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ISBN: 0023-1290

Year: 2022

Text
                    REPORT

Vorbild Sancho: Die Jugend-Bewegung beim BVB

GLASGOW RANGERS

Balogun

Österreich € 3,60, Schweiz 6,20 sFr., BeNeLux € 3,90, Frankreich € 4,20 Italien € 4,20, Spanien (cont.) € 4,50, Kanaren (Luftfracht) € 4,80, Ungarn 1 490 Ft., Griechenland € 4,90, Dänemark 37,95 Dkr

Seine Ansage
für Dortmund

Superpott
Endlich wieder Europapokal!
Großen Sport verspricht vor
allem die Champions League.

I N T E RV I E W

Sow zählt
auf die
Rückkehr
der Fans

ADEYEMI UND CO.

Das System
Salzburg

Das würde er im 14
Fußball ändern 3,20

GESPRÄCH MIT AOGO

14. 2. 2022
7. WOCHE
¤



14. FEBRUAR 2022 EDITORIAL I N DI ES ER AU S G AB E Jörg Jakob Chefredakteur Festspielwochen im Europapokal – Nörgler nerven 6 Fachgespräch: Zum Start der K.-o.-Duelle in Europa beleuchtet Prof. Dr. Holger Broich das große Thema Belastungssteuerung. Z ur Erscheinung des sogenannten modernen Fußballs gehört, dass er es noch weniger allen recht machen kann, als es der traditionelle vermochte. Und erstaunlich ist immer wieder, wie Fans der jüngeren Generation nach einer „Tradition“ rufen, die sie gar nicht kennen. Die Gnade der frühen Geburt mit zum Beispiel einem Europapokal ohne Gruppenphase und einem Wettbewerb nur für Pokalsieger wurde ihnen nicht zuteil. Und rauchen durfte man im Stadion auch noch … 14 12 84 88 Fernverkehr: Der BVB ist eine der besten Adressen für die Weiterbildung von Talenten aus dem Ausland – die Gründe. WAS WAR DIE AUFREGUNG groß, als die K.-o.-Runden in der Champions League über mehrere Spieltage gestreckt wurden. Ist das jetzt wirklich ein Problem? Im Gegenteil! Ich freue mich auf die Festspielwochen im Frühjahr, die ersten Achtelfinalpartien am Dienstag und am Mittwoch, die nächsten in der kommenden Woche. Nun eben mit Auswärtstoren, die einfach und nicht doppelt zählen. Aber weiterhin mit aufregenden Klubs, herausragenden Mannschaften, fantastischen Stars – kurzum: großem Sport. Und der muss immer im Mittelpunkt stehen. Alles andere ist maximal zweitrangig bis „wurscht“. Doch heute entbrennen geradezu Glaubenskriege wie etwa über das vegane Angebot in einer Arena. In Deutschland arbeiten sich manche Dauernörgler so sehr am Fußball ab, dass ich mich frage: Geht’s noch? Und wenn ja: wirklich ums Spiel? Führungsqualität: Djibril Sow bezieht Stellung zur Frankfurter Eintracht, der Schweizer Nati, der WM in Katar. 19 Bundesliga: Aktuelles vom 22. Spieltag Foto: picture point Wir wünschen eine schöne Woche! 48 2. Liga: Aktuelles vom 22. Spieltag Frühlingsgefühl: Bei Leipzigs Angelino ist der Spaß zurück, gegen San Sebastian will er sich für La Furia Roja empfehlen. Facettenreich: Dennis Aogo über die großen Themen des Fußballs – neue Wege, grobe Einschnitte, Rassismus 64 International: Aktuelles aus aller Welt 72 3. Liga: Aktuelles vom 26. Spieltag 78 Regionalliga: Aktuelles aus den Regionen kicker ist Mitglied im Verbund „EUROPEAN SPORTS MEDIA“. Dazu gehören: A Bola (Portugal), De Telegraaf (Niederlande), ELF (Niederlande), Fanatik (Türkei), La Gazzetta dello Sport (Italien), Marca (Spanien), Nemzeti Sport (Ungarn), So Foot (Frankreich), Sportal Korea (Südkorea), Sport-Express (Russland), Sport-Magazine (Belgien), Tipsbladet (Dänemark), World Soccer (England). 3
14. FEBRUAR 2022 KNIPSER Foto: Witters 4 Sockenschuss E in Rasen wie ein Teppich ... Unsere lose Reihe über außergewöhnliche Fußballplätze führt uns diesmal nach München, ins Teamhotel von Red Bull Salzburg. Die Österreicher verlegten am 25. November 2020 das Anschwitzen am Morgen des 4. Spieltags in der Gruppenphase der Champions League ins Innere ihrer Mannschaftsunterkunft. Auf leisen Sohlen verabschiedeten sich Karim Adeyemi und seine Kollegen am Abend auch quasi aus dem Wettbewerb mit dem 1:3 beim FC Bayern, drei Wochen, nachdem es sie mit 2:6 gehörig aus den Socken gehauen hatte.


14. FEBRUAR 2022 7 Professor Dr. Holger Broich (47) firmiert beim FC Bayern als wissenschaftlicher Leiter und Leiter Fitness. Sein Mitarbeiterstab umfasst circa 40 Personen. Dieses wissenschaftliche Begleitteam betreut diesen Bereich saisonal, dazu gehören Mediziner, Mathematiker, Physiologen, Diagnostiker, Laborexperten, Informatiker und andere. Dr. Broich, früher Rechtsaußen in Meppen, bei Fortuna Köln, in Bocholt und Remscheid, lebt Fitness vor. Beim FC Bayern ist er seit 2014 angestellt. Herr Dr. Broich, welche Gedanken überkommen Sie, wenn Sie aus Ihrer Sicht des Wissenschaftlers, Leistungsdiagnostikers und Fitnessexperten den proppenvollen Fußballkalender 2022 anschauen? Man muss die Situation annehmen, wie sie ist. Ich sehe sie als Herausforderung. EinC H A MP ION S L E AGUE fach kann jeder. Aber mehr Spiele sollten es nicht mehr werden. Welche Anforderungen stellt dieser noch gedrängtere Zeitplan an die Chef- und Fitnesstrainer? RB Salzburg – Bayern München Mittwoch, 21 Uhr live bei DAZN & im Ticker bei kicker.de HOLGER BROICH „Wir sind heute sehr gläsern“ 2022 wartet auf die Profis des FC Bayern und die Nationalspieler eine besondere Belastung. DR . H O LG E R B R O I C H (47) äußert sich zu dieser Thematik. Mir ist da nicht angst und bange, für mich ändert sich im Alltag nichts. Der proppenvolle Kalender setzt mich nicht unter Druck. Die Anforderungen sind immer sehr hoch. Auch vorangegangene Spielzeiten hatten teilweise sehr enge Spielpläne. Es gab nur etwa zwei Wochen Winterurlaub. Ende Januar hatte die Bundesliga nach drei Spielen 14 Tage Pause. Was bedeutet dieser Start in 2022 für den Rhythmus der Spieler? Ich sehe keine Nachteile. Im Gegenteil. Aufgrund zahlreicher COVID-Infektionen Anfang des Jahres konnten wir den Januar gut für gezielte Trainingsinterventionen nutzen, um die Spieler nach der häuslichen Isolation wieder an die gewohnte Leistungsfähigkeit heranzuführen. Denn körperliche Inaktivität führt zu einem Verlust von Funktionen und Funktionsmasse. Wie hoch ist dieser Verlust? Das hängt vom Individuum und den betroffenen biologischen Strukturen und Funktionen ab. Und es ist kein linearer Vorgang. Dieser Verlust im Leistungssport kann jedoch erheblich, viele Gewebe und Funktionen – Herz, Knochen, Knorpel – können davon betroffen sein. Auch die Energiebereitstellung ist wichtig. Hier sind die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zelle, sehr wichtig, die in hoher Zahl in der Muskulatur vorkommen. Wenn Muskulatur abgebaut wird, gehen auch Mitochondrien verloren. Ist die Belastungssteuerung oder das Belastungsmanagement in diesem Jahr ein bisschen, erheblich oder komplett anders als sonst? Die Prinzipien des Belastungsmanagements müssen immer angepasst werden an die jeweiligen Zeitabschnitte und ihre Anforderungen. Das sind nicht nur Jahre, sondern auch Monate und Wochen bis hin zu Tagen. Man kann deshalb nicht den Fokus nur auf das Jahr 2022 als Ganzes richten, sondern muss in kleineren Intervallen denken. Wie sah diese Anpassung in der kurzen Wintervorbereitung mit Blick auf das gesamte Jahr 2022 aus? In der Wintervorbereitung gab es keine Veränderung. Die Sommervorbereitung wird sich nur verschieben, weil die WM nicht – wie sonst ein Turnier – nach dem ersten Halbjahr stattfindet, sondern am Ende des Jahres. Die Bundesliga erfährt damit 9 allerdings eine längere Unterbrechung.
8 14. FEBRUAR 2022 Die betroffenen Profis brauchen anschließend einen so langen Urlaub wie sonst unmittelbar nach Bundesliga-Ende oder nach einer WM oder EM. Es besteht dann jedoch die Gefahr, dass sie zum Start der Bundesliga 2022/23 nicht auf dem Top-Level sind. Sie brauchen 21 plus zwei Tage, also drei komplette Wochen Minimum für die pure Erholung sowie je einen Tag für An- und Abreise vom Urlaubsort. Für Spieler wie Joshua Kimmich, Thomas Müller oder Robert Lewandowski mit hohen Einsatzzeiten kann man sogar eine zusätzliche Woche überlegen. Sonderurlaub für dauerbelastete Profis ist bei uns ohnehin gang und gäbe. Zu wenig Urlaub, also zu wenig Regeneration, wäre ein großer Fehler, der zum Jahresende hin gnadenlos bestraft würde. Ist die Regeneration in diesem Jahr noch wichtiger für die Fitness und Vermeidung von Verletzungen? Die Vermeidung von Verletzungen ist immer ein sehr wesentliches Thema. Wichtig bei der Belastungssteuerung ist das Verhältnis von Belastung und Erholung. Wir wissen recht genau, dass Anpassungseffekte dann eintreten, wenn die Belastung geringer ist. Wenn Hochbelastungssituationen nicht mehr kompensiert werden können, steigt die Gefahr von Verletzungen sehr stark an. Sie sagten im kicker-Interview Ende 2020: „Wir haben das Limit erreicht und überschritten.“ Haben die Verantwortlichen im Fußball nichts dazugelernt? Wir haben im Laufe der Zeit noch weiter gelernt, mit individuellen Grenzbelastungen umzugehen. Wo gibt es diese Lernfortschritte? Fotos: imago images, picture-alliance Nach der Bundesligasaison folgen bis Mitte Juni vier Nations-League-Spiele. Am 5. August startet die Liga 2022/23. Wie viele Tage Urlaub sind da möglich? Vorbildlich: Unter Anleitung des Fitnessexperten Dr. Holger Broich überspringt der topprofessionelle Weltfußballer Robert Lewandowski jede Hürde. Was genau umfasst hierbei das Wort „alles“? Wir haben inzwischen ein großes Instrumentarium an Methoden. Dazu gehören GPS-Monitoring, Biomarker, Match-Tracking und vieles mehr. Trotzdem können Verletzungen passieren. Ich bin kein Hellseher, aber die Wahrscheinlichkeit dafür müssen wir möglichst reduzieren. Wir reden da vor allem über Muskelverletzungen? Ja. Und über Überlastungssyndrome. Inwiefern betreffen Überlastungssyndrome auch Wir haben andere Möglichkeiten der BelastungsSehnen und Herz-Kreislauf? erkennung und -dokumentation. Wir sehen, wie Die Herz-Kreislauf-Thematik wurde durch Corona der Spieler belastet wurde, wann er sich in welnoch viel akuter. Eine Herzmuskelentzündung chen Grenzbereichen bewegt hat. Wir haben viel ist etwas sehr Schlimmes, wenn sie einen Athmehr Erkenntnisse zur Objektileten trifft. Und für die Postvierung. Diese Optionen gab es „Bei Lewandowski und COVID-Problematik fehlen vor Jahren nicht, sie machen uns uns noch viele Erkenntnisse. viel schlauer. Wir können vieles Neuer sehe ich keinen Deshalb ist allen Sportlern – Leistungsverlust.“ Profis wie Amateuren – drinmessen, wir haben den gläsernen Profi im positiven Sinne. gend anzuraten, nach einer Weil Sie wissen, wann Müller wie COVID-Erkrankung höchst viel gelaufen ist und mit welcher Belastung? vorsichtig mit sportlichen Aktivitäten loszulegen. Ja, und mit diesen Infos können wir gezielter auf Es liegt inzwischen eine große Zahl hochkarätiger ihn eingehen. Das Monitoring der Spieler läuft internationaler Studien vor, die wir aufmerksam tagtäglich und komplett. Uns gehen eigentlich verfolgen und in unserer Arbeit berücksichtigen. keine Informationen mehr verloren, wir sind da Was ist für Sie die größte Herausforderung, um für heute sehr gläsern. die Spieler eine optimale Verfassung zu garantieren? Sie wissen, wie viel Energie Lewandowski bei wie Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu ervielen Spurts und Ausdauerläufen verbrauchte? halten oder, wo es notwendig ist, zu verbessern. Genau. Wenn wir den Energiebedarf mit einem Diese allgemeine Aussage wird durch eine große Auto vergleichen, wissen wir, was an Füllmenge er Zahl von unterschiedlichen Maßnahmen gefüllt, da es die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit am Ende des Tages oder der Woche noch im Tank hat. Und daran orientiert sich unter anderem die nicht gibt. In unserer Branche spricht man von der individuelle Belastungssteuerung. Homöostase, dem Gleichgewicht, der SelbstreguUnd wenn bei allen die optimale Fitness erreicht lierung im Körper. Gesundheit und Leistung sind ist, haben Sie den paradiesischen Idealzustand? keine stabilen, invarianten Begriffe. Durch unsere (lächelt) Paradiesische Zustände im Profifußball Möglichkeiten im Fußball sind wir vielleicht mehr wage ich mir nicht vorzustellen. als in anderen Sportarten in der Lage, eine große Müssten angesichts der Extrembelastung der Spieler Zahl objektiver Daten zu erheben, die uns beim difdie Experten mit dem größten Einblick, eben die ferenziellen Belastungsmanagement sehr helfen. Fitnesstrainer, entsprechend mahnen und warnen? Dass wirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten im Fußball eine besondere Rolle spielen, ist nicht sehr neu. Vielleicht schauen wir in der Öffentlichkeit zu stark auf den Fußball, obwohl es auch in vielen anderen Situationen zahlreiche Verletzungen gibt. Dennoch müssen wir als die direkt Verantwortlichen für die Belastungssteuerung natürlich alles tun, um solche Verletzungen zu vermeiden. Was heißt differenzielles Belastungsmanagement? Man kann nicht von der Gesamtbelastung sprechen, sondern muss das auf einzelne Organe und deren Funktionen fokussieren. So gibt es metabolisch besondere Anforderungen bei der glykolytischen Energiebereitstellung, bei vielen Intervallen und Sprintbelastungen. Anders ist es bei der neuromuskulär hochintensiven, besonders exzentrischen Kontraktion, im Bereich der dynamischen Kraftentwicklung. Wir müssen sehr differenziert auf die Belastungssituation eingehen. Ist Lewandowski für Sie, mit Blick auf Ihren Bereich und seine Berufseinstellung, der perfekte Profi? Ja. Es gibt noch andere. Lewandowski ist wie Cristiano Ronaldo mit seiner Professionalität und in diesem Alter ein Vorbild. Unser Beitrag und sein Verhalten ergänzen sich optimal. Er hat ein gutes Eigengefühl und gibt uns ein sehr gutes Feedback. Bei ihm sehe ich trotz seiner 33 Jahre immer noch eine extrem hohe Leistungsfähigkeit, Daten belegen diese absolute Fitness. Auch bei Manuel Neuer sehe ich absolut keinen Leistungsverlust. Sind extrem willensstarke Spieler wie Lewandowski, Müller, Kimmich weniger verletzungsanfällig? Viele Studien haben diese Verletzungswahrscheinlichkeit, besonders Muskelverletzungen, untersucht. Eine große Rolle spielen Vorverletzungen: Je größer deren Zahl, desto größer die Gefahr, sich wieder muskulär zu verletzen. Andere Einflussfaktoren sind die akute oder chronische Ermüdung und die Ausgangsleistungsfähigkeit. Wir haben für unsere Profis diese aus der Fachliteratur bekannten Faktoren analysiert und sind nun in der Lage, das individuelle Verletzungsrisiko abzuschätzen. Werden die DFB-Spieler bei der WM also topfit sein? Ich bin sicher, dass sich die Nationalspieler des FC Bayern in einer ausgezeichneten Verfassung präsentieren werden. Und die Kollegen in den anderen Vereinen werden das Gleiche versuchen. Welcher Austausch erfolgt zwischen Ihnen und den Kollegen bei der Nationalmannschaft? Der Austausch mit dem DFB-Trainerteam und Bundestrainer Hansi Flick ist sehr gut. Intensiv besprechen wir direkt vor und nach den Abstellungsperioden in allen Bereichen den Status quo der Spieler; es geht auch um Belastungssituationen und Belastungsnormative. Die gesamte Kommunikation ist selbstverständlich ein saisonaler Prozess. Was an Eigenverantwortung wird von Profis und Nationalspielern verlangt? Das Pensum 2022 komplett und auf höchstem Niveau kann nur der Profi absolvieren, der absolut fit ist. Das wissen all unsere Spieler und investieren dafür sehr viel. Oft wird vorwiegend auf bestimmte Spieler geschaut. Ich muss herausstellen, dass alle unsere Spieler für ihre Leistung außerordentlich viel investieren. Sie haben diese intrinsische Motivation. INTERVIEW: KARLHEINZ WILD
C HAM P I O NS L EAGUE RB Salzburg – Bayern München Mittwoch, 21 Uhr live bei DAZN & im Ticker bei kicker.de Leben in der Zukunft Auf den ersten Blick ist Karim Adeyemi nicht zu ersetzen: Von den 42 Toren, die RB Salzburg in den 18 Spielen bis zur Winterpause der österreichischen Bundesliga erzielt hat, gingen 14 auf das Konto des dreimaligen DFB-Nationalspielers. Seine Offensivkollegen Benjamin Sesko (drei Tore), Noah Okafor (sechs) und Junior Adamu (drei) können bei dieser Quote (noch) nicht mithalten. Adeyemi ist die schärfste Waffe im Salzburger Kader. Das dürfte vorerst auch so bleiben – sehr wahrscheinlich aber nur bis zum Sommer. Dass der 20-Jährige zu Höherem berufen ist, weiß auch Matthias Jaissle. Es könne „gut sein, dass Karim sich verändert“, sagt sein Trainer. Glücklich wird er nicht darüber sein, dennoch sei es „eben unser Weg, dass die Spieler den nächsten Karriereschritt machen können, wenn sie sich gut entwickelt haben“. Das gilt auch für Adeyemi, den es wie Vorgänger Erling Haaland wohl nach Dortmund zieht. In Schockstarre verfällt in Salzburg deshalb niemand. Denn die Zukunft hat dort längst begonnen: Neben Brenden Aaronson, Benjamin Sesko und Luka Sucic heißt sie Roko Simic. Die Dienste des Sohnes des ehemaligen kroatischen Nationalverteidigers Dario Simic ließ sich Salzburg im Sommer vier Millionen Euro kosten. Mit acht Toren in 13 Zweitligaspielen fürs Farmteam FC Liefering sowie drei Treffern in der Youth League ließ der 1,90 Meter große Angreifer seine Klasse aufblitzen. „Roko hat großes Potenzial und eine außergewöhnliche Mentalität“, sagt Christoph Freund. Er muss es wissen, schließlich hat Ralf Rangnicks Nachfolger als Sportdirektor in Salzburg kaum einen Flop zu verantworten und scheint stets eine Antwort auf den Abgang der besten Spieler parat zu haben. Die Frage, wer der neue Jonathan Soriano werde, beantworteten sie mit Munas Dabbur. Auf den Israeli folgte Erling Haaland. Den Norweger ersetzten Mergim Berisha und Patson Daka. Und als sich die beiden zu Fenerbahce und Leicester City verabschiedeten, schlug die Stunde Karim Adeyemis.„Von außen schaut es aus, als hätten wir eine Druckmaschine für neue Spieler. Aber da stecken oft mutige Etwa 300 Millionen Gewinn Entscheidungen hat Salzburg bei den Transzwei, drei Jahre im fers der vergangenen zehn Vorhinein dahinJahre erzielt. Die höchste ter“, sagt Freund. Ablöse generierte Patson Diesen klaren Plan Daka mit 30 Millionen. sieht auch Jaissle 300 Da ka Foto: imago images Die besten Spieler zu verkaufen und neue auszubilden ist das Geschäftsmodell in SALZ B U RG . Die nächsten stehen bereit. Bald in Dortmund? Karim Adeyemi dürfte das nächste Talent sein, das RB verlässt – und steht damit bespielhaft für den Salzburger Weg. und findet, dass „wir den Weg dieses Jahr sogar noch konsequenter gehen“. Jaissle ist als 33-jähriger Trainer das beste Beispiel. Das System Salzburg fußt auf einem breiten Scouting-Netz und auf dem Ruf, den man sich weltweit erarbeitet hat. Die internationalen Talente zwischen 16 und 18 Jahren sowie ihre Berater wissen: An der Salzach werden sie gefördert. Die Gefahr, nur eines von vielen Talenten zu sein, fällt weg. Ein Puzzleteil stellt dabei auch der nahe Salzburg beheimatete FC Liefering dar. Reicht es noch nicht für RB, sammeln die Talente eben nebenan in der 2. Liga Spielpraxis. Vier Mitarbeiter sind für die Betreuung der Talente auch außerhalb des Rasens abgestellt. Fußballschulen in Afrika, Nord- und Südamerika runden das Bild ab. Und Vorbilder gibt’s mit dem Liverpool-Duo Sadio Mané und Naby Keita, Leipzigs Dominik Szoboszlai, Bayern Münchens Dayot Upamecano oder dem vor der Saison nach Leicester gewechselten Patson Daka genug. Dazu kommt: Österreichs Meister kann es sich leisten, für Talente viel Geld in die Hand zu nehmen. Möglich machen das ein Brausekonzern und Verkäufe jenseits der 20 Millionen Euro. „Wir sind in Dimensionen vorgestoßen, die vorher in Österreich unvorstellbar waren“, bestätigt Freund. Der nationalen Konkurrenz ist man längst entwachsen. Und dabei müssen die anderen elf Klubs keine Angst haben, dass ihnen der Krösus im Stil des FC Bayern die besten Spieler wegschnappt. Denn Österreich ist längst zu klein für die Bullen – und wer im Alpenland Talent hat, wird ohnehin zum Probetraining in der Salzburger Akademie geladen. In den vergangenen zehn Saisons stellte man übrigens nur einmal nicht den Torschützenkönig. Und es würde kaum verwundern, wenn dieser am Ende der Saison 2022/23 Roko Simic hieße. Wenn dann die Frage nach dessen Nachfolger aufkommt, werden Freund und Co. eine Antwort haben. TOBIAS WAIDHOFER
10 14. FEBRUAR 2022 Vergangenheit: 2016 gegen Bayern mauerte sich Atletico durchs Halbfinale, kam wegen des Auswärtstreffers weiter. Ab sofort gibt es bei so einem Gleichstand Verlängerung. Wenn Matthias Sammer AUSWÄRTSTO R R EG EL etwas nicht mag, dann kleinkariertes Denken. Und so sagte der Europameister von 1996, der als TV-Experte die Champions League begleitet, im Sommer: „Ich bin ein Freund davon, Neuerungen eine Chance zu geben.“ Er meint diese: Mit Beginn der geist zu belohnen. Würde erst heute Interview bestätigte: „Ich denke, man K.-o.-Runden wird in allen UEFAjemand frisch auf genau diese Idee spielt dann nicht zu vorsichtig. Wenn Klubwettbewerben die Auswärtskommen, könnten sich wohl viele daman nur 1:0 auswärts gewonnen hat, torregel abgeschafft. Also: Drin ist mit anfreunden. Abgeschafft worden steht es auch wirklich erst 1:0. Da drin. Die Sprachregelung von den ist das Ganze aber nun auch, weil sich werden die Spiele jetzt etwas offener „Auswärtstoren, die doppelt zähder Grundgedanke zunehmend zusein, die neue Regel wird alles etwas len“, die ohnehin nur in der Addition lasten der Attraktivität ins Gegenteil spannender machen.“ Auch Matthias der Treffer nach zwei Spielen bei verkehrt hatte: Nicht alle AuswärtsJaissle, als Coach des Bayern-GegGleichstand zum Tragen kam, ist teams wurden offensiver, sondern ners Salzburg eher der Underdog, nun Geschichte, das gruselige Wort manche Heimmannschaften aus bleibt bei der forschen Linie, sagt „Europacup-Arithmetik“ muss ebenAngst vor Gegentoren destruktiver. zur Neuerung: „Sie ändert an unserer so wenig bemüht werden wie GedanDiese Schere im Kopf darf nun Herangehensweise überhaupt nichts. ken, ein Auswärtsteam habe ein Spiel, in der Bastelkiste bleiben, nicht jeWir versuchen immer, unsere Art das 1:1 endet, nun 2:1 gewonnen, weil des Tor der Auswärtself wird gleich und Weise von Fußball auf den Platz das Auswärtstor ja die Luft aus dem zu bringen.“ Der Gewinner beider doppelt zählt ... Die Schere im Kopf Spiel entweichen Aussagen: die Fans. Also: Es wird lassen – das dürfte Aber wie handelt ein Diego fällt weg. Doch alles tatsächlich dazu Simeone mit Atletico Madrid? Oder weniger gerechnet, hängt an der DNA. ein Tor zählt nicht beflügeln, mutiger künftig Antonio Conte, der aktuell mehr „doppelt“, aufzutreten. Entmit Tottenham die Europacup-Nächsondern einfach. scheidend bleibt: te auf der Couch verbringt? Werden Aber gibt es deshalb ab sofort in Wer spielt da wann gegen wen? sie ihr „safety first“ ad acta legen? den Alles-oder-nichts-Runden im Heißt: Der Stil von Teams wie Kaum vorstellbar. Simeones Team Europacup mehr Spektakel, mehr Manchester City, Liverpool oder verfolgte bisher das Credo, egal wie, Mut, mehr Offensivgeist, mehr Tore – Bayern mit dominanter DNA ist undaheim kein Gegentor zu kassieren. schon in den Hinspielen? Wird der abhängig davon, ob ein Auswärtstor Wie zum Beispiel 2016 im Halbfinale Charakter der Spiele dadurch verän„doppelt“ zählt, ihr Selbstverständnis gegen Bayern, als ein 1:0 und ein 1:2 dert? Immer langsam. Es bleibt zubleibt davon unangetastet: daheim, reichten. Ab sofort würde es mit „2:2“ mindest zu hoffen. Denn ursprüngauswärts, in Hin- und Rückspielen. in die Verlängerung gehen. lich wurde die Auswärtstorregel vor Dennoch immer mit dem GesamtGrundsätzlich müssen alle – 57 (!) Jahren unter anderem mal einspielstand vor Augen, was MünKlubs, Trainer, Spieler – die neue geführt, um die Gäste für Offensivchens Leroy Sané neulich im kickerBestimmung erst mal „lernen“, also Über die muss keiner mehr grübeln, denn sie ist passé. Spannend ist aber, ob das den Fußball nachhaltig verändert – und ab wann. den Umgang damit. Versuch macht klug. Der Euro bedeutete vor 20 Jahren im Portemonnaie auch eine Umstellung gegenüber der D-Mark. Mit dem Unterschied, dass damals mehr gerechnet werden musste. Das Mannschaftstaktische, die Spielidee, wird nun mehr in den Vordergrund rücken, wenngleich es das aktuelle Ergebnis natürlich nicht komplett aus dem Bewusstsein kickt. Die Folge wird sein, dass Teams mit einem klaren Plan mehr Freude daran haben werden, offensiver spielen zu dürfen und nicht mit jedem Kontertor ihre Träume begraben müssen. Speziell die zunehmende Qualität im Pressing und Gegenpressing hat manchen Klub davon abgehalten, das Gaspedal voll durchzudrücken. Auch jetzt wird keiner Harakiri spielen, schon gar nicht im ersten Duell, aber die taktischen Fesseln sitzen nicht mehr ganz so stramm. Unbestritten ist: Die Ungerechtigkeit, dass in Verlängerungen Auswärtstore der Dramatik den Stecker gezogen haben, zu denen die Gastmannschaft 30 Minuten mehr Zeit hatte, entfällt. Und in Zeiten der Pandemie in (halb) leeren Stadien ist der Heimvorteil schon lange kein ausgeprägter mehr. Insgesamt fand die Auswärtstorregel allein in der Champions League 36-mal Anwendung, am häufigsten schied Inter Mailand deswegen aus, viermal. Zumindest daran wird Italiens Meister in den Duellen mit dem FC Liverpool diesmal nicht scheitern ... THOMAS BÖKER Fotos: picture-alliance/dpa, imago images/Nordphoto Wird weniger mehr?

