Author: Eder W.   Moser F.  

Tags: bauwesen   heiztechnik   wärmepumpen   pumpen   maschinenbau  

ISBN: 978-3-7091-2251-8

Year: 1979

Text
                    

Wolfgang Eder Franz Moser Die Wärmepumpe in der Verfahrenstechnik Unter Mitarbeit von Bernd Kogi Springer-Verlag Wien GmbH
Dipl.-Ing. Dr. techn. Wolfgang Eder Salzburg Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Franz Moser Vorstand des Instituts fUr Grundlagen der Verfahrenstechnik Technische Universităt Graz Dipl.-Ing. Bemd Kogl Institut fur Grundlagen der Verfahrenstechnik Technische Universitiit Graz Das Werk ist urheberrechtlich geschiitzt. Die dadurch begriindeten Rechte, insbesondere die der Obersetzung, des Nachdruckes, der Entnahme von Abbildungen, der Funksendung, der Wiedergabe auf photomechanischem oder ăhnlichem Wege und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten. © 1979 Springer-Verlag Wien Urspriinglich erschienen bei Springer Vienna 1979. Softcover reprint ofthe hardcover Ist edition 1979 Mit 149 Abbildungen und 1 Ausschlagtafel CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek Eder, Wolfgang: Die Wiirmepumpe in der Verfahrenstechnik I Wolfgang Eder; Franz Moser. Unter Mitarb. von Bernd Kogl. Wien, New York: Springer, 1979. ISBN 978-3-7091-2252-5 ISBN 978-3-7091-2251-8 (eBook) DOI 10.1007/978-3-7091-2251-8
VORWORT Aufgrund der derzeitigen Energiesituation rUckt ein Verfahren zur Warmeerzeugung in den Mittelpunkt des technischen Interesses, das zwar schon lange bekannt ist, dessen Wirtschaftlichkeit aber im Vergleich zu anderen Verfahren bis jetzt noch nicht gegeben war: die Warmeerzeugung mit Hilfe der Warmepumpe. Mit den steigenden Energiepreisen erhoht sich aber die Wirtschaftlichkeit von Warmepumpen,- so daB diese heute bereits zur Beheizung von Wohnungen und Gebauden eingesetzt werden. Die in den letzten Jahren erschienenen BUcher Uber Warmepumpen behandeln daher in erster Linie ihren Einsatz zur Gebaudebeheizung. Die industrielle Anwendung von Warmepumpen wurde bisher in der Literatur noch kaum dargestellt. Der Begriff der Warmepumpe wird derzeit vielfach mit dem der Kompressionswarmepumpe gleichgesetzt. Neben den geschlossenen Warmepumpensystemen mit Kaltemittelkreislauf stehen aber zum industriellen Einsatz auch Warmepumpen nach dem Absorptionsprinzip bzw. offene Warmepumpensysteme zur VerfUgung. liel dieses Buches ist es, die verschiedenen Warmepumpenarten zu beschreiben und ihre Einsatzmoglichkeiten im Bereich der verfahrenstechnischen Industrie darzustellen. Ein Wirtschaftlichkeitsvergleich am Ende des Buches bringt nicht nur eine wirtschaftliche Abgrenzung der Warmepumpe zu den konventionellen Verfahren der Warmeerzeugung, sonderrrauch zwischen den einzelnen Warmepumpenarten. Dieses Buch kann daher den Planern bzw. Betreibern energieintensiver verfahrenstechnischer Anlagen als Grundlage dienen, wenn technische Moglichkeiten der industriellen WarmerUckgewinnung Uber den Warmetausch hinaus zur Senkung der Energiekosten einer Anlage erarbeitet werden sol len.
VI Die Autoren danken allen, die am Zustandekommen des Buches beteiligt waren, vor allem aber jenen, die durch eine kritische Durchsicht des Konzeptes Fehler und Unklarheiten beseitigen halfen. Hier mochten wir besonders unseren Kollegen Prof. Dr. R. MARR, Dr. H. SCHNITZER und cand.ing. J. KAPPEL yom Institut fur Grundlagen der Verfahrenstechnik der Technischen Universitat Graz sowie Herrn Dr. W. ROGNER. Maria Enzersdorf. herzlich danken. Graz. im Fruhjahr 1979 W. EDER F. MOSER
INHALTSVERZEICHNIS XI FORMELSYMBOLE XIV ABKORZUNGEN 1. 1.1. 1.1.1. 1.1.2. 1.2. 1.2.1. 1.2.2. 1.2.3. 1.3. 1.3.1. 1.3.2. 1.3.3. 1.3.4. EINLEITUNG UND AUFGABENSTELLUNG 1 THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER 5 Prinzip der Warmepumpe Carnot-Proze8. theoretischer und realer WarmepumpenprozeB Andere Kreisprozesse 7 10 13 13 Energetische Beurteilung des Warmepumpenprozesses Exergie und Anergie Die exergetischen Typen der Warmepumpe Der exergetische Wirkungsgrad Exergetische Beurteilung der Warmepumpe 18 18 W~RMEPUMPEN Kompressionswarmepumpen Kompressionswarmepumpen ohne Losungskreislauf (Einstoff-Kompressionswarmepumpen) 2.1.1.1. Elektrische Warmepumpe 2.1.1.2. Gaswarmepumpen 2.1.1.3. Kompressionswarmepumpen mit anderen Antrieben 2.1.1.4. Hochtemperatur-Warmepumpe 2.1.1.5. Kaltluft(Kaltgas)-Warmepumpe 2.1. 2.1.1. 2.1.2. 5 Kenngro8en des Warmepumpenprozesses Die Leistungszahl Die volumetrische Heizleistung Das Verdichtungsverhaltnis SYSTEMATIK DER 2. W~RMEPUMPE Kompressionswarmepumpen mit Losungskreislauf 16 17 29 33 42 44 44 49 49 52 55 56 57 58
VIII 2.1.3. Mehrstoff-Kompressionswarmepumpen 2.1.3.1. Azeotrope Mehrstoff-Kompressionswarmepumpen 2.1.3.2. Nichtazeotrope Mehrstoff-Kompressionswarmepumpen 61 61 62 2.2. Sorptionswarmepumpen 2.2.1. Absorptionswarmepumpen 2.2.1.1. Absorptionswarmepumpe mit Umformung hochwertiger Warme 2.2.1.2. Absorptionswarmepumpe mit Umformung minderwertiger Warme (Gegenlaufige Absorptionswarmepumpe) 67 69 2.2.2. Resorptionswarmepumpen 2.3. 2.3.1. Kombinierte Kompressions-/Sorptionswarmepumpen Vergleich der Kompressions- und Absorptionswarmepumpen 2.3.1.1. Energetischer Vergleich 2.3.1.2. Exergetischer Vergleich 2.3.1.3. Vergleich des Betriebsverhaltens 2.3.2. Kombinierte Absorptions- und Kompressionswarmepumpen 69 84 87 91 91 91 94 97 98 2.4. Thermokompres$or 2.5. 2.5.1. 2.5.2. Strahlwarmepumpen 106 Dampfstrahlwarmepumpe 106 Thermische Warmepumpe (HeiBflUssigkeits-Strahlpumpe) 115 2.6. 2.6.1. 2.6.2. Sonderformen der Warmepumpen Peltierwarmepumpe Rotationswarmepumpe ARBEITSBEREICHE UNO AUSWAHLKRITERIEN VON WARMEPUMPEN 3. 101 118 118 119 121 3.1. 3.1.1. 3.1.2. Die Arbeitsbereiche der Warmepumpen Voraussetzungen zur Berechnung der Arbeitsbereiche Darstellung der Arbeitsbereiche 121 123 124 3.2. 3.2.1. Auswahlkriterien fUr Warmepumpen Auswahl mit Hilfe eines Abfrage-FlieBschemas 142 143
IX ARBEITSMEDIEN UND WARMEQUELLEN FOR WARMEPUMPEN 145 Arbeitsmedien fur Warmepumpen 4.1. Arbeitsmed i en fur Kompressi onswarmepumpen 4.1.1. 4.1.2. Arbei tsstoffpaare fur Sorpti onswarmepumpen 4.1.3. Arbeitsmedien fur Mehrstoff-Kompressionswarmepumpen 4.1.3.1. Azeotrope Kaltemittelgemische 4.1.3.2. Nichtazeotrope Kaltemittelgemische 145 145 149 156 156 157 4.2. 161 4. Warmequellen fur Warmepumpen 5. DIE WARMEPUMPE IN DER VERFAHRENSTECHNISCHEN INDUSTRIE 5.1. Voraussetzungen des industriellen Warmepumpeneinsatzes 5.2. 5.2.1. Die Warmepumpe in der Destillationstechnik Moglichkeiten der Energieeinsparung in Destillationsprozessen 5.2.1.1. ProzeBverbesserung 5.2.1.2. Apparative Verbesserung 5.2.1.3. Verschiedene Moglichkeiten der Energieruckgewinnung bei Destillationsprozessen 5.2.2. 5.2.3. 5.2.4. 5.2.5. 5.2.6. Geschlossene Warmepumpensysteme im DestillationsprozeB Der Thermokompressor im DestillationsprozeB Die Dampfstrahlwarmepumpe im DestillationsprozeB Parallelbetrieb einer Destillationsanlage mi t Warmepumpe Vergleich der Energieeinsparungsmoglichkeiten durch den Einsatz von Warmepumpen in der Desti lationstechnik 5.3. 5.3.1. 5.3.2. 5.3.3. Die Warmepumpe in Verdampfung mit Verdampfung mit Verdampfung mit 5.4. 5.4.1. 5.4.2. 5.4.3. Die Warmepumpe in der Trocknungstechnik Die Kompressionswarmepumpe in der Trocknungstechnik Die Kaltluftwarmepumpe in der Trocknungstechnik Die Dampfstrahlwarmepumpe in der Trocknungstechnik der dem der der Verdampfungstechnik Thermokompressor Dampfstrahlwarmepumpe Kompressionswarmepumpe 164 164 168 169 169 170 172 175 178 181 184 184 187 187 189 191 193 194 197 199
x 5.5. 5.5.I. 5.5.2. Die Warmepumpe zur integrierten Energieversorgung Allgemeiner Einsatz Die Warmepumpe in Anlagen zur Meerwasserentsalzung 200 200 201 5.6. Die Warmepumpe zur allgemeinen WarmerUckgewinnung 204 6. WIRTSCHAFTLICHKEIT VON TECHNISCHEN ANLAGEN 6.I. 6.2. 6.3. 0.4. 6.5. 7. 8. W~RMEPUMPEN IN VERFAHRENS- Beispiel zur Destillationstechnik Berechnungsbeispiel zur Verdampfungstechnik Berechnungsbeispiel zur Trocknungstechnik Berechnungsbeispiel zur integrierten Energieversorgung Berechnungsbeispiel zum allgemeinen WarmerUckgewinn 207 209 214 218 222 225 ALLGEMEINE OBERSICHT - STAND DES WISSENS UNO EINSATZMOGLICHKEITEN VON W~RMEPUMPEN 234 BEMERKUNGEN ZUR DEFINITION UNO VERWENDUNG DES BEGRIFFES DER EXERGIE 247 LITERATURVERZEICHNIS 250 SACHVERZEICHNIS 276 ANHANG: FlieBschema zur Auswahl von Warmepumpen zum allgemeinen WarmerUckgewinn (Ausschlagtafel) nach 280
FORMELSYMBOLE B [ J] Anergie e [ J/kg] spezifische Exergie E [ J] Exergie E [J/sec], [W] Exergiestrom En [J] Energie EI [J] Primarenergie EQN [J] Exergie der Nutzwarme EQo EQz [J] Exergie der Abwarme [J] Exergie der Antriebswarme EVer1 [J] Verlustexergie EVer1 [%] Verlustexergie, bezogen auf die Gesamtexergie cp [J/kgK] spezifische Warmekapazitat h [J/kg] spezifische Enthalpie H [J] Enthalpie k [- ] Faktor fUr Phasengleichgewicht m [kg] Masse NK [W] Kompressorleistung NL [W] Arbeitszufuhr an die Losungspumpe p [bar] Druck Pc [bar] Kondensatordruck Pv' Po [bar] Verdampferdruck Pu [bar] Umgebungsdruck qth [J/m3 ] volumetrische Heizleistung Q [J] Warmemenge I
XII Q [J/see), [W) Warmestrom QA [J) Absorberwarme Qe [J) Kondensationswarme Qm [J) Warmeinhalt des Misehdampfes QN [J) Nutzwarme Qo [J) aus der Warmequelle entnommene Warme QR [J) Resorberwarme QRUek QT [J) direkt heizende Warme [J) Warmeinhalt des Treibdampfes Qz [J) Antriebswarme r [-) RUeklaufverhaltnis s [J/kgK) spezifisehe Entropie S [J/K) Entropie t, T [DC, K) Temperatur t A, TA [oC, K) Absorptionstemperatur t e , Te [oC, K) Kondensationstemperatur Tm, TM [DC, K) mittlere logarithmisehe Temperatur tN' TN [oC, K) Nutz-(Vorlauf-)Temperatur to' To [DC, K) Temperatur der Warmequelle tv' Tv [oC, K) Verdampfungstemperatur t u ' Tu t z ' Tz [oC, K] Umgebungstemperatur [DC, K] Temperatur der Antriebswarme v [m 3/kg] spezifisehes Volumen V [m 3 ] Volumen w [-] Warmestromverhaltnis wmax [ -] I~armestromverhaltni s x [ -] Konzentration (Massenbrueh) bzw. Feuehtegehalt Prozesses des reversiblen
XIII Xa [-] Konzentration der armen Losung xr [-] Konzentration der reichen Losung a [-] relative F1Uchtigkeit E [-] Lei stungszahl des realen Warmepumpen prozesses ECarnot [-] Leistungszahl des Carnot-Prozesses Eth [-] Leistungszahl des theoretischen Warmepumpenprozesses EI [ -] Primarenergienutzungsgrad Ev [-] Vergleichsleistungszahl ~ [-] exergetischer Wirkungsgrad 1] [ -] Wirkungsgrad 1] i [- ] GUtegrad 1] th [- ] thermischer Wirkungsgrad 1] ges [-] Gesamtwirkungsgrad IT [- 1 Verdichtungsverhaltnis <P [-] Warmeverhaltni s <P opt [- 1 optimales Warmeverhaltnis
ABKORZUNGEN a.L. anne Losung r.L. reiche Losung B Bodenstrom einer Destillationskolonne D Desti 11 atstrom F Einsatzstrom R RUcklaufmenge BK Brennkammer N.D. Niederdruckstufe H.D. Hochdruckstufe M Motor WP Wannepumpe WT Wannetauscher ( ) In runden Klammern stehende Zahlen geben die entsprechende Fonnelnummer an / / In schragen Klammern stehende Zahlen geben die entsprechende Literaturstelle des Literaturverzeichnisses an.
E1NLE1TUNG UNO AUFGABENSTELLUNG 1m Jahre 1932 stellte Prof. Eichelberg auf einer Studentenkonferenz in Aarau fest /230/: "Bei der Endl ichkeit unserer Mittel und der Enge des Erdball s werden wir, urn die Not zu wenden, dazu kommen mUssen, die Verantwortung einer Gesamtheit gegenUber als richtunggebend anzuerkennen, nicht nur in den sicher zahlreichen Fallen, wo sie sich mit dem Privatprofit deckt, sondern prinzipiell und im ersten Rang." Der darin enthaltene Grundgedanke der Notwendigkeit von Energieeinsparungen aufgrund der Begrenztheit der Primarenergievorrate unserer Welt kam zu einer Zeit, in der man noch nicht unmittelbar mit dem Problem einer bevorstehenden Verknappung der Primarenergietrager konfrontiert war .. Durch den starken wirtschaftlichen Aufschwung nach dem 2. Weltkrieg und damit verbundene exponentielle Zunahme des Primarenergieverbrauchs erkannte die westliche Welt sehr bald, daB industrielles Wachstum nicht unbegrenzt fortschreiten kann, sondern durch wachstumsbedingte Veranderungen in den Voraussetzungen abnehmen und bei Erreichen einer Wachstumsgrenze gegen null gehen wird. di.~ Auch die Studie des Club of Rome /B32/ fUhrte durch Variation der Wachstumsparameter in einer EDV-unterstUtzten Simulationsberechnung vor Augen, welche Moglichkeiten der Menschheit bei einem weiterhin zunehmenden Verbrauch der Primarenergietrager bleiben. Die Einsparung von Primarenergie ist in der heutigen Zeit nicht nur in den "sicher zahlreichen Fallen" anzustreben, wo der "Privatprofit" AnlaB zur energiewirtschaftlichen Optimierung einer Anlage oder eines Verfahrens gibt, sondern auch dort, wo nicht ein Profitdenken im Vordergrund stehen darf, sondern "die Verantwortung einer Gesamtheit gegenUber".
2 Nur wenn sich die Menschheit heute bemUht. Primarenergie nicht zu verschwenden. sondern energiebewuBt einzusetzen. konnen auch spatere Generationen noch aus denselben Energiequellen schopfen. die heute Grundlage unserer Lebensqualitat sind. Eine der Moglichkeiten zur Einsparung von Primarenergie im Bereich der Industrie ist der Einsatz der Warmepumpe. Die erste Anregung. den Carnot'schen KreisprozeB gegen den Uhrzeigersinn durchlaufen zu lassen. und zwar derart. daB eine mechanische Arbeitsleistung zur Hebung der Temperatur herangezogen wird. wurde im Jahre 1852 durch den englischen Physiker William THOMSON (den spateren Lord KELVIN) gegeben /B8/. Carl von LINDE entwickelte um 1860 die erste Kompressionsmaschine zur Kalteerzeugung und verdrangte die damals bereits bekannte Absorptionsmaschine /109/. Um 1930 wurden mit den halogenierten KOhlenwasserstoffen hervorragend geeignete Kaltemittel gefunden. die sich vor allem durch ihre thermodynamischen und sicherheitstechnischen Eigenschaften auszeichneten. Parallel zur weiteren Verbesserung der Kompressionskaltemaschine wurden Kompressions-Warmepumpen entwickelt. die nach demselben Prinzip wie Kaltemaschinen auf einem hoheren mittleren Temperaturniveau arbeiten. Die Moglichkeit der Kalteerzeugung nach dem Absorptionsprinzip war bereits von Versuchen aus dem Jahre 1777 bekannt /109/. 1859 erfand der Franzose Ferdinand CARRE eine Absorptionskaltemaschine. die zum ersten Mal 1862 auf der Weltausstellung in London vorgestellt wurde /95/. Als Arbeitsstoffpaar war in dieser ersten Absorptionsmaschine Ammoniak/Wasser eingesetzt. Durch die Oberlegenheit der ungefahr zur gleichen Zeit entwickelten Kompressionskaltemaschine verlor die Absorptionsmaschine an Bedeutung und wurde erst um 1930 in groBerem Umfang zur industriellen Kalteerzeugung eingesetzt /95/.
3 Mit der Entwicklung der Lithiumbromid-Absorptionsmaschine in den USA um 1940 fand das Absorptionsprinzip auch seine Anwendung in der Klimatechnik /109/. Aufgrund der standig steigenden Primarenergiepreise wurde seit dem Beginn unseres Jahrzehnts die Entwicklung von Warmepumpen vor allem fUr den Einsatz als Hauswarmepumpe und daneben auch fUr den industriellen Einsatz forciert, um nicht nur den steigenden Betriebskosten von Anlagen zur Warmeerzeugung entgegenzuwirken, sondern auch zur Verringerung des Primarenergieverbrauchs beizutragen. Der groBe Nutzen einer Warmepumpe liegt darin, daB ein Mehrfaches an Warmeenergie gewonnen werden kann, als an Antriebsenergie dem System zugefUhrt wird. Die Warmepumpe eignet sich als technisches Verfahren dazu, industrielle Abwarmestrome, die durch Warmetausch nicht mehr direkt genutzt werden konnen, energetisch aufzuwerten und auf erhohtem Temperaturniveau einer nochmaligen Nutzung zuzufUhren. Der Bedarf an Niedertemperaturwarme kann dadurch unter gleichzeitiger Einsparung von Primarenergie gedeckt werden. Neben den bereits aus der Kaltetechnik bekannten Kompressions- und Absorptionsmaschinen werden in industriellen Anlagen Systeme zur Temperaturanhebung eingesetzt, die thermodynamisch den offenen Warmepumpen zuzuordnen sind. 1m Rahmen dieses Buches sind alle heute bekannten Warmepumpensysteme theoretisch und praktisch zu untersuchen, ihre Einsatzmoglichkeiten im Bereich der verfahrenstechnischen Industrie festzulegen und ihre Wirtschaftlichkeit abzugrenzen. Aufgabe dieses Buches ist es daher im einzelnen: - Die theoretischen Grundlagen der Warmepumpe darzustellen. - Den WarmepumpenprozeB exergetisch zu untersuchen.
4 - Die heute bekannten Warmepumpen in eine Systematik zu bringen. - Die Arbeitsbereiche der technisch eingesetzten Warmepumpen zu berec~nen. - Allgemeine Auswahlkriterien zum Einsatz der Warmepumpe festzustellen. - Einsatzmoglichkeiten von Warmepumpen in der verfahrenstechnnischen Industrie auszuarbeiten. - FUr die zur Anwendung der Warmepumpe geeigneten verfahrenstechnischen Prozesse durch ein Berechnungsbeispiel die Wirtschaftlichkeit einer Anlage mit Warmepumpe im Vergleich zur konventionellen Anlage darzulegen. - Die fUr den industriellen Einsatz geeigneten Warmepumpenarten wirtschaftlich abzugrenzen. Die Ergebnisse der Untersuchungen und Berechnungen werden am Ende des Buches zusammengefaBt.
1. THEORETISCHE GRUNDLAGEN DER WARMEPUMPE 1.1. PRINZIP DER WARMEPUMPE An den Anfang der Beschreibung des Prinzips der Warmepumpe wird ihre Definition nach DIN 8900 gestellt /130/: "Eine Warmepumpe ist eine Einrichtung. die einen Warmestrom bei niedriger Temperatur aufnimmt (kalte Seite) und mittels Energiezufuhr bei hoherer Temperatur (warme Seite) wieder abgibt." Die Warmepumpe ist also ein technisches System aus mehreren Komponenten. das zur Warmeerzeugung eingesetzt werden kann. Unter "Warmepumpe" wird in diesem Buch immer das gesamte System und nicht nur eine Komponente daraus verstanden. Die theoretische Behandlung der Warmepumpe wird im folgenden an einer Kompressionswarmepumpe vorgenommen. gilt aber·auch fUr die anderen in der Systematik der Warmepumpen (Kap. 2) behandelten Warmepumpenarten. Die einzelnen Komponenten einer Warmepumpe sind: - Verdampfer Verdichter Kondensator Expansionsventil (Drossel) Die Schaltung der Apparate kann aus Fig. 1 entnommen werden. Die Funktionsweise des Gesamtsystems 5011 am Warmepumpenkreislauf erklart werden: 1m Verdampfer wird das flUssige Arbeitsmedium des Systems (Kaltemittel) unter Aufnahme von Warme niedrigen Temperaturniveaus verdampft. Der Kaltemitteldampf wird yom Kompressor angesaugt und verdichtet und damit auf ein hoheres Temperaturniveau gebracht. 1m Kondensator gibt der komprimierte Kaltemitteldampf seine Kondensationswarme ab und wird in flUssiger Form im Expansionsventil auf den Verdampferdruck entspannt. 1m Verdampfer schlie6t sich der Kaltemittelkreislauf. indem die Verdampfung von neuem beginnt.
6 iYY1d:!nsator IYJrrpresscJr Verdampfer Fig. 1: Prinzipielle Schaltung einer Warmepumpe Es handelt sich hier um einen Kreisproze6, der gegen den Uhrzeigersinn durchlaufen wird. Die Warmeaufnahme aus der Warmequelle erfolgt bei niedriger Temperatur auf der Niederdruckseite des Systems, die Warmeabgabe in die Warmesenke bei hoher Temperatur auf der Hochdruckseite. Warme wird also von einem niedrigen auf ein hohes Temperaturniveau "gepumpt". Dieser Vorgang widerspricht nicht dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik, da zur Verdichtung Energie zugefUhrt werden mu6. Das Arbeitsmedium (Kaltemittel) durchstromt das System flUssig und dampfformig. Der Warmepumpenproze6 wird daher auch als Kaltdampfproze6 bezeichnet.
7 1.1.1. CARNOT-PROZESS, THEORETISCHER UNO REALER WARMEPUMPENPROZESS Zur Beschreibung des idealen Warmepumpenprozesses wird der Carnot-ProzeB herangezogen (Fig. 2). Oieser setzt sich aus einer isothermen Warmeaufnahme durch Verdampfung (1-2), einer isentropen Kompression (2-3), einer isothermen Warmeabgabe durch Kondensation (3-4) und einer isentropen Expansion (4-1) zusammen. Oem Carnot-ProzeB wird di e Warmemenge Qo zugefUhrt (Fl ache 5621) und di e Warmemenge QN (Flache ~) entzogen. Oie verbleibende Offferenzflache 1234 entspricht der zugefUhrten Verdichtungsenergie, minus der bei der Entspannung abgegebenen Energie. T TC='N ~~const A Tc···Kondensationstemperatur TN' .. Nutztemperatur To' .. Temperatur der Warmequelle Tv···Verdampfungstemperatur 3 Kondensotion c: .~ c:0 $ 0 c: ·2VI VI ~ :s:~ Tv =T0 5 6 5 Fig. 2: Carnot-ProzeB fUr die Warmepumpe Neben der Beschreibung der Warmepumpe durch den idealen VergleichsprozeB besteht weiters die Moglichkeit der Oarstellung als theoretischer WarmepumpenprozeB. Oieser kommt dem tatsachlichen ProzeBverlauf weitaus naher (Fig. 3).
8 T Tc=w~------~~------~ ~=b~----~----~--------~ s Fig. 3: Theoretischer WarmepumpenprozeB im T/s-Diagramm Der theoretische ProzeB setzt sich aus folgenden Teilprozessen zusammen: 1 2 3 4 5 - 2 3 4 5 1 Isobare und isotherme Warmeaufnahme durch Verdampfung Isentrope Verdichtung Isobare Warmeabgabe im Gebiet des Uberhitzten Dampfes Isobare und isotherme Warmeabgabe durch Kondensation Isenthalpe Drosselung In der praktischen AusfUhrung der Warmepumpe treten gegenUber dem theoretischen ProzeB fol~ende Unterschiede auf: - Die Verdichtung des Kaltemittels im Verdichter erfolgt nicht isentrop. Der Kaltemitteldampf kann im Ansaugzustand kalter als das Gehause sein und wird daher aufgewarmt. Am Ende der Verdichtung ist der Kaltemitteldampf warmer als das Gehause und gibt wieder Warme an das Verdichtergehause abo Dazu kommen noch Verluste des Kompressors, so daB die Verdichtungslinie infolge der Entropiezunahme im T/s-Diagramm nicht senkrecht, sondern nach rechts oben verlauft. - Wahrend der Kondensation kann ein leichter Druckabfall auftreten. Das Kaltemittel ist daher beim Austritt aus dem Kondensator leicht unterkUhlt.
9 - Der Drosselvorgang erfolgt meist infolge weiterer Verluste nicht isenthalp. - Wahrend der Verdampfung tritt aufgrund des Stromungsdruckabfalles ebenfalls eine Druckabnahme auf. - Zur WarmeUbertragung ist in den Warmetauschapparaten (Verdampfer, Kondensator) ein Temperaturgefalle notwendig. Dadurch werden die Temperaturgrenzen des Prozesses auseinandergeschoben. Der reale ArbeitsprozeB der Warmepumpe ist in Fig. 4 und Fig. 5 dargestel1t. Den Strecken in Fig. 4 und Fig. 5 entsprechen die folgenden Vorgange: 1 2 3 4 5 6 - 2 3 4 5 6 1 Warmeaufnahme (Verdampfung) Kompression Isobare Warmeabgabe Warmeabgabe (Kondensation) UnterkUhlung am Kondensatoraustritt Drosselung 5 Fig. 4: Realer WarmepumpenprozeB im T/s-Diagramrn
10 19p --prakt. ----theoret. h Fig. 5: Theoretischer und realer WarmepumpenprozeB im 19 p/h-Diagramm. Nach /B 9/ 1.1.2. ANDERE KREISPROZESSE Der Carnot-ProzeB dient der Beschrei bung des ideal en Kaltdampf-Prozesses. Kaltgasprozesse (offene Warmepumpenprozesse, die nicht mit Kaltemitteln arbeiten, sondern direkt Luft oder Gase ansaugen und verdichten) werden als Warmepumpenkreislaufe mit anderen Vergleichsprozessen beschrieben. Diese sind: - Joule-ProzeB (Ackert-Keller-ProzeB) - Stirling-ProzeB - DreiecksprozeB von Nesselmann Die Abbildungen 6 - 8 zeigen diese Prozesse im T/s-Diagramm.
11 T • s Fig. 6: Joule-ProzeB (zwei Isobaren. zwei Isentropen) T v=consf. s Fig. 7: Stirling-ProzeB (zwei Isochoren. zwei Isentropen) FUr die Wannepumpentheorie ist nur der Joule-ProzeB von Bedeutung. der die Kaltluftwannepumpe beschreibt. Als VergleichsprozeB fUr Mehrstoff-Wannepumpen (Kap. 2.1.3.) und Wannepumpen mit Losungskreislauf (Kap. 2.1.2.) dient der Lorenz-ProzeB. Dieser besteht aus zwei Isentropen und zwei nichtisothennen Zustandsanderungen. Die Wanneabgabe und -aufnahme erfolgt daher im Vergleich zum Carnot-ProzeB nicht mehr isothenn. sondern in einem Temperaturband.
12 T 5 J. 8: DreiecksprozeB von Nesselmann (Isobare, Isotherme, Isentrope) T 1 5 I. 9: Lorenz-ProzeB im T/s-Diagramm
13 1.2. KENNGRUSSEN DES WARMEPUMPENPROZESSES 1.2.1. DIE LEISTUNGSZAHL Urn den WarmepumpenprozeB energetiseh beurteilen zu konnen, wird die Leistungszahl E folgend definiert: E = Nutzwarmemenge Verdiehterleistung Der im Verdampfer aufgenommene Warmestrom Qo bleibt unberUeksiehtigt, da er aus der Umgebung oder aus industrieller Abwarme entnommen wird und daher keinen Aufwand darstellt. Es werden drei Leistungszahlen untersehieden: - Die auf den Carnot-ProzeB bezogene Leistungszahl ECarnot - Die auf den theoretisehen ProzeB bezogene Leistungszahl Eth - Die auf den RealprozeB bezogene Leistungszahl E Naeh Fig. 2 kann die Leistungszahl 1) ECarnot folgend erreehnet werden: QN Carnot = NK E (1) Die umgesetzten Energiemengen konnen dureh die Temperaturen ausgedrUekt werden, da (la) Die Nutztemperatur TN entsprieht beim Carnot-ProzeB der Kondensationstemperatur Te , die Temperatur der Warmequelle To der Verdampfertemperatur Tv' da die Gradigkeit 2) zur WarmeUbertragung im Kondensator und Verdampfer vernaehlassigt wird. 1) In diesem Fall ist NK ein theoretiseher Wert aus dem Carnot-ProzeB. 2) Gradigkeit wird im folgenden fUr die Temperaturdifferenz verwendet.
14 Aus dem Ausdruek (1) ist zu erkennen, daB die Leistungsziffer umso groBer wird, je geringer die Temperaturdifferenz (TN - To) bzw. (Te - Tv) zwischen Warmequelle (Verdampfer) und Warmesenke (Kondensator) wird. Bei vorgegebener Warmequellentemperatur To sinkt also die Leistungszahl mit steigender Nutztemperatur TN' Urn einen WarmepumpenprozeB mit gUnstiger Leistungszahl zu betreiben, darf daher die Temperaturdifferenz zwischen Warmequelle und Warmesenke (Verdampfer - Kondensator) nicht zu groB angesetzt werden. Fig. 10 zeigt die Abhangigkeit der Leistungszahl bei konstanter Warmequellentemperatur (to = 20 0 C) von der Nutztemperatur TN' £ \mot Carn~ t 16.0 ~=2O"C fS5 \ \ E\ \ XX}' !\ \ \. 12.0 8.0 8.33 "" I..:li- r--... 4.0 20 o 1.0 60 20 40 ~oo ~ 4.66 - 2fll 1.56 ~ t-- 393 8f) 60 Fig. 10: Abhangigkeit der Carnot-Leistungszahl und der Leistungszahl des Realprozesses von der Temperaturdifferenz zwischen Warmequelle und Warmesenke FUr die Leistungszahl des theoretischen Warmepumpenprozesses Eth gel ten diesel ben AusfUhrungen wie fUr EC arno t.
15 Die Berechnung erfolgt nach Fig. 3 etwas abweichend: (2) Die Leistungszahl des Realprozesses errechnet sich Uber den Gesamtwirkungsgrad der Warmepumpenanlage aus der Carnot'schen Leistungszahl ECarnot' E=1] ges,"ECarnot (3) =1] -1]'1]-E i m e Carnot i = i nduzi erter Wi rkungsgrad 1] m = mechanischer Wirkungsgrad des Verdichters 1] e = elektrischer Wirkungsgrad 1] Der elektrische Wirkungsgrad ist dann zu berUcksichtigen, wenn der Antrieb des Verdichters mit einem Elektromotor erfolgt. Statt Elektromotoren konnen auch Gas-, Otto-, Diesel-, Wankelmotoren zum Warmepumpenantrieb eingesetzt werden, fUr die entsprechende Wirkungsgradezu berUcksichtigen sind. In /37/ wird eine Naherungsformel fUr die Berechnung von effektiven Leistungszahlen fUr Kompressionswarmepumpen in folgender Form angegeben: e: = O.7~ • b 'N- ~ - (OIXJ32-[o +Q765 • .!sJ. ) + TN Q9 (4) FUr die vorher errechneten Carnot-Leistungszahlen (Fig. 10) bei konstanter Warmequellentemperatur to = 20 0 C ergeben sich nach Formel (4) folgende effektive Leistungszahlen und Gesamtwirkungsgrade: LlT 20 40 60 80 100 ECarnot 15.65 8.33 5.88 4.66 3.93 E 10.09 4.71 2.94 2.07 1.56 ges 0.64 0.57 0.50 0.44 0.40 1]
16 Der Gesamtwirkungsgrad liegt zwischen 40 % und 65 % und nimmt wie die Leistungszahl mit steigender Temperaturdifferenz zwischen Kondensator und Verdampfer abo Die Abhangigkeit der realen Leistungszahl von der Differenz zwischen Kondensator- und Verdampfertemperatur im Vergleich zur Carnot-Leistungszahl zeigt Fig. 10. Durch die Leistungszahl wird die Wirtschaftlichkeit der Warmepumpe bestimmt; je hoher die Leistungszahl einer Anlage 1 iegt, desto geringe.r sind die Betriebskosten (Antriebsenergie) zur Erzeugung eines vorgegebenen Nutzwarmestromes. 1.2.2. DIE VOLUMETRISCHE HEIZLEISTUNG Eine weitere KenngroBe des Warmepumpenprozesses ist die volumetrische Heizleistung qth' die aus dem Verhaltnis der Nutzwarmemenge ON zum spezifischen Volumen des im Verdichter angesaugten Kaltemitteldampfes v2 (Fig. 3) errechnet wird. ( 5) Die volumetrische Heizleistung ist von den thermodynamischen Eigenschaften des Kaltemittels abhangig und bestimmt ebenfalls die Wirtschaftlichkeit der Warmepumpe. Gesucht sind daher Kaltemittel mit hoher Verdampfungsenthalpie und gleichzeitig kleinem spezifischen Volumen im Ansaugzustand, urn eine hohe volumetrische Heizleistung zu erreichen.
17 1.2.3. DAS VERDICHTUNGSVERH~LTNIS Der Kaltemitteldampf wird durch den Verdichter yom Druckniveau des Verdampfers auf das des Kondensators gefordert. Das Verhaltnis yom Kondensator- zum Verdampferdruck wird als Verdichtungsverhaltnis n definiert. (6) Bei einstufiger Betriebsweise des Kompressors betragt der Maximalwert des Verdichtungsverhaltnisses fur Kolbenverdichter ca. 8.0 /172/ und fUr Turboverdichter ca. 2.0. FUr groBere Druckverhaltnisse wird mehr~tufig verdichtet bzw. der WarmepumpenprozeB mehrstufig gefUhrt. Das Verdichtungsverhaltnis bestimmt daher neben der Leistung die Bemessung des Kompressors der Warmepumpe. Der Druck im gesamten Warmepumpensystem soll immer groBer als der Umgebungsdruck sein. Somit wird das Eindringen fremder SUbstanzen in das System bei Leckagen vermieden. Der Kondensatordruck darf nicht zu hoch liegen, da einerseits die Kondensationswarme mit steigendem Druck abnimmt und andererseits die Festigkeitsanforderungen steigen. Die Hohe des maximalen Druckes und die GroBe des Verdichtungsverhaltnisses hangen von den Eigenschaften des Kaltemittels abo Kaltemittel sind fUr den Warmepumpeneinsatz dann gUnstig, wenn die notwendigen Kondensationswarmen bei niedrigen DrUcken abgegeben werden.
18 1.3. ENERGETISCHE BEURTEILUNG DES W~RMEPUMPENPROZESSES 1.3.1. EXERGIE UNO ANERGIE Urn den WarmepumpenprozeB energetisch beurteilen zu konnen, muB neben der Quantitat der Energie auch deren Qualitat berUcksichtigt werden. Die uns zur VerfUgung stehenden Energieformen sind nicht alle gleich wertvoll. Sie unterscheiden sich durch den Anteil, der in beliebig andere Energieformen umgewandelt werden kann und daher fahig ist, technische Arbeit zu leisten. FUr diese technische Arbeitsfahigkeit pragte Z. RANT /9/ den Begriff der Exergie. Die Exergie wird wie folgt definiert /30/: Die Exergie stellt jene Arbeit dar, welche die Mengeneinheit eines Stoffes leistet, wenn dieser einern Arbeitssystern bei konstantem Druck stetig zugefUhrt, darin auf thermodynamisch umkehrbarern Wege in das Gleichgewicht mit der Umgebung gebracht und dann gleichfalls stetig bei konstantern Druck abgefUhrt wird und wenn dern Stoff dabei arbeitsfahige Warme weder zugefUhrt noch entzogen wird. Die Exergie (E) ist dernzufolge die aus dem Inhalt eines stationaren Stoffstromes beim Obergang in das Gleichgewicht mit der Umgebung maximal gewinnbare technische Arbeit und damit jener Teil derEnergie, der in beliebig andere Energieformen verwandelbar ist. Der Rest ist Anergie (B). Es gilt: En =E+ B Man unterscheidet daher qualitativ drei Energieklassen: - Energien, die sich im reversiblen Grenzfall vollstandig in andere Energieformen transformieren lassen. Das sind: Mechanische Energie (kinetisch und potentiell) Elektrische Energie Magnetische Energie
19 - Energien. deren Umwandelbarkeit in andere Energieformen beschrankt ist. Das sind: Warmeenergie Innere Energie Chemische Energie - Energien. die sich Uberhaupt nicht mehr umwandeln lassen. wie der innere Energieinhalt der Umgebung oder der Energieinhalt jener Systeme. die im thermodynamischen Gleichgewicht mit der Umgebung stehen. Die Energie dieser Klasse besteht aus reiner Anergie. Die Exergie der Warme1) errechnet sich in Abhangigkeit ihrer Temperatur T und der Umgebungstemperatur Tu: (7) Der verbleibende Anteil der Warme ist Anergie. r. B=Q.f- (8) Exergie kann also nur in einem Zustand Uber der Umgebungstemperatur bestehen. Wird Energie bei Umgebungstemperatur abgegeben. besteht sie nur aus Anergie. Der Umgebungszustand ist der von der Natur aus vorgegebene Nullpunkt der Exergie. Die Exergie eines Stoffstromes errechnet sich aus dessen Enthalpie- und Entropiedifferenzen zum Umgebungszustand und aus der Umgebungstemperatur wie folgt: £ = H - Hu - Tu .(5 -5u) 1) Zur Ableitung der Exergie vergleiche Kap. 8. 2) Die Exergie wird in dieser Arbeit abweichend von der Norm nicht mit EEX bezeichnet. sondern mit E. ( 9)
20 Die Exergie eines Stoffstromes ist daher abhangig von: - Enthalpie - Entropie - Umgebungstemperatur Bei festgelegtem Umgebungszustand ist die Exergie daher ,eine ZustandsgroBe. Technische Prozesse sind praktisch immer mit Irreversibilitaten behaftet. Sobald aber ein irreversibler Vorgang auf tritt, nimmt die Entropie des Systems zu; aus (9) folgt daraus eine Abnahme der Exergie. Ein Exergieverlust bedeutet daher einen Arbeitsverlust in der GroBe Tu*DSVerl. FUr die Verlustexergie (Exergieverlust) infolge Irreversibilitaten kann daher angeschrieben werden: EllverI = Tu ,. 65"verI ~Verl (10) ist hierin die Entropiezunahme aufgrund der Verluste. Da die Gesamtenergie eines Prozesses unverandert bleibt, fUhrt jede Exergieabnahme,zu einer Anergieerhohung. Mit den Begriffen der Exergie und Anergie konnen der 1. und der 2. Hauptsatz der Thermodynamik neu formuliert werden: 1. Hauptsatz: Die Summe aus Exergie und Anergie eines abgeschlossenen Systems bleibt konstant. Der 1. Hauptsatz gibt somit eine Aussage Uber die Quantitat der Energie. 2. Hauptsatz: Nur bei reversiblen Prozessen bleibt die Exergie eines Stoffstromes konstant. Diese wird bei irreversiblen Prozessen in Anergie umgewandelt. Anergie kann niemals in Exergie verwandelt werden. Der 2. Hauptsatz gibt eine Aussage Uber die Qualitat der Energie. Mit Hilfe der Exergie konnen die Qualitat technischer Prozesse untersucht und die Stellen der Verluste an Arbeitsfahigkeit aufgezeigt werden. Die Darstellung der Ergebnisse erfolgt in ExergiefluBbildern (Exergiediagrammen) .
21 In den Abbildungen 11 bis 14 werden die ExergiefluBbilder einiger thermodynamischer Prozesse gezeigt. Der Antrieb einer Warmepumpe muB nicht zwingend mit reiner Exergie erfolgen,und der Warmestrom der Warmequelle muB nicht aus reiner Anergie bestehen, wie spater noch zu zeigen ist. Ecarnot= 4.5 £ =30 ~sO.67 QN Die lahlenangaben 1) beziehen sich auf folgende Werte: t u = 17°C, tN = 100°C. Fig. 11: ExergiefluBbild einer Warmepumpe (Typ 1)2) 1) Die angegebenen Zahlen stellen Warmeeinheiten dar. 2) Typ 1 wird auf Seite 29 erklart.
22 Fig. 12: ExergiefluBbild einer Brennstoff-Feuerung fUr eine Zentralheizung. Zahlenwerte aus /133/ Bei der Beurteilung von ExergiefluBbildern zeigt sich, daB bei Prozessen mit groBen Energieverlusten oft nur geringe Exergieverluste auftreten und umgekehrt. So ist der Energieverlust durch die Warmeabfuhr im Kondensator eines Dampfprozesses sehr groB, der Exergieverlust aber sehr gering, da die Energie des Kondensates vor allem aus Anergie besteht. Umgekehrt fUhren die Verbrennung im Kessel und die WarmeUbertragung im Warmetauscher zu sehr groBen Exergieverlusten, aber nur sehr geringen Energieverlusten. Der Exergieverlust eines Warmestromes durch eine WarmeUbertragungsflache wird in der nachstehenden Fig. 15 naher behandelt.
23 Bremstoff Strom Fig. 13: ExergiefluBbild eines Dampfkraftwerkes ohne Warmekopplung. Zahlenwerte aus /133/
24 'MJsserkrcft Strom Fig. 14: ExergiefluBbild eines Wasserkraftwerkes. Zahlenwerte aus /133/
25 'i WCirme(ibert fNiche ~ Fig. 15: Exergieverlust beim Warmeubergang Beim Warmetausch an einer Flache ohne Druckverlust tritt ein Energieverlust folgender GrijBe aUf1); = Q. r •. U T. - T. 7m2m T7m "12m (11 ) Wie aus (11) hervorgeht, steigt die Verlustexergie mit groBerwerdender Temperaturdifferenz der Warmeubertragung an . In Fig. 16 ist die Abhangigkeit des Exergieverlustes EVerl I (prozentuell auf die Gesamtenergie bezogen) von der Temperaturdifferenz Tl - T2 mit folgenden Annahmen dargestellt: o tu = 17 C, 0 t2 = 100 C. Findet der Warmeubergang bei Temperaturen uber der Umgebungstemperatur statt (T 1 > Tu ' T2 '> Tu)' flieBen Exergie und Anergie gemeinsam in Richtung fallender Temperatur. (Fig. 17) 1) Vergleiche Kap. 8.
26 1= 700 ° C tu =77·C I 30 20 70 V o 100 v 50 150 '/ 100 200 /' v 150 200 250 300 L /' 250 350 /" JOO 400 ~ 350 ~O t, 400 K 6. 7 500 °C Fig. 16: Abhangigkeit des prozentuellen Exergieverlustes von der Temperaturdifferenz bei der WarmeUbertragung T Weg Fig. 17: ExergiefluB bei einer WarmeUbertragung Uber der Umgebungstemperatur
27 Beim WarmeUbergang unter der Umgebungstemperatur (z.B. in Kalteanlagen) stromt die Anergie mit dem Warmestrom in Richtung fallender Temperatur. Die Exergie flieBt in entgegengesetzter Richtung und verwandelt sich dabei zum Teil in Anergie (Fig. 18). Daraus folgt: Beim WarmeUbergang stromt Anergie stets in Richtung fallender Temperatur. Exergie flieBt immer in Richtung zur Umgebungstemperatur und verwandelt sich dabei in Anergie. AbschlieBend sei noch auf die Exergiediagramme (Exergie/Enthalpie) hingewiesen, die fUr verschiedene Stoffe entworfen wurden. Fig. 19 zeigt beispielsweise das Exergiediagramm des Kaltemittels R 13. T T: ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Fig. 18: Exergie-/AnergiefluB bei einer WarmeUbertragung unter der Umgebungstemperatur Beim Entwurf von Exergiediagrammen ist die Umgebungstemperatur festzulegen, da der Wert der Exergie von der Wahl des Umgebungszustandes abhangt.
