucht ist
ziemlich trocken, kugelig, dünnhäutig, hat oben
1—2 Schuppenreste und öffnet längsaufreißend.
L. Benson hat diese seltene Art zwar mit Pedio-
cactus vereinigt (siehe dort), aber Vergleiche der
beiden Pflanzen in Blüte (bei Toumeya zentral
entstehend) zeigen so wenig Ähnlichkeit, daß ihre
Vereinigung reichlich willkürlich ist (siehe hierzu auch
unter Pediocactus). Nur 1 Art ist bekannt. —
Verbreitung: USA (Neumexiko und Nordarizona,
vereinzelt und schwer aufzufinden). [P.]
Helia Bravo und Marshall haben mit diesem
Genus Turbinicarpus vereinigt, hauptsächlich wohl,
weil auch bei letzterem weiche Stacheln auftreten;
aber die Blüten und nackten Beerenfrüchte, die
außerdem anders öffnen, sind doch ganz
verschieden; eine Zusammenziehung läßt die Tatsache
übersehen, daß die Natur bei Turbinicarpus eine sehr
gut geschlossene Artengruppe generisch völlig
gleicher Merkmale schuf. Die Toumeya-Kombinationen
obiger Autoren finden sich also unter Turbinicarpus
F. Buxb. & Backbg.
Toumeya krainziana Frank: Turbinicarpus krain-
zianus (Frank) Backbg.
Toumeya papyracantha (Eng.) Br. & R.
K. bis 10 cm h., 2,5 cm 0, zuweilen von unten oder
aus den Ar. sprossend, bei Pfropfungen z. T. sehr
reich, in der Natur jedoch gewöhnlich einzeln; Ri.
ganz in konische W. aufgelöst; Rst. ca. ö—9, meist
3—4 mm lg., weiß, rund oder einzelne bis mehrere
abgeflacht und dünn; Mst. normalerweise 4, über
Kreuz, bis 2 cm lg., einzelne auch bis 5 cm lg.,
papierartig, flach, auch + gefurcht; Bl. ca. 2,2 cm lg.,
1,25 cm 0, seidig glänzend weiß; N. 5—6, weiß; S.
ziemlich groß, glatt, schwarz, kielig, Nabel groß. —
USA (Neumexiko; Nordarizona). (Abb. 436.)
Die Papierstacheln haften selbst an alten Pflanzen;
die mittleren sind in der Jugend leicht bräunlich,
bald grauweißlich.
Trichocereus (Berg.) Rice. (86)
Eine Gattung von Säulenkakteen sehr
unterschiedlicher Größe, z. T. sehr groß bis baumförmig,
andere nur niedrige Kolonien bildend. Ebenso
unterschiedlich ist die Bestachlung. Einheitliches
Merkmal ist die trichterige Form der Nachtblüten, z. T.
ziemlich lang, bei anderen mit derberen Röhren,
aber in Form und Behaarung nähern sie sich sehr
denen von Echinopsis. Da es außerdem von
letzterer z. B. eine bis 1,50 m hohe Art gibt, von
Trichocereus ziemlich niedrige Gruppenpflanzen, beide
säulig, ist eine Gattungs-Abgrenzung nach Gestalt
und Blütenmerkmalen schwierig (s. auch unter
Echinopsis [Einleitung]). Dennoch erweisen sich die
betreffenden Artengruppen, wie auch die chilenische,
als in sich so gut geschlossen, daß eine
konventionelle Trennung von Echinopsis und Trichocereus
nicht zu umgehen war, wenn man äußerst diffizile
Weiterungen aus einer Zusammenfassung vermeiden
wollte; das sollte auch bei anderen ähnlichen
Versuchen bedacht werden. Früher bezog man noch
die Helianthocereus-Spezies zu Trichocereus ein, die
großen Arten trotz ihrer einheitlich ganz anderen
Gestalt, die niedrigen, obwohl sie, wie alle Heliantho-
cereus-Arten, Tagblüher sind, noch dazu mit
buntfarbigen Blüten, weswegen man ständig im
ungewissen war, wie man sie benennen sollte. Auch
hier bewies die Trennung ihre Vorteile; sie mußte
daher noch innerhalb des Genus Trichocereus
durchgeführt werden, weil die z. T. mehrere Tage
geöffnete Blüten entwickelnden chilenischen Arten
kürzere, mehr glockig-trichterige Blüten haben:
1: UG. Trichocereus: Durchschnittslänge der
Blüten 18 cm
2: UG. Medioeulychnia Backbg.:
Durchschnittslänge der Blüten 10 cm, (z. T.) mehrere Tage
offen.
Die Zahlen hinter den Artnamen weisen auf die
Untergattungs-Zugehörigkeit hin. Die Früchte von
Trichocereus unterscheiden sich ebenfalls nur
unwesentlich von den Echinopsis-Früchten, höchstens,
daß sie z. T. ein wenig größer sind, kugelig oder
länglich, fast stets grün und behaart, selten rötlich,
was aber auch bei Echinopsis vereinzelt vorkommt.
Die Samen sind, soweit bekannt, schwarz, selten
dunkelbraun. Beschrieben wurden bisher 47 Arten
und 8 Varietäten. — Verbreitung: Von Ekuador
bis zum südlichen Mittel-Argentinien und in Chile.
[©•]
Gesuchte Artnamen siehe evtl. auch unter Helian-
thocereus.
Trichocereus bridgesii (SD.) Br. & R. (1)
K. hochstrauchig verzweigt, bis 5 m h., blaßgrün,
+ bereift; Tr. bis 15 cm 0; Ri. 4—8, rundlich,
später verflachend; St. 2—6, gelblich, nadelig bis
pfriemlich, ungleich, bis 10 cm lg., in Kultur
kürzer; Bl. 18 cm lg., weiß; Fr. länglich, 6 cm lg. —
Bolivien (La Paz).
Trichocereus camarguensis Card. (1)
K. säulig, bis 60 cm h.; Tr. etwas gebogen
aufsteigend, hellgrün; Ri. 14, sehr niedrig; Rst. 12—13,
strahlend, bis 3 cm lg.; Mst. 2—3, bis 5 cm lg.; St.
436 Trichocereus
alle nadelig, gelb oder aschfarben; BL bis 20 cm lg.,
weiß; Sep. purpurgrün; R. und Ov. braun und weiß
behaart; Fr. kugelig bis ovoid, 2 cm 0; S.
dunkelbraun, glänzend. — Bolivien (Cinti, bei Camargo).
Scheint dem T. strigosus sehr ähnlich zu sein.
Trichocereus campos-portoi Werd.: Arthrocereus
campos-portoi (Werd.) Backbg.
Trichocereus candicans (Gill.) Br. & R. (1)
K. aufgerichtet oder aufgebogen, bis 75 cm lg.,
gelblichgrün, Kolonien bildend, bis 3 m br.; Tr.
8—12 cm 0 und mehr; Ri. 9—11, breit und
niedrig; Ar. groß, weiß; Rst. 10—12, bis 4 cm lg.; Mst.
meist 4 unterscheidbar, bis 8 cm lg.; St. alle
mittelstark-pfriemlich bis derbnadelig, gelblich horn-
farben, spreizend; Bl. bis 20 cm lg., stark duftend,
weiß; Fr. ellipsoidisch-kugelig. — Argentinien
(Mendoza; Cordoba).
v. courantii K. Sch. (Cereus) s. unter
Trichocereus courantii (K. Sch.) Backbg.
v. gladiatus (Lem.) Berg.: K. bläulich bis blaß-
grün, bis 65 cm h., wenig verzweigt; Tr. bis 14 cm
0; Ri. bis 11; Ar. groß; Rst. bis 13, bis 5 cm lg.;
Mst. 1—4, bis über 7,5 cm lg.; St. mehr pfriemlich,
gelb, oft rot geringelt oder roter Fuß, auch
gedreht.
v. roseoflorus Backbg. gehört nach den letzten
Feststellungen zu der hier neu beschriebenen Art
Helianthocereus pseudocandicans Backbg. (s.
dort).
v. tenuispinus (Pfeiff.) Backbg.: K. kräftig
bläulichgrün, geringer sprossend, bis 85 cm h.,
bis ca. 13 cm 0; Ri. 9—11, unten bis 4 cm br.;
Rst. 12—13; Mst. 1 (—4); St. fahlgelb, Fuß
braunrot, alle dünn und ziemlich kurz; Bl. weiß.
Trichocereus cephalomacrostibas (Werd. & Backbg.)
Backbg. (2)
K. dichte Gruppen, bis 2 m h.; Tr. bis 10 cm 0,
graugrün; Ri. 8, breit, um die Ar. verdickt,
dazwischen Querfurchen; Ar. bis 1,5 cm lg. und br.,
dick braunfilzig, hervortretend, im Scheitel sehr
dicht; Rst. bis ca. 20, sehr kurz, pfriemlich; Mst.
1—3 oder einer mehr, sehr kräftig, bis 12 cm lg.,
anfangs dunkelbraun, später fahlgrau, z. T.
gerieftgekantet, etwas gebogen und verschieden
vorgestreckt, z. T. durcheinanderragend; Bl. bis ca.
12 cm lg., weiß, ca. 10 cm 0 (nach Foto x 0,5 von
Akers in C.&S. J. (US), XX: 9,131. 1948, Fig. 98);
Fr. länglich-kugelig, rötlich-gelborange. —
Südperu (oberhalb Mollendo).
Man hat die Art mit Weberbauerocereus verglichen;
aber die Blüten sind weit größer bzw. breiter.
Trotzdem hat Rauh recht, wenn er meint, daß die
Art Weberbauerocereus nahestehe; das aber kann
man von allen Arten der U.-G. Medioeulychnia
sagen. Sie ist eine Übergangs-Artengruppe innerhalb
Trichocereus zu der Trichocereus nahestehenden
Gattung Weberbauerocereus.
Trichocereus chalaensis Rauh & Backbg. (1)
K. aufgerichtet verzweigt, bis 4 m h.; Tr. in der
Nebelzeit bis auf 15 cm 0 geschwollen; Ri. 8,
ca. 2 cm br., mit Querfurche über den Ar., Furche
oben und unten mit Abflachung; Rst. 6—10, bis
1 cm lg.; Mst. 2—3, bis 5 cm lg., erst dunkelbraun
bzw. oben fast schwarz; Bl. 17 cm lg., 10 cm br,;
R. 2 cm dick, schwarz behaart; Sep. nach oben zu
weinrot mit grüner Mitte; Pet. weiß; N. weiß. —
Südperu (8 km südlich Chala).
Trichocereus chilensis (Colla) Br. & R. (2)
K. säulig, von der Basis her verzweigt, bis über
3 m h.; Tr. zahlreich, kräftig; Ri. bis 16—17, niedrig,
breit, gehöckert; Rst. 8—12, bis 4cm lg.; Mst. 1,
kurz bis 4—7(—12) cm lg.; St. anfangs bernsteingelb,
fast schwarz, tabakbraun oder in Zwischentönen,
später weißgrau, Spitzen oft dunkler; Bl. bis 14 cm
lg., rein weiß; Sep. rötlich- oder bräunlich weiß; N.
krem; Fr. kugelig. — Chile (Prov. Atacama bis
Prov. Curicö, auf 600 km Nordsüd-Ausdehnung).
Eine sehr variable Art, daher viele synonymische
Formnamen. Der Artname lautete zuerst „chiloen-
sis"; nach Skottsberg konnte er als orthographisch-
geographischer Irrtum geändert werden (auf Chiloe
wächst er nicht); die Schreibweise „chilensis"
brauchten schon Pfeiffer und Schumann.
v. eburneus (Phil.) Marsh, scheint als var.
berechtigter zu sein: K. kräftiger; St. anfangs
bräunlich, bald elfenbeinweiß; Bl. rosa bzw. rosa getönt
(Marshall, Borg).
Die Art wurde z. T. mit dem etwas ähnlichen
Trichocereus litoralis (Jon.) Loos., ebenfalls aus
Chile, verwechselt; er ist gelblich bestachelt, die
St. wesentlich kürzer. Die Bl. sind wohl mehrere
Tage geöffnet.
Trichocereus coquimbanus (Mol.) Br. & R. (2)
K. niederliegend oder aufbiegend, in großen
Ansammlungen; Tr. bis 1,20 m lg., bis 10 cm 0; Ri.
bis 14; Ar. groß, rund, kurzwollig; St. bis ca. 20,
sehr ungleich, mittlere kaum unterscheidbar,
manchmal einer länger, derbpfriemlich, bis über 5,5 cm lg.,
die kürzesten nur ca. 12 mm lg., alle rund, grau,
dunkelspitzig; Bl. bis 12 cm lg., weiß, mäßig stark
schwarz behaart; Fr. rund, grün, 5 cm 0. — Chile
(Prov. Coquimbo, an der Küste).
Trichocereus courantii (K. Sch.) Backbg. (1)
K. aufrecht-säulig, bis 35 cm h., über 7 cm 0,
stumpfgrün, an der Basis sprossend; Ri. ca. 10;
Rst. 9—11 und mehr, zuletzt bis ca. 20, fahlgelb bis
bräunlich; Mst. 1—4, ebenso gefärbt, Fuß dunkler
und verdickt; Bl. 24 cm lg., nach Rosen duftend. —
Argentinien (Bahia Bianca; Rio Negro; Rio
Colorado).
Nach Spegazzini sollen alte Pflanzen z. T. 1,50 m h.
werden; die Art ist eine der besten und härtesten
Unterlagen.
Trichocereus 437
Trichocereus cuzcoensis Br. & R. (1)
K. aufrecht, bis 6 m h., dicht verzweigend, anfangs
hellgrün; Ri. 7—8, niedrig, rund; Ar. nur bis 1,5 cm
entfernt; St. zahlreich, bis 12, sehr kräftig, bis 7 cm
lg., Fuß verdickt, alle pfriemlich, gelb; Bl. ca. 14 cm
lg., weiß. — Peru (Cuzco-Region).
Trichocereus damazioi (K. Sch.) Werd.: Arthro-
cereus damazioi (K. Sch.) Berg.
Trichocereus dcserticolus (Werd.) Loos (2)
K. von unten verzweigend, 1—1,5 m h. werdend; Ri.
8—10, tief eingeschnitten, 1,5—2,5 cm h,, über den
Ar. deutlich gefurcht; Ar. bis 1,5 cm entfernt, mit
dunklem Wollfilz bedeckt; Rst. unregelmäßig, ca.
15—25, dünn-pfriemförmig, 1—1,5 cm lg., dunkel
bis grau; Mst. 1—3, bis 12 cm lg., manchmal etwas
gebogen; Bl. 7—8 cm lg., außen mit dunkler Wolle,
rein weiß. — Chile (bei Taltal). „Verwandt mit
C. nigripilis" (Werd.). Vgl. Trichoc. fulvilanus
Ritt.
Trichocereus escayachensis Card.: Helianthocereus
escayachensis (Card.) Backbg.
Trichocereus fascicularis (Mey.) Br. & R.: Weber-
bauerocereus fascicularis (Mey.) Backbg.
Trichocereus fulvilanus Ritt. — „Kakt. u. a. Sukk.",
13: 10, 165—167. 1962 (2)
K. vom Grunde sprossend, gras- bis graugrün,
1—1,50 m und etwas mehr h.; Tr. 4—7 cm 0; Ri.
8—12, selten 13, stumpf, bis auf die Hälfte gekerbt;
Ar. kurzoval, bis 1,25 cm lg., anfangs orangerötlich-
gelblich filzig, später braunschwarz (Sämlinge:
hellbräunlich, dann von unten her zuerst weißlich
werdend. Backbg.); St. zuerst dunkelbraun,
vergrauend; Rst. 9—12, verschieden stark, dünner bis
pfriemlich, meist 1,5—3 cm lg.; Mst. 2—4 (—6),
spreizend, 3—10 cm lg., einzelne zuweilen bis 18 cm
lg., stärker pfriemlich (nach Foto Ritter), später
oben St. oft feiner werdend (bei mehreren Spezies
der U.-G. Medioeulychnia ebenso!); Bl. am Scheitel,
9—12 cm lg., 7—9 cm 0, duftend; R. schwarz
behaart; Ov. grau und schwarz behaart; Gr. hellgrün;
Fr. grün, kugelig, ca. 4 cm 0; S. fast mattschwarz,
1,2 mm lg. — Chile (Taltal bzw. von Chanaral bis
El Cobre).
Bedenkt man, daß auch chilenische Arten +
formverschieden sein können — T. chilensis variiert
sogar sehr stark —‚ kann man T. fulvilanus für
höchstens nur eine Form von T. deserticolus ansehen.
Später dunkler Areolenfilz, Stachelzahl und -länge
sowie -färbe und -stärke, Querkerbung über den Ar.,
Gesamthöhe der ausgewachsenen Pflanzen und vor
allem auch der Standort sind gleich; geringe
Unterschiede der Blütenlänge und Stachelzahl
liegen durchaus im Bereich des Üblichen.
Irgendwelche wirklichen Unterschiede sind nicht zu
erkennen. Man muß auch bedenken, daß
Werdermann wohl nach Herbarmaterial beschrieb. Vor der
Beschreibung einer neuen Art hätte also ein
Vergleich mit dem Typmaterial erfolgen müssen.
Dieses dürfte jedoch in Dahlem vernichtet sein. Was
nützt auch eine Typdeponierung, sowie eine
Neubeschreibung, wenn nicht die Prüfung auf Identität
mit schon beschriebenen Arten vorhergeht. Gerade
hier leistet die Differentialdiagnose mit ihrer
prägnanten Kürze gute Dienste, weil sie Ähnlichkeiten
schneller als ein langer Beschreibungstext erkennen
läßt. Ich erwähne dies alles hier als Begründung,
warum ich die bisherige Methode der
Typdeponierung ohne genügende andere Kontrolle nicht für
die allein befriedigende Lösung ‚halte. Makrofotos,
besonders farbige, klare Differenzierung und
ausreichende Standortsfotos sind insgesamt der
bisherigen Methode überlegen. Darauf sei hier
ausdrücklich an obigem Beispiel hingewiesen. Das im
Druck vervielfältigte Beschreibungsmaterial mit
Photo ist außerdem gegen Verlust gesichert und
international weit besser und leichter allen
Interessenten zugänglich.
Trichocereus gladiatus (Lem.) Backbg. : Trichocereus
candicans v. gladiatus (Lem.) Berg.
Trichocereus glaueus Ritt. — Kakt. u. a. Sukk.,,
13: 11, 180—181. 1962 (1)
K. buschig, 1—2 m h., von unten sprossend; Tr-
6—8 cm 0, erst blau- dann graugrün; Ri. 7—9,.
gekerbt; Ar. grau, 1—2 cm entfernt, bis 7,5 mm gr.;
St. schwarz, vergrauend; Rst. 7—10, bis 1,5 cm lg.,
derbnadelig, etwas abgeflacht, mitunter auch braun;
Mst. 3—6, 2—8 cm lg., ± aufgerichtet; Bl. 13—19«
cm lg., duftend, weiß oder schwach rosa; Pet. bis«
2 cm br.; Sep. rosa bis fast blutrot; R. graugrün;
Nektarkammer bräunlich, bis 2,3 cm lg.; Gr. blaß-
grün; Stbf. weiß, unten grünlich; Fr. grasgrün.
4 cm gr., Pulpa weiß; S. 1,2 mm gr., schwach
glänzend schwarz. — Peru (Dept. Arequipa, am
unteren Rio Tambo auf Bergen und in der Region
von Ho). (FR 270) (Trichoc. uyupampensis v.
glaueus?)
v. (f orma Ritt.) pendens Ritt. — I.e.: K.
hängend oder angelehnt aufsteigend; BL, Fr. und S.
unbekannt. — Chile (in Küstenfelsen bei Arica)
(Trichoc. uyupampensis Backbg. ?)
Nach Ritter ein Überbleibsel; nur 3 Stück
gefunden. Angesichts der ungewöhnlichen
Wuchsform und der Übereinstimmung mancher
Merkmale mag es sich um Vertreter des T.
uyupampensis handeln, der vielleicht einst viel südlicher
verbreitet war, in dazwischenliegenden
Landesteilen durch die fortschreitende Ausdörrung
(Ritt.) verschwunden; es ist die einzige ähnlich
liegende oder hängende Pflanze Südperus. Trifft
meine Vermutung zu, muß der Typus der Art als
var. — wie oben angegeben — umbenannt
werden.
438 Trichocereus
Trichocereus grandiflorus Backbg. n. sp. (1)
Differt ab aliis speciebus similaribus aculeis flavis,
fere aequilongis; flore albo, magno, ad ca. 23cmØ.
Ähnelt etwas T. camarguensis. K. schlank, aufrecht;
Tr. nicht ganz so stark wie bei T. spachianus; St.
rein gelblich, ziemlich gleich lang, die mittleren wenig
hervortretend; Bl. riesig, weiß, ca. 17 cm lg., 23 cm
0; R. und Ov. braun behaart; Sep. linear, bräun-
lich-oliv; Pet. breitspatelig, ca. 3 cm br.; Schi und
sowie Stbf. und Gr. unten hellgrün; N. ca. 15,
1,6 cm lg. Eine Nektarhöhle fehlt (!). — Bolivien
(näherer Standort nicht bekannt). (Abb. 437.)
Die Art steht im Jardin Botanique „Les Cédres",
St. Jean-Cap-Ferrat; sie wurde möglicherweise
durch Ritter gefunden, oder es handelt sich um die
von Cardenas als T. lamprochlorus angesehene
Spezies.
Trichocereus huascha (Web.) Br. & R.: Heliantho-
cereus huascha (Web.) Backbg.
Trichocereus knuthianus Backbg. (1)
K. später baumförmig, mit längerem, rundlichem
Stamm in höherem Alter, bis 3 mh.; Tr, bis 10 cm 0,
leuchtend bereift-hell-blaugrün; Ri. ca. 7, gerundet,
bis 3 cm br.; Rst. 7; Mst. 1, bis 10 cm lg., bald fast
rein weißgrau wie auch die randständigen, Spitze
anfangs gelblich; Ar. groß, reich befilzt; Bl. groß,
weiß. — Peru (am Maranon-Oberlauf).
Trichocereus lamprochlorus (Lem.) Backbg. n.
comb. (Cereus lamprochlorus Lem., Cact. Aliqu.
Nov., 30.1838, non T. lamprochlorus sensu Britton
& Rose) (1)
Nach der Originalbschrbg.: „Ri. 15; St. steif,
stechend, fast rötlichbraun, in der Jugend
durchsichtig gelb, braun gespitzt; Rst. 12—15, 6—9 mm
lg.; Mst. 4, kreuzständig, länger, stärker, der unterste
abwärts gebogen, 2,7—3 cm lg.; Bl. und Fr.
unbekannt". — Bolivien (nach Rümpler).
Offenbar bereits seit Salm-Dyck mit T. neolampro-
chlorus verwechselt, weswegen dieser von mir neu
beschrieben wurde. Schon Britton und Rose
erkannten, daß es sich um verschiedene Arten
handeln mußte. Im Jardin Botanique „Les Cédres"
sah ich die richtige Art, deren glänzendgrüne
(lamprochlorus) Epidermis auffällig ist:
K. aufrecht, in der Stärke des T. spachianus,
glänzend kräftiggrün; Ri. gerundet, anfangs ca. 11—12;
Rst. zuerst 7, später an Zahl zunehmend; Mst.
anfangs 1, später 4, über Kreuz; St. zuerst unten
gelb, oben braun, später hellfarben; Bl. 15,5 cm lg.,
12—14 cm 0, weiß; Sep. schmal, olivbraun; Pet.
breiter; N. 2 cm lg., gelbgrünlich; R. mit
graubraunen H. — Ostbolivien (genauerer Standort
unbekannt). (Abb. 438.)
Die hier als echter Tr. lamprochlorus angesehene,
von Cardenas und wohl auch Ritter gefundene
Art ist glänzend kräftiggrün, mit rundlichen Rippen.
Die Stacheln sind zuerst geringer an Zahl, auch nur
1 Mst. vorhanden. Später wird die in der
Erstbeschreibung erwähnte Stachelzahl erreicht, und die
mittleren stehen im Kreuz.
Abb. 1084 (blühende Pflz.) in „Die Cact.", II,
S. 1127, ist eine andere, mitunter als vielleicht
identisch mit Tr. lamprochlorus angesehene Art,
aber doch stark unterschieden (s. auch unter Tr.
grandiflorus Backbg. n. sp.).
Trichocereus litoralis (Joh.) Loos. (2)
K. säulig aufrecht oder umbiegend und wieder
aufgerichtet; Tr. bis 12 cm 0, dunkel- bis graugrün; Ri.
meist 21, mäßig hoch und fast in W. geteilt; Ar. 1 cm
entfernt; Rst. 9—20, dünnpfriemlich, strahlend;
Mst. (1—) 5—8, ungleich, dicker, bis 2 cm und mehr
lg.; St. anfangs honigfarben, später grau; Bl. 12 bis
14 cm lg., 10 cm 0, etwas gebogen, weiß, dunkel
behaart. — Chile (Aconcagua, Küste nördl.
Valparaiso). Die Bl. sollen bis 5 Tage geöffnet sein.
Trichocereus macrogonus (SD.) Rice. (1) (T.)
K. später über 2 m h., bläulichgrün, verzweigend;
Tr. bis ca. 7 cm 0, anfangs + bereift; Ri. meist 7,
rundlich, über den Ar. + eingedrückt; Ar. 1,5 cm
entfernt, grau; Rst. 6—9, strahlend, pfriemlich, bis
2 cm lg.; Mst. 1—3, etwas stärker und auch länger;
St. alle hornfarbig bis braun, später schwärzlich
oder dunkelgrau bzw. graubraun; Bl. bis 18 cm lg.,
weiß; Fr. 5 cm 0, etwas breitkugelig; S. schwarz,
glänzend. — Herkunft? Bisher nicht
wiedergefunden. Eine derbe Unterlage.
Trichocereus manguinii Backbg. (1)
K. aufrecht, reich von unten sprossend,
dunkelgraugrün; Tr. bis 95 cm h., bis 11 cm 0; Ri. 18—20;
Ar. leicht eingesenkt; Rst. ca. 11; Mst. bis 5, bis
4 mm lg.; St. alle bräunlich; Bl. bis 16 cm lg., sehr
breit, weiß; Sep. rötlichbraun. —
Nordostargentinien bzw. Paraguay?
Anfangs oft mit T. schickendantzii verwechselt,
dessen Bl. außen grün sind (Sep.); T. shaferi ist
heller grün und hat weniger Ri. und St.
Trichocereus neolamprochlorus Backbg. (1)
K. Kolonien bildend, von unten her sprossend, mäßig
hoch, meist bis ca. 50 cm h.; glänzend hell- bis später
mehr schmutziggrün; Tr. bis 8 cm 0; Ri. 9—10,
gerundet, quereingesenkt; St. 15—18, nach allen
Seiten strahlend, randständige fein, steif, 4 mittlere
unterscheidbar, über Kreuz, stärker, bis 2 cm lg.,
alle blaßgelb, unten rötlich; BL ca. 24 cm lg., 16 cm
0, weiß; Sep. schmal, rot, zurückgebogen; Fr.
länglichrund, grün, spärlich behaart. —
Nordwestargentinien (Jujuy [Kuntze] und [?] Mendoza,
Cordoba). Lange Zeit mit T. lamprochlorus
verwechselt.
Trichocereus nigripilis (Phil.) Backbg. (2)
K. aufrecht bis niederliegend und aufsteigend; Tr.
bis Im lg., bis 6—7 cm 0; Ri. bis ca. 12; Ar.
Trichocereus 439
dunkelgrau, 1 cm gr.; Rst. ca. 12, strahlig, bis 11 mm
lg., grau, oben dunkler, in der Durchsicht rötlich;
Mst. 6, seitliche bis 1,5 cm lg., obere und untere bis
2,8 cm lg., zuweilen unten etwas kantig, manchmal
elastischer, wie die Rst. gefärbt; Bl. ca. 6,5 cm lg.,
weiß, reichlich schwarz behaart. — Chile (Co-
quimbo) (s. Ergänzung S. 460).
Trichocereus pachanoi Br. & R. (1)
K. + baumförmig, bis 6 m h.; Tr. zahlreich,
bläulichgrün, anfangs bereift; Ri. 6—8, breit, gerundet,
mit Quereinsenkung über den Ar.; St. 3—7, ungleich,
bis 2 cm lg., dunkelgelb bis braun; St. an
Kulturpflanzen meist völlig fehlend, weswegen diese
ausgezeichnete Unterlage beim Pfropfen als angenehm
empfunden wird; Bl. bis 23 cm lg., weiß,
schwärzlich behaart. — Ekuador (Chanchan-Tal).
Diese heute wohl als beste Unterlage anzusehende
Art führte ich vor rd. 30 Jahren ein.
Trichocereus pasacana (Web.) Br. & R.: Heliantho-
cereus pasacana (Web.) Backbg.
Trichocereus peruvianus Br. & R. (1)
K. zuerst aufrecht, dann überhängend und auch
liegend, bis 7 m lg., blaugrün, bereift; Tr. bis 20 cm
0; Ri. 6—8, breit gerundet, mit V-Kerbe über den
Ar.; Ar. groß, braunwollig; Rst. 6—8, bis 1 cm lg.;
Mst. meist 1, bis 4 cm lg.; St. unten honiggelb, oben
dunkler; Bl. sehr groß, weiß. — Peru (bei und
oberhalb Matucana an der zentralperuanischen
Andenbahn).
Trichocereus puquionsis Rauh & Backbg. (1)
K. verzweigt, aufrecht, bis 4 m h., blaugrün; Tr. bis
15 cm 0; Ri. 8—10, ohne Querfurche über den Ar.,
aber um diese etwas geschwollen; Ar. ca. 1 cm gr.;
Rst. bis 10,1—2 cm lg.; Mst. meist 2,1
aufgerichteter bis 10 cm lg., ein abwärts weisender bis ö—8 cm
lg.; St. anfangs kastanienbraun; Bl. bis 15 cm lg.,
weiß, braunschwarz behaart. — Peru (oberhalb
Puquio).
Trichocereus purpureopilosus Wgt. (1)
K. niedrige Kolonien bildend, von unten
verzweigend, halb liegend und aufsteigend, bis 32 cm lg.,
dunkel-laubgrün; Tr. bis 6,5 cm 0; Ri. 12, niedrig;
Rst. bis 20, dünn, bis 7 mm lg.; Mst. meist 4, im
Kreuz, oder 5, 3—7 mm lg.; St. alle hell hornfarben,
am Grunde karminrot und verdickt; Bl. ca. 21 cm
lg., weiß mit rosa Schein; Sep. karminrot. —
Argentinien (Sierra de Cördoba). ?
Trichocereus randallii Card.: Helianthocereus ran-
dallii (Card.) Backbg.
Trichocereus rubinghianus Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 15. 1963 (1)
K. aufrecht, über 3 m h., dunkelgrün; Tr. bis ca.
8 cm 0; Ri. ca. 16—17, mäßig h. und wenig br., mit
Quereinsenkungen auch an den Flanken; St. bis ca.
8, vorwiegend seitlich und vorgestreckt, nicht länger
als die Ri.-Höhe, einzelne mittlere, kaum länger,
deutlicher vorgestreckt, alle nadelig, gelblich-horn-
farben; Bl. groß, zahlreich erscheinend, leicht
kremfarben-weiß; Pet. ziemlich breit, fein gespitzt; Sep.
viel schmäler, grünlich-weiß, abwärts gebogen;
Stbf. und Gr. weiß; N. zahlreich, dünn, lang,
gelblich; R. und Ov. mit schwärzlichen H.; Fr. oblong,
5 x 4 cm gr., grün; S. schwach glänzend schwarz, ca.
1,2 mm lg. — Heimat? Angeblich aus dem Faust-
Garten, Blanes (Spanien), stammend, dort aber
nicht mehr vorhanden. Sehr wüchsig und blühwillig.
Mit den dunkelgrünen, ziemlich niedrigen, schmalen
Rippen und der verhältnismäßig kurzen, feinen
gelblichen Bestachlung kaum einer anderen Art
ähnlich. (Abb. 439.)
Das Bild in „Die Cactaceae", VI, 3708 (Abb. 3364).
1962, stellt diese Pflanze dar.
Trichocereus santaensis Rauh & Backbg. (1)
K. von der Basis her verzweigt, bis 5 m h., graugrün,
leicht bereift; Tr. bis 15 cm 0; Ri. 7, breit und flach,
mit V-Kerbe über den Ar.; Rst. 2—3, 2—3 cm lg.,
bräunlich; Mst. meist 1, bis 4 cm lg., ebenso
gefärbt; Bl. ?; Knospen schwarzhaarig. — Mittel-
peru (Rio-Santa-Tal, Puente Bedoya auf ca.
3000 m).
Trichocereus santiaguensis (Speg.) Backbg. (1)
K. baumartig, bis 7 m h., matt gelb- bis blaßgrün,
Stamm zylindrisch; Tr. aufsteigend, 6—10 cm 0;
Ar. anfangs weiß, bis 1,5 cm entfernt; St. leicht
zurückgebogen, die untersten bis 1 cm, die obersten
bis 0,5 cm lg.; Mst. 1, kräftiger, 1—2 cm lg.; Bl. bis
20 cm lg., geruchlos, weiß. — Argentinien
(Santiago del Estero, bei Icafio, in Wäldern).
Trichocereus schickendantzii (Web.) Br. & R. (1)
K. von unten reich sprossend, Gruppen bis ca.
25 cm h., kräftiggrün; Tr. aufgebogen, bis ca. 6 cm
0; Ri. 14—18, nur 5 mm h., zwischen den Ar. leicht
eingedrückt; Rst. anfangs 9, später mehr; Mst. 2—8;
St. alle ca. 5—10 mm lg., gelblich, biegsam; Bl. bis
22 cm lg., weiß; Sep. grün; R. und Ov. schwarz
behaart; Fr. eßbar. — Nordwestargentinien.
Durch niedrigeren Wuchs, hellere Epidermis und
außen grüne Blüten von T. manguinii
unterschieden.
Trichocereus schoenii Rauh & Backbg. (1)
K. unregelmäßig von der Basis her verzweigt, bis
3—4 m h., graugrün; Tr. 10—15 cm 0; Ri. 7, ca.
1,5 cm br. und 1 cm h.; Ar. gelbgrau, 1 cm 0, 2 cm
entfernt, darüber eine V-Kerbe; Rst. 6—8, ungleich,
obere bis 1,5 cm lg., untere bis 5 cm lg.; Mst. 1—2,
440 Trichocereus
vorgestreckt oder abwärts weisend, derb, bis 7 cm
lg.; St. anfangs lederbraun, später so gespitzt, sonst
grau; Bl. ca. 16 cm lg., weiß, schwarzbraun behaart.
— Südperu (Tal des Rio Majes, Chuquibamba, bis
3900 m).
Trichocereus shaferi Br. & R. (1)
K. stärker verzweigt, hellgrün, bis ca. 50 cm h.; Tr.
bis 12,5 cm 0; Ri. ca. 14, 10—15 mm h.; Ar.
5—7 mm entfernt, anfangs weiß; St. ca. 10, nadelig,
bis 1,2 cm lg., hellgelb, mittlere nicht deutlich
trennbar; Bl. bis 18 cm lg., weiß, braunhaarig. —
Argentinien (Salta, San Lorenzo, 1800 m).
Trichocereus skottsbergii Backbg. (2)
K. von unten verzweigt, bis 2 m h,, graugrün; Tr.
bis 14 cm 0; Ri. bis 14; Ar. grauschwarz, 8 mm lg.;
Rst. ca. 22—26, bis 6,2 cm lg., spreizend, biegsam,
borstenförmig, wenig stechend, hornfarbig-grau;
Mst. 3 deutlicher unterscheidbar, bis 12 cm lg.,
hellbraun bis grau; Bl. bis 12 cm lg.,, weiß, dicht,
aber nicht lang, mausgrau behaart. — Chile (Co-
quimbo, Küste von Talinay; Frai Jorge).
v. breviatus Backbg.: K. bis ca. 1,6 m oder etwas
mehr h.; Tr. bis 12 cm 0; Ri. bis 16; St. zahlreich,
in blühbaren Ar. fast haarfein, bis 40, meist 1—3
längste bis 6 cm lg., die haarfeinen nur 6 mm lg.,
fast die Hälfte aller St. borstenfein, Farbe wie beim
Typus der Art; Bl. ca. 8 cm lg., weiß, schwärzlich
behaart. — Chile (Coquimbo, Frai Jorge).
Trichocereus smrzianus (Backbg.) Backbg. n. comb.
(Echinopsis smrziana Backbg., Kaktus-ABC, 219,
412. 1935) (1)
K. erst kugelig, dann zylindrisch, bis ca. 16 cm und
mehr h., verdickend, zuletzt plumpsäulig, anfangs
sehr variabel, kurz bis länger bestachelt, die Epi-
dermis verschieden getönt, schließlich einzelne Tr.
bis 40 cm lg., ± liegend und aufbiegend, zuerst
meist frischgrün, später mehr graugrün, bis 20 cm 0
im Alter; Ri. ca. 15, später bis 3 cm br.; St.: sehr
variabel, ca. 7—14 zu Anfang, unregelmäßig gestellt,
alle dünn, stechend, strahlend, nadelig bis feiner,
von fast weiß bis tief goldbraun, mitunter gefleckt
oder mit dunklem Fuß; BL bis 12 cm lg., 12 cm 0,
weiß, Perigon mehrserig; N. sehr lang und dünn. —
Nordargentinien (Quebrada Escoipe, oberer Teil).
(Abb. 440.)
Die Blüte wurde zum ersten Mal erst neuerdings in
der Sammlung Rubingh, Soestdijk (Holland),
gesehen und aufgenommen; die variable Art wurde
zeitweilig zu Soehrensia gestellt, weil sie z. T. der
S. grandis sehr ähnelt; beider Blüten erwiesen sich
jetzt aber als völlig verschieden. Da die Röhre der
obigen Art nicht sehr derb ist, könnte es ebensogut
bei der ersten Benennung bleiben; aber die dicken
alten Tr. sehen doch mehr trichocereoid aus. Diese
Art ist eine von denen, deren Gruppe den
Übergang von Trichocereus zu Echinopsis darstellt.
Ähnich ist die Situation bei einigen chilenischen
Gattungen. Man ersieht aus alledem, daß die
konventionelle Trennung nach gewissen Gesichtspunkten
zuweilen eine Notwendigkeit ist, weil die Natur — im
Vorgang noch unerforscht — fast jede denkbare
Form entstehen läßt, ohne ein „systematisches
Ordnungsprinzip", wie wir es für unsere Klassifikationen
benötigen. Solche Trennungen geben dabei, im
Grunde genommen, zwar ein natürliches Faktum
wieder, bedingen aber eine Abgrenzung nach einer
gewissen Richtlinie. Es wäre dabei z. B. auch zu
vertreten, wenn die durchaus trichocereoide
Echinopsis shaferi, eine bis 1,50 m hohe und bis fast 20 cm
dicke Pflanze, zu Trichocereus einbezogen würde.
Trichocereus spachianus (Lem.) Rice. (1)
K. von unten sprossend, bis über 2 m h.; Tr.
aufsteigend, bis über Im lg., bis über 6cm 0; Ri.
10—15, gerundet, ziemlich niedrig; Ar. erst gelblich,
später weiß; Rst. 8—10, 6 mm bis 1 cm lg., nadelig,
steif, stechend; Mst. 1 (—3), stärker und länger; St.
ambergelb bis bräunlich; Bl. ca. 20 cm lg., 15 cm 0,
weiß. — Argentinien (Mendoza; San Juan; La
Rioja; San Luis; Jujuy, hier von Frau Muhr bei
Leon gefunden).
Lange Zeit eine der meistverwendeten Unterlagen,
auch heute noch an der Riviera usw.; sie wird aber
leichter ausgesogen, verkorkt schneller und ist
auch wegen der stechenden Stacheln gegenwärtig
weniger beliebt als der T. pachanoi, der nicht
verkorkt, im Dickenwachstum mitgeht, Pfröpflinge
gern annimmt und meist ganz stachellos ist.
Trichocereus strigosus (SD.) Br. & R. (1)
K. in großen Kolonien, von unten her sprossend,
Ansammlungen bis über Im br.; Tr. bis 60 cm h.,
bis 6 cm 0; Ri. 15—18, sehr niedrig; Ar. stärker
genähert, anfangs dicht weißwollig; St. schwer in
rand- und mittelständige zu trennen, nadeiförmig,
farbvariabel, von weiß über gelb bis rosa, rotbraun
oder schwarz, zahlreich, stechend, 1—5 cm lg.;
Bl. weiß bis zartrosa, bis ca. 20 cm lg. bräunlich
behaart; S. 2 mm gr., glänzend schwarz. —
Westargentinien (Mendoza; San Juan).
Die Blüten sollen duften oder geruchlos sein; sie
duften aber wohl — wie auch bei einigen anderen
Arten — nur zu gewisser Zeit. Im Gegensatz zu den
rein weiß blühenden Pflanzen können solche mit +
lilarosa Tönung als v. roseoalbus bezeichnet werden
(Pflanzen z. B. im Jardin Exotique de Monaco).
Trichocereus tacaquirensis (Vpl.) Card. (1)
K. meist von unten verzweigend, bis 2y5 m h.; Tr.
ziemlich dicht und steil aufstrebend; Ri.
unterschiedlich an Zahl, 2 cm h.; St. zahlreich, schwer in
rand- und mittelständige zu trennen, besonders
anfangs fast borstendünn, + verflochten, elastisch, bis
8 cm lg., im Scheitel aufgerichtet; Ar. groß, rund,
weißfilzig; Bl. bis 20 cm lg., weiß. — Bolivien
(Tacaquira).
Trichocereus 441
Trichocereus taquimbalcnsis Card. (1)
K. einzeln oder von unten verzweigt, auch seitlich
(freiwillig?), bis 2,50 m h., ohne Hauptstamm; Tr.
kräftig, dunkelgrün, bis 15 cm 0; Ri. 9; Ar. 1,5 cm
entfernt, 1 cm 0, weißlich; Rst. 8—13, strahlend,
pfriemlich, bis 2cm lg.; Mst. 1, waagerecht oder
abwärts spreizend, stark, bis 6 cm lg.; St. alle am
Grunde verdickt, zuerst hellbraun, dann grau; Bl.
bis 23 cm lg., weiß, dunkelbraun behaart; Fr. 4 cm
0, dunkelgrün; S. fast glänzend schwarz, 1,5 mm
lg. — Bolivien (Cochabamba, Taquimbala).
v. wilkeae Backbg.: Rst. bis 2,5 cm lg.,
pfriemlich, z. T. starkpfriemlich, anliegend gebogen,
mitunter fast hakig gekrümmt; Mst. 4, dick-
pfriemlich, nach unten zu auch zusammengedrückt,
Fuß stark verdickt; St. können alle eine dunkle
Basis und Spitze haben. — Bolivien (Tupiza).
Trichocereus tarmaensis Rauh & Backbg. (1)
K. vom Grunde her verzweigt, bis 2 m h.,
dunkelgrün; Tr. ca. 10 cm 0; Ri. 8, bis 2 cm br., gerundet;
Ar. 0,8 cm gr., grau, oben mehr eingedrückt
wirkend, d. h. mit seichter Quereinsenkung, etwas
schräg aufwärts; Rst. 2—5,1—3 cm lg.; Mst. meist 1,
bis 10 cm lg., waagerecht abstehend; St. anfangs
hornfarben, später grau; Bl. weiß, lang behaart; Fr.
3—4 cm 0; S. klein, glänzend. — Peru (oberhalb
Tarma, bis 3000 m).
Trichocereus tepfiracanthus (Lab.) Borg: Roseo-
cereus tephracanthus (Lab.) Backbg.
Trichocereus terscheckii (Parm.) Br. & R. (1)
K. später + baumförmig, bis 12 m h., Stamm bis
45 cm 0; Tr. parallel aufsteigend, über 15 cm 0,
kräftig grün; Ri. 8—14, bis 4 cm h.; Ar. 1,5 cm 0,
bis 3 cm entfernt; St. 8—15, pfriemlich, bis 8 cm lg.,
gelb; Bl. 16—20 cm lg., ca. 12 cm 0, weiß, braun
behaart. — Nordargentinien (Catamarca; La
Rioja; Tucuman; Salta; Jujuy).
v. montanus Backbg.: Tr. schräg aufsteigend,
heller grün. — (Salta [Quebrada Escoipe]). Die
beiden Pflanzen heißen bei den Einheimischen
„Cardon grande" und „Cardon del Valle"; einige
der obengenannten Vorkommen mögen nur für
den letzteren gelten.
Trichocereus thelegonoides (Speg.) Br. & R. (1)
K. bis 6 m h. Stämme, dickzylindrisch, bis 18 cm 0,
oben verzweigend; Tr. bis 8 cm 0; Ri. bis 15,
niedrig, gerundet, zuerst stark gehöckert durch
Quereinsenkung zwischen den Ar.; Ar. klein, rund;
St. 8—10, 4—8 mm lg., borstenartig, gelb oder
bräunlich; Bl. 20—24 cm lg., weiß, außen grünlich.
— Nordargentinien (Jujuy, auf trockenen
Hügeln).
Trichocereus thelegonus (Web.) Br. & R. (1)
K. liegend und ± aufsteigend, dunkelgrün; Tr.
bis 2 m lg., bis 8 cm 0; Ri. 12—13, breit, gerundet,
in deutliche sechsflächige Hck. zerteilt; Ar. rund;
Rst. 6—8, nadelig, etwas spreizend, 1—2 cm lg.;
Mst. 1, vorgestreckt, 2—4 cm lg.; St. zuerst braun,
dann grau, manchmal auch dunkler, bis fast schwarz,
zuweilen auch gelblich; Bl. ca. 20 cm lg., weiß,
locker hell behaart; Fr. ca. 5 cm lg., rot, seitlich
aufreißend. — Nordwestargentinien (Catamarca;
Tucuman).
Trichocereus trichosus Card. (1)
K. säulig, einzeln, + keulig, nur bis 1 m h., grau-
oder bläulichgrün; Ri. 9, breitstumpf lieh, 2cmh.;
Ar. 5 cm entfernt, dreieckig, bis 2 cm br. (mit Ein-
senkung darüber?), grau; Rst. 4—6, 1—3,5 cm lg.;
Mst. 1, abstehend, bis ca. 7 cm lg.; St. alle
pfriemlich, grau, braunspitzig, Fuß verdickt; Bl. bis 23 cm
lg., weiß, weiß und braun behaart; N. grün, 2 cm
lg.; Fr. lang behaart; S. 2 mm lg., mattschwarz. —
Bolivien (Santa Cruz, Weg Lagunillas — Santa
Cruz, 600 m).
Trichocereus tropicus Ritt. n. nud.: Rauhocereus
riosaniensis Backbg.
Trichocereus tulhuayacensis Ochoa (1)
K. bis 2 m h., dunkelgrün, tief verzweigend, mit
kurzem Stamm; Tr. bis 12 cm 0; Ri. (7—) 8 (—9),
bis 1 cm h., bis 3,5 cm br.; Ar. bis 8 mm gr., anfangs
gelblich, dann grau, mit bogiger Einsenkung darüber,
Vorsprünge auch rötlich; Rst. 8, 1,5—2,5 cm lg.;
Mst. 3—4, bis 5,5 (—8) cm lg.; St. meist abwärts
geneigt, der längste mehr vorgestreckt, weißgrau,
sonst anfangs gelblich, dunkel gespitzt; Bl. ziemlich
groß, derbtrichterig, hellrosa, schwarz und
graubraun behaart, zum Schlund hin elfenbeinweiß; Fr.
4,5 cm 0, dunkelgrün, bräunlich behaart; S.
glänzend schwarz. — Peru (10 km von Huancayo,
bei Huachac, 3400 m).
Trichocereus tunariensis Card. (1)
K. strauchig, bis 3 m h., von unten verzweigt, blaß-
grün; Tr. aufrecht, unten bis 12 cm 0; Ri. 16—21,
1—1,5 cm h., 1,5—1,7 cm br.; Ar. 1cm entfernt,
bis 6 mm 0, grau; St. schwer in rand- und
mittelständige zu trennen, ca. 17, strahlend, bis 5—6 cm
lg., dünnadelig, biegsam, die längsten abwärts
gerichtet, alle gelblich; Bl. 15—17 cm lg., weiß; Sep.
purpurn; R. und Ov. braun und schwarz behaart;
N. gelblich; Fr. rund, 4 cm lg., 5 cm 0, dunkelgrün,
kurz dunkelbraun, schwarz und weiß behaart,
eßbar; S. 2 mm gr., glänzend schwarz. — Bolivien
(Cercado, zwischen Yurac Kkasa und San Miguel,
3800 m).
Trichocereus uyupampensis Backbg. (1)
K. liegend bis hängend, bis 2 m lg.; Tr. bis ca. 3,5 cm
0; Ri. 9, flach und schmal, um die Ar. schwach
erhöht; Ar. klein, hellbraun; St. 8—10, fein
unregelmäßig gerichtet, meist 2—6 mm lg., dunkler,
auf- und abwärts weisend; Bl. ca. 16 cm lg., weiß,
442 Trichocereus — Turbinicarpus
außen rötlich. — Südperu (Uyupampa, ca. 3000 m).
Siehe auch unter Tr. glaucus Ritt.
Trichocereus validus (Monv.) Backbg. (1)
K. baumförmig werdend?, bisher nur als dicke,
aufrechte Säulen bekannt, grün; Tr. bis 35 cm 0; Bi.
ca. 10, seitwärts aufgebogen verzweigend; Ar. oben
ziemlich groß, bis 3 cm entfernt; St. am Scheitel
gering bzw. schwach, später aus unterer Ar.-Hälfte,
blaßgelb, manchmal oben dunkler; Rst. 7—10, bis
3,2 cm lg., der unterste der längste; Mst. 1—2, bis
7 cm lg.; Bl. bis 14 cm lg., weiß, hell graubraun
behaart; Fr. eiförmig, wollig. — Südostbolivien (?).
Seit langem in den Sammlungen als Echinopsis
valida Monv.
Trichocereus vollianus Backbg. (1)
K. aufrecht-strauchig, von unten her verzweigt,
glänzend hellgrün; Tr. bis 10 cm 0; Bi. ca. 13,
gerundet, bis 7 mm br., 5 mm h.; Ar. bis 2,5 cm
entfernt; Bst. 8—11, strahlend, dünn, stechend, bis
7 mm lg.; Mst. 1, bis 2,5 cm lg.; St. alle
bernsteingelb; Bl. bis ca. 12 cm lg., weiß; Fr. länglich,
behaart. — Bolivien (Arque-Cochabamba).
v. rubrispinus Backbg.: St. rotbraun.
Ähnelt T. spachianus, nur glänzend und offener
bestachelt, sehr gute Unterlage, aber die St. leider
scharf stechend.
Trichocereus werdermannianus Backbg. (1)
K. groß-baumförmig, bis über 6 m h., Stamm bis
1 m lg. und 40 cm 0; Bi. zuerst ca. 10, später 14 und
mehr, 2cmh.; Ar. 2,5 cm entfernt; St. am Jungtrieb
ca. 10, mittlere kaum unterschieden, bis 7 cm lg.,
später zunehmend mehr, alle gelblich, hornfarben
oder bräunlich; Bl. bis 20 cm lg., weiß, schwarz
und weiß behaart; Fr. 3,5 cm 0; S. 1,3 cm gr., rauh.
— Südbolivien (Tupiza, Charcoma-Tal,
anscheinend bis Chuquisaca).
Es gibt einige große Cereen, von denen nicht
feststeht, ob sie zu Trichocereus oder zu Heliantho-
cereus gestellt werden müssen, weil ihre Blüten
nicht bekannt sind. Zum Teil ähneln sie entfernt
der Leucostele Backbg., die aber in der Sammlung
Riviere jetzt einen fast gigantischen Wuchs zeigt,
basal sproßt und beborstete Ovarien und Früchte
bildet, was man nicht bei Helianthocereus findet.
In dem Besitztum des früher bekannten
französischen Sukkulentenbotanikers Roland-Gosselin
stehen mehrere der vorerwähnten ungeklärten
Pflanzen, lockerer und weniger weich bestachelt, sie
mögen sich als Helianthocereus-Vertreter erweisen,
wenn sie zur Blüte kommen. Ob mit ihnen jene
Cereen identisch sind, die Fric Trichocereus cepha-
lopasacana, mit einer var. albicephala, nannte, läßt
sich mangels Beschreibung nicht mehr feststellen;
wahrscheinlich waren es Helianthocereus-Vertreter.
Bei Trichocereus pasacana catamarcense Fric,
unbeschrieben, handelte es sich dagegen wohl um
Echinopsis gigantea R. Mey. bzw. Trichocereus
terscheckii. T. pasacana inermis Fric,
unbeschrieben, war Echinopsis valida Monv., jetzt
Trichocereus validus (Monv.) Backbg.
Trichoechinopsis imperialis Hort., ein Bastard,
gezogen vom amerikanischen Züchter Hummel bzw.
eine Kreuzung zwischen einem Trichocereus und
einer Echinopsis (anscheinend E. eyriesii), muß hier
noch erwähnt werden, da sie mächtige weiße Blüten
bereits früh hervorbringt und ungemein wüchsig ist;
später nimmt sie völlig cereoiden Wuchs an und
wird ziemlich groß, in der Stachelbekleidung einer
Echinopsis eyriesii ähnlich. Es gibt sie heute schon
in mehreren europäischen Sammlungen und sie
sollte eine weitere Verbreitung finden.
Turbinicarpus (Backbg.) F. Buxb. &
Backbg. (209)
Eine Gattung Meiner Kugelkakteen, die von mir
zuerst als Untergattung zu Strombocactus gestellt
wurden (1936), da damals noch nicht die
Grundlagen meiner späteren Klassifikation erarbeitet
worden waren. F. Buxbaum trennte dann das Sub-
genus als eigene Gattung ab, mit voller
Berechtigung, denn diese Arten weisen mit ihren schlank-
röhrigen, nackten, d. h. nur oben an der Röhre mit
Schuppenspuren versehenen Blüten und nackten,
fleischigen Beeren, die wohl alle einen winzigen
Deckel haben, sehr einheitliche Merkmale auf. Das
zeigt ein Vergleich der Abb. 2711—2721 in „Die
Cactaceae", V: 2883—2890. 1961; er läßt aber
auch erkennen, wie abwegig es ist, eine solche
größere Artengruppe mit Toumeya Br. & R. zu
verbinden, einem monotypischen Genus mit
immerhin allein schon in der Form ziemlich abweichenden
Blüten. Dieses Genus hat L. Benson neuerdings
noch wieder mit Navajoa, sowie Utahia und Pilo-
canthus, zu Pediocactus gestellt, freilich, ohne die
Einbeziehung von Turbinicarpus zu Toumeya durch
H. Bravo und Marshall zu erwähnen.
Unverständlicherweise hat F. Buxbaum auch hier wieder
eine Schwenkung vollzogen, denn heute sehen er
und Krainz die Turbinicarpus-Arten als Toumeya-
Spezies an; neuerdings beschrieb Frank noch eine
lange namenlos gewesene Pflanze als „Toumeya
krainziana". Wie werden sich diese Autoren jetzt
angesichts des Genus Pediocactus Br. & R. sens. lat.
L. Benson verhalten? Da darin Arten mit
verschieden öffnenden Früchten zusammengefaßt sind,
Pflanzen mit härteren und weichen Stacheln, früh
abfallend oder nicht, nach H. Bravo und Marshall
noch Arten mit Beerenfrüchten hinzukämen, müßten
dann logischerweise auch z. B. Obregonia, Aztekiura
und Lophophora einbezogen werden. Die jeder für
sich nach eigenen Gesichtspunkten arbeitenden
Autoren haben — und hier wiederum auf einem nur
kleinen Teilgebiet — eine reichlich verworrene
Turbinicarpus 443
Situation geschaffen. Es gibt keine andere Wahl als:
entweder Kleingenus oder ein sich ins Uferlose
fortsetzendes „lumping", bei dem der Begriff
„Gattungstypus" seine eigentliche Bedeutung verliert.
Solche Umkombinierungsversuche lösen eine ganz
überflüssige Kettenreaktion aus. Man muß
schließlich — und das gerade angesichts der
Einheitlichkeit der bisher beschriebenen 9 Spezies von
Turbinicarpus — bedenken, daß die Natur
zwangsläufig, je winziger die Artengruppen in der Körperform
werden, die Differenzierung immer feiner nuanciert
hat. Diese darzustellen, ist eine wichtige Aufgabe
des Phytographen. Wie der Phylogenetiker darüber
denkt, ist eine andere Sache. Es sollte aber endlich
zu einer einheitlichen, logischen Benennung
kommen, damit sich diese beruhigt. Die Grundlage dazu
haben wir bereits seit Britton u. Rose. Bedenkt
man dann noch, daß man bei einem Kleingenus eine
bestimmte Merkmalsgruppe oder -einheit vor Augen
haben kann, daß eine sammelweise
Zusammenfassung dagegen nur zu einer verschwommenen
Vorstellung von den Merkmalsunterschieden führen
muß — denn nicht jeder, der mit einem
Pflanzennamen zu tun hat, kann dabei die immer
komplizierter gewordene Literatur durcharbeiten — spricht
alles für die erstere Lösung. Deswegen halte ich hier
auch die 19371 von F. Buxbaum gewählte eigene
Gattung aufrecht. Bei allen ihren Arten sind die
Stacheln relativ weich und + gebogen. Die kleinen
Samen sind schwarz, glänzend oder matt. —
Verbreitung: Mexiko (Tamaulipas und überwiegend
in San Luis Potosi). [(g).; P. beschleunigt das
Wachstum und vermehrt den Blütenreichtum.]
Turbinicarpus klinkerianus Backbg. & Jacobs.
K. klein, bis 3 cm h., 4 cm 0, etwas
gedrücktkugelig, matt hellgrau bis braungrün; Scheitel etwas
weißwollig; Ri» in W. aufgelöst, diese spiralig
angeordnet, Basis breitgezogen; Ar. mit kleinem, bald
abfallendem Wolltüpfel; St. am unteren Ar.-Rand 3,
davon ein unterster länger, höchstens 9 mm lg.,
darüber 2 meist bald abfallende kleinere, alle sanft
zum Scheitel gebogen, nach unten zu
zusammengedrückt, ziemlich weich, querrissig; Bl. ca. 1,4 cm
lg. und br., innen rein weiß, außen mit dunklem
Mittelstreifen. — Mexiko (Tamaulipas).
Krainz vereinigt die Art mit T. schmiedickeanus,
der keine breitrunde sondern eine längliche Form
hat, die Stacheln länger und stärker durcheinander
gewunden, außerdem ist seine Bl. rosa, mit violett-
farbenem Mittelstreifen. Bei diesen Zwergkakteen
ist eine exakte Differenzierung erforderlich, um die
unterscheidenden Merkmale feststellen zu können,
aber auch das Wissen um sie zu erhalten; dem dient
eine Zusammenfassung nicht.
Turbinicarpus krainzianus (Frank) Backbg.
K. kurzzylindrisch, dunkelgrün, zuweilen sprossend,
bis 4cm h., 3 cm 0; Scheitel weißwollig; Ri. 11,
in W. aufgelöst, diese spiralig stehend, oben kegelig,
unten rhombisch; St. 6—8, + gewunden, 12—30 mm
lg., biegsam, nicht stechend, anfangs gelblichbraun
mit dunklen Spitzen, zuletzt abfallend; BL 2 cm lg.,
kremgelb, außen grünlichkrem; Fr. 3—5 mm 0; S.
1 mm gr. — Mexiko.
Die Art tauchte bereits 25 Jahre vor ihrer
Beschreibung auf.
Turbinicarpus lophophoroides (Werd.) F. Buxb. &
Backbg.
K. gedrückt-halbkugelig, bis 3,5 cm h., 4,5 cm 0,
bläulich-grün, mit kräftiger Wurzelrübe, gepfropft
stärker sprossend; Scheitel reich wollig und mit St.
darin; Ri. spiralig in unten 4—6eckige (bei
Pfropfungen oft unten zusammenfließende), ziemlich
flachrunde Hck. zerteilt, bis 12 mm br.; St. 2—3
(—4), bis 8 mm lg., 1 mittlerer gerade aufgerichtet,
bis 1 cm lg., alle zuerst schwarz, oder weiß mit
schwarzer Spitze; BL 3,5 cm 0, fast weiß, mit
zartem nach innen stärkerem rosa Hauch, außen
mit solcher Mitte; Fr. hellgrün. — Mexiko (San
Luis Potosi, Las Tablas, 1200 m).
Turbinicarpus macrochele (Werd.) F. Buxb. &
Backbg.
K. einzeln, gedrückt-rund, ca. 3 cm h., 4 cm 0,
matt graugrün, längerer Basalteil; Scheitel
weißwollig; Ri. spiralig in meist breitere als hohe W.
aufgelöst; Ar. anfangs schmutzig-weiß; St. 3—5,
meist 4, bis 4 cm lg. und mehr, verbogen und meist
mehr unterhalb der Spitze zusammengedrückt, oben
stärker verflochten, Oberseite flach und mit Rinne,
anfangs schmutziggelb mit dunklerer Spitze, später
grau, rauh und borkig; BL weiß mit rosa Hauch; Fr.
eine glatte Beere. — Mexiko (San Luis Potosi).
Turbinicarpus polaskii Backbg.
K. wohl meist einzeln, breitrund,
bläulich-graugrün, ca. 1 cm h., bis 2,7 cm 0, sehr einer kleinen
Lophophora ähnelnd; Ri. nicht in Hck. zerteilt,
sondern um die Ar. verbreitert und durch
Schlängellinien getrennt; St. meist nur 1, selten nur ein
kurzer Zusatz-St., der größere bis 12 mm lg., gelb-
lich-hornfarben, schwach geringelt, weich, über dem
Scheitel gebogen, bald abfallend; BL 1 cm lg.,
1,5 cm 0, wreiß oder mit hellrosa Ton, besonders in
der Pet.-Mitte; N. rosa, zum Rand heller; S. schwach
glänzend. — Mexiko (50 Meilen nördlich von San
Luis Potosi, 20 Meilen nördlich von Matehuala, an
Hügeln).
Turbinicarpus pseudomacrochele (Backbg.) F. Buxb.
& Backbg.
K. flachkugelig, mit zylindrischem, rübig
verlängertem Basalteil, bis 3 cm 0; Ri. in W. aufgelöst,
diese unregelmäßig kantig-quadratisch und auch
gedrückt; Scheitel gering wollig; Ar. weiß; St. ca. 8,
borstenfein, elastisch, verschieden lang, +
abstehend bis verflochten und verkrümmt, anfangs
gelblich, später grau; BL 3,5 cm 0, weiß, mit rosa
29 Kakteenlexikon
444 Turbinicarpus — Vatiicania
Mittelstreifen, dieser außen dunkler; Pet.
schmallang, im Hochstand weit umbiegend; Fr. klein. —
Mexiko (San Luis Potosi).
Turbinicarpus roseiflorus Backbg. — Descr. Cact.
Nov. III: 16. 1963,
K. einzeln, stumpf grün, breitrundlich, ca. 4 cm 0;
Scheitel weißwollig; Ri. in quergezogene, warzig
etwas erhöhte Hck. aufgelöst, diese viereckig an der
Basis, oder abgerundet, z. T. die Oberfläche leicht
unregelmäßig und z. T. etwas kantig abgeflacht,
auch mit nach oben und unten etwas abgeplatteter
Querfurche zwischen den Hck.; Rst. an jungen
Pflanzen bis ca. 10 (—12), entweder hell-hornfarben
und oben dunkler, oder mehr weiß, bis
schwarzspitzig, zuweilen reinweiß, seitlich strahlend, später
teilweise an Zahl abnehmend, unregelmäßig lg.,
sehr kurz bis ca. 6 mm lg.; Mst. anfangs 1, später
auch 2 übereinander, scheitelwärts gebogen, meist
doppelt so lg. wie die längsten Rst., schwarz; BI. ca.
2,5 cm lg., rein rosa, trichterig; Pet. zugespitzt,
außen mit roter Mittellinie; Sep. kürzer, mit
bräunlichem, breiten Mittelfeld; Fr. ? — Mexiko.
(Abb. 441.)
Steht dem T. lophophoroides nahe, hat aber mehr
Stacheln, die Blüte rein rosa und weniger weit
öffnend. Die Pflanzen stehen in der Sammlung
Saint-Pie, Asson (Frankreich, B.-P.).
Turbinicarpus schmiedickeanus (Böd.) F. Buxb. &
Backbg. (T.)
K. später kurz-zylindrisch, bis 5 cm h., 3 cm 0,
gepfropft kräftiger, lebhaft mattgrün; Scheitel
weißwollig, von St. überragt; Ri. nach Bz. 8:13
in W. aufgelöst, die W. abgerundet bis kurz-kegelig,
unten 5 mm br., 7 mm lg., gestutzt; St. 3 (—4), bis
2,5 cm lg., widderhornartig verbogen, gekrümmt
durcheinanderragend, rundlich bis (der oberste)
blattartig, bis 1 mm br., oberseits platt und oft mit
feiner Rinne, alle später abfallend; Bl. ca. 18 mm 0,
rosa, mit hellviolettem Mittelstreifen; Fr. mit Spuren
von Seh. oder nackt. — Mexiko (Tamaulipas, bei
Miquihuana).
Turbinicarpus schwarzii (Shurly) Backbg.
K. einzeln, klein, halbrund, bis 3,5 cm 0, Basalteil
3 cm lg.; Ri. in 5—8 Spiralen von Hck. aufgelöst,
bräunlich bis blaßgrün, winzig getupft; St. 1—2, bis
2 cm lg., weißlich oder gelbbraun, später abfallend;
Bl. 3 cm lg., 4 cm 0, glockig-radförmig, weiß mit
grünlichem Hauch und rötlicher Mittellinie. —
Mexiko (östlich von San Luis Potosi).
Utahia Br. & R. (201)
Breitrunde Pflanzen, wohl stets einzeln, ziemlich
dicht bestachelt, die Blüten im Scheitel, trichterig-
radförmig, + geschuppt, die Röhre dicht mit
trockenen, gewimperten Schuppen besetzt, auch das
Ovarium so beschuppt, die Samen ziemlich groß,
schädelförmig und mit vertieftem Nabelsitz. Die
Blüte ist nur mäßig groß. Die Areolen sind unter der
Lupe eigentümlich strähnig-filzig, die Stacheln auch
gedrückt, leicht kantig oder fein längsrissig, zuerst
die mittleren als fast schwarz beschrieben, aber ich
sah auch fast weiß bestachelte Exemplare, mit
dunklen Spitzen. Ob es Übergänge gibt, ist mir nicht
bekannt; wenn nicht, müßte die weißstachlige
Form, die außerdem noch derber bestachelt ist, als
Varietät abgetrennt werden. Merkwürdig ist auch,
daß die Pflanzen besonders auf Gipsboden wachsen
sollen. Waren sie früher sehr selten, sind sie
neuerdings zuweilen eingeführt worden; sie scheinen aber
nicht lange gehalten werden zu können, wie dies
auch bei Coloradoa der Fall ist. Angesichts der
abweichenden Blütenmerkmale ist es unverständlich,
daß L. Benson das Genus zu Pediocactus Br. & R.
einbezog (s. auch dort), ohne dann, zumal wenn auch
noch Toumeya, Navajoa und Pilocanthus damit
vereinigt werden, z. B. auch Coloradoa mit einzu-
beziehen. Bisher ist nur 1 Art bekanntgeworden.
— Verbreitung: USA (Nord-Arizona). [Über die
Kultur bzw. die Anzuchtmöglichkeit mittels Säm-
lingspfropfung ist nichts bekannt.]
Utahia sileri (Eng.) Br. & R. (T.)
K. meist breitrundlich, später auch etwas gestreckt,
dann bis 15 cm h., 12 cm 0; Ri. nur undeutlich
vollständig, 8—16, spiralig, überwiegend in Hck.
aufgelöst, diese an der Basis rhombisch-kantig, in
der Mitte mehr rundlich, nach oben verjüngend, ca.
1 cm lg. und br.; Ar. weiß, filzig-haarig, bis 1,5 cm
entfernt; Rst. 11—13, grauweiß, z. T. braun-
spitzig, 13—18 mm lg.; Mst. 3—4, rund, zuerst fast
schwarz, bald am Grunde hell, aufhellend oder
dunkler bleibend, schlankpfriemlich, an anderen
Exemplaren derbpfriemlich; Bl. 2,8 cm lg., 2,5 cm 0.
gelblich; Fr. grün, weitläufig klein beschuppt, ca.
1 cm lg. und 0; S. 4 mm lg., 2,5 mm dick,
dunkelrotbraun, glänzend, aber durch feinere Höckerung
matt erscheinend. — USA (zwischen Pipe Springs
und Ship-Rock, nahe der Grenze von Utah, und
etwas nordöstlich von Fredonia). (Abb. 442.)
Vatricania Backbg. (180)
Von unten her mit mehreren Trieben verzweigende
Cereen mit einzigartigem Cephalium. Es entsteht
oberflächig, d. h. nicht aus einer Rinne, zuerst
einseitig, indem längere Haarborsten aus den Areolen
erscheinen. Der Schöpf beginnt später, sich oben
ringsum zu einer immer größer werdenden,
fellartigen, abstehenden Haube zu verwandeln, aus der
das eigentliche Cephalium seitlich herabläuft. Die
Blüten können auch noch aus seinen tieferen Teilen
entstehen; sie sind überwiegend walzenförmig, dicht
seidig behaart und beborstet, erweitern sich etwas
zum Saum hin, und die im Hochstand weit geöffnete
Vatricania — Weberbauerocereus 445
Blüte greift nur wenig über den Rand hinaus. Sie ist
nächtlich, das Perigon innen gelblichweiß, außen
rötlich. Die monotypische Gattung wurde 1927
durch C. Troll entdeckt. F. Buxbaum stellte das
einzigartige Genus zuerst zu der brasilianischen
Facheiroa, dann mit der UG. Facheiroa zu Espo-
stoa Br. & R.; die Blütenzonen-Merkmale sind aber
bei allen 3 Gattungen verschieden. —
Verbreitung: Bolivien (Chuquisaca). [©.]
Vatricania guentheri (Kupp.) Backbg. (T.)
K. aufrecht, von der Basis her verzweigend, bis
über 2 m h.; Tr. bis 10 cm 0, hellgrün; Ri. bis ca.
27, schwach gehöckert und mit undeutlichen Quer-
f lirchen über den Ar.; Ar. gelblich weiß-filzig; St. an
jüngeren Pflanzen ca. 15, schwer trennbar, später
nimmt die Zahl bis auf ca. 25 zu, 0,5—1,5 cm lg.,
ein mittelständiger kräftiger, bis 2,2 cm lg., die nach
oben gerichteten kürzer und etwas stärker als die
abwärts gerichteten zahlreicheren und dünneren bis
borstenförmigen; Ceph. aus einer Blütenregion mit
bis 6 cm lg. Borsten, in den Ar. bis 4 mm lg.
gelblichweiße Wolle, im Tr.-Oberteil die borstenfeine
Haube immer länger werdend; Bl. mit
walzenförmiger R., schwach erweiternd, ca. 8 cm lg., oben mit
einer Öffnung von ca. 3 cm 0, nur eine Nacht
geöffnet; Pet. schmal, 1,3 cm lg., 5—6 mm br.; R.
und Ov. mit fast rosafarbener seidiger Wolle. —
Bolivien (Chuquisaca, Tal des Rio Grande, bei
El Oro). (Abb. 443, 444.)
Vollia war ein nom. prop. von mir für eine auch aus
seitlichen Ar. blühende Form von Zygocactus
K. Sch. (Abb. 459.)
Weberbauerocereus Backbg. (92)
Den Typus dieses Genus entdeckte Meyen und
beschrieb ihn bereits 1833. Britton u. Rose stellten
die einzige zu ihrer Zeit bekannte Art zu Tricho-
cereus, wiesen aber damals schon auf die
abweichende Blütengestalt hin. Vor allem wegen der
leicht S-förmig gebogenen Röhre und des etwas
schrägen Saumes trennte ich dann 1942 obiges Genus
großstrauchiger bis baumförmiger Cereen ab, doch
bedurfte es längerer Zeit, bis es allgemeine
Anerkennung fand. Dies war vor allem dem von Rauh
auf seinen beiden Perureisen entdeckten weiteren
Artenmaterial zu danken, unter dem sich auch eine
Spezies mit stark gekrümmten und schiefsaumigen
roten Blüten befand, während andere gestreckt- und
derbröhrige, nicht sehr breit- und fast regelmäßig-
saumige aufwiesen, darunter auch mit der seltenen
bräunlichen Blütenfarbe. Ritter fand dann weitere
Arten, die zeigten, daß das Genus nicht auf Südperu
beschränkt ist, sondern sich das Gesamtvorkommen
auch auf die Departements La Libertad, Ancash,
bzw. die nördlicheren Provinzen des Hinterlandes,
Cajamarca wie Lima (Churin), erstreckt. Die Blüten
dieser neuen Arten sind alle weiß bis + rosaweiß,
die Röhren im allgemeinen stärker wollig als die der
südperuanischen Spezies, und die Triebenden bzw.
die Haupt-Blütenregion mit auffälliger
modifizierten Stacheln, d. h. sie werden borstenartig feiner,
sind länger und mehr abstehend oder verflochten.
Ritter nennt das „Pseudocephalien". Diese
Bezeichnung erscheint mir nicht als zutreffend, denn
wir kennen auch Arten, bei denen in der Blütenzone
überhaupt keine Stachelmodifizierung erfolgt (z. B.
beim Typus des Genus); bei W. seyboldianus spricht
Rauh nur von „Randstacheln in der Blühzone bof-
stenartig... mehr und mehr verschwinden die sehr
derben Zentralstacheln, es kommen nur noch
einzelne verlängerte aber sehr dünne zur Ausbildung";
Ritter selbst sagt bei W. longicomus „wenn die
Blühareolen beisammen stehen, erscheinen sie als
Pseudocephalien". Es kann also keinesfalls von
einem „Pseudocephalium als Gattungsmerkmal von
Weberbauerocereus" gesprochen werden, vielmehr
ist typisch für das Genus, daß „bei einer Anzahl von
Arten eine stärkere Stachelmodifizierung in der
Blütenregion stattfinden kann";
Stachelmodifizierungen zur stärker blühbaren Triebspitze hin,
feiner und länger, fiadet man genau so z. B. bei
Lophocereus, aber auch nicht bei allen Arten, und
so ist dies hier ebenfalls kein Gattungsmerkmal.
Man sollte also besser zwischen „Pseudocephalien,
wie siebeiPilosocereusz.T. entstehen können" und
„Blütenzonen, in denen die Stacheln z. T.
modifiziert werden können" unterscheiden, zumal es
sich in beiden Fällen nicht um Merkmale handelt,
die, wie bei Cephalocleistocactus, alle Spezies
aufweisen. Arten mit rein roten Blüten hat Ritter
merkwürdigerweise bisher nicht beschrieben, wie
Rauh sie z. B. beim W. seyboldianus beobachtete.
Interessant ist, daß die zygomorphen Blüten dieser
Art wie sehr derbe Loxanthocereus-Blüten
aussehen, auch in ihrer roten Farbe, während die der
anderen Arten fast ganz regelmäßig und ± weiß
sind, die des W. albus sogar ziemlich breittrichterig.
Mit Weberbauerocereus hat die Natur also eine
Artengruppe geschaffen, die zwischen den Trichocerei
und den Loxanthocerei steht, die Blüten mal jenen,
mal diesen ähnelnd, und doch eine sehr geschlossene
Artengemeinschaft, die z. T. ± radiäre Blüten
aufweist, bzw. ebensolche grünlich weiße, sowie
Übergänge zur Zygomorphie (W. fascicularis) bis stärker
zygomorphe und alle denkbaren Phasen der
Stachelmodifizierung, wobei die Blüten nicht etwa
ausschließlich in der Region solcher
Stachelumbildungen erscheinen. Nur eine fein abgestimmte
Gliederung vermag dieses Gestaltungsspiel der Natur
mit der notwendigen Anschaulichkeit
wiederzugeben. Weberbauerocereus gehört also zu einer
der interessantesten Gattungen, und nachdem wir
heute über dieses eigenartige peruanische Genus
weit mehr als früher wissen, freut es mich besonders,
daß ich ihm den Namen des verdienten deutschen
ehemaligen Regierungsbotanikers von Peru, Prof.
29'
446 Weberbauerocereus
Dr. Weberbauer, gab, dessen großes Werk über
die Pflanzenwelt der peruanischen Anden auch das
Werk eines unermüdlichen Forscherlebens ist; wenn
er darin die Kakteen nicht gründlicher behandeln
konnte, so deshalb, weil ihm damals noch kein
ausreichendes Spezialwerk zur Verfügung stand, das
ihm gestattete, die wohl bemerkenswerteste Flora
Perus so zu bearbeiten, wie es ihm bei den anderen
Pflanzenfamilien möglich war. Zu erwähnen ist
noch, daß Rauh „zuweilen staminodiale Haare"
feststellte, z. B. bei der Blüte von W. weberbaueri.
Wie auch bei mehreren anderen andinen Gattungen
tritt sie also nicht stets auf und ist daher bei ihnen
kein Gattungsmerkmal, sondern nur eine mitunter
festzustellende Erscheinung, die noch weiterer
Untersuchungen bedarf. Die Früchte von
Weberbauerocereus sind nicht sehr groß, höchstens 4 cm
0, grün bis rot oder orangegelb, mitunter haben sie
das Aussehen etwas größerer Cleistocactusfrüchte,
andere sind stärker bewollt. Die Samen sind
einheitlich kleiner und glänzend schwarz. Beschrieben
wurden bisher 10 Arten und 5 Varietäten. —
Verbreitung: Vom nordöstlichen andinen Hinterland
Perus bis Südperu, nahe der chilenischen Grenze [®.].
Weberbauerocereus albus Ritt. — „Kakt. u. a.
Sukk.", 13: 6, 106—108. 1962.