12 14. FEBRUAR 2022 EURO PA L EAG U E RB Leipzig – San Sebastian Donnerstag, 21 Uhr live bei RTL & im Ticker bei kicker.de Wieder wichtig Diese fünf Monate unter Jesse Marsch sind für einen wie ihn wie ein fußballerischer Kulturschock. Angelino, bei Manchester City zur Passmaschine ausgebildet und von Julian Nagelsmann zum torgefährlichsten Außenverteidiger der Liga geschult, soll sich auf einmal als Umschaltfußballer beweisen. Ein ständiges Rauf und Runter an der Seitenlinie, mit unzähligen Sprints und Zweikämpfen, aber wenigen Aktionen am Ball und – abgesehen von Standards – fast keinen Impulsen in der Offensive mehr: Mit diesem Auftrag kann sich der impulsive Spanier gar nicht anfreunden. „Da war es bei uns wie beim Basketball, ständig ging es hin und her“, sagt er im Rückblick und lacht auf. Zwar ist er auch unter Marsch unangefochtener Stammspieler, aber es habe sich für ihn angefühlt, als sei er nicht wirklich eingebunden ins Spiel. Jetzt, seitdem Domenico Tedesco am 9. Dezember das Ruder übernommen hat, fühlt er sich wieder wichtig. „Mit dem Coach laufen die Dinge wirklich gut. Wir spielen wieder viel besser. Wir spielen wieder den Fußball, den das Team spielen will“, beschreibt er. Auch Angelino findet nun wieder eine Rolle, mit der er sich identifizieren kann – auch wenn diese längst nicht so stürmisch „Er ist ein manchmal fluchender, verflucht guter Spieler.“ Lukas Klostermann über Angelino ausgerichtet ist wie unter Nagelsmann: „Ich bin jetzt wieder mehr integriert als vorher. Wobei ich natürlich gerne noch öfter den Ball und Aktionen nach vorn hätte. Das ist mein Naturell.“ Als José Angel Esmoris Tasende, den seine Mutter früh nur noch Angelino („kleiner Engel“) genannt hat, am 31. Januar 2020 nach Leip- zig kommt, deutet zunächst wenig darauf hin, dass daraus etwas Dauerhaftes entstehen könnte. Vielmehr wirkt die am Deadline Day kurz vor Schließung des Transferfensters verkündete Ausleihe für gerade mal vier Monate als Konsequenz der gescheiterten Bemühungen um den da noch für Freiburg verteidigenden Nationalspieler Robin Koch wie die Notverpflichtung eines Wandervogels. New York City FC, FC Girona, RCD Mallorca, NAC Breda, PSV Eindhoven: Binnen fünf Jahren wurde Angelino von den Cityzens an fünf verschiedene Stationen verliehen, warum also soll er am Cottaweg Fuß fassen? Die Antwort darauf gibt Juli- Foto: imago images/motivio Der Spaß am Spiel ist zurück bei Leipzigs A NG E L INO (25) – dank Trainer Tedesco. Jetzt kann sich der Spanier in der Heimat in den Fokus spielen.
ANZEIGE an Nagelsmann, der Angelino umgekommt bei einer Gastfamilie unter, hend als Stammspieler einbaut und fremdelt zunächst mit dem Essen, ihm offensive Freiheiten gewährt, dem Wetter und der Sprache. „Aber die diesem so noch völlig neu sind. es war im Rückblick eine großartiUnd die er regelmäßig zu Toren und ge Entscheidung. City hat mir eine Assists nutzt. Im Sommer 2020 wird Menge gegeben“, sagt er heute. Aldie Ausleihe um ein weiteres Jahr verlerdings gelingt es ihm nicht, sich bei längert, diesmal verbunden mit einer Pep Guardiola durchzusetzen, nur einsatzabhängigen Kaufpflicht über 15 Spiele bestreitet er fürs Profiteam. 18 Millionen Euro, die am 10. Februar Als er in einer Pressekonferenz nach 2021 greift. Angelino unterschreibt seinem Ex-Trainer gefragt wird, plateine Festanstellung bis Sommer 2025, zen ihm die Sätze hinaus: „Er hat da noch im Irrglauben, Nagelsmann mich gekillt. Ich wurde anhand der werde auch übers Saisonende hinaus Vorbereitung beurteilt und habe sein Trainer und Förderer bleiben. dann keine Chance mehr erhalten.“ Nach dem Missverständnis Schnee von gestern. Am DonMarsch hat er mit Tedesco nun wienerstag gegen Real Sociedad San Seder einen Trainer, bastian geht es um in dessen Spielstil den Einzug ins Ach„Ich möchte in die Stärken des Gatelfinale der Europa der Nähe meiner liciers besser zum League. Das Spiel Tragen kommen. gegen einen spaniFamilie sein.“ „Angelino ist ein schen Klub und die Angelino über seine Zukunft ganz feiner Fußbaldamit verbundene ler, technisch extAufmerksamkeit in rem gut. Das ermögder Heimat sind für licht es ihm, viele Situationen sehr ihn die besondere Chance, sich fürs gut aufzulösen, auch auf engstem Nationalteam zu empfehlen. Auf eine Raum. Er hat Spaß daran, die Dinge Einladung von Luis Enrique wartet der spielerisch zu lösen. Das passt sehr einstige U-21-Auswahlspieler (zwei gut zu der Art, wie wir Fußball spielen Einsätze) bisher vergebens, Kopfwollen“, schwärmt Tedesco. Angelizerbrechen bereitet ihm das nicht: no ist auf seiner Position praktisch „Wenn eine Berufung kommt, würde konkurrenzlos, weil Nationalspieler ich mich sehr freuen. Wenn sie nicht Marcel Halstenberg schon die gesamkommt, genieße ich die Zeit in der te Saison über verletzungsbedingt Länderspielpause mit der Familie.“ nicht eingreifen kann. Die letzten Letzteres spielt ohnehin eine 20 Pflichtspiele bestreitet er jeweils immer größere Bedeutung in Angein der Startelf, ist fast immer die linos Leben, und damit einher geht gesamte Spielzeit über auf dem Platz. die Frage, ob er tatsächlich noch die „Angel bringt für seine Posigut drei Jahre bis zum Vertragsende tion alles mit und hat sich hier zu für RB auflaufen wird. Seit knapp einem absoluten Stammspieler entdrei Jahren ist er stolzer Vater eines wickelt. Er ist technisch extrem stark, kleinen Jungen, der bei der Mutter schlägt gute Flanken sowie Standards in Barcelona lebt und den er deshalb und hat auch noch einen brutalen nur hin und wieder wahrhaft zu GeSchuss“, sagt Nationalspieler Lukas sicht bekommt. Ein Zustand, den Klostermann über den TeamkolleAngelino gerne verändern würde, wie gen, der wegen seiner direkten und er im Video-Gespräch mit dem kicker mitunter aufbrausenden Art zwar klar zu verstehen gibt. Auf die Frage, nicht zu den pflegeleichtesten Profis welche Ziele er sich für den Rest im RB-Kader zählt, sich aber eine der Karriere gesetzt hat, antwortet große Wertschätzung in der Kabine er: „Ich möchte irgendwann in der erarbeitet hat. „Er hasst es zu verlieNähe meiner Familie sein. Ich war ren und hat eine gute Mentalität. Um es immer gewohnt, dass Fußball für es auf den Punkt zu bringen: Er ist mich Priorität hat. Aber wenn man ein manchmal fluchender, verflucht ein kleines Kind hat, verändern sich guter Spieler“, sagt Klostermann. die Dinge. Ich vermisse meinen Sohn, Als 15-Jähriger trifft der bei ich möchte ihn aufwachsen sehen.“ Deportivo La Coruna ausgebildete Angeblich, so berichtet die spaAngelino einen für seine Karrienische Zeitung ABC, ist er bei Real re wegweisenden Entschluss. Der Madrid ein Kandidat für die NachFC Barcelona lockt ihn in seine Jufolge des in die Jahre gekommenen gendakademie, Real Madrid will ihn Marcelo (33). Mit starken Auftritten, ebenfalls verpflichten. Doch Angeligerade auch in der Europa League, no entscheidet sich für Manchester kann sich Angelino nicht nur bei City, weil er Englisch lernen und den Königlichen weiter in den Fokus auf eigenen Füßen stehen will. Er spielen. OLIVER HARTMANN
Hin & weg: Jadon Sancho und Christian Pulisic kamen als Talente und begeisterten beim BVB, gingen dann nach England; Giovanni Reyna spielt noch beim BVB. Jugend-Bewegung EUROPA LEAG U E Bor. Dortmund – Glasgow Rangers Donnerstag, 18.45 Uhr live im Stream bei RTL+ und im Ticker bei kicker.de Am späten Nachmittag sieht man auf dem Parkplatz der großen Bäckerei zahlreiche Autos mit in Dortmund-Brackel sonst eher ungewohnten Kennzeichen. Sie kommen aus den Niederlanden, aus Wolfsburg oder aus Düsseldorf und machen kurz Stopp auf einen schnellen Kaffee. Ihr Ziel: das unweit gelegene Trainingsgelände von Borussia Dortmund, wo an diesem regnerischen Freitag die U 19 des BVB und die von Bayer Leverkusen im Top-Spiel der JugendBundesliga aufeinandertreffen. Scouts, Trainer, Berater, Eltern, sie alle sehen vor rund eineinhalb Wochen den 3:1-Sieg der schwarzgelben Jugend. Die beiden ersten Treffer erzielen der Schweizer Bradley Fink (18) und der Engländer Jamie Christian Pulisic, Jadon Sancho und Bynoe-Gittens (17), zudem stehen der Giovanni Reyna – den Weg eines verNiederländer Julian Rijkhoff (17) und heißungsvollen Nachwuchsspielers der Franzose Abdoulaye Kamara (17) zum Profi in der ersten Mannschaft in der Startelf, der im Januar verzum europäischen Top-Spieler. Und pflichtete Italiener Filippo Calixte dabei schaut nicht nur Borussia DortMane (16) spielt noch nicht, der Franzose „Spieler prüfen, wo sie Soumaila Coulibaly (18) Spielzeit bekommen.“ läuft wenige Tage späDr. Stefan Göke, Talent-Plattform GOKIXX ter beim Youth-LeagueSieg beim FC Empoli (5:3) auf. Sie eint: Alle sind internationale Top-Talente, mund immer häufiger über die Grendie innerhalb der vergangenen einzen. „Der Anspruch ist es, sich um die einhalb Jahre aus dem Ausland nach besten Talente vor allem in Europa, Dortmund gewechselt sind. aber auch weltweit zu kümmern“ Sie sollen den Weg innerhalb sagte Sportdirektor Michael Zorc. des Vereins gehen, den zuletzt drei Und das möglichst schon vor dem Vorbilder vorgezeichnet haben: Durchbruch im Seniorenbereich, wie
14. FEBRUAR 2022 Fotos: BVB, DeFodi, Getty Images Bereits seit Längerem ist D O RT M U N D eine der besten europäischen Adressen für die Weiterbildung ausländischer Talente. Die Gründe und Perspektiven. es bei Pulisic gelang, der Anfang 2015 aus Pennsylvania kam. Zorc erinnert sich: „Der Königsweg ist es, wenn es über die eigene Jugend geht. Pulisic haben wir mit 15 Jahren verpflichtet, nicht mit 17 oder 18. Ihn haben wir mit ausgebildet.“ Der Blick ins europäische Ausland und über den Atlantik hinweg ist nötig, weil vergleichbare Talente in Deutschland schwer zu finden sind – und die vorhandenen schwer zu verpflichten. „Deutsche Klubs schaffen es in der Regel, ihre TopTalente zu binden, auf die hat man kaum Zugriff“, sagt Zorc. Deswegen suchen die deutschen Vereine immer intensiver im Ausland, sagt auch Dr. Stefan Göke, Gründer und CEO der Talent-Plattform GOKIXX: „Das Scouting wird immer internationaler, es kommen immer mehr ausländische Spieler in die U-19-Teams.“ Das gilt für Dortmund mit einem Scouting auf höchstem Niveau, aber auch für kleinere Klubs mit weniger Möglichkeiten. „Auch datenbasiert wird immer mehr nach »unterbewerteten« Spielern geschaut, die vielleicht auch als Projekt geholt werden und einen kleineren Markt haben. Für die Bundesligisten gibt es international immer mehr Transparenz“, sagt Göke. Innerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums sind diese Transfers minderjähriger Spieler ab 16 Jahren eine spezielle Ausnahme der FIFA-Transferregeln. Wechsel aus Frankreich, den Niederlanden oder Italien sind also juristisch un- 15 problematisch, anders sieht es bei zwischen Barcelona, Paris und ManSpielern aus sogenannten Drittlänchester. Und in diesem Wettbewerb dern aus, also zum Beispiel aus den geht es darum, Chancen zu ergreifen. USA – und seit dem Brexit und einer Wie bei Sancho, der vor seinem WechÜbergangsphase bis Ende 2020 auch sel aus Manchester von City-Trainer aus dem Vereinigten Königreich. Hier Pep Guardiola keinen Kaderplatz muss ein Wohnortwechsel zwingend bei den Profis zugesichert bekam, auf beruflichen Gründen der Eltern oder wie bei Kamara und Coulibaberuhen, er darf nichts mit dem ly, die bei Paris St. Germain teure Fußball zu tun haben. Was einst Einkäufe vor der Nase hatten. „Bei mit einem neuen Job für Vater oder bestimmten Vereinen wissen einige Mutter des Talents geregelt wurde, der Jugendspieler natürlich, dass sie wird inzwischen streng kontrolliert. „Wir werben mit der „Dieser AusnahAufstellung der Profis.“ metatbestand wird aus unserer Erfahrung sehr Michael Zorc, BVB-Sportdirektor restriktiv angewandt. Es wird sehr genau geprüft, ob ein Job-Angebot gegewahrscheinlich nicht bis ganz nach benenfalls nur vorgeschoben ist“, oben durchkommen werden. Die erklärt Jana Spack, von der unter sagen sich: Ich kann machen, was anderem auf diese Themen speziaich will – im Zweifel kaufen die noch lisierten Partnerschaft BluePort Leeinen“, sagt Zorc. gal aus Hamburg. Deren Mitgründer Und dann muss diesem Talent Dr. Andreas Jens sieht einen Wandel der Umzug nach Dortmund schmackbeim Weltverband: „Ich habe das haft gemacht werden. „Viele dieser Gefühl, dass der FIFA daran gelegen Spieler haben einen Markt in den ist, etwas mehr Transparenz in ihre Top-5-Ligen Europas. Sie kommen Rechtsanwendung zu bekommen. teils von großen Vereinen und sehen Da gab es vor ein paar Jahren den sich schon als Jungprofi mit dem Wechsel zu Emilio Garcia Silvero, Potenzial, in zwei oder drei Jahren der aus meiner Sicht einen guten Champions League zu spielen“, sagt Job macht.“ Die Drittstaatenregelung Göke. Überraschende Entdeckungen kann aber gerade bei Spielern aus gibt es in diesem Leistungsbereich den USA oft aufgrund der familiären ohnehin nicht mehr, es geht vielmehr Einwanderer-Geschichten umgandarum, die Jungs zu überzeugen, gen werden, bei Pulisic über einen denen der Schritt nach ganz oben am kroatischen Großvater, bei Reyna ehesten zugetraut wird. „Wir werben über eine portugiesische Großmutter. in Gesprächen meist mit der aktuDie Konkurrenten für den BVB ellen Aufstellung der Profis“, sagt auf diesem Markt kommen bis auf die Zorc: „Die ausländischen Jung-Profis ganz großen Bundesliga-Klubs wenisehen die Einsatzzeiten der jungen ger aus Deutschland, sondern vielSpieler bei Borussia Dortmund. Sie mehr aus den europäischen Top 20 sehen, dass wir keine Angst ha- 9 Die nächste Generation: Bradley Fink (re.) und Co. zogen vorige Woche gegen Empoli ins Achtelfinale der Youth League ein.
14. FEBRUAR 2022 S ECH S BVB -TA L EN T E U N T E R D ER LUP E ben, denen zu vertrauen und sie ganz oben einzusetzen.“ Talenten gehe es „vor allem um die Durchlässigkeit, das ist das entscheidende Kriterium“. Die erfolgreiche U 19, die als einziges deutsches Team noch in der Youth League vertreten ist, die U 23 in einer Profiliga, das Trainingsgelände oder kompetitive Gehälter sind alles Teile des deutschlandweit vielleicht besten Pakets, am Ende ist es aber meist der Blick auf Pulisic, Sancho oder Reyna. Das glaubt auch Göke: „Die Spieler prüfen, wo sie auf maximalem sportlichen Niveau Spielzeit bekommen können. Und, nicht zu vergessen: Wie wurden in der Vergangenheit junge Spieler in diese Mannschaften integriert? Hier ist Borussia Dortmund in Europa eine relevante Adresse.“ Trotzdem sollte natürlich kein noch größerer Name mitbieten, sagt Zorc: „Es gibt in Europa eine oder zwei Handvoll Klubs, die von der wirtschaftlichen Kraft und vom Status über uns angesiedelt sind. Aber das gilt nur für die absoluten Top-Spieler. Ansonsten sind wir da schon eine gute Adresse, sonst würden wir sie nicht bekommen.“ Dann sitzen NLZ-Leiter Lars Ricken, Jugend-Urgestein Eddy Boekamp und oft auch Zorc oder Sebastian Kehl am Tisch und bringen alle Argumente vor. „Auch ich war in die Gespräche involviert“, erinnert sich Ex-Trainer Hannes Wolf an die Verhandlungen mit Pulisic und Jacob Bruun Larsen, die 2019 mit ihm deutscher U-19-Meister wurden: „Ich bin sehr froh, dass wir diese Transfers damals tätigen konnten. Christian und Jacob haben einen wunderbaren Weg genommen. Ihr Wechsel damals war gut für den BVB – aber sicher auch gut für ihre eigene Entwicklung.“ Und darum geht es vor allem – die Entwicklung, die nach dem sportlichen Durchbruch auch einen wirtschaftlichen Gewinn er- Hoffnung auf die Hochbegabten er BVB hat momentan neun Top-Talente unter Vertrag, die aus dem Ausland in den Jugendbereich wechselten. USBoy Giovanni Reyna gehört mittlerweile fest zum Profi-Kader, der Niederländer Immanuel Pherai steht dauerhaft im U-23-Aufgebot, ebenso der Franzose Kamal Bafounta, der nach einer Knieverletzung um Anschluss ringt. Folgende sechs laufen in der U 19 oder der U 23 auf – in sie setzt der BVB große Hoffnungen, den Sprung zu den Profis schaffen zu können. Filippo Calixte Mane (16, Innen- verteidiger): Der Italiener wechselte diesen Winter von Sampdoria Genua zur Borussia, athletisch gut, schnell, groß (1,88 Meter), kann auch rechts verteidigen, ist mutig in der hohen und flachen Spieleröffnung. Ein für dieses Alter herausragendes Talent, das sich an die neue Umgebung und die U 19 gewöhnen muss. Die ersten Leistungsnachweise im BVB-Dress stehen zudem noch aus. Soumaila Coulibaly (18, Innen- verteidiger): Er musste sich nach seinem Wechsel im Sommer von Paris Saint-Germain erst mal von einem Kreuzbandriss erholen. Der Franzose ist mit 1,91 Metern stabil im Zweikampf, schnell, gut im Passspiel mit rechts wie links, ab und an aber mit fehlerhafter Risikobewertung. Coulibaly wird als sehr wissbegierig beschrieben. Einsätze U 19: 0 Spiele/0 Tore; Youth League: 2/0; 3. Liga: 8/0 Abdoulaye Kamara (17, zentrales Mittelfeld): Kam ebenfalls im Sommer von PSG und hatte mit Anpassungsproblemen zu kämpfen. Wurde im Oktober wegen fehlender Intensität von der U 23 in die U 19 versetzt. Der Franzose zeigte sich zuletzt aber deutlich verbessert – er soll nun wieder in der 3. Liga Praxis sammeln. Physisch gut, dynamisch, kann im Aufbau aber weiter zulegen. U 19: 5/0; YL: 7/2; 3L: 10/0 Jamie Bynoe-Gittens (17, Flügel- stürmer): Der Engländer ist ein Bewegungstalent, flink auf den Beinen, gewitzt, mit tollem Timing im Eins-gegen-eins, zudem auf der rechten und linken Seite einsatzfähig. Hatte seit seinem Wechsel im September 2020 von Manchester City mit heftigen Verletzungen zu kämpfen (erst Schulter, dann Sprunggelenk), ist aber stark zurückgekommen. In drei Partien der Youth League, also auf höchstem europäischen Niveau, mit vier Treffern. Manchmal zu verspielt. U 19: 4/2; YL: 3/4; 3L: 0/0 Bradley Fink (18, Mittelstürmer): Kam im Sommer 2019 vom FC Luzern und blühte in der U 19 zuletzt richtiggehend auf. Der Schweizer ist kein Top-Sprinter, aber mit gutem Tempo ausgestattet, zudem variantenreich im Abschluss mit rechts wie links, umsichtig (allein diese Saison 5 Tore und 7 Assists in sieben Youth-League-Duellen), kann mittlerweile gut im Luftkampf bestehen (1,93 Meter). Soll künftig mehr in der 3. Liga spielen, muss sich dort allerdings an die Physis gewöhnen. Und kann technisch noch besser werden. U 19: 11/8; YL: 8/5; 3L: 3/0 Julian Rijkhoff (17, Mittelstürmer): Der Niederländer wechselte Anfang 2021 von Ajax Amsterdam zur Borussia und musste vor allem sein defensives Umschaltverhalten anpassen. Dies hat sich gebessert – seine Stärke indes liegt in der Offensive: Technisch top, spielintelligent und gut im Abschluss. Er kann seinen Einfluss auf das Offensivspiel der U 19 aber weiter erhöhen, robuster werden. U 19: 8/8; YL: 7/4; 3L: 0/0 LEON ELSPAß Stand: Freitag, 11. Februar 2022 D möglicht. Aber der steht, wie bei Sancho (für 85 Millionen Euro zu Manchester United) und Pulisic (für 64 Millionen Euro zu Chelsea), am Ende der Kette: „Ein junger Spieler kann nur ein Investment sein, wenn er auch zu einer sportlichen Verstärkung wird“, sagt Göke. Einmal in Dortmund, bekommen die ausländischen Spieler alle Möglichkeiten zur schnellen Integration – unabhängig davon, ob sie allein nach Deutschland und ins BVBJugendhaus ziehen oder wie zum Beispiel der Schweizer Fink mit seiner Mutter in eine eigene Unterkunft: Von Stadt- und Stadionbesichtigung über Schule und Sprachkursen bis zur Top-Talente-Förderung bei Ex-Profi Otto Addo. „Wir holen keinen aus dem Ausland, von dem wir nicht glauben, dass er das Talent und die Fähigkeiten hat, in der ersten Mannschaft zu landen“, sagt der 46-Jährige, der alle ausländischen Jugendspieler in seinem 20 Mann starken Top-TalentePool betreut und dessen Aufgabe in Dortmund nicht vom Interimsjob als ghanaischer Nationaltrainer beeinflusst wird. Jeden Montag bekommen die Spieler eine individuelle Videoschulung mit den Szenen vom Wochenende, jeden Donnerstagmorgen findet eine gemeinsame Einheit statt, es gibt regelmäßig private Treffen. Zudem koordiniert Addo die Einsätze zwischen Jugendteams, U 23 und Profis. Wie schnell es ganz nach oben geht, ist schwer vorhersehbar: „Es gibt keinen klassischen Weg, der vorgezeichnet ist. Wir haben unsere Pläne, auch wenn das im Fußball immer schwierig ist, weil es viele Unwägbarkeiten gibt.“ Das zeigt das Beispiel des Franzosen Kamal Bafounta (20), der wegen eines Meniskusschadens 18 Monate ausgefallen war und nun um den Anschluss in der U 23 kämpft. Manchmal gehöre „auch Glück dazu, Fotos: DeFodi, BVB 16 Ein Champions-League-Held für die Jugend: NLZ-Chef Lars Ricken vor dem Nachwuchsleistungszentrum mit dem Jugendhaus der Borussen
14. FEBRUAR 2022 dass gerade Bedarf ist und ein junger Spieler schneller seine Chance bekommt als geplant“, sagt Addo. Und „wer hier seine Leistungen bringt, bekommt die Chance, auch wenn das Niveau sehr hoch ist“. Die Aufmerksamkeit ist da, nicht nur gegen Leverkusen stand Proficoach Marco Rose am Spielfeldrand. Die Integration ins neue Team fällt den ausländischen Spielern meist leicht – auch wenn, wie bei Fink, eine sportliche Eingewöhnungszeit nötig ist. „Da versucht man, den Mitspieler durch die Offenheit, die bei uns im Team da ist, aufzufangen. Das hat bis jetzt mit jedem Spieler gut geklappt“, berichtete U-19-Kapitän Dennis Lütke-Frie im BVB-Podcast. „Seit ich hier bin, gab es nie ein Problem mit der Integration, alle fühlen sich wohl“, sagt auch Addo. Ohnehin dosiert der Klub die Menge der ausländischen Zugänge. „Wir schauen immer, ob wir in der eige- Coach der Top-Talente: Ex-Profi Otto Addo betreut alle ausländischen Jugendspieler. nen Jugend einen Spieler haben, der genauso gut ist und der durch einen Wechsel vielleicht blockiert würde“, erklärt Zorc: „Wenn das nicht so ist, spricht nichts dagegen, einen Franzosen oder Engländer zu verpflichten.“ Die 16, 17 oder 18 Jahre alten Talente, die im Verein spielen, sind ohnehin an Konkurrenz gewohnt, egal ob aus Hamburg, Hannover oder Deutsche Talente? „Wir müssen Gas geben.“ Hannes Wolf, Coach der deutschen U 19 Genua. „Erfolgreiche Vereine werden immer auf dem Markt aktiv sein“, sagt Experte Göke: „Ein Spieler, der schon im Team ist, kann sich doch freuen, mit internationalen Spielern zu spielen, die die Mannschaft bereichern.“ Denn wer sich durchsetzen wolle, müsse immer gegen Konkurrenz bestehen und dabei auf seine eigene Leistung gucken: „Dabei sollten die gestiegene Intensität im Training und 17 die Konkurrenz eher beflügeln.“ Aber schaden die ausländischen Talente in Dortmund, München, Leverkusen, Frankfurt, Wolfsburg oder Hoffenheim auf Sicht dem heimischen Fußball und der Nationalmannschaft oder sind sie eine Reaktion auf die schrumpfende Menge an überdurchschnittlichen Nachwuchsspielern, die in Deutschland ausgebildet werden? Beim BVB schafften die in der Jugend hoch gehandelten deutschen Talente Felix Passlack, Tobias Raschl oder Ansgar Knauff den ganz großen Durchbruch (noch) nicht. „Wir brauchen in Deutschland einfach noch bessere Spieler. Vor allem könnten wir mehr Breite in der Spitze gebrauchen“, sagt Hannes Wolf, einst Nachwuchscoach beim BVB, nun Trainer der U-19-Junioren des DFB: „Dass junge Spieler aus dem Ausland kommen, darf nie etwas sein, hinter dem man sich versteckt. Wir müssen sehen, dass wir selbst Gas geben und besser werden. Denn internationale Konkurrenz gibt es in allen Ligen.“ PATRICK KLEINMANN E HE MA L I G E I N T E R NATI ONAL E TAL E NTE BE I DE R BOR USSI A Teuer verkaufte Stars und verblasste Hoffnungen Aufgeführt sind die neun Youngster, die seit Januar 2015 aus dem Ausland nach Dortmund gewechselt sind, dort in der U-19-Meisterschaft bzw. der Youth League gespielt, den BVB mittlerweile aber verlassen haben. Abgebildet ist jeweils ihre erste Zeit bei der Borussia bis zum Wechsel bzw. einer Ausleihe. Für Jacob Bruun Larsen, Alexander Isak, Christian Pulisic und Jadon Sancho erhielten die Schwarz-Gelben (später) jeweils eine Millionen-Ablöse. 2022 Manchester United Juli 2021 2020 SD Huesca U 19 4/0 Youth L. 5/0 Profis 3/0 2019 2018 2017 2016 VfB Stuttgart U19-Meisters. 45 Spiele/ 29 Tore Youth League 13/14 Profis 2/0 Willem II Tilburg U 19 1/0 Youth L. 1/1 Profis 13/1 FC Utrecht Panathinaikos Athen Youth L. 2/0 U 19 1/1 Youth L. 5/3 Profis 137/50 FC Chelsea Youth L. 3/3 VfB Stuttgart FC Barcelona Olympiakos Piräus U 19 27/4 Youth L. 4/0 North Carolina FC Cape Town Spurs U 19 5/0 Youth L. 3/0 AIK Solna U 19 14/7 Profis 127/19 RSC Anderlecht Manchester City Richmond Strikers 2015 Jacob Bruun Larsen Sergio Gomez Alexander Isak Anargyros Kampetsis Orel Mangala Tashreeq Matthews Christian Pulisic Will Pulisic Jadon Sancho “infografik Pennsylvania Classics Lyngby BK
18 14. FEBRUAR 2022 Leon Balogun kennt die Bundesliga und Borussia Dortmund. Nun wird der gebürtige Berliner in der K.-o.-Runde der Europa League mit seinen Glasgow Rangers nach Deutschland zurückkehren. Was löst der Name Shinji Kagawa bei Ihnen aus, Herr Balogun? Es hat immer großen Spaß gemacht, ihm zuzusehen. Aber was steckt hinter der Frage? Er war der letzte BVB-Profi, gegen den Sie ein Gegentor hinnehmen mussten. Ist das so? Im Dezember 2017 war das. In Mainz? Haben wir mit 0:2 verloren? Absolut richtig. Nun geht es mit den Rangers gegen Borussia Dortmund. Freuen Sie sich auf die Begegnung? Klar. Die Vorfreude ist natürlich groß, da es zurück in die Heimat geht – und dann auch noch zum BVB in den Signal-Iduna-Park, in der Europa League. Geht schlechter. Das Hinspiel steigt in Dortmund vor maximal 10 000 Zuschauern, eine Woche später wird das Ibrox Stadium mit rund 50 000 Fans vermutlich ausverkauft sein. Schon ein deutlicher Vorteil für Sie, oder? Ja, klar. Wir sind diese Atmosphäre gewöhnt, aber sie wird dem BVB auch gerecht. Das Dortmunder Stadion steht weltweit nicht gerade für die allerschlechteste Stimmung … Ich habe es immer geliebt, dort zu spielen – aufgrund der Stimmung, aufgrund der Fans. Es ist schade, dass jetzt so viele fehlen werden. E UR OPA L E AGUE Wie wurde der Trainerwechsel in der Mannschaft aufgenommen? bringen und zu Fehlern zwingen, vor Aufgaben stellen. Viele Jungs waren schon enttäuscht, Auf wen muss der BVB in Ihrem Team aber nicht vom Trainer, sondern besonders aufpassen? eher über den Wechsel. Weil es einAuf uns als Team, wir funktionieren fach schade war. Steven Gerrard hat als Einheit. Wir haben aber auch hier drei Jahre lang eine Mission Spieler wie Joe Aribo im zentralen gehabt, etwas aufgebaut, herausraMittelfeld, der sehr formstark ist. Bor. Dortmund – Glasgow Rangers gende Arbeit geleistet. Ich bin 2020 Flügelspieler Ryan Kent sorgt immer nach einer eher schwierigen Zeit in wieder für Aufsehen. Unser Stürmer, Donnerstag, 18.45 Uhr live im Stream bei RTL+ meiner Karriere hergekommen, was Alfredo Morelos, ist jemand, der auf und im Ticker bei kicker.de Gerrard und sein Team mir für ein den ersten Eindruck gerne unterSelbstvertrauen gegeben haben, war schätzt wird, den man aber erst mal unfassbar. Aber wenn du einen Gioin den Griff kriegen muss. Gerade vanni van Bronckhorst als Nachfolger bekommst, unsere Offensive kann bei vielen Defensivreihen ist das auch nicht so schlecht. für Kopfschmerzen sorgen. Was macht van Bronckhorst anders? Er ist noch nicht ganz so nah an den Spielern dran, was man nach drei Monaten auch nicht erwarten kann. Du merkst, wie wichtig es ihm ist, den Spielern seine Idee zu vermitteln. Er versteht zu hundert Prozent, was verlangt wird. Da entsteht langsam was, aber das braucht Zeit. In der Liga ist Celtic nach einem schwachen Jahr wieder der ernst zu nehmende Rivale um den Titel. Wie sehr schlägt das 0:3 im Old Firm auf die Stimmung? Und am Deadline Day kam dann noch ein gewisser Aaron Ramsey von Juventus Turin … Man merkt, dass er von Arsene Wenger geprägt wurde. Er ist immer anspielbar und hat ein sehr gutes Spielverständnis. Er ist hier schnell angekommen und wird uns mit seiner Erfahrung helfen. INTERVIEW: MARIO KRISCHEL Es hat schon wehgetan, aber wir haben ein paar Tage später die Hearts zu Hause mit 5:0 geschlagen. Eine bessere Reaktion kannst du gar nicht liefern. Das gibt uns Aufwind. 2020 sind die Rangers in der Europa League relativ deutlich gegen Leverkusen ausgeschieden. Wie schätzen Sie Ihre Chancen nun gegen Dortmund ein? „Das wird für Dortmund sicher kein Selbstläufer“ Früher Mainz, nun Glasgow. Mit den Rangers will L EO N B A LO G U N (33) in der Europa League für Furore sorgen. Als das passiert ist, war ich gerade bei der nigerianischen Nationalmannschaft. Wie haben Sie von Gerrards plötzlichem Wechsel zu Aston Villa erfahren? In den Medien hatten wir die Spekulationen schon verfolgt und irgendwie gehofft, dass es nicht stimmt. Die Verbindung zwischen der Mannschaft und Steven Gerrard war sehr speziell, ich hatte das in der Form so auch noch nicht erlebt. Waren Sie ihm böse, dass er mitten in der Saison seine Zelte abgebrochen hat? Überhaupt nicht. Für ihn hat sich die Möglichkeit in der Premier League ergeben, und es ist ja klar, dass er irgendwann „nach Hause“ geht, Liverpool-Trainer werden wird. Klar ist aber auch, dass es einen Zwischenstopp geben musste – da war Aston Villa eine sehr gute Möglichkeit. Ich bin grundsätzlich sehr optimistisch eingestellt. Das wird ein hartes Spiel, aber wir fahren dahin, um zu gewinnen. Dortmund hat da allerdings ja noch dieses neue Phänomen im Sturm … Erling Haaland, inzwischen kein Geheimtipp mehr. Richtig. Aber nicht nur ihn, es gibt bei denen genug Spieler, die ihre Klasse auch auf internationaler Bühne nachgewiesen haben. Ich kann mir vorstellen, dass viele uns als Underdog sehen, aber wenn du nicht in diese Spiele reingehst und denkst, dass du sie gewinnen kannst, hast du in dem Wettbewerb gar nichts verloren. Wir müssen auf jeden Fall auf unserem höchsten Niveau spielen, es wird sicher kein Selbstläufer für Dortmund. Wo können Sie die Borussia knacken? Wir sind ein Team, das gerade über die Flügel immer wieder für Gefahr sorgen kann, weil wir da viel Tempo mitbringen. Borussia Dortmund ist allerdings eine Champions-LeagueMannschaft, du musst die schon in Bewegung Foto: imago images Im Vorjahr wurden die Rangers erstmals seit 2011 Meister, seitdem ist einiges passiert. Der Trainer heißt seit November nicht mehr Steven Gerrard, sondern Giovanni van Bronckhorst.
14. FEBRUAR 2022 19 topthema BAYERNS PL EIT E I N B OC H UM Einmal zu oft Foto: picture-alliance/Perenyi Dieses 2:4 wirft Fragen auf beim FC B AY E R N . Ist es ein Warnschuss zur rechten Zeit? Oder sind es fundamentale Probleme? Da nützte auch das frühlingshafte Wetter, strahlende Sonne und 12 Grad Celsius, in München nichts. Die Stimmung an der Säbener Straße war am Sonntag noch bedröppelt – verständlicherweise. Es gab einiges aufzuarbeiten nach der 2:4-Blamage in Bochum. Nach vier Gegentreffern in der ersten Hälfte. Nach krassen, zu einfachen Fehlern, Unkonzentriertheiten der Spieler, die teilweise hilflos aussahen gegen den spielfreudigen Aufsteiger. „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr, sehr schlecht gespielt“, sagt Trainer Julian Nagelsmann. „Wir haben eine Idee gehabt, die nicht gut umgesetzt wurde.“ Einen Plan, für den er selbst die Verantwortung übernimmt, weswegen es „von mir keine große Kritik“ an die Mannschaft gebe. „Ich hätte schneller reagieren müssen, schneller umstellen müssen.“ Allerdings darf, und das weiß auch das Trainerteam, nach dieser Niederlage ebenso festgehalten werden, dass einzelne Profis wiederholt individuell patzen. Wie Dayot Upamecano, der das erhoffte wie geforderte Bayern-Niveau zu selten abruft. Oder Serge Gnbary, dem zu häufig – wenngleich nicht immer bestraft – fahrige Übt Selbstkritik: Julian Nagelsmann Abspielfehler unterlaufen. Bei Benjamin Pavard wird intern die mangelnde Entwicklung registriert. Lucas Hernandez ist ein fleißiger Arbeiter, „Das kenne ich aus der Vergangenheit nicht.“ Joshua Kimmich, FC Bayern der jedoch einen Abwehrchef neben sich bräuchte. Niklas Süle könnte als deutschsprachiger Innenverteidiger Kommandos geben, es fehlen jedoch Führungsqualitäten. Und die letzten Prozent in puncto Einstellung, die Joshua Kimmich beim gesamten Team am Samstag infrage stellte: „Da müssen wir uns fragen, ob das die Mentalität ist, die der FC Bayern verkörpert.“ Damit schlägt der Sechser Alarm. Gerade vor den anstehenden Aufgaben in der Champions League. „Zum Glück war das ein BundesligaSpiel, und wir hatten neun Punkte Vorsprung.“ Jetzt sind es noch sechs – tabellarisch immer noch zu verschmerzen. Der Eigenanspruch dieser Mannschaft aber ist ein anderer. „Das passiert uns zu oft“, bemän- gelt Kimmich, „das kenne ich aus der Vergangenheit so von uns nicht.“ Damit erinnert der Nationalspieler auch an das 0:5-Debakel beim Pokal-Aus in Mönchengladbach. Wohl wissend, dass die Bayern vorige Woche gegen Leipzig ebenfalls mehrmals Glück hatten und die Defensive in dieser Saison – abgesehen von den wettbewerbsübergreifend insgesamt fünf Niederlagen – schon häufig enorm anfällig war. Wie beim 3:2 in Dortmund, beim 5:2 gegen Benfica, beim 5:2 bei Union oder dem 3:2 gegen Köln. Da überwog jeweils allein die bessere Offensive. Sticht dieser 9
14. FEBRUAR 2022 sicherlich hochkarätige Trumpf – immer ein Tor mehr zu schießen, als man kassiert – aber nicht, kann es schnell nach hinten losgehen. Was den Nagelsmann-Bayern meist fehlt, sind Balance, Stabilität, Kontrolle. Auch dann, wenn die Münchner wie in Bochum in Führung gehen. Einen Vorsprung zu halten, ist keine Selbstverständlichkeit (mehr). FCB-Trainer Nagelsmann hat diese Erfahrung schon öfter gemacht. In seinen knapp dreieinhalb Jahren bei Hoffenheim verspielte die TSG 76 Punkte, nachdem sie in Führung gegangen war – ligaspitze, Augsburg folgte mit 61 Zählern. Vergangenes Jahr in Leipzig waren es 14 Punkte – mehr als die anderen drei Top-4Teams der Liga. Bei den Bayern sind es in der laufenden Saison neun Zähler. An sich kein Drama – das Problem dabei: Die Gegentore fallen meist nach demselben Muster. „Wir haben Überzahl, Riesenraum, dann wird der Querball abgefangen“, analysiert Nagelsmann. „Wenn ich Dreierkette spiele, heißt es, das ist zu offensiv. Diesmal haben wir Viererkette gespielt, und dann sieht man auch teilweise den Nachteil.“ Womit der 34-Jährige schon recht hat. Jedoch verzichtete er am Samstag auf einen zweiten Sechser. A ls Statement gegen die Notwendigkeit von Playoff-Spielen um die Meisterschaft wird der schlaffe Auftritt der Bayern-Profis in Bochum wohl nicht gedacht gewesen sein. Doch immerhin: Dank der Münchner Pleite und des BVB-Sieges bei Union Berlin ist das Titelrennen zumindest auf dem Papier wieder ein Stückchen spannender geworden. Wenn Joshua Kimmich beim Branchenprimus die Mentalitätsfrage stellt, bestätigt sich zugleich: Für Bayern wird inzwischen die eigene Dominanz zum Problem. RUDI VÖLLER hat selbstverständlich recht: Eine so bedeutende Frage wie die nach dem Modus der Titelvergabe darf man „nicht durch die Vereinsbrille“ beantworten. Das beherzigt Oliver Kahn, der die Playoff-Idee via kicker mit propagiert hat, obwohl sie das Titel-Abo seiner Bayern gefährden würde. Kahn legt den Fokus auf die Spannung, ohne die Weil er keinen Offensivspieler opfern wollte. Das ist ein spektakulärer Ansatz, aber auch eine arg risikoreiche Variante mit Leroy Sané, Kingsley Coman, Thomas Müller und Serge Gnabry hinter Robert Lewandowski. Zumal die nicht immer verletzungsfreien Coman, Sané und Gnabry auch mal Pausen benötigen, insbeson- dere mit Blick auf die ab Mittwoch beginnende K.-o.-Phase in der Königsklasse. In Salzburg, so hoffen die Entscheider, wird wieder ein anderes Team auf dem Feld stehen. Und doch werden die Bosse auch die individuelle Qualität der Abwehr nochmals genau beobachten. Abgesehen von Süle, der den Verein verlässt, kos- teten Upamecano, Hernandez und Pavard zusammen 157,5 Millionen Euro. Ob dieser Wert mit Leistung übereinstimmt, wird spätestens am Ende der Saison nochmals im Detail gesprochen. Stand jetzt patzten die Verteidiger nämlich mindestens einmal zu oft. Und David Alaba wird im Team vermisst. GEORG HOLZNER Bedröppelte Bayern in Bochum: Dayot Upamecano, Sven Ulreich, Thomas Müller BUND E SLIGA – DER KOMME NTAR Thiemo Müller Leiter Südwest-Redaktion Wichtiger als der Modus bleibt die Leistungskultur jeder sportliche Wettbewerb seinen Reiz verliert. Und damit perspektivisch die Existenzgrundlage. FAIRNESS und Wettbewerbsgerechtigkeit sind gewiss ebenso elementar. Niemand wird bestreiten, dass eine über 34 Spieltage errun- gene Meisterschaft das stärkere Zeugnis von Konstanz und Klasse abgibt. Aber wären Play-off-Spiele wirklich „ungerechter“ als etwa die alternativ von manchen geforderte Umverteilung von TV-Geldern, deren Vergabe sich doch am sportlichen Abschneiden orientiert? Darüber ließe sich trefflich philosophieren. Ganz abgesehen davon, dass der deutsche Einfluss auf eine etwaige europaweite wirtschaftliche Neuordnung naturgemäß begrenzt ist. GUT BERATEN wären die Bundesliga-Entscheider, pragmatisch vorzugehen. Also: sich aufs Machbare zu konzentrieren und die Frage nach einem Spielmodus nicht ideologisch zu überhöhen. Entscheidend sein sollte letztlich die Akzeptanz beim Publikum. Bei einer Umfrage auf kicker.de stimmten knapp 37 Prozent der Teilnehmer für Play-offs (siehe Seite 29). Das spricht nicht für ein Tabuthema wie etwa die Austragung des Supercups im Ausland, die 89,7 Prozent Ablehnung erfuhr. FESTHALTEN zu wollen am bisherigen „ehrlichen“ Modus, ist gleichwohl aller Ehren wert. Doch sollten sich die bekennenden Traditionalisten ligaweit bewusst machen: Es liegt in ihrer ureigenen Verantwortung, den Wettbewerb mit Leben zu füllen. Bayerns Alleinherrschaft hat nämlich auch damit zu tun, dass es sich mancher in seiner Nische zu bequem gemacht hat oder im direkten Duell, anders als Vorbild Bochum, zu schnell klein beigibt. Motto: Es geht ja bloß um „Bonuspunkte“. Derweil zeugen nur acht Zähler Abstand zwischen dem Vierten Leipzig und dem 13. Gladbach eher von Einheitsbrei als fesselnder Dramatik. Eine neue Leistungskultur wäre für die Liga in der Tat wichtiger als jeder künstliche Eingriff. Würde die Play-off-Debatte dafür die Sinne schärfen, wäre schon mal etwas gewonnen. Fotos: Getty Images 20
14. FEBRUAR 2022 21 MEINUNG Rainer Franzke Chefredakteur Die Milliarden in England sind unerreichbar Das 3:1 ist gefallen: Mitspieler feiern den Torschützen Cristian Gamboa (M.). Boah, Bochum! Mit viel Leidenschaft zwingt der V F L auch die Bayern in die Knie. Erneut zeigt der Aufsteiger, dass ihn auch ein Rückstand nicht umwirft. Der sonnige, aber eiskalte Nachmittag scheint den allgemein erwarteten Verlauf zu nehmen an der Castroper Straße. Robert Lewandowski nutzt nach nicht mal zehn Minuten eine kurze Verwirrung im Bochumer Strafraum, dreht sich und spitzelt den Ball ins Netz, 0:1. Sieben „Stück“ hatte der Rekordmeister dem Aufsteiger im Hinspiel eingeschenkt – doch diesmal folgt dem frühen Rückschlag eine spektakuläre Antwort der Bochumer. Vier Treffer innerhalb von 30 Minuten, viel Leidenschaft und Herzblut, ein Tor schöner als das andere. Am Ende steht das 4:2, der erste Sieg der Gastgeber gegen den RekordChampion seit 18 Jahren. Boah, Bochum! Es ist ein Nachmittag für Fußball-Romantiker, weil der Underdog mit seinen Mitteln den großen Favoriten aufs Kreuz legt in einer Zeit, in der nicht nur bei Borussia Dortmund, dem großen und erfolgreichen Nachbarn im Revier, viel über Mentalität oder Haltung diskutiert wird. In Bochum gehört es zur DNA, dass es eben nur dann zu einem positiven Ergebnis reicht, wenn alle sich mit vollem Einsatz engagieren. Nicht viele andere Teams stürzen sich mit dieser Entschlossenheit in die Zweikämpfe, keiner blockt so viele Torschüsse wie der VfL Bochum, tatsächlich stimmt beim Aufsteiger auch die Mischung aus Kampf und Klasse, Maloche und Mut. „Das war eine Halbzeit und ein Spiel, das VfL-Profis zeigen: Die Bundesliga ist für sie etwas Besonderes. in den Geschichtsbüchern des VfL Bochum auftauchen wird“, schwärmt Sportvorstand Sebastian Schindzielorz. Dreimal in Folge geriet man in den jüngsten drei Spielen in Rückstand und verlor keine einzige dieser Partien. „Dass uns das 0:1 nicht umgeworfen hat, ist ein Zeichen für unsere Entwicklung“, sagt Trainer Thomas Reis auch mit Blick auf die Pleite im Hinspiel Mitte September. Zu besichtigen ist regelmäßig, dass es für seine Profis etwas Besonderes ist, ein Teil der Bun- desliga zu sein und sich mit den Top-Klubs des Landes zu messen. Viele Spieler wurden woanders aussortiert, die meisten sind neu in der Bundesliga oder haben erst sporadisch Erfahrungen sammeln dürfen. Ihren Platz verteidigen sie nun mit vollem Einsatz, wenn auch nicht allein mit Robustheit und körperlicher Präsenz, sondern durchaus mit technischen Feinheiten und mutigem Spiel nach vorn. Bei aller Euphorie verlor Reis im allgemeinen Jubel und Trubel nicht den Blick für das Wesentliche. „Diesen Feiertag dürfen alle genießen“, so der von den Rängen lautstark bejubelte Trainer, „und dann gehen wir daran, die Truppe wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen und schnell zur Tagesordnung überzugehen.“ Mit 28 Punkten steht der Bundesliga-Rückkehrer nach 22 Spieltagen ausgezeichnet da; am nächsten Wochenende wartet ein Schlüsselspiel beim VfB Stuttgart, derzeit auf Platz 17. Mit einem Sieg könnte der VfL den Rivalen auf satte 13 Punkte distanzieren. Ähnliche Gier und Leidenschaft darf am Samstag vorausgesetzt werden. OLIVER BITTER H alten wir uns diese Zahl vor Augen: 12 460 000 000 Euro kassiert die Premier League in den kommenden drei Spielzeiten an Vermarktungserlösen aus der zentralen Vergabe von Fernsehrechten und Werbeverträgen. Obendrauf kommen die Erlöse der Klubs aus ihren Sponsorenverträgen. 12,46 Milliarden Euro plus x. ERSTMALS erzielt die Premier League mit 6,29 Milliarden Euro ab Sommer 2022 bis zum Sommer 2025 aus der internationalen Vergabe der Medienrechte mehr Geld als auf dem nationalen Markt (6,05). Die Bundesliga erhält in diesem Zeitraum 3,3 Milliarden aus der nationalen und knapp 600 Millionen Euro aus der internationalen Vergabe dieser Rechte. Knapp ein Drittel der Summe der Premier League. Gedanken um Play-offs oder Spiele um den Supercup in Asien bringen die Liga in dem ungleichen Wettbewerb nicht voran. HISTORISCH bedingt ist diese Entwicklung. Die First Division hatte schon vor 50 Jahren Live-Bilder ihrer Spiele um den Globus geschickt, die Bundesliga zog erst knapp 30 Jahre später nach. Asia bereisten die Briten bei Freundschaftsspielen und Trainingslagern; Austria die Deutschen. Kurzum: Der finanzielle Rückstand ist für die Bundesliga uneinholbar. Doch sie muss sich nicht verstecken, wenn sie sich auf ihr Publikum konzentriert als einst zuschauerstärkste Profiliga der Welt (vor der Pandemie). Fan-Orientierung heißt das Gebot der Stunde für die Liga. Und wenn sie weltweit nur die Nummer zwei oder drei sein sollte, ist das kein Beinbruch.
ANZEIGE 22. SPIELTAG 11. – 13. 2. 2022 G GELBE KARTEN Für das nächste Spiel gesperrt: Knoche (Union) Rexhbecaj (Bochum) Geiger (Hoffenheim) Grillitsch (Hoffenheim) Bakker (Leverkusen) ERGEBNIS DI E NST Unter Telefon (0137) 82 23 32 22 (0,50/Anruf/Festnetz), erreichbar aus Deutschland, erfahren Sie die Zwischenund Endresultate der Bundesligaspiele. Aus Österreich: (0900) 21 02 20 (0,61/Min./Festnetz) 5 5 5 5 5 9 0 3 34:14 + 20 27 10 1 4 5 5. 8. TSG Hoffenheim 22 10 4 8 43:34 + 9 34 11 7 2 2 25:12 + 13 23 11 3 2 6 18:22 − 4 11 6. 5. SC Freiburg 22 9 7 6 34:25 + 9 34 11 5 4 2 18:12 + 6 19 11 4 3 4 16:13 + 3 15 7. 4. 1. FC Union Berlin 22 9 7 6 29:30 − 1 34 11 6 3 2 14:12 + 2 21 11 3 4 4 15:18 − 3 13 8. 6. 1. FC Köln 22 8 8 6 34:37 − 3 32 11 6 3 2 19:15 + 4 21 11 2 5 4 15:22 − 7 11 9. 10. 1. FSV Mainz 05 22 9 4 9 31:24 + 7 31 11 7 3 1 21:5 + 16 24 11 2 1 8 10:19 − 9 10. 9. Eintracht Frankfurt 22 8 7 7 33:34 − 1 31 11 3 4 4 14:15 − 1 13 11 5 3 3 19:19 11. 11. VfL Bochum (N) 22 8 4 10 24:32 − 8 28 11 6 3 2 17:10 + 7 21 11 2 1 8 12. 12. VfL Wolfsburg 22 8 3 11 23:33 − 10 27 11 4 2 5 12:15 − 3 14 11 4 1 6 11:18 − 7 13 13. 13. Bor. Mönchengladbach 22 7 5 10 30:40 − 10 26 11 5 2 4 19:19 0 17 11 2 3 6 11:21 − 10 9 14. 14. Hertha BSC 22 6 5 11 24:45 − 21 23 11 4 3 4 15:17 − 2 15 11 2 2 7 8 15. 15. Arminia Bielefeld 22 4 10 8 21:29 − 8 22 11 1 7 3 11:16 − 5 10 11 3 3 5 10:13 − 3 12 16. 16. FC Augsburg 22 5 7 10 24:38 − 14 22 10 4 3 3 15:16 − 1 15 12 1 4 7 9:22 − 13 7 17. 17. VfB Stuttgart 22 4 6 12 26:42 − 16 18 11 3 2 6 18:23 − 5 11 11 1 4 6 8:19 − 11 7 18. 18. Greuther Fürth (N) 22 3 4 15 20:57 − 37 13 11 3 3 5 11:17 − 6 12 11 0 1 10 9:40 − 31 1 Z U M ER ST E N M A L E L F DES TAG ES Drei Klubs gemeinsam vorne Hrgota 1 In seinem zweiten Bundesligaspiel für Stuttgart trug sich Tiago Tomas zum ersten Mal in die Torschützenliste ein – und das gleich doppelt. Der Winterneuzugang ist in der Bundesligageschichte des VfB der 268. Spieler, der für die Schwaben traf. Damit hat Stuttgart den Rekord von Frankfurt und Schalke eingestellt. Für keinen anderen Klub trafen mehr Akteure. FC Augsburg 1. FC Union Berlin Hertha BSC Arminia Bielefeld VfL Bochum Borussia Dortmund Eintracht Frankfurt SC Freiburg SpVgg Greuther Fürth TSG Hoffenheim 1. FC Köln RB Leipzig Bayer 04 Leverkusen 1. FSV Mainz 05 Bor. Mönchengladbach Bayern München VfB Stuttgart VfL Wolfsburg Bensebaini 2 Hübner 1 Hoffenheim Bochum Gladbach 9:13 − 4 7 7 0 18 7:22 − 15 9:28 − 19 7 Tiago Tomas 1 Stuttgart Wirtz 4 Leverkusen Losilla 1 Bochum Bornauw 1 Gamboa 1 Wolfsburg Bochum Flekken 2 Freiburg 2:3 2:1 7.5. 2:3 20.3. 2:1 3:4 6.3. 1:0 23.4. 9.4. 1:3 1:1 16.4. 5.3. 1:1 2:0 5:2 19.2. 0:0 1:2 0:0 2:1 5:1 9.4. 14.5. 30.4. 2:1 2:2 5.3. 3:0 2.4. 3:1 0:2 1:2 19.3. 3:2 30.4. 16.4. 19.2. 1:0 3:1 20.3. 5.3. 4:1 30.4. 14.5. 7:1 14.5. 0:0 3:0 2:3 0:6 4:0 1:2 2:1 20.2. 2:3 2:3 5:1 1:1 0:2 4:1 0:4 2:1 19.3. 0:0 2:0 3:2 23.4. 1:2 3:6 6.3. 9.4. 2:2 2:0 14.5. 4:0 3:1 19.2. Aus der waagrechten Reihe können Sie die Heimresultate und Heimtermine, aus der senkrechten die Auswärtsresultate und Auswärtstermine ablesen. ut tg a W rt olf sb ur g en 12.3. 1:0 2:1 26.2. 2:1 2:5 7.5. 1:0 1:4 1:2 1:1 16.4. 2:0 18.3. 4:2 3:1 20.2. 2:3 1:0 7.5. 26.2. 1:1 23.4. 2.4. 2:1 9.4. 1:3 0:2 1:1 12.3. 9.4. 4:1 0:4 4:1 4:1 1:4 1:0 4:0 1:5 1:1 30.4. 2.4. 1:1 2:1 1:2 2:1 5.3. 0:5 23.4. 1:3 14.5. St db ün ch ac en z us rk 30.4. 1:1 1:4 2.4. 2:1 1:1 1:3 20.2. 1:1 1:1 14.5. 0:4 2:2 27.2. 9.4. 2:0 2.4. 2:5 1:1 1:1 5:2 1:1 1:1 2:1 26.2. 13.3. 23.4. 5:0 2:0 7.5. 1:1 2:2 3:1 1:3 13.3. 16.4. 1:1 1:0 18.2. 16.4. 30.4. 1:2 3:2 3:2 5.3. 14.5. 0:2 1:3 2:3 1:0 20.3. M 27.2. 0:3 3:2 1:3 1:1 ‘gl a 2:0 16.4. 1:1 2:3 2:0 1:0 14.5. 9.4. 2:0 1:1 19.2. 30.4. 2:0 0:1 1:3 7.5. 4:2 14.5. 13.3. 30.4. 2:1 1:2 0:2 13.3. 7.5. 26.2. 2:2 16.4. 1:0 2:1 1:1 0:1 2:2 2:0 2:0 2.4. 2:2 3:1 23.4. 2:1 23.4. 6:0 0:2 3:0 2:2 2.4. 26.2. 1:0 1:2 4:0 19.3. 1:0 1:2 12.3. 3:1 2:1 19.3. 5:0 1:0 7:0 1:1 2:2 0:1 19.2. 5.3. 0:0 9.4. 1:0 M 0:0 1:1 4.3. 23.4. 2:1 0:0 3:0 0:0 3:1 0:2 7.5. 5:1 4:1 3:2 9.4. 19.3. 1:0 h Hochgestellt: Anzahl der Berufungen in die Elf des Tages ain 2021/22 Holtmann 1 Fürth Reus 2 Dortmund M 9 13 18 12 ig GG GELB-ROTE KARTEN niemand Gesamtzahl 2021/22 Vergleich 22. Spieltag 2020/21 Gesamt Saison 2020/21 22 10 4 8 43:27 + 16 34 ve Weiterhin gesperrt: niemand 6 3 2 28:17 + 11 21 4. 7. RB Leipzig Le 8 7 15 6 1 4 24:18 + 6 19 11 i pz G ROTE KARTEN niemand Gesamtzahl 2021/22 Vergleich 22. Spieltag 2020/21 Gesamt Saison 2020/21 11 6 2 3 30:19 + 11 20 Le 19.30 UHR Hertha (0:6) Leipzig 9 0 2 33:18 + 15 27 u Fr nd an kfu Fr rt eib ur Fü g rth Ho ffe n Kö heim ln SONNTAG, 20. FEBRUAR Dortmund (0:1) Gladbach P 11 um 17.30 UHR D 11 rtm SONNTAG, 20. FEBRUAR T 22 12 5 5 58:36 + 22 41 Do 15.30 UHR N 3. 3. Bayer 04 Leverkusen ld München (3:1) Fürth auswärts SP S U P 2. 2. Borussia Dortmund (P) 22 15 1 6 57:36 + 21 46 fe SONNTAG, 20. FEBRUAR D 8 1 2 37:15 + 22 25 ch Köln (1:1) Frankfurt T 11 Bo 18.30 UHR N 9 0 2 33:10 + 23 27 a SAMSTAG, 19. FEBRUAR zu Hause SP S U P 11 ele Hoffenheim Bochum Freiburg Union D 22 17 1 4 70:25 + 45 52 rth (1:3) (0:0) (0:3) (0:1) T Bi Wolfsburg Stuttgart Augsburg Bielefeld N He 15.30 UHR U rg SAMSTAG, 19. FEBRUAR S ion 20.30 UHR Mainz (0:1) Leverkusen 1. 1. Bayern München (M) SP bu FREITAG, 18. FEBRUAR Verein gs 23. SPIELTAG B U N D E SL I GA Un Köln Wolfsburg Augsburg Mainz München Hertha Stuttgart Dortmund Bielefeld Au 1:0 0:1 1:0 0:1 4:1 1:0 1:0 0:2 1:0 SAISON 3:1 0:2 3:2 1:1 4:2 2:1 4:2 0:3 2:0 Leipzig Frankfurt Gladbach Freiburg Bochum Fürth Leverkusen Union Hoffenheim 4:1 12.3. 23.4. 2.4. 0:0 2:1 1:1 2:0 0:0 25.2. 1:0 4:0 4:2 16.4. 1:1 7.5. 0:2 2.4. 2:0 1:2 2:2 1:0 16.4. 0:2 12.3. 0:2 3:1 7.5. 2:0 0:2 3:0 26.2. 4:0 30.4.
14. FEBRUAR 2022 23 S PIE L E R D ES TAGES Gerrit Holtmann Alles reinwerfen in den Abstiegsk(r)ampf Fürth ist in der Liga ergebnistechnisch angekommen, im Tabellenkeller ist man schon länger. Dort mittendrin ist nun auch Hertha, die alte Dame muss das nur noch richtig annehmen … CHANCEN ZU SC HAUE R Zuschauerschnitt 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. Borussia Dortmund 1. FC Köln Bayern München Bor. Mönchengladbach Eintracht Frankfurt VfB Stuttgart RB Leipzig Bayer 04 Leverkusen Arminia Bielefeld 1. FSV Mainz 05 Hertha BSC VfL Bochum SC Freiburg 1. FC Union Berlin FC Augsburg VfL Wolfsburg TSG Hoffenheim SpVgg Greuther Fürth 31 379 26 918 22 909 20 597 17 841 17 523 15 865 14 184 14 046 13 564 12 518 12 501 11 909 11 293 10 081 8 485 6 580 5 319 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. Dortmund Leverkusen München Leipzig Hertha Hoffenheim Frankfurt Stuttgart Freiburg Köln Mainz Augsburg Bielefeld Union Bochum Gladbach Fürth Wolfsburg Foto: picture-alliance/Löb VfL Bochum Mit seinem Super-Solo, bei dem er die halbe Mainzer Truppe ausspielte, erzielte Gerrit Holtmann (26) am 2. Spieltag als erster Bochumer das Tor des Jahres der ARD-Sportschau. Jetzt verblüffte der Top-Sprinter bei seiner Gala gegen die Bayern sogar seinen Trainer, der dem Flügelstürmer einen solch ansehnlichen Treffer mit dem falschen Fuß ins lange Eck kaum zugetraut hätte. „Den rechten“, so Thomas Reis ganz trocken, „hat er eigentlich nur, damit er nicht umfällt.“ Als Präzisionsschütze fällt Holtmann ansonsten selten auf, schon eher als kaum zu packender Vorbereiter; so fädelte er diesmal das 1:0 durch Christopher Antwi-Adjei perfekt ein. Da ließ es sich verschmerzen, dass der Wirbelwind beim historischen Bochumer 4:2-Triumph die Großchance kurz nach der Pause versemmelte und den Kollegen Locadia übersah. OLIVER BITTER TOR SC HÜTZ E N Tore am 22. Spieltag 33 (Schnitt 3,67) Verwertung/Chancen 40,4 % 37,7 % 33,5 % 29,7 % 28,6 % 28,5 % 27,7 % 26,8 % 26,8 % 26,0 % 25,6 % 25,5 % 24,7 % 24,2 % 24,0 % 23,8 % 23,3 % 21,5 % 141 154 209 145 84 151 119 97 127 131 121 94 85 120 100 126 86 107 Die Zahl der erzielten Tore geteilt durch die Anzahl der Torchancen ergibt die Chancenverwertung. Gesamt 2021/22: 624 (Schnitt 3,15) Vergleich 2020/21: 928 (Schnitt 3,03) Tore Spieler Verein 26 (2) 19 (1) 16 (–) 14 (–) 11 (1) 10 (1) 10 (–) 9 (–) 9 (–) 8 (1) 7 (–) 7 (–) 7 (2) 7 (2) 7 (–) 7 (1) 7 (–) 7 (–) Lewandowski Schick Haaland Modeste Nkunku Diaby Gnabry Awoniyi Silva Hofmann Okugawa Polter Reus Hrgota Bebou Wirtz Burkardt Müller Bayern München Bayer 04 Leverkusen Borussia Dortmund 1. FC Köln RB Leipzig Bayer 04 Leverkusen Bayern München 1. FC Union Berlin RB Leipzig Bor. Mönchengladbach Arminia Bielefeld VfL Bochum Borussia Dortmund SpVgg Greuther Fürth TSG Hoffenheim Bayer 04 Leverkusen 1. FSV Mainz 05 Bayern München In Klammern Zahl der am letzten Spieltag erzielten Tore 1. 2. 3. 4. 6. 7. 9. 10. 11. 12. 13. Flekken (Freiburg) Sommer (Gladbach) Riemann (Bochum) Ortega Moreno (Bielefeld) Baumann (Hoffenheim) Gulacsi (Leipzig) Trapp (Frankfurt) Neuer (München) Zentner (Mainz) T. Horn (Köln) Hradecky (Leverkusen) Kobel (Dortmund) Luthe (Union) Notenschnitt 2,73 2,75 2,80 2,81 2,81 2,83 2,88 2,88 2,91 2,92 2,93 2,98 3,12 Berücksichtigt sind nur Spieler, die in mindestens 50 % der Spiele benotet wurden. Bei außergewöhnlichen Leistungen werden auch Spieler benotet, die maximal 30 Minuten eingesetzt wurden. Notenschnitt Lewandowski (München) N. Schlotterbeck (Freiburg) Musiala (München) Müller (München) Wirtz (Leverkusen) Haaland (Dortmund) Goretzka (München) Modeste (Köln) Schick (Leverkusen) Nkunku (Leipzig) Davies (München) Kimmich (München) Diaby (Leverkusen) Bellingham (Dortmund) Forsberg (Leipzig) Sané (München) 17. Grifo (Freiburg) 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. Links Kopf davon Elfer 19 4 2 5 8 1 7 6 5 6 5 5 2 – 5 6 4 4 4 11 11 – 3 9 3 3 2 2 1 – 5 7 2 1 2 3 3 4 3 9 – – – – 2 – 1 2 – – – – 1 – 3 1 3 – – – – – 3 – – 1 – 5 – – – – SC OR E R TO P -F E L D S P I EL E R TOP -TO RHÜ TE R Rechts 2,43 2,58 2,64 2,73 2,75 2,77 2,83 2,88 2,89 2,93 2,94 2,97 2,98 3,00 3,00 3,00 3,02 Punkte 28 25 23 22 20 17 17 16 15 15 13 13 13 13 12 12 11 Tore + Vorarbeiten Lewandowski (München) Müller (München) Schick (Leverkusen) Haaland (Dortmund) Nkunku (Leipzig) Diaby (Leverkusen) Wirtz (Leverkusen) Gnabry (München) Reus (Dortmund) Modeste (Köln) Grifo (Freiburg) Silva (Leipzig) Sané (München) Kruse (Wolfsburg/Union) Brandt (Dortmund) Bebou (Hoffenheim) Borré (Frankfurt) 26+2 7+18 19+4 16+6 11+9 10+7 7+10 10+6 7+8 14+1 4+9 9+4 6+7 6+7 5+7 7+5 6+5 Punkte 11 11 10 10 10 10 10 10 10 10 10 Hrgota (Fürth) Onisiwo (Mainz) Awoniyi (Union) Wimmer (Bielefeld) Holtmann (Bochum) Malen (Dortmund) Kostic (Frankfurt) Kramaric (Hoffenheim) Rutter (Hoffenheim) Burkardt (Mainz) Hofmann (Gladbach) Tore + Vorarbeiten 7+4 3+8 9+1 3+7 4+6 3+7 3+7 3+7 6+4 7+3 8+2 Jeder Torschütze erhält für einen Treffer einen Punkt. Dem Spieler, der die Vorarbeit geleistet hat, wird ebenfalls ein Punkt gutgeschrieben. Bei Foulelfmetern erhält der gefoulte Spieler einen Scorer-Punkt.
24 14. FEBRUAR 2022 1. FC Union Berlin – Bor. Dortmund Luthe 4 Jaeckel 5 0:2 TRAINER: Fischer Knoche 5 G Trimmel 4 i 0:3 Baumgartl 3,5 G Prömel 4 Oczipka 3,5 Becker 4 i Öztunali 5 i Awoniyi 4,5 i Michel 4 i Malen 3 i Bellingham 3,5 B Guerreiro 3 i B B Reus 1,5 i Witsel 3 Dahoud 2,5 i Zagadou 2,5 Hummels 3 Brandt 4 G i Akanji 3 Kobel 3 TRAINER: Rose FCU EINGEWECHSELT: 61. Möhwald (–) für Öztunali und Behrens (–) für Awoniyi, 72. Ujah (–) für Michel, 78. Ryerson (–) für Trimmel und Schäfer (–) für Becker – RESERVEBANK: Rönnow (Tor), Dehl, Haraguchi, Abdullahi – GELBE KARTEN: Baumgartl, Möhwald, Knoche (5., gesperrt), Schäfer BVB EINGEWECHSELT: 73. Can (–) für Dahoud, 81. Moukoko (–) für Malen, 89. Reinier (–) für Brandt, 90. Tigges (–) für Reus und Schulz (–) für Guerreiro – RESERVEBANK: Hitz (Tor), Passlack, Pongracic – GELBE KARTE: Brandt TORE: 0:1 Reus (18., Linksschuss, Vorarbeit Dahoud), 0:2 Reus (25., Linksschuss, Malen), 0:3 Guerreiro (71., Linksschuss, Malen) – CHANCEN: 6:6 – ECKEN: 2:5 SR-TEAM: Dr. Jöllenbeck (Freiburg – Assistenten: Günsch, Weickenmeier – Vierter Of- fizieller: Thielert – Video-Assistent: Winkmann), Note 3, mit einer großzügigen Linie, dabei allerdings auch mit Problemen in der Zweikampfbewertung. Das Tor von Möhwald wegen Ujahs Armeinsatz gegen Akanji zurückzunehmen (73.), war eine harte Entscheidung, aber vom Regelwerk gedeckt. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 3, eine vor der Pause einseitige, danach aber deutlich offenere und intensivere Partie. “ ANALYSE Matthias Dersch, Oliver Hartmann, Andreas Hunzinger und Patrick Kleinmann ES BERICHTEN Roses Systemänderung zahlt sich aus bis zur 18. Minute auf. Beim zweiten Gegentreffer sahen Knoche und Oczipka nicht gut aus, bei weiteren Chancen von Malen hätte die Begegnung schon zur Halbzeit entschieden sein können. Nie aufgebende Unioner kamen aggressiver und aktiver aus der Pause und hatten viele Chancen zur Resultatsverbesserung, doch mit dem 3:0 des BVB war das Spiel gelaufen. Ø-Note Ø-Alter Teamlaufleistung (km) Laufstärkster Spieler (km) Meiste Ballkontakte UNION 4,23 28,52 121,6 Prömel 12,94 81 Oczipka DORTMUND 2,91 25,75 117,3 Witsel 11,48 117 Akanji Ballbesitz 39 % 46 61 % 60 Gewonnene Zweikämpfe Foto: firo Ordnende Hand und Spielentscheider: MARCO REUS stellte mit seinen Toren die Weichen auf Sieg und damit unter Beweis, wie wichtig er für den BVB in zentraler Position sein kann. Daten: opta S P IE L ER D E S S P I EL S Der Faktor Der Sieg für DO RTMUN D war das Ergebnis guter Reaktionen – von den BVB-Profis, aber auch von Trainer Rose. FAZIT: Die Borussia siegte verdient, weil die Berliner erst nach dem Seitenwechsel aufgewacht waren. 43+57 39+61 Als Konsequenz aus dem 2:5 gegen Bayer Leverkusen veränderte BVBCoach Rose das System, baute mit Witsel einen zweiten Sechser ein und beorderte Reus auf die Zehn. Dadurch hatte Dortmund im Zentrum mehr Präsenz, Ordnung und Stabilität als zuletzt. Abgesehen vom ersten Abschluss des Spiels durch Unions Becker beherrschte der BVB seinen Gegner, trat enorm ballsicher auf und hatte bis zur Pause alles unter Kontrolle. Der Plan der Eisernen, sich zurückzuziehen und die Räume eng zu machen, ging nur Die gelernten Rechtsverteidiger waren BVB-Trainer Marco Rose schon Ende der Woche ausgegangen, als klar geworden war, dass Stammkraft Thomas Meunier und sein Ersatz Marius Wolf wegen muskulärer Probleme nicht mit nach Berlin würde reisen können. Eigengewächs Felix Passlack ist derzeit keine Alternative, Emre Can war nach seiner Verletzungspause noch nicht bereit für die Startelf. Als dann Thorgan Hazard aus Leistungsgründen in Dortmund blieb, war auch eine Rückkehr zur Dreierkette keine Option mehr, Manuel Akanji rückte eine Position weiter nach rechts. Die Rochade ganz hinten stand ein wenig sinnbildlich für die vielen Gedanken, die sich der Dortmunder Coach machen musste. Auch wenn Rose vor dem Spiel bei DAZN erneut betont hatte, dass auch die viel zu leicht kassierten Kontergegentore beim 2:5 gegen Leverkusen keine Frage der Grundordnung gewesen seien, änderte er diesmal seine Formation – und legte damit den Grundstein für den Erfolg. Statt des offensiven 4-3-3 startete der BVB in einer 4-2-3-1-Grundordnung.
14. FEBRUAR 2022 am Tor ist, desto besser für uns. Dazu hat er besondere Momente im Gegenpressing. Da kann er uns fantastisch helfen. So, wie er das auch heute gemacht hat“, befand Mats Hummels. Reus’ Treffer waren die vorentscheidenden beim Dortmunder Sieg, den Raphael Guerreiro noch deutlicher gestaltete. Und es war kein Zufall, dass der Kapitän die Weichen stellte. Sein 150. Pflichtspieltor für den BVB war gleichzeitig das 42. Mal, dass ihm damit das 1:0 gelang – nur Manfred Burgsmüller (45) hatte das noch häufiger geschafft. „Wir wollten diesmal 42-mal das 1:0 – Reus nähert sich Burgsmüller an. Reus Daraus resultierten zwei spielentscheidende Vorteile: Zum einen wurde das Zentrum durch die Doppelsechs gestärkt, auf der Routinier Axel Witsel als klassischer Abräumer seinem Nebenmann Mahmoud Dahoud mehr Freiheiten im Spiel nach vorne ermöglichte, die dieser prompt gewinnbringend nutzte. Die zweite, noch einflussreichere Begleiterscheinung: Marco Reus durfte wieder auf seiner Lieblingsposition im Zentrum hinter Donyell Malen auflaufen statt als Außen einer offensiven Dreierkette. Als ob eine Last von ihm abgefallen sei, zauberte der Kapitän von der Zehnerposition aus eine überragende erste Hälfte aufs Feld, erzielte das 1:0 nach einem Pass von Dahoud und schaltete beim Konter vor dem 2:0 am schnellsten. „Marcos größte Stärken sind auf der Zehn. Das ist seine Paradeposition. Je zentraler und näher er den Kampf annehmen, was uns hier in den vergangenen Jahren nur selten gelungen ist. Wir hatten das Spielglück und gehen früh in Führung. Danach wurde es leichter für uns“, befand Reus. Es ist ein Erfolg, der nach einer wieder einmal turbulenten Woche Ruhe in den Verein bringt. Die Rückkehr zum über viele Jahre erprobten System mit einem zentralen Reus und einer etwas vorsichtigeren Ausrichtung als zuletzt ist für Rose, der nach dem Leverkusen-Spiel verstärkt in die Kritik geraten war, eine gute Basis, um auf Sicht weiter an seiner Idee zu arbeiten. „Wir hatten nicht so Riesenräume bei Ballverlusten, weil wir immer vier oder fünf Mann in der Absicherung hatten. Mit zwei oder drei Mann Absicherung kann man in der Bundesliga nicht gewinnen“, unterstützte Hummels die Umstellung verbal. Die seltene Tatsache, dass der BVB in Berlin zudem kein (reguläres) Gegentor kassierte und zum dritten Mal in der laufenden Saison zu null spielte, wird die Diskussionen um die Abwehrleistungen erst einmal verstummen lassen. „Die drei Punkte sind schon noch mal wichtiger, aber ein Zu-null tut auch mal gut“, gestand Rose. Und wieder einmal gelang Dortmund die richtige Reaktion auf einen Rückschlag: Schon nach der herben Pleite in Amsterdam (0:4), dem ChampionsLeague-Aus bei Sporting (1:3) und der Pokal-Niederlage gegen den Zweitligisten FC St. Pauli (1:2) waren am Wochenende Siege in der Liga gefolgt. UNI ON Erstmals seit einem Jahr zwei Pleiten in Folge Fischer: „Nicht gut genug verteidigt“ Dortmund war in der Bundesliga bislang ein Lieblingsgast des 1. FC Union. Beide bisherigen Auftritte des BVB An der Alten Försterei waren zugunsten der Eisernen ausgegangen. Am 31. August 2019 war dem damaligen Neuling Union mit dem 3:1 über Schwarz-Gelb der erste Bundesliga-Sieg überhaupt geglückt, und auch am 18. Dezember 2020 feierten die Berliner einen Erfolg, mit 2:1. Dass es im dritten Duell mit dem BVB An der Alten Försterei erstmals eine Niederlage und dann auch noch die zweithöchste Heimpleite nach dem 0:4 gegen RB Leipzig am 18. August 2019 gab, hatte nach Meinung von Urs Fischer folgende Ursachen: „Wenn man sich das Gegentor zwei und drei anschaut, dann ist das einfach nicht gut genug verteidigt“, resümierte der Trainer. Vor dem 0:2 stand Robin Knoche nach einem Ball auf Donyell Malen falsch und konnte den in die Tiefe sprintenden Niederländer ebenso wenig aufhalten wie Bastian Ozcipka. Und vor dem 0:3 ließ sich Paul Jaeckel von Jude Bellingham an der Grundlinie recht simpel ausspielen, ehe auch Andreas Luthe und Timo Baumgartl nicht gerade glücklich aussahen. Abseits der Fehler hatte Fischer keine so deutliche Diskrepanz zwischen seinem Team und dem von Marco Rose ausgemacht. „Um die drei Tore waren sie nicht besser“, betonte der Coach. Doch gerade in der ersten Halbzeit wirkte Union auch abseits der beiden Gegentreffer nicht so kompakt wie sonst und nicht so konsequent in den Zweikämpfen sowie beim Anlaufen. Hinzu kam, dass die Eisernen, wenn sie den Ball erobert hatten, ihn meist schnell wieder hergaben. „Die erste Halbzeit war in der Summe nicht gut genug“, so Fischer. Nach dem Seitenwechsel näherte sich Union seinen Tugenden wieder deutlich an, war aber nicht so effektiv wie die Dortmunder. Dass der eine Treffer, den Kevin Möhwald erzielte, wegen eines vermeintlichen Fouls des erstmals seit dem 27. Juni 2020 wieder eingesetzten Anthony Ujah zurückgenommen wurde, konnte Fischer derweil nachvollziehen. „Ich verstehe die Entscheidung.“ Erstmals seit Januar 2021 hat Union wieder zweimal nacheinander verloren. Folgen soll das keine haben. „Wir werden alles daransetzen, dass das mit uns nichts macht und wir wieder in die Spur kommen“, sagte Fischer, der darauf hinwies, „dass wir den einen oder anderen neuen Spieler bekommen haben. Es gilt, dass sie sich schnellstmöglich an uns gewöhnen. Man hat bei Sven Michel schon gesehen, dass ihm zum Teil noch die Bindung fehlt“. Der aus Paderborn gekommene Stürmer räumte das ein, sagte aber auch, dass er sich nicht als neuer Max Kruse sieht: „Ich glaube, dass ich nicht in irgendwelche Fußstapfen treten will und muss. Ich spiele mein Spiel, was ich auch in Paderborn gespielt habe, und hoffe, dass ich Berlin damit helfen kann.“ Foto: J. Hübner Zurück auf seiner Lieblingsposition: Dortmunds Kapitän Marco Reus 25 Zu viele Fehler: Auch beim dritten Gegentor hatte Unions Coach Urs Fischer Defizite im Abwehrverhalten erkannt.
26 14. FEBRUAR 2022 TSG Hoffenheim – Arminia Bielefeld Baumann 3 Vogt 3 Bebou 3 i 2:0 Nach vier Niederlagen in Folge drohte HO F F ENHEIM der Sinkflug. Jetzt sind die Kraichgauer wieder im Geschäft. 1:0 TRAINER: Hoeneß Grillitsch 2,5 G B Hübner 2 i Geiger 3 G i Samassekou 3 i Dabbur 2,5 Baumgartner 3 Diesmal war alles anders. Hatten bis zum gestrigen Sonntag alle drei Hoffenheimer Partien gegen Bielefeld unter der Regie von Sebastian Hoeneß mit einem Unentschieden geendet, leuchtete diesmal nach dem Schlusspfiff ein 2:0 auf der Anzeigetafel. Die TSG hat ihre Schwächephase mit vier Niederlagen in Folge hinter sich gelassen, ihren zweiten Erfolg in der Rückrunde eingefahren und ihrem Trainer erst mal weiteres Kopfzerbrechen erspart. Ausgerechnet der Kapitän sorgte für die Hoffenheimer Führung und ließ damit Worten Taten folgen. „Wir müssen den Bock umstoßen, indem wir mal wieder in Führung gehen“, hatte Benjamin Hübner vor seinem 100. Pflichtspiel für die TSG von sich und seinen Kollegen verlangt. Dann zeichnete der 32-Jährige, der erst am vergangenen Freitag seinen im Sommer auslaufenden Kontrakt bis Ende Juni 2023 verlängert hatte, mit einer Energieleistung selbst für das 1:0 mitverantwortlich. Sein Kopfball prallte von der Latte an den Rücken von Armi- Raum 2,5 B Rutter 2 i Serra 4,5 i Krüger 5 i Castro 4 Okugawa 5 i Schöpf 3,5 Vasiliadis 4,5 Laursen 4,5 i Nilsson 4,5 Pieper 4,5 i Brunner 4 Ortega Moreno 2,5 TRAINER: Kramer TSG EINGEWECHSELT: 63. Kaderabek (–) für Rutter, 74. Posch (–) für Hübner und Bruun Larsen (–) für Bebou, 84. Rudy (–) für Geiger und Nordtveit (–) für Samassekou – RESERVEBANK: Philipp (Tor), Akpoguma, Asllani – GELBE KARTEN: Geiger (5., gesperrt), Grillitsch (5., gesperrt) DSC EINGEWECHSELT: 57. Ramos (3,5) für Pieper, 62. Klos (–) für Serra, Hack (–) für Krüger und Bello (–) für Laursen, 75. Lasme (–) für Okugawa – RESERVEBANK: Schulz (Tor), de Medina, Fernandes, Kunze – GELBE KARTEN: keine TORE: 1:0 Hübner (22., Kopfball, Vorarbeit Raum), 2:0 Rutter (51., Linksschuss, Dabbur) – CHANCEN: 12:3 – ECKEN: 13:3 SR-TEAM: Hartmann (Wangen – Assistenten: Leicher, Gittelmann – Vierter Offizieller: Dr. Kampka – Video-Assistent: Stieler), Note 3,5, souveräner Auftritt mit guter Körpersprache, lag bei der Zweikampfbewertung aber nicht immer richtig; hätte Serras Foul an Grillitsch (34.) ahnden und Nilssons taktisches Foul an Dabbur (46.) mit Gelb bestrafen müssen. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 2,5, ein zwar einseitiges, aber unterhaltsames Spiel mit zahlreichen Torszenen. “ ANALYSE ES BERICHTEN Michael Pfeifer und Michael Richter Das Tempo der TSG überfordert die Arminia klein und empfing den Gegner tief, Bielefeld wurde in der ersten Hälfte nur einmal gefährlich (Serra, 34.). Die Latte (42.) und Ortega Moreno (44., 45.) verhinderten zunächst weitere TSG-Treffer, ehe Rutter kurz nach der Pause das 2:0 erzielte. In der Folge ergaben sich noch mehr Räume, die Hoffenheimer versäumten es aber, diese zu nutzen. Vorne erzielte BENJAMIN HÜBNER das 1:0 und setzte einen weiteren Kopfball knapp drüber (37.). Auch in den defensiven Duellen brachte der Kapitän seine Körperlichkeit auf den Platz. HOFFENHEIM 2,68 27,27 124,4 Raum 12,44 102 Grillitsch BIELEFELD 4,17 26,37 122,7 Schöpf 12,78 85 Brunner Ballbesitz 54 % 46 % 56 42 Gewonnene Zweikämpfe Kapitän Hübner lässt Worten auch Taten folgen. 10 000 Zuschauern ebenfalls im Stadion war. Ein weiterer Jubilar, Oliver Baumann, vereitelte in seinem 250. Bundesligaspiel für die Badener in der 34. Minute gegen den plötzlich vor ihm auftauchenden Janni Serra das mögliche 1:1. Hoeneß hatte vor der Partie noch auf den Spagat hingewiesen, den seine Spieler in der aktuellen Phase hinbekommen müssten. Es sei immer so eine Sache, wenn eine Mannschaft sich mit aller Kraft gegen einen Kaum Antworten auf Dauerdruck und Schwungrad Wimmer Daten: opta S P IE L ER D E S S P I EL S Ø-Note Ø-Alter Teamlaufleistung (km) Laufstärkster Spieler (km) Meiste Ballkontakte BI E L E FE L D FAZIT: Ein hochverdienter Sieg für die TSG. Gegen defensiv überforderte und offensiv harmlose Bielefelder waren mehr Tore drin. 57+43 54+46 Hinter der Hoffenheimer 3-2-4-1Formation mit Ball steckte folgende Idee: Bebou und Raum lockten die Bielefelder Außenverteidiger, Rutter band die Innenverteidiger. In die entstehenden Lücken stießen abwechselnd Baumgartner und Bebou, was permanent für Abstimmungsprobleme sorgte. Die Arminia verdichtete zwar das Zentrum, bekam aber die Halbräume nicht in den Griff, die TSG startete mit viel Tempo und ging mit der dritten Chance in Führung. Nach Ballverlust hielt Hoffenheim die Abstände nen-Keeper Ortega Moreno und dann über die Linie. Erzwungenes Glück für die Gastgeber. „Wir machen vieles richtig auf dem Platz, aber dazu gehört auch, die ein, zwei Prozent zuzulegen, um das Tor zu erzielen oder das Gegentor eben nicht zu bekommen“, so Hübner, dessen Vater Bruno, bis 2021 Sportdirektor bei Eintracht Frankfurt, unter den Endstation Sinsheim. Nach zuletzt drei Siegen und drei Remis setzte es die erste Niederlage seit zwei Monaten für die Arminia. Verpasst wurde somit die weitere Befreiung, zu der schon ein Punktgewinn im Kraichgau hätte beitragen können. So aber ändert sich angesichts der ebenfalls an diesem Wochenende erfolglosen unmittelbaren Konkurrenten im Tabellenkeller nichts. Gleich vierfach verändert hatte unterdessen Frank Kramer sein Team ins Spiel geschickt. Jacob Laursen kehrte hinten links für den nach wie vor verletzten Andres Andrade zurück, die Alternative Nathan de Medina musste auf die Bank. Das Rennen in der Innenverteidigung machte zunächst der wiedergenesene Amos Pieper gegen seinen Vertreter der Vorwoche, Guilherme Ramos. „Eine Bauchentscheidung“, so der Trainer, „es gab hierfür und dafür gute Argumente.“ Nun, Pieper verlor beim Führungstreffer gegen Benjamin Hübner wie später auch Nebenmann Joakim Nilsson eines von zahlreichen Kopfballduellen. Arminias schwer geforderte Defensive, zuvor noch mit den wenigsten Auswärts-Gegentoren der Liga (elf, jetzt 13), wackelte. Kurios, dass der rechts bei Flanken unter Dauerstress stehende Cedric Brunner dem Spiel mit seinem ersten Bundesligator eine Wende hätte geben können, nach 49 Minuten aber am Pfosten scheiterte. Das Fehlen des „BundesligaRookies des Monats“ Patrick Wimmer (Gelbsperre) sollte personell und taktisch kompensiert werden: Masaya Okugawa, mit unglücklichem Ballverlust vor dem 0:1, rückte nach rechts, im Zentrum teilten sich die
14. FEBRUAR 2022 Das Ende der Misere Negativlauf stemmt. Das berge stets die Gefahr, entweder zu verkrampfen und den Faden zu verlieren. Oder eben im Drang, die Kurskorrektur erzwingen zu wollen, zu euphorisch anzugreifen und erst recht anfällig zu werden. „Es ist extrem wichtig, eine gute Balance zu halten“, mahnte Hoeneß entsprechend. „Einerseits ist die Ungeduld spürbar, andererseits darf man auch nicht zu viel Geduld haben und denken, das wird schon. Wir müssen jetzt genau die richtige Mischung auf den Platz bringen.“ Gegen Bielefeld sollte der Plan aufgehen. Mit diesem Erfolg beendeten die Kraichgauer auch ohne ihren an COVID-19 erkrankten Offensivstar Andrej Kramaric ihre Ergebniskrise, fuhren ihren siebten Heimsieg der Saison ein und schoben sich in der Tabelle wieder in den angestrebten Bereich auf Rang 5 vor. Auch dank Georginio Rutter. Der 19-Jährige hatte zuletzt extremes Abschlusspech und belohnte sich diesmal für eine erneut gute Leistung mit seinem sechsten Saisontreffer, dem entscheidenden 2:0. 27 Der Dosenöffner: Bielefelds Cedric Brunner kann das 1:0 von Benjamin Hübner (nicht im Bild) nicht verhindern. Spielkontrolle der TSG – Keine Befreiung für die Arminia schmerzlich vermisst Fotos: GES, imago images Routiniers Alessandro Schöpf und, erstmals von Beginn an, Gonzalo Castro die Aufgabe. Doch nach vorne ging lange Zeit nichts, zumal auch Florian Krüger links und in der Spitze Janni Serra kaum Szenen hatten. „Wir müssen viel arbeiten, gegen den Ball laufen. Dann schnell sein, wenn wir den Ball gewinnen, und gute Schwer gefordert und nach einer Stunde vom Platz: Amos Pieper Lösungen finden“, hatte Kramer gefordert. Teil eins funktionierte leidlich, Teil zwei bis auf Nadelstiche nicht, augenscheinlich weil hier der immer mehr zum Schwungrad gewordene Youngster Wimmer, gerade 20 Jahre alt, in jeder Hinsicht schmerzlich vermisst wurde. Gegner Hoffenheim mag den Ausfall eines prägenden Spielers, hier des erkrankten Andrej Kramaric, verkraften – die Arminia kann das derzeit nicht. Kaum wirkliche Antworten auf den anfänglichen Dauerdruck und die spätere Spielkontrolle der TSG – logische Folge war somit letztlich dieses noch eher schmeichelhafte Ergebnis. Es wird von den Bielefelder Realisten zu verkraften sein, wenn es künftig besser läuft – was es schon im nächsten Heimspiel gegen Union Berlin am Samstag zu beweisen gilt. Dann wieder mit Wimmer. Seit knapp einem Jahr in Bielefeld: Frank Kramer P ODC AST Bundesligatalk am Montag Kramer am Mikrofon Seit knapp einem Jahr ist Frank Kramer Cheftrainer von Arminia Bielefeld. Die Freistellung seines Vorgängers Uwe Neuhaus sorgte damals in weiten Kreisen mitunter für Unverständnis, mittlerweile hat sich Kramer voll und ganz etabliert in Ostwestfalen. Kurz nach dem Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim ist der vormalige DFB-Nachwuchscoach zu Gast bei „kicker meets DAZN“ und spricht über seine ersten elf Monate in Bielefeld und seine Herangehensweise im Abstiegskampf. Die neue Folge ist ab Montag auf kicker.de, in der kicker-App und auf allen gängigen Podcast-Plattformen abrufbar.
28 14. FEBRUAR 2022 VfL Bochum – Bayern München 4:1 Esser 3 B Gamboa 2 G i Feiertag 4:2 TRAINER: Reis Bella Kotchap 2 Leitsch 3 Danilo Soares 2 Losilla 1,5 Rexhbecaj 3 G i B Antwi-Adjei 2,5 i Daheim sind T HO MAS REI S (48) und der VfL kaum zu schlagen. Matchplan und Maloche passen auch gegen die Bayern. Osterhage 3 B Locadia 2,5 i B Holtmann 1 i B B Lewandowski 2 Coman 4 i Sané 5 Müller 5 i Gnabry 5,5 Kimmich 5 Hernandez 5 Süle 5 Upamecano 6 i Pavard 5,5 G Ulreich 4 TRAINER: Nagelsmann BOC EINGEWECHSELT: 72. Stafylidis (–) für Gamboa, 80. Pantovic (–) für Holtmann, Asano (–) für Antwi-Adjei und Polter (–) für Locadia, 90. Masovic (–) für Rexhbecaj – RESERVEBANK: Ernst (Tor), Lampropoulos, Tesche, Bonga – GELBE KARTEN: Gamboa, Rexhbecaj (5., gesperrt) FCB EINGEWECHSELT: 46. Tolisso (4) für Upamecano, 64. Choupo-Moting (–) für Müller, 75. Sabitzer (–) für Coman – RESERVEBANK: Früchtl (Tor), Nianzou, Richards, Roca, Wanner, Tillman – GELBE KARTE: Pavard TORE: 0:1 Lewandowski (9., Rechtsschuss, Vorarbeit Coman), 1:1 Antwi-Adjei (14., Linksschuss, Holtmann), 2:1 Locadia (38., Rechtsschuss, Handelfmeter, Upamecano), 3:1 Gamboa (40., Rechtsschuss, Osterhage), 4:1 Holtmann (44., Rechtsschuss, Osterhage), 4:2 Lewandowski (75., Rechtsschuss, –) – CHANCEN: 6:6 – ECKEN: 4:9 SR-TEAM: Schröder (Hannover – Assistenten: Neitzel-Petersen, Seidel – Vierter Offizieller: Petersen – Video-Assistent: Gerach), Note 2, souverän und sicher, aber nicht sehr intensiv gefordert. – ZUSCHAUER: 8500 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 1,5, mitreißende erste Halbzeit mit sehenswerten Treffern und groß auftrumpfenden Bochumern, später interessant, wenn auch nicht mehr so spektakulär. “ ANALYSE ES BERICHTEN Oliver Bitter und Mario Krischel Bayern pomadig gegen Bochums Tempo ge Champion, griffiger und mutig. Rexhbecaj und Osterhage legten im Mittelfeld Müller und Kimmich an die Kette, Upamecano patzte wiederholt. Mit der Einwechslung Tolissos stellte Bayern auf Dreierkette um, kam etwas besser ins Spiel, erzeugte aber zu wenig Druck, um die gut gestaffelten Gastgeber auszuhebeln. Sprinter GERRIT HOLTMANN war nicht zu stoppen; er drehte auf Hochtouren, servierte zum 1:1. Zur Krönung gelang noch ein feiner Schuss ins lange Eck mit dem „falschen“ rechten Fuß. BOCHUM 2,32 27,58 55 Danilo Soares MÜNCHEN 4,67 28,19 97 Kimmich Aufgrund technischer Probleme beim Anbieter gibt es zur Partie Bochum gegen Bayern keine Angaben zur Laufleistung. Ballbesitz 36 % 56 64 % 61 Gewonnene Zweikämpfe Kanadier nach leichter Myokarditis auf Davies kann eine ganze Daten: opta S P IE L ER D E S S P I EL S Ø-Note Ø-Alter Meiste Ballkontakte MÜNC HE N FAZIT: Ein hochverdienter Sieg der leidenschaftlichen und engagierteren Bochumer. 48+52 36+64 Bemerkenswert: Beide Teams starteten ohne ihre Stammtorhüter. Noch kurioser: Vom frühen Rückstand ließ sich der Underdog nicht beeindrucken, sondern konterte mit Leidenschaft, Aggressivität und Mut, vor allem über die schnellen Außen, und legte den Favoriten mit vier Toren in 30 Minuten aufs Kreuz. Die Bayern reagierten zu langsam auf die überfallartigen Angriffe vor allem über den schnellen Holtmann, Bochum war auch gedanklich schneller als der pomadi- Pure Freude auf knapp 140 cm²: VfL-Trainer Thomas Reis bei Schlusspfiff Seit das neue Jahr mit einem 1:2 gegen Gladbach begonnen hat, wird wöchentlich über die taktische Ausrichtung von Trainer Julian Nagelsmann bei den Bayern geredet. Nach dem verkorksten Rückrundenauftakt war der 34-Jährige vermehrt ins Risiko und zwei Wochen später beim 4:1-Sieg in Berlin erstmals mit dem offensiven 3-2-4-1-System ins Spiel gegangen. Die schlichte Begründung: Nagelsmann wollte keinen Offensivspieler opfern, die sich bis zum Nackenschlag in Bochum allesamt in guter Verfassung präsentiert hatten. Dieses Mal, als Nagelsmann beim Aufsteiger die Viererkette wieder installierte, war „auch teilweise der Nachteil“ dieser Formation zu sehen, weil die Außenverteidiger Lucas Hernandez und Benjamin Pavard trotz Überzahl mit vorrückten und nach Ballverlust in der Vorwärtsbewegung Lücken entstanden. Einer, der die Debatte um Vierer- oder Dreierkette wohl umgehend wieder verstummen lassen würde, fehlt den Bayern
im Pott Die wilde Entschlossenheit brachte Cristian Gamboa so richtig in Wallung. Mit Urgewalt zog der Bochumer Verteidiger los, Doppelpass mit Patrick Osterhage, anschließend wurde der herbeieilende Kingsley Coman getunnelt. Es folgte ein fulminanter Schuss ins lange Eck zum 3:1, der erste Bundesligatreffer für den Nationalspieler Costa Ricas. Überrascht aber waren die Kollegen nicht über diesen Auftritt mit perfektem Abschluss, den Gamboa selbst als „Traumtor“ einordnet. „Solche Tore“, erzählt Gerrit Holtmann schmunzelnd, „schießt er doch in jedem Training.“ Der Außenstürmer selbst ließ wenig später von der anderen Seite einen ähnlichen Kracher los, der ebenfalls im Bayern-Tor landete; es gelang praktisch alles in diesen rauschenden ersten 45 Minuten, in denen der VfL den frühen Rückstand drehte und den ersten Sieg gegen den Rekordmeister seit 18 Jahren einfuhr. „An so einem Tag“, so Trainer Thomas Reis hörbar glücklich, „passt dann einfach alles.“ Es zeigte sich auch gegen die Bayern: An der Castroper Straße ist dem VfL kaum beizukommen; er verteidigt sein Terrain überaus engagiert und lässt sich auch von einem Rückstand nicht beirren. 21 seiner 28 Punkte sammelte der Bundesliga-Rückkehrer daheim, das ist ein Topwert und die Basis für eine aus Bochumer Sicht rundum gelungene Runde. Die interne Rechnung: Gelingen wie in der Hinserie erneut 20 Zähler, ist der Klassenverbleib eingetütet. In der Rückrunde liegt der Aufsteiger sogar bei plus fünf, holte also deutlich mehr Punkte als zu Saisonbeginn und liegt voll auf Kurs, sich tatsächlich für ein zweites Jahr in der Bundesliga zu qualifizieren. Kurios übrigens, dass gegen die Bayern nicht nur Gamboa seine Torpremiere in der Bundesliga erlebte. Sein erstes VfL-Tor schaffte auch der etwas überraschend nominierte Christopher Antwi-Adjei, der sein bestes Spiel für Bochum absolvierte, nachdem er zuvor zwar häufiger durch sein Tempo auf der Außenbahn aufgefallen war, aber nie so recht überzeugt hatte. Weiter: Winter-Zugang Jürgen Locadia schnappte sich den Ball zum Elfmeter und erzielte ebenfalls seinen ersten Treffer für Bochum. Derweil darf sich Reis, erstmals als Trainer Sieger gegen die Bayern, über seinen erfolgreichen Matchplan freuen. Mit Antwi-Adjei und Holtmann wollte er größtmögliches Tempo auf den Außenbahnen einbringen; beide setzten sich wie gewünscht in Szene. Im Zentrum machten Elvis Rexhbecaj und der nicht unbedingt in der Startelf erwartete Osterhage die Räume speziell für Thomas Müller und Joshua Kimmich extrem eng. „Da haben wir uns für laufstarke Spieler und Balleroberer entschieden“, resümiert Reis, „das ist voll aufgegangen.“ Und das ist sogar noch ziemlich untertrieben. „sehr gutem Weg“ – Dr. Broich mahnt zur Vorsicht Foto: picture-alliance Debatte schnell beenden seit Wochen. Alphonso Davies befindet sich nach seiner leichten Herzmuskelentzündung auf einem „sehr guten Weg“, wie Nagelsmann erklärte. In zwei Wochen steht beim 21-Jährigen der nächste Test an, es sei jedoch der „best case“ eingetreten. In welchem Maße Davies, der in dieser Saison bislang zuvor nur zwei Pflichtspiele wegen Oberschenkelproblemen verpasst hatte, ins Training zurückgeführt werden kann, wird beobachtet. Professor Dr. Holger Broich, wissenschaftlicher Leiter und Leiter Fitness beim FC Bayern, mahnt im kicker- Interview (Seiten 6 bis 8) zur absoluten Vorsicht. Gebraucht wird Davies auf jeden Fall, das untermauerte nicht erst das 2:4 in Bochum. Der pfeilschnelle Kanadier war bis zu seinem Ausfall ein Schlüsselspieler in Nagelsmanns System, weil er defensiv wie offensiv die Dreier- zur Viererkette formierte. In dieser vom Bayern-Trainer ihm angedachten Rolle fand Davies in der Hinrunde zurück zu seiner Topform, mit der er besonders in der TripleSaison 2019/20 erstmals auch international für große Aufmerksamkeit gesorgt hatte. 14. FEBRUAR 2022 P L AY- OFFS 29 Skeptiker klar in der Überzahl Völler warnt vor diversen Schäden A uf der Tagesordnung die Gretchenfrage. Rudi Völler steht das Thema seit (Foto unten) hat diese gegenvergangenem Mittüber dpa nochmals ganz kawochabend, als Bayern-Vortegorisch beantwortet: „Auch standschef Oliver Kahn (Foto in der Bundesliga muss der oben) via kicker verlauten ließ: Leistungsgedanke über allem Der Abonnement-Champistehen. In dieser wichtigen on aus München sei Frage darf man auf „offen“ für die von keinen Fall durch die DFL-Chefin Donata Vereinsbrille schauen. Hopfen neu angestoNach einem Jahr wird ßene Idee von Play-offabgerechnet, und die Spielen um die DeutPlatzierung zeigt klipp sche Meisterschaft. und klar an, wie gut „Ein Modus in der Bunoder schlecht man gedesliga mit Halbfinals arbeitet hat. Nur das und Finale würde Spanist ehrlich und gerecht, nung für die Fans bealles andere würde der deuten“, erklärte Kahn, Liga schaden.“ „es macht also Sinn, so einen Als weiteren Aspekt Gedanken durchzuspielen.“ bringt der im Sommer Die widerstreitenden scheidende Leverkusener Argumente in der nun lauGeschäftsführer ins Spiel: fenden Diskussion bringt Leidtragender sei „auch und niemand präziser auf den besonders unser wunderbaPunkt als Christian Streich. rer DFB-Pokal. Das ist doch Dass „derjenige Meister ist, der schon unser Wettbewerb im nach 34 Spielen die meisten Play-off-Modus, in jeder einPunkte hat“, findet Freiburgs zelnen Runde.“ Tatsächlich Trainer „am gerechtesten“. liegt nahe: Im Fall von PlayAber: „Nicht immer am spanoffs um die Meisterschaft würnendsten, das ist klar.“ Die de dem DFB-Pokal-Finale ein Gerechtigkeit des aktuellen, Abstieg zum Endspiel zweiter klassischen Modus führen Klasse drohen, zudem wäre nahezu alle Play-off-Skeptieine geeignete Terminierung ker ins Feld, die ligaweit nach problematisch. Für „eine rein wie vor eine überwältigende organisatorische Frage“ hält Mehrheit bilden. Von BVBdas indes Michael Reschke, Coach Marco Rose über den der schon 2018 als SportvorMainzer Kollegen Bo Svensstand des VfB Stuttgart Meisson, Gladbachs Adi Hütter terschafts-Play-offs der vier bis hin zu Wolfsburgs Florian Erstplatzierten anregte. „Das Kohfeldt. Frankfurts Trainer Pokalfinale müsste eben zwei, Oliver Glasner gehört zu den drei Wochen früher stattfinwenigen, die einen anderen den. Etwa nach dem 30. SpielBlickwinkel einnehmen. Für tag. Dann würde es sicher auch ihn hätten Play-offs „einen nichts von seinem Stellenwert unglaublichen Reiz“. verlieren.“ THIEMO MÜLLER Den Kern der Debatte bildet also die passende Abwägung zwischen den von Streich gegenübergestellten Parametern: Gerechtigkeit und Spannung – beide sind für einen funktionieJa 36,9 % renden sportlichen Wettbewerb essenziell. Wie weit das eine Nein 63,1 % zugunsten des anderen eingeschränkt werden 126 486 Teilnehmer www.kicker.de darf oder sollte, bleibt WIR WOLLTEN’S WISSEN Sollten Play-offs über die Meisterschaft entscheiden?
14. FEBRUAR 2022 Bayer Leverkusen – VfB Stuttgart Hradecky 3 Frimpong 3 i Die Vorlage kam passgenau und es wäre ein Leichtes gewesen, diese zu verwandeln. Doch Florian Wirtz verzichtete trotz eines Treffers und einer Torvorlage darauf, seine 90 Minuten in rosaroten Tüll zu wickeln. Und so beantwortete Leverkusens Ausnahmekönner die Frage nach seiner Emotionswelt selbstkritisch: „Ich bin auf jeden Fall zufrieden, auch wenn es nicht mein bestes Spiel war.“ Bemerkenswert, besonders für einen 18-Jährigen, der wenige Minuten zuvor ein enges Match mit zwei bärenstarken Aktionen entschieden hatte: Erst hatte Wirtz den Ball zum 3:1 durch die Beine seines Gegenspielers langsam, aber hoch präzise ins lange Eck rollen lassen. Dann hatte er Torjäger Patrik Schick dessen 19. Saisontreffer nach 284 Minuten ohne Torerfolg mustergültig mit einem Pass durch drei Stuttgarter aufgelegt. In diesen glanzvollen Momenten kam der Nationalspieler genauso klar auf den Punkt wie in den eineinhalb Minuten in der Mixed Zone, in denen er durch klare Analyse und Selbstwahrnehmung auffiel. Denn Filigrantechniker Wirtz hatte wie die Werkself, die auf Abwehrchef Jonatan Tah (Infekt) verzichten musste, 1:0 TRAINER: Seoane Tapsoba 4 Hincapie 3,5 Andrich 2,5 G i Demirbay 3 G i B Adli 3 i Selbst schlecht noch gut 4:2 B Wirtz 2 Bakker 3,5 G B Diaby 2 i B Schick 3 B B Tiago Tomas 2 Führich 3 Mangala 3 Endo 4,5 G i Karazor 3,5 Sosa 4 Ito 4 Silas 4 i Mavropanos 4,5 G Stenzel 4 i Sogar ohne Bestform sorgt Top-Talent Wirtz für viele Highlights bei B AYE R – und besticht durch seine Analyse. Müller 3 TRAINER: Matarazzo B04 EINGEWECHSELT: 70. Aranguiz (–) für Demirbay und Palacios (–) für Andrich, 74. Paulinho (–) für Adli, 90./+1 FosuMensah (–) für Frimpong und Alario (–) für Diaby – RESERVE: Grill, Lomb (beide Tor), Sinkgraven, Bellarabi – GELBE KARTEN: Demirbay, Andrich, Bakker (5., gesperrt) VFB EINGEWECHSELT: 59. Tibidi (3) für Silas, 71. Coulibaly (–) für Endo, 84. Klimowicz (–) für Stenzel – RESERVE: Bredlow (Tor), Ahamada, Beyaz, Didavi, Förster, Thommy – GELBE KARTEN: Endo, Mavropanos TORE: 1:0 Diaby (41., links, Vorarbeit Andrich), 1:1 Tiago Tomas (49., links, Mangala), 2:1 Adli (52., Kopf, Demirbay), 3:1 Wirtz (86., rechts, Aranguiz), 3:2 Tiago Tomas (88., links, Tibidi), 4:2 Schick (89., links, Wirtz) – CHANCEN: 8:4 – ECKEN: 10:0 SR-TEAM: Dr. Brych (München – Assistenten: Unger, Gorniak – Vierter Offizieller: Dr. Braun – Video-Assistent: Perl), Note 3, keine schwerwiegenden, aber einige kleinere Fehler zum Beispiel bei der Bewertung von Zweikämpfen. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 2,5, einer etwas trägen ersten Hälfte, in der Stuttgart taktisch geschickt das Leverkusener Tempo drosselte, folgte ein wilderer und damit attraktiverer zweiter Durchgang. “ ANALYSE ES BERICHTEN George Moissidis und Stephan von Nocks Bayer effizient, aber VfB gibt sich nie auf für ein ausgeglichenes Chancenverhältnis. Nach der Pause konterte Bayer das 1:1 direkt, agierte weiter überlegen, ohne die nun offenere Partie völlig zu kontrollieren. Dafür traf Leverkusen – auch durch den späteren Matchwinner Wirtz – zu oft die falsche Entscheidung und musste gegen den (am Ende im 3-5-2) nie aufsteckenden VfB unnötig zittern. Mit einem Tor und einem Assist sowie zwei weiteren genialen Momenten setzte FLORIAN WIRTZ trotz der für seine Verhältnisse ungewohnt vielen Fehler die entscheidenden Akzente. LEVERKUSEN 2,95 24,66 116,3 Wirtz 12,24 114 Tapsoba Partie verloren, aber Tiago Tomas: STUTTGART 3,54 23,38 113,3 Karazor 12,04 65 Sosa Ballbesitz 69 % 45 31 % 46 Gewonnene Zweikämpfe Daten: opta S P IE L ER D E S S P I EL S Ø-Note Ø-Alter Teamlaufleistung (km) Laufstärkster Spieler (km) Meiste Ballkontakte STUT TGA RT FAZIT: Die effiziente Werkself glänzte wie beim 3:1 und 4:2 zwar nur punktuell, gewann dennoch verdient. 49+51 69+31 Die Werkself übernahm direkt die Initiative, tat sich gegen tief stehende Stuttgarter, die das Zentrum gut verdichteten, allerdings schwer, sich Chancen zu erspielen. Obwohl man das Spiel immer wieder auf die Flügel verlagerte. Einzig Andrich, der die Führung einleitete, verlieh Bayers Spiel vor der Pause durch kluge Pässe etwas Tiefe. Die Gäste sorgten bis zum 1:0, bei dem Mavropanos vor dem zweiten Versuch des agilen Diaby zu langsam reagierte, durch Nadelstiche über die flinken Außen über weite Strecken keinen Sahnetag erwischt. Für seine Verhältnisse misslang dem Kreativakteur ungewöhnlich viel. „Es war auch mein Gefühl, nicht nur bei ihm, sondern bei unserem Spiel allgemein, dass wir Mühe hatten, uns zu entfalten“, urteilte Trainer Gerardo Seoane. Und hätte Amine Adli Bayer nach dem Stuttgarter 1:1 nicht postwendend wieder in Führung und damit auf die Siegerstraße gebracht, für Seoane „der Knackpunkt“, wäre vielleicht Wirtz’ misslungenes Zuspiel, das dem VfB den Konter zum Ausgleich ermöglicht hatte, in den Fotos: Getty Images/Kraft, Witters 30 So kann man Tore auch bejubeln: Tiago Tomas mit einem speziell bedruckten Schienbeinschoner und Grüße an die Familie.