28 Einem solchen Diagramm entnommene Exergiewerte konnen korrigiert werden, wenn der Umgebungszustand anders definiert werden soll als der des Diagrammes. In /18/ wird dazu ein einfaches Verfahren beschrieben. I II v V -25 -30 70 1),),( - P II . 11 .~~ I VV 1")/ A ~ II 80 II 90 IV II /00 110 /LO lJO En/helpi.. Fig. 19: Exergiediagramm fUr R 13, fUr Tu II ..IS I ,II I iOl ~/ Ji~'~HH~~~~Mff~~ 1\. II 1'!4:') II 7rt :1 I I I I II .I . IV I I//I/" II b( I IV II II I" .. ,I ,i II I .I I 11b~ I IL II I I I I I ~I I I!Q) if IV I III II II ..(,. I I 1/,/ 1/ II I ,I I ,I I I I t:C""l III c . ~ D',,«: I IV I II III r~~l~ ~ I II I 'I . 'I 290 K. Aus /79/ ~ II II ~ II 'I II kcol/kg II IS()
29 1.3.2. DIE EXERGETISCHEN TYPEN DER W~RMEPUMPE Die im Verdichter der Warmepumpe zugefUhrten Energiestrome wurden bisher immer als reine Exergiestrome betrachtet. Es ist aber nicht zwingend notwendig, daB zum Antrieb des Warmepumpensystems reine Exergie (elektrische oder mechanische Energie) verwendet werden muB. Es konnen auch Energiestrome mit genUgend groBem Exergieanteil (Warme) dem System zugefUhrt werden. Der AnergiefluB durch die Anlage wird dadurch zwar vergro6ert, wodurch die Abmessungen der Apparate zunehmen, dafUr kann das System aber mit minderwertiger Energie betrieben werden. Der Uber die Warmequelle zugefUhrte Warmestrom mu6 nicht aus reiner Anergie bestehen, sondern kann z.B. im Fall der Abwarmeverwertung auch noch einen geringen Anteil an Exergie enthalten. Durch Kombination dieser Moglichkeiten lassen sich in exergetischer Hinsicht vier Warmepumpentypen definieren: ~ Warmepumpen, die mit reiner Exergie betrieben werden und Uber die Warmequelle reine Anergie aufnehmen. ~ Warmepumpen, die mit reiner Exergie betrieben werden und Uber die Warmequelle Exergie und Anergie aufnehmen. ~ Warmepumpen, die mit Exergie und Anergie betrieben werden und Uber die Warmequelle reine Anergie aufnehmen. ~ Warmepumpen, die mit Exergie und Anergie betrieben werden und Uber die Warmequelle Exergie und Anergie aufnehmen. Die vier Warmepumpentypen konnen in einer Matrix zusammengefaBt werden (siehe Tab. 1). Die Leistungsfahigkeit der Warmepumpen yom Typ 1 und 2 wird mit der Leistungszahl E, die der Warmepumpen yom Typ 3 und 4 mit dem Warmeverhaltnis ~, definiert als Quotient aus Nutzwarmestrom und Heizwarmestrom (vergleiche Kap. 2.2.1.1.), beschrieben.
30 W~ R M E QUE L L E .... ANERGIE ANERGIE + EXERGIE Typ 1 Typ 2 Typ 3 Typ 4 I.&J c.!l ex: I.&J x I.&J co I.&J .... ex: t- z c:( .... c.!l I.&J ex: L.LJ Z c:( + ....c.!l L.LJ ex: I.&J x L.LJ Tab. 1: Matrix der in exergetischer Hinsicht moglichen vier Warmepumpentypen In den Abbildungen 20 bis 23 werden die Exergieflu8bilder der Warmepumpen vom Typ 1 bis 4 dargestellt. S ist der exergetische Wirkungsgrad und w das Warmestromverhaltnis. Beide Begriffe werden in Kap. 1.3.3. noch ausfUhrlich behandelt.
31 ECarnor= ~. 5 E =3.0 \es=O.67 ~=o.fll w=o.67 '1raX Q78 QN Fig. 20: ExergiefluBdiagramm einer Warmepumpe yom Typ 1 E(arnot e: =3.0 = 6.2 ~04i ~=O.s8 WARfvlEPUfvlPE ~=1 w=o.67 wrnax=084 to =t.()°C ~=T7OC QN Fig. 21: ExergiefluBdiagramm einer Warmepumpe yom Typ 2
=1.78 ' ) ~=1.251) 1)j =200°C ~ =1XJOc tz =0.70 ~ =0.72 w=Q20 J) w., = 0.42 max WARME= PUMPE tu = TJOC t ..•. Temperatur der Z Antriebswarme ON Fig. 22: Exergieflu6diagramm einer Warmepumpe vom Typ 3 4'~t=192 4' = 1.50 , =0.78 ~=o.81. w=0.33 tz =180 oc.. .:.W. :. :.:A- '-'R..:.:...fVI-=E -· =-:--I~~-a,:::>.o:i w= 100ee PUMPE w., = O. 1,8 max to= ~OOC tu= 17°C ON Fig. 23: ExergiefluBdiagramm einer Warmepumpe vom Typ 4. (In dieser Darstellungsart Uberlappt der Exergieanteil der Abwarme den Anergieanteil der Antriebswarme. Dies gilt auch fUr die weiteren Darste 11 ungen. ) 1) Zur Definition von wI max' <pund <Popt siehe Seite 39, 72 und 73.
33 1.3.3. DER EXERGETISCHE WIRKUNGSGRAD Der exergetische Wirkungsgrad eines Prozesses wird definiert al s das Verhaltnis aus der Summe der abgefUhrten und der Summe der zugefUhrten Exergiestrome. ~ = (12) H.D. BAEHR nennt diesen exergetischen Wirkungsgrad auch "Summenwirkungsgrad" und weist darauf hin, daB auch noch andere exergetische Wirkungsgrade definiert werden konnen (Differenzwirkungsgrade) /23/. In diesem Buch wird mit dem Summenwirkungsgrad gerechnet, da er die anschaulichste GroBe unter den exergetischen Wirkungsgraden darstellt. FUr die Warmepumpe ist der exergetische W~rkungsgrad der Quotient aus der Exergie des abgegebe~en Nutzwarmestromes EQN und der Summe der zum Antrieb zugefUhrten Exergie EQZ (N K) und der Exergie des Uber die Warmequelle zugefUhrten Warmestromes EQo ' Zum Antrieb der Warmepumpe kann mechanische oder elektrische Energie (reine Exergie) oder Warme (Exergie und Anergie) verwendet werden. Wird Abwarme als Warmequelle genutzt, enthalt diese neben der Anergie auch einen geringen Exergieanteil. Handelt es sich urn Umweltwarme, ist der Exergieanteil null; dem System wird reine Anergie zugefUhrt. FUr die Warmepumpe gilt daher: ( 13)
34 EQN = Exergie des Nutzwarmestromes EQZ = Antriebsexergie EQO = Exergie des Warmequellenstromes Die Differenz aus dem abgefUhrten Nutzwarmestrom und dem zugefUhrten Warmequellenstrom muB bei reversiblen Prozessen genau gleich der zugefUhrten Verdichterleistung sein. Der exergetische Wirkungsgrad des reversiblen Prozesses ist daher gleich 1. Srev = 1 Bei irreversiblen Prozessen muB die Antriebsexergie gerade um den Energieverluststrom Ev groBer sein. Der exergetische Wirkungsgrad wird kleiner al s 1. FUr die vier in Kapitel 1.3.2. behandelten Warmepumpentypen gilt: (14) Exergetischer Wirkungsgrad SI einer Warmepumpe vom Typ 1 (reine Exergie im Antrieb, reine Anergie im Warmequellenstrom). (15 ) Exergetischer Wirkungsgrad S2 einer Warmepumpe vom Typ 2 (reine Exergie im Antrieb, Exergie und Anergie im Warmequellenstrom). (16)
35 Exergetischer Wirkungsgrad S3 einer Warmepumpe vom Typ 3 (Exergie und Anergie im Antrieb, reine Anergie im Warmequellenstrom). (17) Exergetischer Wirkungsgrad S4 einer Warmepumpe vom Typ 4 (Exergie und Anergie im Antrieb, Exergie und Anergie im Warmequellenstrom). Die Berechnung des exergetischen Wirkungsgrades einer Warmepumpe wird unter Berilcksichtigung der entscheidenden Zusammenhange im folgenden durchgeruhrt. Dabei wird im allgemeineren Fall der Warmepumpen des Typs 2 und 4 ausgegangen und aus den Formeln der exergetische Wirkungsgrad der Warmepumpe vom Typ 1 und der Warmepumpe vom Typ 3 abgeleitet. Sofern als Antriebsenergie reine Exergie und ilber die Warmequelle Abwarme (To> Tu) verwendet werden (Warmepumpe des Typs 2), gilt: (18) . EQo + NK = " EOtt Everl (19) (20) (21)
36 ~ ~2 = Qf::J.. ~+ N,K QN = QN -t~S+~K ~ (22) QN Das Verhaltnis Abwarme- zu Nutzwarmestrom (aufgenommene zur abgegebenen Warmemenge) wird als Warmestromverhaltnis w definiert: W=r, Q (23) N Aus (22) folgt unter BerUcksichtigung von (18). (20). (21) und (23): TA.! - T.U 1.:1. TN Nach einigen Umformungen erhalt man: ~ 2 = T.'N - TN I u. r.0 b - w.~ (24) Die Bestimmung des exergetischen Wirkungsgrades kann auch mittels Nomogramm erfolgen /27/ (Fig. 24). Aus Gleichung (24) erhalt man auch den maximalen Wert des Warmestromverhaltnisses w. der fur den reversiblen ProzeB gilt und bei dem S= 1 wird. Unter dieser Bedingung folgt aus (24):
37 r. Ytfnax= _o_ (25) N Formel (25) gilt fUr Warmepumpen des Typs 1 und 2. U () 1 ~ l ~f L V 12: ~ ~ r~ V I.-~ V') ~ V , ~ ~ !-"1t ~~ () J I f---t" L. ~ y Qt V- k::: V IPIJ o.t ....... ./ - V -..:::: ~ V V ~ V / IJC ~tW --- .-t-- l1· .1 ~ b~ !::::::::: I ! ?; w .it. ~ .c;.~ ~ - .,~~ -t-- t-- \0 - ~~ ..--::; ~ ~~ /t ~ / JIJ(J 1110 i l---::; ~ f7' ~Y"/ ; -~ ~ ~ ~ s c I--' r-- ~ r-- 1:;." ~ V fT ] - - -- -.- ~ ~ V ,/ f/'v I(JIJ !oI~ _L.ol l -I - G / ~~ --~ ;::;;- ~ 1 l JI ~ SIJO f(J(} JQO tH I ..1 tlJQ It» f Fig. 24: Nomogramm zur Bestimmung des exergetischen Wirkungsgrades Nach /27/ S2. FUr eine Warmequellentemperatur von 125°C, eine Umgebungstemperatur von 20°C, eine Nutztemperatur von 175°C und ein Warmestromverhaltnis von 0.5 folgt aus dem Nomogramm Fig. 24 ein exergetischer Wirkungsgrad von 0.55. Wird als Antriebsenergie nicht reine Exergie, sondern die Warmemenge QZ (Exergie und Anergie) zugefUhrt und als Warmequelle wieder Abwarme eingesetzt (Warmepumpe vom Typ 4), gilt: (26)
38 £Qz=~· ~4 ~-7U rz ~ = EQo+EQz taN ~4 = .~ ~+~ 'N 'N (27) :aN :bN ~ = ~·t+ ~~ (28) Das Verhaltnis Abwarme zu Nutzwarme wird analog zur Warmepurnpe vorn Typ 2 als Warrnestrornverhaltnis wI definiert: (29) Das Verhaltnis des zugefUhrten Antriebswarmestrorns zur Nutzwarmemenge wird als Warmestrornverhaltnis w2 definiert: (30) Aus (26) folgt: (31) Aus (28) errechnet sich unter BerUcksichtigung von (20), (21), (26), (27), (29) und (30): (32)
39 Unter Beachtung von (31) erhalt man nach einigen Umformungen: w 1-wt 1 - ru.(-1-+---) 10 (32 a) Tz Die Bestimmung des exergetischen Wirkungsgrades S4 kann ebenfalls aus einem Nomogramm erfolgen /27/ (Fig. 25). Aus (32) kann wiederum der maximale Wert des Warmestromverhaltnisses wI errechnet werden, der fur den reversiblen ProzeB (S= 1) gilt: (33) Dieser Wert gilt fUr Warmepumpen des Typs 3 und 4. Ober Warmepumpenprozesse kann somit die folgende allgemeine Aussage getroffen werden: Je naher das Warmestromverhaltnis eines Warmepumpenprozesses am maximal moglichen Wert eines Warmestromverhaltnisses liegt, desto groBer ist der exergetische Wirkungsgrad. Da das maximale Warmestromverhaltnis nur bei reversiblen Prozessen erreicht wird, ist leicht einzusehen, daB ein ProzeB exergetisch umso besser ablauft, je geringer die Verluste sind. FUr eine Temperatur des Antriebs-Heizwarmestromes von 450oC, eine Nutztemperatur von 250 oC, eine Warmequellentemperatur von I50 oC, eine Umgebungstemperatur von 20 0 C und ein Warmestromverhaltnis von 0.3 folgt aus dem Nomogramm Fig. 25 ein exergetischer Wirkungsgrad von 0.86.
40 JDO"., 1Tt-\t¥.-T,\-Tl~~f--1f--111J1J 1:H-~if!""~~~I--IIOO I 1. 1I ~..1 - .~ 0 D V d ~ ~ I !J '1/ flXJ JIXJ / III : or til / H ~, ~ ~/ /' ~ j~ ~ ;..IL L £- ~ ~ 1 "P" ~ ~v I ~ 1 ~ ~~ ...M. v I' ,, I i-/~4!;:& I- , - - 100 100 D ~ ~~P" ~V ~V ' / t - r-" ! L Fig. 25: Nomogramm zur Bestimmung des exergetischen Wirkungsgrades S4' Nach /27/ Die Formeln (24) und (32) fUr S2 und S4 lassen sich auch dann verwenden, wenn Uber die Warmequelle kein Abwarmestrom, sondern reine Umgebungsenergie zuflieBt. FUr diesen Sonderfall wird die Abwarmetemperatur To gleich der Umgebungstemperatur Tu' so daB aus (24) folgt: (34) Aus (32) folgt: s'3 = T. (1 - IM1 ).(1 - ~) ~ (35)
41 1m AnschluB werden die exergetischen Wirkungsgrade der Warmepumpen yom Typ 1 bis 4 in Tabelle 2 zusammengefaBt: Exergetischer Warme- Exergetischer Wirkungsgrad pumpentyp Max. Warmestromverhaltnis Warmepumpen, die mit reiner Exergie betrieben werden und tiber die Warmequelle reine Anergie aufnel1nen. ~1 = wmax =f 'N Warmepumpen, die mit reiner Exergie betrieben werden und tiber die Warmequelle Exergie und Anergie aufnel1nen. ~2 = wmax =f 'N W7rrox =-1L. TN W1rrox =-1L. Tz - Tt:i. TN ~ - b Warmepumpen, die mit Exergie und Anergie betrieben werden und tiber die Warmequelle reine Anergie aufnel1nen. Warmepumpen, die mit Exergie und Anergie betrieben werden und tiber die Warmequelle Exergie und Anergie aufnehmen. ~3 TN-Tu • 1 1 -w TN = w-L " TN TNTN (1 b b-w.'u L T. - W7 )11(1 - ...:JL) Tz TN-'u ~4 = T:J. 1- 1U*(y~) o z r. r. 1Z ~ - 1& - b Tab. 2: Die vier exergetischen Warmepumpentypen, deren exergetische Wirkungsgrade und maximale Warmestromverhaltnisse
42 1.3.4. EXERGETISCHE BEURTEILUNG DER WARMEPUMPE Steht keine geeignete Abwiinnequelle zur VerfUgung, so ist man hiiufig gezwungen, Wiinne niedriger Temperatur aus der Verfeuerung von Brennstoffen zu erzeugen. Dieses Verfahren ist exergetisch sehr ungUnstig, da Anergie durch die Vernichtung von Exergie ohne deren Nutzung erzeugt wird. Die vernichtete Exergie geht direkt in Anergie der Umgebung Uber. Die Wiinnepumpe umgeht dieses unwirtschaftliche Verfahren der Wiinneerzeugung. Anergie steht als innere kalorische Energie der Umgebung kostenlos zur VerfUgung. Die Wiinnepumpe nutzt die Umgebungsanergie und transfonniert diese unter Zufuhr von Exergie im Verdichter der Anlage auf ein hoheres Nutztemperaturniveau. Der erzeugte Wiinnestrom setzt sich in Abhiingigkeit seiner Temperatur und der Temperatur der Umgebung aus Exergie und Anergie zusammen. Die Anergie des Nutzwiinnestromes wird nicht durch Vernichtung der Exergie erzeugt, sondern zum GroBteil kostenlos der Umgebung entnommen. Dadurch ergibt sich eine beachtliche Einsparung an Primiirenergie. Um Wiinnepumpenprozesse nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Heizverfahren vergleichen zu konnen, muB der im Antrieb der Wiinnepumpe zugefUhrte Energiestrom bis zur Umwandlung der Primarenergie zurUckverfolgt werden. Jede Wannepumpe und jedes andere Heizverfahren nutzendaher die Primarenergie verschieden gut. Urn einen Vergleich zwischen den Verfahren zu ennoglichen, wird der Primarenergienutzungsgrad EI folgend definiert /5/: (36) Der Primarenergienutzungsgrad stellt das Verhaltnis des Nutzwannestromes QN,vermehrt urn einen direkt heizenden Warmestrom QRUck,zur aufgewendeten Primarenergie EI dar. Der direkt heizende Warmestrom kann gegebenenfalls aus einem Abwannestrom zurUckgewonnen werden, der bei der Umwandlung von Primarenergie in Wanne-
43 pumpen-Antriebsenergie entsteht (z.B. Abgaswarme bei Gas- oder Dieselmotoren zum Antrieb des Warmepumpen-Verdichters). So konnen Warmepumpenarten mit groBer Leistungszahl einen schlechten Primarenergienutzungsgrad aufweisen. Die nachstehende Tabelle gibt einen Oberblick Uber Primarenergienutzungsgrade und Leistungszahlen einiger Heizverfahren und warmepumpenarten 1) /5/: Direkte Verbrennung Elektrische Widerstandsheizung Peltier-Warmepumpe Elektrische Warmepumpe Gaswarmepumpe Absorptionswarmepumpe NK E tJ - - - 1.3 3.8 4.1 1.8(4)) 0.3 0.3 0.25 0.80 Die Zahlenangaben gelten fUr die Werte tN = 45°C, to aber analog auch fUr andere Temperaturen angeben. QRUck EI 0 0 0.65 0 = OOC, EI 0.80 0.30 0.40 1.10 1.65 1.40 lassen sich Tab. 3: Abschatzung verschiedener Heizverfahren und Warmepumpen nach der Primarenergienutzung bei der Bereitstellung von NiedertemperaturHeizenergie /5/ 1) Die Erlauterung der hier angefUhrten Warmepumpenverfahren erfolgt in den Kapiteln 2.1.1.1. (Elektrische Warmepumpe), 2.1.1.2. (Gaswarmepumpe). 2.2.1. (Absorptionswarmepumpe) und 2.6.1. (Peltier-Warmepumpe).
2. SYSTEMATIK DER WXRMEPUMPEN In der Fachliteratur wird heute sehr oft der Begriff der Warmepumpe mit dem Kaltdampf-Warmepumpenproze6 gleichgesetzt. Es gibt aber eine gro6e Zahl thermoqynamischer Verfahren, die Warme auf ei~e andere Art von einem niedrigeren auf ein hoheres Temperaturniveau bringen und daher ebenfalls Warmepumpen sind. In diesem Kapitel werden alle heute bekannten Warmepumpenverfahren in eine Systematik gebracht und die einzelnen Wannepumpenarten beschrieben. Fig. 26 zeigt die Systematik der Warmepumpen. 2.1. KOMPRESSIONSWXRMEPUMPEN Kompressionswarmepumpen sind geschlossene Systeme, die nach dem Kaltdampfprinzip arbeiten und durch einen mechanischen Verdichter angetrieben werden. Die Wiirmeaufnahme zur Verdampfung und die Wiirmeabgabe zur Kondensation des Kiiltemittels erfolgen Uber Wiirmeaustausch-Apparate. In exergetischer Hinsicht sind Kompressionswiirmepumpen Wiirmepumpen des Typs 1 und 2 (Kap. 1.3.2.), da im Antrieb immer reine Exergie zugefUhrt und Uber die Wiirmequelle Anergie (bei Umweltwiirme) oder Anergie + Exergie (bei Abwiirme) aufgenommen werden. Kompressionswarmepumpen konnen: - mit einem Einstoff-Arbeitsmedium arbeiten - zur Vermeidung hoher KondensatordrUcke einen Losungskreislauf verwenden - Mehrstoff-Systeme (azeotrope und nichtazeotrope Gemische) zur Erhohung der Leistungsanzahl der Wiirmepumpenanlage einsetzen
45 WAORMEPUMPE rl WiirmePU"Il~ I J J J J mit YfTI~orm;ng hoch werllSJer Warme J Elekfrische Worme/Jumoe H Gaswormepumpe rlEinsfoff-Konpes - sionswiirmepum~ H L I ~~io.nSWiirme-1 pu e rfllt KOMPRESSIONS WARMEPUMPE SORPT/ONSWARMEPUMPE KOMBlNlERTE KOMPR 01 SORPT. WARMEPUMPE Ii. 'i"" r-- 0 "I l1Mehrstoff-XbmpreS sionswormepumpe -J _lt~sorPfions - - warmepumpe - {Re::5orpfions warmepumpe I --{Ohne LOsungskreislauf I yMit [jjsungskreis{auf I ~ THERMOKOMPRES SOR rl STRAHLWARME PUMPE SONDERFORMEN Dampfsfrah{wiirme pumpe t-- t-- -J l1ThermiSChe Wiirmepumpe I -1PelfierWiirmepumpe J l-1. Figo 26: Systematik der Warmepumpen RofafionsWiirmepumpe J KampresslOnSWCenmif LC7lderen Anfrie H Templifier Kalfluff -(gas-) mit Umformung minder werfiaer Worme j
46 Neben der Unterteilung der Kompressionswarmepumpen nach der Art des Arbeitsmediums bestehen auch hinsichtlich der Schaltung der Kompressionswarmepumpenanlage mehrere Moglichkeiten: Neben der einstufigen Betriebsweise werden zur Vermeidung hoher Druckverhaltnisse im Verdichter mehrstufige Anlagen oder Anlagen in Kaskadenschaltung eingesetzt. Die Abbildungen 27 bis 29 zeigen Kompressionswarmepumpen in einstufiger und zweistufiger AusfUhrung bzw. in Kaskadenschaltung. Kondensator Drossel Verdichter Verdampfer Fig. 27: Einstufige Kompressionswarmepumpe Einstufige Warmepumpen werden unwirtschaftlich, sobald vorgegebene Temperaturgrenzen zu weit auseinanderliegen. Einerseits sinkt die Leistungszahl des Prozesses, andererseits wird das Druckverhaltnis im Verdichter zu groB. In diesem Fall ist der Einsatz mehrstufiger Kompressionsverfahren sinnvoll, da das Druckverhaltnis einer Stufe gUnstigere Werte annimmt, die Leistungszahl steigt und damit bei gleicher Nutzwarmemenge die Betriebskosten sinken.
47 Ho chdruckkreislauf Druckbehdfter Nlederdruck Kreis fa u( Fig. 28: Zweistufige Kompressionswarmepumpe R12 R13 Ikrcbmpfer-!<cmdensafor Fig. 29: Kompressionswarmepumpe in Kaskadenschaltung mit R 12- und R 13Kreislaufen und innerem Warmetausch in der unteren Stufe
48 Dieselben Vorteile bringt eine Anlage in Kaskadenschaltung; jede Stufe der Anlage hat einen getrennten Kaltemittelkreislauf mit unterschiedlichen Kaltemitteln. Die einzelnen Stufen sind Uber gemeinsame Verdampfer/ Kondensatoren verbunden. Die Schaltung einer Kompressionswarmepumpe kann durch inneren Warmetausch verbessert werden. In einem zusatzlichen Warmetauscher Ubertragt das vom Kondensator kommende verflUssigte Kaltemittel seine Warme an den vom Verdampfer kommenden Kaltemitteldampf vor dessen Eintritt in den Kompressor. Durch die dadurch erreichte UnterkUhlung des Kaltemittels vermehrt sich die von der Warmequelle aufgenommene Warmemenge urn die schraffierte Flache 11'ab in Fig. 30, ohne daB wesentlich mehr Antriebsarbeit aufgenommen werden muB. Dadurch kann im Kondensator mehr Nutzwarme abgegeben werden (h3 - h5 statt h3 - h5 wie im WarmepumpenprozeB ohne inneren Warmetausch). T Fig. 30: WarmepumpenprozeB mit innerem Warmetausch
49 2.1.1. KOMPRESSIONSWARMEPUMPEN OHNE LOSUNGSKREISLAUF (EINSTOFF-KOMPRESSIONSWARMEPUMPEN) 2.1.1.1. ELEKTRISCHE WARMEPUMPE Elektrische Warmepumpen verwenden Elektromotoren als Antrieb fUr den mechanischen Kompressor. Die Ubrigen Anlagenteile (Verdampfer, Kondensator, Drosse 1) sind gl ei ch wi e bei den anderen Kompress i onswarmepumpen. Di e elektrische Warmepumpe entspricht daher in der Schaltung der Warmepumpe aus Fig. 27. Die energetische Oberlegenheit einer elektrischen Warmepumpe gegenUber herkommlichen Heizverfahren hangt von der Hohe der Leistungszahl abo Elektrische Warmepumpen werden mit Strom betrieben. Wird dieser in kalorischen Kraftwerken erzeugt, mu6 die Warmepumpe aufgrund des thermischen Wi rkungsgrades des Kraftwerkes 1) von ca. 35 %(Erzeugung, Transport: Umspannung und Verteilung) eine Leistungszahl von mindestens 1/0.35 = 2.9 haben, urn gegenUber anderen Heizverfahren in energetischer Hinsicht bestehen zu konnen. Kommt der Strom aus Wasserkraftwerken (Gesamtwirkungsgrad ca. 75 %), reduziert sich die Grenzleistungszah1 2) auf 1/0.75 = 1.33. Elektrische Warmepumpen bringen fUr mittlere Temperaturdifferenzen Leistungszahlen von 3 bis 4, liegen aber im Primarenergienutzungsgrad schlechter als andere Verfahren der Warmeerzeugung. Fig. 31 und 32 zeigen die Energieflu6bilder einer elektrischen Warmepumpe mit Antriebsstrom aus einem kalorischen bzw. einem Wasserkraftwerk. Ein Nachteil der elektrischen Warmepumpe liegt in der schweren Regelbarkeit von Elektromotoren, die stufenlos nur mit sehr gro6em technischen Aufwand moglich ist. 1) Kraftwerk ohne Kraft-Warme-Kopplung. 2) 1st die Leistungszahl, die eine Warmepumpe haben mu6, damit sie energetisch gUnstiger arbeitet als eine direkte Beheizung.
50 l..i'rwelt- war-me lbertrogungsverlust E --~ 28 --3/ .If Heizt.M:irme Fig. 31: EnergiefluBbild einer elektrischen Warmepumpe - Antrieb mit kalorisch erzeugtem Strom. Zahlenwerte aus /46/
51 Krattvverks- verlust ~-----~~------~ r-----,~------~ Mechan.l.leJektr. Verluste d. WP 1----172 ----~ Verlusteim Heizungsbereich E: rl2 = 2.3 75 Fig. 32: Energieflu6bild einer elektrischen Warmepumpe - Antrieb mit Strom aus Wasserkraft /11/
52 2.1.1.2. GASW~RMEPUMPEN Die Gaswarmepumpe ist eine Kompressionswarmepumpe, deren Verdichter zumeist mit einem Erdgas-Verbrennungsmotor angetrieben wird. Daher erfolgt im Antrieb eine direkte Primarenergie-Umsetzung, bei der die Umwandlungsverluste von Primar- in Sekundarenergie (wie bei der elektrischen Warmepumpe) wegfallen. Das Erdgas wird verlustfrei an den Motor herangefUhrt und dort mit einem Wirkungsgrad von ca. 30 % in mechanische Energie zum Antrieb des Kaltemittelkompressors umgewandelt. Bei einem Abgasverlust von ca. 10 % /68/ gehen aber die verbleibenden ca. 60 %der eingesetzten Erdgas-Primarenergie nicht verloren, sondern werden im Gasmotor in thermische Energie umgesetzt und stehen dem ProzeB als hochwertige Warme Uber MotorkUhlwasser und Abgas zur VerfUgung. Die yom Motor abgegebene thermische Energie kann entweder dem Heizwasserkreislauf am Kondensator zugefUhrt werden und erhoht damit die Vorlauftemperatur des Kreislaufes oder Uber einen zweiten, getrennten Kreislauf zur Versorgung von Hochtemperatur-Verbrauchsstellen herangezogen werden. Die optimale Primarenergienutzung unter RUckgewinnung der Gasmotorabwarme gestattet es, die Gaswarmepumpe um 30 - 40 % kleiner auszulegen als eine elektrische Warmepumpe derselben Nutzwarmeleistung. In den Investitionskosten liegen Gaswarmepumpen daher um ca. 20 % niedriger als eine entsprechende elektrische Warmepumpe /66/. Ein weiterer Vorteil ist die Moglichkeit der Leistungsanpassucg durch Drehzahlregelung des Antriebsmotors. Das EnergiefluBbild einer Gaswarmepumpe zeigt Fig. 33.
53 Abwarme Nutzwa.rme Fig. 33: EnergiefluBbild einer Gaswarmepumpe. Zahlenwerte aus /46/ FUr eine Gaswarmepumpenanlage konnen zwei Leistungszahlen definiert werden: Im Antrieb stehen nach den Zahlenangaben aus Fig. 33 30 Energieeinheiten zur VerfUgung. Die Warmeabgabe betragt insgesamt 177 Einheiten, davon werden aber 56 Einheiten als Motorabwarme aufgebracht. Die Leistungszahl ware fUr diesen ProzeB: Nutzwarme aus der Warmepumpe Antriebsenergie 121 30 4.0 Die Leistungszahl E2 berUcksichtigt zusatzlich die aus dem Gasmotor zugefUhrte Abwarme und vergroBert sich daher auf: E - 2 - Nutzwarme aus der Warmepumpe + Abwarme des Gasmotors Antri ebsenergi e Der Pri marenergi enutzungsgrad betragt 1.77. = 177 30 = 59 .
54 Bei der Gaswarmepumpe kommt zum Kaltemittel- und zum Heizkreislauf noch ei n r~otorkUh lwasserkrei s 1auf dazu. Di e Warme des MotorkUh lwassers wi rd Uber den KUhlwasser-Warmetauscher an den Heizkreislauf abgegeben. Ein zusatzlicher Abgas-Warmetauscher Ubertragt den Warmeinhalt der Motorabgase entweder an den Heizkreislauf oder an einen getrennten Hochtemperaturkreislauf. Eine mogliche Schaltung einer Gaswarmepumpe zeigt Fig. 34. I-------J . I L ___ .., Kiihlwoss.r-WT~i-·l .~ I HeiZ~ AbgaS-WT¢.=:~-~ __ '---- - - - - ______ -.J Verdampfer Kaltemittelkreislauf ------ Heizkreislauf MotorkUhlwasserkreislauf ................... Abgas _ _ _ LM A - - Fig. 34: Schaltbild einer Gaswarmepumpe Erdgas
55 2.1.1.3. KOMPRESSIONSW~RMEPUMPEN MIT ANDEREN ANTRIEBEN Neben dem Elektro- und Gasmotor lassen sich auch andere Antriebssysteme zur Verdichtung einsetzen. FUr Dieselmotoren gel ten diesel ben Vorteile in der Primarenergieausnutzung und in der Wirtschaftlichkeit wie bei der Gaswarmepumpe. Auch hier geht die Motorabwarme nicht verloren, sondern kann Uber Abgas und MotorkUhlwasser dem Heizkreislauf zugefUhrt werden. Dieses System steht bereits als Kraftheizung (bivalentes Warmepumpensystem mit verbrennungsmotorischem Antrieb) in Betrieb /75/. Ottomotoren liegen in den Betriebskosten hoher als Dieselmotoren und werden daher fUr industrielle GroBwarmepumpen im Vergleich zu Dieselanlagen nicht wirtschaftlich eingesetzt werden konnen. Ottomotoren sind darUber hinaus heute noch nicht als GroBmotoren verfUgbar. FUr Nutzwarmemengen im MW-Bereich kommen daher sehr groBe Dieselaggregate in Frage. Bei der direkten Verwendung von Dampfturbinen als Verdichterantrieb fallen die Umsetzungsverluste Uber elektrische Energie und Elektromotor weg. Interessant ist der Dampfturbinenantrieb fUr Industriebetriebe mit eigener Dampferzeugung, da auch die Kondensationswarme der Turbine als Warmequelle fUr die Warmepumpenanlage genutzt werden kann. Auch Gasturbinen lassen sich als Kompressorantrieb fUr GroBwarmepumpen verwenden, wobei die Warme der Abgase zur Erzeugung von Hochtemperaturwarme herangezogen werden kann /73/. Die Wirtschaftlichkeit der Gasturbinenanlage muB aber erst im Vergleich zur Warmepumpe mit Dampfturbinen-/ Dieselmotorantrieb errechnet werden.
56 2.1.1.4. HOCHTEMPERATUR-W~RMEPUMPE Als elektrische Industriewarmepumpe wurde in den letzten Jahren eine Hochtemperatur-Warmepumpe, der sogenannte Templifier (Temperature Amplifier) entwickelt. Dieser arbeitet nach dem Prinzip der herkommlichen Kompressionswarmepumpe, aber auf einem hoheren Temperaturniveau, und verwendet mehrere Verdichter. Der Templifier kann zur Erzeugung von industriellem Dampf, von HeiBwasser oder zur Versorgung anderer Warmeabnehmer im Temperaturbereich von 80 - 1200 C eingesetzt werden und nutzt dabei die freien Warmequellen der Industrie. Weiters bietet diese Warmepumpe auch die Moglichkeit, unter Ausnutzung von preiswertem Nachtstrom Warme zu speichern, und tragt somit wesentlich zur besseren Lastverteilung der Elektrizitatswerke bei. Templifier werden heute bereits auf dem Markt angeboten und als komplette Anlagen geliefert. Fig. 35 zeigt das Schaltbild eines Templifiers mit typischen Temperaturen /50/. Sfufe2 Stufe1 Fig. 35: Schaltbild eines Templifiers. Zahlenwerte aus /50/
57 2.1.1.5. KALTLUFT(KALTGAS}-WARMEPUMPE Die Kaltluft- bzw. Kaltgas-Warmepumpe gehort zu den Kompressionswarmepumpen, arbeitet aber nicht mit Kaltdampf, sondern mit Kaltluft (Kaltgas). VergleichsprozeB ist nicht der Carnot-ProzeB wie bei der Kaltdampfmaschine, sondern der Joule-Proze6 (Kap. 1.1.2.). Bei der Kaltluftwarmepumpe entspricht die untere Isobare des Joule-Prozesses dem Umgebungsdruck Pu' so daB der ProzeB als offener Joule-ProzeB bezeichnet wird. Die Funktionsweise der Kaltluftwarmepumpe ist folgende: Umgebungsluft oder industrielle Abluft wird Uber einen Filter angesaugt, im Warmetauscher vorgewarmt, der kombinierten Kompressions-/Expansionsmaschine zugefUhrt und komprimiert. Die dadurch erzeugte Warmluft gibt ihre Warme Uber einen Radiator an den Abnehmer ab und flie6t Uber den Warmetauscher (zur Vorwarmung der angesaugten Luft) in den Expansionsteil der Maschine. Danach wird sie abgeblasen. Anstatt des Kompressors, wie bei Kaltdampfmaschinen, wird eine kombinierte Kompressions-/Expansionsmaschine verwendet ("Zellenrad"), die ihrem Aufbau nach einem Vielzellenverdichter entspricht. Aufgrund der hohen inneren Undichtheits- und inneren Warmeverluste ist die Kaltluftwarmepumpe einer Kaltdampfwarmepumpe gleicher Nutzwarmeleistung immer unterlegen /63/. Fig. 36 zeigt das Schaltbild einer Kaltluft-Warmepumpe. Fig. 36: Schaltbild einer Kaltluft-Warmepumpe
58 Als Beispiel der industriellen Anwendung der Kaltluft-Warmepumpe als offener ProzeB wird in Fig. 37 die Moglichkeit der WarmerUckgewinnung in der Papierindustrie gezeigt. Als Warmequelle dient die warme Abluft einer Papiermaschine, die in einer kombinierten Kompressions-/Expansionsmaschine verdichtet wird und ihre Warme im Warmetauscher an die zur Konvektionstrocknung an den Papierzylindern benotigte Luft abgibt. Danach expandiert sie im Zellenrad und gelangt Uber einen Ventilator ins Freie. Die vorzuwarmende Frischluft wird Uber einen zweistufigen Luftvorwarmer .gefUhrt, der durch den Rest der Papiermaschinenabluft beheizt wird. 0- IJ)O Fig. 37: Schema einer Luftwarmepumpenanlage in einer Papierfabrik. Zahlenwerte aus /35/ 2.1.2. KOMPRESSIONSWARMEPUMPEN MIT LOSUNGSKREISLAUF Zur Anhebung von Umwelt- oder Abwarme auf ein gefordertes Nutztemperaturniveau sind bei Kompressionswarmepumpen ohne Losungskreislauf in Abhangigkeit des Kaltemittels oft relativ hohe KondensatordrUcke und damit hohe
59 Verdichterleistungen erforderlich. Zur Vermeidung dieser hohen DrUcke kann dem Kaltemittelkreislauf ein zweiter Kreislauf zugefUgt werden, der von einem Losungsmittel durchstromt wird. 1m Antriebsteil dieser Warmepumpe wird reines Kaltemittel verdichtet, wahrend durch die Ubrigen Apparate ein Gemisch aus Kalte- und Losungsmittel flie6t. Die Kondensation des Kaltemitteldampfes wird durch eine Absorption im Resorber, die Verdampfung durch eine Desorption im Austreiber (Entgaser) ersetzt. Warmeabgabe und Warmeaufnahme finden daher nicht mehr isotherm statt, sondern bei gleitender Temperatur. Die bei der Absorption entstehende Absorptionswarme wird im Resorber als Nutzwarme abgefUhrt. Die "Beheizung" des Austreibers zur Desorption erfolgt mit Umwelt- oder Abwarme Uber die Warmequelle. 1m Vergleich zur herkOmmlichen Kompressionswarmepumpe andert sich ein Teil der Komponenten des Systems: Anstatt des Kondensators wird ein Resorber, anstelle des Verdampfers ein Austreiber (Entgaser) eingesetzt. Hinzu kommen ein Warmetauscher und eine Losungspumpe. Verdichter und Expansionsventil bleiben gleich. Der Carnot-ProzeB als VergleichsprozeB wird durch den Lorenz-ProzeB ersetzt (Kap. 1.1.2.), der die gleitende Temperatur bei der Warmeaufnahme und -abgabe berUcksi chti gt und daher ei nen besseren l~i rkungsgrad bri ngt. Die Funktionsweise einer Kompressionswarmepumpe mit Losungskreislauf ist aus Fig. 38 ersichtlich. Der Kaltemitteldampf wird vom Kompressor angesaugt, verdichtet und stromt in den Resorber. Oort findet der AbsorptionsprozeB statt, wobei der verdichtete Kaltemitteldampf vom Losungsmittel absorbiert wird. Die dabei entstehende Absorptionswarme wird als Nutzwarme abgegeben. Die reiche Losung (Losungsmittel + absorbiertes Kaltemittel) wird im 14armetauscher gekUhlt und tiber ein Drosselventil in den Entgaser entspannt. Dort wird der Kaltemitteldampf unter Aufnahme von Abwarme desorbiert, wodurch die reiche Losung wieder arm an Kaltemittel wird und fast nur noch aus
60 Losungsmittel besteht. Die entgaste Losung (arme Losung) geht Uber die Losungspumpe in den Warmetauscher, wird dort vorgewarmt und steht im Resorber zur erneuten Kaltemitteldampf-Absorption zur VerfUgung. Der ausgetriebene Kaltemitteldampf wird vom Verdichter angesaugt und wieder komprimiert. - QNr-~:::;::::'-----r..../ Resorber r:L a.L. a.L ... arme Losung r.L ... reiche Losung Liisungspumpe ~- Fig. 38: Schaltbild einer Kompressionswarmepumpe mit Losungskreislauf Der Vorteil der Kompressionswarmepumpe mit Losungskreislauf liegt darin, daB sich Warmepumpenprozesse mit wesentlich geringeren DrUcken bewaltigen lassen als bei reinen Kompressionsmaschinen. Bleibt das Druckverhaltnis in beiden Fallen gleich, kann daher die Losungskreislaufmaschine groBere Temperaturdifferenzen zwischen Verdampfer und Kondensator Uberwinden. Ihre Anwendung wird vor allem dann interessant, wenn groBe Temperaturdifferenzen zu Uberwinden sind. Die Regelung einer Kompressionswarmepumpe mit Losungskreislauf erfolgt Uber die Losungspumpe. Der Grenzfall des Losungskreislaufprozesses ist dann erreicht, wenn die Entgasungsbreite (Konzentrationsdifferenz reiche Losung - arme Losung) gegen null und die Pumpenarbeit damit gegen unend-
61 lich geht. Die Maschine vollfUhrt dann den Carnot-ProzeB, der bei unendlicher Pumpenarbeit durch den Lorenz-ProzeB erreicht wird. Mit wachsender Entgasungsbreite wird die Pumpenarbeit immer geringer, so daB umgekehrt durch Variation der Pumpenleistung die Entgasungsbreite eingestellt und die Warmepumpe damit geregelt werden kann. Die Kompressionswarmepumpe mit Losungskreislauf befindet sich heute im Erprobungsstadium und wird nur dann wirtschaftlich einzusetzen sein, wenn groBe Temperaturbereiche mit annehmbaren DrUcken Uberwunden werden mUssen. Bei kleinen Temperaturdifferenzen zwischen Warmequelle und Warmesenke ist der LosungskreislaufprozeB dem Carnot-ProzeB unterlegen. AuBerdem liegt der Investitionsaufwand fUr die Maschine mit Losungskreislauf hoher. 2.1.3. MEHRSTOFF-KOMPRESSIONSW~RMEPUMPEN 2.1.3.1. AZEOTROPE MEHRSTOFF-KOMPRESS10NSW~RMEPUMPEN Kompressionswarmepumpen, die anstatt eines Einstoff-Kaltemittels ein azeotropes Zweistoff-Kaltemittelgemisch verwenden, entsprechen in den Anlageelementen einer Einstoff-Kompressionswarmepumpe. Die Siede- und Taulinie azeotroper Gemische berUhren sich im T/x-Diagramm in einem Punkt (azeotroper Punkt). Das Kaltemittelgemisch wird mit der azeotropen Konzentration eingesetzt und verhalt sich daher bei Verdampfung und Kondensation wie ein reines Kaltemittel. Fig. 39 zeigt das T/x-Diagramm eines azeotropen Gemisches. 1m azeotropen Punkt sind Dampf- und F1Ussigkeitskonzentration bei der entsprechenden Temperatur gleich. Azeotrope Kaltemittelgemische werden wegen ihrer guten thermodynamischen Eigenschaften eingesetzt, die fUr das Gemisch gUnstiger liegen konnen als fUr die beiden Komponenten. Azeotrope Gemische werden in Kap. 4.1.3.1. genauer behandelt.
62 T T x=o x=1 Fig. 39: Azeotropes Gemisch im T/x-Diagramm Neben Zweistoff-Systemen ist auch der Einsatz von Mehrstoffgemischen moglich, jedoch fehlen heute noch Ergebnisse von Versuchen mit Mehrstoffgemischen zur Feststellung ihrer thermodynamischen Eigenschaften. 2.1.3.2. NICHTAZEOTROPE MEHRSTOFF-KOMPRESSIONSW~RMEPUMPEN Die Warmeabgabe und die Warmeaufnahme erfolgen bei der Einstoff-Kompressionswarmepumpe mit konstanter Kondensations- und Verdampfungstemperatur, wahrend die Erwarmung des Heizmediums und die AbkUhlung des Warmequellenmediums bei gleitender Temperatur vor sich gehen. Dadurch treten groBe Entropie- und Exergieverluste bei der WarmeUbertragung auf. Diese Entropieverluste konnen durch den Einsatz von nichtazeotropen Mehrstoff-Kaltemitteln verringert werden. Nichtazeotrope Mehrstoff-Kaltemittel verhalten sich wie Gemische: Siedeund Taulinie sind Uber den gesamten Konzentrationsbereich getrennt. Zwischen flUssiger und dampfformiger Phase besteht ein Gleichgewichtszustand, durch den sich fUr eine vorgegebene Temperatur unterschiedliche F1Ussigkeits- und Dampfkonzentrationen einstellen.
63 Fig. 40 zeigt das T/x-Diagramm fUr ein nichtazeotropes Zweistoffgemisch. Fig. 40: Nichtazeotropes Zweistoffgemisch im T/x-Diagramm Wird ein Gemisch der Konzentration xl (T 1) durch Warmezufuhr auf T2 erhitzt (Fig. 40), beginnt die Verdampfung, bei der sich aufgrund des Gleichgewichtes Dampf der Konzentration x2 einstellt. Dadurch wird die verbleibende F1Ussigkeit reicher an der schwerersiedenden Komponente (der Konzentrationspunkt verschiebt sich nach links), so daB die weitere Verdampfung bei hoherer Temperatur erfolgt. Die Verdampfungstemperatur ist somit gleitend. Die Verdampfung erfolgt solange bei steigender Temperatur, bis nach Verdampfung der gesamten F1Ussigkeit der Dampf die Ausgangskonzentration xl erreicht. Die Kondensation geht analog bei sinkender Temperatur vor sich. Die energetischen Vorteile einer Verdampfung und Kondensation bei gleitender Temperatur sind in Fig. 41 dargestellt. Der Exergieverlust bei der Kondensation verringert sich von der Flache 1235 auf die Flachelr.(34. Der Gewinn an Exergie im Vergleich zur EinstoffKompressionswarmepumpe entspricht der schraffierten Flache 345.