K. dicht hochstrauchig, bis 5 m h., von unten bis
über die halbe Höhe verzweigt; Tr. senkrecht
aufsteigend, graugrün, bis 6 cm 0; Ri. 16—20, bis ca.
8 mm h., wenig gekerbt; Ar. bis 5 mm 0,
kaffeebraun; St. schwer trennbar, 15—22 randständige,
2—7 mm lg., haarfein, blaß, sowie 1—2 starke,
pfriemliche mittlere, 0,5—0,75 oder 1,5—3,5 cm lg.,
sowie 3—5 feinere Mst., ca. 0,5 cm lg., alle weiß bis
elfenbeinfarben; Blütenzone mit bis auf 7 mm 0
vergrößerten Ar., die St. zu durcheinander
gewundenen H.-St. verändert, bis 4 cm lg., anfangs gelblich,
bald weiß; Bl. bis 9,5 cm lg., 7—10 cm 0, weiß bis
hellrosa, tags und nachts mehrere Tage offen, dicht
bräunlich und weiß behaart; Fr. rund, bis 4 cm 0,
grau- bis rötlichgrün, braun und hell behaart. —
Peru (Dept. Ancash, unterhalb San Marcos). (FR
571.) (Abb. 445.)
Hat die breiteste Blüte; Gr. lang herausragend.
Weberbauerocereus cephalomacrostibas (Backbg.)
Ritt, war eine Katalogbezeichnung Ritters für
Trichocereus cephalomacrostibas (Werd. &
Backbg.) Backbg., der aus den in „Die Cactaceae", VI:
3707. 1962, dargelegten Gründen den chilenischen
Trichocereen nahesteht, der Blütenform nach aber
nicht den südperuanischen
Weberbauerocereus-Arten, obwohl beide Gattungen zweifellos näher
verwandt sind.
Weberbauerocereus churinensis Ritt. — „Kakt. u. a.
Sukk.", 13: 8, 133—134. 1962.
K. buschig aufstrebend, bis 2 m h., meist nahe dem
Grund sprossend; Tr. ziemlich sparrig stehend, bis
5 cm 0; Ri. 18—20, schwach gekerbt, stumpf;
Ar. grau, 3—5 mm gr.; St. schwer trennbar, ca.
40—60, hell- bis orangegelb, die unteren haarfein,
bis 1 cm lg., die übrigen geringer an Zahl, etwas
kräftiger, nach der Mitte zu einige derbere und 1
oder 2 starke, bis 3 cm lg.; Blütenzone zuweilen
mit nur borstig dünnen, 2—4 cm lg. Stacheln; Bl.
ziemlich lang- und derbröhrig, bis 12 cm lg., stark
duftend, oben rosa, unten weiß, Perigon mehr auf-
oder abwärts zur R. gestellt, umbiegend; R. rötlich,
schwarz bis schwarzbraun behaart; Ov. mehr
braunschwarz behaart; Fr. ca. 4 cm lg. und fast so br.,
schwarzgrün, graubraun-schwarz behaart. — Peru
(Dept. Lima, unterhalb Churin). (FR 685.)
Weberbauerocereus fascicularis (Meyen) Backbg.
(T.)
K. hochstrauchig, wenige Meter hoch, graugrün;
Tr. bis 6 cm 0 oder mehr; Ri. ca. 16, niedrig;
Ar. bis 6 mm gr., hellbraun- oder gelbfilzig; Rst.
zahlreich, meist bis 1 cm lg., fein; Mst. mehrere, bis
4,6 cm lg., dünn, stark stechend, meist etwas
herabgebogen; St. alle zuerst gelb und oft borstig-nadelig,
später kräftiger, die mittleren braun und dann grau;
Bl. bis 11 cm lg., schwach S-förmig gebogen, Saum
ziemlich kurz, nicht ausgesprochen zygomorph,
grünlichweiß, morgens noch offen; Sep. etwas
umgebogen, rötlich-grünlich; Gr. herausragend; N.
grünlich; Fr. kugelig, orangegelb bis rötlich, dicht
klein-beschuppt, wenig behaart. — Südperu (bei
Arequipa).
Ohne Stachelmodifikation in der Blütenzone.
Weberbauerocereus horridispinus Rauh & Backbg.
K. aufrecht-stfauchig, bis 2,5 m h., reich
verzweigend; Tr. bis 15 cm 0, reingrün; Ri. ca. 18, um die
Ar. etwas erhöht, mit Querkerbe darüber; Ar. sehr
groß, bis 1,8 cm lg.; St. zweigeteilt: die oberen die
stärkeren, meist 5—7, ungleich, einzelne bis 8 cm
lg., dick-pfriemlich, rund bis etwas
zusammengedrückt oder unten dreikantig, + gerieft, gerade bis
gekrümmt, gewunden oder fast krallig, im Ar.-Un-
terteil kürzere und dünnere St., bräunlicher, 1—3
dünnpfriemlich, bis 1 cm lg., andere sehr dünn,
gelbbräunlich, bis 20 oder mehr, bis 1 cm lg., meist
kürzer, alle kräftigeren anfangs hell-gelblichbraun,
dann grau und dunkelspitzig; Bl. bis 6 cm lg.,
grünlichbraun; R. dicht braunwollig behaart; Ov. dicht
weiß wollig; Fr. (unreif) 2 cm 0, olivgrün, weißlich
behaart. — Südperu (Tal von Chala, 2600 m).
Der im Trieb-Durchmesser stärkste
Weberbauerocereus. Auch bei dieser Art sind die Stacheln der
Blütenzone nicht modifiziert; die Bestachlung ist
aber wohl die wildeste von allen, zumal diese
Spezies in einem sehr trockenen Gebiet wächst.
Weberbauerocereus johnsonii Ritt. — „Kakt. u.a.
Sukk.", 13: 5, 72—73. 1962.
K. auf rech t-baumförmig, bis 6 m h., mit kurzem,
dickem Stamm, bis 1,50 m h. verzweigend; Tr. steil
Weberbauerocereus 447
und parallel zueinander aufsteigend, 7—9 cm 0;
Ri. 30—35, stumpf, etwas höckrig, bis 5 mm h.,
Sämlinge mit nur 17—18 Ri.; Ar. braun, bis 3 mm
0; St. schwer trennbar, ca. 20 mehr randständige,
fein, bis 1,5 cm lg., die unteren die zahlreichsten und
längsten, mittlere ca. 10—12, etwas stärker, bis
1 cm lg., alle biegsam, kaum stechend, glänzend
dunkel goldgelb; Blütenzone mit unregelmäßiger
Stachelmodifikation, z. T. etwas einseitig, auch
unterbrochen, mit ca. 50 bis 6 cm lg. verlängerten, +
abstehenden haarfeinen, goldgelben Bst., die Ar.
dicker; Bl. bis 11 cm lg., schwach duftend, bei
Hellwerden schließend, weiß oder schwach rosaweiß; R.
bräunlich-grün oder -rötlich, dicht und kurz
braunschwarz bewollt mit derberen rötlichbraunen H.
dazwischen; Gr. weit herausragend, grünlich wie auch
die N.; Fr. kugelig, grün, bis 4 cm 0, grau und
braun behaart. — Peru (Prov. Cajamarca, Zan-
gal). (FR 570.)
Weberbauerocereus longicomus Ritt. — „Kakt. u. a.
Sukk.", 13: 7, 117—119. 1962.
K. halb-baumförmig, bis 6 m h., meist im unteren
Drittel reicher sprossend, graugrün; Tr. gerade
aufsteigend, mäßig dicht, bis 8 cm 0; Ri. 15—18, sehr
stumpf, bis 1 cm h., halb gekerbt; Ar. braun, bis
6 mm gr.; Rst. 15—25, blaß- bis bräunlichgelb, bis
1 cm lg., untere länger und dünner; Mst. 1 (—2)
sehr stark, pfriemlich, von gleicher Farbe, 1—6 cm
lg., sowie 3—6 feinere und kürzere, 0,5—1 cm lg.
Übergangsst. zu den Rst.; Blütenzone: mit
haarfeinen Rst. sowie dünneren, aber kräftigeren Mst.
im Übergang, dann unzusammenhängende
Modifizierung zu dichteren H.-Schöpfen, die Rst. verbogen
und bis 10 cm lg., 1—2 stärkere Mst. bleiben
erhalten, bis 6 cm lg., oft verbogen, die Ar. bis 1 cm
gr.; BI. bis 10 cm lg., 5,5—7,5 cm 0, etwas duftend,
morgens noch offen, weiß bis rosa; Scp. rosa bis
karmin; R. rotbraun, fast zottig in rotbraune Wolle
und H. gekleidet; Gr. nicht herausragend, weiß; N.
hellgelb; Fr. kugelig, bis 3 cm 0, grün bis rötlich,
dicht mit oben weißer, nach unten zu brauner Wolle
bekleidet. — Peru (Prov. Cajamarca, Puente Cris-
nejas). (FR 656.) (Abb. 446.)
Weberbauerocereus rauhii Backbg.
K. baumartig, mit kurzem Stamm, Äste
kandelaberartig senkrecht aufsteigend, bis 6 m h.; Tr. unten
bis 15 cm 0, oben 8 cm 0; Ri. ca. 23; St. unterhalb
der Blütenzone zahlreich, weißlichgrau, bis 1 cm lg.
und z. T. borstenförmig; Mst. oft bis 6, meistens
bis 4 cm lg., ein mittelster bis 7 cm lg., sehr derb,
dieser fast anliegend, unten gelblich, oben dunkel-
schokoladebraun; Ar. ca. 1 cm gr., lang graufilzig;
Blütenzone: nur noch mit einzelnen verlängerten,
sehr dünnen Mst., die Rst. borstig, verlängert, den
Trieb ganz mit einem Bst.-Kleid umhüllend; Bl. oft
nur auf einer Seite, bis 10 cm lg., krem-braun, Peri-
gon fast radiär, bis 4 cm 0; R. dichtschuppig,
violettbraun behaart; N. grün; Fr. bis 3 cm 0,
bräunlichrot, vollreif mehr orange, weißfilzig. —
Südperu (Nazca- und Pisco-Tal, ca. 2000 m).
Jungpflanzen sind weißstachlig und ähneln einem
Cleistocactus strausii.
v. laticornua Rauh& Backbg.: K. niedriger, bis
3 m h., viel reicher verzweigt; Tr. mehr bogig
ansteigend und selbst noch wieder verzweigt, unten
wilder bestachelt; Ar. kleiner; Bl. und Fr. wie beim
Typus der Art.
Weberbauerocereus seyboldianus Rauh & Backbg.
K. bis 3 m h., vom Grunde verzweigt, lockere Büsche
bildend; Tr. bis 8 cm 0, lebhaft grün; Ri. 15; Ar.
dick, 8 mm gr., anfangs ledergelb; Rst. wenig
zahlreich, im Scheitel fast borstenförmig, später bis
1,5 cm lg., dünn, ledergelb; Mst. 1—3, ebenso
gefärbt, dünn, bis 7 cm lg.; Bl. einzeln in
Scheitelnähe, 6—8 cm lg., gedrungen, stark zygomorph,
4,5 cm 0, außen tief dunkel-karminrot, innen mehr
hellweinrot; R. stark gekrümmt, dick, rotbraun,
kurz rötlichbraün behaart; Sep. zurückgebogen;
Stbf. karmin; Stbb. rosa; Gr. rötlich; N. grünlich;
Fr. bräunlichrot, ca. 3,5 cm 0. — Südperu (am
Fuß des Vulkans Chachani, oberhalb Caima). (Abb.
447 rechts.)
Ohne Stachelmodifikation in der Blütenzone.
Weberbauerocereus weberbaueri (K. Sch.) Backbg.
K. bis 4 m h., von der Basis her verzweigt, Büsche
bildend; Tr. straff aufrecht oder auch + verbogen,
bis 10 cm 0, graugrün; Ri. 15—22, im Scheitel +
warzig, mit Querrille; Ar. dick, bis 8 mm gr.,
graugelb, lang wollfilzig; Rst. bis ca. 20, 1—1,5 cm lg.,
dünn, gelblichbraun; Mst. 6—8, derber, lederbraun,
bis 6 cm lg.; Bl. 8—11 cm lg., bis 5,5 cm 0, blaß
bräunlich, außen blaß schokoladebraun, Perigon fast
radiär; R. nur schwach gebogen, bräunlich-olivgrün,,
kurz braun behaart; StbL unten grünlich, oben weiß;
Gr. und N. grünlich; Fr. rund, 4 cm 0, leuchtend
orangegelb, kurz wollhaarig. — Südperu (bei Are-
quipa). (Abb. 447 links.)
Ohne Stachelmodifikation in der Blütenzone; BL
innen unten mit stark kräuseligen H., die in die
Nektarkammer ragen,
v. aureifuscus Rauh & Backbg. : K. bis 4 m h.;
Tr. schräg aufsteigend, lebhaft gr.ün, etwas
verbogen; Ri. 17, schmal, ohne deutliche
Quertrennung; Ar. grau; Rst. 20—30, bis 1,5 cm lg.,
lebhaft gelbbraun; Mst. 1—3, oben leuchtend
rotbraun; später hellgrau-bräunlich, meist 1 stark
verlängert, bis 8 cm lg., biegsam, schräg abwärts
weisend; H. der Bl. und Fr. rotbraun. —
Südperu (oberhalb Caima bei Arequipa und Cerros
de Caldera).
v. horribilis Rauh & Backbg.: K. bis 2,5 m h.;
Tr. straff aufrecht, unten bis 15 cm 0, lebhaft
grün; Ri. ca. 17, oben quergefurcht; Ar. 1 cm gr.,
gelbbraun; Rst. ca. 20, derb, stechend, bis
1,5 cm lg., anfangs gelblich-braun, Fuß oft grau,
alle später grau; Mst. 1—4, der mittelste sehr
448 Weberbauerocereus — Weberocereus
derb, bis 8 cm lg., dunkellederbraun; BI. meist
nur 7 cm lg.; R. stärker weißwollig,
v. humilior Rauh& Backbg.: K. bis 2 m h.,
große Büsche; Tr. bis 10 cm 0; Ri. 16, mit
scharfer Quertrennung; Ar. 8 mm gr., hellgrau; Rst.
zahlreich, bis 1,5 cm lg., sehr derb, hellgrau; Mst.
bis 8 cm lg., anfangs hellbraun, später reif ig grau;
BI. fast radiär; Sep. schokoladebraun. —
Südperu (bei Arequipa, westliche Cerros de Caldera
und zu Füßen der Vulkane).
Weberbauerocereus winterianus Ritt.-— „Kakt. u.a.
Sukk.", 13: 4, 54—56. 1962.
K. bis 6 m h., mit kurzem bis mannshohem Stamm,
bis auf 2 m über Grund reich verzweigt; Tr. parallel
ziemlich dicht aufsteigend, 5—8 cm 0; Ri. 22—27,
bis 6 mm h., etwas höckrig, stumpf, Sämlinge mit
nur 12—14 Ri.; Ar. dunkel- bis schwarzbraun, bis
4 mm gr.; Rst. ca. 20—30, fein, anliegend, 0,5 bis
1,5 cm lg., die unteren die längsten und zahlreich,
die oberen weniger, kürzer, 2—3mal so dick; Mst.
ca. 12—15, nadelig, etwas stärker als die oberen
Rst., bis 1,5 cm lg.; St. alle dunkel goldgelb, bei
alten Pflanzen auch hellgelb; Blütenzone: mit 30 bis
40 feinen hell- bis goldgelben, bis 7 cm lg. Bst.-St.,
untere kürzer, Ar.-Oberteil stärker als Bl.-Sitz
vergrößert, Filz länger, Knospen in der Ar.-Farbe
bewollt; BI. 7,5 cm lg., innen weiß oder schwach rosa,
außen rosa; R. schwarzbraun bewollt; Stbl. und Gr.
weiß; N. hellgrün; Ov. mehr braunrot; Fr. bis 4 cm
0, tonnenförmig, dunkelgrün bis grünlich-rotbraun,
dicht schwarzbraun bewollt. — Peru (Dept. La
Libertad, Prov. Otusco, bei Samne). (FR 165.)
(Abb. 448.)
v. australis Ritt.: Tr. bis 9 cm 0; Ri. bis 33;
Ar. meist etwas größer; St. dünner und weicher,
bei Sämlingen heller in der Farbe; BI. wie beim
Typus der Art. — Peru (Dept. Ancash, Quebrada
Huécocho. Nebenschlucht der Casma-Quebrada).
Ritter-No. FR 1066. Was im Winter-Kat. die
v. flavus Ritt., unbeschrieben, FR.-No. 165 a
war, sagt Ritter nicht mehr, vielleicht die erste
(No.-) Bezeichnung für v. australis ?
Weberocereus Br. & R. (47)
Ein schlanktriebiger Epiphyt, klimmend oder
hängend, meist 3kantig oder rundtriebig, selten anfangs
abgeflacht oder 3flügelig, mit Luftwurzeln. Die
Blüten sind rosa, nächtlich, kurztrichterig oder glockig-
trichterig, das Ovarium ist höckrig, mit + steifen
Borstenhaaren versehen. Die Frucht ist behaart und
+ höckrig. Die Bestachlung ist nur kurz, teils weich,
teils etwas derber, in einem Falle kann sie auch
fehlen. Interessant ist, daß W. biolleyi — außer nur
ganz schwach-kantig — auch rund, in der Jugend
mitunter 3flügelig oder sogar teilweise abgeflacht
sein kann. Diese Art zeigt also alle
Gestaltmöglichkeiten der Hylocereeae. Anomale Abflachung
bildete ich — bei wahrscheinlich einer Nyctocereus-
Art — in „Die Cactaceae", IV: 2089 (Abb. 1975).
1960, ab. Die Ursachen solcher ungewöhnlichen
Formwandlung sollten genauer untersucht werden.
Über Früchte und Samen des Genus ist wenig, z. T.
gar nichts bekannt. Beschrieben wurden bisher 4
Arten. — Verbreitung: Costa Rica und Panama.
[©•]
Weberocereus biolleyi (Web.) Br. & R.
K. auf Bäumen epiphytisch, herabhängend; Tr.
dünn, nur 4—6 mm 0, in der Jugend zuweilen teils
flach, teils 3flügelig; Ri. nur sehr schwachkantig
oder fehlend, d. h. die Tr. dann rund; St. meist
fehlend oder gelegentlich 1—3 gelbe St., kurz; Ar.
klein, nur Filzspuren; BI. 3—5 cm lg., innen rosa;
Ov. höckrig, behaart. — Costa Rica (bei Puerto
Limön).
Im Botanischen Garten Heidelberg blühendes
Material zeigte, nach Rauh, karminrote Farbe;
Britton u. Rose sagten „pinkish", also rosa, doch ist
intensivere Färbung auch sonst zuweilen zu
beobachten.
Weberocereus panamensis Br. & R.
K. epiphytisch, hängend; Tr. deutlich 3kantig,
mitunter auch flach, bis 2 cm br.; Ri. normalerweise 3,
etwas gerundet oder scharf randig; Ar. oft etwas
vertieft, klein, unter jeder mit einer Seh.; St. 1—3, sehr
kurz, weich; BI. 4—7 cm lg., weiß; Sep. gelbgrün;
Gr. und N. weiß, letztere auch rosa; Ov. gehöckert,
grün, mit spreizenden Schüppchen und 4—8
längeren, weißen H.; Fr. rot, bis 3 cm 0, rundlich,
gehöckert. — Panama (Rio Fato und Gatun-See).
Weberocereus trichophorus Johns. & Kimn. — C.
& S. J. (US), XXXV: 6, 203—205, 1963.
K. rankend, kräftiggrün; Tr. rund oder undeutlich
6—7kantig, nur 8—12 mm 0; Ar. ca. 2—3 cm
entfernt; St. ca. 10, steif, mäßig kräftig, 3—12 mm lg.,
ferner 30—40 + kräuselige Haare, 5—20 mm lg.;
BI. glockig-trichterig, bis 6 cm lg., bis 3,5 cm 0; R.
dicht feinhöckrig, behaart, H. ziemlich lang und
locker; Ov. rötlich; Sep. purpurn; Pet. inkarnatrot;
Fr. oblong, 3 cm lg., 2,5 cm 0, purpurrötlich; Pulpa
bräunlichrot; S. bis 1,75 mm gr., schwarz. —
Costa Rica (Prov. Limon, Peralta, auf ca. 100m).
Durch seine Behaarung leicht von anderen Arten zu
unterscheiden. Die St. sind anfangs kremfarben mit
gelblichen Spitzen, später ganz gelb, mit verdickter
Basis; an alten Triebteilen bis 20 St.
Weberocereus tunilla (Web.) Br. & R. (T.)
K. epiphytisch kletternd, wenig wurzelnd; Tr. 1 bis
1,5 cm 0; Ri. im Neutrieb rund oder 4, später (2—)
4 (—5) Kanten; Ar. 3—6 cm entfernt, vorspringend;
St. 6—12, steif, anfangs gelb, dann braun, bis 8 mm
lg., Basis geschwollen, später meist abfallend; BI. ca.
6 cm lg., 4 cm 0, lachsrosa; Sep. bräunlich,
abstehend; R. wachsig fest, gehöckert, mit braunen
Weberocereus — Weingartia 449
Borstenbündeln. — Costa Rica (bei Cartago bzw.
Tablön). Das Ov. soll auch Bst. haben. (Abb. 449.)
Ob der ähnliche zweite von Weber beschriebene
Cereus gonzalezii Web., den Britton u. Rose für
mit vorstehender Art identisch halten, nicht etwa
eine andere Art ist, steht noch nicht fest. Die
Pflanzen hatten 4—5 braune St., schwächlich (!), nur bis
4 mm lg., das Ov. angeblich bestachelt (steifere
Bst. ?). — Cost'a Rica (bei Pacayas).
Weinbergia cereiformis Hort. (Gates): s. unter Lo-
phocereus mieckleyanus (Wgt.) Backbg.
Weingartia Werd. (118)
Einzelne oder sprossende Pflanzen mit oder ohne
Halsrübenwurzeln. Die Blüten sind nur mäßig groß,
mit sehr kurzer und kahler, aber beschuppter Röhre,
auch die höchstens 1 cm große Frucht ist kahl und
+ beschuppt. Eine merkwürdige Eigenschaft der
Arten mit Halsrübenwurzel — diese wird mitunter
so dick, daß es nicht gelingt, die Pflanzen mit
derselben aus harter Erde zu lösen — ist, soweit die
Erfahrungen bei hiesigen Kulturpflanzen reichen, daß
der Pflanzenkörper meist bei Verlust der Rübe
ungewöhnlich in die Länge wächst, im Laufe der Jahre
fast cereoid; das habe ich sowohl bei bolivianischen
wie nordargentinischen Arten beobachtet, vor allem
bei gepfropften Exemplaren. Eine weitere
Eigenart, wenigstens z. B. der Weingartia neocumingii
Backbg., ist, daß die Blüten zu mehreren
gleichzeitig oder zusammen mit Knospen aus ein und
derselben Areole erscheinen können, nicht nur im
Oberteil, sondern auch seitlich tiefer herab. Das scheint
aber nicht bei allen Arten der Fall zu sein, denn
Ritter gibt dies für die von ihm gefundenen nicht
an. Die bolivianischen Spezies blühen heller bis
kräftiger gelb, die nordargentinischen, kleineren
orangegelb bis orangerot. Nur eine Art, die
Weingartia ambigua (Hildm.) Backbg., mit schmal-
rückigen, + welligen Rippen, blüht purpurviolett.
Ihr Standort ist leider ungeklärt, und Schumanns
Angabe „Bolivien oder Chile'1 mag insofern
berechtigt sein, als diese Art möglicherweise
außerhalb der sonstigen bisher bekannten Areale wächst*
vielleicht an heute von motorisierten Sammlern
nicht mehr befahrenen Wegen. Soweit mir bekannt,
enthalten die Früchte nur eine geringere
Samenzahl; die Frucht selbst ist wohl meist schwachsaftig
und scheint dann aufzutrocknen, die Samen sind
mattschwarz. Die Blüten entstehen niemals
zentral, höchstens scheitelnahe oder sogar entfernter
vorm Scheitel. Ich nannte das Genus zuerst Spe-
gazzinia Backbg., nach dem argentinischen
Botaniker Dr. Carlos Spegazzini, der die
Kakteenstandorte seines Heimatlandes als erster
eingehender erkundete. Der Name der Gattung erwies sich
jedoch als Homonym und Werdermann ersetzte
ihn durch den des nicht weniger verdienstvollen
Wilhelm Weingart, einem der besten deutschen
Cereenkenner der Vergangenheit. Die Weingartia-
Arten bilden eine so eigenartige und gut
geschlossene Gruppe, daß Hutchisons Einbeziehung der
Gattung zu Gymnocalycium Pfeiff. völlig
abwegig ist und deshalb bisher von keinem anderen
Autor anerkannt wurde. Weit eher ist dagegen bei
einzelnen Arten die sonst bei den amerikanischen
Autoren beliebte Zusammenziehung zu vertreten,
wie ich sie schon in „Die Cactaceae" anstrebte, z. B.
mit der Einbeziehung von Weingartia pulquinensis
zu Weingartia neocumingii. Die letztere ist in allen
Einzelheiten ein Vertreter des ostbolivianischen
Weingartia-Areals. Sie muß dorther stammen; aber
weder Cardenas noch Ritter berichten von ihr,
doch ist die vorerwähnte Identität kaum zu
bezweifeln. Man muß dazu wissen, daß die einzelnen
Arten, oder jedenfalls einige, auffälliger variieren.
So sah ich im MARNiER-Garten ein Stück der
Weingartia riograndensis, das viel stärker gekrümmte und
scheitelwärts gebogene Stacheln hatte als auf
Ritters Beschreibungsfoto in „The Cact. and Succ.
Journ. of Gr. Brit.u, 23:1,11.1961. Über
Weingartia pulquinensis Card, scheinen die Ansichten
zwischen Ritter und Cardenas auseinanderzugehen,
denn das der Weingartia neocumingii sehr ähnliche
Exemplar — immer die häufig auftretende
Abänderungsbreite berücksichtigt — dieser Art aus der
MARNiER-Sammlung ähnelt überhaupt nicht dem
von Ritter an den holländischen Sammler Bui-
ning gesandten Exemplar gleichen Namens: eine
Pflanze mit gleichmäßig dichter, strahliger, nadeliger
und durcheinanderragender Bestachlung mit
jeweils mehreren nur etwas stärkeren und ein wenig
längeren mittleren Stacheln, alle gleichmäßig blaß-
gelb, einige mittlere ein wenig dunkler. Manche
werden wohl auch die Weingartia riograndensis
Ritt, als zu Weingartia longigibba Ritt, gehörend
ansehen. Die Arealentfernungen sind relativ
minimal, wenn man bedenkt, daß z. B. die ebenfalls
hierher gehörende Neowerdermannia von
Nordargentinien über das-ganze bolivianische Hochland bis
zum Titicaca-See verbreitet ist. Der „Echinocactus
cumingii SD.U (1849—1850) mußte 1950 von mir
\ in Weingartia neocumingii Backbg. umbenannt
werden, da Salm-Dycks Name ein Homonym des
gleichlautenden HoPFFERSchen von 1843 war, eine
ungeklärte Art mit behaarten Blüten. (W.
pulquinensis Card, als Synonym und var. angesehen').
Bekannt wurden bisher lediglich 17 (—18) Arten,
z. T. vorbehaltlich ihrer Berechtigung als eigene
Spezies. Zu dieser Frage ist es wichtig, meine
Abb. 3416 in „Die Cactaceae", VI: 3763. 1962,
heranzuziehen: eine aus Samen von Weingartia
neocumingii herangewachsene Pflanze mit sehr
kurzen, derberen und dunkler gespitzten Stachein.
Fände man am Standort eine solche Veränderung,
würde si¾ zweifellos als eigene Art angesehen. Meine
Weingartia-hediniana-Pflanzen bilden hier auch
lange nicht den stark weiß wolligen Scheitel, wie
450 Weingartia
ich ihn einst an den Importen bei Dölz und dem
Züchter Ross sah, d. h. er mag erst unter anderen
Umweltbedingungen früher und in stärkerem Maße
ausgebildet werden. Alle diese Gesichtspunkte sind
bei der Beurteilung der Artgültigkeit zu
berücksichtigen. Jedenfalls gehört das Genus aber zu den
besonders sammelnswerten und blühwilligen
Kugelkakteen. — Verbreitung: östliches Bolivien,
Nordargentinien und vielleicht Grenzgebiet von
Chile. [P. ist empfehlenswert.]
Siehe auch unter Neowerdermannia Fric.
Weingartia ambigua (Hildm.) Backbg.
K. einzeln, kugelig, später länglich, hell-graugrün,
bis 15 cm h., 10—12 cm 0; Scheitel schwach
gelbweiß-filzig; Ri. 21, etwas wellig, scharfrückig, um
die Ar. stumpf geschwollen, bis 2 cm h.; Ar. 2 cm
entfernt, bis 4 mm lg., etwas gelbweiß-filzig; Rst. 8,
spreizend, steif, pfriemlich, die untersten längsten
bis 1 cm lg., anfangs braun bis schwärzlich; Mst. 1,
gerade, bis über 1,5 cm lg., stärker und dunkler; Bl.
purpurviolett, ca. 3 cm 0, kahl, beschuppt; Fr. ?
— Bolivien oder Chile (K. Schumann).
Weingartia chilensis (Backbg.) Backbg. n. comb.
in Descr. Cact. Nov. III, 15.1963: Die Beschreibung
s. unter Neowerdermannia Fric, wo sie aufgeführt
wurde, weil die Pflanzen meist noch unter diesem
Gattungsnamen in den Sammlungen sind.
Weingartia cintiensis n. subnud. ist eine basal
verzweigende, gruppenbildende Pflanze mit länglichen
Trieben und dunkelfarbigen Stacheln, eine der
interessantesten Arten, auch von Rausch gesammelt,
aber bisher noch unbeschrieben. — Bolivien
(Cinti). (Abb. 450.)
Weingartia corroana Card.: Weingartia neocumingii
v. eorroana (Card.) Backbg.
Weingartia cumingii (Werd.) Marsh.: Weingartia
neocumingii Backbg.
Weingartia erinacea Ritt. — The C. & S. J. of Gr.
Brit., 23: 1, 8—9. 1961.
K. halbrund, bis 15 cm 0, ohne Rübenwurzel; Ri.
in 1,5 cm lg., stumpfe Hck. aufgelöst; Ar. weiß, bis
1,5 cm lg., der obere Bl.-Sitz dicker wollig; Rst. 10
bis 18, bis 1,5 cm lg.; Mst. 2—3, auch bis 5—12, bis
1,75 cm lg.; St. alle steif, gerade, stechend, gelbweiß,
Spitze dunkler; Bl. bis 3 cm lg., bis 2,75 cm 0,
goldgelb, oben dunkler; Pet. oben gerundet; Stbf. blaß-
gelb; Gr. grünlich; N. weißlich; Fr. weißlich, breit
beschuppt; S. 1 mm lg. — Bolivien (Cochabamba,
südl. von Quiroya). Nach Ritter verwandt mit
W. sucrensis Ritt, und W. multispina Ritt.
v. catarirensis Ritt. — I.e.: K. kleiner; St.
zarter; Hck. kleiner; Ar. wolliger; leichter sprossend
(südl. von Quiroya, bei Catarire).
Weingartia fidaiana (Backbg.) Werd. (T.)
K. meist zuerst einzeln, graugrün, bis ca. 12 cm 0
(oder mehr?); Wz. dicke Halsrübe; Ar. groß und
dickfilzig; Ri. fast ganz in runde Hck. aufgelöst;
Rst. ca. 9, bis 3 cm lg.; Mst. 3—4, bis 5 cm lg.; St.
alle strohgelb bis violettschwarz, mit Übergängen
der Färbung, sämtliche bogig überwiegend nach
oben gekrümmt, durcheinanderragend, schräg
aufwärts etwas abstehend, später den K. dicht
umkleidend; Bl. gelb, bis 3 cm lg., nachts geöffnet
bleibend, kahl, beschuppt; Fr. klein, länglichrund, unten
öffnend; S. nur wenige. — Südbolivien (Tupiza).
Die Hck. sind nicht ganz rund, sondern abgerundet
6eckig. Angesichts der sonst bei den amerikanischen
Autoren üblichen Zusammenziehung halte ich
W. westii (Hutch.) Backbg. eher für eine mehr
gradstachlige var. der obigen Art, und mit mehr
einfarbigen St. Sie ist zwar länglich, was ich aber auch
bei W. fidaiana sah, hat die gleiche Halsrübenwurzel,
Rst.- und Mst.-Zahl ist ungefähr gleich, die Bl. etwas
länger, aber solche Schwankungen gibt Ritter
auch für seine Arten an: Längendifferenz z. B. 1 cm,
Ø-Differenz 1 cm (z. B. W. erinacea). Die Abb. einer
älteren Pflanze gleicht sehr der obigen Art.
Weingartia hediniana Backbg.
K. einzeln, etwas länglich, ohne Halsrübenwurzel,
bis 10 cm h. und 6 cm 0 gesehen, kräftig grün;
Scheitel bei Standortspflanzen dick weißwollig; Ri.
ca. 16, in rundliche Hck. aufgelöst, mit schmaler
Verbindung; Ar. weißwollig, dick, die Wolle zum
Scheitel zunehmend; Rst. 12—14, weißlich,
anfangs oben braun, seitlich spreizend, ziemlich
kräftig, aber unterschiedlich stark und + gebogen, bis
2,5 cm lg.; Mst. 4, deutlicher unterscheidbar, wie
die Rst. gefärbt, auch etwas dunkler, + leicht
gebogen; Bl. zahlreicher um den Scheitel, bis 3 cm
lg. und 0, Seh. wenige; Stbf. und Gr. weiß. —
Bolivien (am Wege nach Sucre? [Card.]).
Weingartia lanata Ritt. — The Nat. C. & S. J. Gr.
Brit., 16: 7—8. 1961.
K. halbkugelig, bis 17 cm 0, ohne dicke Wz., später
etwas sprossend; Scheitel dicker weiß wollig bzw.
mit bis 1,5 cm lg. Wollbüscheln in den blühbaren
Ar.; Ri. ca. 14 unterscheidbar; Hck. bis 3,5 cm lg.,
2,5 cm br., 2 cm h.; Ar. etwas furchig verlängert;
Rst. 12—16, 1—4 cm lg., die unteren die kürzeren;
Mst. sehr variabel an Zahl, Länge und Stärke, ca.
10—15, ca. 1,5—5 cm lg., gelb bis gelbbraun, oben
wenig dunkler; Bl. 2,75—3,75 cm lg., bis 3 cm 0; Stbl,
zweiserig, goldgelb; Gr. grünlich; N. weiß; Fr. 8 mm
lg., 6 mm br., grünlich rotbraun; S. 1 mm gr. —
Bolivien (Chuquisaca, Prov. Oropeza, bei Chu-
quichuqui).
Leider wurde zur Beschreibung kein Foto
veröffentlicht; daher ist eine Nachprüfung der
Verwandtschaft mit W. hediniana nicht möglich. Ritter
verweist auf folgende Haupt-Unterschiede: bei W.
hediniana: Ar. länglich, Stbf. in 2 Serien, Gr. grün; bei
Weingartia 451
W. lanata: Ar. rund, Stbf. einserig, Gr. weiß. Die
Unterschiede der Nektariumform sind weniger
wichtig, da sie variabel sein kann, wie ich an manchen
anderen Blüten sah. Die Blütengröße ist nicht
wesentlich verschieden. Da W. lanata zwischen Rio
Grande und Rio Pilcomayo in den Gebirgen weit
verbreitet ist, z. B. auch die Mst. sehr variabel sind,
besteht immerhin die Möglichkeit einer nicht in
Arten trennbaren Verwandtschaft. Die Areolenform ist
auch bei W. neocumingii verschieden, rund oder
länglich. Die Größenangaben der Pflanzen von W.
hediniana bezogen sich auf die von mir gesehenen
Importen; das will nicht bedeuten, daß die Pflanzen
nicht auch weit größer werden; vielleicht wurden —
wie häufig — nur die kleineren Stücke gesammelt.
Nach Ritter soll W. lanata den größten
Durchmesser haben; ich halte es aber nicht für
ausgeschlossen, daß auch ähnlich große Stücke z. B. der
W. hediniana gefunden werden.
Weingartia lecoriensis Card. — „Cactus" 19: 82,
47-48. 1964.
K. rundlich, mit dicken Rüben; Ri. 13—19; St.
12—14, steifnadelig, hellgrau, bis 3,5 cm lg.; Bl.
3 cm lg., gelb. — Bolivien (Chuquisaca, zwischen
Lecori und Sivingamayu, 3200 m).
Cardenas vergleicht die Art mit W. westii, leider
nicht auch mit W. fidaiana. Zweifellos bilden die drei
einen engeren Formenkreis.
Weingartia longigibba Ritt. — The C. & S. J. of Gr.
Brit., 23: 1, 8. 1961.
K. erst kugelig, zuletzt länglich, bis 9 cm 0, später
unten sprossend, hellgrün, ohne dicke Rübenwz.;
Ri. ca. 10—13 unterscheidbar; Hck. ca. bis 4 cm lg.,
bis 2,5 cm br., ohne Kinn unter der Ar.; Ar. bis
1,25 cm lg., der Blütensitzteil stärker wollig, aber
geringer als bei W. lanata; Rst. ca. 7—12, bis
2,5 cm lg., untere am kürzesten; Mst. 3—8, steif,
1,5—3,5 cm lg.; St. graubraun, oben etwas dunkler,
gerade oder nur schwach gebogen; Bl. bis 3,5 cm lg.
und 0, breit öffnend, goldgelb, mit spateligen Pet.;
Stbf. hellgelb; Gr. grün; N. blaßgelb; Fr. grün,
1 cm lg.; S. 1 mm lg. - Bolivien (Prov. Oropeza,
am Rio Chico).
Weingartia multispina Ritt. — The Nat. C. & S. J.
Gr. Brit., 16: 7. 1961.
K. halbkugelig, bis über 14 cm 0, später gestreckt,
grün, einzeln, ohne Rübenwz.; Ri. in zahlreiche,
etwas längliche Hck. zerteilt, ca. 0,75 cm lg., mit
kinnähnlichem Vorsprung unter der Ar.; Ar.
anfangs mit blaßbräunlichem Filz; St. alle ähnlich und
gleichfarbig gelbbräunlich bis bräunlichrot, nicht
dunkelspitzig, gerade, fast steif, stechend, ca. 25 bis
30, dünn, bis 1 cm lg., spreizend, in die 20—25
mittleren übergehend, bis fast doppelt so lang, 1—2 cm
lg.; Bl. zahlreich, ca. 2 cm lg., 1,5 cm 0, goldgelb,
mit spateligen Pet., leichter Grünton; Stbf.
blaßgelb; Gr. grüngelb; N. blaßgelb; Fr. bis 8 mm lg.,
7 mm br., gelblich-, bräunlich- oder rein-grün; S. ca.
0,65 mm lg. — Bolivien (Cochabamba, Aiquile).
Weingartia neocumingii Backbg.
K. bis 20 cm h. (gepfropft), 10 cm 0, dunkler- bis
heller-grün, einzeln; Ri. in ca. 16—18 Reihen von
Hck. aufgelöst; Hck. an der Basis + vierflächig bis
etwas flach sechskantig; Rst. bis ca. 16; Mst. bis ca.
10, diese etwas kräftiger als die randständigen; St.
alle gleichmäßig + abstehend strahlend, weißlich-'
gelb, mit dunkelgelben Sp tzen, im Scheitel auch
etwas dunkler; Ar. länglich oder rund (Berger);
Bl. vom Oberteil bis weit seitlich hinab, oft zu
mehreren gleichzeitig, bis 2,5 cm lg., orange- bis
goldgelb, auch angeblich ins ziegelfarbene spielend. —
Bolivien (wahrscheinlich Prov. Florida). (Abb.
451 links.)
Der Typus der Art bleibt mehr rundlicher, die St.
sind mehr bräunlich überhaucht, die Bl. erscheinen
länger und reichlicher; v. flavispina Hort.: wird
bald säuliger, von gelblichen St. stark überragt,
ziemlich dicht stehend, Bl. spärlich erst im
Hochsommer.
Die beiden Formen waren früher in den
Sammlungen allgemein bekannt. Bedenkt man die
Variabilität der Stachelfarbe, der Ar.-Form und der BL-
Tönung sowie die Dichte der St.-Stellung, erscheint
es auch daher als begründet, die Artwürdigkeit
einzelner Neubeschreibungen Ritters zu überprüfen.
Für zu obiger Art gehörend — auch nach
Beurteilung der CARDENAS-Pflanze im Jardin Botanique
„Les Cédres" — bzw. für höchstens eine der
möglichen Formen derselben muß sowohl W. pulqui-
nensis Card, angesehen werden, wie auch die
nachfolgende Varietät:
v. brevispina Hort. : war eine eigentümlich
kurzstachlige Form der W. neocumingii, die ich in der
Sammlung Andreae sah, aus Samen der W.
neocumingii aufgelaufen, St. ziemlich fest, nur
wenige mm lg.
v. corroana (Card.) Backbg. (W. pulquinensis v.
corroana Card.): Ri. 11—15, in größere Hck.
zerteilt, bis 2 cm br.; Ar. 1 cm lg., elliptisch; Rst.
18; Mst. 1, alle pfriemlich, nie borstenfein, 1,5 bis
3 cm lg., grau; Bl. 3 cm lg., blaßgelb; N. grün. —
Bolivien (Florida, Pulquina-Saipina). Da
Cardenas selbst diese Pflanze zuerst für die var. einer
Art hielt, die nicht hinreichend von W.
neocumingii zu trennen ist (Cardenas sah „Echus. cumin-
gii" irrtümlich für eine nicht mehr identifizierbare
Art an, wohl, weil ihm das reichliche
Vorhandensein in europäischen Kollektionen nicht bekannt
war), steht fest, daß sie stärker variiert. Einmal
hat Cardenas mit „W. pulquinensis" also W.
neocumingii wiederentdeckt, zum anderen wird es
besonders angesichts dieser Variationsbreite
notwendig sein, zu prüfen, ob nicht die eine oder
andere Art Ritters besser als var. einer
ähnlichen, vorhergehenden angesehen wird (z. B. W.
452 Weingartia
hediniana-lanata, W. longigibba-riograndensis,
W. multispina und die bei Buining als W. pul-
quinensis stehende Pflanze).
In „Cactus", 19: 82, 49. 1964, hat Cardenas die
früher von ihm als W. pulquinensis v. corroana Card.
beschriebene Pflanze als eigene Art W. corroana
Card, veröffentlicht. Nach allem oben Gesagten
kann ich sie nur als eine var. der W. neocumingii
ansehen.
Weingartia neumanniana (Backbg.) Werd.
K. nur bis 7 cm lg., 5 cm 0, samtig graugrün, mit
mehrgeteilter, viel längerer Halsrübe; Ri. ca. 14,
nur undeutlich gehöckert durch Querbuchten oder
Verdickungen um die Ar., zum Scheitel hin mehr un-
deutlich-6eckige Hck. bildend; Ar. ca. 1 cm
entfernt; Rst. ca. 6, starr, stechend und spreizend
abstehend; Mst. meist 1, bis 2,2 cm lg., die
randständigen etwas kürzer; St. alle dunkelbraun bis
rötlichschwarz; Bl. ca. 2,5 cm lg. und ungefähr so br.,
gelb bis rotorange. — Nordargentinien
(nördlich Humahuaca).
v. aurantia Backbg. — Descr. Cact. Nov. III:
15. 1963: K. größer werdend, samtig und stumpf
dunkel-olivgrün; Ar. rundlich, weiß; St. 1—4,
schwarz (oder heller?); Bl. rotorange, außen mehr
rötlich, innen mehr orange. —
Nordargentinien? (Abb. 452.)
Weingartia pilcomayoensis Card. — „Cactus", 19:
82, 44—46. 1964.
K. kugelig oder breitkonisch, bis 13 cm h., bis
12 cm 0 bläulich-, bis rötlich-grün; Ri. ± 14, in
derb querrundliche Hck. zerteilt, diese bis 1 cm h.,
2 cm br.; Ar. auf der Hck.-Oberseite, rund oder
elliptisch, bis 1 cm gr., grau; Rst. 12—15, etwas
abstehend oder seitlich angepreßt, 5—20 mm lg.;
Mst. 1—4, 2—3 cm lg., im Oberteil zum Scheitel
gerichtet; St. alle nadelig, weißlich, Spitze grau oder
braun, unten verdickt; Bl. 4 cm lg., gelb; R.
grünlichgelb ; Ov. grünlichweiß, 5 mm lg.; Stbf., Gr.
(oben) und N. gelb. — Bolivien (Prov. Saavedra,
Dept. Potosi, am Wege Puente Pilcomayo—Otuyo,
2400 m).
Weingartia platygona Card. — „Cactus", 19: 82,
50—51. 1964.
K. zylindrisch, oben ± verjüngt, bis 12 cm lg.,
5,5 cm 0, tief purpurn getönt; Ri. ca. 12, in
breitrundliche, nicht hohe Hck. zerteilt; Ar. 1 cm
entfernt, 3 mm lg., grau; Rst. 12—14, ± anliegend bis
etwas abstehend; Mst. 2, aufwärts gerichtet, bis
1,2cm lg.; St. alle nadelig, dünn, weißlich; Bl.
2,5 cm lg., ± zygomorpher Saum; Pet. goldgelb;
Sep. und Ov. purpurn; Stbf. gelb; Gr. gelbgrün. —
Bolivien (Potosi, bei Millares, 3000 m).
Eine interessante, wohlunterschiedene und seltene
Art mit ziemlich kleinen Blüten.
Weingartia pulquinensis Card, und v. corroana
Card.: s. unter Weingartia neocumingii Backbg.
und v. corroana (Card.) Backbg.
Weingartia riograndensis Ritt. — The C. & S. J. Gr.
Brit., 23: 1, 9—10. 1961.
K. halbkugelig, grün, ohne dicke Rübenwz., später
etwas länglich, im Alter zuweilen unten etwas
sprossend; Ri. in Hck. aufgelöst; Hck. bis 2 cm lg., 1,5 cm
br., 1 cm h., ohne Kinnhck.; Ar. 8 mm lg., 4 mm br.,
der Oberteil reichlicher weiß wollig; Rst. ca. 5—10,
bis 2 cm lg.; Mst. 3—6, steifer, bis 1,5 cm lg.; St.
alle spreizend, anfangs gelbgrau bis graubraun,
unterste am kürzesten; Bl. bis 3 cm lg., 2,75 cm 0,
breit öffnend, goldgelb, obere Seh. hellrandig-braun-
rot, Pet. gerundet bis zugespitzt; Stbf. weiß; Gr.
blaßgrün; N. blaßgelb; Ov. blaßgrün; Fr. bis 1 cm
lg., 0,75 cm 0, gelb- bis rötlich-grün; S. 1 mm gr. —
Bolivien (Rio Grande, bei Puerte Arce). (Abb. 451
rechts.)
Weingartia sucrensis Ritt. — The Nat. C. & S. J. Gr.
Brit., 16: 8. 1961.
K. gedrückt-rund, später halbrund, bis 15 cm 0,
stets einzeln, grün; Wz. kurze Halsrübenwurzel; Ri.
zahlreich, ganz in Hck. aufgelöst; Hck. bis 1,5 cm
lg., 0,75 cm br., 0,75 cm h., mit kleinem
Kinnvorsprung unter der Ar.; Ar. weißfilzig, bis 8 mm lg.,
4 mm br., Filz nur kurz; Rst. 10—15, ziemlich dünn,
0,75—2 cm lg., in die mittleren übergehend, die
untersten am kürzesten; Mst. 6—12, 1—2 cm lg.;
St. nach allen Seiten spreizend, mittlere kräftiger,
alle hell- oder grau-braun, dunkelspitzig; Bl. 3,25 cm
lg., bis 3 cm 0, goldgelb, oben und unten verjüngte
Pet., Seh. ziemlich dicht; Stbf. goldgelb; Gr.
grünlich; N. krem; Ov. hellgrün, mit rundlichen,
weißlichen Seh., unten grün; Fr. ca. 6 mm lg., 4 mm 0,
grün bis rotbräunlich-grün; S. 0,75 mm lg. —
Bolivien (östlich Sucre, Cuesta del Desmeador,
2500 m).
Soll mit W. erinacea nahe verwandt sein (Ritter).
Weingartia vilcayensis Card. — „Cactus", 19: 82,
46—47. 1964.
K. ± rundlich, bis 6 cm h., 12 cm 0; Ri. ca. 26,
höckrig; Ar. bis 2 cm entfernt, elliptisch, 6 mm lg.,
grau; St. 17—23, nadelig, zusammengedrückt, meist
kammförmig gestellt, einzelne mehr abstehend und
den K. ziemlich dicht umkleidend, grauweiß, unten
verdickt, 0,5—3 cm lg.; Bl. 5—6 cm lg., gelb getönt;
R., Ov. und Gr. grün. — Bolivien (Prov. Linares,
bei Vilacaya, 3200 m).
In der dichten und recht feinen Bestachlung eine
stärker im Habitus abweichende Art.
Weingartia vorwerkii (Fric) Backbg. und var. n.
comb. — Descr. Cact. Nov. III: 16. 1963:
Beschreibung s. unter Neowerdermannia Fric.
Weingartia — Wilcoxia 453
Weingartia westii Hutch.: scheint eher eine Form
der Weingartia fidaiana (Backbg.) Werd. zu
sein. Die Angaben lauten: K. später zylindrisch
gestreckt, bis 20 cm lg., 8 cm 0, dunkelgrün oder
rötlich; Wz. eine Halsrübe; Ei. 14, in sechseckige
Hck. zerteilt, 1,5 cm br., 1 cm lg.; Ar. bis 7 mm lg.,
weiß- oder gelbbraun-filzig; Rst. 9—11, bis 3 cm lg.,
+ aufrecht oder schwach gebogen; Mst. 1—4,
undeutlich getrennt, bis 3,5 cm lg.; St. alle weiß mit
bräunlicher Spitze, ziemlich gerade und im
allgemeinen aufwärts weisend; Bl. 4 cm lg., 3,5 cm 0;
Pet. gelb; Seh. grünlich; Fr. kugelig, bis 9 mm 0. —
Bolivien (Potosi, Cuchu Ingenio).
Siehe auch unter W. fidaiana. Berücksichtigt man
die unter W. neocumingii erwähnten Abweichungen,
auch, nach Ritter, die der Bl.-Länge, reicht die
Beschreibung für eine eigene Art nicht aus.
Werckleocereus Br. & R. (44)
Klimmende bzw. epiphytische Cereen mit
Luftwurzeln, die Rippen kaum oder schwach gekerbt,
die Areolen mit kurzen Borsten oder weichen
Stacheln. Die ansehnlichen weißen Nachtblüten
haben eine verhältnismäßig kräftige Röhre, sind
ziemlich kurztrichterig und das Perigon ist nur
mäßig breit. Röhre und Ovarium sind mit
schwarzem Wollfilz und Stacheln versehen. Die Frucht ist
kugelig und bestachelt. Beschrieben wurden 2 Arten.
Bezeichnend für die unsichere systematische
Grundlage in den Veröffentlichungen Kimnachs ist, daß
er — wie nach ihm Buxbaum — zu
Werckleocereus auch „Werckleocereus imitans Kimn. &
Hutch." stellte, wobei von „habitueller
Konvergenz" im Vergleich mit ähnlich gezahnt-flachtriebi-
gen Arten von Epiphyllum gesprochen wurde.
Vielleicht, weil ich dann darauf aufmerksam machte,
daß Werckleocereus ja ein eindeutig cereoides Genus
ist und von „habitueller Konvergenz" zu sprechen
abwegig ist, weil Alexanders Gattung Crypto-
cereus besteht, in die obige Art nach allen Merkmalen
gehört, wurde „W. imitans" wieder umgestellt, aber
nicht etwa zu Cryptocereus, sondern — mit
zweifelhaften Vergleichszeichnungen — zu Eccremocactus,
der lt. Originaldiagnose nur strichweise Filzspuren
am Ovarium hat, während es bei „Eccremocactus
imitans und E. rosei" deutlich und völlig abweichend
fein bestachelt ist, ebenso die Früchte, die bei
Eccremocactus nackt sind. Es wurden noch Angaben
gemacht, wohin man Belegmaterial sandte, und
auch sonst allerlei dazu geschrieben. Aber man
kam nicht auf den Gedanken, auch mir Material
zur Nachprüfung zu senden, wohl weil man die
Antwort im voraus wußte: Welchen Sinn haben
eigentlich ein Gattungstypus und ihm entsprechende
Gattungsdiagnosen, wenn man nachher in der
Reduktionslinie der Blüten ganz anders
charakterisierte Arten dazustellt, die Differenzierung
verwässert, ein „genus sensu latiore" schafft, das dann
genau so zweifelhaft ist wie die vorherige
Einbeziehung von „Werckleocereus imitans" zu
Werckleocereus, und im übrigen ein bestehendes,
passendes Genus außer acht läßt. Es ließe sich jede
Einzelheit widerlegen, aber welchen Sinn hätte dies,
wenn ein klares und logisches
Gesamt-Ordnungsprinzip für die ganze Familie fehlt, wie die
Geschichte von „Werckleocereus imitans Kraft. &
Hutch." zeigt. Hier soll anscheinend wirklich nur
„etwas anders gemacht werden", ohne daß man
sieht, wie man sich die Auswirkung auf die gesamte
Familie vorstellt. — Verbreitung: Costa Rica und
Guatemala. [Wüchsige Epiphyten.]
Werckleocereus glaber (Eichl.) Br. & R.
K. klimmend, blaßgrün, etwas reif ig; Tr. schlank,
3kantig, ca. 2 cm 0; Ri. (bzw. Kanten) an den Ar.
etwas treppig vorspringend abgeteilt; Ar. auf dem
Vorsprung, klein, bis 4 cm entfernt; St. 2—4, kurz,
1—3 mm lg., nadelig, Fuß geschwollen; Bl. bis
über 10 cm lg.; R. und Ov. mit Büscheln gelber bis
brauner nadeliger St.; Pet. weiß, etwas gezähnelt;
Gr. blaßgelb, nicht hervortretend; N. weiß; Fr. ? —
Guatemala (im Westen).
Werckleocereus tonduzii (Web.) Br. & R. (T.)
K. kräftig-triebig, buschig verzweigt; Tr. 3kantig
(selten 4kantig), tief grün, nicht bereift, ca. 2,5 cm 0;
Ri. (Kante) fast ungekerbt; Ar. klein, etwas filzig;
St. 0 oder mit weichen Bst.; Bl. bis 8 cm lg.,
kremweiß ; R. und Ov. mit Büscheln von dunklen St. aus
schwarzfilzigen Ar.; Fr. rund, zitronengelb, mit
vielen Ar. und dünnen St. — Costa Rica (Copey„
bei Santa Maria de Dota). (Abb. 453.)
Wigginsia D. M. Porter (109)
„Taxon" XIII: 210—211 (Juli), 1964
(Malacocarpus SD. non Fisch. & Mey.)
Der über 100 Jahre im Gebrauch gewesene Name von
Salm-Dyck mußte geändert werden, da R. S. Byles
Vorschlag von 1957, Malacocarpus SD. als nomen
conservandum zu erklären, nicht berücksichtigt
wurde. Die heute gültigen Namenskombinationen
siehe unter Malacocarpus hinter den jeweiligen
Artnamen.
Das Genus wurde nach Dr. Ira Wiggins, USA,
umbenannt.
Wilcoxia Br. & R. (138)
Kleine bis zwergige Sträucher mit + rübig oder
knollig verdickten Wurzeln, deren dünn-elastische
Triebe vielrippig und + weichfleischig sind,
überwiegend mit kurzen, z. T. feinen Haar- oder
Borstenstacheln. Die mäßig großen, weißen, roten oder
purpurrosa, im allgemeinen tagsoffenen,
borstenstachligen Trichterblüten sind + hochseiten- oder
454 Wilcoxia
gipfelständig, es geht bei einer Art meistens sogar
der Trieb am Ende unmittelbar in die Blüte über.
Eine Spezies soll nachts geöffnete Blüten haben,
eine Parallelerscheinung zu einigen wenigen Arten
der Gattung Echinocereus, mit dem Wilcoxia
zweifellos näher verwandt ist. Die Röhren sind
verschieden lang, z. T. relativ sehr lang. Die wohl stets
roten Früchte sind + wollig und borstig, die Samen
glänzend schwarz. Beschrieben sind bisher 8 (—10)
Arten. — Verbreitung: USA (Texas) bis
Mittelmexiko und Niederkalifornien. [Teils (g)., teils P.]
Wilcoxia albiflora Backbg.
K. sehr klein-strauchig, stärker verzweigt; Tr. glatt,
unten verjüngt und holzig, bis 15 cm lg., bis 6 mm 0
fast stielrund, hellgrün; Ar. winzig; St. ca. 9—12,
bis ca. 1 mm lg., sehr fein, angepreßt; Bl. meist als
Verlängerung des Tr.-Endes, seltener hochseitlich,
ca. 2 cm lg.; Pet. schmallanzettlich, zugespitzt, weiß
oder ganz zart rosa; R. ca. 1,3 cm lg., 3 mm 0,
rötlichgrün, mit bis 12 weißen oder bräunlichen
kleinen Bst.-St.; Fr. ? — Herkunft unbekannt,
wohl aus Mexiko. (Abb. 454.)
Wilcoxia diguetii (Web.) Peebles: Peniocereus di-
guetii (Web.) Backbg.
Wilcoxia mariana Gentry: Peniocereus marianus
(Gentry) H. Sanchez Mej.
Wilcoxia nerispina: Von Schmoll unter diesem
Namen verbreitete, unbeschriebene Art mit längeren,
abstehenden St., hell mit dunkler Spitze, 1—2
auf- und/oder abwärts weisend, besonders kräftig,
als mittlere gestellt; in Kultur werden letztere später
anscheinend nicht kräftiger ausgebildet.
Wilcoxia papillosa Br. & R.
K. mit fleischiger Pfahl-Wz., bis 7 cm lg., wenig
verzweigend; Tr. winzig papillös, sonst glatt, bis
40 cm lg., 3—5—8 mm 0; Ri. ca. 3—5, undeutlich;
Ar. klein, weißwollig; St. in Bündeln zu 6—8,
horizontal spreizend, 1—3 mm lg., fein, unten
zwiebelig verdickt, gelbbraun; Bl. 4—5 cm lg.,
Scharlach; R. nur (?) oben mit langer weißer Wolle
und mehreren braunen Bst., 8—12 mm lg.; Fr. ? —
Mexiko (Sinaloa: Culiacan, Tinamaxtita, San Igna-
cio; Guerrero: Canon del Zopilote).
Wilcoxia poselgeri (Lem.) Br. & R. (T.)
K. mit mehreren, knolligen, schwarzen Wz.; Tr.
glatt, 30—60 cm lg., 6—10—15 mm 0, zylindrisch,
+ dunkelgrün; Ri. 8—10, undeutlich; Ar.
schwachfilzig; Rst. 9—12, ca. 2 mm lg., gerade, dünn; Mst. 1,
5—10 mm lg., Basis verdickt, aufgerichtet, weiß bis
dunkler, schwarz gespitzt; Bl. 4—5 cm lg., seiten-
oder endständig, angenehm duftend; Pet. schmal
gezähnelt, weit spreizend oder zurückgebogén, hell-
purpurn mit dunklerer Mitte; R. und Ov. mit weißer
Wolle und langen Bst.; Fr. eiförmig. — USA
(S-Texas), Mexiko (Coahuila).
Wilcoxia pseudotomentosa Backbg. nom. prop.:
ähnlich W. tomentosa, mit anliegenden St., bis 10,
Basis nur selten verdickt: 3 aufwärts anliegend,
strohig-hornfarben, 2 seitliche, dunkel getönt, ca. 5
abwärts gerichtet, sehr dünn, schwärzlich-braun;
Mst. 0; Ar. mit grauer krauser Behaarung, diese die
St.-Basen verdeckend, längere Zeit erhalten
bleibend; Bl. unbekannt. — Standort?
Wilcoxia schmollii (Wgt.) Backbg.
K. mit rübenförmiger, ca. 7 cm lg. Wz.; Tr. anfangs
z. T. sehr dünn, später stärker bis keulig (gepfropft
[was zu empfehlen ist] bis ca. 2 cm 0), weich; Ri.
9—10, + in Höcker aufgelöst; St. haarartig,
verschieden lang, bis 7 mm lg., weißlich, schwärzlich
oder violett-schwärzlich; Bl. ca. 3,5 cm lg., purpur-
rosa; R. mit H.-St. bedeckt; Fr. ? — Mexiko
(Querétaro).
Wilcoxia striata (Brand.) Br. & R.
K. mit bräunlicher, tiefsitzender Wz.; Tr. bis ca.
1 m lg., sehr dünn, glatt, aschgrau bis blaugrün; Ri.
9, undeutlich; St. ca. 9, 1,5—3 mm lg., dünn, weich,
angepreßt, kaffeebraun bis + schwarz; Bl. 10 bis
12 cm lg., purpurn; Fr. birnförmig, glänzend
scharlachrot, borstig; S. fein grubig punktiert. — Mexiko
(Niederkalifornien; Br. & R.: auch Sonora).
Wilcoxia tamaulipensis Werd.
K. sehr weichfleischig, dunkelgrün; Tr. bis über
20 cm lg., zylindrisch, bis daumenstark, neue Tr.
schräg aufsteigend, Scheitel anfangs von
weißlichen bis schwärzlichen St. überragt, mit wenig
weißer Wolle; Ri. ca. 10, durch deutliche
Längsfurchen getrennt; Rst. ca. 15—20, bis 2,5 mm lg.,
borstenfein, die oberen kürzer, dunkelbraun oder
heller und braun gespitzt; Mst. z. T. schwer
trennbar, 5—10, schräg spreizend, meist kürzer, aber
etwas kräftiger als die längsten Rst., an der Basis
mehr verdickt, schwarzbraun; St. + rauh; Bl. ca.
6 cm lg., blaßrosa mit dunklerem Mittelstreif; R.
mit flockiger Wolle und ca. 15—20 feinen Bst.-St.,
obere am Röhrenrand bis 1 cm lg., rein weiß bis
schwarzbraun; Fr. ? — Mexiko (Tamaulipas).
Wilcoxia tomentosa H. Bravo
K. niedrig-strauchig verzweigt; Tr. bis 1,5 cm 0,
zylindrisch, graugrün, über die ganze Länge kräftig
tomentös; Ri. ca. 7, gerundet; Ar. 1,5—3 cm
entfernt, rund, kahl; Rst. 8—10, bis 6 mm lg., nadelig,
abgeflacht, steif, angepreßt, am Grunde verdickt:
Mst. 1, kürzer und derber; St. schwarz; Bl. nahe dem
Tr.-Ende, ca. 9 cm lg.; Sep. lanzettlich, bräunlich-
rosa, tomentös; Pet. zweiserig, rosa mit purpurnem
Hauch; R. über dem Ov. schwach gebogen; Fr.
ovoid, an beiden Enden auffällig verjüngt; S.
birnförmig. — Mexiko (Morelos, bei Estacas).
Wilcoxia — Wittia 455
Wilcoxia viperina (Web.) Br. & R.
K. locker-buschig verzweigt, bis 2 m h.; Tr. (untere)
holzig, bis 2 cm 0, samtig, grau-olivgrün; Ri. 8—10;
Ar. 1—2 cm entfernt, wenig-filzig; Rst. 8—9,
3—5 mm lg., dünn, Basis verdickt, seitlich strahlend
und angepreßt, schwarz; Mst. 3—4 (auch weniger),
sehr kurz, konisch, Basis sehr verdickt, meist
abwärts gerichtet, schwärzlich, alle später abfallend;
Bl. bis 6 cm lg.; Pet. leicht gewimpert, rot; R. mit
grauer Wolle und dünnen St.; Fr. rundlich, rot. —
Mexiko (Puebla, zwischen Tehuacan und Zapotit-
lan).
Wilcoxia sp.: Mit nachts geöffneter BL; Perigon-
blätter zur Blütenmitte hin verkürzt, ziegel- bis
karminrot abgetönt; R. auffallend lang. Die Bl.
erscheinen nahe dem Tr.-Ende.
Wilmattea Br. & R. (48)
Ein epiphytischer, dünntriebiger Cereus, klimmend,
mit Luftwurzeln und wenigen kurzen Stacheln. Die
nächtlichen Blüten erscheinen meist einzeln, sind
mäßig groß, wenn auch relativ breit, fast röhrenlos,
und haben schmale Hüllblätter. Röhre und Ova-
rium weisen neben Filzspuren in einigen
Schuppenachseln bis zu 4 kräuselige haarartige Borsten auf.
Frucht unbekannt. Nur 1 Art ist beschrieben
worden. — Verbreitung: Guatemala, Honduras.
[Wüchsiger Epiphyt.]
Wilmattea minutillora (Br. & R.) Br. & R. (T.)
K. kletternd; Tr. 3kantig, Kanten nicht hornrandig,
scharf, aber nicht geflügelt; Ar. 2—4 cm entfernt;
St. 1—3, winzig, bräunlich, es sollen auch
zusätzliche H. beobachtet worden sein; Bl. weiß; Sep.
linear, mit roter Mittellinie und Spitze; Pet. bis
3,5 cm lg., sehr schmal, spitz zulaufend; Stbf. +
aufrecht, dem unteren Teil der Pet. angeheftet; Stbb.
kremfarben; Gr. weiß, ca. 1,5 cm lg., die Stbf.
überragend; N. ca. 12, unten weiß, oben rosa. —
Vorkommen s. oben. (Abb. 455.)
Winterocereus Bagkbg. nom. nov. (69)
(Winteria Ritt., Kakt. u. a. Sukk., 13: 1, 4—8.
1962)
Hängende Cereen, von der Basis reichlich sprossend,
mit dichter, zarter, goldgelber Bestachlung.
Abweichend sind vor allem die leicht gebogenen Blüten,
deren besonderes Merkmal eine Art doppelter
Blumenkrone ist, d. h. eine äußere, orangerot
gefärbte Perigonblatt-Serie und eine innere, weiß bis
rosafarbene kürzere. Die bei Reife oben aufplatzende
Frucht ist + kugelig, grün. Die schwarzen Samen
sind fein gehöckert. Eine bisher monotypische
Gattung. — Verbreitung: Bolivien (Prov. Florida,
Fauces Yapacani).
Da Gordon Rowley in Nat. Cact. & Succ. Journ.,
19: 3, 33. 1964, darauf hinwies, daß Winteria Ritt.
nur als eine orthographische Variante von Wintera
Murr, anzusehen ist und daher als Gattung einen
neuen Namen erhalten müsse, wählte ich dafür das
nomen novum Winterocereus, um die von Ritter
beabsichtigte Namensehrung aufrechtzuerhalten.Die
Gattung steht Bolivicereus nahe.
Winterocereus aurcispinus (Ritt.) Backbg. n. nov. (T).
K. hängend, grün; Tr. bis 1,50 cm lg., bis 2,5 cm 0;
Ri. 16—17, zwischen den Ar. leicht eingebuchtet;
Ar. rundlich, hellbraunfilzig, 3—5 mm entfernt;
Rst. ca. 30, 4—10 mm lg., strahlend, seitliche am
längsten; Mst. ca. 20, etwas stärker, die oberen die
längeren, an alten Trieben, bzw. deren Blühseite, St.
oft verlängert; St. zart, biegsam, gerade, goldgelb;
Bl. seitlich, mehrere Tage andauernd, auch nachts
geöffnet, + gebogen, 4—6 cm lg., ca. 5 cm 0, die
inneren Perigonblätter ca. 10—12, bis 8 mm lg.,
sich den Stbf. anlehnend, die äußeren, ca. 15—20,
bis 3,5 cm lg., sind weit ausgebreitet und
zurückgekrümmt; Ov. mit zahlreichen Seh. und sehr
spärlichen kurzen weißen H. — Vorkommen s. oben.
(FR 846.) (Abb. 456.)
Wittia K. Sch. (41)
Kleine, epiphytische, + reich verzweigte Sträucher
mit blattartig flachen, laubgrünen, länglichen,
gekerbten Gliedern, ohne Stacheln, mit starker
Mittelrippe. Die kleinen zylindrischen Blüten mit
verhältnismäßig länglicher Röhre haben nur wenige
Hüllblätter, die ziemlich aufgerichtet stehen (Saum
nachts breiter öffnend?), die Staubblätter in zwei
ungleich langen Gruppen angeordnet. Die Frucht
ist stark gekantet, tief genabelt; die zahlreichen
Samen sind mattschwarz und fein punktiert.
Beschrieben wurden 2 Arten. — Verbreitung:
Panama, Kolumbien bis Nordperu (Venezuela?).
[Die Kulturbedingungen sind nicht bekannt; wohl
ziemlich wüchsig.]
Wittia amazonica K. Sch. (T.)
K. strauchartig, reich verzweigt; Tr. hängend, +
lanzettlich, spitz oder stumpf, am unteren Ende
stielartig zusammengezogen, + stark gekerbt, mit
starker Mittelrippe, 15—40 cm lg., 4,5—9 cm br.,
laubgrün; Bl. schwach gekrümmt, ca. 2,5 cm lg.,
weinrot, äußere Perigonbl. gerade vorgestreckt,
innere mehr häutig, kürzer; Ov. stark gehöckert,
auf den Hck. kräftige, 3kantige Sch. — Peru (bei
Leticia und Tarapoto).
Wittia costaricensis Br. & R.: Pseudorhipsalis hi-
mantoclada (Rol.-Goss.) Br. & R.
Wittia himantoclada (Rol.-Goss.) Woods. &
Shery: Pseudorhipsalis himantoclada (Rol.-Goss.)
Br. & R.
456 Wittia — Zygocactus
Wittia panamensis Br. & R.
K. mit bis 1 m lg. Tr.; Tr. 4—7 cm br., schwach
gekerbt; Bl. sehr zahlreich, einzeln in oberer Tr.-
Hälfte, steif, + ökantig, purpurn, äußerste Perigon-
bl. stumpf, auf dem Rücken gerippt, alle aufrecht;
innere heller, viel kleiner als die äußeren, gespitzt;
Ov. nicht gehöckert, mit wenigen häutigen Seh.; Fr.
grünlichweiß bis Scharlach. — Panama (bei Chepo),
Kolumbien (bei Marrangati), Venezuela? (Abb.
457.)
Yungasocereus Ritt. (57)
„Entfernt mit Trichocereus und Cleistocactus
verwandt. Ästige Bäume, weiße, glockige Blüten."
Nur eine Art: Yungasocereus microcarpus Ritt.
Dies sind bisher die einzigen Angaben; eine gültige
Beschreibung habe ich nicht feststellen können.
Jungpflanzen verzweigen bereits schlanksäulig und
haben 7 gerundete Ri., diese 3 mm br. und h.; Ar.
rund, weiß, 1 cm entfernt; Rst. ca. 5, dünn, 2—5 mm
lg.; Mst. 1, vorgestreckt, 8 mm lg. oder etwas mehr,
fahl gelbweiß, anfangs oben schwach rötlich. Wird
anscheinend verhältnismäßig groß, während die Fr.
dem Artnamen nach ziemlich klein sein muß.
Zehntnerella Br. & R. (136)
Baumförmige Pflanzen aus Nordostbrasilien,
zuweilen mit kürzerem Stamm, + von unten her
reichlicher verzweigend, die Äste aufsteigend und sich
verjüngend. Die Blüten sind klein, die Perigon-
blätter winzig, weiß; an der Basis des Röhreninnern
befindet sich ein Ring von langen, weißen Haaren.
Die Röhre ist kurz aber deutlich und, wie das
Ovarium, mit kleinen Schuppen sowie weißen
Haaren in deren Achseln versehen. Die kleinkugelige
Frucht enthält sehr kleine, höckrig-rauhe,
bräunliche bis schwärzliche Samen mit großem, basalem,
leicht eingedrücktem Hilum. Die einzige Art ist
selten in Kultur. — Verbreitung:
Nordostbrasilien, im Staate Piauhy und Joazeiro. [Über die
Kultur ist nichts bekannt.]
Zehntnerella squamulosa Br. & R. (T.)
K. wenn stammbildend, dieser bis 20 cm 0; Tr.
bis 4 m lg. (und mehr), 5—7 cm 0, reich bestachelt;
Ri. 17—20, niedrig, ziemlich dichtstehend; Ar. klein,
rund; St. 10—15, bis 3 cm lg., nadelig, nußbraun;
Bl. ca. 3 cm lg.; Pet. oblong, ca. 4 mm lg., weiß; Fr.
ca. 2 cm 0, mit vertrocknetem Bl.-Rest; S. 1 mm
lg. — Vorkommen s. oben. (Abb. 458.)
Werdermann vereinigte das Genus mit Leocereus,
der jedoch nie baumförmig wird, beborstete Blüten
hat und keine staminodialen Haare im Innern.
Zygocactus K. Sch. (31)
Eine der beliebtesten und am weitesten verbreiteten
Kakteengattungen, weil der Typus des Genus reich
und besonders gern um Weihnachten blüht,
weswegen er im Volksmund „Weihnachtskaktus" oder
— wegen seiner kurzen, + gezähnten Triebe —
‚,Gliederkaktus" heißt. Das Hin und Her der Namen
ist auch hier schon alt. Pfeiffer beschrieb diese
Pflanze als „Epiphyllum", während man in jener
Zeit die „Blattkakteen" Phyllocactus nannte, und
zwar auf der ganzen Welt. Statt beide Namen zu
belassen, d. h. als nomen conservandum zu erklären,
was das Naheliegendste war, wurde — weil Ha-
worth unter Epiphyllum zuerst einen
„Blattkaktus" verstanden hatte — dieser Name nur für
solche Arten gewählt, für die kleingliedrigen aber
die Bezeichnung Zygocactus K. Sch., der vorher
allgemein „Epiphyllum" hieß. Nun, nachdem sich
allmählich diese Umstellung, die die Synonymie
unnötig vermehrte — denn man hätte den von
Britton u. Rose vorgezogenen Namen Epiphyllum
ebensogut für Zygocactus als nomen conservandum
wählen können, wie man für Britton u. Roses
‚‚Cactus L." den Namen Melocactus (Tourn.) Lk.
& 0. als weiterhin gültig erklärte; das hätte auch
dem allgemeinen Gebrauch entsprochen —‚ ist es
mit diesem Umänderungen noch nicht genug:
neuerdings hat L. Moran Zygocactus K. Sch. als
Untergattung zu Schlumbergera Lem. gestellt, das älteste
Genus für eine solche Umstellung. Ein guter alter
Name wird hier unnötig herumgestoßen — wobei
noch zu bedenken ist, daß Erwerbsgartenbau und
Blumenhandel die Pflanzen meistens unverändert
Epiphyllum nennen —‚ denn der Bau des Blüten-
innern ist bei beiden Pflanzen ganz verschieden
(s. auch unter Schlumbergera). So, wie nicht immer
nur die Reduktionslinie der Sproßnatur an der Blüte
für meine Gattungsabgrenzungen maßgebend ist und
sein kann — Raue sagt z. B. in einer seiner
Publikationen, daß die Klassifikationen meist den
vegetativen Aufbau vernachlässigen, was ich u. a. bei
den Opuntioiden durch die Dreiteilung nach der
jeweils verschiedenen Körpergestaltung zu
vermeiden suchte —‚ so wenig kann man bei allen
Pflanzen gewisse Unterschiede des Blütenbaues
übergehen, d. h. wenn die Reduktionslinie allein nicht
für eine hinreichend klärende Trennung sorgt.
Zygocactus gehört zu der Untersippe „Epiphylli", bei
der seit langem eine ungewöhnliche Verwirrung
herrscht, wie aus den häufigen Umstellungen
hervorgeht, und das, weil man sich bisher kaum die Mühe
machte, die gesamte Artenzahl strikt nach den von
der Natur geschaffenen äußeren und inneren
Unterschieden sowie nach ihrer vegetativen Gestalt zu
gliedern. Daher blieben viele Einzelheiten
unbekannt, obwohl gerade hier eine erstaunliche
Abwandlung zahlreicher Merkmale auf relativ kleinem
Raum zu beobachten ist. Diese Gruppe muß daher
anders behandelt werden als andere. Eine Um-
Zygocactus 457
benennung von Zygocactus unter dem Namen
Schlumbergera, einer ziemlich normalblütigen
Pflanze, die kaum noch irgendwo vorhanden ist, kann
daher keine befriedigende Lösung sein; sie läßt nur
zu leicht die Unterschiede der Blüten übersehen und
setzt an die Stelle eines weithin bekanntgewordenen
Namens den eines so gut wie verschollenen Genus. Die
Zygocactus-Blüten weichen mit folgenden
Merkmalen von denen der Schlumbergera ab: sie haben
eine längere echte Blumenkronenröhre und sind
stark zygomorph, der Saum ist zurückgebogen, die
Staubblätter ragen lang hervor*), die innere
Staubfädenserie ist im Röhrengrund kurzröhrig
verwachsen, mit einem einwärts gekrümmten
Hautring**), das Ovarium und die Frucht sind typisch
kreiselförmig-rund. Nur eine dementsprechende
genauere Trennung kann hier also für genügende
Klarheit sorgen. Es gibt übrigens auch Zygocactus-
Gartenformen mit + kantigem Ovarium und
Fruchtknoten; bei ihnen entsteht der innere
Staubfädenkreis nicht röhrig und ohne Hautfalte. In
Santos sah ich früher bei einem Spezialisten
zahlreiche Kultur- bzw. Gartenformen, die zweifellos
durch Kreuzung mit Gattungen entstanden, die
kantige Fruchtknoten haben, Pflanzen, mit denen
die zygocactoide Blütenform ausgelesen wurde.
Natürliche Farbabänderungen der Blütentöne liegen
nur da vor, wo das Ovarium kreiselig rund ist.