14. FEBRUAR 2022 31 sein Hunger zeichnen ihn besonders in so schwierigen Spielen wie diesem aus.“ So beeindruckten Stressresistenz und Selbstwahrnehmung des Jungstars fast mehr als seine filigranen Aktionen. Dass sich Wirtz von eigenen Fehlern nicht aus dem Konzept bringen lässt, ist für einen Lobeshymnen vom Trainer, Bestwerte auf dem Platz Ein, zwei, manchmal mehr Gegner – egal: Florian Wirtz demonstrierte gegen den VfB sein ganzes Können. Fokus gerückt. Tat es aber nicht, weil Wirtz in der Lage ist, selbst aus Montagen noch Sonntage zu machen. Oder wie es Kapitän Lukas Hradecky überschwänglich ausdrückte: „Auch mit seinen schlechteren Spielen ist er Weltklasse.“ In der Tat hatte Wirtz, meist von mehreren Gegnern umringt, vor seinen beiden Schlüsselszenen schon mit einem genialen Lupfer auf Moussa Diaby sowie einem Mini-Pass auf Jeremie Frimpong im Strafraum, als er einen Knoten aus Stuttgarter Verteidigern mit dem fußballerischen Seziermesser zerschnitt, seine Extraklasse demonstriert. Diese Künste sind das eine, die Fähigkeit, diese trotz der einen oder anderen Fehlaktion zuvor abzurufen, das andere. Beides zusammen reißt seinen Trainer zu Lobeshymnen hin. „Was Florian Woche für Woche leistet, erstaunt uns immer wieder. Er hat immense technische Qualität“, betont Seoane, „aber vor allem seine mentale Verfassung, sein Ehrgeiz, 18-Jährigen außergewöhnlich – und für ihn selbst selbstverständlich. „So muss man es machen. Es hilft dann nichts, abzuschalten und beleidigt zu sein“, erklärte der Spielmacher, der seine Aufgabe in solchen Situationen kennt und akzeptiert, „am Ende des Tages geht es darum, dass die Mannschaft gut spielt. Wenn ich durch meine Laufwege meinen Mitspielern Platz schaffen kann, ist es auch eine Hilfe für die Mannschaft. Dann nehme ich auch in Kauf, dass ich mal nicht so gut im Spiel bin.“ Wo andere Talente hadern, ihre Rolle hinterfragen und den Fokus verlieren, bleibt Wirtz ganz bei sich. Eine Attitüde, die belegt, dass alles, was bei ihm so einfach und intuitiv aussieht, auch von einem hohen rationalen Spielverständnis geprägt ist – erklärt er doch: „Mir ist es einfach bewusst, dass das wichtig ist, und deswegen mache ich das dann auch.“ Nach den 90 Minuten hatte Wirtz von allen Akteuren die meisten Kilometer (12,24) abgespult und sein Team mal wieder zum Sieg geführt. einen neuen Stürmer gewonnen – Der Portugiese übertrifft die Erwartungen Die Hoffnung hat einen neuen Namen Dass ihm Pellegrino Matarazzo für die gute Leistung gedankt hat, steht außer Frage. Schließlich steht der VfB-Trainer für Charakter und Empathie. Ob er bei Tiago Tomas allerdings auch Abbitte geleistet hat, ist nicht überliefert. Grund dafür hätte er gehabt, nachdem der 44-Jährige über den Portugiesen vor der Partie noch meinte: „Er hat einen guten Abschluss mit links und rechts. Aber nicht so konstant, wie es sein könnte.“ Als habe dieser die Zweifel herausgehört, widersprach der Neuzugang von Sporting Lissabon seinem Chef mit zwei Treffern bei seinem Startelfdebüt für den VfB. Eine Momentaufnahme, nicht mehr. Allerdings auch eine sehr positive, nachdem die Stuttgarter Angreifer in dieser Saison meist so treffsicher wirkten, wie Volltrunkene mit Schlüsseln vor fremden Haustüren. Der 19-Jährige erwies sich in Leverkusen, oft allein gelassen im Sturm, als gefährlichster VfB-Profi, setzte erst einen Schlenzer mit rechts an die Latte des Bayer-Tores (28.) und später mit zwei Treffern mit links zwei Ausrufezeichen. „Ich habe mein Bestes gegeben“, berichtete der U-21-Nationalspieler vor laufenden TV-Kameras, der in Stuttgart den nächsten Schritt in seiner Karriere machen will. Weg vom Talent und Teilzeitspieler, wofür er in Lissabon stand. Hin zur Stammkraft und zum Leistungsträger, was er beim VfB verkörpern will, bevor es nach auslaufendem Leihvertrag 2023 wohl zurück in die Heimat geht. Matarazzo hatte ihn in der Vorwoche noch von der Bank gebracht. Diesmal stellte er den Jungprofi in die Startelf, nachdem neben Sasa Kalajdzic (Wadenverletzung) auch Omar Marmoush (Corona) ausgefallen war. „Dinge ändern sich von Spiel zu Spiel“, sagt Tiago Tomas, der in seiner Heimat nicht gerade den Ruf eines Knipsers genießt. „Selbstvertrauen ist immer wichtig. Wenn man Selbstvertrauen hat, kann man auch sein Potenzial abrufen.“ Dies gelte für ihn wie auch für die Kollegen. „Ich will nicht lügen: Das ist nicht einfach für uns. Aber wir sind jung, sehr ambitioniert, wettbewerbsfähig und werden darum kämpfen, die richtigen Ergebnisse einzufahren.“ Stuttgarts Hoffnung im Abstiegskampf trägt einen neuen Namen. „Man hat gesehen, was ihn auszeichnet: Er hat Tempo, hat Tiefgang, ist in der Lage, seinen Körper sehr gut einzusetzen, und kann eklig sein beim Ballfestmachen. Seine zwei Tore werden ihm sicher eine breite Brust verleihen“, sagt Matarazzo. „Wir haben einen neuen Spieler gewonnen.“ Dessen Start in der Bundesliga auch von seinem Landsmann im Frankfurter Trikot, Goncalo Paciencia, auf Twitter gefeiert wird. „Glückwunsch zu deinen ersten Toren! Lass mehr kommen! Schön zu sehen, dass Portugiesen erfolgreich sind. Lerne jetzt Deutsch, bitte.“ Was länger dauern wird, als Tore zu schießen.
32 14. FEBRUAR 2022 SC Freiburg – 1. FSV Mainz 05 1:1 0:1 Flekken 2,5 Kübler 3,5 Lienhart 3 Günter 4 Höfler 3 Eggestein 4,5 i Sallai 3,5 i TRAINER: Streich N. Schlotterbeck 3 Grifo 3 Jeong 4,5 i Höler 4 i Onisiwo 4 i Lee 4,5 i Aaron 3,5 Burkardt 3 i Kohr 3,5 G i Niakhaté 3,5 Stach 3,5 G B Hack 2,5 Widmer 4,5 Bell 3 Zentner 3 TRAINER: Svensson SCF EINGEWECHSELT: 67. Haberer (–) für Eggestein, Petersen (–) für Höler und Schade (–) für Sallai, 86. Demirovic (–) für Jeong – RESERVEBANK: Uphoff (Tor), Gulde, Schmid, Sildillia, Keitel – GELBE KARTEN: keine Selbstkritik & M05 EINGEWECHSELT: 65. Boetius (–) für Lee, 78. Barreiro (–) für Kohr, 86. Szalai (–) für Onisiwo und Ingvartsen (–) für Burkardt – RESERVEBANK: Dahmen (Tor), Brosinski, Nemeth, Stöger, Burgzorg – GELBE KARTEN: Stach, Kohr TORE: 0:1 Hack (31., Linksschuss, Vorarbeit Kohr), 1:1 Petersen (69., Linksschuss, Höfler) – CHANCEN: 4:5 – ECKEN: 7:3 Der Trainer beklagt fehlende Basics, kann sich aber auf Rekord-Schütze NIL S P ET ER SEN (33) verlassen. SR-TEAM: Aytekin (Oberasbach – Assistenten: Dietz, Sinn – Vierter Offizieller: Cortus – Video-Assistent: S. Stegemann), Note 5, in der Zweikampfbewertung nicht immer stringent, dennoch solide Leitung durch gute Präsenz und Kommunikation. Die Gesamtleistung wurde jedoch durch einen gravierenden Fehler mangelhaft: Sowohl auf dem Platz als auch beim VAR-Check wurde Hacks klare und strafbare Abseitsstellung vor dem 0:1 übersehen. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 4, die hohe Intensität entschädigte für spielerische Schwächen und wenig Torchancen auf beiden Seiten. “ ANALYSE Wirklich rund läuft es noch nicht in der Rückrunde beim Hinrunden-Dritten. Nach der mit 29 Punkten besten Halbserie in zehn Jahren Christian Streich hat Freiburg im Januar zwar einen starken 4:1-Pokalerfolg bei der TSG Hoffenheim verbucht, in der Liga aber nur fünf Punkte in fünf Partien gesammelt. Nach dem 1:1 gegen Mainz sprach der SC-Trainer Grundsätzliches an: „Wir müssen wieder Basics und Abläufe üben.“ Ge- ES BERICHTEN Michael Ebert und Carsten Schröter-Lorenz Mainz spielt die Konter zu schlecht aus Nadelstiche und führten verdient, wenngleich das 0:1 irregulär war. Die Gastgeber zeigten in der zweiten Hälfte ein besseres Positionsspiel und kamen erst durch Niakhatés Fehler (52., Zentner hielt gegen Sallai) und dreimal nach Ecken zu Chancen. So erzielte Petersen das 1:1, während die Mainzer einige gute Konterchancen schlecht ausspielten. In 20 Schlussminuten wurde es beidseitig nicht mehr gefährlich. Erst entschärfte er Burkardts Lupfer und Stachs Freistoß, um Burkardt im Eins-gegen-eins entscheidend abzudrängen (41.) – MARK FLEKKEN hielt Freiburg vor der Pause im Spiel. FREIBURG 3,50 26,71 116,8 Grifo 11,50 96 Lienhart MAINZ 3,50 27,23 116,7 Stach 12,21 58 Niakhaté Ballbesitz 61 % 69 39 % 63 Gewonnene Zweikämpfe Hack fügt sich als Vertreter von St. Juste Gemischte Doppel und Daten: opta S P IE L ER D E S S P I EL S Ø-Note Ø-Alter Teamlaufleistung (km) Laufstärkster Spieler (km) Meiste Ballkontakte MAI NZ FAZIT: Ein unter dem Strich leistungsgerechtes Remis. 52+48 61+39 Freiburg versuchte seine 4-4-2Grundordnung im eigenen Aufbau sehr variabel zu interpretieren, etwa mit einem hoch postierten Günter und einem nach innen einrückenden Grifo. Gegen präsente Mainzer, die phasenweise aggressiv anliefen und insgesamt kompakt und diszipliniert im 5-2-3 verteidigten, kamen die SC-Profis jedoch vor der Pause zu keiner Torchance. Es mangelte ihnen mit Ball an Präzision, Tempo, zündenden Ideen und geeigneten Laufwegen. Die geradlinigen 05er setzten hingegen immer wieder folgt von einem Schuss Selbstkritik: „Vielleicht habe ich darauf in letzter Zeit zu wenig Wert gelegt …“ Was der 56-Jährige konkret meint: „Spielaufbau, Spielrhythmus, Positionierung, je nachdem wie der Gegner steht, Anlaufverhalten – all das müssen wir wieder abarbeiten.“ Vor der Pause spielten die SC-Profis zu behäbig, mit zu wenig Schärfe und Tempo im Passspiel, besetzten die vielversprechenden Räume zu selten und produzierten Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. Bisher schien die Startelf-Grundordnung fast in Stein gemeißelt, gab es doch auch keinen driftigen Grund, das 3-5-2 zu verändern. In Freiburg justierte Trainer Bo Svensson das System nun neu. Damit reagierte er auf die Genesung von Dominik Kohr und die Tatsache, dass der Sport-Club über starke Flügelspieler verfügt. Innen und außen lief der FSV mit gemischten Doppeln auf. Im Mittelfeldzentrum bildeten Kohr und Anton Stach mit dem Ball eine Doppelsechs. Aus dem Spiel heraus funktionierte das Duo, doch beim Gegentor, das nach einer Ecke fiel, sahen beide nicht gut aus. Bereits gegen Hoffenheim hatte Svensson die letzten 20 Minuten ähnlich agieren lassen, was zum späten 2:0-Erfolg beitrug. Diesmal besetzte der Trainer die Außenbahnen wieder doppelt, formierte eine 3-4-3-Grundordnung. Linksverteidiger Aaron und
14. FEBRUAR 2022 Sie war zumindest besser, auch spielerisch, vor allem aber wegen der großen Standardstärke, diesmal vollendet durch ein echtes Phänomen. 17 Treffer nach ruhenden Bällen sind alleiniger Liga-Topwert, die acht Tore nach Ecken gemeinsame Bestmarke mit Frankfurt. Und für den erlösenden Ausgleich gegen Mainz zeichnete seit langer Zeit mal wieder Rekordmann Nils Petersen verantwortlich. In typischer Manier. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung schob der Stürmer mit seinem ersten von zwölf Ballkontakten die Kugel nach einem von Höfler am kurzen Pfosten verlängerten Grifo-Eckstoß ins Netz. „Es hat mich nicht überrascht, dass Nils ein Tor macht, weil er halt richtig läuft, er weiß von der Wahrscheinlichkeit her, wo die Bälle hinkommen. Das ist in ihm drin“, verteilte Streich ein Sonderlob an den Mann, der mit seinem 85. BundesligaTor (siehe Foto) zwei Rekorde ausbaute: bester Joker der Ligahistorie (31 Treffer) und bester SC-Schütze (97 Pflichtspieltore). Petersen, der wegen zwei Verletzungspausen, aber auch aus Leistungsgründen vor dem Mainz-Spiel diese Saison nur auf 135 Liga-Minuten kam, freute sich „wahnsinnig, dass ich persönlich mal wieder Erfolg hatte“. Bislang hatte er nur den 2:1-Siegtreffer bei Hertha BSC im Oktober erzielt. Auch wenn vier Punkte auf die Minutenanzahl bezogen eine starke Quote sind, will Petersen wieder mehr spielen und befinde sich laut Streich „körperlich wieder in einer ganz guten Verfassung“. Ob es bald zum ersten Startelfmandat seit Mai 2021 reicht? Gute Basics wären auch für ihn die Basis. SC HI E DSR I C HTE R nahtlos ein und poliert seine Trefferquote auf Foto: J. Huebner starke Gegentorbilanz der davor postierte Jae-Sung Lee links sowie Silvan Widmer und Jonathan Burkardt rechts sollten die starken Freiburger Flügel ausbremsen, was größtenteils gelang. Aus dem Spiel heraus kam der Sport-Club kaum zu Chancen. Mit 24 Gegentoren verfügt Mainz über die beste Abwehr der Liga. Nach der anstehenden Schulter-OP von Jeremiah St. Juste, der sich diesmal die linke Seite auskugelte und wieder mal unters Messer kommt, fügte sich Alexander Hack (Foto) erneut nahtlos in die Dreier- kette ein. Sein Treffer zum 1:0 war bereits das dritte Saisontor des 28-Jährigen, so viele hatte er in seinen vorherigen sechs Saisons zusammen vollbracht. Die wenigen FSV-Gegentore nimmt der ehemalige Innenverteidiger Svensson wohlwollend zur Kenntnis: „Wir definieren uns über das Spiel gegen den Ball. Ob es aktuell die wenigsten oder zweitwenigsten Gegentore sind, ist nicht so wichtig.“ Erst wenn sein Team am Ende der Saison immer noch führend ist, will er „vielleicht ein bisschen mehr dazu sagen“ … Mainzer Führung irregulär Seltener VAR-Blackout A aron flankt Richtung langen Pfosten, Dominik Kohr köpft, Mark Flekken hält und dann netzt in einer Ping-Pong-Situation Alexander Hack im zweiten Versuch ein. Die Freiburger reklamieren ein Handspiel, nach langem VARCheck gibt Schiedsrichter Deniz Aytekin (Foto) den Mainzer Treffer zum 1:0. Zu Unrecht! Hack stand bei Kohrs Kopfball deutlich und strafbar im Abseits, weil sich keine neue Spielsituation entwickelte. Das bemerkte aber zunächst kein Beteiligter. „Wir haben das Handspiel gecheckt. Der Fokus lag komplett auf Handspiel“, klärte Aytekin nach dem Abpfiff erst die Teams und dann via TV-Interviews über den Blackout auf: „Es war Abseits und das Tor hätte nicht zählen dürfen. Es ist dann letztendlich durchgerutscht, das ist ärgerlich.“ Äußerst ärgerlich, weil es ein irreguläres Tor wegen versäumtem Abseitscheck noch nie seit VAR-Einführung Sonderlob auch deshalb vermeidbare Fehler. Griffige Mainzer überließen den Freiburgern 61 Prozent Ballbesitz und profitierten davon, dass der Gegner damit lange wenig anfangen konnte. Einen eher abwartenden, auf Umschaltmomente lauernden Kontrahenten auszuspielen ist zwar die Königsdisziplin im modernen Fußball, die nur wenige Top-Teams konstant und gut beherrschen; Streich will in diesem Gebiet aber zumindest besser werden. „Vielleicht müssen wir auch mal wieder eine Trainingseinheit machen, die nicht ganz so viel Spaß macht. Jetzt heißt es arbeiten, arbeiten, arbeiten“, betonte der SC-Coach, sah allerdings auch: „Die zweite Halbzeit war gut.“ 33 2017 in der Bundesliga gab und auch mit Blick auf die eingesetzten Unparteiischen. Sascha Stegemann genießt als VAR im FIFA-Bereich ein gutes Standing, sein VARAssistent Mike Pickel ist renommierter Linienrichter mit EM- und WM-Erfahrung, also Abseits-Experte. Aber schon vor dem VAR-Blackout hätte Assistent Christian Dietz das klare Abseits im Spiel erkennen und Aytekin selbst im Rahmen des VAR-Checks zumindest nach einer Abseitsüberprüfung fragen sollen. Christian Streich ließ dennoch Milde walten: „Man denkt dann immer, es kann doch nicht sein, dass so was passiert, aber man selbst hat ja auch schon solche Fehler gemacht und kann sich nachher nicht erklären, warum.“ Der benachteiligte Trainer lobte vielmehr Aytekins Vorgehen: „Ich finde es gut, dass er sich einfach entschuldigt hat und sich gewissermaßen für seine Kollegen hingestellt hat. So macht man das.“ KOMMENTAR Toller Umgang, aber auf Qualität achten F ehler sind schweife ein. Vorbildmenschlich. lich für die ganze Zunft, Jener beim Spiel die in puncto KrisenFreiburg gegen Mainz und Fehlerkommunikawar jedoch krass. In tion zwar vorankommt, Zeiten des VAR konnte Carsten Schröter-Lorenz aber weiterhin Luft Redakteur man sich ein Tor trotz nach oben hat. klar strafbarem Abseits nicht mehr vorstellen. DAS DARF JEDOCH Weil dank der Technik zumindest nicht davon ablenken, dass nach bei der Positionsfeststellung kein Christian Dingert in der Hinrunde Interpretationsspielraum bleibt. Bei beim Spiel Bremen gegen Schalke einem 1:1 wirkt sich ein irreguläres in Person von Sascha Stegemann Tor gravierend aus. der nächste internationale Top-VAR einen krassen Fehler mitzuverantUMSO BEMERKENSWERTER fiel worten hat. Die Qualität im Kölner die Reaktion von Christian Streich Keller muss sich wieder erhöhen. aus. Der benachteiligte Freiburger Denn die nächste Technikhilfe, eine Trainer klagte nicht an, sondern automatisierte Abseitserkennung, zeigte Verständnis. Sicher auch kommt bei erfolgreichem Test bei wegen des Verhaltens von Deniz der Katar-WM frühestens zur SaiAytekin. Der Referee räumte den son 2023/24. Und wird auch dann Blackout nach Abpfiff ohne Umvon Menschen angewandt.
34 14. FEBRUAR 2022 RB Leipzig – 1. FC Köln 1:0 Gulacsi 3 Klostermann 3 i Henrichs 3 TRAINER: Tedesco Orban 3 Laimer 3 i Schlampige Genies 3:1 Gvardiol 2,5 G Haidara 2,5 In der Tabelle geht es für LEIPZIG nach oben. Die spielfreudigen Stürmer treffen, müssen sich aber Kritik gefallen lassen. B Angelino 2,5 i B Dani Olmo 2 i Silva 4 i B Nkunku 2 Andersson 5 i Kainz 5 i Duda 5 i Hector 4 Die 15 000 zugelassenen Fans, Leipziger Rekordkulisse seit mehr als drei Monaten, feierten am Freitagabend das ersehnte Wiedersehen im Stadion. Die Spieler erfreuten sich am erstmals in dieser Saison erreichten vierten Platz, der nach den Patzern von Freiburg und Union Berlin auch zum Abschluss dieses 22. Spieltages noch Bestand hatte. Nur Domenico Tedesco wollte nicht in die Jubelarien einstimmen, wenngleich der nie gefährdete fünfte Sieg im sechsten Pflichtspiel dieses Jahres den durch ihn eingeleiteten Aufwärtstrend unterstrich. Der vor zwei Monaten eingestellte Nachfolger von Trainer Jesse Marsch thematisierte nicht die Geniestreiche seiner Offensivabteilung bei den drei sehenswerten Treffern, sondern monierte die Schlampigkeiten in der ersten Halbzeit und das grundsätzliche Auftreten nach der 3:0-Führung. Da hatte seine Belegschaft im Übermut die Ordnung verloren. „Es spricht ja für die Jungs, dass sie auf das 4:0 gehen wollen, aber auf Dauer ist das ungesund“, mahnte Tedesco: „Wir brauchen nach einem 3:0 Kontrolle Thielmann 5 G i Özcan 5 Skhiri 3,5 i Hübers 3,5 G Kilian 3,5 Schmitz 3,5 Schwäbe 3 TRAINER: Baumgart RBL EINGEWECHSELT: 64. Forsberg (–) für Dani Olmo und Poulsen (–) für Silva, 70. Simakan (–) für Klostermann und Szoboszlai (–) für Laimer, 78. Mukiele (–) für Angelino – RESERVEBANK: Martinez (Tor), Adams, Kampl, Novoa – GELBE KARTE: Gvardiol KOE EINGEWECHSELT: 62. Ljubicic (–) für Kainz und Schindler (–) für Thielmann und Uth (–) für Duda, 85. Lemperle (–) für Andersson und Ostrak (–) für Skhiri – RESERVEBANK: T. Horn (Tor), Ehizibue, J. Horn, Schaub – GELBE KARTEN: Thielmann, Hübers TORE: 1:0 Nkunku (25., Rechtsschuss, direkter Freistoß), 2:0 Dani Olmo (54., Rechts- schuss, Vorarbeit Haidara), 3:0 Angelino (57., Linksschuss, Dani Olmo), 3:1 Lemperle (90./+1, Kopfball, Uth) – CHANCEN: 6:4 – ECKEN: 5:6 SR-TEAM: Badstübner (Windsbach – Assistenten: Schüller, Beitinger – Vierter Offizieller: Lechner – Video-Assistent: Fritz), Note 2, souveräne Spielführung mit einer erfreulich großzügigen und klaren Linie. Lag in allen wesentlichen Entscheidungen und bei den persönlichen Strafen richtig. – ZUSCHAUER: 15 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 3, ein intensives Match mit sehenswerten Toren. Allerdings hatte das Spiel auch Längen, war zudem früh entschieden. “ ANALYSE ES BERICHTEN Oliver Hartmann und Frank Lußem Köln kommt erst auf, als RB zu sorglos agiert sehenswerten Kombinationen auseinander und nutzten ihre Chancen konsequent. Die nie aufgebenden Kölner, bei denen der erkrankte Torjäger Modeste schmerzlich vermisst wurde, kamen in der letzten halben Stunde gegen nun sorglose Gastgeber zu einigen Torchancen. Die letzte nutzte Lemperle zum verdienten Ehrentreffer. Offensivallrounder DANI OLMO war an allen drei Leipziger Toren beteiligt. Der Spanier holte den Freistoß heraus, den Nkunku nutzte, traf sehenswert zum 2:0 und legte klug für Angelino auf. LEIPZIG 2,77 25,32 115,2 Haidara 12,12 97 Gvardiol KÖLN 4,18 26,05 119,3 Skhiri 12,16 80 Özcan Ballbesitz 50 % 50 % 48 48 Gewonnene Zweikämpfe Der Vorsprung auf den Tabellenkeller Baumgart ist die Daten: opta S P IE L ER D E S S P I EL S Ø-Note Ø-Alter Teamlaufleistung (km) Laufstärkster Spieler (km) Meiste Ballkontakte KÖL N FAZIT: Leipzig gewann verdient. Die Kölner kamen erst auf, als die Partie praktisch entschieden war. 50+50 50+50 Köln begegnete Leipzig mutig und hoch, störte die Gastgeber auch mit einer robusten Gangart am Aufbau. RB gelang es zwar mehrfach, den ersten Riegel der Gäste zu überwinden, spielte dann aber die Angriffe nicht sauber genug aus. Leipzigs einziger Torschuss vor der Halbzeit resultierte daher aus einem Freistoß, den Nkunku gekonnt über die Mauer zum 1:0 zirkelte. Nach dem Seitenwechsel wurden die Sachsen allerdings zwingender, sie rissen die Kölner Defensive zweimal mit und dürfen uns nicht auf solch einen Schlagabtausch einlassen.“ Ohnehin, so die Einschätzung des – anders als sein Vorgänger – gänzlich ergebnisorientierten Trainers, hätte die Partie angesichts des Kräfteverhältnisses viel früher entschieden sein müssen. „Wir müssen im ersten Durchgang mehr Tore schießen, dann haben wir es bequemer“, kritisierte der Coach angesichts der Tatsache, dass Christopher Nkunkus Freistoß-Kunstschuss zum 1:0 Leipzigs einziger Torschuss in der ersten Halbzeit war: „Das ist natürlich Wahnsinn, dass wir es nicht geschafft haben, aus den zahlreichen Aktionen im letzten Drittel Kapital zu schlagen. Das darf uns nicht passieren.“ Angesprochen fühlen durften sich in erster Linie Nkunku und Dani Olmo, Leipzigs Kreativkünstler, die mit ihrer Schnelligkeit und ihren technischen Fähigkeiten für jede Abwehr eine enorme Herausforderung darstellen, die sich in ihrem Spieltrieb aber mitunter auch arg verkünsteln und damit selbst im Weg stehen. Ungeachtet dessen haben die beiden Leistungsträger das Interesse Der Blick auf die Tabelle beruhigt Beteiligte und Fans gleichermaßen. Auch nach der Niederlage in Leipzig gestaltet sich der Abstand auf Relegationsrang 16 komfortabel für den 1. FC Köln, der am Sonntag seinen 74. Geburtstag feierte und in dieser Saison deutlich jünger und aktiver als ein Mitsiebziger wirkt. Dass dies so bleibt, ist nicht in Stein gemeißelt. Der FC steht – selbst wenn man die Zeichen positiv deutet – erst am Beginn einer Konsolidierungsphase, die kommende Spielzeit wäre die vierte Bundesligasaison in Folge. Für einen klassischen Fahrstuhlklub, zu dem sich die Geißböcke in den vergangenen 24 Jahren seit dem ersten Abstieg entwickelten, ist dies kein Automatismus. Klubs wie Mainz oder Augsburg besitzen in vielen relevanten Bereichen einen ordentlichen Vorsprung. Das aktuelle Tabellenbild gibt immerhin wieder, dass die Kölner womöglich bald in die Situation kommen, den Kader für die kommende Saison zu formen. Allerdings wird der Klub nicht in der Lage sein, nennenswerte Ablösesummen auf dem Markt zu investieren, auch dann nicht, wenn beispielsweise ein Profi wie Ellyes Skhiri eine
14. FEBRUAR 2022 35 kurz bündig RB darf vor 25 000 spielen RB Leipzig kann in der Europa League wieder vor mehr Zuschauern spielen. Wie die Sachsen mitteilten, habe das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig die Stadionauslastung von 50 Prozent für das kommende Heimspiel genehmigt. Somit dürfen am Donnerstag gegen Real Sociedad San Sebastian 24 758 Fans ins Stadion. 1. FC Köln stellt Eilantrag Der 1. FC Köln hat beim Oberverwaltungsgericht Münster erneut einen Eilantrag gestellt, um im Rhein-Energie-Stadion mit einer Auslastung von mindestens 50 Prozent zu spielen. „Wir haben im Rahmen der Lockerung der Regelung auf 10 000 Zuschauerinnen und Zuschauer hervorgehoben, dass es für uns der Ausgangspunkt einer dynamischen Entwicklung sein sollte“, betonte die Klubspitze. Hopp zieht Anträge zurück Gemeinsame Sache: Die Leipziger Torschützen zum 1:0 und 2:0, Christopher Nkunku und Dani Olmo, feiern ihre Treffer. europäischer Großklubs geweckt, unter anderem bei ihren Heimatvereinen FC Barcelona (Dani Olmo) und Paris St. Germain (Nkunku). Allerdings verfügen nach kickerInformationen beide Spieler in ihren bis 2024 datierten Verträgen über keine Ausstiegsklausel, sodass RB das Heft des Handelns in der Hand hat. Und diesbezüglich sorgte die jüngste Aussage von Klubchef Oliver Mintzlaff, Nkunku werde „auch nächste Saison bei uns spielen“, für Erleichterung beim Trainer: „Er hat es mir auch selbst gesagt, dass er diese Meinung dazu hat. Das finde ich gut, da brauche ich mir keine Gedanken mehr zu machen.“ bleibt komfortabel – Kaderplanung ist im Gang Foto: Huebner wichtigste Aufgabe zweistellige Millionensumme in die Kassen spülen würde. Zunächst gilt es, Rücklagen zu bilden, die in den vergangenen Jahren schwanden. Weil zu generös gewirtschaftet wurde, weil Corona wucherte. Ein Pfund, mit dem man auf einem schwierigen Transfermarkt wuchern kann, heißt Steffen Baumgart. Er sorgt mit seiner Art und seinem Gespür dafür, Spieler besser machen zu können. Zwar passt dies auf den ersten Blick nicht zur ausgerufenen Klubphilosophie, sich die Strukturen in Zukunft „personenunabhängig“ entwickeln zu lassen. Aber der kurzfristige Erfolg bleibt wichtiger als alle Theorie, das gilt genauso für die angeblich vom designierten Geschäftsführer Sport Christian Keller (beginnt im April) verordnete Gehaltsobergrenze von 650 000 Euro pro Jahr. So hartnäckig sich dieses Gerücht hält, so wenig Substanz besitzt es. Die Kölner müssen sparen, das ist gewiss. Ins Wolkenkuckucksheim aber haben sie sich noch nicht verabschiedet. Baumgart ließ durchblicken, dass er den Aufbau zum Bundesliga-Dauergast sehr gerne weiter mitgestalten würde. Auf dieser wichtigen Position so früh wie möglich Klarheit zu schaffen – das ist die Aufgabe, die zuallererst angegangen werden sollte. Möglicherweise fällt der Rest dann leichter. Die TSG Hoffenheim hat die Meldung des kicker bestätigt, dass der langjährige Mäzen Dietmar Hopp in seinem Dauerstreit mit Fußballfans von Borussia Dortmund drei Strafanträge zurückgezogen hat. FC Bayern verliert Prozess In einem Rechtsstreit mit einem Tickethändler hat das Oberlandesgericht München eine Klage des FC Bayern wegen nicht ausreichender Beweise abgewiesen. Der deutsche Rekordmeister hatte gegen einen Ticketanbieter geklagt, der Karten für Fußballspiele auf dem nicht autorisierten Zweitmarkt verkauft haben soll. Im Dezember 2020 hatte das Münchner Landgericht den Beklagten zunächst verurteilt. Darauf ging dieser in Berufung. Nun wurde das Urteil wieder aufgehoben. Sundsvall leiht Linner aus Bielefeld hat Oscar Linner (24, Vertrag bis 2023) zum schwedischen Erstligisten GIF Sundsvall weiterverliehen. Die Ausleihe des Keepers beim italienischen Zweitligisten Brescia Calcio wurde vorzeitig beendet. U 17 verliert gegen Spanien Beim Algarve Cup hat die deutsche U 17 nach einem 1:1 (1:1) zum Turnierstart gegen Gastgeber Portugal am Sonntagabend ein 0:2 gegen Spanien folgen lassen. Gegen Portugal hatte Laurin Ulrich (Stuttgart) das Tor für das Team von Marc Meister erzielt, der wegen einer Erkrankung von Assistenztrainer Heiko Westermann vertreten worden war. U 16 schlägt England mit 5:1 Die deutschen U-16-Junioren haben das UEFA-Turnier in Portugal mit einem 5:1 gegen England beendet. Die Tore für die Mannschaft von Christian Wück erzielten Luke Rahmann (Dortmund), Finn Jeltsch (Nürnberg), Max Moerstedt (Hoffenheim), Charles Herrmann (BVB) und Laurin Preuß (Stuttgart). Zuvor hatte es gegen die Gastgeber ein 2:4 im Elfmeterschießen gegeben. DFB-Frauen: Trio fällt aus Die Wolfsburgerinnen Svenja Huth (positiver Coronatest), Lena Lattwein (starke Erkältung) und Almuth Schult (in Quarantäne) müssen ihre Teilnahme mit der deutschen Nationalmannschaft am „Arnold Clark Cup“ in England absagen. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nominierte Chantal Hagel, Martina Tufekovic (beide TSG Hoffenheim) und Hasret Kayikci (Freiburg) nach. Vilhjalmsdottir verlängert Karolina Lea Vilhjalmsdottir (20) hat ihren Vertrag beim Frauenfußball-Meister Bayern München vorzeitig bis 2025 verlängert. Fußball LIVE MONTAG 20.45 Uhr DAZN: Spezia Calcio – AC Florenz (Serie A) 21.00 Uhr DAZN: RCD Mallorca – Athletic Bilbao (La Liga) DIENSTAG 21.00 Uhr Prime Video: Paris Saint-Germain – Real Madrid (Champions League) 21.00 Uhr DAZN: Sporting Lissabon – Manchester City (Champions League) 21.15 Uhr Sky: Manchester United – Brighton & Hove Albion (Premier League) MITTWOCH 19.00 Uhr DAZN: Atletico Madrid – UD Levante (La Liga) 21.00 Uhr DAZN: Inter – Liverpool, Salzburg – FC Bayern (Champions League)
36 14. FEBRUAR 2022 Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg Trapp 3,5 Tuta 3,5 Lindström 4 Roussillon 3,5 i Ndicka 3,5 Jakic 4,5 G i Wind 4 i Philipp 4 i Vranckx 4 i Brooks 3 G Lenz 4 i Kamada 5 i Borré 5 i B Kruse 3 0:1 TRAINER: Glasner Hinteregger 6 Sow 3,5 da Costa 4 i 0:2 Arnold 4 Bornauw 2 Baku 3,5 Lacroix 2,5 Casteels 3 TRAINER: Kohfeldt SGE EINGEWECHSELT: 62. Kostic (–) für Lenz, 70. Paciencia (–) für Borré und Knauff (–) für da Costa, 85. Hauge (–) für Kamada und Hrustic (–) für Jakic – RESERVEBANK: Grahl (Tor), Chandler, Ilsanker, Rode – GELBE KARTE: Jakic WOB EINGEWECHSELT: 62. Lukebakio (–) für Philipp und Gerhardt (–) für Vranckx, 72. Steffen (–) für Roussillon, 90. Bialek (–) für Wind – RESERVEBANK: Pervan (Tor), Mbabu, F. Nmecha, Paredes, Waldschmidt – GELBE KARTEN: Brooks, Steffen TORE: 0:1 Kruse (28., Linksschuss, Foulelfmeter, Hinteregger an Kruse), 0:2 Lukebakio (90./+3, Linksschuss, ohne Vorarbeit) – CHANCEN: 3:4 – ECKEN: 10:1 Kleine Schritte SR-TEAM: Willenborg (Osnabrück – Assistenten: Kleve, Dr. Aarnink – Vierter Offizieller: R. Kempter – Video-Assistent: Brand), Note 4, da Hinteregger Kruse auf der Strafraumlinie foulte, war die VAR-Entscheidung, Elfmeter zu geben, korrekt. Insgesamt aber keine souveräne Spielleitung mit einigen Fehlern, unter anderen hätte Vranckx für das Foul an Sow Gelb sehen müssen (46.). Zudem hätte er beim Wolfsburger Zeitspiel intervenieren müssen. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 4,5, ein über weite Strecken zähes Spiel mit wenigen Chancen und vielen Fehlern. “ ANALYSE Julian Franzke, Thomas Hiete und Thiemo Müller ES BERICHTEN Eintracht ohne Ideen gegen das Bollwerk FRANKFURT WOLFSBURG 3,32 26,08 117,8 Arnold 11,94 78 Brooks Ballbesitz 61 % 59 39 % 73 Gewonnene Zweikämpfe Fotos: imago images/Schüler, picture alliance/Rhode Mit höchster Hingabe im Abwehrzentrum stand SEBASTIAAN BORNAUW für die siegbringenden Wolfsburger Tugenden: Robustheit, Aufmerksamkeit und Verteidigungsbereitschaft. Daten: opta FAZIT: Den Niedersachsen reichte eine nicht mehr als solide Vorstellung zum verdienten Sieg. S P IE L ER D E S S P I EL S Ø-Note 4,23 Ø-Alter 25,66 Teamlaufleistung (km) 120,7 Laufstärkster Spieler Sow (km) 11,85 Meiste Ballkontakte 93 Hinteregger Max Kruse steht im Mittel-, die Defensive im Blickpunkt: legt die Basis zur Besserung. speziell nach dem Seitenwechsel weiterhin Druck, wusste mit dem klaren Plus an Ballbesitz jedoch nichts anzufangen und offenbarte in der Offensive ein erstaunliches Maß an Ideenlosigkeit. Unterdessen verteidigten die Wolfsburger zum einen sehr stabil und stellten zum anderen mit vereinzelten Kontern das torgefährlichere Team. 45+55 61+39 Die Eintracht begann bissiger und spritziger als die Wölfe, die sich mit naiven Ballverlusten gegen das hohe Frankfurter Pressing gleich mehrfach früh in die Bredouille brachten. In letzter Linie jedoch bügelte der VfL schon von Anfang an alles aus, während den Hausherren im Abschluss Konsequenz bzw. Übersicht fehlten. Vom durch Hinteregger unbeholfen verursachten Elfmeter zum 0:1 zeigte sich die Eintracht dann sichtlich mitgenommen. Zwar machte die Glasner-Elf Sportdirektor Marcel Schäfer zog den imaginären Hut, als Sebastiaan Bornauw vom Rasen schritt. Der VfL-Verteidiger erfüllte das, was seine Jobbezeichnung erwarten lässt. Er wehrte Seite an Seite mit Maxence Lacroix und John Anthony Brooks alles ab, was auf den Wolfsburger Strafraum zurollte. Der Wolfsburger Defensivverbund, in dieser Saison nicht immer ein stabiles Gebilde, legte in Frankfurt den Grundstein dafür, WO LFSBU RG dass es den zweiten Sieg in Serie gab. Ein kleines Hoch, das für etwas Luft im Abstiegskampf sorgt. Während vor allem Max Die Hoffnungen wachsen, Kruse wieder einmal im Mitdass diese Saison nicht zur Hortelpunkt des Interesses stand, rorgeschichte wird. Wenngleich bemühte sich Florian Kohfeldt es weiterhin kurios anmutet, darum, die Dinge richtig einzuwie sich die Ansprüche beim ordnen. „Das war nichts ganz Vorjahresvierten verschoben Großes von ihm.“ Dennoch ist haben. Im Sommer trat Mark Kruse nun der Mann für die van Bommel an, um gepflegten entscheidenden Momente wie Ballbesitzfußball zu etablieren, in Frankfurt, als er mit Cleversein Nachfolger Florian Kohfeldt ness zunächst den Strafstoß tat sich lange Zeit schwer damit, gegen Martin Hinteregger hedie Scherben dieser Spielzeit rausholte und dann mit Dusel aufzukehren und zu einer neuselbst verwandelte. Sein zuvor en Philosophie zusammenzuletztes Tor im VfL-Trikot hatte setzen. 39 Prozent Ballbesitz er am 5. März 2016 beim 2:1 gegenügten nun in Frankfurt, um den so wichtigen ersten Ausgen Borussia Mönchengladbach erzielt. Nun, fast sechs Jahre wärtssieg seit dem 30. Oktober später, ist er wieder da, um, wie einzufahren, als es in Kohfeldts er selbst sagt, das Kapitel in Premierenpartie bei Bayer LeWolfsburg zu Ende zu schreiben. verkusen ein 2:0 gab.
14. FEBRUAR 2022 37 Die Führung: Kruse trifft per Strafstoß zum 1:0 für die Wolfsburger. Der Frust: Hinteregger, Kapitän der Eintracht, ist bedient. Das Zu-null stand auch jetzt im Blickpunkt. „Die entscheidenden Spieler waren Maxence Lacroix, Sebastiaan Bornauw und John Anthony Brooks“, streicht der Trainer heraus, „sie haben das Spiel für uns gewonnen. Weil sie im eigenen Strafraum überragend verteidigt haben.“ Die neue Stabilität als Basis auf dem Weg zur Besserung. Erst vier Gegentore in der Rückrunde gegen Bochum (0:1), Hertha BSC (0:0), Leipzig (0:2), Fürth (4:1) und nun Frankfurt sind der Bestwert in der Liga. Kohfeldt fasst den Auftritt bei der Eintracht so zusammen: „Mentalität top, das Verteidigen sehr ordentlich, Spiel mit dem Ball ausbaufähig.“ Dafür ist nicht allein Kruse verantwortlich. Wenngleich der Wintereinkauf auch dafür sorgen soll, dass sich seine Kollegen entwickeln. „Max schafft es“, weiß Kohfeldt, „dass seine Mitspieler besser aussehen.“ Einer von ihnen ist Dodi Lukebakio, der in Frankfurt sein erstes Tor im VfL-Dress schoss. Was für den Trainer jedoch nur ein Randaspekt war. „Das freut mich für ihn“, sagt Kohfeldt. Jedoch: „Wichtiger als sein Tor war mir fast noch, wie er sich eingegliedert und verteidigt hat.“ Was nach einer Selbstverständlichkeit klingt, ist bei dem Belgier eine Besonderheit. Und für den Trainer ein wichtiges Signal: „Wir gehen als Gruppe Schritte, das ist wichtig.“ Kleine Schritte mit ersten Erfolgen. Keine Schritte Mit drei Heimniederlagen in Serie – das gab es in Frankfurt zuletzt 2012/13 – ist der Start in die Rückrunde gründlich missraten. Beim 0:2 gegen Wolfsburg zeigte die Mannschaft abgesehen von der dynamischen Anfangsphase eine sehr schwache Leistung; wie schon im vorangegangenen Heimspiel gegen Bielefeld (0:2). Fortschritte? Fehlanzeige. Dabei hatte Trainer Oliver Glasner Anfang EINT R ACHT November angesichts der vielen englischen Wochen angekündigt: „Wenn wir im Januar und Februar ganze Wochen zum Trainieren haben, erwarte ich von uns und speziell auch von mir, postierten Kristijan Jakic. Ein dass wir deutlich erkennbare großer, wuchtiger Stürmer hätSchritte nach vorne machen.“ te dem Team gerade in diesem Zwar blühte die Mannschaft vor Spiel gutgetan, doch der von BerWeihnachten plötzlich auf, doch gamo ausgeliehene und bisher aktuell wird er seinem selbst komplett enttäuschende Sam formulierten Anspruch nicht Lammers (1,91 Meter) schaffte es gerecht. Gegen die wuchtige nicht mal in den Kader. Zudem und tief stehende Abwehrreihe fällt Ragnar Ache (Muskelverletder Gäste fanden seine Spieler zung) wieder einmal aus. fast keine Lösungen. Der nur Die Eintracht ist deshalb 1,74 Meter große Rafael Borré auf flache, spielerische Lösunwar gegen die Wolfsburger Hügen im letzten Drittel angewienen erwartbar völlig abgemelsen. „Vorne waren wir nicht det, auch Daichi Kamada nahm dazu in der Lage, aus der Überkaum am Spiel teil, und Jesper legenheit bis zum gegnerischen Lindström gewann nur zwei seiStrafraum Kapital zu schlagen“, ner elf Zweikämpfe. Bei seiner moniert Glasner. Insbesondere durch einen langen Sprint stark defensiv agierende Kontrahenerarbeiteten Torchance in der ten werden dabei regelmäßig 41. Minute übersah er den besser zum Problem. Fünf Heimspiele fanden bisher gegen Klubs statt, die vor der Partie in der zweiten Tabellenhälfte standen. Keine dieser fünf Partien gewann Frankfurt (zwei Unentschieden, drei Niederlagen). Sportvorstand Markus Krösche hadert: „Wir müssen sehen, dass wir gerade gegen tief stehende Gegner bessere Lösungen finden. Wir spielen zu viel quer und spielen nicht ab, da müssen wir viel besser und zielstrebiger werden.“ Fast noch wichtiger ist es allerdings, endlich mehr Stabilität in die Defensive zu bekommen. Zehn Gegentore in fünf Spielen 2022 sind eindeutig zu viel. „Natürlich sind wir extrem unzufrieden mit dieser hohen Anzahl an Gegentreffern“, räumt Glasner ein. Der als Kapitän aufgelaufene Martin Hinteregger war völlig neben der Spur. Mit einem geradezu hanebüchenen Aufbauspiel und den beiden von ihm verschuldeten Gegentoren erlebte der Österreicher seinen bisherigen Tiefpunkt bei der Eintracht. Öffentlich stärken ihm die Verantwortlichen zwar den Rücken, Boss Krösche etwa betont: „Er bekommt von uns die volle Unterstützung, Hinti ist ein sehr wichtiger Spieler.“ Doch unter Berücksichtigung des Leistungsprinzips dürfte Hinteregger am Samstag in Köln normalerweise nicht erneut auflaufen. Hinten anfällig und vorne harmlos: Bei der bleibt die in Aussicht gestellte Weiterentwicklung aus.
14. FEBRUAR 2022 Bor. Mönchengladbach – FC Augsburg Sommer 3 Ginter 4 Lainer 3,5 i 3:2 1:0 TRAINER: Hütter Friedrich 4 Erleichterung Keine Entwarnung Elvedi 3 G B Koné 3 i Neuhaus 3 B Hofmann 2,5 Plea 2 G i B Bensebaini 2 i Embolo 4 i Gregoritsch 4 i Niederlechner 5 i Vargas 4 i Hahn 4 i B Iago 3 G Dorsch 4 G Moravek 5 i Oxford 4 Gouweleeuw 5 Im Abstiegskampf gelingt GL ADBAC H ein Befreiungsschlag. Trotz der Fortschritte warten schwierige Wochen auf die Fohlen. Framberger 4 Gikiewicz 3 TRAINER: Weinzierl BMG EINGEWECHSELT: 80. Thuram (–) für Embolo, 85. Netz (–) für Bensebaini, Kramer (–) für Koné und Herrmann (–) für Lainer, 90./+1 Scally (–) für Plea – RESERVEBANK: Sippel (Tor), Beyer, Jantschke, Benes – GELBE KARTEN: Plea, Elvedi FCA EINGEWECHSELT: 63. Pedersen (–) für Moravek und Pepi (–) für Niederlechner, 68. Sarenren Bazee (–) für Vargas und Finnbogason (–) für Gregoritsch, 78. Zeqiri (–) für Hahn – RESERVEBANK: Koubek (Tor), Uduokhai, Caligiuri, Günther – GELBE KARTEN: Iago, Dorsch TORE: 1:0 Koné (30., Kopfball, Vorarbeit Plea), 2:0 Hofmann (46., Linksschuss, Bense- baini), 2:1 Iago (55., Linksschuss, Vargas), 3:1 Bensebaini (67., Kopfball, Neuhaus), 3:2 Finnbogason (90./+3, Rechtsschuss, Iago) – CHANCEN: 9:6 – ECKEN: 3:2 SR-TEAM: Dr. Thomsen (Kleve – Assistenten: Foltyn, Assmuth – Vierter Offizieller: Welz – Video-Assistent: Siebert), Note 3,5, ohne gravierenden Fehler, bei den persönlichen Strafen jedoch fehlte die klare Linie, vor allem bei Spielverzögerungen und taktischen Fouls. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 3,5, kein hochklassiges, aber ein unterhaltsames Spiel, das durch die Defensivschwächen beider Teams viele Torchancen bereithielt. “ ANALYSE ES BERICHTEN Moritz Kreilinger und Jan Lustig Plea blüht in der Doppelzehn richtig auf die benötigte Durchschlagskraft im gegnerischen Strafraum zu sorgen. Der FC Augsburg verteidigte dort zu nachlässig und verlor die entscheidenden Mann-gegen-Mann-Duelle. Insgesamt zeigten die Gäste zu wenig Intensität, Aggressivität und Tempo, um die vorhandenen Schwächen in der Gladbacher Hintermannschaft noch effektiver auszunutzen. FAZIT: Ein verdienter Sieg für überlegene und verbesserte Borussen. Tolle Vorarbeit zum 2:0, clever und entschlossen beim Kopfballtreffer zum 3:1: RAMY BENSEBAINI veredelte zweimal seine engagierten Vorstöße. War hinten aber nicht immer sattelfest. Ø-Note Ø-Alter Teamlaufleistung (km) Laufstärkster Spieler (km) Meiste Ballkontakte GLADBACH 3,09 26,41 117,8 Hofmann 12,14 78 Neuhaus AUGSBURG 4,09 27,22 119,7 Iago 11,68 75 Dorsch Ballbesitz 57 % 57 43 % 48 Gewonnene Zweikämpfe Daten: opta S P IE L ER D E S S P I EL S 54+46 57+43 Gladbach war trotz vieler leichter Abspielfehler im Aufbau das aktivere und fußballerisch bessere Team. Hervorstechend dabei Plea, der auch gegen Augsburg seine spielerische Klasse unter Beweis stellte, engagiert in der Rückwärtsbewegung mithalf und in der Doppelzehn neben Hofmann richtig aufblüht. Würde Embolo seinen Fleiß mal mit mehr Abschlussqualität verbinden, hätte Gladbach eine große Sorge weniger – so aber war es dieses Mal an Schienenspieler Bensebaini, für Am Ende habe man „die kleiner Schritt, heute war es ein etAngst in den Gesichtern gewas größerer“, erklärte Hütter am sehen“, gestand Stefan LaiSamstag zufrieden. ner, die Angst davor, dass Damit irgendwann auch der man den Sieg noch aus der Hand ganz große Schritt gelingt, müssen geben könnte. Lange mussten die Hütter und die Mannschaft allerBorussen nach dem Augsburger dings noch an einigen Stellschrauben Anschlusstreffer zum 2:3 aber nicht drehen. Die defensive Anfälligkeit mehr zittern, dann war der wichtige bleibt ein Problem. Wenn der Gegner Heimsieg perfekt. Dies sei „ein absoschnell umschaltet, schwimmt die luter Befreiungsschlag“, jubelte TraiHintermannschaft, nicht selten ist ner Adi Hütter nach dem erlösenden man in Unterzahl. Auch über die AuSchlusspfiff. „Uns allen“, ergänzte ßenbahnen werden zu viele HereinTorschütze Jonas Hofmann, „fällt gaben zugelassen, für die der Gegner ein Stein vom Herzen.“ dann in der Mitte auch Abnehmer Gegen Augsburg war also tatfindet. Gegen den FCA ging es gut, sächlich der Tag gekommen, an dem die Punkte blieben im Borussia-Park. sich die zuletzt gezeigten Fortschritte Aber das letzte Spiel ohne Gegenauch in einem positiven Ergebnis tor? Liegt weit zurück, ein 4:0 gegen niederschlugen. Greuther Fürth am Der neue Team- Lainer warnt: „Wir sind 20. November. „Zu geist, der dafür einfach“ seien die nicht raus aus dem sorgt, dass sich beiden GegentrefAbstiegskampf.“ die Mannschaft fer gefallen, haderauf dem Rasen te Lainer. „Dann wieder als Einheit hat man gleich präsentiert. „Auf dem Platz“, hob Laiwieder die Nervosität gespürt.“ ner hervor, „läuft und kämpft jeder Dass sich in bestimmten Spielfür den anderen.“ Die spielerische phasen die Verunsicherung bemerkSteigerung der Elf, für die in besonbar macht und die Leichtigkeit fehlt, derem Maße Alassane Plea steht, der ist erklärbar nach den vergangenen sich vom Bankdrücker zum wichtiWochen. All das komme mit jedem gen Impulsgeber in der Doppelzehn weiteren Erfolg zurück, sind sie im entwickelt hat und mit Eifer auch Gladbacher Lager überzeugt. Doch seinen defensiven Verpflichtungen gleichzeitig stellt man sich bei der nachgeht. Oder die sichtbaren VerBorussia darauf ein, dass die nächste besserungen im Pressingspiel, die Zeit schwierig bleibt. Entwarnung viele Balleroberungen ermöglichten. gibt niemand. „Man sieht, dass das Auch die Tatsache, dass die Last des Konstrukt noch ein bisschen wackeTorschießens eben nicht nur an Hoflig ist“, sagte Hütter. „Wir sind noch mann (führt die interne Liste mit nicht da, wo wir hinwollen.“ Lainer jetzt acht Treffern an) kleben bleibt. betonte: „Wir sind noch nicht raus Von dem, was diese Borusaus dem Abstiegskampf. Aber wir sen-Elf leisten kann und zwischen haben erneut diese Geschlossenheit Ende September und Mitte Novemgezeigt, die notwendig ist. Ich bin ber auch auf den Rasen brachte, ist zuversichtlich, dass wir wieder in die man zurzeit immer noch weit entErfolgsspur finden.“ fernt. Doch die Richtung stimmt. Die nächste Prüfung hat es Eindeutig. „Wir sind auf einem guten schon mal in sich: Es geht nach DortWeg. Das Spiel in Bielefeld war ein mund zu Ex-Trainer Marco Rose. Foto: Getty Images 38
14. FEBRUAR 2022 39 U -1 9 - B UND ESLI GA NORD / NORDOST NACHHOLSPIELE St. Pauli 2:1 Kiel 1:1 Rostock 0:2 Leipzig 7:0 1. FC Union 0:2 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 8., 11., 12. Spieltag 1:0 0:0 0:0 3:0 0:2 Hertha BSC Werder Bremen Energie Cottbus Holstein Kiel RB Leipzig Dynamo Dresden Viktoria 1889 Berlin Hannover 96 1. FC Union Berlin VfL Wolfsburg Hallescher FC Hamburger SV FC St. Pauli VfL Osnabrück Chemnitzer FC Hansa Rostock (N) Eimsbütteler TV Carl Zeiss Jena (N) 1. FC Magdeburg Magdeburg Wolfsburg Cottbus Halle Hannover 11 10 10 10 10 11 11 9 10 11 12 10 12 11 10 11 11 11 9 31:11 30:19 16:11 18:12 25:11 17:10 16:13 12:9 16:17 17:16 12:26 18:16 19:25 12:22 10:15 17:18 12:24 10:21 9:21 31 24 22 20 18 18 15 15 15 14 14 13 12 11 10 9 8 5 3 WEST 11. SPIELTAG 1. FC Köln 0:2 Bielefeld 2:3 Wuppertal 0:4 Leverkusen 2:1 Aachen 0:6 Schalke 1:2 Duisburg 0:0 Düsseldorf ausgef. spielfrei: Fortuna Köln Die Richtung stimmt: Gladbachs Kouadio Koné jubelt über sein Tor zum 1:0, die Kollegen kommen hinterher. AUG S B URG Vergebliche Hoffnung auf Konstanz seit September 2020 Ratlos nach dem erneuten Rückfall Drittes Auswärtsspiel, dritte Niederlage. Der FC Augsburg arbeitet in der Fremde im Jahr 2022 weiter intensiv an seinem Bewerbungsschreiben für einen Startplatz in der 2. Liga. Die Hoffnung, mit dem jüngsten 2:0-Heimsieg über Union Berlin die Trendwende eingeleitet zu haben, war im Borussia-Park schnell verflogen. Dabei war der Anlass durch den zuletzt souveränen Heimerfolg durchaus gegeben. Es ist dem Team von Markus Weinzierl aber zum wiederholten Mal nicht gelungen, auf einer guten Leistung aufzubauen. „So wird es schwer, da unten rauszukommen“, gab André Hahn (Foto) zu und zeigte sich nach dem Duell mit seinem Ex-Klub etwas ratlos angesichts des erneuten Rückfalls. „Es ist eine berechtigte Frage, warum wir das nicht hinbekommen. Es hat die Intensität gefehlt, es hat die Power gefehlt. Wir nehmen uns das natürlich vor, aber es zieht sich jetzt durch die gesamte Saison, dass uns die Konstanz fehlt.“ Viel Zeit bleibt allen Beteiligten aber nicht, die passende Antwort auf diese Frage zu finden. Dreimal durfte einer der Borussen am Samstag mutterseelenallein Ball und Tor ins Visier nehmen und Keeper Rafal Gikiewicz überwinden. Dessen Vorderleute ließen so ziemlich alles vermissen, was einen starken Defensivverbund auszeichnet. Wäh- rend Trainer Weinzierl „fahrlässige Verteidigung“ und „nachlässige Mannorientierung“ ausmachte, fehlten Sportchef Stefan Reuter die „Aggressivität und Konsequenz in den Zweikämpfen“. Niklas Dorsch wiederum meinte, es habe eher etwas „mit dem Timing“ in den Duellen zu tun. Die mangelhafte Konzentration sprach zwar keiner explizit an, doch bei einem Gegentreffer 26 Sekunden nach Beginn der zweiten Hälfte erübrigt sich diese Erwähnung wohl einfach. Von diesem Moment des Tiefschlafs erholte sich die Mannschaft bis zum Schlusspfiff nicht mehr, der Plan für die zweiten 45 Minuten war über den Haufen geworfen. Bei einem solch laschen Abwehrverhalten dürften die meisten Teams der Liga dem FCA sogar noch mehr als drei Gegentore einschenken. Da half es am Ende auch nicht, dass mit Alfred Finnbogason erneut ein Joker erfolgreich war. Zu spät kam der Treffer des Isländers. Das leidige Thema der fehlenden Konstanz prägt jetzt seit fast anderthalb Jahren das Geschehen. Bis September 2020 muss man in den Ergebnislisten zurückblättern, bis sich zwei aufeinanderfolgende Siege der Augsburger in der Bundesliga finden lassen. Zumindest so viel dürfte klar sein: Nimmt diese Durststrecke bis zum Saisonende im Mai kein Ende, werden die Augsburger erneut lange um ihre Bundesligazugehörigkeit bangen müssen. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 0:1 1:0 0:2 0:1 0:2 1:0 Borussia Dortmund Bayer Leverkusen Rot-Weiss Essen Preußen Münster FC Schalke 04 FC Viktoria Köln VfL Bochum 1. FC Köln Bor. Mönchengladbach MSV Duisburg Wuppertaler SV Rot-Weiß Oberhausen Arminia Bielefeld Fortuna Düsseldorf SC Paderborn 07 Fortuna Köln Alemannia Aachen Münster Oberhausen Dortmund FC Viktoria Köln M’gladbach Essen Paderborn Bochum 10 10 10 10 11 11 8 9 11 11 10 10 11 9 10 10 9 34:6 27:10 17:14 22:16 27:14 21:19 11:5 27:12 19:14 14:10 8:27 13:19 7:15 10:26 17:18 8:24 3:36 28 21 20 19 18 17 16 14 14 14 13 12 9 9 8 4 0 SÜD / SÜDWEST 14. SPIELTAG Freiburg 3:0 3:0 München 3:0 0:0 Hoffenheim 5:0 2:0 Augsburg 2:1 0:1 Ulm 0:4 0:1 Offenbach 1:2 1:0 Stuttgart 5:1 3:0 Saarbrücken 0:2 0:1 Heidenheim 4:1 3:0 Frankfurt 4:1 3:1 spielfrei: SV Darmstadt 98 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. VfB Stuttgart 1. FC Nürnberg 1. FSV Mainz 05 FC Augsburg TSG Hoffenheim Eintracht Frankfurt 1. FC Heidenheim SpVgg Unterhaching (N) Bayern München SC Freiburg FC Ingolstadt 04 Karlsruher SC 1. FC Kaiserslautern SV Darmstadt 98 FC-Astoria Walldorf SpVgg Greuther Fürth Stuttgarter Kickers (N) SSV Ulm 1846 1. FC Saarbrücken Kickers Offenbach KSV Hessen Kassel (N) Unterhaching Walldorf Kassel Karlsruhe Ingolstadt Kaiserslautern Greuther Fürth Mainz Stuttg. Kickers Nürnberg 13 14 14 13 12 12 14 13 13 14 12 13 13 13 13 14 13 13 13 13 14 41:10 30:19 43:25 37:22 45:23 36:17 29:20 21:20 41:19 26:27 24:18 22:19 27:37 16:23 22:24 18:34 20:38 17:32 10:26 16:37 6:57 32 31 28 27 24 23 23 23 22 19 18 18 18 16 15 12 11 10 9 9 3
40 14. FEBRUAR 2022 SpVgg Greuther Fürth – Hertha BSC 1:0 Linde 2,5 Meyerhöfer 3,5 Griesbeck 3,5 Angst vor dem Totalschaden 2:1 TRAINER: Leitl Viergever 4 Itter 3 G Christiansen 2,5 Seguin 3 Tillman 3,5 i Dudziak 2,5 G i Leweling 3,5 i Belfodil 3,5 G i Maolida 4,5 i Mittelstädt 4,5 B B Hrgota 2 i Jovetic 4 G Darida 3,5 Tousart 4 G Stark 5 G B Gechter 3 Serdar 5 i Die Pleite beim Schlusslicht nährt die Zweifel, ob H ERT H A BSC im Abstiegskampf ausreichend Widerstandsgeist besitzt. Pekarik 3,5 i Schwolow 3,5 TRAINER: Korkut SGF EINGEWECHSELT: 60. Nielsen (3) für Leweling, 83. Pululu (–) für Tillman und Green (–) für Dudziak, 89. Bauer (–) für Hrgota – RESERVEBANK: Burchert (Tor), Asta, Willems, Raschl, Abiama – GELBE KARTEN: Itter, Dudziak BSC EINGEWECHSELT: 46. Richter (4) für Maolida, 68. Björkan (–) für Pekarik und Selke (–) für Belfodil, 81. Lee (–) für Serdar – RESERVEBANK: Lotka (Tor), Klünter, Plattenhardt, Ascacibar, Ekkelenkamp – GELBE KARTEN: Stark, Belfodil, Jovetic, Tousart Einen Eindruck zur allgedie Lage beruhigt werden. Das Gemeinen Stimmungslage genteil ist jedoch eingetreten. Nur bekamen die Profis von ein Zähler wurde aus den Partien geHertha BSC bereits am gen die beiden Aufsteiger verbucht, Samstag während und nach der Parund speziell der Auftritt von Fürth tie in Fürth zu hören. „Absteiger, nährt die Zweifel, ob das aktuelle Absteiger“, skandierten die AnhänHertha-Team genug Widerstandsger der Berliner, zudem „Wir haben geist besitzt, um im Abstiegskampf die Schnauze voll“. zu bestehen. Und auch nach Korkut hat „ganz klare Am Sonntag dem Schlusspfiff zeigte Korkut seiBotschaften an die gab es für das nem Team die Lage Team von Trainer Mannschaft“ gerichtet. auf. In deutlichen Tayfun Korkut Worten, aber anSaures, sodass gemessenem TonStevan Jovetic und Maximilian Mitfall, wie er sagte. „Es geht nicht um telstädt am Fanblock das Gespräch Aktionismus – dass man rumschreit und mit ihren Trikots als Souvenir und den Hampelmann spielt“, betondie Fans etwas zu befrieden suchten. te der Coach. Er habe jedoch „ganz Mit zwei Siegen in Bochum klare Botschaften an die Mannschaft“ und gegen Fürth hatte Hertha im gerichtet, „damit sich jeder klar Spätsommer 2021 nach einem Fehldarüber wird, in welcher Situation wir start in die Saison für halbwegs Ruhe stecken“. Der 47-Jährige mahnt „abgesorgt – und mit Siegen gegen Bosolute Fokussierung“ an, seine Spiechum und in Fürth sollte auch jetzt ler müssten „realistisch sein und die TORE: 1:0 Hrgota (1., Linksschuss, Vorarbeit Seguin), 2:0 Hrgota (71., Linksschuss, Handelfmeter, Mittelstädt), 2:1 Gechter (82., Kopfball, Darida) – CHANCEN: 11:9 – ECKEN: 8:8 SR-TEAM: Schlager (Hügelsheim – Assistenten: Bandurski, Hüwe – Vierter Offizieller: Sather – Video-Assistent: Storks), Note 2,5, blieb in einer intensiven Partie mit vielen Zweikämpfen ohne größeren Fehler. – ZUSCHAUER: 7919 – SPIELNOTE: 2,5, eine Partie mit vielen Chancen und Spannung bis zum Abpfiff, allerdings fußballerisch nicht auf höchstem Niveau. “ ANALYSE ES BERICHTEN Andreas Hunzinger und Frank Linkesch Berlin fehlt vorne die Durchschlagskraft schäftigte die Offensive die Fürther Viererkette mehr, kam näher an den Strafraum und zu Chancen. Dem Kleeblatt gelang mit zunehmender Spieldauer immer seltener konstruktive Entlastung, es hätte aber zehn Minuten vor Schluss das 3:0 machen müssen (Hrgota, Nielsen). Stattdessen wurde es nach Herthas Anschlusstor noch mal richtig eng. FÜRTH 3,04 26,25 120,4 Christiansen 12,45 62 Seguin HERTHA 4,00 26,73 121,3 Darida 13,45 99 Mittelstädt Ballbesitz 41 % 47 59 % 52 Gewonnene Zweikämpfe Foto: Matthias Koch Dem frühesten Treffer der Fürther Bundesligageschichte ließ Kapitän BRANIMIR HRGOTA einen verwandelten Elfmeter folgen. Zudem spielte er einige sehenswerte Steckpässe. Ansprechendes Debüt von Linde im Tor – Plötzlich heimstark: Daten: opta S P IE L ER D E S S P I EL S Ø-Note Ø-Alter Teamlaufleistung (km) Laufstärkster Spieler (km) Meiste Ballkontakte FÜRTH FAZIT: Fürth dominierte in der ersten Hälfte, zitterte sich am Ende gegen stärker werdende Herthaner zum dennoch nicht unverdienten Sieg. 47+53 41+59 Das Führungstor mit der ersten Aktion gab der SpVgg spürbar Sicherheit. Vor allem Dudziak und Hrgota streuten immer wieder kreative Momente ein, allerdings machte es ihnen die unsortierte Defensive der Korkut-Elf auch leicht. Berlin, gegen den Ball im 4-4-2, kombinierte sich hin und wieder ganz ansehnlich durchs Mittelfeld, ließ aber jede Durchschlagskraft im Sechzehner vermissen. Nach der Pause stellte Korkut auf ein 4-3-3 mit Tousart auf der Sechs sowie Richter und Jovetic auf den Flügeln um. Dadurch be- Der erste Heimsieg stand auf der Fürther Prioritätenliste vor der Saison weit oben, schließlich gelang beim ersten Bundesliga-Intermezzo kein einziger. Auch 2021/22 sah es lange Zeit schlecht aus. Aus den ersten sechs Partien im Ronhof holte die Mannschaft von Stefan Leitl nur ein Unentschieden, doch plötzlich flutscht es. Das 2:1 gegen Hertha bedeutete den dritten Dreier in den jüngsten fünf Heimspielen, dazu kommen zwei torlose Remis. Das Besondere dieses Mal: Nach zwei „Geistersiegen“ war es der erste Bundesliga-Heimerfolg vor Publikum. „Mich freut es für alle Fürther. Ich würde jetzt gerne durch die Gustavstraße fahren“, verwies Leitl auf die Feiermeile der Stadt. Der Aufschwung des Kleeblatts ist beachtlich, in der Rückrundentabelle bewegt es sich in der oberen Tabellenhälfte. Höchstwahrscheinlich werden die Fürther später im Saisonrückblick den Konjunktiv bemühen. Fakt ist: Hätte Fürth an den ersten 14 Spieltagen – als alles schiefging – sechs, sieben Punkte mehr als nur den einen geholt, würden die Franken im Abstiegskampf voll mitmischen und hätten alle Chancen auf ein weiteres Jahr Bundesliga.
14. FEBRUAR 2022 41 Gehöriger Redebedarf: Stürmer Stevan Jovetic diskutiert mit den Hertha-Fans über den nächsten Rückschlag. FRAGE DER WOCHE Steigt Hertha BSC ab? Stimmen Sie auf kicker.de ab. Situation annehmen, wie sie jetzt ist, und nicht an andere Sachen denken“. Zu denken gab Korkut in Fürth vor allem die Leistung in der ersten Halbzeit. „Das war von uns einfach zu wenig. Wir wollen eigentlich, dass wir nicht die Halbzeit brauchen, um in Schwung zu kommen“, sagte er. Wieder einmal gab Hertha zu Beginn einer Partie eine lethargische Figur ab, es wurde deutlich, dass Rückschläge wie das 0:1 das Team in den Grundfesten erschüttern. Dass man nach solch einen frühen Rückstand „zehn Minuten durchgeschüttelt wird, ist okay“, so Korkut, „aber es darf nicht über die ganze Halbzeit gehen“. Insgesamt bleibt Hertha weiter extrem störungsanfällig. Nachdem der Nachfolger von Pal Dardai sein Team nach dem 3:2-Heimsieg zum Hinrunden-Ausklang gegen Dortmund bereits auf dem Weg zur Gesundung und ins Tabellen-Mittelfeld wähnte, liegt der Patient Hertha BSC im neuen Jahr wieder auf der Intensivstation. Zwei magere Pünktchen aus fünf LigaPartien lautet die Ausbeute, hinzu kam das schmerzhafte Pokal-Aus im Derby gegen Union (2:3). Neun Zähler aus neun Partien hat Hertha unter Korkut verbucht, Dardai hatte 14 aus 13 Partien geholt. Ob der Trai- nerwechsel schon verpufft sei, wurde der Coach am Sonntag gefragt … „Ich halte nichts von Vergleichen“, sagte dieser, „ich kümmere mich um den Job, den ich jetzt habe. Wir haben noch ein Drittel der Saison zu spielen. Es sind noch genügend Spiele, um zu punkten.“ Die Hoffnung auf Besserung bezieht Korkut, der zur Festigung seiner Position auch Ergebnisse braucht und bei weiteren Pleiten in Bedrängnis geraten dürfte, daraus, „dass wir die Qualität haben, wir sie aber einfach sichtbarer machen und auf den Platz bekommen müssen“. Durch die Auftritte 2022, vor allem die Darbietung in Fürth, sowie die kommenden Aufgaben ist man jedoch nicht dazu angetan, in überbordenden Optimismus zu verfallen. Am Sonntag gastiert RB Leipzig im Olympiastadion, dann warten Freiburg (A), Frankfurt (H), Gladbach (A), Hoffenheim (H) und Leverkusen (A), ehe es erneut zum Derby kommt. Eine sorgenfreie Saison wollte Hertha spielen, nachdem zuvor nach dem Einstieg von Investor Lars Windhorst groß gedacht worden war, aber schon in der vorigen Spielzeit nur mit Müh und Not der Bestand gesichert wurde. Sorgenfrei ist längst vorbei. Vielmehr muss Hertha BSC eher Angst vor dem Totalschaden haben. Hrgota nun bester Fürther Bundesliga-Torschütze HE RTHA Aufschwung hält an Lichtblick im Dunkel Fürs Hätte kann sich der Aufsteiger nichts kaufen, einstweilen lebt er von vermehrten Erfolgserlebnissen, dem wachsenden Respekt in der Liga und dem Ärgern anderer Klubs wie aktuell der Hertha. Großen Anteil am Sieg gegen die Hauptstädter hatten zwei Schweden. Vorne traf Branimir Hrgota doppelt und setzte sich mit nun sieben Saisontreffern an die Spitze der ewigen Fürther Bundesliga-Torschützenliste. Im Tor wiederum feierte Andreas Linde (Foto) ein ansprechendes Debüt mit einigen Paraden sowie einer ruhigen Ausstrahlung. Mit dem Ball am Fuß offenbarte er allerdings Steigerungsbedarf. Dennoch dürfte die Rangfolge vor dem abgelösten Sascha Burchert erst einmal zementiert sein. Der Klassenerhalt bleibt bei neun Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz nahezu unerreichbar, immerhin besteht zarte Tuchfühlung zum VfB Stuttgart. Als Nächstes geht es zum FC Bayern. Frech und mutig nach nur zwei Niederlagen aus den jüngsten acht Partien? „Wir wollen es genießen und ein gutes Spiel zeigen. Mal gucken, was dabei rumkommt“, lässt sich Leitl nicht locken. Für flotte Sprüche sind er und seine Fürther nicht bekannt, für sehr wohl ansehnlichen und auch erfolgreichen Bundesligafußball dafür immer häufiger. B Talent Gechter trifft erstmals ereits im Hinspiel gegen Greuther Fürth hatte Linus Gechter (Foto) einspringen müssen. Am 17. September 2021 kam der 17 Jahre junge Innenverteidiger nach 27 Minuten für den verletzten Dedryck Boyata und half mit, Herthas 2:1-Sieg zu sichern. Als Vertreter kam Gechter auch im Rückspiel zum Einsatz. Nach Marc Oliver Kempfs positivem Corona-Test berief Trainer Tayfun Korkut das Talent zum zweiten Mal nach dem Heimspiel gegen den FC Bayern (1:4) am 23. Januar in die Startelf. Gechter rechtfer- tigte das Vertrauen. Und das nicht nur, weil er erstmals für die Profis traf. Der 1,90 Meter große Verteidiger agierte zwar bisweilen noch etwas naiv, bot aber insgesamt eine solide Leistung und erwies sich als Lichtblick im Dunkel. „Ich habe schon vor dem Spiel gesagt: Ich habe kein Problem damit, ihn spielen zu lassen“, lobte Korkut, „letztendlich hat er mich nicht enttäuscht.“ Anfang dieser Woche soll Kempf ins Training zurückkehren – und gegen RB Leipzig spielfähig sein. Aber Gechter hat sich als Alternative angeboten.
22. SPIELTAG BUNDESLIGA-SAISON 11. – 13. Februar 2022 RB Leipzig Eintracht Frankfurt Mönchengladbach Adams 16/9 –/– 3,96 Angelino 19/18 1/3 3,42 Bonnah 1/– –/– – Dani Olmo 8/4 1/1 2,80 Forsberg 19/11 4/– 3,00 Gulacsi 21/21 –/– 2,83 Gvardiol 21/20 2/2 3,17 Haidara 15/11 2/1 3,29 Henrichs 13/7 1/2 3,88 Kampl 19/17 –/1 3,50 Klostermann 15/13 –/1 3,21 Laimer 15/8 1/2 3,28 Martinez 1/1 –/– 4,00 Mukiele 19/12 1/1 3,85 Nkunku 22/21 11/9 2,93 Novoa 5/1 1/– 3,50 Orban 18/18 1/1 3,19 Poulsen 15/7 4/1 2,72 Raebiger 1/– –/– – Silva 22/17 9/4 3,83 Simakan 19/14 –/– 3,22 Szoboszlai 19/11 4/5 3,73 Nicht mehr im Verein Brobbey 9/1 –/2 5,00 Hwang 2/– –/– – Ilaix Moriba 2/– –/– – Sabitzer 2/– –/– – Wosz 1/– –/– – 27 Spieler 43/36 3,32 Noch nicht eingesetzt Halstenberg, Klefisch, Tschauner Beste Zweikampfquote Mohamed Simakan 67,3 % Beste Passquote Kevin Kampl 91,6 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Josko Gvardiol 91 Der Trend der letzten Spiele Ache 10/– –/1 – Barkok 4/1 –/– 4,25 Borré 22/20 6/5 3,81 Chandler 12/11 –/– 3,95 da Costa 8/5 –/– 4,25 Durm 7/7 –/1 4,17 Hasebe 13/9 –/– 3,55 Hauge 14/5 2/1 4,14 Hinteregger 19/17 1/1 3,74 Hrustic 13/5 2/– 3,36 Ilsanker 8/2 –/– 4,00 Jakic 16/13 1/– 3,54 Kamada 20/17 2/1 3,78 Knauff 2/– –/– – Kostic 19/17 3/7 3,11 Lammers 9/4 1/– 4,50 Lenz 8/5 –/1 3,67 Lindström 20/17 4/3 3,58 Ndicka 20/20 3/2 3,30 Paciencia 11/1 2/1 2,50 Ramaj 1/1 –/– 4,00 Rode 11/5 1/– 3,14 Sow 21/21 2/3 3,33 Toure 8/4 –/– 4,42 Trapp 21/21 –/– 2,88 Tuta 14/14 2/– 3,54 26 Spieler 32/27 3,57 Noch nicht eingesetzt Foti, Grahl, Herrero, Schäfer, Schröder Beste Zweikampfquote Evan Ndicka 61,0 % Beste Passquote Evan Ndicka 83,8 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Evan Ndicka 71 Der Trend der letzten Spiele Benes 10/2 –/1 3,83 Bennetts 4/– –/– – Bensebaini 13/12 3/2 3,88 Beyer 8/6 –/– 3,58 Elvedi 19/19 1/– 3,89 Embolo 17/14 2/2 3,86 Friedrich 4/4 –/– 3,88 Ginter 19/19 –/– 3,42 Herrmann 18/5 –/4 3,61 Hofmann 17/16 8/2 3,25 Jantschke 3/3 –/– 3,50 Koné 16/16 2/1 3,56 Kramer 9/5 –/– 3,92 Lainer 10/9 1/– 3,67 Netz 16/11 –/2 3,95 Neuhaus 17/12 4/1 3,68 Noß 1/– –/– – Plea 21/13 4/2 3,79 Scally 20/17 1/2 3,85 Sommer 22/22 –/1 2,75 Stindl 18/16 2/4 3,94 Thuram 14/4 –/– 4,88 Nicht mehr im Verein Müsel 1/– –/– – Wolf 7/2 –/– 4,40 Zakaria 16/15 2/1 3,47 25 Spieler 30/25 3,65 Noch nicht eingesetzt Doucouré, Kersken, Olschowsky, Sippel Beste Zweikampfquote Matthias Ginter 66,0 % Beste Passquote Nico Elvedi 91,9 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Matthias Ginter 83 Der Trend der letzten Spiele Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note S 5 S 5 S 5 N 5 U 5 N 5 S 5 N 5 Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note N 5 N 5 U 5 S 5 N 5 N 5 U 5 S 5 SC Freiburg Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note Demirovic 20/4 1/2 3,50 Eggestein 20/15 1/1 3,41 Flekken 20/20 –/– 2,73 Grifo 22/21 4/9 3,02 Gulde 14/9 –/– 3,32 Günter 22/22 –/6 3,11 Haberer 18/4 2/– 3,67 Höfler 20/20 2/3 3,13 Höler 22/22 4/3 3,16 Jeong 22/17 4/– 3,79 Keitel 12/5 –/– 3,50 Kübler 20/19 1/– 3,66 Lienhart 22/22 4/– 3,16 Petersen 11/– 2/– – Sallai 19/8 1/2 3,65 Schade 19/7 3/1 3,14 K. Schlotterbeck 7/2 –/– 4,00 N. Schlotterbeck 20/20 2/– 2,58 Schmid 3/2 –/– 3,50 Sildillia 3/1 –/– 3,00 Uphoff 2/2 –/– 4,50 Weißhaupt 4/– –/1 – Nicht mehr im Verein Heintz 1/– –/– – Santamaria 1/– –/– – 24 Spieler 31/28 3,23 Noch nicht eingesetzt Atubolu, Burkart, Ezekwem, Siquet Beste Zweikampfquote Nico Schlotterbeck 65,1 % Beste Passquote Philipp Lienhart 85,4 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Nico Schlotterbeck 71 Der Trend der letzten Spiele N 5 U 5 S 5 U 5 N 5 S 5 N 5 U 5 1. FC Köln Note Andersson 20/9 2/1 4,15 Duda 22/17 2/– 4,17 Ehizibue 10/2 –/1 4,00 Hector 20/20 –/4 3,20 J. Horn 5/– –/– 3,50 T. Horn 12/12 –/– 2,92 Hübers 10/10 1/– 3,35 Kainz 21/20 2/5 3,48 Kilian 18/13 –/– 3,60 Lemperle 5/– 2/– – Ljubicic 19/15 1/– 3,19 Modeste 21/21 14/1 2,88 Ostrak 4/– –/1 – Özcan 20/16 2/1 3,19 Schaub 19/5 1/2 4,17 Schindler 11/1 –/3 3,75 Schmitz 21/21 –/4 3,29 Schwäbe 10/10 –/– 2,70 Skhiri 11/9 3/– 2,94 Thielmann 19/7 1/2 3,55 Uth 19/13 3/3 3,14 Nicht mehr im Verein Czichos 17/16 –/1 3,28 Jorge Meré 8/5 –/– 3,64 Katterbach 1/– –/– – 24 Spieler 34/29 3,36 Noch nicht eingesetzt Arrey-Mbi, Chabot, Hauptmann, Obuz, Urbig Beste Zweikampfquote Jonas Hector 57,5 % Beste Passquote Salih Özcan 84,1 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Benno Schmitz 73 Der Trend der letzten Spiele N 5 S 5 S 5 S 5 N 5 U 5 S 5 N 5 Note Antwi-Adjei 19/9 1/2 3,78 Asano 16/11 1/1 4,27 Bella Kotchap 13/11 –/– 3,59 Blum 7/2 2/– 3,00 Bockhorn 12/3 –/– 3,93 Bonga 1/– –/– – Danilo Soares 21/21 –/– 3,36 Decarli 1/– –/– – Esser 2/2 –/– 3,00 Gamboa 13/10 1/– 3,35 Holtmann 18/16 4/6 3,71 Lampropoulos 13/13 –/– 4,12 Leitsch 10/8 –/– 3,25 Locadia 4/3 1/2 3,00 Losilla 21/21 1/– 3,38 Löwen 15/11 –/3 3,96 Masovic 14/12 –/– 3,54 Osterhage 6/2 –/2 3,50 Pantovic 19/11 3/1 4,12 Polter 21/17 7/1 4,03 Rexhbecaj 22/21 –/– 3,93 Riemann 20/20 –/– 2,80 Stafylidis 17/10 –/1 3,38 Tesche 9/4 –/– 5,00 Zoller 4/4 2/1 3,13 Nicht mehr im Verein Ganvoula 9/– –/– 5,00 Novothny 6/– 1/– – 27 Spieler 24/20 3,64 Noch nicht eingesetzt Ernst, Grave, Hartwig, Weilandt Beste Zweikampfquote Danilo Soares 62,6 % Beste Passquote Vasilios Lampropoulos 81,5 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Danilo Soares 78 Der Trend der letzten Spiele U 5 N 5 N 5 S 5 N 5 U 5 U 5 S 5 S 5 U 5 N 5 S 5 S 5 S 5 N 5 S 5 Spiele/ Tore/ von Beginn Assists VfL Bochum Spiele/ Tore/ von Beginn Assists VfL Wolfsburg Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note Arnold 22/22 2/– 3,70 Baku 22/19 2/2 3,75 Bialek 3/– –/– – Bornauw 17/14 –/– 3,73 Brooks 19/17 –/1 3,61 Casteels 20/20 –/– 3,13 Gerhardt 16/11 –/1 3,96 Kruse 2/2 1/1 3,50 Lacroix 19/19 –/– 3,47 Lukebakio 16/7 1/3 4,15 Mbabu 16/10 –/– 4,00 F. Nmecha 10/1 –/– 4,25 L. Nmecha 15/10 6/– 3,64 Paulo Otavio 7/5 –/1 3,40 Pervan 2/2 –/– 4,00 Philipp 16/9 1/2 4,08 Roussillon 17/11 1/– 3,71 Schlager 3/3 –/1 3,00 Steffen 16/12 –/3 4,12 van de Ven 2/– –/– 3,00 Vranckx 13/10 2/– 3,75 Waldschmidt 13/9 1/2 4,50 Wind 2/2 –/– 4,25 Nicht mehr im Verein Brekalo 1/– –/1 – Ginczek 2/– –/– – Guilavogui 15/10 –/– 3,64 Marmoush 2/– –/– – Mehmedi 1/– –/– – Weghorst 18/17 6/1 4,00 29 Spieler 23/19 3,76 Noch nicht eingesetzt Garcia MacNulty, Klinger, Paredes, William Beste Zweikampfquote John Anthony Brooks 64,5 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten John Anthony Brooks 75 Der Trend der letzten Spiele 55555555 N N N N U N S S FC Augsburg 1. FSV Mainz 05 Bayern München Caligiuri 18/14 2/2 4,07 Dorsch 19/17 1/– 3,75 Finnbogason 5/2 2/1 4,00 Framberger 15/8 –/– 4,11 Gikiewicz 22/22 –/– 3,23 Gouweleeuw 17/17 1/– 3,94 Gregoritsch 15/7 5/1 3,61 Gruezo 7/3 –/– 4,40 Gumny 20/20 –/– 4,30 Günther 2/– –/– 4,00 Hahn 21/17 3/1 4,06 Iago 17/16 1/3 3,69 Jensen 12/2 –/1 4,20 Maier 18/13 1/3 3,77 Moravek 10/5 –/– 4,33 Niederlechner 16/7 3/2 4,25 Oxford 18/18 2/– 3,44 Pedersen 20/9 1/– 3,92 Pepi 4/2 –/– 4,33 Sarenren Bazee 11/– –/– – Strobl 5/4 –/– 4,20 Uduokhai 7/5 –/– 4,00 Vargas 20/19 –/4 4,08 Winther 2/2 –/– 4,00 Zeqiri 17/11 2/2 4,18 Nicht mehr im Verein Cordova 13/2 –/– 4,67 26 Spieler 24/20 3,92 Noch nicht eingesetzt Civeja, Klein, Koubek Beste Zweikampfquote Reece Oxford 62,5 % Beste Passquote Niklas Dorsch 85,1 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Iago 67 Der Trend der letzten Spiele Aaron 18/16 –/1 3,59 Barreiro 22/16 –/1 3,74 Bell 21/21 1/– 3,40 Boetius 21/12 1/3 3,64 Brosinski 7/3 –/– 3,67 Burgzorg 1/– –/– – Burkardt 22/21 7/3 3,24 Fürstner 1/– –/– – Hack 18/15 3/– 3,31 Ingvartsen 14/2 2/– 4,00 Kohr 12/10 –/2 3,45 Lee 20/15 4/2 3,40 Lucoqui 9/6 1/– 3,75 Nebel 8/2 –/1 4,00 Nemeth 5/2 –/– 4,00 Niakhaté 18/17 2/– 3,21 Onisiwo 20/18 3/8 3,39 Papela 2/– –/– – Rösch 1/– –/– – St. Juste 8/7 1/– 3,36 Stach 18/10 1/2 3,36 Stöger 14/– 1/1 3,50 Szalai 12/2 1/– 3,67 Tauer 5/3 –/– 3,83 Widmer 22/22 2/3 3,59 Zentner 22/22 –/– 2,91 Nicht mehr im Verein Kilian 1/– –/– – 27 Spieler 30/27 3,43 Noch nicht eingesetzt Bobzien, Dahmen, Rieß Beste Zweikampfquote Alexander Hack 62,4 % Beste Passquote Moussa Niakhaté 77,2 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Moussa Niakhaté 68 Der Trend der letzten Spiele Choupo-Moting 10/– 3/– 2,50 Coman 13/9 4/3 2,75 Copado 1/– –/– – Davies 16/15 –/4 2,94 Gnabry 22/16 10/6 3,22 Goretzka 12/12 2/2 2,83 Hernandez 17/17 –/– 3,32 Kimmich 16/16 3/6 2,97 Lewandowski 22/22 26/2 2,43 Müller 22/22 7/18 2,73 Musiala 20/7 3/4 2,64 Neuer 20/20 –/– 2,88 Nianzou 11/1 –/1 3,25 Pavard 15/14 –/1 3,75 O. Richards 8/2 –/– 3,83 Roca 5/4 –/– 3,13 Sabitzer 14/4 –/– 4,00 Sané 21/17 6/7 3,00 Sarr 4/– –/– – Stanisic 8/4 –/– 3,33 Süle 20/15 –/1 3,06 Tillman 4/1 –/– 5,00 Tolisso 11/7 2/1 3,25 Ulreich 2/2 –/– 4,00 Upamecano 18/15 1/4 3,50 Wanner 3/– –/– – Nicht mehr im Verein Cuisance 1/– –/– – C. Richards 1/– –/– – 28 Spieler 67/60 3,06 Noch nicht eingesetzt Früchtl, Vidovic Beste Zweikampfquote Niklas Süle 69,3 % Beste Passquote Lucas Hernandez 90,5 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Joshua Kimmich 106 Der Trend der letzten Spiele Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note S 5 U 5 U 5 N 5 U 5 N 5 S 5 N 5 Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note N 5 S 5 N 5 N 5 S 5 N 5 S 5 U 5 Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note S 5 S 5 S 5 N 5 S 5 S 5 S 5 N 5
14. FEBRUAR 2022 2021/22 Alle Spieler, alle Tore, alle Noten Bayer Leverkusen 1. FC Union Berlin TSG Hoffenheim Adli 20/10 3/3 3,77 Alario 15/1 1/– 5,50 Andrich 18/14 4/4 3,11 Aranguiz 14/8 1/1 3,13 Bakker 15/13 1/3 3,54 Baumgartlinger 2/– –/– – Bellarabi 13/7 2/4 3,29 Bravo 1/– –/– – Demirbay 21/17 1/4 3,42 Diaby 20/20 10/7 2,98 Fosu-Mensah 4/– –/– 3,50 Frimpong 21/21 1/6 3,26 Grill 1/1 –/– 2,50 Hincapie 16/13 1/1 3,29 Hradecky 21/21 –/– 2,93 Kossounou 16/11 –/1 3,77 Palacios 13/8 –/1 3,50 Paulinho 13/6 –/1 3,86 Schick 19/19 19/4 2,89 Sertdemir 3/– –/– – Sinkgraven 6/2 –/– 3,50 Tah 21/21 2/3 3,12 Tapsoba 10/8 1/– 3,94 Wirtz 20/18 7/10 2,75 Nicht mehr im Verein Amiri 13/3 1/– 4,33 Pohjanpalo 2/– –/– – Retsos 4/– –/– – 27 Spieler 55/53 3,27 Noch nicht eingesetzt Azmoun, Lomb, Lunev Beste Zweikampfquote Jonathan Tah 63,1 % Beste Passquote Jonathan Tah 87,6 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Kerem Demirbay 80 Der Trend der letzten Spiele Awoniyi 19/18 9/1 3,36 Baumgartl 17/17 1/1 3,41 Becker 16/10 1/2 3,82 Behrens 18/2 1/4 3,38 Endo 3/– –/– – Gießelmann 19/18 3/5 3,56 Haraguchi 21/14 –/4 3,93 Heintz 2/2 –/– 4,00 Jaeckel 14/12 –/– 3,58 Khedira 20/20 –/– 3,73 Knoche 22/22 –/– 3,57 Luthe 21/21 –/– 3,12 Michel 2/1 –/– 4,00 Möhwald 10/1 –/– 4,00 Oczipka 8/4 –/1 3,40 Öztunali 14/5 –/– 4,21 Prömel 18/17 4/1 3,41 Rönnow 1/1 –/– 3,50 Ryerson 18/7 2/– 3,44 Schäfer 1/– –/– – Trimmel 16/15 1/– 3,63 Ujah 1/– –/– – Voglsammer 21/4 2/1 3,80 Nicht mehr im Verein Friedrich 13/13 –/– 3,38 Griesbeck 1/– –/– – Ingvartsen 2/2 –/– 4,25 Kruse 16/16 5/6 2,97 Teuchert 6/– –/– 4,00 28 Spieler 29/26 3,52 Noch nicht eingesetzt Abdullahi, Busk, Dehl Beste Zweikampfquote Timo Baumgartl 62,5 % Beste Passquote Robin Knoche 81,4 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Christopher Trimmel 67 Der Trend der letzten Spiele Akpoguma 17/13 2/3 3,46 Asllani 2/– –/– – Baumann 21/21 –/– 2,81 Baumgartner 18/12 3/– 3,46 Bebou 18/17 7/5 3,50 Bruun Larsen 14/6 3/– 3,92 Dabbur 17/12 3/5 3,33 Geiger 16/15 2/2 3,30 Grillitsch 14/12 –/– 3,08 Hübner 3/3 1/– 3,00 John 1/– –/– 2,50 Kaderabek 10/6 1/1 3,31 Kramaric 20/18 3/7 3,21 Nordtveit 6/– –/– – Pentke 1/1 –/– 3,00 Posch 18/16 1/– 3,66 Raum 21/20 2/7 3,17 Richards 16/11 1/1 3,50 Rudy 14/7 2/– 3,75 Rutter 22/7 6/4 3,04 Samassekou 14/11 2/1 3,45 Skov 6/2 –/2 3,50 Stiller 16/9 1/2 3,33 Vogt 20/20 –/2 3,03 Nicht mehr im Verein Adamyan 13/2 1/– 3,75 Gacinovic 4/1 –/– 4,00 26 Spieler 41/42 3,30 Noch nicht eingesetzt Adams, Bicakcic, Bischof, Che, Philipp Beste Zweikampfquote Florian Grillitsch 64,3 % Beste Passquote Florian Grillitsch 89,0 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Kevin Vogt 86 Der Trend der letzten Spiele vor 16 Foto: imago images Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Am 22. Spieltag Jahren Ein Ritt auf der Rasierklinge Nach etwa 25 Minuten stellt Dortmund am 22. Spieltag 2005/06 beim Heimspiel gegen Werder die Taktik um und befreit sich besser aus dem Bremer Pressing. Fortwährend versucht der Gastgeber, den SVW nun mit langen Steilpässen in Verlegenheit zu bringen. Das klappt nicht immer: 21mal läuft der BVB ins Abseits – bis heute Höchstwert seit der Datenerfassung 2005/06. Greuther Fürth Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note Abiama 17/5 –/1 4,50 Asta 5/3 –/– 4,83 Barry 8/1 –/– 6,00 Bauer 18/13 –/– 4,18 Burchert 13/13 –/– 3,35 Christiansen 18/13 –/– 3,94 Dudziak 17/12 2/3 3,75 Funk 8/8 –/– 4,06 Green 13/8 –/– 4,38 Griesbeck 19/18 –/– 4,17 Hrgota 22/21 7/4 3,90 Itter 13/6 –/– 4,42 Jung 1/1 –/– 6,00 Leweling 22/13 4/2 3,61 Linde 1/1 –/– 2,50 Meyerhöfer 20/19 1/– 4,10 Nielsen 18/11 2/– 4,29 Pululu 2/– –/– – Raschl 1/– –/– – Seguin 20/19 –/3 4,10 Tillman 17/12 1/3 3,81 Viergever 12/12 –/– 3,83 Willems 17/15 –/– 4,00 Nicht mehr im Verein Fein 3/– –/– – Hoogma 3/3 –/– 4,33 Itten 12/7 2/– 4,50 Sarpei 8/7 –/– 4,50 Seufert 4/1 –/– 5,50 28 Spieler 19/16 4,05 Noch nicht eingesetzt Kehr, Kratzer, Ngankam, Schaffran, Schulz, Torlak Beste Zweikampfquote Marco Meyerhöfer 61,2 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Marco Meyerhöfer 64 Der Trend der letzten Spiele 55555555 S N U U U S N S Doch bricht die Offensive auch ein ums andere Mal durch, scheitert aber entweder an TIM WIESE oder dem eigenen Unvermögen und verliert letztlich 0:1. Nicht nur Johan Micoud übt anschließend Kritik an der „Abseits-Orgie“ seiner Defensive, auch Trainer Thomas Schaaf mahnt ein „risikoloseres Spiel“ an – auch wenn der Mut zumindest an diesem Spieltag belohnt wurde. Hertha BSC Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note 43 Note N 5 U 5 N 5 U 5 S 5 S 5 S 5 S 5 VfB Stuttgart Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note S 5 U 5 U 5 S 5 N 5 N 5 N 5 S 5 N 5 U 5 S 5 U 5 S 5 S 5 N 5 N 5 Borussia Dortmund Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note Ascacibar 18/17 –/– 4,11 Belfodil 16/11 2/3 3,93 Björkan 3/– –/– 4,50 Boateng 12/4 –/– 4,80 Boyata 13/12 –/– 4,05 M. Dardai 8/8 –/1 4,44 Darida 16/15 1/5 3,93 Ekkelenkamp 16/5 3/– 3,88 Gechter 6/2 1/– 3,50 Jovetic 13/9 5/2 3,25 Kempf 1/1 –/– 3,50 Klünter 5/2 –/– 4,00 Lee 2/– –/– 4,00 Maolida 12/8 1/1 4,41 Mittelstädt 15/13 –/3 3,93 Pekarik 15/14 –/– 3,73 Plattenhardt 15/13 –/– 4,14 Richter 21/13 5/1 3,94 Schwolow 22/22 –/– 3,45 Selke 15/5 1/– 4,79 Serdar 19/18 2/– 3,75 Stark 20/19 –/– 3,76 Tousart 18/10 –/– 4,70 Nicht mehr im Verein Dilrosun 2/1 –/– 5,25 Jastrzembski 8/1 –/– 3,88 Lukebakio 3/2 1/1 4,00 Matheus Cunha 1/1 –/1 4,00 Piatek 9/4 1/1 4,20 Torunarigha 7/6 –/1 3,42 Zeefuik 11/6 –/– 4,78 30 Spieler 23/20 3,99 Noch nicht eingesetzt Christensen, Jarstein, Körber, Lotka, Michelbrink, Nsona, Werthmüller Beste Zweikampfquote Niklas Stark 66,9 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Maximilian Mittelstädt 70 Der Trend der letzten Spiele Ahamada 3/– –/– 4,00 Anton 18/18 1/1 3,61 Beyaz 4/– –/– – Bredlow 4/4 –/– 3,13 Coulibaly 15/11 –/3 4,17 Didavi 10/2 –/1 3,83 Egloff 3/– –/– – Endo 22/22 1/2 3,73 Faghir 6/– 1/– 2,50 Förster 14/11 2/1 4,00 Führich 13/10 1/1 3,50 Ito 18/16 1/– 3,81 Kalajdzic 5/4 1/– 3,88 Karazor 14/13 –/1 3,88 Klimowicz 15/7 –/1 4,29 Mangala 18/16 1/3 3,56 Marmoush 10/10 2/3 3,90 Massimo 15/11 2/– 4,20 Mavropanos 19/19 4/1 3,68 Millot 2/– –/– – Mola 3/1 –/– 4,50 Müller 18/18 –/– 3,22 Nartey 8/4 –/– 4,13 Sankoh 1/– –/– – Silas 8/2 –/– 4,00 Sosa 18/18 1/4 3,67 Stenzel 8/2 –/– 4,00 Thommy 3/– –/– 4,00 Tiago Tomas 2/1 2/– 2,00 Tibidi 9/2 –/1 3,90 Nicht mehr im Verein Al Ghaddioui 10/7 2/2 4,44 Kempf 12/10 3/– 3,85 Klement 6/3 1/– 3,88 Maglica 1/– –/– – 34 Spieler 26/25 3,78 Noch nicht eingesetzt Meyer, Schock Beste Zweikampfquote Konstantinos Mavropanos 66,5 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Hiroki Ito 86 Der Trend der letzten Spiele S 5 N 5 S 5 N 5 U 5 N 5 U 5 N 5 U 5 S 5 N 5 S 5 S 5 S 5 N 5 S S 5 N 5 N 5 U 5 N 5 N 5 N 5 N 5 5 Akanji 18/17 –/– 3,03 Bellingham 20/20 3/6 3,00 Brandt 19/16 5/7 3,31 Can 13/8 2/– 3,38 Dahoud 16/15 2/3 3,41 Guerreiro 14/12 4/2 3,88 Haaland 14/13 16/6 2,77 Hazard 16/7 3/1 3,95 Hitz 2/1 –/– 3,50 Hummels 18/16 1/1 3,25 Kobel 21/21 –/– 2,98 Malen 21/16 3/7 3,86 Maloney 1/– –/– – Meunier 17/17 2/4 3,35 Moukoko 9/1 –/2 5,00 Papadopoulos 1/– –/– – Passlack 4/2 –/1 4,25 Pongracic 10/6 –/– 3,75 Reinier 7/– –/– – Reus 21/21 7/8 3,24 Reyna 4/3 2/– 3,17 Schulz 12/7 –/1 4,00 Tigges 9/– 3/– 2,50 Witsel 19/13 –/– 3,92 Wolf 15/6 –/– 3,93 Zagadou 8/4 –/– 3,70 Nicht mehr im Verein Delaney 1/– –/– – Knauff 5/– –/– 4,75 28 Spieler 53/49 3,41 Noch nicht eingesetzt Bürki, Collins, Coulibaly, Kamara, Morey, Schmelzer, Unbehaun Beste Zweikampfquote Manuel Akanji 66,9 % Beste Passquote Axel Witsel 93,3 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Raphael Guerreiro 94 Der Trend der letzten Spiele Arminia Bielefeld Spiele/ Tore/ von Beginn Assists Note Andrade 11/7 –/– 3,75 Bello 2/– –/– – Brunner 21/21 –/1 3,24 Castro 5/1 1/– 4,00 de Medina 11/3 –/– 3,50 Fernandes 7/2 –/– 4,00 Hack 19/8 –/1 3,63 Kapino 1/1 –/– 3,00 Klos 20/13 3/1 3,82 Krüger 19/9 –/2 3,89 Kunze 15/8 –/– 3,56 Lasme 17/5 2/– 4,07 Laursen 16/14 2/– 3,89 Nilsson 21/21 –/– 3,48 Okugawa 21/20 7/1 3,73 Ortega Moreno 21/21 –/– 2,81 Pieper 20/20 –/– 3,63 Prietl 18/16 –/2 3,56 Ramos 5/1 –/– 3,33 Schöpf 21/18 1/1 3,75 Serra 17/8 2/1 4,06 Vasiliadis 10/9 –/– 3,72 Wimmer 19/15 3/7 3,27 Nicht mehr im Verein Czyborra 4/1 –/– 4,50 van der Hoorn 1/– –/– – 25 Spieler 21/17 3,58 Noch nicht eingesetzt Cherny, Ince, Schulz Beste Zweikampfquote Amos Pieper 64,7 % Beste Passquote Alessandro Schöpf 80,1 % Meiste Ballkontakte pro 90 Minuten Cedric Brunner 61 Der Trend der letzten Spiele N 5 S 5 S 5 U 5 U 5 S 5 U 5 N 5
44 14. FEBRUAR 2022 KICKERKULISSE Notiert von Thomas Hiete DIE CORONA-PANDEMIE hat in der Bundesliga vieles verändert, so auch die Pressekonferenzen, die mancherorts digital stattfinden. So auch am Samstag in Freiburg im Anschluss an das 1:1 gegen Mainz. Als Radioreporter Frank Rischmüller per Video vermeintlich ein Handzeichen gab, um eine Frage loszuwerden, stellte dieser klar: „Ich stehe vor meinem Haus und habe meiner Frau zugewunken. Entschuldigung.“ Diese nahm Freiburg-Trainer Christian Streich (Foto) selbstredend an und winkte einfach zurück. ENTSPANNT AUSKLINGEN lassen konnte Christian Streich seinen Samstagabend dann nicht, was ihn aber auch nicht störte. Im Gegenteil: Der 56-Jährige sieht es als Privileg an, dass er am Sonntag in der Bundesversammlung saß und den Bundespräsidenten wählen durfte. Dabei wird der Freiburger Trainer, der im Nachtzug in die Hauptstadt reiste, so manchem bekannten Gesicht über den Weg gelaufen sein. Auch Bundestrainer Hansi Flick war nominiert worden, ebenso Bayerns Leon Goretzka. Frankfurts Präsident Peter Fischer (Foto) war bereits am Samstag in Berlin vor Ort – ohne jedoch auf das Spiel seiner Eintracht zu verzichten. Der 65-Jährige traf sich mit Exil-Eintrachtlern in der Kneipe „Zur Glühlampe“. Getrübt wurde die Freude über den Besuch des Bosses lediglich durch die 0:2-Niederlage gegen Wolfsburg. UM SIEG ODER NIEDERLAGE geht es Anfang März vor Gericht auch zwischen dem VfL Wolfsburg und Marin Pongracic. Der Kroate, aktuell an Dortmund verliehen, verklagt seinen Arbeitgeber, weil er der Meinung ist, dass ihm zustehende Prämien in Höhe von 250 000 Euro nicht ausgezahlt wurden. Im Sommer muss Pongracic dann zurück zum VfL, wo er noch bis 2024 unter Vertrag steht. Auf viele Freunde dürfte der 24-Jährige, der sich zuletzt bereits negativ über den Klub geäußert hatte, dann kaum treffen … Bei ihrer Rückkehr finden die Astronauten nach einer langen Fahrt wohl wieder die alte Fußballwelt vor V öllig losgelöst von der Basis schwebt die Bundesliga völlig schwerelos nach fast zwei Jahrzehnten ständigen Wachstums – und sucht jetzt einen Landeplatz auf der Erde. Nun, da die Luft dünn geworden ist für die Entrückten, setzt die Schnappatmung ein. Und die da unten atmen schwer durch. Wohl bereit zur Landehilfe, aber mehr denn je zuvor nur zu ihren Konditionen. Die da ganz einfach heißen: zurück zu dem, Rainer Franzke was den Fußball einmal ausgemacht hat. Andernfalls bleibt die Landebahn zu für Fußball-Astronauten. DIRK ZINGLER hat damals womöglich den Einstieg in das Raumschiff verpasst. Wahrscheinlicher ist, dass man den Präsidenten von Union Berlin nicht eingeladen hatte auf die große Reise. Die im Jahr 2004 begann, in dem Zingler zum Präsidenten des damaligen Regionalligaklubs gewählt worden war. Er war nicht dabei auf dem 15 Jahre dauernden Höhenflug mit ständig neuen Rekordumsätzen der Bundesliga von 1,28 Milliarden Euro im Jahr 2004 bis zu 4,02 Milliarden Euro am Ende der Saison 2018/19. Dank freundlicher Unterstützung der Medien, deren Zahlungen für die Übertragungen der Spiele in dieser Zeitspanne von 420 Millionen Euro auf 1,49 Milliarden Euro für alle Wettbewerbe allein der Bundesligavereine dem Raumschiff Schubkraft verliehen. Verfeuert wurden die Milliarden an Spieler, Manager und Berater. Grenzenlos im Universum. Was nun bei der Rückkehr auf die Erde, da der Treibstoff seit Ausbruch der Pandemie ein Stück weit ausgegangen ist und die Reservekanister in den 15 Jahren des Booms nicht gefüllt worden sind? Zingler, mit Union inzwischen in der Bundesliga angekommen, hat gute Empfehlungen für die Astronauten vor der erzwungenen Rückkehr auf die Erde, auf der er seit Jahren mit beiden Füßen steht: „Ich wiederhole es gerne: Der wichtigste Fußballfan ist der Stadionbesucher. Den müssen wir in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen. Ihn mit einem TikToker gleichzustellen, wird unseren Sport langfristig kaputt machen.“ DIE ASTRONAUTEN erfahren viele Ratschläge. Besonders häufig in den vergangenen Tagen. Samt und sonders hält Zingler nicht viel von den kursierenden Ideen. Er vertritt die Meinung, dass es „sehr wohl Dinge gibt, die wir für den deutschen Fußball grundsätzlich ausschließen sollten. Die Austragung des Supercups in Saudi-Arabien ist ein Beispiel dafür. Auch Playoffs um die Meisterschaft halte ich nicht für zielführend“. Fremd geworden sind die Weltraumfahrer vielen Fußballfans, und nicht nur jenen in den Kurven, während ihrer langen Fahrt über eineinhalb Jahrzehnte. In einem Jahr feiert die Bundesliga ihren 60. Geburtstag. Vor dem großen Fest sollte sie innehalten und sich erinnern, was sie so populär gemacht hatte in der alten Fußballwelt, bevor sie sich ein „Produkt“ nannte. Als die Spieler noch greifbar waren für den Fan nach Training und Spiel, als die Aktiven noch Meinung ohne Zensur von Pressestellen äußern durften usw., als es noch echte Typen gab …
14. FEBRUAR 2022 TOP-FAKTEN 22. DER LIGA 45 KOLUMNISTEN-KREIS SP I E LTAG Olaf Thon Weltmeister 1990 Bayern stellt sich dumm an, und Stuttgart steigt ab Überall eiskalt vom Punkt Nach verwandelten Elfern für Gladbach (7), Bremen (7) und Union (8) traf MAX KRUSE jetzt auch erstmals für Wolfsburg vom Punkt. Elfmetertore für vier verschiedene Klubs hatte zuvor nur Stefan Kuntz (Bochum/10, Uerdingen/1, Kaiserslautern/15 und Bielefeld/4) geschafft. Zum 16. Mal in der Bundesliga kassiert HERTHA ein Gegentor in der 1. Minute – diesmal in Fürth. Nur Kaiserslautern (18-mal) wurde innerhalb der ersten 60 Sekunden eines Spiels noch häufiger kalt erwischt. Fotos: iamgo images, Keller Das nennt man wohl effizient: drei Tore gegen den 1. FC Köln, gleichbedeutend mit drei Punkten – und das bei nur sechs Leipziger Torschüssen. Das ist in einem Heimspiel der niedrigste Wert für RB seit dem BundesligaAufstieg 2016. Bisherige „Tiefpunkte“ waren neun Torschüsse in der heimischen Arena, beide Male gegen Gladbach an einem 4. Spieltag (2016/17 beim 1:1 und 2017/18 beim 2:2). S Ku 1. Minute Runde Sache: ERMEDIN DEMIROVIC absolvierte sein 50. Bundesligaspiel für Freiburg. Das Besondere: Kein einziges Mal stand er 90 Minuten auf dem Platz (27 Einwechslungen, 23 Auswechslungen). Kein anderer Spieler hat so viele Einsätze auf dem Buckel, ohne je durchgespielt zu haben. nt z elbst bei einer 4:1-Pausenführung kann man sich vor allem als Aufsteiger eigentlich niemals sicher sein, dass man die drei Punkte gegen den FC Bayern bereits eingetütet hat. Ich hatte das Glück, am Samstag im Stadion an der Castroper Straße live dabei sein zu dürfen, und muss sagen, dass ich nach dem 4:1 keine Sekunde mehr an einem Sieg des VfL Bochum gezweifelt habe. Ich sah, wie Julian Nagelsmann versucht hat, Einfluss zu nehmen, ich erlebte aber auch, wie gut die Bochumer eingestellt waren. Ich fand die Spielführung der Münchener schlichtweg dumm – vor allem deshalb, weil sie den schnellen Bochumern gerade auf den Außenbahnen viel zu viel Raum gegeben haben. Dazu kamen die Traumtore des VfL. Es war in allen Belangen ein phänomenaler Auftritt. Für die Bayern, von denen ich übrigens glaube, dass sie mit Blick auf die Zukunft gerade intensiv am Erling-Haaland-Rad drehen, wird dieses 2:4 keine Folgen im Titelkampf haben, auch wenn Leverkusen aktuell nicht nur in einer Topverfassung ist, sondern darüber hinaus mit Florian Wirtz über ein tolles Talent verfügt. Diesen jungen Mann wird Bayer 04 nicht halten können. DIE BOCHUMER HABEN ein weiteres beachtliches Zeichen gesetzt, ein solches brauchen auch die Stuttgarter dringend. Wenn dem VfB das nicht in den nächsten drei, vier Spielen gelingt, bin ich sicher, dass er die Kurve nicht mehr bekommen wird. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass Stuttgart aufpassen muss, nicht noch von Fürth überholt zu werden. Die Schwaben bringen die spielerische Klasse zwar grundsätzlich mit, doch die Euphorie ist völlig weg – genau wie das Selbstvertrauen. Überaus spannend finde ich die Brisanz um den Relegationsplatz. Ich glaube, dass sich die Wolfsburger, denen mit der Verpflichtung von Max Kruse ein herausragender Schachzug gelungen ist, und die Gladbacher nun da unten rauskämpfen. Besonders für Hertha BSC wird das mit dem direkten Klassenverbleib aber noch eine haarige Angelegenheit. Der kicker-Kolumnisten-Kreis: Gerald Asamoah, Sergej Barbarez, Giuseppe Bergomi, Fredi Bobic, Marco Bode, Helen Breit, Didier Deschamps, Eduard Geyer, Thomas Helmer, Bernd Heynemann, Jürgen Kohler, Annike Krahn, Erik Meijer, Uli Stein, Joachim Streich, Olaf Thon, Rudi Völler
Bei TU R B I N E P OTS DA M sieht Trainer Sofian Chahed trotz der zwei Siege aus drei Spielen noch Optimierungsbedarf. Mittendrin, aber doch nicht so richtig dabei. So fühlt es sich derzeit für Sofian Chahed an. Der Trainer von Turbine Potsdam wurde vergangene Woche positiv auf COVID-19 getestet, befindet sich derzeit noch in häuslicher Quarantäne. „Ich hatte an den ersten zwei, drei Tagen Schnupfen. Es ist aber alles okay“, sagt der 38-Jährige. Der Turbine-Coach will sich an diesem Dienstag freitesten, um dann ab Donnerstag wieder gemeinsam mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen. Bis dahin ist sowieso trainingsfrei. Im Heimspiel zuletzt gegen Bayer Leverkusen wurde Chahed noch von seinem Co-Trainer Dirk Heinrichs vertreten, war aber vom heimischen Bildschirm aus in ständiger Kommunikation mit dem Funktionsteam. „Ich hatte TABELLE 1. Bayern München (M) 2. VfL Wolfsburg (P) 3. TSG Hoffenheim 4. Eintracht Frankfurt 5. Turbine Potsdam 6. Bayer Leverkusen 7. SC Freiburg 8. 1. FC Köln (N) 9. SGS Essen 10. Werder Bremen 11. Carl Zeiss Jena (N) 12. SC Sand 14. SPIELTAG SONNTAG, 27. FEBRUAR 14 13 14 14 14 14 14 14 14 14 14 13 48:8 36:9 38:17 30:15 36:21 24:28 19:23 16:28 18:22 6:34 5:47 3:27 34 32 31 28 27 20 17 16 12 11 5 2 NACHHOLSPIEL 14.00 UHR Sand (0:4) Wolfsburg 15. SPIELTAG FREITAG, 4. MÄRZ 19.15 UHR SAMSTAG, 5. MÄRZ 13.00 UHR SONNTAG, 6. MÄRZ 13.00 UHR SONNTAG, 6. MÄRZ 16.00 UHR Leverkusen (3:0) Bremen Frankfurt (1:2) Hoffenheim Wolfsburg (2:2) Freiburg Jena (0:0) Sand München (6:0) Köln Essen (2:3) Potsdam Kontakt zum Physiotherapeuten und habe auch in der Halbzeit mit Dirk telefoniert“, sagt Chahed und ergänzt: „Ich habe schon extrem am Bildschirm mitgefiebert.“ Immerhin glich die Partie 21 Gegentreffer in 14 Partien: Die Abwehr ist die Schwachstelle. aus Sicht von Turbine einer Berg- und Talfahrt. Nach einem 0:2-Rückstand drehte Potsdam noch das Spiel und gewann am Ende mit 4:2 – der zweite Dreier in diesem Jahr. „Es war ein B UND ESL IG A Seit Juli 2020 im Amt: Für Sofian Chahed ist Potsdam die erste Station als Chefcoach eines Profiteams. Foto: picture-alliance FRAUEN Führungstor als großer Wunsch Mentalitätssieg. Ich würde mir aber wünschen, dass wir selbst mal in Führung gehen“, sagt der Ex-Profi, der für Hannover 96 und Hertha BSC 152 Partien in der Bundesliga absolvierte. Chahed, seit Juli 2020 im Amt, bemängelt vor allem die Abwehrarbeit seines Teams: „Wir bekommen viel zu einfach die Gegentore.“ Im Vergleich des Spitzenquintetts hat Turbine die schwächste Defensive, kassierte in 14 Partien schon 21 Gegentreffer. Das ist eine Quote von 1,5 pro Spiel. Immerhin: Nur gegen den VfL Wolfsburg gab es in dieser Saison bislang zwei 0:3-Niederlagen, gegen alle anderen Teams der Top 5 spielte Turbine Potsdam Unentschieden. Daran soll nun in der anstehenden Länderspielpause gearbeitet werden, ehe es für Turbine am 2. März mit dem Viertelfinale im DFB-Pokal beim SV HenstedtUlzburg, dem Tabellenletzten der 2. Liga, weitergeht. Das Ziel ist klar: Der Traditionsverein will erstmals seit 2018 wieder ins Halbfinale des nationalen Cup-Wettbewerbs einziehen. MATTHIAS SCHÜTT Bayern nutzt die Wolfsburger Zwangspause Scheuer „reichen die drei Punkte“ F ür den stark abstiegsbedrohten SC Sand kommt es aktuell ganz dick: Nach zwei Niederlagen zum Jahresauftakt wurden nun laut einer Pressemeldung auch noch bei einem „Großteil der Spielerinnen und der Staff-Mitglieder inklusive Trainer Alexander Fischinger“ positive Corona-Befunde gestellt. Die für vergangenen Sonntag angesetzte Partie gegen den VfL Wolfsburg wurde entsprechend auf den 27. Februar verschoben. Zugleich überholte der FC Carl Zeiss Jena den SC durch seinen ersten Saisonsieg in Bremen (2:0), sodass sich Sand erst einmal auf dem letzten Tabellenplatz wiederfindet. Die Wolfsburger Untätigkeit wusste der FC Bayern München indes gut zu nutzen. Durch einen 3:0-Sieg gegen den ebenfalls von mehreren Corona-Fällen gebeutelten SC Freiburg sind die Münchnerinnen in der Tabelle am VfL vorbei auf Platz 1 gezogen. „Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht“, lobte Bayerns Trainer Jens Scheuer. „Ich bin trotzdem nicht ganz zufrieden, weil wir viele Ballgewinne im letzten Drittel hatten, der letzte Pass aber nicht sauber genug gespielt wurde, sodass wir keine weiteren Torchancen generieren konnten. Aber das haben wir uns dann für andere Gegner aufgehoben. Mir reichen hier die drei Punkte.“ Auch die TSG Hoffenheim hat mit ihrem 2:1-Sieg gegen die SGS Essen im Kampf um die vorderen Plätze Boden gutgemacht. Das 1:0 erzielte dabei Jana Feldkamp, die im Sommer von Essen zur TSG gewechselt war. Wirklich zufrieden war aber auch Hoffenheims Trainer Gabor Gallai nicht: „Wir freuen uns über das Ergebnis, sind mit der Art und Weise aber nicht zufrieden. In der ersten Halbzeit hatten wir noch gute Ansätze, nach der Pause haben wir den Zugriff verloren.“ In den kommenden beiden Wochen steht die Länderspielpause auf dem Plan, in der die deutsche Nationalmannschaft beim Vier-Nationen-Turnier auf Spanien (17. Februar), Kanada (20.) und Gastgeber England (23.) trifft. Erst am 4. März geht es für die Spielerinnen zurück in den Bundesliga-Alltag. SUSANNE MÜLLER DIE STATISTIK DER SPIELE Potsdam – Leverkusen 4:2 (0:1) Tore: 0:1 Wieder (31.), 0:2 Nikolic (52.), 1:2 Orschmann (70.), 2:2 Chmielinski (73.), 3:2 Kössler (85.), 4:2 Ehegötz (90./+3) – Zuschauer: 821 Freiburg – Bayern München 0:3 (0:1) Tore: 0:1 Gwinn (28., FE), 0:2 Dallmann (53.), 0:3 Glas (61.) – Zuschauer: 1000 Hoffenheim – SGS Essen 2:1 (2:0) Tore: 1:0 Feldkamp (5.), 2:0 Linder (40.), 2:1 Laurier (67.) – Zuschauer: 305 1. FC Köln – Frankfurt 1:2 (1:2) Tore: 1:0 Zawistowska (17.), 1:1 Anyomi (34.), 1:2 Prasnikar (40.) – Zuschauer: 906 Bremen – Carl Zeiss Jena 0:2 (0:1) Tore: 0:1 Arnold (22.), 0:2 Walter (59.) – Zuschauer: 303