64 L=Ju.- EKM ..... Einstoffkaltemitte 1 ZKM ..... Zweistoffkaltemittel T Fig. 41: Exergiegewinn bei der Kondensation eines nichtazeotropen Zweistoffkaltemittels im Vergleich zum Einstoff-Kaltemittel Wie Berechnungen zeigen, tritt das maximale Temperaturband t max (Temperaturdifferenz zwischen Siede- und Taulinie) fUr nicht azeotrope Kaltemittel bei einer Molkonzentration von x = 50 % auf /83/. Die maximale Temperaturdifferenz steht in einem exponentiellen Zusammenhang zur Differenz der Siedepunkte bei Normaldruck L'. t'1831 . Mmax = 0.04 • (6t') 1.616 (37) Der WarmeUbergang bei Kondensation und Verdampfung wird bei nichtazeotropen Gemischen vor allem vom StoffUbergang in der Grenzschicht beeinfluBt. Aufgrund der unterschi edl ichen Konzentra ti on von Fl Uss i gkeit und Dampf entsteht in der Grenzschicht ein zusatzlicher StoffUbergangswiderstand, der den WarmeUbergang verschlechtert. Dieser hangt von der Konzentration abo Der Verlauf der WarmeUbergangszahl in Abhangigkeit der Konzentration weist fUr nichtazeotrope Gemische ein eindeutiges Minimum im mittleren Konzentrati onsberei ch auf 1831 . VergleichsprozeB ist nicht der Carnot-ProzeB, sondern der Lorenz-ProzeB (Kap. 1.1.2.), bestehend aus zwei Isentropen und zwei Linien konstanter Konzentration. Auch im T/S-Diagramm ist der energetische Vorteil dieses Verfahrens gegenUber dem Carnot-ProzeB ersichtlich (Fig. 42).
65 T lffenz-ProzeB Carnot-ProzeIJ s Fig. 42: Lorenz-ProzeB und Carnot-ProzeB Nach einer Berechnung betragt die Energieersparnis des Lorenz-Prozesses gegenUber dem Carnot-ProzeB ca. 30 %/84/. Bei Kreisprozessen mit nichtazeotropen Zweistoff-Kaltemitteln verringert sich daher der Temperaturabstand zwischen Verdampfung und Kondensation, wodurch die Leistungszahl steigt. Bei derselben Nutzwarmeleistung folgt daraus eine Einsparung an Kompressor-Antriebsenergie und damit an Betriebskosten. Nichtazeotrope Mehrstoff-Warmepumpen konnen daher mit besserer Leistungsziffer und damit geringeren Betriebskosten im Vergleich zu einer EinstoffKompressionswarmepumpe zur Temperaturerhohung eingesetzt werden. Daraus abgeleitet kann diese Warmepumpenart bei gleicher Leistungsziffer groBere Temperaturbereiche UberbrUcken. Der Vorteil der nichtazeotropen Mehrstoff-Warmepumpe liegt aber nicht nur in der Moglichkeit der Energieeinsparung und der OberbrUckung groBer Temperaturspannungen, sondern auch in der einfachen Art der Leistungsrege~. Die Regelung erfolgt stufenlos durch geeignete Konzentrationsanderung des Kaltemittelgemisches mit Hilfe einer Rektifiziereinrichtung.
66 Dazu werden die Elemente des Warmepumpensystems durch einen Oberlauf, ein Dreiwegventil und eine Rektifiziersaule mit Kaltemittel-F1Ussigkeitsbehalter erweitert (Fig. 43). Orei hahn Heizung Fig. 43: Nichtazeotrope Mehrstoff-Kompressionswarmepumpe mit Rektifiziereinrichtung zur Leistungsregelung /85/ Ober den Kopf der Saule geht der Dampf des leichtersiedenden Kaltemittels in den Kondensator und von dort zum Oberlauf. Von hier fUhrt eine F1Ussigkeitsleitung zurUck zur Rektifiziersaule. Das Dreiwegventil ist Uber Leitungen mit dem Oberlauf und dem Kaltemittel-F1Ussigkeitsbehalter verbunden. Zum Zwecke des Warmetausches liegt die Verbindungsleitung Oberlauf Dreiwegventil teilweise im F1Ussigkeitssammler. Dieser kann Uber eine zusatzliche Heizung beheizt werden.
67 Durch Verdrehen des Dreiwegventiles sind zwei Betriebsweisen moglich: In Stellung 1 flieBt das im Kondensator anfallende Kondensat Uber den Oberlauf in die Rektifiziersaule und zum Sammler und von dort Uber das Dreiwegventil zur Drossel und zum Verdampfer. In Stellung 2 wird die zusatzliche Heizung des F1Ussigkeitsbehalters in Betrieb genommen. Dadurch geht aus der F1Ussigkeit im Sammelbehalter durch die Rektifikationswirkung der Saule in zunehmendem MaBe das leichtersiedende Kaltemittel in den am KreisprozeB teilnehmenden Kaltemittelstrom, des sen Zusammensetzung sich zu geringeren Konzentrationen an schwerersiedender Komponente verschiebt. Gleichzeitig nimmt die Konzentration der schwerersiedenden Komponente im F1Ussigkeitsbehalter zu. Die Konzentrationsanderung des Kreisprozesses kann durch Abschaltung der Heizung des F1Ussigkeitsbehalters beendet werden. Durch Steuerung der Heizung und des Dreiwegventiles laBt sich die Leistungsregelung der Warmepumpe in einfacher Weise beherrschen: FUr groBere Nutzwarmeleistungen wird in der beschriebenen Weise dem KreisprozeB die leichtersiedende Komponente (Kaltemittel) zugefuhrt. Nichtazeotrope Kaltemittelgemische werden in Kap. 4.1.3.2. beschrieben. 2.2. SORPTIONSW~RMEPUMPEN Wie bereits erwahnt wurde, kann zum Antrieb einer Warmepumpe nicht nur reine Exergie eingesetzt werden, sondern auch Energie, die aus Exergie und Anergie besteht. Daher ist es moglich, Warmepumpen auch mit Warme zu betreiben. Es handelt sich dann urn Warmepumpen des Typs 3 und 4 (Kap.1.3.2.). Nach diesem Verfahren arbeiten Sorptionswarmepumpen. Ihrem Aufbau nach bestehen diese.aus folgenden Elementen:
68 - Verdampfer Antriebsteil Kondensator Expansionsventil Ein Unterschied zu den Kompressionswarmepumpen liegt nur im Antriebsteil, da Sorptionswarmepumpen anstatt des mechanischen einen "thermischen" Kompressor verwenden. Der thermische Kompressor besteht aus: - Absorber Uisungspumpe Warmetauscher Austreiber mit Rektifikator (Desorber) Expansionsventil Der Antrieb erfolgt durch einen hintereinandergeschalteten Absorptions-/ DesorptionsprozeB, durch den Umwelt- oder Abwarme aufgewertet wird. Beim AbsorptionsprozeB werden relativ groBe Dampfmengen in sehr kurzer Zeit von der F1Ussigkeit aufgenommen und damit auf ein viel kleineres Volumen gebracht. Man spri cht daher von "thermi scher Kompress i on II • Es handelt sich beim SorptionsprozeB urn eine Warmetransformation: Entweder wird Umwelt- oder Abwarme durch Warme hoher Temperatur auf ein mittleres Temperaturniveau transformiert (Kap. 2.2.1.1.) oder Abwarme durch Erzeugung von Umweltwarme auf ein hoheres Temperaturniveau gehoben (Kap. 2.2.1.2.) . Als Arbeitsstoff steht ein Gemisch aus Kalte- und Losungsmittel im Einsatz (Arbeitsstoffpaar). Am haufigsten wird Ammoniak als Kalte- und Wasser als Losungsmittel eingesetzt. Andere Moglichkeiten fUr Arbeitsstoffpaare bringt Kap. 4.1.2. Wie bei Kompressionswarmepumpen kann auch hier ein zusatzlicher Losungskreislauf ein- geschaltet werden (Kap. 2.2.2.).
69 2.2.1. ABSORPTIONSWARMEPUMPEN 2.2.1.1. ABSORPTIONSWARMEPUMPE MIT UMFORMUNG HOCHWERTIGER WARME Bei Absorptionswarmepumpen mit Umformung hoehwertiger Warme wird Umweltoder Abwarme mit Hilfe eines Warmestromes hoher Temperatur auf ein mittleres Nutztemperaturniveau transformiert. Die Elemente dieser Sorptionswarmepumpenart wurden bereits in der Einleitung genannt. Die Funktionsweise ist folgend (Fig. 44): a.L ..... arme Losung r. L. . ... rei ehe Losung ® TO < TN < Tz To < Te < Tz Fig. 44: Sehaltbild des Absorptionsprozesses mit Umformung hoehwertiger Warme Der vom Verdampfer kommende Kaltemitteldampf wird im Absorber dureh das Losungsmittel absorbiert. Bei diesem AbsorptionsprozeB tritt starke Warme-
70 entwicklung (Losungswarme) auf, die als Absorptionswarme yom Absorber abgefuhrt wird. Das Losungsmittel mit dem absorbierten Kaltemitteldampf (reiche Losung) wird durch die Losungspumpe yom Druckniveau des Absorbers auf das Druckniveau des Austreibers und Kondensators gefdrdert. Vor Eintritt in den Austreiber durchstromt die reiche Losung einen Warmetauscher und wird durch die Warmeabgabe der zurUckflieBenden armen Losung aufgewarmt. Der Austreiber wird durch einen Heizwarmestrom beheizt und entgast die reiche Losung (Desorption), wodurch der Kaltemitteldampf yom Losungsmittel getrennt wird. Das Losungsm1ttel flieBt als arme Losung yom Austreiber Uber den vorher genannten Warmetauscher und Uber ein Expansionsventil in den Absorber zur erneuten Kaltemittelaufnahme zurUck. Der Losungskreislauf ist damit geschlossen. Der Kaltemitteldampf wird durch den Absorptions-/DesorptionsprozeB von einem niedrigen auf ein hoheres Druck- und damit Temperaturniveau gebracht. Der Dampf stromt nach der Austreibung durch den nachgeschalteten Rektifikator, wo mitgerissenes Losungsmittel abgetrennt wird. Yom Rektifikator gelangt der Kaltemitteldampf in den Kondensator und gibt dort die Kondensationswarme abo Das verflUssigte Kaltemittel flieBt Uber das Drosselventil in den Verdampfer, wo durch Aufnahme von Umwelt- oder Abwarme die Verdampfung erneut stattfindet. Der Kaltemittelkreislauf ist damit geschlossen. Folgende Energiestrome sind am AbsorptionswarmepumpenprozeB beteiligt: - Warmezufuhr an den Verdampfer Q o Warmezufuhr zur Beheizung des Austreibers Qz Arbeitszufuhr an die Losungspumpe NL Warmeabgabe im Absorber Q A Warmeabgabe im Kondensator Qc Als Nutzwarme stehen die im Kondensator abgegebene Warme und die Absorberwarme zur VerfUgung. Diese beiden Warmestrome fallen nicht bei gleichem Temperaturniveau an, so daB sich fUr ihre Nutzung die folgenden beiden Moglichkeiten ergeben: - Getrennte Nutzung von Kondensator- und Absorberwarme in zwei Nutzwarmekreislaufen
71 - Gemeinsame Nutzung von Kondensator- und Absorberwarme in einem Abnehmer-Kreislauf. Die Absorptionswarme erhoht dabei die Vorlauftemperatur am Kondensator In der Absorptionswarmepumpe konnen zwei Kreislaufe unterschieden werden: Der Kaltemittel- und der Losungskreislauf. Das Kaltemittel flieBt durch die gesamte Anlage, das Losungsmittel nur durch den Antriebsteil. Gemeinsam stromen Kalte- und Losungsmittel als reiche Losung yom Absorber Uber die Losungspumpe und den Warmetauscher in den Desorber. Wie bereits erwahnt, ist der AbsorptionsprozeB eine Warmetransformation: Die Austreiberwarme Qz (T z ) fordert die Umwelt- oder Abwarme Qo (To) auf ein mittleres flutztemperaturniveau (TN)' FUr die Absorptionswarmepumpe mit Umformung hochwertiger Warme ist daher charakteristisch, daB die Austreiber-Heiztemperatur groBer als die Nutzungstemperatur ist. DafUr ist der abgegebene Nutzwarmestrom QN (Kondensator- und Absorberwarme) groBer als der zugefUhrte Austreiber-Heizwarmestrom Qz. Es gilt: ~> TN Qz<QW (38) ~1»7 Der IdealprozeB: Als VergleichsprozeB dient bei Absorptionswarmepumpen ein IdealprozeB, fUr den die folgenden Vereinfachungen festgelegt werden: - Alle Vorgange in der Warmepumpe laufen reversibel ab - Der Losungskreislauf ist unendlich groB - Kaltemittel und Losungsmittel expandieren isentrop - Die Kaltemitteldampfe werden vollstandig rektifiziert 1) Definition von ~ siehe Seite 72.
72 - Das Arbeitsstoffpaar zeigt ideales Verhalten; Verdampfungs- und Losungswarme sind von der Temperatur unabhangig - Bei der Vermischung der Komponenten des Arbeitsstoffpaares tritt keine Losungswarme auf - Die Temperatur im Kondensator und Absorber ist gleich Das Warmeverhaltnis: Die energetische Leistungsfahigkeit der Absorptionswarmepumpe wird nicht mit der Lei stungsziffer, sondern dem Warmeverhaltni s qJ beschri eben. qJ = Nutzwarmestrom Austreiber-Heizwarmestrom (39) Der Arbeitsaufwand der Losungsmittelpumpe kann dabei vernachlassigt werden, da seine GroBe im Vergleich zu den umgesetzten Warmeenergiestromen verschwindend klein ist. Die"thermische Kompression"findet bereits im Absorber statt, so daB von der Losungspumpe nur noch das bereits absorbierte Medium auf Austreiberdruckniveau gefordert werden muB. Dazu ist nur eine geringe Pumpenleistung notwendig. Das Warmeverhaltnis fUr den IdealprozeB errechnet sich folgend: Aus der Energiebilanz der Absorptionswarmepumpe folgt, daB die Summe aus der im Austreiber zugefUhrten Heizwarmemenge und der Uber die Warmequelle aufgenommenen Umwelt- oder Abwarmemenge die abgegebene Nutzwarmemenge ergibt. Weiters gilt fUr einen KreisprozeB, daB die Summe aller Entropieanderungen gl ei ch null i st. Entropi eanderungen ents tehen bei der Warmezufuhr zur Austrei bung (!::. Sz)' der Zufuhr von Umwelt- oder Abwarme (!::. So) und der Nutzwarmeabgabe (!::. SN)' (40 ) L tlS = a tlSz+ tl5r;+ tJ.SN (41) = +~ + ~ - ~ = a ~ fa TN (42 )
73 Die Entropieanderung des Losungsmittels 6SA scheint deshalb nicht auf, weil das Losungsmittel im Kreislauf flieBt und seine Entropieanderung damit verschwindet. Mi t (40) fo 1gt: (43 ) Aus (43) errechnet sich das Warmeverhaltnis des idealen Prozesses zu: (44 ) Aus (44) kann abgeleitet werden, daB das ideale Warmeverhaltnis eines Absorptionsprozesses mit Umformung hochwertiger Warme immer groBer als 1 ist. (45) Das Warmeverhaltnis des realen Prozesses fol gt Uber den GUtegrad '1g der Anlage: (46 ) Ideale Warmeverhaltnisse liegen bei mittleren Temperaturdifferenzen urn 2.0. Der GUtegrad von Absorptionsanlagen betragt ca. 75 %, so daB sich fur das effektive Warmeverhaltnis ~ Werte zwischen 1.3 und 1.6 ergeben /96/. An anderer Stelle werden Werte von 1.6 - 1.8 genannt /94/.
74 Aus (44) konnen fUr das Warmeverhaltnis einer Absorptionswarmepumpe die folgenden Zusammenhange abgeleitet werden: - Bei konstanter Austreibertemperatur sinkt das Warmeverhaltnis bei steigender Temperaturdifferenz zwischen Nutz- und Warmequellentemperatur (Fig. 45) - Bei konstanter Nutztemperatur steigt das Warmeverhaltnis mit steigender Differenz zwischen Austreiber- und Warmequellentemperatur bei vorgegebener Temperatur der Warmequelle (Fig . 46) - Bei konstanter Nutztemperatur sinkt das Warmeverhaltnis mit steigender Differenz zwischen Austreiber- und Warmequellentemperatur bei vorgegebener Temperatur des Austreibers (Fig. 47) - Bei konstanter Warmequellentemperatur steigt das Warmeverhaltnis mit gro6erwerdender Differenz zwischen Austreiber- und Nutztemperatur (Fig. 48) '" 8 7.3 6 ~= 18" I~ '\ 38 2 a 1:lJOC ~.3 ~26 ~ ~ 2f) 10 20 30 1.0 tn=I.O°C ~ta=60OC '19 ~ :::::-lUL --ri 50 60 // '1.// 8 12 11 /0 80 t:.t=W-to(OC) Fig. 45: Abhangigkeit des Warmeverhaltnisses von der Differenz zwischen Nutz- und Warmequellentemperatur bei konstanter Austreibertem- peratur
75 3~--~--+-~~~~---r---+---+- Fig. 46: Abhangigkeit des Warmeverhaltnisses von der Differenz zwischen Austreiber- und Warmequellentemperatur bei konstanter Nutztemperatur und vorgegebener Temperatur der Warmequelle N 7.3 6 \ 60 \tz= 1" poC \~ 1500C \\ \ ~ "'-.. 2 60 70 00 1,.1 ~ ~ ?! g) m 3f) ~ In ~ 110 ~ 121 7J.. 120 ,n IS - .::;:. 5 130 140 ~ 150 15 m 6t=~ Fig. 47: Abhangigkeit des Warmeverhaltnisses von der Differenz zwischen Austreiber- und Warmequellentemperatur bei konstanter Nutztemperatur und bei vorgegebener Temperatur des Austreibers -rrc)
76 IP 3 ~=40CC N=OOOC 2 o W=rrJOC 10 20 3J I/J Fig. 48: Abhangigkeit des Warmeverhaltnisses von der Differenz zwischen Austreiber- und Nutztemperatur bei konstanter Warmequellentemperatur Die Darstellung des idealen Absorptionsprozesses mit Umformung hochwertiger Warme erfo1gt im T/s- und im 19 P;'l/T-Diagramm. Die Temperatur und die Entropie des Arbeitsstoffpaares sind eine Funktion der Konzentration des Gemisches, so daB nur der IdealprozeB im zweidimensionalen T/s-Diagramm darste11bar ist. Die Darstellung des realen Verhaltens erfordert ein dreidimensiona1es Modell, bei dem zur Temperatur und Entropie als 3. Koordinate die Konzentration des Arbeitsstoffpaares als entscheidende ZustandsgroBe hinzukommt. Fig. 49 zeigt den idealen AbsorptionsprozeB im T/s-Diagramm, Fig. 50 im 19 P;!l/T-Diagramm.
77 T r.. 1 2 -A ~ . . Arbeitsfldche 'K ... KutKftdche '.--~_~--,7 5 Fig. 49: Ideal isierter Absorptions\~armepumpenprozeB im T/s-Diagramm 1) Die Flachen FA und FK sind fUr den IdealprozeB gleich groB. Den Strecken der Fig. 49 entsprechen folgende Vorgange im WarmepumpenprozeB: 1- 2 2 3 4 5 6 7 - 3 4 5 6 7 8 8 - 1 Austreibung des Kaltemittels durch Warmezufuhr im Sumpf des Austreibers Temperaturprofil im Austreiber Kondensation bei Abgabe der Kondensationswarme Stromung durch das Expansionsventil in den Verdampfer Verdampfung bei ZufUhrung der Umwelt- oder Abwarme Aufwarmung im Absorber durch die Losungswarme Absorption des Kaltemitteldampfes durch Abgabe der Absorptionswarme im Absorber Stromung durch Losungspumpe und Warmetauscher 1) Vergleiche Fig. 44.
78 Igp P~----~1----7----~-----r---- Pa~~----~------~~~~-------- -7;r Fig. 50: Idea1er AbsorptionsprozeB im 19 P~l/T-Diagramm Das 19 P/l/T -Diagramm bri ngt den Vorteil, daB Li ni en konstanter Konzentration nahezu a1s Geraden erscheinen. Den Strecken der Fi g. 50 werden di e fo 1genden Vorgange in der Warmepumpe zugeordnet: 1- 2 Austreiben des Ka1temitte1s unter Warmezufuhr bei konstantem Druck p im Austreiber 2 - 3 ... Stromung der Losung vom Austreiber tiber den Warmetauscher und das Expansionsventi1 zum Absorber 3 - 4 ... Absorption des Ka1temitte1dampfes unter gleichzeitiger Warmeabfuhr 4 - 1 ... Stromung der Losung vom Absorber tiber die Losungspumpe und den Warmetauscher zum Austreiber Punkt 5 Kondensation des Ka1temitte1dampfes im Kondensator unter Abgabe der Nutzwarme
79 5 - 6 •.. Stromung des Kaltemittels selventil zum Verdampfer Punkt 6 vo~ Kondensator Uber das Dros- Verdampfung des flUssigen Kaltemittels unter Aufnahme von Umwelt- oder Abwarme Aus Fig. 50 konnen die beiden Kreislaufe der Absorptionswarmepumpe abgelesen werden: Der Losungskreislauf ist durch den Streckenzug 1-2-3-4-1 gegeben. Das Kaltemittel wird nach der Verdampfung (Punkt 6) im Punkt 3 aufgenommen, flieBt in der reichen Losung im absorbierten Zustand entlang des Strekkenzuges 3-4-1-2 und liegt nach der Austreibung im Punkt 2 als Dampf yom Zustand 5 vor. Der ausgetriebene Kaltemitteldampf wird kondensiert (Punkt 5) und stromt in flUssiger Form entlang 5-6 Uber das Expansionsventil zum Verdampfer. Der den Verdampfer verlassende Kaltemitteldampf yom Zustand 6 wird anschlieBend wieder von der armen Losung im Absorber aufgenommen (Punkt 3). 1m 19 P;!l/T-Diagramm laBt sich also nur der Losungskreislauf als geschlossener Linienzug darstellen, der Kaltemittelkreislauf ist aufgrund der Konzentrationsdifferenz zwischen flUssiger und dampfformiger Phase des Losungs- und Kaltemittels zweimal unterbrochen. Innerer Warmetausch Zur Erhohung der Wirtschaftlichkeit von Absorptionsanlagen besteht die Moglichkeit des inneren Warmetausches. Der Kaltemitteldampf kommt yom Verdampfer annahernd mit Umgebungstemperatur in den Absorber, der auf einem hoheren Temperaturniveau arbeitet. Urn die Abgabe der Absorptionswarme zu erhohen, kann der Kaltemitteldampf vor dem Absorber mit dem yom Kondensator abflieBenden Kondensat warmegetauscht werden. Dabei wird das Kondensat gekUhlt, indem es seine Warme an den yom Verdampfer kommenden Kaltemitteldampf abgibt .. Somit erhoht sich die abgegebene Nutzwarmemenge.
80 Fig. 51 zeigt eine einstufige Absorptionswarmepumpe mit innerem Warmetausch. Aus~~ber ~~~ Fig. 51: Schaltbild einer einstufigen Absorptionswarmepumpe mit innerem Warmetausch Absorptionswarmepumpen mit Umformung hochwertiger Warme konnen zur Oberwindung groBerer Temperaturdifferenzen zwischen Warmequelle und Warmesenke auch mehrstufig betrieben werden. Der Grenzfall der einstufigen Betriebsweise ist dann erreicht, wenn die Entgasungsbreite (Konzentrationsdifferenz reiche Losung - arme Losung) gegen null und die Losungskreislaufmenge damit gegen unendlich geht. Bei mehrstufigen Absorptionsanlagen werden ein oder mehrere Verdampfer mit einem Kondensator oder mehreren Kondensatoren beliebig gekoppelt. Fig. 52 zeigt eine zweistufige Absorptionsanlage.
81 1. Stufe Fig. 52: Absorptionsanlage mit zweistufigem Antriebsteil Regelung von Absorptionswarmepumpen Absorptionswarmepumpen werden nach folgenden Methoden geregelt /88/: - Veranderung der Heizwannemenge im Austreiber Veranderung der Temperatur des Austreiber-Heizwarmestromes Drosselung der umgewalzten Losungsmenge Bypassregelung Fig. 53 zeigt das Schaltbild .einer einstufigen Absorptionsanlage mit Bypassregelung.
82 Fig. 53: Schaltbild einer einstufigen Absorptionsanlage mit Bypassregelung Die Regelung kann sehr einfach mit einem Zweiwegventil verwirklicht werden, das zwischen die Strome der vom Austreiber kommenden reichen Losung und der dem Absorber zugehenden armen Losung geschaltet wird. Zu den energetischen Vorteilen der Bypassregelung kommt noch die gUnstige Regelcharakteristik: Ober das gesamte Leistungsspektrum ist der spezifische Energiebedarf der Absorptionsanlage, bezogen auf Vol last, annahernd konstant. Fig. 54 zeigt die Regelcharakteristik einer Absorptionswarmepumpe mit Drossel- oder Bypassregelung.
83 _ 1.!I t / 1/1 ~ 1.4 tll d it III I I 12 1.1 10.'00 ., /'AbsoI'pt IIJ'5II\ lII0r0ssetr~ ,~ 1,0 ill! ... " / I ~ ---~ .... ~ --..!, 80 70 liD AbsorlIhonslIIOschft .. Iyparl'fgrlul\Cl 40 30 20 10% 0 Heizteistung - Fig. 54: Regelungsverhalten einer Absorptionswarmepumpe mit Drossel- oder Bypassregelung. Aus /88/ Absorptionswarmepumpen verwenden am haufigsten Ammoniak/Wasser als Arbeitsstoffpaar. Daneben wurde in den letzten Jahren eine LithiumbromidAbsorptionswarmepumpe entwickelt, die mit Wasser als Kaltemittel und Lithiumbromid als Losungsmittel arbeitet und in der Klimatechnik eingesetzt wird /111/. Aufgrund der Begrenztheit des Temperaturbereiches, in dem die Lithiumbromid-Maschine eingesetzt werden kann, ist ihr groSindustrieller Einsatz nicht interessant. Andere Arbeitsstoffpaare werden in Kap. 4.1.2. beschr ieben. Wie aus den vorangegangenen AusfUhrungen folgt, konnen Absorptionswarmepumpen Warme auf verschiedenen Temperaturniveaus erzeugen. Ihr Einsatz ist immer dann gUnstig, wenn vorhandene Hochtemperatur-Abwarme (mehr als 100oC) nicht direkt genutzt werden kann, sondern auf ein niedrigeres Nutztemperaturniveau transformiert werden muS. Die Beheizung des Austreibers kann einerseits mittels industrieller Abwarme (Temperaturbereich 100 - 150°C) erfolgen, um Nieder- und Mitteltemperatur-Nutzwarme (40 - 80°C) zu erzeugen. Ober die Warmequelle wird dem Ve'rdampfer in diesem Fall Umweltwarme zugefUhrt. Andererseits besteht die Moglichkeit der Erzeugung von Nutzwarme hoher Temperatur (80 - 120°C),
84 indem der Austreiber mit Mitteldruckdampf (ca. 10 bar) oder direkt mit Erdgas beheizt wird und als Warmequelle fUr den Verdampfer industrielle Abwarme (40 - 800 C) dient. Die maximal erreichbaren Nutztemperaturen hangen von der thermischen Stabil itat des Arbei tsstoffpaares ab. So kann di e Austrei bertempera tur fUr das am haufigsten eingesetzte Arbeitsstoffpaar Ammoniak/Wasser maximal ca. 160 0 C betragen /94/. Erst mit neu zu entwickelnden Arbeitsstoffpaaren wird die Erzeugung von Nutzwarme Uber 110 - 1200 C moglich. 2.2.1. 2. ABSORPTIONSWARMEPUMPE MIT UMFORMUNG MINDERWERTIGER (Gegenlaufige Absorptionswarmepumpe) I~ARME 1m vorigen Abschnitt wurden Absorptionswarmepumpen beschrieben, die Umwelt- oder Abwarme durch Zufuhr von Warme hoher Temperatur auf ein mittleres Temperaturniveau transformieren. Die Ausbeute an Nutzwarme war groBer als die fUr die Austreibung notwendige Heizwarmemenge. Mit dem AbsorptionsprozeB lassen sich aber auch Warmemengen mittlerer Temperatur auf ein hohes Temperaturniveau bringen, indem ein Teil der zugefUhrten Warmemenge mittlerer Temperatur bei Umgebungstemperaturen abgefUhrt wird. FUr diese Absorptionswarmepumpe mit Umformung minderwertiger Warme ist eine mehrfache Antriebswarmemenge mittlerer Temperatur notwendig, um Nutzwarme hoher Temperatur zu erzeugen. FUr diese Sorptionswarmepumpe gilt: Tz <w Qz> ~ < (47) \p 1 Die Funktionsweise der Absorptionswarmepumpe mit Umformung minderwertiger Warme, auch als gegenlaufige Absorptionsanlage bezeichnet, ist folgende (Fig. 55):
85 r.L. Te<Tz<T N Te < To < TN QA = QN I<cndensator Fig. 55: Sehaltbild einer Absorptionswarmepumpe mit Umformung minderwertiger Warme. Naeh /105/ Dureh Zufuhr von Abwarme mittlerer Temperatur erfolgt die Verdampfung des Kaltemittels im Verdampfer. Der Kaltemitteldampf flieBt zum Absorber und gibt bei seiner Absorption in das Losungsmittel die Absorptionswarme an den Nutzwarmekreislauf abo Die reiehe Losung stromt Uber den Warmetauscher und das Expansionsventil in den Austreiber, wo unter Aufnahme derselben Abwarme wie im Verdampfer das Kaltemittel aus der reiehen Losung ausgetrieben wird. Die vom Kaltemitteldampf getrennte arme Losung gelangt Uber die Losungspumpe in den Warmetauscher, wird dort aufgewarmt und flieBt in den Absorber zurUek. Der Losungskreislauf ist damit gesehlossen. Der ausgetriebene Kaltemitteldampf stromt vom Austreiber in den Kondensator, wo er seine Kondensationswarme dureh KUhlung an die Umgebung abgibt. Das verflUssigte Kaltemittel wird Uber die Kaltemittelpumpe auf das Druekniveau des Verdampfers gehoben und flieBt der erneuten Verdampfung zu. Damit ist der Kaltemittelkreislauf gesehlossen.
86 Zum Unterschied zur Absorptionswarmepumpe mit Umformung hochwertiger Warme arbeiten hier Austreiber und Kondensator auf niedrigem, Absorber und Verdampfer auf hohem Druckniveau. AuBerdem ist eine zusatzliche Kaltemittelpumpe erforderlich, urn das verflUssigte Kaltemittel yom Kondensator zum Verdampfer zu fordern. Die einzig erzielbare Nutzwarme ist die Absorberwarme QA' Von der dem Verdampfer und Austreiber zugefiihrten Warme mittlerer Temperatur wird ein geringer Teil bei hoher Temperatur im Absorber abgegeben und der GroBteil Uber den Kondensator der Umgebung zugefUhrt. Die Warmeverhaltnisse dieser gegenlaufigen Absorptionswarmepumpe sind daher sehr gering. 1m 1dealprozeB konnen bei mittleren Temperaturdifferenzen Werte gunstigstenfalls urn 0.5 erreicht werden, die im realen ProzeB noch tiefer liegen. Zur Veranschaulichung der Warmetransformation zeigt Fig. 56 das ExergiefluBbild einer Absorptionswarmepumpe mit Umformung minderwertiger Warme. cp ' Die Zahlenwerte gel ten fUr folgende Annahmen: o 0 t z = to = 60 C, tN = tA = 100 C, tu = tc = 17 0 C (290 K). Fig. 56: ExergiefluBbild einer Absorptionswarmepumpe mit Umformung min derwertiger Warme
87 Der Einsatz gegenlaufiger Absorptionsanlagen ist dann interessant, wenn die folgenden Voraussetzungen gegeben sind /107/: - Das Temperaturniveau der Warmequelle mu6 mindestens 400 C Uber dem des KUhlmediums liegen - Abwarme im Temperaturbereich von 50 - 800 C mu6 in gro6en Mengen zur Verrugung stehen Werden diese Voraussetzungen erfUllt, sind Warmetransformationen auf Nutztemperaturen Uber 1000 C mOglich. 2.2.2. RESORPTIONSW~RMEPUMPEN Die Warmeaufnahme im Verdampfer und die Warmeabgabe im Kondensator erfolgen in der Absorptionswarmepumpe bei DrUcke~, die durch die Eigenschaften des Kaltemittels vorgegeben sind. Urn das durch den Antriebsteil der Absorptionswarmepumpe aufzubringende Druckverhaltnis zu reduzieren, kann in der Anlage, wie schon bei der Kompressionswarmepumpe beschrieben (2.1.2.), ein zusatzlicher Losungsmittelkreislauf eingeschaltet werden. Die Kondensation wird durch einen Absorptionsproze6, die Verdampfung durch einen Desorptionsproze6 ersetzt. Damit kann vor allem der Druck bei der Warmeabgabe verringert werden, da ein Absorber (Resorber) bei geringeren DrUkken arbeitet als ein Kondensator gleicher Temperatur und Nutzwarmeleistung. In Anlehnung an die Systematik der Kompressionswarmepumpe kann diese Resorptionswarmepumpedaher als Absorptionswarmepumpe mit Losungskreislauf bezeichnet werden. Der Antriebsteil unterscheidet sich nicht von dem der Absorptionswarmepumpe. 1m Resorptionsteil werden anstatt des Kondensators ein Resorber, anstatt des Verdampfers ein Austreiber (Entgaser) und zusatzlich eine Losungspumpe und ein Warmetauscher eingesetzt.
88 Die Funktionsweise des Resorberteiles der Anlage ist wie folgt (Fig. 57): 2 Fig. 57: Schaltbild einer einstufigen Resorptionswarmepumpe Der vom Austreiber kommende Kaltemitteldampf wird im Resorber bei Abgabe der Absorptionswarme durch das Losungsmittel absorbiert. Die reiche Losung flieBt Uber den Warmetauscher und das Expansionsventil in den Austreiber, wo der Kaltemitteldampf unter Aufnahme von Umwelt- und Abwarme desorbiert wird. Die dadurch entgaste arme Losung stromt Uber die Losungspumpe in den Warmetauscher, wird dort durch die Warmeabgabe der reichen Losung vorgewarmt und gelangt anschlieBend in den Resorber. Dort findet die erneute Absorption statt. Der im Entgaser desorbierte Kaltemitteldampf gelangt in den Absorber des Antriebsteiles. Die Funktionsweise des Antriebsteiles ist wie bei der Absorptionswarmepumpe (2.2.1.). Resorptionswarmepumpen vermeiden nicht nur die hohen DrUcke bei Warmeabgabe in einer Absorptionsanlage, sondern bringen darUber hinaus auch noch energetische Vorteile und,damit verbunden,bessere Warmeverhaltnisse. Die Warmeabgabe im Resorber und die Warmeaufnahme im Entgaser erfolgen bei
89 Resorptionsmaschinen bei gleitender Temperatur, wodurch die irreversiblenVerluste der Absorptionsmaschine vermieden werden. Die Darstellung des Resorptionsprozesses im 19 p/l/T-Diagramm (Fig. 58) zeigt die beiden getrennten Losungskreislaufe entsprechend den StreckenzUgen 3-4-5-6 (Resorptionsteil) und 7-10-9-8 (Antriebsteil). VT Fig. 58: ResorptionswarmepumpenprozeB im 19 P;fl/T-Diagramm Bei Oberschreiten der Grenzbedingungen (Entgasungsbreite gleich null, Losungskreislaufmenge unendlich) ist auch bei Resorptionsmaschinen zur mehrstufigen Betriebsweise Uberzugehen. In mehrstufigen Resorptionswarmepumpen konnen sowohl ein- und mehrfache Austreibung als auch ein- und mehrfache Resorption in einer Anlage gekoppelt werden. Fig. 59 zeigt eine zweistufige Resorptionswarmepumpe. Auch Absorptionswarmepumpen mit Umformung minderwertiger Warme konnen mit einem Resorptionssystem ausgestattet werden. Fig. 60 zeigt ein Beispiel einer gegenlaufigen Resorptionsanlage.
90 Fig. 59: Schaltbild einer zweistufigen Resorptionswarmepumpe Fig. 60: Schaltbild einer gegenlaufigen Resorptionswarmepumpe
91 2.3. KOMBINIERTE KOMPRESSIONS-/SORPTIONSWARMEPUMPEN 2.3.1. VERGLEICH DER KOMPRESSIONS- UND ABSORPTIONSWARMEPUMPEN 2.3.1.1. ENERGETISCHER VERGLEICH Der ZusalllTlenhang zwischen der Leistungszahl E einer Kompressionswannepumpe und dem Warmeverhaltnis ~ einer Absorptionswannepumpe erfolgt Uber den Wirkungsgrad ~ th der Umwandlung von thennischer in mechanische Energie /47/. (48) Weiters ist der Vergleich Uber den Primarenergienutzungsgrad EI (1.3.4.) moglich. Die Leistungszahl einer Kompressionswarmepumpe mu6 nach (48) immer gro6er sein als ~,wenn ein primar-energetischer Vorteil bei gleicher Nutzwanneleistung gegeben sein soll. FUr ein Wanneverhaltnis von 1.5 mu6 die Leistungszahl einer elektrischen Wannepumpe mit Strom aus einem kalorischen Kraftwerk ~th = 0,35) mindestens 1.5/0.35 = 4.3 sein. Da so hohe Leistungszahlen fUr mittlere Temperaturdifferenzen nicht moglich sind, ist die Absorptionswannepumpe einer elektrischen Kompressionswannepumpe mit thermisch erzeutem Strom energetisch Uberlegen. Erfolgt die Beheizung der Absorptionsanlage mit Dampf, unterstreicht die folgende Oberlegung an einem Kraftwerk mit Gegendruckturbine den wirtschaftlichen Vorteil der Absorptionswarmepumpe gegenUber einer elektrischen Kompressionswannepumpe: Der zur Austreibung in der Absorptionsanlage benotigte Dampf erzeugt zuerst Strom in einer Gegendruckturbine, bevor er dem Austreiber zur Beheizung zugefUhrt wird. Mit jeder Tonne Dampf, die von der Absorptionsanlage verbraucht wird, kann zuvor Strom erzeugt werden, aber auch Strom fUr eine mit elektrischem Motor betriebene Kompressionsanlage eingespart werden. Aus der Sicht der Absorptionswarmepumpe ist der Gewinn an elektrischer Energie also zweifach.
92 GUnstiger liegt eine elektrische Warmepumpe mit Strom aus Wasserkraft (~= 75 X). Diese muB eine Leistungszahl von 1.5/0.75 = 2.0 erreichen, urn gegenUber der Absorptionsanlage energetisch gUnstiger zu liegen. Effektive Leistungszahlen von 2.0 sind bei mittleren Temperaturdifferenzen mit Kompressionswarmepumpen jederzeit erreichbar. Der Vergleich einer Gaswarmepumpe und einer Absorptionswarmepumpe soll auf Primarenergiebasis gefUhrt werden. Direkt beheizte Absorptionswarmepumpen mit einem Warmeverhaltnis von 1.5 erreichen unter BerUcksichtigung von 14 %igen Verlusten bei der Verbrennung (Abgas-, Strahlungsverluste) eine Primarenergieausnutzung von 1.29 /46/. FUr eine Gaswarmepumpe mit der Leistungsziffer 4.0 gilt fUr den Primarenergienutzungsgrad: Die Umsetzung in mechanische Energie erfolgt mit einem Wirkungsgrad von ca. 30 %. Bei einer Leistungszahl von 4.0 ergibt sich daraus eine Primarenergienutzung von 120 %. Der Gaswarmepumpe wird aber zusatzlich die Motorabwarme als thermische Energie zugefUhrt, die bei 10 %igen Gesamtverlusten bei der Umsetzung im Gasmotor die Primarenergienutzung urn 60 % erhoht. Der gesamte Primarenergienutzungsgrad einer Gaswarmepumpe betragt daher 180 % und liegt wesentlich hoher als der einer Absorptionswarmepumpe. WUrde die' Motorabwarme nicht genutzt werden, ergabe sich mit Er = 120 % eine schlechtere Energieausbeute als bei der Absorptionswarmepumpe. Elektrische Kompressionswarmepumpen mit Strom aus kalorischen Kraftwerken sind Absorptionswarmepumpen primarenergetisch unterlegen. Gaswarmepumpen und auch Kompressionswarmepumpen mit Dieselmotorantrieb Ubertreffen im primarenergetischen Vergleich Absorptionswarmepumpen derselben Nutzwarmeleistung. Neben der energetischen GUte der beiden Warmepumpenarten mUssen aber noch andere EinfluBgroBen berUcksichtigt werden (Investitionskosten, Betriebskosten, Bedienbarkeit der Anlage, Storungsanfalligkeit), urn eine Auswahl nach der Gesamtwirtschaftlichkeit treffen zu konnen.
93 Weiters interessiert die ~nderung der Leistungsziffer und des Warmeverhaltnisses mit groBerwerdender Temperaturdifferenz zwischen Warmequelle und Warmesenke (Fig. 61). Zur Berechnung wird eine Kompressionswarmepumpe und eine Absorptionswarmepumpe mit folgenden Annahmen herangezogen: Kompressionswarmepumpe: tN = 100oe, E = 0.5 ~ Eearnot Absorptionswarmepumpe: tN = 100oe, t z = 150 e, Cjl = 0.75 x Cjlopt £/£20 4>/4>20 1.0 0 ·8 [\ '\ 0·6 ~~ 0.; ' ~ 02 20 30 40 ~ ~ r--- ~46 ~ I-E- 50 60 \j) '?2s 70 80 0.43 r- 020 90 100 A T=TN - To (K) Fig. 61: Abhangigkeit der Leistungszahl und des Warmeverhaltnisses von der Temperaturdifferenz zwischen Warmequelle und Warmesenke Aus Fig. 61 fo 1gt, dal3 di e Lei stungszahl ei ner Kompress ionswarmepumpe mit steigendem Temperaturgefalle starker abnimmt als das Warmeverhaltnis einer Absorptionswarmepumpe. Absorptionswarmepumpen passen sich daher schwankenden Warmequellentemperaturen besser an als Kompressionswarmepumpen.
94 2.3.1.2. EXERGETISCHER VERGLEICH Urn die exergetische GUte eines Kompressions- und Absorptions-Warmepumpenprozesses vergleichen zu konnen, wird fUr zwei Prozesse mit gleicher Nutzwarmeleistung der exergetische Wirkungsgrad in Abhangigkeit der steigenden Warmequellentemperatur berechnet. Die Abbildungen 62 und 63 zeigen die ExergiefluBbilder und die errechneten exergetischen Wirkungsgrade der Kompressions- und Absorptionswarmepumpe. Den errechneten Werten liegen die folgenden Annahmen zugrunde: Kompressionswarmepumpe: tu Absorptionswarmepumpe: tu = 17°C, tN = 100°C, E = 0.5 x EC t ° arno = 17°C, tN = 100°C, t z = 150 C, ~ = 0.75 x ~opt Die Warmequellentemperatur wird mit den Werten tOl t03 = 60° und t04 = BOoC variiert. 20°, t02 = 40°, Die in den Abbildungen 62 und 63 errechneten exergetischen Wirkungsgrade werden in Abhangigkeit der steigenden Warmequellentemperatur bei konstanter Nutztemperatur dargestellt (Fig. 64). Wie aus Fig. 64 hervorgeht, ist Uber den gesamten Bereich der variierten Warmequellentemperatur der exergetische Wirkungsgrad der Absorptionswarmepumpe groBer als der der Kompressionswarmepumpe. Absorptionswarmepumpen sind daher exergetisch gUnstiger als Kompressionswarmepumpen.
95 6.T=80 K tJ.T=60K tOl t02 t03 t04 = = = = 20° C 40° C 60° C 80°C ECarnot ECarnot ECarnot ECarnot = 4.66, = 6.22, = 9.33, =18.65, E= E= E= E= 2.33, 3.11, 4.66, 9.33, w= w= w= w= 0.57, 0.68, 0.79, 0.89, ~ ~ ~ ~ = 0.51 = 0.60 = 0.70 = 0.83 Fig. 62: Exergieflu6bild und exergetischer Wirkungsgrad einer Kompressionswarmepumpe
96 I1T=80 K I1T=60 K I1T=20 K t01 t02 t03 t04 = 20 0 C 0 = 40 C 0 = 60 C 0 = 80 C ((lopt (j)opt (j)opt (j)opt = 1. 43, = 1. 62, = 1. 98, = 3.09, (j) (j) (j) (j) = 1.07, = 1. 21, = 1.49, = 2.31, wI wI wI wI = 0.06, = 0.17, = 0.33, = 0.57, S= 0.75 S= 0.82 S= 0.88 S= 0.94 Fig. 63: ExergiefluBbild und exergetischer Wirkungsgrad einer Absorptionswarmepumpe
97 ,.. !:> 1.0 08 05 052 0.1. 0.2 60 20 M=W-"b (K) Fig. 64: Exergetischer Wirkungsgrad der Kompressions- und Absorptionswarmepumpe in Abhangigkeit der Temperaturdifferenz zwischen Nutz- und Warmequellentemperatur 2.3.1.3. VERGLEICH DES BETRIEBSVERHALTENS Absorptionswarmepumpen bringen in bezug auf ihr Betriebsverhalten eine Reihe von Vorteilen gegenUber Kompressionsanlagen. Diese sind: - Keine mechanisch bewegten Teile, daher geringerer VerschleiB Geringer Wartungs- und Reparaturaufwand Hohe Betriebssicherheit Kein qualifiziertes Maschinenpersonal notig Oberall verfUgbares, preiswertes Kaltemittel (NH 3) Anspruchslose Aufstellung im Freien Gerauschfreie Arbeitsweise Lange Lebensdauer Sehr gute Regelbarkeit Wirtschaftlicher Teillastbetrieb
98 Ein Nachteil der Absorptionswarmepumpe liegt darin, daB mit giftigem Ammoniak gearbeitet wird, was spezielle Sicherheitsvorkehrungen notwendig macht. Dadurch wird die Anwendung vor allem in geschlossenen Raumen erschwert. Wenn man zusammenfaBt, so kann Uber den Vergleich von Kompressions- und Sorptionswarmepumpen folgendes ausgesagt werden: Die Warmeverhaltnisse von Absorptjonswarmepumpen liegen wesentlich niedriger als die Leistungszahlen von Kompressionswarmepumpen. BerUcksichtigt man aber die GUte der Energieumwandlung bis zum Antrieb der Kompressionswarmepumpe, liegen elektrische Warmepumpen energetisch schlechter als Absorptionswarmepumpen. Gaswarmepumpen erreichen aufgrund ihrer Verwertung der Motorabwarme energetische Nutzungsgrade, die Uber denen von Absorptionswarmepumpen liegen. 1m Betrieb bringen Absorptionswarmepumpen eine Reihe von Vorteilen, haben aber den Nachteil der Giftigkeit und eines im Vergleich zu den Kompressionswarmepumpen groBeren Bauvolumens. Exergetisch ist die Absorptionswarmepumpe der Kompressionswarmepumpe in allen Temperaturbereichen Uberlegen. 2.3.2. KOMBINIERTE ABSORPTIONS- UND KOMPRESSIONSWARMEPUMPEN Die Vorteile der Kompressions- und Absorptionswarmepumpe lassen sich in kombinierten Anlagen nutzen. So kann durch die Abwarme des Kompressorantriebes (Abdampf, Abgase, MotorkUhlwasser) die Beheizung des Austreibers der Absorptionsanlage erfolgen. Mit kombinierten Anlagen werden groBe Nutzwarmestrome fUr industrielle Abnehmer erzeugt.