Dabei ist auch zweifelhaft, ob das, was man heute
als v. altensteinii ansieht, wirklich die richtige
Varietät ist, wenigstens nach Pfeiffers
Abbildung. Interessant ist meine Abb. 667 in „Die
Cactaceae", II: 730. 1959, eines Zygocactus, der
auch in den seitlichen Gliedareolen blüht, mit
schlankem Fruchtknoten, aber kreiselig-rund, wie
für das Genus bezeichnend; beachtenswert ist ferner
Bergers Fruchtdarstellung in „Entwicklgsl., 29.
1926", denn sie zeigt zwar eine kreiselige Form,
jedoch eine schwacheLängslinie, die eine leichte (aber
keine flügelige!) Kante andeuten soll, oben mit
Napfnabel (Knebel behauptete, dies sei eine
Deckelfrucht und sie öffne auch so), während meine
Abbildung eines seitenblütigen Zygocactus ein völlig
glattrundes Ovarium zeigt. Vielleicht hat Berger
einer der zahllosen Bastarde vorgelegen. Für den
seitlich blühenden Zygocactus — eine in Europa
bisher noch nie beobachtete und äußerst seltene
Erscheinung — hatte ich den Namen Vollia
vorgeschlagen, nach meinem verstorbenen Freund Voll,
der mich vom Botan. Garten Rio de Janeiro aus
jahrelang mit vielen wichtigen Einzelheiten über
die schwierig zu gliedernden brasilianischen Hylo-
cereeae-Vertreter versorgte. Da ich aber durch
seinen Fortgang von Rio de Janeiro kein Material
*) Vgl. die Saumunterschiede bei Epiphyllanthus.
**) Wie bei Epiphyllanthus, dessen innerer
Staubfädenkreis aber nicht im Grunde entsteht und nicht
kurzröhrig verwachsen ist.
mehr erhielt und daher weitere Beobachtungen nicht
mehr möglich waren, nahm ich von einer
Beschreibung Abstand. Ich halte es jedoch für durchaus
möglich, daß das Blühen am Triebende bei dieser
Art nur eine Reduktionserscheinung ist bzw. jenes
Foto Volls einen Atavismus darstellt, mit anderen
Worten: daß die Zygocactus-Vorfahren auch seitlich
blühten. Die Gliedform ist im übrigen etwas
variabel: Die seitlich vorspringenden Zähne können kürzer
und rundlicher, aber auch länger und spitzer sein.
Abweichende Blüten-Farbtöne, wie z. B. ziegelrot
mit weißer Röhre, dürften höchstens Varietäten
sein (v. altensteinii, v. delicatus; dieser blüht allein
in schattiger Lage weiß, bei stärkerem Licht sind
die Blüten rosa). Orange Töne lassen auf
Kreuzungen schließen. Aus allen diesen Gründen sind
zahlreichere Namen entstanden; die schönste
violette Blütentönung zeigt ein leuchtendes Blauviolett.
Für den Erwerbsgartenbau erwies sich nach alle-
dem dieses Genus als besonders geeignet. Hier wird
nur 1 Art als berechtigt angesehen. —
Verbreitung: Brasilien (Staat Rio de Janeiro). [Kultur:
Die Vermehrung mit kleinen Stecklingen auf
warmem Kulturgrund geht schnell vonstatten.
Bei getriebenen Pflanzen ist oft Knospen- und
Blütenabfall zu beobachten, wenn die Stellung zum
Licht verändert wird. Während des Sommers im
Freien oder auf kühlem, schattigem Grund
kultivierte Exemplare zeigen diese Erscheinung niemals.
Düngung mit Fertisal oder ähnlichen anorganischen
Düngern mit weniger Stickstoff- als Kali- und
Phosphorgehalt trägt zur raschen Entfaltung der
Pflanzen und zu reicherem Knospenansatz bei.]
Zygocactus truncatus (Haw.) K. Sch. (T.)
K. buschig-kleinstrauchig, bis 30 cm lg.; Tr. mehr-
gliedrig, einzelne G. bis 4,5 cm lg., bis 2,5 cm br.,
mit 2—4 + scharfen Zähnen an jeder Seite, die
oberen meist größer; Ar. schwachfilzig, mit ca. 1—3
kurzen, feinen Bst., blaß bis schwärzlich, ebenso am
Gliedende beidseitig der breiten Bl.-Ar.; Bl. aus
dem Triebende, einzeln oder zu zweien, selten zu
dreien, bis 6,5—8 cm lg., rosa bis tief- oder violettrot
in verschiedener Tönung; Ov. kreiseiförmig,
stielrund, rötlich bis hellkarminrot, nackt; R. gegen das
Ov. abgebogen, mehrstufig mit Perigonblättern
besetzt; Saum sehr schräg; Stbf. zweiserig, eine Serie
der R. angeheftet, die zweite am Grunde um den
Gr., dort innen mit einwärts umgeschlagenem Haut-
ring, alle karminrot; Gr. karmin; N. 5—6; Fr.
umgekehrt ei- bzw. birnförmig, rosenrot,
durchscheinend, ca. 1 cm lg., + genabelt; S. glattschwarz. —
Brasilien (Berge des Staates Rio de Janeiro).
(Abb. 459.)
v. altensteinii (Pfeiff.) Borg: Hierunter geht
eine Pflanze mit weißlicher R. und ziegelroten
Perigonblättern;
v. crenulatus Borg ist stärker gezähnt;
v. delicatus (N. E. Brown) Borg ist eine in
schattiger Lage weiß, in stärkerem Licht rosa
458 Zygocactus
blühende var., mit einem Ring von Vorsprüngen
sjiatt einer Falte im Röhrengrund;
v. violaceus Hort, ist wohl schon ein Bastard,
stärker leuchtend violett blühend.
Eine Anzahl weiterer Namen wurden für Bastarde
mit zum Teil schönen Bl.-Tönungen aufgestellt.
Aus Frankreich stammt der Name Epiphyllum
bridgesii Lem., die Pflanzen waren mehr gelbgrün,
glänzend, die G. + eiförmig, schwach gekerbt,
die Bl. rosa, ins Karminrote, regelmäßiger und
mit grünem, kantigen Ov.; schon Schumann wies
auf die Beziehung zu Schlumbergera russeliana hin
und deutete damit die Bastard-Möglichkeit an;
es kann sich aber auch um eine Hybride mit Epi-
phyllopsis gaertneri gehandelt haben, da beide
Gattungen kantige Fruchtknoten haben. Es sind
inzwischen noch andere Hybriden gezogen
worden, auch mit lachsfarbenen Tönungen, in
verschiedener Gliedgröße. Die meist an den kantigen
Fruchtknoten erkennbaren Bastarde erwiesen
sich dabei als durchweg härter, d. h. sie brauchen
nicht gepfropft zu werden, wie man das früher
speziell mit dem Gattungstypus, völlig
überflüssigerweise aber z. B. auch mit Epiphyllopsis
und Rhipsalidopsis tat.
Einige nach 1966 neu beschriebene Arten und weitere Neufunde
Acanthocalycium Backbg.
Acanthocalycium aurantiacum Rausch 1968
K. einzeln, 5 cm h., bis 9 cm 0, graugrün, stark
bereift; Ri. 10 — 16, gerade, leicht gehöckert;
Ar. ca. 2 cm entfernt, weißfilzig, später verkah-
lend; Rst. 5 (—7), gespreizt, 3—4 cm lang, gerade,
stechend; Mst. selten 1. Alle St. weißlich oder
gelblich, Mitte rosa mit schwarzer Spitze; Bl.
seitlich, 5 cm lang und breit; R. olivgrün oder
olivbraun mit braunen Schuppen und Haaren;
Sep. orangerot mit braunen oder dunkelgrünen
Mittelstreifen, lanzettlich; Pet. lanzettlich oder
spatelig, orangegelb mit orange, roten oder rosa
Rändern; Hymen, Schlund und Stbf. hellgelb,
Griffel grün, am Fuße mit braunem Wollring; N. 10,
grün oder gelb; Fr. rund; S. 1,5 mm, mit
schwarzglänz, warziger Testa. — Argentinien (Cata-
marca, Mina Capillitas in 3000 m Höhe).
Acanthocereus (Berg.) Br. & R.
Acanthocereus brasiliensis (FR 1230)
Beschreibung fehlt.
Acanthorhipsalis (K. Sch.) Br. & R.
Acanthorhipsalis samaipatana (FR 888) = A. mo-
nacantha v. samaipatana (Cakd.) Backbg.
Arequipa Br. & R.
Arequipa australis (FR 1080)
Beschreibung fehlt.
Arequipa erectocylindrica Rauh & Backbg. (A.
rettigii v. erectocylindrica Krainz)
K. von Anfang an cereoid, stumpf- bis grau-grün,
bis 50 cm lg.; Ri. 15 -17 (-18); Ar. bis 6 mm gr.,
anfangs gelbl.-grün; Rst. 12-14, nadelig bis
pfrieml., weißl. bis horngrau; Mst. 7 (-12), St.
bei Kulturpfl. im Neutrieb gleich lg. und mehr
rötl.-braun; Bl. ca. 7 cm lg., rot; Fr. längl.-rund,
zitronengelb. — Südperu (Vulkan Chachani).
Ariocarpus Scheidw.
Ariocarpus elongatus (S.-D.) M. H. Lee
Diese Art oder Abart von Ariocarpus trigonus ist
umstritten. Sie besitzt längere, schmalere Warzen
als A. trigonus und soll wie A. retusus weiß
blühen, während A. trigonus gelb blüht. Es wurden
3 verschiedene Naturformen beobachtet. (Nach
Voldan, Prag). — Mexiko (Tamaulipas), Jau-
mave, San Vicente.
Armatocereus Backbg.
Armatocereus arduus (FR 1060)
Beschreibung fehlt.
Armatocereus confusus
St. mäßig lang, anfangs dunkel; sonst mit A. laetus
identisch. — Nordperu. Nach Backebergs
Meinung ist der Name nicht vollgültig
umkombiniert.
Armatocereus mataranus
Die Art ähnelt A. laetus, wächst aber höher und
breiter. — Peru.
Arrojadoa Br. & R.
Arrojadoa aureispina Buin. & Bred 1972.
K. 0,75 — 1 m h., 5 — 5,5 cm 0, sprossend von der
Basis; Ri. 14, bis 1cm entfernt, 6 — 7 mm h.,
stumpf; Ar. 4 mm breit, 3,5 mm lg., 7 — 8 mm
entfernt; St. im Scheitel gebündelt, goldgelb mit
goldbraunen Spitzen, später weißlich; Rst. 12 — 13,
gerade; Mst. ca. 9, etwa 14 mm lang; Bl.
röhrenförmig, 31 mm lg., bis 10 mm 0, dunkelrosa,
aus einem Scheitel-Cephalium, das in der nächsten
Wachstumsperiode ca. 15 cm durchwachsen ein
neues bildet; Gr. gelblich-weiß; Fr. kirschförmig,
rosa-rot; S. glänzend schwarz. — Brasilien
(Bahia, nordwestlich von Caitité zwischen Bro-
melien auf Felsen, 1966 von Horst und Buining
gefunden). (Abb. 460)
Arrojadoa canudosensis Buin. & Bred.
K. von der Basis sprossend, Tr. 1 —1,25 m h.,
5,5 —6 cm 0, grün, senkrecht aufsteigend;
Wurzeln verzweigt; Cephalium aus braunen
Borsten und weißen Haaren, das jährlich vom Trieb
30 Kakteenlexikon 3. A.
460 Arrojadoa — Aylostera
ca. 20 — 25 cm durchwachsen wird, an der Spitze
bildet sich dann das nächste Cephalium; Ri.
11 — 13, 14 —15 mm h.; Ar. oval, 5 mm lg.,
3.5 mm br., anfangs mit weißen Haaren, später
verkahlend, in 8 mm Abstand; St. jung
gelblichweiß mit braunen Spitzen, später ganz braun oder
weiß werdend; Mst. 8, kräftiger als die Rst.,
der mittelste am stärksten, bis 30 mm lg., die
anderen 15 — 17mm lg.; Bl. trichterig, 3cm lg.,
rosa, Pet. und Sep. gerundet; Stbf. sehr zahlreich,
weiß, Stbb. gelb, Gr. 20 mm lg.; Fr. 15 mm 0,
zuerst hellrosa, später dunkel violett; S. schwarz. —
Brasilien (Bahia. Canudos, in 400 m Höhe in
der Caatinga).
Arrojadoa dinae Buin. & Bred. 1973
K. besteht aus dünnen, säuligen Ästen, vom
Grunde her sprossend, bis 30 cm lg., 18 —20 mm ø.
Cephalium weißwollig, mit 15 — 20 mm lg. braunen
Borsten; Ri. 11, schmal, rund, 4 —5 mm breit;
Ar. rund, 5 mm entfernt, erst grau-weißfilzig,
dann kahl; St. weiß, oft mit hellbrauner Spitze,
strahlend, biegsam, ca. 12 Rst. und 8 Mst., wenig
unterschieden, 4 — 8 mm lg.; Bl. röhrenförmig,
29 mm lg., bis 9 mm br., bräunlich-karminrot,
innen gelb, Stbf. weiß, 5 — 6 gelbliche N.; Fr.
beerenförmig, bräunlich-rot; S. glänzend schwarz.
— Brasilien (Bahia, Serra do Espinhaco,
südöstlich von Urandi in 900 m Höhe unter
Sträuchern und Bäumen in sandig-lehmiger Erde. 1972
von Buining und Horst entdeckt. (Abb. 461)
Arrojadoa eriocaulis Buin. & Bred. 1973
K. dünne säulenförmige Äste, 50 oder mehr cm
lg., 1 — 1,5 cm 0, grün, weiß bis gelbweiß behaart,
mit Knollenwurzel; Cephalium mit langen,
seidenartigen, gelblich-weißen H.; Bst. ca. 2 cm lg.,
hellbraun, biegsam; Ri. 8 — 9, ca. 3 mm entfernt,
schmal, rund, an den Ar. verdickt, bis 3 mm br.,
etwas vertieft; Ar. oval, 2 —2,5 mm lg., 1,5 mm
br., in 5 mm Abstand, besetzt mit seidigen,
wolligen, weißen bis gelblich-weißen H.; Rst. 10 — 12,
strahlend, 4 — 7 mm lg., gelbbraun, steif; Mst.
8.6 —12 mm lg., dunkelbraun, einer schief nach
oben, ca. 12 mm lg.; Bl. röhrenförmig, 12 mm lg.,
bis 6 mm br., kahl, karminrot mit sehr kleinen
Schüppchen; Sep. 3,5mm lg., 2mm br.; hell
violettrosa, Pet. fein gezähnelt, spitz, hell-violett-
rosa; Gr. weiß mit 4 — 5 cremeweißen N.; Stbb.
gelb; Fr. beerenförmig, 14 mm lg., bräunlichrot:
S. mützenförmig, mattschwarz. — Brasilien
(Minas Gerais); bei Mato Verde in 950 m Höhe
zwischen Gras und Sträuchern. 1971 von L. Horst
entdeckt.) (Abb. 462)
Arrojadoa medinensis (FR 1335)
Beschreibung fehlt.
Arrojadoa multiflora (FR 1243)
Beschreibung fehlt.
Arrojadoa theunisseniana Buin. & Bred.
K. Vom Grunde sprossend, Tr. 40 —80 cm lg.,
3 —4 mm dick, grün; Cephalium im Scheitel mit
bis 20 mm lg., braunen Borsten, erst weiß bewollt,
später kahl; Ri. 10 — 12, ziemlich stumpf, ca.
5 mm h. und 10 mm entfernt; Ar. weiß-, später
graufilzig, rundlich; Rst. ca. 13, strahlend, hell
gelbbraun; Mst. 8, gelbbraun, dunkler gespitzt,
mittlerer bis 22 mm lg.; Bl. röhrenförmig, 34 mm
lg., kahl, rosarot; Gr. gelbweiß mit 5 spitz
zulaufenden gelben N. — Brasilien (Bahia, in
sehr trockener Caatinga unter Sträuchern zwischen
Macaubas und Botopura, in ca. 600 m Höhe).
Austroccphalocereus Backbg.
Austrocephalocereus albicephalus Buin. & Bred.
1973
K. säulenförmig, am Grunde sprossend, Äste bis
2,5 m lg., bis 9 cm 0, grün; Cephalium 30 —40cm
lg., oft mehr, 8 — 9 cm br., mit dichter seidenartiger
weißer Wolle und nur oben am Scheitel mit bis
5 cm lg. goldgelben Bst.; Ri. bis 32, ca. 5 mm h.,
8 —10 mm br. und entfernt; Ar. 3 —5 mm
entfernt, oval, 4 mm lg., 3 mm br., in der Blühzone
5 mm 0, mit hellgelber Wolle und einzelnen,
weißen H.; St. zahlreich, gerade, dünn und
stechend, goldgelb, später bräunlich, Fuß
dunkelbraun, einer nach unten bis 1,5 cm lg.; Bl.
zylindrisch mit glockenförmiger Spitze, 4,5 —5 cm lg.,
offen 2,6 cm 0, 27 mm lg., kahl, weiß; Pericarpell
9 mm lg. und br., hellgrün, 2,5 —7 mm br.;
Sep. spatelig mit Spitze, fleischig, ca. 16 mm lg.,
weißlich mit braunrosa Spitze und Mittelstreif;
Pet. ebenso, weiß, Nachtblüher; Stbf. zahlreich,
weiß mit gelben Antheren; Gr. 32 mm lg., weiß,
nach oben hellgrünlich, N. dünn, strahlend,
gelblich, 4 mm lg.; Fr. kugelig, ca. 3 cm h., 3,5 cm 0,
bräunlich rot, Fruchtfleisch weiß, durchsichtig.
S. eiförmig, mattschwarz. — Brasilien (Minas
Gerais; bei Mato Verde auf und zwischen Felsen
in ca. 950 m Höhe. 1972 von L. Horst gefunden.)
Austrocylindropuntia Backbg.
Austrocylindropuntia jujuyensis nom. nudum
(Cact. y Suc. Mex. X/l)
Nach der unzulänglichen Abbildung zu urteilen
handelt es sich um Austrocylindropuntia huma-
huacana Backbg.
Aylostera Speg.
Aylostera albiareolata (FR 761)
Beschreibung fehlt.
Aylostera buiningiana siehe Rebutia.
Aylostera — Blossfeldia 461
Aylostera fulviseta Rausch
K. einzeln bis sprossend. 15 mm h., 10 mm 0,
dunkelgrün; Ri. bis 16, spiralig in 2-3 mm lg.
und br. Höcker gedreht, rotviolettbraun; Ar. rund
bis oval, 1,5 mm 0, braunfilzig; Rst. 10 — 12,
spreizend; Mst. 1—3, feinborstig, abstehend,
6 —10 mm lg., ocker- bis rotbraun, dunkler
gespitzt, Basis verdickt; Bl. ca. 25 mm lg. und 0;
Frkn. und R. violettrot mit dunkleren Seh.,
weißen Haaren und Bst.; Schlund, Stbf. u. Gr.
weiß. Gr. mit der R. verwachsen; Fr. rund, ca.
4 mm 0; S. 1 mm gr., mützenförmig mit
feinwarziger schwarzer Testa. — Bolivien (Arce,
bei Padcaya in 2200 m Höhe).
Aylostera heliosa Rausch
K. einzeln, später stark sprossend, 20 mm h.,
25 mm 0, mit Rübenwurzel; Ri. bis 38, spiralig
in 1mm lg. Höcker gedreht; Ar. 0,5 mm br.,
1 mm lg., hellbraun, filzig; Rst. 24-26, 1 mm lg.,
anliegend, nach unten weisend, silbrigweiß mit
verdicktem dunkelbraunem Fuß; 3Ist. fehlend;
BI. unten am Körper erscheinend, 45 — 55 mm lg.,
40 mm 0; Ov. oliv-rosa mit wenigen Schuppen
und weißen Haaren; R. rosa-violett, oben weiß,
ca. 2 — 3 mm 0, eng; Sep. ca. 15 mm lg., spatelig,
spitz auslaufend, orange mit violettem
Mittelstreifen; Pet. ca. 10 mm lg., spatelig, orange, innen
orangegelb; Schlund und Stbf. weißlich, Gr. bis
halbe Blütenlänge verwachsen; N. 5 — 8, weiß;
Fr. rund, 4 mm 0, violett, beborstet; S. rund und
rauh, nur 10 — 20 je Frucht; — Bolivien (Tarija,
Straße nach Narvaez, in 2400-2500 m Höhe).
(Abb. 466)
Aylostera jujuyana Rausch 1973
K. einzeln, kugelig, bis 35 mm 0, hellgrün; Ri.
bis 18, in 3 mm gr. Warzen gedreht; Ar. rund,
2 mm 0, weiß- bis gelbfilzig, 3 —4 mm entfernt;
Rst. ca. 18 — 20, strahlig, borstig, bis 10 mm lg.,
gelblich; Mst. 5 — 7, bis 15 mm lg., nadelig, brüchig,
gelb mit kleiner brauner Spitze; Bl. 35 mm lg. und
35 mm 0, Frkn. kugelig, 4 mm 0, grün mit
grünen Seh. und wenigen weißen H. und Bst.,
Röhre sehr schlank, rosa mit grünen Seh., Sep.
rund, violettrosa und orange gerandet, Pet.
spatelig rund, orange, Schlund nur 5 mm lg., offen,
trichterförmig, weiß; Gr. 13 mm lg. mit 8 weißen
N; Fr. 4 —5 mm 0, dunkelgrün mit hellgrünen
Schuppen, gelblichen H. und Bst.
Die Art gehört zum Formenkreis von Aylostera
fiebrigii. — Argentinien (Prov. Jujuy). (Abb. 467)
Aylostera mamillosa siehe Rebutia mamillosa
Rausch
Aylostera narvaecense Card, 1971
K. kugelig, 30-35 mm h., 25-35 mm 0, Scheitel
leicht eingesenkt; Ri. ca. 18, niedrig, gehöckert;
Ar. 3 —4 mm entfernt, rund, weißfilzig, vorstehend;
Rst. und Mst. nicht zu unterscheiden, dünn,
nadelspitzig, 10 — 20 oder mehr, 2,5 mm lg., spreizend,
weißlich; Bl. seitlich, zahlreich, 40 —42 mm lg.,
40 mm br., hellrosa-lila; Ov. kugelig mit winzigen
Seh., weißen H. und spreizenden Bst.; Sep.
hellrosa-lila, Pet. heller, Stbf. sehr dünn, weiß, Stbb.
gelb, Gr. 25 mm lg., weiß mit hellgelben N. —
Bolivien (O'Conor, Dept. Tarija; nahe Narvaez
in 2700 m Höhe).
Aylostera padcayensis Rausch 1970
Nach Herkunft benannt. K. einzeln bis sprossend,
breitrund, ca. 25 mm h. und bis 40 mm 0,
frischgrün bis graugrün; Ri. 14 — 16, spiralig in 6 mm
lange und breite, flache Höcker gedreht; Ar. rund bis
oval, 1 mm 0, weiß bis braunfilzig; Rst. 12 — 14,
5 —12 mm lg., um den K. geflochten, borstig,
gelblich weiß bis braun gespitzt, später vergrauend;
3Ist. fehlend; Bl. 35 mm lg. und 0; Frkn. und R.
gelblichrosa, mit nackten grünen Seh., selten
1—2 Bst. tragend; Sep. rot mit grünem
Mittelstreifen; Pet. spatelig mit Spitze, rot mit weißem
Schlund; Stbf. gelb mit weißem Fuß; Gr. ca.
14 mm mit der R. verwachsen, weiß; N. 4, weiß;
Fr. breitrund, 4 mm 0, braun mit grünen Seh.;
S. mit warziger schwarzer Testa und weißem
Hilum. — Bolivien (westlich Padcaya, in
2400-2900 m Höhe).
Aylostera pulchella Rausch 1972
K. einfach, kugelig, bis 5 cm 0; Ri. bis 23, spiralig
in 4 mm runde Warzen gedreht; Ar. rund, 2 mm
0, weißfilzig; Rst. ca. 26, bis 5 mm lg., spreizend,
borstig-brüchig, weiß; Mst. 4 — 7, bis 10 mm lg.,
spreizend bis abstehend, nadelig-stechend, weiß
mit dunkelbrauner Spitze; Bl. 30 mm lg. und 0,
Frkn. und Röhre hellgrün mit hellgrünen
Schuppen, weißen H. und Bst.; Sep. weißlich, Pet. rund
und zersägt, leuchtend orange, Schlund, Stbf..
Gr. und 5 — 7 N. weiß; Gr. und R. ca. 15 mm
verwachsen; Fr. zwiebeiförmig, 3 mm 0; Samentype
Aylostera. — Bolivien (nördl. Padilla in 2200 m
Höhe von W. Rausch gefunden. In der Bestach-
lung besteht Ähnlichkeit mit Aylostera fiebrigii.)
Aylostera zavaletae Card. : Sulcorebutia zava
letae (Card.) Backbg. comb. nova
Azureocereus Ak. & Johns.
Azureocereus columnaris (FR 1294)
Beschreibung fehlt.
Blossfeldia Werd.
Blossfeldia floeculosa (FR 943)
Beschreibung fehlt.
30*
462 Blossfeldia — Buiningia
Blossfeldia cyathiformis Ritt.
Soll mit B. campaniflora Backbg. identisch sein.
Bolivicereus Card.
Bolivicereus croceus (FR 1471)
Beschreibung fehlt.
Bolivicereus ruficeps (FR 840)
Beschreibung fehlt.
Browningia Br. & R.
Browningia pileifera (Ritt.) Hutchis. (Gym-
nanthocereus?)
K. 3 —4 m h., sehr verzweigt; Ri. 7 — 9, dreiseitig
oder gerundet; Ar. bis 1cm entfernt, später oft
zusammenfließend, bewollt; Rst. 0 — 3 von 1 bis
5 mm Länge, bald grau werdend; Mst. 0 — 3, bis
zu 5 cm Länge; BL klein, bedeckt, mit trockenen
Seh., braun und weiß, an Escontria erinnernd. —
Peru (Balsas).
Buiningia Buxb. 1971 (Synonym Coleo-
cephalocereus Backbg. pro parte)
Zu Ehren des holländischen Kakteensammlers
A. F. H. Buining benannt, der sich besonders um
die Erforschung der brasilianischen Kakteen-Arten
hervorragende Verdienste erworben hat.
K. schlank, nur bis etwa 75 cm h., z. T. liegend,
an der Basis sprossende und Gruppen bildende
Säulenkakteen, die zuerst jahrelang halbkugelig
bis kugelig (0 bis 17 cm), später kurzsäulig und
oben konisch verjüngt sind; Ri. 10 — 18, gerade,
an den Areolen etwas gekerbt; St. dicht und lang,
Rst. bis 7 — 15, Mst. 1—4, dünn nadeiförmig und
elastisch; Bl. aus einseitigem Cephalium aus
dichter Wolle und dünnen, lg. Borstenst., mehrere
abgeflachte Ri. umfassend, 2,5 —3,5 cm lg., klein,
eng röhrenförmig, nur die Sep.-Spitzen etwas
auswärts gebogen; Gr. mit 5 derben, papillösen,
zusammengeschlossenen N.; Fr. runde rote Beere
mit weißer Pulpa; S. schwarz, glänzend. —
Brasilien (nordöstliches Minas Gerais; auf Felsen in
humosen Mulden).
Buiningia aurea (Ritt.) Buxb.
Diese Art wurde 1968 von Ritter als Coleocepha-
locereus aureus beschrieben, dann aber wegen
verschiedener auffallender Abweichungen in das
neugegründete Genus Buiningia eingereiht.
K. am Grunde stark sprossend, nur 40 cm h.
werdend, 6 —7 cm 0, grün; Ri. 10 — 16, im Querschnitt
dreieckig, mit 7 — 10 mm br. Flanken, wenig ge-
höckert, stumpf; Ar. in den Kerben, 3 — 5 mm 0,
weißfilzig, in 2 —5 mm Abstand; St. goldgelb,
glänzend, elastisch, gerade oder wenig gebogen,
bei jungen Sämlingen erst braun und z. T. hakig;
Rst. 10-15, 5-15 mm lg.; Mst. 1-4, der untere
2 —5 cm lg., abstehend, dick nadeiförmig, die
anderen kürzer; Ceph. seitlich bei Pflanzen von
mehr als 15 cm Höhe, breit, eine größere Anzahl
Rippen umfassend, aus weißen dichten Ballen von
1 — 2 cm lg. Wolle, überragt von nadelfeinen,
gekrümmten, goldgelben Bst.; Bl. nächtlich, 30 bis
37 mm lg., grüngelb mit 2 — 3 mm lg. blaßgrünen
Seh.; Stbf. weiß; Gr. weiß mit 5 — 7
zusammengeneigten, weißlichen N. von 2 mm Länge; Fr.
blutrot, ähnlich einer Melocactusfrucht, glatt,
glänzend, 16 —22 mm lg.; S. schwarz, glänzend,
1,5 mm lg. — Brasilien (NO von Minas Gerais
bei Agua Vermelha). Zuerst 1965 von Fr. Ritter
gefunden. (Abb. 468)
Buiningia brevicylindrica Buin. 1971
K. erst kugelig, später kurzzylindrisch, bis 30 cm
h. und 17 cm 0, frischgrün; Kopf konisch, am
Grunde sprossend; Ri. bis 18, senkrecht, über den
Ar. gebuckelt; Ar. etwas länglich, im Scheitel bis
6 mm br. und — 8 mm lang, mit kurzer weißlicher
bis etwas gelblicher Wolle, bald verkahlend; Rst.
etwa 7, der nach unten gerichtete bis 2 cm lg.,
2 seitliche bis 3 cm lg., obere bis 1,5 cm lg. mit
3 — 4 kleineren Nebenst.; Mst. meist im Kreuz
stehend, der unterste bis 6 cm, seitliche bis 3 cm,
der obere bis 2,5 cm lg. Nach der Cephalium-
bildung alle St. bedeutend kürzer; Seitencepha-
lium schon am Scheitel 8 cm hoher kugeliger
Pflanzen, weißwollig, durchsetzt von goldgelben, meist
geraden, borstigen St.; das Cephalium wird bis
7 cm br. und ca. 20 cm lg.; Bl. röhrenförmig,
15 mm 0, bis 32 mm lg., kahl, hell gelblichgrün,
Sep. stark nach außen gebogen, Pet. wenig öffnend;
Gr. weißlich mit 4 — 5 ca. 1 mm lg. N.; Fr. kugelig,
glänzend rot, kahl, 17 mm 0; S. eiförmig mit
glänzend schwarzer Testa. — Brasilien (Minas
Gerais; nördlich des Rio Jequitinhonha zwischen
Bromeliaceen und Erd-Orchideen). (Abb. 469)
v. elongata Buin. K. mehr säulenförmig, bis
62 cm lg.; Cephalium erst später entstehend.
Standort: ca. 100 km mehr westlich.
v. longispina Buin. Rst. bis 7 cm lg., unterster
Mst. bis 13 cm lg.; Standort 30km südlicher,
in großen Gruppen.
Buiningia purpurea Buin. & Bred. 1973
K. kurz bis länglich säulenförmig, von der Basis
aus sprossend, bis 87 cm lg., bis 10 cm 0, grün
bis dunkelgrün, Seitencephalium bis 50 cm lg.,
mit grauer Wolle, durchsetzt mit gelben, rötlichen
oder grauen Borsten; Ar. fast rund, 7 mm lg.,
6 mm 0, mit grauem Filz, 7 mm entfernt; Ri. 13,
bis 23 mm br. und bis 15 mm h.; St. oben zuerst
gelb-braun, rotbraun bis rot, später grau, Spitze
bisweilen etwas rötlich, vielfach etwas gebogen;
Rst. ca. 12, strahlend, 12-25 mm lg.; Mst. ca. 4,
einer schräg nach unten, ca. 70 mm lg., die anderen
Buiningia — Coleocephalocereus 463
seitwärts und nach oben 30 — 35 mm lg.; Bl.
röhrenförmig, 30 mm lg., bis 12 mm br., purpurrot,
kahl; Kelch röhrenförmig mit 1 — 2 mm lg. Schüpp-
chen versehen, die nach oben in Blütenblätter
übergehen; Sep. spateiförmig, bis 13 mm lg., bis
3 mm br., violett-karmin, stark nach außen
gebogen; Pet. bis 8 mm lg., bis 2,5 mm br.,
umgekehrt spateiförmig, aufgerichtet, die obersten Stbf.
eng umschließend, purpurrot; primäre Stbf. 10 bis
13 mm lg., weiß, deutlich getrennt, die sekundären
Stbf. bis 5 mm lg., nach oben noch kürzer, weiß,
Stbb. gelb; Gr. unten weiß, oben rosa mit 4 — 5
weißen N.; Fr. kugelig, 17 mm 0, glänzendrot;
S. mützenförmig mit glänzend schwarzer Testa. —
Brasilien (Nordosten von Minas Gerais; am Rio
Jequintinhonha in mineralischer Erosionserde auf
350 —400 m Höhe, an kahlen Stellen oder
zusammen mit Bromelien. Zuerst 1971 von L. Horst
gefunden). (Abb. 470)
Calymmanthium Ritt.
Calymmanthium fertile Ritt. 1966
Von C. substerile unterschieden durch: Ri. 3 — 5,
2 — 3 cm h.; Ar. braunrot; St. fast gelb, oft auch
fehlend; Bl. 8 cm lg. mit fast trompetenförmigem,
ca. 2 cm lg. Blütenkelch, weiß-rosa; Antheren
goldgelb; Gr. blaßgelb, oben rötlich mit reingelben
N.; Pet. 20 mm lg., dunkelkarmin; Fr. 7 —11cm
lg., unbestachelt, Pulpa hart.; S. klein, 2 mm lg. —
Peru (in Balsas, nach Osten).
Cereus Mill.
Cereus cochabambensis Card.
K. baumartig, 3 —4 m h.; Ar. in 1—2,2 cm
Abstand, 4 —5 mm 0, zuerst weiß-braun, dann
schwärzl.-filzig; Rst. 3 — 4, spreizend, 5 —25 mm
lg., spitz, dünn, später pfriemlich; BL 2 — 4 von
einer einzelnen Rippe, nächtlich, 11 —12 cm lg.,
trichterig, S-förmig gebogen; Ov. 3 cm lg.,
dunkelgrün; R. 6 cm lg., dunkelgrün mit wenigen
hellgrünen Seh.; Sep. hellgrün; Pet. spatelig, weiß mit
rosa Spitzen; Gr. 5 cm lg., weiß-hellgrünlich mit
14 hellgelben N.; Fr. 3 —5 cm lg., orangegelb, bei
Reife platzend, Fruchtfleisch dunkel magenta,
süß. — Bolivien (El Cercado, Cochabamba,
Caico in 2560 m Höhe. Die Art ähnelt dem Cereus
hankeanus, der in nur 500 m Höhe im
argentinischen Chaco wächst und sich durch Bestachelung
und Blüte unterscheidet.)
v. longicarpa Card. Vom Typus in einigen Maßen
etwas unterschieden; Fr. ellipsoidisch, 8 —10cm
lg. — Bolivien (nahe Alba Rancho in 2565 m
Höhe).
Cereus crassisepalus Buin. & Bred.
K. baumförmig, verzweigt, bis 2 m h., ca. 6 cm 0,
dunkelgrün mit gegliederten Ästen; Ri. 4 —5 ( — 6),
stumpf, um die Ar. verdickt; Ar. rundlich, 8 bis
12 mm 0, mit dichter rotbrauner Wolle und
borstigen H., später grau werdend und verkahlend;
St. nach allen Richtungen spreizend, jung
glänzend rotbraun, später grau mit schwarzen Spitzen,
bis 2,5 cm lg.; Mst. 1—2 nach oben, bis 3 cm lg.;
Bl. 7,5 cm lg., weiß, außen grünlich-violett, Gr.
mit 6 lg. N., die einen deutlichen Rückenstreifen
haben; Fr. birnförmig, chromgrün mit violettem
Schimmer, Pulpa weiß; S. mützenförmig,
ockerfarben mit matt schwarzer Testa. — Brasilien
(Minas Gerais, bei Diamantina in 500 — 1000 m
Höhe).
Cleistocactus Lem.
Cleistocactus albisetus (FR 820)
Bolivien?
Cleistocactus hildegardia v. flavirufus (FR 1126)
siehe C. hildewinterae v. flavirufus Ritt.
Cleistocactus pseudostrausii (FR 1145)
Beschreibung fehlt.
Cleistocactus villazuensis (FR 1296)
Beschreibung fehlt.
Coleocephalocereus Backbg.
Coleocephalocereus brevicylindricus 1970
(Nach Angaben von W. Andreae) : Buiningia
brevicylindrica
Coleocephalocereus decumbens Ritt. 1968
(FR 1340)
K. sprossende Büsche mit niederliegenden und
kriechenden Zweigen, einzelne lange Haupttriebe,
z. T. aufrecht, von 1—3 m Länge, 3,5 — 7 cm dick,
weich, graugrün; Ri. 5 — 13, stumpf, etwas ge-
höckert; Ar. rund, ca. 3 mm 0, weißfilzig, in
6 — 12 mm Abstand; St. 3 — 8 von 1—4 cm Länge,
schwarz, vergrauend; Cephalium seitlich aus
Ballen dichter weißer Wolle und schwarzbraunen
Borsten; Bl. nächtlich, 40 —45 mm lg., ca. 3 cm
weit offen; Stbf. blaßgelb, Stbb. cremefarben, Gr.
weißlich mit blaßgelben N.; Fr. scharlachrot; S.
schwarz, matt, fein gehöckert. — Brasilien (im
Nordosten von Minas Gerais bei Agua Vermelha
von Fr. Ritter 1965 gefunden.)
Coleocephalocereus flavisetus (FR 1339)
Beschreibung fehlt.
Coleocephalocereus pachystele Ritt. 1968 (FR
1234) Synonym C. goebelianus Gurke (bei
Werdermann fälschlich: Austrocephalocereus pur-
pureus)
K. säulig, bis 6 m hoch, zuweilen sprossend,
464 Coleocephalocereus — Coryphantha
7-12 cm dick, grün; Ri. 14-27, 8-13 mm h.,
über den Ar. gekerbt; Ar. 2,5 — 5 mm 0, 4 —10mm
entfernt, schwach weißfilzig; St. elastisch, gelblich
mit rotbrauner Basis, mittlere braun gespitzt; Ce-
phalien sehr umfangreich aus dichter, weißer
Wolle; Bl. 40-55 mm lg., 25-28 mm 0,
nächtlich, weiß, außen rosa Seh.; Stbf. u. Gr. weiß;
Fr. 14 — 20 mm lg. und 0, purpurrot, an der Basis
weiß; S. 1,5 mm lg., schwarz, matt. — Brasilien
(Bahia, Urandi und andere Orte in Süd-Bahia).
Coleocephalocereus paulensis (FR 1352) Ritt. 1968
K. bis 1 m hoch, vom Grunde sprossend, Triebe
bis ca. 2 m lang, ältere Teile liegend, 5 — 9 cm dick,
grasgrün; Ri. 9 — 13, stumpf, kaum gehöckert;
Ar. rund, 1—2 mm 0, weißwollig, 5 — 7 mm
entfernt; St. blaß, goldgelb, gerade, ca. 6, der stärkste
abwärts gerichtet, 10 —25 mm lg.; Cephalium
seitlich aus Ballen dichter, weißer Wolle und
dazwischen hell goldgelbe, gerade Borsten; Bl.
nächtlich duftend, 6 cm lang, ca. 4 cm 0; Sep. ca.
20 mm lg., oben stumpf, mit Mittelkerbe, purpur-
rosa mit blasserem Rand; Pet. 15 mm lg., 6 mm
br., oben zugespitzt, weiß; Fr. purpurn,
kreiseiförmig, glatt, glänzend; S. 1,5 mm lg., schwarz,
matt, fein gehöckert. — Brasilien (Sao Paulo,
Insel Ilhabela).
Coleocephalocereus pleurocarpus (FR 1227)
Beschreibung fehlt.
Nach Btjining: Cipocereus pleurocarpus.
Coleocephalocereus pluricostatus Buin. & Bred.
K. aufrecht, vom Grunde sprossend, bis 3,5 m lg.,
bis 9 cm, 0; Ri. 20 — 25, am Cephalium mehr, ca.
5 mm h., 1 cm entfernt, mit Furche oberhalb der
Ar.; Cephalium sehr lang, 6 cm br. und ca. 7
Rippen umfassend, mit gelben, braunen oder
schwarzbraunen, dichten Borsten; Ar. rund, 2 mm 0,
graufilzig, später kahl; St. dünn, gerade, gelblich;
Rst. 5, einer nach unten, ca. 11 mm lg., obere
kürzer; Mst. 1, etwa 6 mm lg.; Bl. trichterig-
glockig, ca. 26 mm lg, und 15 mm 0; Frkn. mit
weißen, rötlich gespitzten Seh. bedeckt; Sep. von
gleicher Färbung; Pet. weiß, gespitzt; Stf. weiß,
Stbb. cremefarben; Gr. weiß mit 6 cremefarbenen
X.; Fr. glänzend, rötlich, kahl; S. mit gelbocker
Hilum und schwarzer Testa. — Brasilien (Minas
Gerais, auf kahlen Berghängen in etwa 300 m Höhe
von A. F. H. Buining und L. Horst gesammelt.)
Copiapoa Br. & R.
Copiapoa columna-alba Ritt.
K. einzeln, säulig, bis 75 cm h., bis 20 cm 0,
kreidigweiß; Scheitel flach, grauorangefilzig, im-
bestachelt; Ri. 27—47, stumpf, 1 cm br., unter
Ar. verdickt; Ar. vertieft, 2 — 5 mm dick, 4 —8mm
entfernt, orange, später graue Wolle; St. gelbbraun
bis schwarz; Rst. 4 — 5, dünn, 5 —8 mm lg.,
gebogen; Mst. 1—3, gerade, 1—2 cm lg.; Bl.
trichterig, 2 — 3 cm lg.; R. blaßgelb mit rotgespitzten
Seh.; Gr. blaßgelb, 2 cm lg. mit 10 tiefgelben N.;
Pet. blaßgelb; Fr. rund bis oval; S. glänzend
schwarz. — Chile (Küstenzone um 26. südl.
Breitengrad).
Copiapoa dealbata Ritt. = Copiapoa cinerea v.
dealbata Backbg.
K. halbkugelige Polster bildend, einzeln, 6 — 12 cm
0; Scheitel grauweiß-filzig; Ri. 21—33, schwach
gehöckert; Ar. 5 —7 mm lg., 10 —15 mm
entfernt, vertieft, graufilzig; St. meist 1, gerade, steif,
2 — 5 cm lg., zuweilen 1—3 kleinere; Bl. trichterig,
3,5 cm lg. u. br.; Gr. blaßgelb, bis 3 mm lg.; Pet.
blaßgelb, schwach gespitzt; Sep. außen mit braun-
rötlicher Mitte; Fr. rund, grünlichweiß, rötlich
getönt; S. schwarz, gehöckert. — Chile
(Küstenzone um 28° südl. Breite).
Copiapoa esmeraldana (FR 1457)
Beschreibung fehlt.
Copiapoa olivana (FR 1443)
Beschreibung fehlt.
Copiapoa rarissima (FR 1452)
Beschreibung fehlt.
Copiapoa tocopillana (FR 1057)
Beschreibung fehlt.
Copiapoa vallenarensis
Beschreibung fehlt.
Copiapoa variispina (FR 1447)
Beschreibung fehlt.
Copiapoa wagenknechtii v. armata (FR 1461)
Beschreibung fehlt.
Copiapoa wageringeliana Hort.
Beschreibung fehlt.
K. flachkugelig, reich sprossend, nahezu schwarz
mit weißer Areolenwolle. Es wird vermutet, daß
es sich um eine monströse Form von Copiapoa
tenuissima Ritt, handelt.
Corryocactus Br. & R.
Corryocactus apurimacensis (FR 1298)
Beschreibung fehlt.
Coryphantha (Eng.) Lem.
Coryphantha albicolumnaris (Hest.) D. Zimmerm.
(Escobaria Hest.)
Coryphantha — Discocactus 465
K. kurzsäulig, ähnlich Coryphanta orcuttii; St.
zahlreich, weiß, brüchig; Bl. fahl rötlich-weiß mit
rosa Mittellinie, wenig öffnend; Fr. grün; S.
ziemlich groß, rotbraun. — USA (Texas, Big
Bend Region, nordwestl. Terlingua).
Coryphantha calipensis H. Bravo 1964 K. einfach,
kieferzapfenförmig, blau- bis olivgrün, 9 cm h.,
5 — 8 cm br.; Seh. und Ax. wollig; Ar. rund,
2 mm 0; W. gr., 3 cm lg., am Grunde 3 cm lg.
und 3 cm br., konisch, mit tiefer Furche; Rst.
10 — 18, 10 —15 mm lg., 5 —7 mm br., längere im
oberen Teil der Ar., gerade; Mst. 1, ein wenig
größer als die Rst., ca. 15 mm lg., etwas gebogen,
am Grunde fast schwarz, Spitze gelblich; Bl.
ca. 5,5 cm gr., geöffnet mehr als 6 cm 0, gelb;
Stbf. rot mit gelblichweißen Stbb.; Gr. mit 8
gelbgrünen N.; Fr. grün. Die Art unterscheidet sich
von Cor. cornifera durch weniger kugelige, mehr
konische Form, Stellung und Form der Warzen,
hellere Färbung und größere Zahl der St. —
Mexiko (im Staat Puebla, bei Calipan, Tehucan,
in ca. 2000 m Höhe. Die Art ähnelt der C.
cornifera.)
Coryphantha greemvoodii H. Bravo 1974
Benannt nach Ing. Edward Greenwood, dem
hervorragenden Fotografen und Sammler
mexikanischer Kakteen.
K. flachkugelig, einfach, 9 cm 0, 5 —6 cm h.,
frisch olivgrün mit wolligem Scheitel; W. dick,
20mm lg., am Grunde 14 —15mm br.; Rst.
7 — 8, gerade oder gebogen, 1 — 3 im oberen Teil
der Ar.; Mst. keine; Bl. gelb mit feinen
purpurbraunen Streifen, außen hellgrün, 5 cm 0,
lanzettlich; Stbf. rot, Stbb. gelb; Gr. rot mit
gelbgrünen N.; Fr. keulenförmig, 3,3 cm lg., 12 mm
br.; S. birnförmig, 2 mm gr., hellbraun. —> Mexiko
(Veracruz, Tal von Acultzingo, auf Humusboden
in 1600 m Höhe). Die Art steht der Coryphanta
connivens nahe, hat aber weniger St.; sie ähnelt
auch C. elephantidens.
Coryphantha jalpanensis Buchenau — Cact. y Suc.
Mex., X: 2, 36-39. 1965.
K. bis 15 cm h., 6 cm 0, basal sprossend, in
Gruppen bis 25 cm 0; Wz. faserig; Tr. laubgrün,
W. 8: 13, engstehend und aufgerichtet, in leicht
spiraligen Reihen; Ax. weißwollig; Dr. 1,
ockergelb, zuweilen rötlich; Ar. 2 mm 0, anfangs
gelblichgrau bewollt, bald grauschwarz; Rst.
10 — 13, 6 —10 mm lg., nadelig, spreizend, kalkig
weiß-reifig, Basis braun, leicht verdickt, Spitze
braun; Mst. 3 — 4, 0,6 —1,2 cm lg., pfriemlich,
Basis verdickt; St. alle steif, stechend, mittlere
anfangs zimtbraun, später hornfarben; Bl. bis
4 cm lg., 4,5 cm 0, gelb, Schlund blaßgrün; Pet.
breitlanzettlich, zugespitzt; Stbf. unten purpurn;
Stbb. Chromgelb; Fr. und N. gelblich; Fr. 2 cm lg.,
bis 1,2 cm 0, blaßgrün; S. 1,7 mm lg., braun,
netzartige Oberfläche. — Mexiko (Queretaro,
Hügel um Jalpan, ca. 1350 m). Beschrbg. nach
von Buchenau erhaltenem Text. Die Art gehört
zum Komplex der Cor. clavata, ist aber eine
charakteristische eigene Spezies aus einem von
Bergketten abgeschlossenen Standort.
Coryphantha minima Baird.
K. winzig, bis 4,5 cm lg., sprossend; St. klein,
dick, aschgrau bis gelblich und rötlich; Bl. nur
bis 1,5 cm 0, rosa-purpurn mit gewimperten
Pet. - USA (Texas, südlich Marathon in 1200 m
Höhe). Der spätere Name Escobaria nellieae ist
ein Synonym.
Coryphantha orcuttii (Rose ex Orcutt) D. Zim-
merm. (Neolloydia Rose 1926, Escobaria Bödeker
1933)
K. zylindrisch, bis 15 cm h., ca. 6 cm 0; Warzen
etwas konisch, fest, 4 — 8 mm lg., jung weißwollig;
St. sehr zahlreich, körperbedeckend, geben der
Pfl. ein weißes Aussehen; Rst. 30 — 41, dünn, bis
8 mm lg., weiß; Mst. 15 — 18, sehr selten weniger,
steif, weiß mit rötlicher oder bräunlicher Spitze;
Bl. ±8 — 12 mm br., nicht voll öffnend, fahl rosa;
Sep. grünlich; Pet. fahl rötlich-weiß mit grünlich-
rosa Mittellinie; Gr. weiß oder ganz fahl rosa;
Fr. grünlich gelb oder grün bei Reife; S. rötlich
braun. — USA (New Mexico).
Coryphantha organensis D. Zimmerm.
K. gruppenbildend; Tr. zylindrisch, etwas
weichfleischig, dunkel-gelblichgrün, bis 12 cm h., bis
3 cm 0, Scheitel gelb erscheinend; Ax. kahl; Ar,
rund, 3 cm 0; Rst. 33 — 35, steif, weiß, 6 — 11 mm
lg., gerade; Mst. 9-12, gelblich, 9-19 mm lg.,
oft mit rotbraunen Spitzen; Bl. 15 —16 mm 0,
wenn voll geöffnet; Pet. lanzettlich, fahlgelb mit
rosa Mittellinie; Sep. mit bräunlichem
Mittelstreifen; Gr. ca. 9 mm lg. mit 5 — 6 N.; Stbf.
purpur-rosa mit gelben Stbb.; Fr. gelbgrün,
6-14 mm lg.; S. rotbraun. - USA (New Mexico,
Organberge in 2400 m Höhe, in kiesigem Boden-
pH 7,5 — z. T. in Baumschatten wachsend.)
Discocactus Pfeiff.
Discocactus boomianus Buin. & Bred. 1971
K. flachkugelig, an der Basis sprossend, bis 10 cm
0, 6 cm h., grün bis dklgrün; Wurzeln verzweigt;
Ri. 16 — 20, spiralig, fast ganz in Höcker aufgelöst;
Ar. anfangs mit cremeweißer Wolle, später kahl,
ca. 3 mm lg.; St. 12 — 13, im oberen Teil gelb bis
hellbraun mit dunklerer Spitze, später grauweiß;
Rst. beiderseits 5, etwas kammförmig zum Körper
hin gebogen, je einer schräg nach oben und nach
unten, 3 cm lg., mitunter ein 3,5 cm langer Mst.;
Cephalium 4,5 cm 0 und Höhe, besond. groß;
466 Discocactus — Echinopsis
Bl. 9 cm 0, nächtlich, stark duftend mit kleinem,
rundem Pericarpell. — Brasilien (Bahia, Serra
de Espinhaco, in ca. 900 m Höhe).
Discocactus horstii Buin. & Bred. 1972
K. flachkugelig, 4,5 cm 0 und bis 2 cm Höhe;
Ri. 17 — 18, mit abgeflachten Kanten, diese 3 mm
br., 7 mm tief, graugrün mit violettem Hauch;
Ar. klein, in 6 mm Abst.; St. 9 — 10, krallenförmig
zum Körper gebogen, grau mit schwarzen Spitzen,
anliegend; Bl. reinweiß, bis 60 mm lg. und 0,
abends öffnend, stark duftend; Stbb.
weißgelblich; N. im Röhrengrund verborgen. Blütenbildung
nur bei starker Wärme. Aus dem weißlichen, 2 cm
br. Cephalium entspringen 20 mm lg., braune
Borsten. Eine Zwergform dieses seltenen Genus
von ganz außergewöhnlichem Aussehen und
eigenartiger Bestachlung.
Die Art blühte 1972 bei mehreren
Kakteenfreunden. — Brasilien (Mato Grosso in ca. 1200 m
Höhe in reinem Quarzsand wachsend.)
Echinocereus Eng.
Echinocereus kunzei Gtjerke 1907
K. zylindrisch, graugrün, Scheitel nicht eingesenkt,
von St. überragt, bis 24 cm h., bis 8 cm 0; Ri. 13,
senkrecht, durch tiefe Furchen getrennt, durch
flache Buchten höckrig gegliedert; Ar. ziemlich
kreisrund, 1 cm entfernt, mit kurzem, grauweißem
Wollfilz, bald verkahlend;
Rst. 15 —17, weiß, radial strahlend, mit
bräunlicher Spitze, untere 8 — 10 mm lg., nach oben
meist nur 3 — 5 mm lg.; Mst. meist 1, weiß, obere
Hälfte dunkel purpurrot, schräg nach unten,
10-12 mm lg., oft noch 2-3 kürzere Mst.; Bl.
seitlich, 9 cm lg., Fruchtknoten 15 mm lg.,
dunkelgrün, mit dreieckigen Seh. besetzt; Sep..
lanzettlich, olivfarben mit trübroter Mittelrippe;
Pet. spateiförmig, lachs- bis scharlachrot mit
karminrotem Mittelstreif; Gr. weiß mit 12 dunkel-
smaragdgrünen N.; Fr. grün oder grünlichgelb. —
USA (Arizona). Die Art scheint ausgestorben
oder verschollen. (Von Dr. R. E. Kunze
gesammelt.)
Echinocereus luteus Br. & R. = Echinocereus
subinermis v. luteus (Br. & R.) Backbg.
Von E. subinermis durch kürzere, weiße St.
verschieden. — Er stammt aus Sonora, bei Ala-
mos.
Die wesentlich andere Herkunft dieser Varietät
spricht für eine Klassifikation als eigene Art.
Echinocereus russanthus Weniger
K. später sprossend, ca. 8 cm h.; Ri. 13 — 14; St.
15 — 18, ca. 8 mm lg., dicht verflochten; Bl.
seitlich in halber Höhe der Pfl. oder tiefer, rötlich
mit grünl. Mittelstr. Von E. chloranthus deutlich
unterschieden. — Mexiko.
Echinocereus salmianus Ruempl. 1885
K. dunkelgrün, kriechend, stark verzweigt, bis
15 cm lg., 3 cm 0; Ri. 7 — 8, gerundet, nur 1 cm
entfernt; Ar. kLin, rund, dicht, mit grauem Filz;
Rst. 8, gerade; Mst. 1, gerade, horizontal
abstehend, etwas länger, braun, später grau; Bl.
mit dickerer, grünlicher Röhre; Sep. sehr
zahlreich, lachs-möhrenfarbig, wie E. scheerii erst
am Abend voll öffnend. — Mexiko (Chihuahua;
von Potts 1847 nach Kew gesandt, wird heute als
Synonym oder Form von E. scheerii angesehen.)
Echinocereus uehrii Haage jr.
Es handelt sich um eine vergessene gute Art,
beschrieben um 1900, von E. cinerascens im ganzen
Habitus wesentlich abweichend, Körper größer,
Bestachlung kräftiger.
Echinopsis Zucc.
Echinopsis calliantholilacina Card.
K. kugelig, graugrün, bis 4 cm h., bis 9 cm 0;
Ri. scharfkantig, 10 — 12, beilhöckrig geteilt; Rst.
7 — 9, etwas gebogen, kammförmig anliegend,
dünnpfriemlich, 8 —15mm lg.; Mst. 1, aufwärts
gerichtet, 1,5 bis 2 cm lg.; St. alle grau, Spitze
bräunlich; Bl. 15 cm lg., hell magenta-lila, fast
weiß; Sep. lanzettlich, magenta-lila; Pet. spatelig,
6 cm lg.; Stbf. untere blaßgrün, obere weiß; Gr.
grün; N. grünlich. Die R. ist gebogen, 8 cm lg.,
bräunlich-grün. — Bolivien (Prov. Oropeza,
Dept. Chuquisaca, nahe Sucre in 2700 m Höhe.
Echinopsis calochrysea Ritt. (FR 985)
Beschreibung fehlt.
Echinopsis cotacajesi Card.
K. kugelig, 4 —6 cm h., 7 —8 cm 0, dunkelgrün;
Ri. 8 — 10 stumpf, 1 — 1,5 cm h., am Grunde 2 bis
2,5 cm br.; Ar. 12 —15 mm entfernt, rund, 4 bis
6 mm 0; Rst. 6-10, 5-8 mm lg.; Mst. 1,
16 —18 mm lg., aufwärts gerichtet; St. alle spitz-
nadelig, dunkelaschgrau; Bl. aus dem Scheitel,
11 cm lg., 5 cm br.; Ov. grün, kugelig mit rosa
Seh. und weißen H.; R. 6,5 cm lg., 12 mm br.,
grün mit Seh", und H.; Sep. zurückgebogen; lan-
zettl., 30 x 7 mm, außen grünl., innen weiß,
Pet. 30 x 10 mm, weiß; Gr. 7,5 cm lg., grün mit
11 gelben N.; Fr. kugelig, 2-2,5 cm 0. -
Bolivien (Prov. Ayopaya, Dept. Cochabamba, nahe
Cotacajes in 2700 m Höhe).
Echinopsis cylindrica (FR 1094)
Beschreibung fehlt.
Echinopsis grandiflora Link 1857
Großblütige E.
K. 6 cm h., 4 cm 0, dunkelgrün; Ri. 12, vertikal,
wenig wellig, Furchen tief, ausgeschweift; Ar
Echinopsis 467
0,5 bis 1 Zoll entfernt, jung hellgrau, später kahl;
Rst. 5 — 13, Mst. 1, alle gerade, pfriemlich, jung
rotbraun, später schwarz; BL trompetenförmig,
4,5 Zoll 0, weiß, wohlriechend und 3—5 Tage
geöffnet; R. schlank und grün, Frkn. länglich,
zottig behaart, Kelchblätter lanzettlich,
Kronenblätter in 2 Reihen, rein weiß; Stbf. weiß mit
gelben Beuteln; Gr. gelblichweiß mit 12 gelblichen
N. — Südbrasilien.
Echinopsis Haku-jo Hort. (Haku-jomaru)
Eine monströse Echinopsis-Form aus Japan, auch
in USA neuerdings verbreitet. Der Name bedeutet
etwa: „Ball mit grauen Filzstreifen".
K. dunkelgrün, durch Kindl Gruppen bildend;
Ri. steil; Ar. durch breite graue Wollbänder
verbunden; Rst. ca. 8, Mst. 1. Vermutlich eine
Hybride.
Echinopsis kladiwaiana Rausch 1972
K. zylindrisch, gruppenbildend, frischgrün, bis
20 cm h. und 6 cm 0; Ri. 11 — 13, gerade, ca.
7 mm h., etwas gehöckert; Ar. ca. 16 mm
entfernt, 2 mm 0, weißfilzig; Rst. 12 — 14. strahlend,
bis 15 mm lg.; Mst. 1—3, nach oben, bis 10 cm lg.;
St. alle dünn-biegsam, braun mit hellerem Fuß;
Bl. scheitelnah, bis 22 cm lg. und 12 cm 0; Ov.
mit höckerartigen Seh. besetzt; R. mit fleischigen
Seh. und lg. schwarzer Behaarung; Sep.
lanzettlich, grün mit lg. bräunlicher Spitze; Pet. spatelig,
80 mm lg. und bis 20 mm br., weiß, Schlund weiß;
Stbf. grünlich-weiß; Gr. 14 cm lg., hellgrün mit
10 grünlich-gelben N.; Fr. ca. 30 mm 0 mit
Schuppen und grau-schwarzen H. — Bolivien
(bei Inquisivi, in 2800-3100 m Höhe).
Verwandt mit Echinopsis ayopayana Ritt. &
Rausch, aber unterschieden durch die heller
grünen, engeren Ar. und die langen, biegsamen
St.
Echinopsis klingleriana Card.
Nach Pater E. Klingler, San Jose, benannt.
K. einfach, 12 —14 cm h., 13 cm 0, hellgrün;
Ri. 13, scharf, gekerbt, 2 cm h., 3 cm br.; Ar.
2,5 —3 cm entfernt, rund, hervorragend,
dunkelgrau bewollt, 1 cm 0; Rst. 5 — 6, 2 —3 cm lg.,
dünn-pfriemlich, weißlich oder gelb, zuweilen
IMst.; Bl. seitlich, trichterförmig, 12 cm lg.,
weiß; Ov. kugelig, 12 mm lg., mit rosa, spitzen
Seh. und braunen H. besetzt; Sep. lanzettlich,
3 cm lg., bräunl.-lila; Pet. lanzettlich, 2,5 cm lg.,
weiß; Stbbl. 3 —4 cm lg., Filamente dünn, weiß,
Antheren gelb; Gr. 7 cm lg., grünlich, oben weiß;
N. 15, von 12 mm Länge; Fr. elliptisch, 2 — 3 cm
lg., mit Seh. und weißer und bräunlicher Wolle. —
Bolivien (Chiquitos, Santa Cruz, bei Salinas de
San Jose, z. T. auf stark salzhaltigem Boden.)
Nach Ing. Markus soll die Art mit Echinopsis
chacoana identisch sein. Es gibt davon Exemplare,
die bis 50 cm Höhe erreichen.
Echinopsis mataranensis Card. 1969
K. kugelig, 12-13 cm h., 18-20 cm dick,
blaugrün, Scheitel eingesenkt; Ri. 8 — 10, scharf, in
Höcker aufgelöst; Ar. 2 — 3 cm entfernt, 5 — 15 mm
lg., schief in die Höcker versenkt, hellbraunfilzig;
St. 11 — 13, etwas kammartig, 1—5 cm lg.,
spreizend oder angedrückt, gebogen, horngrau, am
Fuße verdickt; Bl. seitlich, trichterig, 16 —18 cm
lg., 8 cm 0; Ov. 2 cm lg.; Seh. 6 mm lg.,
bräunlich, mit schwarzen, braunen und weißen H.;
Trichter 8 — 9 cm lg. mit 1 cm lg. grünlich-braunen
Seh., meist schwarz behaart; Sep. lanzettlich,
bräunl. oder grünl. weiß, 40 x 5 mm; Pet.
lanzettlich, 50 x 10 mm, weiß; Gr. 11 cm lg., grünl.-
gelb mit 12 gelben N. von 1 cm Länge. —
Bolivien (Tarata, Cochabamba, bei Matarani).
Auffallend durch die langen Stacheln und die dichten
schwarzen Haare der Röhrenschuppen.
Echinopsis pamparuizii Card. 1968
Nach Herkunft benannt.
K. kugelig bis kurz-zylindrisch, Scheitel
niedergedrückt, 7 cm h., 8 — 9 cm dick, hellgrün; Ri. ca,
11, 1,5 cm h., scharf, 2 cm breit; Ar. 15 —18 mm
entfernt, rund mit 4 mm 0, graufilzig; Rst.
6 — 8, sehr dünn, 4 —20 mm lg., seitlich zum K.
gebogen; Mst. 1, gerade, 15 —25 mm lg.; St. alle
horngrau; Bl. von der Seite des K., sehr dünnröhrig.
14/15 cm lg., 4 —5 cm breit; Ov. 15 mm lg., grün;
R. in halber Höhe nur 4 mm dick, dunkelbraun
und grau behaart; Sep. wenige, lanzettlich,
hellgrün, zurückgebogen; Pet. spatelig, rein weiß;
Gr. 9,5 cm lg., sehr hellgrün, unten gelblich, oben
weißlich; 8 N. hellgelb, 10 mm lg. — Bolivien
(Prov. Boeto, Chuquisaca, Pampa Ruiz, auf dem
Wege zum Rio Grande in 1400 m Höhe).
Eine ähnliche Art ist Echinopsis semidenudata
Card.
Echinopsis riviere de caraltii Card. 1971
Benannt nach Dr. Fernando Riviere de Caralt,
dem bedeutenden Förderer einer großen
Sammlung, wohl der vollständigsten Opuntia-Sammlung
der Welt bei Blanes/Barcelona; K. kugelig,
6 cm h., 10 cm br., graugrün; Ri. 14 scharfkantig,
aufgelöst in gerade, regelmäßige, beilförmige Hck.;
Ar. in 2 —3 cm Abstand, elliptisch, 4 —6 mm lg.,
am Fuß der Hck. sitzend; St. fast immer fehlend;
Bl. seitlich, trichterförmig, 21cm lg., 9 cm 0;
Ovarium kugelig, 18 mm lg., ebenso wie die Röhre
grün mit 4 — 8 mm lg. rosa Seh., die weiß, braun
und schwarz behaart sind; Sep. und Pet. lanzett-
iich, grünlichweiß; Gr. mit 12 hellgelben N. —
Bolivien (Prov. Boeto, Chuquisaca bei Villa
Serrano in 2150 m Höhe.)
Die Art ist an dem fast vollständigen Fehlen der
St. und an den baumwollartigen Haaren an den
unteren Ar. gut zu erkennen.
468 Echinopsis — Eriocactus
Echinopsis semidenudata Card.
Mit sehr engröhriger Blüte, ähnelt Echinopsis
pamparuizii Card. — Bolivien (Tarija, Villa
Montes in 600 m Höhe).
Echinopsis tapecuana (Pseudolobivia Backbg.)
Ritt. „Succulenta" 1965; (FR 777). (In Klammer
Vergleichsangaben der sehr ähnlichen Echinopsis
obrepanda.)
K. 5 —12 cm 0 (8 — 18 cm) ohne Rübenwurzel; Ri.
12 — 16 (13 — 28) weniger gekerbt als bei Eps.
obrepanda ; Ar, rund oder breitoval, 2 — 4 mm 0,1—2 cm
entfernt, gerade (schräg); St. dünnpfriemlich; Rst.
0,5 — 2 ( — 6) cm lg., im Alter oft kürzer oder
fehlend; Bl. anscheinend der von E. obrepanda
ähnelnd. — Bolivien (Prov. O'Connor, Tapecua).
Eomatucana Ritt.
Ein neues Genus Ritters für Pflanzen mit aktino-
morphen Blüten und ± leichter Behaarung am
Fruchtknoten. Es bleibt" zu prüfen, ob die bisher
einzige Art Eomatucana oreodoxa Ritt, nicht
auch unter Submatucana aufgenommen werden
kann. Gelegentliche aktinomorphe Blütenformen
kommen z. B. auch bei Matucana vor (C.
Backeberg).
Epiphyllum Haw.
Epiphyllum crenatum v. kimnachii H. Bravo
K. buschig; Tr. bis 50 cm lg., 7 —15 cm br., unten
verjüngt bis rippig, oben stumpflich, ± flach
gekerbt, grün, anfangs zum Teil ± rötlich; St. bis 10,
ca. 7 — 12 mm lg., stärker an Zahl im Basalteil
der Tr.;Bl. (16-) 22-29 cm lg., 14-20 cm
äußerer 0, 10 —12 cm innerer 0; R. gebogen, bis
18 cm lg., Seh. bis 1 cm lg. mit reichlicher,
gelblicher Wolle und 6 (—20) Bst., ziemlich steif,
6 — 12 mm lg.; Sep. braungelb; Pet. gelblichcreme;
Ov. ± höckrig, ± steifborstig (nach Abb.); Stbf.
gelblich, unten grünlich; Fr. rund bis oblong, bis
7 cm lg., mit bis 10 steif borstigen St., Pulpa weiß;
S. bis 2 mm lg., glänzend schwarz. — Mexiko
(Oaxaca, Chiapas, an mehreren Standorten).
Hat nichts mit dem südlicher vorkommenden und
kahlblütigen E. crenatum zu tun. K. Schumann
(Gesamtbeschreibung S. 203) sagte schon über
dessen Artengruppe: „Fruchtknoten niemals mit
Wollbüscheln, Borsten oder Stacheln". Wenn die
Pflanze als Varietät gelten soll, kommt nur Mar-
niera macroptera in Frage, weshalb die Art hier
allein als Marniera macroptera v. kimnachii
(H. Bravo) Backbg. n. comb. (Basionym wie
oben) geführt werden kann. Seit Britton & Rose
ist der Differenzierung der Blütenbekleidung sonst
wenig Aufmerksamkeit gewidmet worden.
Bezeichnend ist daher, daß von Marniera jetzt
2 Arten und 1 Varietät bekannt sind, die alle
borstenstachlige Bl. bzw. Ov. und Fr. haben (nach
Backeberg).
Epithelantha (Web.) Br. & R.
Epithelantha bokei Benson
Nach Mr. Norman H. Boke benannt.
K. einzeln oder wenige, 2,5 — 5 cm lg. u. 0; Höcker
1,5 mm lg. u. br.; Ar. 1 mm 0, 2 mm entfernt;
St. sehr dicht, K. verdeckend, ca. 35 — 38, weiß;
Bl. 10 —12 mm 0 und Länge; Sep. rosa, Ränder
heller; Pet. bis 9 mm lg. und 3 mm br.; Gr. mit
3 N., gelblich; Fr. rot mit wenigen 0,7 mm lg. S.,
schwarz. - Mexiko (Chihuahua), USA (Texas,
Rio Grande in Big Bend-Region und westl. Brew-
ster County auf Bergrücken und Felsen in 750 bis
1200 m Höhe.)
Erdisia Br. & R.
Erdisia gracilis (FR 1299)
Beschreibung fehlt.
Erdisia melaleuca (FR 687)
Beschreibung fehlt.
Erdisia quivillana (FR 688)
Beschreibung fehlt.
Eriocactus Backbg.
Eriocactus magnificus Ritt. 1964
K. kugelförmig, später verlängert, manchmal
sprossend, Epidermis erwachsener Pflanzen blau
bereift; Scheitel schräg zum Licht gewandt, etwas
eingesenkt, später ganz mit weißem Filz bedeckt;
Ri. 11 — 15, mit schmalen Kanten, verdickten,
weißfilzigen Ar.; Ar. 1—3 mm entfernt, bei
blühfähigen Pflanzen 3 — 5 mm lg., durch filzige Brük-
ken miteinander verbunden; St. 12 — 15,
haardünn, gelb, 5 — 6 mm lg.; Mst. 8 — 12, weich,
nadeiförmig, braun; H. zahlreich, weiß, ca. 8 mm lg.;
Bl. aus dem Scheitel, tags, 4 — 5,5 cm lg.,
trichterförmig, schwefelgelb, rundspatelig; R. dicht von
fleischigen, dreieckigen Schüppchen umgeben, an
deren Spitze weiße bis braune, ca. 10 mm lange
Stachelborsten sitzen; Stbf. und N. hellgelb; Fr.
kugelförmig, ca. 1 cm dick; S. ca. 1 mm groß,
rotbraun, glänzend. — Brasilien (Rio Grande
do Sul, Serra Geral, Julio de Castilho in 2200 m
Höhe).
Der Entdecker dieser Art, Leopold Horst, schickte
1962 die ersten Exemplare dieser herrlichen
Pflanzen an Kakteen-Haage unter der Bezeichnung:
„Körper blau mit gelben Borsten". 1964 sammelte
er sie erneut zusammen mit Fr. Ritter. Sie
gehört zu den schönsten Entdeckungen der letzten
Jahrzehnte.
Eriocereus — Frailea 469
Eriocereus (Berg.) Rice.
Eriocereus crucicentrus
Mit kreuzartig gestellten Mittelstacheln.
Noch unbeschrieben.
Eriocereus tarijensis
Ist eine unbeschriebene Art, aus Tarija stammend.
(FR 850, 619). - Bolivien.
Eriosyce Phil.
Eriosyce ihotzkyanae
Nach Herkunft benannt, noch unbeschrieben.
St. dunkler als bei anderen E., kräftig gekrümmt.
Espostoa Br. & R. emend. Werderm.
Espostoa calva (FR 1314)
Beschreibung fehlt.
Ferocactus Br. & R.
Ferocactus (S.-D.) haematacanthus Borg
Keine Varietät von Ferrocactus stainerni.
Rotstachliger F.
K. einfach, kugelig, später zylindrisch, 30 — 120 cm
h.. 20 —26 cm 0, grün, weißwolliger Scheitel;
Ri. 13 — 27, schmal, Ränder leicht wellig; Ar.
16 —23 mm entfernt, anfangs seidig-gelb, später
vergrauend; Rst. 6, zwei obere abgeflacht, 25 bis
35 mm lg., Basis tiefrot mit gelber Spitze; 4 Mst.,
abwärts gerichtet, gleiche Farbe, gerade oder
leicht gebogen, 40 —80 mm lg.; Bl. rings um den
Scheitel, 60 —70 mm lg., 25-30 mm br.,
purpurrot; Fr. ovoid, tiefpurpurn, 22 —35 mm lg.,
14-27 mm 0; S. 1,8 mm lg., schwarz. — Mexiko
(Puebla, Kalkstein berge zwischen Esperanza und
Cumbres de Acultzingo in 2700-2900 m Höhe).
Ferocactus lindsayi H. Bravo
Nach Dr. G. Lindsay benannt.
K. einfach, kugelig, später zylindrisch, 60 cm h.,
40 cm 0, gräulichgrün; Ri. 13-18, 4 cm h.,
scharfkantig; Ar. 6 —10 mm entfernt, elliptisch,
etwa 3 cm lg., graufilzig, blühfähige gelbwollig,
mit 7—9 roten Glandeln; Rst. 5 — 6, rund oder
etwas abgeflacht, 2,5 —3 cm lg.; Mst. 1, gerade,
4,5 cm lg., grau mit schwarzen Spitzen; Bl. nahe
dem Scheitel, glockenförmig, mit Ov. 5 cm lg.,
3-4 cm br., glänzend gelb; Fr. ovoid, 1,5 cm lg.
und 0, purpurrot; S. klein, schwarz. — Mexiko
(Michoacan, am Unterlauf des Rio Balsas).
Frailea Br. & R.
Frailea albiareolata Buin. & Bred. 1973
K. einzeln, bis 3,5 cm 0 und 2 cm Höhe
dunkelgrün; Ri. senkrecht, ca. 20, 4 — 5 mm entfernt, in
Warzen aufgelöst; Ar. 1,5—2 mm lg., dicht
weißwollig, später kahl; St. glasig und etwas rotbraun,
später hellbraun, steif; Rst. 15-16, strahlend;
Mst. 1—4, dunkelbraun; Bl. trichterförmig,
25 mm lg., gelb; Gr. weiß mit 7 sehr papillösen,
weißen N.; Fr. mit Aréolen, grauweißen H. und
hellbraunen Borsten. S. mützenförmig mit matt-
glänzender, kastanienbrauner Testa. — Uruguay
(westlich von Tacuarembo nach Paysandu,
zwischen steinigem Geröll und spärlichem Gras).
Frailea albicolumnaris Ritt. 1970
Weiß-säulige F.
K. säulig, 4 —6 cm h., 20 —26 mm breit; Ri.
21—24, aufgelöst in ca. 1 mm hohe Höcker; Ar.
braun, 1 —1,5 mm lg. in 1,5 mm Abstand; St.
weiß, am Fuße rotbraun, stechend abwärts
gebogen; Rst. 14-18, 3-5mm lg.; Mst. 2-4;4mm
lg; Ansätze der Stbf. ca. 2 mm vom Blütenboden;
Pet. 25 mm lg., 5 — 7 mm br., lang gespitzt,
schwefelgelb; S. dunkelschwarzbraun, glatt, glänzend,
2 mm lg., 2,5 mm br. — Brasilien (Rio Grande
do Sul, Livramento).
Frailea albifusca Ritt. 1970 (FR 1392)
Weiß-rotbraune F. Von Frailea gracillima
unterschieden durch gedrehte St., 8 — 11 Rst., 3 — 4 mm
lg.; 2-5 Mst., 5-10 mm lg.; Bl. ca. 35 mm lg.
und 0, Blütenkelch innen untere 3 mm rein grün,
darüber 4 mm schwefelgelb, Ansätze der Stbf. nur
im grünen Teil der Röhre; Stbb. goldgelb; S. braun.
— Uruguay.
Frailea asperispina Ritt. 1970 (FR 1368)
Rauhstachlige F.
K. einzeln, zylindrisch, 2 —5 cm h., 10 — 25 mm 0,
grün; Ri. 14 — 19, aufgelöst, 0,5 —lmm h.; Ar.
0,6 —lmm lg. in 1—2 mm Abstand; St. weiß,
stechend, rauh, 8 — 13 von 1,5 —3 mm Länge,
randständig; Bl. 40 mm lg., 35 mm 0; Ov. mit
dichten, roten Schuppen, mit dichter weißer Wolle
und braunen Borsten bedeckt; Blütenröhre 7 mm
lg., innen hellgelb, unter grünlich, außen gelb
und braun; Stbf. hellgelb; Stbb. blaß goldgelb,
7-9 hellgelbe N.; Pet. lanzettlich, 25 mm lg.,
5 —6mm br., schwefelgelb; Fr. grün, kugelig; S.
schwarzbraun. glatt, glänzend. — Brasilien (Rio
Grande do Sul, Sao Pedro).
Frailea aureispina Ritt. 1970 (FR 1386)
Goldstachlige F.
K. zylindrisch, hellgrün, 15 — 25 mm br., einzeln;
Ri. 13 — 18, 0,5-1 mm h., aufgelöst; Ar. 0,8 mm
lg., 0,5 mm br., fuchsrot, in 1 —1,5 mm Abstand;
St. hellgelb; Rst. 10-13, 3-4 mm lg., spitz-
nadelig, gerade; Mst. fehlend oder 1—2; Bl. 4 cm
lg.; Ov. mit grauer Wolle und braunen H. bedeckt;
Blütenkelch innen blaßgelb, außen gelbgrün; S.
fast schwarz. — Brasilien (Rio Grande do Sul.
Quarai, nach Norden)
v. pallidior Ritt. Unterschieden durch etwas
längere, graufilzige Ar., blassere St.,
schwefelgelbe Pet. — Brasilien (Rio Grande do Sul,
Livramento, nach Osten).