2. LIGA Rückschlag statt Verfolgungsjagd: Schalkes Auftritt in Düsseldorf lässt viele hängende Köpfe und nachdenkliche Gesichter zurück. Quittung für Königsblau Foto: picture-alliance Desolater Auftritt des gesamten Teams, der Trainer liegt mit einer Personalentscheidung daneben: So steigt SCHALKE 0 4 nicht auf. Werder Bremen, der Hamburger SV und der FC St. Pauli hatten mit ihren Siegen vorgelegt, die Königsblauen hielten diesem Druck aber nicht stand und stehen nach dem 1:2 bei Fortuna Düsseldorf mit Blick auf den Aufstiegskampf als größter Verlierer des Wochenendes da. Schalke 04, nach fünf ungeschlagenen Spielen in Serie zuletzt die Walze des Westens, bekam die Quittung für einen Auftritt, der von der ersten Minute an zu den uninspiriertesten dieser Saison zählte. Je länger die Begegnung dauerte, desto weniger konnte einen die Dominanz der Fortuna überraschen. Für die Personalüberraschung des Tages hatte Trainer Dimitrios Grammozis derweil vor dem Anpfiff gesorgt. Seine Personalentscheidungen sind seit mehreren Wochen mutig, bislang war der Trainer dafür belohnt worden, allen voran in Aue (5:0) und zuletzt gegen Regensburg (2:1 nach 0:1). Gegen Düsseldorf hat es Grammozis mit seinem Erfindungsreichtum aber übertrieben. Es wäre nicht fair, ihm allein die Niederlage anzukreiden, dafür war die Leistung des Teams in allen Mannschaftsteilen schlicht zu unterirdisch, allerdings ging Grammozis’ bemerkenswerter Plan auf der rechten Seite überhaupt nicht auf. Reinhold Ranftl war nach den AusQualität, sonst hätten wir ihn im Sommer fällen der verletzten Profis Mehmet Aynicht geholt. Wir haben ihn auf keinen Fall din und Andreas Vindheim der einzig abgeschrieben.“ verbliebene mutmaßliche Fachmann für Unter Berücksichtigung der mentadie rechte Außenbahn, schaffte es aber len Überforderung Ranftls gibt es an Gramnicht einmal in den Kader. Nicht, weil er mozis’ Entscheidung nichts zu kritisieren, ebenfalls verletzt oder zumindest angefragwürdig war jedoch der Lösungsansatz schlagen gewesen wäre. Der Österreicher, des Trainers, der im Zuge des Verzichts auf der im Sommer aus Linz kam und einen Ranftl nicht am System herumschraubte, bis 2024 gültigen Vertrag unterschrieben sondern bei der 3-5-2-Grundordnung blieb. hat, verkraftet wohl die mentale Belastung Anstelle von Ranftl spielte – Achtung – Manicht so gut, wie es nörius Bülter. Auch wenn tig wäre. „Der Druck hat Ranftl nicht im Kader, sich dieser mit seinen hier bei Schalke noch beiden Vorlagen gegen Torjäger Bülter spielt Regensburg für einen mal ein anderes Level“, sagt Grammozis. Ranftl als Rechtsverteidiger. Einsatz in Düsseldorf selbst hatte vor wenigen empfohlen hatte, muss Wochen offen zugegeman erst einmal darauf ben, dass er das möglicherweise etwas kommen, den zweitbesten Torjäger (6) des unterschätzt habe. Teams als Rechtsverteidiger einzusetzen, Bei Sky sagte der Trainer vor dem zumal Henning Matriciani, Malick Thiaw Anpfiff, dass es in den vergangenen Tagen und Darko Churlinov durchaus Notlösunein langes Gespräch zwischen ihm und gen für die frei gewordene Stelle gewesen Ranftl gegeben habe. Danach hätten beide wären. Thiaw übernahm zumindest den gemeinsam entschieden, dass Ranftl trotz Dreierketten-Platz von Salif Sané, der eine aller Not nicht zum Kader zählen wird. Belastungspause erhielt und erst eingeGrammozis: „Wir sind der Meinung, dass wechselt wurde, als es schon zu spät war. es das Beste ist. Er soll erst einmal den Am nächsten Spieltag legen die Kopf freikriegen, dann greift er ab Montag Schalker gegen Paderborn vor. Mal sehen, wieder an.“ Bereits im Vorfeld des Spiels ob sie die anderen Aufstiegskonkurrenten hatte Grammozis betont: „Reinhold hat unter Druck setzen können … TONI LIETO
14. FEBRUAR 2022 49 Thioune und der erste richtige Schritt Spiel trotz Rückstands gedreht: D Ü SS E L D O R F siegt mit dem neuen Coach 2:1 gegen den FC Schalke 04. Das Glück ist zurück in Düsseldorf. Mit Daniel Thioune an der Seitenlinie hat die Fortuna nicht nur nach 429 Minuten wieder einen Treffer erzielt. Die Mannschaft mit dem erneut überragenden Khaled Narey, der dieses Tor erzielte und noch den Siegtreffer für Rouwen Hennings auflegte, hat nach fünf Spielen ohne Punktgewinn beim erst zweiten Heimsieg in dieser Saison wieder einen Dreier eingefahren. „Es fühlt sich sehr gut an, wir wollten einfach all das vergessen, was war“, sagte Narey. „Wir wollten Gas geben und zeigen, was wir können. Und das ist uns gelungen.“ Dabei hatte alles so ausgesehen wie immer in dieser Spielzeit. Fortuna dominierte und kassierte kurz vor der Pause den Treffer zum 0:1-Rückstand gegen eine Mannschaft, die vielleicht drei oder vier gute Szenen in 94 Minuten hatte. Die Fortunen kämpften, ackerten und schmissen sich geradezu in die Zweikämpfe und nutzten aber diesmal die Schlafmützigkeit und Fehler des Gegners aus, was zuvor so selten gelungen war. „Deshalb zolle ich meiner Mannschaft großen Respekt, dass wir uns von dem Rückstand nicht haben umwerfen lassen“, sagte Narey. „Wir haben Fußball spielen, nicht verlernt, Tore schießen auch nicht. Deswegen können wir so auch nächste Woche gegen Aue gewinnen.“ Die Erleichterung war auch bei Rouwen Hennings deutlich zu spüren. „Wir haben uns nicht unterkriegen lassen und haben genauso nach der Pause weitergespielt und sind dafür belohnt wor- DARMSTA DT den“, sagte der Siegtorschütze, der es sehr hilfreich fand, dass seine Mannschaft so früh nach dem Seitenwechsel den Ausgleich erzielt hatte. Inhaltlich hatte es in der Pause wenig Änderungen bedurft, Thioune hatte nur die Stürmer „breiter gestellt“, um mehr Druck auf den Gegner und vor allem auf den schwachen Schalker Angreifer Marius Bülter auszuüben. „Niemand hatte gesagt, dass es leicht werden würde. Das frühe Tor zum Ausgleich nach der Pause hat uns aber sehr geholfen“, sagte Fortunas neuer Trainer. Es war nur ein kleiner Schritt auf dem richtigen Weg. „Dafür trage ich nach so kurzer Zeit noch nicht so große Verantwortung und habe nur einen kleinen Teil beigetragen. Ich kann nur der Mannschaft den Ball zuspielen und ihr ein großes Lob aussprechen“, so Thioune. „Sie hat vieles richtig gemacht.“ Das muss auch in der kommenden Woche so sein, erklärte der Trainer seiner Mannschaft noch direkt auf dem Platz in einem großen Kreis. „Noch haben wir nichts außer einem kleinen Schritt erreicht.“ NORBERT KRINGS Hart, aber fair: Düsseldorfs Matthias Zimmermann spitzelt Schalkes Palsson den Ball weg. Torschütze empfiehlt sich nachdrücklich für die Startelf und einen neuen Vertrag Foto: RHR-FOTO Seydel und das doppelte Bewerbungsschreiben Beim 0:5-Debakel gegen den HSV am vorvergangenen Sonntag war Aaron Seydel (Foto) ein Treffer wegen Abseits aberkannt worden. Auch nun beim 2:2-Unentschieden bei Hannover 96 wurde dem 26 Jahre alten Angreifer sein Tor zunächst abgepfiffen, ehe der VAR die hauchdünne Abseitsentscheidung zugunsten Seydels korrigierte. Für den ehemaligen U-21-Nationalspieler war es der dritte Treffer in dieser Saison. Damit empfiehlt er sich nachdrücklich für einen neuen Vertrag bei den Lilien. Das aktuelle Arbeitspapier läuft zum Saisonende aus. In den gut eineinhalb Jahren in Darmstadt hatten Verletzungen Seydel immer wieder zurückgeworfen. Vor allem eine Achillessehnen-OP setzte ihn rund ein halbes Jahr matt. Danach kam er nicht an den beiden Toptorjägern Phillip Tietz und Luca Pfeiffer vorbei und wurde vor allem als Joker eingesetzt – wie zuletzt auch gegen den HSV und nun in Hannover. Doch da sowohl Pfeiffer als auch Tietz seit nunmehr sechs Pflichtspielen nicht mehr getroffen haben, wird Seydel zunehmend auch zu einer Startelfoption. Sein Tor zum 2:2 gegen Hannover bescherte den Lilien einen Zähler nach einer schweren Woche. Erst musste die Mannschaft die Heimklatsche gegen den HSV verdauen, dann fielen zunächst Co-Trainer Ovid Hajou und am Samstag dann auch noch Chefcoach Torsten Lieberknecht wegen Corona aus. So betreute Kai-Peter Schmitz, sonst Athletiktrainer und für die Videoanalyse zuständig, zum zweiten Mal in seiner Karriere die Lilien in einem Zweitligaspiel. Beim ersten Spiel im Februar 2019 in der Übergangszeit nach der Trennung vom damaligen Cheftrainer Dirk Schuster und kurz vor der Verpflichtung von dessen Nachfolger Dimitrios Grammozis hatte die Mannschaft unter Schmitz 2:0 gegen Dynamo Dresden gewonnen. Diesmal reichte es nicht für einen Sieg, aber zumindest ist Schmitz als Zweitligacoach dadurch weiterhin unbesiegt. Auch wenn sich die Arbeit im Trainerteam auf mehrere Schultern verteile, sei es ein Problem, wenn der Cheftrainer so kurzfristig ausfalle, sagte Schmitz. Mit dem Unentschieden bei den Niedersachsen kann der 50-Jährige deswegen gut leben, wie er sagte: „Mit Blick auf die vielen Baustellen, die wir zu bewältigen hatten, fahren wir nach einer gut gezeigten Moral mit einem Punkt zufrieden nach Hause.“ STEPHAN KÖHNLEIN
Aue Rostock HSV Karlsruhe Paderborn Regensburg Düsseldorf Hannover Ingolstadt ANZEIGE 22. SPIELTAG 11. – 13. 2. 2022 2:3 1:2 2:0 4:1 0:0 2:3 2:1 2:2 0:0 0:2 0:0 0:0 1:1 0:2 0:1 1:1 Kiel Bremen Heidenheim Nürnberg Dresden St. Pauli Schalke Darmstadt Sandhausen 23. SPIELTAG FREITAG, 18. FEBRUAR 18.30 UHR Schalke (1:0) Paderborn Dresden (1:2) Heidenheim SAMSTAG, 19. FEBRUAR 13.30 UHR Bremen (3:0) Ingolstadt Kiel (2:2) Karlsruhe Sandhausen (1:2) HSV SAMSTAG, 19. FEBRUAR 20.30 UHR SONNTAG, 20. FEBRUAR 13.30 UHR Nürnberg (2:2) Regensburg Düsseldorf (1:0) Aue Darmstadt (1:2) Rostock St. Pauli (0:1) Hannover Spieler 16 (1) 15 (–) 14 (–) 14 (–) 13 (1) 12 (–) 12 (–) 12 (2) 12 (–) 10 (1) Burgstaller (FC St. Pauli) Terodde (FC Schalke 04) Glatzel (Hamburger SV) Michel (für SC Paderborn 07) Ducksch (Werder Bremen) L. Pfeiffer (SV Darmstadt 98) Tietz (SV Darmstadt 98) Hofmann (Karlsruher SC) Verhoek (Hansa Rostock) Hennings (Fortuna Düsseldorf) SP S U N T D P zu Hause SP S U N GG GELB-ROTE KARTEN Sarpei (Ingolstadt) Gesamtzahl 2021/22 Vergleich 22. Spieltag 2020/21 Gesamt Saison 2020/21 11 32 38 G GELBE KARTEN Für das nächste Spiel gesperrt: Bittencourt (Bremen) Bader (Darmstadt) Ondoua (Hannover) Kleindienst (Heidenheim) Roßbach (Rostock) Soukou (Sandhausen) 5 5 5 5 5 5 auswärts SP S U P N T D P 10 8 2 0 28:9 + 19 26 12 4 3 5 17:22 − 5 15 2. 3. Werder Bremen (A) 22 12 5 5 43:30 + 13 41 10 5 3 2 19:10 + 9 18 12 7 2 3 24:20 + 4 23 3. 4. Hamburger SV 22 10 10 2 41:20 + 21 40 12 6 6 0 24:11 + 13 24 10 4 4 2 17:9 4. 1. SV Darmstadt 98 22 12 4 6 47:29 + 18 40 10 6 1 3 23:13 + 10 19 12 6 3 3 24:16 + 8 21 5. 5. FC Schalke 04 (A) 22 11 4 7 43:27 + 16 37 11 6 2 3 26:16 + 10 20 11 5 2 4 17:11 + 6 17 6. 6. 1. FC Heidenheim 22 11 4 7 28:28 0 37 11 7 3 1 18:10 + 8 24 11 4 1 6 10:18 − 8 13 7. 7. 1. FC Nürnberg 22 9 6 7 30:32 − 2 33 11 5 2 4 15:14 + 1 17 11 4 4 3 15:18 − 3 16 8. 8. SC Paderborn 07 22 8 8 6 38:28 + 10 32 12 2 4 6 15:18 − 3 10 10 6 4 0 23:10 + 13 22 9. 9. Jahn Regensburg 22 9 4 9 42:35 + 7 31 12 5 2 5 27:22 + 5 17 10 4 2 4 15:13 + 2 14 10. 10. Holstein Kiel 22 8 7 7 30:34 − 4 31 11 5 2 4 14:16 − 2 17 11 3 5 3 16:18 − 2 14 11. 11. Karlsruher SC 22 7 8 7 38:35 + 3 29 12 5 4 3 24:18 + 6 19 10 2 4 4 14:17 − 3 10 12. 13. Dynamo Dresden (N) 22 7 4 11 22:30 − 8 25 10 5 1 4 14:11 + 3 16 12 2 3 7 13. 14. Hannover 96 22 6 7 9 18:32 − 14 25 11 3 4 4 8:13 − 5 13 11 3 3 5 10:19 − 9 12 14. 12. Hansa Rostock (N) 22 6 6 10 26:35 − 9 24 11 2 3 6 10:17 − 7 9 11 4 3 4 16:18 − 2 15 15. 15. SV Sandhausen 22 6 6 10 24:39 − 15 24 10 1 3 6 6 12 5 3 4 16:18 − 2 18 16. 16. Fortuna Düsseldorf 22 6 5 11 25:31 − 6 23 11 2 4 5 14:16 − 2 10 11 4 1 6 11:15 − 4 13 17. 17. Erzgebirge Aue 22 3 6 13 19:42 − 23 15 12 2 2 8 10:23 − 13 8 10 1 4 5 9:19 − 10 7 18. 18. FC Ingolstadt 04 (N) 22 3 5 14 20:41 − 21 14 11 1 4 6 7 11 2 1 8 12:25 − 13 7 ZUSCHAUER 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. FC Schalke 04 Werder Bremen Hamburger SV Fortuna Düsseldorf 1. FC Nürnberg FC St. Pauli Hannover 96 Hansa Rostock Dynamo Dresden Karlsruher SC SV Darmstadt 98 Holstein Kiel SC Paderborn 07 Jahn Regensburg 1. FC Heidenheim Erzgebirge Aue FC Ingolstadt 04 SV Sandhausen 8:21 − 13 8:16 − 8 + 8 16 8:19 − 11 9 E L F DES TAG ES Ducksch 4 Bremen Die KSC-Lebensversicherung heißt Philipp Hofmann. Natürlich, weil er regelmäßig trifft: in dieser Saison zwölfmal, mit dem Kopf, aber auch mit seinem feinen linken Fuß. Wichtig ist der 1,95 Meter große Angreifer auch, weil er schon drei Treffer vorbereitet hat. Kein Laufwunder, mit Körperlichkeit und Zweikampfstärke aber ein steter Unruheherd. Sollte der 28-Jährige, dessen Vertrag ausläuft, den KSC verlassen, wird es schwer, adäquaten Ersatz zu finden. PETER PUTZING Weiterhin gesperrt: niemand D 22 12 5 5 45:31 + 14 41 Karlsruher SC 15 15 23 T 1. 2. FC St. Pauli Philipp Hofmann In Klammern Zahl der am letzten Spieltag erzielten Tore G ROTE KARTEN Messeguem (Aue) Gesamtzahl 2021/22 Vergleich 22. Spieltag 2020/21 Gesamt Saison 2020/21 Verein S P I EL ER D ES TAG ES TORSCHÜTZEN Tore 2 . B U N D ESL IG A Zuschauerschnitt 26 669 21 617 20 023 14 837 13 847 13 068 12 745 12 086 9 994 9 632 7 428 6 640 5 900 5 455 5 175 4 369 3 846 3 535 Kittel 3 St. Pauli Narey 4 Düsseldorf Sobottka 1 Düsseldorf Börner 2 Hannover Heise 1 Karlsruhe van der Werff 1 Heuer Fernandes 3 Paderborn HSV Hochgestellt: Anzahl der Berufungen in die Elf des Tages Notenschnitt 2,57 2,77 2,82 2,86 2,93 2,95 2,95 Notenschnitt Michel (für Paderborn) Toprak (Bremen) Platte (Paderborn) Beste (Regensburg) Singh (Regensburg) Ducksch (Bremen/Hannover) L. Pfeiffer (Darmstadt) Terodde (Schalke) Burgstaller (St. Pauli) 10. Gimber (Regensburg) 11. Rhein (Rostock) 12. Isherwood (Darmstadt) Behrens (Rostock) 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. Burgstaller 7 St. Pauli Heuer Fernandes (HSV) Dähne (Kiel) Mathenia (Nürnberg) Drewes (Sandhausen) Schuhen (Darmstadt) Broll (Dresden) Huth (Paderborn) TOP-FELDSPIELER Karlsruhe Amenyido 1 HSV TOP-TORHÜTER 1. 2. 3. 4. 5. 6. Hofmann 2 2,66 2,67 2,75 2,77 2,79 2,80 2,89 2,89 2,89 2,92 2,93 2,97 2,97 SCORER Punkte 22 21 21 20 18 17 16 Michel (für Paderborn) Ducksch (Bremen/Hannover) Burgstaller (St. Pauli) Kittel (HSV) Terodde (Schalke) Tietz (Darmstadt) Kyereh (St. Pauli) CHANCEN 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. Tore + Vorarbeiten Karlsruher SC Jahn Regensburg SC Paderborn 07 FC St. Pauli SV Darmstadt 98 Hamburger SV FC Schalke 04 Werder Bremen 1. FC Nürnberg SV Sandhausen Erzgebirge Aue Dynamo Dresden FC Ingolstadt 04 14+8 13+8 16+5 6+14 15+3 12+5 6+10 Verwertung/Chancen 37,3 % 35,9 % 33,3 % 31,7 % 31,3 % 29,9 % 29,5 % 29,3 % 28,3 % 28,2 % 25,3 % 25,3 % 24,7 % 102 117 114 142 150 137 146 147 106 85 75 87 81
14. FEBRUAR 2022 2. L IGA – DE R KOMME NTAR SAGEN SIE MAL … Neue Höhepunkte: Baumann konnte sich von der Kritik freimachen „In Düsseldorf gibt es für uns noch mal ein richtig schönes Endspiel“ E s waren zwar nur zu keinem anderen 26 Stunden, die Zeitpunkt der Saison. der SV Werder Es wirkt, als marschiere Bremen von FreitagWerder plötzlich nur so Tim Lüddecke bis Samstagabend an durch die Liga. Komme, Reporter der Tabellenspitze der was wolle (auch, wenn 2. Liga verbringen durfes noch zu den Duellen te, doch die reichten mit allen anderen Topnatürlich für allerhand Teams kommt). Screenshots oder Fotos, um diese Momentaufnahme zu dokumenDER WIEDERAUFSTIEG wäre tieren. 3800 Tage musste der Klub eine Wiedergutmachung für die auf diesen Anblick warten, seit dem emotionale, sportliche und finan17. September 2011, seinerzeit noch zielle Zäsur, die der Abstieg für den in der 1. Liga. Dort hatte man sich in Verein bedeutet hatte. Dass die den vergangenen zwei Jahren ja zu- Bremer nach großen Anlaufschwienächst nicht mehr als fußballerisch rigkeiten doch noch ihren Kurs nach attraktiv genug und dann auch nicht oben fanden, ist auch ein Verdienst mehr als gut genug erwiesen. Es von Frank Baumann. Der auslauwaren harte Zeiten, die Bremen hat- fende Vertrag mit dem Sportchef te durchleben müssen. Als im Nowurde nun bis 2024 verlängert. vember auch noch der Impfskandal Die Kritik an ihm aufgrund seines von Markus Anfang ans Licht kam, hauptverantwortlichen Anteils am drohte der Klub ins Chaos-Image Niedergang war berechtigt. Doch abzudriften. Werder befand sich am Baumann stellte sich dieser, immer. vorläufigen Tiefpunkt. Und konnte sich von ihr freimachen. Indem er den taumelnden Klub MITTLERWEILE werden Woche dank beachtlicher Transfererlöse für Woche neue Höhepunkte ervon mehr als 30 Millionen Euro auf reicht: durch eine famose Siegesstabile Beine stellte. Indem er Werserie, attraktiven Fußball und viele der als Krisenmanager souverän Tore. Die zwischenzeitlich bereits durch die Tage nach dem Anin weite Ferne gerückte Rückkehr in fang-Aus lenkte. Und indem er Ole die Bundesliga erscheint nicht nur Werner als dessen in jeder Hinsicht in der Tabelle so nah wie bislang passenden Nachfolger auswählte. Herr Hochscheidt, beim 2:3 gegen Kiel haben Sie Ihren 37. Zweitliga-Treffer für Aue erzielt, den ersten in dieser Saison. Wie bewerten Sie das irre Spiel am Freitagabend, in dem es am Ende trotz der Aufholjagd in Unterzahl wieder nicht gereicht hat? ich auch mal einen Dank an unsere Ersatztorhüter Philipp Klewin und Tim Kips aussprechen, die Jan Hochscheidt sich immer reinstellen, FC Erzgebirge Aue wenn ich das übe. Der Jubel war für sie, speziell für Tim. Er hat sich schon einige Male über diese Schüsse aufgeregt. Ich denke, wir kommen super ins Sie spielen insgesamt bereits Ihre Spiel rein, haben die große Chance neunte Saison für Erzgebirge Aue. durch Prince Osei Owusu und kriegen Was sagt Ihr Gefühl, was die Saison im Gegenzug das Gegentor. Das war im Tabellenkeller angeht? richtig bitter. Aber das spiegelt ein Letzte Woche in Sandhausen wabisschen unsere ganze Saison wider. ren wir nicht bereit, waren nicht zu Das ist dann schade, du rennst wieder 100 Prozent im Spiel. Nun haben wir einem Rückstand hinterher, musst gezeigt, was in uns steckt. Darauf dann noch das zweite hinnehmen müssen wir aufbauen. Wenn wir unund die Rote Karte. Soufiane Messere Leistung aus der zweiten Hälfte seguem versucht noch, den Angriff über 90 Minuten abrufen können, zu unterbinden. Der Platzverweis dann holen wir definitiv noch unsere war einfach nur bitter. Wir hatten Punkte. eine ähnliche Saison letzte Woche in Trotzdem haben Sie wieder verloren, Sandhausen. Da gab es nur Gelb. Ich insgesamt nun sieben der vergangehabe es nicht noch einmal gesehen, nen acht Begegnungen. Nun kommt aber es ist schwer nachvollziehbar. die Partie bei Fortuna Düsseldorf. Falls Sie kamen trotz allem zurück, auch durch Ihr Tor. Zeigt das nicht auch, was in der Mannschaft trotz eines 0:2-Rückstands, eines Eigentors und einer Roten Karte steckt? Auf alle Fälle. Wir haben mit zehn Mann alles gegeben und versucht, irgendwie ein Tor zu schießen, das ist uns gelungen. Bei meinem Tor muss Foto: Getty Images FAKTEN Mit seinem Doppelpack beim 2:0 gegen Heidenheim knackte SONNY KITTEL im 158. Zweitligaspiel die Marke von 100 Scorerpunkten (49 Tore, 52 Assists). Unter den aktuellen Zweitligaspielern erreichten zuvor nur vier Spieler diese Marke: Simon Terodde (204), Rouwen Hennings (118), Tobias Kempe (106) und Marvin Ducksch (101). Mit 26 Toren löste Kittel zudem Terodde (24) als neuer alleiniger HSV-Rekordtorschütze in der 2. Liga ab. 51 DER 2. LIGA Sie wieder verlieren, sind Sie fast abgestiegen, oder? Wir haben noch einige Partien zu spielen. Düsseldorf hat jetzt alles geändert, was zu ändern geht. Das wird für uns noch mal ein richtig schönes Endspiel, da müssen wir alles reinhauen. INTERVIEW: THOMAS NAHRENDORF 22. S P I E LTAG Durch das 3:2 in Aue ist KIEL seit sechs Spielen ungeschlagen (vier Siege, zwei Remis). Mehr Punkte – nämlich alle – holte in dem Zeitraum (seit 10.12.2021) nur Bremen mit sechs Siegen. SOUFIANE MESSEGUEM (Rote Karten gegen den HSV und nun gegen Kiel) ist Aues achter Spieler, der in einer Saison zweimal vom Platz fliegt. Zweimal glatt Rot sahen auch René Klingbeil und Tobias Nickenig (beide 2012/13) sowie Adli Lachheb (2011/12). Auch im dritten Auswärtsspiel in Folge gelingt DRESDEN kein Tor. Damit fehlt nur noch ein torloses Auswärtsspiel zur Einstellung des eigenen Zweitligavereinsrekords (2019/20).
22. SPIELTAG STATISTIK IM ÜBERBLICK 11. – 13. Februar 2022 Erzgebirge Aue – Holstein Kiel AUE 0:2 Männel 3,5 Gonther 4,5 Barylla 3,5 Strauß 3,5 2:3 TRAINER: Dotchev Bussmann 4 G i Schreck 4 i Fandrich 3 G i Messeguem 5,5 R Nazarov 4 G i Owusu 5 i B Bartels 3 i Pichler 3 i Porath 3 i Mühling 3,5 Reese 2,5 i Komenda 3 i Holtby 4 Lorenz 3,5 Dähne 2,5 G KIEL AUE EINGEWECHSELT: 46. Jonjic (3) für Nazarov und Zolinski (3) für Bussmann, 71. Kühn (–) für Schreck, 72. Trujic (–) für Owusu, 83. Hochscheidt (–) für Fandrich – RESERVE: Klewin (Tor), Majetschak, Riese, George – GELB: Bussmann, Nazarov, Fandrich, Kühn – ROT: Messeguem (42., grobes Foulspiel an Neumann) Korb 3,5 Neumann 3,5 G Hamburger SV – 1. FC Heidenheim 2:0 0:0 Schonlau 3,5 Meffert 3 Reis 3,5 i TRAINER: Walter Muheim 3 G B B Kittel 2 i Jatta 2 i Glatzel 2 i Alidou 2 i Mohr 3 i Kleindienst 3 G i Schöppner 2,5 2,5 Burnic i Theuerkauf 3 i Leipertz 3 i Föhrenbach 4,5 G HEIDENHEIM Hüsing 3 Müller 3 HSV EINGEWECHSELT: 66. Chakvetadze (–) für Alidou, 83. Kinsombi (–) für Kittel, 90. Wintzheimer (–) für Jatta und David (–) für Reis, 90./+1 Kaufmann (–) für Glatzel – RESERVEBANK: Johansson (Tor), Gyamerah, Rohr, Krahn – GELBE KARTE: Muheim Mainka 3 B Ducksch 2 Schmid 2 G i Friedl 3 G TRAINER: Rapp Heuer Fernandes 1,5 Malone 3,5 Busch 4 TRAINER: Schmidt FCH EINGEWECHSELT: 72. Malone (–) für Leipertz und Kühlwetter (–) für Mohr und Sessa (–) für Burnic, 80. Schimmer (–) für Theuerkauf, 90. Kerschbaumer (–) für Kleindienst – RESERVE: Eicher (Tor), Siersleben, Geipl, Ramusovic – GELB: Föhrenbach, Kleindienst (5., gesperrt) TORE: 1:0 Kittel (63., Linksschuss, Vorarbeit Alidou), 2:0 Kittel (78., Rechtsschuss, Foulelfmeter, Föhrenbach an Jatta) – CHANCEN: 3:7 – ECKEN: 3:3 SR-TEAM: Dingert (Gries – Assistenten: Kempkes, Bauer – Vierter Offizieller: Dr. Zorn – Video-Assistent: Fritz), Note 3,5, der Elfmeterpfiff war hart, aber vertretbar, weil Föhrenbachs Berührung Jatta aus dem Tritt brachte (77.), ansonsten mitunter fehlerhaft in der Bewertung von Zweikämpfen. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 2, taktisch und fußballerisch ein absolutes Topspiel, in dem Heidenheim die besseren Chancen besaß. – SPIELER DES SPIELS: Daniel Heuer Fernandes, einmal wacklig mit dem Fuß, sonst herausragend im Spielaufbau und mit Großtaten im Kerngeschäft. Kolke 2,5 1:2 0:0 TRAINER: Härtel Neidhart 3,5 Roßbach 4 G Fröde 3 G i Rhein 3 i Behrens 3,5 G Verhoek 4 G Jung 3,5 KIE EINGEWECHSELT: 61. Sander (–) für Porath, 69. Skrzybski (–) für Bartels und Wriedt (–) für Pichler, 78. Sterner (–) für Reese und van den Bergh (–) für Komenda – RESERVE: Gelios (Tor), Benger, Erras, Arp – GELB: Neumann, Wriedt, Dähne Vuskovic 3 Becker 2,5 i Fröling 3 i Korb), 1:2 Trujic (79., Linksschuss, Fandrich), 2:2 Hochscheidt (84., Linksschuss, Kühn), 2:3 Wriedt (90., Linksschuss, Mühling) – CHANCEN: 4:4 – ECKEN: 5:3 SR-TEAM: Heft (Neuenkirchen – Assistenten: Benen, Kohn – Vierter Offizieller: H. Müller – Video-Assistent: Gerach), Note 2,5, behielt im Auer Schneetreiben den Überblick. Die Rote Karte für Messeguem war korrekt. – ZUSCHAUER: 4788 – SPIELNOTE: 3,5, bei widrigen Platzverhältnissen – der Untergrund war seifig und tief – dominierte der Kampf. Spielerisch war kaum etwas möglich. Aue gab alles. Kiel war nicht besser, zeigte sich aber abgezockter. – SPIELER DES SPIELS: Fabian Reese, wenn spielerisch etwas ging, dann hatte Reese seine Finger im Spiel. Seine Schnelligkeit spielte er insbesondere in der Vorbereitung des 1:0 aus. Heyer 3 ROSTOCK Carlson 3 TORE: 0:1 Bartels (19., Rechtsschuss, Vorarbeit Reese), 0:2 Gonther (38., Eigentor, HAMBURGER SV Hansa Rostock – Werder Bremen B Füllkrug 2,5 G Bittencourt 3,5 G i Groß 3 Toprak 2,5 Pavlenka 2 BREMEN HRO EINGEWECHSELT: 58. Meißner (2,5) für Fröde und Ingelsson (3) für Duljevic, 75. Sikan (–) für Fröling, 84. Rizzuto (–) für Becker und Bahn (–) für Rhein – RESERVE: Voll (Tor), Meißner, Riedel, Breier – GELB: Duljevic, Behrens, Fröde, Verhoek, Roßbach (5., gesperrt) Duljevic 4 G i Weiser 3,5 i Mai 4 TRAINER: Werner SVW EINGEWECHSELT: 71. Rapp (–) für Bittencourt, 81. Mbom (–) für Weiser, 90./+1 Gruev (–) für Schmid – RESERVE: Zetterer (Tor), Chiarodia, Park, Schmidt, Dinkci, Woltemade – GELBE KARTEN: Füllkrug, Bittencourt (5., gesperrt), Schmid, Friedl TORE: 0:1 Ducksch (54., Rechtsschuss, Vorarbeit Schmid), 0:2 Füllkrug (74., Rechtsschuss, Ducksch), 1:2 Meißner (83., Rechtsschuss, Malone) – CHANCEN: 3:6 – ECKEN: 4:3 SR-TEAM: Burda (Berlin – Assistenten: Wessel, Lossius – Vierter Offizieller: Kessel – Vi- deo-Assistent: Siebert), Note 3, leitete die Partie insgesamt souverän, zeigte allerdings die eine oder andere Gelbe Karte etwas früh. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 3, eine interessante, intensiv geführte Partie zweier Mannschaften, die gut verteidigten und es der anderen Seite damit schwer machten, aussichtsreiche Torchancen zu kreieren. – SPIELER DES SPIELS: Marvin Ducksch, leitete mit seinem Traumtor den Sieg ein und brachte auch das 2:0 durch Füllkrug auf den Weg. Karlsruher SC – 1. FC Nürnberg KARLSRUHE Thiede 3 Kobald 3,5 Shuranov 5,5 i Tempelmann 5 Handwerker 5,5 G 1:1 Gersbeck 4,5 B Wanitzek 2,5 B Goller 2 G i NÜRNBERG 4:1 O’Shaughnessy 3,5 Breithaupt 3,5 TRAINER: Eichner Heise 2,5 G i Gondorf 3 B B Hofmann 1 i Möller Daehli 4 Schäffler 4,5 B Geis 3,5 G i Sörensen 4,5 G Suver 5,5 Mathenia 4,5 KSC EINGEWECHSELT: 82. Kaufmann (–) für Goller, 83. Schleusener (–) für Choi, 90./+1 Jakob (–) für Heise und Batmaz (–) für Hofmann – RESERVEBANK: Kuster (Tor), Gordon, Irorere, van Rhijn, Lorenz – GELBE KARTEN: Heise, Goller Choi 3,5 i Krauß 5 i Valentini 4,5 G TRAINER: Klauß FCN EINGEWECHSELT: 62. Duman (–) für Geis und Dovedan (–) für Shuranov, 82. Castrop (–) für Krauß – RESERVEBANK: Klaus (Tor), Fischer, Knothe, Nürnberger, Köpke, Schleimer – GELBE KARTEN: Handwerker, Valentini, Geis, Sörensen TORE: 0:1 Geis (29., Rechtsschuss, direkter Freistoß), 1:1 Hofmann (39., Linksschuss, ohne Vorarbeit), 2:1 Goller (55., Rechtsschuss, Hofmann), 3:1 Hofmann (59., Linksschuss, Heise), 4:1 Wanitzek (90., Rechtsschuss, Foulelfmeter, Sörensen an Schleusener) – CHANCEN: 8:4 – ECKEN: 12:7 SR-TEAM: Waschitzki (Essen – Assistenten: Speckner, Gschwendtner – Vierter Offizieller: Osmanagic – Video-Assistent: Stieler), Note 2, leitete die Partie ohne große Gesten unauffällig, lag bei allen wichtigen Entscheidungen richtig. – ZUSCHAUER: 9265 – SPIELNOTE: 3,5, vor der Pause war der Club noch ebenbürtig, dann aber spielte nur noch der KSC. Er störte früher, aggressiver und agierte zielstrebiger. Am Ende stand ein absolut verdienter Sieg der Badener. – SPIELER DES SPIELS: Philipp Hofmann, der wuchtige KSC-Mittelstürmer suchte und gewann viele Zweikämpfe, nutzte nahezu jede Chance. Zusätzlich zu seinem Doppelpack bereitete er noch das Tor von Goller vor.
Die Tore, die Spiele, die Fakten SC Paderborn 07 – Dynamo Dresden PADERBORN Yalcin 4 G i Huth 3 2,5 van der Werff Hünemeier 2,5 G Schallenberg 3,5 Klement 3,5 Srbeny 4,5 i C. Löwe 3 Ehlers 3 Sollbauer 2,5 2,5 Mitryushkin DRESDEN SCP EINGEWECHSELT: 60. Schuster (4) für Yalcin, 61. Platte (–) für Srbeny, 78. Stiepermann (–) für Muslija, 83. Carls (–) für Thalhammer – RESERVEBANK: Zingerle (Tor), Collins, Correia, Heuer, Ofori – GELBE KARTEN: Yalcin, Hünemeier 0:0 TRAINER: Kwasniok Justvan 3,5 Thalhammer 3,5 i Muslija 3,5 i Pröger 3,5 Drchal 4,5 i Batista Meier 4 i Kade 3,5 i Stark 3,5 Borrello 5 i 53 14. FEBRUAR 2022 Jahn Regensburg – FC St. Pauli REGENSBURG Breitkreuz 4 Saller 5 i SGD EINGEWECHSELT: 46. Königsdörffer (4) für Borrello, 74. Becker (–) für Schröter, 78. Will (–) für Batista Meier und Mai (–) für Drchal, 90./+1 Mörschel (–) für Kade – RESERVEBANK: Liesegang (Tor), Aidonis, Giorbelidze, Weihrauch – GELBE KARTE: Akoto 0:2 Meyer 3,5 G Gimber 3,5 i TRAINER: Selimbegovic Kennedy 4 Besuschkow 3,5 Boukhalfa 4,5 i Singh 3 Shipnoski 5 i B Albers 3 Guwara 4 i Dittgen 4 i B Burgstaller 2 i 2i B Amenyido Hartel 3,5 i Irvine 3,5 Smith 4 Schröter 3,5 i Akoto 4,5 G TRAINER: Schmidt 2:3 Paqarada 3 G Medic 4,5 ST. PAULI Ziereis 4 i Vasilj 3 REG EINGEWECHSELT: 46. Faber (3) für Saller und Otto (3) für Shipnoski, 82. Beste (–) für Boukhalfa, 88. Yildirim (–) für Guwara, 89. Caliskaner (–) für Gimber – RESERVE: Kunz (Tor), Elvedi, Wekesser, Makridis – GELBE: Meyer Zander 4 TRAINER: Schultz STP EINGEWECHSELT: 57. Kyereh (2,5) für Amenyido, 59. Dzwigala (4) für Ziereis, 81. Matanovic (–) für Burgstaller und Beifus (–) für Hartel und Makienok (–) für Dittgen – RESERVEBANK: Smarsch (Tor), Ritzka, Becker, Benatelli – GELBE KARTEN: Kyereh, Paqarada TORE: 0:1 Amenyido (7., Linksschuss, Vorarbeit Paqarada), 0:2 Burgstaller (11., Rechts- CHANCEN: 5:2 – ECKEN: 8:8 SR-TEAM: Jablonski (Bremen – Assistenten: Grudzinski, Exner – Vierter Offizieller: Porsch – Video-Assistent: Alt), Note 1,5, angenehm unauffällig und mit einer ebenso klaren wie großzügigen Linie, lag bei fast allen Entscheidungen richtig. – ZUSCHAUER: 3614 – SPIELNOTE: 4, eine insgesamt zähe Partie, in der Paderborn nur in den Schlussviertelstunden beider Hälften wirklichen Druck erzeugte. Dresden verteidigte diszipliniert, verlor aber nach einer Stunde offensiv allen Mut und nahm mit ein wenig Glück einen Punkt mit. – SPIELER DES SPIELS: Jasper van der Werff, überzeugte mit sicherem Stellungs- und noch besserem Passspiel, zudem im Zweikampfverhalten tadellos. schuss, Foulelfmeter, Meyer an Amenyido), 1:2 Albers (56., Kopfball, Besuschkow), 1:3 Kyereh (66., Rechtsschuss, Burgstaller), 2:3 Otto (73., Rechtsschuss, Albers –) – CHANCEN: 8:8 – ECKEN: 7:3 SR-TEAM: Winter (Hagenbach – Assistenten: Schwengers, Potemkin – Vierter Offizieller: Endriß – Video-Assistent: Winkmann), Note 3,5, keine spielentscheidenden, aber mehrere kleinere Fehler in der Bewertung von Zweikämpfen. – ZUSCHAUER: 7605 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 2, zwei unterschiedliche Halbzeiten, St. Pauli dominierte zuerst, danach dann der Jahn – und beide auf hohem Niveau. – SPIELER DES SPIELS: Guido Burgstaller, Dreh- und Angelpunkt in der Offensive, legte nach seinem Elfmetertor Kyerehs Treffer überragend auf. Hannover 96 – SV Darmstadt 98 Fortuna Düsseldorf – FC Schalke 04 HANNOVER Dehm 4 Stolze 4 i Honsak 3,5 i Holland 3 G DARMSTADT Franke 3 Diemers 4 Zieler 3 B Börner 2,5 G Kerk 2,5 i Ondoua 3 G Beier 2,5 Tietz 4,5 i L. Pfeiffer 4,5 Kempe 3 Gjasula 3 G Isherwood 3 G P. Pfeiffer 4,5 G i Schuhen 3 H96 EINGEWECHSELT: 74. Weydandt (–) für Teuchert, 83. Kaiser (–) für Kerk, 89. Ennali (–) für Stolze – RESERVEBANK: Hansen (Tor), Ernst, Frantz, Ochs, Walbrecht, Hinterseer – GELBE KARTEN: Börner, Ondoua (5., gesperrt) 2:2 1:1 TRAINER: Dabrowski Hult 3 B Teuchert 3 i Skarke 4 i DÜSSELDORF Zimmermann 3 Ouwejan 4,5 D98 EINGEWECHSELT: 57. Seydel (2,5) für Tietz, 77. Manu (–) für Skarke und Ronstadt (–) für Bader, 90. Karic (–) für Honsak und Riedel (–) für P. Pfeiffer – RESERVE: Behrens (Tor), Celic, Mehlem, Schnellhardt – GELB: Bader (5., gesperrt), Holland, Isherwood, P. Pfeiffer, Gjasula Hoffmann 2,5 G de Wijs 2,5 G TRAINER: Thioune Gavory 3 i Appelkamp 3 i Terodde 5 Pieringer 5 i 4 B Idrizi i Zalazar 4,5 i 4,5 Palsson Kaminski 5 SCHALKE 0:1 Kastenmeier 3 Sobottka 2,5 i Piotrowski 3 2,5 Ginczek i B Hennings 2 i B Narey 2 Bader 3 G i TRAINER i. V.: Schmitz 2:1 Itakura 4,5 Fraisl 4 F95 EINGEWECHSELT: 75. Bozenik (–) für Ginczek und Tanaka (–) für Sobottka, 86. Klarer (–) für Hennings, 87. Klaus (–) für Appelkamp, 88. Hartherz (–) für Gavory – RESERVE: Wolf (Tor), Oberdorf, Pledl, Lobinger – GELBE KARTEN: de Wijs, Hoffmann Bülter 5 Thiaw 4,5 i TRAINER: Grammozis S04 EINGEWECHSELT: 60. Lee (4) für Idrizi und Churlinov (4) für Pieringer, 85. Sané (–) für Thiaw, 86. Rzatkowski (–) für Zalazar – RESERVEBANK: Fährmann (Tor), Lode, Matriciani, Flick, Mikhailov – GELBE KARTEN: keine TORE: 0:1 Stolze (18., Eigentor, Vorarbeit Isherwood), 1:1 Teuchert (35., Rechtsschuss, Kerk), 2:1 Börner (50., Kopfball, Kerk), 2:2 Seydel (61., Kopfball, Kempe) – CHANCEN: 8:6 – ECKEN: 7:4 TORE: 0:1 Idrizi (42., Linksschuss, Vorarbeit Zalazar), 1:1 Narey (47., Rechtsschuss, Ginczek), 2:1 Hennings (56., Rechtsschuss, Narey) – CHANCEN: 11:5 – ECKEN: 8:2 SR-TEAM: Zwayer (Berlin – Assistenten: Achmüller, Oldhafer – Vierter Offizieller: Gasteier – Video-Assistent: Perl), Note 2, souverän, gute Übersicht, kam mit zwei Gelben Karten aus; zeigte Fingerspitzengefühl, als er Palsson (8.) vor einer frühen Verwarnung bewahrte. – ZUSCHAUER: 10 000 (ausverkauft) – SPIELNOTE: 3, ein einseitiges Spiel, das dennoch bis zum Schluss spannend blieb. Für packende Torraumszenen sorgte hauptsächlich die Fortuna, die deswegen auch verdient gewann. – SPIELER DES SPIELS: Khaled Narey, quirlig, umtriebig, sorgte mit einem Treffer und einer Torvorbereitung für die Wende, war vor allem nach der Pause die prägende Figur bei der Fortuna. Brand – Video-Assistent: Haslberger), Note 2, gute, souveräne Spielleitung; korrekt, Seydels Tor zum 2:2 nach Eingreifen des VAR anzuerkennen, weil Seydel nicht im Abseits stand. – ZUSCHAUER: 3800 – SPIELNOTE: 2, ein gutklassiges Zweitligaspiel, das auch mit vielen Torchancen zu gefallen wusste. – SPIELER DES SPIELS: Julian Börner, souveräner Abwehrchef, glänzte zudem mit seinem Premierentreffer für 96 als Torschütze zum 2:1. SR-TEAM: Osmers (Hannover – Assistenten: Lupp, Erbst – Vierter Offizieller:
54 14. FEBRUAR 2022 H A NNOVE R Die Mannschaft steckt gleich mehrere Rückschläge weg – Viertes Kopfball-Eigentor Ob Stolze oder Börner: Alles Kopfsache! I N GO L STA DT wie Dabrowski zu Recht anmerkte. „Ich bin sehr zufrieden, wie wir gespielt haben.“ Die gute Gesamtleistung fußte auf mehreren Säulen in den einzelnen Mannschaftsteilen. Vorne wirkte Cedric Teuchert formverbessert, was er mit seinem herrlichen Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 dokumentierte. Offensiv ein Gewinn weiterhin auch Maximilian Beier, in vorderster Front stets ein beweglicher, quirliger Unruhestifter. Im Pech, als Schiri-Rückkehrer Felix Zwayer sich nach Beiers Kontakt mit Darmstadts Patric Pfeiffer nach 23 Minuten beim „Kann-Elfmeter“ nicht zum Pfiff durchringen mochte. Im Mittelfeld lebte das Spiel von Sebastian Kerks Ideen. Von seinen Vorlagen war besonders der präzise, öffnende Pass vor Teucherts Tor eine Augenweide. Und hinten lieferte Routinier Julian Börner ein Muster an Stabilität. Seine Leistung krönte der 31-Jährige mit der Führung zum 2:1. Kurios: Erst neuerdings trifft Hannover per Kopf – Börners Tor war das zweite Saisontor auf diese Art, das erste hatte Beier gerade eine Woche zuvor in Heidenheim markiert. „Besser“ klappt es mit diesem Körperteil bei den Eigentoren: Stolzes Fauxpas war nach den Missgeschicken von Simon Falette, Luka Krajnc und Niklas Hult das sage und schreibe vierte Kopfball-Eigentor 2021/22. GUNNAR MEGGERS, MICHAEL RICHTER Perfektes Timing: Julian Börner köpft den Ball zum 2:1 gegen die Lilien ins Tor. Es ist erst Hannovers zweites Kopfballtor 2021/22. Der Abstieg in die 3. Liga rückt näher Viel Wirbel um Sulejmani Der FC Ingolstadt muss sich allmählich immer konkreter mit der 3. Liga beschäftigen. Nach dem mageren Punkt im Mega-Abstiegsduell mit Sandhausen liegt der Aufsteiger bereits neun Punkte hinter dem Relegationsplatz zurück. Von der erhofften Aufholjagd ist nichts zu sehen. Dabei kann Trainer Rüdiger Rehm seinem Team nicht einmal einen Vorwurf machen. Seine Spieler haben sich in die Zweikämpfe geworfen und alles versucht, aber es reichte gegen die körperlich robusten Sandhäuser einfach nicht, diese in Verlegenheit zu bringen. Hinzu kam, dass Corona im Lager der Schanzer unerbittlich zuschlug. Gleich fünf Akteure, die noch beim 5:0-Sieg in Nürnberg mitgewirkt hatten, musste Rehm ersetzen. „Ich bin angesichts der Konstellation trotzdem stolz auf die Jungs. Wir lassen die Köpfe nicht hängen und werden bis zum Schluss weiterfigh- Alles Kopfsache! Auch für Dabrowski, der dem engen Tabellenbild im Keller die gewonnene Zuversicht nach diesem Auftritt entgegenhält: „Die Situation ist seit Wochen knifflig. Aber so werden wir die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen.“ Foto: imago images/Sielski Die Situation nach 18 Minuten wirkte alles andere als verheißungsvoll. Angetreten, sich die schwache Leistung zuvor beim 1:3 in Heidenheim zu Hause gegen das Spitzenteam aus Darmstadt und endlich wieder vor Zuschauern aus den Kleidern zu schütteln, hatten die Hannoveraner schon vor dem Anpfiff zwei personelle Rückschläge zu verkraften. Erst musste der unter dem neuen Trainer Christoph Dabrowski wieder aufblühende Linton Maina wegen muskulärer Probleme am Oberschenkel kurzfristig passen, dann verletzte sich auch noch dessen designierter Stellvertreter Sebastian Ernst beim Warmmachen an der Achillessehne. So kam Sebastian Stolze unverhofft zum Startelf-Einsatz – um mit seinem Eigentor zum 0:1 früh in die Rolle des Pechvogels zu schlüpfen. Die sich nun stellende Frage nach Charakter und Stehvermögen freilich beantwortete 96 mit Bravour und lieferte eines seiner besten Saisonspiele ab. „Rassig und leidenschaftlich nach vorne“, ten“, sagte der 43-Jährige. „Wir haben jetzt zweimal hintereinander zu Null gespielt und vier Punkte geholt. Unter normalen Umständen wäre ich damit absolut zufrieden“, meinte der Trainer, wusste aber auch: „Unsere Situation ist eine andere. Wir müssen jedes Spiel gewinnen.“ Somit wiegt es schwer, dass sich die Personalsituation wohl nicht so schnell entspannt. Neuzugang Valmir Sulejmani (Foto), der erst wegen einer Rippenprellung kurz vor dem Anpfiff passte und im Angriffszentrum von Defensivallrounder Thomas Keller vertreten wurde, kam zwar zur zweiten Hälfte überraschend doch noch, fällt aber möglicherweise erneut aus. Auch das Comeback von Fatih Kaya nach seiner Schulterverletzung ist kein wirklicher Hoffnungsschimmer. „Er hat nach zwei Monaten Pause erst zweimal trainiert. Normalerweise wäre er überhaupt keine Option“, sagte Rehm. Dennoch hofft er auf einen Überraschungscoup beim Tabellenzweiten Bremen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. GOTTFRIED STERNER FC Ingolstadt 04 – SV Sandhausen INGOLSTADT Heinloth 4 0:0 Stojanovic 3 G Stevanovic 4 i Musliu 3 TRAINER: Rehm Franke 4 Sarpei 3 GR Pick 4 Röhl 3 G Keller 3,5 G i Eckert Ayensa 4 i Cavadias 4,5 i Berko 3,5 i Bachmann 3 i Okoroji 4 SANDHAUSEN Zhirov 3,5 Testroet 4 Soukou 3 G i Zenga 3 i Trybull 4 Drewes 3 FCI EINGEWECHSELT: 46. Sulejmani (4) für Keller, 70. Neuberger (–) für Cavadias, 71. Röseler (–) für Stevanovic, 81. Kaya (–) für Eckert Ayensa – RESERVEBANK: Buntic (Tor), Poulsen, Kotzke, Preißinger, Llugiqi – GELBE KARTEN: Keller, Röhl, Stojanovic – GELB-ROTE KARTE: Sarpei (72.) Dumic 3,5 Diekmeier 4 G TRAINER: Schwartz SVS EINGEWECHSELT: 77. Esswein (–) für Soukou und Kutucu (–) für Berko und Ritzmaier (–) für Zenga, 90./+1 Deville (–) für Bachmann – RESERVE: Wiedwald (Tor), Diakhite, Höhn, Sicker, Seufert – GELBE KARTEN: Soukou (5., gesperrt), Diekmeier CHANCEN: 2:4 – ECKEN: 2:1 SR-TEAM: Koslowski (Berlin – Assistenten: Skorczyk, Kimmeyer – Vierter Offizieller: Eckermann – Video-Assistent: Alt), Note 3,5, traf einige unglückliche Entscheidungen, lag aber bei der Gelb-Roten Karte für Sarpei (72.), der seinen Gegner Bachmann mit dem Unterarm am Kinn traf, richtig. – ZUSCHAUER: 4247 – SPIELNOTE: 4, wenige spielerische Momente, ein reines Kampfspiel mit spärlichen klaren Torchancen auf beiden Seiten. – SPIELER DES SPIELS: Erik Zenga, extrem lauf- und zweikampfstark, stoppte mit seinen Aktionen am Rande des Erlaubten im entscheidenden Moment einige Ingolstädter Angriffe.
14. FEBRUAR 2022 In diesem einen Moment schien alles zurück. Das herbeigesehnte Comeback von Daniel-Kofi Kyereh war noch keine zehn Minuten alt, als der Deutsch-Ghanaer mutig ins Dribbling ging, intuitiv Guido Burgstaller fand und dessen Vorlage dann direkt zum dritten Treffer verwertete. Mit dem Regisseur sah St. Paulis Spiel in dieser einen Szene wieder so herrlich leicht aus, und schon die erste Hälfte von Regensburg hatte an den Sturmlauf durch die Liga vor Weihnachten erinnert. Aber die 45 Minuten danach glichen wieder dem abgegebenen Bild seit dem Rückrundenstart und werfen trotz des ersten Sieges seit fünf Partien und Platz 1 diese Frage auf: Ist St. Pauli wirklich wieder da? Dass die Spieler dieses Thema mehr umtreibt, als es bislang alle Beteiligten glauben machen wollten, deuten die Worte von Marcel Hartel an. „In der Hinrunde haben wir es mit Lockerheit und diesem Straßenfußball-Gedanken auf dem Platz sehr, sehr gut gemacht. Das haben wir Wieder da!? Regisseur DANIEL-KO F I KYER EH (25) schießt St. Pauli beim Comeback zurück auf Platz 1. Doch die Gegentorflut macht weiter Sorgen. Der „dreckige Sieg“ soll das Vertrauen wieder stärken. zuletzt etwas vermissen lassen.“ Am Samstagabend wurden beide Seiten sichtbar, und der Mittelfeldantreiber ist sicher, dass Zuversicht daraus erwachsen wird, dass trotz des eklatanten Leistungsabfalls nach der Pause dennoch endlich wieder ein Dreier stand. „Nach fünf sieglosen Spielen tut uns so ein dreckiger Sieg gut. Es ist gut zu wissen, dass es wir es auch Foto: Witters/Preiss SANDH AUS E N 55 so können.“ Timo Schultz ordnet dieses erste Liga-Erfolgserlebnis 2022 ähnlich ein: „Es war klar, dass wir uns das nach der Schwächephase, die wir ergebnistechnisch hatten, alles wieder erarbeiten müssen.“ Nach Ansicht des Coaches sieht es für St. Pauli „gut aus. Wir kommen zwar aus einer kleinen Delle, aber wir glauben an uns. Wir wollen dranbleiben“. Dass Kyereh wieder da ist, wird bei dem Vorhaben behilflich sein. Aber der 25-Jährige allein wird nicht reichen. Wieder kassierte St. Pauli zwei Gegentreffer, weniger waren es in der Rückrunde noch nie, und die verloren gegangene Stabilität hätte auch fast in Regensburg noch fatale Folgen gehabt, weil die Abwehr schon vor dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Philipp Ziereis zu schwimmen begonnen hatte und auch danach nur mühsam den Kopf über Wasser hielt. Guido Burgstaller scheut sich nicht, den Finger in die Wunde zu legen. Der Torjäger räumt zwar ein, dass es während der ersten Hälfte die Offensive versäumt hat, für klare Verhältnisse zu sorgen („Auch ich hätte ein, zwei Dinger mehr machen können“), spricht die offensichtlichen Probleme im Rückwärtsgang aber deutlich an: „Wir sollten in Zukunft schauen, dass zwei, drei Tore in Zukunft reichen, um den Sieg mit nach Hause zu nehmen.“ Erst dann wird St. Pauli wieder da sein, wo es hinwill. SEBASTIAN WOLFF Erfolgreiches Comeback: Daniel-Kofi Kyereh bejubelt seinen Treffer zum 3:1 mit Mitspieler Guido Burgstaller. Zum dritten Mal in Serie gegentorlos R OSTOC K Erstes Tor des Winterneuzugangs Schwartz: Die Null steht Meißners Fingerzeig Der Spatz in der Hand war dem SVS lieber als die Taube auf dem Dach. Mit dem Verzicht auf mehr Risiko blieben die Kurpfälzer zum vierten Mal in den vergangenen fünf Spielen und zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor. Die Handschrift von Alois Schwartz ist unübersehbar. Beim 54-Jährigen muss erst mal die Null stehen. „Hätte mir vor einer Woche jemand das Angebot gemacht, ich hätte sofort unterschrieben.“ Zumindest Mikayil Kabaca ist mit den sieben Punkten aus der englischen Woche einverstanden. Erhalten bleibt auch ein Nimbus: Im Audi-Sportpark ist der SVS immer gut gefahren. In Robin Meißner kam, sah und traf. Das Debüt des 22-jährigen Winterneuzugangs bei Rostock machte Hoffnung auf mehr. „Es war ein gutes Gefühl, reinzukommen und der Mannschaft weiterhelfen zu können. Allerdings haben wir nicht mehr den Ausgleich geschafft, das trübt das Gefühl“, meinte der Angreifer. Obwohl noch nicht alles geklappt hat, sieht er sich auf einem guten Weg und hofft auf mehr Spielzeit als zuletzt beim Hamburger SV. Dabei ist ihm die Position nicht so wichtig. Beim 1:2 ausgerechnet gegen den Nordrivalen Werder Bremen wurde Meißner nach knapp einer Stunde für den diesmal acht Spielen seit 2007 gab es bei den Schanzern keine einzige Niederlage. Über Defizite im Spiel nach vorne sah man diesmal großzügig hinweg. Auch die Überzahl nach dem Platzverweis für Hans Nunoo Sarpei und der Dreifachwechsel mit frischen Offensivkräften führten nicht zum dritten Sandhäuser Sieg hintereinander. Schwartz entschuldigte dies mit den schwierigen Platzverhältnissen, stellte aber auch einen „gewisse Müdigkeit“ nach den 2:0-Erfolgen gegen den FC Erzgebirge Aue und in Karlsruhe fest. 20 Punkte aus 15 Spielen unter dem neuen alten Trainer können sich auf jeden Fall sehen lassen. WOLFGANG BRÜCK schwachen Haris Duljevic auf der linken Außenbahn eingewechselt. Der gelernte Mittelstürmer, der sich im Zentrum wohler fühlt, brachte neue Dynamik ins Rostocker Angriffsspiel, wenn auch nicht alles klappte. Meißner sollte viele Tiefenläufe machen und mit Zug und Überzeugung in Richtung des gegnerischen Tores agieren sowie den Abschluss suchen. Das setzte der Rechtsfuß um, erzielte erstmals seit dem 23. Mai 2021 wieder einen Zweitliga-Treffer. Damals hatte er für den HSV beim 4:0 gegen Braunschweig getroffen. Allerdings blieb er noch zu oft an den Gegenspielern hängen und traf nicht immer die optimale Entscheidung. TOMMY BASTIAN
14. FEBRUAR 2022 H E I DE NH E I M Zu wenige Tore für ein Spitzenteam Burnic auf dem Vormarsch Wenn es noch eines Beweises bedurft hat, dass der FCH zu Recht und mittlerweile regelmäßig an den drei Aufstiegsplätzen kratzt, dann war es dieser Auftritt im Topspiel beim punktgleichen HSV. Das Einzige, was sich das Team von Frank Schmidt gefallen lassen muss, ist der Vorwurf einer teilweise schlampigen Chancenverwertung. Zwar weisen die Hamburger die beste Defensive der Liga auf, dass diese aber am Ende die Null hielten, lag größtenteils an den Gästen von der Brenz. Im Nachgang werden vermutlich einige Stimmen laut, die besagen, dass man noch nicht über die Cleverness und Kaltschnäuzigkeit eines etablierten Klubs wie der HSV verfüge. Damit allein lässt sich jedoch die Analyse nicht beschließen. Nicht von der Hand zu weisen ist, dass der FCH von den Top 6 die mit Abstand schlechteste Tordifferenz aufweist. Die 28 Gegentreffer sind im direkten Vergleich noch keine Besonderheit, da halten sich die Topvereine der R EG EN S B U R G 2. Liga die Waage. Mit nur 28 erzielten Toren hinkt der FCH im direkten Vergleich der Konkurrenz deutlich hinterher. Dafür diente das HSV-Spiel als Blaupause: Fünf eigene Treffer waren möglich, zwei bis drei hätten es zwingend sein müssen. Typisch Heidenheim, dass auch in Drucksituationen gegen solch etablierte Gegner der Ball nicht einfach nur rausgeschlagen wird. Die spielerischen Lösungen werden auch in diesen Topspielen präferiert und von Schmidt aktiv eingefordert. Nach seiner längeren Zwangspause findet auf der Doppel-Sechs Dzenis Burnic (Foto) immer besser seine Rolle. Er wird Woche für Woche selbstbewusster. Eigentlich eher der feine Abräumer, steuert er von hinten das Spiel des FCH immer besser, war an zahlreichen Offensivaktionen direkt beteiligt. Hier profitiert er auch von seinem routinierten Nebenmann Norman Theuerkauf, der den unauffälligeren Part dieses Duos übernimmt. Möchte der FCH weiterhin in den Top 6 bleiben, dann muss er vorne durchschlagskräftiger werden. TIMO LÄMMERHIRT Nur sechs Punkte aus zehn Spielen Neuer Plan, altes Dilemma Coach Mersad Selimbegovic (Foto) verglich sein Team mit einem „Boxer, der sich irgendwie in den Seilen hält und versucht, dem letzten Treffer aus dem Weg zu gehen“. In der Tat standen die Regensburger in der aus ihrer Sicht völlig missratenen ersten Hälfte und nach dem frühen 0:2-Rückstand gegen St. Pauli mehrmals vor dem endgültigen K. o. Mit einer ungewohnten Dreierabwehrkette und zwei sehr hoch stehenden Außenverteidigern wollten sie Druck auf den Gegner ausüben. Selimbegovic begründete die Systemumstellung mit den Lehren aus dem 0:2 in der Hinrunde, bei dem seine Mannschaft kein Mittel gegen die Mittelfeldraute gefunden hatte. Doch der Plan scheiterte, weil Jahn damit St. Pauli Räume zum Kontern eröffnete. Diverse individuelle Fehler kamen hinzu. „Wir waren mit dem Ball nicht sauber und sicher“, monierte Selimbegovic. „Ich glaube nicht, dass es alleine am System lag. Wir waren auch so in den 50:50-Duellen meistens nur zweiter Sieger“, sagte Gimber, der nach dem Wechsel wieder auf seine angestammte Position vor der Abwehr rückte. Nun stemmten sich die Oberpfälzer gegen die drohende Niederlage, diktierten das Geschehen. Nach dem Anschlusstreffer von Andreas Albers waren sie „drauf und dran, den Ausgleich zu machen“, sagte Selimbegovic, der seinem Team ein naives Abwehrverhalten beim dritten Gegentor ankreidete: „Wir lassen den Konter über 80 Meter laufen, und am Ende rutscht Scotty (Kennedy, d. Red.) auch noch aus.“ Das neuerliche Anschlusstor durch den nach der Halbzeit eingewechselten und agilen David Otto reichte nicht mehr aus, um die 2:3-Niederlage abzuwenden. Auch wenn die Statistik am Ende mit 23:13 Torschüssen und 64:36 Prozent Ballbesitz klar für die Regensburger sprach. Die Talfahrt des SSV Jahn hält damit weiter an. Nach lediglich sechs Zählern aus den vergangenen zehn Partien verlieren die Regensburger langsam den Anschluss ans obere Tabellendrittel. HEINZ GLÄSER Eisern und effektiv Dem HSV gelingt ein weiteres Stück Vergangenheitsbewältigung. Und SO NNY KIT T EL (29) verkörpert beide neuen, entscheidenden Tugenden. Wenn Dinge offensichtlich anders laufen als zuvor, wird gern fieberhaft nach Gründen und Unterschieden zur Vergangenheit gesucht. In Hamburg ist die Suche dieser Tage relativ schnell abgeschlossen. Der HSV hatte während seiner ersten drei Zweitligajahre immer dann große Schwierigkeiten, wenn ihm die Gegner mit Robustheit und taktischem Geschick das Leben schwer machten. Und er ließ noch in der der Hinserie wertvolle Punkte liegen, weil er häufig seine Überlegenheit nicht in Tore ummünzte. Gegen Heidenheim wies die Elf von Tim Walter nach, dass sie inzwi- Walter scheut den Vergleich mit Heidenheim nicht. schen zwei Komponenten vereinen kann: Sie wehrte sich eisern gegen einen widerspenstigen und herausragend eingestellten Gegner und nutzte die wenigen eigenen Möglichkeiten effizient. Vergleiche mit Heidenheim sind im Unterhaus in der Regel ein Kompliment. Die Hamburger Protagonisten scheuen diesen nicht mal selbst. „Wir haben genauso viel gearbeitet und sind genauso viel gelaufen wie sie“, schwärmt Tim Walter und stellt seiner Mannschaft damit ein echtes Reifezeugnis aus. Denn in den Vorjahren sind individuell stärker besetzte HSV-Kader oft vor allem daran gescheitert, dass sie, wenn es unangenehm wurde, nicht die Unnachgiebigkeit hatten, so hart zu arbeiten wie die Gegner. Der Samstag hatte mehrfach das Gefahren-Potenzial, die nach Siegen gegen die Konkurrenten St. Pauli und Darmstadt neue, schöne und heile HSV-Welt zum Einsturz zu bringen, vor allem nach der Pause. Doch Walters Elf hielt in dieser Phase nicht nur eisern dagegen, sie schlug genau in diesem Moment effizient selbst zu. Weil nach Robert Glatzel in der Vorwoche gegen den FCH mal wieder Sonny Kittel in die Rolle des Unterschiedsspielers schlüpfte. Bezeichnenderweise in einer Partie, in der er gegen die Resolutheit der Heidenheimer große Schwierigkeiten hatte, das Spiel an sich zu reißen. Entschieden hat er es mit seinem Doppelpack dennoch. Weil der in der Vergangenheit häufig so wankelmütige Techniker die von Walter immer wieder eingeforderten Grundtugenden verinnerlicht hat: Bereitschaft und Beharrlichkeit. Der Trainer verhehlt nicht, dass seine Formation unter dem Gegnerdruck mehrfach Probleme hatte und seine Spielidee auf wackligen Füßen schien. „Wenn man viel mit dem Ball spielt, kann auch immer mehr passieren“, räumt er ein. Dass derzeit die Vorteile seines Systems überwiegen, sieht er in dem gewachsenen Mut begründet: „Die Jungs sind so überzeugt von sich und so mutig, dass sie es durchziehen. Das hat uns dahin gebracht, wo wir jetzt sind.“ Zur Erinnerung: Beim Top-Spiel gegen Schalke Mitte Dezember noch hatte den HSV der Mut verlassen, als der Gegner früh störte, herausgekommen ist ein vogelwildes und schmeichelhaftes 1:1. Die Unterschiede zur Vergangenheit werden an immer mehr Stellen sichtbar. SEBASTIAN WOLFF Eine Story über Vorstand Wüstefeld lesen Sie ab S. 86. Foto: imago images/Bergmann 56
14. FEBRUAR 2022 57 Bereitschaft und Beharrlichkeit: Mit diesen Tugenden glänzt Sonny Kittel, hier gegen Norman Theuerkauf, beim 2:0 gegen den FCH. KA RL S RU HE Nach erstem Dreier in der Rückrunde wieder im Soll – Gollers Tempoläufe Zum Abschluss der englischen Woche gelang dem KSC der ersehnte und am Ende auch überzeugende Heimsieg: Gegen den 1. FCN gewannen die Badener nach einer starken zweiten Hälfte vor fast 10 000 begeisterten Fans mit 4:1. Mit diesem Dreier konnte der KSC seinen ersten Sieg in der Rückrunde feiern und seinen Abstand auf die Abstiegszone auf 14 Punkte ausbauen. Somit liegt er mit Blick auf sein Ziel, eine sorgenfreie Saison zu spielen, wieder voll im Soll. Dass die Sieglosigkeit und die vorausgegangenen Niederlagen gegen Werder (1:2) und Sandhausen (0:2) nicht spurlos an der Mannschaft vorübergegangen war, merkte man ihr zunächst noch deutlich an. Über weite Phasen einer zerfahrenen ersten Hälfte agierte sie um- ständlich und zögerlich, hatte keinen einzigen Abschluss. Erst als sie durch einen schlitzohrigen Freistoß des Nürnbergs Geis in Rückstand geriet, änderte sich dies. Wieder einmal erwies sich ein Gegentor als Weckruf, wieder einmal bewies das Team nach einem Gegentor Charakter und Kampfstärke. Plötzlich attackierte der KSC früh, kam so zu vielen Ballgewinnen und hatte alles im Griff. Und als die Elf von Trainer Christian Eichner nach fast einer Stunde das 3:1 erzielte und so die Partie komplett drehte, kam auch noch spielerischer Glanz dazu. Die anfängliche Verunsicherung war komplett verflogen, die Automatismen griffen, sodass der KSC Tempo ins eigene Spiel bekam. Auch weil das Außenbahnspiel auf Hochtouren lief, vor allem rechts über Benjamin Goller, erzeugten die Badener großen Druck – und waren auch stets torgefährlich. Winterneuzugang Goller verwirrte die Gästeabwehr mit seinen Tempoläufen und hatte großen Anteil daran, dass die Angriffe nun schnell und schnörkellos vorgetragen wurden – oder um es mit den Worten des 23-Jährigen zu sagen: „Wir haben Druck gemacht und uns nicht gescheut von hinten durchzuschieben, jeder ist aggressiv in die Zweikämpfe gegangen, das hat Nürnberg zu spüren bekommen.“ Trainer Christian Eichner indes war die Erleichterung über den wichtigen Sieg deutlich anzumerken: „Es war für uns keine einfache Situation nach den jüngsten Ergebnissen“, so Eichner. Bei all dem Lob für seine Elf sah er auch Verbesserungspotenzial: „Wir müssen schleunigst abstellen, dem Gegner aus dem Nichts den Ball zu geben.“ PETER PUTZING Foto: GES Aus dem Rückstand das Krisenende gemacht Schwungrad auf der rechten KSC-Seite: Benjamin Goller
58 14. FEBRUAR 2022 N Ü RN B ER G Bewertung des 1:4 beim KSC fällt beim Club unterschiedlich aus – Dünnhäutiger Klauß Zwischen Kleinigkeiten und geht nicht AU E den FCN-Trainer indes hätten seiner Elf im Aufeinandertreffen zweier gleichwertiger Teams nur „Kleinigkeiten“ gefehlt: Anstatt das mögliche 2:0 oder das 3:1 zu erzielen, gab sie kurz nach der Pause in fünf Minuten, weil nicht wach, die Partie her. Kann man so sehen, muss man aber nicht, siehe Sechser Johannes Geis: „Nach dem 2:1 brechen wir ein. Das geht nicht. So können wir uns nicht präsentieren.“ Wie wahr, zumal der KSC nach seinem cleveren Freistoß zur 1:0-Führung die Reaktion zeigte, die beim FCN die Verantwortlichen von ihrer Elf eingefordert hatten. Zu sehen bekamen sie diese erst nur ansatzweise und Foto: GES Nur drei Punkte hintendran – so könnte man wohlwollend die Lage des FCN beschreiben, der nach dem 1:4 beim KSC im Vergleich zur Hinrunde eben jene Zählerzahl weniger hat. Ausgehend von der Betrachtungsweise des Trainers Robert Klauß, den erst mal nur die Leistung interessiert, dann das Resultat und die Tabelle in dieser Saisonphase ganz am Rande, kann man, nein, muss man zu einem anderen Urteil kommen: Dem FCN ist die kurze Winterpause nicht nur wegen der drei Niederlagen in vier Spielen schlecht bekommen, er hat, die zweite Hälfte gegen Paderborn (1:2) und die erste in Düsseldorf (1:0) ausgeklammert, bislang auch rein leistungsmäßig enttäuscht. Mal weniger, mal mehr, siehe den indiskutablen Auftritt beim 0:5 gegen Ingolstadt, siehe aber auch die Darbietung in Karlsruhe – vor allem, wenn man bedenkt, dass jene Partie unter dem von Sportvorstand Dieter Hecking eingeforderten Aspekt „eine Reaktion zeigen“ gestanden war. Für Das Ende von fünf bitteren Minuten: KSC-Stürmer Hofmann düpiert Nürnbergs Suver und trifft zum 3:1 – hinten Valentini. Schon sechs Punkte ab der 90. Minute verspielt KIEL dann gar nicht mehr – auch wenn der Trainer dem widersprach. Wo er in der Vorwoche noch hart, klar analysierte, übte er sich nun dünnhäutig im Relativieren. Solche Schwankungen gehören nun mal zum Entwicklungsprozess einer jungen Mannschaft, und verwies darauf, dass „wir solche Phasen schon erlebt haben.“ Alles richtig, und man muss nun auch nicht alles infrage stellen – und doch kommen die Klauß’schen Erklärungen ein wenig dürftig daher, denn ausgehend vom ersten Halbjahr überrascht der schwache Start ins Jahr 2022 sehr wohl. Andererseits ist es noch zu früh, Parallelen zur vergangenen Saison zu ziehen, als der FCN im Januar 2021 seinen Aufwärtstrend nicht bestätigen konnte und nach dürftigen Leistungen von sechs Spielen fünf verlor. „Stark, groß bleiben, unsere Arbeit machen“, betont Klauß, um trotzig-selbstbewusst anzufügen: „Wir spielen eine gute Saison.“ Eine Ausage, die in den nächsten Spielen, beginnend mit dem Duell mit dem Jahn, auf dem Prüfstand steht. CHRISTIAN BIECHELE Joker Wriedt auf den Spuren von Sterner Immer diese Schlussphase Immer diese Nachspielzeit Wenn diese 90. Minute nicht wäre! Der FC Erzgebirge Aue wäre richtig dick im Geschäft im Kampf um den Klassenerhalt. So aber schwinden die Hoffnungen. Die 2:3-Last-Minute-Niederlage am Freitagabend gegen Holstein Kiel war wieder mal ein herber Dämpfer. Noch nie hatte Aue nach 22 Spieltagen weniger als aktuell 15 Punkte, noch nie verlor der FCE in der 2. Liga fünf Heimspiele am Stück – und dann kommen noch diese Schlusssekunden hinzu: am 8. Spieltag beim SSV Jahn Regensburg (2:3), am 9. Spieltag zu Hause gegen den Hamburger SV (1:1), am 19. Spieltag beim FC St. Pauli (2:2) und nun am 22. Spieltag gegen Kiel. Sechs Punkte haben die Veilchen so ganz am Ende einer Partie verloren. Statt 21 sind es nun eben nur jene 15 Zähler. Irgendwann ist es kein Pech mehr, auch wenn die Mannschaft kämpferisch nach dem 0:2 und der Roten Karte für Soufiane Messeguem alles aus sich herausholte. Wenn es dann schon 2:2 steht, muss das anders verteidigt werden. „Ich habe schon viel erlebt und bin ein erfahrener Trainer. Aber es ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann“, haderte FCE-Trainer Pavel Dotchev (Foto). „Wir haben die Chance zum 1:0 und bekommen stattdessen im Gegenzug das 0:1. Wir müssen diese negativen Erlebnisse zu oft mitnehmen“, schüttelte er den Kopf. Aber in der zweiten Hälfte kamen seine Jungs. „Wir schaffen mit sehr viel Aufwand das 2:2, leider Gottes kassierst du dann das dritte Gegentor. Aber wir haben gezeigt, dass wir leben“, hebt Dotchev das Positive hervor. Aber leben allein reicht nicht, es müssen schleunigst Punkte her. Am nächsten Sonntag bei Fortuna Düsseldorf wartet für Aue nun wieder ein Endspiel. Im Falle einer erneuten Niederlage könnte es das letzte sein … THOMAS NAHRENDORF Die Last-Minute-Monster von der Kieler Förde feiern ihre Joker. Beim glücklichen 1:0-Heimerfolg gegen Düsseldorf in der Vorwoche hatte Jonas Sterner in der 93. Minute entscheidend getroffen, am Freitagabend in Aue sorgte der eingewechselte Winterneuzugang Kwasi Okyere „Otschi“ Wriedt (Foto) für Frühlingsgefühle im sächsischen Schneetreiben. Sein Treffer in der 90. Minute zum 3:2-Endstand besiegelte den dritten Dreier in Folge – eine Saisonpremiere für die Störche. „Einfach nur super“, fühlte sich der 27-Jährige nach seinem dritten Kurzeinsatz: „Aue ist immer ein schweres Pflaster. Und wenn man dann noch das goldene Tor macht, dann freut einen das umso mehr.“ Tor-Vorbereiter Alexander Mühling, der anstelle des am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankten Hauke Wahl die Kapitänsbinde trug, pries Wriedt gar als Symbol der Kieler Mentalität: „Es spricht für sich, dass sich Otschi nach dem Auer 2:2 den Ball schnappt und sagt: Kommt Jungs, es ist noch nicht zu Ende.“ Zur Euphorie dämpfenden Wahrheit gehört aber auch, dass die Störche trotz eigener Überzahl eben einen 2:0-Vorsprung gegen bis dahin harmlose Sachsen hergeschenkt hatten. „Man ist ein bisschen fassungslos, dass wir Aue noch so ins Spiel zurückkommen lassen. Es gibt da ein, zwei Dinge zu analysieren“, mahnte Routinier Fin Bartels, Schütze zur 1:0-Führung. Auch Cheftrainer Marcel Rapp bemängelte „das stümperhafte Verteidigen“ bei den beiden Gegentreffern, lobte aber zugleich die „große Effizienz“ seiner seit sechs Partien ungeschlagenen Mannschaft, die sich dank des vehementen Ergebnis-Zwischenspurts seit Rückrunden-Beginn (13 Zähler in 5 Spielen) endgültig aus dem Abstiegskampf verabschiedet hat. ANDREAS GEIDEL
14. FEBRUAR 2022 Die Siegesserie von W E R D E R fußt auch auf einem Vertrauen, die Spiele erst in der zweiten Hälfte entscheiden zu können. So unaufhaltsam der SV Werder Bremen aktuell jedes seiner Spiele gewinnt, mittlerweile schon das siebte in Folge – so fragil erscheint diese Siegesserie zumindest in der Halbzeitpause. In den sechs zurückliegenden Partien ging das Team nie mit einer Führung in die Kabine. Trainer Ole Werner, mit dessen Amtsantritt der Bremer Lauf startete, scheint also insbesondere beim Nachjustieren die richtigen Ansätze zu finden, damit sein Team die Partie in der zweiten Hälfte zu den eigenen Gunsten entscheidet. Für sich reklamieren würde der 33-Jährige diesen Rückschluss jedoch keineswegs. Werner glaubt eher, dass sich Spiele oftmals erst im zweiten Durchgang öffnen, dass man den Gegner zunächst einmal „in Bewegung bringen muss“. Es wird sich in der 2. Liga ja mittlerweile herumgesprochen haben, dass es ratsam ist, sich gegen die Bremer, die mit einiger Verspätung nunmehr auch ihrer Rolle als Aufstiegskandidat gerecht werden, erst mal auf die Defensivarbeit zu fokussieren. Auch Niclas Füllkrug hat festgestellt, „dass die Mannschaften sehr gut gegen uns eingestellt sind“. Es sei „zumindest nicht geplant“, erst auf die zweite Hälfte einer Partie zu warten, ehe man dann den Sieg auf den Weg bringt, sagt der Werder-Coach. Und trotzdem: 33 der erzielten 43 Tore fielen nach dem Seitenwechsel. „Ich glaube, dass wir immer eine perfekte Ansprache halten“, berichtet indes Marvin Ducksch: „Wir wissen, egal wie es zur Pause steht, dass wir noch mindestens 45 Minuten Zeit haben und uns gar keinen Stress machen.“ Werder versteht es, cool zu bleiben, selbst bei einem 1:2-Halbzeitrückstand in Paderborn, der sich anschließend sogar noch auf 1:3 erhöhte. Foto: Getty Images/Franklin PA D E RB ORN Cool bleiben 59 Mal wieder spielentscheidend: Marvin Ducksch (links) und Niclas Füllkrug erzielen auch beim 2:1-Auswärtssieg in Rostock die Bremer Tore – jeweils erst im zweiten Durchgang. Das Vertrauen in die eigene Stärke ist unter Werner wieder gewachsen. Bei jedem Einzelnen. Doch Angreifer Ducksch ist noch mal ein besonderer Fall, in Rostock traf er im siebten Spiel in Folge – was für Werder zuletzt Rudi Völler in der Bundesliga-Saison 1982/83 gelungen war. Nun winkt auch Werner eine Bestmarke. Mit einem weiteren Sieg am Samstag gegen Ingolstadt zöge er mit Trainer-Ikone Otto Rehhagel gleich, der sich 1981 nach seinem Amtsantritt in der 2. Liga mit acht Siegen in Folge einführte – als Bremen Abwehrzentrum hält dicht DR E SDE N letztmals in die Bundesliga aufstieg. Ist Werner selbst jedoch herzlich egal, auch er bleibt cool. In Rostock sprach der Coach im Mannschaftskreis lieber den Spielern ein Lob aus: „Wenn man sieht, welche Spielverläufe und welche Widerstände es in den vergangenen Wochen gab, diesmal in extrem hitziger Atmosphäre – dann war es außergewöhnlich, was wir geleistet haben. Deshalb darf man den Moment mal genießen.“ Kurz zumindest. Am Samstag, betonte Werner, startete bereits die Vorbereitung auf Ingolstadt. TIM LÜDDECKE Schmidts Umstellungen greifen Was Kwasniok stört Kade bringt Stabilität Das Positive vorab: Paderborn ist erstmals seit dem 19. November 2021 (0:0 in Hannover) ohne Gegentor geblieben. Beim 0:0 gegen Dresden stand die Defensive absolut sicher. Im Abwehrzentrum machten der stets umsichtige Uwe Hünemeier und der nach einigen Schwächen um den Jahreswechsel herum wieder klar formverbesserte Jasper van der Werff alles dicht. Dass es trotz dieser guten Abwehrleistung für den SCP nicht zum angestrebten dritten Heimsieg dieser Spielzeit reichte, hatte auch mit Kleinigkeiten zu tun. Bei zwei guten Abschlüssen von Philipp Klement flog der Ball hauchzart am Tor vorbei. Es sei „bei Weitem nicht alles perfekt“ gewesen, resümierte Trainer Alexander Schmidt nach dem torlosen Remis in Paderborn. Viel wichtiger war für den Coach, dass sein Team eine Woche nach dem blamablen 1:4 gegen Rostock eine Reaktion auf den Platz brachte. „Das ist uns in Teilen ganz gut gelungen“, sagte der 53-Jährige. In den vergangenen Wochen waren die Anfangsminuten eine wesentliche Schwäche der Dresdner. Gegen Hansa reichten zwölf Minuten für vier Gegentore. Dieser auffallenden Defensivschwäche versuchte Schmidt vor allem mit einer taktischen Umstellung entgegenzuwirken. Statt im gewohnten Florent Muslija und Kai Pröger scheiterten am aufmerksamen Keeper Anton Mitryushkin, und auch Joker Felix Platte blieb der „Lucky Punch“ verwehrt. „Mit unserer Leistung bin ich einverstanden, mit dem Ergebnis nicht“, resümierte Trainer Lukas Kwasniok. Tatsächlich klaffen bei den Ostwestfalen Aufwand und Ertrag aktuell ein Stück weit auseinander. Während der SCP aus den ersten fünf Hinrundenpartien elf Punkte holte, wurden in den ersten fünf Rückrundenspielen nur fünf Zähler eingefahren. Die Aufstiegsränge und Platz 3 sind weit weg. Für den vorzeitigen Ligaerhalt wird der Punkteschnitt aber reichen. Das sollte man positiv sehen. JOCHEM SCHULZE 4-4-2 mit Raute lief Dynamo in einem 4-2-3-1 auf. „Wir wollten kompakt stehen und im Mittelfeld pressen“, erklärte Schmidt. Der zusätzliche Sechser vor der Abwehr, in diesem Fall Julius Kade, sorgte für mehr Stabilität. Brachen die Hausherren doch einmal durch die Dresdner Hintermannschaft, konnte sich Anton Mitryushkin auszeichnen. Der russische Schlussmann ersetzte erneut den an der rechten Hand verletzten Stammtorwart Kevin Broll. Was jedoch fehlte, war erneut die offensive Durchschlagskraft. Will sich der Aufsteiger in den kommenden Wochen behaupten, muss eine bessere Balance zwischen Defensive und Offensive hergestellt werden. LUCAS BÖHME
CHAMPIONS LEAGUE Nach dem Hype um den Super Bowl geht’s jetzt in der KÖ NI G S K L ASS E weiter. Mit den Bayern ist nur noch ein deutscher Klub dabei. Superpott MÜNC HE N Verlängerung mit Nübel angedacht Fotos: picture-alliance/Niering (2) Ulreich spielt um einen neuen Vertrag Zwischenlösung: Zeigt sich Sven Ulreich als guter Ersatz für den verletzten Neuer, darf er wohl länger bleiben. Köhn Kristensen Solet Wöber Ulmer Capaldo Camara Seiwald Aaronson Adeyemi Okafor RB SALZBURG BAY E R N M Ü N C H E N Lewandowski Sané Müller Gnabry Tolisso Kimmich Hernandez Süle Pavard Ulreich Coman Mittwoch, 21 Uhr live bei DAZN SA L ZB URG So konnte sich Sven Ulreich (33) nicht aus der Champions League verabschieden. Es war am 1. Mai 2018, als der Torhüter des FC Bayern im Halbfinale bei Real an einem flachen Rückpass Corentin Tolissos mit eigenartig schräg nach vorne stürzendem Körper vorbeigrätschte und Karim Benzema zum 2:1 einschob (46.). Das finale 2:2 bedeutete nach dem 1:2-Hinspiel das Aus. Trotz dieses Patzers hatte Ulreich in jener Saison den verletzten Manuel Neuer (Mittelfußbruch) gut vertreten. In Salzburg wird Ulreich sein internationales Comeback im FCB-Kasten geben. Schon zum Start 2022 gegen Mönchengladbach musste er Neuer vertreten und sah beim 1:2-Treffer nicht gut aus. Beim 2:4 nun in Bochum hätte er zumindest beim vierten VfL-Tor, mag es noch so schön gewesen sein, die lange Flugkurve des Balles abändern können. In den kommenden Paarungen bietet sich Ulreich die Chance, für sich zu werben. Denn seine berufliche Zukunft ist noch nicht geklärt. Als Alexander Nübel (25) vor der laufenden Runde zu AS Monaco verliehen wurde (für zwei Jahre; mit der FCB-Option, ihn bei Bedarf schon nach einer Saison zurückzurufen), wurde Ulreichs Wiedereinstellung nach einem unbefriedigenden Jahr beim Hamburger SV (2020/21) bis zum 30. Juni 2022 befristet. Die drei Parteien – der FCB, Nübel Adeyemi nach Mandelentzündung noch nicht wieder topfit Köhn und der steile Aufstieg Es war ein typisches Spiel für Philipp Köhn. Wie so oft, wenn Salzburg auf seine Ligakontrahenten trifft, bekam der Keeper auch beim 2:1-Sieg bei Rapid kaum Bälle aufs Tor. Und als Österreichs Rekordmeister das 1:0 gelang, war der 23-Jährige chancenlos. Was fast sicher ist: Wenn die Bullen an diesem Mittwoch ANZEIGE den FC Bayern empfangen, erwartet Köhn ein ganz anderes Spiel. Für viele überraschend hatte ihn Trainer Matthias Jaissle im Sommer dem ehemaligen Unterhachinger Nico Mantl vorgezogen. Dabei spielte der Sohn eines Deutschen und einer Schweizerin vor einem Jahr noch in der zweiten Schweizer Liga beim FC Wil, wo auch Ex-BVB-Angreifer Alexander Frei zu seinen Förderern zählte. Von der Challenge League, in die er von Salzburg verliehen war, in die Champions League also. Und das im Blitztempo, das sogar dafür sorgte, dass Köhn im November 2021 erstmals in den Kader der Schweizer Nationalmannschaft berufen wurde – bis zur U 18 hatte er noch für den DFB gespielt. Köhn, geboren in Dinslaken und im Nachwuchs des MSV Duisburg, von Schalke 04 und des VfB Stuttgart groß geworden, fällt nicht in die Kategorie Lautsprecher, zeichnet sich aber durch Konstanz, Spieleröffnung und Antizipationsfähigkeit aus. „Philipp ist ein sehr gut ausgebildeter, moderner Torwart, der ausgezeichnet zu unserer Art von Fußball passt“, lobt Sportdirektor Christoph Freund. Von Vorgänger Cican Stankovic redet niemand mehr Der 2:1-Sieg bei einem ultradefensiven Rapid war für Salzburg eine passable Generalprobe für das „Spiel des Jahrzehnts“. Die beste Nachricht war aber, dass der eigentlich als Ausfall geltende Nicolas Seiwald schon wieder