99 Die Leistungszahl kombinierter Anlagen liegt gUnstiger als die Leistungszahl bzw. das Warmeverhaltnis der Einzelanlagen /99/. Fig. 65 zeigt eine kombinierte Kompressions-/Absorptionswarmepumpe mit Dampfturbinenantrieb. Zur Vermeidung hoher KondensatordrUcke konnen auch kombinierte Anlagen mit Losungskreislauf arbeiten. Fig. 66 zeigt eine kombinierte Resorptionsanlage mit Dieselmotorantrieb. Fig. 65: Kombinierte Kompressions-/Absorptionswarmepumpenanlage mit Dampfturbinenantrieb und getrennter Abgabe der Nutzwarmestrome
100 Resorber - Absorber Fig. 66: Kombinierte Kompressions-/Absorptionsanlage mit Losungskreislauf (Resorptionsanlage) und Dieselmotorantrieb
101 2.4. THERMOKOMPRESSOR Kompressions- und Sorptionswarmepumpen sind geschlossene Systeme; d.h. der Kaltemittelkreislauf und der Heizkreislauf sind voneinander getrennt und durch Warmetausch-Apparate verbunden. Thermokompressoren sind offene Warmepumpensysteme mit mechanischem Kompressorantrieb, die zur BrUdenkompression eingesetzt werden. Dabei dienen die BrUden als Warmequelle und werden direkt yom Kompressor angesaugt und verdichtet. Die dadurch aufgewertete Warme (Kondensationswarme) wird wieder an den ProzeB abgegeben. Thermokompressoren zahlen in exergetischer Hinsicht zu den Warmepumpen des Typs 2: 1m Kompressor wird reine Exergie zugefUhrt und damit die BrUdenwarme auf hohere Temperatur angehoben. Die Verdichtung erfolgt nur soweit, daB die BrUden als Heizdampf wiederverwendet werden konnen. Nach (24) errechnet sich der exergetische Wirkungsgrad der Thermokompression zu: To = Temperatur der yom ProzeB abstromenden BrUden TN = Temperatur der BrUden nach der Thermokompression w = Warmestromverhaltnis Abwarme/Nutzwarme Tu = Umgebungstemperatur Das maximale Warmestromverhaltnis des reversiblen Prozesses ist nach (25): Fig. 67 zeigt das ExergiefluBbild eines Thermokompressors mit der Berechnung des exergetischen Wirkungsgrades und der Leistungszahl.
102 Die Thermokompression bezweckt eine Temperaturerhohung der BrUden nur um jenen Betrag. der notwendig ist. um die Gradigkeit der WarmeUbertragung der Kondensationswarme an den laufenden ProzeB aufzubauen. Diese Gradigkeit ist relativ gering (10 - 200 C). so daB die Nutztemperatur (BrUden nach der Kompression) und die Warmequellentemperatur (BrUden vor der Kompression) nur wenig auseinanderliegen. Daraus folgen im Vergleich zur Kompressionswarmepumpe sehr hohe Leistungszahlen. FUr das Beispiel der Fig. 67 betragt E = 10. Reale Leistungszahlen im Bereich 10 - 15 sind bei der Thermokompression in Verdampfungsanlagen Ublich. ~Carnot=22.65 E =1000 ~~ ~=a$ Die Werte gelten fUr folgende Annahmen: tu = 17 0 C (290 K). tN to = 160oC. = l800 C. Fig. 67: ExergiefluBbild eines Thermokompressors Der exergetische Wirkungsgrad liegt umso hoher. je naher das Warmestromverhaltnis den maximal moglichen Wert. der durch den theoretischen Fall der Reversibilitat vorgegeben ist. erreicht.
103 Die Abhangigkeiten des exergetischen Wirkungsgrades vom Warmestromverhaltnis, von der Umgebungstemperatur und von tler Nutztemperatur werden in den Abbildungen 68 - 70 dargestellt. 48 q7~--4---~~~~~~--~ ~ ~f q6 W Fig. 68: Abhangigkeit des exergetischen Wirkungsgrades eines Thermokompressors vom Warmestromverhaltnis. Aus 11171 Aus den Darstellungen gehen die folgenden Abhangigkeiten hervor: - Der exergetische Wirkungsgrad steigt mit groBerwerdendem Warmestromverhaltnis. - Der exergetische Wirkungsgrad sinkt mit steigender Umgebungstemperatur. - Der exergetische Wirkungsgrad steigt mit groBerwerdender Nutztemperatur. Ein weiterer Unterschied zu den Kompressions-/Sorptionswarmepumpen liegt im Temperaturbereich, in dem Thermokompressoren eingesetzt werden konnen. Die maximal erreichbaren Nutztemperaturen sind bei Kompressions-/Sorptionswarmepumpen durch die thermische Stabilitat des Kaltemittels begrenzt und liegen bei Verwendung der heute bekannten Kaltemittel im Bereich von 100 - 120oC.
104 ~Or----r----~--~----~--~----~ q9r---~--~r-~~---;----+---~ Fig. 69: Abhangigkeit des exergetischen Wirkungsgrades eines Thermokompressors von der Umgebungstemperatur. Aus /117/ 4~~~---~~--~2~~---~~--~~~---~~--~~~~~~500 til Fig. 70: Abhangigkeit des exergetischen Wirkungsgrades eines Thermokompressors von der Nutztemperatur. Aus /117/ Thermokompressoren arbeiten als offene Systeme direkt mit ProzeBbrUden und sind daher in der maximal erreichbaren Temperatur nach der Kompression nicht an die Stabilitat eines Kaltemittels gebunden. Die Temperaturgrenzen sind durch die kritischen Werte der BrUden vorgegeben und liegen daher wesentlich hoher als bei Kompressions- und Sorptionswarmepumpen. Thermokompressoren eignen sich sehr gut fUr Destillations- und Verdampfungsprozesse, wo sie als offene Systeme mit hohen Leistungszahlen einge-
105 setzt werden. In den Abbildungen 71 und 72 sind zwei Moglichkeiten des Einsatzes von Thermokompressoren dargestellt: Der Thermokompressor in der Destillations- und Verdampfungstechnik. R A _. Abscheider B.... BodenprcxJukt D. ... o.estillat F F._. Einsatz Fc. Riicklau f 0. B Fig. 71: Destillation mit Thermokompressor F 0. 8 Fig. 72: Verdampfung mit Thermokompressor
106 2.5. STRAHlW~RMEPUMPEN Strahlwarmepumpen rordern mit Hilfe eines Treibmediums Abdampf auf ein hoheres Druck- und Temperaturniveau. Wird als Treibmedium Sattdampf eingesetzt, spricht man von Dampfstrahlwarmepumpen, wird hochgespanntes siedendes Wasser verwendet, von thermischen Warmepumpen. 2.5.1. DAMPFSTRAHlW~RMEPUMPE 1m Fall der Dampfstrahlwarmepumpe wird niedriggespannter Dampf durch die Energie von hoher gespanntem Dampf verdichtet und auf ein mittleres Temperaturniveau gefordert. Der DampfstrahlprozeB ist demnach eineWarmetransformation: Warme niedriger Temperatur (Abdampf) wird durch Warme hoher Temperatur (Treibdampf) auf ein mittleres Niveau gehoben. Als Verdichter dient im Gegensatz zum Thermokompressor ein Dampfstrahlverdichter. Der Antrieb erfolgt nicht mit reiner Exergie, so daB diese Warmepumpe in exergetischer Hinsicht dem Typ 4 der Tab. 2 entspricht. Ober die Warmequelle wird sowohl Anergie als auch Exergie aufgenommen. Dampfstrahlwarmepumpen sind offene Systeme. Als Abdampf werden direkt BrUden eines Prozesses zugefUhrt; nach der thermischen Kompression wird die Kondensationswarme der verdichteten BrUden an den ProzeB wieder abgegeben. Die Verdichtung bewirkt eine Temperaturerhohung der BrUden, die der Gradigkeit des WarmeUberganges von den verdichteten BrUden an den ProzeB entspricht. Daher ist die Temperaturzunahme relativ gering, wodurch sich gUnstige Warmeverhaltnisse einstellen. Der Aufbau eines Dampfstrahlverdichters ist aus Fig. 73 ersichtlich.
107 3 1 Ti"eibdiJse 2 MisdxJngsrohr 3 Ha1.s 4 Diffuser 5 SaugdiJse Fig. 73: Aufbau eines Dampfstrahlverdichters Die Funktionsweise eines Dampfstrahlverdichters ist dabei folgende: Der von der Dampferzeugung kommende hoc~gespannte Dampf (Sattdampf) wird in der Treibduse vom Druck PI auf einen Druck knapp unter dem Saugdruck Po entspannt. Dadurch treten in der Trei bduse und am Trei bdusenaustritt sehr hohe Geschwindigkeiten auf (ungefahr Schallgeschwindigkeit an der engsten Stelle der Duse). Beim Auftreffen des Treibdampfes auf den Dampf im Saugraum (Druck po) findet ein 1mpulsaustausch statt, der im Mischungsrohr'fortgesetzt wird. Dieser 1mpu1saustausch bewirkt ein standiges Nachstromen des aus dem Saugraum angesaugten Dampfes. 1m Diffusor wird das Gemisch durch Umsetzen von Geschwindigkeitsenergie in potentie1le Energie auf das hohere Druckniveau gefordert. Der Treibdampfverbrauch bei der Thermokompression hangt vom Expansionsverha1tnis abo Dieses ist definiert a1s das Verhaltnis von Treibdampfdruck zu Saugdampfdruck. Je groBer das Expansionsverha1tnis ist, desto weniger Treibdampf wird benotigt, urn Mischdampf eines bestimmten Druckniveaus zu erzeugen. Die Zustandsanderungen in einem Dampfstrah1verdichter sind in Fig. 74 im h/s-Diagramm und in Fig. 75 im 19 p/h-Diagramm dargestellt.
108 Den Strecken in den Abbildungen 74 und 75 entsprechen die folgenden Vorgange im Dampfstrahlapparat: 1133 455'13 - 2 ... Tatsachliche Expansion des Treibdampfes in der DUse 2' ... Theoretische Expansion des Treibdampfes 4 .,. Tatsachliche Expansion des Saugdampfes 4' ... Theoretische Expansion des Saugdampfes 5, 2 - 5 Mischungsvorgang 6 ... Tatsachliche Verdichtung im Diffusor 6' ... Theoretische Verdichtung im Diffusor I' ... Enthalpieanderung des Treibdampfes bei idealer Expansion 3' ... Enthalpieanderung des Saugdampfes bei idealer Kompression Zur Bewertung des Dampfstrahlprozesses kann das Warmeverhaltnis ~*analog Gleichung (39) als Quotient aus Nutzwarme und Heizwarme definiert werden. m . (h m - ho') mz·(h z - hm') m mz hm hz ho ' (49) = Masse des Mischdampfes = Masse des Treibdampfes hm' spezifische.Enthalpie des Mischdampfes spezifische Enthalpie des Treibdampfes spezifische Enthalpie des flUssigen Arbeitsmediums bei der Temperatur des Saugdampfes To spezifische Enthalpie des flUssigen Arbeitsmediums bei der Temperatur des Mischdampfes TN Die thermodynamische GUte des Dampfstrahlprozesses wird mit dem Wirkungsgrad~ D beschrieben. Dieser ist definiert als /120/: ~ D= Isentropenverdichtungsleistung der Saugdampfmenge Isentropenexpansionsleistung der Treibdampfmenge ms = Saugdampfmenge mT = Treibdampfmenge = ms*~h2 mT*~hl (50)
109 Dieser Wirkungsgrad kann als Produkt folgender Einzelwirkungsgrade gesehen werden: l1a = Einlaufwirkungsgrad des Saugdampfes - 0.85 l1b = Mi schungswirkungsgrad - 0.70 l1c = Diffusorwirkungsgrad - 0.80 Nach /120/ liegt der Gesamtwirkungsgrad fUr einen Ammoniak-Dampfstrahlapparat bei ca. 50 %. Die exergetische GUte eines Dampfstrahlprozesses kann mit Hilfe des exergetischen Wirkungsgrades beurteilt werden. Die Berechnung erfolgt abweichend von /27/ mit Gleichung (12). !;; = Em = Exergie des Mischdampfes Ez = Exergie des Treibdampfes Eo = Exergie des Saugdampfes Die Exergiestrome werden mit Gleichung (9) berechnet. Fig. 76 zeigt das ExergiefluBbild einer Dampfstrahlwarmepumpe mit der Berechnung des exergetischen Wirkungsgrades und des Warmeverhaltnisses.
110 h s· Fig. 74: Zustandsanderungen in einer Dampfstrahlwarmepumpe im h/s-Diagramm 6h ~Pr---+---~--------------~ ~ b· h Fig. 75: Zustandsanderungen in einer Dampfstrahlwarmepumpe im 19 p/h-Diagramm
111 '-P = 25 !;;=o.81. Fig. 76: Exergieflui3bild einer Dampfstrahlwannepumpe Definiert man den exergetischen Wirkungsgrad nach /27/ (wie schon in Gleichung (32a) angeschrieben) mit TN - Tu TN 1 - Tu so konnen nach Fig. 77 - 79 folgende Abhangigkeiten des exergetischen Wirkungsgrades fUr die Dampfstrahlwannepumpe hergeleitet werden: - Der exergetische Wirkungsgrad steigt mit groi3erwerdendem Wannestromverhaltnis. - Der exergetische Wirkungsgrad sinkt mit steigender Umgebungstemperatur. - Der exergetische Wirkungsgrad sinkt mit steigender Treibdampftemperatur.
112 Wie der Thermokompressor wird auch die Dampfstrahlwarmepumpe in erster Linie fUr Destillations-, Verdampfungs- und Trocknungsprozesse eingesetzt. Fig. 77: Abhangigkeit des nach /27/ definierten exergetischen Wirkungsgrades eines Dampfstrahlapparates vom Warmestromverhaltnis. Aus /117/ I,Or----.----.----.T~~1W~~~;T~=~~~~~~----, t H -250OC &' 43L---~--~----~--~~--~~~. -iii - TO 0 TO 20 30 "c I/O Fig. 78: Abhangiqkeit des nach /27/ definierten exerqetischen Wirkungsgrades eines Dampfstrahlapparates von der Umgebungstemperatur. Aus /117/
113 1,0'50 100 q98r--+---+- ~~~~----~--~~~O--~~~--~f~=-M>~ tl. Fig. 79: Abhangigkeit des nach /27/ definierten exergetischen 14irkungsgrades ei nes Dampfstt"ahl apparates von der ~li schdampf- (Nutz-) Temperatur und der Treibdampftemperatur. Aus /117/ Die Abbildungen 80 - 81 zeigen Moglichkeiten des Einsatzes von Dampfstrahlwarmepumpen in der Verdampfungs- und Destillationstechnik. Einsatz Rest- briiden Kendensat Konzentrat Fig. 80: Dampfstrahlwarmepumpe zur Eindampfung
114 Fig. 81: Dampfstrahlwarmepumpe zur Sumpfbeheizung einer Destillationskolonne /87/ Dampfstrahlwarmepumpen konnen aber auch in Kombination mit Kompressionswarmepumpen wirtschaftlich eingesetzt werden (Fig. 82). Als Betriebsdampf steht in Dampfstrahlwarmepumpen nicht nur Wasserdampf, sondern auch Ammoniak in Verwendung /120/. Pig. 82: Kombinierte Kompressions-/Dampfstrahlwarmepumpe mit zwei Verdampferstufen
115 2.5.2. THERMISCHE WARMEPUMPE (HEISSFLOSSIGKEITS-STRAHLPUMPE) Zum Antrieb einer Strahlpumpe kann neben Sattdampf auch Hei8flUssigkeit (siedendes Wasser) eingesetzt werden. Der Zustandspunkt dieser TreibflUssigkeit liegt im h-s-Diagramm nicht mehr auf der oberen Grenzkurve wie der Zustandspunkt des Treibdampfes bei der Dampfstrahlwarmepumpe. sondern auf der unteren. Der Aufbau des Hei8flUssigkeits-Strahlapparates entspricht dem des Dampfstrahlapparates. Die Funktionsweise der thermischen Warmepumpe wird anhand der Zustandsanderungen im h/s-Diagramm (Fig. 83)beschrieben. Das unter dem Druck PI stehende siedende Wasser (1) expandiert in der TreibdUse auf einen Druck P2 unter dem Saugdruck Po und erreicht damit die Na8dampfisotherme T* (2). die sich am Anfang des Mischrohres einstellt. Damit verdampftein Teil der F1Ussigkeit. Die Geschwindigkeit des Na8dampfes erhoht sich in der TreibdUse sehr stark. daB es zu einem Impulsaustausch zwischen dem Saugdampf yom Druck Po und dem NaBdampf kommt. Der Saugdampf (Abdampf) wird daher fortwahrend angesaugt und in das Mischungsrohr mitgerissen. Dadurch erfahrt der Saugdampf yom Zustand (3) auf der Taulinie eine Entspannung. bis er ebenfalls die NaBdampfisotherme T* erreicht (4). Dabei kondensiert ein Teil des Saugdampfes. Entlang der Na8dampfisotherme erfolgt die Mischung der beiden Na8dampfstrome zum Mischungspunkt (5). Dieses Dampfgemisch wird anschlieBend im Diffusor auf die Verdichtungsendtemperatur TN verdichtet. Die verlustfreien Vorgange sind in Fig. 83 als strichlierte Linien und als Punkte mit Strichsymbol dargestellt. FUr den reversiblen Proze8 ware der Punkt M' der ideale Mischungspunkt. Infolge der in DUse. Mischungsrohr und Diffusor auftretenden Irreversibil itaten wird jedoch mehr TreibflUssigkeit benotigt. wodurch sich der Mischungspunkt des reversiblen Prozesses zum Mischungspunkt des irreversiblen Prozesses verschiebt. Der Endzustand (6) folgt also aus der Entropiezunahme infolge Irreversibilitaten llStrr.
116 Werden die Zustandspunkte von HeiBflUssigkeit und Sattdampf so gewahlt, daB die NaBdampfisotherme T* parallel zur Mischungsgeraden verlauft, werden die Enthalpiedifferenzen ~hF der F1Ussigkeit bei Expansion in der TreibdUse und ~hD des Dampfes in der SaugdUse gleich groB. Es stellen sich somit annahernd gleiche Geschwindigkeiten im Saug- und Treibstrom beim Eintritt in das Mischungsrohr ein. Die TreibflUssigkeit dient dann nur der Erzeugung von Unterdruck, wodurch sich der Treibdampfverbrauch zur oben beschriebenen Anlage verringert. h s Fig. 83: Zustandsanderungen in der thermischen Warmepumpe. Nach /121/ Die Verluste einer HeiBflUssigkeits-Strahlpumpe sind wesentlich geringer als bei der Dampfstrahlwarmepumpe. Dort liegen die Zustandspunke des Saug- und Treibdampfes beide auf der Sattdampflinie. Ein gleicher Enthalpieumsatz auf einer NaBdampfisotherme ist dort praktisch nicht moglich. Es entstehen dadurch im Mischungsrohr erhebliche Verluste, die den Wirkungsgrad verschlechtern. Die HeiBflUssigkeits-Strahlpumpe ist daher der Dampfstrahlpumpe energetisch Uberlegen.
117 Nach /121/ liegen die Amortisationszeiten der thermischen Warmepumpe bei 4 - 6 Jahren. Der Endzustandspunkt (6) des thermischen Warmepumpenprozesses liegt bei Austritt aus dem Diffusor im NaBdampfgebiet. Der Strahl pumpe muB daher ein Abscheider nachgeschaltet werden, der Sattdampf und siedende F1Ussigkeit trennt. Fig. 84 zeigt das Schaltbild einer thermischen Warmepumpenanlage. Fig. 84: Schaltbild einer thermischen Warmepumpenanlage Die Berechnung der Leistungsfahigkeit mit Hilfe des Warmeverhaltnisses und der energetischen GUte Uber den exergetischen Wirkungsgrad entspricht den bei der Dampfstrahlwarmepumpe (Kap. 2.5.1.) gezeigten Methoden.
118 2.6. SONDERFORMEN DER 2.6.1. W~RMEPUMPEN PELTIERW~RMEPUMPE Die Peltierwarmepumpe nutzt den Peltiereffekt als Verfahren zurthermoelektrischen Warmeerzeugung: FlieBt Gleichstrom durch einen Stromkreis aus unterschiedlichen Metallen, kUhlt sich eine Kontaktstelle ab, wahrend sich die andere erwarmt. Ein Peltierelement besteht aus zwei Schenkeln eines Halbleiters (ein p-leitender. ein n-leitender). die mit drei BrUcken verlatet sind (Fig. 85). 7 7 77 Fig. 85: Peltierelement Peltierelemente sind dann gUnstig. wenn sie folgende Eigenschaften haben: - Maglichst hohe Thermospannung - Maglichst gute elektrische Leitfahigkeit - Maglichst kleine Warmeleitfahigkeit Eine Peltierwarmepumpe entsteht durch die Zusammenschaltung mehrerer Peltierelemente zu Blacken. an deren Latstellen sich die Temperaturdifferenz zwischen kalter und warmer Seite aufbaut. Der Vorteil dieser Warmepumpenart ist das Fehlen beweglicher Teile und die Kompaktheit. so daB der Einsatz als Klimagerat heute bereits maglich ist. FUr den industriellen Einsatz sind Peltierwarmepumpen nicht interessant. Genauere Angaben und Berechnungsmethoden sind aus /123/. /124/, /125/. /126/ zu entnehmen.
119 2.6.2. ROTATIONSW~RMEPUMPE Der WarmeUbergang an WarmeUbertragungsflachen kann erhoht werden, wenn die Stromungsgeschwindigkeit des WarmeUbertragungsmediums vergroBert wird. Daraus folgt eine hohere Nusseltzahl und damit eine gUnstigere WarmeUbertragung. Auf dieser Tatsache beruht das Prinzip der Rotationswarmepumpe (Fig. 86): Die Rotationswarmepumpe besteht aus einer doppelwandigen Trommel mit einem zentralen Rohr und einem Geblase. Der Kaltemitteldampf wird durch das Geblase angesaugt, stromt durch dessen hohle Schaufeln, wird dabei verdichtet und kommt Uber den zentralen Kanal in den Mantel der Trommel, wo er kondensiert. Der WarmeUbergang wird dadurch erhoht, daB die Trommel urn ihre Achse rotiert. Nach dem Kondensator stromt das Kaltemittel entlang des Zylindermantels durch eine Drossel in den Verdampferteil und von dort wieder zum Geblase. Drossel ~I Verdampfer Kondensator Verdichter Fig. 86: Rotationswarmepumpe
120 Die Rotationswarmepumpe entstand bei Versuchen mit rotierenden Warmetauschern und hat rein experimentellen Charakter /127/. Der Voll standigkeit hal ber sei noch eine "Chemische Warmepumpe" erwahnt, die einen rein theoretischen ProzeB einer kombinierten endothermen und exothermen Reaktion darstellt und mit einer technischen Warmepumpe nichts gemeinsam hat /128/, /129/.
3. ARBEITSBEREICHE UND AUSWAHLKRITERIEN VON WARMEPUMPEN 3.1. DIE ARBEITSBEREICHE DER WARMEPUMPEN In bezug auf das Antriebssystem und das erreichbare Nutztemperaturniveau konnen aus der in Kap. 2 gebrachten Systematik vier Gruppen von Warmepumpen unterschieden werden: - Kompressionswarmepumpen Sorptionswarmepumpen Thermokompressoren Strahlwarmepumpen (Typ (Typ (Typ (Typ 1 oder 2) 3 oder 4) 2) 4) Die in exergetischer Hinsicht definierten Warmepumpentypen nach Tab. 2 sind jeweils in den Klammern genannt. Kompressionswarmepumpen werden mit mechanischer (elektrischer) Energie betrieben (reine Exergie) und erreichen Nutztemperaturen. die aufgrund der Stabilitat der heute bekannten Kaltemittel mit ca. 1200 C begrenzt sind. Kompressionswarmepumpen sind geschlossene Systeme. Sorptionswarmepumpen werden durch Warmezufuhr (Exergie und Anergie) betrieben und erreichen Nutztemperaturen. die eben so hoch liegen wie bei Kompressionswarmepumpen. Die Temperaturgrenze ist durch die Stabilitat des Arbeitsstoffpaares vorgegeben. Das am haufigsten eingesetzte Stoffpaar NH3/H20 ist bis ca. 1800 C Austreibertemperatur stabil und erreicht unter BerUcksichtigung eines Temperaturgefalles von 50 - 600 C fUr den Antriebsteil Nutztemperaturen von maximal 120oC. Sorptionswarmepumpen sind ebenfalls geschlossene Systeme. Thermokompressoren arbeiten als offene Systeme mit mechanischem Antrieb und erreichen Nutztemperaturen. die durch die kritischen Werte der BrUden begrenzt sind. Der Einsatz in Verdampfungs- und Destillationsprozessen dient der Nutzung der Kondensationswarme komprimierter BrUden zur Behei-
122 zung des Prozesses. so daB die Nutztemperaturen wesentlich hoher liegen konnen als bei Kompressions- und 50rptionswarmepumpen. 5trahlwarmepumpen sind ebenfalls offene 5ysteme und werden durch Treibdampf bzw. TreibflUssigkeit thermisch angetrieben. Die Nutztemperaturen liegen wieder wesentlich hoher als bei Kompressions-/50rptionswarmepumpen und werden durch die kritischen Werte des Treibdampfes begrenzt. FUr Wasserdampf (krit. Temperatur 3740~) liegt die maximal erreichbare Nutztemperatur unter BerUcksichtigung eines minimalen Temperaturgefalles des Antriebsteiles von ca. 1000C bei 2000C. Urn die technischen Einsatzmoglichkeiten dieser vier Gruppen von Warmepumpen festzulegen. werden ihre Arbeitsbereiche berechnet. Diese geben an. innerhalb welcher Grenzen der Einsatz der einzelnen Warmepumpenarten technisch moglich ist. Bei der grafischen Darstellung der Arbeitsbereiche werden als Parameter die Nutztemperatur tN (Ordinate) und, der exergetische Wirkungsgrad der Warmepumpe S(Abszisse) gewahlt. 50 ist ein direkter Vergleich der Arbeitsbereiche dieser vier Gruppen von Warmepumpen moglich. da der exergetische Wirkungsgrad als Kriterium zur energetisc~en Bewertung eines Warmepumpenprozesses im Gegensatz zur LeistungsgroBe fUr alle Warmepumpenarten GUltigkeit hat. Zusatzlich zum exergetischen Wirkungsgrad werden auBerdem noch die Grenzen der Leistungszahlen bzw. der Warmeverhaltnisse bestimmt. urn fUr eine Warmepumpengruppe den Zusammenhang zwischen Nutztemperatur und LeistungsgroBe zu ermoglichen. Die sich daraus errechnenden Leistungsbereiche werden getrennt dargestellt. Ein Vergleich dieser Bereiche mit den LeistungsgroBen als AbszissenmaBstab ist fur die einzelnen Warmepumpengruppen nicht moglich. da Leistungszahl und Warmeverhaltnis nicht direkt verglichen werden konnen.
123 3.1.1. VORAUSSETZUNGEN ZUR BERECHNUNG DER ARBEITSBEREICHE In Kap. 1.3.3. wurden die exergetischen Wirkungsgrade der Warmepumpentypen 1 - 4 hergeleitet. Diese Formeln werden zur Berechnung der Arbeitsbereiche herangezogen. Die Grenzen eines Arbeitsbereiches sind von den folgenden Werten abhangig: - Von der minimalen Nutztemperatur, die in der Industrie ab 40 0 C interessant ist (untere Grenze). - Von der maximal erreichbaren Nutztemperatur, die fUr Kompressions- und Sorptionswarmepumpen mit 1200 C, fUr Thermokompressoren durch die kritischen Werte der BrUden und fUr Strahlwarmepumpen mit ca. 2000 C begrenzt ist (obere Grenze). - Vom minimalen Warmestromverhaltnis, das mit 0.1 gewahlt wurde (linke Grenze ). Vom optimalen Warmestromverhaltnis, das mit 0.1 unter dem maximal moglichen Wert des reversiblen Prozesses angenommen wurde (rechte Grenze). Die theoretischen Grenzen (im Diagramm strichliert dargestellt) werden durch das Warmestromverhaltnis w = 0 und den exergetischen Wirkungsgrad des reversiblen Prozesses ~= 1 vorgegeben. Bei der Darstellung der Leistungsbereiche mit Hilfe der Leistungszahl bzw. des Warmeverhaltnisses wird fUr jede der vier Gruppen von Warmepumpen die LeistungsgroBe im technisch moglichen Temperaturbereich aus den Werten des C~rnot-Prozesses bzw. des Idealprozesses mit folgenden Gesamtwirkungsgraden bestimmt: E = 0.50 ~ = 0.75 * ECarnot * ~opt (vergleiche Kap. 1.2.1.) (Lit. /96/)
124 3.1.2. DARSTELLUNG DER ARBEITSBEREICHE Kompressionswarmepumpe Bei der Berechnung des Arbeitsbereiches der Kompressionswarmepumpe wird aus wirtschaftlichen Oberlegungen von folgenden weiteren Voraussetzungen ausgegangen: - Die minimale Temperaturdifferenz zwischen Warmequelle und Warmesenke wird mit 20°C festgelegt. - Daraus folgt bei industriell Ublichen Nutztemperaturen zwischen 40° und 1200C1) eine minimale Warmequellentemperatur von 200C und eine maximale Warmequellentemperatur von 1000C. ° t omin =20C, ° t omax =100C - Die Umgebungstemperatur wird mit 17°C (290 K) gewahlt. tu = 17°C FUr die Kompressionswarmepumpe gel ten nach Kap. 1.3.3. folgende Berechnungsgrundlagen fur die Beschreibung der Arbeitsbereiche (24), (25): Die Errechnung der Grenzwerte des Arbeitsbereiches einer Kompressionswarmepumpe in Abhangigkeit der Warmequellen- und der Nutztemperatur ist aus Tab. 4 ersichtlich. Die grafische Darstellung des Arbeitsbereiches einer Kompressionswarmepumpe erfolgt in Fig. 87. 1) Die Ubliche garantierte Temperaturbestandigkeit liegt bei 1200 C.
125 tN (oC) t = 20°C ° To = 293 K S(wmax -0.1) S(w=O.l) wmax 40 60 80 100 120 0.936 0.43 = 40°C 60 0.940 0.58 t = 60°C ° t = 80°C ° to = 100°C 80 0.943 0.67 100 0.946 0.73 120 0.949 0.77 t ° 0.08 0.14 0.20 0.25 0.29 S(w=O) 0.07 0.13 0.18 0.22 0.26 Tab. 4: Grenzwerte des Arbeitsbereiches einer Kompressionswarmepumpe Die Errechnung des Leistungsbereiches einer Kompressionswarmepumpe wurde entsprechend der nachstehenden Tabelle 5 vorgenommen. Es gel ten dieselben Voraussetzungen wie bei Errechnung des Arbeitsbereiches nach Tab. 4. E Carnot E t = 20° ° tN = 40° 60 80 100 120 15.65 7.83 5.88 4.66 3.93 7.83 3.92 2.94 2.33 1.97 t = 40° ° t = 60° ° t = 80° ° to = 100° tN = 60° 16.65 8.33 tN = 80° 17.65 8.83 tN = 100° 18.65 9.33 tN = 120° 19.65 9.83 Tab. 5: Grenzwerte des Leistungsbereiches einer Kompressionswarmepumpe Der Leistungsbereich ist in Fig. 88 dargestellt.
126 Kompressionswdrmepumpen Voraussetzungen .' fl~in=200C tomm. =20 oC tOrrKJ)[UJoC lu 120 r / 100 80 60 1,0 ~~ I I / I / / / / 0.77 ~~-~"""""",-"'---""""",,----"---' - I - - - - --, I I / I I I I I I I I ____ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ...1 0.08 01 =290K 0.1,3 Q2 03 01, 05 0.6 Fig . 87: Arbeitsbereich einer Kompressionswarmepumpe 07
127 Es gel ten diesel ben Voraussetzungen wie bei Errechnung der Arbeitsbereiche. 9.83 120 100 80 60 40 7.83 2 Fig. 88: Leistungsbereich einer Kompressionswarmepumpe 8 10 E
128 Sorptionswarmepumpe Bei der Berechnung des Arbeitsbereiches der Sorptionswarmepumpe wird von folgenden weiteren Voraussetzungen ausgegangen: - Die minimale Differenz zwischen Nutz- und Warmequellentemperatur wird aufgrund wirtschaftlicher Oberlegungen mit 200 e festgelegt. Ltmin = (t N - to)min = 20°e - Daraus folgt fUr Nutztemperaturen zwischen 40° und 120° eine minimale Warmequel1 entemperatur mit 200 e. 200 e. t omin t omax = 1000 e - Die maximale Austreiber-Heiztemperatur betragt 1700 e. 1) t z max = 1700 e - Die minimale Austreiber-Heiztemperatur liegt 500 e hoher als die Nutztemperatur (vergleiche Fig. 48). t z mi n = tN + 50 - Die Umgebungstemperatur wird mit 170 e (290 K) gewahlt. tu = 170 e FUr die Sorptionswarmepumpe gel ten nach Kap. 1.3.3. folgende Berechnungsgleichungen fUr die Beschreibung der Arbeitsbereiche (32). (33): w- ~ ~ = _ _---L_l....W __ 1 _ r.( u w~+ _1_-_~-) f, ;. 1) Aufgrund der chemischen Stabilitat von NH3 -Wasser-Gemischen.
129 Die Ergebnisse der Berechnung fUr verschiedene Austreiber- Heizdampf-. Warmequellen- und Nutztemperaturen sin~ in Tab. 6 zusammengestellt. to = 20°C 40 60 80 100 120 w1max S(wlmax-o· 1) S(w1=0.1) S(w1=0) 0.24 0.21 0.41 0.37 0.57 0.52 0.71 0.64 0.84 0.76 90 to = 20°C 110 40 130 60 80 150 170 100 40 60 80 100 120 0.669 0.671 0.674 0.676 0.678 tN t z = 170°C tz t z=t N+50 0.79 0.88 0.92 0.94 0.96 Tab. 6: Grenzwerte des Arbeitsbereiches einer Sorptionswarmepumpe Die grafische Darstellung des Arbeitsbereiches der Sorptionswarmepumpe erfolgt in Fig. 89. Die Errechnung des Leistungsbereiches einer Sorptionswarmepumpe wurde entsprechend der nachstehenden Gleichung (44) vorgenommen und ist in Tabelle 7 zusammenfassend dargestellt. Es gelten diesel ben Voraussetzungen wie bei Errechnung der Arbeitsbereiche.
130 t z = 170°C <IIopt <II t = 20°C ° tN = 40°C 80 100 120 5.30 1.99 1.58 1.33 3.97 1.49 1.18 1.00 t = 40°C ° 60 80 100 tN = 60°C 80 100 120 4.89 4.38 3.79 3.10 3.66 3.29 2.84 2.33 t z=t N+50 - 90 t = 20°C .oliO ° tN = 40°C 60 80 3.02 1.96 1. 61 2.27 1.47 1.20 = - 130 Tab. 7: Grenzwerte des Leistungsbereiches einer Sorptionswarmepumpe Der Leistungsbereich ist in Fig. 90 grafisch dargestellt. Thermokompressor Bei der Berechnung des Arbeitsbereiches eines Thermokompressos wird von folgenden weiteren Voraussetzungen ausgegangen: - Die minimale Warmequellentemperatur wird mit 20°C festgelegt. t ° mln. = 20°C - Die minimale Differenz zwischen Warmequellen- und Nutztemperatur wird mit 10°C festgelegt /117/. - Die maximale Differenz zwischen Warmequellen- und Nutztemperatur wird mit 100°C festgelegt.
131 Sorp t i onswii rmepumpen Vorausset zungen: 6tmin = 20 ° C tomin :: 20°C tomax = 700°C tZmin = 'N. 50 t zmax = 770 ° C Tu = 290 K 0. 96 120 ~~~~-, 700 80 60 / / / / // / // / / / / / / I I I I I I I I I I ~~~.......;),...~~~~.......;),........:o......;:.......:............::.......;y "0 0.2" 0.7 0.2 0 .3 _ __ -1 0.79 0 .4 0.5 0 .6 Fig. 89: Arbeitsbereich einer Sorptionswarmepumpe 0.7 0.8 0.9 7.0 ~
132 Es gel ten diesel ben Voraussetzungen wie bei Errechnung des Arbeitsbereiches. 120 1.00 2.33 100 80 60 40 2.27 1.0 2.0 3.97 3.0 Fig. 90: Leistungsbereich einer Sorptionswarmepumpe 4.0 '11'
133 - Die Umgebungstemperatur wird mit 170 e (290 K) gewahlt. tu = 17 0 e FUr den Thermokompressor gel ten nach Kap. 1.3.3. folgende Berechnungsgrundlagen fUr die Beschreibung der Arbeitsbereiche (24), (25): ~ = =..1-. TN Die Errechnung der Grenzwerte des Arbeitsbereiches eines Thermokompressors in Abhangigkeit der Temperaturdifferenz zwischen Warmequelle und Warmesenke, der Nutz- und der Warmequellentemperatur ist aus Tab. 8 ersichtlich. tN to wmax At = lOoe 40 80 120 160 200 240 30 70 110 150 190 230 0.968 0.972 0.975 0.977 0.979 0.981 0.43 0.68 0.78 0.83 0.86 0.88 0.08 0.19 0.28 0.35 0.41 0.46 0.07 0.18 0.26 0.33 0.39 0.43 &= 200 e 40 80 20 60 0.936 0.943 0.43 (0.67) 0.08 (0.20) 0.07 0.18 At = 300 e 80 120 50 90 0.915 0.924 0.67 (0.77) (0.20) 0.28 0.18 0.26 At = 500 e 80 120 30 70 0.858 0.873 0.65 (0.76) (0.20) (0.29) 0.18 0.26 At = 1000 e 120 160 20 60 0.746 0.769 0.73 0.79 (0.29) (0.36) 0.26 0.33 S(wmax -O.l) S(w=O.I) S(w=O) Tab. 8: Grenzwerte des Arbeitsbereiches eines Thermokompressors
134 Die in den Klammern angegebenen Zahlenwerte der Tabelle 8 fUr groBere Differenzen zwischen Warmequellen- und Nutztemperatur als ~t = 100 e liegen innerhalb des bei ~t = 100 e errechneten Arbeitsbereiches. Die grafische Darstellung des Arbeitsbereiches eines Thermokompressors erfolgte in Fig. 91. Die Ergebnisse der Errechnung des Leistungsbereiches eines Thermokompressors sind in Tab. 9 zusammengefaBt. Es gel ten diesel ben Voraussetzungen wie bei Errechnung des Arbeitsbereiches. t = lOoe tN = 40 80 120 160 200 240 lit = 200 e = 60 0 e = 1000e ~t ~t ~t ° (0C) Eearnot E 30 50 110 150 190 230 31.3 35.3 39.3 43.3 47.3 51.3 15.65 17.65 19.65 21.65 23.65 25.65 tN = 40 20 15.65 7.83 tN = 80 20 5.88 2.94 tN = 120 160 200 240 20 60 100 140 3.93 4.33 4.73 5.13 1.97 2.17 2.37 2.57 Tab. 9: Grenzwerte des Leistungsbereiches eines Thermokompressors Der Leistungsbereich ist in Fig. 92 grafisch dargestellt.
Thernnokonnpressoren Voraussetzungen : to . = 200(; mIn 6tmm . = 10°C 6t = 1000(; rrnx 'u =BJK 240 160 120 80 40 0.1 0.2 0.3 0.4 0.5 0.6 Fig. 91: Arbeitsbereich eines Thermokompressors OJ 08
Es gelten diesel ben Voraussetzungen wie bei der Errechnung des Arbeitsbereiches 8 12 16 Fig. 92: Leistungsbereich eines Thennokompressors 20 24 28 E
137 Strahlwarmepumpe Bei der Berechnung des Arbeitsbereiches einer Strahlwarmepumpe wird von den folgenden weiteren Voraussetzungen ausgegangen: - Die minimale Differenz zwischen Nutz- und Warmequellentemperatur wird mit 20°C festgelegt. 1) - Die maximale Differenz zwischen Nutz- und Warmequellentemperatur wird mit 100°C festgelegt. - Die minimale Differenz zwischen Treibdampf- und Nutztemperatur wird mit 100°C gewahlt. t z min = tN + 100 - Die maximale Treibdampftemperatur betragt normalerweise 3000C. t z max = ° 300 C - Die Umgebungstemperatur wird mit 17°C (290 K) gewahlt. tu = 17°C Zur Berechnung des Arbeitsbereiches einer Strahlwarmepumpe wird abweichend von Kap. 2.5.1. die von Opresnik /27/ vorgeschlagene Definition verwendet, obwohl diese thermodynamische Vereinfachungen enthalt (32), (33): 1) Aufgrund allgemeiner wirtschaftlicher Oberlegungen.
138 Die Ergebnisse der Berechnung fUr verschiedene Treibdampf-. Nutz- und Warmequellentemperaturen sind in Tab. 10 zusammengefaBt. t>t = 200e tN to tz t z = tN + 100 40 80 120 160 200 20 60 100 140 180 140 180 220 260 300 t z = 3000e 40 80 120 160 200 20 60 100 140 180 300 300 300 300 300 t z = tN + 100 120 160 20 60 220 260 0.373 0.385 20 60 100 300 300 300 0.479 w1max S( w1ma £0 .1) S(w1=0.1) S(w1=0) 0.780 0.786 0.791 0.795 0.798 0.72 0.89 0.93 0.95 0.97 0.16 0.39 0.56 0.70 0.81 0.15 0.36 0.53 0.67 0.78 (0.87) (0.91) (0.71) (0.63) (0.84) (0.59) (0.72) 0.53 0.67 0.78 t>t = 1000e t z = 3000e 120 160 200 Tab. 10: Grenzwerte des Arbeitsbereiches einer Strahlwarmepumpe Die in den Klammern angegebenen Zahlenwerte fUr eine Differenz zwischen Warmequellen- und Nutztemperatur von t>t = 1000e liegen innerhalb des bei t>t = 200e errechneten Arbeitsbereiches. Die grafische Darstellung des Arbeitsbereiches folgt aus Fig. 93. Die Errechnung des Leistungsbereiches einer Strahlwarmepumpe wurde entsprechend der nachstehenden Gleichung (49) vorgenommen und ist in Tab. 11 zusammenfassend dargestellt.
139 m . (h m - ho ") mz · (z - hm") Es mUssen hier noch folgende zusatzliche Voraussetzungen gemacht werden: - Das Arbeitsmedium ist Wasser. - Der maximal mogliche Betriebsdruck wird mit 25 bar festgelegt. Pmax = 25 bar - Bis zu einer Temperatur von t = 224 0 e (entspricht einem Sattigungsdampfdruck von Pmax = 25 bar) ist der Saug-, Misch- und Treibdampf Sattdampf. Bei hoheren Temperaturen ist der Treibdampf Uberhitzter Dampf von 25 bar. tN to tz m/m z <P ilt = 20 0 e t z = 30cfe 40 80 120 160 200 20 60 100 140 180 300 300 300 300 300 ilt = 60 0 e ilt = 1000 e t z = tN + 100 80 120 160 200 20 20 60 100 180 220 260 300 1.28 0.59 1.04 1.803 2.39 1.82 2.29 3.08 40 20 140 4.37 5.21 ilt = 20 0 e 12.04 10.89 10.25 10.24 13.40 11.43 10.63 10.25 10.36 13.56 Tab. 11: Grenzwerte des Leistungsbereiches einer Strahlwarmepumpe Die grafische Darstellung des Leistungsbereiches erfolgt in Fig. 94. Die Form des Leistungsbereiches ist durch das Arbeitsmedium (Wasser) vorgegeben.
Strahlwarmepumpen: mm = 20°C Voraussetzungen: !:::.t . !:::.tmax= 100°C = tN+ 100 tzrrKJX=300°C Tu= 290K tzmin 200 I I I I I I 160 I I I I I 120 I I I I I I 80 I I I I 1,0 ~~_"""--~_~~----,::"---"":,,,,,,,-~~ _ _ _ _ _ _ _ Q72 09 Fig. 93: Arbeitsbereich einer Strahlwarmepumpe I ---l 1.0 ~
141 Es gel ten diesel ben Voraussetzungen wie bei Errechnung des Arbeitsbereiches t/c.J °C 200 180 160 11, 0 120 100 80 60 1,0 5.21 2 6 11.43 8 Fig. 94: Leistungsbereich einer Strahlwarmepumpe 10 12 14
142 3.2. AUSWAHLKRITERIEN FOR W~RMEPUMPEN In der Systematik (Kap. 2) wurden alle heute bekannten Warmepumpen behandelt. FUr den industriellen Einsatz als GroBwarmepumpe ist aber nur ein Teil der genannten Warmepumpenarten geeignet. Als industrielle Warmepumpe konnen vor allem die nachstehenden Arten eingesetzt werden: - Kompressionswarmepumpe (mit Gas-/Dieselmotor- oder Dampfturbinenantrieb) - Absorptionswarmepumpen - Kombinationen von Kompressions- und Absorptionswarmepumpen - Thermokompressoren - Strahlwarmepumpen FUr diese Warmepumpenarten erfolgte im vorigen Kapitel die Berechnung der Arbeits- und Leistungsbereiche. Die elektrische Warmepumpe kommt aufgrund ihres schlechten Primarenergienutzungsgrades und der schweren Regelbarkeit der Elektromotoren im allgemeinen als industrielle GroBwarmepumpe nicht in Frage. Eine Ausnahme bilden Industriebetriebe mit eigenem Kraftwerk (Dampf- und Stromerzeugung), sofern die Kompressorleistung unter ca. 500 kW liegt. Kompressionswarmepumpen mit Losungskreislauf und Mehrstoff-Kompressionswarmepumpen befinden sich heute erst im Erprobungsstadium; ihr industrieller Einsatz wird dann interessant, wenn ihre theoretischen Vorteile gegenUber einem herkommlichen Kompressionswarmepumpensystem auch praktisch verwirklicht werden kOnnen.