470 Frailea
Frailea concepcionensis Buin. & Moser
K. gruppenbildend, 2,5 bis 8 cm 0, bis 1,75 cm h.,
grün; Ri. bis 13, in runde, rötliche Wärzchen
aufgelöst; Ar. oval, bis 2 mm lg., mit wenig weißem
bis gelblichem Filz; St. 8 — 10, gespreizt abstehend,
3 —5 mm lg., hell gelblich; Mst. selten 1; Bl.
trichterförmig, 24 mm lg. und br., hell
zitronengelb; Sep. 5 — 11 mm lg., spateiförmig mit Spitze;
Pet. 13 — 15 mm lg., spateiförmig mit nadeiförmiger
Spitze und fein gekerbtem Saum; Gr. gelblichweiß
mit 8 hellgelben N.; Fr. grün mit fleischigen,
rötlichen Schüppchen und weißen Wollhaaren und
Borsten; S. mützenförmig mit hellbrauner,
glänzender Testa. — Paraguay (beim Flughafen
Concepcion, am Rio Paraguay entlang zwischen
Gras und unter Sträuchern. 1966 von A. M.
Friedrich, Asuncion, gefunden.)
Frailea curvispina Buin. & Bred. 1973
K. einzeln, zylindrisch, bis 5 cm h. und 3 cm br.,
etwas graugrün; Bi. ca. 32, senkrecht ca. 2 mm
entfernt, in kleine runde, 1 mm hohe und 2 mm breite
Warzen aufgelöst; Ar. oval, etwas gelbfilzig, bald
verkahlend; St. den K. dicht umspinnend,
besenartig auch am Scheitel, ± gekrümmt und wirr
durcheinander verflochten, weiß bis gelblich,
glasartig, am Grunde graubraun; Bst. ca. 14, 4 — 6 mm
lg.; Mst. 1 von gleicher Länge. Bl. 30mm lg.,
26 mm breit, gelb; Frkn. oben beborstet, unten
kahl; Sep. und Pet. lanzettlich; Stbb. gelb; Gr.
und N. cremefarben; Fr. 18 mm lg., 12 mm breit
mit grauweißen Haaren und langen braunen
Borsten; S. kahnförmig, kastanienbraun. —
Brasilien (Rio Grande do Sul, nördl. Santiago auf
flachen Felsen).
Frailea demimita Buin. & Bred. 1973
K. einzeln, flach, bis 1 cm h., 2,5 cm 0,
dunkelgrün; Bi. 17 — 20, senkrecht, in 3 mm gr. W.
aufgelöst; Ar. 1,5 mm lg., 1 mm br., in 1,5 mm
Abstand, mit hellbraunem Filz, später kahl; St. dünn,
bernsteinfarben; Bst. ca. 15, 3,5 — 4 mm lg.,
strahlend kammförmig; Mst. bis 2, oft fehlend,
abstehend, leicht gebogen, dunkler als die Rst.; Bl.
trichterförmig, zitronengelb, 18 mm lg., 20 mm
br., außen mit Bst. und H.; Sep. und Pet.
spateiförmig mit Spitze; Gr. 9 mm lg., weiß mit 4
cremefarbenen N.; Fr. 13 mm lg., hellbraun beborstet
und behaart; S. mützenförmig, 1,5 —1,7 mm lg.
mit glänzend braunschwarzer Testa. — Brasilien
(Rio Grande do Sul, nördl. Livramento, in ca. 340 m
Höhe auf steinigen Hügeln zwischen Gras).
Frailea friedrichii Buin. & Moser 1973
Nach Herrn A.-M. Friedrich benannt.
K. meist einzeln, bis 3x3 cm h. u. br.,
dunkelgrün bis kupferrot; Ri. bis 19, in Höcker von 4 mm
0 aufgelöst; Ar. oval, mit etwas hellbraunem Filz;
St. etwas voneinander entfernt, z. T. gebogen und
kammförmig gestellt, auf jeder Seite 6, unten und
oben noch ein kleinerer Mst.. alle 3 mm lg., rötlich
bis hornfarben. BL trichterförmig, 23 mm lg. u.
br., gelb; Ov. 4 mm lg. u. br. mit Borsten und
weißen H.; Receptac. ca. 3 —4 mm lg., m. Bst.
u. weißen H.; Sep. spatelig, oben gespitzt,
goldgelb gestreift; Pet. spateiförmig, gelb; Gr.
gelbweiß mit 8 gelbweißen N.; Fr. 6 — 8 mm 0, mit
Bst. und Wollhaaren; S. mützenförmig, schwarz,
mattglänzend, 1,5 x l,2mmgr. — Ostparaguay
(bei Chololö-i).
Frailea fulviseta Buin. & Bred. 1973
K. dunkelgrün, einzeln, nicht sprossend, 7 cm lg.,
bis zum Wurzelhals 11 cm lg., 2,2 — 3 cm 0, mit
rübenartiger Wz.; Ri. bis 20, 2 —3 mm entfernt,
aufgeteilt in runde Warzen, bis 2 mm h., 2 —3 mm
0; Ar. erst 2 — 3 mm entfernt, später bis 1 mm,
oval, zuerst mit wolligen, goldgelben Härchen,
später kahl; St. goldbraun, 1,5 —2 mm lg., dünn,
strahlend bis kammförmig, meist nach unten
gerichtet; Rst. an jeder Seite 6 — 7 ( — 8), am Fuß
verdickt; Mst. 2, je einer nach oben und nach
unten, ca. 1,5 mm lg., am Fuß verdickt; Bl.
trichterförmig, 34 mm lg., 38 mm br., gelb; R.
beschuppt mit gelbbraunen Bst. und H.; Sep.
spitz spatelig mit glattem Rand; Pet. spatelig,
gespitzt, 5,5 mm br., m. gezähneltem Rand; Gr.
15 mm lg., weiß; N. weiß mit Papillen, 9,4 mm lg.;
Stbf. weißlich; Stbb. gelb. Fr. oval mit hellbraun
beborsteten Ar. und H.; S. mützenförmig mit
glänzend schwarzbrauner Testa. — Brasilien
(Rio Grande do Sul, bei Sao Francisco de Assis,
in 100 —200 m Höhe in humoser Erde zwischen
Felsbrocken. 1969 von L. Horst gefunden.)
Frailea horstii Ritt. 1970 (FR 1353)
Nach dem Sammler Leopold Horst benannt.
K. länger als bei F. gracillima; Ri. 20 — 33; Rst.
15-20; Mst. 3-6, braun; Bl. 4 cm lg., 5 cm 0,
wenn geöffnet; R. 4 —5 mm lg.; Pet. 27 mm lg.,
2,5 — 4 mm br., fast linearisch. — Brasilien (Rio
Grande do Sul, Cacapava).
Frailea ignacionensis Buin. & Moser
K. einzeln, 2,5 —3 cm h., 4 —4,5 cm br., grün;
Ri. bis 18, aufgelöst in flache, warzenförmige
Höcker, 6 mm 0; Ar. oval, mit braunem Filz;
St. getrennt und ± kammförmig angeordnet, auf
jeder Seite 5, unten ein kürzerer, oben ein oder
mehrere kleine Beistacheln, bis 5 mm lg., hell bis
rotbraun; Mst. meist 1, bis 4 mm lg., dunkler
rotbraun; Bl. trichterförmig, 24 —30 mm lg., 20 bis
45 mm br., schwefelgelb; Pericarpell 5,5 mm lg.,
4 mm br. mit hellbraunen Bst. und weißen H.,
ebenso das 3 mm lg. Receptaculum; Sep.
spateiförmig, oben gespitzt, weißlich bis fahlgelb; Pet.
ebenso, aber länger und breiter, schwefelgelb;
Gr. 10 mm lg., gelblichweiß; N. 5, Länge 2 mm.
gelblichweiß; Stbf. gelblichweiß^ Stbb. gelb; Fr.
kugelig, 5 —6 mm 0, mit hellbraunen Bst. u.
grauen H.; S. mützenförm., braunschwarz, matt
glänzend. — Paraguay (bei San Ignaciö).
Frailea — Gymnocactus 471
Frailea lepida Buin. & Bred. 1973
K. einzeln, zylindrisch, bis 5 cm lg., 1 — 1,5 cm 0,
dunkel- bis schwarzgrün; Ki. bis 18, senkrecht, in
runde W. aufgelöst; Ar. auf der Warzenspitze,
1 mm lg., ca. 2 mm entfernt, weiß wollig, später
kahl; Rst. 18 — 20, strahlend, 1,5 — 2 mm lg., dünn,
weiß; Mst. 2 — 4, senkrecht nach oben, 2,5 — 3 mm
lg., braun, stärker als die Rst.; Bl. trichterförmig,
19 mm lg., 22 mm br., gelb, außen mit hellbraunen
Bst. und grauweißen H.; Sep. spateiförmig, 9 bis
10 mm lg., zitronengelb; Pet. spitz, glänzend
zitronengelb ; Stbf. hellgelb; Stbb. gelb; Gr. hellgelb mit
5 — 6 gelblichweißen N.; Fr. 8 mm dick; S. mützen-
förmig, mit glänzend braunschwarzer Testa. —
Brasilien (Rio Grande do Sul, westlich Dom
Pedrito, östlich Livramento in ca. 200 m Höhe
zwischen dichtem Pampa-Gras auf Felsbrocken.
Von L. Horst gefunden.)
Frailea mammifera Buin. & Bred. 1973
K. einzeln, selten sprossend, ca. 3 cm h., bis
2,5 cm br., glänzend dunkelgrün; Ri. bis 17, ca.
3 mm breit, in auffällig verteilte, runde oder breite,
bisweilen etwas zugespitzte, 2 — 3 mm hohe, unten
bis 2,5 mm breite, unterseits schwarzgrüne Warzen
aufgelöst; Ar. auf der Warzenoberseite, oval,
1,25 — 1,50 mm lg., 1 mm br., erst goldbraunfilzig,
später kahl; St. gespreizt bis seitwärts gerichtet
oder fast kammförmig nach jeder Seite 3 gestellt,
bisweilen 1—2 nach unten gerichtet, fein und
goldgelb behaart, später schmutzig weiß, 2,5 — 3 mm lg.;
Mst. fehlend; Bl‚trichterförmig, hellgelb, 25 mm lg.
und br.; Pet. hellgelb, am Grunde mit einem roten
Fleck; Fr. 17 mm lg., 10 mm breit, kugelig; S.
kahnförmig, glänzend kastanienbraun. —
Brasilien (Rio Grande do Sul, nördlich Pedrito in
ca. 250 m Höhe auf grasigen, etwas felsigen Stellen.
Von L. Horst entdeckt.)
Frailea matoana Buin. & Bred. 1971
Benannt nach Herkunft aus dem Mato Grosso.
K. einfach, gedrückt-kugelig, bis 11 mm h.,
25 mm 0, rot bis. dunkelbraun; Ri. ca. 15, in
kl., fast quadratische Höcker geteilt; Ar. oval,
bis 2 mm lg., 1 mm br., mit grau-weißem Filz,
in ca. 2 mm Abstand; St. strahlend, ± kammartig,
beiderseits 4, 1 — 2 nach unten, mitunter 1—2
kleinere nach oben; Mst. gelegentlich ein gerader,
kürzerer; alle St. rostbraun; Bl. trichterförmig,
21 mm lg., 20 mm 0, gelb; R. mit weißen H. und
11mm lg., hellbraunen Bst.; Sep. spatelig, 6 bis
13 mm lg.; Gr. 12 mm lg., gelblich-weiß mit 8 N.;
Stbf. gelb; Fr. 5-6 mm lg., 6-7 mm br.; S.
kastanienbraun. — Brasilien (Mato Grosso,
Serra de Maracaju, in 270 — 300 m Höhe auf
sandigem Boden unter Gras und kleinen Sträuchern.
Von W. Übelmann und L. Horst 1967 entdeckt.)
Frailea moseriana Buin. & Bred. 1973
K. gruppenbildend, Einzelkopf bis 3,5 cm 0 und
bis 2,5 cm Höhe, grün; Ri. bis 15, in runde Warzen
aufgelöst mit halbmondförmigem Fleck unter
jeder Warze. Ar. rund, mit schmutzig gelbem Filz,
bald verkahlend; St. den Scheitel verhüllend,
strahlend, etwas zum K. gebogen, fast
kammförmig, 5 nach jeder Seite, bis 5 mm lg., der unterste
kürzer; Mst. zuweilen 1, bis 4 mm lg., nach oben
abstehend; Bl. 24 mm lg., hellgelb; S. mützen-
förmig, glänzend kastanienbraun. — O-Paraguay
(bei Yta-Ybate auf der Hochebene. Wurde von
A. M. Friedrich, Asuncion, entdeckt.)
Frailea perumbilicata Ritt. 1970 (FR 1385)
K. kugelig, einzeln, 2 —3 cm 0; Ri. 16 — 19,
aufgelöst, fast ganz abgeflacht; Ar. bräunlich, 0,7 mm
lg., in 2 —3 mm Abstand; St. braun, spitznadelig,
gedreht, etwas ausgebreitet; Rst. 6 — 10, 2 — 3 mm
lg.; Mst. meist fehlend, mitunter 1; Bl. 34 —40mm
lg.; Ov. mit weißer Wolle und dunkelroten Borsten
bedeckt; Kelch am Grunde grün, höher gelb,
7 mm lg.; Stbf. rein gelb, die unteren 12 mm lg.,
die oberen 6 mm; Gr. gelb. — Brasilien (Rio
Grande do Sul, zwischen Livramento und Passo
da Garda).
v. spinösior Ritt. Unterscheidet sich durch
14 — 18 Ri. und 1,5 —2 mm Areolenabstand;
Rst. 8 — 11, blasser, zusätzlich 1—3 weitere. —
Brasilien (Rio Grande do Sul, Livramento, nach
Norden gerichtet).
Frailea ybatense Buin. & Moser 1971
K. einzeln, flachgerundet, bis 4 cm 0, bis 2,5 cm
h., mittel- bis dunkelgrün; Ri. bis 24, aufgelöst in
warzenförm. Höcker von 6 mm 0, meist rötlich
bis violettfarben; Ar. oval m. elfenbeinfarb. Filz;
St. etwas gebogen, kammförmig strahlend,
seitwärts gestellt, an jeder Seite 5, 1 nach unten,
1 nach oben; Mst. selten 1; St. alle etwas rauh,
weißlich, farblos; Bl. trichterförmig, 30 mm lg.
und br., zitronengelb; Perikarp. 8 mm lg., 5 mm
br., unten kahl, darüber mit braunen Bst. u.
weißen H.; Receptac. 5 mm lg., ebenso; Sep.
spateiförmig m. feiner Spitze, schmutziggelb mit
grünem Streifen; Pet. spateiförmig, gespitzt, fein
gewimpert, hell zitronengelb; Gr. 10 mm lg.,
hellgelb ; N. 5, Länge 3 mm, gelblich weiß; Stbf.
hellgelb; Stbb. 1 mm lg., gelb; Fr. rund, 7 mm 0, m.
hellbraunen Bst. u. weißen H.; S. mützenförmig,
dunkelbraun, matt glänzend; Testa flach ge-
höckert. — Paraguay (bei Ytá-Ybaté, südöstl.
v. Asuncion, in roter, sandiger Erde zwischen
Steinen.)
Gymnocactus Backbg.
Gymnocactus aguirreanus Glass & Foster 1974
K. meist einzeln, 5 cm h., 7 cm 0, bereift; Ri.
oft in dicke, schlaffe, 1 cm lg., 15 mm br. Höcker
aufgeteilt, in der Sonne kupfer- oder purpurrot,
472 Gymnocactus — Gymnocalycium
Epidermis rauh und körnig; St. orangebraun, im
Scheitel dicht, die oberen bräunlich, am Grunde
orangegelb, später grau-weiß mit schwarzen
Spitzen; Mst. 2 oder mehr, ähnlich den Rst.,
12 — 15 mm lg.; Bl. klein, 18 mm lg., gelblich oder
rötlichgelb; Sep. und Pet. mit breiten rötlichen
Mittelstreifen und Spitze; Fr. bronze-grünlich-
purpur, nackte Beere, ca. 12mm lg.; S. 1,5mm
lg.; Testa dunkelpurpurrot bis schwarz, klein ge-
höckert. — Mexiko (Süd-Coahuila, Sierra de la
Paila, Canyon Verde, auch in den Bergen von
Cuatrocienegas).
Gymnocalycium Pfeiff.
Gymnocalycium antherosacos (FR 964)
Noch unbeschrieben.
Gymnocalycium bayrianum Till 1967
Benannt nach Dir. Alfred Bayr, dem langjährigen
Präsidenten der Gesellschaft österr.
Kakteenfreunde. — K. gedrückt, halbkugelig, blaugrün; Wz.
kurz rübenförmig; Ri. 6 — 10, an der Basis breit
und flach, am Scheitel schwach gekantet, über
den Areolen kurze Querkerbe; Ar. ca. 2 cm entfernt,
im Neutrieb mit gelblichem Filz, später
vergrauend; Rst. 5, 25 —30 mm lg., meist stielrund, zum
K. gebogen, im Neutrieb hellbraun, vereinzelt
mit dunkler Spitze; zuweilen Mst. von 35 — 45 mm
Länge; Bl. scheitelnah, trichterförmig, ca. 62 mm
lg., 40 mm 0, cremeweiß mit seidigem Glanz,
Schlund rosa; R. und Ov. kurz, graugrün mit lila-
rosa Schuppen besetzt; Sep. spatelig, ca. 22 mm
lg., 8 mm br., cremeweiß mit metallisch
schillerndem Mittelstreifen; Pet. breitlanzettlich, ca.
27 mm lg., 6 mm br., cremeweiß mit seidigem
Glanz und rötlichem Fuß; Stbfäden lang, weiß,
untere dem Gr. anliegend, übrige übereinander an
der Röhrenwand, den Gr. weit überragend;
Stbb. hellgelb; Gr. mit N. 16 mm lg., 1,6 mm 0,
grünlichgelb; N. llstrahlig, grünlichgelb; Fr.
ovoid, etwas gekantet, graugrün, blau bereift, mit
lilarosa Seh. besetzt, längsaufreißend; S. klein,
länglich, leicht gekrümmt, Testa matt rotbraun,
mit feinen Warzen, Hilum oval, ohne Randwulst. —
Argentinien (Tucuman bei Medina in ca.
1000-1500 m Höhe). Die Art steht dem G. car-
denasium und dem G. spegazzinii nahe, ist aber
durch hellere Körperfarbe, breitere und weniger
Rippen, kürzere Blüten, längliche Samen usw. gut
zu unterscheiden.
Gymnocalycium brevistylum (FR 1133)
Beschreibung fehlt.
Gymnocalycium calochlorum (Böd.) Y. Ito
v. roseiacanthum Hort.
K. flachrund, ca. 35 mm 0, 25 mm h., blau-
grün; Ri. 11; Ar. rund, gelblich; St. 9, alle
anliegend und gewunden, rosa; Bl. weiß mit rotem
Schlund, groß. — Argentinien (Sierra de
Cordoba). Eine kleinbleibende Varietät aus der
Verwandtschaft von G. sigelianum.
Gymnocalycium carminanthum Borth & Koop.
1976
K. einzeln, gedrückt-kugelig, Scheitel eingesenkt.
Epidermis matt blaugrün bis graugrün, bis
55 mm h., bis 100mm 0; Ri. 6 — 11, senkrecht
und flach, nur in Scheitelnähe kantige Kinnhöcker
unter den Areolen, Querkerben kurz. Ar. etwas
eingesenkt, oval mit kurzem, grobem Filz,
gelblich, später vergrauend; Rst. meist 7, derbpfriem-
lich, kantig, paarweise, schräg aufwärts oder
abwärts, der unterste senkrecht abwärts, alle zum K.
gebogen, fast anliegend, rosa bis hellgrau,
Neutrieb orange, darüber rotbraun, meist 15 — 25 mm
lang. Mst. meist fehlend; Bl. in Scheitelnähe aus
wolligen Ar., breitglockig, bis 45 mm h., bis
58 mm 0, Perikarpell breitbechrig mit hellgrünen,
weiß gerandeten Seh.; Sep. karmin, außen
glänzend blau- bis olivgrün; Pet. dunkler karmin.
breitlanzettlich mit sehr dunklem Mittelstreifen;
Stbf. scharlachrot, Antheren länglich, weißlich;
Gr. unten karmin, oben mehr zinnoberrot mit
91appiger gelber N.; Fr. dunkelgrün, S. mit matter,
gewarzter, schwarzer Testa. Auffallend ist, daß
die Blüten ca. 1 Woche lang von Mittag bis zum
Abend geöffnet sind. — Argentinien (Cata-
marca, Sierra de Ambato in 1300 —1800 m auf
mineralischem Boden in Gras und Felsspalten.)
Gymnocalycium chuquisacanum Card.
K. abgeflacht kugelig, 5 —6 cm h., 12 cm br..
graugrün; Ri. 13, in 1 cm hohe Höcker aufgelöst;
Ar. 1,5 cm entfernt, rundelliptisch, 7 mm 0,
grau- bis schwärzlichfilzig; St. alle hornfarben-
grau mit bräunlicher Spitze; Rst. 7 — 10, spreizend,
zum K. gebogen, 2 — 3 cm lg.; Mst. 1, nach oben
gebogen, 2,5 —3 cm lg.; Bl. wenige, im Scheitel
becherartig, 6,5 cm lg., 5 cm br., weiß, breit
öffnend; Kelch rund, 12 mm 0, hellgrün mit 5 mm
br., grünen, weißrandigen Schuppen; Sep.
lanzettlich, außen grünlich, innen rosa; Pet.
lanzettlich, lachsrosa; Stbf. magenta; Stbb. bräunlich;
Gr. 11 mm lg., hell magenta mit 22 N., diese gelb,
5 mm lg. — Bolivien (Prov. Azero, Chuquisaca,
bei Boyuibe in 700 m Höhe). Vielleicht auch von
Ritter beschrieben, gehört zur Gruppe G. zegarrae
und G. lagunillasense. Auffallend die 6,5 cm lg.
Blüten.
Gymnocalycium eurypleurum Ritt. (FR 1178)
K. einfach, fast kugelig, bis 7 cm 0, etwas
glänzend ; Ri. 8, gerade, flach und stumpf, zwischen den
Ar. durch eine Querfurche unterbrochen; Ar.
15 — 20 mm entfernt, oval, zuerst gelblich-weiß
behaart, später kahl; Rst. 5 — 6t einer abwärts
gerichtet; Mst. 0 oder 1; St. alle spitznadelig, 25 bis
30 mm lg., wenig zurückgebogen, zuerst dunkel-
Gymnocalycium 473
gelblich, später ergrauend, im Scheitel tief braun;
Bl. 45 — 50 mm 0; R. mit blassen, weiß gerandeten
Seh., am Ende mit karmesinroten Flecken
gezeichnet; Pet. lanzettlich, rosaviolett, mit blaß-
rosa Mittellinie, am Ende rotbraun; Stbf. weiß;
Stbb. gelb; Gr. weiß mit 12 hellgelben N.; Fr.
kugelig, 20mm 0; S. braun. — Paraguay (Cerro
Leon, im Gebiet der wilden Moros von F. Ritter
unter erhöhter Gefahr gesammelt).
Gymnocalycium horstii Buin. 1970
Nach dem Sammler Leop. Horst benannt.
K. bis 11 cm 0, bis 7 cm h., frisch-glänzendgrün,
mit Faserwurzeln; Ri. 5 — 6, bisweilen schwach
gehöckert; Ar. 3 je Ri., etwas filzig, oval, 5 mm
lg., 4 mm br., 3 cm Abstand; St. 5, gerade, schräg
abstehend, nicht anliegend, 1 nach unten,
hellgelb, bis 3 cm lg.; Mst. 0; Bl. bis 11 cm lg. u. br.,
in voller Sonne vormittags bis zum Abend weit
öffnend; R. mit rosa Schüppchen besetzt;
Blütenblätter lilarosa-cremeweiß, gespitzt, mit rosa
Mittelstreif. Äußere Bl.-blätter dklrosa; Stbf. und
Stbb. hellgelb; Gr mit 9 N., hellgelb; Fr. oval,
grün mit blauem Hauch, sehr langsam reifend,
seitlich aufplatzend; S. mützenförmig", klein. —
Brasilien (Rio Grande do Sul, bei Cacapava).
v. buenekeri Buin., unterschieden durch
gröbere St., dunkelgrüne Epidermis und
dunkelrosafarbige Blüten.
Gymnocalycium izozogsii Card.
K. einzeln, kugelig, 4 — 5 cm h., 9 — 12 cm 0
graugrün, rötlich getönt; Ri. 9 — 10, in Höcker
aufgelöst; Ar. 1,5 —2,5 cm-entfernt, rund, 6 — 8 mm
0, graufilzig; Rst. 10 — 11, strahlig oder schwach
angedrückt, 10 — 25 mm lg., grau oder hornfarben;
Mst. 15mm lg.; Bl. trichter- oder urnenförmig,
4 cm lg., 3 cm 0; Ov. kugelig, 7 mm lg.,
bräunlich mit rosa Schuppen, Blütenröhre kurz,
bräunlich, mit 6 mm lg., bräunlichen, rosa gerandeten
Schuppen; Sep. spatelig, 8 —16 mm lg., lachsrosa,
außen hellbraun; Pet. spatelig, 20 x 7 mm, hell
lachsfarben, Basis magenta; Stbb. magenta, An-
theren gelb-bräunlich; Gr. rosa mit 18 N.,
Blütenröhre innen rot. Die Art steht G.pflanzii nahe, hat
aber kürzere, angepreßte St., andere Blütenfarbe
und Herkunft. — Bolivien (Prov. Cordillera,
Santa Cruz, Izozog-Becken bei El Atajado im
lockeren, sandigen Boden, im Dorngebüsch in
400 m Höhe).
Gymnocalycium kozelskyanum Schuetz
K. gedrückt kugelig, Scheitel wenig eingesenkt,
bronzefarben, 6 cm h., 10 cm 0; Ri. ca. 14,
niedrig, fast höckerlos; Ar. ca. 20 mm entfernt;
Rst. 3, gerade oder wenig nach oben gebogen, steif,
20mm lg., dunkelbraun, später aschgrau; Bl. in
Scheitelnähe, ca. 6 cm lg.; Ov. u. Perikarpell
dunkelblaugrün mit halbkreisförm. Schuppen;
Sep. spateiförmig, 10 mm br., rosa bis
dunkelgraugrün; Pet. lanzettlich, satt rosa, unten
purpurn; Stbf. u. Stempel weiß; N. 8; Fr.
dunkelblaugrün, schuppig; S. dunkelbraun, glänzend. —
Argentinien (Cordoba).
Die Art wurde auch als G. vatteri verbreitet.
Gymnocalycium millaresii Card.
K. einzeln, kugelig, schwach gedrückt,
bläulichgrün, 6-8 cm h., 12-14 cm 0; Ri. 16-19,
gerade, in 6 —8 mm hohe Höcker von 2 — 2,5 cm 0
aufgelöst; Ar. 3 cm entfernt, elliptisch, 1 cm lg.,
mit schwärzlichem Filz; St. 7 — 9, kammartig
gestellt, gekrümmt; Mst. 1—2, aufwärts; alle grau
mit bräunlicher Spitze, 2 —4cm lg.; Bl. aus dem
Scheitel, trichterförmig, 4 cm lg., 4 cm 0; Ov.
kugelig, hellgrün-lila; Seh. breitrund, hell ge-
randet; R. 2 cm 0, hellgrüne Scb. mit lila Rand;
Sep. breitspatelig, 1 cm lg., rosa, außen grünlich;
Pet. lanzettlich, lachsrosa, unten magenta; Stbb.
5 mm lg., gelb; Gr. 17 mm lg., magenta; N. 13. —
Bolivien (Saavedra, Potosi, bei Millares, in
2600 m Höhe in quarzithaltigem Gestein).
Von G. zegarrae durch seine eigentüml. Stacheln,
Blütenfarbe und Herkunft unterschieden.
Gymnocalycium moserianum Schuetz
Nach dem bekannten Gymnoc.-Spezialisten
Günter Moser in Kufstein benannt.
K. gedrückt kugelig, dunkelgrün, bis 15 cm breit
u. 10 cm h.; Ri. ca 10, wenig gehöckert, Quer-
furchen flach; Ar. 20 mm entfernt, zuerst dick
weißfilzig, später kahl; Rst. 3 — 5, bis 25 mm lg.,
Basis dunkelbraun, oben heller; Bl. in
Scheitelnähe, reinweiß, Mitte rot; Stbf. unten weinrot,
oben gelb; S. braun, glänzend, 0,6 mm lg. —
Argentinien (nördlich Cordoba bei Serrazuela.
Von H. Fechser eingeführt.)
Gymnocalycium netrelianum (Monv.) Br. & R.
K. einfach, zuweilen sprossend, kugelig oder
breitkugelig; Scheitel kahl; Ri. 14, breit, gerundet
und gehöckert, etwas bläulich; Rst. 5 — 8,
bräunlich, borstig, biegsam, weniger als 1 cm lg.; Mst.
fehlend; Bl. fahl zitronengelb, 5 cm lg., sollen
eingeschlechtlich sein; innere Perianth-Segmente
breit länglich mit Spitze; Stbf. und Gr. weiß. —
Uruguay oder Argentinien.
Die Art gilt als Synonym von G.guerkeanum und
G. uruguayense. Nach Dr. Weber sehr ähnlich
dem G. hyptiacanthum, aber viel kleiner und nicht
weiß blühend.
Gymnocalycium paediophilum
Noch unbeschrieben.
K. einzeln, rundlich, blühfähige Pfl. bei 55 mm
Höhe ca. 60 mm 0; Ri. 7, senkrecht, um die Ar.
höckerartig erhöht; Ar. rund, etwas weißwollig,
5 mm 0, 20 mm entfernt; Rst. 9 — 12, bis 20 mm
lg., grau-rosa; Mst. 3, 2 kleinere nach oben, 1
größerer bis 25 mm lg., abstehend; Bl. ca. 53 mm lg.,
474 Gymnocalycium — Hildewintera
geöffnet 54 mm 0; Ov. bläulich mit weiß geran-
deten breiten Seh.; BL zuerst cremegelblich,
später weiß, Blütenblätter oben breit, abgerundet,
am Fuße schmaler; Sep. mit breiten, grauen
Mittelstreifen; Pet. wie die Sep. geformt, aber in
kl. Spitze auslaufend; Schlund rot; Stbf. rötlich;
Stbb. weißlich-elfenbein; Gr. weiß; N. weiß; Fr.
nur 2 cm lg., fast kugelig, bläulich mit rosa Seh.;
S. schwarzbraun, grubig punktiert. — Paraguay
(Cerro Leon).
Gymnocalycium ritterianum Rausch
Nach Friedrich Ritter benannt.
K. einzeln oder in kl. Gruppen, flachkugelig,
ähnlich wie bei G. megalothelos erscheinen die Sprosse
oft an der oberen Körperhälfte, hellgrün oder
bräunlich überhaucht, 3—4cm h., bis 11cm 0,
mit lg. Rübenwurzel; Ri. 10 — 12, senkrecht, durch
Querfurchen in Höcker geteilt; Ar. vertieft in
oberer Hälfte der Höcker, 5 mm lg., weißfilzig;
Rst. 7—9, davon einer nach unten, spreizend und
zum Körper gebogen, bis 25 mm lg.; Mst. selten 1,
nach oben gebogen, bis 30 mm lg.; St. alle
rosabraun; Bl. im Scheitel, 65 mm lg. und 75 mm 0;
R. dunkelgrün mit runden rosa Seh.; Sep. spatelig,
rosa-weiß mit grünlichen Mittelstreifen; Pet.
spatelig, sehr breit, weißglänzend, Schlund hell-
violettrosa; Gr. dick, 20 mm lg. mit 10 gelblichen
N.; Fr. birnenförmig, bläulich mit weiß-rosa Seh.;
S. 1 mm 0, schwarzbraun. — Argentinien (La
Rioja, bei Famatina in 3000 bis 3500 m Höhe).
Gymnocalycium roseiacanthum Hort. = G. calo-
chlorum v. roseiacanthum
Ähnlich G. sigelianum.
Gymnocalycium stenopleurum
Paraguay (Cerro Leon).
Noch nicht ausführlich beschrieben.
Gymnocalycium striglianum Jeggle 1973
K. einzeln, 30 —50 mm h., 40 —80 mm br., Epi-
dermis blaugrau bis braun; Ri. 8 — 12, in den
Kerben etwas gewellt; Ar. etwas länglich, bis 5 mm
lg., 2 — 3 mm br., filzig graubraun, 10 — 15 mm
entfernt; St. 3 — 5, bis 15 mm lg., schwärzlich, nicht
vergrauend; Bl. 40 mm 0, 50 mm lg., cremeweiß
mit rosa Schimmer, Seh. der länglichen
Blütenröhre rund, weißgerandet; Gr. mit 10 gelblichen
N.; Fr. graugrün, seitlich öffnend; S. schwarz,
rauh. Junge Pflanzen ähneln den G. asterium und
bodenbenderianum. — Argentinien (Mendoza).
Gymnocalycium tillianum Rausch 1970
K. einzeln, breitkugelig, bis 10 cm h.‚bis 15 cm 0,
blaugrau-grün; Ri. bis 15, gerade herablaufend,
15 —20 mm br., durch Querkerben in 15 —20 mm
lange, kantige Höcker zerteilt; Ar. ca. 8 mm lg.,
5 mm br., filzig; Rst. in 3 Paaren und einem nach
unten weisenden, spreizend und zum K. gebogen;
Mst. 0 — 1, abstehend und etwas nach oben
gebogen; alle St. bis 30 mm lg., pfriemlich mit
verdickter Basis, schwarz bis braun, später
vergrauend ; Bl. 30 mm lg. und 25 mm 0; Frkn.
kurz; R. grün mit rosa Seh.; Blumenblätter rund,
dunkelrot; Schlund und Stbf. karminrosa; Gr. und
N. (8 — 9) orangegelb; Fr. breitrund; S. kaum 1 mm
lg., hutförmig mit brauner Testa. — Argentinien
(Sierra Ambato in 3500 m Höhe).
Die Art ähnelt G. oenanthemum, unterscheidet
sich aber durch längere Bestachelung und oft
durch einen Mst., auch durch kleinere und
dunklere Blüte und abweichende Samenform.
Gymnocalycium uebelmannianum Rausch
K. einzeln, flachkugelig, 1 cm h. und bis 7 cm 0,
graugrün mit Rübenwurzel; Ri. 8 — 12, gerade,
durch Querfurchen in 5 — 8 mm lange Höcker
zerteilt; Rst. 5 — 7, kreideweiß, 5 —15 mm lg., nach
unten gebogen, kein Mst.; Bl. 35 mm lg. und 0,
weiß mit rosa Schlund; Gr. dick, gelb, mit 10 N.;
Fr. kugelig, 6 mm 0, grün mit ockerfarbenen
Schuppen; S. 1 mm gr., mattschwarz mit basalem
Nabel. — Argentinien (Sierra de Velasco in
2200-2800 m Höhe).
Die Art ist von G. andreae und baldianum
besonders durch die weißen St. und die hechtgraue
Epidermis unterschieden.
Gymnocalycium villa-mercadense (FR 6)
Beschreibung fehlt.
Haageocereus Backbg.
Haageocereus convergens
Ist unbeschrieben. (Loxanthocereus?)
Haageocereus decumbens v. multicolorispinus
Buin.
Diese Varietät steht zwischen Nazca und Lomas
auf sandigen Dünen fast ohne Wasser, sie wächst
in gelegentlichen Feuchtigkeitsperioden. Kommt
auch im Dept. Arequipa und Ica vor.
Haageocereus fulvus
v. gautanensis (FR. 1067)
Beschreibung fehlt.
Haageocereus rubrospinus (Akers) Backbg.
K. bis 1,50 m h. und 6 cm dick; St. dicht, fein
gelblich und rötlich mit weißen, feinen
Borstenhaaren; Bl. bis 6 cm br., karminrosa, weit
öffnend. — Peru.
Haageocereus superbus Cullm.
Beschreibung fehlt.
Hildewintera Ritt. 1966
Synonym Winterocereus Backbg.
Dieser Name wurde von Backeberg zugunsten
der Bezeichnung Hildewintera zurückgezogen.
Hildewintera — Lobivia 475
Synonym Winteria Ritt, wurde wegen
Ähnlichkeit mit dem bereits anderweitig benutzten Namen
Wintera zurückgezogen. Beschreibung siehe Win-
terocereus.
Hildewintera aureispina (Ritt.) Backbg.
Beschreibung siehe Winterocereus aureispinus
(Ritt.) Backbg.
Schlangenartiger, hängender Wuchs, Tr. bis 1,50 m lg.
Horridocactus Backbg.
Horridocactus scoparius (FR 1085)
Beschreibung fehlt.
Islaya Backbg.
Jslaya maritima (FR 590)
Von Rauh als J. grandiflorens beschrieben.
Jslaya minuscula (FR 1462)
Bisher nur der Name bekannt geworden.
Lasiocereus Ritt.
Lasiocereus fulvus Ritt.
K. strauchig, bis 3 m h., am Fuß sprossend,
Zweige 3-7 cm 0; Ri. 10 —14, stumpf, 7 — 10 mm
h., kaum gekerbt; Ar. 4 —6 mm 0, in 4 —7 mm
Abstand, rostfarbig; St. braunrot, gelb gespitzt,
gerade; Rst. 8 — 12, nadelspitzig, 5 —10 mm lg.;
Mst. 3 — 6, pfriemlich, längste 2 —5 cm; Bl. aus
dem Scheitel, nächtlich, 6 cm lg.; Ov. dick mit
graubrauner Wolle bedeckt, mit vielen Schuppen,
5 —10mm lg., rötlich, Nektarkammer 7 mm lg.;
Gr. ca. 3 cm lg., mit 16 gelben N.; Fr. kugelig;
S. schwarz, 1 mm lg., 0,7 mm br. — Peru
(östlich Balsas).
Lepismium Pfeiff.
Lepismium (Rhipsalis) saxatile Friede. &
Redecker
Zur Beschreibung auf Seite 200 dieses Buches:
Dr. Friedrich gab an: „In hügeligem Gelände
am Mittellauf des Tiefe, auf einer ca. 2 ha großen
Fläche mehrere hundert Gruppen. Im Verwelken
Bl. kanariengelb; Fr. fleischige Beeren, 8 — 10 mm
0; S* schwarz. Die Pflanzen werden bis 50 cm lg.
Die Blüten entstehen nahe dem Triebende".
Lobivia Br. & R.
Lobivia adpressispina (FR 977)
Beschreibung fehlt.
31 Kakteenlexikon 3. A.
Lobivia aguilari Vasquez 1973
K. einzeln, kugelig, 9 cm h., bis 17 cm 0, grün;
Ri. ca. 17, spiralig, durch Höcker geteilt; St.
11 — 18, aufrecht, am Ende leicht gekrümmt, der
kürzeste 1 cm, der längste bis 8 cm lg., ältere grau,
jüngere weiß; Bl. aus Scheitelnähe, glockenförmig,
8,5 cm lg.; Ov. kugelig, 1 cm 0, weißlich grün
mit rosa Seh. und dicken weißen H. aus den
Achseln; R. kurz, glockenförmig mit rosa Seh., weiße
und schwarze H. aus den Achseln; Sep. linealisch,
3,5 x 1 cm, außen hell magenta, innen magenta-
rot; Pet. oblong, 4 x 1,3 cm, rot; Gr. und N.
hellgrün; Stbf. magentarot; Stbb. gelb; Fr. rundlich,
17 x 15 mm, grün; S. 1 mm lg., schwarz. —
Bolivien (Dep. Cochabamba, Prov. Mizque, nahe
Molinero in 2500 m Höhe. Die Art wurde von
Sr. Edgar Aguilar T. entdeckt.)
Lobivia akersii Rausch 1973
K. einzeln, flachkugelig, 20 mm h. und bis 70 mm
0, dunkelgrün bis violettbraun; Ri. bis 18, in
scharfkantige Höcker versetzt, an deren oberem
Ende die runden, weißfilzigen Areolen sitzen;
Rst. 4 — 5, 7 —12mm lg., zum K. gebogen, z.T.
anliegend; 31st. 0 — 1, bis 25 mm lg., stark gebogen
bis eingerollt, braun, alle weich-elastisch; Bl. 40mm
lg. und 20 mm 0; Fruchtknoten eiförmig; R.
schmal, violettrot mit dunkelbraunen Seh., weißen
und braunen H.j“Sep. lanzettlich, violettrosa; Pet.
nur 12 —14 mm lg.; Schlund engtrichtrig, rosa
und innen weiß; innere Stbf. weiß, äußere orange;
Gr. 22 mm lg., weiß mit gelben N. Selbstfertil;
Fr. kugelig, 2 —3 cm 0; S. klein wie bei L. tegele-
riana. (Acantholobivia!) — Peru (bei Oyon in
3700 m Höhe).
Die Aufstellung einer besonderen Gattung
Acantholobivia ist kaum berechtigt. Laut Rausch gibt
es bedornte und unbedornte Früchte an vielen
Lobivia-Arten.
Lobivia akersii wurde früher auch unter dem
Namen Lobivia churinensis verbreitet.
Lobivia amblayensis Rausch 1972
K. einzeln, bis 2 cm h. und 3 cm 0, dunkel- bis
braungrün, mit Rübenwurzel; Ri. 11— 17, gerade,
senkrecht verlaufend; Ar. rund, 2 mm 0, 1 —2mm
entfernt, weiß- bis hellbraunfilzig; Rst. 14 — 16,
3 —6 mm lg., spreizend bis kammförmig, borstig-
brüchig, weiß mit rotbraunem Fuß, später braun;
Mst. 2 — 3, bis 8 mm lg., untereinander, abstehend,
kräftiger, im Neutrieb braunschwarz, später
schwarz; Bl. seitlich, 8 cm lg. und 6 cm 0,
Fruchtknoten lang elliptisch; Ov. u. R. rosabraun m.
braunen Seh. und braungrauen H.; Sep.
violettrosa oder rötlich m. braunem Mittelstreifen; Pet.
spatelig, bis 15 mm br., rund, ausgesägt mit feiner
Spitze, orangegelb u. rot gerandet; Hymen weiß,
Schlund u. innere Stbf. karminrot, äußere gelb; Gr.
grün oder dklrot, wie auch die 11 N.; Fr. elliptisch,
schwarzbraun m. rosa Seh. u. weißgrauer Wolle;
476 Lobivia
S. kugelig, mit schwarzer feinwarziger Testa. —
Argentinien (Salta, östlich Amblayo in 2800 m
Höhe). (Abb. 471)
v. albispina Rausch
Unterscheidet sich vom Typus durch weiße
St. — Argentinien (Salta, südlich Amblayo in
2300 m Höhe).
Dieser Formenkreis hat Ähnlichkeit mit Lob.
densispina, doch der Fundort ist weit getrennt.
Auch unterscheidet er sich durch seinen rotbraunen
Habitus, dunkelgrüne bis bräunliche Epidermis,
rote, später braun bis schwärzlich werdende St.,
den mehr als doppelt so langen wie breiten
Fruchtknoten und die meist orangerot gerandete
Blütenfarbe. Es gibt auch 15 km südlicher ein Areal mit
nur weißstachligen Pflanzen, diese blühen auch
orange.
Lobivia aureosenilis Knize 1969
K. zuerst kugelig, später verlängert und große
Gruppen bildend, hellgrün; Wz. zuerst fadenförmig,
Ki. 12 — 13, gerade, stumpf, an der Basis
verbreitert; Ar. klein, mit grauer Wolle; St. ungleich,
fast gerade, biegsam; Rst. 8 — 10, 1 cm lg. strahlig
gestellt; Mst. 3 — 5, goldgelb, bis 7 cm lg., gegen
den Scheitel gerichtet und oft gekreuzt; Bl.
rosenrot, 3,5 —4,5 cm 0, 3,5 cm lg.; Fr. braun, nackt
oder mit kleinen violetten Seh.; S. schwarz, matt,
0,2 —3 mm 0 (?) — Peru (Arequipa, bei Taru-
cani, auf 4000 m Höhe).
Lobivia buiningiana (FR 55)
Beschreibung fehlt.
Lobivia cabradai Friö n. n.
Beschrieben von K. Wilhelm, Mainz.
K. länglich-rund, grün bis blaugrün, 6 —10 cm h.,
5 —7 cm 0; Ri. ca. 12, durchlaufend; Rst. ca.
10 — 15, bis 10 mm lg., gerade, rotbraun, später
hornfarben; Mst. 1—3, bis 10 mm lg., braun; Bl.
rot, bis 6 cm lg. und 3 — 5 cm 0. — Peru (näherer
Standort unbekannt, von Friö gefunden).
Lobivia caineana Card.
K. einzeln, zylindr. bis cereoid, bis 20 cm h., bis
9 cm 0, lebhaft grün; Ri. 9, breit; St. bis 18,
bis 7 cm lg., pfrieml., ältere gekrümmt, weißgrau;
Bl. scheitelnah, trichterig, bis 7 cm lg., rosaviolett;
Pet. spateiförmig; Sep. lanzettlich, hellgrün bis
oliv. — Bolivien (Calahuta, Rio Caine).
Körperbau und Blüten sind bei dieser wenig
bekannten Art so ungewöhnlich, daß sie lt. Ritter
eigenen Gattungsrang verdiente.
Lobivia camataquiensis Card. 1963
K. kreiseiförmig oder zylindrisch, 4 —6 cm h.,
6 — 11 cm 0, graugrün; Ri. ca. 23, schwach
spiralig gestellt, scharf, 1 cm h., unten 1 cm br.,
gekerbte beilförmige Höcker; Ar. 10 —12 mm
entfernt, elliptisch, 4 — 6 mm lg., graufilzig, im
Scheitel cremefarben; St. 15 — 17, nadelig, 5 — 35 mm lg.,
unten verdickt, aufwärts gerichtet; Bl. zahlreich
um den Scheitel, breit trichterförmig, 4,5 cm lg.,
4 cm 0; Ov. 7 mm lg., kugelig, grün, mit 1 mm
lg., hellgrünen, spitzen Seh. und dichten weißen H.;
R. verbreitert, purpurgrün, mit hellpurpurnen
3 mm lg. Seh. und Haaren; Sep. spateiförmig,
gespitzt, 14 mm lg., 5 mm br., purpurn, außen
grünlich; Pet. spateiförmig, spitz, 18 x 5 mm
zinnoberrot; untere Stbf. von der Basis 5 — 15 mm
lg., dunkel magentafärben; obere Stbf. 8 —10 mm
lg., zinnober; Stbb. hellgelb; Gr. 1 cm lg., grün,
dick; N. 5 mm lg., grün; Bl. erinnern an L. cin-
tiensis Card, und L. cinnabarina (Hook.) Br. & R.,
doch unterschieden durch lg., aufwärts gerichtete
St. — Bolivien (Süd-Cinti, Chuquisaca in
2300 m Höhe).
Lobivia eardenasiana Rausch 1972
K. einzeln, flachkugelig, bis 8 cm h., 10 cm 0;
Ri. bis 18, senkrecht, ca. 12 mm br., flach; Ar.
16 — 18 mm entfernt, rund bis oval, 4 — 6 mm lg.,
weißfilzig; Rst. 12, in 5 Paaren und je einer nach
unten und oben, 10 — 12 mm lg., über den K.
gelegt; Mst. 1—3 übereinander, abstehend, 15 bis
30 mm lg.; St. alle pfriemlich, weiß bis gelblich
mit brauner bis schwarzer Spitze, später
vergrauend; Bl. seitlich, 8 —10 cm lg. und 6 — 7 cm 0;
Ov. und R. grün mit braun-rosa Seh. und
schwarzen H,; Sep. lanzettlich, rosa; Pet. spatelig, rund,
magenta; Schlund grünlich-weiß; Stbf. violett-
rosa mit hellerem Fuß; Gr. etwas verwachsen,
grün; N. 10, grün; Fr. oval, 20 mm lg., braungrün;
S. kugelig, mit schwarz glänzender Testa. —
Bolivien (östlich von Tarija in 2300-2400 m Höhe).
Benannt zu Ehren des bolivianischen
Kakteenforschers Prof. Dr. M. Cardenas. (Abb. 472)
Lobivia cerasiflora Fric nom. nudum.
Beschrieben von K. Wilhelm, Mainz.
K. kugelig bis länglich, bis 10 cm lg., 7 —10 cm 0,
grün; Ri. ca. 15, klein, gerade, nicht unterbrochen;
Rst. bis 15, wenige mm lg., grau bis weißgrau,
elastisch, borstenfein, den Körper verdeckend;
Mst. im Alter 1—3, etwas länger als die Rst.;
Bl. fleischrot, bis 6 cm lg., 3 — 5 cm 0; Schlund
rot bis heller. — Bolivien (näherer Standort
unbekannt).
Lobivia ehiquitana Hort. Syn. Lobivia rigidispina
Backbg.
Beschreibung fehlt.
Lobivia coriquinensis nom. provis. Wilhelm
K. längl.-rund, sprossend, bis 8 cm h., 6 cm 0,
grün; Ri. ±13, in beilförmige, schiefe Hök-
ker aufgelöst; Rst. 6 — 8 ( — 10), verschieden
lg., bis 3,5 cm, ± gerade, zum K. zeigend, horn-
gelb, Spitze u. Fuß braun; Mst. 0, später 1, in
gleicher Farbe wie Rst., aber länger, zum Scheitel
Lobivia 477
hin leicht gebogen; Bl. gelbrot, 7 cm lg., bis 6 cm
0; Pet. oben gelbrot, unten weißlich; Sep.
violettrot; Gr. u. N. hellgrün. — Bolivien (Camacho,
Dept. La Paz, bei Coriquina in ca. 3000 m Höhe).
Lobivia cornuta Rausch 1972
K. einfach, bis 5 cm h. und 6 cm 0, graugrün mit
langer Rübenwurzel; Ri. ca. 12, in flache Höcker
aufgelöst, die 12 mm lg. u. 10 mm br.
dachziegelartig übereinander gestellt sind; Ar. weißfilzig,
auf dem obersten Teil der Höcker; St. 2 längere
nach oben gebogen, gespreizt, und 2 kleinere,
dünnere, auch nach oben gerichtet, und ein kleiner
nach unten; alle erst braunrot mit verdicktem
schwarzem Fuß, später grau werdend. Die beiden
längsten ca. 4 cm lg.; Bl. seitlich, 5 cm lg. und
4 cm 0, unten behaart, grünlich; Sep. sehr spitz,
braun; Pet., Gr. u. N. gelb; Fr. kugelig, ca. 8 mm 0,
schwarzbraun mit dichter hellbrauner Wolle; S.
längl.-eiförmig, 2 mm lg. u. 1,2 mm br. —
Bolivien (Tarija bei Yunchara in 3900 m Höhe). Die
Art ähnelt in der Samenstruktur der L. pugion-
acantha, sie wurde von W. Rausch gefunden.
(Abb. 473.)
Laut „Stachelpost", Mai 1972, ist diese Art schon
früher in den Sammlungen gewesen, ihre
Beschreibung durch Wessner ging aber in den
Wirren des Krieges verloren.
Lobivia cruciaureispina Knize 1968
K. dunkelgrün, gruppenbildend, ca. 20 cm h., bis
8 cm 0; Wz. stark verzweigt, fadenförmig; Ri.
15 — 20, gerundet, 1 cm h., um Areolen verdickt;
Ar. unbewollt, 3—4mm 0; St. goldgelb; Mst.
1 — 2, gekrümmt oder gehakt, bis 10 cm lg.; Rst.
7 — 9, gerade, ca. 2,5 cm lg.; Bl. orangegelb,
8 —9 cm lg., ca. 6 cm 0; R. mit feinen,
weißlichbraunen H.; Fr. violettbraun, 1,5 cm 0; S.
schwarz, matt, 0,2 —3 mm 0. — Peru (Dept.
Apurimac bei Andahuaylas in 2500 bis 2800 m
Höhe).
Lobivia culpinensis (FR 797)
K. grün, 5 —15 cm 0; Ri. 15 — 30, schmal, 4 bis
8 mm h., etwas gekerbt; Ar. 5 — 8 x 4 —5 mm,
Abstand 8 — 20 mm; St. gerade, schwarz bis gelb;
Rst. 8 — 12, seitwärts gerichtet, mitunter weiß,
1 — 5 cm lg., untere dünn, obere kräftig; Mst. 1—6,
pfriemlich, 2 —6 cm lg.; Bl. 5 —6 cm lg.,
Nektarkammer 1—4 mm lg., Blumenblätter 20 — 26 x
x 7 —13mro; spateiförmig, gelb oder rot; Stbf.
unten braunrot oder grün, oben rot bis rötlichlila;
Gr. und N. grün; S. dunkelbraun, etwas gerippt. —
Bolivien (Süd-Chichas, Mal Paso).
Lobivia divaricata (FR 696)
Beschreibung fehlt.
Lobivia draxleriana Rausch
Benannt nach dem Sammler Paul Draxler,
Wiener Neustadt.
K. einzeln, bis 6 cm h., 14 cm 0, blau-grau-grün,
meist mit Rübenwurzel; Ri. bis 25, in ca. 15 mm
lg. Höcker aufgeteilt; Ar. oval, 5 —7 mm lg.,
weißfilzig, später kahl; Rst. 9 — 12 und 8 — 15 mm
lg., spreizend zum K., weißlich mit brauner
Spitze; Mst. 2-5, 20-30 mm lg., der obere den
Scheitel überragend, später abstehend, gebogen,
rot m. schwarzer Spitze, später vergrauend; Bl.
ca. 75 mm lg. und 65 mm 0; Sep.
schmal-lanzettlich, grün mit rosa Rand; Pet. spatelig, rot m.
bläulichem Schimmer, Hymen violettrosa, Schlund
violett; Stbbl. bräunlich; Gr. grün mit 6 — 8 grünen
N.; Fr. kugelig; S. braunschwarz. — Bolivien
(bei Aiquile in 2500 m Höhe). Verwandt mit
Lobivia cinnabarina, unterschieden durch
bläulichere Epidermis und Blüten, rote Mst. im
Neutrieb, braune Staubbeutel und größere Samen.
(Abb. 474.)
Lobivia echinata Rausch 1973
K. einzeln bis sprossend, bis 15 cm h und ca.
5 cm 0, hellgrün; Ri. 15 — 18, gerade, rund, etwas
gehöckert; Ar. rund, 2 —4 mm 0, weißfilzig,
6 —7 mm entfernt; Rst. 8 — 10, strahlend,
verflochten, 15-20 mm lg.; Mst. 1-2, bis 60 mm lg.,
abstehend; St. alle nadelig, braun mit gelbem Fuß,
später vergrauend; Bl. 50 mm lg. und 0; R.
zierlich ockergrün mit rötlichen Schuppen und weißen
H.; Sep. lanzettlich, bräunlich; Pet. lanzettlich
bis spatelig, rot, Schlund weiß bis rosa; Stbf. rot
mit weißem Fuß; Gr. mit 5 — 7 grünen oder
rötlichen N.; Fr. kugelig, ca. 10 mm 0, rotbraun. —
Peru (bei Ollantaitambo, in 2900 m Höhe von
W. Rausch entdeckt). Verwandt mit Lobivia
minuta, aber größer und nadelig bestachelt.
Lobivia fricii Rausch 1973
K. meist einzeln, flachkugelig mit Rübenwurzel,
30 mm h. und bis 70 mm 0, hell- bis graugrün;
Ri. bis 20, gerade herablaufend, rund, etwas
gehöckert; Ar. rund bis oval, 2 mm 0, weißfilzig,
ca. 7 mm Abstand; Rst. 9 — 11, bis 7 mm lg.,
gebogen und an den K. gelegt, dünn, weiß bis
gelblich;.Mst. 0 — 1, bis 8 mm lg., nach oben eingerollt,
bräunlich mit schwarzer Spitze; Bl. 25 mm lg.
und 35 mm 0, Röhre kurz, grün mit helleren
Seh., weißen und braunen H.; Sep.
schmal-lanzettlich, umgebogen, grünlich-rosa-grau; Pet.
spatelig-rund mit feiner Spitze, schmutzig violett,
Schlund violettrosa; Stbf. in 2 Serien; Gr. grün
mit 6 grünen N.; Fr. kugelig, 7 mm 0, schwarz-
braun mit braunen H.; S. kugelig gestreckt mit
schwarzer Testa. — Argentinien (Salta, bei
Rhodeo in 2800 bis 3300 m Höhe von Rausch
wiedergefunden. Fric hatte sie für eine rotblühende
Form seiner Pseudolobivia graulichii gehalten,
aber nicht gültig beschrieben.) (Abb. 475.)
Lobivia glauca Rausch 1971
K. einzeln, ca. 10 mm h. und 40 mm 0, fast unter-
31*
478 Lobivia
irdisch wachsend, hell-graugrün; Ei. 10 — 13 mit
ca. 10 mm lg., scharfkantigen, schräg gestellten
Höckern; Ar. oval mit weißem Filz; Rst. 6 —7 in
3 Paaren, 1 nach unten, zum K. hin gebogen,
6 — 8 mm lg., braun bis schwarz; Mst. nach oben
gerichtet, bis 30 mm lg., schwarz mit roter Basis,
später grau; Bl., Fr. und S. wie bei Lob. jajoiana,
Bl. orange bis rot m. schwarzem Schlund. —
Argentinien (Jujuy, westl. von Purmamarca
in 3500 m Höhe). (Abb. 476.)
v. paucicostata Rausch hat nur 7 — 9 Ri.; Rst.
nur 4 — 5, 6 — 15 mm lg., ein Mst. bis 50 mm lg.
Wächst im Süden von Purmamarca in 2500 m
Höhe. Die Art und ihre Varietät haben hellgrau-
grüne Epidermis und blauschwarze St.
Lobivia hualfinensis Rausch 1968
K. einzeln, 6 cm h., 7 cm 0, graugrün-
braunviolett, mit Rübenwurzel; Ri. 10 — 13, gerade, in
Höcker zerteilt; Ar. ca. 2 cm entfernt, weißfilzig,
später verkahlend; Rst. 6 — 8, bis 5 cm lg.,
spreizend und gebogen; Mst. 1—3, die oberen nach
unten gebogen, oft gewunden, bis 6 cm lg., braun
mit schwarzer Spitze; Bl. seitlich, ca. 55 mm lg.
und br.; R. braungrün mit dunklen Seh., fein
rötlich gespitzt, mit braunen Haaren; Sep. violett-
lich mit olivbraunem Mittelstreifen; Pet. spatelig,
orangerot mit dunkelroten Rändern, Schlund weiß;
Stbf. rosa, gelblich oder grünlich; Gr. grün; N.
8 — 10, grün; Fr. braun mit grauer Wolle; S. 1,5mm
mit schwarzglänzender, warziger Testa. —
Argentinien (Catamarca, auf Bergkuppen bei Hualfin
in 2600 m Höhe).
Die Art gehört in die Verwandtschaft von L. hae-
matantha.
v. fechseri Rausch
Nach H. Fechser benannt.
K. einfach, ca. 4 cm h. und 0, blaugrün; Ri.
10 — 12, gerade, durch querstehende Kerben in
12 mm lg. und 5 mm hohe, runde Höcker geteilt;
Ar. oval, 5 mm lg., weißfilzig; Rst. 12 — 16, bis
10 mm lg., gespreizt, nach dem Körper gebogen;
Mst. 0 — 1, bis 2 cm lg., schwach gebogen; St.
alle weiß, schwarz gespitzt; Bl. ca. 5 cm lg. und
0; R. oliv-braunrot, .Schuppen grünlich mit
weißen und braunroten H.; Sep. lanzettlich, gelb
mit braunroten Mittelstreifen; Pet. spatelig,
spitzer, blaßgelb, goldgelb gerändert, Schlund,
Stbf. und Gr. weiß mit 6 — 8 gelbgrünen N.;
Fr. kugelig, ca. 8 mm 0; S. 1 mm lg. und 0,8 mm
br. — Argentinien (Catamarca, bei Nacamien-
tos in 2500 m Höhe).
Lobivia hystrix (FR 975)
K. halbkugelig, bis 18 cm 0, etwas blaugrün; Ri.
16 — 24, 8 —15 mm h., in beilförmige Höcker
zerteilt; Ar. grau, 8 —15 x 3 —5 mm, in 12 —20 mm
Abstand; St. gelbbräunlich, anfangs wenige, später
zunehmend; Rst. 15 — 20, gerade, halb abwärts
gerichtet, 1—3 cm lg.; Mst. 5 — 12, nach oben
gekrümmt, 1,5 — 5 cm lg.; Bl. ca. 45 mm lg.,
Nektarkammer fast fehlend, Kelch 20 mm lg.,
trichterförmig, innen karminrot, Blumenblätter 16 bis
20 mm x 5 —7 mm, spateiförmig, unten rötlich-
lila, oben zinnoberrot bis blutrot; Stbf. unten und
Spitze rötlichlila, Mitte grün; Gr. und N. grün;
Fr. fast kugelrund, grün mit sehr kleinen rötlichen
Schuppen und mit weißer oder brauner Wolle
bedeckt; S. schwarz, etwas genarbt. — Bolivien
(im Süden von Mendez).
Lobivia imporana
Wurde später von Cardenas als Lobivia cintieosis
beschrieben.
Lobivia intermedia Rausch 1972
K. gruppenbildend, Trieb bis 20 cm h., 8 cm 0,
dunkelgrau-grün; Ri. ca. 17, in ca. 15 mm lg.,
scharfkantige Höcker etwas versetzt; Ar. rund
bis oval, 3 mm 0, weißfilzig; Rst. 8 — 10 in
3 — 4 Paaren und je 1 nach oben, 1 nach unten, um
den K. verflochten, oft etwas gebogen; Mst. 1—3,
bis 7 cm lg.; St. alle gelb bis braun, nadelig bis
biegsam; Bl. 65 —75 mm lg. und 30 —40 mm 0,
Fruchtknoten breitkugelig, Röhre eng, rosa bis
grünlich mit fleischigen rosa Seh., etwas gerillt,
am Fruchtknoten mit dichtem, weißem Flaum und
braunen H. besetzt; Sep. lanzettlich, nach außen
umgebogen, rot mit violettrosa Mittelstreifen; Pet.
spatelig, ca. 20 mm lg., zersägt mit feiner Spitze,
mehr oder weniger nach oben aufstehend, rot und
innen orange, Schlund ca. 45 mm lg., sehr eng.
sich nur wenig erweiternd, weiß; Stbf. weiß,
äußere gelb; Gr. 45 mm lg., weiß, mit 8 dünnen,
weißen N.; S. kugelig bis eiförmig, 1,3 mm lg.,
mit schwarz-glänzender Testa und kleinem,
schiefem, lochartigem Nabel. — Peru (bei Challuanca
in 3000 m Höhe). Die Art erinnert im Habitus
an Lobivia pentlandii, Blüte etwas kleiner, aber
häufiger erscheinend (Rausch).
Lobivia jujuiensis (FR 54, noch unbeschr.)
Nach Herkunft aus der argentin. Prov. Jujuy
benannt.
K. ca. 7 cm h. und 5 cm 0, Scheitel bestachelt,
grasgrün; R. 15 oder mehr, beilartige Höcker etwas
schief gestellt, starke Einkerbungen an den Ar.;
Rst. 13, bis 6 mm lg., gerade bis leicht gebogen;
im Neutrieb mit rotem Fuß und dunkler Spitze,
später vergrauend; Mst. 1 mit 2 oberen Beist.,
bis 10 mm lg.; Bl. gelb mit leichtem orangegelbem
Ton, 6 cm h., 5,5 cm 0, Schlund dunkelweinrot
bis schwarz; Stbf. weinrot; Stbb. hellgelb; Gr.
und N. hellgrün. — Nordargentinien (Prov.
Jujuy).
Lobivia lauii Donald 1974
Benannt zu Ehren von Alfred Lau, Mexico, der
die Art als erster im Jahre 1969 entdeckte.
K. kurz, zylindrisch, reichlich vom Grunde
sprossend, bildet vielköpfige Gruppen; Tr. ca. 10 cm h.,
Lobivia 479
5 cm br., blaugrün, von Gelbgrün bis Dunkelgrün
variierend; Ri. 10 — 11 oder auch mehr, gerade,
wenig gehöckert, 10 mm h., am Grunde 10 mm br.;
Ar. in Kerben schräg versetzt, 3—4mm 0, mit
dichter heller Wolle in 10 mm Abstand; St. gerade,
nadelig, mit verdicktem Grunde, meist
rötlichbraun, aber auch von Hellgelb über Braun zu
Schwarz variierend; Rst. 8, von 10 — 20 mm Länge;
3Ist. meist nur 1, bis 30 mm lg.; Bl. wechselnd in
Form und Farbe, 40 — 50 mm lg. und 40 — 65 mm
br., Scharlach- bis karmesinrot oder von magenta
bis rosarot; R. tief olivgrün, 6 mm 0, mit
behaarten Sch.5 Schlund grün, Corolla hellgrün; Gr. 30 mm
lg., mit 5 —6teiliger N.; Fr. bis 10 mm 0, kugelig;
S. schwarz. — Peru (Cuzco, bei dem Dorfe Uru-
bamba in 3000 m Höhe).
Lobivia leptacantha Rausch 1972
K. einzeln bis sprossend, bis 15 cm h. und 7 cm 0,
frischgrün; Ri. ca. 15, in lg. kantige Höcker, wenig
verschränkt, zerteilt; Ar. oval, 3 mm lg.,
weißfilzig; Rst. 10-12, 2-3 cm lg.; »Ist 1-2, bis
7 cm lg., dünn, elastisch, gelblich bis bräunlich;
Bl. 65 mm lg. und 55 mm br.; Frkn. kugelig, grün
mit kl. Seh., weißem Filz und bis 7 mm lg. braunen
H,; R. grün mit rosa fleischigen Seh. und braunen
H.; Sep. rot bis gelblich; Pet rot, auch
orangegelb bis violettrot, innen orange bis gelb, Hymen
und Schlund weiß; Stbf. gelb mit weißem Fuß;
Gr. grün, oben rötlich mit 6 — 9 grünen oder gelben
N.; Fr. kugelig, rotbraun mit kleinen Seh. und
weißer Wolle; S. 1,2 mm lg. mit feinwarziger,
schwarz glänzender Testa. — Peru (bei Paucar-
tambo in 3000 bis 3100 m Höhe).
Die Art ist an den dünnen, biegsamen St. und den
herrlichen Blüten in Gelb, Orange, Rot bis Rot mit
bläulichem Schimmer zu erkennen. Verwandt ist
sie mit L. quiabayensis Rausch. (Abb. 477.)
Lobivia mizquensis Rausch 1972
K. einzeln, flachkugelig, bis 10 cm h. und 14 cm 0;
Ri. bis 24, in ca. 20 mm lg., scharfkantige Höcker
verschränkt; Ar. ca. 7 mm lg., oval, weißfilzig;
Rst meist 10 in 4 Paaren, spreizend und etwas
gebogen, 20 mm lg., einer nach unten und einer
nach oben, letzterer am längsten, bis 50 mm lg.,
gebogen, oft gehakt; Mst 1, etwas kürzer als der
obere; St. alle braun mit etwas gelbgrünem,
verdicktem Fuß, später vergrauend; Bl. schon an
jungen Pflanzen, .65 —75 mm lg. und 60 mm 0;
R. und Frkn. grünlich mit grünen oder rosa Seh.
und lg. H.; Sep. langlanzettlich, grün mit rosa
Rand; Pet etwas kürzer, spatelig mit Spitze, rot,
Schlund rosa oder weißlich, innen grünlich; Stbf.
violettrosa, innen grün; Gr. sehr kurz, grün; N.
7 — 11, grün; Fr. braun; S. mit schwarzglänzender
Testa. — Bolivien (zwischen Vila-Vila und Rio
Caine) in 3200 m Höhe.
Die Art ähnelt einer Echinopsis obrepanda,
überrascht aber mit ca. 7 cm lg. roten Blüten schon
bei 3 cm großen Pflanzen. (Abb. 478.)
Lobivia oyonica Akers nomen nudum
Beschreibung fehlt.
Lobivia paucartambensis
Beschreibung fehlt.
Lobivia pictiflora (FR 1137) (Pseudolobivia
Backbg.)
(In Klammern sind die entsprechenden Maße der
ähnlichen Lobivia ferox angegeben.)
K. kugelig, bis 16 cm h. und 0; Ri. 1—2 cm h.
(2 — 3 cm), in beilförmige Höcker von 15 — 25 mm
(25 — 35 mm) Höhe zerteilt, 6 — 10 x 5 — 7 mm gr.
(10 — 15 x 5 —10 mm); Ar. weniger schräg, im
Abstand von 1 — 2 cm (2 — 3 cm); St. nicht
bandförmig gezeichnet, weniger gebogen; Rst. 8 — 14,
(7 —12), 1 —5 cm lg. (3 — 8 cm), weniger abstehend;
Mst. 4-10 cm lg. (6-19 cm); Bl. 6-8 cm lg.
(10 —13 cm), wohlriechend (geruchlos),
Nektarkammer 3 — 6 mm lg. (8 —15 mm), Kelch
trichterförmig (nach unten röhrenförmig), 22 —36 mm lg.
(40-50 mm); Blütenblätter 20-35 mm lg. (30 bis
50 mm), meist weiß, selten rosa, rötlichlila, gelb
oder 2 —3farbig; (stets weiß, außen rosa); Stbf.
5-15 mm lg. (15-20 mm); N. 7-12 mm lg.
(10 — 20); S. braun (schwarz). — Bolivien.
Lobivia pojoensis Rausch 1968
K. einzeln, 15 cm h., bis 10 cm 0, grasgrün; Ri.
13 — 16, gerade, in Höcker geteilt; Ar. 2 cm
entfernt, weißfilzig, später verkahlend; Rst 6 — 10,
10 —15 mm lg., 1 kräftiger nach oben, 1 kleiner
nach unten an den K. gebogen; Mst. 1 ( — 3), bis
2 cm lg. mit gebog. Spitze, gelb oder braun; Bl.
seitlich, 6 cm lg., 5 cm 0; Sep. spitz, rosa mit
grünem Mittelstreifen; Pet. rund-spatelig,
orangerot, rot gerandet, Hymen und Schlund rosa, innere
Stbf. karminrot, äußere orangerot; Gr. kurz, grün;
N. 5 — 6, grün; Fr. braungrün; S. schwarz, rauh. —
Bolivien (Cochabamba, östlich von Pojo in
3000 m Höhe).
v. grandiflora, Bl. 10 cm lg., 8 cm 0, dklrot
mit bläulichem Glanz; Gr. purpurn oder grün;
N. 10, grün. - Bei Mizque in 2600 m Höhe.
Lobivia prestoana Card. 1969
K. breitkugelig, 3 cm h., 6 —7 cm 0, graugrün;
Ri. ca. 12, scharf, in Höcker von 5 mm Höhe
aufgelöst; Ar. 12 mm entfernt, elliptisch, 8 mm lg.,
graufilzig; im Scheitel unbestachelt, rund,
weißfilzig; Rst. 9 — 10, angedrückt, 7 — 15 mm lg., horn-
grau bis bräunlich, am Grunde verdickt; Mst 1—2,
meist fehlend; Bl. seitlich, trichterig, 5,5 cm lg.,
4,5 cm br.; Ov. 7 mm lg., mit grünen, weißhaarigen
Schuppen; R. 2 cm lg. mit 5 mm langen grünen
Seh., die mit Borsten und weißen H. versehen sind;
Sep. lanzettlich, 30 x 9 mm, zinnober-purpurrot;
Pet. spatelig, 30 x 10 mm, rot-zinnober; Gr.
15 mm lg., dunkelgrün mit 7 helleren N. —
Bolivien (Zudafiez, Chuquisaca, bei Presto in 2400 m
480 Lobivia
Höhe). Auffallend und von anderen Lobivien des
Landes verschieden durch die Borsten der Röhre.
Lobivia purpureominitata (FR 997)
Beschreibung fehlt.
Lobivia pusilla Ritt.
(In Klammer die Abweichungen von der ähnlichen
L. tiegeliana.)
K. einzeln oder meist sprossend (einzeln und selten
sprossend); Scheitel bestachelt (fast unbestachelt),
15-40 mm 0 (25-70 mm); Ri. 11-17 (15-30),
nicht oder kaum gekerbt (tief gekerbt), ohne oder
mit kaum entwickelten Höckern (mit gut
entwickelten Höckern); Ar. 1,5 — 3 x 1 — 1,5 mm
(3 — 6 x 1,5 — 2 mm), in 1—4 mm Abstand (8 bis
10 mm), gerade, selten etwas schräg (stärker
schräg); Rst. 11—21 (8 — 13), mehr oder weniger
seitwärts gerichtet, 1—5 mm lg. (5 —10 mm), nur
selten ein abstehender Mst. von 5 mm Länge
entwickelt (mitunter 1); Bl. kleiner, 36 —40 mm lg.,
Kronenblätter 15-16x6-8 mm (18-28 x
x 4 —7 mm), intensiv rötlich lila bis violettrot,
wie bei L. tiegeliana. Frkn. 8x5 mm, am Fuße
schmäler (fast kugelrund); Fr. fast spulenförmig
(kugelrund oder etwas länger als breit), am Fuße
stumpf, zur Spitze schmäler; S. wie bei L.
tiegeliana. — Bolivien (Dept. Tarija, im Norden der
Prov. Arce). (Abb. 479.)
Es gibt auch eine forma flaviflora mit gelben
Blumenblättern vom gleichen Standort. (Abb. 480.)
Lobivia quiabayensis Rausch 1968
Nach Herkunft benannt.
K. einzeln bis gruppenbildend, 3 cm h., 7 cm 0,
grasgrün; Ri. 15—20, in lange Höcker geteilt;
Ar. weißfilzig, oval, bis 5 mm lg., 2 mm br.;
Rst. 10-14; Mst. 0 (-3), alle 30-50 mm lg.,
gelb-braun, dunkelbraun gespitzt, um den K.
geflochten; Bl. seitlich, 4,5 cm lg., 3,5 cm 0; R.
olivgrün mit braunen oder schwarzen Haaren;
Sep. lanzettlich, orange oder violett; Pet. karmin,
innen orange, Schlund weiß; Stbf. karminrosa,
am Grunde weiß; Gr. grün oder rosa; N. 4 — 6,
gelb; S. schwarz-glänzend, grubig punktiert. —
Bolivien (La Paz, bei Quiabaya in 3500 m Höhe).
Lobivia sicuaniensis Rausch
Nach Fundgebiet benannt.
K. einzeln, ca. 10 cm hoch und 0,
dunkelgraugrün, mit Rübenwurzel; Ri. bis 19, spiralig
aufgelöst in 2 cm lg. und 5 — 7 mm br., scharfkantige
Höcker; Ar. rund bis oval, ca. 5 — 7 mm lg., mit
weißem Filz; Rst. meist 6, 4 —6 cm lg., ein kleinerer
nach unten gerichtet, braun mit hellerer,
verdickter Basis, etwas gebogen; Mst. 0; Bl. ca. 4 cm lg.
u. br.; Ov. und Receptaculum grünlich, auch
gelblich oder rosa mit dunkelgrünen oder weinroten
Sch. und weißen H.; Sep. orange, rosa, rot bis
violett m. bräunl.-grünen Mittelstr.; Pet. etwas
gegeneinander geneigt, orangerot oder gelb bis rot,
innen orange mit weißem Schlund; Stbf. gelb
oder orange bis rot, nach innen Weiß; Gr. und
5 — 7 N. grün, Fr. kugelig, ca. 8 mm 0, dunkel-
braunrot mit rosa bis braunen Sch. und weißen
Wollhaaren; S. längl. eiförmig, seitlich abgeplattet,
1,5 mm lg. u. 1 mm br., fein gewarzt, Testa m.
Hautresten bedeckt. — Peru (bei Sicuani in
3500-3600 m Höhe).
Von der ähnlichen L. maximiliana durch mehr
blaugrünen K. und klarere Blütenfarben sowie
durch die Form der Samen unterschieden. (Abb.
481.)
Lobivia Simplex Rausch 1972
K. einfach, bis 20 cm h. und 10 cm 0,
dunkelgrün—braunrot; Ri. 18 — 20, in bis 22 mm lg.,
scharfkantige Höcker aufgelöst; Ar. oval, bis
6 mm lg. und 3 mm br., weißfilzig, Rst. 10, 2 bis
3,5 cm lg., ein kleinerer abwärts gerichtet; Mst.
1—2, bis 8 cm lg.; St. alle derb, stechend, am
Grunde verdickt, rotbraun, dunkler zugespitzt;
Bl. seitlich, ca. 5 cm lg. und 4,5 cm br.; R.
orangebraunrot mit braunroten, dicken, wollig behaarten
Schuppen; Pet. spatelig, rot, innen weiß; Schlund,
Gr. und 7 N. weiß; Fr. kugelig, 8 mm 0, rostrot,
mit braunen H. bedeckt; S. 1,5 mm lg. und 1 mm
br., Testa warzig. — Peru (bei Huambutio in
3200 m Höhe).
Lobivia taratensis Card. 1966
Nach Fundgebiet benannt.
K. einzeln oder sprossend, flachkugelig, sehr
variabel in Form und Größe, 1 —7 cm h., 7 —12 cm
0, frischgrün bis graugrün; Ri. 15 — 30, in beii-
förmige Höcker von 5 — 10 mm Höhe und 7 —15 mm
Breite aufgelöst; Ar. 10 — 15 mm entfernt,
schmalelliptisch, 6 — 8 mm lg., graufilzig; St. 10 — 14, erst
angepreßt, später strahlig abstehend, nadelig,
manchmal verflochten, 4 —30 mm lg., hellgelb
oder grau, Basis verdickt; Bl. seitlich im Kreis,
trichterförmig, 3 —3,5 cm lg., 2,5 —3 cm 0; 0v.
kugelig, 5 mm 0, beschuppt u. behaart; R. 6 mm
lg. mit 3 mm lg. rosa Sch. und dichten weißen und
dunkelbraunen H.; Sep. lanzettlich, 1 cm lg.,
hellrot, außen grünlich; Pet. spatelig, 1,5 cm lg.
zinnoberrot, magenta oder orangerot, Basis
weißlich; untere Stbb. 5 —7 mm lg.; Stbf. goldgelb;
obere Stbb. 7 mm lg.; Stbf. goldgelb, oben rot;
Gr. 1 cm lg., grünlich, ca. 6 N., grünlich, 5 mm lg. -
Bolivien (Tarata, Cochabamba, am Weg von
Tarata nach Isata, zwischen Steinen oder im
Gras in 3000 m Höhe).