14. FEBRUAR 2022 CH A M P I O N S L E AG U E : AC HT EL F I N A L E Dienstag, 15. Februar, 21 Uhr Sporting Lissabon – Manchester City Paris Saint-Germain – Real Madrid Mittwoch, 16. Februar, 21 Uhr RB Salzburg – Bayern München Inter Mailand – FC Liverpool Dienstag, 22. Februar, 21 Uhr FC Chelsea – Lille OSC FC Villarreal – Juventus Turin Mittwoch, 23. Februar, 21 Uhr Benfica Lissabon – Ajax Amsterdam Atletico Madrid – Manchester United Rückspiel Mi., 9. März Mi., 9. März Guardiola muss basteln DAZN DAZN Di., 8. März Di., 8. März Immerhin: Gegen den vermeintlichen Übergegner Manchester City geht es für Portugals Meister Sporting Lissabon im Achtelfinale nicht schon um die letzte weitere Titelchance der Saison. Nachdem man unlängst das Ligapokalfinale gegen Benfica mit dessen deutschem Regisseur Julian Weigl gewann, ließ man nun durch das 2:2 in der Liga bei Tabellenführer Porto auch im Meisterrennen nicht abreißen. Bei sechs Punkten Rückstand ist die Titelverteidigung weiter möglich. Im Pokalhalbfinale trifft man ebenfalls auf Porto. Paulinho und Nuno Santos trafen am Freitag für die Grün-Weißen, die auf Pedro Goncalves verzichten mussten, den Dortmund-Schreck aus der Gruppenphase. Der 23-Jährige laboriert an einer Muskelverletzung, sein Einsatz gegen die Cityzens ist unklar. Für ihn käme erneut Nuno Santos auf der linken Angriffsseite zum Einsatz. Zudem liegen die Hoffnungen auf Pablo Sarabia. In seinen letzten fünf Spielen hat der von PSG ausgeliehene Rechtsaußen vier Treffer erzielt. In insgesamt DAZN DAZN Di., 15. März Di., 15. März Weitere Termine: Auslosung Viertel- und Halbfinale: 18.3. Viertelfinale: 5./6. und 12./13.4. – Halbfinale: 26./27.4. und 3./4.5. Endspiel am 28.5. in St. Petersburg und Ulreich – wollten die Entwicklung abwarten. Sie stellt sich so dar: Neuer bleibt unantastbar. Eine Ausweitung der Kooperation mit ihm über 2023 hinaus wird besprochen. Damit wäre auch die Neuer plus Nübel – das Duo wird es beim FCB nicht mehr geben. Personalie Nübel entschieden, da der vormalige Schalker nur dann zurückkehrt, wenn ihm mehr Einsätze zugesichert werden – aber nicht nur im DFB-Pokal, sondern nach seiner Vorstellung in der Champions League. SP ORTI NG L I SSABON – MANC HE STE R CIT Y live bei DAZN Amazon Amazon Mi., 16. März DAZN Mi., 16. März Diese Kompromisslösung wird Neuer nie akzeptieren. Auch die FCB-Entscheider sehen ein, dass es das Duo Neuer-Nübel beim Rekordmeister nicht mehr geben wird. Dennoch wären sie bereit, Nübels bis 2025 vereinbarte Anstellung zu verlängern. Bis dahin könnte er weiter anderswo Praxis sammeln, im Idealfall, so der Bayern-Wunsch, in der Königsklasse, damit Nübel seine Befähigung zur Nummer 1 nachweisen könnte. Unter anderem ist Tottenham interessiert. Ulreich könnte dann für eine weitere Saison die (Zwischen-) Lösung darstellen. Aber dazu muss er nun die nötige Leistung zeigen. KARLHEINZ WILD 61 ANZEIGE 30 Pflichtspielen in dieser Saison für Sporting bilanziert er elf Tore und neun Assists. Hinter Sarabia dürfte der von ManCity ausgeliehene Pedro Porro als Rechtsverteidiger auflaufen. Trotz des Gegners sind die Portugiesen zuversichtlich: „Wir haben den Ehrgeiz, wieder zu überraschen“, sagt Mittelfeldspieler Joao Palhinha. Auf City-Seite gedenken sie dies zu unterbinden, auch wenn Trainer Pep Guardiola Ausfälle zu verkraften hat: Rechtsverteidiger Kyle Walker muss eine Rotsperre absitzen, da er bei der 1:2-Niederlage im letzten Gruppenspiel in Leipzig vom Platz geflogen war. Bei Jack Grealish ist zudem eine Schienbeinverletzung wieder aufgebrochen, die ihn schon in der Vorsaison für zwölf Spiele zum Zuschauen verdammt hatte. „Es ist ein bisschen wie das, was er bei Aston Villa hatte, nur nicht ganz so schlimm“, erklärt Guardiola und hofft, dass die Pause des Rekordzuganges nicht länger als die prognostizierten vier Wochen dauern wird. Für Walker könnte John Stones beginnen, der bereits in der Vorwoche beim 2:0-Erfolg über Aufsteiger Brentfort hinten rechts aufgelaufen war. Als weitere Alternative steht Joao Cancelo bereit, für den dann links Oleksandr Zinchenko einspränge. Ohnehin wird die Startelf beim Hinspiel in Lissabon anders aussehen als beim klaren 4:0 in Norwich am Wochenende. Da wurden Stones und Joao Cancelo ebenso geschont wie Aymeric Laporte und Kevin De Bruyne. MARCUS ALVES, KEIR RADNEDGE E UR OPA L E AGUE : P L AY- OFFS Im Rampenlicht: Philipp Köhn stellt sich mit RB Salzburg in der Königsklasse der Münchner Top-Offensive entgegen. auf dem Feld stand. Dabei war auch Karim Adeyemi, wenngleich er nach einer Mandelentzündung und immer wiederkehrenden Wehwehchen noch nicht bei 100 Prozent ist. Im Gegensatz zu Köhn, der nach seinem steilen Aufstieg am Mittwoch auch in Deutschland im Rampenlicht stehen wird. Beim ersten Versuch, 2017/18 bei RB Leipzig unter Vertrag, hatte das noch nicht geklappt. TOBIAS WAIDHOFER Hinspiele: Donnerstag, 17. Februar FC Barcelona – SSC Neapel 18.45 Uhr Zenit St. Petersburg – Real Betis Sevilla 18.45 Uhr Borussia Dortmund – Glasgow Rangers 18.45 Uhr Sheriff Tiraspol – Sporting Braga 18.45 Uhr (Rückspiele am Donnerstag, 24. Februar, 21 Uhr) FC Sevilla – Dinamo Zagreb 21 Uhr Atalanta Bergamo – Olympiakos Piräus 21 Uhr RB Leipzig – Real Sociedad San Sebastian 21 Uhr FC Porto – Lazio Rom 21 Uhr (Rückspiele am Donnerstag, 24. Februar, 18.45 Uhr) RB Leipzig – Real Sociedad live bei RTL und BVB – Rangers, Barcelona – Neapel, Sevilla – Zagreb, Atalanta – Olympiakos und Porto – Lazio bei RTL+ Bereits für das Achtelfinale gesetzt: Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt, AS Monaco, Galatasaray SK, Olympique Lyon, Roter Stern Belgrad, Spartak Moskau, West Ham United Weitere Termine: Auslosung Achtelfinale: 25.2. – Achtelfinale: 10. und 17.3. Auslosung Viertel- und Halbfinale: 18.3. Viertelfinale: 7. und 14.4. – Halbfinale: 28.4. und 5.5. Endspiel am 18.5. in Sevilla
Superpott Schon im Achtelfinale trifft KY L I AN MB A PP É (23) mit PSG auf Real. Er ist nur einer von zahlreichen Stars, deren Vertrag 2022 ausläuft. Teure Schnäppchen Jetzt kann Florentino Perez ihn zweimal aus nächster Nähe auf dem Platz bewundern. Schon länger gilt Kylian Mbappé als der Augenstern des Präsidenten von Real Madrid, nun treffen die Königlichen im Achtelfinalhit der Champions League auf Paris Saint-Germain – und damit auch auf den französischen Superstar. Nach dessen gescheitertem Wechsel im Sommer 2021 gilt es in Spaniens Medien schon als ausgemacht, dass der Weltmeister von 2018 im Sommer 2022 zum spanischen Tabellenführer wechselt. Der 23-Jährige würde mit Blick auf den bereits 34-jährigen Kapitän Karim Benzema einerseits einen Generationswechsel im Sturmzentrum einläuten. Andererseits würde Mbappé als Jungprofi angesichts seines WeltfußballerPotenzials bestens in die Marketing-Maschinerie der Königlichen passen. Medien spekulieren von einem wahnwitzigen Nettogehalt von 25 Millionen Euro. Somit ist der ablösefreie PSG-Angreifer nur vermeintlich ein Schnäppchen, zumal auch noch einiges an Handgeld fließen dürfte. Nicht nur für Mbappé. Bei einer Vielzahl von Spielern, die nun ab der K.-o.-Runde in der Champions League die große europäische Bühne betreten, läuft im Sommer 2022 der Vertrag aus. Und wenn es nicht irgendwelche geheimen Klauseln gibt, können die meisten dieser Pro- fis ob ihrer Klasse nur gewinnen. Denn entweder verlängern sie ihr Arbeitspapier bei ihrem Arbeitgeber zu deutlich verbesserten Konditionen, oder sie streichen eben besagtes Handgeld ein – und bekommen Viele Indizien sprechen für einen Wechsel des Weltmeisters. möglicherweise dennoch an anderer Stätte ihre Gehaltswünsche erfüllt. Perez selbst muss sich in seinem eigenen Hause auch Gedanken machen. Weniger bei Marcelo, dessen Name zwar immer noch Strahlkraft hat, der aber gehen wird. Der Brasil- Eine Elf der ablösefreien Stars Mbappé Suarez Paris St. Germain Atletico Madrid Dybala Tolisso Juventus Turin FC Bayern Modric Real Madrid Pogba Manchester United Marcelo Real Madrid Rüdiger FC Chelsea Christensen FC Chelsea ANZEIGE Azpilicueta FC Chelsea Onana Ajax Amsterdam Soll bei Real Madrid noch mal um ein Jahr verlängern: Luka Modric ianer wird mit einer Rückkehr zu seinem Heimatverein Fluminense in Rio de Janeiro in Verbindung gebracht. Luka Modric indes soll bleiben, trotz seines speziell mit bald 37 Jahren fürstlichen Gehalts von 15 Millionen Euro brutto. Aber seine Laufwerte sind immer noch top. Spieler in diesem Alter bekommen bei Real nur einen Einjahresvertrag angeboten, sogar bei Legende Sergio Ramos war das so. Der verpokerte sich, wurde von Perez quasi vor die Tür gesetzt und spielt nun bei – PSG. Dort hat man den Kampf um Mbappé noch nicht aufgegeben, wenngleich nicht nur die Tatsache, dass er selbst sich erst nach den Achtelfinalduellen mit Real äußern will, als Indiz für einen Wechsel in die spanische Hauptstadt gilt. Eine Vertragsverlängerung ist zwar nicht komplett ausgeschlossen, doch so wirklich glauben tut daran niemand beim Tabellenführer in Frankreich. Eng verbunden ist die Causa Mbappé mit der Zukunft Erling Haalands. Denn für den Norweger kommt ebenso wie für den Franzosen lediglich eine Handvoll Klubs infrage, weshalb die Entscheidungen beider Dies ist eine Auswahl von elf Profis, die aktuell mit ihrem Klub im Achtelfinale der Champions League stehen und die bisher weder ihren im Juni 2022 auslaufenden Vertrag verlängert noch einen Klubwechsel verkündet haben.
14. FEBRUAR 2022 63 Akteure möglicherweise korrespondieren. Vor Wochenfrist spekulierten französische Medien sogar über einen Haaland-Transfer nach Paris, in diesem Fall als Nachfolger Mbappés. Eher unwahrscheinlich. Aber wer weiß? Wer hätte schon gedacht, dass Niklas Süle, der vor Kurzem auch in der Elf der ablösefreien Stars mit offener Zukunft aufgetaucht wäre, sich so entscheidet? Er verlässt den FC Bayern in Richtung Dortmund. Und so steht in der Defensive vor allem der neue Klub-Weltmeister FC Chelsea im Fokus. Die Innenverteidiger Andreas Christensen und Antonio Rüdiger sind noch in Verhandlungen, bei Kapitän Cesar Azpilicueta könnte eine Klausel Chel- Fotos: Getty Images, imago images Für den FC Chelsea wird das Ganze ein Rechenspiel. seas, über die Spaniens Medien berichten, einen möglichen Wechsel zum FC Barcelona erschweren. Für Chelsea wird das Ganze ein Rechenspiel: Erfüllt man die höheren Gehaltswünsche der Spieler (zumindest bei Christensen und Rüdiger), weil weder Trevoh Chalobah noch Malang Sarr so weit sind, sie dauerhaft adäquat zu vertreten? Oder lässt man die Profis ziehen und muss dann selbst möglicherweise Ablösesummen zahlen? Und auch Spieler, deren Verträge auslaufen, sind bekanntlich keine Schnäppchen. Thiago Silvas Kontrakt endet zwar erst 2023, doch auch er wird mit Fluminense in Verbindung gebracht. In Italien sind vor allem Inter und Juventus in zähen Planspielen. Mit Marcelo Brozovic sind sich die Mailänder so gut wie einig. Derweil würde Coach Simone Inzaghi den formstarken Ivan Perisic gerne halten, doch die Gehaltsvorstellungen liegen noch zu weit auseinander. Der Ex-Münchner erhält derzeit fünf Millionen Euro netto und fordert rund eine Million mehr. Mit Robin Gosens hat Inter aber schon eine Alternative gefunden. Um das Gehaltsvolumen noch weiter zu senken, wird der Klub Arturo Vidal (kassiert etwa 6,5 Millionen Euro netto) im Sommer einen vorzeitigen Ausstieg anbieten. Juventus würde Paulo Dybala hingegen freilich gerne weiterbeschäftigen. Doch beide Parteien verhandeln seit gut 18 Monaten über das Salär. Ob der kostspieligen Verpflichtung von Dusan Vlahovic offeriert Juve sieben Millionen Euro netto, samt Boni will sich der Argentinier jedoch zehn Millionen nähern. Eine Summe, die für die Turiner außer Frage steht. OLIVER BIRKNER, THOMAS BÖKER, MICHAEL POSTL, JÖRG WOLFRUM Wem macht das Wiedersehen Freude? 2015 trennten sich Calhanoglu und Matip in der Bundesliga 1:1. I N T ER MAI L AND – FC L I V E R P OOL Calhanoglu beim Gastgeber im Fokus Matips Vorteil gegen Konaté Er musste sich erst einmal umgewöhnen, doch rechtzeitig vor der schwierigen Aufgabe gegen Liverpool ist dies Hakan Calhanoglu nach dem Wechsel von Milan zu Inter allerdings ausgezeichnet gelungen. „Ich hatte anfangs Probleme mit der neuen Position und Taktik. Beim AC funktionierte ich als Zehner, jetzt wechsle ich zwischen einer Sechs und Acht – eine ideale Rolle“, erklärte der Ex-Leverkusener. Bis in den Herbst hinein war es dem 28-Jährigen sichtlich schwergefallen, und seine Konstanz hatte bedenklich gelitten. Dann ließ sein Tor im Derby gegen Milan Kritiker verstummen und löste offenbar alle Knoten im Kopf und auf dem Spielfeld. Seit jenem 7. November gelangen Calhanoglu fünf Tore und sechs Assists, und auch in der Champions League wurde er zu einem der Qualitätsspieler, die Inters erstes Achtelfinale seit zehn Jahren sicherten. Der sechste türkische Profi der Klubgeschichte könnte anders als seine Landsleute zuvor durchaus bleibende Erinnerungen hinterlassen. „Es war nicht leicht für mich, Christian Eriksen zu ersetzen, auch darüber machte ich mir zunächst Gedanken“, so Calhanoglu. Doch die Verluste von Romelu Lukaku und Achraf Hakimi kompensierte das Team ebenfalls hervorragend. Die internationale Feuertaufe wartet nun freilich gegen Liverpool, in der Inter die Fortsetzung der Serie von fünf Siegen in Folge gegen Vereine aus der Premier League sucht – und eine Bestätigung der besten Version von Hakan Calhanoglu. Dieser sieht sich dann möglicherweise auch die Reds-Abwehr gegenüber. Virgil van Dijk ist dort als Innenverteidiger gesetzt, die Frage, die sich Trainer Jürgen Klopp Woche für Woche stellen darf – so muss man es nach den gravierenden Personalproblemen im Vorjahr formulieren –, lautet: Spielt an der Seite des Niederländers der Ex-Schalker Joel Matip oder der Neuzugang aus Leipzig, Ibrahima Konaté? Meistens fiel die Wahl auf Matip, weil er es zum einen meistens sehr gut macht und zum anderen die Automatismen mit van Dijk naturgemäß besser funktionieren, weil er schon länger da ist als der Franzose. Gerade bei Liverpools Pressing muss eine hoch stehende Abwehr hellwach sein. Konaté ist da, wenn er gebraucht wird, doch wird dies auch in Mailand am Mittwoch der Fall sein? Da es auch international mit diesem nicht einfachen Los gegen den italienischen Meister schon früh in die Crunchtime geht und mit Norwich City eine eher leichtere Aufgabe am kommenden Wochenende wartet, spricht viel dafür, dass Trainer Jürgen Klopp seine bestmögliche Elf in diesem Hinspiel aufbietet. Ergo: Matip neben van Dijk, doch Konaté vermittelt dem Coach ein besseres Gefühl, als er es in der Vorsaison hatte, als einige Talente auf dieser neuANZEIGE ralgischen Position aushelfen mussten und Liverpool Mühe hatte, die Champions League überhaupt zu erreichen. Vorne wird Afrika-Cup-Sieger Sadio Mané beim ersten internationalen Auftritt nach seinem Triumph mit Senegal auflaufen. O. BIRKNER, K. RADNEDGE
Mut wird belohnt: Kai Havertz bejubelt sein Elfmetertor zum Titel für Chelsea gegen Palmeiras. Der Spezialist schon im Halbfinale das Siegtor gelungen war, wobei sich die Londoner gegen Al-Hilal Riad schwerer getan hatten als man erwarten durfte. Der Erfolg gegen die Brasilianer war nun verdient, der Belgier schraubte sein Torekonto auf zehn in allen Wettbewerben. Mindestens zehn hat er damit in den vergangenen zehn Jahren bei all seinen Klubs pro Saison erzielt. K LUB -WM I N A B U D HAB I Qualifikation Al-Jazira Abu Dhabi (UAE) – AS Pirae (TAH) 4:1 Viertelfinale Al-Ahly Kairo (EGY) – CF Monterrey (MEX) Al-Hilal Riad (KSA) – Al-Jazira Abu Dhabi 1:0 6:1 Halbfinale Palmeiras Sao Paulo (BRA) – Al-Ahly Kairo Al-Hilal Riad – FC Chelsea (ENG) 2:0 0:1 Spiel um Platz 5 CF Monterrey – Al-Jazira Abu Dhabi 3:1 Spiel um Platz 3 Al-Hilal Riad – Al-Ahly Kairo 0:4 Endspiel FC Chelsea – Palmeiras Sao Paulo KLUB-WM Er hat es wieder getan: KA I H AV ERTZ (22) erzielt ein Siegtor im Finale. Jetzt ist Chelsea Klub-Weltmeister. n. V. 2:1 Fotos: Getty Images (2), Salem I N T E R N AT I O N A L Kai Havertz hat am Samstag geschafft, was zuletzt Lionel Messi gelang – und das sogar noch getoppt. Denn während der Argentinier 2011 bei Barcas ChampionsLeague-Sieg gegen Manchester United (3:1) und dem anschließenden Klub-WM-Erfolg gegen den FC Santos (4:0) zwar jeweils getroffen hatte, darf sich der ExLeverkusener nun auf die Fahnen schreiben, zweimal der Siegtorschütze gewesen zu sein. Nachdem Havertz den FC Chelsea schon im Mai gegen Manchester City (1:0) zum Triumph in der europäischen Königsklasse geschossen hatte, war er nun auch in Abu Dhabi der Held: Im Finale der Klub-WM hatte er den Mut, in der Verlängerung zum Elfmeter anzutreten, nachdem Jorginho auf der Bank saß und Romelu Lukaku ausgewechselt worden war. Er verwandelte, links unten, wie es sicherer nicht geht – das 2:1 für die Blues gegen Palmeiras Sao Paulo. „Ein wichtiger Elfmeter, ein wichtiges Tor“, schwärmte er hinterher, „davon habe ich als Kind geträumt.“ Havertz und Chelsea – das ist bisher nicht nur eine Traumehe (15 Tore in 73 Einsätzen), denn öfter, als es dem 80-MillionenEuro-Einkauf lieb sein dürfte, setzte Trainer Thomas Tuchel ihn auf die Bank. Doch wenn es wirklich wichtig wird, in den Finals, steht der deutsche Nationalspieler in der Startelf. Tuchel nach dem Finale: „Ich freue mich für ihn. Der Elfmeter sah nicht nach Nervosität aus, aber natürlich war er nervös.“ Dieses Tor wird Havertz’ Position im Klub weiter stärken. Das 1:0 für Chelsea, das in Antonio Rüdiger auch den „Spieler des Spiels“ stellte, hatte Lukaku erzielt. Der Mann, dem Nach den Turbulenzen um ihn zum Jahreswechsel, als er seinen Ex-Klub Inter lobte und seinen aktuellen Trainer Tuchel kritisierte, war das nicht abzusehen. Jenen deutschen Coach, der nun für die zweite Trilogie sorgte: Nach Jürgen Klopp (2019 mit Liverpool) und Hansi Flick (2020 mit Bayern) hat nun auch Tuchel nach der Champions League die Klub-WM geholt. Chelsea hat derweil seit 2003 unter Eigner Roman Abramovich alle Klubtitel gewonnen, nur dieser hatte noch gefehlt. Der Russe war live im Stadion dabei. Titelsammler: Thomas Tuchel freut sich über seinen zweiten Coup mit Chelsea. Palmeiras, 2021 im Halbfinale gescheitert, wartet indes weiter auf den globalen Triumph. Dank eines Tores und eines Assists von Raphael Veiga hatte man sich gegen Al-Ahly durchgesetzt, Veiga traf auch im Finale. Der 26-Jährige war 2021 als bester Mittelfeldspieler der heimischen Liga ausgezeichnet worden, längst wünschen ihn sich nicht nur Palmeiras-Fans in die Selecao. Ex-Weltfußballer Rivaldo lobt: „Er hätte eine Chance verdient.“ Nationalcoach Tite setzt aber weiter auf Stars wie Neymar. KEIR RADNEDGE, MARCUS ALVES Chelsea – Palmeiras Sao Paulo n. V. 2:1 Chelsea: Mendy – Christensen (91. Sarr), Thiago Silva, Rüdiger – Azpilicueta, Kanté, Kovacic (91. Ziyech), Hudson-Odoi (77. Saul Niguez) – Mount (31. Pulisic), Havertz – Lukaku (76. Werner) – Trainer: Tuchel Palmeiras: Weverton – Marcos Rocha (118. Deyverson), Luan, G. Gomez, Piquerez, Gustavo Scarpa – Rony (77. Wesley), Danilo, Ze Rafael (60. Jailson), Dudu (103. Rafael Navarro) – Raphael Veiga (78. Atuesta) – Trainer: Abel Tore: 1:0 Lukaku (55.), 1:1 Raphael Veiga (64., HE), 2:1 Havertz (117., HE) – SR: Beath (Australien) – Rot: Luan (120./+6, Notbremse)
14. FEBRUAR 2022 Wenn Manchester City und der FC Liverpool ihre Matches in der Premier League gewinnen, so wie an diesem Wochenende wieder geschehen, ist das auf den ersten Blick nichts Besonderes. Die Kaderqualität der beiden Topteams lässt Siege wie der Cityzens in Norwich (4:0) und der Reds in Burnley (1:0) normal erscheinen. Das Spezielle aber ist, dass beide Woche für Woche im Titelrennen nicht nur dem Druck standhalten, diese vermeintlichen Pflichtaufgaben zu erfüllen, sondern auch immer eine Antwort auf die jeweilige Vorlage des anderen parat zu haben. Dass dann mal mühsame Erfolge dabei sind, wie jener der Reds im Turf Moor, gehört dazu. Diesmal war es am Tabellenführer vorzulegen, was dieser in Norwich souverän erledigte. Vor der Reise zu den Canaries wird sicher beim Team von Pep Guardiola der eine Die Antwort auf Sterling 65 sagte: „Raheem hat ein fantastisches Spiel gemacht. Er war aggressiv, direkt. Wenn er dieses Selbstvertrauen hat, dann ist er auch ein wichtiger Spieler.“ City ist seit der unbedeutenden Niederlage in Leipzig in der Champions League am 7. Dezember in den letzten zwölf Spielen in allen Wettbewerben ungeschlagen, es gab elf Siege und 37 Tore. Nach dem Champions-League-Match in Lissabon am Dienstag geht’s am Samstag daheim in der Premier League gegen Tottenham weiter. Liverpool hat es dann vergleichsweise einfach gegen Norwich. Klar ist: Solange der Primus siegt und seinen Vorsprung hält, kostet das Nachziehen die Reds auch mental Kraft. Doch wenn sie gewinnen, so wie unter der Woche gegen Leicester und nun in Burn- Nachdem MA NCHEST ER CIT Y im Titelrennen mal wieder vorgelegt hat, kontert der FC L I V ER P O O L mühevoll. Aus England berichtet Keir Radnedge oder andere an den letzten Ausflug an die Carrow Road gedacht haben, da hatte es im September 2019 eine ebenso überraschende wie bittere 2:3-Niederlage gegeben. Nach dem Match war davon keine Rede mehr, alle sprachen über den Dreifachpacker: Raheem Sterling. Erst mit rechts wunderschön geschlenzt, dann cool eingeköpft, schließlich seinen eigenen Elfmeterfehlschuss mit links im Nachsetzen korrigiert. Alles dabei. Phil Fodens Tor zum 2:0 hatte kurz nach der Pause den Deckel draufgemacht und Sterlings Lauf unterbrochen. Über den fünften Dreierpack seiner Premier-League-Karriere freute der sich aber auch so. Sterlings Verbleib bei City war während der EM 2021 infrage gestellt, über seine Rückkehr nach London, wo er aufgewachsen ist, wurde diskutiert. Doch der englische Nationalspieler scheint Guardiola von seiner Loyalität und mit seinem Einsatzwillen überzeugt zu haben. Der Coach Durch seinen Dreierpack hat Raheem Sterling nun 106 Tore in der Premier League erzielt – Platz 28 in der ewigen Torjägerliste. Er überholte Didier Drogba (104). Glücklich: Sterling freut sich über seinen Dreierpack, Fabinho über sein Siegtor. 4 Fabinho hat nun vier Tore in dieser Premier-LeagueSaison markiert. In den Saisons 2018/19 bis 2020/21 kam er insgesamt nur auf drei für den FC Liverpool. Fotos: Imago Images, picture-alliance 106 ley, halten sie ihrerseits den Druck auf City hoch. Mit einem Sieg im Nachholspiel gegen Leeds (23. Februar) würde der Rückstand sechs Punkte betragen. Das direkte Duell in Manchester steigt am 9./10. April. In Burnley erzielte Fabinho das Siegtor, Liverpool zeigte sich aber eher von seiner schwächeren Seite, nicht so schwungvoll und souverän wie sonst. Bezeichnenderweise fiel der Treffer des Tages nach einer Standardsituation durch Fabinho, Afrika-Cup-Sieger Sadio Mané war bei seinem Liga-Comeback ebenfalls beteiligt. Zudem konnten sich die Reds bei Keeper Alisson bedanken, der mehr Chancen des Abstiegskandidaten zunichte machen musste, als man zuvor vermutet hätte. Liverpools Trainer Jürgen Klopp meinte nach der Partie zum Titelkampf: „Mal sind es neun Punkte Differenz, dann zwölf, wenn sie vor uns spielen. Wir denken darüber nicht nach. Denn unsere nächsten Spiele werden hart genug.“
Remis zwischen alten Weggefährten: Ralf Rangnick, ManUnited-Trainer, und Ralph Hasenhüttl von den Saints 9:0? Das war einmal! Und zwar 2021. Diesmal reicht es für MAN UNIT ED gegen S OU TH A M P TON nur zu einem 1:1, weil es wieder nachlässt. Am 2. Februar 2021 unterlag der FC Southampton bei Manchester United im Old Trafford mit 0:9. Insofern liefert das 1:1 vom Samstag an gleicher Stätte ein ungefähres Maß dafür, inwieweit sich die Saints in einem Jahr verbessert haben – und wie United es nicht geschafft hat, sein Spiel entscheidend weiterzuentwickeln. Natürlich erwartete niemand einen Kantersieg, dafür sind die Saints von Trainer Ralph Hasenhüttl in den vergangenen Wochen viel zu konstant und zu gut. Aber der Gastgeber, die Mannschaft von Ralf Rangnick, der als Sportdirektor einst P R EM I E R L EAGU E Hasenhüttl als Coach nach Leipzig geholt hatte, muss in seiner aktuellen Lage mehr als einen Punkt gegen Southampton holen. Dass Rangnick, der für die kommende Saison bei United quasi seinen eigenen Nachfolger holen soll, dann wieder Hasenhüttl auswählen wird, hält sich zwar als Gerücht in England, und komplett auszuschließen ist natürlich nie etwas. Doch Hasenhüttl hatte neulich im großen kicker-Interview noch mal betont, wie wohl er sich in Southampton fühlt und dass er seinen Vertrag bis 2024 dort erfüllen will. ManUnited hat sich unter Rangnick im Vergleich zu dessen Vorgän- ger Ole Gunnar Solskjaer defensiv deutlich verbessert, der Gegentorschnitt pro Partie wurde von 1,8 auf 0,9 halbiert. Doch zum einen ließ man nach erneut starkem Beginn (wie schon in Burnley) gute Chancen liegen (Sancho ebenso wie Cristiano Ronaldo, der diesmal von Beginn an spielte), zum anderen baute man danach wieder deutlich ab. CR7 ist nun seit sechs Matches ohne Torerfolg. Doch viel mehr dürfte Rangnick, in dessen Spielidee auch Gegenpressing, schnelle Rückeroberungen der Kugel, enthalten sind, schmerzen, was Hasenhüttl nach dem Match sagte: „Es ist kein großes Geheimnis, dass bei Ballverlusten von United nicht alle bestens in den Rückwärtsgang schalten.“ Was Rangnick eingestand: Es sei für United unmöglich, über 90 Minuten „kompakt zu bleiben“, weil „wir viele Spieler haben, die nach vorne denken“. Schon am Dienstag, parallel zur Champions League, steht das nächste Ligamatch an, daheim gegen Brighton. Und wieder ist ein Sieg Pflicht ... Die jüngste Ausbeute mit zwei Remis war zu dünn, und auch die Tatsache, dass United unter Rangnick erst eines von zehn Premier-League-Matches verloren hat, hält prominente Kritiker wie Klublegende Paul Scholes nicht von dieser Meinung ab: Er sehe in Rangnick eher einen Sportdirektor als einen Coach, so der TV-Experte. 2 Erst zum zweiten Mal in der PL-Historie gewann United zwei Spiele in Folge trotz Halbzeitführung nicht. Zuletzt war den Red Devils dies im Dezember 1998 widerfahren. Mehr Erlöse bei Auslands- als Inlandsrechten – 200 Millionen Euro für den Meister Die englische Premier League bleibt die große Attraktion für Fußballfans auf der ganzen Welt. Zum ersten Mal werden die Verträge für die Übertragungsrechte dieser Liga im Ausland in den kommenden drei Spielzeiten die Einnahmen im Inland übersteigen. Die internationalen Rechte sind für den Zeitraum von 2022/23 bis 2024/25 für 6,29 Milliarden Euro verkauft worden, während die britischen im selben Abschnitt „nur“ 6,05 Milliarden Euro einbrachten. Dies bedeutet, dass die Einnahmen durch Überseerechte im Vergleich zum Paket zwischen 2019 und 2022 noch mal um 30 Prozent gestiegen sind. Das Gesamtpaket hat einen Wert von rund 12,5 Milliarden Euro, was einer Gesamtsteigerung von 16 Prozent entspricht. Dies wird den Premier-League-Klubs helfen, sich von den finanziellen Folgen der Pandemie zu erholen und dazu beitragen, dass sie in puncto Transfersummen und Gehältern den anderen höchsten Klassen in den Top-Nationen wie der Bundesliga weiter enteilen wird (siehe auch die Meinung auf Seite 21). Von den Mehreinnahmen der Premier League werden natürlich alle Klubs profitieren. So kassiert der Champion in diesen drei Jahren künftig pro Saison rund 200 Millionen Euro, zuvor waren es rund 25 Millionen Euro weniger. Sogar der Tabellenletzte darf sich über 121 Millionen Euro (aktuell noch 111 Millionen Euro) freuen. Auch die unteren Ligen werden dank höherer Solidaritätszahlungen profitieren. Die Klubs in den drei Divisionen unterhalb der Premier League teilen sich ab 2024 einen Zuschuss in Höhe von 1,84 Milliarden Euro. Die Premier-League-Klubs haben zudem vereinbart, alle Corona-Beschränkungen bis zum Ende der Saison zu beenden. In Innenräumen wird weiterhin Distanz empfohlen, aber die Gesichtsmasken werden nicht mehr zur Pflicht erhoben. Fotos: Getty Images, imago images Neue TV-Verträge bringen 12,5 Milliarden Euro
14. FEBRUAR 2022 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 1. 2. 3. 4. 6. 5. 8. 7. 9. 10. 12. 11. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. Verein SP S U N T D P Manchester City (M) FC Liverpool FC Chelsea West Ham United Manchester United FC Arsenal Wolverhampton Wanderers Tottenham Hotspur Brighton & Hove Albion FC Southampton Leicester City (P) Aston Villa Crystal Palace FC Brentford (N) Leeds United FC Everton Newcastle United Norwich City (N) FC Watford (N) FC Burnley 25 24 24 25 24 22 23 22 23 24 22 23 24 25 23 22 23 24 23 21 20 16 13 12 11 12 11 11 7 6 7 8 5 6 5 6 4 4 4 1 3 6 8 5 7 3 4 3 12 11 6 3 11 6 8 4 9 5 3 11 2 2 3 8 6 7 8 8 4 7 9 12 8 13 10 12 10 15 16 9 61:14 61:19 48:18 44:33 38:32 34:25 21:17 28:29 25:23 30:37 36:41 31:36 32:35 26:40 27:46 28:38 25:44 14:50 23:43 17:29 + 47 + 42 + 30 + 11 +6 +9 +4 -1 +2 -7 -5 -5 -3 - 14 - 19 - 10 - 19 - 36 - 20 - 12 63 54 47 41 40 39 37 36 33 29 27 27 26 24 23 22 21 17 15 14 25. ManUnited Brentford Everton Watford Norwich Burnley Newcastle Tottenham Leicester Chelsea SPIELTAG 12. – 13. 2. 2022 1:1 0:0 3:0 0:2 0:4 0:1 1:0 0:2 2:2 ausgef. 24. SPIELTAG Norwich Tottenham ManCity Villa Wolverhampton Liverpool 1:1 2:3 2:0 3:3 0:1 2:0 1:0 2:0 0:1 0:1 0:1 1:0 0:2 1:1 1:0 1:1 1:0 3:2 0:1 1:0 NACHHOLSPIEL DIENSTAG, 15. FEBRUAR Southampton Palace Leeds Brighton ManCity Liverpool Villa Wolverhampton West Ham Arsenal Palace Southampton Brentford Leeds Arsenal Leicester 18. Spieltag 21.15 UHR ManUnited (2:1, 3:2) Brighton 26. SPIELTAG SAMSTAG, 19. FEBRUAR 13.30 UHR West Ham (4:2) Newcastle SAMSTAG, 19. FEBRUAR Arsenal Villa Brighton Palace Liverpool Southampton (0:2) (2:3) (2:1) (0:3) (3:0) (1:3) 16.00 UHR Brentford Watford Burnley Chelsea Norwich Everton SAMSTAG, 19. FEBRUAR 18.30 UHR SONNTAG, 20. FEBRUAR 15.00 UHR SONNTAG, 20. FEBRUAR 17.30 UHR ManCity (0:1) Tottenham Leeds (1:5) ManUnited Wolverhampton (0:1) Leicester TORSCH ÜTZ E N Tore Spieler 16 (–) Salah (FC Liverpool) 12 (–) Diogo Jota (FC Liverpool) 10 (3) Sterling (Manchester City) Norwich City – ManCity 0:4 (0:1) Norwich: Gunn – Aarons (63. Byram), Hanley, Gibson, Williams – Gilmour, Lees-Melou (63. Normann), McLean – Sargent (87. Dowell), Pukki, Rashica – Trainer: Smith ManCity: Ederson – Walker, Ruben Dias, Aké, Zinchenko – Bernardo Silva (75. McAtee), Fernandinho, Gündogan – Mahrez (84. Kayky), Foden (81. Delap), Sterling – Trainer: Guardiola Tore: 0:1 Sterling (31.), 0:2 Foden (48.), 0:3 Sterling (70.), 0:4 Sterling (90.) – SR: Marriner – Zuschauer: 27 010 – Bes. Vorkommnis: Gunn hält Elfer von Sterling (90.) FC Burnley – FC Liverpool 0:1 (0:1) Burnley: Pope – C. Roberts, Tarkowski, Mee, Pieters – Lennon, Westwood, Brownhill, Cornet – Rodriguez (62. McNeil), Weghorst (75. Barnes) – Trainer: Dyche Liverpool: Alisson – Alexander-Arnold, Matip, van Dijk, Robertson – Henderson (59. Thiago), Fabinho, Keita (90./+2 Milner) – Salah, Roberto Firmino, Mané (67. Diogo Jota) – Trainer: Klopp Tor: 0:1 Fabinho (40.) – SR: Atkinson – Zuschauer: 20 000 ManUnited – FC Southampton 1:1 (1:0) ManUnited: de Gea – Diogo Dalot, Varane, Maguire, Shaw – McTominay (76. Elanga), Pogba – Rashford (82. Lingard), Bruno Fernandes, Sancho – Cristiano Ronaldo – Trainer: Rangnick Southampton: Forster – Walker-Peters, Bednarek (46. Stephens), Salisu, Perraud – Armstrong, Ward-Prowse, Oriol Romeu (90./+5 Diallo), Elyounoussi (71. Livramento) – Broja, Adams – Trainer: Hasenhüttl Tore: 1:0 Sancho (21.), 1:1 Adams (48.) – SR: Attwell – Zuschauer: 73 084 FC Brentford – Crystal Palace 0:0 Brentford: Raya – Ajer, Jansson, Pinnock – Canos (86. Baptiste), Jensen, Nörgaard, Janelt (61. Jo. Dasilva), Henry – Mbeumo, Wissa (82. Ghoddos) – Trainer: Frank Palace: Guaita – Ward, Andersen, Guehi, Mitchell – Gallagher, Hughes (66. McArthur), Schlupp – Ayew (78. Olise), Edouard (72. Mateta), Zaha – Trainer: Vieira SR: Hooper – Zuschauer: 16 958 FC Everton – Leeds United 3:0 (2:0) Everton: Pickford – Coleman, Holgate, Keane, Kenny – Gordon (81. El Ghazi), Allan, van de Beek, Iwobi – Calvert-Lewin (72. Alli), Richarlison (86. Rondon) – Trainer: Lampard SZENE ENGLAND Leeds: Meslier – Ayling, D. Llorente, Struijk, Dallas (9. Hjelde) – Koch – Raphinha (46. T. Roberts), Rodrigo Moreno, Klich (46. Forshaw), Harrison – James – Trainer: Bielsa Foto: picture-alliance PREMIE R L EAG UE Tore: 1:0 Coleman (10.), 2:0 Keane (23.), 3:0 Gordon (78.) – SR: Scott – Zuschauer: 39 150 FC Watford – Brighton 0:2 (0:1) Watford: Foster – Kiko Femenia, Cathcart, Samir, Kamara – Kucka (46. I. Sarr), Sissoko, Kayembe (46. Louza), Cleverley (70. Joao Pedro) – King, Dennis – Trainer: Hodgson Brighton: Sanchez – Veltman, Dunk, Webster – Lallana (90./+1 Duffy) – Lamptey, Groß (64. Mac Allister), Moder, Cucurella – Maupay, Welbeck (64. Bissouma) – Trainer: Potter Tore: 0:1 Maupay (44.), 0:2 Webster (82.) – SR: Moss – Zuschauer: 20 795 Newcastle United – Aston Villa 1:0 (1:0) Newcastle: Dubravka – Trippier (48. Krafth), Schär, Burn, Javi Manquillo (45./+5 Dummett) – Willock (90./+2 Bruno Guimaraes), Shelvey, Joelinton – Fraser, Wood, SaintMaximin – Trainer: Howe Villa: Martinez – Cash, Chambers, Mings, Digne – McGinn (85. Car. Chukwuemeka), Douglas Luiz, J. Ramsey – Buendia (72. Bailey), Watkins (72. Ings), Coutinho – Trainer: Gerrard Tor: 1:0 Trippier (35.) – SR: Pawson – Zuschauer: 52 207 Tottenham – Wolverhampton 0:2 (0:2) Tottenham: Lloris – Sanchez, Romero, B. Davies – Doherty (82. Emerson Royal), Winks, Bentancur, Sessegnon (28. Kulusevski) – Lucas Moura (71. Bergwijn), Son – Kane – Trainer: Conte Wolverhampton: José Sa – Kilman, Coady, Saiss – Nelson Semedo, Dendoncker, Ruben Neves, Cundle (84. Trincao), Ait Nouri – Raul Jimenez (86. Fabio Silva), Daniel Podence (81. Hwang) – Trainer: Bruno Lage Tore: 0:1 Raul Jimenez (6.), 0:2 Dendoncker (18.) – SR: Friend – Zuschauer: 56 452 Leicester City – West Ham 2:2 (1:1) Leicester: Schmeichel – Ricardo Pereira, Amartey, Söyüncü, Justin (31. Thomas) – Tielemans (90. Vestergaard), Ndidi, Dewsbury-Hall – Maddison (73. Lookman), Daka, Barnes – Trainer: Rodgers West Ham: Fabianski – Coufal (67. Fredericks), C. Dawson, Diop, Cresswell – Soucek, Rice – Bowen, Lanzini (79. Benrahma), Pablo Fornals (79. Vlasic) – Antonio – Trainer: Moyes Tore: 0:1 Bowen (10.), 1:1 Tielemans (45., HE), 2:1 Ricardo Pereira (57.), 2:2 C. Dawson (90./+1) – SR: Oliver – Zuschauer: 32 061 67 Mitgenommen von den Pfiffen beim Aufwärmen: Kurt Zouma Der Zouma-Wirbel Dieses Thema wird die Premier League, West Ham und Kurt Zouma noch lange begleiten: Vergangene Woche war im Internet ein Video zu sehen, in dem der Abwehrspieler eine Katze quälte. Dass sein Klub nur eine Geldstrafe aussprach (der kicker berichtete), rief massive Kritik hervor. Sein Ausrüster Adidas kündigte den Sponsorenvertrag. Er spielte beim 1:0 gegen Watford, wollte auch in Leicester auflaufen. Doch beim Aufwärmen wurde er erwartungsgemäß so sehr ausgepfiffen, dass er sich mit „Unwohlsein“ abmeldete. Ohne ihn spielten die Hammers 2:2 – das späte Tor durch Craig Dawson zählte, obwohl eindeutig mit dem Arm erzielt. Der Zwillings-Jubel Frank Lampard feierte seinen ersten Ligaheimsieg als Everton-Trainer, das 3:0 gegen Leeds sorgt für etwas mehr Luft im Abstiegskampf. Das zweite Tor für die Toffees erzielte Michael Keane. Bemerkenswerterweise traf sein Zwillingsbruder Will für Wigan beim 2:1-Sieg gegen Charlton in der 3. Liga. Die Conte-Krise Schwerer Rückschlag für Tottenham im Kampf um die internationalen Plätze: Wolverhampton zog mit einem 2:0 vorbei. Erstmals seit 2009 verlor Spurs-Trainer Antonio Conte drei Ligaspiele in Serie. Die Freistoß-Serie Zum ersten Mal seit November 2018, damals unter Trainer Rafa Benitez, hat Newcastle United drei Premier-League-Spiele in Serie gewonnen. Das 1:0 gegen Aston Villa besiegelte Neuzugang Kieran Trippier per Freistoß. In den letzten drei Partien haben er (2) und Jonjo Shelvey jeweils auf diese Art getroffen. Das gelang zuletzt Liverpool 2013 (Luis Suarez 2/ Steven Gerrard). Jenem Gerrard, der nun als Villa-Coach verlor ...
68 14. FEBRUAR 2022 Edin Dzeko rettet Inter im Topspiel. Doch im D REI KA M PF der Serie A liegt nun der AC vorne. Zweite Attacke abgewehrt! Wer hoffte, Inter würde unter der überflüssigen Derbyniederlage am vorvergangenen Spieltag in psychologische Fragilität versinken, muss offensichtlich umdenken. Im Pokal schalteten die Mailänder am Dienstag José Mourinhos Roma recht unbeeindruckt aus (2:0), in der Liga kehrte Inter am Samstag vom Verfolger Neapel mit einem genügsamen 1:1 zurück. Das Remis verhalf wiederum dem Stadtrivalen AC Mailand erstmals seit neun Runden wieder zur Tabellenführung. Milan sagte Grazie an die beiden sich die Punkte teiAus Italien berichtet Oliver Birkner lenden Konkurrenten im Titel-Dreikampf und führt nun knapp mit einem Punkt Vorsprung auf seinen Stadtrivalen, der wiederum noch ein Nachholspiel in Bologna in der Hinterhand besitzt. Furchteinflößend gerierte sich Milans zähes 1:0 über SSC Neapel – Inter Mailand 1:1 (1:0) Neapel: Ospina – di Lorenzo, Rrahmani, Koulibaly, Mario Rui – Fabian (74. Zambo Anguissa), Lobotka – Politano (26. Elmas), Zielinski (84. Juan Jesus), Insigne (84. Ounas) – Osimhen (84. Mertens) – Trainer: Spalletti Inter: Handanovic – Skriniar, de Vrij, Dimarco (90. d’Ambrosio) – Dumfries, Barella, Brozovic, Calhanoglu (84. Vidal), Perisic – Dzeko, Martinez (83. Sanchez) – Trainer i. V.: Farris Tore: 1:0 Insigne (7., FE), 1:1 Dzeko (47.) – SR: Doveri – Zuschauer: 30 000 Fotos: imago images, Reuters Milans Grazie Danke, Kumpel: Brahim Diaz gratuliert Rafael Leao (rechts) sehr brav zu dessen Siegtor gegen Sampdoria. Kellerkind Sampdoria freilich nicht, ko mit einem grußlosen Kracher in dem AC fiel gegen den tief stehenden Winkel lediglich 78 Sekunden den Gast oft wenig ein. Bezeichnend zum Ausgleich. Danach enthüllte lieferte Torwart Mike Maignan den Inter seinen Vorteil gegenüber der Assist zum großartigen Treffer Konkurrenz: Charakterstärke. Mit durch Rafael Leao – die erste Vorlage Spielintelligenz und Reife erschlaffte eines AC-Keepers seit Dida 2006. das Team den neapolitanischen Elan. Inter darf Und dank Dzeko, sich indes auf Edin Das 116. Tor für Neapel: der vor einem Jahr Dzeko verlassen, noch vor einem Lorenzo Insigne zieht Wechsel zu Juder in beiden Duan Maradona vorbei. ventus gestanden ellen der Woche traf und Romelu hatte. „Wir wussLukakus bitteren ten schon genau, Abschied mit wichtigen Toren als warum wir Edin unbedingt als Lukaleidiges Trauerthema archiviert. Als ku-Ersatz wollten. Seine Qualitäten Straßenlaterne wurde der Bosnier als offensiver Regisseur sind einfach einst verhöhnt. Die strahlt jedoch mit großartig“, lobte Trainer Simone Inreichlich Energie. Als das Achtelfinazaghi, der die Partie gesperrt von der le der Champions League mal wieder Tribüne aus begutachtete. Womögzum Tabu zu werden drohte, entlich sogar als Talisman. schied der 35-Jährige das entscheidende Duell mit Donezk per Doppelpack. Im Pokal sorgte sein Treffer für das kommende Halbfinale gegen Milan und einen willkommenen Geldregen im mehrfachen Millionenbereich. In Neapel hinterließ Mailand zunächst einen matten Eindruck, nach Wiederanpfiff benötigte DzeAC Mailand – Sampdoria Genua 1:0 (1:0) Milan: Maignan – Calabria, Tomori, Romagnoli, Florenzi (89. Kalulu) – Tonali, Bennacer (75. Krunic) – Junior Messias (57. Saelemaekers), Brahim Diaz (57. Kessié), Rafael Leao (57. Rebic) – Giroud – Trainer: Pioli Sampdoria: Falcone – Bereszynski, Magnani, O. Colley, Murru (53. Augello) – Conti (53. Vieira), Rincon (73. Quagliarella), Thorsby (53. Ekdal) – Candreva (85. Sabiri), Sensi – Caputo – Trainer: Giampaolo Tor: 1:0 Rafael Leao (8.) – SR: Chiffi – Zuschauer: 35 710 Napoli verpasste derweil die erste Tabellenführung seit dem 15. Spieltag, und am Ende könnten fehlende Überzeugung und miserable Heimform zum Verhängnis werden. Von den letzten sechs Partien im Stadio Maradona gewann der SSC lediglich zwei und verlor gleich drei. „Wir sind immer noch im Rennen und haben eine Menge Talent. Doch letztlich hat Inters Klasse den Unterschied ausgemacht“, gestand Coach Luciano Spalletti. Einen Grund zum Feiern gab es dennoch: Der Elfmeter von Lorenzo Insigne beendete nicht nur Inters 440 Minuten in der Fremde ohne Gegentor, er traf auch zum 116. Mal für Neapel und überholte damit Diego Maradona in der ewigen Torjäger-Hierarchie des Vereins. Durchgetankt zum Punktgewinn: Edin Dzeko war Inters Retter beim Topspiel in Neapel. Hier will er an Amir Rrahmani vorbei.
14. FEBRUAR 2022 Der wohl bitterste Kommentar zur Situation von Franck Ribery erreichte die Fußballwelt im Januar aus Brasilien. Dort erzählte der Präsident des Klubs Ceara aus Fortaleza: „Gestern wurde mir Ribery angeboten. Ich wusste gar nicht, dass der überhaupt noch spielt.“ Das tut der 38-Jährige noch, wenn auch sporadisch und mit immer weniger Verve. Ein möglicher Abschied aus Salerno oder gar vom Fußball zerschlug sich, als der drohende Ausschluss der Süditaliener zum Jahresende in letzter Sekunde abgewendet wurde. Dann fehlte der Ex-Münchner in drei Partien wegen eines positiven Corona-Tests. Er verpasste damit insgesamt sieben von möglichen 21 Partien und lieferte beim Comeback am vergangenen Spieltag beim 2:2 gegen Spezia seine schlechteste Saisonleistung. Urteil der Gazzetta dello Sport: „Traurig mit anzuschauen, dass er gerne möchte, aber nicht mehr kann.“ Das Spiel des Aufsteigers beim CFC Genua unter Alexander Blessin, der wegen Darmproblemen bei Nadiem Amiri auf den Neuzugang verzichten musste, erlebte Ribery 74 Minuten auf der Bank. Nach vier torlosen Spielen traf Genua zwar wieder, es langte jedoch bloß zum dritten Remis in Folge. Die Mannschaft wartet damit seit April 2021 auf einen Heimsieg, es folgten sieben Remis und acht Niederlagen. In diesem Rhythmus wird der Klassenerhalt für den deutschen Trainer schwer zu schaffen sein. Sechs Punkte Rückstand sind es auf den Tabellen-17. Cagliari. Noch bitterer sieht es für Riberys Klub aus, der mit weiteren drei Zählern weniger am Tabellenende herumdümpelt. Man benötigt keinen Propheten, um den Sommer-Abschied des stolzen Franzosen, in Deutschland Fußballer des Jahres 2008, von Salerno zu erahnen. Und das Karriereende? CFC Genua 1893 – Salernitana 1:1 (1:1) Genua 1893: Sirigu – Hefti, Ni. Maksimovic, Vanheusden, Vasquez (58. Cambiaso) – Sturaro, Badelj (80. Piccoli) – Yeboah (67. Melegoni), Portanova (58. Rovella), Ekuban – Destro (67. A. Gudmundsson) – Trainer: Blessin Salernitana: Sepe – Mazzocchi, Dragusin, Fazio, Ranieri – L. Coulibaly, Radovanovic (74. Kastanos), Ederson (62. Perotti) – Verdi (82. Zortea), Bonazzoli (74. Ribery) – Djuric (82. Mikael) – Trainer: Colantuono Tore: 1:0 Destro (32.), 1:1 Bonazzoli (45./+1) – SR: di Bello – Zuschauer: 13 742 SPA NIE N Meister Atletico hofft auf Rang 4 Die neue Zielsetzung Brisant: Dusan Vlahovic muss mit Juve zurück nach Florenz. Viel Polizei Durch die Pokalsiege von Juventus (2:1 gegen Sassuolo) und der Fiorentina (3:2 bei Atalanta) begegnen sich beide Klubs nun im Coppa-Halbfinale in Hin- und Rückspiel. Für den Neu-Juventino Dusan Vlahovic wird es am 2. März eine heikle Rückkehr nach Florenz. Während der Transfer-Verhandlungen Ende Januar zierten hässliche Spruchbänder den Stadion-Bereich, die Polizei von Florenz patrouillierte verstärkt vor der Wohnung des Serben. Schon im Vorfeld wurde ein Sondereinsatz der Polizei für die Begegnung in rund zwei Wochen angeordnet. Neue Normalität für den Noch-Meister. „Für uns geht es um die Qualifikation für die Champions League, das müssen wir akzeptieren“, erklärte Atletico Madrids Trainer Diego Simeone nach dem mühsamen 4:3 im kleinen Hauptstadtderby gegen den FC Getafe. Dabei lag Atletico, das in der Ära Simeone bislang eher vom Gewinn der Königsklasse träumen durfte, nach einer frühen 2:0-Führung scheinbar sicher vorne, kassierte dann aber drei Gegentore und lag prompt in Rückstand. So ist das nun mal mit dem aktuellen Atletico. In der Schlussphase glich man dann aber wieder, zumindest etwas, dem alten Atletico: Trotz Unterzahl schafften die Rot-Weißen noch den Ausgleich und dann den Siegtreffer. Keine Gegentore Formstark präsentiert sich Lazio: Das 3:0 über Bologna bedeutete die vierte Partie in Folge ohne Gegentor – das schafften die Römer letztmals vor sieben Jahren. Neben Ciro Immobile traf Mattia Zacagni doppelt. Für den Mittelfeldmann bedeuten die sechs Saisontore jetzt schon Karriere-Bestmarke, und der 26-Jährige besitzt exzellente Chancen auf eine Berufung für die kommenden WM-Play-offs. Foto: picture-alliance Hartes Urteil: Ribery am Ende? SZENE ITALIEN Foto: picture-alliance 1 893 – SA L E RN I TA N A Weniger Heimsiege Die traditionelle Rechnung Heimspiel gleich bessere Aussichten auf drei Punkte scheint sich zu verabschieden. In der Serie A schrumpfte der Heimvorteil in den vergangenen fünf Jahren bemerkenswert: Zum gleichen Zeitpunkt bilanzierte die Liga 2016/17 noch 127 Heimsiege, aktuell sind es 94. TO R S C HÜ TZ EN Tore 19 (1) 18 (–) 12 (–) 11 (–) 11 (1) Spieler Immobile (Lazio Rom) Vlahovic (Juventus/Florenz) Simeone (Hellas/Cagliari) Martinez (Inter Mailand) Abraham (AS Rom) 69 Befreiung: Mario Hermoso trifft zum 4:3 über den FC Getafe. Atletico Madrid – FC Getafe 4:3 (3:3) Atletico: Oblak – Llorente, Savic, Felipe, Reinildo – Correa (74. Vrsaljko), Koke, Kondogbia (74. de Paul), Lemar (90./+2 Herrera) – Suarez (60. Hermoso), Matheus Cunha (74. Joao Felix) – Trainer: Simeone Getafe: David Soria – Damian, Djené, Mitrovic (76. Mata), Cuenca, Jankto (81. Silva) – Oscar (81. Villar), Arambarri, Maksimovic – Enes Ünal (55. Okay), Mayoral – Tr.: Quique Flores Tore: 1:0 Correa (20.), 2:0 Matheus Cunha (27.), 2:1 Mayoral (30.), 2:2 Enes Ünal (37., HE), 2:3 Enes Ünal (42., HE), 3:3 Correa (45./+4), 4:3 Hermoso (89.) – SR: de Burgos – Zuschauer: 49 375 – Rote Karte: Felipe (58., grobes Foulspiel) – Bes. Vorkommnis: David Soria hält FE von Suarez (9.) Das 4:3 erzielte dann ausgerechnet der zuletzt beim 2:4 gegen den FC Barcelona nach einem Gegentor kritisierte Verteidiger Mario Hermoso. Der war diesmal nach einer Stunde und dem berechtigten Platzverweis gegen seinen Abwehrkollegen Felipe für den einmal mehr indisponierten Stürmer Luis Suarez eingewechselt worden. Der Sieg gegen den kleinen Nachbarn wurde von den angesichts der vielen Rückschläge in dieser Spielzeit leidgeprüften Fans über Gebühr gefeiert. Und Coach Simeone philosophierte angesichts der holprigen Saison: „Im Fußball geht es hin und her. Wie es aussieht, bezahlen wir in dieser Saison möglicherweise den Preis für das Glück, das wir im vergangenen Jahr hatten, als wir Meister geworden sind.“ Vieles ist unklar bei den Colchoneros in diesen Monaten. Vielleicht meinte der Argentinier aber auch nur die beiden von Enes Ünal verwandelten Handelfmeter für Getafe, die allerdings berechtigt waren. Wann es wirklich wieder etwas bei Atletico zu feiern gibt, ist derweil weiter die Frage. Als Titelchance bleibt nur noch die Champions League. Aber ein Erfolg dort scheint angesichts der in den vergangenen Monaten gezeigten Leistungen praktisch ausgeschlossen. Zumal auch der vor einem Jahr bei der Meisterschaft so entscheidende damalige Neuzugang Luis Suarez seine besten Tage definitiv hinter sich zu haben scheint. Der in dieser Saison ebenfalls so oft enttäuschende Antoine Griezmann fehlte erneut verletzt. Atletico konnte sich daher einmal mehr an dem notorisch unterschätzten Angel Correa erfreuen, der mit einem Doppelpack und nun schon elf Pflichtspieltoren (zehn davon in der Liga) die Hoffnungen auf eine Teilnahme auch 2022/23 an der Königsklasse aufrechterhält. Der Argentinier fordert: „Wir müssen endlich unsere Fehler abstellen.“ Ein Lichtblick ist auch der 2021 von Hertha gekommene Matheus Cunha (sechs Saisontore, fünf in der Liga), er traf zum 2:0. Das zähe Ringen um einen Champions-League-Platz dürfte im Fernduell mit Barca und Betis daher weitergehen. PSM
14. FEBRUAR 2022 Warten auf Benzema Foto: picture-alliance SZENE SPANIEN Matchwinner für Alaves: Joselu traf per Elfmeter zum Sieg. Joselus persönliche Marke R EAL M A D R I D hofft Alaves-Stürmer Joselu, einst bei Hoffenheim, Frankfurt, Hannover, schaffte beim 2:1 über Valencia sein zwölftes Saisontor und damit eine persönliche Bestmarke. Elf hatte er 2019/20 und 2020/21 erreicht. Der Vertrag des 31-Jährigen bei den Basken, die erstmals seit November gewannen, läuft aus, einen Interessenten gibt es: Valencia. vor dem Hit in der Königsklasse bei PSG auf den zuletzt verletzten Kapitän. Personalnot, wenn auch auf hohem Niveau. Erstmals seit August 2021 stand Gareth Bale für Real Madrid wieder einmal auf dem Spielfeld, ein halbes Jahr nach seinen bislang einzigen Auftritten in dieser Saison, allesamt in der Liga. Zur tristen Bilanz des Walisers, der im Sommer ein Tor gegen Levante erzielt hatte, passt das 0:0 der Königlichen am Samstag beim FC Villarreal. Der 32-Jährige, den man zuletzt, wenn überhaupt, nur beim Warmlaufen gesehen hatte, spielte nur deshalb, weil Kapitän Karim Benzema fehlte. Der Goalgetter, Ideengeber und in dieser Saison Beste im Team ist nicht fit. 24 Tore und 9 Assists in 28 Pflichtspielen bilanziert der 34-Jährige in dieser Spielzeit, doch ausgerechnet vor dem Hinspiel im Achtelfinale der Champions Aus Spanien berichtet Peter Schwarz-Mantey League am Dienstag bei Paris SaintGermain ist sein Einsatz unklar. Drei Pflichtspiele fiel der Franzose zuletzt mit muskulären Problemen aus, Real schoss dabei nur ein Tor: In Bilbao flog man mit 0:1 im Viertelfinale aus dem Pokal, beim 1:0 gegen Granada traf Marco Asensio mit einem Sonntagsschuss, nun folgte die Nullnummer in Villarreal. Dabei traf Bale, 2013 immerhin für 101 Millionen Euro von Tottenham gekommen, wie später der für ihn eingewechselte Ex-Frankfurter Luka Jovic die Latte. Ob der Waliser oder Jovic gegen PSG zum Einsatz kommen, ist offen. Denn vor allem warten sie bei den Königlichen auf Benzema. „Wir Sevillas wichtiger Sieg müssen sehen, was mit ihm los ist“, verlor sich Ancelotti am Wochenende im Ungefähren. Deutlich wurde der Italiener jedoch mit Blick auf die schwache Leistung Reals vor der Halbzeitpause: „Wir hatten keine Lust, standen zu tief und waren nicht aggressiv genug.“ Auch Toni Kroos lieferte einen zwar soliden, aber eher uninspirierten Auftritt ab. Villarreal nutzte den Schongang, den Real eingelegt hatte, um vor dem Paris-Spiel Kräfte zu sparen, und spielte den Tabellenführer phasenweise an die Wand. Erst nach der Pause hielt Real vor allem in Gestalt von Fede Valverde dagegen, bekam Torchancen. Neben Bale und Jovic tat sich dabei aber auch Vinicius Junior im Vergeben von Möglichkeiten hervor. Da der 21-Jährige zudem in unschöner Manier Freistöße, Elfmeter und Gelbe Karten zu provozieren versucht hatte, tadelte Ancelotti: „Er darf mit solchen Dingen nicht seine Zeit und Energie verschwenden.“ Auch der für den in dieser Saison zuvor zumeist positiv aufgetretenen Brasilianer eingewechselte Eden Hazard spielte eher unglücklich. Und so hängt die Fortune der Königlichen im Angriff womöglich auch an diesem Dienstag von Benzema ab. Der erklärte per Videobotschaft: „Ich werde sehr, sehr stark zurückkommen, bin voll motiviert.“ Muss er auch sein, meint Kollege Casemiro: „Das Spiel in Paris wird das wichtigste und komplizierteste überhaupt.“ Das Warten auf Benzema geht also weiter. Im Kader fürs Topspiel ist er zumindest. FC Villarreal – Real Madrid 0:0 Villarreal: Rulli – Foyth, Raul Albiol, Pau, Alfonso Pedraza (74. Estupinan) – Iborra (67. Manu Trigueros), Parejo – Samu Chukwueze (74. Yeremy), Lo Celso (87. Aurier), Alberto Moreno – Danjuma (67. Dia) – Trainer: Emery Real: Courtois – Carvajal, Eder Militao, Alaba, Marcelo (82. Nacho) – Casemiro – Fede Valverde (78. Modric), Kroos – Bale (74. Jovic), Asensio (78. Rodrygo), Vinicius Junior (82. Hazard) – Trainer: Ancelotti SR: Sanchez Martinez – Zuschauer: 17 894 Mit dem 2:0 über den FC Elche gelang dem FC Sevilla nach vier Pflichtspielen in Folge ohne Sieg, also dem Aus im Pokal-Achtelfinale beim Lokalrivalen Betis und drei Remis in der Liga, mal wieder ein Erfolg. Und angesichts des 0:0 von Tabellenführer Real Madrid in Villarreal liegt man plötzlich wieder nur noch vier Zähler hinter dem Titelfavoriten. Alejandro Gomez, an dem vor einem Jahr auch Hertha interessiert gewesen war, und Neuzugang Rafa Mir trafen. Trainer Julen Lopetegui feierte im 100. Ligaspiel mit den Andalusieren seinen 57. Sieg. Nur 17-mal verlor er – beides sind Klubrekorde. Vigos besonderes 0:0 Beim 0:0 in Cadiz schaffte Celta Vigo den 2000. Punktgewinn in seiner Ligahistorie. In der Ewigen Tabelle liegt Celta damit auf Rang 11, hinter dem aktuellen Zweitligisten Saragossa (2109 Punkte). Die Führung hält weiterhin Real Madrid mit 4753 Punkten vor dem FC Barcelona (4641, Derby bei Espanyol nach Redaktionsschluss). TORSCH Ü TZE N Tore 17 (–) 12 (1) 12 (–) 12 (–) 12 (–) 11 (2) 11 (–) Spieler Benzema (Real Madrid) Joselu (Deportivo Alaves) de Tomas (Espanyol Barcelona) Vinicius Junior (Real Madrid) Juanmi (Betis Sevilla) Enes Ünal (FC Getafe) Iago Aspas (Celta Vigo) Foto: DeFodi 70
14. FEBRUAR 2022 L A LIGA Real Madrid FC Sevilla Betis Sevilla Atletico Madrid (M) FC Barcelona (P) FC Villarreal Real Sociedad Athletic Bilbao CA Osasuna Celta Vigo Rayo Vallecano (N) FC Valencia Espanyol Barcelona (N) FC Elche FC Getafe FC Granada RCD Mallorca (N) Deportivo Alaves FC Cadiz UD Levante 24. SP 24 24 24 23 22 24 22 23 24 24 23 24 23 24 24 23 22 24 24 23 11. – 14. 2. 2022 2:0 0:0 0:0 0:3 4:3 2:1 2:4 * * 0:0 Elche Celta Real Osasuna Getafe Valencia Betis Granada Barcelona 0:2 3:3 1:0 1:3 MONTAG, 14. FEBRUAR U N 16 6 2 14 8 2 13 4 7 11 6 6 10 8 4 9 9 6 9 8 5 8 10 5 8 8 8 8 7 9 9 4 10 7 9 8 7 6 10 6 8 10 6 7 11 5 9 9 5 8 9 5 5 14 3 10 11 1 8 14 T 48:20 36:16 45:29 42:33 36:25 38:23 22:21 23:18 25:27 28:25 27:27 36:38 27:32 26:33 23:27 26:34 19:34 19:39 20:38 23:50 D + 28 + 20 + 16 +9 + 11 + 15 +1 +5 -2 +3 0 -2 -5 -7 -4 -8 - 15 - 20 - 18 - 27 21.00 UHR Mallorca (0:2) Athletic *) Bei Redaktionsschluss nicht beendet 54 50 43 39 38 36 35 34 32 31 31 30 27 26 25 24 23 20 19 11 25. SPIELTAG Freitag, 18. Februar (21 Uhr) FC Elche – Rayo Vallecano Samstag, 19. Februar (14 Uhr) FC Granada – FC Villarreal CA Osasuna – Atletico Madrid (16.15) FC Cadiz – FC Getafe (18.30) Real Madrid – Deportivo Alaves (21.00) Sonntag, 20. Februar (14 Uhr) Espanyol Barcelona – FC Sevilla FC Valencia – FC Barcelona (16.15) Betis Sevilla – RCD Mallorca (18.30) Athletic Bilbao – Real Sociedad (21.00) Montag, 21. Februar (21 Uhr) Celta Vigo – UD Levante SERIE A 1. 3. 2. 1. 3. 2. 4. 4. 5. 5. 6. 6. 7. 7. 8. 8. 9. 9. 10. 10. 11. 11. 12. 12. 13. 13. 14. 14. 15. 15. 16. 16. 17. 17. 18. 18. 19. 19. 20. 20. 25. Verein AC Mailand Inter Mailand (M) SSC Neapel Juventus Turin (P) Atalanta Bergamo Lazio Rom AS Rom AC Florenz Hellas Verona FC Turin FC Empoli (N) Sassuolo Calcio FC Bologna Udinese Calcio Spezia Calcio Sampdoria Genua Cagliari Calcio FC Venedig (N) CFC Genua 1893 US Salernitana (N) SP 25 24 25 24 23 25 25 23 25 24 25 25 24 24 24 25 25 24 25 24 SPIELTAG 12. – 14. 2. 2022 3:0 1:1 1:2 1:0 1:1 1:1 4:0 2:2 * 1:0 1:0 1:1 1:0 1:0 1:1 2:0 0:1 Bologna Inter Venedig Sampdoria Cagliari Salernitana Udinese AS Rom Juventus MONTAG, 14. FEBRUAR 20.45 UHR Lazio Neapel Torino Milan Empoli Genua 1893 Hellas Sassuolo Atalanta La Spezia (0:3) Florenz *) Bei Redaktionsschluss nicht beendet S U N 17 4 4 16 6 2 16 5 4 13 6 5 12 7 4 12 6 7 12 4 9 11 3 9 10 6 9 9 5 10 8 7 10 7 9 9 8 4 12 6 9 9 7 5 12 6 5 14 4 9 12 5 6 13 1 12 12 3 4 17 T 50:26 55:20 46:17 36:21 45:28 52:39 42:32 41:33 47:40 31:25 38:48 41:44 29:40 33:40 26:44 33:42 25:46 22:43 21:46 17:56 D + 24 + 35 + 29 + 15 + 17 + 13 + 10 +8 +7 +6 - 10 -3 - 11 -7 - 18 -9 - 21 - 21 - 25 - 39 bündig P NACHHOLSPIEL VOM 21. SPIELTAG Mittwoch, 16. Februar (19 Uhr): Atletico Madrid – UD Levante SPIELTAG FC Sevilla Cadiz Villarreal Rayo Atletico Alaves Levante San Sebastian Espanyol S P 55 54 53 45 43 42 40 36 36 32 31 30 28 27 26 23 21 21 15 12 26. SPIELTAG Freitag, 18. Februar (20.45 Uhr) Juventus Turin – FC Turin Samstag, 19. Februar (15 Uhr) Sampdoria Genua – FC Empoli AS Rom – Hellas Verona (18.00) US Salernitana – AC Mailand (20.45) Sonntag, 20. Februar (12.30 Uhr) AC Florenz – Atalanta Bergamo FC Venedig – CFC Genua 1893 (15.00) Inter Mailand – Sassuolo Calcio (18.00) Udinese Calcio – Lazio Rom (20.45) Montag, 21. Februar (19 Uhr) Cagliari Calcio – SSC Neapel FC Bologna – Spezia Calcio (21.00) kurz 1. 1. 2. 2. 3. 3. 4. 5. 5. 4. 6. 6. 7. 7. 8. 8. 9. 12. 10. 10. 11. 9. 12. 11. 13. 13. 14. 14. 15. 15. 16. 16. 17. 17. 18. 19. 19. 18. 20. 20. Verein 71 Rangers bleiben dran Vor dem Hinspiel im K.-o.Runden-Play-off der Europa League in Dortmund gewannen die Glasgow Rangers 2:0 gegen Hibernian Edinburgh. Damit liegt die Mannschaft von Trainer Giovanni van Bronckhorst in der schottischen Liga weiter nur einen Zähler hinter Celtic. Frankreich Paris SG - Stade Rennes Montpellier - Lille OSC Olymp. Lyon - OGC Nizza AS Monaco - FC Lorient Angers SCO - RC Straßburg Stade Brest - ES Troyes AC Clermont Foot - AS St. Etienne FC Nantes - Stade Reims RC Lens - Bordeaux FC Metz - Ol. Marseille 1. Paris SG (P) 24 2. Olympique Marseille 23 3. OGC Nizza 24 4. Racing Straßburg 24 5. Stade Rennes 24 6. AS Monaco 24 7. Olympique Lyon 24 8. RC Lens 24 9. FC Nantes 24 10. Lille OSC (M) 24 11. Montpellier HSC 24 12. Stade Brest 24 13. Angers SCO 24 14. Stade Reims 24 15. Clermont Foot (N) 24 16. ES Troyes AC (N) 24 17. FC Lorient 24 18. AS St. Etienne 24 19. FC Metz 23 20. Girondins Bordeaux 24 1:0 0:1 2:0 0:0 0:1 5:1 1:2 1:0 3:2 * 52:19 59 36:20 43 36:21 42 46:29 41 43:22 37 37:26 37 33:30 37 39:35 36 31:28 35 32:35 35 38:34 34 33:36 31 30:35 29 27:28 27 24:41 24 21:36 21 20:38 21 24:45 21 24:43 20 36:61 20 Portugal Porto - Sp. Lissabon 2:2 Sporting Braga - Pacos Ferreira 2:1 Benfica - CD Santa Clara 2:1 Portimonense - Boavista Porto 1:1 GD Estoril Praia - Tondela 1:0 FC Famalicao - Moreirense 5:0 Belenenses - Guimaraes * Vizela - Gil Vicente * FC Arouca - Maritimo Mo. 1. FC Porto 22 57:16 60 2. Sporting Lissabon (M) 22 43:15 54 3. Benfica Lissabon 22 58:20 50 4. Sporting Braga (P) 22 39:23 41 5. FC Gil Vicente 21 32:24 34 6. Vitoria Guimaraes 21 32:26 30 7. GD Estoril Praia (N) 22 26:24 30 8. SC Portimonense 22 22:24 27 9. Maritimo Funchal 21 25:30 25 10. CD Santa Clara 22 26:41 24 11. Vizela (N) 21 24:36 23 12. Boavista Porto 22 25:34 21 13. Pacos de Ferreira 22 16:26 21 14. FC Famalicao 22 28:37 20 15. CD Tondela 22 29:44 20 16. FC Moreirense 22 22:37 19 17. FC Arouca (N) 21 19:38 18 18. Belenenses 21 13:41 12 Belgien RFC Seraing - R. Antwerp FC KAS Eupen - KAA Gent OH Leuven - Cercle Brügge KV Mechelen - KV Oostende Zulte Waregem - RSC Anderlecht KRC Genk - Standard Saint-Gilloise - St. Truidense VV Club Brügge - RSC Charleroi Beerschot - KV Kortrijk Nachtrag von Mittwoch: Zulte Waregem - KV Oostende OH Leuven - KRC Genk 0:1 0:1 3:2 3:0 1:2 2:0 0:1 * * 0:0 2:1 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. Breitenreiter siegt Ex-Meister FC Basel hat in der Schweiz das Verfolgerduell beim von David Wagner trainierten Titelverteidiger YB Bern 1:3 verloren. Unangefochten an der Tabellenspitze liegt weiter der von André Breitenreiter trainierte FC Zürich, der gegen Lugano leicht mit 3:0 gewann. Union St. Gilloise (N) Royal Antwerp FC RSC Anderlecht Club Brügge (M) KAA Gent RSC Charleroi KV Mechelen KRC Genk (P) OH Leuven Cercle Brügge St. Truidense VV KV Kortrijk Standard Lüttich KV Oostende KAS Eupen SV Zulte Waregem RFC Seraing (N) K. Beerschot VA 27 27 27 26 27 26 25 26 26 27 27 26 26 27 27 27 27 25 59:22 47:28 58:32 47:32 39:27 42:33 45:41 50:38 39:42 38:34 30:37 31:32 29:42 27:52 32:46 37:56 26:53 25:54 60 53 48 48 43 43 42 38 36 35 34 34 29 28 27 26 23 13 Türkei Altay SK - Rizespor 0:0 Basaksehir - Gaziantep 2:0 Giresunspor - Fenerbahce 1:2 Galatasaray - Kayserispor 1:1 Sivasspor - Yeni Malatyaspor 2:1 Antalyaspor - Fatih Karagümrük 3:0 Kasimpasa - Alanyaspor 2:2 Trabzonspor - Konyaspor 2:1 Adana Demirspor - Besiktas Mo. Hatayspor - Göztepe Izmir Mo. 1. Trabzonspor 25 44:18 60 2. Konyaspor 24 36:18 48 3. Adana Demirspor (N) 24 38:26 40 4. Basaksehir 24 34:23 40 5. Alanyaspor 25 44:36 40 6. Fenerbahce SK 25 38:30 40 7. Besiktas (M, P) 24 35:31 37 8. Hatayspor 24 35:38 36 9. Gaziantep FK 24 32:31 35 10. Kayserispor 25 36:36 35 11. Sivasspor 25 33:30 34 12. Fatih Karagümrük 25 30:39 33 13. Galatasaray 25 30:35 29 14. Kasimpasa SK 25 32:34 28 15. Antalyaspor 25 26:34 28 16. Göztepe Izmir 24 28:33 27 17. Giresunspor (N) 25 23:28 26 18. Rizespor 25 22:42 23 19. Altay SK (N) 25 26:38 22 20. Yeni Malatyaspor 24 19:41 16 Niederlande Heracles Almelo - FC Utrecht 1:0 FC Groningen - Fortuna Sittard 0:1 SC Cambuur - PEC Zwolle 3:4 Vitesse Arnhem - PSV Eindhoven 0:5 Go Ahead Eagles - AZ Alkmaar 1:4 Sp. Rotterdam - Tilburg 1:0 RKC Waalwijk - Feyenoord 0:2 Heerenveen - NEC Nijmegen 0:1 Ajax Amsterdam - Enschede 5:0 1. Ajax Amsterdam (M, P) 22 69:5 54 2. PSV Eindhoven 22 54:28 49 3. Feyenoord 22 52:19 48 4. AZ Alkmaar 22 43:26 42 5. Twente Enschede 22 34:27 41 6. Vitesse Arnhem 22 27:36 36 7. FC Utrecht 22 39:29 35 8. NEC Nijmegen (N) 22 27:31 30 9. SC Cambuur (N) 22 38:47 30 Boateng schaut zu Da Trainer Peter Bosz Verteidiger Jerome Boateng nicht in den Kader für das wichtige Spiel von Olympique Lyon gegen Nizza (2:0) berufen hatte, wird in Frankreich erneut über Spannungen zwischen dem Profi und Mitspielern sowie Spieler und Coach spekuliert. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. FC Groningen SC Heerenveen Heracles Almelo RKC Waalwijk Go Ahead Eagles (N) Willem II Tilburg Fortuna Sittard Sparta Rotterdam PEC Zwolle 22 22 22 22 22 22 22 22 22 25:31 20:31 23:30 24:36 22:38 21:41 24:50 17:35 17:36 25 25 23 22 22 21 19 17 16 Österreich Rapid Wien - RB Salzburg 1:2 Wolfsberger AC - SV Ried 2:1 WSG Tirol - Sturm Graz 2:2 SCR Altach - Austria Wien 0:2 Hartberg - FC Admira Wacker 1:1 Linzer ASK - Austria Klagenfurt 2:2 1. RB Salzburg (M, P) 19 44:13 48 2. Wolfsberger AC 19 33:29 34 3. Sturm Graz 19 39:28 32 4. Austria Klagenfurt (N) 19 28:29 26 5. Rapid Wien 19 28:29 24 6. Austria Wien 19 26:22 24 7. SV Ried 19 25:36 24 8. TSV Hartberg 19 29:29 22 9. Linzer ASK 19 25:28 21 10. WSG Tirol 19 27:37 20 11. FC Admira Wacker 19 22:26 17 12. SCR Altach 19 10:30 13 Schweiz Lausanne - Grasshoppers FC St. Gallen - Servette Genf Young Boys - FC Basel FC Luzern - FC Sion FC Zürich - FC Lugano 1. FC Zürich 21 2. Young Boys Bern (M) 21 3. FC Basel 21 4. FC Lugano 21 5. Servette Genf 21 6. Grasshoppers (N) 21 7. FC Sion 21 8. FC St. Gallen 21 9. FC Luzern (P) 21 10. Lausanne-Sport 21 0:2 5:1 3:1 1:0 3:0 50:27 49 50:26 39 45:25 37 27:29 33 34:39 28 35:31 26 29:39 25 35:44 23 22:41 14 19:45 12 Schottland Nachtrag von Mittwoch: FC Aberdeen - Celtic Dundee Utd. - FC Motherwell Hearts - FC Dundee Rangers - Hibernian Ross County - FC Livingston FC St. Mirren - St. Johnstone 1. Celtic Glasgow 26 2. Glasgow Rangers (M) 26 3. Heart of Midlothian (N) 26 4. Dundee United 26 5. FC Motherwell 26 6. FC St. Mirren 25 7. Hibernian 26 8. FC Livingston 26 9. FC Aberdeen 25 10. Ross County 26 11. FC Dundee (N) 25 12. FC St. Johnstone (P) 25 2:3 2:0 1:2 2:0 1:1 2:1 57:15 63 55:21 62 35:27 43 21:27 33 27:39 33 25:34 32 26:30 31 25:33 30 30:32 29 38:44 27 21:42 21 14:30 19 *) bei Redaktionsschluss nicht beendet Weitere Tabellen finden Sie auf unserer Website unter www.kicker.de/tabellen-international
3. LIGA Garantiert: Erneute Emotionen Auch wenn die Friedenspfeife geraucht wurde: Es ging hoch her im Spitzenspiel. Jetzt hat der FC K Mannheim im Blick. Als die Schlacht geschlagen und der letzte Satz gesprochen war, erhob sich Marco Antwerpen vom Stuhl, ging lächelnd auf Christian Titz zu und nahm seinen Magdeburger Trainerkollegen in den Arm. Eine Hand über die Schulter des jeweils anderen gelegt verließen beide die Pressekonferenz, als wären sie beste Freunde. Eine Geste wie eine Friedenspfeife und allemal ein passenderer Schlusspunkt hinter den Schlager als das, was sich in der Nachspielzeit direkt vor Antwerpens Nase zugetragen hatte. Bis dahin waren beide Teams meist Herr ihrer Gefühle gewesen, ein Piesacken hier, eine Geste da – mehr nicht. Nach einem ebenso unnötigen wie rüpelhaften Beide-Beine-voraus-Foul des Magdeburgers Florian Kath nahe der Außenlinie aber tummelte sich in Antwerpens Coaching Zone plötzlich alles, was noch ein bisschen Kraft für Aufruhr generieren konnte. Solche Attacken direkt vor der Trainerbank, da komme es eben meist zu derlei Reaktionen, sagte Antwerpen, „es ist nicht schön, wir hätten das auch gerne vermieden, aber es ist nun mal so“. Im Gros taten die Rivalen alles dafür, den Gipfel nicht in den Verdacht eines Etikettenschwindels geraten zu lassen. Die 10 000 zugelassenen Betrachter auf dem Betzenberg labten sich an 90 Minuten voller M AG D EB UR G Ein Spitzenspiel mit Hand und Fuß: Besonders am Ende kam es zwischen Kaiserslautern und Magdeburg zu unschönen Szenen mit Rudelbildung. Rasse und Klasse, die durch das 2:2 gebührend abgebildet wurden. Antwerpen sprach von einem Resultat, mit dem er und die Seinen sehr gut leben könnten, beide Teams hätten sich „überragend“ präsentiert. Mit jenem Attribut versah der 50-Jährige auch die Comeback-Qualitäten seiner Elf, „wir waren in der zweiten Halbzeit richtig griffig und haben uns auch von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen“. Nicht von Baris Atiks verwandeltem Elfmeter zum 1:2 unmittelbar nach Boris Tomiaks Ausgleich, nicht von Marlon Ritters beklagenswert vergebenem Strafstoß. Auch nicht von jener ausgelassenen Riesenchance zu Beginn, als bei einem Freistoß die Magdeburger Abseitsfalle missriet und fünf Spieler des FCK frei im Sechzehnmeterraum lauerten, Philipp Hercher aber den richtigen Moment für eine Hereingabe verpasste. Nach vier Erfolgen in Serie mussten die Roten Teufel erstmals wieder Gegentreffer hinnehmen, die Einstellung des Heimrekordes aus dem Jahr 2003, als am Stück sechs Siege zu null gelangen, missglückte. Petitessen. Der FCK hat die 2. Liga fest im Blick. Nächster Halt: Mannheim. Emotionen erneut garantiert. ANDREAS BÖHM Die Verträge von Titz, Schork und Atik laufen aus Foto: Eibner Ein Trio vor der Verlängerung Mit dem 2:2 in Kaiserslautern wahrte der FCM den Zwölf-Punkte-Vorsprung auf den ersten Verfolger. Dabei prallten zwei Spielphilosophien aufeinander, versuchten die Elbestädter mit Ballbesitz und ihren drei quirligen Angreifer dem brachialen Druck der Pfälzer standzuhalten. Mit dem Verlauf der am Ende turbulenten Partie zeigte sich Christian Titz nicht zufrieden, denn seine Mannschaft konnte eine zweimalige Führung nicht behaupten. „Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben. Nach dem 1:1 wurde das Spiel hitziger und ein Stück weit körperlicher, und wir haben es dann nicht mehr so sauber gespielt, wie ich es mir gewünscht und vorgestellt habe,“ so der Trainer am Tag seines einjährigen Dienstjubiläums bei den Magdeburgern. Das sah auch Alexander Bittroff (33), der nach längerer Verletzung sein erstes Spiel in diesem Jahr über die volle Distanz absolvierte, so: „Wie wir die Tore machen, ist gut. Wie wir die Gegentore fressen, ist zu einfach. Da machen wir zu einfache Fehler in der eigenen Hälfte.“ Das traf auch auf die Innenverteidiger Bittroff und Tobias Müller zu. Müller meinte: „Wenn man zweimal führt, dann willst du es auch über die Zeit bringen.“ Magdeburgs Geschäftsführer Sport, Otmar Schork, sagte am Rande des Spiels bei MagentaSport zu seiner Zukunft und der von Trainer Titz, deren Verträge auslaufen: „Es ist definitiv so, dass Christian und ich die gemeinsame Zukunft des Vereins planen, und von daher gehen wir davon aus, dass wir beide auch gemeinsam weitermachen.“ Das gelte übrigens auch für den Ausnahmespieler Baris Atik, der nach seinem Treffer bei 14 Toren und 13 Assists steht. HANS-JOACHIM MALLI D I E TI TZ-TAB ELLE Mit 17 Zählern Vorsprung Unter Trainer Christian Titz hat Magdeburg in 42 Partien 88 Punkte geholt (im Schnitt 2,1), 17 mehr als der Zweitplatzierte in dieser Zeit. 27 Partien (64,3 %) hat der FCM gewonnen. Verein Spiele Tore Pkte 1. FC Magdeburg 42 80:40 88 1. FC Saarbrücken 43 74:54 71 1860 München 40 66:46 66 1. FC Kaiserslautern 40 64:39 65 Waldhof Mannheim 41 54:50 61 SV Wehen Wiesbaden 42 52:51 58 FC Viktoria Köln 41 55:63 56 SV Meppen 42 48:67 56 FSV Zwickau 41 50:49 54 Hallescher FC 40 52:58 49 MSV Duisburg 42 59:81 48 SC Verl 42 60:70 46 Türkgücü München 40 40:64 37 Aufgelistet sind nur jene 13 Klubs, die auch schon vergangene Saison Drittligist waren.