143 3.2.1. AUSWAHL MIT HILFE EINES ABFRAGE-FLIESSSCHEMAS Um die Auswahl der passenden Warmepumpe zum allgemeinen WarmerUckgewinn fUr einen vorliegenden Anwendungsfall aus den fUnf oben genannten Warmepumpen-Arten zu erleichtern, wurde ein Abfrage-Flie6schema entworfen (siehe Anhang), das eine Abgrenzung der Anwendbarkeit der einzelnen Warmepumpenarten nach den folgenden Abfragekriterien vornimmt: - Die erste Abfrageebene unterscheidet nach dem geforderten Nutztemperaturniveau: Die Nutzwarme wird fUr diesen Zweck in Abhangigkeit ihrer Temperatur in folgende Bereiche eingeteilt: Niedertemperatur-Warme Mitteltemperatur-Warme Hochtemperatur-Warme bis 50°C 50 - 80°C 80 - 120°C FUr den Temperaturbereich von 40 - 120°C konnen Kompressions- und Absorptionswarmepumpen eingesetzt werden, fUr hohere Temperaturen bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen (Abdampf, BrUden), Thermokompressoren und Strahlwarm,epumpen (vergl eiche Kap. 5.1.). - Die zweite Abfragungsebene berUcksichtigt die VerfUgbarkeit von Umweltoder Abwarme, die mindestens 10 - 20°C unter dem gef6rderten Nutztemperaturniveau liegen mu6 (vergleiche Kap. 3.1.), da bei einer geringeren Temperaturdi fferenz ei n IJarmetausch mit ansch 1i e6ender Aufhei zung zumei st wirtschaftlicher ist. - In Abhangigkeit des zu Uberwindenden Temperaturgefalles zwischen Warmesenke und Warmequelle wird die Aufteilung in ein- und mehrstufige Kompressions- und Absorptionswarmepumpen vorgenommen. - Die Abgrenzung zwischen Kompressions- und Absorptionswarmepumpen erfolgt nach den Anforderungen an die Betriebssicherheit der Anlage in bezug auf Gefahren durch das austretende Arbeitsmittel bei Leckagen. Sorptionswarmepumpen sind technisch unkomplizierte Systeme, die derzeit vor allem mit Ammoniak als Kaltemittel arbeiten. Aus der Warmepumpe austretendes Ammoniak bildet allerdings mit Luft ein explosives Gemisch und ist au6erdem giftig /B7/.
144 Sorptionswarmepumpen sind vor allem fUr die industrielle Anwendung interessant. wo die Anlagen im Freien aufgestellt werden und eine Gefahrdung durch austretendes Ammoniak daher nicht gegeben ist. Kompressionswarmepumpen arbeiten mit Kaltemitteln (Sicherheitskaltemittel). die schwer entzUndbar und relativ ungiftig sind. LaBt sich Ammoniak aufgrund der oben beschriebenen Eigenschaften nicht einsetzen. mUssen die Moglichkeiten des Einsatzes anderer Kaltemittel bzw. anderer Warmepumpen (Kompressionswarmepumpen) geprUft werden. - Unter BerUcksichtigung der zu erzeugenden Nutzwarmemenge wird eine Unterscheidung in getrennte Kompressions-/Absorptionsanlagen und in die Kombination beider Systeme vorgenommen. Kombinierte Kompressions-/Sorptionswarmepumpen werden erst zur Erzeugung groBer NutzwarmestrOme (groBer als 10 MW) eingesetzt. Das im Anhang dargestellte Abfrage-FlieBschema dient der Auswahl industrieller Warmepumpen zum allgemeinen WarmerUckgewinn. Diese Warmepumpen werden dann eingesetzt. wenn an einer Stelle des Betriebes oder der industriellen Anlage Abwarme anfallt und an einer anderen Stelle auf erhohtem Temperaturniveau genutzt werden kann. Wie in Kap. 5 noch ausfUhrlich beschrieben wird. werden neb en diesen Warmepumpen zum allgemeinen WarmerUckgewinn im industriellen Bereich Warmepumpen eingesetzt. die integrierter Bestandteil einer verfahrenstechnischen Anlage sind. Die Auswahl von passenden Warmepumpen fUr diesen Einsatz wird im Kap. 5 behandelt.
4. ARBEITSMEDIEN UNO WXRMEQUELLEN FOR WXRMEPUMPEN 4.1. ARBEITSMEDIEN FOR WXRMEPUMPEN 4.1.1. ARBEITSMEDIEN FOR KOMPRESSIONSWXRMEPUMPEN Kompressionswarmepumpen sind geschlossene Systeme. FUr den Warmepumpenkreislauf werden Kaltemittel eingesetzt, die sich bereits in Kalteanlagen bewahrt haben. Dies sind: - Fl uorkohl enwasserstoffe - Arlmonia k Die fluorierten oder chlorierten Kohlenwasserstoffe sind Derivate des Methans und Xthans mit unterschiedlichem Gehalt an den Halogenen Fluor, Chlor und an Wasserstoff. Kaltemittel werden unter Markennamen verkauft, fUr die nachstehend einige Beispiele angegeben sind: - Frigen Kaltron Freon Genetron Fri dohna (Hoechst) (Kali-Chemie) (Du Pont) (Allied Chemical) (DDR) Die Auswahl eines Kaltemittels fUr eine Kompressionswarmepumpe wird nach den vorgegebenen Daten des Prozesses vorgenommen. Die Kaltemittelauswahl ist immer ein KompromiB; alle gUnstigen Eigenschaften konnen nicht durch ein einziges Kaltemittel geboten werden, so daB mit den fUr einen Anwendungsfall wesentl ichen Eigenschaften auch Nachteile in Kauf genommen werden mUssen. Folgende Forderungen werden an ein Kaltemittel fUr Kompressionswarmepumpen gestellt: - Hohe Verdampfungsenthalpie
146 - GroBe volumetrische Heizleistung - Hohe Vergleichsleistungszahl - Hohe WarmeUbergangszahlen in den Apparaten (Kondensator, Verdampfer) - Niedrige Verdichtungsendtemperatur - DrUcke, die saugseitig Uber Atmospharendruck, druckseitig jedoch so niedrig wie moglich sind - Gute chemische Stabilitat,und bei Einsatz von Kolbenverdichtern gutes Loslichkeitsverhalten mit Schmierolen - GUnstige chemische und toxische Eigenschaften Die heute gebrauchlichsten Kaltemittel fur Kompressionswarmepumpen werden im AnschluB beschrieben. Urn die Leistungsfahigkeit dieser Kaltemittel darzustellen, werden die Vergleichsleistungzahl Ev ' die volumetrische Heizleistung qth und das Druckverhaltnis n 1) aus Stoffwertetabellen /BI7/ berechnet. Die Vergleichsleistungszahl Ev ist das Verhaltnis aus der Kondensationswarme am Nutztemperaturniveau zur Differenz der Sattdampfenthalpie am Nutztemperaturniveau und der Sattdampfenthalpie am Warmequellen-Temperaturniveau. Die volumetrische Heizleistung qth errechnet sich aus dem Verhaltnis der Kondensationswarme am Nutztemperaturniveau und dem spezifischen Volumen des Sattdampfes bei Temperatur der Warmequelle. Zur Berechnung der entsprechenden Werte wurden die folgenden Temperaturgrenzen gewahlt: o 0 to = 20 C , tN = 60 C Tabelle 12 zeigt das Ergebnis der Berechnung. Rll R 11 arbeitet als Niederdruckkaltemittel saugseitig unter Atmospharendruck. Dieses Kaltemittel hat eine hohe Vergleichsleistungszahl und eine geringe volumetrische Heizleistung. R 11 kommt daher vor allem fUr Turboverdichter 1) uas Druckverhaltnis n ist der Quotient aus Kondensator- und Verdampferdruck.
147 in Frage. Die Wasseraufnahmefahigkeit von R 11 ist relativ hoch, so daB Apparate und Verdichteranlagen korrosionsgefahrdet sind. R 12 R 12 hat sich in Kalteanlagen bereits gut bewahrt und wird in Kompressionswarmepumpen am haufigsten eingesetzt. Das Kaltemittel arbeitet bei mittleren DrUcken mit hoher Vergleichsleistungszahl. Die volumetrische Heizleistung von R 12 liegt im mittleren Bereich, woraus groBe Hubvolumen des Verdichters fUr eine geforderte Nutzwarmeleistung folgen. t t kr Pkr (bar) Ev -45.6 -40.8 -33.5 -29.8 - 3.7 3.6 23.8 47.6 82.2 96.2 105.2 112.0 154.6 145.7 198.0 214.1 40.8 49.9 44.6 41.6 41.2 32.6 44.0 34.1 8.09 29.00 9.57 8.33 9.75 4.67 8.39 5.60 5334 5399 4251 3719 1845 1515 865 401 -33.6 132.4 113.0 89.14 6670 (aC) R502 R 22 R500 R 12 R12Bl R114 R 11 RIB NH3 Pc (bar) r (kJ/kg) 2.56 2.66 2.71 2.70 3.03 3.21 3.55 4.14 26.14 24.15 18.09 15.33 6.94 5.74 3.16 1.50 92.4 140.6 133.3 115.1 109.6 113.6 166.7 140.4 3.05 26.14 996.4 n qth (kJ/m3) (pc/pv) (OC) KM to = 20oC, tN = 600 C KM = Kaltemittel, ts= Siedetemperatur bei 1 atm, t kr = kritische Temperatur, Pkr = kritischer Druck, Pc = Kondensationsdruck, r = Verdampfungsenthalpie beim Kondensationsdruck , Pv = Verdampfungsdruck Tab. 12: Thermodynamische Eigenschaften der gebrauchlichsten Kaltemittel R 12B1 R 12B1 ist ein Niederdruckkaltemittel fUr Kompressionswarmepumpen mit hohen Verdichtungs- und Kondensationstemperaturen. Die Vergleichsleistungszahl liegt hoch, die volumetrische Heizleistung relativ gering. In Ver-
148 bindung mit Schmierolen zersetzt sich dieses Kaltemittel aufgrund seiner schlechten Stabilitat bereits ab 60oC. R 22 R 22 arbeitet bei sehr hohen Vergleichsleistungszahlen mit hoher volumetrischer Heizleistung. Der Kondensatordruck ist relativ hoch, woraus sich erhohte Anforderungen an die Festigkeit der Bauteile ergeben. R 22 ist aggressiv gegenUber organischen Materialien im Kaltekreislauf (Dichtungen, Isolierungen, SChmierol). R 113 R 113 arbeitet als Niederdruckkaltemittel mit VerdampferdrUcken, die unter dem Atmospharendruck liegen. Die volumetrische Heizleistung ist sehr gering, ebenso die Vergleichsleistungszahl. R 114 R 114 arbeitet als Niederdruckkaltemittel bei geringem Kondensationsdruck und ist fUr Kompressionswarmepumpen mit hohen Verdampfungs- und Kondensationstemperaturen geeignet. Die Vergleichsleistungszahl ist gering, die volumetrische Heizleistung liegt im mittleren Bereich. R 500 R 500 hat eine hohe Vergleichsleistungszahl und eine groBe volumetrische Heizleistung, arbeitet aber bei relativ hohen BetriebsdrUcken. R 502 R 502 arbeitet bei mittlerer Vergleichsleistungszahl und groBer volumetrischer Heizleistung. Der Betriebsdruck liegt mit 24.16 bar bei 600 C sehr hoch. Ammoniak NH3 verfUgt Uber ausgezeichnete thermodynamische Eigenschaften, wie eine sehr hohe volumetrische Heizleistung (hoher als bei allen Fluorkohlenwasserstoffen) und eine sehr hohe Vergleichsleistungszahl.
149 Ein Nachteil sind der hohe Kondensationsdruck und die Giftigkeit des Kaltemittels. AuBerdem besteht bei hohen Anteilen von Ammoniak mit Luft Explosionsgefahr. Ammoniak ist vor allem fUr groBe industrielle Anlagen interessant. uie Dampfdruckkurven der gebrauchlichsten Kaltemittel bringt Fig. 95 im 19 p/-l/T-Diagramm. 50 1/ ,"3., p - 502 . bu R12 20 IUI5 ~ 500 10 8 //0 V / //% W II 4 2 h / ' §L: ..0 V// R12 / /h ~ /' /' ~ /.-0 / / 0"/ ;/ ~ / ./ //' R~ o / ?'. ~ V / ~ V ~ / V-L / ~ ~/ / V Z / //' /' ~/ / ~/ '/ V ~ /;: / / V ., / AlII ~ Rill 100 I OC 200 Fig. 95: Dampfdruckkurven dergebrauchl ichsten Kaltemittel. Aus /175/ 4.1.2. ARBEITSSTOFFPAARE FOR SORPTIONSWARMEPUMPEN Sorptionswarmepumpen sind wie Kompressionswarmepumpen geschlossene Systeme, die aber neben dem Kaltemittel noch ein U:isungsmittel (Absorptionsmittel) verwenden. Kalte- und Losungsmittel zusammen bilden das Arbeitsstoffpaa r. Die Eignung eines Stoffpaares fUr Sorptionsprozesse wird durch die Eigenschaften des Kalte- und Losungsmittels und durch das Verhalten der beiden Stoffe zueinander bestimmt.
150 An das Kaltemittel werden die folgenden Forderungen gestellt: - Hohe Verdampfungsenthalpie - Hohe kritische Temperatur - Flacher Verlauf der Dampfdruckkurve Forderungen an die Eigenschaften des Arbeitsstoffpaares sind: - ArbeitsdrUcke, die nicht Uber 20 - 25 bar liegen - Moglichst groBe Temperaturdifferenzen der Siedepunkte von Kalte- und Losungsmittel - Chemische Stabilitat - Moglichst groBe Entgasungsbreite - Keine korrodierende Wirkung auf Werkstoffe - Unbrennbarkeit, Ungiftigkeit GroBe Temperaturdifferenzen der Siedepunke von Kalte- und Losungsmittel reduzieren den Rektifizieraufwand, um das Losungsmittel abzutrennen. Die Entgasungsbreite ist die Konzentrationsdifferenz zwischen reicher und armer Losung und bestimmt die GroBe des spezifischen Losungsumlaufes und damit die Losungspumpenarbeit: Je groBer die Entgasungsbreite ist, desto kleiner wird der spezifische Losungsumlauf. Die Darstellung der Zusammenhange zwischen Druck, Temperatur und Konzentration erfolgt fUr ein Arbeitsstoffpaar in Form des Losungsfeldes im 19 P/l/T-Diagramm. Durch den lor,arithmischen OrdinatenmaBstab lassen sich die Dampfdruckkurven des Kaltemittels, des Losungsmittels sowie der einzelnen Gcmischkonzentrationen in erster Naherung als Geraden darstellen. Die Konzentrationsangabe bezieht sich auf das Verhaltnis der Masse des Kaltemittels zur Masse des Arbeitsstoffpaares; reines Kaltemittel hatte die Konzentration 1.
151 Nachfolgend sind die wichtigsten der heute bekannten Arbeitstoffpaare fUr Sorptionswarmepumpen beschrieben. In der Bezeichnung des Arbeitsstoffpaares wird das Kaltemittel an erster, das Losungsmittel an zweiter Stelle genannt. Allmon i a k/Wa sser NH3/H20 ist aufgrund seiner sehr guten thermodynamischen Eigenschaften das am haufigsten eingesetzte Arbeitsstoffpaar. Allmoniak hat eine hohe Verdampfungsenthalpie, einen hohen kritischen Punkt und zeichnet sich durch geringe Anschaffungskosten aus. Die Eigenschaften des Stoffgemisches sind gUnstig, so daB Absorption und Desorption schnell vor sich gehen. Nachteilig sind die hohen BetriebsdrUcke und die relativ zu anderen Arbeitsstoffpaaren geringe Siedepunktsdifferenz von 1330 C. Dadurch werden aufwendige Rektifiziereinrichtungen notwendig. Ammoniak hat auch ungUnstige physiologische Eigenschaften. NH3 gilt als giftig und ist bei hohen Anteilen im Gemisch mit Luft explosiv. Chemische Bestandigkeit besteht bis ca. 160 - 1800 C. Fig. 96 zeigt das.Losungsfeld im 19 P/~l/T-Diagramm. Das Losungsfeld weist einegleichmaBige Verteilung der Gemischkonzentrationen auf. Fig. 96: Lg pI-lIT -Diagramm fUr Ammoniak/Wasser. Aus /1761
152 Wasser/Lithiumbromid Der ArbeitsprozeB von Sorptionswarmepumpen mit Wasser/Lithiumbromid findet unterhalb des Umgebungsdruckes statt, so daB die von der Sorptionswarmepumpe zu Uberwindenden Druckdifferenzen sehr klein werden. Wasser als Kaltemittel bringt eine sehr hohe Verdampfungsenthalpie. Das Gemisch Wasser - Lithiumbromid ist vollig ungefahrlich. Der im Absorber nutzbare Temperaturbereich wird durch die Kristallisationsgrenze des Gemisches eingeschrankt; Verdampfungstemperaturen unter OOC sind nicht moglich. Das Losungsfeld des Stoffpaares ist in Fig. 97 dargestellt. 1 Q8 0.6 D.5 0.4 I OJ I bot 0.1 6.08 - 1-- - QjJ; IUl4 6.03 ~ ~ ~~ ~ ~I V/ V'i ~ ~ r:L k:2 V 0.02 ~~~ ~ ~ ~ 0.01 OP 0!06 -to -10 c.L .. v. YL.'L .~-/j ./.~.. rL ta: '.L~ J IJ JI. rl VI 'J'I .-iL IL rL I7LL I(L '(L rL -4- 0.D6 o.~JI r - r-- ' lL '-L lLL LV0<L- V,VrL livy~ ~ ~~ VI V OJ -.L !L V --r-t r-- !- t- ! - t- - hI- I I '.L IL ILL ILL 1 .," 10 20 )0 40 SO 60 10 80 go IIll 111 120 'C 1411 1Ii1 II1l Fig. 97: Lg p/-l/T-Diagramm fUr Wasser/Lithiumbromid. Aus /176/
153 Methylamin/Wasser Das Stoffpaar Methylamin/Wasser arbeitet knapp unter dem Umgebungsdruck. hat eine hohe Verdampfungsenthalpie und einen gUnstigen Verlauf der Dampfdruckkurve. Die Losungseigenschaften des Stoffpaares sind sehrgut; das Losungsfeld (Fig. 98) zeigt eine gleichma6ige Verteilung der Dampfdruckkurven. Aufgrund der relativ in anderen Arbeitsstoffpaaren geringen Siedepunktsdifferenz von 107°C sind relativ gr06e Rektifiziereinrichtungen erforderlich. Methylamin ist giftig und mit Luft brennbar. Die kritische Temperatur betragt 151°C. 20 bar ! I I 6 /././ ./ V 1/ Fig. 98: Lg P/-l/T-Diagramm fUr :.1ethylamin/l~asser. Aus /176/ Methanol/Lithiumbromid Die Verdampfungsenthalpie des Stoffpaares Methanol/Lithiumbromid liegt ungefahr so hoch wie bei NH3/H 20. Austreiber und Kondensator arbeiten bei Umgebungsdruck. Absorber und Verdampfer darunter. Bei Verdampfungstemperaturen unter OoC besteht Kristallisationsgefahr. Die Sattigungsgrenze
154 liegt bei einer Konzentration von 43.5 % Methanol,bezogen auf die Gesamtmasse. Beim Betrieb der Sorptionswarmepumpe in der Nahe der Kristallisationsgrenze nimmt die Zahigkeit des Kaltemittels stark zu. Methanol ist giftig und mit Luft brennbar. Die kritische Temperatur liegt bei 2400 C. Fig. 99 zeigt das Losungsfeld des Stoffpaares. V VVV VIl ~ J ~ rJ II 1/V1I 1/ DB t- 0,6 o..s L r/ / / '/ Lt. / V I V VV 0.' OJ I - VL VL / 1/ / VV ~~I . ~~ ~./ ~ ~~V O,l OJ 0.08 Olli Il.Ib V OJ)!. OD ) 0.0 ItI o.o.ll / 1L~ / l/ .L .L V LL / V~.L V V V 1 r Vv VV. V V ~ ~ IL ~L .lO ·1 0 ,0 10 lO ]0 10 50 50 70 III 90 100 1'0 llO"C 140 [jJ Fig. 99: Lg P/-1/T-Diagramm fUr Methanol/Lithiumbromid. Aus /176/ Ammoniak/Lithiumnitrat Das Stoffpaar Ammoniak/Lithiumnitrat hat ein gutes Absorptionsvermogen und einen genUgend groBen Siedepunktsabstand, so daB keine Rektifikation des Kaltemitteldampfes nach Austritt aus dem Austreiber notwendig wird. Die spezifische Warmekapazitat liegt niedriger als bei NH 3/H 20. Bei tiefen Temperaturen besteht Kristallisationsgefahr. Mit sinkender Konzentration des Kaltemittels nimmt die Viskositat stark zu. Chemische Bestandigkeit besteht bis ca. 1400 C. Das Losungsfeld des Stoffpaares ist in Fig. 100 dargestellt.
155 v V 30 10 ,/ Ill< V 1,./ VI/ v V ',/ VV V V V VV ./l s. )0 / I. ·2 ·10 V V/ ./V V / / V ./ / / ,0 / 10 / V v / 10 v / )0 10 SO V (f~~P 1/ / V ,/ / v V / 1/ ~ ~~ V~ ~ f'.)i ~ ~.~ 7 ~ 10 8 v: / / / '/ r.-"';' ~~/ ~8''/ / ~ v /{ / 60 10 80 90 1m III 110 "t lUI IliO HI Fig. 100: Lg p/-1/T-Diagramm fUr Ammoniak/Lithiumnitrat. Aus /176/ R 22/DTG (Tetraathylenglykoldimethylather) Der Siedepunktabstand von R 22/DTG liegt bei 3000C, daher entfallt in Sorptionsanlagen mit diesem Arbeitsstoffpaar die Rektifikation der ausgetriebenen Kaltemitteldampfe. Die Druckdifferenz zwischen Absorber und Austreiber ist sehr gering. R 22/DTG ist ungefahrlich und relativ schwer entzUndbar (Flammpunkt 140°C). Die Verdampfungsenthalpie ist sehr gering (1/7 der von Ammoniak) und daher auch das Warmeverhaltnis sehr klein. Chemische Stabilitat besteht bis ca. 175°C Fig. 101 zeigt das Losungsfeld des Arbeitsstoffpaares. ,. .. k:: ::;;'vv ,. ~ ... t. i /.~ ~ V~ / V./vv ;vL ~ ..V ~ ;y-/ ' r'. /' ",~,L ...-:; V !/ ~ /1,./ Vv V tA QJ V V / V VV' V ?VV' ~,/ vV V V V "'-V / / V ./ V V V / /' V / ~. cu I) lO '0 10 10 to 10 a.o /' !!to V ,,- o~~ 1-1- 0" 0' /' V V' / / to ,,- V ./ ,\'\. . /V'V V ~ t;:: ;:::v vy VV / ./V' y v,v " V V ",- 10 10 a JIll Q3 "'t'/iCI ItO Fig. 101: Lg P/-l/T-Diagramm fUr R 22/DTG. Aus /176/ 111)"
156 4.1.3. ARBEITSMEDIEN.FOR 4.1.3.1. AZEOTROPE MEHRSTOFF-KOMPRESSIONSW~RMEPUMPEN ~LTEMITTELGEMISCHE Azeotrope Kaltemittelgemische werden mit der azeotropen Konzentration in Kompressionswarmepumpen eingesetzt und verhalten sich daher wie EinstoffSysteme. Ihr Vorteil liegt in den thermodynamischen Eigenschaften, die fUr das azeotrope Gemisch gUnstiger liegen konnen als fUr die beiden Komponenten. Die nachstehende Tabelle 13 zeigt die gegenwartig bekannten azeotropen Zweistoff-Kaltemittel /83/. Azeotrop Komponenten R 500 R 501 R 502 R 503 R 504 (R (R (R (R (R 12/R 22/R 22/R 23/R 32/R 152) 12) 115) 13) 115) xA 73.8/26.2 84.5/15.5 48.8/51.2 40.1/59.9 48.2/51. 8 ts - 33.3 41.5 45.6 88.7 57.2 R 124/RC 318 60.0/40.0 - 12.3 31.6/68.4 - 46.6 R 290/R 115 31.8/68.2 - 48.6 R 290/R 22 80.0/20.0 - 64.0 R 13B1/R 32 84.8/15.2 - 33.4 R 12/R 40 75.0/ 5.0 1.3 R 114/R 21 58.0/42.0 - 49.0 R 143/R 115 55.0/45.0 - 12.5 R 31/R 114 68.0/32.0 - 46.0 R 22/R 218 84.0/16.0 41.2 R 115/R 152 69.0/31.0 - 43.6 R 115/R 152 XA = Azeotrope Konzentration am Normalsiedepunkt in Gewichtsprozenten ts = Temperatur des Normalsiedepunktes(l atm) Tab. 13: Azeotrope Zweistoff-Kaltemittel mit Angabe der azeotropen Konzentration und des Siedepunktes. Aus /83/
157 4.1.3.2. NICHTAZEOTROPE ~LTEMITTELGEMISCHE Unter dem Begriff nichtazeotroper Ka1temitte1gemische werden Gemische von chemischen Verbindungen verstanden, die entweder Uber den gesamten Mischungsbereich gleitende Verdampfungs- bzw. Kondensationstemperatur zeigen oder Gemische mit Azeotropbildung, die nicht am azeotropen Punkt verwendet werden. Wie schon bei der Beschreibung der Mehrstoff-Kompressionswarmepumpe erwahnt, 1iegt der Vorteil nichtazeotroper Zweistoff-Kaltemitte1 in einer gleitenden Verdampfungs- und Kondensationstemperatur, wodurch sich die mitt1ere Temperatur des Ka1temitte1s im Verdampfer erhoht und im Kondensator verringert. Daraus fo1gt ein k1eineres Temperaturgefa1le zwischen Verdampfer und Kondensator und damit eine gUnstigere Leistungszah1 der Warmepumpe. Kompressionswarmepumpen mit nichtazeotropen Ka1temitte1gemischen sind dann von Vortei1, wenn groBe Temperaturdifferenzen zu Uberwinden sind. Der Einsatz nichtazeotroper Ka1temitte1gemische b1eibt daher auf bestimmte Anwendungsfal1e beschrankt. Untersuchungen Uber nichtazeotrope Ka1temitte1gemische liegen fUr die folgenden binaren Systeme vor: - R 12/R 13 R 12/R 22 R 12/R 11 R 12/R 21 R 12/R 13B1 R 22/R 13B1 R 142/R 143 /177/ /179/ /85/ /85/ /85/ /85/ /85/ Die am genauesten untersuchten Gemische sind R 12/R 13 und R 12/R 22. Die Abbi1dungen 102 - 106 zeigen das 19 p/1/T-, das h/x- und das 19 p/hDiagramm fUr das binare Gemisch R 12/R 13. Das 19 p/1/T-Diagramm fUr R 12/R 22 ist aus Fig. 107 zu entnehmen.
158 40 I 30 I I 0/0 I I '0 ~ ILLL 5 L ~ '~ V L V 2 V V ~V i L Y Irl i" 0,' V V L ,,i 'I , I 1/ 1/ I I ! 46 " U I I! J'I 32 3' 40 I II II 1 I 50 /.·7O'C I , ./ ./ i I I I , ./ /' V/ I / ':l J Q ~ v/.AA ~ ~A 6 _... 4 1'L'l f"vx / 1 / 1/° I I 10 ...1 ..-,,,,,,-,.,,~ , i ~ JO IIJ'·V)( 16 36 romp.,o/u, ~ /.2$'C Fig. 102: Lg p/l/T-Diagramm fur flUssige R 12/R 13-Gemische im Sattigungszustand, Aus /177/ 40 30 V 1(1 8 6 , 5 • .: .,. J ~ 2 .; 4 Q 1 0,8 0,6 0,5 0,' 0.3 0.2 0.' /' L1'I I L I L ./ / / L ./ ./ ./ ./ ./ /y/ / IL:' IL / lI" L/ '/ ~ , I i .1 " I i i JI I ~ " " '0 I I I ! .~ V .~ ILL VL LL 50 I " 1~-10"C L -~ /,'y)- ~'>o ~ t% ~ L L V£ V: V / l0~ I :LV ~ V V . •\ V [/.%.0 V (l1'IJ 20 :~ 38 JG , I , ,I t! Il I 1" 32 ,~ 25"C 30 Kr·//'K 26 Fig. 103: Lg p!I/T-Diagramrn fUr dampfformige R 12/R 13-Gemische im gesattigten Zustand. Aus /177/
159 . Jolla ,. •• 02 J<oQ6 I~r-,--rl~~ri-r-~-.~r.--, 1" :." 0 k:-+---ft""<:Slii=!f'to<::t---''''i-:t:-f''-..:::T!-i--f ~ Fig. 104: h/x-Diagramm fur flUssige R 12/R 13-Gemische im Sattigungszustand. Aus /177/ Ii [\ 1 ~~ IJ6 1J6 IJ' 1 1 1 I "," ~ ~ "," ~ , " 'C'"f'.. "'i0 , 1 '\~ ['\..'<:1 ~ L"- ~ '" " ~ ~ t-- _"'\ r:.;:' I~ ~ ,.' I,""~,~ [\ ~. ~ ~ 111 1M .~ ~ "", "' o I /l1 Q.2 aJ IU as ~~ r1'( ~ I" ~ th.~ I" 112 ~ "- fk,.J~ ~~ I 1""- (16 121...l!!11.EJJ... . 1O H«Fl2'F/J Fig. 105: h/x-Diagramm fUr dampfformige R 12/R 13-Gemische im gesattigten Zustand. Aus /177/
160 111 40 JO 20 G '10" 7 , 5 ... J 'lI " :1 Q i , , , , 41 0,5 0,4 , , IV q1 ql 70 :: l" " I I /JO r lsi , , - -- I . -; I I 90 WO 110 I Enlhol,wh ~ , , rI , ; I . ~", [I 120 t--, ~ ·~ i DO , I i I I I I .colArg I ,+1 UO g. 106: Lg p/h-Diagramm fUr R 12/R 13-Gemische. Aus /177/ I. 107: Lg ;!l/T-Diagramm fUr das binare Gemisch R 12/R 22. Aus /179/
161 4.2. WARMEQUELLEN FOR WARMEPUMPEN Der technische Einsatz einer Warmepumpe ist nur dann moglich, wenn genUgend ergiebige Warmequellen verfUgbar sind, aus den en Umwelt- oder Abwarme ohne groBen Aufwand gewonnen werden kann. Die verschiedenen Warmequellen fur Warmepumpen lassen sich nach der in Fig. 108 dargestellten Art einteilen. SONNENENERGIE ERDREICH LUFT FluBwasser Seewasser Meerwasser Grundwasser Quell wasser Brunnenwasser Tiefen- od. Thermal wasser KUhlwasser Kommunal e bzw. Haushaltsabwasser Industr. Brauchwasser Fernheiznetz ProzeBwasser AuBenluft Fortluft Ind. Abluft ProzeBwarme Fig. 108: Einteilung der Warmequellen fur die Nutzung durch Warmepumpen In Tabelle 14 werden diese Warmequellen auBerdem nach verschiedenen Nutzungskriterien untersucht. FUr industrielle Warmepumpen kommen als Warmequelle vor allem groBe Abwarmestrome verschiedener industrieller Prozesse in Frage.
:0 >< ~ ~ . . ~ - til Uberall BElEUCHTUNGSW~RME ·071 ~:o ·0 c:o ·e c:o 25IsPEICHERW~RME 241 SONNENENERGIE 231EROREICH 22 PROZEBWARME 21 INOUSTR.ABlUFT 20 PERSONENWARME 19 BElEUCHTUNGSWARME 18 FORTlUFT I11AU6ENlUFT 15 FERNHEIZNETZ-ROCKL. 14 WASSERLEITGS.NETZ 13 KOHlWASSER 12 INOUSTR.ABWASSER 11 I 20 - 0 °c Uberal1 Uberall Uberall inkoharent wenig koharent abh. v. GroBe lunbeschrankt ~ ~ ~ ~ Z % ~ ; z :0 E~ ~ ~ ~ Schmutz.Korr. Schmutz .Korr. Korrosion Korrosion CO 2 , Fe 20 3 Korrosion Salze Schmutz.Salze ~ ~ . z~ => u Z % > ~ ~ ... ... c .. kaum j. nOg1ich nOgl ich ntiglich mOgl ich j. IIIOglich j• IIIOglich 07 ~ ~ '" l'5 ~ z w ~ ~ mittel mittel ? lIIittel w ~ ~ r 5 verschieden verschieden gratis 'Ierschieden Wasserhaushaltsgesetz Wasserhaushaltsgesetz '" z ~ ~~ ~ 9.06 klein klein/lllitt. abh.v.Sp.medium Korr .• Eisbildg. 'Ierschieden groB gr06 groB g.o6 ~ ~ ~~ ~ ~ gratis gratis gratis gratls gratis gratis :0 ~ ~ co W '" II % U '" ... ~ ~ ~ ~ ~ ~ ... j. j. j. ohne ja meist unbedenk 1.1 "eutra 1 ohne selten z .1. selten z.1. oft oft oft oft z.1. sel ten z. T. z. T. oft selten sel ten Ineutra 11 selten ja I I I I ohne oh"e ohne ohne I I I I nein Iz.T. nein z.T. unbedenkl./ teilw./selten unbedenkl. teilw. selten unbedenkl. neutral selten bede"kl. bedenkl. teil •. z.T. teilw. z.T. unbedenkl.lneutrali selten '" meist unbedenkl. W ... => ~ ~ ffi 3 5 e:l c e~ '"~~ ;'" ~ ! ~ EiS ~ klein I teuer klein/mitt. verschleden verschiecSen mittel I versch'ieden verschleden - 'Iersch~eden 'Ierschieden 'Ierschieden I meist groBlmitt./grOB groB mitt./groB verschieden uhr g'roB sehr groB 'Ierschieden verschieden Imitt./groB verschieden mitt./groB Si ~ ~ ~ ~ ~~ '":0 :0'" i ~ N => => ~ ~ ~ Iverschiedenlk1ein/lllitt'l gratis :~:~~s~:~:~ verschieden ? verschieden Staub [i sbil dung tggress.Stoffe eilw.lIIOglich tlliSg1 ich aggress.Stoffe IIIOg1 ich - nein mglich j. j. IIIOglich magI ich j. I ;;i I IIOglich ~ ~~ '" i' z ~ ~ ~ c '" ~ NUTZUNGSKRITERIEN Tab. 14: Warmequellen und ihre Nutzungskriterien. Aus /180/ abh. von del Aus1egung eingestr.En. 0-300 W/~ w/;;,2) I I verschieden ILUftheizungen verschieden Luftheizungen noch koharent verschieden Industrie 'Ierschieden Industrie ( 8-1' verschieden unbeschrank t verschieden verschiec!en verschieden vers~hieden aus~!~~~end aus~~~~end unbeschrlnkt verschieden verschieden unbeschrankt unbeschrlnkt I I unbeschrankt '" >< ; i ~ ; i5 ~ ~ ~ , ~ ...g ::li i nkoharentl unbeschrankt I noch koharent 22 0 C Iluftheizungenl koharent Liberall 20 - -20 DC ,. Uberall lageabhangig Industrie ,. 8 °c 0 ,. 30 C verschieden -Ito~:~nt I koha rent noch 1 I koharent I wenlg ~i:§ ~~~ ~~~ p..j~1 .",,,, I«~ ~!rm "'~~ zme I I I verschieden Luftheizungen verschieden Jndustrie Jndustrie verschieden a~~::;i9 20- 60 0 C ,. 15 DC 10 KOMMUNAl£ ABWASSER 9 HAUSHAlTSt.BWASSER bis 250 B THERMAlWASSER °c se ten Uberall sehr sel ten 20- 60 DC 1 Uberal1 haufig I 1ogeabhangig ~ verschieden c5 ~ e5 2 ~ is~ g ~ 1 T1EFENWASSER 5 - 15 DC 5 BRUNNENWASSER ~ ~ ~ ~ ~ ~ g 6 QUEllWASSER B - 12 DC 4 GRUNOWASSER 11-2 DC lIin.4 °c .in.O DC 16 PROZEBWASSER r~::: ~I'''' .. :0 ~ c d S II; '" 3 MEERWASSER ~ ~I .. ; ~ :I~ :. • f ~ ~ ~Z- A~ :! I ;: c:::a ~ ~ .~ -;~.. ~ f til ~~ :; 1/ FlU6WASSER 2 SEEWASSER ~ ffi ~ ~ :; l:' ~ ~~ "'~ ... ~ .... N 0\
163 Die wichtigsten industriellen Abwarmestrome sind: - Rauchgase Kuhlwasser von chemischen Reaktoren mit exothermer Reaktion Kuhlwasser von Kompressoren Kuhlwasser von Pressen Dampf von Eindampfprozessen Dampf von Destillationsprozessen Kuhlturm-Reservoirwasser Abluft von Papiermaschinen Abluft von Trocknern Fabrikabwasser Kondensat von Industriedampfturbinen Zur Erzeugung von Niedertemperaturwarme konnen auch Warmequellen auBerhalb des Industriebetriebes herangezogen werden: - Abwarme von Kraftwerken FluBwasser Seewasser Luft Die Probleme bei industriellen Warmequellen liegen im allgemeinen anders als bei Warmequellen fur Klima-Warmepumpen. So fallt industrielle Abwarme,uber das Jahr gesehen,mit annahernd konstanter Temperatur an. Per Warmebedarf ist ebenfalls konstant und keinen jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen. Dafur setzen Nutzwarmeleistungen im MW-Bereich sehr groBe Abwarmestrome voraus.
5. DIE W~RMEPUMPE IN DER VERFAHRENSTECHNISCHEN INDUSTRIE 5.1. VORAUSSETZUNGEN DES INDUSTRIELLEN W~RMEPUMPENEINSATZES Nach der Beschreibung der Warmepumpenarten (Kap. 2.0.), der Arbeitsbereiche (Kap. 3.1.) und der Auswahlkriterien fUr Warmepumpen (Kap. 3.2.) wird im folgenden nun auf die einzelnen Kriterien des Warmepumpeneinsatzes in verfahrenstechnischen Prozessen eingegangen. Der Einsatz einer industriellen Warmepumpe ist technisch nicht Uberall moglich bzw. sinnvoll, sondern ist an verschiedene Voraussetzungen gebunden. Werden neben den Kriterien der technischen Einsatzmoglichkeit noch weitere Oberlegungen bezUglich der Wirtschaftlichkeit einer Warmepumpenanlage angestellt, sind die oben genannten Voraussetzungen noch weitreichender. Zusammenfassend lassen sich fUr den industriellen Warmepumpeneinsatz die folgenden Bedingungen angeben: - Industrielle Abwarme (20 - 100oC) bzw. Umweltwarme (bis 20 oC) muB in genUgend groBen Mengen verfUgbar sein. Der zur Deckung eines geforderten Abwarmebedarfes notwendige Massestrom errechnet sich zu: m (52) 6T ist die Temperaturdifferenz, um die sich der Warmequellenstrom bei Abgabe der Umwelt- oder Abwarme an den Verdampfer der Warmepumpe abkUhlt. Mogliche Warmequellen wurden bereits in Kap. 4.2. behandelt. - Die durch die Warmepumpe zu Uberwindende Temperaturdifferenz zwischen der verfUgbaren Warmequelle und der geforderten Nutztemperatur darf nicht zu groB sein. Die Wirtschaftlichkeit der Warmepumpe und ihre Oberlegenheit anderen Verfahren der Warmeerzeugung gegenUber hangen von der Leistungszahl ab, die indirekt proportional der Temperaturdifferenz Warmequelle - Warmesenke ist. Zu groBe Differenzen machen Warmepumpen unwirtschaftlich (ver-
165 gleiche Kap. 1.2.1.). Technisch kann groBen Temperaturgefallen durch eine mehrstufige AusfUhrung der Warmepumpenanlage begegnet werden. Die GroBe der Temperaturdifferenz. bis zu der eine Warmepumpe wirtschaftlich arbeitet. kann allgemein nur schwer angegeben werden. da diese einerseits von den ortlichen Energiekosten (Strompreis. Warmepreis) abhangt und andererseits jede Warmepumpenart speziell berechnet werden muB. Die durch die Warmepumpe gelieferten Nutzwarmeleistungen mUssen groB genug sein. damit die spezifischen Anlagenkosten (Investitionskosten pro erzeugtem Kilojoule Warme) in einer Wirtschaftlichkeitsrechnung nicht zu stark ins Gewicht fallen. GroBe Aggregate haben darUber hinaus einen gUnstigeren Gesamtwirkungsgrad. Industrielle GroBwarmepumpen mit Nutzleistungen ab 1 MW liegen in den spezifischen Anlagekosten relativ gUnstig. Als untere Grenze fUr die Heizleistung einer industriellen Warmepumpenanlage werden in bezug auf die Wirtschaftlichkeit 0.2 - 0.3 MW genannt /35/. - Die jahrliche Betriebsstundenzahl und die Benutzungsdauer der Warmepumpe mUssen moglichst hoch liegen. da der Ausnutzungsfaktor und die Anzahl der Verluststunden einen wesentlichen EinfluB auf die Kosten der erzeugten Nutzwarme nehmen. Vor allem in der industriellen Anwendung mit groBem Warmebedarf und durchgehendem Betrieb konnen gUnstige Resultate erzielt werden. - Der Preis der Antriebsenergie des Verdichters der Warmepumpe darf nicht zu hoch sein. Aus einer Wirtschaftlichkeitsberechnung folgt. ob am geplanten Aufstellungsort der Warmepumpe die Kosten der zur VerfUgung stehenden Antriebsenergie die Verwendung der Anlage zulassen. Warmepumpen konnen also Uberall dort eingesetzt werden. we einem genUgend groBen Abwarme- (oder Umweltwarme-) Angebot eine ungefahr ebenso gro6e Nachfrage nach Warme im Temperaturbereich bis 1200 C gegenUbersteht. die nicht durch Warmetausch billiger gewonnen werden kann.