Diese Art gehört zu den kurzblütigen Lobivien
und ist in Habitus und Blütenfarbe äußerst
variabel. Vielleicht ist eine der Formen dieser Art die
alte Lobivia cinnabarina (Hook.) Br. & R., die
Bridges 1865 von Tarata aus sammelte.
Lobivia — Mamillaria 481
v. leucosiphus Card. 1966
Durch kürzere St. in kleinerer Anzahl und durch
die innen weiße Blütenröhre gut vom Typ zu
unterscheiden. Wächst nahe Tarata in 3 000 m
Höhe.
Lobivia tenuispina Ritt.
Ähnlich Lobivia pictiflora, abweichend nur:
K. flacher; Ar. schräger und schmäler; St. dünner;
Bl. Nektarkammer 1,5 —4 mm lg., Blütenkelch
innen hellgelb, Blütenblätter immer farbig,
goldgelb oder orange; N. kürzer, 6 mm; S. schwarz. —
Bolivien (Prov. Mendez, San Antonio).
Lobivia urubambae (FR 698)
Beschreibung fehlt.
Lobivia wegneriana Grtjn. & Kluegl. 1970
K. kugelig, sprossend, 8 —10 cm h., 6 —7 cm 0,
dunkelgrün; Ri. 18 — 20, stumpf, in Höcker
aufgelöst; Ar. matt gelblich, später weißfilzig, in
20 mm Abstand; Rst. 10 — 12, gespreizt, gerade,
8—10mm lg.; Mst. 3 — 5, gerade, schräg
hochstehend, 12 mm lg., leicht gewunden; 1
Oberstachel, bis 20 mm lg., dunkelbraun, später
vergrauend, Spitze nadelig, am Fuß verdickt; Bl.
seitlich und von unten, bis 3,5 cm lg., Knospen
graubraun behaart; Ov. rosalila mit spitzen Seh.;
braun und weiß behaart, 7 cm 0, strahlig,
karminrot, seidig glänzend; Sep. rosa mit braunoliven
Mittelstreifen, Blütenschlund weißlich;
Blütenblätter ganzrandig, untere Stbf. unten weißlich,
oben gelb, obere unten weißlich, oben
hellkarminrot; Stbb. hellgelb; Gr. gelboliv mit 6 ebensolchen
N. — Bolivien (genauer Fundort nicht bekannt).
Lobivia winteriana Ritt. 1970 (FR 1213)
Nach Frau Hildegard Winter benannt.
K. kugelig, später verlängert, 4 — 7 cm 0,
graugrün, weichfleischig, mit etwas rübiger Wz.; Ri.
13 —19, 4 —7 mm h.; Ar. weißfilzig, oval, 2 — 3 mm
lg., 2 —5 mm entfernt; St. hellbraun, vergrauend;
Rst. 6 — 14, zum K. gekrümmt, nadeiförmig, fast
pfriemlich, ca. 4 — 7 mm lg.; Mst. 1 (—3), oft
.fehlend, nach oben einwärts gekrümmt, 1—3 cm
lg., selten bis 6 cm, schwarz gespitzt; Bl. tags,
nachts geschlossen, seitlich, 6 —9 cm lg., 7 —9 cm
0.; Frkn. bräunlich mit rotbraunen, weißlich
gespitzten Seh.; R. trichterig, innen weiß; Pet.
rubinrot, linealisch, scharf zugespitzt; Sep.
schmaler, mit grünem Mittelstreif; Fr. 12 —18 mm lg.,
8 —15 mm br., dklgrün bis rotbraun, weichflei-
schig, saftig; S. beuteiförmig, scharf gekielt; matt,
mit schwarzer Testa. — Peru. (Huancavelica;
1964 von Friedrich Ritter entdeckt.). Der Lobivia
wrightiana etwas ähnelnd, jedoch viel.
großblumiger.
Lobivia zecheri Rausch 1970
Benannt nach dem Sammler Ernst Zecher, der
zeitweise W. Rausch auf seinen Expeditionen
begleitete.
K. einfach, selten sprossend, bis 7 cm h. und br.,
hell blaugrau bereift; Ri. 12 — 18, spiralig, ge-
höckert; Ar. oval, bis 6 mm lg., mit weißer Wolle;
Rst. 7 — 11, gespreizt, 3 —5 cm lg., meist 6 — 8,
und 1 kleinerer nach unten; Mst. 0 — 1, 6 cm lg.;
alle St. steif, braun mit hellgelbem, verdicktem
Fuß und schwarzem Punkt, sonst weiß; Bl. ca.
3 cm lg. und br., “ gelbbraun mit orangegelben
Seh., weiß bis braun bewollt; Pet. dunkelrot bis
violettrot; Sep. graubraun, rosa gerandet; Gr.
rot mit 5 rosa N.; Fr. kugelig, ca. 12 mm 0,
rotbraun mit rosa Seh. und weißer Wolle; S. 2 mm
lg. und 1,2 mm 0, stark nach einer Seite
geknickt, schwarz mit feinen W. — Peru (längs
der Straße von Ayacucho nach Huanta, in 2400 m
Höhe). (Abb. 483.)
Lobivia zudanénsis Card.
K. kugelig, abgeflacht, 4 —5 cm h., 10 — 15 cm 0,
Scheitel eingesenkt, graugrün; Ri. ca. 22, scharf,
in beilförmige Höcker aufgelöst; Ar. 1,5 cm
entfernt, elliptisch, graufilzig; Rst. 6 — 7, spreizend,
1,3 cm lg.; Mst. nach oben gerichtet, 3, 5 —8 cm
lg., alle St. grau mit verdickter Basis; Bl. seitlich,
trichterförmig, 5 cm lg., 4 cm 0; Ov. kugelig,
6 mm lg., braun mit Seh. und lg. schwarzen H.;
Sep. breit lanzettlich, 2 cm lg., rot; Pet. spatelig,
2,5 x 1 cm, oben abgerundet, hell blutrot; Stbf.
dunkel magenta; Stbb. hellgelb; Gr. hellgrün mit
10 hellgrünen N. — Bolivien (Prov. Zudanez,
Dep. Chuquisaca, an der Straße Zudafiez-Tara-
bueo, in 2400 m Höhe).
Maihueniopsis Speg.
Maihueniopsis leptoclada (FR 1050)
Beschreibung fehlt.
Mamillaria Haw.
Mamillaria „alpina"
Provisorischer Name für die dann als M. kraehen-
buehlii beschriebene Art.
Mamillaria backebergiana Buchenatj
Nach Curt Backeberg benannt.
K. kugelig bis länglich, kräftig grün, ca. 5 — 6 cm 0,
bald sprossend, W. schlankzylindrisch; Bz. 8: 13;
Ax. anfangs schwach weißwollig; Rst. 8 — 10,
1 mm lg., dünn, hell; Mst. 1—2, 1 cm lg., nadelig,
gelbl.-braun, dunkelspitzig; Bl. 1,8 cm lg., bis
9,5 cm 0, karmin. — Mexiko.
Mamillaria centraliplumosa Fittk. 1971
K. zylindrisch, einfach oder am Grunde sprossend,
bis 15 cm h., 4,4 cm 0, Scheitel gerundet,
dunkelgrün; Wz- zylindrisch-konisch, 6 —9 mm lg., an
der Basis 7 —8 mm br., dicht; Ax. spärlich weiß
bewollt; Ar. eiförmig, 2,5 x 1,5 mm; Rst. 20 bis
25, glasig weiß oder gelblich mit braunen Spitzen,
strahlig; Mst. 4 — 9, bis 12 mm lg., untere 6 — 10mm,
482 Mamillaria
gerade, bisweilen 3 untere hakig, rot mit braunen
bis schwarzen Spitzen; Mst. stets gefiedert; Bl.
von Februar bis Mai in Kränzen, 1,7 — 1,9 cm lg.,
glockenförmig, nicht duftend, unten gelbgrün,
oben rosa; Gr. weiß, nach oben in Rosa-Violett
übergehend; Fr. unten blaßrosa, oben braun bis
olivgrün; S. braun. — Mexiko (Staat Mexico,
in der Nähe von Calderon in 1700 -1900 m Höhe).
Mamillaria chavezii Cowper 1963 (syn. M. orestera)
Benannt nach Don Epifanio Chavez, dem
Entdecker der Art.
K. kugelig, 2 —3 cm h., 3—4 cm 0, einfach oder
sprossend; W. konisch, nicht gekantet, ca. 7 mm
lg., stumpf, meerblau-grün; Bz. 8:13, nicht
schlaff oder weich; Ar. in 5 — 7 mm Abstand, rund,
creme oder orange, nur im Seh. wenig weißwollig,
später kahl; Ax. gelegentlich mit feinen weißen
Bst., sonst kahl; Saft wäßrig; Fleisch am Fuße
der Pflanze blaß rosa; Wz. tiefer rosa; St. nicht
den K. verdeckend; Rst. 20 — 22, dünn, gerade,
steif, silbrig weiß, mitunter rötlichbraun getupft,
bedeckt mit feinem weißem Flaum, der besser
sichtbar ist als an den Mst., nahezu gleichmäßig
von der Areole aus spreizend, in Scheitelnähe
aufgerichtet, später abstehend, ca. 5 — 7 mm lg., die
unteren meist schwächer und etwas kürzer als die
oberen, untere nie getupft und meist borstenartig;
Mst. 1, 1 —1,25 cm lg., steif nadelig, aufgerichtet,
jung stark gehakt, im Scheitel am Grunde weiß,
bis hellrötlichbraun an der Spitze, später
gleichmäßig matt rötlich oder graubraun, bedeckt mit
feinem, weißem Flaum, mit bloßem Auge leicht
erkennbar; Bl. aus dem Scheitel, glockig, 1,5 cm
lg. und 0; Sep. 5 — 6 mm lg., lanzettlich, hellgrün
mit schmalen weißen gewimperten Randstreifen,
stark zurückgebogen; Pet. blaßrosa oder creme
mit blaß karminrotem Mittelstreifen, an der
Unterseite breiter und olivgrün, linear-lanzettlich
mit bewimperten Rändern, Wimpern dicht
gefranst; Pet. ca. 1 cm lg., 1,5 — 2,5 mm br., größere
mit 2 getrennten, hellroten Längsstreifen statt
eines Mittelstr.; Ov. glatt, kahl, lebhaft grün;
Stbf. ca. 4 —5 mm lg., dicht gewirbelt, hellrosa,
Stbb. hell orange; Gr. etwa 1 cm lg., kräftig,
hellgrün; N. 5, 1—2 mm lg., kräftiger gefärbt als
der Gr. USA (New Mexico, zwischen Gras in
felsigem Tal bei Tyrone).
3Iamillaria deher<ltiana Farwig
Nach Cyrill de Herdt benannt.
K. gedrückt kugelförmig, 4,5 cm 0, 2,5 cm h.,
einzeln, Saft wäßrig; W. Spiralzeilen 8:13,
konisch, bis 10 mm lg., mittelgrün; Wz. dickfaserig;
Ax. wenig bewollt, mitunter nackt; Ar. ovoid,
4 mm lg., 2 mm br., weiß befilzt; Rst. 33 — 36,
nadeiförmig, 3 —6 mm lg., untere länger, stärker;
St. zuerst hellgelb, später weiß, Spitzen mitunter
leicht rötlichbraun; Mst. variabel, 3 —5 mm lg.,
1—6, manchmal fehlend, hell- bis dunkelrotbraun;
Bl. trichterförmig, bis 5 cm 0; R. bis 20 mm lg.,
fleischfarbig, kleine olivgrüne Schuppen; Sep.
bis 10 mm lg., lanzettförmig, am Rande
fleischfarbig, Mitte grünlich; Pet. bis 23 mm lg., 4 mm
br., lanzettförmig, hell rosaviolett mit dunklen
Mittelstreifen und Spitze; Gr. weiß mit 4 weißen
N., in Hellviolett übergehend; Fr. kugelförmig,
3 —4 mm 0, hellgrün; S. dunkel-braunschwarz,
2 mm lg., 1 mm br., grubig. — Mexico (Oaxaca,
am Wege zwischen Nejapa, Inquila Mixes und
Lachiguiri). Steht der Sektion Phellosperma nahe.
Von Fr. Schwarz zuerst gefunden.
Mamillaria dodsonii H. Bravo
Benannt nach J. W. Dodson, Curator des Cacti
and Succulent Botanic. Garden,
Berkeley/California.
K. gedrückt-kugelig, einfach, bis 4 cm br. und
3 cm h., mit wäßrigem Saft; W. spiralig in 5 —8
Reihen angeordnet, konisch, 5 mm lg.; Ax. kahl;
Ar. rund, 1 mm gr., anfänglich m. weißer Wolle;
Rst. 20 — 21, glasig weiß, obere ca. 1 cm, untere
bis 18 mm, stechend, ziemlich anliegend,
eingedreht; Mst. (3), 4 — 5, über Kreuz, stärker als
die Rst., die oberen 1 cm lg., die unteren bis 2 cm;
Bl. geöffnet ca. 4 cm 0, spitz, purpurn; Sep.
lanzettlich ; Gr. biaßpurpur, mit 4 N., überragt die
weißen Stbf.; Stbb. gelb; Frkn. im Körper versenkt;
S. schwarz, 1,5 mm gr., mit korkigem basalem
Hilum. — Mexiko (nördlich Oaxaca, Cerro de
San felipe del Agua, in Felsspalten zwischen Moos
und Farnen in 3000 m Höhe). Zur Untergattung
Phellosperma, Sektion Krainzia, gehörend, der
Mam. deherdtiana sehr nahe stehend, aber durch
weniger Reihen und Rst. und mehr Mst. u. durch
die runden Ar. unterschieden.
Mamillaria ernestii Fittk. 1971
K. einfach, auch von unten sprossend, etwas
zylindrisch, bis 45 cm lg. und 6 cm 0, lange
Exemplare umliegend, Scheitel gerundet, dunkelgrün;
Wz. konisch, ca. 9 — 11 mm lg., am Grunde 6 bis
9 mm dick; Ax. und Ar. mit spärlicher weißer
Wolle, später kahl; Rst. 5 — 11, 4 —10 mm lg.,
gerade oder leicht gebogen, gelblich mit brauner
Spitze; Mst. 1, schräg aufwärts, später fast
angelegt; 8 — 12 mm lg., gerade oder leicht gebogen;
Bl. im Kranz, ca. 22 mm lg. und 24 mm 0; Sep.
gelblichgrün; Pet. rötlich; Gr. weiß mit 4 — 6
gelbgrünen N.; Fr. oben olivgrün, unten lachsfarben,
13 —25 mm lg.; S. hellbraun. — Mexiko (La
Puerta in 1200-1800 m Höhe).
Verwandt mit Mam. matudae und M. backe-
bergiana.
Mamillaria erythrocalix Btjchenau
Rotkelchig- (blühende) M.
K. sprossend, Gruppen bildend, Sprosse 2 —10 cm
lg., 2,5 cm 0, mit Faserwurzeln; Wz. weich,
kugelig und spitz; Bz. 5: 8 und 8: 13; Ax. mit 1-5
Mamillaria 483
weißen Borsten und wenig Wolle; Ar.
weißwollig, später kahl; Rst. 16 — 20, 3 — 6 mm lg.,
weiß, unten ockerfarben; Mst. 4 — 7, 5 — 8 mm lg.,
gerade, gelbweiß mit roter Spitze, der untere
manchmal hakig; Bl. im Kranz, 18 —20 mm lg.,
glockig, rot bis rotbraun; Fr. 18 mm lg.,
rötlichbraun; S. 1,2 mm lg., zimtfarben. — Mexiko
(Pueblo, südl. Chiautla in 1300 m Höhe, auf
felsigem, schwarzem Boden von pH 6 unter
Büschen und Bäumen).
Mamillaria estebanensis Linds. 1967
Nach Herkunft benannt. Von George E. Lindsay
1961 gesammelt.
K. gruppenbildend, zylindrisch, mit wäßrigem
Saft; Ax. mit Wolle und Borsten; Bz. 13:21;
Mst. 1, gerade oder gehakt, 4 —15 mm lg.,
kastanienbraun mit schokoladenfarbener Spitze; Rst.
15 — 22, gerade, bis 10 mm lg., kastanienbraun oder
goldfarben, zu Weiß verblassend; Bl. ca. 20 mm 0,
weiß; Gr. mit 5 — 6N., hellgrün, nicht spreizend;
Fr. keulig, 15 —20 mm lg., rot; S. schwarz,
gegrubt. — Mexiko (Baja California, Isla San
Esteban, in einem breiten Einschnitt auf der
Südostseite der Insel).
Die Art gehört in die M. dioica-Gruppe, ist aber
im Habitus robuster als die anderen Arten.
Mamillaria felicis Schreier nom. provis.
Nach dem Finder, Herrn Felix Krähenbühl,
benannt.
K. ca. 20 cm h., 5 cm br.; Ri. gekerbt, ähnlich
wie bei M. polyedra; Rst. 5 — 6, schneeweiß mit
zartbraunen Spitzen, 3 cm lg.; Knospe rosa; Bl.
»ähnlich wie bei M. nejapensis, cremeweiß mit rosa
Mittelstreif. — Mexiko (Golf von Tehuantepec).
Mamillaria fittkaui Glass & Foster 1971
Benannt nach Pfarrer Hans Fittkau.
K. zylindrisch, sprossend, ca. 10 cm h., 4 —5 cm
0, hell- bis dunkel-gelbgrün, Scheitel leicht
eingesenkt; W. variabel, rund, 7 mm breit an der
Basis, 5 mm br. am Scheitel, bis 10 mm lg., wäß-
rigen Saft führend, Epidermis dünn mit
glitzernden Spaltöffnungen; Ar. leicht eingesenkt, wenig
weißwollig, später kahl, 1—2 mm 0; Ax. nackt;
Rst. 7 — 9, ungleich abstehend, weiß, weich,
5,5-7 mm lg.; Mst. 4, rötlich braun, die 3 oberen
flach strahlend und kaum von den Rst. zu
unterscheiden, nur etwas stärker, dunkler und länger;
ein Hakenst., aufgerichtet 8 —10 mm lg.,
dunkelbraun, Basis heller; Bl. 1cm 0, 1,5cm lg.; R.
2,5 mm 0, hellgrün; Blütenblätter weißlich mit
rosa Saum und dunklerem Mittelstreifen,
besonders die äußeren kräftiger rosa mit breiterem
Mittelstr.; Gr. u. N. weiß; Fr. 7 mm lg. und 5 mm
0, braun, unten hellrosa; S. groß, wenige, 1 mm
0, Testa sehr dunkelbraun. — Mexiko (Jalisco,
Lake Chapala, auf Felsen). Ähnl. M. monancistria
Berg., jedoch unterschieden durch die nackten
Axillen, die nicht haarartigen St., abweichende
Stachelanzahl und Farbe des Gr.
Mamillaria garessii Cowper 1970
Nach ihrem Entdecker Eimer Garess benannt.
K. kleinkugelig bis kugelig, gruppenbildend, Ein-
zelköpfe bis 8 cm h., bis 5 cm 0; W. dunkel- bis
graugrün, kurzzylindrisch; Bz. 8:13; Ax. meist
nackt, selten mit Wolle oder Borsten; Ar. rund,
mit kurzer brauner Wolle in Scheitelnähe, später
orange und unten graubraun; Mst. 1 ( — 2), kräftig,
steif, nadeiförmig, hell rotbraun bis dunkelrot,
gehakt, glatt; Rst. 16 — 22, durchscheinend weiß
oder hellrosa, befleckt mit feinen, schwarzen
Tüpfelchen, doch wirkt die Pflanze, außer am
Scheitel, einheitlich weiß; bis 1,5 cm lg., glatt;
Bl. glockenförmig, 1,5 cm br., 2,5 cm lg., nicht
gebogen. Pet. lanzettlich, spitz, cremeweiß oder
hellrosa; Sep. etwas kürzer und mit grüner
Unterseite, Ränder bewimpert; Gr. und Stbf. weiß,
Stbb. gelb; Fr. kurzkeulig, fest, fleischig, grün
bis rot; S. rotbraun, reif dunkler. — Mexiko
(Chihuahua, südwestl. Mtachio, an buschigem
Bergabhang, in Felsspalten im Halbschatten).
Die Art wurde 1962 zuerst von Eimer Garess
und John Green und 1965 von Cowper gesammelt
und gehört in die M. wilcoxii-wrightii-viridiflora-
Gruppe wie auch zu den Arten des „Sonorischen
Reiches". Sie ist deutlich erkennbar durch den
feuerroten Scheitel, die eigentümlich zugespitzten
Mst. und den gruppenbildenden Wuchs. — Sehr
nässeempfindlich, braucht trockene Luft, nur bei
warmem Wetter vorsichtig gießen, trocken
überwintern. Sämlinge bald pfropfen.
Mamillaria glassii Foster 1968
Nach Mr. Ch. Glass benannt.
K. gruppenbildend, kugelig; W. mit wäßrigem
Saft; Ax. mit 20 — 30 weißen, haarähnlichen
Borsten; Mst. 1, 4 —5 mm lg., vorgestreckt, gehakt,
bernsteinfarben; 6 —8 St. fast zentral gestellt,
kaum von den Rst. zu unterscheiden; Rst. 50 — 60,
10 —15 mm lg., haarähnlich weiß, verflochten;
Bl. bis 14 mm lg., hellrosa; Fr. spindelförmig, bis
20 mm lg., grün, wird vor der Reife rosa; S.
schwarz. — Mexiko (Nuevo Leon, bei Dieciocho
de Marzo in vollem Schatten auf gut drainiertem
Boden.).
Nahe verwandt mit M. albicoma und M. subtilis.
Mamillaria glomerata (Lam.) DC. 1828 (Cactus
glomeratus Lamarck 1783)
K. gruppenbildend, Einzelsprosse eiförmig, kaum
größer als ein Hühnerei, blaugrün, dicht wollig;
St. sehr klein; Bl. rot. — Westindien (San
Domingo).
Die Vermutung, daß diese Art identisch mit M.
prolifera sei, kann in Anbetracht der Blütenfarbe
nicht stimmen.
484 Mamillaria
Mamillaria goldii Foster & Glass 1968
Benannt nach Mr. D. B. Gold, Cuernavaca,
Mexiko.
K. einzeln oder wenig sprossend; Tr. klein, fast
kugelig; W. 5 —7 mm lg., stielrund, mit wäßrigem
Saft; Ax. nackt; Rst. 35 — 45, 2 — 3 mm lg., dünn,
verflochten, glasig-weiß; Bl. groß trichterförmig,
ca. 3,5 cm lg. u. 0; Pet. dunkellavendel-rosa;
Stbb. orangegelb; N. 4, weißlich; Ov. und Fr. im
Körper eingebettet; S. schwarz, 1,5 mm lg. —
Mexiko (Sonora, nördlich von Bacozari in ca.
1000 m Höhe auf grauweißem vulkanischem
Tuffstein in voller Sonne, aber fast ganz mit Kies
bedeckt).
Mamillaria guiengolensis H. Bravo
Bildet Gruppen, hat kurze Blütezeit (nur 2
Wochen), Gruppen haben weniger Blüten, orangegelb;
schwierige Pflanze.
Mamillaria jözef-bergeri
Von Dr. W. Wojnowski nach dem Warschauer
Kakteenfreund Jozef Berger (um 1880) benannt.
Ähnlich Mamillaria collinsii.
Mamillaria kraehenbuehlii Krainz 1973
Benannt nach Felix Krähenbühl, Basel, der die
Art 1968 entdeckt hat. Sie war zuerst unter dem
provisorischen Namen M. alpina verbreitet.
K. zylindrisch, 3 —12 cm lg., 3,5 cm 0, große
Polster bildend, Wurzel dünnrübig; W. 5 — 10 mm
lg., 5 —6 mm 0, weichfleischig, mit wäßrigem
Saft; Bz. 8: 13; Ar. ca. 2 mm 0; Ax. kahl; Rst.
18 — 24, sehr dünn, weiß, z. T. mit braunen Spitzen,
3 —8mm lg.; Mst. fehlend oder 1, länger als die
Rst.; Bl. trichterig-glockig, ca. 18 mm lg.; Sep.
spatelig bis lanzettlich, weiß bis etwas karmin ge-
randet, mit breitem, karminlila Mittelstreifen;
Pet. 18 mm lg., karminlila, heller gerandet, weiße
Filamente mit gelben Antheren; Gr. und 5 N.
gelblich-weiß; Fr. dunkelkarmin; S. glänzend schwarz.
— Mexiko (Oaxaca, bei Tamazulapan, auf
Felskuppen oder unter Gras und Sträuchern).
Mamillaria lanifera
Nach D. R. Hunt ist dies wohl der 6 Jahre ältere
Name der M. rhodantha. Der Name wurde nach
den wolligen Areolen gewählt.
Mamillaria magnifica Buchenau
K. zylindrisch, bis 40 cm h., 7 — 9 cm 0, Gruppen
bildend, milchsaftig; Seh. eingesenkt, wollig, mit
St. bedeckt, Faserwurzeln; W. pyramidisch bis
konisch, 8-9 mm h.; Bz. 13:21, selten 13:18,
mit wäßrigem Saft; Ax. mit weißer Wolle und
Borsten; Ar. oval, 2,5 mm lg., 2 mm br., Spitze
gelb wollig, später weiß bis kahl; Rst. 18 — 24,
strahlenförmig, 3 —8 mm lg., gerade,
durchscheinend weiß; Mst. 4 — 6, kreuzweise angeordnet, der
untere 35 —55 mm lg., fast immer hakig, die
anderen 9 — 16 mm lg., gerade, mit brauner Basis,
dann gelblich, Spitze braun; Bl. im Kranz,
glockenförmig, 20 mm lg., 11 —12 mm öffnend; Sep.
dunkelpurpurn m. gelblichem Rand,
lanzettförmig; Pet. unten weiß, oben rosa bis
fleischfarben, mit bräunlichen Rändern; Stbf. weiß;
Stbb. creme; Gr. 13 mm lg., weiß; Fr. unten rosa,
oben rotviolett, 15 — 22 mm lg.; S. dunkelbraun. -
Mexiko (Puebla, bei San Juan Baptista, in
1500 m Höhe auf Felsen in schwarzem,
humusreichem Boden, pH 4 — 5).
v. minor
K. nur 25 cm h. und 6 cm 0; niedere, aber
breitere W.; Bz. 8 : 13; Mst. 4 — 8, der unterste
15 —25 mm lg., meiát hakig, die anderen 6 bis
15 mm lg., hell-goldgelb; Bl. 17-18 mm lg.;
Pet. mit fleischrotem Mittelstreifen und
bräunlich-weißen Rändern; Fr. schmutzigrot, 9 bis
15 mm lg.; S. etwas kleiner. — Mexiko (Puebla,
Cerro de la Cruz in 1500 m Höhe auf Felsen in
brauner, lehmiger Erde von pH 5 — 6).
Diese Varietät ähnelt sehr M. tomentosa und
flava, von denen jedoch die Angaben über Blüte,
Frucht und Samen fehlen.
Mamillaria mathildae Krähenb. & Krainz 1973
K. sprossend, blühbar 5 —6 cm h., 5 cm 0, Seh.
etwas vertieft, glänzend dunkel- bis lavendelgrün,
mit glitzernden Oberhautzellen dicht besetzt; Wz.
länglich-rhombisch bis zylindrisch, 8 —10 mm lg.,
oben rund, unten flacher, mit wäßrigem Saft;
Bz. 8 : 13; Ar. schräg abwärts gerichtet, 2 mm 0,
fast rund, jung kurz weißwollig; Ax. fast nackt,
selten etwas bewollt; Rst. 12 — 13, dünnadelig bis
borstenförmig und biegsam, 5 — 14 mm lg.;
schneeweiß, 3 — 4 kräftigere etwas dunkler, Mitte
bräunlich, zur Spitze braunrot, bewimpert; Mst. 1,
kräftig, steif, 6 — 10 mm lg., rotbraun, im Neutrieb
leuchtend rot; Bl. zu mehreren in Scheitelnähe,
glockig-trichterig, 20 mm lg., 15 — 17 mm 0, weiß,
Sepalen mit grün-rosa Mittelstreifen; Gr.
cremefarben, unten grünlich, mit 4 — 5 gelblichen N.;
Stbf. unten karminrosa, Stbb. hellgelb; Fr. 6-7mm
lg., 4 —5 mm 0, karminfarben; S. rundlich,
mutzen- bis helmförmig, mattschwarz. — Mexiko
(Queretaro, südöstlich der gleichnamigen Stadt,
bei La Canada, zwischen niederem Buschwerk und
Steinen, zusammen mit Ferocactus latispinus. Sie
wurde 1968 von Frau Mathilde Wagner, Cadereyta
de Montes, gefunden und durch Felix
Krähenbühl zuerst nach Europa gebracht.)
Diese Art ist verwandt mit M. zeilmanniana, M.
nana, einschließlich M. rowlii.
Mamillaria meyranii v. michoacana Buchenau
Benannt nach Mr. Jorge Meyran.
K. gruppenbildend, bis 15 cm lg., 7 cm 0,
dunkelgrün, Scheitel mit St. und Wolle bedeckt; W.
7 mm groß; Bz. 13:21; Ar. oval, 1,2 mm gr.,
gelblichbraun; Ax. im Scheitel wollig; Rst.
16 — 18, 5 —8 mm lg., die unteren am längsten,
Mamillaria 485
gelblich mit dunklen Spitzen; Mst. 4, über Kreuz
stehend, 8 — 10 mmgr., gerade; Bl. im Kranz, 16 bis
17 mm gr., 11 —12 mm 0, gelblich-bräunlich;
Pet. lanzettlich; Fr. rot, 13 — 15 mm lg., 8 mm 0;
S. braun. — Mexiko (Michoacan, bei San Jose
Puma in voller Sonne oder unter Büschen).
Mamillaria morricalii Cowper 1969
Benannt nach dem Entdecker D. Morrical, Las
Cruces, New Mexiko.
K. einzeln, manchmal kleine Gruppen von 2 — 5
Köpfen, 5 —13 cm h., 1,5 — 8 cm 0, eiförmig bis
kurz zylindr., auffallend gelbgrün; W. zylindr.,
grün; Bz. 13:21; Ax. sehr kurz weiß bewollt;
Ar. kurz gelblich bewollt, rund, 8 mm entfernt;
St. verdecken den K. und geben ihm ein gelbliches
Aussehen; Rst. ca. 22, gerade, gleichmäßig
spreizend, 5 —8 mm lg., hellgelblich, etwas
aufgerichtet; Mst. 1, gehakt, gelblich am Grunde, sonst
orange mit dunkler Spitze; Bl. klein, kurzglockig,
2 cm 0 voll geöffnet; Sep. grünlich, kürzer als
die Pet.; Pet. kürzer als 1 cm, längl. lanzettlich,
nicht zurückgebogen, rosa bis gelbl.-orange mit
dunklerem Mittelstreifen; Gr. fahlgrün mit 5 — 6
hellgrünen N.; Fr. grün bis purpurrot, 8 — 15 mm
lg., kurzkeulig; S. dunkel-rotbraun, 1 —1,25 mm
ig-
Die Art gehört in die Gruppe M. wrightii-wilcoxii-
viridiflora. — Mexiko (Chihuahua, Majalca, an
ziemlich steilen, felsigen Abhängen im Gras,
vorzugsweise unter Eichen, selten.)
Mamillaria saboae Glass
Benannt nach der Entdeckerin Mrs. Kathryn
Sabo, Woodland Hills, Calif.
K. kleinbleib., einzeln und sprossend, 1—2 cm
hoch und 0; W. sehr klein, ca. 2,5 mm lg.; Ar.
etwas weißwollig; Rst. zahlreich, glasig weiß,
Basis gelb, 2 mm lg.; Bl. 4 cm lg., 4 cm 0, rosa,
Ränder heller, Mittelstreifen dunkel; S. schwarz,
glänzend. — Mexiko (südwestl. Chihuahua in
7000 Fuß Höhe auf vulkanischem Tuff).
Genannt: „Kleinste Mamillaria mit größten
Blüten".
Mamillaria santaclarensis Cowper 1969
Nach Herkunft aus dem Santa Clara Canyon
benannt.
K. einfach mit kugeligen Ästen, bis 16 cm lg., bis
5 cm 0; W. 5-10 mm lg., 3-6 mm 0; Bz.
8:13; Ax. kahl; Ar. rund, weiß oder gelblich,
kahl oder fast kahl; Rst. 30 oder an'älteren Pfl.
mehr, an jüngeren weniger, 5 —12 mm lg., weiß
oder strohgelb, längere rotbraun; Mst. 1—4,
5 —18 mm lg., einer länger, stark gehakt,
rotbraun mit gelblicher Basis; Bl. lang-glockig,
2 cm lg., bis 1,5 cm 0 voll geöffnet, nicht
zurückgebogen; Pet. rosa oder hellrosa mit dunklerem
Mittelstreifen; Gr. weiß oder hellgrün mit
hellgrünen N.; Stbb. gelb; Fr. grün bis rot, 8 — 15 mm
lg.; S. dunkelrotbraun. — Mexiko (Chihuahua,
Santa-Clara-Canyon, ca. 17 Meilen westlich von
Ciudad Juarez).
Mamillaria theresae Cutak
Benannt nach der Entdeckerin Frau Theresa
Bock.
K. konisch-zylindrisch, meist einzeln, olivgrün, oft
mit purpurnem Hauch; W. winzig, schlank; Ar.
bewollt, meist rund; Rst. zahlreich, 2 mm lg.,
weißlich gefiedert; Mst. 9; Bl. violett-purpur,
trichterförmig mit enger Röhre, 35 —40 mm lg.,
30 mm 0; Sep. grünlich braun, an den äußeren
Rändern blaßrosa; Stbf. weiß; Stbb. gelb; Gr.
weiß; S. schwarz, sehr klein, tief eingesenkt sitzend.
Diese winzige Art mit den langen Blüten wurde
1966 entdeckt. Sie wächst in 2200 m Höhe beim
Coneto-Paß, Durango, Mexiko.
Mamillaria varieaculcata Buchen au 1966
K. kugelig,., später zylindrisch, sprossend, selten
dichotomisch teilend, * Gruppen bildend, mit
Faserwurzeln; Einzelköpfe 13 cm h., 9 cm 0;
Seh. eingesenkt, weißwollig; milchsaftig; W.
pyramidisch, leicht gekantet, 5 — 6 mm h.; Bz. 13 : 21;
Ax. weißwollig; Ar. oval, weißwollig, später grau;
Rst. 17 — 20, 4 — 7 mm lg., verflochten, glasigweiß,
an der Basis zuerst hellbraun, später dunkler;
Mst. zuerst 3 — 5, 4—12 mm lg., zimtfarben,
später 1, seltener 2, teilweise bis 45 mm lg., Basis
breit, Spitze dunkelbraun, später vergrauend; Bl.
im Kranz, trichterförmig, 17 —18 mm lg., 12 bis
15 mm 0; Sep. kastanienbraun mit gelblichem
Rand; Pet. scharlachrot m. hellem Rand,
lanzettlich, Basis rosa; Stbf. weiß; Stbb. hellgelb; Gr.
11 mm lg., unten blaßgrün, oben hellrot; Fr.
Scharlach, 15 —20 mm lg.; S. blaßbraun mit
netzartiger, rauher Testa. — Mexiko (Puebla,
südlich von Chilac in 1200 m Höhe zwischen Felsen
in steinigem Lehmboden).
Verwandt mit M. huajuapensis, mixtecensis und
casoi Bravo.
3Iamillaria viescensis
Autor und Beschreibung 1973 noch unbekannt.
Eine kleine weichfleischige Art mit vielen weißen
Rst. und gehakten rotbraunen Mst. Dem Namen
nach vermutlich bei der Stadt Viesca im Norden
Mexikos wachsend.
Mamillaria virginis Fittk. & Kl ad.
Benannt nach der Jungfrau von Guadalupe.
K. verlängert-zylindrisch, meist einfach, bis
25 cm h., 8 cm 0, Scheitel kaum eingesenkt,
dunkelgrün; Wz. am Grunde 4 —5 mm dick, ca.
8-10 mm lg.; Bz. 8:13 und 13:21; Ar. oval,
mit spärlicher weißer Wolle; Ax. meist nackt;
Rst. 15 — 21, 2 —7 mm lg., weißlich, rot gespitzt,
48 6 Mamillaria — Mediolobivia
am Grunde gelblich; Mst. 2 — 8, 4 —12 mm lg.,
rötlichbraun, dunkler gespitzt, der unterste
zuweilen gehakt; Bl. im Kranz um den Scheitel,
glockig, 12 —14 mm lg., 9 mm br.; Sep. braunrot
mit hellerem Rand; Pet. rosarot mit violetter
Mittellinie; Gr. mit 3 — 5 grünen N.; selbststeril;
Fr. 20 —26 mm lg., lachsfarben, oben olivgrün;
S. hell rötlichbraun. — Mexiko (Guerrero, bei
Ancon in Höhen von 1800 — 2100 m an Kalkfelsen,
auch im lichten Eichenwald). Die Art ist
verwandt mit Mam. umbrina.
Mamillaria zapilotensis Craig
Nach Herkunft benannt = hakenstachlige Form
von M. guerreronis H. Bravo
Beschreibung fehlt.
Matucana Br. & R.
Matucana calliantha
Beschreibung fehlt.
Matucana calocephala Skarupke 1973
K. bis 50 cm h., bis 12 cm br., grau-grün, kaum
sprossend; Ri. 24 — 30, senkrecht, in 8 —12 mm
Abstand, in Höcker aufgelöst; Ar. länglich, in
1 cm Abstand; St. sehr dicht den ganzen K.
einhüllend, mit feinen H. durchsetzt, besonders im
schopfartigen Scheitel, im Neutrieb beige bis
hellbraun, später z.T. weißlich, 1—3cm lg.; Mst.
mit brauner Spitze, bis 2,5 cm lg.; St. meist nach
oben gestellt; Bl. zygomorph, bis 5 cm lg., 3 cm
br., rosa mit kräftigem rosaviolettem
Mittelstreifen; R. mit wenigen Seil, besetzt; Stbf. am Grunde
beige, oben rosa-violett; Stbb. rot-violett; Gr.
kräftig violett, 1 cm über die Bl. hinausragend;
4N. gelblich-violett, am Gr. anliegend; Fr. 2 cm
lg., grün, dann eintrocknend dunkelbraun; S.
mützenförmig, matt, grau. — Peru (Dept. An-
cash bei Llamelin).
3Iatucana fruticosa (FR 1307)
K. stark verzweigend, strauchartig von der Basis;
Tr. 10-50 cm lg., meist 3-6 cm 0; Ri. 10-21,
meist 13 — 15, 5 — 7 mm h., gekerbt; Ar. 2 — 3 mm
lg., weiß, 5 — 10 mm entfernt; St. nadelig, gerade,
glänzend, gelb oder braun; Rst. 13 — 22, meist
5-20 mm lang; Mst. 5-10, 0,7-6 cm lg., die
unteren kürzer; Bl. 6 —9 cm lg., aktinomorph
oder schwach zygomorph; Ov. grün mit wenigen,
kleinen Seil. u. Wollflocken, mitunter letztere
fehlend; R. 7 —9 mm weit, unten weiter als oben,
mit kl. Schuppen und weißen oder schwarzen
Flocken; Stbf. weiß, oben goldgelb mit
zinnoberrotem Ende; Gr. 6,5 —8,5cm lg.; N. grün; Pet.
22 — 30 mm lg., 5 — 7 mm br., goldgelb, Spitze mit
Karminrot gemischt, aufrecht; Sep. nach außen
gebreitet; Fr. 15 mm 0, Spitze sich verengend;
S. schwarz, 2 mm, warzig gerippt. — Peru (San
Juan).
Matucana hastifera (FR 1306)
Beschreibung fehlt.
Matucana hualgalensis
Beschreibung fehlt.
Matucana nigricantha (FR 1305)
Beschreibung fehlt.
Matueana pallarensis
(Noch unbeschrieben). Von Ritter gefunden.
K. flachkugelig; St. dicht, braungelb, Scheitel
überdeckend; Bl. kräftig orange; Stbf. rot; N.
grün. Röhre gelbgrün mit grünem Schlund. -
Peru.
Matucana supertexta (FR 690)
Beschreibung fehlt.
Mediolobivia Backbg.
Mediolobivia (Rebutia) albopectinata Rausch 1972
K. einzeln, kugelig, bis 15 mm 0, graugrün, mit
Rübenwurzel; Ri. bis 16, senkrecht oder leicht
gedreht, in 1,5 mm gr. Höcker geteilt; Ar. oval,
1 mm lg. und 1 mm entfernt, weiß- oder hellbraun-
filzig; Rst. 13, 6 Paare und einer nach unten, bis
3 mm lg., anliegend, den K. bedeckend; Mst.
0 — 2, bis 1 mm lg., abstehend; St. alle weiß mit
braunem, verdicktem Fuß; Bl. seitlich, 50 mm lg.,
45 mm 0; Frkn. und R. rosa mit braunroten
Seh., weißen H. und Bst., Sep. violettrosa mit
grünen Mittelstreifen; Pet. rot, Schlund rosa mit
weißem Grund; Stbf. rosa; Gr. mit R. verwachsen,
grün; N. 5 — 7, grün; Fr. kugelig, 5 mm 0, mit
weißen H. und Bst.; S. kugelig, schwarz glänzend,
ca. 1 mm 0. — Bolivien (bei Culpina, in 3400m
Höhe).
Die Art ähnelt Aylostera heliosa, hat aber gerade
herablaufende Ri.
Mediolobivia (Rebutia) bmnescens Rausch 1972
K. einzeln, kugelig, bis 50 mm 0; Ri. 13 — 14,
gerade oder etwas gedreht, durch Querfurchen in
runde Höcker - geteilt, braunviolett, um die Ar.
etwas dunkelgrün; Ar. oval, 2 — 3 mm lg., braun-
filzig; Rst. 11 — 13, um den K. verflochten; Mst.
0 — 2, bis 10 mm lg.; St. alle braun mit dunklerer
Spitze und dunklerem, verdicktem Fuß; Bl.
seitlich, 40 mm lg., 30 mm 0; Frkn. und R. weiß-
lichrosa mit grünen bis braunen Seh., weißem
Filz und Bst.; Sep. rosa mit grünen Mittelstreifen;
Pet. rot, Schlund weißlich; Stbf. weißlichrosa;
Gr. grünlich-weiß mit 7 gelben N.; Fr. kugelig,
braun mit dunkleren Seh., weißem Filz und
Bst.; S. glockenförmig mit rauher, großwarziger
Testa. — Bolivien (Tarabuco, in 3500 m Höhe).
(Abb. 484.)
Mediolobivia — Melocactus 487
Mediolobivia cajasensis (FR 1141 +a)
Beschreibung fehlt.
Mediolobivia (Rebutia, Digitorebutia) eos Rausch
K. einfach, kurz-zylindrisch, bis 25 mm h. und
20 mm 0, braungrün, mit rübenförmiger Wz.;
Ri. 12 — 13, gerade oder ein wenig gedreht, in
4 mm gr. Höcker aufgelöst; Ar. oval, 2 mm lg.,
braunfilzig; Rst. 8-10, bis 6 mm lg., borstig,
braungrau mit braunem Fuß; Mst. 1, bis 5 mm lg.,
kräftiger, braun bis schwarz, nach oben gerichtet;
Bl. breit öffnend, 40 mm lg., 35 mm br.; Peri-
carpell kugelförmig, rotbraun mit dunkelbraunen,
borstigen Seh.; Receptaculum rosa, unten kahl,
oben dunkelgrüne, lanzettliche Seh., weiß behaart;
Sep. weißlich mit bräunlichen Mittelstreifen; Pet.
spatelig, weißlich rosa; Gr. und N. hellgrün; Fr.
braun mit dunkleren Seh. und weißer Wolle
bedeckt. — Argentinien (Jujuy bei Tafna, in
3600 m Höhe).
Die Art ähnelt M. nigricans, ist aber durch die
Blütenfarbe, die zwischen Weiß-Rosa und Reinweiß
an der gleichen Pflanze wechselt, gut zu
unterscheiden. (Abb. 485.)
Mediolobivia hirsutissima Card. 1971
K. stark sprossend, Wurzelrübe 7 — 8 cm lg.;
Köpfe 3 cm lg., 2,5 cm 0, grau, Scheitel
eingesenkt; Ri. ca. 13, gerade, 2 mm h., 4 mm br.; Ar.
elliptisch, 2 —3 mm lg., graufilzig; St. kammartig,
13 auf jeder Seite der Ar., 4 mm lg., seitlich
abgeflacht, sehr dünn, grau, obere gelblich; Bl.
trichterförmig, 4 cm lg., 3 cm 0, außen hellbraun
beschuppt, weiß behaart, an der Röhre z. T.
bräunlich; Sep. außen grünlich, innen hellpurpur;
Pet. spatelig; Stbf. purpur; Gr. mit 5 grünen N. —
Bolivien (Boeto, Dept. Chuquisaca, bei Villa
Serrano in 2000 m Höhe).
Mediolobivia ithyacantha Card. 1969
K. flachkugelig, 1,5 —2,5 cm h., 2 —4 cm 0,
hellgrün; Ri. 12 — 18, gefurcht, in 3 —5 mm lg. Höcker
aufgeteilt; Ar. 4 —6 mm entfernt, 3 —4 mm 0,
graufilzig; Rst. 15 — 17, spreizend, 4 —15 mm lg.;
Mst. 1—2, spreizend, 10 — 25 mm lg.; St. alle dünn,
steif, junge braun, alte grau-weißlich, Scheitel
bedeckt mit kurzen, braunen, verflochtenen St.; Bl.
aus der Seite, trichterig, 3 — 3,5 cm lg., 2 — 2,5 cm
0; Ov. rund, 4 mm 0, hellbraun-gelblich mit
behaarten Seh.; Sep. spatelig, 14 mm lg., außen hell-
lilarot, innen leuchtend rotorange; Pet.
lanzettlich, 16 x 5 mm m. Spitze; Stbf. weiß; Stbb. gelb;
Gr. 18 mm lg., weiß, m. 7 gelben N.; Fr. kugelig,
hellrot mit weiß behaarten Seh. — Bolivien
(Vallegrande, Dept. Santa Cruz nahe Comarapa
in 2200 m Höhe).
Mediolobivia (Rebutia, Digitorebutia) mudanensis
Rausch 1976
K. meist einzeln, kurzzylindirsch, 40 mm h. und
30 mm 0, hellgrün, mit Rübenwurzel und 13 meist
geraden Ri., die in 4 mm lange und breite Hk.
geteilt sind; Ar. 2 mm lang, oval, weiß bis
braunfilzig; Rst. 12, anliegend oder strahlend, bis
10 mm lg., glasigweiß mit hellbraunen Spitzen;
Mst. 0 — 1, etwas kräftiger; Bl. seitlich, mit
35 mm 0 und Länge, Frkn. und Röhre mit nur
wenigen dunkelbraunen, zarten Seh. und weißen
H.; Sep. spatelig, weißlichrosa mit violettrosa
Mittelstreifen; Pet. spatelig, bis 8 mm br., rund,
hellorange, Schlund und Stbf. weißlichrosa; Gr.
etwa zur Hälfte stielförmig verwachsen,
grünlichgelb mit 6 grünlichen N.; Fr. kugelig, dünnschalig,
mit weißen H. und Bst. — Nordargentinien
(östlich Mudana, nahe Santa Ana in 3500 — 4300 m
Höhe).
Mediolobivia rutiliflora (FR 1113)
Beschreibung fehlt.
Mediolobivia vulpina (FR 939)
(vulpispina?)
Fuchsrote M. Beschreibung fehlt.
Melocactus (Tourn.) Link & Otto
Melocactus albieephalus Buin. & Bred. 1973
K. einzeln, bis 12 cm h. und 15 cm 0, grün;
Ceph. ca. 4 cm h., bis 7,5 cm 0, mit dichter weißer
Wolle und im unteren Teil roten Bst.; Ri. 9 — 10,
ziemlich scharf, bis 5 cm br. und 3 cm h., zwischen
den Ar. scharf vorstehend gehöckert; Ar. rund,
ca. 7 mm 0, eingesenkt, bald verkahlend; Rst.
meist 9, einer senkrecht oder nach unten
abstehend, 44 mm lg., Stachelpaare nach unten am
längsten, nach oben nur 4 — 7 mm lg.; Mst. 1 ( — 2),
schräg abwärts, ca. 30 mm lg., etwas gebogen und
am Grunde verdickt; St. alle erst hellbraun, bald
hellgraurosa, hellbraun gespitzt, sehr kräftig; Bl.
23 mm lg., 10 mm 0, karminrot, nach oben
dunkler; Stbb. zum Gr. gebogen; Stbf. weiß; Gr. 12 mm
lg., hellrosa; Fr. keilförmig, 23 mm lg., glänzend
karminrot; S. mützenförmig, 1,3 mm lg., 1 mm
br., Testa glänzend schwarz. — Brasilien (Mittel -
Bahia, am Westabhang der Serra do Espinhaco,
in Felsspalten in ca. 900 m Höhe). (Abb. 486.)
Melocactus amethystinus Buin. & Bred. 1973
K. einzeln, mit Cephalium 12 cm hoch, bis 17 cm
0, grün; Cephal. 4 cm h., 8 cm 0, weißwollig,
von dunkelroten Borsten durchsetzt, so daß das
Cephal. später rot wirkt; Ri. 9, scharf, 3 cm h.,
5,5 cm entfernt, zwischen den Ar. vorstehende
beilförmige Höcker; Ar. dicht unterhalb dieser
Höcker in die Ri. eingesenkt, rund, 7 mm im 0,
weißwollig, später kahl werdend, ca. 1 cm
entfernt; Rst. 9, einer abwärts, 2,5 —3,8 cm lg.,
3 Paare beiderseits, oberste am kürzesten,
außerdem noch kurze Nebenstacheln; Mst. senkrecht
488 Melocactus
abstehend, am Grunde stark verdickt, bis 3 cm
lg. und 1,5 mm dick; alle hell rotbraun, später
grau-braun, gerade bis kaum gebogen; Bl. 15 mm
lg., bis 6 mm 0, röhrenförmig, karminrot; Stbf.
weiß, Stbb. gelb; Gr. rosa mit 5 — 6 gelben N.;
Fr. rot, länglich birnförmig; S. mützenförmig mit
glänzend schwarzer Testa und weißem Hilum. —
Brasilien (Bahia, Brejinho das Ametistas bei
Caitité in ca. 1000 m Höhe unter Sträuchern und
kleinen Bäumen. Die Art wurde von L. Horst
und A. F. H. Butning 1968 gefunden und als
eigene Art erkannt.)
Melocactus azureus Bctin. & Bred. 1971
K. einzeln, bis 17 cm h., bis 14 cm 0, azurblau
bereift; Wz. verzweigt; Ri. 9 — 10, ca. 3,5 cm h.,
scharfkantig; Ar. oval, 7 x 14 mm gr., etwas
versenkt; Rst. 7, einer nach unten, bisweilen m. ge-
bog. Spitze, bis 4 cm lg., oben kleine Nebenst.;
Mst. 1 ( — 3), der untere bis 2,5 cm lg., die beiden
oberen kürzer und dünner, Färbung der St.
grauweiß mit dunkelbrauner Spitze; Ceph. bis 3,5 cm
hoch, bis 7 cm 0, reinweiße Wolle mit feinen
roten, borstigen Haaren durchwoben; Bl.
röhrenförmig, karmin, oben dunkler; Gr. 8 mm Jg.,
hellrosa; N. 4 — 5, gelb; S. mützenförmig, 1,4 mm
gr., Testa glänzend schwarz. — Brasilien (Bahia,
Serra do Espinhaco auf verwitterten Felsen, an
sehr trockenen Berghängen am Rio Jacaré in
ca. 450 m Höhe. Von L. Horst und A. F. H. Bui-
ning 1968 gefunden.) (Abb. 487.)
Melocactus bredcrooianus Buin. 1972
K. einzeln, 10 —11cm h., 11 —12 cm 0, grün;
Ceph. 2,5 cm h., 5,5 cm 0, grauweiß mit roten
Borsten; Ri. 10 — 14, stumpf, unten bis 4 cm
entfernt; Ar. rund, 4 mm 0, etwas vertieft, weiß-
filzig, später kahl; St. rötlich mit hellem Fuß,
später grau mit braunen Spitzen, fest und steif;
Rst. einer schräg nach unten, bis 25 mm lg., je
3 Paar seitlich, 1 Paar seitlich nach oben, bis
17 mm lg.; Mst. 1, senkrecht abstehend, 18 —25 mm
lg.; Bl. röhrenförmig, karminrot, 18 mm lg., 4,5mm
br.; Sep. 6 —7 mm lg., spatelig mit gezähnter
Spitze; Pet. ca. 7 mm lg., sonst ebenso; Stbf.
weiß; Stbb. gelb, 1 mm lg.; Gr. 10mm lg., weiß
mit ca. 4 weißen N.; Fr. mit Blütenrest 24 mm lg.,
glänzend karminrot; S. mützenförmig mit matt-
glänzender, schwarzer Testa. — Brasilien
(Bahia, bei Andorinha unter Akaziensträuchern in
500 m Höhe).
Melocactus concinnus Buin. & Bred. 1972
K. einzeln, mit Ceph. 8 —9 cm h., 10 —11cm 0,
grün bis schwach bläulichgrün, mit Faserwurzeln;
Ceph. 2,5 — 3 cm h. u. 6 — 7 cm 0, Neutrieb
weißwollig mit feinen rötlichen Borsten, im alten Trieb
Rotfärbung überwiegend; Ri. 10 — 13, .scharf,
unten 2 — 2,5 cm h. u. 4 cm entfernt; Ar. versenkt,
fast rund, mit weißem Filz; St. erst rötl. mit hellem
Fuß, später grau m. nbraunen Spitzen, kräftig,
steif; Rst. 1—25 mm lg., nach unten abstehend,
weiter 4 etwas gebogene u. 2 kurze Nebenst. nach
oben, bis 6 mm lg.; Mst. 1, 16 mm lg., senkrecht
abstehend, oft nach oben gebogen; Bl. 18 mm lg.,
6,5 mm br., karminrot; Gr. weiß mit 4 weißen N.;
Fr. glänzend karminrot, umgekehrt keulenförmig;
S. mützenförmig, glänzend schwarz. — Brasilien
(Bahia, westl. von Seabra in 1000 m Höhe, auf
felsigem, dürrem und sandigem Boden zwischen
Steingeröll unter Catingagehölz und Sträuchern.
Von Horst und Uebelmann Anfang 1968
entdeckt.) (Abb. 488.)
Melocactus cremnophilus Btjin. & Bred. 1972
K. einfach, 12 cm h., 14 cm 0, grün bis
dunkelgrün; Ceph. bis 12 cm h., 6 — 7 cm 0, aus dünnen,
roten Borsten und grauer Wolle gebildet; Ri.
11 ( — 13), stumpf, nicht erhöht zwischen den Ar.;
Ar. etwas versenkt, in 1,5 cm Abstand, rund bis
etwas elliptisch, 5 — 7 mm lg. und 5 mm br. mit
kurzem weißem Filz, der bald verschwindet; St.
wenn jung glasig hornfarben am Grunde und
hellrötlich-braun nach oben, bald grau mit
dunkelbrauner Spitze, kräftig, gerade, am Grunde
verdickt; Rst. 8 — 9, ein unterer 6 —7 cm lg., 3 auf
jeder Seite der Ar., die unteren die längsten (bis
4,5 cm); Mst. 4 über Kreuz angeordnet, der untere
3,5 — 4 cm lg.; Bl. karminrot, 16 mm lg., 3,5 mm 0;
Fr. keulenförmig, 22 —25 mm lg., 5 —6 mm br.,
rot; S. klein, rund. — Brasilien (Bahia, Serra
do Espinhaco, in 850 m Höhe. Entdeckt von
Horst und Uebelmann 1967/68.) (Abb. 489.)
Melocactus curvicornis Buin. & Bred. 1972
K. einzeln, 20 und mehr cm h., 10 — 19 cm br.,
grün; Wz. verzweigt; Ceph. 30 cm h., 7-8 cm 0,
weißwollig mit kurzen roten Bst. durchwoben,
die später mehr hervortreten; Ri. 13, zieml.
scharf, oft etwas spiralig, 4 — 5 cm entfernt,
4,5 cm h.; Ar. versenkt, etwas längl., 7 mm lg.,
4 mm br., dazwischen beilförmige Höcker, bis
5 mm vorspringend, um die Ar. verdickt, erst
weißfilzig, später kahl, 15 mm entfernt; St. unten
erst hellhornfarben m. dunkelbrauner Spitze,
gebogen oder oft gerade, später grau m. brauner
Spitze, rauh, sehr kräftig, am Fuß verdickt; Rst. 7,
einer nach unten über die Höcker gebogen, 2 bis
2,5 cm lg., 3 Paare seitwärts, das unterste Paar
schräg nach unten gebogen, 2 —2,5 cm lg., das
Paar in der Mitte seitwärts gebogen, 1,5 — 2 cm lg.,
das oberste Paar schräg nach oben, gerade, 1,3 bis
1,5 cm lg., außerdem oft einige dünne Nebenst.;
Mst. 1, schräg n. oben, 1,7 cm lg.; Bl. 15 mm lg.,
6 —7 mm 0, nackt, karminrot; Sep. 4 mm lg.,
1,3 mm br., spateiförmig m. Spitze, karminrot;
Pet. hell karminrot; Gr. 9 mm lg., weiß mit 4N,;
Melocactus 489
Fr, ca. 14 mm lg., umgekehrt keulenförmig, sehr
hellrosa; S. ei- bis birnenförmig, glänzend schwarz.
- Brasilien (Bahia, bei Macaubas in 950 bis
1000 m Höhe in Felsspalten zwischen Bromelien
und harten Gräsern, im Februar 1966 von Horst
und Dr. G. Baumgardt gefunden. 1968 von
Horst und Btjintng genau beobachtet. Sie fanden
die Bestachelung an jungen Pflanzen viel kräftiger
und auffallender als nach der Cephaliumbildung.)
Melocactus dawsonii H. Bravo 1965
M. kugelig, einzeln, bis 20 cm h., 15 cm 0; Ri.
14; Ar. oval, 4mm lg.; Rst. 9 — 11, zur Hälfte
rechts und links, zurückgekrümmt, 3 — 3,5 cm lg.,
pfriemlich, weißlich-fahlgelb; Mst. meist 4; Ceph.
ca. 5 cm h., weißwollig mit braunroten Bst.; Bl.
á cm lg. mit Ov.; Fr, keulig, bis 5 cm lg.; S. 2 mm
lg., kaffeebraun. — Mexiko (Jalisco, Rancho
Cuixmala, bei Tenacatita).
Weicht von anderen mexikanischen Melocacteen
durch mehr mittlere St. und die größere Bl. ab.
Melocactus deinacanthus Buin. & Bred. 1973
K. einzeln, bis 35 cm h. und 18 cm 0, grün; Ceph.
bis 20 cm h. und bis 9 cm 0 mit weißer Wolle und
vielen roten Bst., die ihm ein rotes Aussehen geben;
Ki. 10 (—12), ca. 4,5 cm breit und entfernt,
ziemlich scharf, zwischen den Ar. beilförmig erhöht;
Ar. oval, bis 17 mm lg. und bis 11 mm breit, in
2-2,5 cm Abstand, tief versenkt; St. zuerst
rötlich-fleischfarben, später grau bis schwarz, kräftig,
hart, gebogen, am Fuß verdickt; Rst. strahlend
um die Mst., 1 nach unten bis 5 cm lg., übrige
kürzer, die kreuzförmig gestellten 4 Mst. 3—4 cm
lg.; Bl. röhrenförmig, kahl, violett, 19 mm lg.;
Gr. weißlich mit 4 cremefarbigen N.; Fr.
keulenförmig, weiß; S. mützenförmig, Testa mit hohen,
kugeligen Wärzchen, mattschwarz. — Brasilien
(Bahia, nordwestlich von Caitité in ca. 200 m Höhe
auf und zwischen nackten Felsen. Wurde 1971
von Buintng und Horst entdeckt.)
Melocactus erythracanthus Buin. & Bred. 1973
K. einzeln, kugelig bis wenig konisch, bis 11 cm h.,
bis 12 cm 0, grün; Ri. 11—12, ziemlich scharf,
unten bis 3 cm, oben bis 1 cm Abstand; Ar. rund,
6-7 mm 0, zuerst mit kurzem, creme-weißem
Filz, eingesenkt bis 2 cm Abstand; St. zuerst
gelbbraun bis tief rot, später grau; Rst. ca. 7, einer
nach unten 10 —13 cm lg., gebogen, die anderen
um die Mittelstacheln angeordnet, 1,5 —3 cm lg.,
mehr oder weniger gebogen; Mst. 4, über Kreuz,
der unterste 4,5 — 5,5 cm lg., die anderen 1,5 — 2 cm
lg.; Ceph. bis 6 cm h. und 0, im Scheitel mit
schneeweißer Wolle zwischen kurzen roten Bst.,
die das Ceph. nach dem Schrumpfen der weißen
Wolle tief rot erscheinen lassen; Bl. röhrig, fast
21 mm lg., bis 5 mm br., lilarot; Sep. spatelig;
Pet. lanzettlich; Fr. keulenförmig, 22 — 25 mm lg.,
5 —7 mm br., glänzend weinrot; S, 1,2 mm lg.,
0,8 mm br., schwarz. — Brasilien (Bahia,
Serra do Espinhaco in flachen Bergen von ca.
900 m Höhe). (Abb. 490.)
Melocactus ferreophilus Buin. & Bred.
K. einzeln, einschl. Ceph, bis 33 cm h., bis 19 cm 0,
grün bis graugrün, Ceph. 5 cm h., 9 cm 0, mit
weißer Wolle und vielen roten Borsten; Ri. 10,
gerade, senkrecht, scharf, zwischen den Ar.
erhöht; Ar, oval, ca. 10 mm lg., zuerst mit
hellgrauer Wolle, später kahl, in 2 cm Abstand; Bl,
karminrot, 15 mm lg.; Gr. weiß mit 6 weißen N.;
Fr. rosaweiß bis weiß, bis 29 mm lg.; S. kugel-
bis mützenförmig. — Brasilien (Bahia, bei
Cameleiros in etwa 840 m Höhe in stark
eisenhaltigem Boden von ^pH-Wert 7 — 8. Die Art
wurde 1967/68 von Horst und Uebelmann
gefunden. (Abb. 491.)
Melocactus giganteus Buin. & Bred.
K. einfach, ohne Cephalium bis 48 cm h., bis
20 cm 0, grün; Ceph, bis 26 cm lg., bis 9 cm 0,
weiß wollig, stark durchsetzt mit roten Bst.,
besonders seitlich; Ri. bis 15, häufig nach links
gedreht, 2 — 2,3 cm Abstand; Ar. kugelig, 6 — 8 mm
0, eingesenkt, erst grau, dann kahl, in 2 cm
Abstand; St. sehr kräftig, jung braun-fosa, alt
graubraun, am Fuß verdickt; ca. 8 Rst. spreizend um
die Mst., 11 —18 mm lg., etwas gebogen; Mst. 1,
15 — 17 mm lg., am Fuß bis 4 mm dick, schräg
aufwärts gebogen; Bl. röhrenförmig, 6 — 8 mm lg.,
leuchtend lila; Fr. 18 mm lg., bis 7 mm 0,
enthält ca. 35 mützenförmige S. — Brasilien (Bahia,
Serra San Inacio, auf und zwischen kahlen Felsen,
z. T. unter Sträuchern. In ca. 520 m Höhe von
Buining und Horst 1968 gefunden und 1972
erneut gesammelt.)
Melocactus glaucescens Buin. & Bred.
K. einzeln, fast kugelig, bis 14 cm h. und 0,
graugrün bis blaugrün; 11 Ri.,2 —3,5 cm br.; Ar. rund,
4 mm 0, weißfilzig, später kahl, 10 —18 mm Abst.;
St. ca. 8, grau mit schwarzen Spitzen, 25 mm lg.;
2 kleinere Rst. kürzer, nur 11 mm; 1 Mst. schräg
aufwärts, 14 mm lg.; 1 Mst. mit nur wenig
gehakter Spitze und verdicktem Fuß senkrecht
abstehend, 15 mm lg.; Bl. 21 mm lg., 6 mm 0, rot
aus dichtem Ceph. von 7 cm 0 mit
elfenbeinweißen H,, fast ohne Borsten; Fr. 12 mm lg.,"rot;
S. rund, 1 —1,3 mm lg. — Brasilien (Mittel-
Bahia, im westlichen Serro de Espinhaco in 900 m
Höhe vorkommend). (Abb. 492.)
Melocactus ocujalius Riha nom. prov.
K. sehr groß, bis 35 cm 0, Ceph. sehr lang. Dem
Melocactus communis ähnelnd. — Kuba (Sierra
Maestra).
Melocactus permutabilis (FR 1331)
Beschreibung fehlt.
490 Melocactus — Neolloydia
Melocactus rectispinus (FR 951)
Beschreibung fehlt.
Melocactus rubrispinus (FR 1330)
Beschreibung fehlt.
Micranthocereus Backbg.
Micranthocereus flaviflorus Buin. & Bred. 1974
K. säulenförmig, von der Basis sprossend; Tr. bis
75 cm lg., bis 4 cm 0, grün mit blau bereifter
Epidermis; Ri. ca. 16, bis 6 mm br. und in 6 mm
Abstand; Ar. oval in 3 — 4 mm Abstand, zuerst
wollig mit weißen, seidigen H. von ca. 10 mm
Länge, später verkahlend; St. gerade, steif,
gelbbraun, später schmutzig weiß; Rst. viele, strahlig,
ca. 5 mm lg., glasig; Mst. ca. 9, mittelster ca.
20mm, übrige 6 —13 mm lg.; Bl. aus Cephalium
an der Spitze in größerer Zahl, Einzelblüte
röhrenförmig, gelb aus rotem Perikarpell; Gr. weiß mit
4 gelben N.; Fr. beerenförmig, hellrot,
mattglänzend; S. mützenförmig, glänzend schwarz. —
Brasilien (Bahia, Serra do Curral Feio auf und
zwischen Felsen in ca. 850 m Höhe. Die Art wurde
1972 von Horst und Bttining entdeckt.)
Micranthocereus monteazulensis (FR 1214)
Beschreibung fehlt.
Micranthocereus multangularis (FR 1328)
Beschreibung fehlt.
Micranthocereus purpureus (FR 1329)
Beschreibung fehlt.
Micranthocereus violaciflorus Buin.
K. bis Im h., 4cm dick; Ri. 14,5mm entfernt,
scharf, grün, von feinen St. umgeben; Ar. oval
in 5 mm Abstand, 2 mm lg., 1,5 mm br. mit
weißen bis bräunlichen Haaren; Rst. zahlreich,
bis 25 oder mehr, teils gegen die Ri. gedrückt, teils
gespreizt abstehend, hyalin, weiß bis hellbraun;
Mst. 1, bis 2,5 cm lg., rot. Blühfähige Pfl.
entwickeln ein Pseudocephalium von dichter weißer
bis bräunlicher Wolle und roten, borstenförmigen
Mst. in großer Anzahl. Bl. ca. 23 mm lg., 7 mm 0,
zylindrisch, tags offen; Receptaculum 18 mm lg.,
unten grünlich-rot, in Ziegelrot übergehend, wenige
rote Schüppchen; Blütenblätter ca. 2 mm lg.,
spitz, außen violett. Stbb. weiß m. gelben Anthe-
ren; Gr. weiß; Fr. urnenförmig, grünlich; S.
schief eiförmig, schwarz. — Brasilien (Minas
Gerais, Chapada do Diamantina, in ca. 950 m
Höhe 1968 von Buining und Horst gefunden.)
Mirabella
Mirabella albicaulis (FR 1237)
Beschreibung fehlt.
Monvillea Br. & R.
Monvillea alticostata (FR 1015)
Beschreibung fehlt.
Monvillea parapetiensis (FR 1114)
Beschreibung fehlt.
Neochilenia Backbg.
Neochilenia dueluta Hort. Ritt.?
K. 45 mm 0, 50 mm h., kugelig, später länglich,
einzeln, bräunlich-schwarzgrün; Ri. 13, spiralig,
in rundliche Höcker aufgelöst, Nase unter den
Ar. stumpf; Ar. rund, wenig wollig; Rst. ca.
8 — 15, bis 6 mm lg., strahlig, etwas gekrümmt,
grau, nach der Spitze zu dunkler; Mst. 1—4, nach
oben gekrümmt, dunkelrötlich bis schwärzlich,
7 —10 mm lg.; Bl. blaßgelb, außen weiß bewollt
und beborstet; Fr. weißwollig und -borstig; S.
braun. — Chile.
Neochilenia fulva siehe Neochilenia aerocarpa v.
fulva (Ritt.) Backbg.
Neochilenia longirapa (FR 1321)
Beschreibung fehlt.
Neochilenia tenebrica (FR 1092)
Genaue Beschreibung fehlt. K. dunkel; Ri. in
Höcker aufgelöst; Ar. dicht, kurz weißwollig;
Rst. klein; Mst. fehlen; Bl. weiß-gelblich, bis
4 cm 0. Sehr ähnlich ist Neochilenia nuda (FR
1425).
Neochilenia trapichensis (FR 252 c)
Pyrrhocactus?
Beschreibung fehlt.
Neolloydia Br. & R.
Neolloydia warnockii Benson 1975 Echinomastus
GLASS & FOSTER
Benannt nach Prof. Dr. B. H. Warnock, der die
Art seit 1947 mehrmals sammelte.
K. einzeln, blaugrün, eiförmig, 7 —11cm lg.,
5-7,5 cm 0; Ri. 13-21; W. 9 mm lg.; Ar.
elliptisch, 3 mm gr., 9 mm entfernt; St. dicht, den K.
verdeckend, matt hellbraun; Mst. 4 mit
kalkigblauen oder teils braunen Spitzen, die längeren
nach oben, 1,2 — 2,5 cm lg.; Rst. 12 — 14, spreizend,
schwach gebogen; Bl. ca. 2,5 cm lg. und 0; Sep.
weiß bis rosa mit grünem Mittelstreifen, die läng-
Neolloydia — Notocactus 491
sten lanzettlich, 9 —12 mm lg.; Pet. rosa, bis
12 mm lg.; Fr. grün, bei Reife bräunlich werdend,
mit wenigen Seh.; S. schwarz. — Mexiko (Chihua-
hua, USA, Texas, New Mexico. In Gebieten von
560-1200 m Höhenlage).
Neoporteria Br. & R. emend. Backbg.
Neoporteria aricensis (Ritt.) Don. & Rowl.
= Neochilenia aricensis (Ritt.) Backbg. 1963
Neoporteria lanieeps Ritt. 1963
K. grün oder braun, 3 — 4 cm dick, später bis 20 cm
lg., fest, Scheitel eingesenkt mit großer Rüben-
wurzel; Ri. erst stark in Höcker aufgelöst, später
13 —17, gedreht, tief gekerbt, Höcker ca. 2 mm br.;
Ar. eingesenkt, weißfilzig, 2 — 4 mm lg., ca. 2 mm
br., in 3 —5mm Abstand; St. haarartig, z.T.
kräftiger, ± gebogen und gekrümmt; Mst. braun bis
schwarz, gröber als die Rst., 2 —4cm lg.; Rst.
wenig kürzer, heller bis grau, abstehend, je Ar.
20 — 50; Bl. aus dem Scheitel, 28 mm lg., schlank
trichterförmig, Blumenkrone 2 cm 0, Tag und
Nacht geöffnet, mehrere Tage lang. Geruchlos,
außen rötlich mit einigen spitzen roten Schüpp-
chen in den Achseln, mit weißen Wollflöckchen
und haardünnen, gelblichen, gedrehten Borsten;
Gr. weiß, 21 mm lg. mit 7 N.; Fr. kräftig
karminrot, 12 mm lg., 7 mm dick; S. rund, matt schwarz. —
Nordchile (Totora Bajo).
Die Art ist verwandt mit N. villosa, ihr Name
wurde durch Druckfehler irrtümlich als N. plani-
ceps angegeben.
Notocactus (K. Sch.) Berger
Notocactus acutus v. depressus (FR 1377)
Gedrungenere Form. Beschreibung fehlt.
Notocactus agnetae van Vliet 1975
K. grün, 10 cm h. und 0, Scheitel etwas eingesenkt;
Ri. ca. 30, am Grunde 6 mm br., geteilt durch 6 mm
tiefe Längseinschnitte; kinnartige Hck. unter
jeder Areole, diese rund, 3 mm 0 in 9 mm
Abstand, weiß bewollt, bald kahl; Mst. 4, über
Kreuz, bis 26 mm lg., borstig, hellbraun, Fuß und
Spitze dunkler; Rst. ca. 25, im Kranz, gerade und
gebogen; Bl. trichterförmig, bis 5 cm lg. und 0,
um den Scheitel stehend, Blütenblätter
lanzettlich, glänzend gelb mit hellrotem bis grünem
Mittelstreifen, am Grunde etwas hellpurpur; Stbf. in
2 Gruppen, die 10 mm langen rosa, die 6 mm lg.
gelb; Gr. 2 cm lg., purpur mit 9 N.; Fr.
beerenartig; S. helmförmig mit schwarzer Testa. —
Uruguay (Dept. Lavalleja in 150 m Höhe).
v. aureispinus, St. ockergelb.
v. minor, K. mehr abgeflacht, kleiner; Ri. ca. 23.
Die provisorischen Namen Notocactus setieeps und
N. concinnus v. setieeps sind nunmehr überflüssig.
32 Kakteenlexikon 3. A.
Notocactus allosiphon Marchesi 1972
K. kugelig, stumpf grün, 11 —13 cm 0, 8 —12 cm
h., Scheitel wenig versenkt; Ri. 15 — 16, gerade,
1,8 — 2,3 cm br., Seiten flach konkav; Höcker
abgerundet, mitunter seitlich etwas
zusammengedrückt, 2 — 3 mm h.; Ar. zwischen den Höckern
versenkt in 7 — 9 mm Abstand; Rst. kürzer und
dünner als die 4 Mst., sonst sehr ähnlich; ein
oberer Mst. aufrecht, ein unterer dem Höcker
aufliegend, 2 seitliche dünn und spitz, dunkelrot,
später vergrauend mit schwärzlicher Spitze,
9 — 19 mm lg.; Bl. zahlreich, in Scheitelnähe,
5,5 cm h. und 5 cm 0, dicht mit anliegender
Wolle bekleidet, grau-kastanienbraun und weiß
an der Basis, blaß fleischfarbige Sch. von 2 bis
2,5 mm Länge. Bst. schwärzlich braun, 10 mm,
oben 13 mm lg.; Bl. blaßgelb; Sep. mit rosa Linie
auf der Rückseite des Mittelnervs; Pet. länglich
bis elliptisch-lanzettlich mit abgerundeter Spitze,
8 — 11 mm br.; R. trichterförmig, nur 12 — 14 mm
hoch; Stbf. hell cremefarben; N. purpur, 11 — 13-
teilig; Gr. weiß; S. kugelig abgestumpft, schwarz,
dicht bewarzt. — Uruguay (Rivera, Valle ar.
Piaton).
Notocactus arachnites Ritt.
K. einzeln, kugelig, grün, 4 —9 cm 0,~ Scheitel
bestachelt; Ri. 14 — 16, 3 —6 mm h., schwach
gekerbt; Ar. rund, weiß, 3 —7 mm entfernt; St.
dünn, weiß-braun, im Neutrieb rot; Rst. 10 — 14;
Bl. ca. 37 mm lg., schwefelgelb, lanzettlich; Stbf.
zitronengelb, 10 mm lg.; Fr. grün; S. schwarz,
halbrund. — Brasilien (Rio Grande do Sul, Serra
do Herval).
v. minor Ritt.
K. kleiner, 3 —5 cm 0; Ar. 2 — 3 mm 0, 2 bis
4 mm entfernt; St. dünn und kurz; Bl. gleich
groß wie beim Typ.; N. schwarzpurpurn; Bl.-
blätter breiter und weniger gespitzt; S. etwas
größer. — Brasilien (Rio Grande do Sul,
westlich von St. Ana de Boa Vista). (FR 1395 a)
Notocactus buenekeri (brasilian.)
siehe Parodia buenekeri Buin. 1962
Notocactus buiningii (Subgenus Malacocarpus)
Buxb. 1968
Nach A. F. Buesung benannt.
K. abgeflacht kugelförmig, einfach, bis 8 cm h.,
12 cm 0, hell grasgrün, Scheitel nicht wollig;
Ri. ca. 16, etwa 2 cm h., in dünne, scharfkantige
Höcker gegliedert, die kinnartig die
darunterliegende Ar. überragen; Ar. anfangs länglich,
3 —7 mm groß, weißwollig, bald verkahlend;
St. 4, kreuzförmig, mit Nebenst.; St. an der Spitze
glasartig gelblich, Basis verdickt und
dunkelbraun; Bl. gelb, 7 cm lg., 8 cm 0; R. braunwollig;
Stbf. gelb; Gr. 25 mm lg., trägt 9 rote N.; S.
glockenförmig mit großem Hilum, Testa
mattschwarz, kleinwarzig. — Uruguay (an der
brasilianischen Grenze bei Livramento/Riviera, selten
492 Notocactus
vorkommend. Auf der Buiningschen Brasilien-
Expedition 1966 gefunden.) (Abb. 493.)