14. FEBRUAR 2022 73 MANNHEIM Martinovic tut es „verdammt weh“ WÜ RZB URG Foto: foto2press Ein Tor, das nicht weiterhilft: Marvin Pourié (rotes Trikot) trifft kurz nach seiner Einwechslung. Auch unter Trainer Santelli setzt sich der freie Fall fort Pourié allein hilft auch nicht weiter Man kann nicht behaupten, die Würzburger Verantwortlichen hätten dem drohenden Absturz tatenlos zugeschaut. Zwei Tage vor dem Kellerduell mit Duisburg zog der Tabellenletzte noch einmal alle verbliebenen Register: Zum zweiten Mal in dieser Saison wurde der Trainer getauscht, statt Danny Schwarz saß am Samstag Ralf Santelli auf der Bank. Der 51-jährige Leiter des Würzburger NLZ war bereits in der vergangenen Zweitliga-Saison am Ende als Trainer eingesprungen. Und mit Schwarz’ Freistellung endete auch die Verbannung von Marvin Pourié. Der Stürmer, der seit dem Rückrundenstart wegen teaminternen Streitigkeiten suspendiert war, trainiert wieder mit der Mannschaft, wurde gegen Duisburg eingewechselt und erzielte direkt sein fünftes Saisontor. Und trotzdem reichte es am Ende nicht zum dringend benötigten Befreiungsschlag. Mit dem 1:2 schrumpfen die Hoffnungen der Unterfranken, den freien Fall aus der 2. Liga in die Regionalliga noch verhindern zu können, auf ein Minimum. Die DUISBURG Stimmung war dementsprechend geknickt. Einzig Pourié stellte sich den Medien. „Wir sollten aufhören, alles schönzureden“, sagte der 31-Jährige. „Es ist eine ganz, ganz beschissene Situation. Jeder in der Stadt wusste, dass wir heute drei Punkte holen mussten.“ „In der ersten Halbzeit war uns Duisburg in allen Belangen überlegen“, so der Angreifer weiter, und auch das recht ideenlose Aufbäumen nach seiner Einwechslung wollte Pourié nicht überbewerten: „Wir müssen aufhören, darüber zu sprechen, dass wir in der zweiten Halbzeit vielleicht ein anderes Gesicht gezeigt haben. Eine Halbzeit reicht aber nicht.“ Er selbst habe sich in den vergangenen Wochen trotz Angeboten dafür entschieden, in Würzburg zu bleiben: „Ich verlasse kein sinkendes Schiff“, sagte er, das Verhältnis zu den Mitspielern sei „top in Ordnung“. Nun gelte es, die Restchance nicht leichtfertig zu vergeben. „Schnauze halten, bescheiden sein – das hätten wir von Anfang der Saison schon sein sollen. Einen gradlinigen Weg gehen – darauf kommt es jetzt an.“ FRANK KRANEWITTER Der dritte Auswärtssieg in Folge hievt den MSV über den Strich Schmidts Plan mit Knoll geht auf Duisburg befindet sich seit Monaten im Krisenmodus, entwickelt sich gleichzeitig aber zur Auswärtsmacht. Mit dem 2:1 im Kellerduell in Würzburg verbuchte der MSV den dritten Sieg in der Fremde in Folge und verließ die Abstiegsränge. Am Samstag kommt Türkgücü München an die Wedau, ein weiteres Schlüsselduell mit einem direkten Konkurrenten. „Wir müssen da definitiv nachlegen“, sagt Kapitän Moritz Stoppelkamp. Im eigenen Stadion hatte der MSV zuletzt viermal in Folge verloren. Im Schlüsselspiel in Würzburg wartete Trainer Hagen Schmidt (52) einmal mehr mit einer taktischen Veränderung auf. Er zog Neuzugang Marvin Knoll aus der Abwehrkette ins defensive Mittelfeld vor, Marvin Bakalorz nahm dafür die zentrale Position in der Defensive ein – und der Plan ging auf. Beim internen Wechsel habe die Kopfballstärke von Bakalorz den Ausschlag gegeben, erklärte Schmidt. „Und Knoll hat das Spiel vor der Kette sehr gut organisiert“, lobte der Trainer den 31-Jährigen, der im Winter vom FC St. Pauli gekommen war. Zu den Matchwinnern zählte auch Aziz Bouhaddouz. Der Stürmer hatte zuletzt wegen eines Zehenbruchs gefehlt, gab nun aber kurzfristig grünes Licht für seinen Einsatz. Der 34-Jährige brachte die Zebras schon in der 4. Minute mit seinem Treffer zum 1:0 auf die Siegerstraße, es war sein neuntes Saisontor. „Die letzten Wochen waren sehr heftig für uns “, sagte der ehemalige marokkanische Nationalspieler, der als Kleinkind nach Deutschland gekommen war. „Ich denke, dass wir jetzt wieder auf einem guten Weg sind. DIRK RETZLAFF „Das tut verdammt weh, wir müssen uns das selbst ankreiden“, sagte Dominik Martinovic. Der Stürmer des SV Waldhof war nach dem 0:0 bei Türkgücü München konsterniert. „Wir hatten heute ein paar Spieler, die mit einem Doppelpack das Spielfeld hätten verlassen können“, erklärte der beste Torschütze der Mannheimer nach dem Chancenwucher, der einen Auswärtssieg im Kampf um die Spitzenplätze verhindert hatte. Zeitweilig waren die Waldhöfer drückend überlegen, verloren aber zwei Zähler, weil keiner der 13 torgefährlichen Abschlüsse den Weg ins Tor fand. Vor dem Südwest-Derby gegen Kaiserslautern bedeutete das Remis einen kleinen Rückschlag, weil es dem SVW nicht gelang, den Rückstand zum Rivalen aus der Pfalz zu verringern. Patrick Glöckner wehrte sich aber dagegen, zu kritisch mit der Leistung umzugehen. „Wir hatten eine sehr schlechte Torchancenverwertung, ansonsten haben wir ein gutes Spiel gemacht“, erklärte der Trainer. MICHAEL WILKENING ME P P E N Feigenspan verspricht mehr In der Nachspielzeit erzielte Mike Feigenspan bei seinem Heimdebüt den Ausgleich. Während Meppens Winterneuzugang, der in der 69. Minute für René Guder eingewechselt worden war, jubelnd in Richtung Eckfahne abdrehte, bebte die Hänsch-Arena vor Erleichterung. Der Jubel auf den Zuschauerrängen sorgte für Gänsehaut. Meppen hatte erst einen Tag zuvor die Erlaubnis bekommen, 5000 statt 500 Tickets zu verkaufen. „Ich war glücklich, dass ich ihn so gut getroffen habe, weil ich gesehen habe, dass er vorher noch mal aufkommt“, erklärte der Torschütze. „Und der Fünfer ist nicht gerade ein Teppich, und dann habe ich ihn halt gut erwischt.“ Der 26-jährige Ausgleichs-Held schien nach seinem ersten Tor im SVM-Dress Blut geleckt zu haben. Er freut sich darauf, dass die Hänsch-Arena wieder zu 100 Prozent ausgelastet werden darf. „Auf jeden Fall war es eine super Stimmung. Schade, dass nur 5000 da waren. Ich denke, da kann noch ein bisschen mehr passieren.“ HENNING HARLACHER
26. SPIELTAG 11. – 14. 2. 2022 Halle Kaiserslautern Würzburg Meppen Türkgücü Braunschweig Dortmund II Vikt. Berlin Wiesbaden 2:0 2:2 1:2 1:1 0:0 1:1 1:0 1:1 1:0 1:0 0:1 0:2 0:1 1:1 0:0 1:0 0:0 Zwickau Magdeburg Duisburg TSV 1860 Mannheim Freiburg II Havelse Verl Saarbrücken MONTAG, 14. FEBRUAR 19.00 UHR Vikt. Köln (0:3) Osnabrück NACHHOLSPIELE MITTWOCH, 16. FEBRUAR 21., 22. Spieltag 19.00 UHR Vikt. Berlin (4:0) Braunschweig Türkgücü (1:1) TSV 1860 27. SPIELTAG FREITAG, 18. FEBRUAR 19.00 UHR Verl (3:1) Zwickau SAMSTAG, 19. FEBRUAR Saarbrücken Duisburg Magdeburg Freiburg II Wiesbaden Osnabrück (0:0) (0:1) (2:0) (1:0) (1:3) (2:2) 14.00 UHR Vikt. Köln Türkgücü Dortmund II Meppen Vikt. Berlin Braunschweig SONNTAG, 20. FEBRUAR 13.00 UHR SONNTAG, 20. FEBRUAR 14.00 UHR MONTAG, 21. FEBRUAR 19.00 UHR Havelse (0:0) Würzburg Mannheim (0:0) Kaiserslautern TSV 1860 (1:1) Halle TOR S CH ÜTZ EN Tore 14 (1) 13 (1) 12 (–) 11 (–) 11 (–) 11 (–) 11 (–) 10 (–) 10 (–) 10 (–) 9 (–) 9 (1) 9 (–) Spieler Atik (1. FC Magdeburg) Nilsson (SV Wehen Wiesbaden) Tankulic (SV Meppen) Ademi (MSV Duisburg) Eberwein (Hallescher FC) Martinovic (Waldhof Mannheim) Grimaldi (1. FC Saarbrücken) Taz (Bor. Dortmund II) Schuler (1. FC Magdeburg) Bär (TSV München 1860) Lauberbach (Eintr. Braunschweig) Bouhaddouz (MSV Duisburg) Schnatterer (Waldhof Mannheim) G ROTE KARTE niemand GG GELB-ROTE KARTE Gambos (Vikt. Berlin) S P I EL ER D ES TAG ES Franco Flückiger Türkgücü München „Wir Torhüter bekommen in manchen Spielen zwei, drei Aktionen“, erklärte Franco Flückiger seinen mitunter recht undankbaren Job, „manchmal acht, neun; und dann gilt‘s halt da zu sein“. Am Samstag, beim 0:0 gegen den SV Waldhof, war der 30-Jährige so was von da, dass selbst der gegnerische Angreifer Dominik Martinovic verzweifelt berichtete, dass „das schon brutal“ gewesen sei, „er hat heute acht, neun Chancen gehalten, die ein Torwart normalerweise nicht hält.“ MATTHIAS HORNER Hallescher FC – FSV Zwickau 2:0 (1:0) Halle: Schreiber (2) – Vollert (3), Nietfeld (2,5), Landgraf (3) – Kreuzer (3), Löhmannsröben (3,5; 72. Bösel/-), Titsch Rivero (2), Guttau (2,5; 64. Sternberg/-) – Shcherbakovski (3,5; 46. Wosz/3,5) – Eberwein (3; 90./+2 Samson/-), Huth (2,5; 72. Zulechner/-) – Trainer: A. Meyer Zwickau: Brinkies (3) – Butzen (4), Nkansah (3,5; 46. Reinthaler/4), Frick (4), Coskun (3,5) – Syhre (3,5; 46. Könnecke/4) – Göbel (3,5), Möker (4; 63. Gomez/-), Voigt (3; 70. Hilßner/-) – Lokotsch (4; 46. Baumann/4), König (4) – Trainer: Enochs Tore: 1:0 Huth (6.), 2:0 Titsch Rivero (57.) – SR: Fuchs (Bergisch Gladbach), Note 3 – Zuschauer: 4280 – Gelb: Titsch Rivero, Bösel, Trainer A. Meyer – Nkansah, Butzen – Spieler des Spiels: Marcel Titsch Rivero Kaiserslautern – Magdeburg 2:2 (0:1) Kaiserslautern: Raab (3) – Tomiak (2,5), Kraus (4,5), Ciftci (2,5) – Hercher (3,5), Ritter (4), Zuck (2) – Klingenburg (4,5; 46. Götze/3), Redondo (4; 63. Kiprit/-), Wunderlich (3) – Boyd (3,5) – Trainer: Antwerpen Magdeburg: Reimann (2,5) – Obermair (3,5), T. Müller (3), Bittroff (3), Bell Bell (4; 59. Kath/4,5) – A. Müller (3,5), Condé (3), Krempicki (3,5; 71. Malachowski/-), Conteh (2,5; 72. Ceka/-), Ito (2,5) – Atik (2; 82. Brünker/-) – Trainer: Titz Tore: 0:1 Conteh (32.), 1:1 Tomiak (52.), 1:2 Atik (55., FE), 2:2 Zuck (67.) – SR: Siewer (Olpe), Note 3 – Zuschauer: 10 000 (ausverkauft) – Gelbe Karten: Tomiak, Ciftci, Hercher – Bell Bell, A. Müller, Ceka, Kath, Trainer Titz – Bes. Vorkommnis: Reimann hält FE von Ritter (58.) – Spieler des Spiels: Baris Atik Würzburg – MSV Duisburg 1:2 (0:2) Würzburg: Bonmann (4) – Schneider (4; 57. Pepic/5), Strohdiek (4,5), Kraulich (5), 3 . L I GA 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 1. 2. 3. 4. 6. 5. 8. 7. 9. 10. 12. 11. 15. 13. 14. 17. 16. 18. 19. 20. Verein SP S U N T D P 1. FC Magdeburg 1. FC Kaiserslautern 1. FC Saarbrücken Eintr. Braunschweig (A) SV Waldhof Mannheim VfL Osnabrück (A) Bor. Dortmund II (N) SV Meppen TSV München 1860 SV Wehen Wiesbaden SC Freiburg II (N) FSV Zwickau Hallescher FC FC Viktoria Köln FC Viktoria 1889 Berlin (N) MSV Duisburg SC Verl Türkgücü München TSV Havelse (N) Würzburger Kickers (A) 26 25 26 25 26 25 26 26 24 26 26 25 25 25 23 26 26 25 26 26 18 13 12 11 11 11 12 12 9 10 8 7 7 8 7 8 5 5 5 3 4 7 7 9 9 8 5 5 10 7 9 11 8 5 6 2 10 8 5 9 4 5 7 5 6 6 9 9 5 9 9 7 10 12 10 16 11 12 16 14 57:25 39:15 42:33 41:25 39:30 38:26 39:30 36:39 39:32 34:31 25:37 31:33 30:35 29:41 33:32 34:52 36:48 24:37 22:46 18:39 + 32 + 24 +9 + 16 +9 + 12 +9 -3 +7 +3 - 12 -2 -5 - 12 +1 - 18 - 12 - 13 - 24 - 21 58 46 43 42 42 41 41 41 37 37 33 32 29 29 27 26 25 23 20 18 L. Breunig (3,5) – Hägele (4), Perdedaj (4) – Kopacz (5), M. Breunig (4,5; 57. Pourié/3), Stefaniak (3) – Becker (4,5) – Trainer: Santelli Duisburg: Weinkauf (3) – Fleckstein (3), Bakalorz (2,5), Steurer (3) – Feltscher (4,5), Knoll (3), Kwadwo (4) – Stierlin (4; 64. Frey/-), Stoppelkamp (2,5; 86. Pusch/-) – Yeboah (3,5; 70. Ajani/-), Bouhaddouz (3; 86. Ademi/-) – Trainer: Schmidt Tore: 0:1 Bouhaddouz (4.), 0:2 Stoppelkamp (39., FE), 1:2 Pourié (72.) – SR: Bokop (Vechta), Note 4 – Zuschauer: 2327 – Gelbe Karten: Hägele, Trainer Santelli – Fleckstein, Stierlin (5., gesperrt), Feltscher (10., gesperrt), Kwadwo (5., gesperrt) – Spieler des Spiels: Marvin Bakalorz SV Meppen – 1860 München 1:1 (0:1) Meppen: Domaschke (2,5) – Dombrowka (3), Ballmert (2,5), Bünning (3), Al-Hazaimeh (4; 34. Jesgarzewski/3) – Bähre (3; 46. Fedl/2,5), Blacha (3; 86. Ametov/-) – Guder (3,5; 69. Feigenspan/-), Tankulic (2,5), Faßbender (3,5; 69. Krüger/-) – Sukuta-Pasu (3) – Trainer: Schmitt TSV 1860: Hiller (2) – Belkahia (3,5), Moll (3,5), Lang (3) – Deichmann (3; 89. Morgalla/-), Tallig (4; 76. Goden/-), Dressel (3), Steinhart (3,5) – Neudecker (2,5; 82. Linsbichler/-) – Bär (4), Lex (4; 82. Biankadi/-) – Trainer: Köllner Tore: 0:1 Neudecker (24.), 1:1 Feigenspan (90.) – SR: Ballweg (Mannheim), Note 4 – Zuschauer: 5000 (ausverkauft) – Gelbe Karten: Blacha, Guder – Bär – Spieler des Spiels: Marco Hiller Türkgücü – Waldhof Mannheim 0:0 Türkgücü: Flückiger (2) – Kuhn (3), Sorge (3), Chato (3,5), Römling (2,5) – Rieder (3), Gorzel (3,5; 66. Jakobi/-) – Mickels (4; 46. Karweina/3), Irving (3,5; 66. Knöll/-), Scepanik (2,5; 85. Sararer/-) – Hottmann (4; 56. Türpitz/3,5) – Trainer: Heraf Mannheim: Königsmann (3) – Costly (3,5; 85. Butler/-), Gohlke (3), Seegert (2,5), Rossipal (3) – Höger (3), Wagner (3; 69. Saghiri/-) – Lebeau (3,5; 62. Kother/-), Schnatterer (3; 62. Boyamba/-) – Sohm (3), Martinovic (3) – Trainer: Glöckner SR: Greif (Gotha), Note 2 – Zuschauer: 1000 – Gelbe Karten: Jakobi, Scepanik, Rieder – Martinovic – Spieler des Spiels: Franco Flückiger Braunschweig – SC Freiburg II 1:1 (1:1) Braunschweig: Fejzic (3,5) – Marx (4), Schultz (4,5), Strompf (5), Schlüter (4; 73. Kijewski/-) – Krauße (4; 81. Girth/-), Nikolaou (4) – Müller (3,5; 60. Consbruch/4), Henning (4; 81. Kobylanski/-), Multhaup (2,5; 73. Pena Zauner/-) – Lauberbach (4) – Trainer: Schiele Freiburg II: Sauter (3,5) – Kammerknecht (3,5), Braun-Schumacher (3,5), Schmidt (3,5) – Siquet (4; 79. Treu/-), Wagner (3; 87. Leopold/-), Engelhardt (4), Tauriainen (4; 87. Risch/-) – Weißhaupt (2,5), Kammerbauer (4; 60. Kehl/3,5) – Vermeij (4; 79. Kehrer/-) – Trainer: Stamm Tore: 0:1 Weißhaupt (23., Elfmeter-Nachschuss), 1:1 Multhaup (29.) – SR: Ittrich (Hamburg), Note 2 – Zuschauer: 3282 – Gelbe Karten: Consbruch – Siquet, Vermeij – Bes. Vorkommnis: Fejzic hält FE von Weißhaupt (23.) – Spieler des Spiels: Noah Weißhaupt Dortmund II – TSV Havelse 1:0 (0:0) Dortmund II: Unbehaun (3) – Papadopoulos (3), Dams (2), Maloney (3) – Viet (3; 90./+1 Broschinski/-), Hober (3), Pherai (2,5), Pohlmann (4; 63. Guille Bueno/-) – Taz (3,5; 90./+1 Bah-Traore/-) – Tattermusch (3; 62. Tachie/-), Njinmah (3,5; 85. Bornemann/-) – Trainer: Maaßen Havelse: Quindt (2) – Riedel (3), Plume (3,5; 80. Engelking/-), Fölster (3), Teichgräber (3) – Düker (4) – Damer (3), Froese (3,5),
ANZEIGE 14. FEBRUAR 2022 SA A R B R ÜC K E N 75 Sechste Niederlage im neunten Duell mit Wehen Zellner ist das nächste Sorgenkind Atik Magdeburg Conteh Stoppelkamp Neudecker Weißhaupt Magdeburg Duisburg Zuck Kaiserslautern Carstens TSV 1860 Freiburg II Titsch Rivero Halle Dams Tomiak Wiesbaden Dortmund II Kaiserslautern Flückiger Türkgücü Die endgültige Elf des Tages lesen Sie in der Donnerstagsausgabe Jaeschke (4; 85. Cicek/-), Langfeld (3) – Lakenmacher (3,5) – Trainer: Ziehl Tor: 1:0 Tachie (72.) – SR: E. Müller (Bremen), Note 3 – Zuschauer: 786 – Gelbe Karten: Papadopoulos – Riedel, Plume – Bes. Vorkommnis: Quindt hält HE von Taz (40.) – Spieler des Spiels: Niklas Dams Viktoria Berlin – SC Verl 1:1 (1:0) Vikt. Berlin: Krahl (2) – Cvjetinovic (3), Lewald (2,5), Hahn (3) – Pinckert (4), Gambos (4,5), Jopek (4; 90. Ogbaidze/-), Ezeh (3,5) – Makreckis (3; 73. Menz/-), Küc (2,5; 63. Lucas Falcao/-), Theisen (4; 46. Seiffert/3,5) – Trainer: Muzzicato Verl: Thiede (3) – Ochojski (4), Ezekwem (3,5; 63. Rabihic/-), Schäfer (3), Lannert (3) – Baack (3,5) – Pernot (4; 84. Saglik/-), Corboz (4; 74. Stellwagen/-) – Petkov (5; 46. Grodowski/2,5), Akono (4,5; 74. Koruk/-), Putaro (4,5) – Trainer: Capretti Tore: 1:0 Küc (3., FE), 1:1 Grodowski (87.) – SR: Glaser (Wiesbaden), Note 2 – Zuschauer: 589 – Gelb: Krahl – Lannert, Ezekwem, Pernot, Stellwagen – Gelb-Rot: Gambos (68.) – Bes. Vork.: Krahl hält FE von Putaro (90./+3) – Spieler des Spiels: Julian Krahl Wiesbaden – Saarbrücken 1:0 (0:0) Wiesbaden: Stritzel (2,5) – Mrowca (3), Gürleyen (3), Carstens (2), Kempe (4; 84. Rieble/-) – Kurt (4), Jacobsen (4) – Goppel (3; 84. Lankford/-), Thiel (3,5; 74. Wurtz/-), Brumme (4; 64. Hollerbach/-) – Nilsson (3) – Trainer: Kauczinski Saarbrücken: Batz (3,5) – Ernst (4; 75. Scheu/-), Boeder (3,5), Zellner (-; 25. Uaferro/4), Müller (4,5) – Zeitz (3,5), Gnaase (3; 63. Hawkins/-) – Jänicke (3,5), Gouras (4; 75. Steinkötter/-) – Günther-Schmidt (3,5) – Jacob (4) – Trainer: Koschinat Tor: 1:0 Nilsson (48.) – SR: Bacher (Amerang-Kirchensur), Note 2 – Zuschauer: 2683 – Gelbe Karten: Nilsson – Zeitz – Spieler des Spiels: Florian Carstens wird immer unterschätzt, wenn du permanent punktest und gewinnst“, sagt der Coach. „Aber wir sind in einer schwierigen Phase. Wir müssen Dinge umstellen und haben im Training nicht alle an Bord. Wir müssen daher ein bisschen improvisieren.“ Wann Adriano Grimaldi zurückkehrt, ist völlig offen. Der Saarbrücker Top-Torjäger (elf Treffer) laboriert weiterhin an einer Reizung der Achillessehne und der Wadenmuskulatur. Bei Luca Kerber steht eine genaue Diagnose seiner Kniebeschwerden auch aufgrund seiner vorangegangen COVID-19-Erkrankung noch aus. Am Sonntag gesellte sich darüber hinaus mit Leistungsträger Steven Zellner, der mit Rückenbeschwerden früh ausgewechselt wurde, ein weiteres Sorgenkind hinzu. Zum Improvisieren ist Koschinat also weiterhin gezwungen. AARON WOLLSCHEID Foto: imago images ELF DES TAG E S Es bleibt dabei: Der FCS kann in der 3. Liga gegen den SV Wehen Wiesbaden einfach nicht gewinnen, das 0:1 am Sonntag war die sechste Niederlage in den jüngsten neun Duellen (bei drei Remis). So verpasste Saarbrücken die Chance, die Patzer der Aufstiegskonkurrenten vom Vortag auszunutzen. Schuld daran war laut Uwe Koschinat vor allem die Phase zwischen der 46. und 70. Minute. „Ich habe die Passivität, mit der wir im Grunde vom Anstoß weg die zweite Halbzeit gespielt haben, immer noch nicht verstanden“, ärgerte sich der FCS-Trainer nach dem Spiel bei MagentaSport. Zum Beispiel darüber, wie die Blau-Schwarzen die Flanke und den Kopfball zum Gegentreffer verteidigten: Am Flügel störte Mario Müller nur alibimäßig, in der Mitte verlor der bis dahin starke Lukas Boeder Gustaf Nilsson aus den Augen. Zu hart wollte Koschinat aber auch aufgrund der personellen Rückschläge in den jüngsten Wochen nicht mit seiner Mannschaft ins Gericht gehen. „Es Der Rücken zwickt: Mit Innenverteidiger Steven Zellner droht der nächste Leistungsträger des 1. FC Saarbrücken auszufallen. W I E S B A D EN VERL HAV E L S E Goppel erneut der Vorbereiter Capretti wünscht Ziehl trauert sich mehr Effizienz den Chancen nach Möglich, dass die Kulisse auch die Heimelf motivierte: Auf der Südtribüne drückte knapp die Hälfte der insgesamt 2683 Zuschauer den Gästen aus Saarbrücken die Daumen, am Ende aber gab es eine La Ola auf der Nordseite, vor der Tribüne mit den Wehen-Fans. Gefeiert wurde ein 1:0-Erfolg dank Gustaf Nilsson. Erneut hatte Thijmen Goppel den Assist geliefert (der Niederländer hat nun drei der jüngsten vier SVWWTore vorbereitet), seine punktgenaue Flanke köpfte Nilsson gegen die Laufrichtung von FCS-Torhüter Batz ein. „Ich habe eine starke Willensleistung gesehen“, fasste Wiesbadens Coach Markus Kauczinski zusammen, „auf dem schwierigen Platz war nicht die feine Klinge entscheidend, sondern Emotionen und Leidenschaft.“ Sinnbildlich dafür war Verteidiger Florian Carstens, der im Abwehrzentrum kompromisslos, zweikampf- und kopfballstark agierte. MATTHIAS SCHLENGER Gleich sechs Änderungen im Auswärtsspiel bei Viktoria Berlin nahm Trainer Guerino Capretti gegenüber der Vorwoche vor. „Die Jungs aus der zweiten Reihe drängen sich auf. Der eine oder andere Spieler brauchte auch eine Pause“, rechtfertigte Capretti die Wechsel. Die Probleme der Verler bleiben die Gleichen und sorgen für Ernüchterung: Die Ostwestfalen ließen zwar nahezu keine Torchance zu, denn der frühe 1:0-Rückstand durch das Elfmetertor der Viktoria resultierte nur aus dem naiven Einsteigen von Lukas Petkov im eigenen Strafraum. In diesen Situationen wünscht sich Capretti mehr Kaltschnäuzigkeit, wie auch bei der Effizienz im letzten Drittel. Erst in Überzahl nach dem Platzverweis gegen Berlins Gambos erzielte der SCV das 1:1 durch Joel Grodowski, der in seinem ersten Saisoneinsatz traf und sich noch mehr gefreut hätte, wenn Leandro Putaro den Elfmeter in der Nachspielzeit zum Sieg genutzt hätte. BJÖRN RICHTER Der kleine Höhenflug ist vorerst gestoppt. Im Kampf um den Klassenerhalt erhielt Havelse nach zuletzt zwei Siegen in Folge einen Rückschlag. Beim BVB II war dennoch mehr drin. „Wir haben über 90 Minuten ordentlich verteidigt und bekommen den Gegentreffer nach einer Standardsituation“, ärgerte sich Trainer Rüdiger Ziehl nach der 0:1-Niederlage. Wieder einmal hielt Keeper Norman Quindt seine Elf lange Zeit im Spiel und parierte sogar einen Foulelfmeter. Nach dem Rückstand durch Tachie wachten die Havelser auf und hätten durchaus ausgleichen können. „Wir hatten unsere Möglichkeiten“, analysierte Ziehl nach dem Spiel. Allerdings scheiterte Julius Langfeld zweimal. Durch die Niederlage im Aufsteigerduell hat der TSV nun wieder sechs Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Am kommenden Sonntag kommt es zum Kellerduell mit dem Tabellenletzten aus Würzburg. STEPHAN GAUBE
76 14. FEBRUAR 2022 O S N AB RÜ CK Vier Leistungsträger sind von einer Gelbsperre bedroht Keiner der Aufstiegskandidaten gewann am Wochenende, und so hat Osnabrück am Montagabend in Köln die Chance, mit dem sechsten Auswärtssieg der Saison den Abstand auf die Konkurrenz zu verkürzen. „Natürlich kann es jetzt da oben noch enger zusammenrücken, aber was heißt das schon ein Drittel vor Saisonschluss?“, fragt VfL-Trainer Daniel Scherning. Den Siegeswillen seiner Mannschaft muss er nicht extra betonen angesichts der mutigen, offensiven Auftritte, die der VfL auswärts fast überall hingelegt hat. Nur von den Dienstreisen nach Kaiserslautern (0:2) und Magdeburg (1:2) kehrten die Lila-Weißen mit leeren Händen zurück, auf fremden Plätzen holten sie nur einen Punkt weniger als an der Bremer Brücke – und schossen zehn Tore mehr. Zuletzt gaben die Niedersachsen beim 6:3 in Duisburg eine besonders beeindruckende Visitenkarte ab. Die Personallage ist entspannt, 22 von 24 Spielern stehen zur Verfügung, darunter alle Stammkräfte. Vier von ihnen aber sind vor dem Topspiel am Samstag gegen Braunschweig von einer Gelbsperre bedroht: Timo Beermann, Florian Kleinhansl, Sebastian Klaas und Marc Heider. Z W I CKAU Foto: imago images/Revierfoto Baumgart macht Platz für Scherning Gute Bekannte: Osnabrücks Trainer Daniel Scherning (rechts) war vier Jahre lang Steffen Baumgarts Assistent beim SC Paderborn. Hatten die Osnabrücker ihren Trip nach Duisburg noch als Tagesausflug abgewickelt, reiste die Mannschaft diesmal schon am Tag vor dem Spiel die rund 200 Kilometer nach Köln. Am Montagvormittag gibt’s noch eine Anschwitz-Einheit, und der Platz dafür war schnell gefunden: Daniel Scherning fragte auf dem kleinen Dienstweg bei Steffen Baumgart, seinem langjährigen Chef aus der gemeinsamen Zeit in Paderborn, an, sodass der VfL auf dem Gelände des 1. FC Köln die Vorbereitung abschließt. HARALD PISTORIUS HA L L E montags SPIEL FC Viktoria Köln – VfL Osnabrück 19 Uhr Vikt. Köln: Bördner – Heister, Rossmann, Greger, May – Klefisch, Sontheimer – Risse, Handle – Hong, Philipp – Es fehlen: Koronkiewicz (Muskelverletzung), Jastremski (Knieverletzung) Osnabrück: Kühn – O. Traoré, Beermann, Trapp, Kleinhansl – Klaas, Taffertshofer, Köhler – Simakala, Heider, Opoku – Es fehlen: Chorushij (Leistenbeschwerden), Oduah (Trainingsrückstand) DORTMUND I I KÖLN Janßen und die Zahlen des Horrors Es ist gefühlt eine Ewigkeit her, dass Olaf Janßen einmal nicht das Bulletin seiner verletzten Spieler herunterbeten musste. „Ich denke, dass ist zum ersten Mal nicht das vorherrschende Thema“, bemerkt Viktorias Trainer vor dem Flutlichtspiel gegen den VfL Osnabrück und klingt dabei ziemlich erleichtert. Mit Patrick Koronkiewicz (Muskelprobleme) und Lenn Jastremski (Knieprobleme) fallen gegen die Niedersachsen lediglich zwei Akteure aus, ein Novum in dieser verteufelten Saison: Pro Partie musste Köln durchschnittlich auf acht Aktive verzichten. Insgesamt kommt die Viktoria bislang damit auf 200 Spielerausfälle – Zahlen des Horrors. Auch Offensivspieler Luca Marseiler, der aufgrund konditioneller Defizite beim 0:1 in Zwickau unlängst nur 20 Minuten auf dem Feld stand, steht gegen den aufstiegswilligen VfL wieder im Kader. „Zwischen gesund und fit liegt ein großer Unterschied“, begründete der Coach seine unkonventionelle Maßnahme, den Flügelflitzer unmittelbar nach seiner Einwechslung wieder auf die Bank zu setzen. „Als Trainer habe ich eine Verantwortung gegenüber meinem Team. Luca hat das eingesehen.“ OLIVER LÖER FRE IB URG I I Coskun sieht den Ein Quartett blüht Maaßen hofft Abstiegskampf unter Meyer auf auf Coulibaly Der teure Siquet ist wieder dabei „Es ist Abstiegskampf!“, sagte Can Coskun nach der 0:2-Pleite in Halle. Wer nach dem 1:0 unter der Woche gegen Köln anderes dachte, ist schiefgewickelt, trotz der 32 Punkte. „Wir müssen weiter dranbleiben, denn wir haben noch nicht die Punktzahl, die wir letztendlich am Saisonende brauchen“, so Coskun. Das deckt sich mit Joe Enochs’ Meinung: „Die Spieler sind clever genug, um zu wissen, dass wir längst nicht durch sind.“ Heißt: Zwickau muss am Freitag in Verl wieder zeigen, was es auszeichnet und in Halle fehlte. „Wir waren immer zu weit weg vom Gegner, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen und wenn doch, haben wir die 50:50-Situationen nicht gewonnen“, kritisiert Ronny König. Die Schwäne dürfen in keinem Spiel auch nur einen Flügelschlag weniger machen. MICHAEL THIELE Getreu dem Motto „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ sammelt Freiburg II weiter Punkt für Punkt, um das große Saisonziel Ligaerhalt zu realisieren. In Braunschweig belohnte sich die Elf von Thomas Stamm für einen couragierten Auftritt mit einem 1:1. Somit ist der Aufsteiger seit fünf Spielen ungeschlagen. Dabei zeigte sich das Team zu Beginn noch etwas schläfrig, konnte sich aber bereits im Laufe der ersten Hälfte steigern. „Nach der Pause waren wir die bessere Elf. Alles in allem bin ich mit dem Punkt zufrieden“, so Stamm. In Niedersachsen konnte er erneut auf Hugo Siquet zurückgreifen. Der 19-jährige Belgier, den der SC im Winter für 5,5 Millionen Euro von Standard Lüttich verpflichtet hatte, hinterließ wie schon beim Debüt in der Vorwoche gegen Köln (1:1) einen guten Eindruck. LUKAS KARRER Ob es dann tatsächlich schon die Zwei mit Sternchen ist, sei dahingestellt. Diese Note würde Halles Trainer André Meyer seiner Mannschaft nach den ersten fünf Ligaspielen unter seiner Regie geben. Grund zum Optimismus hat er aber auf jeden Fall. Nach den beiden Niederlagen zum Auftakt zeigt der Trend mit sieben Punkten aus drei Spielen, in denen der HFC ohne Gegentor blieb, klar nach oben. Auffällig dabei: In Torwart Tim Schreiber, Abwehrchef Jonas Nietfeld, Mittelfeldmann Marcel Titsch Rivero und dem jungen Flügelspieler Julian Guttau haben vier Spieler großen Anteil am Aufschwung, die in der Hinrunde unter Ex-HFCTrainer Florian Schnorrenberg noch Wackelkandidaten waren. „Ich habe nur die Richtung vorgegeben“, lobte Meyer die Leistungen seiner Mannschaft. CHRISTOPHER KITSCHE Das hart erkämpfte und doch verdiente 1:0 gegen Havelse ließ Dortmund II auf 41 Punkte springen, es war das siebte Spiel ohne Gegentor, der erste Heimsieg im neuen Jahr. Zudem feierte Lennard Maloney nach Rotsperre eine gelungene Rückkehr. Allesamt gute Nachrichten, schlechte indes gab es ebenso. Wie auf kicker.de berichtet, wird das 17-jährige Top-Talent Abdoulaye Kamara wegen einer im Youth-League-Spiel gegen Empoli (5:3) erlittenen Knöchelverletzung erst einmal fehlen – zunächst drei Wochen, heißt es vonseiten des BVB. Darüber hinaus musste Soumaila Coulibaly (18) passen. Trainer Enrico Maaßen erklärte: „Er hat einen dicken Knöchel aus dem Spiel in Empoli mitgenommen. Ich hoffe, dass er nächste Woche wieder dabei ist.“ Da tritt der BVB II bei Tabellenführer Magdeburg an. LEON ELSPAß
14. FEBRUAR 2022 1 860 MÜNCH E N Köllner will dem Team wieder mentale Frische verpassen Zwei Unentschieden, zweimal dasselbe Strickmuster. Wie bereits gegen Braunschweig (nach 2:0) gaben die Löwen auch beim 1:1 in Meppen eine Führung aus der Hand. Zweimal hatte das Team von Michael Köllner das Spiel vor der Pause dominiert und Traumtore erzielt, am Samstag durch Richard Neudecker (Lupfer aus 24 Metern). Unter dem Strich stehen jedoch zwei magere Pünktchen. Realistische Einordnung von Zauberfuß Neudecker, nachdem Meppen die Aluminiumwertung mit 3:1 gewonnen hatte: „Heute war auch viel Glück dabei, muss man so sagen. Das 1:1 am Ende war leider verdient.“ Bedenklich: Auch in Meppen hatten die Löwen wenig nachzulegen. Kräftemäßig nichts – und auch nur wenig Stabilisierendes von der Bank. Meppen wechselte Mike Feigenspan, den Schützen des späten Ausgleichs ein. 1860, das auf Winterzugänge verzichtet hatte, brachte den 17-jährigen Leandro Morgalla, den formschwachen Merveille Biankadi, Sturmlehrling Tim Linsbichler und Corona-Rückkehrer Kevin Goden, der wenigstens eine Großchance einleitete. „Wie gegen Braunschweig haben wir am Ende zu wenig gemacht, es nicht konsequent verteidigt – das war der Knackpunkt“, legte Neude- BRAU NS CH W E I G Foto: imago images/Kirchner Zauberfuß Neudecker genügt nicht Wieder eine Führung verspielt: Richard Neudecker gelingt zwar in Meppen das 1:0 für die Löwen, doch dann kommt zu wenig. cker den Finger in die Wunde. Gehen den Löwen im Aufstiegskampf die Kräfte aus? Ausgerechnet jetzt steht das Nachholderby bei Türkgücü auf dem Programm. Köllner gibt sich zuversichtlich, seinem Team bis Mittwoch wieder mentale Frische zu verpassen. Seit sechs Spielen sind seine Löwen ungeschlagen, zudem gab es auswärts zuletzt 13 von 15 Punkten. Folgt nun ein „Auswärts-Dreier“ im 20 Minuten entfernten Olympiastadion, wäre der späte Schmerz von Meppen zumindest gelindert. ULI KELLNER nachhol SPIEL Türkgücü – TSV München 1860 Mittwoch, 19 Uhr Türkgücü: Flückiger – Kuhn, Sorge, Chato, Römling – Rieder, Gorzel – Karweina, Irving, Vrenezi – Hottmann – Es fehlen: Mavraj (Beeinträchtigung der Lungenfunktion nach COVID-19), Barry (Herzmuskelentzündung) TSV 1860: Hiller – Belkahia, Salger, Lang – Deichmann, Dressel, Moll, Steinhart – Neudecker – Bär, Lex – Es fehlen: Willsch (Probleme mit der Patellasehne), Staude (Herzmuskelentzündung), Wein (Fußverletzung) Pfiffe der Fans nach Fehlpässen bringen Fejzic auf die Palme „Irgendwie hatten wir einen Rucksack auf“ Vier Spiele in Folge ohne Sieg haben Spuren hinterlassen bei Eintracht Braunschweig. Nach dem 1:1 gegen Freiburg II pfiffen einige der 3828 Fans im Stadion. Torwart Jasmin Fejzic, der beim Freiburger Treffer durch Noah Weißhaupt (23.) erst im Nachschuss bezwungen werden konnte, ärgerte dieses Verhalten maßlos. „Das geht mir ehrlich gesagt auf die Nerven. Statt sich hier zu freuen, nach so langer Zeit wieder ins Stadion zu dürfen, ist das Erste, was die machen, nach dem ersten Fehlpass zu pfeifen. Das geht gar nicht“, sagte der 35-Jährige am Mikrofon von Magentasport. Auch Michael Schiele äußerte sich zu den Unmutsbekundungen der Fans, blieb dabei aber zurückhaltender. „Ich glaube, dass die Jungs die Messlatte in der Hinrunde weit nach oben gesetzt haben. Aber wir sind jetzt auch nicht Fünfzehnter der Liga. Wenn dann trotzdem so viel Negatives kommt, ist das natürlich schade.“ Sein Wunsch: „Ich glaube, dass wir wieder eher an einem Strang ziehen müssen, dass die Fans uns nach vorn und in die Zweikämpfe peitschen sollten. Damit wäre allen mehr geholfen“ Nach zuweilen dürftigen Auftritten seit Jahresbeginn muss die Eintracht nicht nur das eigene Publikum zurückgewinnen, sondern auch wieder auf die Siegerstraße kommen. Gegen Freiburg glich Maurice Multhaup verdientermaßen aus (29.), aber in Durchgang zwei kippte das Momentum in Richtung der Gäste. „Irgendwie hatten wir einen Rucksack auf“, haderte Schiele mit dem Spielverlauf. Doch diesen gilt es schnellstmöglich abzulegen, um im derzeitigen Schneckenrennen um den Aufstieg nicht unnötig den Anschluss zu verlieren. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es schon am Mittwoch im Nachholspiel gegen Viktoria Berlin (19 Uhr). Auch Vulkan Fejzic schaute wenige Augenblicke nach seinem Ausbruch bereits wieder in die Zukunft: „Wir haben viele Punkte liegen gelassen, haben Mittwoch unser Spiel in Berlin. Da müssen wir uns aufrappeln und die Punkte holen“, so der explosive Torhüter der Löwen. LARS RÜCKER nachhol SPIEL Viktoria Berlin – Braunschweig Mittwoch, 19 Uhr Vikt. Berlin: Krahl – Kapp, Lewald, Hahn – Pinckert, Menz, Jopek, Ezeh – Makreckis, Küc, Lucas Falcao – Es fehlen: Gunte (Knieverletzung), Gambos (Gelb-Rot-Sperre), Nehrig (Achillessehnenprobleme), Hovi (Bruch an der Fußwurzel) Braunschweig: Fejzic – Marx, Behrendt, Schultz, Kijewski – Krauße, Nikolaou – Multhaup, Henning, Müller – Lauberbach – Es fehlen: Schulze Kökelsum (Aufbautraining nach Kahnbeinfraktur), Kleeberg (Reha nach Meniskusverletzung), May (Bänderriss im Sprunggelenk) 77 TÜR KGÜ CÜ Heraf verweist aufs Schaulaufen Türkgücüs Söldnertruppe wird ihrem zweifelhaften Ruf auch nach dem Insolvenzantrag vollauf gerecht. Andreas Herafs Team blieb mit dem torlosen Remis gegen Waldhof Mannheim zum 13. Mal in Serie ohne Sieg und belegt damit weiter einen Abstiegsplatz. Im Angesicht der unsicheren Zukunft aber entdecken die Münchner plötzlich ihre kämpferischen Tugenden. Mit aufopferungsvollem Einsatz und einem erneut über sich hinauswachsenden Schlussmann Franco Flückiger wurde so erstmals seit Anfang Dezember (ebenfalls 0:0 bei Viktoria Berlin) wieder eine Partie ohne Gegentor überstanden. Dass es dabei nicht etwa um einen Punktgewinn im Abstiegskampf ging, sondern um ein Schaulaufen für künftige Arbeitgeber, räumte Heraf offen ein. Seine „Jungs haben heute gezeigt, dass Qualität in ihnen steckt“, so der 54-jährige Österreicher, „und sich so für andere Vereine im Sommer interessant gemacht“. Heraf scheint seine „Chance in Deutschland“, unbedingt nutzen zu wollen. Seine teils rigorosen Maßnahmen beginnen zu greifen, „vielleicht starten wir ja jetzt gegen Sechzig eine Serie“, blickte er zuversichtlich auf das Derby am Mittwoch. MATTHIAS HORNER V I K TOR IA B ERLIN Keeper Krahl hält einen Punkt fest Umjubelter Akteur war nach dem Schlusspfiff natürlich Julian Krahl, der mit dem gehaltenen Foulelfmeter in der Nachspielzeit seiner Berliner Mannschaft zumindest einen Zähler gegen den SC Verl sichern konnte. Es war bereits der dritte Strafstoß, den der Torhüter der Viktoria in dieser Saison parieren konnte. Vor Leandro Putaro scheiterten schon der Magdeburger Luca Schuler sowie der Duisburger Moritz Stoppelkamp vom Punkt an dem 22-jährigen Keeper. Eigentlich verlebte Krahl einen ruhigen Nachmittag, die sichere Defensive um den überragenden Jakob Lewald ließ nur wenig zu. Dies änderte sich aber nach der unnötigen Gelb-Roten Karte von Martin Gambos Mitte der zweiten Hälfte. „Er hat lange nicht gespielt“, machte Coach Benedetto Muzzicato seinem Neuzugang keinen Vorwurf. MARTIN EISEN
F U S S B A L L I N B AY E R N „Das Pflänzchen wächst so langsam“ Ex-Profi SA ND R O WAGNER (34) ist seit dem 1. Juli Coach in Haching und steht mit seinem Team auf Tabellenplatz 8. Wie ein Trainer denkt er allerdings schon länger. Sandro Wagner ist seit dem 1. Juli Trainer in Unterhaching. Vor der Saison war ein schneller Wiederaufstieg das Ziel, mit Platz 8 befindet sich der Drittligaabsteiger allerdings nur im Tabellenmittelfeld der Regionalliga und hat bereits 20 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bayreuth. Herr Wagner, welche Umstellungen von der Spieler- zur Trainerrolle waren für Sie die größten Herausforderungen? Die Umstellung in fachlicher Hinsicht war gar nicht so riesig, weil ich schon die letzten Jahre als Spieler oft wie ein Trainer gedacht und dementsprechend versucht habe, auf mein Team Einfluss zu nehmen. Die Arbeit auf dem Platz ist das verhältnismäßig Einfachste und Schönste, wie man auch oft in Gesprächen mit erfahrenen Trainern hört. All die Facetten drumherum sind dagegen die größeren Herausforderungen. Zum Beispiel mit Beratern vertragliche Angelegenheiten zu regeln oder quasi rund um die Uhr Mitarbeiter zu managen. Auch wenn wir nur ein Regionalligist sind, ich habe in Haching insgesamt 40 bis 50 Leute, für deren Tagesablauf ich plane und eine generelle Richtung mitge- „Die Facetten drumherum sind die größeren Herausforderungen.“ be. Das ist ein großer Unterschied zu einem Spieler, der eigentlich eine eigene kleine Firma in Form einer Ich-AG ist. Als Trainer bist du hingegen für viele Leute verantwortlich. Von welchem Trainer haben Sie sich am meisten abgeschaut? Ob das nun Ottmar Hitzfeld, Joachim Löw, Julian Nagelsmann, Peter Neururer, Niko Kovac, Pal Dardai oder Dirk Schuster war: Bei jedem Trainer habe ich stets gute und schlechte Aspekte mitgenommen. Die jeweils guten habe ich in meinen Trainer-Werkzeugkasten aufgenommen, und bei den schlechten versuche ich, bessere Lösungen zu finden. So hat mir jeder Trainer einen Mehrwert gebracht. Foto: picture-alliance Welche modernen Entwicklungen und Trends nehmen Sie für das Training in Haching mit? Ich halte nichts davon, blind jedem Trend nachzujagen. Zum Beispiel Diskussionen wie vor ein paar Jahren zur falschen Neun sind für mich Quatsch, das hat auch die darauffolgende Stürmer-Problematik in Deutschland gezeigt. Jeder Verein muss den Weg für sich finden und eine eigene Philosophie verfolgen. Da haben wir in der Hachinger Profimannschaft in den letzten Wochen und Monaten einen guten Weg gefunden, uns weiterzuentwickeln. Wir versuchen dabei, ganzheitlich mit vielen Facetten zu arbeiten – was natürlich in die sogenannte moderne Richtung geht. Was bedeutet ganzheitlich konkret? Wir haben zum Beispiel gemeinsam mit der Mannschaft die Umkleidekabinen umgestaltet und Rückzugsorte für die Spieler geschaffen, damit sie sich am Trainingszentrum wohlfühlen. Oder was taktische Inhalte betrifft: Die Mannschaft bekommt jeden Tag auf einem großen Bildschirm Videos gezeigt – entweder von unseren Trainingseinheiten, vom kommenden Gegner oder aber auch Szenen von Top-Mannschaften wie zum Beispiel Manchester City oder Inter Mailand. Szenen unserer Videoanalysen bekommen die Spieler teils auch in einer App oder einer Chat-Gruppe präsentiert. Wir versuchen damit, die Jungs auf persönlicher und sportlicher Ebene abzuholen, damit sie sich bestmöglich entwickeln können. Das Pflänzchen wächst so langsam. Stichwort langsam: Ihre Ausrichtung hört sich eher nach langfristiger Planung denn kurzfristigen Erfolgen an. Wir haben keinen großen Druck, sind aber extrem hungrig, uns als Verein zu entwickeln. Das Ziel ist vom Präsidenten ausgegeben worden: In der Saison 2024/25 wollen wir spätestens wieder in den Profifußball aufsteigen und zum 100-jährigen Vereinsjubiläum wieder in der 3. Liga spielen. Das bedeutet, dass wir nun dreieinhalb Jahre Zeit haben, um eine Mannschaft aufzubauen und die jungen Spieler zu entwickeln. Wir haben in allen vier deutschen Ligen die meisten U-19-Spieler eingesetzt, wie eine jüngste Analyse ergeben hat. Es freut mich, dass ich federführend bei der Entwicklung junger Spieler dabei bin. Vor der Saison war ein schneller Wiederaufstieg das Ziel, zuletzt wurde wieder zurückgerudert und der von Ihnen angesprochene Wiederaufstieg in den Profifußball um mehrere Jahre verschoben. Wie gehen Sie mit dem plötzlichen Umschwung in Haching als Trainer um? Wenn ich dies nicht mittragen könnte, dann hätte ich schon längst Servus gesagt. Aber ich kann mich damit voll identifizieren. Es hat auch seinen Reiz, ohne viele Neuzugänge, sondern stattdessen mit vielen jungen Spielern etwas aufzubauen. Auch wenn klar ist, dass wir es zunächst auch weiterhin schwer haben werden, gegen Top-Mannschaften mitzuhalten. „Wir sind extrem hungrig, uns als Verein zu entwickeln.“ Wie fällt Ihr bisheriges Fazit in Haching aus? Wenn man die Ausgangslage mit etlichen schwierigen Faktoren betrachtet, ist das Fazit positiv. Wir haben viele Spieler richtig gut entwickelt und uns auch als Mannschaft immer besser gefunden. Außerdem haben wir es geschafft, dass sich die Stimmung in und um den Verein gedreht hat. Von Depressionen nach zwei sehr schlechten sportlichen Jahren mit dem einhergehenden Abstieg hin zu einer Aufbruchstimmung. Wir bauen jetzt wieder eine Mannschaft auf und wollen in den nächsten dreieinhalb Jahren angreifen. ROBERT M. FRANK
14. FEBRUAR 2022 ILLERTI SS E N Trainer Marco Konrad plant bereits die Zukunft beim FVI kurz „Es geht um Harmonie und Abstimmung“ gepasst. Solange wir die Kraft hatten, waren wir echt stark“, so der Coach. Seine ersten 13, 14 Spieler seien bereits top, jetzt gelte es, auch die übrigen Akteure auf das gleiche Level zu heben. Seine Hoffnungen ruhen nicht zuletzt auf dem genesenen Kai Luibrand (27, 9 Spiele/1 Tor), der Torjäger Telalovic ersetzen soll. Die zwei Wochen bis zum ersten bündig VfB Eichstätt Kapitän und Stammspieler Jonas Fries (25) hat sich im Training erneut schwer verletzt (Knie) und wird wohl wieder eine längere Zwangspause einlegen müssen. Fries hatte verletzungsbedingt in dieser Saison erst einen Einsatz am 2. Spieltag bei 1:1 gegen den FV Illertissen. Pflichtspiel des Jahres bei Fürth II sollen intensiv genutzt werden. „Körperlich sind wir auf einem guten Weg“, so der Coach. Für Konrad hängt die Entwicklung seiner Mannschaft nicht an einem festgelegten Tabellenplatz. Erneut eine schlagkräftige Truppe zu haben und dann wieder für Furore sorgen, ist sein erklärtes Ziel. JÜRGEN SCHUSTER SC Eltersdorf Die Quecken haben den Österreicher Antonio Paunescu (22) vom SV Krottendorf (Steirische Oberliga) verpflichtet. Der Linksaußen, der privat nach Franken umgezogen ist, war bisher Gastspieler. Außerdem steht die Verpflichtung eines weiteren Torhüters kurz vor dem Abschluss. FC Pipinsried Rechtsverteidiger Tim Greifenegger (20) hat sich zum zweiten Mal in dieser Saison den linken Arm gebrochen. Der Youngster wird seinem Team zwei bis drei Monate fehlen. Foto: imago images/foto2press Es ist mehr als nur die bloße Vorbereitung auf die restliche Spielzeit der Saison 2021/22. FVI-Trainer Marco Konrad werkelt bereits, wohl auch etwas unfreiwillig, an der Zukunft. „Es geht um Harmonie und Abstimmung, außerdem wollen neue Strukturen für die kommende Saison bilden“, sagt er. Gleich drei Leistungsträger hatten den Verein bekanntlich in der Winterpause verlassen (Semir Telalovic zu Gladbach II, Lukas Rietzler an die Lynn University nach Florida und Fabian Rupp aus beruflichen Gründen). Jetzt erarbeitet man sich bei den Vöhlinstädtern erneut ein stabiles Gerüst und probiert andere taktische Grundordnungen aus. „Das sind gute Erkenntnisse für uns“, blickt Konrad auf Testspiele gegen namhafte Kontrahenten zurück. Am Samstag verlor man bei der Reserve des FC Bayern zwar mit 1:3, präsentierte sich dabei jedoch ganz passabel. Auch in den Spielen gegen Südwest-Tabellenführer SSV Ulm 1846 (2:2) und den VfR Aalen (0:2) bekam er wichtige Erkenntnisse geliefert. „Vor allem die ersten Halbzeiten haben 79 Werkelt am neuen taktischen Gerüst: FVI-Trainer Marco Konrad will die Verantwortung künftig auf mehrere Schultern verteilt wissen. Testspiele Bayreuth – Fürth II 2:0 Tore: Nollenberger, Kirsch Unterhaching – Burghausen 1:3 Tore: Ehlich – Scheidl, Bachschmid, Maier Augsburg II – Pipinsried 1:0 Tore: Koudossou Bayern II – Illertissen 3:1 Tore: Herrmann, Wenig, Kern – Bergmiller AUB STA DT AUSGBUR G I I R OSE NHE I M Kleinhenz bleibt bis 2024 Steinberger fehlen Gute Gründe für zehn Akteure gute Stimmung Die Position des TSV Aubstadt ist mit Rang 5 so stabil, dass man längerfristig Nägel mit Köpfen machte und die Verträge mit Chefcoach Victor Kleinhenz Co-Trainer André Betz bis 2024 verlängerte. Dies gab die Vereinsführung bekannt. In der wird auch darauf verwiesen, dass die beiden mit dem Großteil des aktuellen Kaders für die nächste Saison planen können. Moritz Gündling (Leihgabe von Würzburger Kickers) und Leo Dietz (Werder Bremen U 19) sind im Januar dazugekommen. Kleinhenz mahnt aber auch an, „Demut vorzuleben und keine Selbstverständlichkeiten zuzulassen. Wir müssen uns aber auch nicht kleiner machen, als wir sind. Von der Qualität unserer Truppe sind wir absolut überzeugt. Von daher freuen wir uns auf eine spannende Zeit“. Kleinhenz und Betz wissen aber auch, „dass wir in der Liga inzwischen anders wahrgenommen werden und sich unsere Gegner besser auf uns einstellen werden“. Deshalb müsse auch das Trainer-Team noch einmal eine Schippe drauflegen. RUDI DÜMPERT Sepp Steinberger will nicht jammern. Dabei hätte der Trainer der U 23 des FC Augsburg allen Grund zu hadern, denn die Liste seiner verletzten und erkrankten Spieler ist kurz vor dem Start der Punktspiele ellenlang. Gerade bei seinem Trainingsprogramm muss der Fußballlehrer immer wieder improvisieren. „Mehr als elf oder zwölf Spieler stehen mir bei den Übungseinheiten derzeit nicht zur Verfügung“, erklärt der 49-Jährige. Beim Testspielsieg gegen den Ligarivalen Pipinsried (1:0) am Samstag fehlten gleich zehn Akteure. „Einige von ihnen sollten bis zum Punktspielauftakt wieder fit sein“, hofft der Coach. Um überhaupt eine spielfähige Mannschaft aufbieten zu können, bekam Steinberger immer wieder U-19-Talente zur Verfügung gestellt, mit denen er sich durchaus zufrieden zeigte. „Sie haben das gut gemacht“, freut sich der Trainer, der zudem mit Tobias Heiland (22) zuletzt einen Gastspieler aufbieten konnte, der „sehr gut ausgebildet“ ist. Es ist noch offen, ob er fest verpflichtet wird. HERBERT SCHMOLL Obwohl die rote Laterne derzeit an der Jahnstraße hängt, ist die Stimmung bei 1860 Rosenheim recht ansprechend. Das liegt zum einen am Ausklang der Herbstrunde, als man die letzten vier Spiele ungeschlagen blieb (die 0:2-Niederlage gegen Aubstadt wurde am 6. November nachträglich am grünen Tisch entschieden), zum anderen haben die Sechziger auch in der Vorbereitung ordentliche Testspiele hingelegt. Gegen Landesligist Holzkirchen (3:1), Bayernligist Garching (2:0) und den österreichischen Regionalligisten Kuchl (3:1) gab es Siege, gegen Ligakonkurrent Unterhaching (1:1) und den österreichischen Zweitligisten Innsbruck (1:1) beachtliche Unentschieden. Der Innsbruck-Test war der Abschluss des „Trainingslagers dahoam“, in dem Coach Florian Heller seine Mannen eine Woche lang auf der eigenen Anlage beisammen hatte. Auch das ist ein Grund für die gute Stimmung, die man bis zum Punktspielstart mit der wichtigen Partie gegen Eltersdorf beibehalten möchte. THOMAS NEUMEIER
80 14. FEBRUAR 2022 Offenbach – RW Koblenz 0:1 (0:0) Offenbach: Flauder – Vetter (3. Milde), Zieleniecki, Breitenbach, Marcos – Firat (78. Tuma), Deniz, Huseinbasic, Bojaj (68. Fetsch) – Hosiner, Bozic – Trainer: S. Ristic Koblenz: Gaye – Weidenbach, Buckesfeld, Duncan – Ekallé (84. Kovacevic), Fouley, Spang (59. Regäsel), Stojanovic – Lemmer (69. Käfferbitz), Maroudis, Crosthwaite (69. Fischer) – Trainer: Backhaus Tor: 0:1 Fischer (80.) – SR: Forster (Flehingen) – Zuschauer: 6119 VfR Aalen – TSG Balingen 1:2 (0:1) Aalen: Layer – Herrmann, Schmidt, Odabas, Arh Cesen – Stanese – Volz (81. Botic), Müller, Abruscia, Kindsvater (77. Windmüller) – Kienle – Trainer: Wolf Balingen: Hauser – Eisele, Vogler, Fritschi – Curda, Vochatzer, Foelsch, Ramser, Akkaya – Meiser (90./+1 Seeger), Ferdinand – Tr.: Braun Tore: 0:1 Akkaya (28.), 1:1 Schmidt (62.), 1:2 Meiser (81.) – SR: Heim (Bruchsal) – Zuschauer: 1013 – Rote Karten: Schmidt (68., grobes Foulspiel), Trainer Wolf (80., unsportliches Verhalten) VfB Stuttgart II – Mainz 05 II 0:2 (0:2) Stuttgart II: Schock – Landu (75. Ganaus), Mola, Suver, Nothnagel – Eyibil (46. Laupheimer), Michel, Rekdal (75. Coordes), Egloff – Faghir REGIONALLIGA NORD 21. SPIELTAG Drochtersen 1:1 0:0 SC Weiche Ph. Lübeck 1:4 1:2 VfB Lübeck Heide 0:3 0:2 HSV II Ottensen 3:0 1:0 Norderstedt St. Pauli II 1:0 1:0 Altona spielfrei: Holstein Kiel II GRUPPE NORD 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. Holstein Kiel II 19 SC Weiche 08 19 Teut. Ottensen 19 VfB Lübeck (A) 19 Drochtersen/A. 19 Hamburger SV II 19 FC St. Pauli II 19 Phönix Lübeck 19 Eintr. Norderstedt 19 Heider SV 19 Altona 93 20 22. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. VfB Lübeck (0:3) SAMSTAG, 19. FEB. SC Weiche 08 (1:2) SONNTAG, 20. FEB. HSV II (3:2) SONNTAG, 20. FEB. Norderstedt (2:2) Kiel II (1:1) spielfrei: Altona 93 GRUPPE SÜD 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. VfB Oldenburg Werder Bremen II VfV Hildesheim Delmenhorst Hannover 96 II SSV Jeddeloh II BSV Rehden LSK Hansa HSC Hannover Oberneuland 36:19 36:21 39:21 38:21 21:16 34:26 20:26 26:38 31:31 17:44 17:52 38 37 36 32 32 31 23 21 20 9 9 19.30 UHR Drochtersen/A. 13.30 UHR St. Pauli II 13.00 UHR Ph. Lübeck 14.00 UHR Heide Ottensen 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18 45:12 47:13 32:34 22:22 28:23 25:28 29:35 15:28 18:42 11:35 43 42 29 25 24 24 18 16 15 12 (75. Bennetts), Schipplock (46. M. Polster) – Trainer: Fahrenhorst Mainz II: Rieß – Tauer, Quirin, Laux (54. Mißner) – Mizuta, Shabani, Bulic (80. Modica), Könighaus – Nebel, Rösch, Bobzien (60. Jung) – Trainer: Gaul Tore: 0:1 Laux (35.), 0:2 Könighaus (37.) – SR: Satriano (Zell i.W.) – Zuschauer: 200 FSV Frankfurt – FC-Ast. Walldorf 0:0 FSV: Endres – von Schroetter, Sawaneh, Gottwalt, Reutter – Crnomut (73. Burdenski), Azaouagh – Kelati (86. Karahan), Güclü, Heim (58. Heller) – Peters (58. Hirst) – Trainer: Brendel Walldorf: Idjakovic – Goß, Stich, Hauk, Becker – Lässig – Hillenbrand, Waack (82. Politakis), Schön (71. De Sousa Oelsner), Weik (87. Antlitz) – Carl – Trainer: Born SR: Bergmann (Erbach) – Zuschauer: 849 FC Homburg – Hessen Kassel 1:1 (0:0) Homburg: Wozniak – Plattenhardt (73. Schuck), Di Gregorio (41. Maier), Scholz, Stegerer – Ristl, Lienhard – Onangolo (83. Göcer), Dulleck (73. Hingerl), Mendler – Bouziane – Trainer: Wenzel Kassel: Zunker – Mißbach, Nennhuber, Starostzik, Springfeld, Merle (72. Dawid) – Rakk, Dierßen REGIONALLIGA NORDOST 25. SPIELTAG Tasmania 0:3 0:2 BFC Dynamo Eilenburg 0:0 Auerbach Lichtenberg 2:1 0:1 Ch. Leipzig Chemnitz 2:0 1:0 Hertha II Lok Leipzig 6:2 4:1 Fürstenwalde Halberstadt 0:0 Jena Babelsberg 2:1 1:0 Luckenwalde Altglienicke 4:1 2:0 BAK 07 Meuselwitz 4:1 1:0 Rathenow MITTWOCH, 2. MÄRZ 19.00 UHR Cottbus (2:2) TeBe Berlin NACHHOLSPIELE Altglienicke 1:1 1:0 Ch. Leipzig 0:0 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. Meinhardt (Flieden) – Zuschauer: 705 – Gelb-Rote Karte: Trainer Stotz (90./+2) – Rote Karte: Cissé (89., grobes Foulspiel) R EGI O NA L L I GA S Ü D WEST BFC Dynamo Lok Leipzig Energie Cottbus Carl Zeiss Jena Berliner AK 07 Chemnitzer FC SV Babelsberg 03 VSG Altglienicke Luckenwalde Chemie Leipzig TeBe Berlin Hertha BSC II Lichtenberg 47 ZFC Meuselwitz Germ. Halberstadt FC Eilenburg (N) Tasmania (N) Optik Rathenow Un. Fürstenwalde VfB Auerbach 25 23 24 25 25 25 25 23 25 25 23 25 25 25 25 25 25 24 23 23 Nachtrag Jena Meuselwitz 62:20 54:23 55:20 46:24 40:30 41:23 36:26 42:28 40:25 27:27 36:31 40:40 31:37 26:39 28:47 26:56 19:59 25:50 32:65 21:57 58 51 48 48 48 45 44 42 36 35 34 33 28 25 22 19 16 15 14 14 NACHHOLSPIELE 20., 21. Spieltag MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR Auerbach (2:4) Fürstenwalde Lok Leipzig (3:0) Rathenow 26. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. Altglienicke (2:0) TeBe Berlin (2:0) SAMSTAG, 19. FEB. Auerbach (1:7) BAK 07 (2:1) Chemie Leipzig (1:0) SAMSTAG, 19. FEB. Jena (3:1) SONNTAG, 20. FEB. Fürstenwalde (1:6) Luckenwalde (3:0) BFC Dynamo (1:2) Rathenow (3:3) 19.00 UHR Chemnitz Eilenburg 13.00 UHR Halberstadt Lok Leipzig Hertha II 14.05 UHR Meuselwitz 13.00 UHR Cottbus Lichtenberg Babelsberg Tasmania (72. Kahraman) – Stendera – Flotho (60. Iksal), Döringer (85. Stegmann) – Tr.: Damm Tore: 1:0 Bouziane (75.), 1:1 Iksal (88.) – SR: Kief (Reilingen) – Zuschauer: 874 FC Gießen – Bahlinger SC 0:0 Gießen: Löhe – Fisher, Reithmeir, Fink, Lo Scrudato – Sawada, Tiliudis – Owusu (81. Takehara), Bogicevic, Itoi (85. Makanda) – Öztürk (90. Daghfous) – Trainer: Cimen Bahlingen: Geng – Wehrle, Klein, Trkulja – Häringer, Torres – Gutjahr, Pepic, Alihoxha (77. Köbele) – Fischer (68. Angot), Bektasi (68. Falahen) – Trainer: Siefert SR: Greef (Otterbach) – Zuschauer: 612 Steinbach– FK Pirmasens 2:0 (1:0) Steinbach: Scholz – Kircher (82. Bradara), Kamm Al-Azzawe, Bandowski, Strujic – Bisanovic, März – Chessa (68. Ilhan), Gabriele (90. Wulff), Singer (68. Sobotta) – Stock – Trainer: Parlatan Pirmasens: Schulz – Grünnagel (78. Klein), Zimmer, Grieß, Hammann – Dimitrijevic (78. Hecker), Becker, Cissé, Eichhorn (33. D. Bohl) – Krob, Neofytos (68. Herrmann) – Tr.: Stotz Tore: 1:0 März (21.), 2:0 Wulff (90./+1) – SR: REGIONALLIGA WEST 25. SPIELTAG Fort. Köln 1:0 1:0 Wuppertal Münster 2:0 0:0 Ahlen Uerdingen 1:4 0:0 M’gladbach II Wiedenbrück 1:1 0:1 Aachen Bonn 1:3 0:1 1. FC Köln II Düsseldorf II 0:4 0:3 Straelen Homberg 0:1 0:0 Essen Rödinghausen Schalke II 0:0 Lippstadt ausgef. Wegberg-B. Oberhausen ausgef. Lotte 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. Rot-Weiss Essen Pr. Münster Fortuna Köln Wuppertaler SV RW Oberhausen 1. FC Köln II Wiedenbrück SV Rödinghausen Fort. Düsseldorf II Schalke 04 II Bor. M’gladbach II SV Straelen SV Lippstadt 08 RW Ahlen Alem. Aachen Bonner SC Spfr. Lotte FC Wegberg-B. VfB Homberg Uerdingen (A) 23 23 21 23 23 25 24 22 23 25 25 24 22 22 23 24 21 22 22 25 55:20 43:16 35:12 42:16 47:23 49:34 34:17 24:22 42:40 38:41 31:34 27:35 34:39 35:43 26:40 28:46 22:40 19:36 16:42 22:73 56 51 48 46 44 43 42 32 31 31 30 29 27 27 21 20 18 17 12 10 NACHHOLSPIELE 19., 23. Spieltag DIENSTAG, 15. FEB. 18.30 UHR Lotte (1:0, 2:2) Fort. Köln DIENSTAG, 15. FEB. 19.30 UHR Wiedenbrück (0:1) Lippstadt Düsseldorf II (1:1) Ahlen MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR Wuppertal (4:1) Straelen MITTWOCH, 16. FEB. 19.30 UHR Aachen (2:0, 2:0) Homberg 26. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. Fort. Köln (2:0) Ahlen (3:5) FREITAG, 18. FEB. Rödinghausen (2:0) SAMSTAG, 19. FEB. Straelen (1:0) M’gladbach II (0:0) Wegberg-Beeck (0:0) SAMSTAG, 19. FEB. Aachen (3:1) 19.00 UHR Bonn Schalke II 19.30 UHR Lippstadt 14.00 UHR Homberg Wiedenbrück Oberhausen 15.00 UHR 1. FC Köln II Großaspach – Schott Mainz 0:1 (0:0) Großaspach: Reule – Schiek, Gipson, Gehring, Brändle (77. Müller) – Karatas (77. Diakite), Konrad, Jüllich (46. Gerezgiher), Tomic (68. Hummel) – Mölders, Salz (46. Lewerenz) – Trainer: Boysen Schott Mainz: Weyand – Schwarz, Raltschitsch, Ahlbach, Schlosser – Fring (83. Rimoldi), Portmann (71. Müller), Schneider, del Vecchio – Gorbunow (71. Ripplinger), Sannomiya (46. Celik/88. Kern) – Trainer: Meeth Tor: 0:1 del Vecchio (65.) – SR: Hildenbrand (Wertheim) – Zuschauer: 600 Elversberg – TSG Hoffenheim II 2:1 (2:1) Elversberg: Kristof – Fellhauer, Menke, Conrad, Neubauer – Dacaj (63. Suero Fernandez), Sickinger (46. von Piechowski), Laprevotte – Feil (90./+4 Sahin), Koffi (63. Mustafa), Tekerci (74. Karger) – Trainer: Steffen Hoffenheim II: Noll – Che, Haider, König, Kölle (63. Bähr) – Khan Agha (46. Zaiser), Erb (74. Casar) – Butler, Proschwitz, Ott – Boutakhrit (46. Szarka) – Trainer: Herdling Tore: 1:0 Koffi (9.), 2:0 Sickinger (29.), 2:1 Haider (32.) – SR: Safi (Erlensee) – ZS: 1219 SONNTAG, 20. FEB. 14.00 UHR Essen (3:2) Münster Wuppertal (2:1) Düsseldorf II Lotte (0:2) Uerdingen REGIONALLIGA SÜDWEST 24. SPIELTAG Offenbach 0:1 0:0 Koblenz Aalen 1:2 0:1 Balingen Stuttgart II 0:2 0:2 Mainz II Frankfurt 0:0 Walldorf Homburg 1:1 0:0 Kassel Gießen 0:0 Bahlingen Steinbach 2:0 1:0 Pirmasens Großaspach 0:1 0:0 Schott Mainz Elversberg 2:1 2:1 Hoffenheim II spielfrei: SSV Ulm 1846 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. FSV Mainz 05 II 23 SSV Ulm 1846 22 SV Elversberg 22 Kickers Offenbach 22 Steinbach Haiger 23 FC Homburg 23 Bahlinger SC 22 Hessen Kassel 23 TSG Balingen 22 VfR Aalen 23 RW Koblenz 23 FC-Ast. Walldorf 23 TSG Hoffenheim II 23 VfB Stuttgart II 23 FK Pirmasens 23 FSV Frankfurt 23 FC Gießen 23 Großaspach 23 Schott Mainz 23 25. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. Walldorf (2:3) SAMSTAG, 19. FEB. Mainz II (2:1) Schott Mainz (2:4) Pirmasens (1:3) Bahlingen (1:3) Balingen (1:3) Koblenz (0:1) Kassel (0:0) SONNTAG, 20. FEB. Hoffenheim II (0:1) spielfrei: VfR Aalen 39:25 38:22 50:22 39:15 39:27 31:31 22:23 30:25 32:39 36:44 25:30 34:41 34:36 31:35 21:34 26:31 20:29 26:49 22:37 49 46 44 44 43 36 34 31 30 30 28 27 26 24 24 23 23 20 19 19.00 UHR Homburg 14.00 UHR Frankfurt Stuttgart II Großaspach Steinbach Gießen Ulm Elversberg 14.00 UHR Offenbach REGIONALLIGA BAYERN 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. SpVgg Bayreuth 23 FC Bayern II (A) 24 Schweinfurt (M) 22 FV Illertissen 24 TSV Aubstadt 24 TSV Buchbach 22 Wack. Burghausen 23 Unterhaching (A) 22 FC Augsburg II 23 Aschaffenburg 24 VfB Eichstätt 23 FC Memmingen 24 FC Pipinsried (N) 24 1. FC Nürnberg II 24 SC Eltersdorf (N) 20 SV Schalding-H. 23 SV Heimstetten 24 TSV Rain/Lech 21 Greuther Fürth II 22 1860 Rosenheim 22 60:23 73:31 69:28 43:26 45:29 35:21 49:36 44:40 42:37 32:34 34:43 36:49 31:46 33:38 31:41 26:43 33:49 17:49 28:54 16:60 56 52 43 42 40 37 36 36 33 31 31 28 28 27 23 23 21 17 16 15 NACHHOLSPIELE 14., 20. Spieltag SAMSTAG, 19. FEB. 14.00 UHR Bayreuth ( - ) Unterhaching Eichstätt (3:0) Eltersdorf 25. SPIELTAG SAMSTAG, 19. FEBR. 14.00 UHR Burghausen (1:3) Aschaffenburg Fürth II (2:2) Rain SONNTAG, 20. FEBR. 14.00 UHR Nürnberg II (1:1) Schweinfurt DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.00 UHR Eltersdorf (0:2) Unterhaching DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.30 UHR Memmingen (2:1) Pipinsried DIENSTAG, 22. MÄRZ 19.00 UHR Heimstetten (2:0) Rosenheim DIENSTAG, 29. MÄRZ 17.45 UHR Bayreuth (6:2) Augsburg II Eichstätt (3:1) Schalding-H. Aubstadt (1:1) Buchbach Alle Ergebnisse und Tabellen finden Sie auch unter www.kicker.de/regionalliga
14. FEBRUAR 2022 81 O LY M P I S C H E S P I E L E DOP I N GA FFÄ RE Staffel-Glück: Erst bringt Langläuferin Sofie Krehl das Silber ins Ziel, dann strahlt sie mit Katherine Sauerbrey, Katharina Hennig und Victoria Carl (v. li.). Überraschend, überzeugend, überwältigend – das deutsche Olympia-Team hat sich in der ersten Hälfte der Winterspiele von Peking erfolgreich präsentiert. Mit achtmal Gold, fünfmal Silber und einmal Bronze liegt Deutschland im Medaillenspiegel auf Rang 2 hinter Norwegen (siehe Grafik). Was Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig zu der Aussage bewog: „Das ist eine komfortable Situation.“ Für eine der bisher größten Überraschungen sorgte am Samstag die Skilanglauf-Staffel der Frauen. Katherine Sauerbrey, Katharina Hennig, Victoria Carl und Sofie Krehl stürmten zu Silber und gewannen die erste deutsche Langlauf-Medaille überhaupt bei einem Großereignis seit acht Jahren – zuletzt hatte ein deutsches S KE LE TON Läuft! Die olympische Halbzeitbilanz von T EA M D fällt positiv aus. Und es gibt weitere Medaillenchancen. Quartett 2014 in Sotschi Bronze geholt. Ebenso unerwartet krönten sich Biathletin Denise Herrmann und der Nordische Kombinierer Vinzenz Geiger zu Olympiasiegern. Ihrer Favoritenrolle gerecht wurden die Rodler. Sie gewannen alle vier Wettbewerbe, dazu zweimal Silber – „Kompliment an die Athleten und den Verband“, freute sich Schimmelpfennig. Der GoldSpur im Eiskanal folgten sensationell auch die Skeleton-Piloten Christopher Grotheer und Hannah Neise als erste deutsche Olympiasieger. Trotz dieser Glanzlichter möchten die Verantwortlichen die Erfolge nicht zu hoch hängen. „Wir schauen nicht nur auf die Medaillen, sondern auch auf die Plätze 1 bis 8. Und da stehen wir nicht an erster Stelle“, drückte Schimmelpfennig auf die Euphorie-Bremse. Das Ziel bleibt Platz 2 bis 6. In der zweiten Woche ruhen die größten deutschen Hoffnungen auf den Bobfahrern um Francesco Friedrich. Auch die Biathleten, Skispringer, Kombinierer oder Skirennläufer haben noch „edle“ Aussichten. SABINE VÖGELE Sensations-Gold für Hannah Neise und die Gründe dafür Corona, die Mamas und Selleriesaft Fotos: picture-alliance/dpa, Reuters C orona ist der große Schatten über diesen Olympischen Winterspielen von Peking. Für Hannah Neise war die Infektion kurz vorher jedoch ein Schlüssel zum sensationellen Gold-Erfolg im Skeleton. „Es hat mir die Lockerheit zurückgebracht. Eigentlich sehe ich oft das Negative in Sachen, aber ich habe in dieser Zeit viel gelernt“, erklärte die jüngste Skeleton-Olympiasiegerin aller Zeiten mit kleinen Augen. Die Party dauerte bis 6 Uhr morgens, schließlich hatte Neise nach dem Doppeltriumph von Christopher Grotheer und Axel Jungk das beste Olympia-Ergebnis der Historie perfekt gemacht. Die Geschichte der erst 21-jährigen Olympia-Debütantin ist eine besondere. Vor dem Gold-Coup war die Sauerländerin nie aufs Weltcup-Podest gefahren. Mit Ach und Krach schaffte sie die Olym- Ne Gr ot ise he er pia-Qualifikation – und dann der positive Corona-Test. „Natürlich ist im ersten Moment die Welt untergegangen. Aber dann habe ich meinen Körper mit Vitaminen vollgestopft und jeden Morgen Selleriesaft getrunken“, berichtete Neise. Eine wichtige Hilfe war ihre Mutter. Aber auch die Mama ihrer Stiefschwester half als „Psychologin“ mit Anweisungen. „Ich habe in den letzten Monaten sehr viel an meiner mentalen Stärke gearbeitet. Das meiste entscheidet sich auf diesem Level im Kopf.“ Dort waren die deutschen Skeletoni mit ihren ersten Olympiasiegen der Geschichte genau wie beim Material top. „Hätte mir das vorher jemand gesagt, hätte ich es nicht geglaubt“, sagte Thomas Schwab als Sportdirektor des Bob- und Schlittensportverbandes: „Ich kann vor unseren Athleten nur den Hut ziehen.“ LARS BECKER Fall Walijewa sorgt für Wirbel D iesen Dienstag beginnt in Peking die Damen-Konkurrenz im olympischen Eiskunstlauf. Favoritin: die russische Team-Olympiasiegerin Kamila Walijewa (15). Wenn sie denn starten darf … Darüber befindet der Internationale Sportgerichtshof CAS am heutigen Montag – die Entscheidung war für den Nachmittag Ortszeit angekündigt worden. Hintergründe: Walijewa wurde am 25. Dezember im Rahmen der nationalen Meisterschaften positiv auf das verbotene Mittel Trimetazidin getestet. Nach Aussage der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA lag das Ergebnis erst am 8. Februar vor, einen Tag nach der Team-Entscheidung in Peking. Es folgte die vorläufige Suspendierung der Sportlerin, doch nach Walijewas Einspruch hob der Disziplinarausschuss der RUSADA diese am 9. Februar wieder auf. Dagegen sind das Internationale Olympische Komitee (IOC), die Welt-AntiDoping-Agentur (WADA) und der Eiskunstlauf-Weltverband (ISU) in Berufung gegangen. Fragen: Durfte die RUSADA die Suspendierung aufheben? Offen ist auch, warum das Ergebnis der Probe aus dem Labor in Stockholm so spät kam. Laut RUSADA sollen Corona-Fälle für die ungewöhnliche Verzögerung verantwortlich sein. Travis Tygart, Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur, sprach von einem „katastrophalen Versagen des Systems“. Folgen: Zunehmend rückt Walijewas Umfeld in den Fokus. Die RUSADA kündigte eine Untersuchung gegen Betreuerinnen und Betreuer des Teenagers an. Das IOC befürwortet ein entsprechendes Vorgehen auch seitens der WADA. Ob das russische TeamGold seine Gültigkeit behält, darüber kann die ISU erst nach Abschluss des gesamten Falles entscheiden. SAV ME DA ILLENSPIEGEL NACH 65 VON 109 ENTSCHEIDUNGEN Nation G S B total 1. Norwegen 2. Deutschland 3. USA 4. Niederlande 5. Schweden 9 8 6 6 5 5 5 5 4 3 7 1 1 2 3 21 14 12 12 11
82 14. FEBRUAR 2022 Auf dem Weg der Besserung DER EXPERTE Nur ein Sieg in der Vorrunde. Doch beim 2:3 gegen die USA deutet D EU TS C HL A N D sein Potenzial für mehr an. Patrick Reimer Olympia-Silbermedaillen-Gewinner Ich bin trotzdem absolut zuversichtlich Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist durchwachsen in die Mission „Verteidigung der Silbermedaille“ gestartet. Mit zwei Niederlagen und einem Sieg wurde die Gruppenphase als Dritter abgeschlossen – hinter den USA und Kanada sowie vor Gastgeber China. Was sich liest wie ein Stotterstart, förderte aber auch eine klare Leistungssteigerung zutage: Beim 1:5 zum Auftakt gegen aggressive und abgezockte Kanadier war Deutschland immer einen Schritt zu spät, kam schwer in die Zweikämpfe und fand in der Offensive kaum statt. Danach wurde die DEB-Auswahl ihrer Favoritenrolle gegen die Chinesen zumindest über die Hälfte der Spielzeit gerecht, ging mit 3:0 in Führung, machte es mit einem knappen 3:2-Sieg am Ende O L Y M P I S C H E Enges Match: Tom Kühnhackl (rechts) erzielt im aber noch unnötig spannend. Den bisSpiel gegen die USA das Anschlusstor zum 2:3. SPIELE lang besten Auftritt lieferte Team D am Sonntag bei der 2:3-Niederlage gegen Vier Jahre später zeigt die Leistungskurve im schnelle und technisch versierte US-Amerikaner: Turnierverlauf erneut nach oben. Trotzdem wird Deutschland brachte seine Tugenden wieder aufs sich Deutschland in der nun anstehenden ZwischenEis, war präsent in den Zweikämpfen, teilte viele und runde am Dienstag (5.10 Uhr MEZ) weiter steigern harte Checks aus, blockte leidenschaftlich Schüsse und eigene Fehler minimieren müssen. Der Gegner und war griffiger und gefährlicher in der Offensive. Slowakei bekam es in einer Gruppe mit Finnland, Auch gelang der erste Powerplay-Treffer im Turnier. Schweden und Lettland mit schweren Gegnern zu Grund zur Panik ist also nicht angebracht: Auch tun und wurde ebenfalls Dritter. Weiterhin fraglich beim Silber-Triumph von 2018 starteten die Deutist der Einsatz des deutschen Verteidigers Marco schen mit zwei Niederlagen ins Turnier, waren in der Nowak, der seit einem überharten Check im ersten K.-o.-Runde dann aber voll auf Betriebstemperatur Spiel gegen Kanada verletzt fehlt. CHRISTIAN RUPP und schrieben am Ende Eishockey-Geschichte. S K I S P R I N GE N E s war sicherlich ein Stotterstart in dieses Turnier. Die Jungs sind mit großen Erwartungen angereist und wollten mehr. Vielleicht war es gar nicht schlecht, gegen Kanada direkt einen Dämpfer bekommen zu haben. Es war wichtig zu sehen, dass man hart arbeiten muss, um bei den Olympischen Spielen Erfolg zu haben. Gegen die USA haben wir unser bislang bestes Spiel geliefert und ganz anderen Einsatz und Leidenschaft gezeigt. Die Jungs können gut einschätzen, dass sie gegen ein Top-Team mithalten konnten. Das war 2018 bei uns nicht anders, als wir knapp mit 0:1 gegen die Schweden verloren haben. Ich denke, dass wir noch nicht die beste deutsche Mannschaft gesehen haben, und hoffe, dass die Jungs weiter an sich und ihre Stärken glauben, dass dieser Glaube von Spiel zu Spiel größer und eine weitere Steigerung zu sehen sein werden. Wenn die Leichtigkeit in den Spielzügen und im Abschluss zurückkommt, dann sind wir für den weiteren Verlauf gut gewappnet. Der volle Fokus liegt nun auf dem Spiel gegen die Slowakei. Sie hat mit Juraj Slafkovsky einen 17-jährigen Goalgetter. Ansonsten hatten aber auch sie Probleme mit dem Toreschießen und die eine oder andere Lücke in der Defensive. Es wird ein Spiel auf Augenhöhe. Gerade die deutschen Spieler, die schon vor vier Jahren mit dabei waren, werden die richtigen Worte finden. Ich habe keinerlei Skepsis, bin aufgrund der Leistung trotzdem positiv gestimmt und absolut zuversichtlich. Karl Geigers erlösender Coup schürt Hoffnungen auf Team-Gold K arl Geiger hat in diesen Olym„Eine Erlösung für das gesamte pia-Tagen für einen lustigen Team“ nannte sie Bundestrainer SteVersprecher gesorgt. „Noch fan Horngacher: „Wir haben schwere stecke ich nicht den Sand in den Tage hinter uns und noch die Kurve Kopf“, sagte er nach einer der vielen gekriegt. Das hilft uns gewaltig für enttäuschenden Trainingseinheiten das Mannschaftsspringen.“ Nach den an den Schanzen von Zhangjiakou. Eindrücken von der Großschanze Die sprachliche Verwechslung war geht Team-Weltmeister Deutschland ein Ausdruck der totalen am heutigen Montag Ratlosigkeit, in der sich (12 Uhr MEZ) nach Geider als Nummer eins der gers Bronze-Coup dort Welt angereiste Skisprinals Mitfavorit auf Gold ger befand. Umso höins Rennen. her war die olympische Es war ein Happy Bronzemedaille einzuEnd, an das Geiger selbst schätzen, die sich Geinicht mehr geglaubt ger einen Tag nach seihatte. Als Gesamtweltnem 29. Geburtstag im cupsieger mit großen Einzelspringen von der Auf der Großschanze Erwartungen angereist, Großschanze sicherte. ein Großer: Karl Geiger kam er zunächst auf der Normalschanze überhaupt nicht zurecht. Platz 15 im Einzel folgte das Drama im Mixed-Springen, wo seine Kollegin Katharina Althaus disqualifiziert wurde. Er begann in einer der größten Krisen seiner erfolgreichen Karriere wieder bei null: „So wie ein neugeborenes Küken – aus dem Ei schlüpfen und loslegen.“ Das funktionierte: Mit seinem besten Flug in Peking holte er Bronze hinter Olympiasieger Marius Lindvik (Norwegen) und Einzelschanzen-Champion Ryoyu Kobayashi (Japan). Und vielleicht gibt es ja am Ende statt Sand im Kopf sogar TeamGold um den Hals. LARS BECKER Mehr zu den Olympischen Spielen unter www.kicker.de Foto: picture-alliance Bronze um den Hals statt Sand im Kopf Patrick Reimer (39) gewann mit dem deutschen Team 2018 Olympia-Silber. Der erfolgreichste Torschütze und Scorer der DEL-Geschichte spielt seit der Saison 2012/13 für die Nürnberg Ice Tigers.