166 Bei der Verwendung von Thermokompressoren oder Strahlwarmepumpen zur BrUdenverdichtung kann das Temperaturniveau der Nutzwarme auch Uber 1200 e betragen. Die obere Grenze hangt dabei von den kritischen Daten der betreffenden Dampfe (BrUden) abo Tabelle 15 bringt eine Zusammenfassung der wesentlichen Bedingungen des Warmepumpeneinsatzes in der verfahrenstechnischen 1ndustrie, gegliedert nach den wichtigsten Einsatzgebieten und den verschiedenen Warmepumpenarten. Die Tabelle basiert auf folgenden Oberlegungen: - Alle Voraussetzungen fUr den wirtschaftlich-technischen Einsatz von Warmepumpen sind mit einem Punkt (tt) gekennzeichnet. - 1st der Einsatz dieser Warmepumpe unter dieser Bedingung vorteilhaft, so steht in dem Feld ein Kreis ()). - Erschwert das Zutreffen dieser Bedingung den Einsatz dieser Warmepumpe, so ist das Feld mit einem Dreieck (~) gekennzeichnet. - 1st ein Feld leer, so kann hier keine allgemeine Aussage gemacht werden. Die Vorgangsweise zur Auswahl der richtigen Warmepumpe soll an hand des folgenden Beispiels erklart werden. Die Einsetzbarkeit einer Warmepumpe in einem DestillationsprozeB soll geprUft werden: Daten: TN = 1000 e To = 7aoe ~T = 22 0 e QN = 1,16 MW Qo = 1 MW ~ QN Anlagenbetrieb kontinuierlich BrUden schlechte thermodynamische Eigenschaften BrUden chemisch nicht aggressiv Betrieb bei Normaldruck SchluBfolgerung: alle WP-Typen einsetzbar alle WP-Typen einsetzbar alle WP-Typen einsetzbar OSTWP nicht geeignet KWP vorteilhaft alle WP-Typen einsetzbar THKMPR ungUnstig KWP vorteilhaft keine allgemeine Aussage moglich keine allgemeine Aussage moglich KWP voraussichtlich am vorteilhaftesten
167 oESrILI,,\TlOllSTEC>t., I '/(ROAMPf , -TECMIUK ICWP aT i ot aooc I\U, i KLWP JOSTItla I. - :6 1. , • 16 1 gr68er lis Q,6oQfj Ml i z l lhtung gNSetr II. CI, Q,s':Iii 6 1. . i o i 1it: tzhist1.tng ir6Ber ,Is <I. I ,~w ICllto- un<! H. l listg . to, g lolcn lroS 0 1 •• ;"' l c~lnbatr \ .c t,on'C.~nu i .,. lt Cll gro6e j ¥nr l. 3etri tbsstunG.nz&.h 1 ~.lS9hC~st Gutt tn.l1I04yn , <lg, d,!IAII>f.. IBriidto) Scnllento td.E lgln, d , o.pf .. ( Brildon/ 0_' (BrOdin) C""," , l4Jgrut1Y o..opf (8riidtn) c..... ol cht '99".. 1< Bl l U ger frllbd...", ... o,. ... ndtn 8t1l1gor Hoi,dupf yorf'l.ll:ldan Kaln Hohd .. yorhand:fl'll p' Slc,,"motUkltto.Ittel glfordlrt Kef" Stcrttr",* f ukIt ttll . gtrord"t • i o I O! ~ . : DSTRWP I o i ll • i I AWP I ! I I GlP .1., .1. • • .r. I : Otr AbtMrIIIlstrtll 1It AWP OSTAIIP I• • i I I I DIS "-'Utta.p.eMivtIU Ii <9t uottr ao"C , IitC1'16 _1.;.. :.r. IIlIP .• •• •.'.•:.• 606 660 606 660 • o o •o o o o 06 o o o 0 o 066 o 00 1) Bei der Wiederinbetriebnahlte de,. Anlage nlch einen St11lstand sind ,groBe HI1zdampfmengen bzw. groBe ;.iengen zusatzlicher Energie zur'" 8ehl1zUl1g des Prozesses notwend1g. bfs 5ich der kontfnuierlfche BItr"1eb eiMst.llt. Abkijrzung~n: THtr:4PR • Thenno'kompressor KWP • KompressionswXnnepumpe • Absorpti onswimeptAnpe OSTRWP a Dampfstrahl~nnepumpe AWP KLWP KCM8 aT • Kaltluftwl"'epYlllpe • Kombinierte Kclnpress.-/Absorptionswarmepumpe a Temperaturdifferenz zwischen Wamequelle und W"imesenke e e~~~:c~!~~~~~t!~~n~~~~~~s~f~~~~/'ur o ~~:s!~n~~~n:~=~·=o~~~~r den tst beim Zutreffen I\. Das Zutreffen dieser 8ed1ngung erschwert den Einsatz di eser WKmePlJlpe. Keine allgemeine Aussage mijglich o ~ Tab. 15: Zusammenstellung der wesentlichen Bedingungen fUr den industriellen Warmepumpeneinsatz in Abhangigkeit von verschiedenen Einsatzgebieten
168 5.2. DIE WARMEPUMPE IN DER DESTILLATIONSTECHNIK Als Folge der steigenden Energiepreise wird die energetische Durchleuchtung vor allem jener industrieller Verfahren interessant. bei denen groBe Energiemengen umgesetzt werden. Ein solches Verfahrenistder DestillationsprozeB. bei dem einerseits groBe Warmemengen zur Beheizung des Sumpfes der Destillationskolonne benotigt werden und andererseits groBe Mengen von KUhlwasser zur Kondensation des den Kopf der Kolonne verlassenden Destillates aufgewendet werden mUssen. Fig. 109 zeigt das Schema einer konventionellen Destillationskolonne. Aufgrund der groBen zu- und abgefUhrten Warmestrome konnen Energieeinsparungen in Destillationsanlagen eine wesentliche Verringerung der Betriebskosten bewirken. o F l B = Bodenprodukt D = Destillat F Einsatz R = RUcklauf ~ku~er I Fig. 109: FlieBschema einer konventionellen Destillationsanlage ohne EnergierUckgewinnung
169 5.2.1. MOGLICHKEITEN DER ENERGIEEINSPARUNG IN DESTILLATIONSPROZESSEN Folgende Moglichkeiten zur Energieeinsparung sind in Destillationsanlagen gegeben /139/: - ProzeBverbesserung - Apparative Verbesserung - EnergierUckgewinnung 5.2.1.1. PROZESSVERBESSERUNG Der Energiebedarf eines destillativen Trennprozesses ist vor allem durch die folgenden Parameter bestimmt: - Betriebsdruck - RUcklaufverhaltnis - Reihenfolge der Trennung bei Multikomponentengemischen Mit sinkendem Betriebsdruck nimmt die relative F1Uchtigkeit 1) a des zu trennenden Gemisches zu, so daB die Trennung leichter vor sich geht. Der Energiebedarf der Trennung ist indirekt proportional zu (a - 1). Je hoher also der Betriebsdruck und damit auch die Betriebstemperatur einer Kolonne liegen, des to geringer werden die relative F1Uchtigkeit und des to hoher der Energiebedarf /139/. Durch das RUcklaufverhaltnis r sind die Betriebsgrenzen eines Destillationsprozesses vorgegeben (r = R/D, vgl. Fig. 109): Das minimale RUcklaufverhaltnis fUhrt zu einer unendlichen Trennstufenzahl der Kolonne, ein unendliches RUcklaufverhaltnis zur minimalen theoretischen Stufenzahl. Der zur Trennung notwendige Energieaufwand ist proportional dem RUcklaufverhaltnis r. Je hoher das RUcklaufverhaltnis gewahlt wird, desto 1) Die relative F1Uchtigkeit a eines binaren Gemisches ist definiert als P~ wobei po der Dampfdruck der reinen Komponenten bei Betriebstemperatur ist. p~
170 gro6er ist der zur Trennung notwendige Energieaufwand. Kleinere RUcklaufverhaltnisse bringen zwar eine Verringerung des Energiebedarfes, erhohen aber die Trennstufenzahl. Einsparungen beim Energieaufwand (geringeres RUcklaufverhaltnis) reduzieren zwar die Betriebskosten, erhohen aber gleichzeitig den Investitionsaufwand. Betriebsdruck und RUcklaufverhaltnis mUssen daher in Hinsicht auf minimale Gesamtkosten optimiert werden. Um ein Multikomponentengemisch aus n Komponenten destillativ zu trennen, sind bei vol 1standiger Trennung in die Einzelkomponenten (n - 1) kontinuierlich arbeitende Trennkolonnen notwendig. Die Reihenfolge, in der die Trennschritte ausgefUhrt werden, hat einen wesentlichen Einflu6 auf die Investitions- und die Betriebskosten. Fig. 110 zeigt drei der insgesamt vierzehn moglichen Trennfolgen fUr ein Multikomponentengemisch aus funf Komponenten. 5.2.1.2. APPARATIVE VERBESSERUNG Bereits bei der Planung einer Destillationsanlage konnen apparative Optimierungen zur Verringerung des Energieverbrauches getroffen werden. In dieser Hinsicht sind die Entscheidungen bezUglich der Art der Kolonne (Bodenkolonne, FUllkorperkolonne), bei Bodenkolonnen bezUglich der Art der Boden (Glocken-, Sieb-, Ventilboden usw.) und bei FUllkorperkolonnen bezUglich der Art der Packungen zu treffen. Eine weitere apparative Verbesserung kann durch die Optimierung der Isolationsstarke der Kolonne und der Rohrleitungen erfolgen.
171 BCDE CDE DE D BC ABCD BCDE DE C A ABCDE D BCDE CDE E Fig. 110: Drei von vierzehn Moglichkeiten der destillativen Trennung eines 5-Komponenten-Gemisches
172 5.2.1.3. VERSCHlEDENE MOGLlCHKElTEN DER ENERGlEROCKGEWlNNUNG BEl DESTlLLAT10NSPROZESSEN Da bei Destillationsprozessen im Kopfkondensator die groBte Warmemenge anfallt und im Sumpfverdampfer Warme zugefUhrt werden muB, haben MaBnahmen zur RUckgewinnung der im Kondensator anfallenden Energie den wesentlichsten EinfluB auf die Einsparung von Energie. Folgende Moglichkeitender EnergierUckgewinnung sind im allgemeinen einsetzbar /136/, /137/, /144/: - Parallelbetrieb - EnergierUckgewinn bei Multikomponententrennung - Destillation mit Warmepumpe Bei Destillationsverfahren im Parallelbetrieb wird der Einsatz der Destillationsanlage auf zwei Kolonnen aufgeteilt, von denen eine bei hoherem Druck (Hochdruckkolonne) und eine bei niedrigerem Druck (Niederdruckkolonne) arbeitet (Fig. 111). Das Destillat der Hochdruckkolonne wird herangezogen, urn den Sumpf der Niederdruckkolonne zu beheizen. Dabei muB der Druck der Hochdruckkolonne so gewahlt werden, daB die Kopftemperatur urn die Gradigkeit der Obertragung der Kondensationswarme hoher liegt als die Sumpftemperatur der Niederdruckkolonne. Die Beheizung des Sumpfverdampfers der Hochdruckkolonne und die Kondensation des Destillates der Niederdruckkolonne erfolgen wie bei konventionellen Destillationsanlagen. Kennzeichnend fUr den Parallelbetrieb ist, daB beide Kolonnen mit demselben Einsatz beschickt werden und dieselbe Produktzusammensetzung liefern (Destillat, Bodenprodukt). Der Vorteil dieser Betriebsweise liegt darin, daB keine zusatzlichen Apparatetypen mit bewegten Teilen (wie z.B. Kompressoren) notwendig sind.
173 F A HD o 8 Fig. 111: Destillationsverfahren im Parallelbetrieb Der Energieverbrauch bei Destillationsverfahren im Parallelbetrieb ist umgekehrt proportional zur Anzahl der gekoppelten Kolonnen. Bei zwei Ko 1onnen konnen max ima 1 50 % Energi e ei ngespart werden 11391. Ein Nachteil ist die Betriebsabhangigkeit beider Kolonnen: Fallt eine Kolonne infolge einer Storung aus, muB auch die zweite abgestellt werden. Weiters mUssen Einschrankungen durch die zulassige Hochsttemperatur der Produkte (Zersetzung, Polymerisation) und die Tiefsttemperatur (Kristallisation) berUcksichtigt werden.
174 Das EnergierUckgewinnungsprinzip des Parallelbetriebes kann auch bei Multikomponententrennung angewandt werden, indem wieder der Kopfdampf (Destillat) einer Kolonne zur Sumpfbeheizung einer oder mehrerer anderer Kolonnen genutzt wird (Fig. 112). Kennzeichnend fUr dieses Verfahren ist, daB fUr jede der (n - 1) Kolonnen ein eigener Einsatz zugefUhrt und daher auch n Produktstrome gewonnen werden konnten. ND. AB F R co HD. co A B c o Fig. 112: Multikomponentendestillation mit WarmerUckgewinn
175 Die BetriebsdrUcke der einzelnen Kolonnen mUssen so festgelegt werden, daB durch die Kondensationswarmemenge des Kopfdampfes der Hochdruckkolonne die Sumpfbeheizung der beiden Niederdruckkolonnen erfolgen kann. Die im Kopf der Destillationskolonne anfallende Kondensationswarme eignet sich sehr gut als Warmequelle und die zur Beheizung des Sumpfverdampfers benotigte Warmemenge als Warmesenke einer Warmepumpe, durch deren Hilfe die Betriebskosten der Destillation stark reduziert werden konnen. FUr Destillationsverfahren mit einer Warmepumpenumschaltung eignen sich besonders die folgenden Warmepumpenarten: - Kompressionswarmepumpe (geschlossenes System) - Thermokompressor (offenes System) - Dampfstrahlwarmepumpe (offenes System) Neben den Kopfdampfen der Kolonne konnen auch die Sumpfdampfe durch offene Warmepumpensysteme komprimiert werden, wie spater noch beschrieben wird. Als Warmequelle dient entweder das dampfformige Destillat oder das verdampfte Bodenprodukt. 5.2.2. GESCHLOSSENE WARMEPUMPENSYSTEME 1M DESTILLATIONSPROZESS 1) Die Kompressionswarmepumpe nimmt als geschlossenes System die Kondensationswarme des Destillates Uber den Verdampfer auf und gibt die Warme nach der Kompression Uber den Kondensator zur Sumpfbeheizung wieder abo Das Destillationssystem und das Warmepumpensystem sind voneinander getrennt und Uber Warmetauschapparate verbunden. Kompressionswarmepumpen werden dann eingesetzt, wenn eine direkte Kompression des Destillatdampfes (aufgrund schlechter thermodynamischer Eigenschafien, chemischer Aggressivitat, eines wesentlich groBeren spezifischen Volumens als bei Kaltemitteln) nicht moglich ist oder wenn der Einbau erst spater in eine bereits existierende Anlage vorgesehen ist. 1) Die folgenden AusfUhrungen werden anhand der Kompressionswarmepumpe erklart, gel ten analog auch fUr die Absorptionswarmepumpe.
176 Ein weiterer Vorteil ist die Koppelung zweier bekannter Systeme, fUr die das Verhalten (Regelung, Anfahren) bekannt ist. Die Anwendbarkeit der Kompressionswarmepumpe in der Destillationstechnik ist allerdings aufgrund der chemischen Stabilitat der heute bekannten Kaltemittel begrenzt. Die Destillation eines GroBteils der organischen Komponenten findet im Temperaturbereich von 150 - 200 0 C statt, fUr den heute kaum passende Kaltemittel verfUgbar sind. Ein weiterer Nachteil ist die VergroBerung des Temperaturgefalles zwischen Kondensator und Verdampfer der Warmepumpe durch die Gradigkeit des zweimaligen WarmeUberganges. Dadurch verringert sich die Leistungszahl der Kompressionswarmepumpe, wodurch geschlossene Warmepumpensysteme in Destillationsprozessen unwirtschaftlicher arbeiten als offene Systeme. Die Gradigkeit beim WarmeUbergang im Kondensator und Verdampfer der Warmepumpe soll moglichst gering sein, urn das zu Uberwindende Temperaturgefalle zwischen Kopf und Sumpf der Kolonne klein zu halten und damit die Leistungszahl zu verbessern. Kleine Temperaturdifferenzen in den Warmetauschern fUhren aber zu groBen Austauscherflachen und damit erhohten Investitionskosten. Es ist also die Gradigkeit ~T in Hinblick auf minimale Gesamtkosten (Betriebskosten der Kolonne und Investitionskosten der Austauscher) zu optimieren. Fig. 113 zeigt eine Destillationsanlage mit Kompressionswarmepumpe. Zum Anfahren der Kolonne ist ein Hilfsverdampfer vorgesehen, der wie bei konventionellen Anlagen mit Dampf beheizt wird. Wahrend des Anfahrvorganges wird die zusatzliche Sumpfbeheizung immer mehr reduziert, bis sich der kontinuierliche Destillationsbetrieb einstellt. Eine Moglichkeit der zusatzlichen Energieeinsparung in Destillationsanlagen im Zusammenhang mit Warmepumpen ist die Verwendung von Zwischenverdampfern bzw. Zwischenkondensatoren, die zwischen zwei beliebige Boden der Kolonne geschaltet werden /136/.
177 o F I I 1-ifsverdampfer ._ .:J WARMEPUMPENKRE ISL AUF 8 Fig. 113: Destillationsanlage mit Kompressionswarmepumpe (geschlossenes System) In Abbildung 114 ist eine Destillationsanlage mit einem geschlossenen Warmepumpensystem und einem Zwischenkondensator dargestellt. Das nach der Warmeabgabe im Sumpfverdampfer kondensierte Kaltemittel verdampft teilweise nach Durchstromen eines Expansionsventils und wird im Zwischenabscheider in die flussige und dampfformige Phase getrennt. Die flussige Phase gelangt zum einen Teil uber ein weiteres Expansionsventil in den Kopfabscheider und wird zum anderen Teil im Zwischenkondensator aufgewarmt (dabei verdampftein Teil des Kaltemittels) und erneut im Abscheider getrennt. Die dampfformige Phase wird der zweiten Stufe des Kompressors zugefuhrt, dort verdichtet und anschlieBend im Sumpfverdampfer kondensiert.
178 o F B Fig. 114: Destillationsanlage mit Kompressionswarmepumpe und Zwischenkondensator 5.2.3. DER THERMOKOMPRESSOR 1M DEST1LLAT10NSPROZESS Bei Verwendung eines Thermokompressors in der Destillationsanlage wird das Destillat am Kolonnenkopf direkt durch den Kompressor angesaugt und verdichtet (offenes System). Dabei erfolgt eine Temperaturerhohung urn den Betrag, der fUr die WarmeUbertragung im Sumpfverdampfer zur Beheizung der Kolonne notwendig ist. Die NichtverfUgbarkeit von Kaltemitteln im Temperaturbereich von 150 200 0 C wird bei Verwendung offener Warmepumpensysteme umgangen, da das benotigte warmetransportierende Medium (Kopfdampf) stets vorhanden ist.
179 Destillationsverfahren mit Thermokompressoren arbeiten auBerdem mit besseren Leistungszahlen als geschlossene Systeme, da die Gradigkeit beim Warmetausch am Kopf der Kolonne wegfallt. Dadurch wird auch das Kompressionsverhaltnis kleiner. Fig. 115 zeigt eine Destillationsanlage mit Thermokompressor. o B Fig. 115: DestillationsprozeB mit Thermokompressor und Kompression des Kopfdampfes Zum Anfahren der Anlage wird wieder ein kleiner Hilfsverdampfer verwendet, da der Hauptverdampfer erst dann zu heizen beginnt, wenn bereits komprimierte BrUden vorhanden sind. Nach der Kompression ist der Kopfdampf Uberhitzt. Zur Sattigung kann nach der Verdichtung F1Ussigkeit eingespritzt werden. Zur Regelung der Sumpfbeheizung wird nach dem Kompressor eine direkte Leitung mit einem Hilfskondensator zum RUcklauftank geschaltet, die nicht Uber den Sumpfverdampfer fuhrt. Ober diese direkte Leitung erfolgt die Steuerung der Heizwarmemenge. Wenn zwischen RUckfluBbehalter und Kolonnenkopf ein ausreichend groBes Druckgefalle vorhanden ist (abhangig vom Verdichtungsverhaltnis des Kompressors), wird keine RUckfluBpumpe benotigt (wie in Fig. 115). In die-
180 sem Fall findet aber im RUckfluBventil Verdampfung statt. Der dampfformige RUckfluB kann in der Kolonne nicht wirksam werden und wird daher ohne Nutzung Uber den Kompressor zirkuliert. Urn die Verdampfungsrate zu vermindern. wird der RUckfluB durch einen zusatzlichen Warmetauscher unterkUhlt. Die GroBe des Verdichters laBt sich somit reduzieren. Bei geringem Druckgefalle<zwischen RUckfluBbehalter und Kolonnenkopf erUbrigen sich das Expansionsventil und der UnterkUhler. dafUr wird eine RUckfluBpumpe notwendig. Destillationsanlagen mit Thermokompressoren liegen auch in den 1nvestitionskosten meist niedriger als konventionelle Anlagen. Durch die Kompression der Kopfdampfe findet ihre Kondensation bei einem hoheren Druck als dem Kolonnendruck statt (Druck im RUcklaufbehalter). Man kann den Kolonnendruck daher niedriger wahlen als bei konventionellen Anlagen. 1) Ein niedrigerer Kolonnendruck bei Einsatz eines Thermokompressors bringt i.a. aber die folgenden beiden Vorteile gegenUber konventionellen Anlagen: Die relative F1Uchtigkeit nimmt mit sinkendem Druck zu. so daB eine destillative Trennung bei niedrigerem Druck leichter durchfUhrbar ist und bei gleichern RUcklaufverhaltnis eine geringere Anzahl von Boden benotigt (geringere 1nvestitionskosten). 1m allgemeinen liegen Kolonnen mit niedrigerem Betriebsdruck in den 1nvestitionskosten gUnstiger. Eine Destillationsanlage mit Thermokompressor ist daher zumeist einer konventionellen Anlage sowohl in den 1nvestitions- als auch in den Betriebskosten Uberlegen. Wie bereits in Kap. 5.2.1.3. erwahnt. wird neben der Kompression der Kopfdampfe auch die Kompression der Sumpfdampfe angewandt. Ein Teil des flUssigen Bodenproduktes wird dazu Uber ein Ventil entspannt und anschlieBend durch Warmetausch mit dem kondensierenden Kopfdampf vollstandig verdampft. Der somit erzeugte Sumpfdampf wird komprimiert und zur Beheizung direkt dem Sumpf der Kolonne zugefUhrt. 1) Diese Aussage gilt nur fUr Kolonnen. die normalerweise bei Oberdruck betrieben werden.
181 Fig. 116 zeigt eine Destillationsanlage mit Thermokompressor und Verdichtung der Sumpfdampfe. F o 8 Fig. 116: Destillationsanlage mit Thermokompressor und Verdichtung der Sumpfdampfe Auch bei Destillationsanlagen mit Thermokompressoren konnen zur weiteren Reduzierung der Energiekosten Zwischenverdampfer bzw. Zwischenkondensatoren eingesetzt werden 1136/. 5.2.4 . DIE DAMPFSTRAHLWARMEPUMPE 1M DESTILLATIONSPROZESS Als zweites offenes Warmepumpensystem findet auch die Dampfstrahlwarmepumpe zur BrUdenverdichtung in Destillationsanlagen ihre Anwendung. Das Prinzip des Einsatzes ist dasselbe wie beim Thermokompressor; der wesentliche Unterschied liegt im Antrieb des Warmepumpensystems. In Thermokompressoren werden die Kopf- oder Sumpfdampfe in Verdichtern, die durch Elektromotoren, Gas-/Dieselmotoren oder Dampfturbinen angetrieben
182 sind, mechanisch verdichtet. In Dampfstrahlwarmepumpen wird durch Treibdampf thermisch verdichtet. Dampfstrahlwarmepumpen komprimieren vor allem die Sumpfdampfe, die aus dem flUssigen Sumpfprodukt nach Expansion durch ein Ventil in einem Warmetauscher bei Aufnahme der Kopfdampf-Kondensationswarme gebildet werden. Warmequelle bleiben also die Kopfdampfe. Fig. 117 zeigt eine Destillationsanlage mit Dampfstrahlwarmepumpe und Kompression der Sumpfdampfe. Nach /216/ liegt die Einsparung an frischdampf bei 30 - 70 % und die Amortisationszeit der Anlage bei 10 - 30 Monaten. R F o B Fig. 117: Destillationsanlaqe mit Dampfstrahlwarmepumpe und Kompression der Sumpfdampfe Daneben besteht noch die Moglichkeit, in Dampfstrahlwarmepumpen mit Kompression der Sumpfdampfe nicht die Kopfdampfe, sondern ebenfalls die Sumpfdampfe als Warmequelle heranzuziehen. Das flUssige Sumpfprodukt wird Uber ein Expansionsventil entspannt und in einem Abscheider in die flUssige und in die dampfformige Phase ge-
183 trennt. Die dampfformige Phase wird durch den Treibdampf der Dampfstrahlwarmepumpe angesaugt. verdichtet und dem Sumpf erneut zugefUhrt (Fig. 118). Tre;bdampf B Fig. 118: Dampfstrahlwarmepumpe zur Sumpfbeheizung einer Destillationskolonne /87/ Wie die vorangegangenen AusfUhrungen gezeigt haben. konnen die fUr Destillationsanlagen geeigneten Warmepumpenarten (Kompressionswarmepumpe. Thermokompressor. Dampfstrahlwarmepumpe) als Warmetrager und als Warmequelle sowohl den Kopfdampf als auch den Sumpfdampf nutzen. Tabelle 16 zeigt die Variationsmoglichkeiten von Kopf- und Sumpfdampf als Warmetrager und Warmequelle. Der Warmetrager ist jener Dampfstrom. der verdichtet wird und seine Kondensationswarme zur Sumpfbeheizung abgibt. Warmetrager Betriebsweise Warmepumpenart Kopfpr. geschlossen Kompressions-WP Thermokompr. Dampfstrahl-WP 1) 1) x x x offen Warmequell e SumpfDr. Kopfpr. x x x Sumpfpr. x 1) Warmetrager bei geschlossenen Systemen ist das jeweilige Kaltemittel. Tab. 16: Verwendungsmoglichkeiten von Kopfdampf und Sumpfdampf als Warmetrager und Warmequelle in Warmepumpen fur Destillationsanlagen
184 5.2.5. PARALLELBETRIEB EINER DESTILLATIONSANLAGE MIT WARMEPUMPE Wie schon in Kap. 5.2.1. Uber die Moglichkeiten der Energieeinsparung in Destillaticnsprozessen geschrieben wurde. kann der Einsatz einer Destillationsanlage auf z~rei Kolonnen aufgeteilt werden. Die eine Kolonne arbeitet bei niedrigerem. die andere bei hoherem Druck. so daB durch den Kopfdampf der Hochdruckkolonne der Sumpf der Niederdruckkolonne beheizt werden kann. Wird zusatzlich noch ein Thermokompressor in das System eingebaut, beheizt der komprimierte Kopfdampf der Niederdrucksaule den Sumpf der Hochdrucksaule. Heizdampfund KUhlwasser fallen zum Betrieb dieser Destillationsanlage im Parallelbetrieb weg. FUr den Anfahrvorgang sind zusatzliche dampfbeheizte Hilfsverdampfer vorgesehen, die wahrend des kontinuierlichen Betriebes abgeschaltet werden. Fig. 119 zeigt eine Destillationsanlage im Parallelbetrieb mit Warmepumpe. Nach diesem Prinzip kann auch die Trennung von Multikomponentengemischen erfolgen. 5.2.6. VERGLEICH DER ENERGIEEINSPARUNGSMOGLICHKEITEN DURCH DEN EINSATZ VON WARMEPUMPEN IN DER DESTILLATIONSTECHNIK Urn die energetischen und wirtschaftlichen Vorteile einer Destillationsanlage mit Warmepumpe gegenUber konventionellen Anlagen zur Destillation aufzuzeigen, sind in der nachstehenden Tabelle 17 die prozentuellen Ergebnisse einiger Wirtschaftlichkeitsberechnungen aus der Literatur zusammengefaBt. Die Investitionskosten liegen nach den angefUhrten Berechnungen fUr Destillationsanlagen mit Warmepumpe urn ca. 20 %, die Betriebskosten zwischen 50 und 80 % niedriger als die einer konventionellen Anlage. Die Amortisationszeit einer Warmepumpe in Destillationsanlagen wird mit 0.8 - 2.5 Jahren angegeben /216/.
185 NO Fig. 119: Destillationsanlage im Parallelbetrieb mit Warmepumpe AbschlieBend wird noch auf die in der Literatur genannten wirtschaftlichen Temperaturgrenzen des Warmepumpeneinsatzes in Destillationsanlagen eingegangen. GUnstig fUr die Wirtschaftlichkeit der Warmepumpe ist das Vorhandensein einer nicht zu groBen Temperaturdifferenz zwischen Kopf und Sumpf der Kolonne.
186 Konv.Anl.1 Konv.Anl.2 WP-Anl. t.K tA 83 57 17 43 - - 74 53 26 47 - - 18 82 1.5 70-30 30-70 Lit. Art der Kosten 143 Invest. Kosten Betr.Kosten/Jahr 89 100 100 86 136 Ges.Kosten/Jahr Betr.Kosten/Jahr 100 100 138 Energ.Kosten/Jahr 100 216 Energ.Kosten/Jahr 100 0.8-2.5 Zahlenangaben in % Die konventionelle Destillationsanlage 1 wurde mit Wasserkondensator, die Anlage 2 mit Luftkondensator betrieben. WP-Anl. = Destillationsanlage mit Warmepumpe t.K = Betriebskosten-Ersparnis durch die Warmepumpe tA = Amortisationszeit der Warmepumpe in Jahren Tab. 17: Ergebnisse von Wirtschaftlichkeitsberechnungen einer Destillationsanlage mit Warmepumpe im Vergleich zur konventionellen Anlage fUr verschiedene Gemische In /142/ werden fUr geschlossene Systeme (Gradigkeit in den Warmetauschern 10 - 150 C) signifikante Einsparungen fUr Temperaturdifferenzen von 30 500 C errechnet und die maximale Differenz mit 800 C angegeben. FUr offene Systeme liegen diese Werte fUr signifikante Einsparungen bei 50 - 800 C und der Maximalwert bei 100oC. Die Voraussetzungen fUr den wirtschaftlichen Einsatz der Warmepumpe in Destillationsanlagen werden in /135/ wie folgt festgelegt: Die Sumpftemperatur mu6 Uber 150oC, die Kondensationstemperatur zwischen 40 und 1200 C liegen. Da die An~abe allgemeiner wirtschaftlicher Temperaturgrenzen sehr schwierig ist, mUssen fUr die einzelnen Anwendungsfalle einer Warmepumpe in Destillationsanlagen getrennte Wirtschaftlichkeitsberechnungen unter BerUcksichtigung der fUr den speziellen Fall signifikanten Parameter vorgenommen werden. Eine einfache Methode der Abschatzung der Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von Warmepumpen in der Destillationstechnik gibt Null /135/.
187 5.3. DIE W~RMEPUMPE IN DER VERDAMPFUNGSTECHNIK Ein in den verschiedenen Industrien haufig vorkommender ProzeB ist das Ausdampfen von F1Ussigkeiten zur Aufkonzentrierung des flUssigen Einsatzes. 1m folgenden werden die Grundlagen fUr den Einsatz von Warmepumpen in der Verdampfungstechnik am Beispiel waBriger Losungen abgeleitet. Aufgrund der hohen Verdampfungswarme von Wasser sind zum Eindampfen groBe Energiemengen notwendig. Durch die Verwendung von Warmepumpen kann die Verdampfungswarme rUckgewonnen und dem ProzeB wieder zugefUhrt werden. Die folgenden Warmepumpenarten eignen sich zum Einsatz von Verdampfungsanlagen: - Thermokompressor - Dampfstrahlwarmepumpe - Kompressionswarmepumpe 5.3.1. VERDAMPFUNG MIT DEM THERMOKOMPRESSOR Der Thermokompressor saugt als offenes System den in der Verdampfungsanlage entstehenden Wasserdampf (BrUden) an und verdichtet diesen in einem mechanischen Kompressor. Der verdichtete Dampf wird der Verdampfungsanlage zugefUhrt und beheizt den ProzeB durch Abgabe der Kondensationswarme. Die verbleibende sensible Warme ~rd in einem Warmetauscher zur Vorwarmung des Einsatzes herangezogen. 1m Kompressor findet eine Temperaturerhohung urn den Betrag statt, der zum WarmeUbergang zwischen dem kondensierenden Dampf und dem verdampfenden Einsatz notwendig ist. Aufgrund des fUr die Warmepumpe zu Uberwindenden relativ geringen Temperaturgefalles von ca. 10 - 20 0 C werden sehr hohe Leistungszahlen (E = 10 - 15) erreicht. Fig. 120 zeigt eine Konzentrationsanlage aus der Nahrungsmittelindustrie zur Eindickung von Fruchtsaften oder Milch. Zur Schonung des Gutes erfolgt der Eindampfvorgang im Vakuum bei Temperaturen von 30 - 50 0 C.
188 !Vakuum I I I I MJnzentrot 8ri.kJenkondensat Einsatz Fig. 120: Verdampfungsanlage mit Thermokompressor zur Konzentraterzeugung in der Nahrungsmittelindustrie Eine interessante Einsatzmoglichkeit des Thermokompressors besteht auch in der Zuckerindustrie. Die zur Eindickung und Kristallisation des RUbensaftes notwendige Warmeenergie kann durch Aufwertung der beim Eindampfen entstehenden Wasserdampf-BrUden durch den Thermokompressor gedeckt werden. Der Eindampfvorgang findet in zwei Stu fen statt: In der Verdampferstation zur Konzentration des RUbensaftes und in der Kochstation zur Kristallisation des Konzentrates. Um Schaden in den Verdichtern zu vermeiden, werden BrUdenwascher eingesetzt. Fig. 121 zeigt das Schema einer Verdampfungs- und Kristallisationsanlage mit Thermokompressor in der Zuckerindustrie. Nach demselben Prinzip arbeitet auch eine Anlage zur Eindampfung von Sulfitablauge in der Papierindustrie /165/.
189 iidenwiischer ndensat Saftkonzentrat Kondensat Fig. 121: Verdampfungs- und Kristallisationsanlage mit Thermokompressor in der Zuckerindustrie 5.3.2. VERDAMPFUNG MIT DER DAMPFSTRAHLWARMEPUMPE In Industrieanlagen mit eigener Dampferzeugung steht Dampf kostengUnstig zur VerfUgung, der als Treibdampf einer Dampfstrahlwarmepumpe in Verdampfungsanlagen eingesetzt werden kann. Die thermisch betriebene Dampfstrahlwarmepumpe saugt ebenfalls die beim EindampfprozeB entstehenden WasserdampfbrUden direkt an und verdichtet sie auf ein hoheres Druck- und Temperaturniveau. Die Kondensationswarme wird Uber einen Warmetauscher dem ProzeB zugefUhrt. Die Warmeverhaltnisse der Dampfstrahlwarmepumpe liegen infolge des geringen Temperaturgefalles sehr hoch.
190 Fig. 122 zeigt eine Verdampfungsanlage mit Dampfstrahlwarmepumpe zur Konzentration organischer F1Ussigkeiten. Einsatz Kondensat Kondensat Konzentrat Fig. 122: Verdampfungsanlage mit Dampfstrahlwarmepumpe zur Konzentration organischer F1Ussigkeiten Neben Wasserdampf kann zur Eindampfung temperaturempfindlicher Stoffe auch Ammoniak als Treibdampf verwendet werden, der bis zu Temperaturen um den Gefrierpunkt arbeiten kann. Aufgrund der Giftigkeit des Arbeitsmediums wird die Ammoniak-Dampfstrahlpumpe im geschlossenen Kreislauf gefUhrt und gibt die Kondensationswarme Uber einen Warmetauscher zur Beheizung des Verdampfers abo In Fig. 123 ist eine mit einer Ammoniak-Dampfstrahlpumpe betriebene Eindampfanlage dargestellt.
191 Ammoniak-Treibdampferzeu.ger Konzentrat Fig. 123: Eindampfanlage mit geschlossener Ammoniak-Dampfstrahlwarmepumpe 5.3.3. VERDAMPFUNG MIT DER KOMPRESSIONSWARMEPUMPE In Eindampfanlagen werden vor allem offene Warmepumpensysteme eingesetzt. da die WasserdampfbrUden aufgrund ihrer guten thermodynamischen Eigenschaften direkt verdichtet werden konnen. Der Einsatz geschlossener Kompressionswarmepumpen ist eher selten und auf wenige Anwendungsfalle beschrankt. Als Beispiel sei die Regenerierung einer Lithiumchlorid-Losung durcb eine Verdampfungsanlage mit Kompressionswarmepumpe beschrieben (Fig. 124). Lithiumchlorid wird zur Trocknung empfindlicher Lebensmittel eingesetzt. wobei das Wasser dem Trockengut nicht durch Erwarmung. sondern durch Ab-
192 sorption entzogen wird. Zur Regeneration muB die waBrige LithiumchloridLosung anschlieBend vom Wasser befreit werden. Lie'-~pfer H..p-~nden­ ,£ safor Lie{ Fig. 124: Regenerierung einer Lithiumchlorid-Losung durch Ausdampfen von Wasser mit Hilfe einer Kompressionswarmepumpe 1m Lithiumchlorid-Verdampfer wird durch den Kondensator einer Kompressionswarmepumpe die zur Austreibung des Wasserdampfes notwendige Warmemenge abgegeben. Oas reine Lithiumchlorid flieBt dem TrocknungsprozeB erneut zu, wahrend der Wasserdampf im Wasserkondensator durch Warmeentzug durch den Verdampfer der Warmepumpe kondensiert wird.
193 5.4. DIE W~RMEPUMPE IN DER TROCKNUNGSTECHNIK 1m folgenden wird beispiel haft der TrocknungsprozeB von Wasser und Luft behandelt. In Trocknungsprozessen wird Feuchtigkeit aus dem zu trocknenden Gut entfernt. Die auszuscheidende Wassermenge wird dabei verdunstet und von ungesattigter warmer Luft aufgenommen. Die Abluft eines Trockners transportiert daher einerseits die Warmemenge der trockenen Luft selbst und andererseits die Warmeenergie des in der Luft gelosten Wasserdampfes. Der Energiebedarf eines Trockners kann vermindert werden, wenn die in der Abluft enthaltene Warmeenergie genutzt und zur Erhitzung der an den TrocknungsprozeB herangefUhrten Zuluft verwendet wird. Als Verfahren zur EnergierUckgewinnung eignet sich sehr gut die Warmepumpe. In Trocknungsanlagen konnen die folgenden Warmepumpenarten eingesetzt werden: - Kompressionswarmepumpe - Kaltluftwarmepumpe - Dampfstrahlwarmepumpe
194 5.4.1. DIE KOMPRESSIONSWARMEPUMPE IN DER TROCKNUNGSTECHNIK Der Einsatz von Kompressionswarmepumpen als geschlossene Systeme erfolgt in Trocknungsanlagen mit Umluftbetrieb, wo sowohl die kalte als auch die warme Seite der Warmepumpe genutzt wird. Das Warmepumpensystem ist somit in die Trocknungsanlage integriert und arbeitet unabhangig von auBeren Warmequellen und damit auBeren StoreinflUssen. Die dem Trockner zugefUhrte warme Luft nimmt beim TrocknungsprozeB Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aus dem zu trocknenden Gut auf. Urn die vom Trockner kommende Abluft zu regenerieren, muB ihr Wassergehalt reduziert werden. Dazu wird der feuchten Luft durch den Verdampfer einer Kompressionswarmepumpe Warme entzogen, wodurch ihr Sattigungsvermogen fur Wasserdampf sinkt und nach Unterschreiten des Taupunktes der Wassergehalt durch Nebelbildung (Wassertropfen) ausgeschieden wird. Die bei der Nebelbildung freiwerdende Kondensationswarme bleibt der Luft erhalten. Die Tropfenbildung kann kUnstlich beschleunigt werden. Die nach der AbkUhlung kalte gesattigte Luft wird anschlieBend durch Warmeabgabe des Kondensators der Warmepumpe erhitzt und dadurch untersattigt. Die so getrocknete warme Luft stromt erneut dem TrocknungsprozeB zur Entfeuchtung des Gutes zu. Das im Verdampfer der Warmepumpe auskondensierte Wasser wird in einem Abscheider abgetrennt. Kompressionswarmepumpen sind vor allem zur Papiertrocknung in der Papierindustrie wirtschaftlich einsetzbar. Der groBte Anteil des Gesamtenergieverbrauchs einer Papiermaschine von 65 % /158/ entfallt auf die Zylindertrocknung. Die Trocknung der Papierbahnen erfolgt an der Oberflache von Zylindern, die von innen mit Dampf beheizt werden (Kontakttrocknung). Zur AbfUhrung des bei der Trocknung entstehenden Wasserdampfes und zur VergleichmaBigung des Trockengehaltes Uber die Zylinderbreite wird trockene Luft mit ca. 1000 C Uber Blasrohre zwischen die Zylinder geblasen. Dadurch wird auch die Trocknungsintensitat gesteigert (Konvektionstrocknung).
195 Der Wassergehalt der Papierbahnen wird daher durch kombinierte Kontaktund Konvektionstrocknung entfernt. Luft und Wasserdampf werden aus der die Zylinder umschlie6enden Dunsthaube abgesaugt. Beim konventionellen Verfahren der Papiertrocknung gehen Warme und Wasser mit der feuchten Haubenabluft in die Atmosphare verloren. Urn die in der Abluft enthaltene Warmeenergie rUckzugewinnen, wird eine Kompressionswarmepumpe nach dem oben beschriebenen Verfahren eingesetzt. Die Trocknungsanlage kann somit im Urnluftbetrieb gefahren werden. Zum RUckgewinn der Warme kommt noch der RUckgewinn des Wassers, das yom Abscheider wieder der Papiererzeugung zugefUhrt wird. Abbildung 125 zeigt eine Kompressionswarmepumpe zur Papiertrocknung. ~ V1.§rl7X'pumpe Ounsthaube Trockenzylinder Wasser- Fig. 125: Kompressionswarmepumpe in einer Papiertrocknungsanlage mit Uml uftbetri eb Um die im Verdampfer der KOmpi"essionswarmepumpe aufgenommene Warmemenge zu vergroBern und somit eine hohere Verdichtungsendtemperatur bei gleicher Kompressorleistung und damit eine hohere Kondensationstemperatur zu erreichen (starkere Erhitzung der Trocknungsluft), konnen ein zusatzlicher Warmetauscher und ein zusatzlicher Kompressor in die Anlage eingebaut wer-
196 den. Die vom Trockenraum (Dunsthaube) kommende feuchte Luft wird vor Eintritt in den Warmepumpenverdampfer erwarmt. Der Warmetausch erfolgt mit der im Verdampfer durch Unterkuhlung getrockneten und durch den Kreislauf-Verdichter erwarmten Luft vor deren Eintritt in den Kondensator der Warmepumpe. Fig. 126 zeigt die Papiertrocknungsanlage mit Kompressionswarmepumpe fur hohere Trocknungslufttemperaturen. '------I Ounsthaube Fig. 126: Papiertrocknungsanlage mit Kompressionswarmepumpe und zusatzlicher Verdichtung der Trocknungsluft Nach demselben Prinzip arbeitet eine Luft-Trocknungsanlage, die zur Entnebelung von Flugplatzen eingesetzt wird /162/. Der Einsatz von Kompressionswarmepumpen erfolgt auch in der Nahrungsmittelindustrie in Gefriertrocknern, die u.a. zur Schonung des Trockengutes im Vakuumbetrieb arbeiten /163/.
197 5.4.2. DIE KALTLUFTW~RMEPUMPE IN DER TROCKNUNGSTECHNIK Das Abscheiden des Wassers zur Regenerierung der feuchten Trocknerluft kann auch mit offenen Warmepumpensystemen erfolgen. Fig. 127 zeigt eine im Umluftbetrieb arbeitende Trocknungsanlage mit einer Kaltluft-Warmepumpe. Die aus dem Trockner kommende feuchte Luft wird Uber eine Luftturbine (Expansionsmaschine) entspannt und abgekUhlt.Dabei kondensiert nach Unterschreiten des Taupunktes das UberschUssige Wasser in Form von Tropfen aus und wird im nachgeschalteten Abscheider von der kalten Luft getrennt. Die entfeuchtete Luft wird anschlieBend im Verdichter stark erhitzt und untersattigt und flieBt dem Trockner als HeiBluft zur erneuten Feuchtigkeitsaufnahme zu. Die in der Expansionsmaschine geleistete Arbeit wird dem Kompressor zugefUhrt. der zusatzlich Uber einen Motor oder eine Dampfturbine angetrieben wird. Zum Unterschied zur Kompressionswarmepumpeerfolgen die KUhlung und Erwarmung der Luft direkt ohne Warmetauschapparate. Da die doppelte Gradigkeit zur WarmeUbertragung wegfallt. konnen mit der Kaltluftwarmepumpe bei gleicher Verdichterleistung groBere Temperaturgefalle Uberwunden und damit hohere Trocknungsluft-Temperaturen erreicht werden. In der Papierindustrie wird eine Kaltluftwarmepumpe eingesetzt. die im Abluftbetrieb arbeitet und der WarmerUckgewinnung aus den von der Dunsthaube der Papiermaschine abgezogenen Feuchtluftschwaden dient. Dabei erUbrigt sich das AbkUhlen der Luft zum Ausscheiden des Wassergehaltes. da die feuchte Luft nach ihrer Nutzung in die Atmosphare abgeblasen wird. Dazu steht wieder eine kombinierte Kompressions-jExpansionsmaschine in Verwendung. die einen Teil der von der Papiermaschine komrnenden feuchten Luft verdichtet. Die aufgewarmte Luft gibt ihren Warmeinhalt Uber einen Warmetauscher an die zum Trockner gefUhrte Frischluft ab und expandiert anschlieBend im Expansionsteil der Maschine. Der andere Teil der Feuchtluftschwaden stromt durch die Vorwarmer und wird gemeinsam mit der expan-
198 dierten Luft abgeblasen. Zur Erreichung hoherer Trocknungslufttemperaturen kann nach dem Warmetauscher noch ein zusatzlicher Verdichter eingeschaltet werden (Fig. 128). Trockner Wasser Fig. 127: Trocknungsanlage mit Kaltluftwarmepumpe im Umluftbetrieb Frischluft Zellenrad Fig. 128: Anlage zur Papiertrocknung mit Kaltluftwarmepumpe im Abluftbetrieb
199 5.4.3. DIE DAMPFSTRAHLWARMEPUMPE IN DER TROCKNUNGSTECHNIK In den vorangegangenen beiden Punkten wurden Moglichkeiten beschrieben, die Warme aus der zur konvektiven Trocknung eingesetzten Warmluft mit Hilfe der Warmepumpe rUckzugewinnen. Beim PapiertrocknungsprozeB erfolgt der Entzug der Feuchtigkeit nicht nur durch Konvektionstrocknung, sondern auch durch Kontakttrocknung an den Zylindern der Papiermaschine, die von innen mit Sattdampf beheizt werden. Das Kondensat kann durch Einsatz einer Dampfstrahlwarmepumpe aufgewertet und als Sattdampf dem Zylinder zur erneuten Abgabe der Kondensationswarme zugefUhrt werden. Fig. 129 zeigt eine Dampfstrahlwarmepumpe zur Beheizung der Trocknungszylinder einer Papiermaschine. Konc/ensat Fig. 129: Dampfstrahlwarmepumpe zur Beheizung der Trocknungszylinder einer Papiermaschine Das heiBe Kondensat wird aus dem Trocknungszyl inder Uber ein Expansionsventil entspannt und im nachgeschalteten Separator in Dampf und F1Ussigkeit getrennt. Der dampfformige Anteil wird in einer Dampfstrahlwarmepumpe angesaugt und durch Frischdampf verdichtet und dem Trocknungszylinder zugefuhrt. Zum Anfahren der Warmepumpe dient eine zusatzliche Frischdampfleitung nach dem Dampfstrahlverdichter.
200 5.5. DIE WARMEPUMPE ZUR INTEGRIERTEN ENERGIEVERSORGUNG 5.5.1. ALLGEMEINER EINSATZ Der Bedarf an einer integrierten Energieversorgung besteht, wenn fUr einen ProzeB sowohl Kalte als auch Warme erzeugt werden muB. Als Beispiele seien angefuhrt: - Galvanisieranlagen (z.B. Zinkautomaten) /167/; die zink-elektrolytische Entrostung muB auf der einen Seite gekUhlt werden, wahrend prozeBbedingt auf der anderen Seite die Schwefelsaurebeize, das HeiBspUlwasser und der Trocknungsvorgang zu beheizen sind. - Die Mineralwasserindustrie, wo einerseits der AbsorptionsprozeB des CO 2 in das Wasser gekUhlt werden muB, andererseits Warmwasser zur Reinigung der Flaschen benotigt wird. - Die Textilindustrie; vor dem Einfarben werden die Stoffe in Natronlauge getaucht und anschlieBend mit Warmwasser gespUlt. Man braucht daher einerseits warmes Waschwasser und muB andererseits eine Erwarmung des Natronlaugenbades durch Kilhlung verhindern. In allen drei Fallen ist der Einsatz der integrierten Energieversorgung mit Hilfe einer Warmepumpe die effizienteste Losung. Die KUhlung des einen Mediums erfolgt im Verdampfer der Warmepumpe, die Erwarmung des anderen im Kondensator. Sowohl die kalte als auch die warme Seite der Warmepumpe mUssen geregelt werden. In Abhangigkeit der physikalischen und der chemischen Eigenschaften der Medien kann die Warmepumpe als offenes oder geschlossenes System arbeiten. Die folgenden Warmepumpen eignen sich fUr den Einsatz zur integrierten Energieversorgung: - Kompressionswarmepumpen - Sorptionswarmepumpen - Dampfstrahlwarmepumpen
201 Abbildung 130 zeigt als offenes System eine Dampfstrahlwarmepumpe zur integrierten Energieversorgung (Vakuumbetrieb). WJkuum Wasser (kalt) Dampf Vakuum lMlsser .,...............---(·warm) erwdrmtes Wasser Verdompfer gekiiNtes Wasser Fig. 130: Dampfstrahlwarmepumpe zur integrierten Energieversorgung 5.5.2. DIE W~RMEPUMPE IN ANLAGEN ZUR MEERWASSERENTSALZUNG Als Sonderfall der integrierten Energieversorgung konnen Meerwasserentsalzungsanlagen angefUhrt werden, da bei Anwendung des Gefrierverfahrens zur Entsalzung ebenfalls gleichzeitig gekUhlt und erwarmt werden muB. Daher sind Entsalzungsanlagen nach dem Gefrierverfahren durch den Einsatz der Warmepumpe wirtschaftlicher zu gestalten. Die Entsalzung kann mit Hilfe eines geschlossenen oder eines offenen Warmepumpenprozesses erfolgen. Fig. 131 zeigt die indirekte Entsalzung von Meerwasser durch eine Kompressionswarmepumpe.