Notocactus carambeiensis Buin. & Bbed. 1973
K. kugelig, später kurz zylindrisch, bis 10 cm h.,
8 cm 0, dunkel mattgrün, Scheitel wollig, am
Grunde sprossend; Ei. 12 — 14, senkrecht, bis
10 mm h., unten 12 —16 mm br.; Ar. rund bis
oval, jung wollig, später kahl, bis 10 mm entf.;
St. schwarz bis schwarzbraun, später graubraun
mit dunkler Spitze; Rst. 6 — 8, ± anliegend, bis
20 mm lg.,- mitunter ein kleiner Nebenst.; Mst. 4,
über Kreuz, der nach unten stehende bis 3 cm lg.,
die seitlichen bis 2,5 cm, der obere bis 2 cm lg.;
Bl. 25 cm lg. und 0, tiefgelb, fast glockenförmig;
Pericarpellum mit wenigen, 2 mm lg. Schuppen,
kurzen weißen H. und zuweilen einer 4 mm lg.,
schwarzbraunen Bst.; Sep. und Pet. spitz, spatelig,
tiefgelb; Stbf. gelb; Stbb. cremeweiß; N. 8,
purpurrot; Fr. bis 12 mm lg., seitlich öffnend; S. mützen-
förmig, mattschwarz. — Brasilien (Parana,
nördl. Ponto Grossa bei Carambei in ca. 1000 m
Höhe meist auf schwarzen Felsen oder auf grasigen
Flächen mit Humusboden, pH. 4 — 5; von L. Horst
und A. F. Buining 1966 gefunden.) (Abb. 494.)
Notocactus crassigibbus Ritt. 1970 (FR 1394)
K. kugelig, einzeln, grün, 5 —16 cm 0, Scheitel
kahl; Ri. 10 — 15, stumpf, stark gehöckert, 5 bis
20 mm h.; Ar. zwischen den Höckern, rund, weiß,
2 —8 mm 0, 8 —15 mm entfernt; St. blaßgelb,
biegsam, meist gekrümmt; Rst. 7 — 10, anliegend,
10 —25 mm lg.; Mst. meist 1, abwärts gerichtet,
15-30 mm lg.; Bl. 50-60 mm lg.; Frkn. stark
weißwollig, wenige dünne Bst.; Stbf. blaß
goldgelb, 10mm lg.; Stbb. dottergelb; Gr. blaßgelb,
25 mm lg. mit 11 purpurfarbenen N,;
Blütenblätter schwefelgelb, lanzettlich; Fr. grün mit
weißer Wolle und gelben Borsten; S. schwarz,
halbrund. — Brasilien (Rio Grande do Sul,
Lavras).
Notocactus eremiticus (FR 1390)
Beschreibung fehlt.
Notocactus fuscus (FR 1379)
Rotbrauner N. (Hu 29)
Erinnert im Aussehen an eine Neoporteria.
Notocactus glaucinus (FR 1376 a)
v. gracilis (FR 1378 und 1426)
v. miniatispinus (FR 1376)
Notocactus globularis (FR 1388)
Notocactus oxycostatus Buin. & Bred. 1973
K. einzeln oder am Grunde sprossend, erst ±
niedergedrückt kugelig, später kugelig, bis 9 cm h.
und br., etwas graugrün; Ri. 6 — 7, scharfkantig,
am Grunde 3,5 — 4 cm br., 2 — 2,2 cm h., zwischen
den Ar. oft beilförmig scharf und kinnartig
vorgezogen; Ar. rundlich, ca. 7 mm im 0, erst stark
weißwollig, später grauweißfilzig und schließlich
kahl; ca. 1 cm entfernt; St. rotbraun,
mattglänzend, flach, lockig gewunden oder gebogen, nie
gerade; Rst. beiderseits je 2 und einer nach unten,
16 —25 mm lg.; Mst. senkrecht abstehend oder
auch anders gerichtet, bis 20 mm lg., außerdem bis
8 kleine Nebenst.; Bl. 5 cm lg., 4,5 cm 0, glocken-
bis trichterförmig, gelb; Frkn. 15 mm lg. mit bis
3 mm langen Schüppchen mit bis 10 mm langen
Bst.; Sep. glänzend gelb, 24 mm lg., spateiförmig
mit feiri gekerbter Spitze; Pet. glänzend gelb,
ebenso geformt; Stbf. gelb weiß; Stbb. 1,5 mm lg.,
gelb; Gr. gelb weiß mit 12 roten, spitz zulaufenden
papillösen N.; Fr. gelbgrau behaart mit rotbraunen
Borsten; S. mützenförmig mit glänzend schwarzer
Testa und ockergelbem Hilum. Sehr blühwillig. -
Südbrasilien (Rio Grande do Sul, östlich von
Sao Gabriel auf hügeligem Terrain, zwischen
felsigem Gestein und Pampasgras unter Sträuchern
und Gestrüpp in ca. 300 m Höhe. Diese auffällige
Art aus der Notocactus ottonis-Verwandtschaft
wurde von Horst und Buining 1968 an isolierter
Stelle gefunden.)
Notocactus pseudoherteri Buin.
Falscher Notocactus herteri.
K. flachrund, grün, ca. 20 cm 0, 12 cm h.,
Scheitel kahl; Wz. faserig; Ri. ca. 26 in Höcker
aufgeteilt, 2 —2,5 cm entfernt; Ar. 6 —8 mm lg. und
5 —6 mm entfernt, anfangs weißwollig, bald kahl,
in die Höcker eingesenkt; St. ca. 14, zuerst
dunkelbraun, später grau werdend, in 5 seitlichen Paaren
angeordnet, bis zu 2,3 cm lg., ± dem K.
angedrückt oder fast aufrecht, je ein kürzerer und
schwächerer am oberen und unteren Ende der Ar.;
Mst. 4 über Kreuz etwas kräftiger, am Fuß
zwiebelig verdickt, bis 3 cm lg.; Bl. geöffnet bis 5 cm lg.
und 5 —5,6 cm br., selbstfertil, Pericarpell 6 mm
lg. und innen 5 mm br.; Seh. mit brauner Wolle
und einer einzelnen schwarzen Bst.; Nektarium
1 —1,5 mm lg.; Stbf. farblos in 2 Kreisen, 10 mm
lg.; Stbb. sattgelb; Gr. mit 12 purpurroten N.,
Kelch mit brauner Wolle und schwarzen Borsten;
Blütenblätter blaßgelb, lanzettlich oder
breitzugespitzt; Fr. zuerst eine weiche, rote Beere, bei
Reife schrumpfend, Blütenrest bleibend; S.
rundlich, ein wenig größer als bei N. herteri. —
Uruguay (an den östlichen Abhängen der Cochilla
Negra in 150 —200 m Höhe, zwischen Gras an
offenen, felsigen Plätzen. Entdeckt von Leopoldo
Horst und A. F. Bdtntng.)
Notocactus purvinatus (subgen. Malacocarpus)
VAN VLIET
Gepolsterter N.
K. sprossend, Gruppen bis 50 cm 0 bildend;
Einzelkopf kugelig, bis 15 cm 0, Scheitel
weißwollig und mit St. bedeckt; Ri. 14 — 24, scharf,
Notocactus 493
kaum gekerbt, bis 15 mm h. und 20 mm br.; Ar.
rund, 4 mm 0, bis 18 mm entfernt, graufilzig,
sprossend; St. stechend, goldfarben bis blaßbraun;
Rst. 7 — 15, bis 2 cm lg., untere am stärksten;
Mst. 1, bis 2,5 cm lg., aufwärts, später abwärts
gerichtet; BL trichterig, bis 4 cm lg. und 4,5 cm 0,
aus dem Scheitel; R. u. Ov. dicht bewollt; Sep.
u. Pet. lanzettlich, zitronengelb; selbstfertil;
Gr. hellgelb mit 9 roten N.; Fr. länglich, blaßrosa
bis blaßgrün, bewollt; S. glockenförmig, gehöckert,
mit weißem Hilum. Stachelfarbe sehr variierend. —
Uruguay (Cerro Largo, zwischen Gras auf
flechtenbedeckten Steinen).
Notocactus purpureus Ritt.
Purpurrot (blühender) N.
K. kugelig, später keulenförmig verlängert, bis
14 cm dick, an der Basis häufig sprossend; Seh.
etwas eingesenkt, wollig; Ri. 14 — 19, gerade,
7 —15 mm h., gekerbt, stumpf, Höcker 2 —3 mm
h.; Ar. rund, zwischen den Höckern, weiß, 3 bis
5 mm 0, 5 —8 mm entfernt; St. stechend; Rst.
ca. 15, weiß, gerade, 6 — 14 mm lg.; Mst. 4 — 6,
rotgelb, gerade bis gebogen, 8 — 20 mm lg.; BL aus
dem Seh., 4 cm lg.; Frkn. mit weißer Wolle ohne
Borsten, Nektarkammer V-j2 mm lg.,
halbgeschlossen; R. becherförmig, 12 mm lg., nach oben
mit braunen Borsten; Stbf. blaßgelb, Stbb.
dunkelgoldgelb; Gr. blaßgelb; ca. ION., 7-8 mm lg.,
weißlich; Blütenblätter purpurrot, 18 mm lg.,
4-5 mm br.; Fr. grünrot; S. 1mm lg., schwarz,
Hilum hervorstehend. — Brasilien (Rio Grande
do Sul, südl. Serra Geral).
Notocactus rauschii van Vliet
Nach dem Sammler Walter Rausch, Wien,
benannt.
Notocactus rechensis Buin. 1968
K. frischgrün, kugelig-kurz zylindrisch, bis 7 cm
lg., 3—5 cm 0, stark am Grunde sprossend; Ri.
ca. 18, 4 mm h., bis 7 mm voneinander entfernt;
Ar. rund, ca. 2 mm 0, am Seh. weißwollig, später
kahl, bis 4 mm voneinander entfernt; St. von
Weiß bis Gelb variierend, im Scheitel Stachelbündel
senkrecht, Scheitel bedeckend; Rst. 4 — 6,
strahlenförmig, weiß-gelblich, 6 —7 mm lg., 2 — 4 nach
unten seitwärts; Mst. 3 — 4, dunkler gelb, einer nach
unten, alle etwas kräftiger und länger, besonders
der untere; BL ca. 3 cm lg., 3 — 3,5 cm breit, gelb;
R. mit lanzettlichen Seh., Wolle, weißen Borsten;
Sep. lanzettlich mit etwas rötlichem Mittelstreif;
Pet. zitronengelb, 15 mm lg., 2 mm br.; Gr. mit
ca. 10 weißen, 2 mm langen N., ca. 2 cm lg.; Fr. rot,
mützenförmig, 1 mm lg. — Brasilien (Rio
Grande do Sul, auf Felsen bei Ana Rech von
H. Bünekeb, Corvo, gefunden).
Notocactus roseoluteus van Vliet 1973
K. kugelig, bis 18 cm 0 und Höhe, kupfergrün,
Scheitel mit weißer Wolle bedeckt, durchsetzt
mit St. der neuen Ar.; Ri. 15 — 18, dreiseitig und
mit starken runden Höckern zwischen den Areolen;
Ar. eingesenkt, 5 mm 0 in 10 mm Abstand, rund
mit weißer Wolle, die bald verschwindet; Rst.
bis ca. 8, bis 15 mm lg., meist kürzer, hellbraun,
mit braunem Fuß und Spitze; Mst. 4, über Kreuz,
teils abgeplattet, der stärkste nach unten
gerichtet, bis 3 cm lg., Farbe wie die Rst.; BL
glockenförmig, bis 8 cm 0, aus neuen Areolen im Scheitel
kommend, glänzend hell salmfarbig mit dunklerem
Mittelstreifen, am Grunde der BL hellgelb,
Außenseite mit lila bis lilabraunen Schuppen bekleidet;
Gr. hellgelb mit 9 salmfarbenen N.; Fr.
beerenähnlich, lichtgrün bis hellrosa; S. helmförmig. —
Uruguay (nahe Tranqueras).
van Vliet bezeichnet diese Art als eine
Übergangsform zwischen Notocactus mammulosus und
herteri. In ihrer Heimat wächst sie in voller Sonne
auf steinigem Boden und in Felsspalten. Schon
früher wurde Samen dieser Art unter dem Namen
Notocactus cupreatus gehandelt. (Abb. 495.)
Notocactus rubriflorus Kol.
Rotblühender N.
K. kugelig, im Alter säulig, hellgrün, unten leicht
verkorkend; Höcker zwischen den weißwolligen
Ar.; Ri. 21-27; Rst. ca. 12, glasig gelb, heller,
dünner und kürzer als bei N. herteri; Mst. 4,
kreuzförmig gestellt, gelb, am Fuß rötlich; BL rot mit
hellem Schlund, ca. 4 cm lg. Dem Notocactus
herteri sehr nahe stehend, jedoch schon früher
eingeführt. In der Sammlung Haage, Erfurt, stehen
50jährige Exemplare. — Uruguay.
Notocactus schlössen van Vliet 1974
K. einzeln, lebhaft grün, umgekehrt birnenförmig,
später kurz zylindrisch, bis 18 cm lg., bis 11 cm 0;
Scheitel eingesenkt, mit rotbraunen St. umgeben
und spärlich mit weißer Wolle bedeckt; Ri. ca. 22,
von 8 mm Höhe, zwischen den Ar. kinnförmig
gehöckert; Ar. wenig versenkt, in 7 mm Abstand,
2 mm 0, rund, mit weißem Wollfilz versehen
und bald verkahlend; Mst. 4, über Kreuz, gerade,
abgeflacht, steif, stechend, der nach oben
gerichtete bis 24 mm lg., der nach unten 17 mm lg., alle
schwer von den Rst. zu trennen, rotbraun, an der
Basis schwarzbraun, später vergrauend und oft
gebogen; Rst. ca. 34, gerade, spitz, glasfarbig mit
hellbrauner Spitze und Fuß, ca. 11mm lg.; BL
um den Scheitel, 4,5 cm lg., 5 cm br., nicht
selbstfertil; R. glockenförmig, glänzend hell
zitronengelb, außen mit rosa und grünlichen Seh., brauner
Wolle und dunkelbraunen Borstenhaaren.
Blumenblätter spatelig und im Scheitel ein wenig
ausgefranst, glänzend zitronengelb mit hellgrünen
Mittelstreifen; Stbf. hellgelb; Gr. fast 14 mm lg.
mit 10 dunkelpurpurnen N.$ Fr. vertikal öffnend,
enthält ca. 400 S.; S. Hilum mit hellem gewelltem
Rand, Testa schwarz glänzend gewarzt. —
Uruguay (im Osten des Dept. Maldonado, bei Garzon).
494 Notocactus — Opuntia
Notocactus securituberculatus (FR 1375)
Beschreibung fehlt.
Notocactus sucineus Ritt. (FR 1399)
Bernsteinfarbener N.
K. kugelig, später länglich, glänzend grün, weich,
3 — 7 cm 0, einzeln, Scheitel eingesenkt, bestachelt;
Ri. 18 — 24, 2 — 4 mm h., gekerbt; Ar. rund, weiß,
1—2 mm 0, in den Vertiefungen zwischen den
Höckern, 2 — 4 mm entfernt; St, stechend, gerade;
Rst. bernsteinfarben, ca. 15 — 30, 3 —6 mm lg.;
Mst. goldgelb, 8-12, 7-20 mm lg.; Bl. aus dem
Scheitel, 35 mm lg.; Frkn. mit weißer Wolle,
oben mit gelben Bst.; Nektarkammer 1 mm lg.;
Blütenröhre becherförmig, 10 mm lg.; Stbf.
zitronengelb; Stbb. blaßgelb; Gr. purpur, 20 mm lg.,
N. schwärzlichpurpur; Blütenbl. schwefelgelb,
18 mm lg., 3 —4 mm br., die inneren spitz, die
äußeren abgerundet; Fr. mit weißer Wolle
bedeckt, Fr.fleischrot; S. 3/4 mm lg., schwarz, wenig
gehöckert; Hilum basal. — Brasilien (Rio do
Sul, Sao Gabriel).
Notocactus tenuicylindricus (FR 1361)
K. einzeln, säulenförmig, 2 — 3 cm dick, 4 —8 cm h.,
grün bis blaugräulich; Ri. 13 — 21, 3—4mm h.,
gekerbt, durch Höcker getrennt; Ar. in den
Vertiefungen zwischen den Höckern, 1 —1,5 mm 0,
mit weißer Wolle, 1,5 — 3 mm entfernt; St. gerade,
kräftig, stechend; Rst. 10 — 15, blaßgelb, 3 —4 mm
lg.; Mst. 2-4, fuchsrot, 3-6 mm lg.; Bl. 42 mm
lg., Frkn. kugelig, meist mit weißer Wolle
bedeckt, aus der gelbe Bst. entspringen;
Nektarkammer blaßgelb; Blütenröhre becherförmig,
15 mm lg., zitronengelb; Stbb. blaßgelb; N. kar-
min; Blütenbl. 28 mm lg., 5 mm br., leuchtend
zitronengelb; S. länglich, schwarz, schwach
gehöckert, Hilum basal, groß. — Brasilien (Rio
do Sul, südlich Alegrete).
Notocactus uebelmannianus Buin. 1968
Benannt nach W. Uebelmann, der diese schöne
Art zuerst einführte.
K. flach kugelig, nicht oder selten sprossend,
glänzend dunkelgrün, bis 17 cm 0, bis 12 cm h.;
Ri. 12 — 16, bis 3,5 cm br., rund, höckerig, Höcker
kinnartig vorgezogen; Ar. bis 10 mm br., bis
8 mm lg., jung weißwollig, später kahl, bis 2,5 cm
entfernt, unter der Ar. eine kleine Querrinne; St.
meist an den Körper gedrückt, ca. 6 Rst., 1—3 cm
lg., St. nach unten, einige kürzere nach oben, weiß
bis weißlichgrau, ungleich lg., mitunter
verflochten; Bl. glänzend weinrot, bis 5 cm br., geschlossen
4,5 cm lg.; R. mit brauner Wolle bekleidet; Stbf.
cremegelb; Gr. weißlich, nach oben bisweilen
rötlich; N. rot; Blütenblätter spitz, 2 cm lg., bis
4 mm br.; reife Fr. glänzend rot; S. klein, mutzen -
förmig. — Brasilien (Rio Grande do Sul, bei
Cacapava, nur auf einem Berggipfel von L. Horst
1965 gefunden.) (Abb. 496.)
f. flaviflorus Buin.
Bl. gelb, Frucht nicht flach, sondern kugelig,
sonst wie der Typus. Wächst mit dem
rotblühenden Typus vermischt, ca. 20% gelbblühende
Pflanzen.
Notocactus vairvlietii Rausch 1970
Benannt nach dem Entdecker der Art D. van
Vliet.
K. einzeln, verkehrt birnenförmig, bis 10 cm h.,
6 cm 0, dunkelgrün, Scheitel versenkt,
weißfilzig; Ri. bis 30, senkrecht, in Kinnhöcker geteilt;
Ar. rund, ca. 2 mm 0, in den Höckervertiefungen
sitzend, weißfilzig, später verkahlend; Rst. 13 — 15,
bis 8 mm lg., anliegend, um den K. verflochten;
Mst. 1—4, der unterste nach unten gebogen, bis
15 mm lg., alle St. borstig weich, rot- bis
schwarzbraun mit dunklem Fuß; Bl. selbststeril, im Kranz
um den Scheitel, 50 mm lg., 57 mm 0, Frkn.
und R. gelblich mit rosa Seh. und braunen Bst;
Blütenbl. lanzettlich oder spatelig, etwas gezackt,
glänzend hell zitronengelb mit rosa Mittelstreif,
im Kelch grünlich verfärbend, Seh. dunkelgrün
mit braunen Punkten, brauner Wolle und Bst.,
Kelch breit trichterig, gelb, im Grunde orangegelb
verfärbend; Stbf. weiß; Gr. gelb; N. 11, violett-
bis purpurrot; Fr. rund, hellgrün; S.
unregelmäßig glockenförmig; Fr. und S. wie bei
Notocactus werdermannianus, nur in allen Teilen
kleiner, auch Bestachlung von diesem verschieden. -
Uruguay (Chuchilla de los once cerros).
v. gracilior Rausch; K. nur 4 cm h., 5 cm 0;
Ri. bis 25, senkrecht; St. gelbweiß bis rosa,
gekräuselt; Rst. 13- 15; Mst. 3 —4; Bl. gelborange-
gelb. — Uruguay (zwischen Minas de Corales
u. Ansina).
Nyctocereus serpentinus v. pietatis H. Bravo 1972
K. bis 1,3 m h., wenig verzweigt; Tr. bis 2 m lg.,
6 cm 0; Ri. 16; Ar. 1 cm entfernt, rund,
weißwollig; St. sich überkreuzend; Rst. 14, 15 mm lg.;
Mst. 4 — 5, 2,5 —3 cm lg., zuerst intensiv gelb,
später weißlich; Bl. weiß, nächtlich, 15 cm lg.;
Fr. 6 cm lg. und 4,5 cm 0, darauf zahlreiche Ar.
mit dunkelbeige Filz und 2,5 cm lg. St. -
Mexiko (Michoacan, La Piedad).
Opuntia (Tournef.) Miller
Opuntia adpressa (FR 892)
Beschreibung fehlt.
Opuntia albata Hort.
Vielleicht eine Varietät von Opuntia microdasys
mit dem großen Vorzug der nicht stechenden Glo-
chiden und besonderer Reich- und
Leichtblütigkeit. Bl. gelb; N. grün. — (Mexiko).
Opuntia bensonii Sanchez-Mejorada 1972
K. baumförmig, stammbildend, 2 —4 m hoch; Tr.
30 cm lg., 20 cm br., rötlichgrün; Ar. 3—4 cm ent-
Opuntia — Parodia 495
fernt, weißfilzig; Gl. goldgelb; St. 5 — 8, bis 35 mm
lg., weißlich mit dunklerer Spitze; Bl. intensiv
gelb; Fr. obkonisch, 6 —7 cm lg., dunkelpurpurn,
darauf Ar. mit zahlreichen gelben Gl.; S.
scheibenförmig, 4 mm 0. — Mexiko (Michoacan, Palo
Pintado, in 350 m Höhe).
Opuntia catingicola Werd.
K. strauchig, bis 1,50 m h., Glieder oblong, bis
15 cm lg.; St. bis 5, nadelig, gelblich; Bl. hell
reinrot, relativ klein. — Brasilien (Bahia
zwischen Mondo Nuevo und Ventura in 600 m Höhe),
v. fulviceps Backbg. K. rundlich, bis 8 cm 0,
auch breitrund, kräftig- bis dunklergrün; Ri.
ca. 20, stark spiralig; W. frei oder unten ±
verbunden bis fast rundhöckrig; Ar. ca. 3 —4 mm
gr., hellbräunlich; St. schwer trennbar, die
5 oder mehr mittelsten anfangs hell- bis dunkel-
oder rötlichbraun, die längsten + zum Scheitel
gebogen oder aufgerichtet und ± leicht
auswärts gekrümmt, ca. 1,5 — 5 cm lg., wenn länger,
dann elastischer.
Opuntia (Platyopuntia) conjungens (FR 895)
Bolivien. — Beschreibung fehlt noch.
Opuntia cymochila Eng.
siehe Opuntia tortispina v. cymochila (Eng.)
Backbg.
Opuntia excelsa Sanchez-Mejorada 1972
K. baumförmig, 8 —12 m h., Stamm 5 —6 m h.,
40 cm 0, verholzt; Tr. länglich bis abgestumpft,
30 cm lg. und 22 cm br., dunkelgrün, z. T. ganz
stachellos; Ar. 23 —28 mm entfernt, elliptisch;
Gl. kurz, ockerfarben; St. 1—3, selten 3 — 5 je Ar.,
4 — 18 mm lg., grauweiß mit dunklerer Spitze; Bl.
orange-rosa bis gelblich-lachsfarben mit magenta-
roter Mittellinie; Fr. birnenförmig, 7 —8 cm lg.
und 4 cm 0, purpurrot mit grünlichen Tönungen;
S. zahlreich, 4 mm lg., 2 mm dick. Einzelne
Exemplare erreichen eine Höhe von 14 m. —
Mexiko (Jalisco, Playa Bianca, La Huerta).
Opuntia greenii
siehe Opuntia humifusa Raf.
Opuntia jaliscana H. Bravo 1972
K. stammbildend, baumartig, 4 m h., stark
verzweigend; Tr. oblong, 20 cm lg. und 8 — 9 cm br.,
hellgrün; Ar. 2,5 cm entfernt, rund, mit wenig
Filz; Gl. kurz, gelb; St. 1—3, gelb, 5 — 15 mm lg.;
Bl. rotorange. — Mexiko (Jalisco, Zapotlanejo).
Opuntia nejapensis H. Bravo 1972
K. stammbildend, baumartig; Tr. 30 —35 cm lg.
und 20 —25 cm br., gelblichgrün, dick und etwas
gewellt; Ar. wenige, 5 — 7 mm entfernt; St. 3,
der obere 5 — 8 cm, die unteren 2 — 3 cm lg., weiß
mit gelblicher Spitze; Bl. nicht bekannt; Fr. groß,
feigenförmig, 7 —8 cm lg., 5 cm 0; S. hellbeige,
5 mm 0. — Mexiko (Oaxaca, zwischen Cama-
rones und Nejapa).
Opuntia pituosa (FR 1036)
Beschreibung fehlt.
Opuntia rafinesquei Eng,
siehe Opuntia humifusa Raf.
Opuntia roborensis Card. 1966
K. strauchig, verzweigt, 0,5 — Im gr., Glieder oval
bis elliptisch, 7 —10 cm lg., 2,5 —3,5 cm br.; Ar.
2 — 2,5 cm entfernt, graufilzig mit hellbraunen GL;
St. 1—3, angedrückt, weißl.-grau m. braunen
Spitzen, 1 — 3 cm lg.; Bl. zahlreich, an der Spitze
der Glieder, 4cm lg.; Ov. 2cm lg., dunkelgrün;
Blütenblätter breit-spatelig, goldgelb; Gr. weiß;
Fr. purpur; S. weißlich, 3 mm 0. — Bolivien
(Chiquitos, Santa Cruz, nahe Roboré in 600 m
Höhe).
Die Art hat Ähnlichkeit mit O. retrorsa und
O. canina.
Opuntia saxatilis (FR 1035)
Beschreibung fehlt.
Opuntia tajapayensis (FR 897)
Beschreibung fehlt.
Opuntia tilcarensis (Platyopuntia) (FR 63)
Beschreibung fehlt.
Parodia Speg.
Parodia agregia (nom. provis.) Wesk.
Form von Parodia dichroacantha.
K. länglich, dunkelgrün, 10 cm h., 6 cm 0; Ri. 13,
spiralig, Höcker rund; Scheitel mit weißer Wolle
bedeckt; Ar. 6 mm entfernt, lange wollig
bleibend; Rst. weiß, 10, anliegend; Mst. 7,
bräunlichgelb, 2 seitliche und der unterste stark gehakt;
Bl. röt, 5 cm 0; Fr. breit, goldgelb; S. rund bis
eiförmig, dunkel, wie lackiert glänzend. —
Argentinien (von Fechser gesammelt).
Parodia aurinana (FR 922)
Ungeklärte Art, von Weskamp 1966 erwähnt. —
Argentinien (Salta, tiefe Lagen).
Parodia andreae Brandt. 1972 Syn.: P. subtiliha-
mata Ritt.
K. breitkugelig, dunkelgrasgrün bis ca. 15 cm h.,
14 cm 0; Ar. leicht warzig, mit kurzer Wolle
bedeckt, ca. 7 — 10 mm lg., bei alten Pflanzen
berühren sich die Ar. und bilden einen
ununterbrochenen weißen Wollstreifen; Ri. 13; Rst. ca. 20,
weißlich, später oft goldbraun, sehr fein, 10 — 15 mm
lg.; Mst. 7, gerade, der mittelste steif vom K.
abstehend, alle Mst. hellbraun bis honigfarben,
496 Parodia
ca. 20 —25mm lg.; Bl. goldorange, kurzstielig,
ca. 4 — 5 cm 0, Schlund orangerosa; Gr. und N.
gelb; Fr. bräunlich, ca. 4 mm 0; S. dunkelrot-
braun, fast schwarz, glänzend. — Bolivien (Prov.
Mendez, bei Cieneguilla und vermutlich auch in
den Gebirgen bei Tarija).
Sämlinge dieser Art erscheinen auch zwischen
Aussaaten als P. subtilihamata und B. tredecim-
costata. (Abb. 497.)
Parodia aureispina Backbg.
K. kugelig, frischgrün, bis 6,5 cm 0; Ei. bis ca.
16 oder mehr, spiralig, in Warzen aufgelöst; Rst.
ca. 40, borstenfein, weiß; Mst. ca. 6, bis ca. 15 mm
lg., goldgelb bleibend, 4 davon über Kreuz, alle
kräftiger, der unterste oder auch mehrere hakig;
B.l bis 3 cm 0, goldgelb; S. winzig, braun. —
Nordargentinien (Salta).
v. elegans Backbg. Scheitel stärker weißwollig;
St. alle fein und um feinere H.-Bst. vermehrt,
diese bis 2,2 cm lg., ein unterer mittlerer St.
aber deutlich hakig.
Die von Backeberg beschriebene v. elegans
ist nach Meinung von F. Brandt und anderen
eine Hybride, zumal sie nicht samenbeständig
ist.
v. vulgaris Brandt: K. halbkugelig, später
verlängert, gedrungen, satt bläulichgrün, Scheitel
leicht eingesenkt, mit Stachelschopf; Ri. 19 — 29,
meist 21, spiralig angeordnet, in kleine Höcker
unterteilt; Ar. schwach wollig, rein weiß, sehr
langsam verkahlend, in ca. 8 mm Abstand;
Rst. ca. 20 — 40, strahlend, weiß, ca. 10 mm lg.;
3Ist. 6 und mehr bis 10, der stärkste und unterste
gehakt, ca. 15 mm lg., weißlichgelb, die
kräftigsten 4 oder mehr an der Spitze dunkler bis
bräunlichrot gefärbt; BI. zu mehreren
gleichzeitig aus dem Scheitel, ca. 4 —5 cm 0, Peri-
carpell im unteren Teil glatt, kahl, grün, oben
mit Areolen, Seh. mit weißlicher Wolle besetzt;
Sep. rein gelb, in der Mitte blasser; Pet.
goldgelb; Stbf. und Stbb. gelb; Gr. cremefarben;
Fr. klein, dünnhäutig; S. klein, glänzend,
hellbraun.
Es kommen auch du>nkelschlundige Blüten
darunter vor. F. Brandt beschrieb ferner v. sco-
papoides und v. rubriflora. —
Nordargentinien (Salta). (Abb. 499.)
v. australis Brandt. Diese Varietät ähnelt der
P. rubriflora sehr, ist aber in folgenden
Punkten von ihr unterschieden: Var. australis hat
reinweiße Areolenwolle. Die Mst., besonders die
6 untersten, stärksten, sind dunkler karminrot
und verbleichen nicht im Alter wie bei
rubriflora; Mst. meist 8; nur die äußeren oberen Mst.
sind zuweilen dunkler gespitzt, Basis heller;
Bl. nicht feuerrot mit goldenem Schimmer,
sondern dunkel blutrot mit bläulich-violettem
Schimmer. V. australis hat bis 6 cm
Blütendurchmesser, sie ist die südlichste der aurei-
spina-Varietäten, worauf der Name hinweist.
(Abb. 498.)
Parodia backebergiana Brandt
Nach C. Backeberg benannt.
K. flachrund, bläulichgrün, 5 cm h., 8 cm 0; Ei.
13, spiralig, scharf ausgeprägt, ca. 1 cm h., bis
2 cm entfernt; Ar. mit warzenförmigen Höckern
auf den Ri., sehr stark mit weißer Wolle bedeckt;
Scheitel in der Mitte eingesenkt, mit weißer,
strähniger, bis 1 cm lg. Wolle bedeckt; Rst. ca. 8,
pfriemlich, braun und derb, ca. 3 — 5 mm lg.,
aufgerichtet und etwas gebogen; Mst. 1, ca. 1 cm lg.,
stärker, Spitze mehr gekrümmt; Bl. ca. 3 cm 0,
tief in die weiße Scheitelwolle eingebettet,
leuchtend blutrot, breit öffnend; Perikarpell
orangegelblich, ca. 3 mm 0, mit vereinzelten
Wollhärchen; Receptaculum wenige mm lg.; Schlund
grünlich-gelb; Stbf. u. Stbb. gelblich; Gr. mit
8 gelblichen N. (Abb. 500.) — Bolivien (Oropeza,
am Wege Sucre-Tarabuco zusammen mit Parodia
otuyensis Ritt).
Parodia bilbaoensis Card. 1966
K. kurz zylindrisch, 4 —5 cm h., 5 —6 cm 0,
hellgrün; Ri. ca. 13, leicht spiralig, 8 mm h., bis
13 mm br.; Ar. 5 mm entfernt, kreisförmig,
2 mm 0, graufilzig; Rst. 18 — 20, anliegend oder
etwas gespreizt, sehr dünn, nadeiförmig, 6 —8 mm
lg., weiß; Mst. 4, gespreizt, 12 —20 mm lg., weiß
bis bräunlich, gerade; Bl. 2,5 cm lg., goldgelb; Gr.
hellgelb; N. 5, gelb. Von Parodia taratensis durch
mehr und kürzere Rst. unterschieden. —
Bolivien (Bilbao, Dep. Potosi bei Mollenvillque in
2200 m Höhe, in Felsspalten unter Büschen).
Von P. taratensis, die im gleichen Gebiet
vorkommt, unterschieden durch mehr und kürzere
Rst. und fast gerade Mst.
Parodia buiningiana
Von Ritter nur erwähnt. (FR 1096, aus der
microsperma-Gruppe)
Parodia challamarcana Brandt
K. kugelig, hell- bis dunkelgrün, ca. 10 cm h.,
8 cm 0; Ri. 13, spiralig gedreht, 1 cm h., scharf-
gratig, glänzend; Ar. weiß bewollt, ca. 5 mm 0,
auf flachen Warzen; Rst. 9 — 10, strahlend, vom
K. abstehend, untere kürzer, Spitzen etwas
bräunlich; Mst. 4, dünn, Basis hell, sonst braun, ein
längster nach oben, bis 3,5 cm lg.; Bl. ca. 4 cm 0,
hell- bis goldgelb, Schlund heller; Seh. bis 3 mm
lg., bräunlich bis gelb, Sch-Bst. rostbraun, ca.
1 cm lg.; Stbf. glänzend silberweiß; Stbb.
cremeweiß; Gr. 2,4 cm lg., cremeweiß; Fr. 5 mm 0,
Parodia 497
hartschalig, ganz von Wollhaaren bedeckt; S. von
5 mm 0, etwas oval. — Bolivien (Süd-Cinti,
Challamarca). (Abb. 501.)
Diese Art kommt nach Lau im Mündungsgebiet
des Rio Challamarca in den Rio Camblayo nur an
Schieferfelsen vor. Ritter, von anderer Seite
kommend, fand dort die P. procera.
Parodia culpinensis (FR 730) Brandt 1973
K. warzig-höckrig; Rst. ca. 10; Mst. 3, zwei
aufrecht, einer vorgestreckt, lang, hakig, alle
dunkelrotbraun. Zum Formenkreis der Parodia maassii
gehörend. — Argentinien. (Abb. 502.)
Parodia dichroacantha Brandt u. Wesk. Syn.
P. kilianana Backbg.
K. halbkugelig, später verlängert, dunkelgrün;
Scheitel leicht eingesenkt, mit weißer Wolle;
Ri. 13, spiralig in Höcker unterteilt; Ar.
weißfilzig, leicht rötlich überhaucht, bald verkahlend,
ca. 8 mm entfernt; Rst. (9 — ) 10, strahlend,
abstehend, 7 —10 mm lg., 4 — 5 obere braunrot und
etwas kräftiger als die unteren weißen; Mst. 1,
vorgestreckt, gehakt, ca. 13 mm lg., braunrot; Bl.
aus dem Scheitel, ca. 60 mm 0, Blütenblätter ca.
30 mm lg., 4 — 5 mm br., spatelig, oben zugespitzt,
leuchtend rot, außen mit schwachem, violettem
Mittelstreifen. R. mit weißgrauer Wolle und
wenigen schwärzlichen Bst.; Stbf. unten goldgelb, oben
karmin; Stbb. blaßgelb; Gr. cremeweiß bis rötlich;
N. 10, 7 mm lg., cremeweiß; Fr. ca. 6 mm 0,
goldgelb; S. sehr fein, rund, braun. —
Nordargentinien (nördlich Tucuman-Salta, teils in
Felsspalten in roter Erde, in ca. 1000 m Höhe, von
Fechser gefunden.)
Die Art ähnelt P. atroviridis.
Parodia frieiana Brandt 1973
K. einzeln, aufrecht, matt hellgrün, ca. 15 cm h.,
9 cm 0; Ri. 15, leicht spiralig gestellt; Ar. auf
kleinen Warzenhöckern der Ri., dicht bewollt;
Rst. ca. 16 — 20, derb, hellbraun, an der Basis horn-
farben, ca. 15 mm lg., aufgerichtet; Mst. 8, schwer
von den Rst. zu trennen, hellbraun, derb; Bl. ca.
o cm 0, karminrosa, Perikarpell ockerfarbig rosa,
ca. 4 mm 0, mit dichter weißer Wolle und
karminrosa Schuppen ohne Bst.; Sep. rot mit kar-
minf arbiger Tönung; Pet. karminrosa, ca. 2 cm
lg., 4 mm br., Schlund heller; Stbf. hell-rosa; Stbb.
gelb; Gr. gelblich mit kurzen gelblichen N.; Fr.
ockerfarbig, weiß bewollt; S. warzig, mit
schwarzer glänzender Testa. — Argentinien (Jujuy,
südlich von Tilcara bei Maimara. Von Frau Muhr
entdeckt.) (Abb. 503.)
Parodia gibbulosa (FR 736) 1970
Wurde von Backeberg als ähnlich P. maaßii
beschrieben, Abb. 306 zeigt aber die spätere P.
gibbulosoides. Ritter selbst bemerkt, daß P. gibbu-
losa dem Samen nach keine Parodia sei, da ohne
Strophiola.
Parodia gibbulosoides Brandt 1971
K. breitkugelig, 10 cm 0. Ri. bis 26, in W.
aufgelöst. Pflanze und Scheitel in dichte, weiße Wolle
gehüllt; Rst. 9, Mst. 1, gerade, 5 mm lg.; Bl. kl.,
1 cm 0, viele gleichzeitig; S. 0,2 mm 0 mit
deutlicher, zweiteiliger Strophiola. — Bolivien, Dep.
Cochabamba, Prov. Campero, in den Bergen
nördlich des Rio Grande. (Abb. 306.)
Parodia gokrauseana Heinr.
Benannt nach Gottfried Krause und nach alten
Kulturpflanzen aus der nachgelassenen Sammlung
von Hans Neumann in Brieselang beschrieben
(1967).
Einige Parodien-Experten stellten etwas später
fest, daß es sich um die alte Parodia tilcarensis
(Werd. u. Backbg.) Backbg. v. gigantea (Fric
ex Krainz) Backbg. handelt.
(Kakteen/Sukkulenten, 1968, Seite 51).
Parodia hausteiniana Rausch 1970
Benannt nach Prof. Dr. E. Haustein, Erlangen/«
K. einzeln, kugelig-kurzzylindrisch, ca. 50 mm 0;
Ri. ca. 13, leicht gedreht; Ar. rund, 3 mm 0,
6 mm entfernt, weißfilzig; Rst. 26 — 30, 8 mm lg.,
strahlend, anliegend, dünn, gelb, später weiß;
Mst. 4 über Kreuz, kräftiger, gelb mit nach unten
eingerollter brauner Spitze und verdickter Basis,
der längste (untere) Mst. bis 13 mm lg.; Bl. ca.
10 mm lg. und 0; Ov. und R. grün mit
dunkelgrünen Seh. und 4 mm lg., braunen Bst.;
Blütenblätter gelb mit dunkelgelbem Rand. Schlund und
Stbf. goldgelb; Gr. u. N. weit hinausragend,
goldgelb; Fr. oval, 3—4 mm lg., olivgrün; S.
länglichoval, dunkelbraun, Testa fein warzig. —
Bolivien (nahe Mizque in 2200 m Höhe).
Parodia ignorata Brandt, synonym P. sotomayo-
rensis Ritt.
K. einzeln, hellgrün, ca. 10 cm h., 7 cm 0; Ri.
spiralig, ca. 1 cm h., 2 cm br.; Ar. 5 mm lg., oval,
1 cm entfernt, stark wollig, mit Wollscheitel;
Rst. 10-12, hellbraun, 1,3-2 cm lg.; Mst. 4,
oberste 3 nach oben gerichtet, bis 2 cm lg., der 4.
und stärkste derber, abstehend, mit gekrallter
Spitze, alle hellbraun wie die Rst.; Bl. aus
dichtem Wollscheitel, fahl gelb, ca. 3 cm 0;
Perikarpell ca. 6 mm 0, weißlich-gelb, weiß behaart;
Receptaculum spärlich weißwollig, bräunliche
Seh. ohne Borsten; R. ca. 1,5 cm lg.; Sep. 2 cm lg.,
fahl gelb; Pet. ebenso, 3 mm br.; Stbf. und Stbb.
cremefarbig; Gr. hell grünlich cremefarbig, ca.
2,2 cm lg. mit 3 mm lg. N.; Fr. hellgrün, mit
weißer Wolle, ca. 6 mm 0; S. mit
schwarzglänzender Testa. — Bolivien (Flußgebiet des Rio
Pilcomayo, in den Bergen um Sotomayor. (Abb 505.)
498 Parodia
In der Blüte ähnelt diese Art der P. ocampoi, ist
aber durch den gekrallten untersten Mst.
unterschieden.
Parodia kilianana Backbg. 1963. Syn.: P. dichro-
acantha Brandt & Weskamp.
K. einzeln, kugelig, grün, bis 9 cm h., 7 cm 0,
Scheitel weißfilzig; Ri. ca. 21, spiralig stehend, in
ziemlich kleine Höcker aufgelöst; Ar. ca. 5 cm
entfernt, zuerst wollig, bald kahl; St. sehr variabel,
länger oder kürzer, dünner oder stärker, mehr oder
weniger gerade oder hakig; Rst. meist 7, etwas
rauh, im unteren Ar.-Halbkreis leicht gebogen
oder gerade, ca. 2 — 6 mm lg., weiß mit gelblicher
Basis, Spitze rötlich; Mst. 4, 3 aufwärts gebogen,
bis 1,2 cm lg., der untere später vorgestreckt oder
abwärts geneigt, bis 1,8 cm lg., gerade, rötlich bis
braun, am Grunde heller; Bl. ca. 2,5 cm lg. und 0,
orange bis ziegelrot; Stbf. rot. —
Nordargentinien (Quebrada del Toro). (Abb. 506.)
Parodia koehresiana Brandt (1972)
Nach dem Kakteenzüchter Gerhard Köhres
benannt.
K. einzeln und aufrecht, dunkelgrün, ca. 12 cm h.,
8 cm 0; Ri. .13, gerade, scharfgratig, ca. 1 cm h.,
1,5 cm br.; Ar. auf kleinen Warzen, 8 mm 0,
weißwollig, dicht, nicht verkahlend, dichten
Wollscheitel bildend; Rst. ca. 8, leuchtend braun,
2,5 — 3 cm lg., gerade und derb, rund um die Ar.;
Mst. 1, ca. 3 cm lg., leuchtend braun, gerade;
Bl. ca. 3 cm 0, gelblichrot/orange; Perikarpell
ca. 5 mm 0, grünlich-rosa mit weißl. und bräunl.
Wolle; R. und Seil, gelblich-rosa; Sep. ockerfarbig
mit orangerotem Mittelstr., ca. 1,5 cm lg.; Pet.
ockerfarbig mit orange Mittelstr., 2 cm lg., 3 mm
br.
Gr. und N. gelblich, 3 mm lg.; Fr. bräunlich, hart-
schalig 4 mm 0; S. braun mit glänzender Testa. —
Bolivien (San Juan, in Bergen westl. des Rio
San Juan).
Parodia krasuckana Brandt 1972
Nach dem Sammler W. Krasucka benannt.
K. einzeln, flachrund, zuweilen sprossend, ca.
8 cm h., 10 cm 0, frischgrün; Ri. ca. 15, spiralig
gedreht, ca. 1 cm h., 1,5 cm br.; Ar. oval, 5 mm
lg., 1 cm entfernt, auf vorgewölbten Wülsten der
Ri., mit weißer fasriger Wolle bedeckt; Rst.
8 — 12, in der Jugend weiß mit bräunlicher Spitze,
später hellbraun, obere derb, 1—2 cm lg.; Mst. 4,
alle hellbraun, 1—2 cm lg. und derb, der unterste
2 cm lg. und mit gekrallter Spitze; Bl. aus dem
Scheitel, blutrot, dunkel leuchtend, nur
trichterförmig geöffnet, ca. 3 cm 0, 4 cm lg.; Perikarpell
grün mit einzelnen, weißen H. an der Basis und
den kleinen ' Seh., 4 mm im 0; Receptaculum
1 cm lg., hellblutrot mit wenigen roten Seh. und
H. von nur 2 mm Länge, keine Borsten; Sep.
schmal, 2 mm br., 1,5 mm lg., leuchtend blutrot;
Pet. ebenfalls leuchtend blutrot, 2 cm lg., 3 mm
br.; Stbf. rot, unterste bis gelblich; Fr. oliv, hart-
schalig, 4 mm 0, weißwollig. — Bolivien (Dep.
Chuquisaca, zwischen Tarabuco-Zudanez, von
W. Rausch gesammelt). (Abb. 508.)
Die Pflanzen entstammen einer Importsendung
von Parodia suprema Ritt! (Abb. 507.)
Parodia lauii Brandt 1973
K. einzeln, flach, grün, 7 cm h., 9 cm 0; Ri. 13,
spiralig, scharf ausgeprägt, kräftig, 1,5 cm h., in
2 cm Abstand; Ar. auf warzigen Höckern, 6 mm 0,
dicht weiß bewollt, ca. 3 mm lg.; Scheitel
eingesenkt; Rst. ca. 20, weiß, Spitze rotbraun, bis
1,5 cm lg., dünn; Mst. 6, 4 unterste über Kreuz,
3 gehakt, der oberste gerade, 2 andere gerade und
dünner, im oberen Teil der Areole. Alle Mst.
rotbraun, ca. 2 — 2,5 cm lg.; Bl. 3,5 —4 cm 0,
lachsrot, glänzend, außen mit weißer Wolle und
schwarzen Borsten; Sep. lachsrot, in der Mitte mit
karminfarbigem Streifen; Pet. lachsrötlich mit
karminfarbigen Spitzen, Basis in Gelblich-Rötlich
übergehend, glänzend, ca. 2 cm lg., 3 mm br.;
Stbf. lachsrot; Stbb. creme; Gr. gelblich; N. gelb;
Fr. bräunlich, hartschalig; S. länglich, 1 mm lg.,
Testa schwarz und matt. — Bolivien (Campero,
in den Bergen an der Straße von Mizque nach
Mine Asientos, auf Berghohe über dem Rio Caine
in 2700 m Höhe). (Abb. 509.)
Parodia malyana Rausch
Nach dem österreichischen Kakteenzüchter
G. L. Maly benannt.
K. bis 6 cm h., 5 cm 0, laubgrün; Ri. 20-26;
Ar. rund, 2 mm 0, mit weißem bis gelbbraunem
Filz in 3 mm Abstand; Rst. 20-24, 5-6 mm lg.,
gerade, anliegend und seitlich verflochten, glasig
weiß; Mst. 6 — 8, 8 —9 mm lg., gerade abstehend,
weiß mit gelbem Fuß und braunroter Spitze,
brüchig; Bl. 35-40 mm lg. und 0; Frkn. und R.
gelblich, grünlich oder rosa; Seh. rötlich gespitzt
mit weißen H. u. braunen Bst.; Sep. lanzettlich,
gelblich, innen rot; Schlund u. Stbf. orange bis
rot; Gr. u. N. gelblich weiß; Fr. 3 mm lg., oval;
S. braunglänzend, glatt. — Argentinien (Cata-
marca, bei Ancasti in 1000 m Höhe).
f. citriflora, zitronengelb blühend.
Parodia matthesiana Heinr. 1968
Benannt zu Ehren des bekannten Kakteenfreundes
Richard Matthes.
K. tief schwärzlich bronzefarben, am Scheitel von
Knospen und Mittelstacheln schopfartig überragt,
39 mm, 43 mm 0, kugelig; Ri. 21, spiralig, ca.
5 mm h., in rundliche Höcker aufgelöst; Bz. 13 : 21;
Ar. bis 3 mm 0, halbkugelig, weißwollig, 8 mm
entfernt; Rst. steif borstig, ca. 8 mm lg., weißlich;
Mst. 1 nach unten, hakig, bis 24 mm lg. und 3 — 4
Parodia 499
kürzere, dünn nadeiförmig, dunkelrötlichbraun;
Bl. um den Scheitel, ca. 53 mm lg., 45 mm 0,
leuchtend gelb, im Verblühen rötlich, halbgefüllt
scheinend; R. mit schmalen, spitzen, braunen
Schuppen; Stbf. hellgelb; Gr. gelb; 9 N., 6-7 mm
lg., in der Mitte orangegelb; Fr. rötliche Beere mit
Wolle u. Borsten. — Heimat unbekannt.
Parodia minima
Unbeschrieben, von Ritter nur erwähnt. Pflanzen
mit diesem Namen gehören in die P.-formosa-
Gruppe.
Parodia neglecta Brandt 1973, Syn.: formosa
v. prolifera
K. bläulich-grün, ca. 7 cm h. und 0, stark
sprossend; Ri. ca. 16, spiralig gedreht, an den Ar.
warzig gefurcht, ca. 8 mm hoch; Ar. 2 mm br.,
4 mm lg., oval, mit 2 mm lg. weißer Wolle
bedeckt; Rst. rund um die Ar. verteilt, ca. 20 — 35,
mehr nach oben gerichtet, fein, weiß, bis 6 mm lg.;
Mst. ca. 8, bis 10 mm lg., unten fast weiß, zur
Spitze zu rotbräunlich, spitz, gerade, stechend;
Bl. goldgelb, ca. 2 cm 0; Frkn. grünlich braun,
mit weißer Wolle besetzt. Receptaculum ca.
1 cm lg., karminfarbig beschuppt; Bst. schwarz-
braun, 7 mm lg.; Sep. goldgelb mit karminrotem
Mittelstreifen und Spitzen; Pet. goldgelb, Schlund
rosa; Stbf. goldgelb; Stbb. gelb, 10 mm lg.; Gr.
und N. goldgelb; Fr. hartschalig, ockerfarben,
dicht weiß bewollt; S. braun-schwarz mit hellem
Hilum. — Bolivien (in 1000 m Höhe, Gegend
des Rio Chulon, nördlich des Rio Mizque). (Abb.
510.)
Parodia neglectoides Brandt 1973, Syn.: comara-
pana v. paucicostata Ritt.
K. kugelig, aufrecht, grün, ca. 8 mm h., 7 cm 0,
stark sprossend; Ri. 16, meist gerade aufwärts,
zuweilen spiralig, an den Ar. stark warzig
verdickt, bis 1 cm h.; Ar. fast kahl, ca. 1 mm lg.; Rst.
ca. 20, bis 1 cm lg., oberste kürzer, untere und
seitliche derber und länger, weißlich hornfarben,
zuweilen auch braunspitzig; Mst. 6, bis 1,8 cm lg.,
gerade und spitz; Bl. glockig, dottergelb, bis
3 cm 0, Receptaculum rosa, Schuppen karmin;
Bst. schwarz, gewellt; Gr. u. N. goldgelb; Sep. dunkel
dottergelb, zuweilen rosa gespitzt; Pet. dunkler
goldgelb, sehr spitz; Fr. hellbraun, dicht weiß
bewollt, hartschalig; S. mit braun-schwarzer Testa,
gewarzt, glänzend. — Bolivien (am Oberlauf
des Rio Vallegrande, in den Bergen um Mataral,
in 1000 bis 1300 m Höhe). (Abb. 511.)
Parodia occulta
Verborgene P.
Kleinste Art aus der maassii-Verwandtschaft.
Evtl. P. challamarcana Brandt.
Nähere Beschreibung fehlt. — Bolivien.
Parodia omniaurea Ritt. 1962 (Wird für eine
Form von P. aureicentra Backbg. gehalten.)
Gänzlich goldgelb gefärbte P.
Soll identisch mit Parodia rauschii sein.
Da Parodia omniaurea nur als Varietät beschrieben
ist, P. rauschii Backbg. aber als eigene Art, hat
diese letztere Priorität.
Parodia penicillata Fechs. & v. D. Steeg
v. fulviceps Backbg. K. rundlich, bis 8 cm 0,
dunkelgrün; Ri. ca. 20, stark spiralig; W. etwas
gröber, fast rundhöckrig; Ar. 3 — 4 mm gr., hell-
bräunlich; St. an Zahl wie beim Typus der Art,
davon 5 oder mehr mittelste hell- bis rötlichbraun;.
Bl. wie beim Typ 5 cm lg., 4 cm 0, orangerot
getönt bis feuerrot.
v. nivosa Fechser 1970: K. über 20 cm lg., 8 cm 0.
meist länglich und mit rübenartig verjüngter
Basis, oft auch hängend wachsend, bläulich-
grün; Ri. spiralig, nach ca. Bz. 15 : 25 in Warzen
aufgelöst; W. bis 9 mm br., bis 6 mm lg.; Ar.
rundlich, ca. 3 —4 mm gr., blaß gelbbräunlich;
St. steifborstig, bis über 40, die ca. 10 mittelsten
etwas derber, die äußersten feiner, alle rein weiß,
die mittelsten mit blaß gelblichbrauner,
verdickter Basis, bis über 4 cm lg., die äußeren kürzer,
meist mindestens 2 cm lg., alle an der Basis
fellartig dicht und oft braun; Bl. orangerot bis
feuerrot, 3—4cm lg., bis 4cm 0; S. 0,50 bis
0,75 mm gr., dunkelbraun, glänzend, mit
verlängertem, zugespitztem Nabelende, hellfarben.
— Nordargentinien (Salta, ohne genaue
Standortangabe. Von Fechser gesammelt.)
Die Varietäten von Parodia penicillata fallen
nicht immer echt aus Samen. Die Berechtigung
dieser Varietät wird bezweifelt.
Parodia peruviana
Autor unbekannt, Pflanzen stammen aus
Sammlungen der CSSR.
K. einzeln, kugelig, ca. 5 cm 0, dunkelgrün, im
Scheitel heller, Scheitel später schwach weißwollig;
Ri. spiralig angeordnet, ca. 20 — 22, in runde
Höcker aufgelöst; Ar. schwach weißwollig, später
kahl; Rst. 9 — 10, weiß; Mst. 3, 2 gerade nach oben,
1 gehakter nach unten, braun; Bl. 3 cm lg., 2,5 cm
0, satt orangegelb; Sep. mit nach oben breiter
werdenden Mittelstreifen und rot gesäumten
Spitzen; Pet. einfarbig; R. weißwollig, .oben mit
2-3 braunen, 4 mm lg. St.; N., Gr., Stbf. gelb. -
Fundort unbekannt, vermutlich nicht Peru.
Parodia pluricentralis Backbg. & Brandt
K. bläulich-grün, bräunlich getönt, ca. 12 cm h.,
4 —5 cm 0; Ri. 13 ( — 18), in derbe Warzenreihen,
aufgelöst; Ar. ca. 7 mm entfernt, sehr wollig
später verkahlend; Rst. 9 — 11, seitwärts und nach
unten, weiß mit dkl. Spitzen, ca. 8 mm gl.; Mst.
4 — 6, derb, bräunlichrot, 3 nach oben, ca. 1 cm lg.,
500 Parodia
1 stärkerer nach unten, 1,5 cm lg., Spitze gehakt;
Bl. goldgelb oder hellgelb, außen rotbraun, ca.
5 cm 0; Seh. rotbraun; Bst. schwarzer G. u. N.
weiß; Fr. dünnhäutig, bräunlich, ca. 3 mm 0; S.
sehr klein. — Argentinien (Salta, bei Amblayo,
nördl. v. Cafayate). (Abb. 512.)
Parodia pseudoayopayana Card. 1969
K. abgeflacht kugelig, graugrün oder dunkelgrün,
2 — 3 cm h., 4 —5 cm 0; Ri. 13, scharf, bis schwach
'gerundet, 5 — 8 mm h., 8 — 10 mm br., gerade; Ar.
5 — 8 mm entfernt, rund, 2 — 2,5 mm 0, jung
vorspringend; Rst. 8 — 9, strahlend oder angedrückt,
4 —5 mm lg., grauweiß; Mst. 1, gerade, 5 —6 mm
lg., bräunlich, aufwärts gerichtet; St. alle stechend,
dünn; Bl. aus dem Scheitel, wenige oder einzeln,
2,5 cm lg., 1,5 cm 0, hell orangegelb; Ov. und R.
dicht weißwollig; Ov. 5 mm lg. unten hellgrün,
oben purpurn; Sep.. breitspatelig, 8x2 mm; Pet.
spatelig, 12 x 3 mm; Gr. 14 mm lg., leuchtend
orange mit 9 gelben N.; Fr. zylindrisch, 1,2 — 2 cm
lg., rosa mit Büscheln weißer H. Wächst wie P.
ayopayana am Flußufer, ist aber kleiner, hat
gekerbte Rippen und teilweise kürzere und
dünnere St. und nur 1 statt 4 Mittelstacheln. Die
Frucht ist die gleiche. Es gibt auch Übergänge. —
Bolivien (Prov. Ayopaya, Dept. Cochabamba,
nahe Cotacajes in 1500 m Höhe, wie P. ayopayana
an Flußufern).
Parodia pseudoprocera Brandt 1970
K. tief grün, keulenförmig, kaum größer als 10 cm
h., 7 cm 0; Ri. 13, bis 1 cm h., 1,5 cm entfernt;
Ar. weißwollig, oval, ca. 5 mm 0, auf kl.
Warzenhöckern; Rst. ca. 9 — 10, leicht gewellt, derb, weiß,
bis 1 cm lg.; Mst. 4, hellbraun bis braun, unterste
Spitze leicht eingebogen, 3 andere nach den Seiten
und nach oben gerichtet, später alle 4 mehr
aufwärts und gerade, 1,5 cm lg.; Bl. glockenförmig,
2,5 cm 0; Pet. an den Spitzen goldgelb, weiter
unten gelblich, am Grunde weiß; Bl. oft zu
mehreren aus der Scheitelmitte, umhüllt von weißer und
bräunlicher Wolle; Seh. bräunlich; Bst.
dunkelbraun, 6 mm lg.; Stbf., Gr. und N. cremefarbig;
Fr. bräunlich; S. rund, schwarz, matt, 0,5 mm 0. —
Bolivien (Dept. Chuquisaca).
P. pseudoprocera mit ihren reingelben Blüten ist
außergewöhnlich reichblütig schon bei Pflanzen von
nur 4 cm 0. (Abb. 513.)
Parodia punae Card. 1967
Nach dem Entdecker Dr. Oskar Puna benannt.
K. kugelig, leicht spiralig gedreht, 7 —8 cm h.,
6 — 7 cm 0, graugrün; Ri. etwa 15, scharf, 8 mm h.,
10 mm br. an der Basis; Ar. 5 —8 mm entfernt,
rund oder elliptisch, 2 mm 0, weißfilzig;
Rst. 8 — 10, ausgebreitet bis angedrückt, 5 — 7 mm
lg.; Mst. 1, 8 — 11 mm lg., weißlich, rosa gespitzt,
gehakt; alle St. an der Basis verdickt; Bl. aus
Wollscheitel, zahlreich, etwa 2 cm lg., 2 cm 0;
Ov. elliptisch, 6 —7 mm lg., 4 mm br., wollig,
schuppig; R. kurz; Knospe weißhaarig, oben
rötlich-braun; Pet. lanzettlich, 9x2 mm, dunkel-
orange; Gr. hellgelb; N. 8, hellorange; Fr. rund,
3 — 3,5 mm 0; S. rund, mattschwarz, fein
punktiert. — Bolivien (Prov. Misque, Dept.
Cochabamba, am Bergwerk Asientos in 2400 m Höhe).
(Abb. 514.)
Parodia robustihamata ist Parodia rausehii Backbg.
Parodia rostrum-sperma Brandt 1973
K. einzeln, gedrungen, graugrün, matt, 12 cm h.,
8 cm 0; Ri. 16, ca. 10 mm h., 12 mm br., gerade;
Ar. ca. 6 mm lg., 4 mm br., 10 mm entfernt, auf
kleinen Höckern sitzend, dicht weißwollig; Rst.
ca. 11 — 13, weißlich, oberste am längsten, bis
20 mm, im Alter bräunlich; Mst. 4, bräunlich,
3 aufwärts, 20 —30 mm lg., der 4. an der Spitze
gekrallt oder ziemlich gerade, 25 —30 mm lg.;
Bl. 30 mm 0, orange, innere Blütenblätter
glänzend orange mit rötlichen Mittelstreifen, ca.
20 mm lg., 30 mm br.; Stf., Stbb., Gr. u. N.
cremeweiß; Fr. ockerfarbig, 4 mm 0, hartschalig, mit
weißer Wolle; S. 1,2 mm lg., mit schwarzer, ge-
warzter Testa, Strophiola mit lg., fast
schwertförmiger Spitze, in ihrer Form einmalig unter den
Parodien. — Bolivien (Dept. Tarija, Prov. Avi-
lez, in den Bergen bei Tojo in 2500 m Höhe von
Rausch gesammelt. (Abb. 515.)
P. rubistaminea = Syn. zu P. sanagasta Wgt.
Parodia salmonea Brandt 1973
K. aufrecht, gedrungen, grün, bis 14 cm h., 11 cm
0; Ri. 20, ca. 10 mm h.‚in 15 mm Abstand,
schmal, scharf gratig, etwas spiralig gedreht;
Ar. auf warzigen Höckern der Ri. sitzend,
cremeweiß, lang bewollt; Scheitel flach, dichtwollig;
Rst. ca. 7, hellbraun, 5 —7 mm lg.; Mst. 4, ca.
10 mm lg., 3 nach oben gespreizt, ähnlich den Rst.,
der 4. und stärkste gekrallt, 15 mm lg.; alle St.
bräunlich; Bl. ca. 4 cm 0, lachsrosa bis hellrosa;
Pericarpell ca. 4 mm 0, gelblich-grün mit weißer
Wolle; Pet. 10 mm lg., nach oben rötlich; Seh.
lachsrötlich, weiß und nach oben bräunlich
bewollt, ohne Borsten; Sep. lachsrot, am Grunde
gelblichrot, 1,5 cm lg., 2 mm br., Stbf. und Stbb.
gelblich; Gr. u. N. cremefarbig; Fr. bräunlich; S.
mit schwarz glänzender Testa. — Bolivien
(Chuquisaca, in den Bergen zwischen Tarabucp
Parodia 501
u. Zudanez, in 2500 m Höhe von W. Rausch
gesammelt.)
v. carminata Brandt hat mehr bläulichgrünen
K. und dunkler braune St.; Bl. ca. 3 cm 0,
blutkarminrot mit karminrotem Schimmer. — In
den Bergen bei Tarabuco in 3000 m Höhe,
P. salmonea hat dichte Scheitelwolle, aber nur
schwach bewollte Kelchareolen. Sie ist gleich P.
multicostata n. nudum.
Parodia sanagasta v. tenuispina (FR 929)
Beschreibung fehlt.
Parodia scoparia (FR 915)
Name nur erwähnt.
Parodia spegazziniana Brandt
Benannt nach Prof. Dr. Carlos Spegazzini.
K. einzeln, graugrün, ca, 9 cm h., 7 cm 0; Ri. 21, in
spiralige Warzenreihen aufgelöst; Ar. mit dichter,
weißer Wolle und wolligem Scheitel, nicht ver-
kahlend; Rst. ca. 10, bis 1,5 cm lg., im Scheitel
sichelförmig aufgerichtet, später an liegend, weiß; Mst. 4,
die 3 obersten nach oben sichelförmig gebogen, ca.
2,2 cm lg., der vierte stärker und vom K.
abstehend, 2,5 cm lg., mit stark gekrallter Spitze;
Alle Mst. an der Basis hell rosa-bräunlich, ab
Mitte violettgrau bis schwärzlich, oft wirr gespreizt;
Bl. ca. 5 cm 0, dunkel goldbronzefarbig mit
rotem Mittelstreifen und karminfarbigem Rand und
Spitzen; Stbf. goldgelb; Stbb., Gr. und N.
cremefarbig; Pet. gold-bronze getönt, Spitze mehr
karminrot; Fr. dünnhäutig, bräunlich, ca. 3 mm 0;
S. sehr klein, glänzend hellbraun. — Argentinien
(Prov. Jujuy).
Wurde anfänglich als P. gigantea v. jujuyana
vertrieben. (Abb. 517.)
Parodia subtilihamata (FR 741)
Ist von Ritter nur als Name erwähnt,
Beschreibung fehlt. Die von Brandt veröffentlichte
Beschreibung nach Sämlingen betrifft als erwachsene
Pflanzen P. andreae Brandt.
Parodia superba Brandt 1970
K. zylindrisch, grün, über 10 cm h., ca. 7 cm 0;
Ri. 13, in spiralige Warzenreihen aufgelöst; W.
bis 6 mm h., derb, im Alter verflachend; Ar. ca.
1 cm entfernt, von starker, flaumiger Wolle
bedeckt, weiß, seidig, dicht, glänzend; Ar. 7 mm 0;
Rst ca. 7, Spitze rosa getönt, seitliche aufwärts
gerichtet und sichelförmig gebogen, ca. 1,5 cm lg.;
Mst. 4, die 3 oberen aufwärts gerichtet,
sichelförmig, ca. 1,5 cm lg., der unterste Mst. am
stärksten und längsten, mit verdickter Basis, bis 2 cm
und länger, stark gehakt; Mst. bräunlich-rosa
gefärbt; Perikarpell olivgrün, dicht bewollt, ca.
5 mm lg. u. br.; Receptaculum ca. 1,5 cm lg.,
8 mm 0, hellgrün; Seh. oliv-bräunlich, dicht
weißlich bewollt, mit braunen Bst. längste bis
8 mm; Sep. goldgelb, karmin gestreift und
gespitzt, Basis grünlich gelb; Pet. goldgelb, dicht,
2,5 cm lg., 6 mm br.; Bl. ca. 5 —6 cm 0; Stbf.
goldgelb; Stbb. creme; Gr. mit 7 Narbenlappen
gelblich; Fr. bräunlich, 3 mm 0, S. rund,
dunkelbraun, sehr klein. — Nordargentinien.
Zuerst unter dem falschen Namen P. dextro-
hamata verbreitet. (Abb. 518.)
Parodia thionantha Brandt
K. bläulich-grün, zylindrisch, ca. 16 cm h., bis
10 cm 0; Ri. 21, in spiralige Warzenreihen
aufgelöst; Ar. mit dichter Wolle, besonders im
Scheitel; Rst. ca. 10, weiß, strahlend, bis 6 mm lg.;
Mst. stets 4, 3 oberste, bis 10 mm lg., der 4. und
stärkste bis 1,5 cm lg., gehakt, alle dkl.
karminrot; Bl. hell-goldgelb, ca. 4 —6 cm 0; Stbf. gelb,
zuweilen rot; N. u. Gr. weißlich bis cremefarben;
R. weiß mit schwärzlichen Borsten. — Nord-
argentinien (Salta, Grenze v. Tucuman).
Backeberg führt diese Parodia als P. erythrantha
var. thionantha, während sie Brandt als eine
selbständige Art ansieht. (Abb. 519.)
Parodia tredecimcostata (FR 739)
Unbeschrieben; stets dreizehnrippige Art; v. minor
und v. aurea regionale Varietäten.
Parodia uebelmanniana = Notocactus
Beschreibung fehlt.
Parodia vacae nom. prov.
Beschreibung fehlt.
Parodia weberiana Brandt 1969
Benannt nach Dr. A. Weber, der 1896 die erste
Art der späteren Gattung Parodia beschrieb.
K. einzeln, breitkugelig, grasgrün, ca. 7 cm h.,
; 10 cm 0, Scheitel eingesenkt, ohne Wollbildung;
Ri. 21, in spiralige Warzenreihen aufgelöst; Ar.
klein, oval, ca. 3 mm lg., fast ohne Wollbildung;
Rst. 15, rund um die Ar. strahlend, sehr verschie-
; den lg.; bis 1 cm dünn, gelblich weiß; Mst. 4,
3 3 nach oben, bis 1,2 cm lg., dünn, gerade, schwach
; bräunlich, Basis heller, Spitze dunkler. Der nach
unten gerichtete am stärksten, ca. 1,5 cm lg.,
gehakt, dunkler; Knospen grasgrün, ohne Wolle;
502 Parodia — Pseudolobivia
Bl. goldgelb, Perikarpell bräunlich rosa; Stbb.,
Gr. u. N. weiß; Seh. grün, ca. 7 mm lg.; Fr.
bräunlich oval, 5 mm lg.; S. rund, sehr klein, mit glatter,
bräunlich glänzender Testa.
Die Art variiert in Stachelfarbe u. Blütenfarbton
nach Goldorange und Rotorange; auch die Kn. hat
dann rötlichen Ton. — Nordargentinien.
(Abb. 520.)
Parodia zaletaewana Brandt 1973
K. gedrungen, kugelig, über 15 cm hoch werdend
bei ca. 12-cm 0, schwärzlich dunkelgrün; Ar.
oval, ca. 7 mm lg., auf kleinen warzenförmigen
Höckern sitzend, stark seidig-weiß bewollt, die Ar.
ganz mit Wolle bedeckend und zu einem Streifen
verbindend; Ri. 13, 15 mm h., 25 mm entfernt,
leicht spiralig gedreht; Rst. ca. 15, bis 20 mm lg.,
starr, steif und gerade, obere am längsten und am
dunkelsten, Spitzen oft fast schwarz, seitlich und
nach oben gerichtet, nur einer nach unten; Mst. 4,
davon 3 nach oben gerichtet, zuweilen über Kreuz
oder auch nahe zusammenstehend. Im Scheitel
dunkelbraun bis fast schwarz, später heller, mehr
bräunlich-grau, ca. 2 mm lg.; der nach unten
gerichtete Mst. ist bis 3,5 cm lg., dick und derb,
Spitze wenig gebogen, nicht hakig; Bl. purpur-
bis karminrot, ca. 50 — 60 mm im 0, kelchförmig
geöffnet; Frkn. und R. karminrot mit
karminfarbenen Schuppen, dicht mit rosafarbener Wolle
bedeckt, oben mit kurzen, schwarzbraunen Bst.;
Sep. karmin, schmal lanzettlich; Pet. am Rande
hell rötlich, in der Mitte dunkel purpurrot
gestreift; Stbf. goldgelb; Stbb. gelb; Gr. und N.
gelblich; Fr. karminrosa, 6 mm 0 mit hell
rosafarbiger Wolle; S. schwärzlich mit heller Strophiola. —
Bolivien (Dept. Chuquisaca. bei Salitre und Cul-
pina).
Die von Fr. Ritter stammende Pflanze wurde
auch unter dem Namen Parodia eulpinensis und
Parodia gibbulosa in den Handel gebracht.
(Abb. 521.)
Pfeiffera S.D.
Pfeiffera gibberosperma (FR 881)
Pfeiffera mataralensis v. floecosa
Beschreibungen fehlen.
Pfeiffera tarijensis (FR 880)
Von Ritter nur erwähnt als zart bestachelt, Ri.
ziemlich niedrig.
Pilosocereus Byl. & Rowl.
Pilosocereus aurilanatus (FR 1325)
Beschreibung fehlt.
Pilosocereus carolinensis (FR 1217)
Beschreibung fehlt.
Pilosocereus coerulescens (FR 1326)
Beschreibung fehlt.
Pilosocereus densilanus (FR 960)
Dichthaariger P., weißhaarig, noch unbeschrieben.
Pilosocereus gutarianensis (FR 1218)
Beschreibung fehlt.
Pilosocereus magnificus Buin.
Prächtiger P. (Pseudopilocerus)
K. stark kandelaberartig fast schon von unten her
verzweigt, 1,5 —2 m h.; Zweige 7 cm 0, azurblau
bereift; Ri. 6-7, bis 2 cm h., 2,2-2,5 cm br.;
Ar. rund, 4 mm 0 in 4 — 5 mm Abstand, zuerst
mit weißen H. besetzt, dann nackt, nur in
blühfähigen Ar. fast 1 cm lg. H.; St. ca. 25, 5 — 10 mm
lg., dünn, zuerst gelblich, dann rotbraun und
graubraun; Bl. 44 mm lg., 27 mm 0, außen
bläulich bereift; Sep. 3-7,5 mm br., 3 —11mm lg.,
grünlich mit dunkler grünem Mittelstreifen; Pet.
5 —6 mm br., 9 —11mm lg., dünn, Ränder fein
gezähnt, grünlich-weiß; Stbf. cremeweiß; Fr.
26 mm 0; S. schwarz. — Brasilien (Minas
Gerais, auf flachen Felsen am Rio Jaquitihonda
in 370 m Höhe).
Wärmer halten. (Abb. 523.)
Pilosocereus oreas (FR 1226)
Beschreibung fehlt.
Pilosocereus paehycladus (FR 1223, 1290)
Pilosocereus prineeps (FR 1343)
Beschreibung fehlt.
Pilosocereus robustus (FR 1344)
Derber P.
Blaugrün, weißhaarig, ist noch unbeschrieben.
Pilosocereus splendidus (FR 1224)
Beschreibung fehlt.
Pilosocereus supremus (FR 1345)
Höchster P.
Körper prächtig blau.
Art noch unbeschrieben.
Pseudolobivia Backbg.
Pseudolobivia boyuibensis (Ritt.) Backbg. n. comb.
Succ. Ritt. 1965
Nach Herkunft benannt.
K. ähnl. Ps. obrepanda; Ri. 10-12, schwächer
gekerbt; Rst. 2-6, 7-20 mm lg., die längsten
meistens gehakt; Mst. 0 — 1, 2 —4 mm lg., meist
Pseudopilocercus — Rebutia 503
hakig; Bl. 9 cm lg., 6 cm 0, wohl weiß; S.
beuteiförmig, matt. — Bolivien (Dept. Sta. Cruz,
westl. Boyuibe).
Pseudopilocereus Buxb.
Pseudopilocereus fulvilanatus Buin. & Bred. 1973
K. säulenförmig, baumartig verzweigt, bis 3 m h.,
oft auch kleiner; Äste 10 —11 cm 0, grün, oben
blau bereift; Ri. 5 ( — 6), unten 4 cm br., 3 cm h.,
bis 9 cm entfernt; Ar. oval, ca. 7 mm lg., 5 mm
br.; blühfähige Ar. bilden dichte Polster von
goldbrauner bis brauner Wolle, die miteinander zu
einem Streifen zusammenlaufen; andere Ar. haben
kurze, graue Filzhaare; St. zuerst braun, später
grau, kräftig, nadeiförmig, meist schräg nach
oben gerichtet; Rst. ca. 11, 10 — 25 mm lg.,
strahlend; Mst. 1, nach oben, bis 45 mm lg.; Bl.
nächtlich, glockenförmig, 52 mm lg., 33 mm br.; R.
weiß, kahl; Perikarpell 8 mm lg., 14 mm br.,
dickwandig, hellgrün; Receptaculum 38mm lg.,
bis 15 mm br., dickwandig, blaßgrün mit blauem
Hauch und oben mit 12mm lg. Seh.; Sep. bis
15 mm lg., 7 mm br., hellgrün mit hellbraunem
Rand, oval, Rand unregelmäßig gewellt; Pet.
11 — 12 mm lg., ca. 55 mm br., weiß, oval; Stbf.
hellbraun, untere wandanliegend; Stbb. auch
hellbraun, 1,5 mm lg.; Gr. weiß, ca. 45 mm lg., mit
8 hellbraunen N.; Fr. dunkelbraun-violett, 4,5 cm
0; S. eiförmig bis mützenförmig, 1,5 mm lg.,
schwarz, glänzend. — Brasilien (Minas Gerais,
nördliche Serra do Espinhaco, in 800 — 1000 m
Höhe. 1968 von A. F. H. Buining und L. Horst
entdeckt.) (Abb. 522.)
Pyrrhocactus Berg, emend. Buxb.
K. meist einfach, flachkugelig bis später
verlängert; Ri. gerade, derb, eingekerbt; Ar. gr.,
elliptisch, filzig; St. zahlreich, pfriemlich, derb,
oft aufgebogen und am Grunde verdickt,
aschgrau-rotbraun-schwarz ; Mst. meist 4 über Kreuz;
Bl. in verschiedenen gelben Tönen, kurztrichterig
oder becherig, teils dichtfilzig beschuppt oder
stärker bewollt. — Argentinien (ostandine
Gebiete).
Verschiedene von Ritter zu P. gestellte Arten
finden sich bei Backeberg unter Horridocactus
oder Neochilenia.
Pyrrhocactus coliquagenis (FR 1450)
Beschreibung fehlt.
Pyrrhocactus floecosus (FR 545), synonym
Neochilenia floecosa Backbg.
Beschreibung fehlt.
Pyrrhocactus neokrausei (FR 1450)
Beschreibung fehlt.
Pyrrocactus scoparius
Beschreibung fehlt.
Pyrrhocactus tenuis (FR 1453)
Beschreibung fehlt.
Pyrrhocactus transitensis (FR 1432)
Beschreibung fehlt.
Pyrrhocactus trapichensis
Beschreibung fehlt.
Quiabentia Br. & R.
Quiabentia verticillacantha (FR 902)
Beschreibung fehlt noch.
Rebutia K. Sch.
s. a. Mediolobivia.
Rebutia brunneoradicata (FR 1109)
Beschreibung fehlt.
Rebutia buiningiana (Aylostera) Rausch 1972
Nach dem verdienten Kakteenforscher A. F. H.