IHRE 14. FEBRUAR 2022 MEINUNG 83 L e s e r f o r u m @ k i c k e r. d e Für den FC Bayern ist Niklas Süle kein Verlust, für den BVB ein Gewinn Betr.: „Ein großes Puzzleteil“, „Überall das liebe Geld“ – Der Wechsel von Niklas Süle % Nr. 13 Der ablösefreie Wechsel vom FC Bayern zum BVB hat laut Niklas Süle und seinem Berater keine pekuniären Gründe, sondern es fehlte die Wertschätzung der Bayern. Bei einer Offerte von zehn Millionen Euro pro Jahr keine Wertschätzung zu empfinden, grenzt für mich an Größenwahn. Rüdiger van Alste, Hannover Nun hat das leidige Thema ein Ende gefunden und zumindest ein Gewinner steht fest: Borussia Dortmund. Ein ablösefreier deutscher Nationalspieler, der beim FC Bayern schon gezeigt hat, dass er mehr als brauchbar Ablösefrei vom FC Bayern zum BVB: Niklas Süle trägt ab Sommer Schwarz-Gelb. Foto: sampics Niklas Süle fühlt sich beim FC Bayern nicht genügend wertgeschätzt. Ein Profi, der mehrere Millionen Euro pro Jahr verdient, wünscht sich zusätzliche Streicheleinheiten von den Vereinsoberen. Wenn Süle sich große Verdienste um den FCB erworben hätte, könnte ich sein Anliegen vielleicht noch nachvollziehen. Aber in meinen Augen ist er bisher nicht durch beständige überragende Leistung aufgefallen.Alfred Kastner, Weiden kicken kann, könnte ein Baustein für einen erneuten Angriff auf die Dauerherrschaft der Münchner sein. Christian Crone, Berlin Niklas Süle hat offenbar kein wirklich attraktives finanzielles Angebot aus dem Ausland bekommen. Das BVB-Angebot ist daher als „Notnagel“ zu betrachten. Was beweist, dass Süle auch nicht der überragende und unersetzliche Spieler ist. Für die Bayern ist sein Verlust nicht tragisch. Es gibt Rüdiger Abramczik Stand: 11. 2. 2022 D IE NSTAG , 15 . FEBRUAR Rui Patricio (102 A Portugal, EM 2016) 34 Sara Däbritz (82 A, Olympia 2016, 27 EM 2013) MITTWOC H, 16 . FEBRUAR Dieter Brenninger (1 A, 271 BL) Rike Koekkoek (28 A) Bebeto (75 A Brasilien, WM 1994) 78 62 58 D ONNERSTAG , 17. FEBRUAR Willi Koslowski (3 A, 64 BL) Norbert Eilenfeldt (212 BL) Andrea Heinrich (4 A) 85 66 50 FRE ITAG , 1 8 . FE B RUAR Werner Drews (2 A DDR) Peter Meyer (1 A, 44 BL) Rüdiger Abramczik (19 A, 316 BL) Gerald Ehrmann (294 BL) Frank Schulz (213 BL) Josip Simunic (105 A CRO, 271 BL) Christian Tiffert (225 BL) Roman Neustädter (2 A Deutschland, 13 A Russland, 181 BL) % Nr. 13 82 82 66 63 61 44 40 34 S AM STAG , 1 9 . FE B RUA R Gianluca Zambrotta (98 A Italien, 45 WM 2006) Steven Cherundolo (87 A USA, 302 BL) 43 Christoph Kramer (12 A, WM 2014, 31 218 BL) S O NNTAG , 2 0. FE B RUA R Urs Fischer (Trainer) Markus Kauczinski (Trainer) Offensichtlich ist Niklas Süle mit seinen bisherigen Leistungen zufrieden. Das unterscheidet ihn von anderen Spielern, die besser sind als er und trotzdem versuchen, noch besser zu werden. Vielleicht wird Süle erst nach seiner Karriere klar, dass er sein volles Leistungsvermögen nicht ausgeschöpft hat. Peter Scholz, Münster Betr.: „Kahns Ja zur Play-off-Idee“ – Die Bundesliga braucht mehr Spannung Der Ex-Stürmer, der für Schalke, Dortmund, Nürnberg, Galatasaray und Oberhausen spielte, wird 66 Jahre alt. 71 69 35 26 Udo Küber, per E-Mail Play-offs machen die Liga nicht spannender, aber die Topklubs noch reicher H E RZ L I C HE N G LÜ C KW U N S C H ! M ONTAG , 14 . FEBRUAR Kevin Keegan (63 A England) Hans Krankl (69 A Österreich) Matthias Jöllenbeck (Schiedsrichter) Lucas Hernandez (30 A Frankreich, WM 2018, 58 BL) genügend Spieler, die ihn gleichwertig oder gar besser ersetzen werden. 56 52 Letzen Endes würden Play-offs doch nur einzig und allein dazu dienen, die enorme Wettbewerbsverzerrung durch den FC Bayern gegenüber dem Rest der Liga besser zu verschleiern. Ähnlich wie im DFB-Pokal würden dann die Bayern hin und wieder mal doch in einem einzelnen Playoff-Spiel ausscheiden und dadurch mal nicht Deutscher Meister werden. Auch wenn ich die Meinung der Führung des FC Bayern durchaus nachvollziehen kann, so wäre die hieraus gewonnene „Spannung“ jedoch ziemlich konstruiert, was wohl schon bald auch dem letzten Fan klar werden dürfte. Jürgen Christ, Dentlein Es ist nicht verwunderlich, dass der FC Bayern Play-offs zur Meisterschaft begrüßen würde. Weitere Spiele zur Entscheidung des Meistertitels bedeuten noch mehr Gelder für den ohnehin zig Millionen schweren Klub aus dem Süden. Play-offs machen die Liga nicht spannender, sie spülen lediglich noch mehr Geld in die Kassen der Vereine, die ohnehin finanziell schon komfortabel aufgestellt sind. Die Bundesliga ist einer der fairsten Wettbewerbe überhaupt. 18 Vereine, jeder gegen jeden, einmal zu Hause, einmal auswärts. Und wer zum Schluss die meisten Punkte hat, ist Deutscher Meister. Bevor man über Play-offs nachdenkt, sollte man lieber überlegen, die Transfersummen zu begrenzen. Vielleicht gelingt es irgendeinem Verein dann ja mal wieder, den FCB auf Platz 2 zu verdrängen. Gerrit Gatermann, per E-Mail Ich stehe der derzeitigen Entwicklung mit Bedenken gegenüber. Eventuell eine WM alle zwei Jahre, dazu eine aufgeblähte Champions League, die immer noch drohende sogenannte Super League der Schuldenbuckelvereine und jetzt auch noch anvisierte Play-offs wie etwa im Eishockey, um die Bundesliga „spannender“ zu gestalten. Die Liga würde spannender, wenn potenziell wirtschaftsstarke Vereine wie etwa Schalke oder der HSV mehr aus ihren Möglichkeiten machen und mehr fußballerisches Know-how in ihre Vereinsarbeit einbinden würden, wie es beim FC Bayern seit Uli Hoeneß Tradition ist. Dieter Dümas, Mannheim Endlich nimmt ein Verantwortlicher die Profis ins Gebet! Betr.: „Jung und vogelwild“ – Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger klagt Spieler an % Nr. 12 Bravo, Herr Hitzlsperger! Ich kann jeden Satz, den er in seiner Rede nach der Niederlage gegen Frankfurt sagte, unterschreiben. Endlich nimmt ein Verantwortlicher die Profis ins Gebet und erinnert sie an ihre Pflicht dem Verein und den Fans gegenüber. Bleibt zu hoffen, dass sich die Spieler diese Kritik zu Herzen nehmen und sich nicht in die Schmollecke zurückziehen. Detlef Plobner, Oberasbach Redaktion kicker-sportmagazin, Leserforum, Badstraße 4 – 6, 90402 Nürnberg, Fax: 0911 / 2 16 - 22 52, Mail: leserforum@kicker.de facebook.com/kickeronline
84 14. FEBRUAR 2022 Djibril Sow ist ein eher ruhiger Zeitgenosse – und hat dennoch viel zu sagen. Über seine Entwicklung und die der Eintracht, deren Spiel er inzwischen prägt. Über den großen Konkurrenzkampf in der Schweizer Nati und seine künftigen Ambitionen. Erleben wir Sie aktuell in der stärksten Form Ihrer Karriere, Herr Sow? Sicherlich habe ich bei der Eintracht – und speziell auch in dieser Saison – noch mal einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ich freue mich, dass ich nun auch mit Toren und Assists helfen konnte. Ist Ihre Leistungssteigerung auf den Trainerwechsel vor der Saison oder eher auf Ihre Erfahrung zurückzuführen? Das hängt sicherlich auch viel mit meiner Erfahrung zusammen. Ich bin jetzt schon im dritten Jahr hier und habe mich in der Stadt, der Mannschaft und der Liga völlig akklimatisiert. Diese Erfahrung und auch das Vertrauen helfen mir bei meiner Entwicklung. Oliver Glasner legt großen Wert auf das Positionsspiel der Sechser und will, dass wir immer schnelle Lösungen finden. In diesen Bereichen konnte ich sicherlich einen Schritt nach vorne machen. quenter werden können. Allerdings haben wir im Offensivspiel wie auch im Spielaufbau bereits große Fortschritte erzielt. Was wir jetzt noch lernen müssen, ist die richtige Balance zu finden. Wir dürfen die defensive Stabilität nicht vernachlässigen und müssen wieder alles dafür tun, um so wenige Gegentore wie möglich zu bekommen. Denn wir können uns nicht darauf verlassen, dass wir vorne immer zwei, drei Tore schießen. Worauf sind die vielen Gegentore zurückzuführen? „In den Ausdauertests war ich nie gut“ Kaum jemand in der Bundesliga läuft so viel wie DJ IBR IL SOW (25). Frankfurts Mittelfeldspieler über seinen Weg, die WM in Katar und die Europa League. Wie unterscheiden sich Adi Hütter und Oliver Glasner – als Typen und in ihrer Fußballphilosophie? Ihre Philosophie liegt gar nicht so weit auseinander. Adi Hütter kommt stärker über seine Ansprachen. Oliver Glasner arbeitet mit uns sehr detailliert und nutzt noch mehr Videomaterial, um seine Ideen in die Köpfe der Spieler zu implementieren. Ich denke, das ist der größte Unterschied. Wie weit ist die Mannschaft noch von dem Fußball entfernt, den Glasner sehen möchte? Lässt sich das innerhalb einer Saison überhaupt erlernen? Durch den Führungswechsel im vergangenen Sommer, neue Spieler, Corona-Ausfälle und wenig gemeinsame Trainingszeit kam viel zusammen, was es auch für den Trainer schwer macht, seine Vorstellungen vollständig umzusetzen. Wir sehen noch Verbesserungspotenzial: in der Defensive, aber auch in der Offensive, wo wir im letzten Drittel noch konse- Wir bekamen einfache Gegentore, die wir leicht hätten verhindern können. Mit viel Training und Videomaterial müssen wir weiter an den Automatismen arbeiten, um die Lücken besser zu schließen oder den Mitspieler abzusichern. Diese Dinge setzten wir zu Beginn der Rückrunde nicht mehr konsequent um, und dann bekommst du in der Bundesliga gegen jeden Gegner Probleme. Das müssen wir wieder voll auf den Platz bringen – so wie gegen Ende der Hinrunde. Wenn ich zum Beispiel an unseren 1:0-Sieg gegen Mainz denke, da haben wir kein überragendes Spiel gemacht, aber Mainz kam kaum gefährlich vor unser Tor. Das zeigt: Wenn wir zu null spielen, haben wir eine sehr gute Chance, unsere Spiele zu gewinnen, weil wir immer für ein Tor gut sind. Sie sind in eine Führungsrolle hineingewachsen. Wie drückt sich das aus? Das Testspiel in Mainz neulich ist ein gutes Beispiel. Da bekam ich in der
14. FEBRUAR 2022 zweiten Hälfte die Kapitänsbinde. Vor zwei, drei Jahren wären noch 18 oder 19 andere Spieler vor mir an der Reihe gewesen. Mein Standing hat sich also schon verändert. Ich merke das auch daran, dass mich Mitspieler um Rat fragen und ich Gehör finde. oniert, dass ich direkt abschließen konnte. Auch Alex Meier gab Ihnen Tipps. Ja, er schaut manchmal beim Training zu und sagte mir: „Du hast so einen guten Schuss, versuche das einfach mal mit der Innenseite und nicht mit voller Kraft und dem Vollspann.“ Ich bin froh, dass das so gut geklappt hat. Statt zur Eintracht hätten Sie 2019 auch zu Paris St. Germain wechseln können. Überlegen Sie manchmal, wie Ihre Karriere verlaufen wäre, wenn Sie diesen riesigen Schritt gewagt hätten? Natürlich habe ich mal darüber nachgedacht. Aber ich habe den Schritt zur Eintracht zu keinem Zeitpunkt bereut. Wenn ich auf die vergangenen zweieinhalb Jahre zurückschaue, habe ich in der Eintracht den perfekten Verein für meine Entwicklung gefunden. Hier bekam ich Vertrauen und die nötige Ruhe. Bei einem so großen Verein wie PSG wären die Spielminuten ganz anders ausgefallen, außerdem gibt es dort keine Eingewöhnungszeit. Frankfurt war die richtige Entscheidung. Foto: Huebner Vor dem 22. Spieltag lagen Sie im Ranking der laufstärksten Spieler der Bundesliga mit 227,68 Kilometern auf Platz 2 hinter dem Wolfsburger Maximilian Arnold. Liegt Ihnen das einfach im Blut oder arbeiteten Sie darauf hin? Mit der Schweiz qualifizierten Sie sich in der Gruppe C vor Italien als Erster für die WM in Katar. In Deutschland wird die Ausrichtung dort insbesondere von den Fans sehr kritisch gesehen. Wie bewerten Sie das, und wie wird in der Schweiz darüber gedacht? Das wird auch in der Schweiz durchaus kritisch gesehen. Bei uns im Team haben wir uns darüber auch ausgetauscht. Aber ich glaube, es gab auch schon bei anderen Weltmeisterschaften wie in Südafrika oder Brasilien kritische Stimmen. SchlussNein, früher war ich in den Ausendlich konnten sich viele trotzdem dauertests nie dafür begeistern. gut, weil ich dabei „Ein Ultimatum würde Zu Katar kann ich nicht so richtig nicht viel sagen, ich nicht setzen, aber ich habe zwar eimotiviert war. Im Spiel kommt das ich bin ambitioniert.“ niges gelesen, war instinktiv, ich will aber noch nie vor überall auf dem Ort. Platz meinen Mitspielern helfen. Von den Verbänden wird es oft nicht Das ist einfach mein Spiel, und in gerne gesehen, wenn sich Spieler poder Bundesliga muss ein Mittelfeldlitisch positionieren und Missstände spieler diese läuferische Klasse auch außerhalb des Sports ansprechen. Ist draufhaben, vor allem bei unserem die Zeit für einen Wandel gekommen? sehr laufintensiven Spiel. Sollten Spieler und Teams zu gewissen Sie haben in dieser Saison auch das Toreschießen entdeckt, trafen in den Wochen vor Weihnachten zweimal in der Bundesliga und einmal in der Europa League. Woher kommt das? Einerseits habe ich beim Positionsspiel einen guten Schritt nach vorne gemacht. Bei den Toren gegen Union Berlin und Leverkusen war ich um den Sechzehner herum so positi- Themen stärker Stellung beziehen? Ja, klar. Durch die Black-Lives-MatterBewegung hat sich auch schon einiges getan. In der Premier League wird vor den Spielen immer noch der Kniefall gemacht. Aber es ist sicherlich noch mehr möglich. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass wir keine Politiker, sondern Fußballer sind. Wir können politische Statements abgeben, müssen es aber nicht. 85 Ist es Ihr Anspruch, in Katar als Stammspieler für die Schweiz anzutreten? Oder ist das angesichts der Konkurrenz illusorisch? Profis schon länger nicht mehr. Warum ist das so ein Tabuthema? Wäre es nicht naheliegend zu sagen: Wir spielen ohne oder nur vor wenigen Fans, also verzichten wir auf etwas Geld? Als wir 2019 im Trainingslager in Windischgarsten zusammensaßen, sagten Sie: „In den nächsten zwei, drei Jahren ist es wichtig, dass ich mich noch mal auf ein höheres Level bringen kann. Die Premier League bleibt meine Traumliga.“ Müssen die Fans also in diesem Sommer mit Ihrem Abschied rechnen? so wird, wie es einmal war? Diesen Anspruch kann ich zwar haben, aber die Konkurrenz ist in der Als es vor der letzten Saison diese Tat groß. Sollte ich nicht spielen, Gespräche mit dem Vorstand gab, kann ich mich nicht hinstellen und ging es ganz schnell – alle stimmsagen: Das ist völlig unfair. Granit ten einem Gehaltsverzicht zu. Wir Xhaka und Remo Freuler sind bei waren übrigens eine der wenigen Arsenal und Atalanta Bergamo Mannschaften, die in der gesamten nicht nur Stammspieler, sondern Saison 2020/21 auf Gehalt verzichauch Führungsteten. Auch wenn kräfte, und Denis wir viel verdienen, „Die Fans sind Zakaria ist gerade war das trotzdem zu Juventus Tu- sicherlich nicht müde ein Beitrag, den von der Eintracht.“ rin gewechselt. wir geleistet haDa kannst du bei ben, damit der Eintracht FrankVerein gesund und furt sehr gute Leistungen bringen, stabil bleibt. Wenn das Thema noch aber bei der starken Konkurrenz kann einmal auf den Tisch kommen sollte, man nicht davon ausgehen, bei der hätten wir aber sicherlich ein offenes Nati einen Stammplatz zu haben. ObOhr. Was dabei herauskäme, weiß wohl ich nicht so viel gespielt habe, ich allerdings nicht, da ich nicht im war auch die vergangene EM ein Mannschaftsrat bin. Highlight für mich. Natürlich habe Als Sie nach Frankfurt kamen, herrschich trotzdem den Traum, irgendwann te nach dem Pokalsieg 2018 und dem mal bei einem großen Turnier eine Einzug ins Europa-League-Halbfinawichtige Rolle zu spielen. Ich bin jung le 2019 eine riesige Euphorie. Durch und geduldig, um mir diesen Traum Corona wurde der Stecker gezogen. noch zu verwirklichen. Glauben Sie, dass es jemals wieder Die Premier League ist immer noch ein Traum von mir. Aber ich habe nie eine Karriereplanung gemacht, die vorsieht, dass ich nach zwei, drei Jahren wegmuss. Es müsste schon vieles passen, damit ich die Eintracht verlasse. Ich fühle mich hier sehr wohl, und der Verein nahm in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung. Hängt Ihr Verbleib davon ab, ob die Eintracht 2022/23 international spielt? So ein Ultimatum würde ich nicht setzen. Aber natürlich bin ich ambitioniert, und ich will auch, dass der Verein ambitioniert bleibt. Wenn wir jedes Jahr gegen den Abstieg spielen würden, müsste ich mich schon fragen, ob meine Ziele und die des Vereins zusammenpassen. Aber ich sehe hier mit den jungen Spielern, die bereits kamen, und weiteren, die noch folgen werden, immer noch viel Potenzial. Viele Klubs ächzen unter den Einbußen durch die Pandemie. Trotzdem hört man von einem Gehaltsverzicht der Die Fans sind sicherlich nicht müde von der Eintracht und vom Fußball, sondern von Corona und vielen politischen Bestimmungen. In der Phase, in der die Fans wieder im Stadion waren, hatte ich das Gefühl, dass die Leute heiß sind und uns anfeuern. Ich bin guter Dinge, dass die Stadien wieder voll sein werden, wenn wir zur Normalität zurückkehren. Wir alle im Verein wünschen uns das sehr. Die Fans in Deutschland haben eine solche Leidenschaft für den Fußball, das verfliegt nicht einfach so. Haben Sie eigentlich am 18. Mai schon etwas vor? Ich hoffe, dass wir uns an dem Tag in Sevilla sehen. Das wäre dann beim Finale der Europa League. Ist der Vorjahressieger FC Villarreal ein Vorbild, das zeigt, was man als Außenseiter erreichen kann? Ab jetzt ist es ein K.-o.-Turnier, da kann alles passieren. Ich glaube an jede noch so kleine Chance. Vor allem, wenn wir hoffentlich wieder vor unseren Fans spielen können. Ich muss Sie sicher nicht daran erinnern, was in Frankfurt bei so einem K.-o.Spiel los ist. Das könnte uns einen zusätzlichen Push geben. Ich sehe auch den Vorteil, dass diese Spiele für uns ein richtiges Highlight sind, während es andere Teams gewohnt sind, in der Champions League zu spielen. INTERVIEW: JULIAN FRANZKE
14. FEBRUAR 2022 Der Namen nennt Dr. Thomas Wüstefeld keine. Der neue Vorstand ist seit seiner Kindheit Fan des HSV, er hat die goldenen Zeiten miterlebt und die zurückliegende Dekade des Niedergangs. Sie war vor allem auch davon geprägt, dass dem Glanz der Vergangenheit geradezu verzweifelt nachgejagt wurde. Auf dem Feld wurde der „neue Uwe Seeler“ gesucht, wenn ein Eigengewächs vielversprechend gestartet ist. Und in der Vorstandsetage der mächtige Boss, be- Andersmacher Erst Anteilseigner, dann Aufsichtsrat und nun Vorstand: DR . T H O MAS WÜSTE FE LD (53) will den HSV genau durchleuchten. vorzugt in der Rolle des Erlösers. Der 53-Jährige nutzt die ersten Wochen seiner Amtszeit seit Jahresbeginn, um sich intensiv einzuarbeiten. Klar ist für ihn im Vorfeld nur eines: Er will die Dinge grundlegend anders angehen. Weil für ihn offensichtlich ist, dass der HSV eine Veränderung in der Denke und Ausrichtung benötigt. Wüstefeld ist ein erfolgreicher Medizinunternehmer, um die Situation bei seinem Klub zu skizzieren, bedient er sich bei Begriffen aus der Filmbranche. „Zuletzt war es oft so, dass ein Hauptdarsteller verpflichtet und das Drehbuch für ihn angepasst wurde, dass er über die entsprechenden Besetzungen entschieden hat. Das müssen wir verändern.“ Er will anders Regie führen. Im Oktober hat er 5,11 Prozent der Anteile von Klaus-Michael Kühne gekauft, war zum Jahresende in den Aufsichtsrat eingezogen und wurde im Januar zunächst für ein Jahr aus dem Kontrollgremium in den Vorstand entsendet. Aus dieser Position heraus will er anhand der gesammelten Eindrücke mit entscheiden, wen und was der Klub für die Zukunft braucht. „Das Ziel ist es, nicht eine neue Person in den Vorstand zu holen und nach dieser die Ausrichtung vorzunehmen, sondern an der Struktur zu arbeiten, ein Drehbuch zu erstellen.“ Ob er während dieser Worte an Dietmar Beiersdorfer denkt, sagt Fotos: Witters 86
ANZEIGE der dreifache Familienvater auch auf Nachfrage nicht. Der Ex-Profi und von 2002 bis 2009 überaus erfolgreiche Sportchef wurde nach der Ausgliederung 2014 als Vorstandsboss zurückgeholt und seinerzeit mit aller Macht ausgestattet. „Didi“, schwärmte der damalige Aufsichtsratsboss Karl Gernandt im Vorfeld, „ist nicht zurück, um da weiterzumachen, wo andere aufgehört haben. Er ist der Chef im Ring und entscheidet, wann und wo er mit den Veränderungen ansetzt.“ Dem gebürtigen Franken erschien der Vorschusslorbeer so viel, dass er sich beim Dienstantritt zu dieser Klarstellung veranlasst sah: „Ich bin kein Heilsbringer.“ Als der groß angekündigte Chef im Ring nach rund zwei Jahren in den Seilen hing und der HSV vor dem K. o. stand, kam das nächste altbekannte Gesicht zurück: Heribert Bruchhagen. Der Auftrag des Aufsichtsrates an den Altmeister glich einem Gegenentwurf, er sollte vor allem beruhigen und mit seiner Routine den Kurs vorgeben. Weil auch dieser schlingerte, kam der nächste Ex zurück: Bernd Hoffmann, ausgestattet mit aller Macht und allein seinem Naturell entsprechend auch willens, diese zu übernehmen. Eine Parallele zu Hoffmann ist bei Wüstefeld der Einstieg. Wie der zweimalige Vorstandsvorsitzende bei seinem zweiten Anlauf 2018 ist auch der neue Mann als Aufsichtsrat durch sein Gremium für zunächst ein Jahr kommissarisch zum Vorstand ernannt worden. Hoffmann blieb danach. Und Wüstefeld? „Mit dieser Parallele“, sagt er, „müssen wir und muss vor allem ich leben.“ Vorerst Doppelspitze: Wüstefeld mit Sportvorstand Jonas Boldt Ein Bewerbungsschreiben sollen die kommenden Monate nicht sein. Er sagt: „Das war so nicht geplant.“ Wüstefeld betont innerhalb eines Gesprächs mehrmals, dass es ihm um Inhalte geht. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Beim HSV indes ging es in der Vergangenheit vor allem um Namen. Und um Macht. Die Frage, wer denn nun der starke Mann im Vorstand sei, der Neue aus dem Kontrollgremium oder der seit 2019 amtierende Sportvorstand Jonas Boldt, stellt sich für Wüstefeld nicht. „Mein Naturell ist es, dass ich immer alles verstehen möchte.“ Deshalb verzichtet er anders als einige Vorgänger auf markige Ankündigungen, sondern taucht seit seinem ersten Arbeitstag intensiv in die Prozesse ein. Und hat damit bereits im Spätsommer, also deutlich Es geht weniger um Namen und Macht, sondern um Kompetenz. vor seinem Amtsantritt, angefangen. Bevor er sich zum Anteilskauf entschloss, hatte Wüstefeld eine Absichtserklärung und eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet, um die Abläufe in der HSV AG überprüfen zu können. Wenn er nun in Bezug auf die wirtschaftliche Lage sagt, „die Situation ist alles andere als gut, es ist fünf nach zwölf“, deutet Wüstefeld mehr als nur an, dass er ob der Durchleuchtungen besorgt ist. Von seinem Plan abgebracht haben sie ihn nicht. Deshalb durchleuchtet er weiter. Nur eine Woche nach seiner Inthronisierung wurde Marketingdirektor Philipp Markohs freigestellt. Ein Maßstab für sein Wirken muss das nicht sein. „Ich bin schon auch hartnäckig, wenn es darum geht, so lange zu bohren, bis alle Facetten beleuchtet sind.“ Der Bohrer indes soll ausdrücklich nicht der Vorschlaghammer sein. Wüstefeld kündigt keine Tabula rasa an, sondern Analysen. „Ich sehe es als meine Aufgabe an, ein Drehbuch zu entwerfen, das in den Grundzügen den gemeinsam definierten Leitplanken entspricht. Auf dieser Basis sollen dann Positionen besetzt werden, auch Hauptrollen.“ Es ist die Abkehr vom bisherigen Hamburger Weg, der den HSV mit Vollgas in die Sackgasse geführt hat. Dass er als Gesellschafter nun auch die Geschäfte führt, hat aus seiner Sicht „nur Vorteile“. Er habe einen anderen Blick auf die Dinge, wenn es um das eigene Geld gehe. Auch der Umgang mit Geld soll nach Zeiten, in denen der HSV gnadenlos über seine Verhältnisse gelebt hat, ein anderer werden. SEBASTIAN WOLFF
88 14. FEBRUAR 2022 „Der Fußball sollte intensiv über Veränderungen nachdenken“ Um Volkssport Nummer eins zu bleiben, muss etwas passieren, glaubt D E N N I S AO G O (35). Ein Gespräch über neue Wege, grobe Einschnitte, die hohe Belastung, Typen und Rassismus. E ine seiner ersten Handlungen in neuer Umgebung, sagt Dennis Aogo, war es, „die ganzen Programme auf dem Fernseher einzurichten“. Seit Oktober 2021 lebt der Ex-Bundesligaprofi mit seiner Familie in Dubai. Von dort blickt er weiterhin intensiv auf den Fußball – insbesondere die Bundesliga, der er letztmals in der Saison 2018/19 als Spieler des VfB Stuttgart angehörte (siehe Personalkasten auf Seite 91). Seit seinem Karriereende im Sommer 2020 ist Aogo aktuell unter anderem als Sky-Experte tätig, ein Engagement beim österreichischen Zweitligisten FC Wacker Innsbruck endete nach drei Monaten. Oft sind es die großen Namen früherer Spielergenerationen, die nach Einschätzungen gefragt werden, die ihre Vergleiche ziehen sollen. Doch das Geschäft hat sich verändert, die Einflüsse sind inzwischen vielfältig, die Themen werden zunehmend komplexer. Wie blickt also jemand wie Aogo, der gerade die ersten Schritte nach der aktiven Karriere macht, auf die großen Themen des Fußballs? Herr Aogo, welcher Fan waren Sie als kleiner Junge? KSC! Ich habe in KSC-Bettwäsche geschlafen und stand auf der Tribüne, als Euro-Eddy, Kiryakov, Kahn und Häßler noch spielten. Was spricht denn heutzutage noch dafür, kein Bayern-Fan zu werden? Na ja, ich bin in Karlsruhe aufgewachsen. Meine Wahl hatte natürlich sehr viel mit der Lokalität und regionaler Verbundenheit zu tun. Und sonst, will ein Kind nicht Fan des Klubs sein, der immer gewinnt? Welche Tendenzen meinen Sie? Das ist schon außergewöhnlich. Und wenn man ehrlich ist, liegt genau darin auch ein wesentliches Problem. Zehnmal in Folge, da langweilt sich wahrscheinlich sogar der größte Bayern-Fan. Attraktivität hat immer auch etwas mit Spannung zu tun. Der Fußball ist und war immer ein Sport des Volkes. Das heißt dann allerdings auch, alle mitnehmen zu müssen. Ein Versuch, wie man ihn mit der Super League unternommen hat, ist natürlich sehr ungeschickt gewesen. Wenn dort Leute denken, im stillen Kämmerlein irgendwelche Pläne für den Fußball schmieden und diese den Fans dann aufdrücken zu können, wird das nicht funktionieren. Auch in Deutschland müsste man bei 50+1 alle mit ins Boot holen – dann wäre eine Änderung möglich. Abgesehen von der Meisterschaft gibt es schon noch sehr viel Wettbewerb. Champions-League- und EuropaLeague-Plätze, Abstieg und Aufstieg, das ist in der Bundesliga schon spannend. Für mich persönlich ist es die Als Konsument möglicherweise schon. Als Sportler nicht. Man übergeht damit ganz viele Vereine, um so einen elitären Kreis zu bilden, der dann nur sein eigenes Ding macht. Das ist nicht das, wofür der Sport steht. Wovon reden wir denn konkret: von 60-sekündigen Tiktok-Videos, die ein 90-minütiges Spiel abbilden sollen? Das ist sicherlich ein sehr wichtiges Kriterium. Wissen Sie, die wievielte Meisterschaft der FC Bayern in dieser Saison in Folge gewinnen kann? Moment … (überlegt) die elfte schon? Es wäre die zehnte. Worin liegt der Reiz der Bundesliga dann noch? Hätten Sie die Super League interessant gefunden? „Eine Idee wäre, dass wie im Basketball eine Uhr runterläuft und man in dieser Zeit einen Angriff zu Ende bringen muss.“ attraktivste Liga, weil ich eine große emotionale Verbundenheit verspüre. So wird es vielen regionalen Fans auch gehen. Aber wenn man, wie ich, im Ausland lebt, spielt die Bundesliga schon eine relativ kleine Rolle. Wäre die Aufhebung von 50+1 eine Möglichkeit, um den Meisterschaftskampf wieder offener zu gestalten? Ich sage ganz klar ja, dazu stehe ich. Anders wird es auch schwer möglich sein, international wettbewerbsfähig zu agieren. Glauben Sie, dass die Bundesliga dieses Alleinstellungsmerkmal tatsächlich mal aufgeben wird? Hieße mehr Geld durch ein Fallen von 50+1 und das Einsteigen von Investoren denn automatisch mehr Erfolg? Nicht zwangsläufig. Aber mit Geld kann man sich auch Entertainment einkaufen, und am Ende des Tages geht es auch darum. Der Fußball scheut sich extrem vor Veränderungen, doch in den nächsten drei bis fünf Jahren sollte er darüber intensiv nachdenken. Wenn man weiter daran festhält, Tendenzen zu ignorieren, wird der Fußball an Kredit verlieren und – so wie er jetzt besteht – in 20, 30 Jahren nicht mehr Volkssport Nummer eins sein. Das digitale Zeitalter wird auch im Fußball seine Spuren hinterlassen, daran glaube ich fest. In allen Branchen versucht man sich anzupassen, nur im Fußball nicht. Das ist typisch und war schon zu meiner aktiven Zeit so. Dann heißt es immer: Es hat doch bislang auch noch funktioniert. Ich will gar nicht schwarzmalen, im Gegenteil, ich rate einfach daran, sich dafür zu öffnen, mutig zu sein, neue Wege einzuschlagen. Die müssen nicht immer alle richtig sein, aber ich sehe kaum jemanden, der das überhaupt erst mal verstanden hat. Nein, das wird schwierig. Am Ende muss es authentisch sein. Ich möchte auch nicht so tun, als wüsste ich, wie es geht. Aber bevor man eine Idee wie die Super League durchsetzt, sollte man auf höchster Ebene bei UEFA und FIFA überlegen, wie man gewährleisten kann, attraktiv zu bleiben. Vielleicht auch regeltechnisch. Inwiefern? In der Pandemie sind klare Tendenzen zu erkennen. Als die Stadien wieder geöffnet wurden, war die Auslastung nicht mehr so hoch wie zuvor. Selbst wenn es am Ende nur fünf bis zehn Prozent der Zuschauer sind – um das wieder zu ändern, muss man auch mal ins Regelwerk gucken. Es gibt bestimmt Möglichkeiten, das Spiel kurzweiliger zu machen. Klingt stark nach Spielzeitverkürzung. Zum Beispiel. Ich glaube, so wie der Fußball jetzt ist, wird er nicht zukunftsfähig sein. Eine Idee wäre, dass wie im Basketball eine Uhr runterläuft und man in dieser Zeit 9
14. FEBRUAR 2022 89 Scheut sich nicht, heikle Themen anzusprechen: Dennis Aogo 9
90 14. FEBRUAR 2022 Anfang und Hochzeit: Aogo als 18-Jähriger gegen Sebastian Deisler und als deutscher Nationalspieler mit Bundestrainer Jogi Löw Will man das? Das wären grobe Einschnitte in diese Sportart. Mir ist bewusst, dass Regeländerungen die größte Hürde darstellen würden, aber es muss etwas passieren. Ich kenne niemanden mehr, der sich heutzutage 90 Minuten ein Fußballspiel anguckt und währenddessen nicht irgendwelche anderen Dinge auf seinem Handy anstellt. Das hat sich einfach verändert! Es gibt digitale Möglichkeiten, die Zuschauer über das Smartphone mitzunehmen und parallel zu entertainen, die unmittelbar mit dem Spiel zu tun haben, etwa, dass sich Freunde zu Hause über eine App zusammenschließen, um das Spiel zu gucken. Sollte das Stadionerlebnis an sich denn so bleiben, wie es ist? Der Fußball erfährt viel zu viel Ablenkung und Konkurrenz für junge Menschen und Familien. 90 Minuten Fußball gucken und dann wieder nach Hause zu gehen – das war mal. Warum soll ich bei Eiseskälte ins Stadion kommen, nachdem ich mich in der Pandemie daran gewöhnt habe, auf dem Sofa zu gucken? Man muss noch mehr anbieten, mehr Entertainment, mehr für das Familien-Erlebnis. In anderen Sportarten und Ländern ist das schon lange gang und gäbe. Ich war vor zehn Jahren mal bei einem NBA-Spiel, da passiert in den Pausen immer irgendetwas! Dass Helene Fischer für ihre Show beim „Die Rechnung, dass die Zuschauer weniger werden und die Gehälter gleich bleiben oder sogar steigen, geht auf Dauer nicht auf.“ DFB-Pokal-Finale kritisiert wurde, weiß ich, aber es ist ein Fakt, dass man sich überlegen muss, wie man die Masse nachhaltig in die Stadien kriegt. Wie man auch die hohen Preise rechtfertigt. Am Ende des Tages ist der Verein abhängig von Zuschauereinnahmen. Und wenn man die nicht hat, geht es um Modelle, wie man das kompensieren kann. Da kommt wieder die Digitalisierung ins Spiel. Das wirkt alles sehr kommerziell. Es geht nicht darum, jeden Cent rauszuholen. Aber ein Fußballverein muss ja wirtschaftlich funktionieren. Vor allen Di ngen, wenn man bei der 50+1-Regel bleibt. Die Rechnung, dass die Zuschauer weniger werden und die Gehälter gleich bleiben oder sogar noch steigen, geht auf Dauer nicht auf. Doch da fehlen mir mutige unternehmerische Gedanken. Sehen Sie in der Digitalisierung auch eine Bedrohung für den Fußball als Sportart, weil Kinder die Playstation dem Bolzplatz vorziehen? Das ist doch nur eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Umso weniger Zeit die Kids draußen, umso weniger Zeit sie mit dem Ball verbringen, desto weniger Fußballer wird es geben. Durch das Mehrgebot werden weniger Kinder den Weg zum Fußball finden, als es vorher der Fall war, da braucht man kein Prophet zu sein. Demgegenüber steht die Übersättigung im großen Fußball. Oder haben Sie in dieser Saison schon ein EuropaConference-League-Spiel gesehen? Brauchen Sie eine WM alle zwei Jahre? Nein und auf gar keinen Fall. Ich sehe das immer noch aus Spieler-Perspektive. Die Belastung ist fast schon unmenschlich. Ich habe den größten Respekt vor Spielern, die seit Jahren auf mehreren Hochzeiten tanzen. Immer noch mehr aus ihnen rauszupressen ist unverantwortlich, denn die physische Belastung ist bereits im Grenzbereich angekommen. Wie stehen Sie vor diesem Hintergrund möglichen Play-offs in der Bundesliga gegenüber? Erst mal bin ich erfreut darüber, dass solche Diskussionen lauter werden. Das ist der erste Schritt! Play-offs würden für mehr Spannung sorgen – aber dabei geht es ja wieder um jene Topteams, die bereits am Limit sind. Das steht für mich im Konflikt. Grundsätzlich sollte man lieber die bestehende Anzahl an Spielen besser nutzen und sie vernünftig bespielen, anstatt immer mehr Spiele anzusetzen. Am Ende geht es dabei ja wieder ums Geld. Und durch NFTs (Non-FungibelTokens, eine Währungseinheit durch fiktive Handelsobjekte – Anmerkung der Redaktion) und die dazugehörige „Warum soll ich bei Eiseskälte ins Stadion kommen, nachdem ich mich in der Pandemie daran gewöhnt habe, auf dem Sofa zu gucken?“ Blockchain-Technologie als Handelsplattform hat man neue Absatzkanäle, die es vorher gar nicht gab. Dieses Potenzial wird nicht komplett ausgeschöpft. Sie sind vor 18 Jahren beim SC Freiburg Bundesligaprofi geworden, das ist lange her, und Sie haben damals parallel ein freiwilliges soziales Jahr absolviert. Heutzutage undenkbar? Ja, das kann man sich jetzt wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen. Ich bin mit 17 Profi geworden und war in dem Jahr so eine Art Shootingstar in der Bundesliga. Am Tag nach einem Spiel bin ich dann halt ins Altenheim, habe ältere Leute gefüttert, habe sie gewaschen, war mit ihnen auf Toilette. Ich habe mich in zwei Welten bewegt. Wie sind Sie damit zurechtgekommen? Heute weiß ich, dass es mir extrem geholfen hat. Und wenn ich ehrlich bin, denke ich sehr oft an diese Zeit zurück. Es war unglaublich, was für eine Beziehung man zu diesen Menschen entwickelt, welche Dankbarkeit man erfährt. Eine Person, die ich gepflegt habe, ist damals verstorben; ich habe sie vorbereitet, bevor die Angehörigen Abschied genommen haben. Das hat mir sehr viel gegeben. Es tat einfach gut, Menschen um sich zu haben oder Dinge gemacht zu haben, die einem vor Augen führten, dass Geld doch nicht alles ist. Ich habe damals übrigens monatlich 3500 Euro brutto verdient, bis mein Gehalt im dritten Profijahr auf 10 000 Euro erhöht wurde. Da hatte ich aber bereits 50, 60 Pflichtspiele absolviert. Inzwischen verdienen einige Teenager ganz andere Summen. Zu Unrecht? Es ist mittlerweile ganz bestimmt unverhältnismäßig. Hinzu kommt, dass es als junger Spieler schwer ist, mit so viel Geld umzugehen. Es ist Fotos: imago images (3), Getty Images einen Angriff zu Ende bringen muss. Das fände ich überragend, wenn die Leute im Stadion mitgehen, weil sie wissen, der Ball muss nach vorne gespielt werden, anstatt hintenherum und noch mal hintenherum. Es würde mehr Risiko ins Spiel kommen und damit mehr Action. Wenn man sich damit mal beschäftigt, fallen einem bestimmt noch mehr Dinge ein.
14. FEBRUAR 2022 nun mal alles schneller geworden. Bevor man damals Nationalspieler wurde, musste man sich erst mal über einen längeren Zeitraum beweisen. Ich halte organisches Wachstum immer für gesünder. Wenn der Körper wächst, müssen die Mentalität und die Persönlichkeit mitwachsen. Doch manchmal geht das nicht so schnell. Ein Grund, warum es immer weniger sogenannte Typen im Fußball gibt, wie gerne bemängelt wird? Ich verstehe den Schrei danach, denn am Ende wird vieles glattgebügelt, aber das ist Teil der Branche und unserer Gesellschaft. Auf der einen Seite werden Themen aufgebauscht, auf der anderen Seite fordert man mündige Typen. Das eine geht aber mit dem anderen nicht. Haben Sie ein Beispiel dafür? Unabhängig vom Inhalt seiner Meinung hat sich der ungeimpfte Joshua Kimmich öffentlich dazu erklärt. Weil diese Meinung aber nicht zur Auffassung der Allgemeinheit passt, wurde das Thema von allen Seiten ausgeschlachtet. Er wurde als Buhmann dargestellt. Wenn man ihn also das nächste Mal fragt, wird er doch drei-, viermal darüber nachdenken, ob er etwas sagt, womit er anecken könnte. Im Fußball fängt das im Übrigen schon in der Jugend an. Haben Sie das so erlebt? Sehr oft. Als schwieriger Charakter wird man schnell aussortiert. Man wird an den Rand gedrängt, wenn man nachhakt, hinterfragt oder einen anderen Standpunkt vertritt. Man muss doch generell einen Raum geben für differenzierte Ansichten und Akzeptanz. Ich habe immer meine Meinung gesagt, auch wenn sie unangenehm war. D E NNI S AO G O Europameister mit der U 21 3 Geboren am 14. Januar 1987 in Karlsruhe 3 Für den SC Freiburg debütierte er am 27. Oktober 2004 in der Bundesliga. Die 257 Spiele dort (3 Tore) verteilen sich auf diese Klubs: SC Freiburg (15/1), Hamburger SV (133/2), Schalke 04 (65/-), VfB Stuttgart (44/-). Einsätze in der Champions League hatte Aogo für Schalke (12/1), in der Europa League für Schalke (10/1) und den HSV (23/0). In der 2. Liga waren es 83 Spiele (10 Tore) für Freiburg (79/10) und Hannover 96 (4/-). 3 Mit der deutschen U 21 wurde Aogo 2009 Europameister. Für die deutsche A-Nationalelf bestritt er von 2010 bis 2013 zwölf Spiele (-). „Am Tag nach einem Spiel bin ich ins Altenheim, habe ältere Leute gefüttert, gewaschen und war mit ihnen auf Toilette.“ Und haben es als Profi trotzdem weit gebracht, wurden Nationalspieler. Man setzt sich mit seinen Aussagen halt auch selbst unter Druck – und den muss man aushalten können. Wenn man das nicht kann, sollte man sich so etwas zehnmal überlegen. Denn wenn du dann nicht performst, heißt es schnell: Den Mund kann er aufreißen, aber mehr auch nicht. Deshalb habe ich einen enormen Respekt vor Spielern, die überzeugt von sich sind, vielleicht auch mal frech – und trotzdem liefern. Hatten auch Sie mal den Eindruck, sich, wie Kimmich, im Orkanauge einer öffentlichen Debatte zu befinden? Ich kenne ähnliche Situationen aus meiner aktiven Karriere. Aber der Vorfall mit Jens Lehmann war noch mal ein anderer. Per Whatsapp bezeichnete er Sie bei Ihrer Tätigkeit als Experte für Sky als „Quotenschwarzen“. Sie machten die Nachricht öffentlich. Dieser Vorfall hat mir natürlich gezeigt, welche Dynamik so etwas annehmen kann. Einmal das volle Programm – bis hin zu Morddrohungen, was auch für meine Familie sehr belastend war. Aber ich möchte mich da gar nicht als Opfer darstellen, Jens hat sicher sehr viel aushalten müssen. Es geht mir dabei eher um dieses Aufbauschen von Themen, was ich für übertrieben und bedenklich halte. Ein Zusammenhang besteht sicherlich zur digitalen Welt und Social Media. Wird Rassismus dadurch erleichtert? Das Internet macht Hetze und Anfeindungen aller Art einfacher, weil man demjenigen nicht ins Gesicht gucken muss und anonym ist. Inwiefern bilden Vorfälle wie zuletzt in Duisburg die generelle Entwicklung von Rassismus ab? Ich hatte viele Jahre nicht das Gefühl, anders zu sein. Aber in den letzten Jahren ist es wieder präsenter geworden, es gab mehr Fälle wie jetzt in Duisburg oder beim englischen Team während der EM. Ich finde, wir sind keinen Schritt vorwärtsgekommen, sondern haben als Gesellschaft eher einen Schritt zurück gemacht. Ermüdet Sie der Kampf gegen Rassismus? Ja. Man kann zwar darüber sprechen, aber mal ganz ehrlich: Wie viele Kampagnen hatten wir schon? Black Lives Matter etwa, als jeder etwas gepostet hat. Trotzdem passiert es immer wieder. Am Ende geht es doch um das Verhalten. Und da kann man nur versuchen, 91 prüfung eingeschaltet. Dabei sind uns Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen aufgefallen, die wir offenlegen wollten. Der Vereinsvorstand wollte das verhindern und hat uns, weil wir nur bei der Tochter angestellt waren, daraufhin entlassen, damit wir keinen weiteren Druck ausüben konnten. Seitdem läuft ein Rechtsstreit. Ein Vorgang, der zeigt, dass ein Fallen von 50+1 auch Risiken beinhaltet? Auf jeden Fall. Wenn du Rechte abgibst, musst du gucken, dass du sie in die richtigen Hände gibst. Ein Blick in die Bilanzen ist ja das Mindeste, was man dem Investor zugestehen muss. Könnten Sie sich einen solchen Job noch einmal vorstellen? Natürlich. Ich weiß, welchen Mehrwert ich einem Verein zu geben hätte. Die andere Frage ist halt: Wer hat den Mut, einem jungen Mann diese Verantwortung zu geben? In der Bundesliga halte ich das für mich im Moment für eher unwahrscheinlich. Aufgrund der wenigen Erfahrung? Erstens das. Und zweitens wären wir wieder beim Thema Rassismus. Noch mal, ich will mich nicht in eine Opferrolle versetzen, aber ich glaube, dass es einen Grund hat, dass es noch keinen dunkelhäutigen Sportdirektor „Dass es noch keinen dunkelhäutigen Sportdirektor im deutschen Profifußball gibt, hat einen Grund. Die Hürde ist noch mal höher.“ ein Vorbild zu sein; zeigen, dass es möglich ist, sich zu integrieren, sich zu artikulieren, sich zu benehmen. Um gute Erfahrungen mit und für Menschen zu schaffen, die diese Vorurteile noch haben, damit sie diese ad acta legen können. Aber dieses Thema wird nie richtig weg sein. Das dauert Generationen. Sie waren von Anfang März bis Ende Mai drei Monate Teil der Geschäftsführung bei Wacker Innsbruck, deren Investor Sie als neues Gesicht des Klubs auserkoren hatte. Warum so kurz? Weil ich zwischen die Fronten geraten bin: Investor und Vorstand des Vereins. Ich gucke immer noch mit einem weinenden Auge auf die Zeit zurück, weil ich glaube, dass der Verein großes Potenzial hat und ich dort sehr viel hätte bewegen können. Ich hatte Handlungsfreiheit, was nicht selbstverständlich ist, direkt nach dem Karriereende und einem beendeten Managementstudium. Ich war CEO, allerdings der GmbH, und genau da lag das Problem. Nämlich? Die GmbH war eine 100-prozentige Tochter des Vereins. Dadurch, dass wir aber die Geschäftsführung übernommen hätten, wären wir also auch haftbar gewesen. Dafür haben wir und der Investor eine Wirtschafts- im deutschen Profifußball gab. Die Hürde ist noch mal höher. Der FC Wacker ist ein Traditionsverein in Österreich. Können Sie nun besser einschätzen, weshalb Ihre Ex-Klubs wie der Hamburger SV und Schalke 04 in der 2. Liga landen konnten? Ich habe es in Innsbruck zwar nur im Kleinen tagtäglich erlebt, habe jetzt aber eine ungefähre Vorstellung davon. Es geht mit Sicherheit sehr komplex in diesen Vereinen zu. Trotzdem glaube ich, dass es mit dem richtigen Team möglich ist, das hinzukriegen. Das ist auch ein Teil meiner Erfahrung, dass man seine Schwächen kompensieren muss. Hört sich recht simpel an. Aber daran scheitert es ja schon, weil viele Verantwortliche sich nicht richtig einschätzen können und Angst davor haben, starke Leute an ihrer Seite zu haben. Die könnten ihnen ja gefährlich werden. Je größer der Verein, desto unterschiedlicher die Interessen. Es gibt Personen, die in der Region und Politik verwurzelt sind, in Innsbruck ging das bis zum Bürgermeister. Alle wollen Einfluss ausüben, und das sind ja renommierte, hochqualifizierte Leute, die ein entsprechendes Ego mitbringen. Natürlich glauben die, sie wissen, wie es funktioniert. INTERVIEW: TIM LÜDDECKE
92 14. FEBRUAR 2022 kickerbusiness Nie mehr wieder montags? Das Votum der Drittligisten gegen den Termin am Montag könnte im neuen TV-Vertrag Millionen kosten. A N D R E AS R ET T IG (58) wirbt deswegen für einen Kompromiss. Vermarktung ja – aber nicht um jeden Preis. So einfach kann man die Denkweise von Andreas Rettig zusammenfassen. Die in Bild am Sonntag geäußerte Offenheit der neuen DFL-Chefin Donata Hopfen, möglicherweise den Supercup zukünftig in Saudi-Arabien auszutragen, ließen den Vorsitzenden der Geschäftsführung von Drittligist Viktoria Köln deswegen ratlos zurück. „Das hat mich sehr irritiert“, betont Rettig, der fürchtet, Hopfen werde zukünftig alles der Erlösmaximierung unterordnen. Saudi-Arabien ist für den 58-Jährigen wegen der Menschenrechtslage ein No-Go. Die Abschaffung könnte sich heftig auf den Vertrag auswirken. Trotzdem weiß Rettig, dass viele Klubs jeden Cent nehmen müssen, den sie bekommen können. Gerade in der 3. Liga. Dort steht eine wegweisende Entscheidung an: Für die Saison 2023/24 muss ein neuer Medienvertrag ausgehandelt werden. Der Kontrakt mit dem derzeitigen Rechteinhaber Telekom endet im übernächsten Sommer, für die vier Jahre danach braucht es eine neue Vereinbarung. Doch parallel zu den in Corona-Zeiten dringend benötigten TV-Millionen drängen die Fans auf die Abschaffung der ungeliebten Montagsspiele. Die aber sind nach der Abschaffung der Partien am Wochenanfang in der Bundesliga gleichbedeutend mit einem exklusiven Sendeplatz – und folglich mit viel Geld. Und so ergab sich bei der Managertagung der Drittligisten am Donnerstag ein uneindeutiges Bild. Nur eine knappe Mehrheit stimmte für die Abschaffung der Montagsspiele, vor allem fanstarke Klubs wie Kaiserslautern, Saarbrücken oder Magdeburg positionierten sich deutlich dagegen. In der Saison 2018/19 wurde erstmals nicht nur am Wochenende gekickt, und mit der Einführung formierte sich sofort der Unmut über das Modell. Immer wieder protestierten die organisierten Fanszenen gegen Montagsspiele. Mit der Pandemie und der nur noch partiell möglichen Auslastung der Arenen steckt die Liga seit zwei Jahren aber in neuen wirtschaftlichen Zwängen: Die Einnahmen aus Sponsoring und Ticketing schrumpfen, während der DFB die finanziellen Auflagen verschärfte. Die Klubs stecken in der Zwickmühle, denn die Abschaffung des Montagstermins könnte sich unmittelbar und ziemlich heftig auf die TV-Verhandlungen auswirken. So war der Montag nach kicker-Informationen bei den Verhandlungen für die laufende Vermarktungsperiode ein ausschlaggebender Faktor für den Einstieg der Telekom beziehungsweise deren Produkt Magenta Sport. Die Liga fürchtete damals sogar, ohne diese nachgelagerte Partie werde die Telekom womöglich gar nicht mitbieten, zumal die Schere zwischen den TV-Geldern der 2. und 3. Liga immer weiter aufgeht. Derzeit fließen rund 20 Millionen Euro an 18 der 20 Drittligisten, denn an die DFL-Klubs Freiburg und Dortmund wird kein TV-Geld ausgeschüttet. Die Interessenten an den Rechten stehen nicht gerade Schlange: Der Pay-TV-Sender Sky, der die 2. Liga und große Teile der Bundesliga zeigt, würde mit der 3. Liga aufgrund der weitgehend parallelen Anstoßzeiten mit dem bisherigen eigenen Fußballangebot konkurrieren. Ebenso wie DAZN, das die Bundesliga am Freitag und am Sonntag zeigt, dreht Sky ohnehin an größeren Rädern, hat sich die Rechte an der Premier League bis 2024/25 gesichert. 86 der 380 Drittligapartien sind auf frei empfangbaren dritten Programmen der ARD oder im Ersten selbst zu sehen. Namhafte Vereine sorgen dort immer wieder für exzellente Quoten. In der Bundesligapause Ende Januar sahen durchschnittlich 2,27 Millionen Menschen das Spitzenspiel zwischen Magdeburg und Saarbrücken – ein beeindruckender Marktanteil von 10,6 Prozent. Die Telekom betont auf Anfrage: „Der Termin am Montagabend ist für die 3. Liga als alleiniger Sendeplatz zwischen den anderen Fußball-Anstoßzeiten von Freitag bis Sonntag eine Chance, stärker überregional wahrgenommen zu werden und die mediale Reichweite zu erhöhen. Auch wir sehen, dass die Spiele am Montagabend im Durchschnitt von mehr TV-Zuschauern verfolgt werden.“ Die Vereine sehen zwar die Notwendigkeit, möglichst viel Geld zu erwirtschaften. Funktionäre wie Osnabrücks Geschäftsführer Dr. Michael Welling wissen aber: „Wir müs- Montags schauen im Durchschnitt mehr Zuschauer im TV zu. sen den Kern dessen bewahren, was den Fußball ausmacht.“ Die meisten Funktionäre leiten daraus die Abschaffung der Montagsspiele ab. Nichts anderes fordert Rettig. Bereits als Verantwortlicher beim FC St. Pauli sprach er sich für die Abschaffung des Montagsspiels in der 2. Liga aus. Doch der ehemalige DFL-Geschäftsführer weiß um den
Olympia-Verlag GmbH Badstraße 4 – 6, 90402 Nürnberg info@olympia-verlag.de Ungeliebt: Fußball am Montagabend wird von den Fans strikt abgelehnt. Direktwahl für Redaktion: +49 911 216 22 42 Abonnement: +49 911 216 22 22 Anzeigen: +49 911 216 22 13 FAX: +49 911 216 22 52 FAX: +49 911 216 22 30 FAX: +49 911 216 27 39 Gegründet 1920 durch Walther Bensemann (†) Chefredakteure: Jörg Jakob, Rainer Franzke, Alexander Wagner Chefredaktion/Ltg. Kooperationen: Klaus Smentek Art Direction: Dieter Steinhauer, Sabine Klier (Stv.) Chefreporter: Karlheinz Wild, Oliver Hartmann Printredaktion Nürnberg: redaktion@kicker.de Axel Heiber (Ltg.), Marcus Lehmann (Stv.), David Riedel (Stv.), Manfred Ewald (Sonderaufgaben), Manfred Münchrath (Ltg. 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Rettig will die 3. Liga nicht um jeden Preis am Montag vermarkten. Sehr wohl aber, wenn der Preis stimmt und alle Beteiligten etwas davon haben: „Für einen Schnaps und ein paar Tausend Euro müssen wir darüber nicht sprechen.“ So denkt der ehemalige Bundesliga-Manager (Freiburg, Köln und Augsburg) etwa an eine Obergrenze pro Klub für Spiele am Montag. Heißt: Wer mehr als beispielsweise dreimal unter Flutlicht den Spieltag beendet, wird ge- sondert entschädigt, möglicherweise mit Geld aus dem TV-Topf. Diese Zahlungen an die Vereine könnten wiederum zweckgebunden in Fanprojekte fließen. „Für die Fans macht es nur Sinn, wenn sie berücksichtigt werden und davon profitieren“, weiß Rettig. „Für die Fans macht es nur Sinn, wenn sie davon profitieren.“ Auch freien Eintritt im Gästeblock und Privilegien für Dauerkarteninhaber und Mitglieder bei Partien am Wochenanfang könnten Mittel sein, um den Termin zumindest erträglich zu machen. „Der Gedanke muss sein: Wie können wir die Fans entlasten und zeigen, dass jeder etwas davon hat? Ein wenig mehr Kreativität bei der Spielplangestaltung könnte ein Zeichen sein – beispielsweise sollte man bei englischen Wochen Urlaubssituationen, sprich durch den Schulkalender definierte Ferien, verstärkt berücksichtigen“, gibt der Kölner Geschäftsführer zu denken. So müsse auch über die explodierenden Kosten für Streaming und Pay-TV gesprochen werden. Wer die Spiele aller drei Profiligen schauen will, muss derzeit im schlechtesten Fall knapp 90 Euro im Monat an Sky, DAZN und MagentaSport überweisen. Rettigs mittelfristige Lösung ist die letztmalige Beibehaltung der Montagsspiele. „Das hätte den Vorteil, dass die Vereine mehr Zeit haben, sich entsprechend anzupassen“, glaubt er, befürchtet aber, dass „das in der Vergangenheit verspielte Vertrauen der Fans in die Verbände Zweifel an der Umsetzbarkeit“ hinterlässt. Das Stimmungsbild der Manager landet nun bei der neuen DFB GmbH, die ab April mit den Bietern verhandelt. Spätestens im Herbst soll die Vergabe abgeschlossen sein. Nach dem knappen Votum der vergangenen Woche könnten die Stadien in Zukunft montags aber leer bleiben. JIM DECKER Abonnement und Leserservice: kicker Leserservice, 90327 Nürnberg, leserservice@kicker.de kicker erscheint wöchentlich montags und donnerstags. Das Print-Abonnement umfasst die Montag- und DonnerstagAusgabe und kostet im Inland monatlich € 19,90, für Studenten € 9,95 (Nachweis erforderlich). Auslandspreise auf Anfrage. Eine Kündigung ist sechs Wochen vor Ablauf des berechneten Zeitraums schriftlich mitzuteilen. Die Preise für eMagazine sind abrufbar unter www.kicker.de/abo Vermarktung Print und Digitale Medien: Martin Schumacher (Ltg. Gesamt), Otto Hofbeck (Anzeigenleiter, verantwortlich für Anzeigen), Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 53 vom 01.01.2022 anzeigen@kicker.de Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos, Dias, Bücher usw. keine Haftung. Die gesamte Zeitschrift einschließlich aller ihrer Teile ist urheberrechtlich geschützt, soweit sich aus dem Urheberrechtsgesetz und sonstigen Vorschriften nichts anderes ergibt. Jede Verwertung ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlags unzulässig. 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94 14. FEBRUAR 2022 Konzentrationssache: Ein E-Sportler schafft bis zu 400 Bewegungen pro Minute an Tastatur, Maus und Controller. „Wir machen E-Sport gemeinnützig“, versprechen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP im Koalitionsvertrag vom 24. November 2021. Die meisten werden den kleinen Satz überlesen, für die Szene könnte er aber einen gewaltigen Wandel auslösen. E-Sport meint kompetitives Zocken, mit allem, was dazugehört: mit Wettbewerbsdruck, mit Zuschauern und natürlich mit Geld. Dies lässt sich kaum mit einer Runde „FIFAZocken“ auf der heimischen Couch vergleichen, aber sollte es deswegen gleich offiziell als Sport gelten? Darüber diskutieren Politik, E-Sport-Szene und Sportlandschaft seit mehreren Jahren – bislang ohne Konsens. Bereits 2018 beinhaltete das Abkommen der Regierungsparteien die Anerkennung des E-Sports. In Gesprächen und Diskussionsrunden signalisierten die Verantwortlichen Wohlwollen – man erkenne das Potenzial der Szene –, bei der Entscheidungsfindung versteckte sich die Bundesregierung jedoch hinter dem Streben nach Anerkennung Einmal so sein wie der Fußball – als Sportart anerkannt und gemeinnützig. Das wünscht sich der deutsche E- SP O RT . Kein Wunder bei den vielfältigen Vorteilen, doch es gibt auch Gegenwind.
14. FEBRUAR 2022 95 GASTBEITRAG Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dessen Positionierung: E-Sport ist keine Sportart. Die Begründung stützt sich auf mehrere Faktoren. Die Suchtgefahr und damit das gesundheitliche Risiko seien zu hoch, die Szene zu kommerziell ausgerichtet und viele Spiele gewaltverherrlichend. Damit passe der E-Sport nicht zu den ethischen Grundsätzen des Verbands. Entscheidend seien zudem fehlende „eigenmotorische, sportartbestimmende Bewegungen“. Oder kurzgesagt: E-Sportler bewegen sich laut DOSB zu wenig! Eine Aufnahme in den Verband sei entsprechend ausgeschlossen, weil es das bestehende Bild von Sportarten verzerren würde. Konträr zu den DOSB-Idealen positioniert sich der E-Sport-Bund Deutschland (ESBD). Der Repräsentant des organisierten E-Sports drängt auf eine Anerkennung. Nicht nur weil dies die gesellschaftliche Stellung verbessern würde, sondern auch aufgrund finanzieller Vorteile: Wird eine Disziplin wie E-Sport als Sportart anerkannt, gelten deren Vereine nach deutschem Recht als gemeinnützig und dürfen Spenden annehmen, können Ehrenamtliche „Der E-Sport verlangt mehr Hand-AugeKoordination als Tischtennis.“ Fotos: Getty Images, Stadt Köln Prof. Ingo Froböse, Sporthochschule Köln besser vergüten und müssen weniger Steuern zahlen. Zwar könnte sich die Bundesregierung bei einer Anpassung der Abgabenordnung über den DOSB hinwegsetzen, als gestandene Institution hat das Wort des Verbands aber ein hohes Gewicht. Entsprechend sollte auch klar sein: Eine Garantie ist der Satz im neuen Koalitionsvertrag nicht. Professor Dr. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln unterstützt die Meinung des ESBD. Er argumentiert mit der hohen Anzahl präziser Bewegungen – bis zu 400 schafft ein E-Sportler pro Minute an Maus und Tastatur. Das sei eine „extreme Leistung und verlange mehr Hand-Auge-Koordination als Sportarten wie Tischtennis“. Froböse fand im Rahmen seiner Forschungen zudem heraus, dass die psychische Belastung eines ProfiZockers auf dem Niveau eines Rennfahrers liegt. Deswegen befürwortet er eine Förderung. Der ESBD bringt neben den Erkenntnissen von Froböse auch eigene Argumente vor. Stets betont der Verband den Wettbewerbsgeist und die Potenziale des E-Sports: Dieser würde Medienkompetenz steigern, bei Suchtprävention helfen, die Jugend fördern, einen Wirtschaftsschub mit sich bringen. Damit sich dieses Potenzial entfalten kann, ist die mit der Anerkennung verbundene Gemeinnützigkeit instrumental. ESBD-Vize- „Es wäre ein großes Versäumnis, dem E-Sport diese Strukturen zu verwehren.“ Christopher Flato, ESBD-Vizepräsident präsident Christopher Flato: „Die Vereinsstruktur ist das Rückgrat in der Wertentwicklung für Jugendliche. Werte wie Integrität und Fairplay werden vermittelt, und es wäre ein großes Versäumnis, der E-Sport-Welt diese Strukturen zu verwehren. Daher fordern wir die Gemeinnützigkeit für Vereine mit E-Sport-Bezug.“ Der letzte Teilsatz weist auf einen weiteren Vorteil der Gemeinnützigkeit hin: Rechtssicherheit für Sportvereine. Denn neben reinen E-Sport-Klubs haben sich im vorigen Jahrzehnt zunehmend auch andere Vereine in die digitale Welt gewagt. Sie wollen innovativ vorangehen. Ohne Anerkennung droht ihnen allerdings der Verlust der Gemeinnützigkeit – ein Existenzrisiko für kleinere Klubs. Profivereine lagern ihre E-Sport-Abteilungen deswegen aus. E-Sport-Vereine haben über die Jugendförderung einen Umweg zur Gemeinnützigkeit gefunden. Damit sind sie allerdings auf junge Spieler beschränkt, weshalb dies nicht als langfristige Alternative angesehen wird. Eine Lösung kann einzig von der Bundesregierung kommen. Erkennt sie E-Sport – unabhängig vom DOSB – als Sportart an, geht damit die Gemeinnützigkeit einher. Gleichzeitig würde es den idealistischen Sportbegriff aufweichen. Es gäbe aber auch eine zweite Möglichkeit: Würde die Regierung den E-Sport separat in die Abgabenordnung aufnehmen, wäre den Vereinen geholfen, ohne sich über den DOSB hinwegzusetzen. Damit hätte der E-Sport zwar nicht die erwünschte Anerkennung als Sportart, würde aber dennoch als gemeinnützig gelten. CHRISTIAN MITTWEG Weitere Informationen unter: www.kicker.de/esport Wir laufen als Sportnation Gefahr, diesen Anschlusszug zu verpassen D er VfL Boschen Sportbund chum und (DOSB) und die der 1. FC Köln damit verbundeliefern sich im ne verweigerte Fernduell um die Gemeinnützigkeit Ligaführung ein durch staatliche Henriette Reker packendes Rennen. Behörden sorgt daOberbürgermeisterin Während die Kölner für, dass sich keine Stadt Köln auf Schalke 6:3 gemeinnützigen, liefern, patzt der nicht-kommerzielVfL Bochum beim VfL aus len Strukturen im AmateurWolfsburg wenig später mit 3:6. bereich ausbilden können. Die Bochumer retten sich mit ihrem Punktepolster schließlich DIE SPORTNATION Deutschals Erster in die Play-offs … land läuft Gefahr, den nächsten Anschlusszug zu verpassen. DIESE SZENE, die ich Obendrein vergeben wir erhebbeschreibe, ist kein Kölner liches soziales und wirtschaftFußball-Fiebertraum, sondern liches Potenzial. Die neue Bundie Situation am 26. Spieltag desregierung muss dem Thema der virtuellen „FIFA“-Bundesliga E-Sport endlich die Bedeutung 2021. Der E-Sport ist inzwizubilligen, die er verdient. Dazu schen keine „eigene Welt“ mehr, sollte sie im Gemeinnützigkeitssondern Teil der ganz realen recht den Paragrafen 52 entSportwelt geworden. E-Sport sprechend ändern. Und auch verbindet analoge und digitale der organisierte Sport sollte Welt, zwischen den Generatiosich bewegen. Wenn Jugendnen. Die E-Sport-Profis sind für liche fragen, warum Schach von heranwachsende Persönlichder institutionellen Sportwelt keiten oftmals selbstverständals Sportart anerkannt wird, liche Vorbilder. E-Sport aber nicht, erhalten sie oft nur ein müdes FunktioUND DOCH WIRD E-SPORT närslächeln. Dabei haben die in Deutschland nach wie vor jungen Menschen recht! mit institutioneller Skepsis und regulatorischen Hürden ES WÄRE SCHADE, wenn begegnet. Schnell ist das Bild ein Umdenken erst dann stattdes killerspielenden Jugendfindet, wenn bei offiziellen interlichen gezeichnet, der besser nationalen Wettkämpfen erste an der frischen Luft aufgehoben Medaillen verliehen werden. wäre. Ich bin davon überzeugt: Besser wäre es, den E-Sport Eine Unterteilung in pädagojetzt durch den DOSB als „offigisch „sinnvollen“ und „nicht zielle“ Sportart anzuerkennen sinnvollen“ Sport durch Politik und E-Sportlern konsequent und Verbände wird keinen Zugang zu leistungs- und SportJugendlichen in der Wahl des förderkadern zu gewähren. Spiels beeinflussen, vermutlich Als Sportnation müssen wir im Gegenteil. Übrig bleibende schon heute die Strukturen Fragestellungen in diesem schaffen, um dem anhaltenden Kontext regelt bereits heute Negativtrend in den olympidas Jugendschutzgesetz. schen Medaillenspiegeln etwas Es wird weiterhin beklagt, dass entgegenzusetzen. Noch ist der die Welt des E-Sports zu stark E-Sport nicht olympisch. Ich von kommerziellen Interessen prophezeie: Vor Ende dieses dominiert sei. Das hat eine Jahrzehnts ist es so weit. Mit wesentliche Ursache: Gerade guten Entscheidungen könnten die Nicht-Anerkennung des wir den E-Sport so dominieren E-Sports als „offizielle“ Sportart wie heute nur noch wenige durch den Deutschen Olympitraditionelle Sportarten. Henriette Reker (65) ist seit 2015 Oberbürgermeisterin der Stadt Köln. Dort ist die einzige Sportuniversität Deutschlands ansässig, dort findet die „gamescom“ statt, die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele.
14. FEBRUAR 2022 „Ich muss die Zwischen Hallen-Rennen in der Heimat spricht G INA LÜC KE N KE MPE R (25) über ihr Training in den USA, Heimweh, Corona und einen besonderen Sommer. S ie ist derzeit Deutschlands schnellste Frau. Gina Lückenkemper steht seit 2017 mit 10,95 Sekunden über 100 Meter in den Büchern, gewann 2018 in Berlin EM-Silber und Bronze mit der Staffel, stand ein Jahr später in Doha im WM-Halbfinale. Im November 2019 wechselte die Sprinterin vom SCC Berlin in die USA nach Clermont, Florida, zu US-Coach Lance Brauman (51). Dort trainiert sie mit Top-Athleten wie 400-Meter-Olympiasiegerin Shaunae Miller-Uibo (Bahamas), 200-Meter-Weltmeister Noah Lyles (USA) und dem Südafrikaner Wayde van Niekerk, Olympiasieger und Weltrekordhalter über 400 Meter. In Vorbereitung auf den Sommer mit einer WM in den USA und der Heim-EM in München bestreitet Lückenkemper einige Hallen-Wettkämpfe in Deutschland, nach Berlin und Dortmund (nach Redaktionsschluss dieser Seiten) auch diesen Sonntag in Düsseldorf und kommende Woche bei der Hallen-DM in Leipzig. Hallo und willkommen in der Heimat, Frau Lückenkemper. Danke. Seit wann sind Sie wieder mal in Deutschland? Seit etwa 14 Tagen. Nach gut zweieinhalb Monaten in den USA – da war es mal wieder Zeit. Ich bin froh, dass ich jetzt für ein paar Wochen hier sein kann. Ihr erster sportlicher Auftritt war am 4. Februar beim Indoor ISTAF in Berlin, wie man las, 1099 Tage nach Ihrem letzten Hallen-Start. Eine lange Zeit. Fotos: imago images, picture-alliance 96 Auch im vergangenen Jahr hätte es Möglichkeiten für Wettkämpfe gegeben, aber es hat einfach nie in meine Planungen gepasst. Außerdem bin ich wirklich nicht die Ultra-Hallenläuferin, die war ich noch nie. Die 60 Meter sind mir eigentlich zu kurz. Und jetzt passt es besser? Ja, ich bin endlich, endlich mal gut durch den Winter-Aufbau gekommen. Da nehmen wir die Hallen-Sai- son als wirklich sehr hochwertiges Training mit. Ohne spezielle Vorbereitung und ohne den Anspruch, grandiose Hallen-Zeiten zu laufen. Das primäre Ziel ist die Sommer-Saison. Ich versuche das, was ich in den letzten zweieinhalb Monaten gelernt habe, im Wettkampf zu reproduzieren. In Berlin hat zum Beispiel im Vorlauf das eine funktioniert, das andere nicht – im Finale mehr oder weniger umgekehrt. Für mich sind diese Rennen eine perfekte Übung, alles unter Wettkampfbedingungen abzurufen. Was haben Sie denn gelernt? In der Theorie ist das Verständnis für die Technik, die von mir gefordert wird, sei es beim Start oder im freien Lauf, schon sehr lange da. Gehapert hat es an der Umsetzung, weil ich nicht wusste: Wie muss sich die gewollte Bewegung anfühlen? Teilweise war ich im Training überzeugt, alles richtig zu machen, habe aber im Video-Studium festgestellt: Pustekuchen, du bist noch meilenweit davon entfernt. Ich bin einfach ein Athleten-Typ, der die Bewegung fühlen muss. Fehlt das, tue ich mich unfassbar schwer. Und da sind in den letzten zweieinhalb Monaten ein paar Schalter gekippt, ich hatte „Ich habe ein anderes Verständnis für das, was ich da tue.“ einige Aha-Erlebnisse, habe eben dieses Bewegungsgefühl bekommen. Allerdings fehlen definitiv noch die ganzen Automatismen, heißt, das alte Bewegungsmuster muss neu überschrieben werden – und das geht nur über Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung … Dafür bieten sich die Hallen-Wettkämpfe hervorragend an. Die Corona-Pandemie hat die letzten beiden Jahre vielfältig beeinflusst. Stand heute: Wie beurteilen Sie das „Projekt USA“? Ich würde es immer wieder tun. Ich bereue den Schritt, in die USA gegan-
Bewegung spüren“ gen und mich der Trainingsgruppe um Lance Brauman angeschlossen zu haben, in keinster Weise. Schon in dieser kurzen Zeit konnte und durfte ich so viel lernen. Man darf nicht vergessen: 2020 habe ich meinen Trainer nur im Januar gesehen, weil ich im Februar in Deutschland war und dann nicht mehr zurückkonnte – das Training per Video war sicher nicht optimal und eine schwierige Zeit. Zudem hatte ich in diesen zwei Jahren Verletzungsprobleme, unglücklich, aber das passiert eben. Trotz allem habe ich noch mal ein ganz anderes Verständnis bekommen für das, was ich da tue – ein wahnsinniger Mehrwert. Wie sieht Ihr Alltag aus? Corona hat auch den Kalender durcheinandergebracht. Die WM wurde – wegen der Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 – vom Vorjahr in den Juli dieses Jahres verlegt. Im August folgt die EM in München. Haben Sie sich dazu schon Gedanken gemacht? „Was ich definitiv vermisse: das gute deutsche Brot.“ Eine sportliche Botschaft? Ihre Mini-Hallensaison startete Gina Lückenkemper bei ihrem Lieblingsmeeting in Berlin. Ohne Wettkämpfe haben wir in der Woche vier intensive Trainingstage: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag. Mittwoch – mit der Diskussionsrunde – und Samstag sind aktive Regenerationstage, Sonntag ist komplett frei. Allerdings wird erwartet, dass wir unseren Körper so nachbereiten und pflegen, dass wir am Montag wieder vernünftig auf der Bahn stehen können. Orlando, ich glaube, drei hochkarätige Sprint-Trainingsgruppen mit Weltklasseathleten, sodass wir alleine in Florida und Umgebung viele hochwertige Rennen haben können. Ich selbst möchte natürlich vor den Deutschen Meisterschaften Ende Juni in Berlin auch hier noch mal irgendwo laufen. Mit meiner Wettkampf-Managerin in Deutschland und meinem Trainer entscheide ich, wann und wo ich laufe, was für mich Sinn macht. So wie jetzt mein Heimatbesuch in Deutschland, wo es zahlreiche Meetings gibt und ich nicht so viel reisen muss. Die meisten meiner Trainingskollegen bleiben in den USA und laufen dort ihre Meetings. In Zeiten von Corona ist alles natürlich schwieriger geworden, um das Risiko klein zu halten. Im Sommer haben wir auch die Möglichkeit von Wettkämpfen auf unserer Anlage. Es gibt alleine im Großraum Ich persönlich sage tatsächlich, Corona hat uns eher Zeit gegeben. Gerade in der Leichtathletik, weil wir in Europa jedes Jahr einen Saisonhöhepunkt haben, einmal WM, einmal EM. Das raubt ganz schön Substanz. Es wird erwartet, dass wir immer zu 100 Prozent performen. Und wir sind extrem messbar in dem, was wir tun. So schwer Corona für die Gesellschaft war und ist, denke ich, dass viele Sportler die Zeit für sich genutzt haben, an Schwächen zu arbeiten, insbesondere nach Verletzungen. Wie läuft Ihre Wettkampf-Planung ab? 97 immer ganz so einfach, in Kontakt zu treten. Wenn ich in Deutschland jeden gut erreichen könnte, bin ich beim Training. Das löst manchmal ein bisschen Heimweh aus. Aber was ich definitiv vermisse: das gute deutsche Brot. Wir Deutschen haben einfach eine gewisse Brot-Kultur. Was macht Ihr Training aus? Wir stehen nicht nur auf dem Platz, sondern setzen uns jeden Mittwoch in einem Meetingraum zusammen und diskutieren über die unterschiedlichsten Aspekte unseres Sports. Mal über mentale Fähigkeiten, mal über Sprint-Techniken … Das ist etwas, was ich in Deutschland so vorher noch mit keinem Trainer hatte. 14. FEBRUAR 2022 Auch als Athlet wird man nicht jünger. Haben Sie das Gefühl, Corona hat Ihnen Zeit gestohlen? Was macht Ihr Studium der Wirtschaftspsychologie? Das ruht zurzeit. Ich bin nur von der Uni Bochum nach Bamberg gewechselt. Aber beides, Sport und Studium, auf dem Niveau zu betreiben, wie ich es möchte, ist für mich einfach nicht umsetzbar. Den Sport kann ich halt nur jetzt machen, von daher liegt dort aktuell mein Fokus. Wie lange wollen Sie eigentlich in den USA bleiben? So lange, wie es mir taugt. Ich möchte mir da keine Frist setzen, weil ich das Gefühl habe, dass einen so etwas auch limitieren kann. Ich fühle mich in der Gruppe und mit meinem Trainer sehr wohl und stehe zu 100 Prozent hinter der Art und Weise, wie wir trainieren. Für mich passt das einfach alles, ich bin mit dem Set-up glücklich und zufrieden. Was vermissen Sie am meisten in den Staaten? Klar, meine Familie, meine Freunde fehlen mir drüben schon. Bei sechs Stunden Zeitverschiebung ist es nicht Die Gedanken macht sich mein Trainer. (lacht) Der Sommer wird mit einer WM und einer Heim-EM sehr besonders. Aber ich schätze Lance so ein, dass er die Erfahrung hat und das vernünftig steuern wird. Mit die größte Herausforderung ist wohl, das Ganze auch mental ordentlich zu verpacken. Zumal für deutsche Athleten die erneute Heim-EM (nach Berlin 2018, d. Red.) sicher ein emotionaler Höhepunkt wird. Ich glaube schon, dass das einem sehr viel abverlangt. Sie sind mit 10,95 Sekunden nach wie vor Deutschlands schnellste Frau. Wie sehen Ihre sportlichen Ziele, Ihre Träume aus? Klar, ich habe Ziele. Auch wenn ich die nicht alle öffentlich kommuniziere, heißt das nicht, dass es da nichts gibt, worauf ich hinarbeite, was mich motiviert, was mich antreibt und wo ich gerne hinmöchte. Aber das behalte ich aktuell noch bewusst für mich – und ich denke, das ist auch okay so. Dann lassen wir uns überraschen. Wann geht’s zurück in die USA? Das hängt davon ab, ob ich bei der Hallen-WM (18. bis 20. März in Belgrad, d. Red.) starte. Falls ja, direkt danach, sonst schon Anfang März. INTERVIEW: SABINE VÖGELE
98 14. FEBRUAR 2022 TEAMsitzung Vielen Dank für die Blumen! Manche finden ihn romantisch, andere überflüssig. Aber jeder kennt ihn: den VA L E NT I N STAG . Mit einem Augenzwinkern haben wir eine Elf aufgestellt, deren Namen zu einem 14. Februar passen. Danny Blum Alexander Ring Loic Damour Valentin Stocker Danny Rose Marco Rose Valentin Herr John-Patrick Strauß
ab PFIFF D abei sein ist alles.“ Selten war das olympische Motto zutreffender als auf der politischen Bühne bei den Winterspielen in Peking. Wobei das Getue und Gemache um die Olympischen Spiele ja grundsätzlich die Grenze vom Gschmäckle zur Geschmacklosigkeit inzwischen deutlich überschritten hat. Öffentliche Fackelläufe, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, Sportler, die ihren Sport betreiben, aber ansonsten das Maul halten sollen, und Sportfunktionäre, die sich um eine völlig neue olympische Disziplin verdient machen: den „diplomatischen Eiertanz“. Neue olympische Disziplin Eiertanz Marcio Amoroso Fotos: imago images (12), privat Vagner Love Enrico Valentini Al Ol eg R a om nt se v ex an r de Ro se n Der Trainer ist natürlich Oleg Romantsev, für ihn musste Marco Rose noch mal aufs Feld. „Verpflichtet“ hat alle für diesen Tag, wer wohl, Alexander Rosen ... ALS WÜRDE DIE WELT erst heute erfahren, dass die chinesische Regierung es mit Menschen- und Freiheitsrechten nicht so ganz genau nimmt. Nun ja, dass das „Internationale Olympische Komitee“ von der Situation nichts weiß, das glaube ich allerdings unbesehen. Nimmt doch der Tunnelblick auf Umsatzkurven und Renditesteigerungen den Rest des Gehirns dermaßen in Anspruch, dass es für die Wahrnehmung von Unrecht und Diskriminierung einfach nicht mehr reicht. ZUMAL AUCH die Frage nach einem Boykott der Spiele eine ebensolche Freude ist wie die Spiele selbst. Vor allem, wenn die westliche Wirtschaft versucht, auf chinesische Zulieferprodukte für ihre hoch technologisierte Infrastruktur genauso zu verzichten wie auf die Kaufkraft einer Milliarde chinesischer Konsumenten. Und spätestens, seit die Regierungschefs der G7-Staaten sich fragten, wie man wohl Afrika am günstigsten einkaufen könne, und die Chinesen darauf antworteten: „Wer sagt denn, dass wir überhaupt verkaufen wollen?“ WIE WILL MAN so etwas boykottieren? Da hat man doch keine Chance. Oder? Falsch! Natürlich gibt es eine Möglichkeit. Jawohl. Und zwar, und jetzt haltet euch gut fest: als Konsument. Jawohl. Als Konsument. Und als Verbraucher. Als derjenige, der sich diese Spiele zu jeder Tag- und Nachtzeit gefälligst im Fernsehen anschauen soll, damit die Werbung gefälligst auch in unseren Gehirnen die Frage nach Freiheit auf die Freiheit reduziert, welches Waschpulver unsere Westen nun weißer wäscht: das aus dem Westen oder das aus dem fernen Osten? Und aus diesem Grund lautet mein Motto, während im TV die Spiele laufen: „Dabei sein ist alles.“ Und ich bin halt nicht dabei. Der kicker-„abpfiff“ wird im wöchentlichen Wechsel von externen Autoren verfasst: HG.BUTZKO ist Kabarettist. Informationen zu seinen Programmen und Terminen unter www.hgbutzko.de