202 ~ . - . - . -- --- --. . ~ I I . i er i/warmepumpe ---.J Meerwasser Sole SU!Jwasser Fig. 131: Meerwasser-Entsalzungsanlage nach dem indirekten Gefrierverfahren mit Kompressionswarmepumpe Das in die Anlage eingefUhrte Meerwasser wird in einem Warmetauscher gekUhlt und anschlieBend der Gefrierkammer zugefUhrt. Dort wird durch den Verdampfer einer Warmepumpe soviel Warme entzogen, daB das Meerwasser gefriert. Dabei muB die Gefriertemperatur so gewahlt werden, daB ein Rest salzhaltiger Sole flUssig bleibt. Eis und Sole werden im AnschluB an die Gefrierkammer der Trennkammer zugefUhrt, wo das Eis auf der Sole aufschwimmt. Das Eisgelangt anschlieBend in die Schmelzkanmer, die durch den Kondensator der Warmepumpe beheizt wird,und verlaBt als SUBwasser die Anlage. Ein Teil des geschmolzenen SUBwassers wird in die Trennkammer rUckgefUhrt. Wie auch das SUBwasser verlaBt die Sole die Anlage durch den Warmetauscher und kUhlt dabei das in die Anlage eintretende frische Meerwasser. Der kontinuierliche ProzeB hat sicherzustellen, daB die Konzentration der salzhaltigen Sole groBer ist als die des Meerwassers und salzfreies Wasser in der Schmelzkammer verbleibt.
203 Beim direkten Gefrierverfahren mit offen em Warmepumpenkreislauf wird im Vakuum gearbeitet, damit die Temperatur des Wassers in der Gefrierkammer unter den Gefrierpunkt zu liegen kommt und so Eisbildung auftritt. Der aus der Gefrierkammer abgesaugte Wasserdampf dient nach der Verdichtung zum Schmelzen des Eises und kondensiert dabei selbst zu SUBwasser. Als Warmepumpe wird ein Thermokompressor verwendet (Fig. 132). Die Ubrige Anlage entspricht im Aufbau dem des indirekten Verfahrens. I..tJ.kuum Schme/z- Gefrierkammer kammer Meerwasser Sole Si.ilJlNOsser Fig. 132: Meerwasserentsalzungsanlage nach dem direkten Gefrierverfahren mit Thermokompressor
204 5.6. DIE W~RMEPUMPE ZUR ALLGEMEINEN W~RMEROCKGEWINNUNG Die in Destillations-, Verdampfungs- und Trocknungsanlagen und die zur integrierten Energieversorgung beschriebenen Warmepumpen sind integrierter Bestandteil des Prozesses und der Anlage. Sowohl Warmequelle als auch Warmesenke liegen innerhalb des Systems. Der Vorteil dieser Warmepumpen ist die Unabhangigkeit von auBeren Warmequellen und damit auBeren StoreinflUssen. Die nach auBen abgefUhrten und von auBen zugefUhrten Warmemengen reduzieren ,sich bei verfahrenstechnischen Anlagen mit integrierter Warmepumpe im Vergleich zu konventionellen Anlagen urn den Betrag der EnergierUckgewinnung. Dadurch werden entscheidende Einsparungen an Energiekosten erreicht. DarUber hinaus fallen in jedem Industriebetrieb Warmemengen an, die nicht direkt im selben ProzeB wiedereinsetzbar sind. Diese Energiemengen konnen durch Warmepumpen zur allgemeinen EnergierUckgewinnung aufgewertet und einem anderen Abnehmer zugefUhrt werden. Der Einsatz dieser Warmepumpen setzt eine Durchleuchtung des Industriebetriebes nach anfallenden Abwarmemengen und benotigten Heizwarmemengen voraus. Nach Kenntnis aller Warmestrome wird eine Zuordnung der Abwarmestrome als Warmequelle und der Heizwarmestrome als Warmesenke einer Warmepumpenanlage unter der BerUcksichtigung der Warmemenge und des Temperaturniveaus getroffen. Die Zuordnung ist so vorzunehmen, daB die GroBe der Abwarmestrome (ungefahr gleicher Temperatur) und die GroBe des benotigten Heizwarmestromes in etwa gleich ausfallen und keine zu groBe Temperaturdifferenz aufweisen. Je kleiner das fUr die Warmepumpe zu Uberwindende Temperaturgefalle ist, desto effizienter wird die EnergierUckgewinnung ausfallen. Die folgenden Warmepumpenarten eignen sich fUr den Einsatz zur allgemeinen WarmerUckgewinnung: - Kompressionswarmepumpen - Sorptionswarmepumpen
205 - Kombinierte Kompressions-/Sorptionswarmepumpen - Dampfstrahlverdichter Die Art der Warmepumpe richtet sich vor allem nach dem Temperaturniveau und der GroBe des benotigten Heizwarmestromes. Als Entscheidungshilfe kann das in Kap. 3.2. entworfene und im Anhang der Arbeit dargestellte EntscheidungsfluBdiagramm zur Warmepumpenauswahl dienen. Beispiele von Warmepumpen zur allgemeinen EnergierUckgewinnung sind aus den Abbildungen des Kap. 2 ersichtlich. Sofern in einem Industriebetrieb mehr Abwarme vorhanden ist, als Nutzwarme benotigt wird, kann der Abwarmestrom sowohl als Warmequelle als auch als Warmesenke dienen. Die UberschUssige Abwarme geht somit nicht ungenutzt an die Umgebung verloren. Fig. 133 zeigt eine solche Warmepumpenanlage zur Erzeugung von Warmwasser unter Nutzung der KUhlwasserabwarme von Luftverdichtern. Der von den Verdichtern kommende Abwarmestrom tritt zum einen Teil in den Kondensator und den Absorber einer Sorptionswarmepumpe ein, wo er auf das Nutztemperaturniveau gehoben und anschlieBend dem Verbraucher zugefUhrt wird. Der andere Teil des Abwarmestromes gelangt zum Verdampfer der Sorptionswarmepumpe, wird durch Warmeentnahme gekUhlt und der Umgebung zugefUhrt. Der Abwarmestrom wird daher sowohl aufgewertet als auch als Warmequelle herangezogen.
206 Abwdrme Fig. 133: Sorptionswarmepumpe zur allgemeinen WarmerUckgewinnung mit Verwendung des Abwarmestromes als Warmequelle und Warmesenke
6. WIRTSCHAFTLICHKEIT VON ANLAGEN W~RMEPUMPEN IN VERFAHRENSTECHNISCHEN Zu den in Kap. 5 erarbeiteten fUnf verfahrenstechnischen Bereichen. fUr die ein Warmepumpeneinsatz technisch sinnvoll ist. werden im folgenden Warmepumpensysteme berechnet und ihre Wirtschaftlichkeit mit der von praktisch ausgefUhrten konventionellen Anlagen ohne Warmepumpe verglichen. Die fUnf verfahrenstechnischen Bereiche sind: - die die die die der Destillationstechnik Verdampfungstechnik Trocknungstechnik integrierte Energieversorgung allgemeine WarmerUckgewinn. Die Berechnungsverfahren von Kompressionswarmepumpen. Thermokompressoren und Strahlwarmepumpen konnen aus /B5/ und /B9/ entnommen werden. Die Berechnungsverfahren einstufiger und zweistufiger Absorptionswarmepumpen wurden in /B35/ behandelt. Der in der warmetechnischen Berechnung einer verfahrenstechnischen Anlage mit Warmepumpe ermittelte Betriebsmittelverbrauch (Heizdampf. Strom. KUhlwasser) wird mit den folgenden. in der Petrochemie Ublichen spezifischen Kosten bewertet: Niederdruckdampf Mitteldruckdampf Hochdruckdampf Strom KUhlwasser 108.-120.-166.-0.69 0.38 S/to S/to S/to S/kWh S/m 3 Die zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Warmepumpen ausgewahlten verfahrenstechnischen Anlagen werden im folgenden kurz beschrieben. 1m Anschlu8 daran sind die Ergebnisse der Berechnung zusammengefa8t. Urn die Arbeit nicht zu umfangreich zu gestalten. wurde auf die Darstellung des Rechnungsganges verzichtet; dieser kann aus /B35/ entnommen werden.
208 Der Hauptzweck dieses Kapitels ist es, die durch den Warmepumpeneinsatz in der verfahrenstechnischen Industrie erreichbaren Betriebskosteneinsparungen und damit die Wirtschaftlichkeit der Warmepumpen zu quantifizieren. Dabei hangt die Wirtschaftlichkeit nicht nur von der absoluten Hohe der vorher genannten spezifischen Bettiebsmittelkosten ab, sondern auch yom Verhaltnis Strompreis zu Dampfpreis. Nach /245/ kann die Kostenverteilung Strom - Dampf eines im verfahrenstechnischen Betrieb bestehenden Gegendruckkraftwerkes 1) auf drei verschiedene Arten erfolgen: nach dem Energiefluf3, aTs Grenzkostenrechnung und nach dem Exergiefluf3. Die ersten beiden Kostenverteilungsarten berUcksichtigen nur betriebswirtschaftlich gegebene Daten. Sie sagen Uber den physikalischen Wert der Energietrager Elektrizitat und Heizdampf nichts aus. Das physikalisch richtige Wertverhaltnis dieser beiden Energietrager untereinander wird bei der exergetischen Kostenaufteilung berUcksichtigt. In diesen Berechnungen wurde die Aufteilung nach der Grenzkostenrechnung gewahlt, indem die eigenerzeugte elektrische Energie mit den Kosten der fremdbezogenen bewertet wird; denn nur so kommt man zu Kosten fUr die elektrische Energie, die unabhangig yom Gegendruckverhaltnis sind /245/. AuBerdem fallen die spezifischen Betriebsmittelkosten in verfahrenstechnischen Betrieben ohne eigenes Kraftwerk durch den Fremdbezug in der vorher genannten Hohe an. Die zur Berechnung herangezogenen verfahrenstechnischen Anlagen werden einzeln, und nicht als Teil eines verfahrenstechnischen Betriebes im betrieblichen Energieverbund betrachtet. Aus einer gesamtbetrieblichen energetischen Optimierung konnen zu den hieraus abgeleiteten Schluf3folgerungen abweichende Aussagen Uber die Wirtschaftlichkeit einer Warmepumpe der Verfahrenstechnik folgen. 1) Bei einem Gegendruckkraftwerk wird der Dampf in Turbinen auf den Dampfzustand entspannt, der dem Zustand des Werksdampfes fUr die Prozef3heizung in der Anlage entspricht.
209 6.1. BEISPIEL ZUR DESTILLATIONSTECHNIK Die Berechnung einer Warmepumpe in der Destillationstechnik wird anhand einer bestehenden Gasnachverarbeitungsanlage (kurz GNV) vorgenommen. Die GNV dient der destillativen Trennung von Kohlenwasserstoffen von C1 bis C5 . Die Trennung el'folgt in zwei Kolonnen: - einem Entathaner, der die C2- und C3-Komponenten abtrennt, und - einer C3/C 4-Trennkolonne, die Propan und Butan trennt. Die Massenbilanz der Gesamtanlage ergfbt: Einsatz: Produkte: kg/h 1 703 kg/h 4 002 kg/h 15 174 kg/h 20 879 Athan Propan Butan folgenden Warmemengen werden der Anlage zugefUhrt bzw. von der Anlage abgefUhrt: Di~ Warmezufuhr durch Heizdampf: Warmeabfuhr durch KUhlwasser: 3 475 KW 3 373 KW Es stehen Niederdruckdampf von 5 bar und KUhlwasser von 120 C bzw. 27 0 C zur VerfUgung. Das FlieBbild der GNV mit Thermokompressor bzw. Kompressionswarmepumpe in der C3/C 4-Trennkolonne ist mit Angabe der umgesetzten Warme- und Stoffstrome in den Abbildungen 134 und 135 dargestellt.
~LYN~ I6bar II n~6 , lObar C31CZ -TRENNKOLONNE PROPAN 1JX)2 16ber 38°C roTAN 15m fiber 38"(; \.:Cj~1<W ________________~ Fig. 134: Flie6schema der GNV mit Thermokompressor in der C3/C 4-Trennkolonne A"rHAN 29"Cj1703 Mengenstrome in kg/h Energiestrame in kW EINSA.TZ ENTA'rHANER >-' o N
7f 1703 29"C 1ATHAN ()bar S8"C Kond.1 58°C 19176 ,J I 11886 I C.,/r.. -TREN/'oI<DLONNE 5ZgKW - 2CXJ) - 3951OdL- FKW 1· - - 1 IS 17' Qxv 38"C BUTAN WV" Fig. 135: FlieBschema der GNV mit Kompressionswarmepumpe in der C3/C4-Trennkolonne MengenstrOme in kg/h Energiestreme in kW EINSATZ 2OffJ!J 38 °C 6T2KW 76 "C 10, ENT.iJ;THANER t.OO2 lOba, 28"C PROPAN N ......
212 Aufgrund der niedrigen kritischen Werte des Kopfdampfes des Entathaners (Athan mit geringen Mengen von Methan) war eine direkte Verdichtung in einem Thermokompressor nicht moglich. Die gr06e Temperaturdifferenz zwischen Kopf und Sumpf des Entathaners von 75 0C la6t unter BerUcksichtigung der doppelten Gradigkeit der WarmeUbertragung auch den wirtschaftlichen Einsatz einer Kompressionswarmepumpe nicht zu. Der Entathaner wird daher mit den Betriebskosten der bestehenden Anlage Ubernommen. FUr die C3/C 4-Trennkolonne wurden die Betriebskosten fUr den Einsatz eines Thermokompressors und einer Kompressionswarmepumpe ermittelt. Durch den Warmepumpeneinsatz andern sich in diesem Falle die verfahrenstechnischen Daten der Anlagen, so daB Warmepumpen bereits in der Planung berUcks i chti gt werden mUssen. Zusatzlich wurden daher noch die Betriebskosten einer Kompressionswarmepumpe berechnet, die in die bestehende Anlage nachtraglich eingebaut werden konnte. Tab. 18 zeigt die Zusammenfassung der Ergebnisse der Betriebskostenberechnung der einzelnen Warmepumpensysteme in der C3/C 4-Trennkolonne im Vergleich zu denen der bestehenden Anlage. BK-Ersparn. *) BK-Ersparn. *) Jahrl. BK Mio/Jahr Mio/Jahr % C3/C 4C3/C 4C/C 4Trennk. Ges.Anl. Trennk. Ges.Anl. Trennk. Ges.Anl. t Bestehende Anlage ohne Warmepumpe 2 Anlage mit Thermokompressor 3 A~ 1age ..mit Kompresslonswarmepumpe 4 Anlage mit nachtragl. eingebauter Kompr.WP *) Basis Pos. 1; - - - 1. 72 1.69 46 24 6.20 0.73 0.70 19 10 7.24 -0.34 -0.34 -9 -5 3.78 6.90 - 2.06 5.21 3.05 4.12 BK = Betriebskosten Tab. 18: Ergebnisse der Betriebskostenberechnung von Warmepumpen in der Destillationstechnik
213 Die Betriebskostenberechnung von Warmepumpen in der Destillationstechnik am Beispiel einer C3/C 4-Trennung brachte folgende Ergebnisse: - Der Einsatz eines Thermokompressors in der C3/C 4-Trennkolonne reduziert die Betriebskosten der Kolonne urn 46 %. FUr die Gesamtanlage betragt die Ersparnis 1.69 Mio S/Jahr oder 24 %. - Der Einsatz einer Kompressionswarmepumpe in der C3/C 4-Trennkolonne reduziert die Betriebskosten der Kolonne urn 19 %. FUr die Gesamtanlage betragt die Ersparnis 0.70 Mio S/Jahr oder 10 %. - Die oben genannten Einsparungen an Betriebskosten konnen nur dann erreicht werden, wenn die Warmepumpe bereits in der Planungsphase der Anlage berUcksichtigt wird. - Bei einem nachtraglichen Einbau einer Kompressionswarmepumpe in die bestehende Anlage steigen die Betriebskosten urn 0.34 Mio S/Jahr oder" 5 %. - Der nachtragliche Einbau einer Kompressionswarmepumpe in die bestehende Gas-Nachverarbeitungsanlage ist daher wirtschaftlich nicht sinnvoll. Eine genaue Berechnung der Investitionskosten wurde nicht durchgefUhrt, da der zusatzlichen Investition der Komponenten der Warmepumpe (Kompressor, Getriebe, Antriebsmotor) Einsparungen an Investitionskosten (geringere Wandstarke der C3/C4-Trennkolonne, geringere Bodenzahl, Reduktion in der GroBe des Verdampfers und Kondensators) gegenUberstehen. Die Gesamtinvestitionskosten einer Destillationsanlage mit Warmepumpe entsprechen daher denen der Anlage ohne Warmepumpe oder liegen niedriger. Eine Naherungsmethode zur schnellen Abschatzung der Wirtschaftlichkeit des Einsatzes von Warmepumpen in der Destillationstechnik wurde von Null /135/ angegeben. FUr eine Propylen-Propan-Trennanlage wurde in /143/ eine Reduktion der Investitionskosten durch den Warmepumpeneinsatz (Thermokompressor) von 7 % bzw. 17 % errechnet (siehe Kap. 5.2.6.).
214 6.2. BERECHNUNGSBEISPIEL ZUR VERDAMPFUNGSTECHNIK Die in der Verdampfungstechnik am effizientesten einzusetzende Warmepumpenart ist der Thermokompressor, der als offenes System die ProzeBbrUden ansaugt und verdichtet. Da die BrUden vor allem aus Wasserdampf bestehen und daher wegen ihrer guten thermodynamischen Eigenschaften direkt komprimiert werden konnen, kommen geschlossene Kompressionswarmepumpen in der Verdampfungstechnik aufgrund ihrer schlechten Wirtschaftlichkeit (groBerer Investitionsaufwand, hohere Betriebskosten) kaum zum Einsatz. In diesem Berechnungsbeispiel werden drei Verdampferanlagen warmetechnisch berechnet und ihre Wirtschaftlichkeit mit den konventionellen Systemen ohne Warmepumpe verglichen. Die drei Verdampferanlagen sind: - Eine Wasserdestillationsanlage zur Erzeugung von 9.5 m3/h destilliertem Wasser (Einsatz 10 m3/h = 240 m3/d), die konventionell und mit Thermokompressor berechnet wird. - Die Meerwasserentsalzungsanlage von Shevchenko am Kaspischen Meer zur Erzeugung von 5000 m3 SUBwasser je Tag, deren Betriebsdaten aus /147/ und /B27/ entnommen wurden. Diese bestehende Anlage wird mit einer Entsalzungsanlage derselben Leistung mit Thermokompressor wirtschaftlich verglichen. - Eine Verdampfungsanlage fUr Sulfatablauge aus der Zellstoffindustrie zur Eindampfung von 84700 kg/h dUnner Lauge (Schwarzlauge) mit einer Konzentration von 0.155 auf eine Endkonzentration von 0.545. Die Betriebsdaten dieser Anlage stammen aus /B27/. Ihre Wirtschaftlichkeit wird mit der einer Anlage mit Thermokompressor und einer Anlage mit Dampfstrahlwarmepumpe verglichen.
215 Die Abbildungen 136 - 138 zeigen die FlieBbilder der vorher genannten Verdampferanlagen mit Thermokompressoren. 35°C IO C G OCSnLL.WASSER 9!nJkglh FRISCHNASSER 10caJkglh Fig. 136: FlieBbild einer einstufigen Verdampferanlage mit Thermokompressor zur Erzeugung von destilliertem Wasser Die Berechnungen brachten die folgenden Ergebnisse: - Bei Einsatz eines Thermokompressors in der Eindampfanlage zur Wasserdestillation konnen die Betriebskosten im Vergleich zur einstufigen, konventionellen Anlage ohne Warmepumpe urn 78.3 % oder 6.8 Mio S jahrlich reduziert werden. Die Amortisationszeit des Thermokompressors liegt fUr diese Anlage bei ca. 4 Monaten.
216 7700C (1J"C 0J.71.bor HEIZDAM~ 74boJ;1IOoC WT3~~~____________T-______________~~~ WT2 Fig. 137: FlieBbild einer zweistufigen Verdampfungsanlage mit Thermokompressor zur Meerwasser-Entsalzung - Durch eine mehrstufige AusfUhrung der konventionellen Anlage lassen sich die Betriebskosten durch einen Mehraufwand an Investitionskosten senken. - Durch Einsatz eines Thermokompressors in einer zweistufigen Verdampferanlage zur Meerwasserentsalzung mit den Leistungsdaten einer bestehenden, vierstufigen Anlage konnen 13.8 % der Betriebskosten oder 8.3 Mio S jahrlich eingespart werden. Die Amortisationszeit des Thermokompressors betragt 3.4 Jahre (statisch) bzw. 4.4 Jahre (dynamisch). Der Einsatz eines Thermokompressors in einer zweistufigen SulfatablaugenEindampfanlage bewirkt gegenUber der bestehenden sechsstufigen, wirt-
217 schaftlich optimierten konventionellen Eindampfanlage keine Reduzierung der Betriebskosten, sondern einen Mehraufwand von 11.7 % oder 1.29 Mio S jahrl ich. - Der Einsatz von Dampfstrahlwarmepumpen in Verdampfungsanlagen bringt eine wesentliche Erhohung der Betriebskosten gegenUber Anlagen mit Thermokompressoren. So betragen im Fall der Sulfatablaugen-Eindampfanlage die Betriebskosten bei Verwendung einer Dampfstrahlwarmepumpe das ca. 2.45fache der Betriebskosten der Anlage mit Thermokompressor. WT \:"""+_---, Fi g. 138: Zwei stufige Verdampferanl age mit Thermokompressor zur Ei ndampfung von Sulfatablauge
218 6.3. BERECHNUNGSBEISPIEL ZUR TROCKNUNGSTECHNIK Urn die Wirtschaftlichkeit der Warmepumpe in trocknungstechnischen Anlagen zu untersuchen, wird eine bestehende Papiermaschine mit den folgenden Betriebsdaten zur Berechnung herangezogen: Produktionsmenge: Trockengehalt der Papierbahn am Eintritt: Trockengehalt der Papierbahn am Austritt: Eintrittstemp. der Papierbahn: Dampf zur Zylinderbeheizung: Zustand der Frischluft: Temperatur der Blasluft: Taupunkt in der Trockenhaube Verdunstungstemp. in der Trockenhaube: Austrittstemperatur der Feuchtluft aus der Trockenhaube: Temperatur der Abluft: 1 340 kg/h lutro Papier 32 % 95 % (lutro) 37°C 3 bar t = 15°C, <p = 0,6 100°C 52°C In der Berechnung werden die energiewirtschaftlich optimierte Anlageohne Warmepumpe, die Trocknungsanlage mit Warmepumpe zur Blaslufterhitzung und die Anlage mit Warmepumpe zur Versorgung betriebsinterner HeiBwasserverbraucher behandelt. In den Abbildungen 139 bis 141 sind die FlieBbilder dieser Papiertrocknungsanlagen dargestellt.
219 Frischluft Abluft Kond. Heizdam f 3 bor Taupunkl = 52°C Kond. Fig. 139: FlieBschema einer konventionellen Papiertrocknungsanlage mit WarmerUckgewinnung ° I, ° A Trockenhrube Kond. Taupunkf : 52°C 00 f Fig. 140: FlieBschema einer Trocknungsanlage mit Kompressionswarmepumpe zur Blasluft-Erhitzung
220 Heinwasser Abluft Frisch/utf t ;: 15 or; ~=O.6 TROCKENHAUBE Heizdam f 3 bar 100° J#.'Ji!JJ1!12lf~ 3 bar ~. Fig. 141: FlieBschema einer Papiertrocknungsanlage mit Kompressionswarmepumpe zur Versorgung betriebsinterner HeiBwasserabnehmer Die Berechnung brachte die folgenden Ergebnisse: - Bei der energiewirtschaftlich optimierten Trocknungsanlage mit Trockenhaube und Warmeruckgewinn (ohne Warmepumpe) betragt der Heizdampfbedarf zur Blaslufterhitzung 14.6 %der gesamten Heizdampfmenge zur Zylinderbeheizung und Blaslufterhitzung.
221 - Der Einsatz einer Kompressionswarmepumpe zur Blaslufterhitzung durch den weiteren WarmerUckgewinn aus der Abluft bringt eine Reduktion der Betriebskosten durch Heizdampfersparnis (0.76 to/h) und WasserrUckgewinn (441 kg/h) von 90 S/h bei einem gleichzeitigen Mehraufwand fUr den Verdichterantriebsstrom (135 KW) von 93 S/h. Der Warmepumpeneinsatz zur Blaslufterhitzung ist daher wirtschaftlich nicht sinnvoll. - Der Einsatz einer Kompressionswarmepumpe zur Versorgung von HeiBwasserverbrauchern mit Warme von 80 - 850 C bei gleichzeitiger Nutzung der gesamten, in der Trockenhauben-Abluft enthaltenen Abwarme bringt aus der Nutzwarmeabgabe (2 575 KW) und dem WasserrUckgewinn (2 400 kg/h) stUndliche RUckflUsse von 1 047 S/h. Diesen RUckflUssen steht ein Mehraufwand an Verdichter-Antriebsstrom (840 KW) von 580 S/h gegenUber. Die stUndlichen und jahrlichen Ertrage (8 000 Betriebsstunden) belaufen sich bei Investition der Warmepumpe auf 467 S/h oder 3.74 Mio S/a. - Voraussetzung fUr die im vorigen Punkt genannten Ertrage ist a) das Vorhandensein von Abnehmern fUr HeiBwasser von 800 - 850 C mit einer WarmeleistungsgroBe von 2 575 KW (9 270 MJ/h) und b) die Moglichkeit der Bewertung der gelieferten Nutzwarme mit einem Warmepreis von 390 S/MWh (0.1083 S/MJ). - Sind die im vorigen Punkt genannten Voraussetzungen erfUllt, betragt die Amortisationszeit der Warmepumpenanlage bei einem Investitionsaufwand von ca. 16 Mio S 4.3 Jahre (statisch) bzw. 5.9 Jahre (dynamisch). Die Bewertung des rUckgewonnenen Wassers erfolgte nach /152/ mit 2.5 DM/to = 18 S/to.
222 6.4. BERECHNUNGSBEISPIEL ZUR INTEGRIERTEN ENERGIEVERSORGUNG Urn die Wirtschaftlichkeit einer Warmepumpe zur integrierten Energieversorgung darzustellen. wird ein allgemeiner kombinierter Heiz-/KUhlproze6 mit den folgenden Temperaturgrenzen ausgewahlt: - Verdampfungstemperatur - Kondensationstemperatur - Nutzwarmeleistung In der konventionellen Anlage werden der KUhlbedarf durch eine Kompressionskaltemaschine. der Heizbedarf durch Warmetausch mit 4 bar Niederdruckdampf gedeckt. Dieser konventionellen Anlage werden eine einstufige Kompressionswarmepumpe mit R 21. eine zweistufige Kompressionswarmepumpe mit R 21. eine zweistufige Kompressionswarmepumpe mit R 11 und eine einstufige Absorptionswarmepumpe mit dem Stoffpaar NH3/H20 zur integrierten Energieversorgung gegenUbergestellt. Das Flie6bild einer einstufigen Kompressionswarmepumpe ist in Fig. 27 (Kap. 2.1.). einer zweistufigen Kompressionswarmepumpe in Fig. 28 (Kap. 2.1.) und das einer einstufigen Absorptionswarmepumpe in Fig. 142 dargestellt. Die Ergebnisse der Berechnung der jahrlichen Betriebs- und Gesamtkosten dieser vier Warmepumpen und der konventionellen Anlage sind in Tab. 19 zusammengefaBt. Aus der Zusammenfassung der Berechnungsergebnisse (Tab. 19) konnen die folgenden allgemeinen Aussagen getroffen werden: - Die Betriebskosten von Warmepumpen zur integrierten Energieversorgung 1iegen zwischen 47 % und 52 % niedriger als die der konventionellen Anlage.
223 t t Fig. 142: Einstufige Absorptionswarmepumpe mit Nutzung der Kondensatorund Absorberwarme auf unterschiedlichem Niveau Betr.Kosten/Jahr Ges. Kosten/Jahr Mio S/a Mio S/a l-stufige Kompressions-WP/R 21 1.296 1.700 2-stufige Kompressions-WP/R 21 1.216 1.604 2-stufige Kompressions-WP/R 11 1.240 ca.1.610 1-stufige Absorptions-WP 1.176 1.484 Konventionelle Anlage 2.440 ---- Tab. 19 : Ergebnisse der Berechnung der jahrlichen Betriebs- und Gesamtkosten von Warmepumpen zur integrierten Energieversorgung (VergleichsprozeB: Nutzwarmeleistung 1 MW, Temperaturgrenzen -100 /+40 0 C)
224 - Die wirtschaftlich gUnstigste Warmepumpe zur integrierten Energieversorgung ist eine einstufige Absorptionswarmepumpe. Diese liegt in den jahrlichen Gesamtkosten urn 8 % niedriger als eine zweistufige und urn 13 %niedriger als eine einstufige Kompressionswarmepumpe. - Aus den Betriebskostenersparnissen im Vergleich zu konventionellen Anlagen errechnen sich die folgenden Amortisationszeiten: Einstufige Kompressions-WP: Zweistufige Kompressions-WP: Einstufige Absorptions-WP: 2.1 Jahre (stat.) 1.9 Jahre (stat.) 1.8 Jahre (stat.) 2.5 Jahre (dyn.) 2.2 Jahre (dyn.) 2.1 Jahre (dyn.) - Die einstufige Absorptionswarmepumpe zur integrierten Energieversorgung bringt auch die kUrzeste Amortisationszeit. - Aus diesem Berechnungsbeispiel kann auch eine Aussage Uber die verfahrensmaBige Optimierung einer Kompressionswarmepumpe getroffen werden: Diese beginnt bereits bei der Kaltemittel-Auswahl. Das erste Optimierungskriterium ist die spezifische Kondensationswarme des Kaltemittels am Nutztemperaturniveau. Daneben werden das Druckverhaltnis zwischen Verdampfer und Kondensator der Anlage und die absolute Hohe des Kondensatordruckes berUcksichtigt. Das Kaltemittel mit der groBten spezifischen Kondensationswarme bringt auch die geringsten Betriebskosten der Anlage (vgl. die Betriebskosten der Kompressionswarmepumpe mit R 21 und mit R 11 im vorigen Beispiel).
225 6.5. BERECHNUNGSBEISPIEL ZUM ALLGEMEINEN WARMEROCKGEWINN In den vorangegangenen Abschnitten wurden Berechnungen von Warmepumpen durchgefUhrt, die integrierter Bestandteil der entsprechenden verfahrenstechnischen Anlage waren; sowohl die Warmequelle als auch die Warmesenke lagen innerhalb dieses Systems. 1m Bereich der gesamten Industrie kann darUber hinaus Abwarme mit Hilfe von Warmepumpen auf 100° - 130°C aufgewertet werden. Warmequelle und Warmesenke mUssen dabei nicht in derselben industriellen Anlage liegen. Urn einen Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen verschiedenen Warmepumpenarten fUhren zu konnen, werden im folgenden mehrere Kompressionswarmepumpen, Absorptionswarmepumpen und eine kombinierte Kompressions-/Absorptionswarmepumpe fUr einen gewahlten VergleichsprozeB berechnet. Dieser ben: - Warmepumpen-VergleichsprozeB ist durch die folgenden GroBen gegeVerdampfungstemperatur Kondensationstemperatur Nutzwarmeleistung 40°C 120°C 1 MW
226 1m einzelnen werden die folgenden Warmepumpensysteme berechnet: Einstufige Kompressionswarmepumpe (Fig. 27, Kap. 2.1.) Zweistufige Kompressionswarmepumpe (Fig. 28, Kap. 2.1.) Dreistufige Kompressionswarmepumpe (Fig. 143) Einstufige Absorptionswarmepumpe (Fig. 142, Kap. 6.4.) Absorptionswarmepumpe mit zweistufigem Antriebsteil (Fig. 144) Absorptionswarmepumpe mit zweistufiger Verdampfung und zweistufiger Warmeabgabe (Fig. 145) - Absorptionswarmepumpe mit zweistufiger Verdampfung und dreistufiger Warmeabgabe (Fig. 146) - Kombinierte Kompressions-/Absorptionswarmepumpe (Fig. 147) - In den Klammern sind die Abbildungs-Nummern der entsprechenden Warmepumpenarten genann~ H.O.-KREIS M.D.-KREIS N.D.-KREIS Fig. 143: FlieBbild einer dreistufigen Kompressionswarmepumpe
227 HQ-9ufe Vn--->"'::::'Y I L _______ _ ND-Stufe t t, <fAA <.hn <2 <~ <~ t1 I~ <tc ~<~ J ~ <!4n Fig. 144: Absorptionswarmepumpe mit zweistufigem Antriebsteil und Nutzung der Warme auf unterschiedlichem Temperaturniveau
228 t H.o. NO Fig. 145: Absorptionswarmepumpe mit zweistufiger Verdampfung und zweistufiger Nutzung der Warme
229 t ~ ts Po~)-fo ~----------------~ ~ <!AA<~ 7<2<3<~<S Fig. 146: Absorptionswarmepumpe mit zweistufiger Verdampfung und dreistufiger Nutzung der Warme
230 Fig. 147: FlieBbild einer kombinierten Kompr8ssions-Absorptionswarmepumpe fUr die Temperaturgrenzen 40 /120 oC
231 Die Ergebnisse der Berechnung der jahrlichen Betriebs- und Gesamtkosten der acht Warmepumpenarten beim allgemeinen WarmerUckgewinn sind in Tab. 20 zusammengefal3t. WXRMEPUMPENART BETRIEBSKOSTEN/JAHR GESAMTKOSTEN/JAHR (Mio S/a) (Mio S/a) Kompr.WP, l-stuf. 1.984 2.627 Kompr.WP, 2-stuf. 1.712 2.256 Kompr.WP, 3-stuf. 1.632 2.206 Abs.WP, l-stuf. 1.264 1.666 Abs.WP, 2-stuf.Antrieb 1. 736 2.226 Abs.WP. 2-stuf •Verd .• 2-st.WA 1.200 1.581 Abs.WP. 2-stuf.Verd .• 3-st.WA 1.200 1.588 Komb.Kompr./Abs~WP 1.560 2.065 Tab. 20: Jahrliche Betriebskosten und Gesamtkosten verschiedener Warmepumpensysteme zum allgemeinen WarmerUckgewinn fUr 1 MW Nutzwarmeleistung in den Temperaturgrenzen 40o/120oC Aus den in Tab. 20 dargestellten Ergebnissen konnen die folgenden Aussagen getroffen werden: - Elektrisch betriebene Kompressionswarmepumpen zum allgemeinen WarmerUckgewinn liegen sowohl in den jahrlichen Betriebskosten als auch in den jahrlichen Gesamtkosten wesentlich hoher als Absorptionswanmepumpen.
232 - Zwei- und dreistufige Kompressionswarmepumpen liegen bei Oberwindung eines Temperaturgefalles von BOoC (40°/120°) in den jahrlichen Gesamtkosten um ca. 15 % niedriger als einstufige Kompressionswarmepumpen. - Absorptionswarmepumpen mit zweistufigem Antriebsteil arbeiten im Vergleich zu einstufigen Absorptionswarmepumpen bzw. zu Absorptionswarmepumpen mit zweistufiger Verdampfung mit ca. 40 % hoheren Betriebskosten und sind daher fUr den Einsatz zur allgemeinen WarmerUckgewinnung (bis 120°C) nicht geeignet. - Kombinierte Kompres~ons-)\bsorptionswarmepumpen liegen zwar in den jahrlichen Betriebs- und Gesamtkosten niedriger als mehrstufige Kompressionswarmepumpen, arbeiten aber unwirtschaftlicher als ein- und zweistufige Absorptionswarmepumpen. - Die zum allgemeinen WarmerUckgewinn bis 120°C aufgrund der niedrigsten jahrlichen Betriebs- und Gesamtkosten am gUnstigsten einsetzbare Warmepumpenart ist die Absorptionswarmepume mit zweistufiger Verdampfung. - Bei Warmepumpen, die integrierter Bestandteil einer verfahrenstechnischen Anlage sind (in der Destillationstechnik, Verdampfungstechnik, Trocknungstechnik, integrierten Energieversorgung), wird die durch Aufwertung von Abwarme erzeugte Nutzwarme in demselben Proze8 wieder eingesetzt und unterliegt daher keiner getrennten kostenma8igen Bewertung. 1m Gegensatz dazu wird bei Warmepumpen zum allgemeinen WarmerUckgewinn Nutzwarme erzeugt, die an andere betriebsinterne oder betriebsexterne Verbraucher abgegeben bzw. verkauft wird. FUr die erzeugte Nutzwarme mu8 daher ein Warmepreis festgesetzt werden. Bei Bewertung der Nutzwarme mi t dem Warmeprei s von 390 S/~1l~h errechnen sich die dynamischen Amortisationszeiten der zum allgemeinen WarmerUckgewinninteressanten Warmepumpenarten fUr die Temperaturgrenzen 400 /120 0 C (1 MW Nutzwarmeleistung) in Abhangigkeit der jahrlichen Nutzungsdauer nach Tab. 21 zu:
233 jahrliche Betriebsstunden 2 000 h 4 000 h 6 000 h 8 000 h Kompr.WP, 2-stuf. 25.8 6.4 3.8 2.7 Kompr. WP, 3-stuf. 26.1 6.4 3.8 2.7 Abs. WP, l-stuf. 11.0 4.1 2.6 1.9 Abs.WP, c-sLVerd. , 2-st. WA 9.5 3.7 2.3 1.7 Abs.WP, 2-st.Verd., 3-st.WA 9.7 3.8 2.4 1.7 20.6 5.9 3.5 2.5 Komb. Kompr.jAbs.WP Tab. 21: Dynamische Amortisationszeit (in Jahren) der zum allgemeinen WarmerUckgewinn interessanten Warmepumpenarten fUr die Temperaturgrenzen 40 0 j1200 C und 1 MW Nutzwarmeleistung in Abhangigkeit der jahrlichen Betriebsstundenzahl Auf die einstufige Kompressionswarmepumpe und die Absorptionswarmepumpe mit zweistufigem Antriebsteil wurde in dieser Berechnung aufgrund der schlechten Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu den anderen Warmepumpen verzichtet. - Aus Tab. 21 geht hervor, daB die Absorptionswarmepumpe mit zweistufiger Verdampfung auch nach der Amortisationszeit die fUr den Einsatz zum allgemeinen WarmerUckgewinn gUnstigste Warmepumpenart darstellt. DarUber hinaus kann ausgesagt werden, daB Absorptionswarmepumpen Uber den gesamten jahrlichen Betriebsstundenbereich gUnstigere Amortisationszeiten bringen als Kompressionswarmepumpen und kombinierte Kompressions-jAbsorptionswarmepumpen. - Die Amortisationszeit von Warmepumpen zum allgemeinen WarmerUckgewinn ist stark von der jahrlichen Betriebsstundenzahl abhangig. Diese Tatsache muB bei Verkauf der Nutzwarme an Fernheizwerke berUcksichtigt werden.
7. ALLGEMEINE OBERSICHT - STAND DES WISSENS UND EINSATZMUGLICHKEITEN VON W~RMEPUMPEN Durch die steigenden Energiepreise aufgrund der fortschreitenden Verknappung unserer Primarenergievorrate wurde in den vergangenen Jahren die Bedeutung der EnergierUckgewinnung vor allem fUr den Bereich der Industrie erkannt. Die beiden bedeutendsten Moglichkeiten zur industriellen 'Warme- bzw. EnergierUckgewinnung sind der Warmetausch und die Warmepumpe. Die Abgrenzung zwischen beiden Systemen erfolgt durch das Nutztemperaturniveau. Dieses liegt beim Warmetausch unter dem Temperaturniveau der Abwarme, bei der Warmepumpe darUber. Durch Warmepumpen kann daher Abwarme, deren Nutzung durch Warmetausch nicht mehr moglich ist, noch weiter genutzt werden. Warmepumpen stellen somit eine wesentliche Erweiterung der industriellen WarmerUckgewinnungsmoglichkeiten dar. Unter den Begriff der Warmepumpe fallen aber nicht nur die von der Gebaudeheizung her bekannten Kompressionswarmepumpen, sondern eine Reihe anderer Warmepumpensysteme, deren Einsatz vor allem in industriellen Anlagen interessant ist. Die Moglichkeiten der industriellen WarmerUckgewinnung zur Einsparung von Primarenergie mUssen daher sowohl von den Planern als auch von den Betreibern energieintensiver verfahrenstechnischer Anlagen berUcksichtigt werden. In diesem Zusammenhang interessiert nun, welche Warmepumpenarten in welchen verfahrenstechnischen Anlagen wie wirtschaftlich eingesetzt werden konnen.
235 Die allgemeinste Definition einer Warmepumpe kann folgend abgefaBt werden: Die Warmepumpe ist ein technisches System, das auf der kalten Seite (Niederdruckseite) Warme aufnimmt und durch Energiezufuhr auf einem hoheren Temperaturniveau auf der warmen Seite (Hochdruckseite) wieder abgibt. Aus der Literatur sind eine Reihe von Warmepumpenarten bekannt, die nach ihrer SystemfUhrung in offene und geschlossene Systeme eingeteilt werden konnen. Offene Systeme verdichten direkt dampfformige Abwarme, wahrend geschlossene Systeme die Abwarme Uber Warmetausch-Apparate an das Arbeitsmedium der Warmepumpe Ubertragen. Der Antrieb der Warmepumpensysteme kann durch mechanische Energie (reine Exergie) und durch Warme (Exergie und Anergie) erfolgen. Alle heute bekannten Warmepumpensysteme lassen sich in Form der Systemati k aus Fig. 26 (Kap. 2) zu samm'enfas sen . Die heute am haufigsten eingesetzte Warmepumpenart ist die Kompressionswarmepumpe (Kap. 2.1.), die als geschlossenes System mit einem Kaltemittel (Frigen) arbeitet und vor allem als - elektrische Warmepumpe - Gaswarmepumpe - Templ ifier bekannt ist. Elektrische Warmepumpen (Kap. 2.1.1.1.) verwenden Elektromotoren zum Verdichterantrieb, Gaswarmepumpen Gasmotoren (Kap. 2.1.1.2.). Der Vorteil von Gaswarmepumpen ist die Nutzung der Motorabwarme fUr den Warmepumpenkreislauf. Nach demselben Prinzip arbeiten auch Dieselmotor-getriebene Warmepumpen (Kap. 2.1.1.3.). Templifier sind Hochtemperaturwarmepumpen (Nutztemperatur 120 - 130oC), die mehrstufig arbeiten und elektrisch betrieben sind (Kap. 2.1.1.4.).
236 Kompressionswarmepumpen konnen neben Einstoff-Kaltemitteln als Arbeitsmedium ein Gemisch aus Kalte- und Losungsmittel (Kap. 2.1.2.) oder ein Gemisch aus mehreren Kaltemitteln verwenden (Kap. 2.1.3.). Sorptionswarmepumpen (Kap. 2.2.) sind geschlossene Systeme, die als Arbeitsmedium ein Arbeitsstoffpaar (Kalte- + Losungsmittel) einsetzen und thermisch betrieben sind. Der Antrieb der Sorptionswarmepumpe wird entweder mit Sattdampf oder durch direkte Befeuerung vorgenommen. Erfolgt die Abwarmeaufnahme Uber einen Verdampfer und die Nutzwarmeabgabe Uber einen Kondensator, handelt es sich urn Absorptionswarmepumpen (Kap. 2.2.1.), erfolgen die Warmeabgabe und -aufnahme durch nochmalige Absorption/Desorption (Resorption/Entgasung) urn Resorptionswarmepumpen (Kap. 2.2.2.). Kompressions- und Sorptionswarmepumpen werden auch als kombinierte Systeme eingesetzt (Kap. 2.3.), die zusatzlich mit Losungskreislauf ausgestattet sein konnen (Kap. 2.3.2.). Thermokompressoren (Kap. 2.4.) sind mechanisch betrieben und verdichten als offene Systeme direkt die von einem verfahrenstechnischen ProzeB kommenden BrUden (dampfformige Abwarme). Die WarmeUbertragung an ein Kaltemittel wie bei den geschlossenen Systemen fallt daher weg. Strahlwarmepumpen (Kap. 2.5.) sind als offene Systeme thermisch betrieben, indem Abdampf durch hochgespannten Treibdampf (Kap. 2.5.1.) oder hochgespannte TreibflUssigkeit (Kap. 2.5.2.) verdichtet und auf ein hoheres Temperaturniveau gehoben wird. In Abhangigkeit der Art des Treibmediums spricht man von Dampfstrahlwarmepumpen (Treibmedium Sattdampf) und von thermischen Warmepumpen (Treibmedium siedende F1Ussigkeit). Unter Sonderformen von Warmepumpen (Kap. 2.6.) fallen die pumpe und die Rotationswarmepumpe. Peltierwarmepumpen nutzen den Peltiereffekt als Verfahren trischen Warmeerzeugung und wurden in Versuchsanlagen zur von Raumen eingesetzt (Kap. 2.6.1.). Rotationswarmepumpen perimentellen Charakter (Kap. 2.6.2.). Peltier-Warmezur thermoelekKlimatisierung haben rein ex-
237 AbschlieBend sei die in der Literatur beschriebene chemische Warmepumpe erwahnt, die aus einer Kombination endothermer und exothermer chemischer Reaktionen besteht und mit den hier beschriebenen Warmepumpentypen nichts gemeinsam hat (Kap. 2.6.2.). Von den in der Systematik der Warmepumpen zusammengefaBten Warmepumpenarten konnen nur die folgenden Systeme im Bereich der verfahrenstechnischen Industrie wirtschaftlich eingesetzt werden (Kap. 5): - Kompressionswarmepumpen Absorptionswarmepumpen Kombinierte Kompressions-/Aesorptionswarmepumpen Thermokompressoren Damptstrahlwarmepumpen Diese Warmepumpenarten lassen sich in bezug auf SystemfUhrung (offen/geschlossen) und auf Antriebsart (mechanisch/thermisch) in den nachstehenden tabellarisrhen Zusammenhang bringen. ANTRIEB mechanisch c: cu III .Q ~ ~ ~ thermisch KOMPRESSIONS- ABSJRPT/ONSWARMEPUMPE WARMEPUMPE THERMO- DAtvPFSTRAHL - KOMPRE5S0R WAAMEPUMPE ~ :::) ~ ~ ~ V) ~ .... 0
238 Die exergetische Untersuchung der Warmepumpe zeigt, daB sich in exergetischer Hinsicht vier Typen von Warmepumpen definieren lassen (Kap. 1.3.2.). Ober den Antrieb der Warmepumpe wird entweder reine Exergie (mechanischer Antrieb) oder Exergie und Anergie (thermischer Antrieb) zugefUhrt. In der Warmequelle erfolgt bei Nutzung von Umweltwarme die Aufnahme reiner Anergie, bei der Nutzung von Abwarme die Aufnahme von Anergie und Exergie. Die Einteilung der vier exergetischen Warmepumpentypen kann entsprechend der nachstehenden Tabelle vorgenommen werden. WAAMEQUELLE Anergie -t ffJ ~ ~ "( Anergie + Exergie TYP 1 TYP 2 TYP3 TYPt. ~ -91 ~ QJ ~ + -S! ~ QI ~ Der exergetische Vergleich der beiden geschlossenen Warmepumpenarten, und zwar der Kompressions- und der Absorptionswarmepumpe zeigt, daB Absorptionswarmepumpen in allen Temperaturbereichen den Kompressionswarmepumpen exergetisch Uberlegen sind (Kap. 3.1.2.). Absorptionswarmepumpen zeigen auch eine geringere Abhangigkeit der LeistungsgroBe von der Temperaturdifferenz zwischen Warmequelle und Warmesenke. Absorptionswarmepumpen passen sich daher schwankenden Warmequellentemperaturen wesentlich besser an als Kompressionswarmepumpen (Kap. 2.3.1.1.).