Buining benannt.
K. einzeln, selten sprossend, kugelig, bis 5 cm 0,
grau-hellgrün; Ri. bis 20, spiralig in Warzen
aufgelöst; Ar. ca. 2 mm 0, weiß- und braunfilzig;
Rst. 14-16, glasig weiß, 6-10 mm lg.; Mst. 2-3,
untereinander, bis 14 mm lg., weiß mit braunen
Spitzen und Fuß; Bl. seitlich, 35 mm lg., 30 mm
0, orangerosa, Schlund weißlich-rosa; Gr.
gelblich mit 6 gelben N.; Fr. braunrot mit dunklen
Sch. u. weißen H.; S. typisch Aylostera-Samen. —
Argentinien (Jujuy bei Iruya in 2700 m Höhe
von W. Rausch gefunden). (Abb. 465.)
Rebutia caineana (Sulcorebutia) Card.
Nach Herkunft vom Rio Caine benannt. K. kugelig,
etwas abgeflacht, sprossend, 1,5 —2 cm h.; 4 bis
5 cm 0, dunkelgrün; Wz. rübenförmig; Ri. 13,
spiralig, Höcker 5 mm h., 7 mm 0; Ar. 4 mm
entfernt, elliptisch, 3 mm lg., weißfilzig; St. 14 — 16,
kammartig, dünnadelig, 3 —4 mm lg., angepreßt
oder spreizend; Bl. basal, trichterförmig, 3,5 bis
4 cm lg., 3 cm 0, gelb; Ov. kugelig, hellpurpur,
mit 2 mm br. Sch.; R. verbreiternd, gelb, hell-
purpurn getönt, m. purpurnen Sch.; Sep.
lanzettlich, gelb; Stbb. gelb; Gr. hellgelb m. gelben
N. — Bolivien (Tarata, Cochabamba, in der
Nähe des Rio Caine in 3000 m Höhe in
Sandsteinspalten).
Die Art ähnelt der R. braehyantha, unterscheidet
sich aber durch längere Blüten mit purpurnem
Boden.
Rebutia (Sulcorebutia) caracarensis Card. 1970
Nach Herkunft von den Cara-Cara-Bergen
benannt.
504 Rebutia
K. einzeln oder sprossend, kugelig, abgeflacht,
Scheitel eingesenkt, dunkelgraugrün, 1 —1,5 cm
h., 1,5 —2,5 cm 0; Wz. rübenförmig, lg.; Ri. ca.
17, spiralig, in Höcker aufgelöst, Höcker rundlich,
4 mm 0; Ar. 4 mm entfernt, strichförmig,
4 —5 mm lg., ± grauschwarz befilzt; St. 11 — 17,
kammartig angepreßt, etwas verflochten, 3—4 mm
lg., strohgelb mit schwärzlicher, verdickter Basis,
Scheitel dicht mit St. bedeckt; Bl. seitlich,
trichterförmig, 2,5 cm lg., 2,5 cm 0, glänzend magenta;
Ov. grünlich-purpurn beschuppt; R. kurz, mit
grünen, dunkel gespitzten Schuppen; Sep.
spatelig, magenta, Basis weißlich; Pet. lanzettlich,
magenta; Stbf. magenta; Stbb. gelb; Gr. dünn,
weißlich, mit 4 gelblicHgrünen N. Von R. in-
flexiseta durch kürzere, angepreßte St., kleinere
Bl. und größere Anzahl Blütenblätter
unterschieden. — Bolivien (Prov. Zudanez, Chuqui-
saca, Cara-Cara-Berge, in 2400 m Höhe).
Rebutia cintiensis (FR 938)
Beschreibung fehlt.
Rebutia colorea (FR 1106)
Beschreibung fehlt.
Rebutia corroana Card. 1971
K. kugelig, 5 cm h., 6 —7 cm 0, frischgrün; Ri.
ca. 22, spiralig, abgeflacht, in niedere Höcker von
12 mm 0 geteilt; Ar. in 1 cm Abstand, rund,
3 mm 0, braunfilzig, vorstehend; St. mehr als 25,
dünn, gespreizt, stechend, ungleich, 3 — 15 mm lg.;
Scheitel leicht eingesenkt, verdeckt durch dichte
St.; Bl. seitlich, 2,5 cm lg., 1,8 cm 0; Frkn. rot-
bräunlich beschuppt; R. kurz, gelb mit
dunkelroten Seh.; Sep. goldgelb, außen braunrot
gepunktet; Pet. schwefelgelb; Gr. gelb mit 5
hellgelben N. — Bolivien (Prov. Oropeza, Dept.
Chuquisaca, Cuesta del Meadero, 2720 m).
Rebutia densipectinata (FR 758)
Beschreibung fehlt.
Rebutia gonjianii Kiesling 1973
K. 1,5-2 cm 0, 5-7 cm lg.; 15-19 winzige Ri.,
in 2-3 mm lg. Hck. geteilt; Ar. 1 mm lg., oval,
weißfilzig; Rst. kammartig in 5 — 6 Paaren, 1 bis
2 mm lg., weiß mit dunklem Fuß; Mst. 0; Bl.
2 cm lg., außen weiß bewollt und beborstet; Blb.
± fleischfarbig; S. ca. 1 mm lg. und weniger br.
mit flachem Nabel. — Argentinien (nördlich
und westlich der Quebrada de Humahuaca in
über 3000 m Höhe).
Rebutia gracilispina (FR 1118)
Beschreibung fehlt.
Rebutia haseltonii Card. 1966
siehe Sulcorebutia haseltonii (Card.) Donald
Rebutia inflexiseta (Sulcorebutia) Card. 1970
K. kugelig mit eingesenktem Scheitel, einzeln oder
sprossend, 1—2,5 cm h., 2 —3,5 cm 0; Ri. 14-17,
spiralig, in rundliche Höcker von 4 — 5 mm 0
aufgelöst ; Ar. 3 — 4 mm entfernt, mit wenig Filz;
St. 14 — 18, kammartig, dünn-nadelig, biegsam
oder strahlig abstehend, verflochten, weißgelb,
Basis verdickt, schwärzlich, 5 —15 mm lg.; BL an
der Basis, trichterförmig, 3 cm lg., 2 cm 0,
magenta; Ov. kugelig, grün, mit breiten Seh.; R. ca.
1 cm lg., mit hellgrünen Seh.; Sep. spatelig, ma-
genta-lila; Pet. lanzettlich, oben magenta, unten
weißlich; Stbf. dunkel magenta; Stbb. hellgelb; Gr.
hellgrün, mit 7 smaragdgrünen, kurzen N. -
Bolivien (Prov. Zudanez, Dept. Chuquisaca, um
Prest, 2400 m Höhe). Erkennbar an den langen
oberen St., die biegsam und verflochten sind,
sowie durch ihre Blüte, die nur wenige
Blütenblätter aufweist.
Rebutia lanosiflora (FR 1116)
Beschreibung fehlt.
Rebutia mamillosa (Aylostera) Rausch
Kleinwarzige R.
K. kugelig, 20 mm 0, gruppenbildend,
dunkelgrün-braun; Ri. 14 — 16, spiralig, in 3 4 mm gr.
Höcker geteilt; Ar. 2 mm gr., braunnlzig; Rst.
8 — 10, gespreizt, 3 —4 Paar nach jeder Seite und
je 1 nach oben und unten, bis 4 mm lg., gelb mit
braunem Fuß; Mst. 0 — 1, braun, 2 mm lg.; Bl.
seitlich, ca. 40 mm lg. und 0; Sep. schmal,
braunrosa mit grünlichem Mittelstreif; Pet.
schmal, spitz, rot; Fr. kugelig, 4 mm 0; S. mützen-
förmig, 1 mm gr. mit schwarz glänzender Testa.
Die Art ähnelt der Aylostera spegazziniana. —
Bolivien (im Westen von Camargo in 3300 m
Höhe).
Rebutia margarethae Rausch 1972
Benannt von W. Rausch, Wien, nach seiner
Frau Margarethe in Anerkennung der Hilfe, die
sie ihm bei der Pflege der Kakteen leistete.
K. einzeln, bis 4 cm h. und 6 cm 0, mit
Rübenwurzel; Epidermis violett-braun; Ri. 15 — 17,
spiralig mit ca. 10 hohen, runden Höckern; Ar.
oval bis länglich, ca. 3 mm 0, weißfilzig; Rst.
7 — 11, spreizend bis anliegend, 15 —20 mm lg.,
oft etwas gebogen, dunkelbraun mit gelbem Fuß,
später vergrauend; Bl. seitlich, ca. 40 mm lg. u.
35 mm 0; Ov. u. R. gelblichrosa mit grünen Seh.;
Sep. rosa mit grünem Mittelstreifen; Pet. spatelig,
rot, innen orange, Schlund u. Stbf. gelb; Gr. weiß
mit 6 weißen N.; Fr. flachkugelig, ca. 4 mm 0;
S. mützenförmig, 1,3 mm lg. und 1 mm 0. —
Argentinien (Salta bei Santa Victoria in 3500m
Höhe). (Abb. 528.)
Rebutia melachlora (FR 935)
Nordargentinien
Beschreibung fehlt.
Rebutia — Sclerocactus 505
Rebutia minutissima (FR 1124)
Beschreibung fehlt.
Rebutia multicolor (FR 1108)
Beschreibung fehlt.
Rebutia nitida (FR 769)
Beschreibung fehlt.
Rebutia patericalyx (FR 757)
v. odontopeta (FR 757 a)
Beschreibung fehlt.
Rebutia pauciareolata (FR 1121)
Beschreibung fehlt.
Rebutia pseudopygmaea (FR 1122)
Beschreibung fehlt.
Rebutia pulchera Card. = Sulcorebutia pulchera
Card.
Beschreibung fehlt.
Rebutia rosalbiflora (FR 1115)
Beschreibung fehlt.
Rebutia singuaris (FR 1423)
Beschreibung fehlt.
Rebutia sphaerica (FR 1140)
Beschreibung fehlt.
Rebutia tamboensis (FR 1142)
Beschreibung fehlt.
Rebutia tarvitensis (FR 773)
Beschreibung fehlt.
Rebutia torquata (FR 1117)
Beschreibung fehlt.
Rebutia tropacolitica (FR 1114)
Beschreibung fehlt.
Rebutia tuberculato-chrysantha Card. 1971
Höckrig-goldgelbblühende R. (Mediolobivia?)
K. vielköpfig, kurz-zylindrisch, graugrün, 15 bis
20 mm lg., 15 —22 mm 0; Ri. ca. 11, höckrig;
Ar. in 3 mm Abstand, elliptisch, 2,5 mm lg.,
graufilzig; St. 8 — 10, kammartig, zierlich-borstig, weiß,
am Grunde purpurn, 2 mm lg.; Bl. wenige, vom
Grunde des Stammes, trichterförmig, 30 — 32 mm
lg., 25 —30 mm 0; Ov. rund, 3 mm lg., hellgrün
mit grünlich-gelben Seh.; Kelch 20 mm lg., unten
rosa, oben heller, kahl mit 3 mm lg. gelblichen
Seh.; Sep. spatelig, 16 x 5 mm, rötlich; Pet.
lanzettlich, 12x5 mm goldgelb; Stbf. unten rot,
oben gelb; Stbb. gelb; Gr. 15 mm lg., weiß, mit
7 hellgelben N. — Bolivien (Prov. Chapare,
Dept. Cochabamba, bis in ca. 3500 m Höhe).
Rebutia vallegrandensis Card. 1970 (Aylostera
Speg.)
K. kugelig oder kurz zylindrisch, mit abgeflachtem
Scheitel, dicht bedornt, 4 —6 cm h., 4 — 5 cm 0,
frischgrün; Ri. ±20, schwach höckerig; Ar.
4 —5 mm entfernt, rundlich, vorragend,
weißfilzig; St. 30 oder mehr, verflochten, strahlig
abstehend, 3 —10 mm lg., borstig, sehr dünn; Bl.
zahlreich, seitlich oder an der Basis des Körpers,
trichterförmig, 2,5 cm lg., 2 cm 0, rot; Ov.
kugelig, 3 mm 0, bräunlichgrün, mit Schuppen und
wenigen kurzen, weißen Haaren; R. eng, 1 cm lg.,
2 mm 0, hellrot, mit Seh. u. kurzen, weißen
Haaren; Sep. magentarot, gespitzt; Pet. lanzettlich,
blutrot; Stbf. weiß; Stbb. gelb; Gr. weiß mit 5
gelben N.; Fr. kugelig, 3,5 mm 0; S. mitraförmig,
an der Basis fast kugelig, schwarz, fein punktiert. —
Bolivien (Prov. Vallegrande, Santa Cruz, nahe
Candellaria in 2000 m Höhe. Von W. Rausch
gesammelt.)
Rebutia vizearrae Card. 1971
Benannt zu Ehren von Eufronio, Vizcarra aus
Mizque.
K. breitkugelig, 3 — 3,5 cm h., 4 —5 cm br., Scheitel
eingesenkt, graugrün; Ri. ca. 18, gehöckert, 4 mm
h., 5 mm br.; Ar. 1 cm entfernt, elliptisch, 4 —6mm
lg., graufilzig; Rst. ca. 17, kammartig strahlend,
4-8 mm lg.; Mst. 2-3, strahlend, 8-11 mm lg.,
alle St. gelb-weiß oder bräunlich, stechend; Bl.
zahlreich von der Seite, trichterig, dunkelmagenta,
3,5 cm lg., 2 cm br.; Ov. kugelig, 5 mm lg., grün
mit breiten Seh.; R. kurz, nur 5 mm lg. mit 3 bis
5 mm lg. Seh.; Sep. 20 x 2 mm, rosa, grün
gespitzt; Pet. lanzettlich, 20 x 4 mm gr., hell ma-
genta; Gr. dünn, weiß, mit 5 gelben N. —
Bolivien (Prov. Mizque, Cochabamba, bei Mique in
2000 m Höhe).
Auffallend an dieser Art sind die geraden und
strählend gestellten Stacheln.
Sclerocactus Br. & R.
Sclerocactus wrightiae Bens.
Nach Mrs. Dorde Wright benannt, die die Art
1961 entdeckte.
K. kugelig bis ovoid, einzeln; Ri. ca. 13, von 12 mm
lg., 9 mm br. Höckern unterbrochen; Ar. 3 — 4 mm
0; Rst. 8-10, weiß, 6-12 mm lg.; Mst. 4, unten
hell, oben dunkelbraun, 12 —15 mm lg., ein unterer
gehakt; Bl. 1,9 cm 0 u. lg.; Sep. lavendelfarben
mit hellem Rand, ca. 1,2 cm lg., 3 —6 mm br.;
Pet. zugespitzt, 1,2 cm lg., 4,5 —6 mm br., am
Grunde fast weiß; Stbb. gelb; Gr. gelb mit 5N.;
Fr. rund; S. 2 mm lg., 1,5 mm dick. - USA (Utah,
in der Nähe von Fremont River und San Rafael
Ridge in etwa 350 m Höhe).
506 Stenocereus— Sulcorebutia
Stenocereus (Berg.) Rice.
Stenocereus chrysocarpus Sanchez-Mejor. 1972
K. stammbildend, 5 —9 m h., Hauptstamm 1,5 bis
3m h., 25—40cm 0; Tr. zahlreich, aufsteigend,
2-5 m lg., 10-14 cm 0; Ri. 7; Ar. 4-6 mm lg.,
8-10 mm br.; Rst. 7, 11-15 mm lg.; Mst. 0-2,
bis 17 mm lg.; Bl. nächtlich, 8 — 10 cm lg., 7 cm 0,
weiß bis leicht rosa; Fr. bedeckt mit reichlich
bestachelten Ar., 6 cm lg., 4 cm 0; S. 2,5 mm lg.,
1,8 mm br., rauh, schwarz. — Mexiko (Michoa-
can in Höhen von 350 m).
Submatucana Backbg.
Submatucana aureiflora (Ritt.) Backbg.
Von Ritter als Matucana aureiflora in KuaS.
1965 beschrieben, und dafür das Subgenus Incaica
Ritt, mit dem Merkmal: „Aktinomorphe Blüten,
tagsüber und nachts geöffnet." Backbg. erkennt
dies als Berechtigung für ein besonderes Subgenus
nicht an und hat den Namen umkombiniert.
Sulcorebutia Backbg.
Sulcorebutia alba Rausch 1971
K. einfach, bis 2 cm h. und 3,5 cm 0, grün, oft
mit violettem Reif; Ri. bis 23, spiralig verlaufend,
in 3 —4 mm lg. Höcker aufgelöst; Ar. 3 mm lg.,
weißfilzig; Rst. 20 — 24, 3 —4 mm lg., angedrückt,
miteinander verflochten; Mst. meist fehlend, wenn
vorhanden, bis 6 aneinandergereiht, 2 — 3 mm lg.;
St. alle weiß, am Fuße rötlich bis schwarz mit
gewimperten Haaren; Bl. 30 cm lg. und 0; Kelch
und Blüte magentarosa mit braungrünen Seh.
und weißrosa gerandet; Sep. violettrot, grünlich
zugespitzt; Pet. dunkelrot mit blauem Schimmer,
im Innern orange bis gelb; Schlund rosa, im
unteren Teil weiß; Stbf. gelb; Gr. grün mit 4 gelben N. —
Bolivien (an der Straße von Sucre nach Los
Alamos in 2900 m Höhe).
Die Art ähnelt Aylostera heliosa, ist aber durch
dunkelrote Blüte und Standort unterschieden.
(Abb. 529.)
Sulcorebutia caracarensis (Card.) Donald
siehe Rebutia caracarensis Card. 1970
Sulcorebutia crispata Rausch 1970
K. einzeln bis sprossend, 25 mm hoch, bis 35 mm
0; Epidermis grüngrau; mit Rübenwurzel; Ri.
bis 13, spiralig in 5 mm lg. Höcker verschränkt;
Ar. 4 mm lg.; Rst. bis 24, bis 8 mm, spinnenartig
um den K. verflochten, stark gebogen, fein,
glasigweiß bis rosa-braun mit gelblichem, verdicktem
Fuß; Mst. 0; Bl. ca. 30 mm lg. und 0, hell- bis
dunkelmagenta. — Bolivien (Tomina, ca. 10 km
vor Padilla, in 2400 m Höhe).
S. verticillacantha nahestehend, aber durch die
feinborstige, krause Bestachelung unterschieden.
Sulcorebutia flavissima Rausch 1970
K. einzeln, bis 25 mm h., bis 60 mm 0, frischgrün;
Ri. bis 18, in 10 mm lg., 7 mm hohe Höcker
verschränkt; Ar. bis 8 mm lg., weiß- bis gelbfilzig;
Rst. bis 24, bis 20 mm lg., strahlend, etwas um den
K. gebogen; Mst. schwer zu unterscheiden, 2 — 5,
bis 20 mm lg., aufstehend, um den Scheitel
verflochten, elastisch-stechend, leuchtend gelb; Bl.
ca. 35 mm lg. u. 40 — 50 mm 0; Frkn. u. R. rosa
mit dunklerem Seh.; Blütenblätter spatelig oder
lanzettlich, oft mit feiner Spitze, hell- bis
dunkelmagenta m. hellem Mittelstreifen; Schlund,
Stbf., Gr. u. N. weiß. — Bolivien (zwischen
Aiquile u. Mizque in 2500 m Höhe).
Gehört zur Gruppe S. steinbachii, ähnelt S. tira-
quensis v. electracantha, von der sie sich durch
leuchtendgclbe St. und magentafarbene Bl.
unterscheidet. (Abb. 530.)
Sulcorebutia frankiana Rausch 1970
Benannt nach Gerhart Frank, Wien.
K. einzeln bis sprossend, 35 mm h., bis 40 mm 0,
frischgrün; mit Rübenwurzel; Ri. bis 14, spiralig,
in 8 mm lg. u. br. flache Höcker gedreht; Ar.
3 —4 mm lg. u. 1—2 mm br., weißfilzig; Rst.
9 — 15, bis 10 mm lg., um den K. gebogen, braun
bis braunrot; Mst. 0; Bl. ca. 40 mm lg. u. 0;
Frkn. u. R. magentarosa mit olivgrünen Seh.;
Blütenblätter lanzettlich bis spatelig, oft zersägt,
hell- bis dunkelmagenta, selten purpurn und innen
gelb; Schlund rot bis magenta; Stbf. weißlich m.
rosa Fuß; Gr. und 4N. grünlichgelb. — Bolivien
(Sucre, an der Straße nach Los Alamos in 2700 m
Höhe).
Bl. mitunter auch lilafarben ohne gelben Schlund.
(Abb. 532.)
Sulcorebutia haseltonii (Card. 1966) Donald 1971
Nach Mr. Scott E. Haselton benannt.
K. abgeflacht, sprossend, 1,5 — 2 cm h., 5 —6 cm 0,
grünlichpurpurn; Wz. rübenförmig; Ri. ca. 20,
von St. verdeckt, in warzige Höcker von 4 mm
Höhe und 5 — 6 mm 0 aufgelöst; Ar. 5 mm
entfernt, elliptisch, 4 mm lg., graufilzig; St. 10-12,
kammartig, angepreßt, 6 — 15 mm lg., verflochten,
hellgrau oder weißlich, nadelig, steif, Basis
verdickt; Bl. basal, trichterförmig, ca. 3 cm lg.,
2,5 cm 0, wenig gekrümmt; Ov. kugelig, 4 mm 0,
hellpurpurn mit Seh. und weißen Wollflocken;
R. kurz, innen purpurn mit gespitzten purpurnen
Seh.; Sep. lanzettlich, 15 mm lg., hellgelb, oben
purpurn; Pet. spatelig, 15 mm lg., hellgelb; Stbb.
3 mm lg., Filamente und Antheren gelb; Gr.
1 cm lg., dünn, hellgelb, mit 12 — 13 gelben N. —
Bolivien (Tarata, Cochabamba, Nähe vom Rio
Caine, in Spalten von rotem Sandstein in 2 800 m
Höhe).
S. glomerispina nahestehend.
Sulcorebutia 507
Sulcorebutia inflexiseta
siehe Rebutia inflexiseta Card. 1970
Sulcorebutia krahnii Rausch 1970
Benannt nach Wolfg. Krahn, der die ersten
Exemplare dieser Art nach Europa brachte.
K. einzeln, 30 mm h., bis 80 mm 0; Ri. bis 32,
spiralig, in 6 —8 mm lange Höcker verschränkt;
Ar. 4 mm lg. und 3 mm br., gelblich-bräunlich
oder weißfilzig; Rst. 24, 10 mm lg., um den K.
verflochten, borstigfein, weiß bis braun; Mst.
schwer zu unterscheiden, 3 — 7, bis 12 mm lg.,
borstig, etwas stechend, braun bis schwarz; Bl.
25-30 mm lg., 25 mm 0; Frkn. u. R.
grünlichgelb mit rötlich gespitzten Seh.; Blbl. gelb, innen
heller; Schlund weiß; Stbf. gelb; Gr. u. 5 N.
weißlich. — Bolivien (nördlich Comarapa, Cerro
Tukiphalla, in 1900-2300 m Höhe).
Die ersten Exemplare wurden im Handel unter
dem Namen Sulcorebutia weingartioides
verbreitet, sie soll synonym der S. weingartiana sein.
(Abb. 531.)
Sulcorebutia markusii Rausch 1970
Nach E. Markus, Wien, benannt.
K. einzeln, 30 mm h., bis 60 mm 0, dunkelgrün
bis braunviolett, Rübenwurzel; Ri. 10 — 17,
spiralig in 5 —8 mm gr. Höcker gedreht; Ar. 3 — 4 mm
lg., 1mm br., weißfilzig; Rst. 12, bis 3 mm lg.,
krallenartig um den K. gelegt, braun m. weißer
Spitze und schwarzem Fuß; Mst. selten, 1, bis
8 mm lg., etwas pfriemlich, schwarz; Bl. ca.
35 mm lg. und 0; Frkn. u. R. rosa mit bräunlich-
grünen Seh.; Blbl. lanzettlich bis spatelig, dunkel-
magenta oder purpurn; Schlund u. Stbf. weißlich;
Gr. u. 6N. grünlichgelb. — Bolivien (Mizque
bei Vila Vila in 3000 m Höhe. Von W. Rausch
entdeckt.)
Sulcorebutia mizquensis Rausch 1970
K. einzeln bis sprossend, ca. 25 mm h., 30 mm 0;
mit Rübenwurzel; Ri. bis 17, spiralig in 4 —5 mm
lg. Höcker verschränkt, die an der unteren Hälfte
rot-violett gefärbt sind; Ar. 4 mm ,1g., 1 mm br.,
weißfilzig; Rst. bis 20, bis 4 mm lg., eng an den
Körper gelegt, Spitze weiß, in der Mitte rosa, mit
schwarzem, verdicktem Fuß; Mst. 0; Bl. ca.
30 mm lg., 25 mm 0, hell- bis dunkelmagenta,
oft auch mit weißem Schlund. — Bolivien (bei
Mizque in 2600 m Höhe).
Die Bestachelung erinnert an S. kruegeri, doch
sind die Blüten violettrosa und recht ansehnlich.
Sulcorebutia muschii Vasquez 1974
Benannt nach dem Entdecker Sr. Gerardo Musch.
K. kugelig, 6 cm 0, grün; Ri. in Höcker
aufgelöst, 6 mm h., 8 mm br.; Ar. in 7 mm Abstand,
elliptisch, 5 mm lg., wollig; St. steif, gelb, wenig
33 Kakteenlexikon 3. A.
gebogen; Rst. 12 — 16, kürzeste 4 mm lg., längste
3 cm; Mst. meist 1; Bl. zahlreich vom Grunde der
Pflanze, 35 mm lg.; Ov. kugelig mit 5 mm 0,
hellrot mit 1 mm br., rotbraunen Seh.; R. kurz,
hellrot oder bräunlich; Sep. lanzettlich, 15 mm lg.,
4 mm br., gelb; Pet. 11 mm lg., 3 mm br.,
goldgelb; Gr. 14 mm lg., weiß, mit 7 weißen N. —
Bolivien (Dept. Cochabamba, Prov. Ayopaya
bei Chicote Grande, in 3400 m Höhe).
Sulcorebutia oenantha Rausch 1971
K. einzeln, flachrund, bis 6 cm h., 10 cm 0,
hellgraugrün, metallisch, oft auch violett getönt;
Ri. bis 20, spiralig, Höcker 15 mm lg. und bis
10 mm h.; Ar. bis 12 mm lg., keilförmig, oben bis
4 mm br., nach unten spitz zulaufend, mit weißem
Filz; Rst. anfangs bis 16 und 4Mst., später
zusammen bis 28, ca. 12 cm lg., gespreizt, etwas
gebogen, stechend, hellgelb mit verdickter,
bräunlicher Basis; Bl. 35 mm lg. und br., orangebraun
m. grünen Schuppen; Pet. dunkelweinrot, rosa
gekielt; Sep. weinrot m. bräunlich-grüner Spitze;
Stbf. dunkelrosa; Gr. gelb mit 6 gelben N. —
Bolivien (im Süden von Totore, Chijmore, in
2900 m Höhe).
In der Form stark an Weingartia erinnernd.
Erkennbar an relativ hohen Höckern.
Sulcorebutia pampagrandensls
Beschreibung fehlt.
Rebutia pulchera Card. 1970
syn. Sulcorebutia pulchera (Card.) Donald
Sulcorebutia pulchera (Card.) Donald 1971
K. kugelig, abgeflacht, Scheitel eingesenkt, 2 bis
3 cm h., 4 —4,5 cm 0, hellgrün; Ar. 5 mm
entfernt, strichförmig, 5 mm lg., mit wenig grauem
Filz; St. kammartig gestellt, seitlich angepreßt,
dünn borstenartig, 3 —5 mm lg., hellgrau, Basis
schwarz u. verdickt, im Scheitel kürzer und
abstehend; Bl. trichterförmig, basal, zahlreich,
5 cm lg., 2,5 cm br.; Ov. kugelig, 4 —6 mm 0,
hellgrün; Seh. 2 mm lg., fleischig; R. gebogen,
12 —14mm lg., rosa, mit 2 —3mm lg. Seh.; Sep.
lanzettlich, 25 x 5 mm, hellmagenta, Basis weiß;
Pet. lanzettlich, gespitzt, 23 x 5 mm, Farbe wie
Sep.; Blbl. alle stark gewellt; Stbf. vom Grunde
der R., 4 —5 mm lg., dunkelmagenta; Stbb. gelb;
Gr. 2,5 cm lg., weiß m. 4 hellgrünen N. —
Bolivien (Prov. Zudanez, Chuquisaca, zwischen Rio
Grande und Presto in 2400 m Höhe).
Sulcorebutia rauschii Frank 1969
Benannt nach dem Kakteensammler W. Rausch,
Wien.
K. einzeln bis sprossend, 15 mm h., 30 mm 0,
Scheitel eingesenkt, schwarzgrün bis violett, mit
Rübenwurzel; Ri. bis 16, in spiralig stehende, ca.
5 mm gr., flache Höcker aufgelöst; Ar. länglich,
bis 2 mm lg., mit wenig weißem Filz; Rst. bis
508 Sulcorebutia — Turbinicarpus
11, 1 —1,5 mm lg., pfriemlich, krallenartig nach
unten gebogen und anliegend, mit verdickter Basis,
schwarz; Mst. fehlend; Perikarpell kugelig, blaß-
grün, nackt, mit spitzen Schüppchen besetzt;
Perianth hell gelblich grün, nach oben in Rosa
übergehend; Sep.rosabraun, schmal; Pet. magenta-
rosa, breit spatelig; Schlund weiß; Stbf. rot; Stb.
blaßgelb; Gr. weißlich mit ebensolchen N.; Fr.
kugelig, ca. 4 mm 0; S. ca. 1,5 mm gr., Testa
feinwarzig, graubraun. — Bolivien (Chuquisaca,
bei Zudanez, 2700 m H.).
Ähnlich, jedoch nicht identisch mit S. zavaletae.
(Abb. 534.)
Sulcorebutia sucrensis (FR 775, 946)
Vielleicht identisch mit S. caracarensis oder tara-
tensis.
Sulcorebutia vasqueziana Rausch 1970
Benannt nach dem bolivianischen
Kakteensammler Roberto Vasquez.
K. einzeln, ca. 15 mm h., bis 20 mm 0; Epi-
dermis schwarzgrün bis violettschwarz, mit
Rübenwurzel; Ri. bis 13, spiralig in 4 mm lange
Höcker verschränkt; Ar. 3 mm lg., weiß- bis
gelbfilzig; Rst. 12 — 16, bis 15 mm lg., spreizend,
gebogen, wirr verflochten, weich, goldgelb mit
rötlichem, verdicktem Fuß; Mst. 0; Bl. ca. 25 mm
gr., magenta oder rot und innen gelb. —
Bolivien (Sucre, an der Straße nach Los Alamos in
2950 m Höhe).
Der S. verticillacantha nahestehend, aber durch
geringere Größe und Bestachelung unterschieden.
Tephrocactus Lem. emend. Backbg.
Tephrocactus malyanus Rausch 1971
Nach dem erfolgreichen österreichischen
Kakteenzüchter Dipl.-Ing. G. L. Maly benannt.
K. große Polster bildend, mit Pfahlwurzel, Glieder
bis 15 cm lg., 2,5 cm 0, junge Ar. mit Blatt;
St. 0 — 3, bis 2 cm lg., gelb; ganze Pfl. in dichten,
weißen oder gelben Wollfilz eingehüllt, darin die
gelben, wenig öffnenden Bl., bis 3 cm lg., 2,5 cm 0;
R. grün, schuppig, dicht mit weißem Haarfilz
umsponnen; Gr. weißlich mit 3 gelben N.; Fr.
violettrosa, bis 4 cm lg.; S. rund, ca. 5 mm 0. —
Peru (um Macusani in 4000 bis 4600 m Höhe von
W. Rausch gefunden.)
Tephrocactus orutus (FR 1098)
Beschreibung fehlt.
Tephrocactus paediophilus (FR 1099)
Beschreibung fehlt.
Thelocephala Y. Ito
Thelocephala fulvilana
Bl. zahlreich, groß, rosa.
Trichocereus (Berg.) Rice.
Trichocereus cajasensis (FR 869)
Beschreibung fehlt.
Trichocereus chuquisacanus (FR 863 a)
Beschreibung fehlt.
Trichocereus nigripilis (Phil.) Backbg.
Eine sehr ungewisse Art, die Ritter z. T. in
T. serenanus Ritt, umbenennt, z. T. in T. spini-
barbis (SD.) Ritt., während die Eulychnia spini-
barbis Br. & R. in Eulychnia longispina (SD.)
Ritt, abändert.
Trichocereus riomizquensis (FR 856)
Beschreibung fehlt.
Trichocereus scopulicolus (FR 991)
Beschreibung fehlt.
Trichocereus spachianoides (FR 980)
Beschreibung fehlt.
Trichocereus tenuispinus (FR 616, 867)
v. pajanalensis (FR 866, 871)
Beschreibung fehlt.
Trichocereus terscheckioides (FR 993)
Beschreibung fehlt.
Trichocereus totorensis (FR 990)
Beschreibung fehlt.
Trichocereus totorillanus (FR 851)
Beschreibung fehlt. — Bolivien.
Turbinicarpus (Backbg.) Buxb. & Backbg.
Turbinicarpus gracilis Glass & Foster 1976
K. einfach, nur 10 — 15 mm im 0, mit den Warzen
gemessen 30 mm; W. ca. 7 mm lang, im Scheitel
1,8 mm im 0, an der Basis 3 — 5 mm breit,
zierlich, fast stielrund, etwas gebogen, leuchtend
graugrün; St. schmal und papierartig, mittlere
ca. 18 — 23 mm lang, 1 mm breit, aufgerichtet,
gebogen und grau, 1—3 nur 2 mm lang; Bl. schmal,
trichterförmig, 2 cm lang, 1,5 cm 0, weiß mit
rosa Mittelstreifen. Früchte klein, rund,
bräunlich mit kleinen schwarzen Samen. — Mexiko
(Nuevo Leon, Aramberri, östlich von La Escon-
dida.)
Uebelmannia—Weingartia 509
Uebelmannia Buin.
Uebelmannia ammotropha
Uebelmannia buiningii Donald 1968
Nach A. F. H. Buining benannt.
K. einfach, kurz zylindrisch, bis 8 cm 0, grünlich-
oder rötlichbraun, rauh durch winzige wachsige
Schuppen; Ri. 18, gerade, ca. 15 mm im Abstand,
in 5 mm entfernte Warzen aufgelöst, die abwärts
gerichtet sind; Ar. kaum bewollt; St. rotbraun,
später weiß, 4 längere über Kreuz, 2—4 kürzere,
gerade, bis 5 mm lg.; Bl. bis 27 mm lg. und
20 mm br.; Ov. weißwollig; R. 9 mm lg., mit
braunen Borsten in den Achseln der Seh.; Blbl.
gelb und lanzettförmig; Gr. mit 6 —7 N.; Fr. oval,
gelb, 4 mm 0; S. schwarz mit warziger Testa. —
Brasilien (Minas Gerais, Serra Negra auf Quarz,
von A. Buining und L. Horst entdeckt.) (1. 12.
1966)
Sie ähnelt U. gummifera, ist aber durch
Körperfarbe deutlich unterschieden. (Abb. 524.)
Uebelmannia flavispina Buin. & Bred. 1973
K. kugelig, später kurzzylindrisch, bis 35 cm h.,
11 cm 0, hellgrün oder grün, bis weißlich
punktiert, besonders um die Ar.; Ri. bis 29, ziemlich
scharf, senkrecht, in 1 bis 1,4 cm Abstand; Ar.
rund, 1 —1,5 mm 0, grauweiß filzig, jung 2 mm
entfernt, bei erwachsenen Pfl. ein
zusammenhängendes, weißes Band bildend; St. bis 1 cm
Ig., je Ar. 2 — 5, etwas seitwärts spreizend,
gelblich, dunkelgelb bis gelbbraun, später grau
bis dunkelgrau, bis 3,5 cm lg., kammförmig,
1—2 senkrecht, gerade und dünn; Bl. trichterig,
18mm lg., 7 mm br., hellgelb; außen beborstet
und gelb behaart; Sep. spitz spateiförmig; Pet.
ebenso; Gr. hellcreme mit 6 gleichfarbigen N.;
Fr. 14 mm lg. mit dünner roter Haut und weißem
Fleisch; S. mützenförmig mit glänzend schwarzer
Testa. — Brasilien (Minas Gerais, westlich
Diamantina an flachen Felsen und in Spalten
zwischen Bromelien, Gras und Flechten in ca.
1280 m Höhe).
Unterscheidet sich von Uebelmannia pectinifera
durch Stachelfarbe, Anzahl der Rippen und den
Aufbau von Blüten und Samen.
Uebelmannia gummifera (Backbg. u. Voll)
Buin.
1938 gefunden, damals Parodia benannt.
K. einzeln, erhöht-kugelig, bis 10 cm h., 6 cm 0,
graugrün, Ri. ca. 32, anfangs warzig unterteilt,
später schmal herablaufend, oben mit warziger
Höckerung; Ar. kl., nur anfangs dick gelbgrau
bewollt; Rst. 2 seitl. kürzer, 1 längerer abwärts,
bis 5 mm lg., zuweilen oben noch 2 winzige; Mst.
1? i pfrieml., gerade, erst hell- dann dunkler-grau,
bräunl. Spitze; Bl. 2 cm lg., 1,5 cm 0, schwefelgelb;
N. leuchtend cremeweiß; S. kl., mattschwarz. —
Brasilien (Minas Gerais, Serra de Ambrosia).
Alte Pflanzen ähneln der U. buiningii, die aber
an ihrer Körperfarbe gut zu unterscheiden ist.
Uebelmannia meninensis Buin. 1968
K. bis 50 cm lg., 10 cm br., grün; Ri. bis 40, in
einzelne Höcker aufgelöst, bis 8 mm h." und bis
10 mm im Abstand; St. 2, selten mehr, einer nach
oben und einer nach unten, bis 2 cm lg., schwarz-
braun, später dunkelgrau; Bl. gelb; S. doppelt so
groß wie die Samen der Ueb. gummifera. —
Brasilien (Minas Gerais, bei Pedra Menina auf einem
isolierten Berghang im reinen, weißen Quarzit
zwischen dornigen Sträuchern von A. F. Buining
gesammelt). (Abb. 526.)
Uebelmannia pectinifera Buin. 1967
K. kugelig bis zylindrisch, bis 15 cm 0, bis 50 cm
h.; Epidermis dunkel-rotbraun mit grauem,
wachsartigem Überzug; mit dünner Pfahlwurzel; Ri.
15 — 18, 12 mm h., bis 2 cm Abstand, im Scheitel
wollig befilzt; St. dunkelbraun bis schwarz, später
mit schwarzer Spitze, 12 —15 mm lg., helmbusch-
artig aufrechtstehend; Bl. grünlichgelb, spitz,
16 mm lg.; R. mit rötlichen Schuppen und weißen,
wolligen Haaren; Gr. ca. 8 mm lg., mit 4N.;
Fr. hell violettrot, weichfleischig mit nur 9 — 10 S.,
deren Hilum abgeflacht und Testa rötlichbraun
mit kleinen gewölbten Zellen ist. — Brasilien
(Minas Gerais, in 1000 m Höhe auf weißem Quarz-
sand von L. Horst und Dr. G. Baumhardt 1966
entdeckt). (Abb. 527.)
Uebelmannia pectinifera v. pseudopectinifera 1974
K. kleiner als beim Typus der Art, Epidermis
grün erscheinend, da schwächer weiß beflockt;
St. nicht senkrecht nach oben oder kammförmig,
sondern seitwärts strahlend, verschieden lang;
Blüte, Frucht und Samen wie beim Typus der
Art. — Brasilien (Minas Gerais, bei
Diamantina in 1200 m Höhe z. T. in Sandresten zwischen
Bromelien. Vom Typus 40 km Luftlinie
entfernt.)
Weingartia Werd.
Weingartia chuquichiquensis
Von W. neocummingii durch hellgelbe, rund-
petalige Blüten unterschieden.
Weingartia cintiensis n. subnudum
Ist eine basal verzweigende, gruppenbildende
Pflanze mit längl. Trieben u. dunkelfarbigen
Stacheln, eine der interessantesten Arten, auch
von Rausch gesammelt, aber bisher noch
unbeschrieben. — Bolivien (Cinti).
Weingartia gracilispina (FR 954)
Beschreibung fehlt.
33*
510 Weingartia — Zehntnerella
Weingartia riograndensis Ritt. 1961 (FR 813)
K. halbkugelig, grün, ohne dicke Rübenwurzel,
später etwas längl., im Alter zuweilen etwas
sprossend; Ri. in Höcker aufgelöst; Höcker bis 2 cm
lg., 1,5 cm br., 1 cm h., ohne Kinn-Höcker; Ar.
8 mm lg., 4 mm br., der Oberteil reichl.
weißwollig; Rst. ca. 5-10, bis 2 cm lg.; Mst. 3-6,
steifer, bis 1,5 cm lg.; St. alle spreizend, anfangs
gelbgrau bis graubraun, unterste am kürzesten;
Bl. bis 3 cm lg., 2,75 cm 0, breit öffnend,
goldgelb; obere Seh. hellrandig-braunrot; Pet.
gerundet bis zugespitzt; Stbf. weiß; Gr. blaßgrün;
N. blaßgelb; Ov. blaßgrün; Fr. bis 1 cm lg.,
0,75 cm 0, gelb- bis rötl.-grün; S. 1mm gr.,
grau-schwarz. — Bolivien (Rio Grande, bei
Puerte Arce).
Weingartia torotorensis Card. 1971
Nach dem Fundgebiet benannt.
K. kugelig, Scheitel eingesenkt, 4 cm h., 7 cm 0,
frischgrün; Ri. ca. 20, unregelmäßig, geteilt in
kurze, beilförmige, gepunktete Höcker, die 10 mm
h. und am'Grunde 8 mm br. sind; Ar. 12 mm
entfernt, elliptisch, 6 —8 mm lg., graufilzig; St. sehr
ungleich, 3 —20 mm lg., kammartig, stechend,
grau bis weißlich, einige an der Spitze gebogen;
Bl. zahlreich im Kranz, trichterförmig, 3,5 cm lg.,
3 cm 0, hellpurpurn; Frkn. hellgrün mit 3 mm lg.,
dicken Seh. mit weißen H. in den Achseln; R. sehr
kurz mit hellgrünen Seh.; Sep. hell-purpurn;
Pet. purpurn, am Grunde weißlich; Stbf. unten
purpurn, oben weißlich; Gr. weiß mit 7 hellgelben
N. — Bolivien (Bilbao, Dept. Potosi bei Toro-
Toro, in 2000 m Höhe).
Weingartia westii Hutch. (Neowerdermannia
Fric) (FR 818)
Nach James West benannt.
K. später zylindr. gestreckt, bis 20 cm lg., 8 cm 0,
dunkelgrün oder rötlich; Halsrüben-Wurzeln;
Ri. 14, in 6eckige Höcker zerteilt, 1,5 cm br.,
1 cm lg.; Ar. bis 7 mm lg., weiß- oder gelbbraun-
filzig; Rst. 9 — 11, bis 3 cm lg., ± aufrecht oder
schwach gebogen; Mst. 1—4, undeutl. getrennt,
bis 3,5 cm lg.; St. alle weiß mit bräunl. Spitze,
zieml. gerade, aufwärts weisend; Bl. 4 cm lg.,
3,5 cm 0; Pet. gelb; Seh. grünl.; Fr. kugelig, bis
9 mm 0. — Bolivien, (Potosi, Cuchu Ingenio).
Scheint eine Form der Weingartia fidaiana
Backbg.) Werd. zu sein. Berücksichtigt man die
Abweichungen von Weingartia neocumingii und
die Angaben Ritters über die Blütenlänge; so
sind die Unterschiede für eine eigene Art nicht
ausreichend (nach Backbg.).
Wigginsia D. M. Porter
Wigginsia comantii (FR 1427)
Beschreibung fehlt.
Wigginsia horstii
v. juvenaliformis (FR 1402)
Beschreibung fehlt.
Wigginsia leprosorum (FR 1272)
Beschreibung fehlt.
Wigginsia prolifera (FR 1403)
v. longispina (FR 1403 a)
Beschreibung fehlt.
Wilcoxia Br. & R.
Wilcoxia zapilotensis Matuda
Nach Herkunft benannt.
K. bis 4 m lang, dünn; Ri. 16 — 20, kaum
bemerkbar; St. 6 — 9, winzig, angepreßt, weißlich,
bis 3 mm lg.; Mst. 1—2, 2-3 mm lg., rötlich-
braun m. dkl. Spitze; Bl. 5 cm lg., rötlich
purpurn. — Mexiko (Zapilote Canyon, vom Rio
Balsas ca. 40 km südlich).
Zehntnerella Br. & R.
Zehntnerella chaetacantha (FR 1229)
Beschreibung fehlt.
Zehntnerella polygona (FR 1228)
Beschreibung fehlt.
Ergänzende Angaben
zur 2. durchgesehenen Auflage:
1 zu S. 41: Ovarium (und wohl auch Frucht)
nackt bzw. nur Bekleidungsspuren
an der Fr.-Basis ...
2 zu S. 65: Brasilien (Minas Geraes, bei Ouro
Preto). C. damazioi K. Sch. ist damit
identisch.
3 zu S. 114: (Von Buxbaum als Subg. zu Seleni-
cereus, Die Kakt., 1. VI. 1965.)
4 zu S. 186: Bildet am Standort halbkugelige
Polster.
5 zu S. 199: Jungtriebe sind mitunter auch weiß
beborstet.
6 zu S. 355: Peireskia sacharosa Griseb.: Rhodo-
cactus sacharosa (Griseb.) Backbg.
7 zu S. 386: Argentinien?
8 zu S. 386: (Fechser: Argentinien, La Rioja.)
9 zu S. 402: (s. Notiz bei Deamia unter 3 dieser
Ergänzungen.)
Ergänzende Angaben
zur 3. durchgesehenen Auflage:
Seite 70: Aylostera fiebrigii wächst in Bolivien
bei Iscayachi.
Seite 121: Echinocereus bristolii (Sonora,
westlich von Moctezuma).
Seite 129: Echinocereus websterianus: — Mexiko
(Sonora, S. Pedro Nolasco).
Seite 140: Encephalocarpus strobiliformis: —
Mexiko (Nuevo, Leon, Doctor Arroyo).
Seite 145: Epithelantha polycephala: — Mexiko
(Coahuila, Ramos Arispe)
Seite 159: Frailea chiquitana: Wohl identisch mit
F. pullispina. (Lau).
Seite 160: Frailea pullispina: Nach Lau identisch
mit Frailea chiquitana.
Seite 162: Gymnocactus subterraneus: — Mexiko
(Nuevo Leon, Tamaulipas).
Seite 166: Gymnocalycium chiquitanum: Nach
Lau identisch mit G. hammerschmidtii.
Seite 168: G. hammerschmidtii: Nach Lau
identisch mit G. chiquitanum.
Ergänzungen 511
Seite 172: G. pseudo-malacocarpus: — Bolivien
(südöstlich von Taperas bei Lourdes
von Pater Klingler entdeckt).
Seite 197: Krainzia longiflora: — Mexiko (Du-
rango, Santiago Papasquiaro).
Seite 200: Leptocereus arboreus: St. ca. 12 —20,
1—3 cm lg. Kuba (südliche
Küstengegenden der Prov. Las Villas, auch
in der Nähe von Yaguanabo und
östlich an trockenen Böschungen in
Richtung Trinidad).
Seite 200: vor Leptocereus arboreus zum
vorhergehenden Abschnitt gehörend: Zwei
neue, interessante Leptocereen wurden
von Dr. A. Areces Mallea in der
Provinz Camagüey, Sierra de Najana und
in den nördlichen Küstenebenen der
Provinz Oriente gesammelt.
Seite 201: Leptocereus assurgens: K. strauchig,
ca. 1 m h. Kuba (Pinar del Rio, auf
Kalkstein-Felsen in Ensenada de Valle,
2 km von Vinales).
Seite 201: Leptocereus ekmannii: — Kuba (in So -
morrostro und den Anafe-Bergen von
Dr. A. Areces Mallea, Jardin Botanico
Nacional, Habana, vergeblich 1974
wieder gesucht).
Seite 201: Leptocereus leonii: 1974 von Dr. A.
Areces Mallea nicht wieder aufgefunden.
Seite 201: Leptocereus maxonii bis Im h. R.
6 — 7, seltener 5, Ar. in 1—2 cm
Abstand. Kuba (Oriente, östlich von Dai-
quiri und in Maisi).
Seite 201: Leptocereus sylvestris: — Kuba
(neuerdings häufig in Prov. Oriente westlich
von Pilön, auf trockenen Küstenebenen
am Las Puercas-Fluß). A. Mallea.
Seite 201: L. wrightii: — Kuba (zwischen Habana
del Este und Cojimar, in Kalkfelsen).
Seite 227: Mamillaria albicans: Inseln Sta. Cruz
und S. Dieguito)
Seite 231: Mam. buchenauii (Abb. 211). Dr. Lau
hält diesen Namen nicht für berechtigt,
da kein Unterschied mit Mamillaria
crucigera besteht.
Seite 232: M. cerralboa — Mexiko (Insel Cerralbo,
Golf von Kalifornien).
Seite 237: M. evermanniana: — Mexiko,
Niederkalifornien und Inseln, I. Cerralbo.
Seite 255: Mamillaria radiaissima: — Mexiko
(Niederkalifornien, am angegebenen
512 Ergänzungen
Fundort Puerto Escondido nicht mehr
auffindbar. Lau.)
Seite 299: Neoporteria planiceps: 1963. Laut
Nachricht von Ritter ein Druckfehler,
der Name muß „laniceps" lauten.
Seite 342: Parodia echinus: Den Schlußsatz
„Gehört zum Formenkreis der P. maassii."
streichen.
Seite 342/3: Par. escayachensis: Südbolivien (Ta-
rija, Iscayachi). Dem Fandort
entsprechend müßte die Art iscayachen-
sis heißen.
Seite 347: P. rigida: Nordargentinien (Tolombon).
Seite 443: Turbinicarpus klinkerianus: — Mexiko
(San Luis Potosi).
Seite 443/4: Turb. pseudomacrochele :
(Queretaro).
Mexiko
Seite 452: Weingartia vilcayensis: (richtig: vila-
cayensis).
Seite 454: Wilcoxia albiflora: Fr.? — Mexiko
(Sonora) Abb. 454.
Auf Grund neuer Untersuchungen von Buxbaum sind die bisher zu Lepismium gerechneten Arten außer
L. cruciforme, das eine anders gebaute Blüte zeigt, zur Gattung Rhipsalis zurückzukombinieren.
Bei den zur Zeit noch laufenden Untersuchungen der Gattungen Echinopsis, Lobivia und Pseudolobivia
durch H. Frie^ich in Natters, Österreich, sind vorläufig folgende Umkombinationen vorzunehmen:
alt:
Lobivia amblayensis Rausch
— — v. albispina Rausch
— arachnacantha Buin. & Ritt.
— — v. ‚torrecillasensis (Card.) Backbg.
— — v. densiseta Rausch
— cardenasiana Rausch
— cylindracea Backbg.
— elongata Backbg.
— fallax Oehme
— nigra Backbg.
— friöii Rausch
— leucomalla Wessner
— nealeana Backbg.
— pseudocachensis Backbg.
— rebutiodes Backbg.
Echinopsis fiebrigii Gurke
Pseudolobivia lobivioides (Backbg.) Backbg.
— potosina (Werderm.) Backbg.
O- wilkeae Backbg.
Echinopsis amblayensis (Rausch) H. Friedr.
— — v. albispina Rausch
— arachnacantha (Buin. & Ritt.) H. Friedr.
— — v. torrecillasensis Cardenas
— — v. densiseta (Rausch) H. Friedr.
— cardenasiana (Rausch) H. Friedr.
— cylindracea (Backbg.) H. Friedr.
— elongata (Backbg.) H. Friedr.
— fallax (Oehme) H. Friedr.
Lobivia ferox Br. & R. v. nigra Backbg.
Echinopsis fricii (Rausch) H. Friedr.
— leucomalla (Wessner) H. Friedr.
— nealeana (Backbg.) H. Friedr.
— pseudocachensis (Backbg.) H. Friedr.
— rebutioides (Backbg.) H. Friedr.
— obrepanda (K. Sch.) v. fiebrigii
(Gurke) H. Friedr.
— pelecyrhachis Backbg. v. lobivioides
(Backbg.) H. Friedr.
Lobivia potosina (Werderm.) H. Friedr.
— wilkeae (Backbg.) H. Friedr.
Die Verbreitung der Cactaceae
Die Areallagen in kartographischer Darstellung
(Die eingeklammerten Zahlen weisen auf die Nummern der Karten hin)
Die nachfolgenden Karten geben die Verbreitung der höheren Kategorien wieder, das heißt, ohne die der
Gattungen, da unter Zuhilfenahme der Klassifikation leicht festzustellen ist, welche Genera zu jeder
Darstellung gehören und wo die Areale der jeweiligen Gattungen liegen, da dies am Ende von deren Einleitungen
angegeben ist.
Der Arealatlas soll ferner das geographische Bild meiner Systematischen Übersicht zeigen, welche
Begründung sich für sie aus den Verbreitungslagen ergibt und welche Rückschlüsse daraus herzuleiten sind.
Vor allem erweist sich bei der Betrachtung der Arealbilder, daß in allen Unterfamilien eine bizentrische
Verbreitung zu erkennen ist, selbst bei den Peireskioideae (2). Hier ist der -Amazonasraum der trennende
Faktor und zugleich jenes Gebiet, das nach seiner Frühgeschichte die teilweise Überlagerung des südlichen
Großgebietes der Cereoideae durch das nördliche, wie auch die westlichen Splitterareale verständlich
macht (15). Die Kategorien Austrocereeae und Boreocereeae (11 und 14) mußten aufgestellt werden, um die
Zweiteilung der Verbreitung wiederzugeben, und nur durch die beiden übergeordneten Kategorien der Semi-
tribus 1 und 2 ist es möglich, das Phänomen dieser Großareal-Trennung darzustellen und andererseits die
völlig voneinander getrennten Kugelkakteen-Großareale im Süden und Norden (13 und 18) den
geographischen Tatsachen gemäß einzugliedern. Geht man von der Geschichte des Amazonasgebietes aus, bleibt kaum
ein anderer Rückschluß übrig als der, daß der Tropengürtel einst weiter südlich lag und im jetzigen
Amazonasraum ein zur Nordgruppe gehörendes, heute größtenteils verschwundenes Kakteen-Großgebiet bestand.
Dessen früheren Zusammenhang belegen die Splitterareale (15). Das Südgebiet muß demgemäß einst eine
Art Rückzugsareal gewesen sein, das seinen Schwerpunkt im Südwesten hatte und im Raum der frühen
Andenhebung, bzw. damals dort nordwärts vermutlich der Verbreitung günstigere Verhältnisse aufwies.
Damit wird es verständlich, daß Gattungen wie Cleistocactus, Frailea und Wigginsia westlich weit hinauf
nach Norden gelangten, auf einer solchen auch von anderen Autoren vermuteten Vegetationsbrücke.
Früher muß also das Nordgebiet geschlossener weit nach Süden gereicht haben, als es heute auf den ersten
Blick erkennbar ist. Wichtigstes Zeugnis hierfür sind, außer der Verbreitung der Peireskieae (2), besonders
die Areale von Pilosocereus (Sippe Cephalocerei: 15) und Melocactus (Sippe Cephalocacti: 17).*)
Nur durch ein Bestehen früherer Zusammenhänge, die dann verlorengingen, ist auch die starke
Gattungsähnlichkeit der beträchtlich voneinander entfernten Nyctocerei-Gattungen (15) Eriocereus (in Südamerika)
und Harrisia (vorwiegend auf den Großen Antillen und in Florida) zu erklären, sowie das Zustandekommen
anderer ähnlich entlegener Teilareale, wie z. B. die von Monvillea und Cereus (Sippe Gymnocerei: 15). Die
letztere Gattung muß längst vor Beginn der Trennung durch das Amazonasgebiet mehr im Nordosten
Südamerikas beheimatet gewesen sein — was auch ihr Auftreten auf Fernando Noronha verständlich
macht —‚ von wo aus sie nur auf die südlichen Antillen übertrat. Wie über die einstige westindische
Inselbrücke die Südverbreitung der Mamillarien (bis Kolumbien) verlief, zeigt dagegen die Karte 18.
Die im Westen Südamerikas weit nach Norden hinaufreichenden Areale der Austrocereinae und Austro-
cactinae, das heißt im Zuge der obenerwähnten Vegetationsbrücke, finden so ebenfalls ihre Erklärung, wie
das Übergreifen der ersteren auf die Galapagos- Inseln.
Die Rekonstruktion des Bildes der Vergangenheit nach den Restarealen der Gegenwart läßt auch erkennen,
daß im Nordwesten des südamerikanischen Kontinentes eine besonders bemerkenswerte Überschneidung
des Nord- und Südgebietes der Cactaceae stattgefunden hat, unabhängig von der Deutung, wie die
endemischen Areale auf den Galapagos-Inseln zustande kamen (ein Gegenstück ist das Problem, wie das Übertreten
von Cereus nach Fernando Noronha vor sich ging oder die Ostverbreitung der Sippe Rhipsalides (9) in die
Alte Welt). Gerade in dem südamerikanischen Nordwestgebiet ergeben sich interessante Fragen, z. B. wie
die „östlichen" Monvillea-Arten in Ekuador und Nordperu bis fast an das Ufer des Pazifik gelangten, und
dies vor einer der tiefsten Stellen im Andenzug. Während die südlichen Opuntioideae durch eine Lücke von
den nördlichen getrennt sind (siehe Platyopuntiae: 7) und in ihren Merkmalen eine abweichende Gruppe
*) Mit der Bezeichnung „Sippe" wird hier der Übereinstimmung halber der von Alwin Berger in „Die
Entwicklungslinien der Kakteen" für die entsprechende Kategorie geprägte und bei den Cactaceae bisher
allgemein gebräuchliche Name angewandt. Heute ist dafür „Natio" (bzw. „Subnatio") vorzuziehen.
514 Die Verbreitung der Cactaceae
bilden, müssen die Opuntien der Galapagos-Inseln auf Grund vieler ähnlicher Merkmale mit denen des
gegenüberliegenden Festlandes zur Nordgruppe gerechnet werden. Dem entspricht auch, daß Dawson
kürzlich angab, ihm sei von diesem Archipel eine Pflanze berichtet worden, bei der es sich offenbar um
einen Melocactus handelt. Die im südamerikanischen Nordwesten stattgefundene Überschneidung zeigt
sich auch in dem Aufeinandertreffen (in Kolumbien) von Mamillaria (18) mit Frailea und Wigginsia, deren
heutiger Gattungsschwerpunkt jeweils extrem weit im Norden und Süden liegt. Das neuweltliche
Gesamtgebiet der Hylocereeae (9), das mehr tropische Verhältnisse voraussetzt, nimmt demgemäß eine zentrale
Lage ein. Der Leerraum im dichten Amazonas-Urwaldgebiet läßt sich auch nur durch dessen späteres
Zustandekommen erklären. Bei den Cephalocacti, bzw. bei Melocactus, sind in dem erst wenig erforschten
Innern des nordwestlichen südamerikanischen Kontinentes noch Teilareale zu vermuten, wie aus den
schon früher bekannten (17) und den neueren Funden von Rauh im nordwestlichen Innern Nordperus
hervorgeht, wo die Gattung noch am rechten Maranonufer angetroffen wurde.
Die Arealkarten zeigen im übrigen — unabhängig von den Rekonstruktionsversuchen —‚ daß phylogeneti-
sche Konzeptionen allein nicht für eine überzeugende systematische Gliederung ausreichen, sondern daß
auch die arealgeographischen Beweismittel für die Gedankengänge hinzugezogen werden müssen, wie die
Familie zu ordnen ist, um den aus den Verbreitungsverhältnissen abgeleiteten Argumenten in der Form der
Gliederung zu entsprechen. Bislang hat man sich so gut wie gar nicht mit der geobotanischen Seite der
Kakteenkunde befaßt. Der Arealatlas beweist, daß es sich hier um ein besonders interessantes Gebiet der
Geschichte dieser Pflanzen handelt, das weit mehr Beachtung als bisher verdient.
Verbreitungskarten
516 Verbreitungskarten
Karte 1: Familie: Cactaceae
Die Areale der Unterfamilien:
Unterfamilie I: Peireskioideae
Unterfamilie II: Opuntioideae
— • — Unterfamilie III: Cereoideae
Verbreitungskarten 517
Karte 2: Unterfamilie 1: Peireskioideae
Die Areale der Tribus:
Tribus 1: Peireskieae*)
— • — Tribus 2: Maihuenieae
*) In Florida wohl nur verwildert
518 Verbreitungskarten
Karte 3: Unterfamilie II: Opuntioideae
Die Areale der Tribus:
— • — Tribus 1: Phyllopuntieae
Tribus 2: Euopuntieae
Tribus 3: Pseudopuntieae
Verbreitungskarten 519
Karte 4: Unterfamilie II: Opuntioideae
Tribus 2: Euopuntieae
Die Areale des Subtribus:
Subtribus 1: Cylindropuntiinae
Subtribus 2: Sphaeropuntiinae
Subtribus 3: Platyopuntiinae
520 Verbreitungskarten
Karte 5: Unterfamilie II: Opuntioideae
Tribus 2: Euopuntieae
Subtribus 1: Cylindropuntiinae
Die Areale der Sippen:
Sippe 1: Austrocylindropuntiae
Sippe 2: Boreocylindropuntiae (in West-Südamerika: Verschleppungsvorkommen)
Verbreitungskarten 521
Karte 6: Unterfamilie II: Opuntioideae Die Areale der Sippen:
Tribus 2: Euopuntieae — • — Sippe 1: Austrosphaeropuntiae
Subtribus 2: Sphaeropuntiinae Sippe 2: Boreosphaeropuntiae
522 Verbreitungskarten
Karte 7: Unterfamilie II: Opuntioideae
Tribus 2: Euopuntieae Südliche Gruppe: Untersippe 1: Brasiliopuntiac
Subtribus 3: Platyopuntiinae Nördliche Gruppe: Untersippe 2: Consoleae
Die Areale der Sippen: Sippe 2: Platyopuntiae
— • — Sippe 1: Cauliopuntiae Sippe 3: Nopaleae
Verbreitungskarten 523
Karte 8: Unterfamilie III: Cereoideae
Die Areale der Tribus:
— • — Tribus 1: Hylocereeae
Tribus 2: Cereeae
524 Verbreitungskarten
Karte 9: Unterfamilie III: Cereoideae
Tribus 1: Hylocereeae
Die Areale der Subtribus mit den Sippen und Untersippen:
:— Subtribus 1: Rhipsalidinae
Sippe 1: Rhipsalides:
Untersippe 1: Eurhipsalides (Alte und Neue Welt)
Untersippe 2: Pseudorhipsalides (Mittelamerika und Jamaika, westliches
Südamerika)
Sippe 2: Epiphylloides (nur in Ostbrasilien)
Untersippe 1: Mediorhipsalides
Untersippe 2: Epiphyllanthi
Untersippe 3: Epiphylli
— • — Subtribus 2: Phyllocactinae
Sippe 1: Phyllocacti
Untersippe 1: Euphyllocacti (Mittelmexiko bis Südamerika, südlichste Antillen)
Untersippe 2: Wittiae (Nordwest-Südamerika)
Subtribus 3: Hylocereinae (Südost-Areal in Uruguay zweifelhaft)
Sippe 1: Strophocerei
Untersippe 1: Nyctostrophocerei (Innerbrasllien)
Untersippe 2: Heliostrophocerei (Mittelamerika bis Kolumbien)
Sippe 2: Nyctohylocerei
Untersippe 1: Selenicerei (Süd-USA, Mittelamerika, Westindien bis Südamerika)
Untersippe 2: Hylocerei (von Mexiko über Mittelamerika, Nord-Südamerika, um
den westlichen Amazonasraum bis fast zum La Plata-Gebiet)
Sippe 3: Heliohylocerei (nur in Mexiko)
Verbreitungskarten 525
526 Verbreitungskarten
Karte 10: Unterfamilie III: Cereoideae
Tribus 2: Cereeae
Die Areale der Semitribus:
— • — Semitribus 1: Austrocereeae
Semitribus 2: Boreocereeae
Verbreitungskarten 527
Karte 11: Unterfamilie III: Cereoideae
Tribus 2: Cereeae
Semitribus 1: Austrocereeae
Die Areale der Subtribus:
— • — Subtribus 1: Austrocereinae
Subtribus 2: Austrocactinae
528 Verbreitungskarten
Karte 12: Unterfamilie TU: Cereoideae
Tribus 2: Cereeae
Semitribus 1: Austrocereeae
Subtribus 1: Austrocereinae
Die Areale der Sippen:
oooooooo Sippe 1: Pfeifferae
— x— Sippe 2: Milae
Sippe 3: Corryocerei
Untersippe 1: Heliocorryocerci
Untersippe 2: Nyctocorryocerei
Sippe 4: Gymnanthocerei
Sippe 5: Loxanthocerei
Untersippe 1: Euloxanthocerei
Untersippe 2: Brachyloxanthocerei
Sippe 6: Trichocerei
Untersippe 1: Nyctotrichocerei
Untersippe 2: Heliotrichocerei
Verbreitungskarten 529
Karte 13: Unterfamilie III: Cereoideae
Tribus 2: Cereeae
Semitribus 1: Austrocereeae
Subtribus 2: Austrocactinae
Die Areale der Sippen:
Sippe 7: Lobiviae
Untersippe 1: Eriolobiviae (nur diese bis Peru)
Untersippe 2: Chaetolobiviae
Untersippe 3: Gymnolobiviae
Sippe 8: Austroechinocacti
530 Verbreitungskarten
Karte 14: Unterfamilie III: Cereoideae
Tribus 2: Cereeae
Semitribus 2: Boreocereeae
Die Areale der Subtribus:
— • — Subtribus 1: Boreor‚ereinae
Subtribus 2: Boreocactinae
(In Mexiko fehlen die Cereoideae in den Staaten Tabasco,
Campeche und Quintana-Roo, soweit bisher bekannt.)
Verbreitungskarten 531
532 Verbreitungskarten
Karte 15: Unterfamilie III: Cereoideae
Tribus 2: Cereeae
Semitribus 2: Boreocereeae
Subtribus 1: Boreocereinae
Die Areale der Sippen (1);
- • — Sippe 1: Leptocerei
Untersippe 1: Nyctoleptocerei (Mexiko bis Westindien)
Untersippe 2: Helioleptocerei (Westindieri)
oooooooo Sippe 2: Leocerei (Brasilien)
Sippe 4: Nyctocerei
Sippe 8: Gymnocerei
Sippe 9: Cephalocerei
Untersippe 1: Acephalocerei
Untersippe 2: Hemicephalocerei
Untersippe 3: Eucephalocerei
Sippe 10: Cephalocacti (Sonderkarte 17)
(Die hier fehlenden Sippen 3 und 5—7 siehe auf Karte 16.)
Verbreitungskarten 533
534 Verbreitungskarten
Karte 16: Unterfamilie III: Cereoideae
Tribus 2: Cereeae
Semitribus: Boreocereeae
Subtribus 1: Boreocereinae
Die Areale der Sippen (2):
Sippe 3: Echinocerei
Sippe 5: Heliocerei
Sippe 6: Pachycerei
— • — Sippe 7: Polyanthocerei
Untersippe 1: Heliopolyanthocerei
Untersippe 2: Nyctopolyanthocerei
Verbreitungskarten 535
Karte 17: Unterfamilie III: Gereoideae
Tribus 2: Cereeae
Semitribus 2: Boreocereeae
Sippe 10: Cephalocacti
Die Areale der Untersippen:
— • — Untersippe 1: Heliocephalocacti*)
Untersippe 2: Nyctocephalocacti
*) Anscheinend eine Art auch auf den
Galapagos-Inseln (Dawson).
536 Verbreitungskarten
Karte 18: Unterfamilie III: Cereoideae
Tribus 2: Cereeae
Semitribus 2: Boreocereeae
Subtribus 2: Boreocactinae
Die Areale der Sippen:
— • — Sippe 1: Boreoechinocacti*)
Untersippe 1: Euboreoechinocacti
Untersipper2: Mediocoryphanthae
Sippe 2: Mamillariae**)
Untersippe 1: Coryphanthae
Untersippe 2: Mediomamillariae
Untersippe 3: Eumamillariae
*) In den USA im Staate Wyoming anscheinend fehlend.
**) In Mexiko in Tabasco, Campeche und Quintana-Roo fehlend, soweit bekannt.
Verbreitungskarten 537
Bildteil
540 Acanthocalycium
Abb. 1 Acanthocalycium griseum Backbg. (Foto: Schattat.]
Abb. 2 Acanthocalycium thionanthum
(Speg.) Backbg. (Foto: de Heedt.)
Aeanthocalycium 541
Abb. 3 Aeanthocalycium varüflorum Backbg.
Oben: Die von Gelb über Orange bis Rot variierende Blütenfarbe. (Farbfoto: Uhlig.
Unten: Besonders dicht bestachelte Form.
542 Acanthocereus
Abb. 4 Acanthocereus griseus Backbo.
(Foto: J. Marnier-L.)
Abb. 5 Die im Hochstand, verschiedenen
Perigonformen von:
Links: Acanthocereus griseus Backbo.
Rechts: Peniocereus marnieranus
Backbg. (Foto: J. Marnier-L.)
Acanthocereus — Aoantholobivia 543
Abb. 6 Acanthocereus maculatus Wgt. mit
trichterigem innerem Perianth, nicht abwärts
geneigtem wie bei Peniocereus, zu dem die Art oft
gestellt wird. (Foto: Schattat.)
Abb. 7 Aoantholobivia inctiiensis (Rauh & Backbg.), Rauh & Backbg. ein nachtblühendes Genus, meist
autogam, mit bestachelten Früchten (links).
544 Acanthorhipsalis — Akersia
Abb. 8 Acanthorhipsalis monacantha (Griseb.),
Br. & R. Blüten orange, eine sonst nur bei Hatiora,
nio bei Rhipsalis auftretende Blütenfarbe.
Abb. 9 Akersia roseiflora Buin.
(Farbfoto: Buining.)
Ancistrocactus — Anisocereus 545
Abb. 10 Ancistrocactus scheeri (SD.) Br. & R.
(Bild: Engelmann.)
Abb. 11 Anisocereus lepidanthus (Eichl.) Backbg.
Blütenlängsschnitt, nach der Beschreibung gezeichnet.
546 Aporocactus
Abb. 12 Aporocactus conzattii
Br. & K. (Foto: Rose.)
Abb. 13 Arequipa rettigü (Quehl) Oehme. Die Gattung zeigt zuerst brachycereoiden Wuchs.
Abb. 14 Ariocarpus trigonus (Web.) K. Soh. Mit diesem Axillen-Kranzblüher sollten nicht zentral bzw.
aus einem Spalt oder aus Areolen blühende Arten verbunden werden, da sonst z. B. auch Mamillaria und
Coryphantha nicht mehr trennbar wären. (Foto: Runyon.)
Abb. 15 Armatocereus-Blüten (A. cartwrightianus (Br. & R.) Backbg.) (Foto: Ratjh.)
Arequipa — Armatocereus 547
1 I
i:s
548 Armatocereus
Abb. 16 Armatocereus matucanensis Backbg. (Farbfoto: Rauh.)
Armatoeereus 549
Abb. 17 • Armatoeereus rauhii Backbg. Die Symmetrie der Rippen- und Areolen-Anordnung.
(Foto: Ratjh.)
550 Arrojadoa — Arthrocereus
Abb. 18 Arrojadoa penicillata (Gurke) Br. & R. (Farbfoto: Andreae.)
Abb. 19 Arthrocereus rondonianus
Backbg. & Voll.
Astrophytum — Austrocactus 551
Abb. 20 Astrophytum capricorne
(Dietb.) Br. & R.
Abb. 21 Austrocactus bertinii (Cels). Br. & R.
552 Austrocephalocereus — Austrocylindropuntia
Abb. 22 Austrocephalocereus dybowskii
(Goss.) Backbo.: Cephaliumzono.
(Foto: Voll.)
Abb. 23 Austrocylindropuntia clavarioides
v. ruiz-lealii (Cast.) Backbo.
(Zeichnung: Castellanos.)
Abb. 24 Austrocylindropuntia inarmata Backbo.,
von Prof. Herzog, Jena, entdeckt, blieb sie jahrelang
unbeschrieben. (Farbfoto: Riviere.)
Austrocylindropuntia 553
Abb. 25 Austrocylindropuntia subulata (Mttehxpfdt. ) Backbg., besonders langblättrige Form.
(Foto: J. Maenier-L.)
Abb. 26 Austrocylindropuntia verschaffeltii v. digitalis (Web.)?, in der Wuchszeit mit sehr langen Blättern.
554 Aylostera — Aztekium
Abb. 27 Aylostera albiflora (Ritt. & Btjin.) Backbo. (Foto: Kujan.)
Abb. 28 Aztekium ritteri (Böd.) Böd.
Azureocereus — Backebergia 555
Abb. 30 Backebergia militaris (Aud.)
H. Bkavo, in dem einzigartigen Schöpf, der
Blüte und der Frucht von Mitrocereus so
wesentlich unterschieden, daß eine
Übertragung dieses Namens auf Backebergia wegen der
für dieses Genus nicht zutreffenden Diagnose
unzulässig ist. (Fotos: H. Bravo.)
(Vgl. Abb. 238.)
Abb. 29 Azureocereus viridis Rat/h & Backbg.
556 Bartschella — Bergerocactus
Abb. 31 Bartschella schumannii (Hildm.)
Be. & R.
Abb. 32 Bergerocactus emoryi (Eng.) Bk. & R.
(Foto: Ethel Bailey Higgins.)
Blossfeldia — Bolivicereus 557
Abb. 33 Blossfeldia campaniflora Backbg. (links) und Blossfeldia liliputana Weed. (rechts) unterscheiden
sich bereits in der Knospe deutlich nach der Zahl bzw. Form der äußeren und inneren Perigonblätter.
Abb. 34 Bolivicereus samaipatanus Card.
(FotO: CULLMANN.)
558 Bolivicereus — Borzicactus
Abb. 35 Bolivicereus serpens (Hbk.) Backbg., blühender Trieb (links) und Blüten-Nahaufnahme (rechts).
(Fotos: Raub:).
Abb. 36 Borzicactus aequatorialis Backbg.
(Foto: G. Hibtz.)
Borzicactus 559
Abb. 37 Borzicactus pseudothelegonus
(Rauii & Backbg.) Ratjh & Backbg.
(Foto: SCHATTAT.)
Abb. 38 Borzicactus sp., von Ctttak im
kolumbianischen Pedregal, 91 km von Pasto,
entdeckt, hier unter dem nom. provis.
B. cutakii geführt, um nicht in
Vergessenheit zu geraten. (Farbfoto: Ctjtak.) Die
Pflanzen sind zum Teil von Tillandsia
usneoides überwuchert.
560 Brachycalycium
Abb. 39 Brachycalycium tilcarense (Backbg.) Backbg., jüngere, aber schon blühfähige Pflanze.
Abb. 40 Brachycalycium tilcarense (Backbg.) Backbg., Makroaufnahme mit Blüte. (Foto: Woutees.)
Brachycereus — Brasilicactus 561
Abb. 41 Brachycereus nesioticus (K. Sch.) Backbg., Standortaufnahme. (Foto: Föester.)
Abb. 42 Brasilicactus haselbergii (Hge.) Backbg. Anomale Langblüte, offenbar ein Rückschlag, der den
Reduktionsvorgang auch an der Blüte zeigt. Die normale Blüte ist fast röhrenlos, klein, bestachelt wie auch
die Frucht, eine ganz andere Entwicklungsstufe als bei Notocactus.
562 Brasilicereus — Brasiliopuntia
Abb. 43 Brasilicereus markgrafii Backbg. & Voll, mit seiner typischen glockigen Blüte. (Foto: Voll.
Abb. 44 Brasiliopuntia brasiliensis (Willd.) Berg. (Foto: Voll.)
Browningia 563
Abb. 45 Browningia candelaris (Meyen) Bk. & R. Standortaufnahme. (Farbfoto: Ratjh.)
564 Calymmanthium
Abb. 46 Calymmanthium substerile Ritt. Standortaufnahme. (Foto: Rat/h.)
Abb. 47 Calymmanthium substerile
Ritt., blühender Trieb.
(Foto: Ritteb.)
Carnegiea 565
Abb. 48 Carnegiea-gigantea-Landschaft. (Farbfoto: Polaski.)
Abb. 49 Carnegiea gigantea (Eng.) Be. & R.,
blähendes Triebende.
566 Castellanosia — Cephalocereus
Abb. 50 Castellanosia caineana Card.
;i ) Blühende Ti iel>e.
b) Stachelverlängerung an der Blütenzone.
(Fotos: Cardenas.)
Abb. 51 Cephaloeereus senilis (Haw.) Pfeiff., blühender
Sehopf, stark seitlieh verbreitert. (Foto: Werdermann.)
Cephalocleistocactus 567
Abb. 52 Cephalocleistocactus pallidus
Backbg.
Links: Obere Schöpfregion mit Knospen.
Rechts: Untere Schopfregion mit gelb-
grüner Blüte. (Fotos: J. Maknier-L.)
Abb. 53 Cephalocleistocactus ritteri Backbg.
Blütenzone mit Borstenschopf.
568 Cephalocleistocactus — Cereus
Abb. 54 Cephalocleistocactus schattatianus Backbg. in der MAKNIER-Sammhing
Abb. 55 Cereus insularis Hemsl.
von Fernando Noronha. (Foto: Voll.)
Chamaecereus — Chiapasia 569
Abb. 56 Chamaecereus silvestrii f. crassicaulis crist. Backbg. (Foto: Maschin.)
Abb. 57 Chiapasia nelsonii (Bk. & R.) Br. & R. mit glockigen Blüten.