FUSSBALL IM OSTEN 1270 Zuschauer kamen zur Rückkehr von Lichtenberg 47 in das „Zoschke“. Freudentanz im Wohnzimmer Foto: Koch Bei der Rückkehr ins Hans-Zoschke-Stadion besiegt L IC H TE N B E R G 4 7 in letzter Minute die BSG Chemie Leipzig 2:1. Ein Fußballspiel dauert schon lange keine 90 Minuten mehr, wie einst der legendäre Weltmeistertrainer Sepp Herberger schlicht formuliert hatte. Am Samstagnachmittag war im Regionalliga-Duell zwischen Lichtenberg 47 und Chemie Leipzig inklusive Nachspielzeit erst nach knapp 94 Minuten Schluss, was für ein Happy End der Gastgeber sorgte. Nach einer kräftezehrenden Partie besaßen die glücklichen Spieler von Lichtenberg 47 doch noch die Energie, einen Freudentanz vor ihren Fans aufzuführen. Mit der letzten Aktion des Spiels hatte der 20-jährige Mittelfeldakteur Tarik Gözüsirin den Siegtreffer zum verdienten 2:1-Erfolg für die Berliner erzielt. Danach war sofort Schluss, und bei den Männern von Lichtenberg 47 gab es kein Halten mehr. Sie versanken in einer Jubeltraube. Der glückliche Treffer nach einer Serie von Eckbällen war der perfekte Höhepunkt einer emotionalen Rückkehr der Lichtenberger in ihr geliebtes „Wohnzimmer“, das schmucke Hans-Zoschke-Stadion. Die stattliche Kulisse von 1270 Zuschauern, darunter 450 Chemie-Anhänger, bildete den würdigen Rahmen für dieses Ereignis, das für die Spieler von Cheftrainer Uwe Lehmann eine enorme Bedeutung besessen hatte. Zuletzt fand ein Heimspiel der Lichtenberger in der traditionsreichen Fußball-Arena, in der die Zuschauer den Rasen riechen und die Akteure beim Gestikulieren und Schimpfen gut hören können, am 31. Oktober 2020 statt. Erst am zurückliegenden Mittwoch, drei Damals gab es ein 1:1 gegen Hertha BSC II. Tage vor der Partie gegen Chemie Leipzig, Danach folgte eine schier endlose Serie von war nach der Abnahme der Flutlichtanlage Ereignissen, die Lichtenberg mit seinen und der Erfüllung anderer Auflagen klar, dass Freizeitkickern – alle sind berufstätig oder die Rückkehr ins „Zoschke“ Realität werden studieren – in Bedrängnis brachte: Corona, konnte. Dabei sah es nicht sofort nach eiSaisonabbruch und letztendlich auch die für nem glücklichen Ende aus. Die stark ersatzalle Regionalliga-Vereine oft nur schwer zu geschwächten Leipziger gingen früh durch stemmenden Auflagen des Nordostdeutschen Denis Jäpel in Führung (10.), Lichtenberg tat Fußball-Verbandes (NOFV). sich schwer. Trainer Uwe Lehmann erkannte: Für die laufende Saison musste Lich„Uns fehlte zuerst die Klarheit, auch der Druck, tenberg eine Flutlichtanlage vorweisen, um zum ersten Mal wieder richtig zu Hause zu nicht das Heimrecht im Zoschke-Stadion zu spielen, war vorhanden.“ Erst nach dem Ausverlieren. Die Übergangsfrist für den Bau war gleich durch Gözüsirin (69.) dominierten die abgelaufen, die mit 9900 Hausherren das Duell und Plätzen zweitgrößte reine erzwangen den Sieg in der „Eigentlich hatten Fußball-Arena der Stadt Nachspielzeit. wir bis jetzt nach der Alten Försterei Das Stadionproblem 24 Auswärtsspiele.“ ist erst einmal geklärt, aber aber gehört dem Bezirk Lichtenberg, der Verein ist in der Regionalliga NordBenjamin Plötz, Lichtenberg 47 als Mieter bloß der Hauptost haben noch andere nutzer. Das Flutlicht konnte Vereine damit zu kämpfen. auch der Bezirk mit seinem Beispielsweise hat die fußballbegeisterten Bürgermeister Michael VSG Altglienicke im Baumschulenweg noch Grunst (Die Linke) erst mit viel Aufwand bis kein regionalligataugliches Stadion, muss ihre zum Jahresende 2021 installieren lassen. Die Heimspiele im gut 20 Kilometer entfernten moderne Anlage steht nun mit sechs Masten. Amateurstadion von Hertha BSC austragen. Gut eine Million Euro hat der Bezirk in den Tasmania kann noch nicht in Neukölln antrevergangenen beiden Jahren ins „Zoschke“ ten und muss deswegen in das 15 Kilometer entinvestiert, doch die Regionalliga-Mannschaft fernte Lichterfelde ausweichen, wo eigentlich musste ihre „Heimspiele“ im Poststadion im Drittligist Viktoria 89 beheimatet ist. Berlins 15 Kilometer entfernten Moabit austragen. Das Nummer drei wiederum spielt aufgrund der ermöglichten der Bezirk Mitte und Konkurrent Drittliga-Auflagen im 20 Kilometer entfernten Berliner AK, der dort beheimatet ist. „EigentJahn-Sportpark, da das Stadion in Lichterfellich hatten wir bis jetzt 24 Auswärtsspiele“, de diesen Anforderungen nicht genügt. Was klagte Lichtenbergs Sportlicher Leiter Benaber passiert, sollte Regionalliga-Spitzenreiter jamin Plötz. „Der organisatorische Aufwand BFC Dynamo aufsteigen? Der würde liebend im Poststadion war enorm“, sagte 47-Präsident gern im Sportforum Hohenschönhausen bleiAndreas Prüfer, „wir mussten einerseits mehr ben und sein Heimatstadion drittligatauglich Ordner stellen als im Hans-Zoschke-Stadion, machen. Lichtenberg 47 aber freut sich nun auf obwohl natürlich weniger Zuschauer kamen. die Flutlicht-Premiere am 25. Februar gegen Es fehlte die Atmosphäre.“ den BFC Dynamo. MICHAEL JAHN
14. FEBRUAR 2022 JENA 79 Knapp zwei Millionen Euro mehr Stammkapital Der FC Carl Zeiss Jena lädt seine Mitglieder für den 5. März zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein. Zwei Dinge sollen dort beschlossen werden: der Einstieg eines weiteren Gesellschafters und ein „Zukunftskonzept“, wie der Verein es nennt. Präsident Klaus Berka bezeichnete das Vorhaben „als einen Schulterschluss zwischen den Gremien des Klubs, dem Umfeld und den Fans“. Aus deren Feder stamme das Konzept auch vornehmlich. Künftig soll noch mehr Wert darauf gelegt werden, Spieler aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum in die erste Mannschaft zu integrieren. Aufsichtsratschef Mario Voigt sieht diesen Weg schon eingeschlagen und verweist auf Trainer Andreas Patz oder Akteure wie Maximilian Wolfram, Leon Bürger, Alexander Prokopenko oder Patrick Scheder, die allesamt das Fußballspielen in TAS M A NI A Jena erlernt haben. Um das zu untermauern, wird künftig auch Henning Bürger zurückgeholt. Der frühere Schalke-Profi (insgesamt 99 Bundesliga- und 176 Zweitligaspiele) soll im Nachwuchsleistungszentrum für eine bessere Ausbildung der Talente sorgen. „Der FCC ist der mitgliederstärkste Verein Thüringens, ein Magnet“, sagt Voigt. Und genau das wolle man in der Zukunft besser nutzen. Derzeit zählt man 4300 Mitglieder, 8000 sollen es werden. Und alle Mitglieder will man mit ins Boot holen, will um Geduld werben, denn der Weg zurück in die 3. Liga werde ein steiniger. Helfen soll dabei auch frisches Kapital von Jenaer Unternehmern. Angeführt von Lars Eberlein zahlt die Jenarena GmbH 50 000 Euro an den belgischen Investor Roland Duchatelet und übernimmt damit die Hälfte seiner Anteile. Außerdem wird das Kapital der Spielbetriebs GmbH durch die neuen Anteilseigner um In diesem Jahr noch ohne Torerfolg Foto: imago images/Bild13 Neuer Gesellschafter bringt frisches Geld Lars Eberlein hat sich bislang beim Basketball-Zweitligisten Science City Jena engagiert. Nun also auch beim FC Carl Zeiss. 1,95 Millionen Euro erhöht. Eberlein ist im Jenaer Sport kein Unbekannter. Er sanierte die Basketballer von Science City, führte sie zweimal in die Bundesliga und baute deren neue Heimstätte, die Sparkassen-Arena. Auch am Bau des neuen Stadions in Jena ist Eberlein mit seiner Firma beteiligt. Der Einstieg beim FCC sei der nächste logische Schritt. Und der wird für den Verein nicht folgenlos bleiben. Eberlein will neue Strukturen schaffen: „Wir brauchen einen starken LOK L E I PZ I G Präsidenten und einen Geschäftsführer, der dem Verein dient, nicht den Gesellschaftern“, sagt Eberlein. Er wolle eine Story schaffen, „die wir erzählen können und mit der wir die Sponsoren mitreißen können“. „Es kommt am Ende auf die Region an. Will sie Drittligafußball, dann muss sie ihn bezahlen“, sagt Eberlein. Um Lücken zu stopfen, sei er nicht eingestiegen. Und auch Duchatelet will ab Sommer für weitere Kredite nicht zur Verfügung stehen. RALPH-PETER PALITZSCH Nun schon sechs Siege in Serie Njie schont den Besten Pflichtaufgabe erfüllt Als Schiedsrichter Lars Albert am Freitagabend im Stadion Lichterfelde die Partie beim Stand von 3:0 für den BFC Dynamo abpfiff, begann im Anschluss für Tasmania Berlin noch auf dem Rasen im Mannschaftskreis die Aufarbeitung der Partie. „Wir haben uns im Rahmen unserer Möglichkeiten gut verkauft. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Tasmania-Trainer Abu Njie, dessen Team nun am Sonntag im richtungsweisenden Kellerduell beim Tabellennachbarn Optik Rathenow antreten muss. Ins brandenburgische Havelland reist der Aufsteiger dann mit der Negativserie von elf sieglosen Partien in Folge, davon insgesamt neun Niederlagen, wobei der Liganeuling gar die vergangenen acht Partien verlor. Zusätzlich schafften es die Berliner zuletzt viermal in Folge, ohne eigenen Treffer zu Auf mittlerweile sechs Siege in Folge hat der 1. FC Lok Leipzig seine Serie ausgebaut und sich so zum hartnäckigsten Verfolger des BFC Dynamo gemausert. Zwar sind die Mannen von Almedin Civa noch sieben Zähler vom Tabellenführer entfernt, haben aber auch zwei Spiele weniger absolviert. Bei optimaler Ausbeute aus den Nachholpartien würde der Abstand auf den Tabellenplatz 1 also auf nur noch einen Punkt schrumpfen. Ob die Leipziger langfristig im Rennen um den Staffelsieg mitmischen können, wird sich also in dieser und der darauffolgenden Woche zeigen. Der Auftakt in den Duellen mit Mannschaften aus Berlin und Brandenburg ist mit dem souveränen 6:2-Erfolg am Samstag gegen Fürstenwalde geglückt. Als nächste vermeintliche Pflichtaufgabe steht an diesem Mittwoch das Nachholspiel gegen Optik Rathenow an. bleiben und erzielten damit im Kalenderjahr 2022 nicht ein einziges Tor in der Liga – erschreckende Zahlen für den Abstiegskandidaten. „Wir nehmen die Herausforderung in der Liga an, suchen keine Ausreden. Optik Rathenow ist auf Augenhöhe“, sagte Njie, der im Spiel gegen den Spitzenreiter freiwillig auf Mittelfeldspieler Daniel Kaiser verzichtete, um ihn für das kommende Spiel gegen den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt zu schonen. Der 31-Jährige hat bereits vier Gelbe Karten gesammelt, und der Tasmania-Trainer wollte eine Sperre für das nun folgende Match gegen die Rathenower unbedingt vermeiden. „Daniel Kaiser ist der beste Spieler bei uns in der Rückrunde“, sagte der Coach. Kaiser verfolgte die Niederlage von der Tribüne aus und dürfte froh gewesen sein, als die Partie gegen den BFC abgepfiffen wurde. MATTHIAS SCHÜTT Doch in der Favoritenstellung liegt hier auch die Gefahr: Jeder erwartet einen Sieg der Leipziger gegen den Außenseiter, der ohne Druck aufspielen kann. Auf dem Papier schwieriger sind die anschließenden Duelle mit den Berliner Teams aus den oberen Tabellenregionen: Am kommenden Samstag muss Lokomotive beim Berliner AK zeigen, ob man auch gegen diese Spitzenmannschaft bestehen kann. Im Hinspiel gab es eine bittere 1:2-Heimniederlage – diese Rechnung würden die Leipziger gerne begleichen. Und dann mit Siegen nachlegen in den beiden Spielen gegen Tennis Borussia (23. Februar) und die VSG Altglienicke (26. Februar). Die Marschroute, die Coach Civa dafür vorgibt, ist so einfach wie folgerichtig: „Wir denken von Spiel zu Spiel und bereiten uns gewissenhaft auf jeden Gegner vor.“ CARSTEN MUSCHALLE
80 14. FEBRUAR 2022 Tasmania – BFC Dynamo 0:3 (0:2) Tasmania: Schelenz – Tamim, Aydin, Bähr, Tanis – Wedemann – Bier, Storm (79. Gorrie), Oudenne (85. Kascha), Sait (88. Polat) – Brechler – Trainer: Njie BFC Dynamo: Stajila – Reher, Blum, Hertner – Breitfeld (85. Meyer), Pollasch, Bergmann (60. Schulz), Geurts (69. Steinborn) – Siebeck – Bolyki, Beck (85. Stutter) – Trainer: Benbennek Tore: 0:1 Bolyki (10.), 0:2 Beck (28.), 0:3 Bolyki (61.) – SR: Albert (Tannenbergsthal) – ZS: 592 FC Eilenburg – VfB Auerbach 0:0 Eilenburg: Naumann – Ph. Sauer, Dos Santos, Vogel, Moutsa (62. Wadewitz) – Michael (90. Sothen), Rücker, Pa. Sauer (62. Georgi), Luis – Fiedler – Stelmak (68. Jackisch) – Tr.: Knaubel Auerbach: S. Schmidt – Kubitz, Giaouplari (46. Stiller), Weiß, Sieber – Brejcha, M. Schmidt – Osse (69. Donner), Fragkos (58. L. Seidel), Guzlajevs (87. Kepl) – Zimmermann – Trainer: Köhler SR: Jessen (Berlin) – Zuschauer: 140 – Bes. Vorkommnis: Fragkos verschießt FE (23.) Lichtenberg 47 – Ch. Leipzig 2:1 (0:1) Lichtenberg: Wollert – Ohlow, Hofmann, Maric (46. Ihbe), Fiegen – Gawe, Owczarek, Brando (75. Bremer), Gözüsirin – Graf (65. Grüneberg), Chor (46. Einsiedel) – Trainer: Lehmann Chemie Leipzig: Janke – Dhaliwal, Schmidt, B. Keßler, Boltze – Müller, Mast, Osmanoski (60. REGIONALLIGA NORD 21. SPIELTAG Drochtersen 1:1 0:0 SC Weiche Ph. Lübeck 1:4 1:2 VfB Lübeck Heide 0:3 0:2 HSV II Ottensen 3:0 1:0 Norderstedt St. Pauli II 1:0 1:0 Altona spielfrei: Holstein Kiel II GRUPPE NORD 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. Holstein Kiel II 19 SC Weiche 08 19 Teut. Ottensen 19 VfB Lübeck (A) 19 Drochtersen/A. 19 Hamburger SV II 19 FC St. Pauli II 19 Phönix Lübeck 19 Eintr. Norderstedt 19 Heider SV 19 Altona 93 20 22. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. VfB Lübeck (0:3) SAMSTAG, 19. FEB. SC Weiche 08 (1:2) SONNTAG, 20. FEB. HSV II (3:2) SONNTAG, 20. FEB. Norderstedt (2:2) Kiel II (1:1) spielfrei: Altona 93 GRUPPE SÜD 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. VfB Oldenburg Werder Bremen II VfV Hildesheim Delmenhorst Hannover 96 II SSV Jeddeloh II BSV Rehden LSK Hansa HSC Hannover Oberneuland 36:19 36:21 39:21 38:21 21:16 34:26 20:26 26:38 31:31 17:44 17:52 38 37 36 32 32 31 23 21 20 9 9 19.30 UHR Drochtersen/A. 13.30 UHR St. Pauli II 13.00 UHR Ph. Lübeck 14.00 UHR Heide Ottensen 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18 45:12 47:13 32:34 22:22 28:23 25:28 29:35 15:28 18:42 11:35 43 42 29 25 24 24 18 16 15 12 Altglienicke – Berliner AK 07 Reinhard), Kanther – Kirstein (66. Akpeko), Jäpel (74. Wajer) – Trainer: Jagatic Tore: 0:1 Jäpel (10.), 1:1 Gözüsirin (69.), 2:1 Gözüsirin (90./+3) – SR: Kluge (Zeitz) – ZS: 1270 Chemnitzer FC – Hertha BSC II 2:0 (1:0) Chemnitz: Dogan – Osso (71. Keller), Zickert, Campulka, Aigner – Kurt – M. Roscher (60. Caciel), Müller, Bickel (83. Pelivan), Kircicek – Freiberger (83. Brügmann) – Trainer: Berlinski Hertha II: Palmowski – Covic, Morgenstern, Röcker, Fuchs (86. Tekin) – Dirkner (79. Alimler) – Gayret, Albrecht (46. Winkler/70. Haxha), Michelbrink (79. Gurschke), Kade – Scherhant – Trainer: Covic Tore: 1:0 Freiberger (18.), 2:0 Brügmann (90./+4) – SR: Rauschenberg (Wenigenlupnitz) – ZS: 1249 Lok Leipzig – Un. Fürstenwalde 6:2 (4:1) Lok Leipzig: Sievers – Berger, Eglseder (72. Heynke), Sirch, Voufack (62. Mehmedovic) – Piplica (80. Schlicht), Abderrahmane – Ogbidi (80. Atilgan), Pfeffer, Rangelov – Ziane (62. Nattermann) – Trainer: Civa Fürstenwalde: Staniszewski – Jarosch (58. Klossek), Berk, Eshele, Christoph (58. Wunderlich) – Weiß, Zaruba – Corstjens (76. Muca), Winter, Postelt – Habimana – Trainer: Verhoene REGIONALLIGA NORDOST 25. SPIELTAG Tasmania 0:3 0:2 BFC Dynamo Eilenburg 0:0 Auerbach Lichtenberg 2:1 0:1 Ch. Leipzig Chemnitz 2:0 1:0 Hertha II Lok Leipzig 6:2 4:1 Fürstenwalde Halberstadt 0:0 Jena Babelsberg 2:1 1:0 Luckenwalde Altglienicke 4:1 2:0 BAK 07 Meuselwitz 4:1 1:0 Rathenow MITTWOCH, 2. MÄRZ 19.00 UHR Cottbus (2:2) TeBe Berlin NACHHOLSPIELE Altglienicke 1:1 1:0 Ch. Leipzig 0:0 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. Tore: 1:0 Frahn (41.), 1:1 Göth (56.), 2:1 Nikol (70.) – SR: Dallmann (Rostock) – Zuschauer: 1000 R EGI O NA L L I GA N OR D O ST BFC Dynamo Lok Leipzig Energie Cottbus Carl Zeiss Jena Berliner AK 07 Chemnitzer FC SV Babelsberg 03 VSG Altglienicke Luckenwalde Chemie Leipzig TeBe Berlin Hertha BSC II Lichtenberg 47 ZFC Meuselwitz Germ. Halberstadt FC Eilenburg (N) Tasmania (N) Optik Rathenow Un. Fürstenwalde VfB Auerbach 25 23 24 25 25 25 25 23 25 25 23 25 25 25 25 25 25 24 23 23 Nachtrag Jena Meuselwitz 62:20 54:23 55:20 46:24 40:30 41:23 36:26 42:28 40:25 27:27 36:31 40:40 31:37 26:39 28:47 26:56 19:59 25:50 32:65 21:57 58 51 48 48 48 45 44 42 36 35 34 33 28 25 22 19 16 15 14 14 NACHHOLSPIELE 20., 21. Spieltag MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR Auerbach (2:4) Fürstenwalde Lok Leipzig (3:0) Rathenow 26. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. Altglienicke (2:0) TeBe Berlin (2:0) SAMSTAG, 19. FEB. Auerbach (1:7) BAK 07 (2:1) Chemie Leipzig (1:0) SAMSTAG, 19. FEB. Jena (3:1) SONNTAG, 20. FEB. Fürstenwalde (1:6) Luckenwalde (3:0) BFC Dynamo (1:2) Rathenow (3:3) 19.00 UHR Chemnitz Eilenburg 13.00 UHR Halberstadt Lok Leipzig Hertha II 14.05 UHR Meuselwitz 13.00 UHR Cottbus Lichtenberg Babelsberg Tasmania Tore: 0:1 Winter (7.), 1:1 Pfeffer (13.), 2:1 Ziane (42.), 3:1 Abderrahmane (43.), 4:1 Ziane (45.), 4:2 Klossek (64.), 5:2 Abderrahmane (71.), 6:2 Nattermann (86.) – SR: Markhoff (Kritzmow) – ZS: 2089 – Rote Karte: Berk (71., Notbremse) Germ. Halberstadt – Carl Zeiss Jena 0:0 Halberstadt: Cichos – Schmökel, Baudis, Pribanovic (46. Raithel) – Bachmann, Hoch (46. Jallot), Schätzle, Malina – Grzega (46. Pajaziti), Heike (73. Stumpe), Korsch (73. Touloupis) – Trainer: Petersen Jena: Müller – Hehne, Halili, Strietzel – Wolf (72. Stauffer), Schau, Bürger (72. Langer), Prokopenko (58. Lange) – Oesterhelweg, Wolfram, Krauß (58. Eisele) – Trainer: Patz SR: Köppen (Linthe) – Zuschauer: 443 SV Babelsberg – Luckenwalde REGIONALLIGA WEST 25. SPIELTAG Fort. Köln 1:0 1:0 Wuppertal Münster 2:0 0:0 Ahlen Uerdingen 1:4 0:0 M’gladbach II Wiedenbrück 1:1 0:1 Aachen Bonn 1:3 0:1 1. FC Köln II Düsseldorf II 0:4 0:3 Straelen Homberg 0:1 0:0 Essen Rödinghausen Schalke II 0:0 Lippstadt ausgef. Wegberg-B. Oberhausen ausgef. Lotte 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 2:1 (1:0) Babelsberg: Theißen – Härtel (56. Nikol), Lela, Wilton, Sietan (87. Moravec) – Wegener, Gencel – Müller, Schmidt (71. Zille), Rausch – Frahn – Trainer: Buder Luckenwalde: Thoms – Rankic, Flath, Francisco – Gottschick (57. Bogdan), Hellwig (43. Borowski), Becker, Göth – Schmahl – Plumpe, Butendeich (71. Rothenstein) – Trainer: Braune Rot-Weiss Essen Pr. Münster Fortuna Köln Wuppertaler SV RW Oberhausen 1. FC Köln II Wiedenbrück SV Rödinghausen Fort. Düsseldorf II Schalke 04 II Bor. M’gladbach II SV Straelen SV Lippstadt 08 RW Ahlen Alem. Aachen Bonner SC Spfr. Lotte FC Wegberg-B. VfB Homberg Uerdingen (A) 23 23 21 23 23 25 24 22 23 25 25 24 22 22 23 24 21 22 22 25 55:20 43:16 35:12 42:16 47:23 49:34 34:17 24:22 42:40 38:41 31:34 27:35 34:39 35:43 26:40 28:46 22:40 19:36 16:42 22:73 56 51 48 46 44 43 42 32 31 31 30 29 27 27 21 20 18 17 12 10 NACHHOLSPIELE 19., 23. Spieltag DIENSTAG, 15. FEB. 18.30 UHR Lotte (1:0, 2:2) Fort. Köln DIENSTAG, 15. FEB. 19.30 UHR Wiedenbrück (0:1) Lippstadt Düsseldorf II (1:1) Ahlen MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR Wuppertal (4:1) Straelen MITTWOCH, 16. FEB. 19.30 UHR Aachen (2:0, 2:0) Homberg 26. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. Fort. Köln (2:0) Ahlen (3:5) FREITAG, 18. FEB. Rödinghausen (2:0) SAMSTAG, 19. FEB. Straelen (1:0) M’gladbach II (0:0) Wegberg-Beeck (0:0) SAMSTAG, 19. FEB. Aachen (3:1) 19.00 UHR Bonn Schalke II 19.30 UHR Lippstadt 14.00 UHR Homberg Wiedenbrück Oberhausen 15.00 UHR 1. FC Köln II Meuselwitz – Optik Rathenow REGIONALLIGA SÜDWEST 24. SPIELTAG Offenbach 0:1 0:0 Koblenz Aalen 1:2 0:1 Balingen Stuttgart II 0:2 0:2 Mainz II Frankfurt 0:0 Walldorf Homburg 1:1 0:0 Kassel Gießen 0:0 Bahlingen Steinbach 2:0 1:0 Pirmasens Großaspach 0:1 0:0 Schott Mainz Elversberg 2:1 2:1 Hoffenheim II spielfrei: SSV Ulm 1846 FSV Mainz 05 II 23 SSV Ulm 1846 22 SV Elversberg 22 Kickers Offenbach 22 Steinbach Haiger 23 FC Homburg 23 Bahlinger SC 22 Hessen Kassel 23 TSG Balingen 22 VfR Aalen 23 RW Koblenz 23 FC-Ast. Walldorf 23 TSG Hoffenheim II 23 VfB Stuttgart II 23 FK Pirmasens 23 FSV Frankfurt 23 FC Gießen 23 Großaspach 23 Schott Mainz 23 25. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. Walldorf (2:3) SAMSTAG, 19. FEB. Mainz II (2:1) Schott Mainz (2:4) Pirmasens (1:3) Bahlingen (1:3) Balingen (1:3) Koblenz (0:1) Kassel (0:0) SONNTAG, 20. FEB. Hoffenheim II (0:1) spielfrei: VfR Aalen 4:1 (1:0) Meuselwitz: Hamrol – Moritz (70. Martynets), Senkbeil, Müller, Miatke – Becker (79. Stenzel) – Kulke, Jacobi (79. Zintsch), Kadric (46. Jagupov), Eckardt (89. Bürger) – Hansch – Trainer: Bergner Rathenow: Hiemann – Polichronakis, Techie-Menson (69. Gildenberg), Gröger, Kuffour – Sejdovic (69. Dzafo), Langner, Leroy (69. Wilcke), Köhler – Will (78. Januario), Muiomo (78. Pistol) – Trainer: Kahlisch Tore: 1:0 Müller (35.), 2:0 Eckardt (61.), 3:0 Hansch (63.), 3:1 Muiomo (78., FE), 4:1 Jagupov (90./+4) – SR: Kohnert (Ballenstedt) – Zuschauer: 424 SONNTAG, 20. FEB. 14.00 UHR Essen (3:2) Münster Wuppertal (2:1) Düsseldorf II Lotte (0:2) Uerdingen 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 4:1 (2:0) Altglienicke: Bätge – Liebelt, Zeiger, Häußler – Belegu, Inaler (65. Albrecht/76. Sander), Skoda (54. Hüther), Brehmer – Yildirim, Uzan (65. P. Manske), Manske (65. Breitkreuz) – Trainer: Heine BAK 07: Kühn – Harant, Gjasula, Oschkenat – Tezel (86. Senninger), Lämmel (75. Yajima), Fontein (69. Emghames), Schulz – Ben-Hatira – Ulrich (69. Kargbo), El-Jindaoui – Trainer: Duda Tore: 1:0 Belegu (39.), 2:0 Häußler (44.), 2:1 Ulrich (59.), 3:1 P. Manske (80.), 4:1 Belegu (90./+3) – SR: H. Müller (Cottbus) – ZS: 180 39:25 38:22 50:22 39:15 39:27 31:31 22:23 30:25 32:39 36:44 25:30 34:41 34:36 31:35 21:34 26:31 20:29 26:49 22:37 49 46 44 44 43 36 34 31 30 30 28 27 26 24 24 23 23 20 19 19.00 UHR Homburg 14.00 UHR Frankfurt Stuttgart II Großaspach Steinbach Gießen Ulm Elversberg 14.00 UHR Offenbach REGIONALLIGA BAYERN 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. SpVgg Bayreuth 23 FC Bayern II (A) 24 Schweinfurt (M) 22 FV Illertissen 24 TSV Aubstadt 24 TSV Buchbach 22 Wack. Burghausen 23 Unterhaching (A) 22 FC Augsburg II 23 Aschaffenburg 24 VfB Eichstätt 23 FC Memmingen 24 FC Pipinsried (N) 24 1. FC Nürnberg II 24 SC Eltersdorf (N) 20 SV Schalding-H. 23 SV Heimstetten 24 TSV Rain/Lech 21 Greuther Fürth II 22 1860 Rosenheim 22 60:23 73:31 69:28 43:26 45:29 35:21 49:36 44:40 42:37 32:34 34:43 36:49 31:46 33:38 31:41 26:43 33:49 17:49 28:54 16:60 56 52 43 42 40 37 36 36 33 31 31 28 28 27 23 23 21 17 16 15 NACHHOLSPIELE 14., 20. Spieltag SAMSTAG, 19. FEB. 14.00 UHR Bayreuth ( - ) Unterhaching Eichstätt (3:0) Eltersdorf 25. SPIELTAG SAMSTAG, 19. FEBR. 14.00 UHR Burghausen (1:3) Aschaffenburg Fürth II (2:2) Rain SONNTAG, 20. FEBR. 14.00 UHR Nürnberg II (1:1) Schweinfurt DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.00 UHR Eltersdorf (0:2) Unterhaching DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.30 UHR Memmingen (2:1) Pipinsried DIENSTAG, 22. MÄRZ 19.00 UHR Heimstetten (2:0) Rosenheim DIENSTAG, 29. MÄRZ 17.45 UHR Bayreuth (6:2) Augsburg II Eichstätt (3:1) Schalding-H. Aubstadt (1:1) Buchbach Alle Ergebnisse und Tabellen finden Sie auch unter www.kicker.de/regionalliga
Sieger im Stadt-Duell: Der VF B LÜ B EC K baut seine Serie aus und guckt Richtung Meisterrunde. Als das 141. Lübecker Stadtderby abgepfiffen wurde, rannte Lukas Pfeiffer zu Tommy Grupe und nahm seinen Abwehrchef in den Arm. Es war eine Mischung aus Erleichterung und Dankbarkeit, die im Gesicht des Trainers des VfB Lübeck abzulesen war. „Wir sind unheimlich froh, dass wir gewonnen haben“, sagte Pfeiffer später. Nach dem 2:2 im Hinspiel und verspielter Pausenführung mussten sich die Grün-Weißen reichlich Kritik der eigenen Fans gefallen lassen. Doch dieses Mal herrschte Feierlaune an der Lohmühle. Die Kräfteverhältnisse hatte der VfB mit einem 4:1-Sieg im Duell der Lokalrivalen geradegerückt und sich nach dem jahresübergreifend fünften Sieg in Folge auf Tabellenplatz 4 verbessert. Dass dieses Mal gegen den 1. FC Phönix nichts anbrannte, daran hatte Grupe großen Anteil. Der 29-Jährige hatte den wichtigen Führungstreffer erzielt und mit seinem zweiten Tor, ebenfalls nach einem ruhenden Ball, den Schlusspunkt gesetzt. „Ich hätte gern schon früher getroffen“, sagte Grupe, der bei Standardsituationen zwar eine dauerhafte Präsenz im gegnerischen Strafraum hat, in dieser Saison aber noch nichts Zählbares verbucht hatte. „Die Tore habe ich mir für das Derby aufgehoben und bin froh, dass ich der Mann- P H Ö N IX LÜ BEC K Foto: Agentur 54°/Garve FUSSBALL IM NORDEN Feierlaune vor dem Endspiel Doppeltorschütze: VfB-Kapitän Tommy Grupe hatte beim 4:1-Erfolg im Derby gegen den 1. FC Phönix allen Grund zum Jubeln. schaft helfen konnte“, sagte der Routinier. Geholfen hatte Grupe nicht nur vorne, sondern auch hinten. In der Innenverteidigung hatte er mit Calvin Brackelmann Phönix-Angreifer Haris Hyseni fast zur Bedeutungslosigkeit abgemeldet. „Wir haben wenig zugelassen, gut verteidigt und vorne noch mehr Möglichkeiten gehabt. Deshalb sind wir verdient als Sieger vom Platz gegangen“, bilanzierte der Kapitän. Die Adlerträger hätten es den Grün-Weißen zwar nicht leicht gemacht, „weil sie zunächst eklig waren“, wie Mirko Boland es beschrieb. „Aber wir haben ef- fektiv gespielt“, unterstrich der 34-Jährige, der nach einem Konter mit dem 3:1 die Vorentscheidung besorgt hatte. „Es war kein fußballerischer Leckerbissen, aber wir haben das gemacht, was heute nötig war: einfach gespielt“, betonte Boland. Grupe richtete derweil den Blick voraus. Am Freitag steht das Endspiel im Kampf um das Erreichen der Meisterrunde an. „Gegen Drochtersen/Assel haben wir nach dem 0:3 im Hinspiel etwas gutzumachen“, sagte der 29-Jährige. Als Derbysieger kann der VfB die Aufgabe mit Selbstvertrauen angehen. SASCHA SIEVERS Große Enttäuschung nach der Derby-Pleite „Diese Niederlage tut richtig weh“ Die Hoffnung war groß bei Phönix Lübeck, dem Stadtnachbarn endlich ein Bein stellen zu können. Im Hinspiel hatte Phönix mit dem 2:2 gegen den VfB Lübeck ja angedeutet, was möglich sein kann. Am Samstag konnte das Team von Trainer Oliver Zapel aber nicht daran anknüpfen, kassierte eine 1:4-Niederlage. In den Gesichtern der Unterlegenen war dementsprechend nach dem Abpfiff Enttäuschung sichtbar. Auch bei Co-Trainer Daniel Franziskus, der noch in der Saison 2018/2019 für das Lohmühlen-Team im Angriff gekickt hatte, danach seine Karriere aber verletzungsbedingt beenden musste. „Das Ergebnis ist viel zu hoch. Gerade in der ersten Halbzeit waren wir lange Zeit besser, hätten das da in unsere Richtung drehen müssen. Da haben wir aber leider unsere Konter nicht gut ausgespielt, kriegen dann zwei dumme Tore“, haderte Franziskus, der trotzdem in der Pause noch die Hoffnung hatte, dass sein Team etwas Zählbares mitnehmen könnte. „Wir haben dann auch alles in der zweiten Hälfte nach vorne geworfen, wollten ein schnelles Tor. Das ist uns aber nicht gelungen.“ Letztlich fehlte auch an der Zielstrebigkeit beim FC Phönix, um doch noch einmal für Spannung zu sorgen. „Der letzte Pass kam nicht an. Diese Niederlage tut richtig weh“, sagte Franziskus. Auch Cheftrainer Zapel fand deutliche Worte: „Für uns ist es ein bitterer Tag, weil wir immer noch nicht verstehen können, wie so ein Endergebnis zustande kommen kann. Wenn man 20 bis 25 Minuten so dominant auftritt wie wir, dann hat man eine andere Idee von so einem Spielausgang.“ Der Knackpunkt sei laut Zapel das 2:1 des VfB mit dem Pausenpfiff gewesen. „Das war ein Wirkungstreffer, von dem wir uns bis zum Ende des Spiels nicht mehr erholt haben. Jetzt ist wieder Normalität, und jetzt sind wir wieder da angekommen, wo wir hingehören.“ STEPHAN RUSSAU kurz bündig Lüneburger SK Der LSK verpflichtete den zuletzt vereinslosen Valentin Zalli (20, zuvor U 19 Hamburger SV und Dynamo Berlin). Die Offensive wurde zuvor schon mit William Hildebrand (21, Werder Bremen III) und Bibie Njie (24, Barmbek-Uhlenhorst) verstärkt. Eintracht Norderstedt Da die Punkte nicht mehr zählten, wurden in der Partie bei Teutonia 05 Ottensen die muskulär angeschlagenen Jan Lüneburg (31) und Elias Saad (22) geschont. Dafür wurde der Norderstedter Kader gleich mit drei Ersatztorhütern aufgefüllt: Stefan Rakocevic (22), Marcel Kindler (39) und Söhnke Günther (20) saßen am Sonntagnachmittag auf der Bank.
14. FEBRUAR 2022 HEIDE 79 Schon 14 Spiele ohne Sieg – Klassenerhalt bleibt das Ziel Aufmunternde Worte gab es am Samstagnachmittag im obligatorischen Mannschaftskreis, zu dem sich die Spieler des Heider SV nach der 0:3-Heimniederlage gegen den Hamburger SV II versammelt hatten. Die Ansage von Trainer Sönke Beiroth bezog sich zum einen auf den aus Sicht des Tabellenvorletzten ansehnlichen Auftritt, vor allem aber auf die bevorstehende Partie bei Eintracht Norderstedt. Am kommenden Sonntag müssen die Heider im Norderstedter Edmund-Plambeck-Stadion unbedingt dreifach punkten, um die magere Bilanz endlich aufzubessern. 14 Spiele ohne Sieg REGIONALLIGA NORD 21. SPIELTAG Drochtersen 1:1 0:0 SC Weiche Ph. Lübeck 1:4 1:2 VfB Lübeck Heide 0:3 0:2 HSV II Ottensen 3:0 1:0 Norderstedt St. Pauli II 1:0 1:0 Altona spielfrei: Holstein Kiel II GRUPPE NORD 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. Holstein Kiel II 19 SC Weiche 08 19 Teut. Ottensen 19 VfB Lübeck (A) 19 Drochtersen/A. 19 Hamburger SV II 19 FC St. Pauli II 19 Phönix Lübeck 19 Eintr. Norderstedt 19 Heider SV 19 Altona 93 20 22. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. VfB Lübeck (0:3) SAMSTAG, 19. FEB. SC Weiche 08 (1:2) SONNTAG, 20. FEB. HSV II (3:2) SONNTAG, 20. FEB. Norderstedt (2:2) Kiel II (1:1) spielfrei: Altona 93 GRUPPE SÜD 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. VfB Oldenburg Werder Bremen II VfV Hildesheim Delmenhorst Hannover 96 II SSV Jeddeloh II BSV Rehden LSK Hansa HSC Hannover Oberneuland 36:19 36:21 39:21 38:21 21:16 34:26 20:26 26:38 31:31 17:44 17:52 38 37 36 32 32 31 23 21 20 9 9 19.30 UHR Drochtersen/A. 13.30 UHR St. Pauli II 13.00 UHR Ph. Lübeck 14.00 UHR Heide Ottensen 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18 45:12 47:13 32:34 22:22 28:23 25:28 29:35 15:28 18:42 11:35 43 42 29 25 24 24 18 16 15 12 nagen am Selbstvertrauen, das zuvor durch das 2:3 im Duell der Kellerkinder bei Altona 93 doch arg gelitten hatte. Beiroth sieht dennoch keinen Grund zur Selbstaufgabe. Der Sportliche Leiter will die Negativserie nicht beschönigen, er ist von einer Dramatisierung der schwierigen Lage mit nunmehr elf Niederlagen und drei Unentschieden aber weit entfernt. Beiroths Blick schweift zurück auf die Spielzeit 2014/15, als er die damalige Oberligamannschaft mit Mamadou Sabaly übernommen hatte und ebenfalls zahlreiche Nackenschläge kassierte. „Wir standen bis zum Schluss auf einem Abstiegsplatz, REGIONALLIGA NORDOST 25. SPIELTAG Tasmania 0:3 0:2 BFC Dynamo Eilenburg 0:0 Auerbach Lichtenberg 2:1 0:1 Ch. Leipzig Chemnitz 2:0 1:0 Hertha II Lok Leipzig 6:2 4:1 Fürstenwalde Halberstadt 0:0 Jena Babelsberg 2:1 1:0 Luckenwalde Altglienicke 4:1 2:0 BAK 07 Meuselwitz 4:1 1:0 Rathenow MITTWOCH, 2. MÄRZ 19.00 UHR Cottbus (2:2) TeBe Berlin NACHHOLSPIELE Altglienicke 1:1 1:0 Ch. Leipzig 0:0 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. BFC Dynamo Lok Leipzig Energie Cottbus Carl Zeiss Jena Berliner AK 07 Chemnitzer FC SV Babelsberg 03 VSG Altglienicke Luckenwalde Chemie Leipzig TeBe Berlin Hertha BSC II Lichtenberg 47 ZFC Meuselwitz Germ. Halberstadt FC Eilenburg (N) Tasmania (N) Optik Rathenow Un. Fürstenwalde VfB Auerbach 25 23 24 25 25 25 25 23 25 25 23 25 25 25 25 25 25 24 23 23 Nachtrag Jena Meuselwitz 62:20 54:23 55:20 46:24 40:30 41:23 36:26 42:28 40:25 27:27 36:31 40:40 31:37 26:39 28:47 26:56 19:59 25:50 32:65 21:57 58 51 48 48 48 45 44 42 36 35 34 33 28 25 22 19 16 15 14 14 NACHHOLSPIELE 20., 21. Spieltag MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR Auerbach (2:4) Fürstenwalde Lok Leipzig (3:0) Rathenow 26. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. Altglienicke (2:0) TeBe Berlin (2:0) SAMSTAG, 19. FEB. Auerbach (1:7) BAK 07 (2:1) Chemie Leipzig (1:0) SAMSTAG, 19. FEB. Jena (3:1) SONNTAG, 20. FEB. Fürstenwalde (1:6) Luckenwalde (3:0) BFC Dynamo (1:2) Rathenow (3:3) 19.00 UHR Chemnitz Eilenburg 13.00 UHR Halberstadt Lok Leipzig Hertha II 14.05 UHR Meuselwitz 13.00 UHR Cottbus Lichtenberg Babelsberg Tasmania haben es aber noch geschafft.“ Den Rettungsanker warf damals der TSV Schilksee mit seinem Aufstieg in die Regionalliga, wodurch sich die Zahl der Absteiger verringerte. Auch wenn sich Frust und Enttäuschung aufstauen und die bisherige sportliche Ausbeute nicht überzeugen kann, wird am Saisonziel nicht gerüttelt. „Wir streben den Klassenerhalt an und werden es auch schaffen“, sagt Beiroth jedem, der es hören will. „Resignation und Hinschmeißen sind für uns keine Option.“ Zuversicht ist auch nötig, um in der Abstiegsrunde, die im März beginnt, sportlich bestehen zu können. ULRICH SEEHAUSEN REGIONALLIGA WEST 25. SPIELTAG Fort. Köln 1:0 1:0 Wuppertal Münster 2:0 0:0 Ahlen Uerdingen 1:4 0:0 M’gladbach II Wiedenbrück 1:1 0:1 Aachen Bonn 1:3 0:1 1. FC Köln II Düsseldorf II 0:4 0:3 Straelen Homberg 0:1 0:0 Essen Rödinghausen Schalke II 0:0 Lippstadt ausgef. Wegberg-B. Oberhausen ausgef. Lotte 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. Rot-Weiss Essen Pr. Münster Fortuna Köln Wuppertaler SV RW Oberhausen 1. FC Köln II Wiedenbrück SV Rödinghausen Fort. Düsseldorf II Schalke 04 II Bor. M’gladbach II SV Straelen SV Lippstadt 08 RW Ahlen Alem. Aachen Bonner SC Spfr. Lotte FC Wegberg-B. VfB Homberg Uerdingen (A) 23 23 21 23 23 25 24 22 23 25 25 24 22 22 23 24 21 22 22 25 55:20 43:16 35:12 42:16 47:23 49:34 34:17 24:22 42:40 38:41 31:34 27:35 34:39 35:43 26:40 28:46 22:40 19:36 16:42 22:73 56 51 48 46 44 43 42 32 31 31 30 29 27 27 21 20 18 17 12 10 NACHHOLSPIELE 19., 23. Spieltag DIENSTAG, 15. FEB. 18.30 UHR Lotte (1:0, 2:2) Fort. Köln DIENSTAG, 15. FEB. 19.30 UHR Wiedenbrück (0:1) Lippstadt Düsseldorf II (1:1) Ahlen MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR Wuppertal (4:1) Straelen MITTWOCH, 16. FEB. 19.30 UHR Aachen (2:0, 2:0) Homberg 26. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. Fort. Köln (2:0) Ahlen (3:5) FREITAG, 18. FEB. Rödinghausen (2:0) SAMSTAG, 19. FEB. Straelen (1:0) M’gladbach II (0:0) Wegberg-Beeck (0:0) SAMSTAG, 19. FEB. Aachen (3:1) 19.00 UHR Bonn Schalke II 19.30 UHR Lippstadt 14.00 UHR Homberg Wiedenbrück Oberhausen 15.00 UHR 1. FC Köln II Foto: Seehausen Resignieren ist keine Option Bleibt optimistisch: Sönke Beiroth, Sportlicher Leiter des Heider SV SONNTAG, 20. FEB. 14.00 UHR Essen (3:2) Münster Wuppertal (2:1) Düsseldorf II Lotte (0:2) Uerdingen REGIONALLIGA SÜDWEST 24. SPIELTAG Offenbach 0:1 0:0 Koblenz Aalen 1:2 0:1 Balingen Stuttgart II 0:2 0:2 Mainz II Frankfurt 0:0 Walldorf Homburg 1:1 0:0 Kassel Gießen 0:0 Bahlingen Steinbach 2:0 1:0 Pirmasens Großaspach 0:1 0:0 Schott Mainz Elversberg 2:1 2:1 Hoffenheim II spielfrei: SSV Ulm 1846 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. FSV Mainz 05 II 23 SSV Ulm 1846 22 SV Elversberg 22 Kickers Offenbach 22 Steinbach Haiger 23 FC Homburg 23 Bahlinger SC 22 Hessen Kassel 23 TSG Balingen 22 VfR Aalen 23 RW Koblenz 23 FC-Ast. Walldorf 23 TSG Hoffenheim II 23 VfB Stuttgart II 23 FK Pirmasens 23 FSV Frankfurt 23 FC Gießen 23 Großaspach 23 Schott Mainz 23 25. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. Walldorf (2:3) SAMSTAG, 19. FEB. Mainz II (2:1) Schott Mainz (2:4) Pirmasens (1:3) Bahlingen (1:3) Balingen (1:3) Koblenz (0:1) Kassel (0:0) SONNTAG, 20. FEB. Hoffenheim II (0:1) spielfrei: VfR Aalen 39:25 38:22 50:22 39:15 39:27 31:31 22:23 30:25 32:39 36:44 25:30 34:41 34:36 31:35 21:34 26:31 20:29 26:49 22:37 49 46 44 44 43 36 34 31 30 30 28 27 26 24 24 23 23 20 19 19.00 UHR Homburg 14.00 UHR Frankfurt Stuttgart II Großaspach Steinbach Gießen Ulm Elversberg 14.00 UHR Offenbach REGIONALLIGA BAYERN 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. SpVgg Bayreuth 23 FC Bayern II (A) 24 Schweinfurt (M) 22 FV Illertissen 24 TSV Aubstadt 24 TSV Buchbach 22 Wack. Burghausen 23 Unterhaching (A) 22 FC Augsburg II 23 Aschaffenburg 24 VfB Eichstätt 23 FC Memmingen 24 FC Pipinsried (N) 24 1. FC Nürnberg II 24 SC Eltersdorf (N) 20 SV Schalding-H. 23 SV Heimstetten 24 TSV Rain/Lech 21 Greuther Fürth II 22 1860 Rosenheim 22 60:23 73:31 69:28 43:26 45:29 35:21 49:36 44:40 42:37 32:34 34:43 36:49 31:46 33:38 31:41 26:43 33:49 17:49 28:54 16:60 56 52 43 42 40 37 36 36 33 31 31 28 28 27 23 23 21 17 16 15 NACHHOLSPIELE 14., 20. Spieltag SAMSTAG, 19. FEB. 14.00 UHR Bayreuth ( - ) Unterhaching Eichstätt (3:0) Eltersdorf 25. SPIELTAG SAMSTAG, 19. FEBR. 14.00 UHR Burghausen (1:3) Aschaffenburg Fürth II (2:2) Rain SONNTAG, 20. FEBR. 14.00 UHR Nürnberg II (1:1) Schweinfurt DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.00 UHR Eltersdorf (0:2) Unterhaching DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.30 UHR Memmingen (2:1) Pipinsried DIENSTAG, 22. MÄRZ 19.00 UHR Heimstetten (2:0) Rosenheim DIENSTAG, 29. MÄRZ 17.45 UHR Bayreuth (6:2) Augsburg II Eichstätt (3:1) Schalding-H. Aubstadt (1:1) Buchbach Alle Ergebnisse und Tabellen finden Sie auch unter www.kicker.de/regionalliga
80 14. FEBRUAR 2022 A LTO N A Trulsen verliert gegen St. Pauli II Rückkehr ohne Punkte 22 Jahre! Dieses Alter übertreffen beim Nachwuchs des FC St. Pauli nur drei Spieler. So lange war aber André Trulsen (56, Foto) bei den Braun-Weißen tätig – insgesamt fünfmal: als Spieler, Co-Trainer, Chefcoach, Talenteförderer. Es passt zu seiner Geschichte, dass nun sein zweiter Auswärts-Auftritt als Assistent bei Altona 93 an der Seite von Andreas Bergmann ausgerechnet bei St. Pauli stattfand. Am Ende verließ das Duo mit gesenktem Haupt den Kunstrasenplatz im St.-PauliNLZ, wohin die Partie kurzfristig verlegt wurde. „Wir haben uns wieder für die gute Leistung nicht belohnt“, kommentierte Bergmann die 0:1-Niederlage, „in der ersten Hälfte war St. Pauli besser, danach haben wir alles versucht, konnten uns aber zu wenig Chancen herausspielen.“ Da sein Team nun an den nächsten beiden Wochenenden spielfrei hat, hofft Bergmann auf die Rückkehr der Rekonvaleszenten, allen voran Spielmacher Dennis Rosin, der nach einer Corona-Erkrankung noch auf die letzten Tests wartet. „Das Gute ist, dass meine Jungs nie aufstecken und sehr lernwillig sind. Deshalb bin ich sicher, dass wir auch nach dieser Niederlage wieder aufstehen“, kommentierte der AFC-Trainer. St.-Pauli-Coach Joachim Philipkowski war hauptsächlich von der kämpferischen Vorstellung angetan: „Altona hätte einen Punkt mitnehmen können. Aber wir hätten auch unsere Konter besser ausspielen müssen. Wichtig war aber, dass wir den AFC in der Tabelle der Abstiegsrunde nun überholt haben.“ HARALD BORCHARDT REGIONAL L I G A N OR D GRUPPE NORD Drochtersen/A. – SC Weiche 1:1 (0:0) Drochtersen/A.: Siefkes – Golke, Giwah, Mohr, Elfers, Götz – Wulff, Geißen, Ioannou – Fock (71. Steffens), Niebergall (78. Sattler) – Trainer: Jagemann SC Weiche 08: Kirschke – Herrmann (90./+4 Petersen), Paetow, Thomsen, Meyer – Wirlmann (69. Schulz), Rehfeldt – Mfumu (60. Kramer), Hartmann, Cornils – Gieseler (85. Schleemann) – Trainer: Seeliger Tore: 1:0 Geißen (48.), 1:1 Cornils (73.) – SR: Duschner (Bremen) – Zuschauer: 493 Phönix Lübeck – VfB Lübeck 1:4 (1:2) Ph. Lübeck: Hoxha – Korup (46. Vinberg), Djengoue, Wurr, Fischer – Pingel, Kwame (68. Kobert), Lambach, Budimbu (79. Kisekka) – Graudenz, Hyseni – Trainer: Zapel VfB Lübeck: Gründemann – Kölle, Grupe, Brackelmann, Lippegaus (86. Andreasson) – Ciapa, Rüdiger – Taritas, Boland (90. Uzun), Abifade (79. Amamoo) – Fakhro (66. Sezer) – Trainer: Pfeiffer Tore: 0:1 Grupe (26.), 1:1 Pingel (37.), 1:2 Fakhro (45./+1), 1:3 Boland (81.), 1:4 Grupe (90./+2) – SR: Bahr (Ahlerstedt) – Zuschauer: 2949 Heider SV – Hamburger SV II 0:3 (0:2) Heide: Bartell – S. Neelsen (54. Wiegand), Mensah, Storb, Burke – Hahn, C. Ehlert – M. Ehlert (61. Paulsen), Arndt, Peters (70. Wolf) – Butzek (54. Kieselbach) – Trainer: Beiroth HSV II: Oppermann – Sommer, Großer, Hein – Velasco (64. Kilo), Fabisch, Limani, Andresen (80. Zumberi) – Beleme, Otuali (73. Pakia), Rexhepi (62. Aninkorah-Meisel) – Trainer: Reimers Tore: 0:1 Beleme (29.), 0:2 Beleme (34.), 0:3 Beleme (71.) – SR: Strampe (Handorf) – Zuschauer: 678 Ottensen – Eintr. Norderstedt 3:0 (1:0) Ottensen: Schauer – Coffie (78. Fazlic), Uphoff, Weißmann (84. Lopes), Kolgeci – Weidlich (65. Andrijanic) – Eden, Istefo, Przondziono (72. Fernandes), Monteiro – Facklam – Trainer: Hirsch Norderstedt: Huxsohl – Hölscher, Nuxoll, Grau, Kummerfeld – D. Williams – Denis (72. Marxen), Brown, Dreca, Brüning (63. Saad) – Hoppe (63. Lüneburg) – Trainer: Martens Tore: 1:0 Facklam (35.), 2:0 Istefo (69.), 3:0 Fernandes (77.) – SR: Scharf (Cuxhaven) – Zuschauer: 500 FC St. Pauli II – Altona 93 1:0 (1:0) St. Pauli II: Heim – Park, Stuhlmacher, Schütt, Sejdija (46. Dogan) – Münzner – Jessen, Brandt (90. Günther), Roggow – Bednarczyk, Loubongo-M’Boungou (89. van den Berg) – Trainer: Philipkowski Altona: Lorenzen – Monteiro (83. Heskamp), Bombek, Safo-Mensah, Wallenborn – Mahncke, Wachowski (72. Akyol) – Wohlers, Gumpert, Feka (63. Gohoua) – Krottke (88. Bär) – Trainer: Bergmann Tor: 1:0 Roggow (24.) – SR: K. Behrens (Hasede) – Zuschauer: keine R EG IO NAL L IG A WEST Fortuna Köln – Wuppertaler SV 1:0 (1:0) Fort. Köln: Weis – Dieckmann, Fünger, Lanius, Poggenberg (71. Nadjombe) – Hölscher, Försterling Beltran (46. Dej), Batarilo-Cerdic – Najar (90. Ubabuike), Marquet, L. Demaj (80. Owusu) – Trainer: Ende Wuppertal: Patzler – Aboagye, Schweers, Berisha – Hanke, Backszat (80. Prokoph), Rodrigues Pires, Heidemann – Kübler (66. Rama), Königs, Hagemann – Trainer: Mehnert Tor: 1:0 Batarilo-Cerdic (22.) – SR: Holz (Münster) – Zuschauer: 2354 Pr. Münster – RW Ahlen 2:0 (0:0) Münster: Schulze Niehues – Schauerte, Ziegele, Hoffmeier, Frenkert – Klann (67. Ghindovean) – Remberg, Wegkamp – Farrona Pulido (60. Teklab), Langlitz (81. Dahlke), Deters (78. Thiel) – Trainer: Hildmann Ahlen: Harr – Ioannidis, Kahlert (62. Lindner), Dal, Francis – Marzullo – Mamutovic (81. Pihl), Wiesweg, Holldack, Ivan – Mai (62. Hecker/85. Bayaki) – Trainer: Zimmermann Tore: 1:0 Langlitz (70.), 2:0 Ghindovean (87.) – SR: Scheer (Essen) – Zuschauer: 5191 Uerdingen – Bor. M’gladbach II 1:4 (0:0) Uerdingen: Jovic – Sierck, Brdaric, L. Kadiata – Schlösser, Augusto (75. Atsina), Karakas, Fladung (61. Canto), Prodanovic – Mallek (46. Cirillo/75. Kenia), Terada – Trainer: Voigt M’gladbach II: Olschowsky – Kurt, Wentzel, Lieder, Lockl – Kemper (61. Meuer), Holtby – Bennetts, Noß (90./+1 Christiansen), Skraback (54. Schroers) – Telalovic – Trainer: Vogel Tore: 1:0 Karakas (55.), 1:1 Lieder (61., HE), 1:2 Telalovic (71.), 1:3 Telalovic (88.), 1:4 Telalovic (90./+3) – SR: Gansloweit (Dortmund) – Zuschauer: 625 – Rote Karte: Schlösser (60., Handspiel) Wiedenbrück – Alem. Aachen 1:1 (0:1) Wiedenbrück: Hölscher – Tia, Zech, Amedick, Brosowski – Liehr, Özer (46. Harouz) – Demming, Kaptan (78. Lohmar), Szeleschus (80. Osawe) – Ruzgis (78. Zahn) – Trainer: Brinkmann Aachen: Mroß – Dervisevic, Heinze, Uzelac, Damaschek – Statovci (68. L. Wilton), Hackenberg – Held (80. Korzuschek), Müller, Gündüz (62. Schmitt) – Falaye (43. Yildiz) – Trainer: Kilic Tore: 0:1 Hackenberg (10.), 1:1 Tia (50.) – SR: Erk (Herne) – Zuschauer: 442 Bonner SC – 1. FC Köln II 1:3 (0:1) Bonn: K. Birk – Bezerra Ehret, Goralski, Fiedler, Afamefuna – Gonzalez, Braun, Pommer (87. Mukanya), Klein (82. Monteiro) – Takahara (64. Bunjaku), Somuah – Trainer: von Ahlen 1. FC Köln II: Urbig – Henning, Örnek, Kuyucu, Akalp (83. Höffler) – Nottbeck (56. Petermann), Olesen – Schmitt, Wydra (56. Schwirten), Obuz (83. Waldminghaus) – Mittelstädt – Trainer: Zimmermann Tore: 0:1 Schmitt (14.), 1:1 Klein (53.), 1:2 Mittelstädt (57.), 1:3 Petermann (89.) – SR: Gottschalk (Bottrop) – Zuschauer: 750 – Bes. Vorkommnis: K. Birk hält HE von Obuz (72.) Fort. Düsseldorf II – Straelen 0:4 (0:3) Düsseldorf II: Langhoff – Uchino, Corsten, N. Vukancic, Siadas – Geerkens (70. Mansfeld) – Sussek (61. Lovren), Sieben (46. Touglo), Fink, Köther – Niemiec (70. Bird) – Trainer: Michaty Straelen: Udegbe – Delorge, Lachheb (65. Beric), Baraza, Stevens – Peitz (46. Ngyombo), Funk (46. Mehlich) – Lunga, Rizzo (46. Simoes Ribeiro), Miyamoto – Kader – Trainer: Gerstner Tore: 0:1 Kader (3.), 0:2 Peitz (36.), 0:3 Kader (45./+2, FE), 0:4 Kader (87.) – SR: Rupert (Dortmund) – Zuschauer: 300 – Gelb-Rote Karte: Baraza (49.) – Rote Karte: N. Vukancic (45./+2, Notbremse) VfB Homberg – RW Essen 0:1 (0:0) Homberg: Gutkowski – Meißner (89. Jafari), Kogel, Lübke, Walker – Wellers, Opfermann-Arcones, Nowitzki, Marcinek (68. Jallow) – Talarski (81. Adamski), Bouchama (85. Koenders) – Trainer: Acar Essen: Davari – Rios Alonso, Heber, Herzenbruch, Bastians – Kleinsorge (58. Krasniqi), Tarnat, Eisfeld (84. Voelcke), Harenbrock (58. Kefkir) – Young, Janjic (66. Engelmann) – Trainer: Neidhart Tor: 0:1 Meißner (88., ET) – SR: Marx (Brühl) – Zuschauer: 1400 – Rote Karte: Nowitzki (78., grobes Foulspiel) Schalke 04 II – SV Rödinghausen 0:0 Schalke II: Wienand – Müller, Hanraths, Schell, Calhanoglu – Kaparos – Kankam Kyerewaa, Weschenfelder Scienza (61. Aramburu), Amadin (24. Berisha) – Krasniqi, Castelle (86. Balouk) – Trainer: Fröhling Rödinghausen: Sebald – Choroba, Flottmann, Wolff, Langer – Kurzen, Lee (62. Salman), Wiemann, Bravo Sanchez (82. Riemer) – Kaiser (62. Marceta), Hoffmeier – Trainer: Rump SR: Jäger (Euskirchen) – Zuschauer: 100 TOR SC HÜTZ E N NOR D TORSCH Ü TZE N WE ST Tore Tore 10 (1) 9 (1) 9 (1) 8 (–) 8 (1) 8 (–) 7 (3) 7 (–) Spieler Cornils (SC Weiche 08) Facklam (Teut. Ottensen) Istefo (Teut. Ottensen) Kramer (SC Weiche 08) Fakhro (VfB Lübeck) Lüneburg (Eintr. Norderstedt) Beleme (Hamburger SV II) Hyseni (Phönix Lübeck) 13 (–) 13 (–) 11 (3) 10 (–) 10 (–) 10 (–) 9 (–) 9 (–) Spieler Engelmann (Rot-Weiss Essen) Dietz (1. FC Köln II) Kader (SV Straelen) Ivan (RW Ahlen) Marquet (Fortuna Köln) Heinz (RW Oberhausen) Deters (Pr. Münster) Dadashov (Schalke 04 II)
Erst fällt Wuppertals Trainer BJ Ö R N M E HN ERT (45) eine wichtige Zukunftsentscheidung, dann sorgt er für Aufruhr. Dem Topspiel folgt eine hitzige Debatte. Nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe der Vertragsverlängerung von Björn Mehnert (45) musste seine Mannschaft im Topspiel bei Fortuna Köln (0:1) einen herben Rückschlag im Aufstiegsrennen hinnehmen. Das schmeckte dem WSV-Trainer natürlich gar nicht, zumal er die erst dritte Niederlage in dieser Saison (zuvor zweimal gegen Spitzenreiter Rot-Weiss Essen) in die Rubrik „unnötig“ einordnete. „Wir waren griffiger, aber uns fehlte die Kaltschnäuzigkeit beim Torabschluss“, bemängelte Mehnert. Der Ex-Profi, für den am 28. Februar die Ausbildung zum Fußballlehrer in der neuen DFB-Akademie beginnt, richtete den Blick aber sofort nach vorne: „Wir müssen unsere Lehren daraus ziehen und schnell wieder aufstehen.“ Die Gelegenheit dazu bietet sich beim Heimspiel-Doppelpack gegen den SV Straelen (Mittwoch) und die U 23 von Fortuna Düsseldorf (Sonntag). Seit Mehnerts Amtsantritt vor 14 Monaten holte der WSV im Schnitt mehr als 1,8 Punkte E SS E N pro Spiel, aus einem abstiegsbedrohten Team formte der Trainer eine Spitzenmannschaft. Daher war die Verlängerung des Vertrages nicht nur für Mehnert „eine logische Konsequenz. Der WSV hat sich positiv entwickelt, unser Weg ist aber noch nicht zu Ende. Dazu möchte ich weiterhin meinen Beitrag leisten.“ Vom möglichen Aufstieg in die 3. Liga ist aber – zumindest vorerst – keine Rede: „Wir wissen, woher wir kommen, wollen uns Schritt für Schritt weiterentwickeln und möglichst weiter oben mitspielen.“ Danach trachtet auch Fortuna Köln. Das Verfolgerduell brachte dem Klub die Zähler 46, 47 und 48 – trotzdem war nach dem wichtigen Erfolg nicht alles eitel Sonnenschein in der Südstadt. Nachdem beide Teams schon auf dem Rasen oft am Rande der Legalität zu Werke gegangen waren, ging es abseits des Platzes weiter. „Das hat hier eigentlich nichts zu suchen“, versuchte Alexander Ende die Vorwürfe seines Kollegen Mehnert zu entkräften, der behauptet hatte, dass die Fortuna-Balljungen die Gäste bei der Jagd nach dem Ausgleich mit gar Eigentor hilft gegen Homberg MÜNSTE R Foto: imago images FUSSBALL IM WESTEN Frust und Freude Stand diesmal gleich mehrfach im Fokus: WSV-Trainer Björn Mehnert nicht oder sehr spät zurückgeworfenen Bällen ausgebremst hätten. „Ich kann mich an keine Situation erinnern, in der ein gegnerischer Spieler länger als ein paar Sekunden warten musste. Zudem hat der Schiedsrichter nichts in seinen Spielbericht geschrieben“, sagte Ende. Und schloss damit die hitzige Debatte. PETER HAIDINGER/ALEXANDER WOLF Wegkamp freut sich auf RWE Neidhart atmet durch „Wir schauen auf uns“ Christian Neidhart (53) atmete tief durch. „Ich bin sehr froh, dass wir diese Hürde gemeistert haben“, meinte der Cheftrainer von Spitzenreiter Rot-Weiss Essen nach dem späten 1:0 beim Tabellenvorletzten VfB Homberg – und fügte noch hinzu: „Man darf nicht vergessen, dass Fortuna Köln und Preußen Münster hier jeweils nur ein Remis erreicht haben.“ Das wäre fast auch dem Ligaprimus passiert, wenn nicht Hombergs Philipp Meißner kurz vor dem Abpfiff ein Kopfball-Eigentor unterlaufen wäre. Nur der eigene Abwehrspieler bezwang damit den bärenstarken VfB-Torhüter Philipp Gutkowski, der zuvor zahlreiche gute Tormöglichkeiten der deutlich überlegenen Essener zunichtegemacht hatte. Auf der Gegenseite hatte RWE sogar noch Glück, bei Der Blick aufs nächste Wochenende, wenn es zu Rot-Weiss Essen zum Spitzenspiel geht, konnte natürlich nicht ausbleiben. „Klar, das wird ein besonderer Tag“, sagte etwa Preußen-Routinier Gerrit Wegkamp. „Wir werden uns perfekt vorbereiten.“ Doch der gelernte Stürmer, der seit diesem Jahr im Mittelfeld zum Zug kommt, blieb seiner Marschroute auch treu und lenkte den Fokus wieder weg von der Tabelle. Zumindest ein wenig. „Wir können es uns erlauben, nur auf uns selbst zu schauen. Das heißt für Sonntag, dass wir sehr gute Chancen haben, wenn wir 90 Minuten unsere Leistung zeigen.“ Das Hinspiel hatte der SCP nach 2:0-Führung noch verloren. Allerdings war der Auftritt am Samstag gegen Nachbar Ahlen auch schon einem Pfostenschuss von Yassine Bouchama nicht in Rückstand geraten zu sein. So aber blieb die Überraschung aus, RWE gewann auch das fünfte Spiel der Rückserie und blieb zum 21. Mal in Folge unbesiegt. Am kommenden Sonntag bietet sich den Rot-Weissen jetzt die Chance, im Topspiel gegen Preußen Münster einen weiteren Verfolger auf Distanz zu halten. „Die Vorfreude bei uns ist riesengroß“, schwärmte Neidhart: „Wir werden eine volle Hütte haben und wollen unser Heimspiel gewinnen.“ Dabei hat er die Qual der Wahl, denn Luca Dürholtz (Gelb-Rot-Sperre) und Sandro Plechaty (Gelbsperre) kehren zurück. Obwohl beide Stammspieler in Homberg fehlten, musste Torschützenkönig Simon Engelmann auf die Bank. Allein dies unterstreicht schon die personellen Möglichkeiten. RALF DEBAT ein schweres Stück Arbeit. Mit dem kampfstarken Gast hatte Münster ein paar Probleme. Der lange Atem und ein Traum-Einstand von Darius Ghindovean (eine Vorlage, ein Tor) brachten die wichtigen Zähler. „Es war eigentlich eine ganz gute Leistung. Wir haben gezeigt, dass wir so einen Gegner bei solchen Bedingungen auch mal kaputt kämpfen können“, sagte Wegkamp. „Am Ende hatten wir mehr Kraft, weil Ahlen gegen den Ball die Meter mehr laufen musste als wir.“ Sein Coach Sascha Hildmann bemängelte derweil die fehlende Genauigkeit im Offensivspiel, zu wenig Mut nach Ballgewinnen und die Offenheit nach hinten. „Wir wussten aber, dass das Spiel Risiken birgt, und haben die Situation angenommen.“ Wohlgemerkt erfolgreich. THOMAS RELLMANN
14. FEBRUAR 2022 U ERDIN G E N Der Tabellenletzte flüchtet sich in Durchhalteparolen kurz „Arbeiten, bis das Pendel umschlägt“ Was den Uerdingern als abgeschlagener Tabellenletzter mit mickrigen zehn Punkten im aktuell schier aussichtslos scheinenden Kampf um den Klassenerhalt noch bleibt, ist die Hoffnung auf mehr Spielglück in den kommenden Wochen. Die Rote Karte für Pepijn Schlösser, der nach Ansicht des Schiedsrichters einen Ball absichtlich im Strafraum aufgehalten hatte, war schließlich die spielentscheidende Szene beim über lange Zeit eigentlich ausgeglichenen Spiel gegen die U 23 von Borussia Mönchengladbach. Der KFC war sogar durch Erdinc Karakas mal in Führung REGIONALLIGA NORD 21. SPIELTAG Drochtersen 1:1 0:0 SC Weiche Ph. Lübeck 1:4 1:2 VfB Lübeck Heide 0:3 0:2 HSV II Ottensen 3:0 1:0 Norderstedt St. Pauli II 1:0 1:0 Altona spielfrei: Holstein Kiel II GRUPPE NORD 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. Holstein Kiel II 19 SC Weiche 08 19 Teut. Ottensen 19 VfB Lübeck (A) 19 Drochtersen/A. 19 Hamburger SV II 19 FC St. Pauli II 19 Phönix Lübeck 19 Eintr. Norderstedt 19 Heider SV 19 Altona 93 20 22. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. VfB Lübeck (0:3) SAMSTAG, 19. FEB. SC Weiche 08 (1:2) SONNTAG, 20. FEB. HSV II (3:2) SONNTAG, 20. FEB. Norderstedt (2:2) Kiel II (1:1) spielfrei: Altona 93 GRUPPE SÜD 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. VfB Oldenburg Werder Bremen II VfV Hildesheim Delmenhorst Hannover 96 II SSV Jeddeloh II BSV Rehden LSK Hansa HSC Hannover Oberneuland 36:19 36:21 39:21 38:21 21:16 34:26 20:26 26:38 31:31 17:44 17:52 38 37 36 32 32 31 23 21 20 9 9 19.30 UHR Drochtersen/A. 13.30 UHR St. Pauli II 13.00 UHR Ph. Lübeck 14.00 UHR Heide Ottensen 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18 45:12 47:13 32:34 22:22 28:23 25:28 29:35 15:28 18:42 11:35 43 42 29 25 24 24 18 16 15 12 gegangen, was eine absolute Seltenheit ist, konnte aber in Unterzahl in der Endphase keinen Punkt mehr retten und verlor mal wieder deutlich mit 1:4. „Wir haben nun eine lange Woche vor uns mit vielen Möglichkeiten zu trainieren. Wir haben körperlich ein gutes Gesicht gezeigt. Wir werden weiter arbeiten, bis das Pendel in unsere Richtung ausschlägt“, sagte KFC-Trainer Alexander Voigt trotzig. Die Ergebnisse stimmen noch nicht zur in den vergangenen drei Spielen aufsteigenden Form. Die Mannschaft zeigte auch gegen die Gladbacher über eine lange Phase eine ordentliche Vorstellung – und später auch REGIONALLIGA NORDOST 25. SPIELTAG Tasmania 0:3 0:2 BFC Dynamo Eilenburg 0:0 Auerbach Lichtenberg 2:1 0:1 Ch. Leipzig Chemnitz 2:0 1:0 Hertha II Lok Leipzig 6:2 4:1 Fürstenwalde Halberstadt 0:0 Jena Babelsberg 2:1 1:0 Luckenwalde Altglienicke 4:1 2:0 BAK 07 Meuselwitz 4:1 1:0 Rathenow MITTWOCH, 2. MÄRZ 19.00 UHR Cottbus (2:2) TeBe Berlin NACHHOLSPIELE Altglienicke 1:1 1:0 Ch. Leipzig 0:0 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. BFC Dynamo Lok Leipzig Energie Cottbus Carl Zeiss Jena Berliner AK 07 Chemnitzer FC SV Babelsberg 03 VSG Altglienicke Luckenwalde Chemie Leipzig TeBe Berlin Hertha BSC II Lichtenberg 47 ZFC Meuselwitz Germ. Halberstadt FC Eilenburg (N) Tasmania (N) Optik Rathenow Un. Fürstenwalde VfB Auerbach 25 23 24 25 25 25 25 23 25 25 23 25 25 25 25 25 25 24 23 23 Nachtrag Jena Meuselwitz 62:20 54:23 55:20 46:24 40:30 41:23 36:26 42:28 40:25 27:27 36:31 40:40 31:37 26:39 28:47 26:56 19:59 25:50 32:65 21:57 58 51 48 48 48 45 44 42 36 35 34 33 28 25 22 19 16 15 14 14 NACHHOLSPIELE 20., 21. Spieltag MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR Auerbach (2:4) Fürstenwalde Lok Leipzig (3:0) Rathenow 26. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. Altglienicke (2:0) TeBe Berlin (2:0) SAMSTAG, 19. FEB. Auerbach (1:7) BAK 07 (2:1) Chemie Leipzig (1:0) SAMSTAG, 19. FEB. Jena (3:1) SONNTAG, 20. FEB. Fürstenwalde (1:6) Luckenwalde (3:0) BFC Dynamo (1:2) Rathenow (3:3) 19.00 UHR Chemnitz Eilenburg 13.00 UHR Halberstadt Lok Leipzig Hertha II 14.05 UHR Meuselwitz 13.00 UHR Cottbus Lichtenberg Babelsberg Tasmania 25. SPIELTAG Fort. Köln 1:0 1:0 Wuppertal Münster 2:0 0:0 Ahlen Uerdingen 1:4 0:0 M’gladbach II Wiedenbrück 1:1 0:1 Aachen Bonn 1:3 0:1 1. FC Köln II Düsseldorf II 0:4 0:3 Straelen Homberg 0:1 0:0 Essen Rödinghausen Schalke II 0:0 Lippstadt ausgef. Wegberg-B. Oberhausen ausgef. Lotte 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. Rot-Weiss Essen Pr. Münster Fortuna Köln Wuppertaler SV RW Oberhausen 1. FC Köln II Wiedenbrück SV Rödinghausen Fort. Düsseldorf II Schalke 04 II Bor. M’gladbach II SV Straelen SV Lippstadt 08 RW Ahlen Alem. Aachen Bonner SC Spfr. Lotte FC Wegberg-B. VfB Homberg Uerdingen (A) 23 23 21 23 23 25 24 22 23 25 25 24 22 22 23 24 21 22 22 25 55:20 43:16 35:12 42:16 47:23 49:34 34:17 24:22 42:40 38:41 31:34 27:35 34:39 35:43 26:40 28:46 22:40 19:36 16:42 22:73 56 51 48 46 44 43 42 32 31 31 30 29 27 27 21 20 18 17 12 10 Der Vertrag von Innenverteidiger Felix Herzenbruch (29) hat sich durch seinen Startelfeinsatz beim 1:0-Auswärtssieg gegen den VfB Homberg per Klausel automatisch verlängert. NACHHOLSPIELE 19., 23. Spieltag DIENSTAG, 15. FEB. 18.30 UHR Lotte (1:0, 2:2) Fort. Köln DIENSTAG, 15. FEB. 19.30 UHR Wiedenbrück (0:1) Lippstadt Düsseldorf II (1:1) Ahlen MITTWOCH, 16. FEB. 19.00 UHR Wuppertal (4:1) Straelen MITTWOCH, 16. FEB. 19.30 UHR Aachen (2:0, 2:0) Homberg 26. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. Fort. Köln (2:0) Ahlen (3:5) FREITAG, 18. FEB. Rödinghausen (2:0) SAMSTAG, 19. FEB. Straelen (1:0) M’gladbach II (0:0) Wegberg-Beeck (0:0) SAMSTAG, 19. FEB. Aachen (3:1) 19.00 UHR Bonn Schalke II 19.30 UHR Lippstadt 14.00 UHR Homberg Wiedenbrück Oberhausen 15.00 UHR 1. FC Köln II SV Lippstadt 08 Innenverteidiger Simon Schubert (30) ist nach sieben Monaten Auszeit zurückgekehrt. Er war bereits in den Spielzeiten 2018/19 und 2020/21 für den SVL aktiv und absolvierte insgesamt 72 Pflichtspiele (vier Tore). Bonner SC Last-Minute-Transfer Albert Bunjaku (38, von Viktoria Köln) hat sein Debüt im BSC-Trikot gefeiert. Der frühere Bundesligastürmer wurde bei der 1:3-Niederlage gegen den 1. FC Köln II am Samstag in der 64. Minute eingewechselt. SONNTAG, 20. FEB. 14.00 UHR Essen (3:2) Münster Wuppertal (2:1) Düsseldorf II Lotte (0:2) Uerdingen REGIONALLIGA SÜDWEST 24. SPIELTAG Offenbach 0:1 0:0 Koblenz Aalen 1:2 0:1 Balingen Stuttgart II 0:2 0:2 Mainz II Frankfurt 0:0 Walldorf Homburg 1:1 0:0 Kassel Gießen 0:0 Bahlingen Steinbach 2:0 1:0 Pirmasens Großaspach 0:1 0:0 Schott Mainz Elversberg 2:1 2:1 Hoffenheim II spielfrei: SSV Ulm 1846 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. bündig Rot-Weiss Essen den Willen, einen Rückstand in Unterzahl aufzuholen, fing sich dadurch in der Schlussphase noch zwei Gegentore ein. Das Problem der Krefelder liegt allerdings zu oft darin, dass sie über 90 Minuten keine stabile Leistung schaffen, nach Gegentoren häufig mehrere Minuten konfus wirken, statt die Ordnung zu halten – und dann hinterherlaufen. „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken. Nächste Woche müssen wir wieder alle bereit sein“, betonte Neuzugang Tim Brdaric (Foto), der als Innenverteidiger auflief. Soll wohl heißen: Bloß noch nicht aufgeben, auch wenn die Lage sehr prekär ist. Der KFC flüchtet sich in Durchhalteparolen. ANDRE LERCH REGIONALLIGA WEST 79 FSV Mainz 05 II 23 SSV Ulm 1846 22 SV Elversberg 22 Kickers Offenbach 22 Steinbach Haiger 23 FC Homburg 23 Bahlinger SC 22 Hessen Kassel 23 TSG Balingen 22 VfR Aalen 23 RW Koblenz 23 FC-Ast. Walldorf 23 TSG Hoffenheim II 23 VfB Stuttgart II 23 FK Pirmasens 23 FSV Frankfurt 23 FC Gießen 23 Großaspach 23 Schott Mainz 23 25. SPIELTAG FREITAG, 18. FEB. Walldorf (2:3) SAMSTAG, 19. FEB. Mainz II (2:1) Schott Mainz (2:4) Pirmasens (1:3) Bahlingen (1:3) Balingen (1:3) Koblenz (0:1) Kassel (0:0) SONNTAG, 20. FEB. Hoffenheim II (0:1) spielfrei: VfR Aalen 39:25 38:22 50:22 39:15 39:27 31:31 22:23 30:25 32:39 36:44 25:30 34:41 34:36 31:35 21:34 26:31 20:29 26:49 22:37 49 46 44 44 43 36 34 31 30 30 28 27 26 24 24 23 23 20 19 19.00 UHR Homburg 14.00 UHR Frankfurt Stuttgart II Großaspach Steinbach Gießen Ulm Elversberg 14.00 UHR Offenbach REGIONALLIGA BAYERN 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. SpVgg Bayreuth 23 FC Bayern II (A) 24 Schweinfurt (M) 22 FV Illertissen 24 TSV Aubstadt 24 TSV Buchbach 22 Wack. Burghausen 23 Unterhaching (A) 22 FC Augsburg II 23 Aschaffenburg 24 VfB Eichstätt 23 FC Memmingen 24 FC Pipinsried (N) 24 1. FC Nürnberg II 24 SC Eltersdorf (N) 20 SV Schalding-H. 23 SV Heimstetten 24 TSV Rain/Lech 21 Greuther Fürth II 22 1860 Rosenheim 22 60:23 73:31 69:28 43:26 45:29 35:21 49:36 44:40 42:37 32:34 34:43 36:49 31:46 33:38 31:41 26:43 33:49 17:49 28:54 16:60 56 52 43 42 40 37 36 36 33 31 31 28 28 27 23 23 21 17 16 15 NACHHOLSPIELE 14., 20. Spieltag SAMSTAG, 19. FEB. 14.00 UHR Bayreuth ( - ) Unterhaching Eichstätt (3:0) Eltersdorf 25. SPIELTAG SAMSTAG, 19. FEBR. 14.00 UHR Burghausen (1:3) Aschaffenburg Fürth II (2:2) Rain SONNTAG, 20. FEBR. 14.00 UHR Nürnberg II (1:1) Schweinfurt DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.00 UHR Eltersdorf (0:2) Unterhaching DIENSTAG, 8. MÄRZ 19.30 UHR Memmingen (2:1) Pipinsried DIENSTAG, 22. MÄRZ 19.00 UHR Heimstetten (2:0) Rosenheim DIENSTAG, 29. MÄRZ 17.45 UHR Bayreuth (6:2) Augsburg II Eichstätt (3:1) Schalding-H. Aubstadt (1:1) Buchbach Alle Ergebnisse und Tabellen finden Sie auch unter www.kicker.de/regionalliga
80 14. FEBRUAR 2022 D ÜSS E L D OR F Routinier hadert mit 0:4-Pleite Fink entlädt allen Frust Oliver Fink (39, Foto) brachte es auf den Punkt – ohne Umschweife. „Es war wirklich ein Kack-Tag für uns, das muss man so sagen“, betonte der Mittelfeldspieler. Was auch immer die U 23 von Fortuna Düsseldorf beim 0:4 gegen den SV Straelen anpackte, ging schief. Sie bekam vor allem in der ersten Hälfte keine Struktur in ihr Spiel, außerdem traf Schiedsrichter Yannick Rupert beinahe jede relevante Entscheidung zuungunsten der Rot-Weißen. Und nach der Pause gesellte sich auch noch fehlendes Abschlussglück hinzu. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Düsseldorfer jedoch schon drei Gegentore kassiert. „Es war dann wichtig, dass wir in der zweiten Halbzeit versucht haben, eine Reaktion zu zeigen“, sagte Trainer Nicolas Michaty. „Dann gab es auch eine Phase, in der wir drei, vier gute Möglichkeiten hatten. Wenn wir da das 1:3 machen – wer weiß, was dann passiert. Aber der Ball wollte einfach nicht reingehen.“ Besonders bitter: Die ersten drei Gegentreffer waren in ihrer Entstehung allesamt umstritten. Vor dem frühen 0:1 war Georgios Siadas beim Klärungsversuch zu Fall gebracht worden, vor dem 0:2 nahm Torschütze Tobias Peitz den Ball wohl mit dem Oberarm an. Und über den von Niko Vukancic verursachten Strafstoß vor dem 0:3 sagte Michaty: „Aus meiner Sicht berührt Niko den Stürmer nicht, sondern der stolpert und fällt hin.“ Zumindest ist schon an diesem Dienstag Zeit für Wiedergutmachung – dann trifft die Fortuna im Nachholspiel auf Ahlen. TOBIAS DINKELBORG R EG IO NAL L IG A N O RD GRUPPE NORD Drochtersen/A. – SC Weiche 1:1 (0:0) Drochtersen/A.: Siefkes – Golke, Giwah, Mohr, Elfers, Götz – Wulff, Geißen, Ioannou – Fock (71. Steffens), Niebergall (78. Sattler) – Trainer: Jagemann SC Weiche 08: Kirschke – Herrmann (90./+4 Petersen), Paetow, Thomsen, Meyer – Wirlmann (69. Schulz), Rehfeldt – Mfumu (60. Kramer), Hartmann, Cornils – Gieseler (85. Schleemann) – Trainer: Seeliger Tore: 1:0 Geißen (48.), 1:1 Cornils (73.) – SR: Duschner (Bremen) – Zuschauer: 493 Phönix Lübeck – VfB Lübeck 1:4 (1:2) Ph. Lübeck: Hoxha – Korup (46. Vinberg), Djengoue, Wurr, Fischer – Pingel, Kwame (68. Kobert), Lambach, Budimbu (79. Kisekka) – Graudenz, Hyseni – Trainer: Zapel VfB Lübeck: Gründemann – Kölle, Grupe, Brackelmann, Lippegaus (86. Andreasson) – Ciapa, Rüdiger – Taritas, Boland (90. Uzun), Abifade (79. Amamoo) – Fakhro (66. Sezer) – Trainer: Pfeiffer Tore: 0:1 Grupe (26.), 1:1 Pingel (37.), 1:2 Fakhro (45./+1), 1:3 Boland (81.), 1:4 Grupe (90./+2) – SR: Bahr (Ahlerstedt) – Zuschauer: 2949 Heider SV – Hamburger SV II 0:3 (0:2) Heide: Bartell – S. Neelsen (54. Wiegand), Mensah, Storb, Burke – Hahn, C. Ehlert – M. Ehlert (61. Paulsen), Arndt, Peters (70. Wolf) – Butzek (54. Kieselbach) – Trainer: Beiroth HSV II: Oppermann – Sommer, Großer, Hein – Velasco (64. Kilo), Fabisch, Limani, Andresen (80. Zumberi) – Beleme, Otuali (73. Pakia), Rexhepi (62. Aninkorah-Meisel) – Trainer: Reimers Tore: 0:1 Beleme (29.), 0:2 Beleme (34.), 0:3 Beleme (71.) – SR: Strampe (Handorf) – Zuschauer: 678 Ottensen – Eintr. Norderstedt 3:0 (1:0) Ottensen: Schauer – Coffie (78. Fazlic), Uphoff, Weißmann (84. Lopes), Kolgeci – Weidlich (65. Andrijanic) – Eden, Istefo, Przondziono (72. Fernandes), Monteiro – Facklam – Trainer: Hirsch Norderstedt: Huxsohl – Hölscher, Nuxoll, Grau, Kummerfeld – D. Williams – Denis (72. Marxen), Brown, Dreca, Brüning (63. Saad) – Hoppe (63. Lüneburg) – Trainer: Martens Tore: 1:0 Facklam (35.), 2:0 Istefo (69.), 3:0 Fernandes (77.) – SR: Scharf (Cuxhaven) – Zuschauer: 500 FC St. Pauli II – Altona 93 1:0 (1:0) St. Pauli II: Heim – Park, Stuhlmacher, Schütt, Sejdija (46. Dogan) – Münzner – Jessen, Brandt (90. Günther), Roggow – Bednarczyk, Loubongo-M’Boungou (89. van den Berg) – Trainer: Philipkowski Altona: Lorenzen – Monteiro (83. Heskamp), Bombek, Safo-Mensah, Wallenborn – Mahncke, Wachowski (72. Akyol) – Wohlers, Gumpert, Feka (63. Gohoua) – Krottke (88. Bär) – Trainer: Bergmann Tor: 1:0 Roggow (24.) – SR: K. Behrens (Hasede) – Zuschauer: keine R EG IO NAL L IG A WEST Fortuna Köln – Wuppertaler SV 1:0 (1:0) Fort. Köln: Weis – Dieckmann, Fünger, Lanius, Poggenberg (71. Nadjombe) – Hölscher, Försterling Beltran (46. Dej), Batarilo-Cerdic – Najar (90. Ubabuike), Marquet, L. Demaj (80. Owusu) – Trainer: Ende Wuppertal: Patzler – Aboagye, Schweers, Berisha – Hanke, Backszat (80. Prokoph), Rodrigues Pires, Heidemann – Kübler (66. Rama), Königs, Hagemann – Trainer: Mehnert Tor: 1:0 Batarilo-Cerdic (22.) – SR: Holz (Münster) – Zuschauer: 2354 Pr. Münster – RW Ahlen 2:0 (0:0) Münster: Schulze Niehues – Schauerte, Ziegele, Hoffmeier, Frenkert – Klann (67. Ghindovean) – Remberg, Wegkamp – Farrona Pulido (60. Teklab), Langlitz (81. Dahlke), Deters (78. Thiel) – Trainer: Hildmann Ahlen: Harr – Ioannidis, Kahlert (62. Lindner), Dal, Francis – Marzullo – Mamutovic (81. Pihl), Wiesweg, Holldack, Ivan – Mai (62. Hecker/85. Bayaki) – Trainer: Zimmermann Tore: 1:0 Langlitz (70.), 2:0 Ghindovean (87.) – SR: Scheer (Essen) – Zuschauer: 5191 Uerdingen – Bor. M’gladbach II 1:4 (0:0) Uerdingen: Jovic – Sierck, Brdaric, L. Kadiata – Schlösser, Augusto (75. Atsina), Karakas, Fladung (61. Canto), Prodanovic – Mallek (46. Cirillo/75. Kenia), Terada – Trainer: Voigt M’gladbach II: Olschowsky – Kurt, Wentzel, Lieder, Lockl – Kemper (61. Meuer), Holtby – Bennetts, Noß (90./+1 Christiansen), Skraback (54. Schroers) – Telalovic – Trainer: Vogel Tore: 1:0 Karakas (55.), 1:1 Lieder (61., HE), 1:2 Telalovic (71.), 1:3 Telalovic (88.), 1:4 Telalovic (90./+3) – SR: Gansloweit (Dortmund) – Zuschauer: 625 – Rote Karte: Schlösser (60., Handspiel) Wiedenbrück – Alem. Aachen 1:1 (0:1) Wiedenbrück: Hölscher – Tia, Zech, Amedick, Brosowski – Liehr, Özer (46. Harouz) – Demming, Kaptan (78. Lohmar), Szeleschus (80. Osawe) – Ruzgis (78. Zahn) – Trainer: Brinkmann Aachen: Mroß – Dervisevic, Heinze, Uzelac, Damaschek – Statovci (68. L. Wilton), Hackenberg – Held (80. Korzuschek), Müller, Gündüz (62. Schmitt) – Falaye (43. Yildiz) – Trainer: Kilic Tore: 0:1 Hackenberg (10.), 1:1 Tia (50.) – SR: Erk (Herne) – Zuschauer: 442 Bonner SC – 1. FC Köln II 1:3 (0:1) Bonn: K. Birk – Bezerra Ehret, Goralski, Fiedler, Afamefuna – Gonzalez, Braun, Pommer (87. Mukanya), Klein (82. Monteiro) – Takahara (64. Bunjaku), Somuah – Trainer: von Ahlen 1. FC Köln II: Urbig – Henning, Örnek, Kuyucu, Akalp (83. Höffler) – Nottbeck (56. Petermann), Olesen – Schmitt, Wydra (56. Schwirten), Obuz (83. Waldminghaus) – Mittelstädt – Trainer: Zimmermann Tore: 0:1 Schmitt (14.), 1:1 Klein (53.), 1:2 Mittelstädt (57.), 1:3 Petermann (89.) – SR: Gottschalk (Bottrop) – Zuschauer: 750 – Bes. Vorkommnis: K. Birk hält HE von Obuz (72.) Fort. Düsseldorf II – Straelen 0:4 (0:3) Düsseldorf II: Langhoff – Uchino, Corsten, N. Vukancic, Siadas – Geerkens (70. Mansfeld) – Sussek (61. Lovren), Sieben (46. Touglo), Fink, Köther – Niemiec (70. Bird) – Trainer: Michaty Straelen: Udegbe – Delorge, Lachheb (65. Beric), Baraza, Stevens – Peitz (46. Ngyombo), Funk (46. Mehlich) – Lunga, Rizzo (46. Simoes Ribeiro), Miyamoto – Kader – Trainer: Gerstner Tore: 0:1 Kader (3.), 0:2 Peitz (36.), 0:3 Kader (45./+2, FE), 0:4 Kader (87.) – SR: Rupert (Dortmund) – Zuschauer: 300 – Gelb-Rote Karte: Baraza (49.) – Rote Karte: N. Vukancic (45./+2, Notbremse) VfB Homberg – RW Essen 0:1 (0:0) Homberg: Gutkowski – Meißner (89. Jafari), Kogel, Lübke, Walker – Wellers, Opfermann-Arcones, Nowitzki, Marcinek (68. Jallow) – Talarski (81. Adamski), Bouchama (85. Koenders) – Trainer: Acar Essen: Davari – Rios Alonso, Heber, Herzenbruch, Bastians – Kleinsorge (58. Krasniqi), Tarnat, Eisfeld (84. Voelcke), Harenbrock (58. Kefkir) – Young, Janjic (66. Engelmann) – Trainer: Neidhart Tor: 0:1 Meißner (88., ET) – SR: Marx (Brühl) – Zuschauer: 1400 – Rote Karte: Nowitzki (78., grobes Foulspiel) Schalke 04 II – SV Rödinghausen 0:0 Schalke II: Wienand – Müller, Hanraths, Schell, Calhanoglu – Kaparos – Kankam Kyerewaa, Weschenfelder Scienza (61. Aramburu), Amadin (24. Berisha) – Krasniqi, Castelle (86. Balouk) – Trainer: Fröhling Rödinghausen: Sebald – Choroba, Flottmann, Wolff, Langer – Kurzen, Lee (62. Salman), Wiemann, Bravo Sanchez (82. Riemer) – Kaiser (62. Marceta), Hoffmeier – Trainer: Rump SR: Jäger (Euskirchen) – Zuschauer: 100 TOR SC HÜTZ E N NOR D TORSCH Ü TZE N WE ST Tore Tore 10 (1) 9 (1) 9 (1) 8 (–) 8 (1) 8 (–) 7 (3) 7 (–) Spieler Cornils (SC Weiche 08) Facklam (Teut. Ottensen) Istefo (Teut. Ottensen) Kramer (SC Weiche 08) Fakhro (VfB Lübeck) Lüneburg (Eintr. Norderstedt) Beleme (Hamburger SV II) Hyseni (Phönix Lübeck) 13 (–) 13 (–) 11 (3) 10 (–) 10 (–) 10 (–) 9 (–) 9 (–) Spieler Engelmann (Rot-Weiss Essen) Dietz (1. FC Köln II) Kader (SV Straelen) Ivan (RW Ahlen) Marquet (Fortuna Köln) Heinz (RW Oberhausen) Deters (Pr. Münster) Dadashov (Schalke 04 II)
Mit M A R C E L H E LLER (36) und SASCH A MÖ LDE R S (36) haben gleich zwei gestandene Ex-Profis ihr Debüt in der Regionalliga Südwest gefeiert. „Ich muss mein Niveau erst noch finden“: Nach über einem Jahr ohne Pflichtspiel sucht Marcel Heller noch nach seiner Form. F R A N K F U RT Auftritt dauert nur 32 Minuten „Es ist blöd, wenn man das erste Spiel verliert“: Der Daumen von Sascha Mölders zeigte nach der Auftaktpartie eher nach unten. GR OSSASPAC H Herbe Pleite im Kellerduell Heller braucht noch Zeit Mölders will kämpfen Sein Geburtstagsgeschenk hätte sich Marcel Heller, der am vergangenen Samstag 36 Jahre alt wurde, gleich selbst machen können: Fünf Minuten nach seiner Einwechslung hatte der Ex-Profi (123 Erstund 131 Zweitligaspiele u. a. für Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98) die große Chance auf das 1:0, setzte den Ball aber etwas überhastet am Pfosten vorbei. „Eigentlich bin ich in diesen Situation sehr effizient. Stattdessen ist mir der Ball über den Spann gerutscht“, merkte Heller selbstkritisch an. Dass es bei seinem Debüt für den FSV Frankfurt gegen Astoria Walldorf (0:0) nur zu 32 Minuten Spielzeit reichte, hatte Gründe: Wegen falsch-positiver Corona-Tests konnte Heller unter der Woche nur eingeschränkt trainieren. Entsprechend überschaubar sein Debüt: die vergebene Großchance, ein Freistoß, in dessen Folge Walldorf den Kopfball von Leonhard von Schroetter gerade noch auf der Linie klären konnte – viel mehr war offensiv nicht drin. Dafür konnte sich der Flügelspieler defensiv ein paar Mal Seinen Einstand als spielender Co-Trainer der SG Sonnenhof Großaspach hatte sich Sascha Mölders ganz anders vorgestellt. Im Kellerduell gegen den TSV Schott Mainz gab es eine bittere 0:1-Heimniederlage. „Wenn du verlierst, kann kein Spieler von sich behaupten, gut gespielt zu haben“, sagte der 36-Jährige enttäuscht. Im Sturmzentrum hatte Mölders zunächst für viel Bewegung gesorgt. Immer anspielbereit, hatte er nach sechs Minuten gar die Chance zum Führungstreffer, vergab sie aber aus elf Metern. Danach lief es bei dem Ex-Profi (103 Erst- und 82 Zweitligaspiele u. a. für den FC Augsburg und den FSV Frankfurt) und seinen Teamkollegen nicht mehr. Von den Zuschauern gab es dennoch viel Zuspruch für den Kultstürmer. Immer wieder hallten Sprechchöre mit seinem Namen durch die Arena, fast jeder Ballbesitz wurde bejubelt oder beklatscht. „Ich fühle mich vom ersten Tag an hier in Großaspach willkommen“, sagt Mölders. Doch: „Es ist blöd, wenn man das erste Spiel verliert.“ auszeichnen, auch wenn Trainer Thomas Brendel schmunzelt: „An die Defensivarbeit muss er sich erst noch gewöhnen. Bei uns wird scheinbar mehr abverlangt als in der Bundesliga.“ Immerhin: Heller versuchte bereits, Verantwortung zu übernehmen, dirigierte seine Mitspieler, munterte sie auf. Ob es für die ganz große Anführerrolle reicht, ist jedoch fraglich: Ein Lautsprecher war Heller noch nie. „Die Erfahrung dazu hat er – ob er der Typ dazu ist, müssen wir noch sehen. Aber ich glaube, dass er in so eine Rolle reinwachsen muss“, sagt Brendel. Auch in Sachen Fitness gibt es noch Luft nach oben: „Ich muss mein Niveau erst noch finden. Dafür benötige ich Spiele“, sagt Heller selbst. „Er muss sich ein bisschen quälen, braucht noch Zeit“, ergänzt Brendel. Seine Schnelligkeit konnte Heller noch nicht unter Beweis stellen – ein passendes Zuspiel seiner Teamkollegen blieb gegen Walldorf aus. Ob es kommenden Samstag bei Tabellenführer Mainz II schon für die Startelf reicht? „Das kann gut sein“, orakelt der Coach. SUSANNE MÜLLER Mölders verkörpert den Typ Stürmer, der seinem Gegenspieler doppelt Kopfschmerzen verursacht. Zum einen, weil er weiß, wo das Tor steht. Zum anderen, weil er sich so einsetzt, dass Zweikämpfe nicht nur ihm selbst wehtun. „Am Ende des Tages zählt wie überall nur der Erfolg.“ Das heißt für ihn? „Wenn wir den Klassenverbleib erreichen, haben wir unser Ziel erreicht.“ Der große Hoffnungsträger weiß um die Schwere der Aufgabe. Seine Empfehlung an sich und seine Mitstreiter: „Marschieren und Zweikämpfe so führen, dass du sie gewinnst.“ Das Wort Abstiegskampf sage ja schon, was es unbedingt braucht. „Wir wollen und müssen aber auch Fußball spielen“, fordert Mölders und setzt darauf, dass beides gemeinsam den Nichtabstieg zum Ergebnis hat. Er selbst ist bereit, alles dafür zu tun. Schließlich hat er bei seinem Werdegang vom Bezirksliga zum Bundesliga-Stürmer eines gelernt: „Im Leben bekommst du nichts geschenkt. Du musst dir alles selbst erarbeiten.“ Wie im Leben, so auch im Fußball. HEIKO SCHMIDT Fotos: imago images FUSSBALL IM SÜDWESTEN Ein Hauch von Bundesliga
14. FEBRUAR 2022 H O M B URG 79 Neuzugänge überzeugen im ersten Spiel: Onangolo belebt, Bouziane trifft Am vergangenen Samstag gab es nach dem Spiel zwischen dem FC Homburg und dem KSV Hessen Kassel (1:1) im und ums Waldstadion herum nur ein Thema. Immer wieder wurden die Verantwortlichen der Gastgeber gefragt, wie es ihrem verletzten Abwehrspieler Daniel Di Gregorio geht. Der 30-Jährige hatte sich im Verlauf der ersten Halbzeit bei einer unglücklichen Abwehraktion am Fuß verletzt und musste umgehend ins benachbarte Universitätsklinikum gefahren werden. Dort gab es schnell die Diagnose: Luxationsfraktur im Sprunggelenk. Direkt anschließend erfolgte eine Operation, die nach Auskunft des Vereins gut verlaufen ist. Dennoch wird Di Gregorio seiner Mannschaft längere Zeit fehlen. „Zunächst hatten wir darauf gehofft, dass bei Daniel der Knöchel nur kurz herausgehüpft sei. Es ist bereits unsere sechste schwere Verletzung in dieser Saison – darunter sind sehr viele Stammspieler. Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben. Die Jungs tun mir unheimlich leid. Wir sind alle traurig und wünschen Daniel gute Besserung“, rang Homburgs Trainer Timo Wenzel spürbar mit seinen Gefühlen. Auch Kassels Trainer Tobias Damm sprach dem Homburger im Namen seines A ALEN Foto: imago images Di Gregorios Aus trübt die Stimmung Bittere Momente: Abwehrchef Daniel Di Gregorio wird Homburg auf unbestimmte Zeit fehlen. gesamten Vereins die herzlichsten Genesungswünsche aus. Aus Homburger Sicht gab es jedoch auch gute Nachrichten. Wenzel hatte die beiden Winterneuzugänge Mounir Bouziane und Shako Onangolo in der Startformation das Vertrauen geschenkt. Beide belebten die Offensive. Während Onangolo zu Beginn der ersten Halbzeit noch Pech beim Abschluss aus halbrechter Position hatte, gelang Bouziane der zwischenzeitliche Homburger Führungstreffer. „Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Dass mir gleich im ersten Punktspiel ein Treffer gelingt, ist natürlich sehr schön. Aufgrund der Verletzung von Daniel tritt allerdings das sportliche Geschehen komplett in den Trainer fordert höheres Mindestalter für Schiedsrichter Wolf: „Er macht das Spiel kaputt“ Der Ärger ist auch in den Tagen danach noch nicht verflogen. Nach der 1:2-Niederlage gegen die TSG Balingen erhebt der VfR Aalen schwere Vorwürfe gegen Schiedsrichter Lukas Heim. „Das war nie im Leben Rot“, sagte Uwe Wolf zum Platzverweis für Tim Schmidt, der Balingens Kaan Akkaya im Mittelkreis gefoult hatte. „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir als Sieger vom Platz gehen, wenn der Schiedsrichter Tim nicht vom Platz stellt. Mitten in unserer Drangphase macht so ein Mensch das Spiel kaputt.“ Der Trainer, der ebenfalls die Rote Karte sah, richtet sogar einen Appell an die Verbände und wünscht sich künftig keine so unerfahrenen Unparteiischen mehr. „Man sollte sich Gedanken machen, ob man die Altersgrenze wieder nach oben verschiebt und auch in der 4. Liga erfahrene Schiedsrichter hat.“ Allerdings: Die Aalener suchen die Schuld für die Niederlage zum Jahresstart nicht nur beim Unparteiischen. „Wir machen auch immer wiederkehrende Fehler, die zu den Toren führen“, kritisierte Kapitän Alessandro Abruscia. Beim 0:1 hatten die Balinger viel zu viel Platz, beim entscheidenden 1:2 habe Gino Windmüller den Ball nicht resolut genug geklärt. Unterm Strich bleibt die fünfte Niederlage im fünften Duell mit Balingen. Und für Aalen das vierte sieglose Spiel in Folge. „Ich werde jetzt nicht in den Keller gehen und weinen“, sagt Wolf. „Aber wir müssen auch schauen, dass wir das jetzt wettmachen.“ Was ihn dabei stört: dass ein spielfreies Wochenende bevorsteht. „Ich hätte jetzt lieber wieder gespielt“, sagt der Trainer, der ein Testspiel gegen den bayerischen Regionalligisten VfB Eichstätt angesetzt hat, um im Rhythmus zu bleiben. Immerhin stehen am 26. Februar in Gießen die zuletzt gelbgesperrten Daniel Elfadli und Sean Seitz wieder zur Verfügung. ALEXANDER HAAG Hintergrund. Wir hoffen alle, dass er möglichst bald wieder bei uns sein kann“, sagte Bouziane. Im Hinblick auf die nächste Partie bei Astoria Walldorf erklärte der Neuzugang: „Wir müssen uns nach der Verletzung von Daniel erst einmal alle schütteln. Und dann werden wir versuchen, gerade für ihn ein gutes Ergebnis zu erzielen.“ STEFAN HOLZHAUSER kurz bündig SSV Ulm 1846 Anton Fink (34, Sturm) wird bis zu seinem Vertragsende im Juni freigestellt. TSV Steinbach Haiger Enis Bytyqi (24, Sturm) fällt mit einem Kreuzbandriss ein halbes Jahr aus. Bahlinger SC Maximilian Bachmann (19, Abwehr) wird erneut am Meniskus operiert. TSG Balingen Stürmer Aron Viventi (24, Zerrung) und Kapitän Matthias Schmitz (28, Infekt) fehlten in Aalen (2:1). +++ Für Adrian Müller (25, Leisten-OP) und Elias Wolf (22, Knie-OP) ist die Runde beendet. FC-Astoria Walldorf Torhüter Luis Idjakovic (20) hat seinen Vertrag bis 2023 verlängert.