Eine Einbeziehung zum Genus Disocactus mit einheitlichen Röhrenblüten ist abwegig.
570 Cleistocactus
Abb. 58
Links: Cleistocactus
azerensis Card.
Rechts: Cleistocactus
brookei Card.
Abb. 59 Links: „Cleistocactus dependens Card." Er niußte wegen seiner langen Blütenborsten zu Seti-
cleistocactus gestellt werden (s. auch Abb. 384).
Rechts: Cleistocactus vallegrandensis Card. (Farbfoto: Schattat.)
Cleistocactus 571
Abb. 60 Cleistocactus santacruzensis Backbg.
(Foto: J. Maboter-L.)
Abb. 61 Links: Cleistocactus viridiflorus Backbg.
Rechts: Cleistocactus vulpis-cauda Ritt. & Cullm. (Farbfoto: Cullmank.)
37 Kakteenlexikon 5. Aufl.
572 Clistanthocereus — Cochemiea
Abb. 62 Clistanthocereus tessellatus (Akeks & Buin.)
Backbg.: die derbe, kurzsaumige Tagblüte. (Foto: Akers.)
Abb. 63 Cochemiea poselgeri (Hildm.)
Br. & R.
Coleocephalocereus — Coloradoa 573
Abb. 64 Coleocephalocereus fluminensis (Miqu.) Báckbg., mit Blüte und glatter Deckelfrucht im borstigen
Rinnencephalium. (Foto: Kktjth.)
Abb. 65 Coloradoa mesae-verdae
Boiss. & Davids. (Foto: Boissevatn.)
574 Consoba — Copiapoa
Abb. 66 Consolea rubescens (SD.) Lem.
mit der für das Genus typischen Form
der Sekundärtriebe.
Abb. 67
Copiapoa chanaralensis
Ritt.
Copiapoa 575
Abb. 68 Copiapoa grandiflora Ritt., eine der großblütigen Arten. (Foto: J. Maenibr-L.)
Abb. 69 Copiapoa humilis (Phil.) Hutch.
Von Hutchinson gesammelter Typus.
576 Copiapoa
Abb. 70 Copiapoa longispina Ritt.?
Abb. 71 Copiapoa streptocaulon sensu Ritt.:
Copiapoa marginata (Sd.) Bk. & R.
Abb. 72 „Copiapoa wagenknechtü Ritt.", jetzt
Copiapoa coquimbana v. wagenknechtü Ritt.
Corryocactus 577
Abb. 73 Corryocactus brachypetalus (Vpl.) Br. & R. (Foto: Raith.)
578 Corynopuntia — Cryptocereus
Abb. 74 Corynopuntia planibulbispina Backbii. Abb. 75 Coryphantha echinus (Eng.) Br. & R.
(Farbfoto: Riviere).
Abb. 76 Cryptocereus anthonyanus Alex.
(Foto: Alexander.)
Cylindropuntia 579
Abb. 77 Cylindropuntia-Arten: 1. C. tetracantha
(Toumey) Knuth; 2—5. C. versieolor (Eng.)
Knuth; C. fulgida (Eng.) Knuth, proliferierende
Früchte. (Tafel IX, Britton & Rose, Band I.)
Abb. 78 Cylindropuntia rosea v. atrorosea Backbg. (Farbfoto: Rivieke.)
580 Deamia — Delaotia
Abb. 79 Deamia testudo (Kaew.) Br. & R. ist
als reich blühende Kulturpflanze wenig bekannt.
(Farbfoto: Haage.)
Abb. 80 Delaetia woutersiana Backbg. (Farbfoto: Woutees.)
Dendrocereus 581
Abb. 81 Dendrocereus nudiflorus (Eng.) Br. & R.
582 Denmoza — Discocactus
Abb. 82 Denmoza Br. & R. — Blütendarstellung
von Castellanos.
Abb. 83 Discocactus alteokns Lem. (links) und D. tricornis MONV. (rechts). Foto: Voll.)
Discocactus — Disocactus 583
Abb. 84 Discocactus boliviensis Backbo., ohne steife Borsten im Cephalium.
Abb. 85 Disocactus eichlamii (Wgt.)
Br. & R. Alle Arten des Genus haben
ähnliche Röhrenblüten, keine glockigen
wie Chiapasia.
584 Dolichothele — Eccremocactus
Abb. 86 Dolichothele longimamma
(DC.) Be. & R, (Foto: Rose.)
Abb. 87 Eccremocactus bradei Br. & R.
(Foto: Voll.)
Echinocactus — Echinocereus 585
Abb. 88 Echinocactus grusonii Hildm.
Abb. 89 Echinocereus davisii
A. D. Hought., auch als E. viridiflorus
v. davisii (A. D. Hought.) Mabsh.
bezeichnet, ist nicht nur selten, sondern im
Habitus durch Kleinheit und wilde Be-
stachelung zugleich so charakteristisch und
abweichend, daß er besser als eigene Art
geführt wird. Gepfropft bildet er ansehnliche
Gruppen mit kleinen, blaß
schmutziggelblichen Blüten.
586 Echinocerens
Abb. 90 Echinocereus mattliesianus Backbo., nach Blütenform und -länge zur Reihe „Scheeriani"
hörend, aber mit ziemlich kräftigen Trieben.
Eohinocereus 587
Abb. 91 Echinocereus pectinatus v. rigidissimus (Eng.) Rümpl., seit langem einer der beliebtesten
Vertreter des schön blühenden Genus.
588 Echinofossulocactus
Abb. 92 Echinofossulocactus Lawr. Stachelschlüssel nach Oehme.
a) 1: Echinofossulocactus coptonogonus (Lem.) Lawe.; 2: E. pentacanthus (Lem.) Br. & B.; 3: E. phyll-
acanthus (Mart.) Lawr.; 4: E. tricuspidatus (Scheidw.) Br. & R.; 5: E. grandicornis (Lem.) Br. & R.
(Die Abb. sind Zeichnungen von H. Oehme, aus dem „Stachelschlüssel" von Tiegel und Oehme in Beitr.
z. Sukkde. u. -pflege, 78-82. 1938.)
b) 6: Echinofossulocactus lamellosus (Dietr.) Br. &R.; 7: E. anfractuosus (Mart.) Lawr.; 8: E. crispatus
(DC.) Lawr.; 9: E. gladiatus (Lk. & 0.) Lawr.; 10: E. dichroacanthus (Mart.) Br. & R.
c) 11: Echinofossulocactus hastatus (Hopff.) Br. & R.; 12: E. obvallatus (DO) Lawr.; 13: E. violaciflorus
(Quehl) Br. & R.; 14: E. heteracanthus (Mühlperdt.) Br. & R.; 15: E. albatus (Dietr.) Br. & R.
d) 16: Echinofossulocactus vaupelianus (Werd.) Tieg. & Oehme;
17: E. wippermannii (Mühlpfrdt.) Br. & R.; 18: E. tetraxiphus (0.) Oehme; 19: E. ochoterenaus Tieg.
e) 20: Echinofossulocactus arrigens (Lk.) Br.&R.; 21: E. Iloydii Br. &R.; 22: E. zacatecasensis Br.&R.;
23: E. multicostatus (Hildm.) Br. & R.
Echinofossulocactus 589
590 Echinofossulocactus — Echinomastus
Abb. 93 Echinofossulocactus ochoterenaus
Tieg., eine der bunt bestachelten und größer
blühenden Arten.
Abb. 94 Echinomastus kakui Backbo., in
Bd. V meines Handbuches als E. pallidus
nom. prov. bezeichnet, mußte nach
Feststellung des japanischen Entdeckers
obigen Namen erhalten.
Echinomastus — Echinopsis 591
Abb. 95 Echinomastus sp., anscheinend dem E. acunensis Maksh. verwandt, mit gelblicher dichterer
oder lockerer, anfangs rötlich-grauer Bestachelung (E. carrizalensis Kuenzl., nomen?).
Abb. 96 Echinopsis silvestrii Speg. verlängert im
Alter, eine andere Art bis über 1 m hoch. Dennoch
gilt das Genus wegen der lange Zeit kugeligen
Gestalt als Kugelgenus, sonst müßte ihm Tricho-
cereus angegliedert werden, was die Übersicht nur
verwirren würde. Es ist daher auch abwegig, wenn
Kimnach und Hr/TCmsON ein ausgesprochenes
Kugelgenus wie Submatucana (vgl. Bild S. madi-
soniorum) zu Borzicactus einbeziehen, einem Genus
schlanker Cereen. Eine etwas verlängerte
Altersform zeigen auch andere kugelige Gattungen, ohne
daß man sie mit einem cereoiden Genus
verbinden könnte.
592 Echinopsis — Epiphyllanthus
Abb. 97 „Echinopsis sp.?" Eine unter
dieser Bezeichnung eingeführte Pflanze, die
sich später als interessante Pseudolobivia-
Art (Ps. luteiflora Backbg., s. auch bei
Abb. 341) erwies, mit stachligen
Röhrenschuppen wie bei Acanthocalycium, aber
ohne Wollring im Grunde der relativ lang-
und schlankröhrigen Tagblüte, wegen der sie
nur zu Pseudolobivia gestellt werden konnte.
Abb. 98 Encephalocarpus strobiliformis
(Werd.) Berg.
Abb. 99 Epiphyllanthus obtusangulus
(Lindbg.) Berg.
Oben: Die Pflanze mit Früchten. (Foto: Voll.)
Unten: Die Blüte nach Berger.
Epiphyllopsis — Epiphyllum 593
Abb. 100 Epiphyllopsis gaertneri
(Reg.) Berg, mit spreizenden Narben.
Abb. 101 Epiphyllum hookeri (L. & O.) Haw. (Foto: Rose.)
594 Epithelantha
Abb. 102 Epithelantha mioromeris (Eng.) Web. (Bild: Roetter.)
Erdisia 595
Abb. 103 Erdisia quadrangularis Ratjh & Backbg. (Foto: Rauh.)
596 Eriocactus — Eriocereus
Abb. 104 Eriocactus leninghausii (Hge.) Backbg.
Abb. 105 Platzende Eriocereus-Frucht des E. bonplandii (Parm.) Eicc. (Foto: Byles.)
Eriosyce — Erythrorhipsalis 597
Abb. 106 Blühende Eriosyce ceratistes (0.) Be. & R. (Farbfoto: Lembckü.)
Abb. 107 Erythrorhipsalis pilocarpa (Loefgk.) Berg. (Foto: E. Baktens.)
598 Escobaria
Abb. 108 Escobaria hesteri (Wright) F. Buxb.
Abb. 109 Escobaria nellieae (Croiz.) Backbg.
Escontria — Espostoa 599
Abb. 110 Escontria chiotilla (Web.) Rose. Die beschuppte Blüte und Frucht der baumförmigen Art des
monotypischen Genus. (Zeichnung: Britton & Rose.)
Abb. 111 Espostoa lanata (HBK.) Bb. & R.
Nahtartiger Beginn des Spaltcephaliums.
(Vgl. Abb. 339).
600 Espo.stoa — Eulychiiia
Abb. 112 Espostoa lanata v. sericata (Backbg.) Backbg. Seltene Doppelcephalien und teilweise anomaler
Wuchs. (Foto: Ratjh.)
Abb. 113 Eulychnia iquiquensis (K. Sch.) Be. & R.
Typische Früchte des Genus meist baumförmiger Arten.
Eulychnia — Facheiroa 601
Abb. 114 Eulychnia procumbens Backbg.
mit typischer Blüte des Genus; bisher einzige
kriechende Art. (Foto: Lembcke.)
Abb. 115 Facheiroa ulei (Gübke) Werd.
602 Ferocactus — Frailea
Abb. 116 Ferocactus acanthodes (Lem.) Be. & R. (Farbfoto: Polaske.)
Abb. 117 Frailea carminifilamentosa
KlLIAN. (Foto: KlLIAN.)
Frailea 603
Abb. 118 Frailea castanea Backbg.: Eine Form oder Varietät mit weißen Areolen und büschelig abwärts
anliegenden Stacheln, die Körperfarbe von Grün nach Braun wechselnd wie auch bei F. uhligiana Backbg.
(Oben: mittlere Farbstufe.)
Abb. 119 Frailea chiquitana Card.
(Foto: Kilian.)
604 Frailea
Abb. 120 Frailea pullispina Backbg. (oben) und v. atrispina Backbg. (unten) mit längeren Stacheln.
Frailea 605
121 122
Abb. 121 Frailea pullispina v. centrispina Backbg. mit stärker weißen Areolen und einem Mittelstachel.
Abb. 122 Frailea uhligiana Backbg. mit durchlaufenden, flachwarzig quergeteilten Rippen, im Freien
rotbraun, in der Kultur nach Grün wechselnd.
39*
606 Frailea
Frailea 607
Abb. 123 Tafel der Frailea-Samenformen:
1. F. cataphracta
2. F. castanea
3. F. chiquitana
4. F. pseudopulcherrima 1
5. F. carminifilamentosa
6. F. colombiana
7. F. pumila
8. F. grahliana
9. F. knippeliana
10. F. alacriportana und F. gracillima
11. F. sp. Simon Jjf 1
12. F. alacriportana 1, Form bei Andeeae
13. F. puleherrima?
14. F. sp. CSR f 3
15. F. sp. Jj( 8 Kilian -1
16. F. pygmaea und v. dadakii
17. F. schilinzkiana
18. F. pseudopulcherrima 2
19. F. alacriportana 2 (Rittee)
20. F. sp. % 8-2.
Die Tafel zeigt den Polymorphismus der Form der Samen und deren Testa bei diesem Genus, selbst bei
Formen einiger Arten (No. 4 und 18; No. 12 und 19), zugleich ein Beweis dafür, daß Ableitungen nach
Samenform und Testastruktur fragwürdig sind. (Zeichnung: Kilian.)
608 Glandulicactus — Grusonia
Abb. 124 Glandulicactus uncinatus v. wrightii
(Eng.) Backbg.
Abb. 125 Grusonia bradtiana (Coult.) Bb. & R. (Farbfoto: Riviere.)
Gymnocactus — Gymnocalycium 609
Abb. 126 Gymnocactus viereckii (Weed.)
Backbg.
Abb. 127 Gymnocalycium asterium v. paucispinum Backug.
610 Gymnocalyoium
Abb. 128 Gymnocalycium chiquitanuni
Card.
Abb. 129 Gyninocalycium damsii
v. centrispinum Backbg. (oben),
v. rotundulum Backbg. (unten).
Gymnocalycium 611
Abb. 130 Gymnocalycium damsii
v. torulosum Backbg.
Abb. 131 Gymnocalycium damsii
v. tucavocense Backbg.
612 Gymnocalycium
Abb. 132 Gymnocalycium griseo-pallidum Báckbg. (Foto: Uhlig.)
Abb. 133 Gymnocalycium hamatum
Ritt.
Gymnocalycium 613
Abb. 134 Gymnocalycium hammer-
schmidii Backbg., große Einzelblüte.
(Farbfoto: Till.)
Abb. 135 Gymnocalycium horridi-
spinum Frank. (Foto: J. Marnier-L.)
614 Gymnocalycium
Abb. 136 Gymnocalycium hossei (Hge. jr.) Berg, ist eine nicht völlig geklärte, anscheinend variable Art.
Diese Importpflanze weicht durch geringe Bestachelung ab. Eine andere Art?
Abb. 137 Zum Formenkreis des Gymnocalycium hybopleurum (K. Sch.) Backbg. gehören:
Oben: v. breviflorum Backbg., mit kürzerer und kleinerer Blüte.
Mitte: v. ferocior Backbg., mit sehr wilder Bestachelung.
Unten: v. ferox Backbg., mit starken Randstacheln, aber ohne mittlere. (Foto: J. Mabniee-L.)
Gymnocalycium 615
616 Gymnocalycium
Abb. 138 Gymnocalycium intertextum Backbg.
Abb. 139 Gymnocalycium marquezii v. argentinense Backbg.
Gymnocalycium 617
Abb. 140 Gymnocalycium marsoneri (Fbic) Y. Ito, eine variable Art, die zu unberechtigten
Artnamen führte.
Abb. 141 Gymnocalycium mihanovichii
v. filadelfiense Backbg., eine Varietät mit
großer braungrüner Blüte. Das Bild zeigt
eine Form mit schlanker Blütenröhre, bei
einer anderen ist sie fast um die Hälfte
stärker. (Foto: J. Mabnier-L.)
618 Gymnocalycium
Gymnocalycium 619
Abb. 142 Gymnocalycium ochoterani Backbg., erwies sich als eine extrem variable Art. Es gehören dazu
(mit gegenseitigen Übergängen) außer der v. ochoterenai:
Oben: v. polygonum Backbg., bräunlich, Stacheln schwärzlich.
Mitte: v. tenuispinum Backbg., olivgrau, Stacheln weißgrau.
Unten: v. variispinum Backbg., olivgrau, Stacheln hornfarben und in der Länge variabel.
Bei einigen Gymnocalycien zeigt sich, daß Beschreibungennach Einzelstücken, ohne Kenntnis der
Variationsbreite eines ganzen Imports, u.U. unberechtigten Artrang erhalten. Nebenstehende 3 Varietäten (alle mit
5 Stacheln) könnten z. B., einzeln gesehen, leicht für 3 verschiedene Spezies gehalten werden.
Abb. 143 Gymnocalycium pseudo-malocarpus Backbg. (Foto: Uhlig).
40 Kakteenlexikon 5. Aufl.
620 Gymnocalycium
Abb. 144 Gymnocalycium pugionacanthum Backbg.
Abb. 145 Gymnocalycium spegazzinii Be. & R., eine variable Art: eine Form mit rosa Stacheln, oben
schief ergrau.
Gymnocalycium 621
Abb. 146 Gymnocalycium vatteri Bitin.
Oben: Der Typus der Art. Unten: Eine stärker verkrümmt bestachelte Form.
40*
622 Gymnocereus — Haageocereus
Abb. 147 Gymnocereus microspermús
(Werd. & Backbg.) B¾ckbg.
Abb. 148 Haageocereus albispinus (Akers)
Backbg. in Blüte (Farbfoto: Schattat.)
Haageocereus 623
Abb. 149 Haageocereus clavispinus Ratjh & Backbg., eine aufrecht wachsende Wüstenart. (Foto: Rauh/
Abb. 150 Blühende Haageocereen.
Links: H. horrens Ratjh & Backbg.
Rechts: H. olowinskianus v. repandus, subv. erythranthus Rauh & Backbg. (Farbfoto: Rauh.)
624 Haageoeercus — Hamatocactus
Abb. 151
Haageooereus repens
Ratth & Backbo.,
eine kriechende
Wüstenart.
(Foto: Rauh.)
Abb. 152 Hamatocactus setispinus (Eng.)
Bb. & R. (Bild: Engelmann.)
Harrisia — Haseltonia 625
Abb. 153 Harrisia gracilis (Miix.) Beitt. mit Frucht. (Foto: Schattat.)
Abb. 154 Haseltonia columna-trajani
(Karw.) Backbg.
Links: Wüstenform. (Foto: Digtjet.)
Rechts: Blütenschopf.
(Foto: F. Schwarz.)
626 Hatiora — Heliabravoa
Abb. 155 Hatiora cylindrica Bb. & R.
Abb. 156 Heliabravoa chende (Goss.) Backbg.: die Knospe.
Heliabravoa — Helianthocereus 627
Abb. 157 Heliabravoa eilende (Goss.)
Backbg. : die Blüte.
Abb. 158 Helianthocereus bertramianus (Backbg.)
Backbg. Die Verwandtschaft der hohen Arten mit den
niedrigen des H.-hnascha-Formenkreises zeigt sich auch
an der Ähnlichkeit mancher Jungpflanzen.
628 Helianthocereus
Abb. 159 Helianthocereus crassicaulis Backbg.
Abb. 100 Helianthocereus grandiflorus (Br. & R.) Backbg., im
Habitus variabel.
Helianthocereus 629
Abb. 161 Helianthocereus huascha
v. marcranthus Backbg.
(Foto: J. Maknier-L.)
Abb. 162 Helianthocereus pecheretianus Backbg.
630 Helianthocereus
Abb. 163 Helianthocereus pecheretianus
v. viiidior Backbg. (Foto: J. Marnier-L.)
Abb. 164 Helianthocereus poco (Backbg.) Backbg. v. sanguiniflorus Backbg. mit feuerroter Blüte (Typus
der Art: hellpurpur Blüte). (Farbfoto: Muhr.)
Helianthocereus 631
Abb. 105 Helianthocereus
pseudocandicans Backbg.
v. roseoflorus (Backbg.)
Backbg.
Abb. 160 Ein schön blühender Helianthocereus-
(oder Trichocereus-) Bastard, wahrscheinlich
zwischen H. grandiflorus und Trichoc.
schickedantzii.
632 Heliocereus — Hertrichocereus
Abb. 167 Heliocereus speciosus (Cav.) Be. & R.
Abb. 168 Hertrichocereus beneckei (Ehrenb.)
Backbg. (Foto: Schlange.)
Homalocephala — Horridocactus 633
Abb. 169 Homalocephala texensis (Hopff.) Be. & R.
Abb. 170 Horridocactus tuberisulcatus (Jac.) Y. Ito (links), v. minor (Ritt.) (rechts).
634 Horridocactus — Hylooereus
Abb. 171 Horridocactus-
tuberisulcatus-Blüte, fast kahl
wie typisch für das Genus.
Abb. 172 Hylocereus polyrhizus
(Web.) Be. & E. Die groß-
schuppige, kahle Blüte ist eine
der größten des Genus.
Islaya 635
Abb. 173 Islaya krainziana Ritt.
41 Kakteenlexikon 5. Aufl.
636 Islaya — Isolatoccreus
Abb. 174 Islaya divaricatiflora Eitt.
(Islaya roseiflora Hoffm.)
Abb. 175 Isolatocereus dumortieri (Scheidw.)
Backbg. mit seinem gedrängten Blütenstand.
(Foto: Hertrich.)
Jas.minocsreus 637
Abb. 176 Jasminocereus sclerocarpus
(K. Sch.) Backbg. mit weißer (!)
Blüte. (Foto: E. Naundorff.)
Abb. 177 Jasminocereus thouarsii v. chathamensis Y. Daws. (links) und J. howelii v. delicatus Y. Daws.
(rechts). (Foto: Dawson.)
41*
638 Krainzia — Lasiocereus
Abb. 178 Krainzia longiflora (Bb. & R.)
Backbg.
Abb. 179 Lasiocereus rupicola Ritt.
(Farbfoto: Wouters.)
Lemaireocereus — Leocereus 639
Abb. 180 Lemaireocereus hollianus (Web.)
Br. & B. mit bewollter und beborsteter
Glockenblüte. (Foto: Sivilla.)
Abb. 181 Leocereus bahiensis Br. & B.
(Farbfoto: Kroenlein.)
640 Lepidoeoryphantha
Abb. 182 I epido:oryphantha runyonii (Be. & R.) Backbg.
Lopismium 641
Abb. 183 Lepismium
marnieranum Backbo. im
Ruhezustand
und mit Früchten (unten).
(Farbfotos: J. Mabnibr-L.)
Abb. 184 Lepismium megalanthum
(Loefge.) Backbg. mit auffälligen
Narben der Blüteneinsenkung.
642 Leptocereus — Leuchtenbergia
Abb. 185 Leptocereus grantianus N. L. Beitt.
(Foto: POINDEXTER.)
Abb. 186 Leuchtenbergia
principis Hook.
Leucostele 643
Abb. 187 Leucostele rivierei Backbg. Blüte. (Farbfoto: Riviere.)
644 Leucostele — Lobeira
Abb. 188 Leucostele rivierei Backbg.: die Frucht mit gedrehten Borsten im dichten weißen
Haarborstenkleid. Die Art wächst erstaunlich schnell. (Foto: Rivieee.)
Abb. 189 Lobeira macdougallii Alex.
(Foto: Alexander.)
Lobivia 645
Abb. 190 Lobivia acanthoplegma (Backbg.) Backbc.
Abb. 191 Lobivia cinnabarina (Hook.) Br. & R. Die echte, großblütige Art der Originalabbildung in Curtis'
Bot. Mag., 73, pl. 434. 1847. (Farbfoto: Rausch.)
646 Lobivia
Abb. 192 Lobivia drijveriana Backbg., diese Blüte anomal rembrandttuplemrtig geflammt.
Abb. 193 Lobivia muhriae Backbg.
Lobivia 647
Abb. 194 Lobivia multicostata Backec
Abb. 195 Lobivia neocinnabarina
Backbg., weißer Blüteaschlund.
648 Lobivia
Abb. 196 Lobivia pentlandii (Hook.) Be. & R.
Die als Gattungstypus angesehene Pflanze.
(Foto: J. Maknier-L.)
Abb. li)7 Lobivia pseudocinnabarina Backbg., roter Blütensehlund, bräunliche Stacheln.
Lobivia 64J>
Abb. 198 Lobivia rigidispina Backbg.
Abb. 199 Lobivia schioliana v. albescens Backbg.
650 Lobivia
v -¾$I
Abb. 200 Lobivia scopulina Backbg., Keutrieb.
Abb. 201 Lobivia vanurkiana Backbg.
Lophocereus 651
Abb. 202 Lophocereus-Blüten.
Links: L. sargentianus (Orc.) Br. & R. Rechts: L. schottii (Ekg.) Br. & R.
Abb. 203 Lophocereus mieckleyanus (Wgt.)
Backbg. (Fotos: Marshall.)
652 Lophophora
Abb. 204 Lophophora echinata Croiz.
Loxanthocereus 653
Abb. 205 Loxanthocereus acanthurus v. ferox Backbq. (Foto: Ftjaux.)
42*
654 Loxanthocereus — Machaerocereus
Abb. 206 Loxanthocereus piscoensis Ratjh & Backbg. Erste Aufnahme der entfalteten Blüte.
Abb. 207 Machaerocereus eruca (Brand.)
Be. & R.
Maihuenia — Malacocarpus 655
Abb. 208 Maihuenia valentinii Spec, Blüte;
Längsschnitt nach Castellanos.
Abb. 209 Maihueniopsis molfinoi]
Speg., ein bisher nicht wiedergefundenes Genus.
(Zeichnung: Spegazzin.)
Abb. 210 „Malacocarpus macrocanthus (Ar.) Hert.",
jetzt: Wigginsia macrocantha (Ar.) D. M. Port.
656 Mamillaria
Abb. 211 Mamillaria buchenauii Backbg.
Abb. 212 Mamillaria dixanthocentron Backbg. (links) und M. flavicentra Backbg. (rechts).
Mamillaria 657
Abb. 213 Mamillaria fuscohamata Backbü.,
Makrobild der Blüte.
Abb. 214 Mamillaria graessneriana Böd. — Bastard (?) (links) — M. Iewisiana Gat. (rechts).
658 Mamillaria
Abb. 215 Mamillaria nana Backbg.,
noch ohne Mittelstacheln, aber schon blühfähig.
Abb. 216 Mamillaria pringlei
v. longicentra Backbg. (oben) —
M. saint-pieana Backbg. (unten).
Mamillaria 659
Abb. 217 Mamillaria viperina J. A. Pükpus, eine der schlank- bzw. Iangtriebigen Arten.
Abb. 218 Mamillaria wilcoxii Toumey,
seltene großblütige Art.
660 Mamillopsis — Marenopuntia
Abb. 219 Mamillopsis senilis Weh.
Abb. 220 Marenopuntia marenae
(S. H. Pabsons) Backbg.
(Foto: Pabsons.)
Marginatocereus 661
Abb. 221 Marginatocereus-Blüten.
Links: M. marginatus (DC.) Backbg. Rechts: seine v. gemmatus (Zucc.) Backbg.
662 Marniera
Abb. 222 Marniera chrysocardium (Alex.'
Backbg. (Farbfoto: Schattat.)
Abb. 223 Marniera chrysocardium (Alex.) Backbg.:
das steifborstige Ovarium als Gattungskennzeichen.
(Foto: Schattat.)
Mamiera — Marshallocereus 663
Abb. 224 Mamiera macroptora
(Lem.) Backbg.,
Ovarium ebenfalls steifborstig.
(Foto: SCHATTAT.)
Abb. 225 Marshallocereus thurberi
(Eng .) Backbg. : Blüte mit stachligem Ovarium
und die Frucht. (Zeichnung: Britton & Rose.)
664 Matucana — Mediocactus
Abb. 22ß Matucana blancii Baokbg., polsterbildende Art des cactoiden Genus. (Foto: Rauh.)
Abb. 227 Mediocactus coccineus (SD. in DC.) Be. & R. (Foto: Voll.)
Mediolobivia 665
Abb. 228 Mediolobivia euanthema v. fricii Backbg. Eine Art der Untergattung mit zierlich-länglichen
Körpern. (Farbfoto: Andeeae.)
Abb. 229 Mediolobivia spiralisepala Jajo.
666 Melocactus — Micranthooereus
Abb. 230 Melocactus communis Lk. & O. — Kolonie auf einer Westindischen Insel.
(Farbfoto: Leguillon.)
Abb. 231 Micranthocereus polyanthus (Werd.) Backbg. (Nach, einem Farbfoto von Werdermann.)
Micropuntia 667
Abb. 232 Micropuntia gracili-
cylindrica Wiedg. & Backbg.
(Foto: SCHATTAT.)
Abb. 233 Micropuntia pygmaea
Wied. & Backbg.
in Blüte. (Farbfoto: Schattat.)
43 Kakteenlexikon 5. Aufl.
668 Micropuntia
Abb. 235 Micropuntia wiegandii Backbg.
(Foto: SCHATTAT.)
Abb. 234 Micropuntia tuberculosirhopalica
Wiegd. & Backbg. (Foto: Schattat.)
Mila — Mitrocereus 669
Abb. 236 Mila caespitosa
Br. &R. (Foto: Räuh.)
Abb. 237 Mitrocereus fulviceps
(Web.) Backbg.
(Blütenzeichnung: Bbitton & Rose.)
43*
670 Mitrocereus — Monvillea
Abb. 238 Mitrocereus fulviceps (Web.) Backbg. : Scheitelsohopf. Wenn. F. Bttxbattm und H. Beavo diesen
Gattungsnamen neuerdings auf Backebergia H. Bravo beziehen (vgl. obigen Schöpf und Blüte beider
Genera), so ist das allein schon mangels zutreffender Gattungsdiagnose unzulässig.
Abb. 239 Monvillea Br. & R.: Blüten- und
Fruchtformen der Untergattungen.
Links: UG. 1. Monvillea
Mitte: UG. 2. Hummelia
Unten: UG. 3. Ebneria
Monvillea — Morawetzia 671
Abb. 240 Monvillea haageana Backbg.
(Foto: Haage.)
Abb. 241 Morawetzia doelziana Backbg. Ihre Blüte
erscheint aus einem sich allmählich verbreiternden
Scheitelcephalium.
672 Myrtillocactus
Abb. 242 Myitillooactus cochal (Orc.) Br. & R.
Navajoa 673
Abb. 243 Navajoa peeblesiana Ceoiz. (links), Navajoa fickeisenii Backbo. (rechts). L. Bensok zieht diese
beiden verschieden bestachelten Arten zusammen, die zweite als var. der ersten. Das entspricht nicht der
üblichen Trennungsmethode nach stärkeren Habitusunterschieden.
Abb. 244 Navajoa peeblesiana Croiz. : Blüte.
(Foto: Wiegand.)
674 Neoabbottia — Xeobinghamia
Abb. 245 Xeoabbotia paniculata (Lam.) Br. & R. Die Blüte erscheint sowohl aus einer Filzbildung im
Scheitel wie aus oberen seitlichen Areolcn.
Abb. 240 Xeobesseya rosiflora Lahm.
Abb. 247 Xeobinghamia climaxantha
(Werd.) Backbg.: Alte Blütenzone.
(Foto: Blossfeld jr.)
Neobinghamia 675
Abb. 248 Neobinghamia villigera Rauh & Backbg.
Links: Knospe aus der Scheitelwolle. Rechts: Blüte, bei Tagesanbruch schließend.
676 Neobuxbaumia
Abb. 249 Neobuxbaumia polylopha (DC.) Backbg.
Abb. 250 Neobuxbaumia
tetetzo (Web.) Backbg.:
Frucht und Samen.
Neocardenasia 677
Abb. 251 Neocardenasia Backbg. : Die Blüte der N. herzogiana Backbg. erscheint aus nur gering
verdickten Areolen und ist lang gestachelt (Borstenstacheln). Die baumartige Pflanze bildet einen Stamm. Neorai-
mondia (vgl. Abb. 237) hat aus einem filzigen Kurztrieb erscheinende Blüten ohne längere Borstenstacheln.
Die Arten sind alle stammlos. Wenn beide Gattungen heute mitunter vereinigt werden, so spricht das für
ein unzulängliches Ordnungsprinzip. (Foto: Cardenas.)
678 Neochilenia
Abb. 252 Neochilenia andreaeana Backbg. Eine besonders schön blühende Art des Genus.
Neochilenia 679
Abb. 253 Neochilenia atra Backbg.
(Foto: SCHATTAT.)
Abb. 254 Neochilenia carneoflora
Kilian (Farbfoto: Kilian.)
680 Neochilenia
Abb. 255 Oben: Neochilenia deherdtiana Backbg.
Unten: Xeochilenia dimorpha (Ritt.) Backbg.
Neochilenia 681
Abb. 25(5 Neochilenia duripulpa (Ritt.) Backbg.
gepfropfte Jungpflanze.
Abb. 257 Neochilenia esmeraldana (Ritt.)
Backbg. (Foto: Krahn.)
682 Neochilenia
Abb. 258 Neochilenia mitis (Phel.) Backbg. ähnelt N. napina, mit der sie Schumann später zusammenzog,
aber hier sind schon an Jungpflanzen die Rippen erhalten geblieben und flach, die Blütenbehaarung ist etwas
stärker als bei N. napina (vgl. Abb. 260). Beide Bilder zeigen, daß Ritters Gattung Chileorebutia Ritt, nicht
aufrechtzuerhalten ist.
Abb. 259 Neochilenia
monteamargensis Backbg.
sproßt später reichlich am
Grunde. (Blütenangaben siehe
im Nachtrag.)
Neochilenia 683
Abb. 260 Neochilenia napina (Phil.) Backbg. hat am Standort Warzen, die bei alten Pfropfungen gern
wieder in höckrigeRippen zusammenfließen. (Vgl. Abb.258). Mit der Aufstellung der von Neochilenia nicht
trennbaren GattungChileorebutia hat Rittee ungewollt bewiesen, daß nur erstere berechtigt und wie frag-
würdig“seine Abtrennung der chilenischen „Pyrrhocactus-Arten sensu Ritt." ist.
Abb. 261 Neochilenia pilispina
(Ritt.) Backbg.
(Foto: H. Müller.)
68-t Neochilenia
Abb. 262 Links: Pfropfungen zwergiger Neochilenia-Arten
Rechts: Neochilenia taltalensis v. flaviflora. (Ritt.) Backbo
Abb. 263 Neochilenia residua (Ritt.) Backbo.
Xeodawsonia — Neogomesia 685
Abb. 264 Neodawsonia totolapensis
H. Bravo & MacDoxjo. (Fotos: MacDotjgall und [rechts] Sevilla.)
Abb. 265 Neogomesia agavoides Castan. Blüht zentral aus Jungareolen an der Warzenspitze (s.
Textanmerkung zum Bild von Ariocarpus trigonus).
44*
686 Neolloydia — Neoporteria
Abb. 266 Links: Neolloydia grandiflora (0.) Berg. Rechts: Neolloydia ceratites (Quehl) Be. & R.
Abb. 267 Neoporteria clavata (Söhr.) Werd. Das
Bild zeigt die für das (Jenas typischen, bis zum
Abblühen zusammengeneigten inneren Perigon-
blätter. alle Blüten gleich getönt. Röhre stielig
und sehwach behaart. Wenn Hutchinson zu
diesem Genus, das zu den am einheitlichsten
charakterisierten gehört, auch Neochileniaarten
einbezieht, so zeigt der Vergleich mit deren
Abbildungen, daß eine solche Vereinigung die
typischen Blütenunterschiede außer acht läßt.
Neoporteria — Neoraimondia 687
Abb. 268 Neoporteria gerocephala Y. Ito
zeigt eine weit größere Blüte als die ähnliche
N. nidus. N. multicolor Ritt, hat dagegen
große Blüten und ist nur eine Form der obigen
Art, die im Habitus
noch variabler ist als N. nidus.
Abb. 269 Neoraimondia aticensis Ratjh & Backbg. ist die einzige meemah
verbreitete und in den Trieben auseinanderstrebende Art. (Foto: Ratjh.)
688 Neoraimondia
Abb. 270 Neoraimondia gigantea (Werd. & Backbg.) Backbg.
Neoraimondia 689
Abb. 271 Neoraimondia-Blüten: Die Perigonblätter sind je nach Art weiß, rosa oder karminrot gefärbt,
die Röhre ohne längere Borstenstaeheln, die blühb.uen Areolen mehr und mehr zu Kurztrieben ausgebildet
(vgl. Neocardenasia herzogiana). (Foto: Rauh.)
690 Nopalea
Abb. 272 Xopalea nuda Backbg.
Nopalxochia 691
Abb. 273 Nopalxochia phyllanthoides(DC) Br. & R., eine wichtige Eiterart vieler „Phyllocactus“-Kreu-
zungen.
692 Nopalxochia
Abb. 274 Ein seltener Bastard: Von Nicolai gezogene Kreuzimg zwischen Nopalxochia phyllanthoides und
einer Echinopsisart bzw. Pseudolobivia aurea! Nach Rowley sollen daher hier auch gelbe Blüten neben
weißen auftreten. Die Knospen gleichen ganz denen der Nopalxochia.
Xotocactus — Nyctocereus 693
Abb. 275 Nbtocactus apricus (Ab.) Berg.
Abb. 276 Nyctocereus oaxacensis Be. & R.
(Foto: SCHATTAT.)
694 Obregonia — Opuntia
Abb. 277 Obregonia denegrii Fric.
Abb. 278 Opuntia bernichiana Hort, x : ein Beispiel für den Blüten- und Fruohtreichtum älterer flach-
triebiger Arten.
Opuntia 695
Abb. 279 Opuntia bispinosa Backbg. (Farbfoto: Reviere.)
Abb. 280 Opuntia ercctoolada
Backbg., Blütenlängsschnitt. Die Art
gehört zur schön blühenden Reihe
der zwergigen „Airampoae".
696 Opuntia
Abb. 281 Opuntia fragilis (Xutt.) Haw. Zierliche Form aus Britiseh-Kolumbien (Pentingtown).
(Foto: A. Meyer.)
Abb. 282 Opuntia galapageia v. biossetii
Backbg. Epidermis schwarz, Stacheln
weißlich-strohfarben. (Foto: J. Mjlrnier-L.)
Opuntia 697
Abb. 283 Opuntia galapageia v. echios (How.)
Backbg. mit Blüte und Früchten.
(Foto: E. Xatjndorff.)
Abb. 284
Opuntia galapageia v. myriacantha subv.
orientalis (How.) Backbg. Eine der
stammbildenden südlicheren Varietäten.
(Foto: Dawsox.)
698 Opuntia
Abb. 285 Opuntia horstii \Y. Heinr.
(Foto: Heinrich.)
Abb. 280 Opuntia macbridei Br. & R. mit
kleinerem, etwas aufgerichtetem Perianth
<Reihe „Macbrideanae"). (Foto: Schattat.)
Abb. 287 Opuntia quipa Web., zu der zwergigen,
ziemlich klein blühenden Unterreihe ‚‚Quipae"
gehörend. Blüte nicht voll geöffnet; im Hochstand
spreizen die Perigonblätter seitlich, Staubfäden und
<iriffel geschlossen weit hervorstehend.
(Farbfoto: Schattat.)
Opuntia 699
Abb. 288 Opuntia schickedantzii Web.
Die lange verschollene echte Art mit grünen
Kugelfrüchten (Foto: J. Mabnier-L.)
700 Opuntia — Oreocereus
Abb. 289 Opuntia stenopetala Eng. Blüten- und Frucht-Längsschnitte der getrenntgeschlechtig blühenden
Artenreihe ‚‚Stenopetalae".
Abb. 290 Oreocereus trollii (Kupp.) Backbg. Seitlich
blühendes Genus (im Gegensatz zu Morawetzia).
Oroya — Ortegocactus 701
Abb. 291 Oroya laxiareolata v. pluricentralis Backbg. (Foto: de Herdt.)
Abb. 292 Ortegocactus macdougallii Alex. Ein erst kürzlich entdecktes „missing link" der Reduktionslinie
bei den „Mamillariae": aus den Axillen, zentral und ziemlich groß blühend, der Fruchtknoten behaart (!).
(Foto: H. Bravo.)
45*
702 Pachycereus
Abb. 293 Pachycereus pringlei (S. Watson) Be. & R.: das reich blühende Triebende
einer älteren Pflanze.
Pachycereus 703
Abb. 294 Pachycereus-Früchte.
Links: P. pringlei (S. Wats.) Be. & R. Rechts: P. calvus (Eng.) Bk. & R.
Abb. 295 Aufgeplatzte Frucht des Pachycereus calvus (Eng.) Bk. & R. Die Art hat
im Gegensatz zu P. pringlei am Triebende nicht zusammenfließende Areolen.
704 Parodia
296
297
298
Abb. 296 Paiodia atroviridis Backbg.
Abb. 297 Parodia buenekeri BurN".
Abb. 298 Parodia catamarcensis Backbg.,
Typus der Art. Die v. rubriflorens Backbg.
blüht rot.
Parodia 705
Abb. 299 Parodia dextrohamata
Backbg.
Abb. 300 Parodia dextrohamata
v. stenopetala Backbg.
706 Parodia
Abb. 301 Parodia echinus Ritt.
Abb. 302 Parodia elegans Fechs., unbeschrieben. Blüten gelb, größer als bei P. erythrantha; Stacheln
weiß, anfangs obere Hälfte rötlich-braun.
Parodia
707
Abb. 303 Parodia erythrantha v. tliionantha
(Speg.) Backbg., gelbblühende Varietät des
ziegelrot blühenden Arttypus.
Abb. 304 Parodia fechseri Backbg.
zylindrisch werdend.
708 Parodia
Abb. 305 Parodia fuscato-viridis Backbg.
Abb. 300 Parodia gibbulosa Ritt.
Parodia 709
Abb. 307 Parodia glischrocarpa Ritt.
Abb. 308 Parodia kilianana Backbg.
(Foto: Kilian.)
710 l>arodia
Abb. 309 Oben: Parodia mairanana v. atra Backbg. (es gibt Übergänge zum Typus der Art).
Unten: Parodia otuyensis Ritt.
Parodia 711
Abb. 310 Parodia microsperma v. cafayatensis
Backbo. (Foto: J. Markier-L.)
Abb. 311 Parodia penicillata
Fechs. & v. d. Steeg.
(Farbfoto: Uhlig.)
712 Parodia
Abb. 312 Oben: Parodia camargensis v. prolifera Ritt. (Parodia prolifera Ritt.).
Unten: Parodia pseudostuemeri Backbg.
Parodia 713
Abb. 313 Parodia rauschii Backbg. (Foto: Kiliak.)
714 Parodia
Abb. 314 Links: Parodia rigida Backbg.
Rechts: Parodia rubellihamata Backbg.
Abb. 315 Parodia rubriflora Backbg.
Parodia 715
Abb. 316 Parodia rubrifuscata Ritt, unbeschrieben.
Abb. 317 Parodia sanagasta
v. viridior Backbg.
716 Parodia
Abb. 318 Oben: Parodia schwebsiana v. applanata Backbo.
Unten: Parodia setosa Bac♀bg.
Parodia 717
Abb. 319 Parodia sp., rotblühend, hellbraune
Hakenstacheln, angeblich aus der Gegend von Tarija
(Bolivien). (Sammlung Saint-Pie.)
Abb. 320 Parodia stuemeri (Werd.) Backbg.,
feinstachelige Form.
46*
718 Parodia
Abb. 321 Links: Parodia stuemeri v. robustior Backbg.
Rechts: Parodia tafiensis Backbg., rote Blüte mit rosa (!) Narben.
Abb. 322 Parodia
subterranea Ritt.
Parodia 719
Abb. 323 Parodia uhligiana Backbg. (Foto: Kilian.)
720 Pediocactus
Abb. 324 Pediocactus bradyi v. knowltonii (L. Bens.) Backbg.
Abb. 325 Pediocactus simpsonii (Eng.) Br. & R. Blüten nicht zentral, sondern im Kranz entstehend.
Peireskia — Pelecyphora 721
Abb. 326 Peireskia aculeata (Plum.)
Mill. (Zeichnung: Britton & Rose.)
Abb. 327 Peireskiopsis porteri (Bband.)
Bb. & Pv.: Die Blüte. (Poto: H. Bravo.)
Abb. 328 Pelecyphora pseudopectinata
Backbg.
326
328
327
722 Peniocereus
Abb. 329 Penioceieus haackeanus Backbg.,
die Blüte mit den für das Genus charakteristischen
herabgebogenen Perigon- und aufgelichteten
Staubblättern. (Farbfoto: Schattat.)
Abb. 330 Peniocereus haackeanus Backbg.: Frucht. (Foto: Schattat.)
Peniocereus — Pfeiffera 723
Abb. 331 Peniocereus marnieranus Backbg.
(Foto: J. Mabnier-L.)
Die Blüte zeigt Abb. 5, rechts.
Abb. 332 Pfeiffera ianthothele (Monv.) Web.
724 Phollosperma — Philippicereus
Abb. 333 Phellosperma tetrancistra (Eng.) Br. & R. hat lt. Buxbattm eine echte Röhre, ein ziemlich großes
Perianth und Samen mit großem korkigem Nabel.
Abb. 334 Philippicereus castaneus (Phil.) Backbg. mit für das Genus typischen dichten Stacheln an Blüte
und Frucht.
Pilocanthus — Pilocopiapoa 725
Abb. 335 Pilocanthus paradinei (B. W. Bens.)
B. W. Bens. & Backbg. hat eine ungewöhnliche
dreiphasige Bestachelung, im Alter mit unter
sämtlichen Kugelkakteen einzigartiger langer
Haarstachelbildung, außerdem eine ziemlich
große, zentrale Blüte. L. Benson bezieht die Art
zu dem kranzartig blühenden Pediocactus ein.
Ein Vergleich der Abbildungen zeigt, daß dies
nicht gerade zur Klärung der Unterschiede
beiträgt.
Abb. 336 Pilocopiapoa solaris Ritt., Blüten wie bei Copiapoa, aber behaart. Eine Spezies der Copiapoa-
Artengruppe beschrieb schon Rümpleb mit behaarten Blüten. Echinocactus bridgesii Pfeiff. Es sollte
nachgeprüft werden, ob nicht beide Arten identisch sind. (Foto: Wottters.)
726 Pilosocereus — Polaskia
Abb. 337 Pilosocereus sergipensis (Werd.) Byl. & Rowl. mit der
für das Genus typischen ± stark auftretenden Areolen-Flockenbil-
dung und der glockig-trichterigen Blüte. Alle Früchte sind breitrund,
mit Perianthrest, Samen glänzend. (Foto: Voll.)
Abb. 338 Polaskia ehichipj (Goss.) Backbg.,
baumartig wachsend.
Pseudoespostoa 727
Abb. 339 Pseudoespostoa melanostele (Vpl.) Backbg. mit nur oberflächlichem Cephalium, nicht aus einei
Rinne wie bei Espostoa (vgl. Abb. 111), stammlos, basal verzweigend, Samen glänzend. Die Artengruppe
wurde schon von Webdermann getrennt gehalten. Die zuweilen vorgenommene Zusammenfassung mit
Espostoa hat — auch wegen der ähnlichen, wenn auch unterschiedlichen Behaarung — mitunter zu
Irrtümern in der Benennung der Arten geführt. (Foto: Rauh.)
728 Pseudolobivia
Abb. 340 Pseudolobivia carmineoflora
Hoffm. & Backbg. Der Körper- und Rippen-
form nach der „Echinopsis orozasana Ritt."
gleichend, die Kerbung wie auch bei Lobivia,
ebenso die nur am Tage offene, lachskarmin
gefärbte Blüte, deren Länge zwischen der von
Echinopsis und Lobivia. Das Bild zeigt, daß
ohne Einschaltung von Pseudolobivia auch
Echinopsis und Lobivia nicht trennbar wären,
ebenso Trichocereus. Bei Pseudolobivia
reicht die Blütenlänge von „lobivien-kurz"
bis „echinopsis-lang". Die Trennung
veranschaulicht besser die jeweiligen Artgruppen.
Abb. 341 Pseudolobivia kratochviliana (Backbg.) Backbg. echinopsisähnlich, aber mit relativ kurzen
Blüten wie bei Lobivia.
Eine neue weitere Pseudolobivia s. auch unter Abb. 97: Echinopsis sp.? (Pseudolobivia luteiflora Backbg.
n. sp.)
Pseudolobivia 729
Abb. 342 Pseudolobivia orozasana (Ritt.) Backbg.
(Foto: J. Mabnier-L.)
Abb. 343 Pseudolobivia polyancistra (Backbg.)
Backbg. Durch überstarke Gaben von
Kunstdünger (Polyfertisal) hervorgerufene Veränderung:
die Rippen wurden zu Reihen von Warzen, diese
oben mit einem Blättchen (!), die Stacheln
änderten in kurze, weiße Börstchen ab, die Blüte
entstand zentral, der Fruchtknoten ist stark eingesenkt.
Das Perianth blieb normal. Ohne klärende
Untersuchungen dieses Phänomens können bei den
Cactaceae vermutlich auch die bisherigen
entwicklungsgeschichtlichen Theorien nicht als gesichert
gelten.
730 Pseudozygocactus — Pterocactus
Abb. 344 Pseudozygocactus epiphylloides v. bradei (Camp.-Port. & CaST.) Backbo. Standortsbild (Aus
schnitt aus einer dicht verzweigten und lang herabhängenden Pflanze). (Foto: Friedrich.)
Abb. 345 Pterocactus decipiens Gurke.
Pterocereus — Pygmaeocereus 731
Abb. 346 Pterocereus foetidus MacDoug. & Mm. (Zeichnung der Autoren.)
Abb. 347 Pygmaeocereus densiaculeatus Backbg. (links) und Makroaufnahme des Scheitels mit
gefiederten, schwarz gespitzten Jungstacheln (rechts).
732 Pygmaeocereus
Abb. 348 Pygmaeocereus rowleyanus Backbg. (links) und P. bylesianus Backbg. (rechts).
(Farbfoto: Andreae.)
Pyrrhocactus 733
■HMMMM
Abb. 349 Pyrrhocactus atrospinosus Backbg. (oben) und P. melanacanthus¾ACKBG. (unten).
(Farbfotos: Lbmboke.)
47*
734 Pyrrhocactus
Abb. 350 Pyrrhocactus bulbocalyx (Wekd.) Backbg. (Farbfoto: Wotjtees.)
Abb. 351 Pyrrhocactus melanacanthus Backbg.
Pyrrhocactus — Quiabentia 735
Abb. 352 Pyrrhocactus umadeave v. marayesensis Backbg. (Farbfoto: Lembcke.)
Abb. 353 Quiabentia zehntneri (Be. & B.)
Br. & R. (Zeichnung: Castellanos.)
736 Rathbunia
Abb. 354 Rathbunia neosonorensis Bäckbo.
Abb. 355 Rauhocereus riosaniensis Backbo. (Foto: Ratjh.)
Abb. 350 Rauhocereus riosaniensis Backbo., die Blüte und deren Längsschnitt. (Foto: Schattat.)
Rauhocereus 737
355
356
738 Rebutia
Abb. 357 Rebutia calliantha Wessn., eine reich und groß blühende Art.
Abb. 358 Eebutia glomeriseta Card., von manchen auch als Sulcorebutia angesehen, aber ohne strich-
förmige Areolen, die das einheitliche Kennzeichen des letzteren Genus sind; diese sowie z.T. Rüben- und
Polsterbildung aus einer Hauptrübe oder weit größere Blütenschuppen sind der differenzierende
Merkmalskomplex von Sulcorebutia. (Foto: J. Marnier-L.)
Eebutia 739
Abb. 359 Eebutia graciliflora Backbg., einzige Art mit z.T. schwärzlichen Mittelstacheln.
Abb. 360 Die reich blühende Rebutia kariusiana Wessn. (Farbfoto: Schiel.)
740 Rebutia — Reicheocactus
Abb. 361 Rebutia permutata W. Heine, (rechts) und
die v. gokrausei W. Heinr. (links).
(Fotos: Heinrich.)
Abb. 362 Rebutia senilis Backbg.
Abb. 363
Reicheocactus sp. (von Ritter),
fälschlich auch „Lobivia famati-
mensis sensu Ritt." genannt
(vgl. mit SpEGAZziNi-Foto!),
Blüte nur kurzröhrig, nur die
untere Region stärker behaarv
(oben). — Längsschnitt der Blüte
(keine Lobivienblüte!) (unten)
(Farbfotos: Buintng.)
Woher das Material Ritters
stammt, hat dieser selbst bisher
nicht angegeben.
Reicheocactus 741
Abb. 364 Reicheocactus: Bestachelungsvergleich:
Links: Reicheocactus pseudoreicheanus Backbg., die Bestachelung nicht ‚,weißlich" (wie bei Lob. famati-
mensis). Rechts: Gelbliche Bestachelung des von Ritter gesammelten Pflanzenmaterials FR 459. Fechser
sammelte neuerdings den Reicheocactus pseudoreicheanus bei Guandacol, Quebrada de la Troja, Cerro El
Cordobés (La Rioja). Nach ihm kommt die Art nicht in der Sierra Famatina vor, sondern das Gesamtareal
reicht von deren Westgrenze bis in die Nordoststrecke von San Juan.
Abb. 365 Reicheocactus pseudoreicheanus Backbg. : Typische Tönnchenform alter Pflanzen.
742 Reicheocactus
Abb. 366a Zum Vergleich mit Reicheooactus: Lobivia famatimensis (Speg.) Bk. & R., verschieden groß
bzw. lang blühend: Keine Tönnchenform, Röhre länger, derber und viel stärker behaart als bei dem Ritter-
Material von Abb. 363, andere, mehr kammförmig gestellte Bestachlung als beim Typus von Reicheocactus,
nur ähnlich der des RiTTEE-Materials, doch die Blüten ganz verschieden. Es muß danach bei der Fassung
von Brittost u. Rose bleiben, das RiTTER-Material zu Reicheocactus einbezogen werden. Diesem Foto
Spegazzinis mit sich öffnender Blüte entspricht die von Blossfeld in der Sa. Famatina gesammelte
„Lobivia famatimensis v. albolanata", mit gelben Blüten von nur 4 cm W; sie ist als v. famatimensis
anzusehen.
Rhipsalidopsis 743
Abb. 367 Rhipsalidopsis rosea (Lag.) Bb. & R.
Oben: Typpflanze der Originalbeschreibung.
Unten: Farbbild des Blütenlängsschnittes. Die Staubfäden sind basal inseriert.
744 Rhipsalii>
Abb. 368 Rhipsalis houlletiana Lem. einzige Art
mit nickenden Blüten. Der Fruchtknoten ist scharf
gekantet.
Abb. 369 Rhipsalis pilosa Web., nur ein Name!
Blüten nur 572 mm 01 Eine Madagaskar Art.
Rhodocactus 745
Abb. 370 Rhodocactus antonianus Backbg.
746 Rhodocactus
Abb. 371 Rhodocactus antonianus Backbg. Links: Blütenaufnahme. Rechts: Längsschnitt.
Makro.
Rhodocactus — Ritterocereus 747
Abb. 372 Rhodocactus sacharosa (Griseb.)
Backbg. mit unterstandiger Samenhöhle.
(Foto: J. Marnier-L.)
Abb. 373 Ritterocereus laevigatus (SD.) Backbg.
die Blüte, typisch für das Genus.
748 Rodentiophila — Rooksbya
Abb. 374 Rodentiophila megacarpa Ritt. (Farbfotos: Woutees.)
Abb. 375 Rooksbya euphorbioides (Haw.) Backbo., unbestachelte Blutenform. Bei diesem Genus ist die
Stachelentwicklung an der Blüte uneinheitlich. (Farbfoto: Riviere.)
Roseooactus — Roseocereus 749
Abb. 376 Roseocactus fissuratus (Eng.) Beeg.
Das Genus blüht zentral aus dem Spaltriß der
jüngsten Warzen. Eine Vereinigung mit Ariocarpus,
wie sie Anderson mangels eines einheitlichen
Ordnungsprinzips vornahm, ist abzulehnen, da man
dann auch logischerweise nicht mehr Coryphantha
und Mamillaria trennen könnte.
(Zeichnung: Engelmann.)
Abb. 377 Roseocereus tephracanthus (Lab.)
Backbg.: die typische Bekleidung der
beginnenden Fruchtbildung.
48*
750 Samaipaticereus — Selenicereus
Abb. 378 Samaipaticereus corroanus Card.
(Foto: Cabdenas.)
Abb. 379 Sclerocactus polyancistrus
(Eng. & Bio.) Br. & R.
Abb. 380 Selenicereus pringlei Rose.
(Foto: Haage jr.)
Seticereus 751
Abb. 381 Seticereus icosagonus (Hbk.) Backbg.: Alter Borstenschopf der Blütenregion. (Foto: Rauh.)
752 Seticereus
Abb. 382 Seticereus roezlii (Hge.) Backbg. Vielleicht eine var. der reich blühenden und seitlich
sprossenden Art. Der S. eh lorocirpus (von BrxHACM fälsch lieh als ‚‚Browningia" bzw. (iyiniitintlioccreus angesehen)
sproßt nur scheitelnah. (Farbfoto: Pallanca.)
Abb. 383 Frucht des Seticereus icosagonus (HBK.)
Backbg. Die Frucht wird viel größer als die von
Borzicactus und Loxanthocereus; die Seticereusblüten
haben auch allein eine gedrückte Röhre.
Seticleistocactus — Setiechinopsis 753
385
Abb. 384 Seticleistocactus dependens (Card.)Backbg.
Die Blüten mit den für das Genus charakteristischen
langen Borsten. (Foto: J. Marnier-L.) (s. auch Abb. 59
links).
Abb. 385 Seticleistocactus piraymirensis (Card.)
Backbg. Das Genus ist auch nach Cardenas
eine Sonderstufe. (Foto: Cardenas.)
Abb. 386 Setiechinopsis mirabilis (Speg.) de Haas:
Der Typus des Genus, stärkere Stacheln als die Varietät
bildend und die stark duftenden Blüten morgens länger
geöffnet. (Foto: Voll.)
754 Setiechinopsis — Soehrensia
Abb. 387 Setiechinopsis mirabilis v. gracilior
Backbg. mit feinerer Bestachelung, die Blüte
früher schließend, Duft schwächer.
Abb. 388 Soehrensia bruchii (BR, & R.)
Backbg. (Farbfoto: Rivieee.)
Soehrensia 755
Abb. 389 Soehrensia ingens Br. & E. ex Backbg.
Oben: Blühender Typus der Art.
Unten: Etwas länger bestachelte Form mit orangerötliehen Blüten.
(Farbfoto: Schicketanz.)
756 Soehronsia — Solisia
Abb. 390 Soehrensia korethroides (Werd.) Backbg.: Von Rausch gefundene Form oder Varietät mit
höherem Wuchs (oder besonders hohe Altersform?) als die meist kugeligen Pflanzen (daher in Argentinien
„Kegelkugeln" genannt)? Die Bestachelung ist am Standort dichter als bei Kulturpflanzen
(Farbfoto: Rausch.)
Abb. 391 Solisia pectinata (B. Stein) Br. & R.
Stenocereus — Strombocactus 757
Abb. 392 Stenocereus stellatus (Pfeiff.) Kicc. Die Blüte
der hochstrauchigen Art hat ein ziemlieh dicht bestacheltes
Ovarium, die ähnlichen des Marginatocereus weisen
dagegen lediglich vereinzelte Stächelchen an der Röhre auf.
Abb. 393 Stephanocereus leucostele (Gurke) Berg.
Abb. 394 Strombocactus disciformis (De.) Br. & R. entwickelt mitunter verschieden große Blüten.
758 Strophocactus — Submatucana
Abb. 395 Strophocactus wittii (K. Sch.)
Br. & R. (Foto: Haage jr.)
Abb. 396 Submatucana madisoniorum (Hutch.)
Backbg. Die meist breitrunde Kugelart, nur selten
im Alter gestreckt wie viele andere Kugelkakteen
(z. B. Notocactus, Parodia etc.), zeigt den Widersinn
einer Kombinierung mit dem schlankcereoiden
Borzicictus, wie sie Kimnach und Hutchison
vomihmen, von der unterschiedlichen Blütenform
abgesehen. Würde eine solche Zusammenfassung —
wie es logischerweise nach Ansicht der genannten
Autoren notwendig wäre — einheitlich durchgefühlt,
wären die Folgen nicht abzusehen und würden ganz
unübersichtliche Riesengattungen entstehen, die das
Natuischaffen nicht mehr klar wiedergeben.
(Foto: SCHATTAT.)
Subpilocereus — Sulcorebutia
759
Abb. 397 Subpilocereus repandus v. weberi
(Backbg.) Backbg.: die typische doppelt
verengte Blüte und dickwandige Frucht.
(Foto: HlTMMELINCK.)
Abb. 398 Sulcorebutia candiae (Card.) Backbg. (Farbfoto: Schattat.)
760 .Sulcorebutia
Abb. 399 Sulcorebutia taratensis Card. (Farbfoto: Rausch.)
Abb. 400 Sulcorebutia lepida Ritt. n. n. Identisch mit S. mentosa Ritt.? (Foto: J. Marniee-L.)
Sulcorebutia 761
Abb. 401 Sulcorebutia steinbachii (Werd.) Backbg. Die tiefgrünen Varietäten mit verschiedenen Blüten:
Links: v. rosiflora Backbg. Rechts: v. violaciflora Backbo.
(Foto: J. Marniee-L.)
Abb. 402 Sulcorebutia sp. „Rausch No. 64"
wahrscheinlich S. taratensis (vgl. Abb. 403).
(Farbfoto: Rausch.)
762 Sulcorebutia
Abb. 403 Sulcorebutia steinbachii (Weed.) Backbg. Die tiefgrünen Varietäten mit verschiedenen Blüten:
Links: v. rosiflora Backbg. Rechts: v. violaciflora Backbg.
(Foto: J. Maknieb-L.)
Abb. 404 Sulcorebutia tiraquensis (Card.) Backbg. (Die Kombination wurde von Rittee später
irrtümlich noch einmal vorgenommen.) Eine besonders derbstachelige Form. (Foto: Kiliast.)
Sulcorebutia 763
Abb. 405
Oben: Sulcorebutia tiraquensis (Caed.) Backbg.
Links: var. tiraquensis Rechts: var. electracantha Backbg.
Unten: Andere Sulcorebutiaarten und -formen.
{Oberes Farbfoto: Kilian.)
49 Kakteenlexikon 5. A.
764 Sulcorebutia — Tacinga
Abb. 406 Sulcorebutia xanthoantha Backbg.
(Farbfoto: Kilian.)
Abb. 407 Tacinga atropurpurea v. zehntnerioides
Backbg.
Tephrocactus 765
Abb. 408 Tephrocactus alboareolatus Ritt. (Farbfoto: Hegenbart.)
Abb. 409, Tephrocactus alboareolatus Ritt.
Einzeltrieb.
49*
766 Tephrocactus
Abb. 410 Tephrocactus atroglobosus Backbg. (Farbfoto: Rivieee.)
Abb. 411 Tephrocactus catacanthus Backbg. Abb. 412 Tephrocactus coloreus BlTT.
Tephrocactus 767
Abb. 413 Tephrocactus corotilla (K. Sch.)
Backbg.: Blütenlängssohnitt.
Abb. 414 Tephrocactus curvispinus Backbg.
768 Tephrocactus
Abb. 415 Tephrocactus flexispinus Backbg.
Abb. 410 Tephrocactus glomeratus
(Haw.) Backbo. Typus der Art
Tephrocactus 769
Abb. 417 Tephrocactus glomeratus v. atratospinus Backbg., Einzeltriebe. (Foto: Kilian.)
Abb. 418 Tephrocactus
glomeratus v. lengispinus
Backbg.
770 Tephrocactus
Abb. 419 Tephrocactus hegenbartianus Backbg., reich sprossend (oben), und Einzeltrieb (unten).
Tephrocactus 771
Abb. 420 Tephrocactus longiarticulatus
Backbg. (Farbfoto: Heqenbakt.)
Abb. 421 Tephrocactus melanacanthus
Backbg.
772 Tephrocactus
Abb. 422 Tephrocactus mierosphaericus
Backbo.
Abb. 423 Tephrocactus neuquensis (Borg) Backbg. (Foto: J. Mabkier-L.)
Tephrocactus 773
Abb. 424 Tephrocactus parvisetus Backbo.
Abb. 425 Tephrocactus rauhii Backbg. — Landschaft. (Foto: Rauh.)
774 Tephrocactus
Abb. 426 Tephrocactus sphaericus
v. glaucinus Backbo.
VN
Abb. 427 Tephrocactus subterraneus
(R. E. Fries) Backbo.
Tephrocactus — Thelocactus 775
Abb. 428 Tephrocactus virgultus Backbg. (Foto: J. Marnier-L.)
Abb. 429 Thelocactus flavidispinus
(Backbg.) Backbg.
776 Thrixanthocereus
Abb. 430 Thrixanthocereus blossfeldiorum (Weed.)
Backbg. Blühender Trieb mit Cephalium.
Abb. 431 Querschnitt eines Cephaliumtriebes von
Thrixanthocereus blossfeldiorum (Webd.) Backbg., das
Cephalium nur leicht vertieft stehend, kein Spaltcephalium wie
bei Espostoa, mit der die Art also nicht verbunden werden
kann. (Foto: Cullmann.)
Thrixanthocereus 777
Abb. 432 Die Variationsbreite des Thrixanthocereus blossfeldiorum (Werd.) Backbg. I.
Links: Normalform mit feineren Stacheln und dunklen, kürzeren Mittelstacheln.
Rechts: Form mit derberen Stacheln und kräftigeren, längeren Mittelstacheln.
778
Thrixanthocereus
Abb. 433 Die Variationsbreite des
Thrixanthocereus blossfeldiorum (Webd.) Backbg. II.
Mittellang, fein und fast borstig sowie rein weiß
(auch die dünnen Mittelstacheln) bestachelte
Form. Da die Samen dieser Art und des Thr. cull-
mannianus gleich sind, mag letzterer nur als
Varietät angesehen werden können.
Abb. 434 Thrixanthocereus cullmannianus
Kitt. (Foto: Rittee.)
Thrixanthocereus — Toumeya 779
Abb. 435 Thrixanthocereus senilis Ritt.
(Foto: Rittee.)
Abb. 436 Toumeya papyracantha
(Eng.) Br. & R.
50 Kakteenlexikon 5. A.
780 Trichocereus
437
438
439
Abb. 437 Trichocereus grandiflorus Backbg.
(Foto: J. Mabotee-L.)
Abb. 438 Trichocereus lamprochlorus (Lem.)
Backbg. Die echte, glänzend dunkelgrüne
bolivianische Art. (Foto: J. Marnier-L.)
Abb. 439 Trichocereus rubinghianus Backbg.
Trichocereus 781
Abb. 440 Trichocereus smrzianus (Backbg.) Backbg. Erst kürzlich gelang es Rttbingh, Holland, ein
Exemplar zur Blüte zu bringen und damit die richtige Zugehörigkeit zu klären. (Foto: Rubingh.)
50*
782 Turbinicarpus - Utahia
Abb. 441 Turbinicarpus roseiflorus Backbg.
Abb. 442 Utahia sileri (Eng.)
Br. & R. Es gibt auch eine fast
rein weiß bestaehelte Form.
Vatricania 783
Abb. 443 Vatricania guentheri (Kupp.) Backbg.
Die typische Blüte und beginnende Borstenschopfbildung.
(Foto: Andreab.)
Abb. 444 Vatricania guentheri (Kupp.) Backbg.:
riesiger alter Schöpf. Buxbaums Einbeziehung des
Genus zu Espostoa beweist auch hier, daß seine
Zusammenziehungen willkürlich sind, denn bei beiden
Gattungen sind Blütenform, Cephalium und
Blütenursprung völlig verschieden, der oberflächlich ringsum
gebildete Altersschopf fehlt bei Espostoa völlig.
784 Weberbauerocereus
Abb. 445 Weberbauerocereus albus Ritt. (Foto: Rittee.)
Abb. 446 Weberbauerocereus longicomus
Ritt. (Foto: Ritter.)
Weberbauerocereus 785
Abb. 447 Weberbauerocereus — Blüten:
Links: W. weberbaueri (K. Sch.) Backbg. Rechts: W. seyboldianus Rauh & Backbg.
(Farbfoto: Rat/h.)
786 Weberbauerocereus — Weberocereus
Abb. 448 Weberbauerocereus winterianus Ritt. (Foto: Ritter.)
Abb. 449 Weberocereus tunilla (Web.) Br. & R.
Weingartia 787
Abb. 450 Weingartia cintiensis (Card.?) (Farbfoto: Rausch.)
Abb. 451 Weingartia neocumingii Backbo. Länger bcstaehelte Foim (\\*. pulquinensis Card.) (links),
W. riograndensis Ritt, (rechts). (Farbfotos: Schattat.)
788 Weingartia — Wilcoxia
Abb. 452 Weingartia neumanniana
v. aurantia Backbo.
(Farbfoto: Schattat.)
Abb. 453 Werckleocereus tonduzii
(Web.) Br. & R.
Abb. 454 Wilcoxia albiflora Backbq.
452
454
453
Wilmattea — Winterocereus 789
Abb. 455 Wilmattea minutiflora
(Br. & K.) Be. & R.
Abb. 456 Winterocereus (Hildewintera) aureispimis (Ritt.) Backbg. nom. nov. (Farbfoto: Cullmahn.)
790 Wittia - Zehntnerella
Abb. 457 Wittia panamensis Br. & E. (Foto: Rose.)
Abb. 458 Zehntmrella squamulosa Br. & R.
Zygocactus — Arrojadoa 791
Abb. 459 Zygocactus truncatus (Haw.)
K. Sch. Seltene seitenblütige Form.
(Foto: Voll.)
Bilder zum Nachtrag:
Abb. 460 Arrojadoa aureispina Buin. & Bbed. am Standort. (Foto: Buining.)
792 Arrojadoa
Abb. 461 Arrojadoa dinae Bvrs. & Beed. am Standort mit Früchten. (Foto: Buining.)
Abb. 462 Arrojadoa eriocaulis Buxn. & Bbeed.
(Foto: Bttdung.)
Austrocephalocereus 793
Abb. 463 Austrocephalocereus
dybowskii (Goss.) Backbg.
(Foto: BunnNG.)
Abb. 464 Austrocephalocereus purpureus
Güeke (Backbg.) am Standort.
(Foto: Buining.)
794 Aylostera
Abb. 465 Aylostera buiningiana
Rausch. (Foto: Buining.)
Abb. 466 Aylostera heliosa
Rausch. (Foto: Rausch.)
Abb. 467 Aylostera jujuyana
Rausch. (Foto: Rausch.)
Buiningia 795
Abb. 468 Buiningia aurea (Kitt.) Btjxb. am Standort. (Foto: Buining.
Abb. 469 Buiningia brevicylindrica
Bura. am Standort. (Foto: Buiking.)
51 Kakteenlexikon 5. Aufl.
796 Buiningia — Lobivia
Abb. 470 Buiningia purpurea
Buin. & Bred. am Standort.
(Foto: Buining.)
Abb. 471 Lobivia amblayensis
■ Rausch. (Foto: Rausch.)
Abb. 472 Lobivia cardenasiana
Rausch. (Foto: Rausch.)
Lobivia 797
Abb. 473 Lobivia cornuta
Rausch. (Foto: Buining.)
Abb. 474 Lobivia draxleriana Rausch. (Foto: Rausch.)
51*
798 Lobivia
Abb. 475 Lobivia friöii Rausch.
(Foto: Rausch.)
Abb. 476 Lobivia glauca paucioo-
stata Rauschi (Foto: Rausch.)
Abb. 477 Lobivia leptacantha
Rausch. (Foto: Rausch.)
Lobivia 799
Abb. 478 Lobivia mizquensia
Rausch. (Foto: Rausch.)
Abb. 479 Lobivia pusilla Ritt.
(Foto: Rausch.)
Abb. 480 Lobivia pusilla v.
flaviflora. (Foto: Rausch.) ijf
800 Lobivia
Abb. 481 Lobivia siouaniensis
Rausch. (Foto: Rausch.)
Abb. 482 Lobivia tiegeliana
Wessn. Typus links, v. ruberrima
rechts. (Foto: Rausch.)
Abb. 483 Lobivia zeoheri
Rausch. (Foto: Rausch.)
Mediolobivia 801
Abb. 484 Mediolobivia (Rebutia) brunescens Rausch. (Foto: Rausch.)
Abb. 485 Mediolobivia eos Rausch. (Foto: Rausch.)
802 Melocactus
Abb. 486 Melocactus albicephalus Burx. & Bred. (Foto: Buining.)
Abb. 487 Melocactus azureus
Btjin\ & Bred. am Standort.
(Foto: BrixiNG.)
Melocaotus 803
Abb. 488 Melocactus concinnus Buix. & Bred. am Standort. (Foto: Buining.)
Abb. 489 Melocactus cremnophilus Buin. & Beed. am Standort. (Foto: BuiNrNG.)
804 Melocaotus
Abb. 490 Melocaotus
erythracanthus Bura. & Bebd.
am Standort. (Foto: Buintng.)
Abb. 491 Melocaotus
ferreophilus Buin. & Bbed. am
Standort. (Foto: Buining.)
Melocactus — Notocactus 805
Abb. 492 Melocactus glaueescens Btjin. & Beed. (Foto: Buining.
Abb. 493 Notocactus buiningii Buxb. (Foto: Bxjining.)
806 Notocactus
Abb. 494 Notocactus carambeiensis Buin. & Bred. (Foto: Buining.)
Abb. 495 Notocactus roseoluteus v. Vliet. (Foto: van Vliet.)
Notocactus — Parodia 807
Abb. 496 Notocactus uebelmannianus Buin. am Standort. (Foto: (Buining.)
Abb. 497 Parodia andreae Brandt (Foto: Brandt.)
808 Parodia
Abb. 498 Parodia aureispina Backbg. v. australis Brandt (links); Parodia aureispina v. rubiflora Backbg.)
Brandt (rechts). (Foto: Brandt.)
Abb. 499 Parodia aureispina Backbg. (links); Parodia aureispina v. vulgaris Brandt, (rechts). (Foto:
Brandt.)
Parodia 809
500 501
Abb. 500 Parodia backebergiana Brandt. (Foto: Brandt.)
Abb. 501 Parodia challamarcana Brandt. (Foto: Brandt.)
Abb. 502 Parodia culpinensis Kitt.
(Foto: Brandt.)
810 Parodia
Abb. 503 Parodia friöiana Brandt.
(Foto: Brandt.)
Abb. 504 Parodia gibbulosoides Brandt. (Foto: Brandt.)
Abb. 505 Parodia ignorata Brandt. (Foto: Brandt.)
504 505
Parodia 811
506 507
Abb. 506 Parodia kilianana Backbg. (Foto: Brandt.)
Abb. 507 Parodia koehresiana Brandt. (Foto: Brandt.)
Abb. 508 Parodia krasuckana Brandt. (Foto: Brandt.'
Abb. 509 Parodia lauii Brandt. (Foto: Brandt.)
508 509
52 Kakteenlexikon 5. A.
812 Parodia
510 511
Abb. 510 Parodia neglecta Brandt. (Foto: Brandt.)
Abb. 511 Parodia neglectoides Brandt. (Foto: Brandt.)
Abb. 512 Parodia pluricentralis Backbg. & Brandt. (Foto: Brandt.)
Abb. 513 Parodia pseudoprocera Brandt (Foto: Brandt.)
512 513
Parodia 813
514 515
Abb. 514 Parodia punae Cakd. (Foto: Brandt.)
Abb. 515 Parodia rostrum-sperma Brandt. (Foto: Brandt.)
Abb. 516 Parodia salmonea
Brandt. (Foto: Brandt.)
52*
814 Parodia
Abb. 517 Parodia spegazziniana Brandt.
(Foto: Brandt.)
Abb. 518 Parodia superba Brandt. (Foto: Brandt.)
Abb. 519 Parodia thionantha Brandt. (Foto: Brandt.)
518
519
Parodia 815
Abb. 520 Parodia weberiana Brandt.
(Foto: Brandt.)
Abb. 521 Parodia zaletaewana Brandt. (Foto: Brandt.)
816 Pseudopilocereus
522
523
Abb. 522 Pseudopilocereus fulvilanatus Buin. & Bked. (Foto: Buining.)
Abb. 523 Pseudopilocereus magnificus Buin. & Beed. (Foto: Buining.)
Uebelmannia 817
Abb. 524 Uebelmannia buiningi Donald am Standort. (Foto: Btjintng.)
Abb. 525 Uebelmannia flavispina Bxjik. & Bked. am Standort. (Foto: Buining.)
818 Uebelmannia
Abb. 52ö Uebelmannia meninensis Bitin. am Standort. (Foto: Bttining.)
Abb. 527 Uebelmannia pectinifera Bura. am Standort. (Foto: Buining.)
Rebutia — Sulcorebutia 819
Abb. 528 Rebutia margarethae Rausch. (Foto: Rausch.)
Abb. 529 Sulcorebutia alba Rausch. (Foto: Rausch.)
820 Sulcorebutia
Abb. 530 Sulcorebutia flavissima Rausch. (Foto: Rausch.)
Abb. 531 Sulcorebutia krahnii Rausch. (Foto: Rausch.)
Sulcorebutia 821
Abb. 532 Sulcorebutia frankiana Rausch. (Foto: Rausch.)
Abb. 533 Sulcorebutia verticillacantha v. aureiflora Ritt. (Foto: Rausch.)
822 Sulcorebutia
Abb. 534 Sulcorebutia rauschii Frank. (Foto: Rausch.)