239 Die Berechnung und Darstellung der Arbeitsbereiche von Warmepumpen (Kap. 3.1.) erfolgt am gUnstigsten in Abhangigkeit der Parameter - exergetischer Wirkungsgrad - Nutztemperatur Diese Darstellung bringt den Vorteil, daB die Arbeitsbereiche aller Warmepumpenarten in bezug auf SystemfUhrung und Antriebsart direkt miteinander verglichen werden konnen. Die Leistungsbereiche mit den Parametern - LeistungsgroBe (Leistungszahl bzw. Warmeverhaltnis) - Nutztemperatur konnen nur fUr mechanisch betriebene Warmepumpensysteme (Kompressionswarmepumpen, Thermokompressoren) und fUr thermisch betriebene Warmepumpensysteme (Absorptionswarmepumpen, Dampfstrahlwarmepumpen) verglichen werden. da ein direkter Vergleich der Leistungszahl und des Warmeverhaltnisses nicht moglich ist (Kap. 3.1.). Ein Vergleich der Arbeitsbereiche von Kompressions- und Absorptionswarmepumpe zeigt wieder, daB die Absorptionswarmepumpe exergetisch gUnstiger, d.h. mit hoherem exergetischen Wirkungsgrad arbeitet als die Kompressionswarmepumpe. Der Einsatz von Warmepumpen im Bereich der verfahrenstechnischen Industrie kann in den folgenden Aufgabengebieten erfolgen: - Destillationstechnik (Kap. 5.2.) Verdampfungstechnik (Kap. 5.3.) Trocknungstechnik (Kap. 5.4.) Integrierte Energieversorgung (Kap. 5.5.) Allgemeiner WarmerUckgewinn (Kap. 5.6.) FUr Destillations-, Verdampfungs-, Trocknungsanlagen und fUr Anlagen zur integrierten Energieversorgung ist in bezug auf den Warmepumpeneinsatz
240 kennzeichnend, daB sowohl die Warmequelle, d.h. der Abwarmeanfall als auch die Warmesenke, d.h. der Nutzwarmebedarf in derselben verfahrenstechnischen Anlage liegen. Die Warmepumpe ist daher integrierter Bestandteil des Systems. Durch Warmepumpen zum allgemeinen WarmerUckgewinn wird Abwarme, die an irgendeiner Stelle des Industriebetriebes anfallt, aufgewertet und einem beliebigen Abnehmer zugefUhrt. Warmequelle und Warmesenke liegen nicht mehr in derselben verfahrenstechnischen Anlage. Warmepumpen zum allgemeinen WarmerUckgewinn sind nicht nur im Bereich der verfahrenstechnischen Industrie, sondern in allen Industriezweigen einsetzbar. Urn die Wirtschaftlichkeit von Warmepumpen im Bereich der verfahrenstechnischen Industrie zu untersuchen, wurden fUr die fUnf vorher genannten Prozesse verschiedene Warmepumpensysteme technisch und wirtschaftlich berechnet und mit der konventionellen Anlage ohne Warmepumpe verglichen (Kap. 6.). Die Betriebsdaten der konventionellen Anlage stammen zum einen Teil aus bestehenden Anlagen, zum anderen Teil aus der Literatur.
241 Die in Destillationsanlagen am gUnstigsten einzusetzenden Warmepumpenarten sind: - der Thermokompressor - die Kompressionswarmepumpe Als Warmequelle dieser Warmepumpensysteme dient der Kopfkondensator der Kolonne, wobei die Kondensationswarme Uber den Verdichter aufgewertet und zur Beheizung des Sumpfverdampfers genutzt wird (Kap. 6.1.). Thermokompressoren konnen a1s offene Systeme empfohl en werden, wenn der Destillatdampf gUnstige thermodynamische Eigenschaften besitzt bzw. wenn die Sumpftemperatur der Kolonne Uber 1200 C liegt. Bei ungUnstigen thermodynamischen Eigenschaften bzw. chemischer Agressivitat der Kopfdampfe werden Kompressionswarmepumpen fUr Sumpftemperaturen bis 1200 C herangezogen. Kompressionswarmepumpen arbeiten aufgrund der zusatzlichen Gradigkeit der WarmeUbertragung im Verdampfer der Warmepumpe mit geringeren Leistungszahlen als Thermokompressoren. Die Berechnung einer Gasnachverarbeitungsanlage brachte eine Reduktion der Betriebskosten einer Propan/Butan-Pentan-Trennkolonne durch Einbau eines Thermokompressors um 46 % (Kap. ~.1. ) bzw. durch Einbau einer Kompressionswarmepumpe (2-stufig, R 11) um 19 %. Die Betriebskosten von C2/C 2- bzw. von C3/C3-Trennanlagen liegen durch das geringere Temperaturgefalle zwischen Kopf und Sumpf der Kolonne mit Einsparungen bis 80 % (Kap. 5.2.6.) noch gUnstiger. Da sich tiurch den Warmepumpeneinbau die verfahrenstechnische Auslegung der Destillationsanlage andert, mUssen Warmepumpen bereits in der Planungsphase der Anlage berUcksichtigt werden. Der nachtragliche Einbau von Warmepumpen in bestehenden Destillationsanlagen ist wirtschaftlich nicht sinnvoll (Kap. 6.1.).
242 Warmepumpen konnen in Destillationskolonnen eine Reduktion der Betriebskosten und unter Umstanden auch eine Reduktion der Investitionskosten bringen (Kap. 6.1.). Eine Effizienz des Warmepumpeneinsatzes ist daher zumeist gegeben. In Verdampfungsanlagen kommen in den meisten Fallen Thermokompressoren zum Einsatz. Die yom VerdampfungsprozeB abstromenden WasserdampfbrUden werden dabei angesaugt und urn die Gradigkeit der WarmeUbertragung zur Beheizung des laufenden Prozesses verdichtet. Dadurch lassen sich Leistungszahlen in der GroBe von 10 - 15 erreichen (Kap. 5.3.). Die Berechnung einer einstufigen Wasserdestillationsanlage mit Thermokompressor brachte im Vergleich zur konventionellen Anlage eine Reduktion der Betriebskosten von 78 % und eine Amortisationszeit der Warmepumpe von 4 Monaten (Kap. 6.2.). Durch den Einsatz eines Thermokompres~ors in einer zweistufigen Verdampferanlage zur Meerwasserentsalzung mit den Leistungsdaten einer bestehenden, vierstufigen Anlage konnen 14 %der Betriebskosten eingespart werden. Die Amortisationszeit errechnet sich zu 4.4 Jahren (Kap. 6.2.). Durch e;ne vielstufige AusfUhrung konventioneller Verdampferanlagen und eine Optimierung derselben konnen Betriebskosten erreicht werden, die knapp gUnstiger liegen als beispielsweise die einer zweistufigen Verdampferanlage mit Thermokompressor. Die hier untersuchten Beispiele zeigen, daB Dampfstrahlwarmepumpen in Verdampferanlagen im allgemeinen unwirtschaftlicher als Thermokompressoren (Kap. 6.2.) arbeiten. Durch den Warmepumpeneinsatz in Trocknungsanlagen kann die in der feuchten Fortluft des Trockners enthaltene Warme rUckgewonnen und in aufgewerteter Form dem TrocknungsprozeB erneut zugefUhrt werden (Kap. 5.4.). Die Berechnung einer Kompressionswarmepumpe in einer Papiertrocknungsanlage zur Versorgung betriebsinterner HeiBwasserverbraucher brachte bei Bewertung der abgegebenen Warme mit dem angenommenen War-
243 mepreis eine Amortisationszeit der Warmepumpe von 5.9 Jahren (Kap. 6.3.). Der Warmepumpeneinsatz zur Blaslufterhitzung ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, da die Einsparung an Dampfkosten und der Mehraufwand an Stromkosten fUr den Kompressorantrieb gleich hoch ausfallen. Der Bedarf einer integrierten Energieversorgung besteht dann, wenn ein verfahrenstechnischer ProzeB sowohl gekUhlt als auch beheizt werden muB. FUr Anlagen zur integrierten Energieversorgung kommen vor allem geschlossene Warmepumpensysteme, d.h. Kompressions- und Absorptionswarmepumpen zum Einsatz (Kap. 5.5.). Die Berechnung dreier Kompressionswarmepumpen und einer Absorptionswarmepumpe in einer Anlage zur integrierten Energieversorgung brachte fUr einen gewahlten VergleichsprozeB eine Einsparung an Betriebskosten von ca. 50 % (Kap. 6.4.). Die Amortisationszeiten der Warmepumpe liegen zwischen 2 und 2.5 Jahren. Die wirtschaftlich gUnstigste Warmepumpe war die Absorptionswarmepumpe, die den Kompressionswarmepumpen sowohl in den Betriebskosten bzw. den jahrlichen Gesamtkosten als auch in der Amortisationszeit Uberlegen war. Die in Destillations-, Verdampfungs-. Trocknungsanlagen und in Anlagen zur integrierten Energieversorgung berechneten Warmepumpen sind. wie bereits vorher ausgefUhrt. integrierter Bestandteil der verfahrenstechnischen Anlage. Die durch die Warmepumpe erzeugte Nutzwarme wird in derselben Anlage wiedereingesetzt und muB daher keiner kostenmaBigen Bewertung von auBen unterworfen werden. Die Amortisation dieser Warmepumpen errechnet sich daher Uber die jahrlichen Betriebskosteneinsparungen im Vergleich zu konventionellen Anlage und die Investitionskostensumme. Bei Anlagen zum allgemeinen WarmerUckgewinn kann die an einer Stelle des Industriebetriebes erzeugte Nutzwarme nicht in derselben Anlagen wiedereingesetzt werden, sondern wird nach auBen abgegeben. Diese Warmeabgabe
244 ("Verkauf") bewirkt aber die Notwendigkeit einer kostenmaBigen Bewertung dieser Warmeenergie. Die Amortisation von Warmepumpen zum allgemeinen WarmerUckgewinn errechnet sich daher aus den jahrlichen RUckflUssen (jahrliche Ertrage aus dem "Warmeverkauf" minus der jahrlichen Betriebskosten) und der Investitionskostensumme. Zum allgemeinen WarmerUckgewinn werden fast ausschlieBlich geschlossene Warmepumpensysteme eingesetzt (Kap. 5.6.). Die Warmepumpenauswahl kann mit Hilfe des im Anhang der Arbeit dargestellten FlieBschemas vorgenommen werden. Urn die Wirtschaftlichkeit verschiedener Warmepumpensysteme zum allgemeinen WarmerUckgewinn fUr einen gewahlten VergleichsprozeB zu berechnen, wurden acht unterschiedliche Warmepumpen herangezogen (Kap. 6.5.). Aus der Berechnung der jahrlichen Gesamtkosten folgt, daB die Absorptionswarmepumpe mit zweistufiger Verdampfung die gUnstigste Warmepumpenart darstellt. Ihre jahrlichen Gesamtkosten liegen urn 30 % niedriger als die ei ner zwei stufi gen Kompressi onswarmepumpe (Tab. 20.). Kombinierte Kompressions-/Absorptionswarmepumpen haben zwar niedrigere jahrliche Gesamtkosten als Kompressionswarmepumpen, liegen aber im Vergleich zur zweistufigen Absorptionswarmepumpe in den jahrlichen Gesamtkosten urn 23 % hoher (Kap. 6.5.). Die Amortisationszeiten von Warmepumpen zum allgemeinen WarmerUckgewinn hangen - von der Hohe des Warmepreises - von der jahrlichen Betriebsstundenzahl abo Bei Bewertung der gelieferten Nutzwarme mit dem angenommenen Warmepreis liegen die Amortisationszeiten fUr 4 000 jahrliche Betriebsstunden zwischen 3.7 und 6.4 Jahren (Tab. 2.1.).
245 Dabei liefert eine Absorptionswarmepumpe mit zweistufiger Verdampfung mit 3.7 Jahren eine urn ca. 40 % niedrigere Amortisationszeit als eine zweistufige Kompressionswarmepumpe (6.4 Jahre). Absorptionswarmepumpen sind daher fUr den Einsatz zum allgemeinen industriellen WarmerUckgewinn aufgrund der niedrigeren jahrlichen Gesamtkosten und der kUrzeren Amortisationszeit wesentlich besser geeignet als Kompressionswarmepumpen. Wie in den SchluBfolgerungen aus den Ergebnissen dieser Arbeit bereits angedeutet wurde. hat die kostenmaBige Bewertung der verschiedenen Energieformen und das Verhaltnis Strompreis zu Dampfpreis einen wesentlichen EinfluB auf die Wirtschaftlichkeit der Warmepumpe. Die Kostenaufteilung Strom - Dampf wurde in der Wirtschaftlichkeitsberechnung nach der Grenzkostenrechnung vorgenommen /245/. indem die eigenerzeugte elektrische Energie mit den Kosten der fremdbezogenen bewertet wurde. Die zur Berechnung herangezogenen verfahrenstechnischen Anlagen wurden energetisch als Einzelanlage und nicht als Teil eines betrieblichen Energieverbundes betrachtet. Kompressionswarmepumpen sind heute durch ihren zahlreichen Einsatz zur Gebaudebeheizung technisch weiter entwickelt als Absorptionswarmepumpen. Die wirtschaftliche Oberlegenheit der Absorptionswarmepumpe gegenUber der Kompressionswarmepumpe. vor allem zur allgemeinen WarmerUckgewinnung. rechtfertigt eine gezielte technische Entwicklung von industriellen Sorptionswarmepumpen fUr die zahlreichen Einsatzmoglichkeiten im Bereich der Industrie. Offene Warmepumpensysteme (vor allem Thermokompressoren) sind technisch ausgereift und konnen in Verdampfungs- und Destillationsanlagen und in den damit verbundenen Industriebereichen schon heute wirtschaftlich eingesetzt werden.
246 Es mu6 sich also bei Anlagenplanern und bei Betreibern energieintensiver Anlagen ein "Warmepumpendenken" durchsetzen, damit beim Bau einer industriellen Anlage schon in der Planungsphase die wirtschaftlichen Moglichkeiten des Warmepumpeneinsatzes berUcksichtigt werden. Denn nur so kann der fortschreitenden Abnahme unserer Primarenergievorrate langfristig begegnet werden.
8. BEMERKUNGEN ZUR DEFINITION UND VERWENDUNG DES BEGRIFFES DER EXERGIE Schon 1824 zeigte CARNOT, da8 aus einer Warmemenge Q, die bei €iner Temperatur T zur VerfUgung steht, bei der Umgebungstemperatur Tu maximal die Arbeit E gewonnen werden kann. Dieses Arbeitsvermogen wird als Exergie bezeichnet. T T J s Fig. 148: Carnot-Proze8 im T/s-Diagramm Man denkt sich die Warme einem Carnot-KreisprozeB (Fig. 148) zugefUhrt. Vor dem Verdichter wird die Warmemenge Qu bei Umgebungstemperatur abgefUhrt. Mit Hilfe des 1. Hauptsatzes errechnet sich die Arbeit, die bei der Expansion gewonnen werden kann, abzUglich der bei der Verdichtung benotigten Arbeit wie folgt: E = Q - Qu Q = T (51 - 52) Qu = Tu (51 - S2) (53) (54)
248 (55) Mit Gleichung (53) ergibt sich: E =Q. T - Tu T (56) T T Q T Q Fig. 149: Grafische Darstellung der Carnot-Beziehung Die Gleichung (56) gilt nur, wenn die Warme bei einer konstanten Temperatur (z.B. bei der Kondensation) anfallt. In vielen Fallen wird aber die Warme bei gleitender Tempera~ur, das heiBt im Bereich zwischen Tl und T2 frei. Es darf dann trotzdem mit diesen Beziehungen gerechnet werden, jedoch ist fUr T die thermodynamische Mitteltemperatur einzufUhren. Diese ist allgemein definiert durch /33/: Tm = --Q-- (57) Die vereinfachte Berechnung Uber die Enthalpien gilt nur, wenn keine technische Arbeit mit der Umgebung ausgetauscht wird.
249 Wird die Warme gleichma6ig Uber den gesamten Temperaturbereich abgegeben (d.h. die spezifische Warme cp ist konstant), kann die thermodynamische Mitteltemperatur mit Gleichung (58) berechnet werden. (58) In diesem Buch wird auBer im Kap. 1.3.1. bei der Berechnung des Exergieverlustes beim WarmeUbergang auf die EinfUhrung der mittleren Temperatur verzichtet, da sie nur bei Kenntnis ~ller Stoffdaten exakt zu berechnen ist und so z.B. keine allgemeinen Aussagen Uber den exergetischen Wirkungsgrad von Warmepumpen mit verschiedenen Kaltemitteln gemacht werden konnen.
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252 /B25/ Hydrocarbon Processing: Compressor Handbook. Gulf Publishing Company, Houston, Texas, 1969. /B26/ Dubbel - Taschenbuch fUr Maschinenbau. Erster und zweiter Band, 13. Auflage, Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York, 1970. /B27/ Rant, Z.: Verdampfen in Theorie und Praxis. Verlag H.R.Sauerlander, Aarau und Frankfurt/Main, 1977. /B28/ Gregorig, R.: Warmeaustauscher - Berechnung, Konstruktion, Betrieb, Wirtschaftlichkeit. Verlag H.R. Sauerlander, Aarau und Frankfurt/Main, 1959. /B29/ Schack, A.: Der industrielle WarmeUbergang. 6. Auflage, Verlag Stahleisen, DUsseldorf, 1962. /B30/ LaBberg, V.:Die Warmewirtschaft in der Papier- und Zellstoffindustrie. 2. Auflage, Springer-Verlag, Berlin, 1926. /B3l/ Seliger, H.: Die Warmewirtschaft in der Zellstoff- und Papierindustrie. Verlag Theodor Steinkopf, Dresden/Leipzig, 1965. /B32/ Meadows, D., u.a.: Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Rowohlt Taschenbuch~Verlag, Hamburg, 1973. /B33/ Blohm, H., LUder, K.: Investitionen. 2. Auflage, Verlag Franz Vahlen, MUnchen, 1972. /B34/ Schneider, E.: Wirtschaftlichkeitsberechnung - Theorie der Investitionen. 3. Auflage, Polygraphischer Verlag, ZUrich, 1961. /B35/ Eder, W.: Technische und wirtschaftliche Moglichkeiten des Warme~ pumpeneinsatzes in der verfahrenstechnischen Industrie. Disser~ tation am Institut fUr Grundlagen der Verfahrenstechnik, Tech~ nische Universitat Graz, 1979.
253 B. WISSENSCHAFTLICHE VEROFFENTLICHUNGEN 1. THERMODYNAMISCHE GRUNDLAGEN DER W~RMEPUMPE / 1/ Dressel, W.: Thermodynamische Grundlagen der Warmepumpe. Energie, Jahrg. 5, Nr. 3, 1953, S. 67 - 70. / 2/ Steimle, F.: Thermodynamische Grundlagen. Haus der Technik Vortragsveroffentlichungen 383, S. 5 - 7. / 3/ Steimle. F.: Thermodynamische Grundlagen. Haus der Technik Vortragsveroffentlichungen 384, S. 4 - 6. /4/ Reif. W.: Theorie und Wirtschaftlichkeit der Warmepumpe. Heizung - LUftung - Klimatechnik. Heft 4. 1975. S. 150 - 154. / 5/ Braun. R•• HeB. R.: Zur Thermodynamik des Heizens mit Warmepumpen. BWK 29. Nr. 8, 1977. S. 305 - 310. / 6/ Fa. Weiss: Warmepumpen - Prinzip und Anwendung. Technische Information der Firmengruppe Weiss. Nr. 7, 1977. / 7/ Cheek, G.H.: Heat Pump - What does it mean? ASHRAE-Journal, Sept. 1967, S. 35. / 8/ Paul, J.: Grundsatzuntersuchungen an Warmepumpen. Rationelle Energieverwendung, Statusbericht 1978, Teil I, S. 356 - 363. / 9/ Rant, Z.: Exergie, ein neues Wort fUr "technische Arbeitsfahigkeit". Forschung des Ing. Wes .• Nr. 22, Heft 1. 1956, S. 36 - 37. /10/ Grassmann, P.: Energie und Exergie. BWK 13, Nr. 11, 1961, S. 482 - 486. /11/ Wachter, J.: Energie, Exergie, Anergie. Wochenblatt fUr Papierfabrikation. Nr. 5, 1977, S. 143 - 148. /12/ Bosnjakovic, F.: Die praktische Bedeutung der Exergie. BWK 13, Nr. 11, 1961, S. 481.
254 /13/ Baehr. H.D.: Definition und Berechnung von Exergie und Anergie. BWK 17. Nr. 1. 1965. S. 1 - 6. /14/ Szargut. J.: Grenzen fUr die Anwendungsmoglichkeiten des Exergiebegriffes. BWK 19. Nr. 6. 1967, S. 309 - 313. /15/ Grassmann, P.: Freie Enthalpie. maximale technische Arbeit und Exergie. BWK 17. Nr. 2. 1965, S. 78 - 79. /16/ Baehr. H.D.: Die Exergie der Brennstoffe. 7. Arbeitstagung Verfahrenstechnik in Graz, 1978. /17/ Fratscher. W•• Gruhn, G.: Die Bedeutung und Bestimmung des Umgebungszustands fUr exergetische Untersuchungen. BWK 17, Nr. 7. 1965. S. 337 - 341. /18/ Glaser. H.: BerUcksichtigung des Umgebungszustandes bei der Anwendung von Exergiediagrammen. Kaltetechnik - Klimatisierung. 22. Jahrg •• Heft 3. 1970, S. 71 - 72. /19/ Ortner. P•• Moser. F.: Praktische Anwendung tles Exergiebegriffs in der Verfahrenstechnik zur Beschreibung von Energie-EinsparungsmaBnahmen. Usterreichische Chemie-Zeitschrift. 79. Jahrg., Heft 4, 1978, S. 59 - 63. /20/ Baehr. H.D.: Exergie und Anergie und ihre Anwendung in der Kaltetechnik. Kaltetechnik, 17. Jahrg •• Heft 1.1965, S. 14-22. /21/ Rant, Z.: Thermodynamische Bewertung der Verluste bei technischen Energieumwandlungen. BWK 16. Nr. 9. 1964. S. 453 - 457. /22/ Rant. Z.: Bilanzen und Beurteilungsquotienten bei technischen Prozessen. Gaswarme. Band 14, Nr. 1, 1965. S. 28 - 37. /23/ Baehr, H.D.: Zur Definition exergetischer Wirkungsgrade. BWK 20, Nr. 5, 1968. S. 197 - 200. /24/ Fratscher, W.: Zum Begriff des exergetischen Wirkungsgrades. BWK 13. Nr. 11. 1961, S. 486 - 493.
255 /25/ Opresnik, M.: Der exergetische Wirkungsgrad der Warmepumpe. Kaltetechnik - Klimatisierung, 21. Jahrg., Heft 7, 1969, S. 193 - 195. /26/ Kast, W.: Der exergetische Wirkungsgrad der Warmepumpe. BWK 28, Nr. 8, 1976, S. 315 - 318. /27/ Opresnik, M.: Exergetischer Wirkungsgrad einer Warmepumpe bei Abwarmeverwertung. BWK 21, Nr. 5, 1969, S. 255 - 258. /28/ Opresnik, M.: Ober den EinfluB der Umgebungstemperatur auf den exergetischen Wirkungsgrad der Warmepumpe. Kaltetechnik - Klimatisierung, 22. Jahrg., Heft 4, 1970, S. 126 - 129. /29/ Stockburger, D., Bartmann, L.: Exergetische Bewertung des Einsatzes von Warmepumpen (BrUdenverdichtern) in Anlagen der chemischen Industrie. Chem.-Ing.-Tech., Nr. 7, 1978, S. 497 - 502. /30/ Glaser, H.: Die thermodynamische Untersuchung von Kalteprozessen mit Hilfe der technischen Arbeitsfahigkeit. Kaltetechnik, 15. Jahrg., Heft II, 1963, S. 344 - 353. /31/ Van Lier, J.J.C.: Der Wirkungsgrad bei der Warme- und/oder Elektrizitatserzeugung. 7. Arbeitstagung Verfahrenstechnik in Graz, 1978. /32/ Riekert, L.: Der Wirkungsgrad chemischer Prozesse. 7. Arbeitstagung Verfahrenstechnik in Graz, 1978. /33/ Grassmann, P.: Methoden und theoretische Grundlagen zur Beurteilung von EnergieeinsparungsmaBnahmen. 7. Arbeitstagung Verfahrenstechnik in Graz, 1978.
256 2. W~RMEPUMPENSYSTEME UNO IHRE ANWENDUNG /34/ Vielhaber, K.: Oberblick Uber die Anwendungsmoglichkeiten von Warmepumpen. VDI-Berichte Nr. 289, 1977, S. 5 - 11. /35/ Dressel, W.: Die praktische Anwendung der Warmepumpe. Energie, Jahrg. 5, Nr. 11, 1953, S. 325 - 330. /36/ Gysin, W.: Anwendungen der Warmepumpe. Kaltetechnik, 9. Jahrg., Nr. 8, 1957. S. 230 - 23"2. /37/ Najork, H.: Probleme des praktischen Einsatzes von Warmepumpen. Luft- und Kaltetechnik, Nr. 3, 1972, S. 115 - 119. /38/ Kuske, Eo: Warmepumpen in Betrieb - heute und in Zukunft. Chem.-Ing.-Tech. 50, Nr. 4, 1978. S. 326 - 327. /39/ MUller, H.: Die Warmepumpe - ein Weg zur Energieeinsparung. Elektrowarme international, Nr. 35 A4, 1977, S. 222 - 229. /40/ Huber, M.: Einsatz von Warmepumpen zur wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Temperaturanhebung. Rationelle Energieverwendung, Statusbericht 1978, Teil I, S. 333 - 339. /41/ Rudolf, R.: Warmepumpen fUr Heizung, KUhlung, EnergierUckgewinnung. Rationelle Energieverwendung, Statusbericht 1978, Teil I, S. 327 - 332. /42/ Von Cube, H.: Warmepumpen, ein wirtschaftliches Heizverfahren. Kaltetechnik - Klimatisierung, 19. Jahrg., Nr. 5, 1967, S. 1. /43/ Bach, K.: Sind Warmepumpen wirtschaftlich? Kaltetechnik, 9. Jahrg., Nr. 8, 1957. S. 226 - 229. /44/ JUttemann, H.: Wirtschaftlicher Einsatz von Warmepumpen. Klima + Kalteingenieur 1, 1976. S. 383 - 392. /45/ Opresnik, M.: Warmepumpen zur Nutzung von Abwarme. Maschinenmarkt, WUrzburg, Jahrg. 75, Nr. 81, 1969, S. 1786 - 1787.
257 /46/ Wecks, E.: Warmepumpensysteme in technologischer und wirtschaftl icher Hinsicht. VDI-Berichte Nr. 289, 1977, S. 203 - 208. /47/ Malewski, W.: Industrielle Warmepumpen fUr Nutztemperaturen bis 1000 C und Leistungseinheiten im Gcal/h-(MW-)Bereich. VDI-Berichte Nr. 289, 1977, S. 183 - 189. /48/ Paul, J.: Beispiele angefUhrter Warmepumpen in der Industrie. Haus der Technik - Vortragsveroffentlichungen 384, S. 62 - 67. /49/ Steigende Energiepreise machen neue Quellen attraktiv - Warmepumpen in der Indus'trie. Betriebstechnik, Juli 1978, S. 29 -33. /50/ Bachmann, D.: Warmepumpen fUr die Industrie. CAV, Juli 1976, S. 68 - 72. /51/ Warmepumpen fUr ein hoheres Niveau. Energie, 30. Jahrg., Nr. 5, 1978, S. 170 - 171. /52/ Wegmann, H.: Abwarme - Fernwarme - Warmepumpen. Energie, 30. Jahrg., Nr. 5, 1978, S. 172 - 173. /53/ FlurschUtz, E.: Einsatz der Warmepumpe in einer kommunal-integrierten Energieversorgung. Elektrowarme international, Nr. 36 A3, Mai 1978, S. 164 - 167. /54/ Wiedmann, U.: WarmerUckgewinnung aus Abwassern durch energieeinsparende Warmepumpensysteme gekoppelt mit Abwasser-Sanierungs-Anlagen. Rationelle Energieverwendung, Statusbericht 1978, Teil I, S. 340 - 343. /55/ Paul, J.: Kompressionswarmepumpen. Haus der Technik - Vortragsveroffentlichungen 384, S. 13 - 33. /56/ Reichelt, J.: Kompressionswarmepumpen. Haus der Technik Vortragsveroffentlichungen 383, S. 15 - 19. /57/ Schwarze, K.H.: Betriebserfahrungen mit elektrischen, monovalenten Warmepumpen. Warmepumpen, Vulkan-Verlag Essen, 1978, S. 189 - 199.
258 /58/ Rinck, Th.: Erfahrungen mit elektrischen, bivalenten Warmepumpen. Elektrowarme international, Nr. 36 A2, 1978, S. 119125. /59/ Kalischer, P.: Die elektrisch angetriebene Warmepumpe aus energiewirtschaftlicher Sicht. Elektrowarme international, Nr. 36 A3, Mai 1978, S. 157 - 163. /60/ Lorentzen, G.: Economic Possibilities and Li~itations of Heat-Pumps with Electric Drive. Warmepumpen, Vulkan-Verlag Essen, 1978, S. 11 - 19. /61/ Ginschel, J.: Betriebsergebnisse einer Erdreich-Wasser-Warmepumpe. Elektrowarme'international, Nr. 35 A6, Nov. 1977, S. 332 - 337. /62/ Kubli, H.: Heizungswarmepumpen. Kaltetechnik, 9. Jahrg., Nr. 8 1957, S. 233 - 237. /63/ Vauth, R.: Eine neue, nach dem Kaltluftprinzip arbeitende Warmepumpe - Eigenschaften und Beurteilung des Systems. Warmepumpen,Vulkan-Verlag Essen, 1978, S. 79 - 83. /64/ Heller, L., Farago, G.: Neuartige Kombination von Warmepumpenund Kalteanlage. Kaltetechnik, 13. Jahrg., Nr. 1, 1961, S. 40. /65/ Yamada, H.: Anwendung der Warmepumpe zur Regenerierung der Absorptionslosung durch Entzug der Feuchtigkeit. Kaltetechnik, 13. Jahrg., Nr. 1, 1961, S. 40 - 41. /66/ Handrock, W.: Rationelle Energieverwendung unter Einsatz von Gaswarmepumpen. Gaswarme international, Band 27, Nr. 1,1978, S. 29 - 35. /67/ Heiburg, 0.: Warmepumpenanlage mit Gasmotorantrieb - Planung und Betriebserfahrung. Klima + Kalteingenieur 7 - 8, 1978, S. 313 - 316.
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263 /111/ Loewer, H.: Die Lithiumbromid-Absorptionskaltemaschine zur Kalteerzeugung in der Klimatechnik. Klima + Kalteingenieur 9, 1974, S. 235 - 244. /112/ Sellerio, U.: Absorptionskaltemaschine mit Isobutyl-Azetat/ R 22. Kaltetechnik - Klimatisierung, 18. Jahrg., Nr. 1, 1966, S. 2 - 3. /113/ Swaty, W.: Betriebserfahrungen mit einer Kompressions- und einer Absorptions-Warmepumpenanlage. Kaltetechnik, 13. Jahrg., Nr. 11, 1961, S. 378. /114/ Brunnabend, K.: Die Kombination von Kompressions- und Absorptionskalteanlage zur wirtschaftlichen Ausnutzung von hochgespanntem Dampf. Kaltetechnik, 16. Jahrg., Nr. 7, 1964, S. 211 - 212. /115/ Niebergall, W.: Thermische Zusammenschaltung von Kompressionsund Absorptionskaltemaschine. Allgemeine Warmetechnik, Jahrg. 6, Nr. 8/9, 1955, S. 161 - 169. /116/ Niebergall, W.: Thermische Zusammenschaltung von Kompressionsund Absorptionskaltemaschine - Zahlenbeispiele. Allgemeine Warmetechnik, Jahrg. 7, Nr. 1, 1956, S. 1 - 9. /117/ Opresnik, M., Lorbek, M.: EinfluB einzelner GraBen auf den exergetischen Wirkungsgrad bei der Thermokompression. BWK 22, Nr. 10, 1970, S. 481 - 483. /118/ Hummel, W.: Dampfstrahlverdichter als Warmepumpen. Haus der Technik - Vortragsveroffentlichungen 384, S. 38 - 45. /119/ Bauer, B.: Zur Berechnung von Dampfstrahlverdichtern unter BerUcksichtigung der realen Zustandseigenschaften des Stromungsmediums. Klima + Kalteingenieur 11, 1976, S. 171 - 175. /120/ Burkard, J.: Experimentelle Untersuchungen an einem AmmoniakDampfstrahlapparat. Kaltetechnik - Klimatisierung, 19. Jahrg., Nr. 10, 1967, S. 310 - 315.
264 /121/ Mostofizadeh. Ch.: Thermische Warmepumpe. Haus der Technik Vortragsveroffentlichungen 383. S. 21 - 22. /122/ Mostofizadeh. Ch.: Thermodynamische Berechnung einer Hei6flUssigkeits-Warmepumpe als thermische Warmepumpe. Warmepumpen, Vulkan-Verlag Essen. 1978. S. 169 - 172. /123/ Peltier-Elemente als Warmepumpe. Kaltetechnik - Klimatisierung. 21. Jahrg .• Nr. 3. 1969 • S. 88. /124/ Hanlein. W.: Technologie und Anwendung des Peltiereffektes. BWK 16. Nr. 6. 1964. S. 309. /125/ Hanlein. W.: Technische Anwendungsmoglichkeiten des Peltiereffektes. Kaltetechnik. 14. Jahrg .• Nr. 3. 1962. S. 81 - 85. /126/ Hanlein. W.: Die technologischen Probleme bei der Anwendung des Peltiereffektes. Kaltetechnik. 12. Jahrg .• Nr. 5. 1960. S. 137 - 143. /127/ Leidenfrost. W.• Eisele. E.: Rotierende Warmeaustauscher und die Optimierung einer Warmepumpe. Kaltetechnik - Klimatisierung. 22. Jahrg .• Nr. 12. 1970. S. 403 - 413. /128/ Knoche. K.F .• Richter. H.: Verbesserung der Reversibilitat von Verbrennungsprozessen. BWK 20. Nr. 5. 1968. S. 206. /129/ Fujii. S.• u.a.: Chemical Reaction Cycles for the Recovery of Low-Level Thermal Energy. Journal of Chemical Engineering of Japan 10. Nr. 3. 1977. S. 224 - 228. /130/ Tuerlinckx. G.• Goedseels. V.: Energetischer Vergleich von rekuperativen Warmeaustauschern mit Warmepumpen. Klima + Kalteingen;eur 6. 1978. S. 250 - 253. /131/ Langeheinecke. K.: Zur Terminologie in der Warmepumpentechnik. Klima + Kalteingenieur 1. 1978. S. 631 - 635. /132/ Von Cube. H.: Wo steht die Warmepumpe heute? Kaltetechnik Klimatisierung. Jahrg. 24. Nr. 8. 1972. S. 205 - 213.
265 /133/ Lorentzen, G.: Die Warmepumpe im Energiebild der Welt. Klima + Kalteingenieur 6, 1976, S. 461 - 466. /134/ KUppers, P.: Stand und Entwicklungsa~ssichten der Warmepumpenforschung. Klima + Kalteingenieur 7 - 8, 1978, S. 254 - 258. 3. DIE W~RMEPUMPE IN VERFAHRENSTECHNISCHEN PROZESSEN /135/ Null, H.R.: Heat Pumps in Di:sti1lation. CEP, Juli 1976, S. 58 - 67. /136/ Petterson, W.C., Wells, T.A.: Energy-Saving Schemes in Distillation. Chemical Engineering, Sept. 1977, S. 78 - 86. /137/ Fair, J.R.: Advances in Distillation System Design. CEP, Nov. 1977, S. 78 - 83. /138/ Danzinger, R., Meier, W.: Results of a Pilot Column Operating with a Heat Pump. Presented at the Meeting of the European Federation of the Chemical Engineering, Tees$ide, England. Sept. 1977. /139/ Danzinger, R., Meier, W.: Ergebnisse der Pilot-Rektifizieranlage mit BrUdenverdichtung (Vakuumrektifikation). Chemische Rundschau, 31. Jahrg., Nr. 29, Juli 1976, S. 8 - 9. /140/ Eisner, J.H.: Wasserdestillation mittels Warmepumpe. Verfahrenstechnik 5, Nr. 4, 1971, S. 157 - 159. /141/ Lienerth, A., Paulsen, H.P., Malow, E.: Optimale Auslegung von mehrstufigen und mit BrUdenverdichtung arbeitenden Rektifikationsanlagen. VDI-Berichte Nr. 290, 1977, S. 357 - 365. /142/ Bucher, W.: Two Methods for Energy Saving in,an Existing r1ulticolumn Production Unit. Discussion Meeting in "Energy-Saving in Separation Processes", Teesside, England, Sept. 1977.
266 /143/ Lurgi: Angebot Uber eine Propylen-Propan-Trennanlage zur Erzeugung von 250.000 t/a Reinpropylen. Frankfurt. 1970. /144/ Schulze-Trautmann. H.: Energieeinsparung bei der PropylenPropan-Grennung. Erdol und Kohle-Erdgas-Petrochemie vereinigt mit Brennstoff-Chemie. Bd. 29. Nr. 9. 1976. S. 403 - 407. /145/ Shaner. R.L.: Energy Scarcity: A Process Design Incentive. CEP. Mai 1978. S. 47 - 52. /146/ Kreuter. W.: Optimierung der ~thylen-Athan-Trennung bei der ~thylenerzeugung. Linde-Berichte aus Technik und Wissenschaft. Nr. 33. 1973. S. 22 - 25. /147/ Zaotrovsky. F.P .• u.a.: Distillation Desalination Plant in the City of Shevchenko; Layout. Equipment and Operating Experience. Desalination 1. 1966. S. 165 - 177. /148/ Berchtold. M.: Trocknen mit Warmepumpe. Elektrizitatsverwertung. Nr. 1 - 3. 1944/45. S. 56 - 58. /149/ Holik: Luftkreislauf mit Warmepumpe. Rationelle Energieverwendung. Statusbericht 1978. Teil I. S. 345 - 351. /150/ Pleva. H.: Energieeinsparung am Trockner. VDI-Berichte Nr. 250. 1975. S. 85 - 102. /151/ Hirdes. H.: Moglichkeiten der Drucklufttrocknung. Verfahrenstechnik 5. Nr. 4. 1971. S. 150 - 152. /152/ Chiniara. C•• Kruska. D.: Energie- und WasserrUckgewinnung beim Papiertrocknungsproze6 durch Einsatz der Warmepumpe. Wochenblatt fUr Papierfabrikation. Nr. 11/12. 1977. /153/ Gerken. A.: Energieeinsparungsma6nahmen im Bereich der Papierund Zellstoff-Industrie. VDI-Berichte Nr. 250. 1975. S. 93 102. /154/ Weinmann. A.: Beispiele der Energie~utzung in der Papierindustrie. 7. Arbeitstagung Verfahrenstechnik in Graz. 1978.
267 /155/ Gerken. A.: Der direkte Energieverbrauch bei der Papierherstellung. Wochenblatt fUr Papierfabrikation. Nr. 7. 1977. S.213-222. /156/ Krengel. R.: Der Energieverbrauch des Wirtschaftssektors Papierindustrie. Wochenblatt fUr Papierfabrikation. Nr. 5. 1977. S. 150 - 153. /157/ Von Lassberg: Wannewirtschaft inderZellstoff- und Papierindustrie. BWK 3. Nr. 1. 1951. S. 15 - 17. _ /158/ OBwald. M.: Energieverbrauch der Papiennaschine in Abhangigkeit ihrer Breite und Geschwindigkeit. Wochenblatt fUr Papierfabrikation. Nr. 11/12. 1977. S. 411 - 418. /159/ Scheriau. R.: Die Energiebilanz des Holzplatzes in der Papierund Zellstoffindustrie. Wochenblatt fUr Papierfabrikation. Nr. 6. 1975. S. 225 - 233. /160/ poyry. J.: Are Energy Costs the Achilles' Heel of Mechanical Pulping? Norsk Skogindustri. Nr. 12. 1977. S. 332 - 337. /161/ Pothmann. D.: Ober den Energieverbrauch. Wochenblatt fUr Papierfabrikation. Nr. 5. 1977. S. 141 - 142. /162/ Pocrnja. A.• Peer. G.: Verfahren zur Trocknung und Erwannung atmospharischer Luft zwecks Entnebelung von Flugplatzen. Kaltetechnik - Klimatisierung. 23. Jahrg .• Heft 12. 1971. S. 357 - 361. /163/ Rautenbach. R.• u.a.: Short-Path Freeze-Dryer with Integrated Heat Pump. Ger. Chem. Engineering 1. 1978. S. 94 - 98. /164/ Rautenbach. R.• u.a.: Kurzweg-Gefriertrockner mit integrierter Chem.-Ing.-Tech. 49. Nr. 2. 1977. S. 177. Wann~pumpe. /165/ Ro6maier. V.: Neue Losungen des Problems der Eindampfung und Verbrennung von Sulfitablauge. Das Papier. 10. Jahrg .• Nr. 2. 1956. S. 505 - 511.
268 /166/ Valentin, P.: Wirtschaftliche Nutzung von Primarenergie fUr die Zuckerindustrie. 7. Arbeitstagung Verfahrenstechnik in Graz, 1978. /167/ Gre6, M.: Warmepumpe spart Energiekosten. VDI-Nachrichten Nr. 44, Nov. 1978, S. 14. /168/ Mundo, K.J.: Verbesserung der Energiewirtschaft in Ammoniakanlagen. VDI-Berichte Nr. 250, 1975, S. 115 - 121. /169/ Sohns, D., Fuge, Ch.: Gesichtspunkte zur Minderung des Energieverbrauchs in Olefinanlagen. Linde-Berichte aus Technik und Wissenschaft, Nr. 39, 1976, S. 11 - 18. /170/ Wilson, J.S.: A Geothermal Energy Plant. CEP, November 1977, S. 95 - 98. /171/ Roben, K.W., Hilgraf, P.: Rekuperative Abwarmeverwertung zur Erhohung der Wirtschaftlichkeit von Wirbelschichtverbrennungsanlagen. Chem.-Ing.Tech. 49, Nr. 3, 1977, S. 265. 4. ARBEITSMEDIEN UND W~RMEQUELLEN VON W~RMEPUMPEN /172/ Scholten, W.: Arbeitsmedien fUr Kompressionswarmepumpen Eigenschaften und Auswahlkriterien. VDI-Berichte Nr. 289, 1977, S. 71 - 77. /173/ Reichelt, J.: Betriebsmittel fUr Warmepumpen: Kalte- und Schmiermittel. Haus der Technik - Vortragsveroffentlichungen 383, S. 27 - 33. /174/ Scholten, W.: Eigenschaften neuer Fluorkohlenwasserstoffe fUr Kalteanlagen und Warmepumpen. Temperaturtechnik, Nr. 4, 1975. /175/ Scholten, W.: Kaltemittel fUr Warmepumpen. Warmepumpen, Vulkan-Verlag Essen, 1978, S. 20 - 25.
269 /176/ Renz, M.: Eignung von Arbeitstoffpaaren fUr AbsorptionspumpenProzesse. Warmepumpen, Vulkan-Verlag Essen, 1978, S. 72 - 78. /177/ Schwind, H.: Ober die Verwendung binarer Kaltemittelgemische und deren Darstellung im Enthalpie, Druck-Diagramm. Kaltetechnik, 14. Jahrg., Nr. 4, 1962, S. 98 - 105. /178/ Kriebel, M., Loffler. H.J.: Experimentelle Bestimmung elnlger thermodynamischer Eigenschaften der Gemische aus R 13 und R 11. Kaltetechnik - Klimatisierung, 18. Jahrg .• Nr. 2, 1966. S. 34 - 36. /179/ Leffler. H.J.: Einige Eigenschaften des binaren Systems Frigen 12 - Frigen 22 und des ternaren Systems F 12 - F 22 - Naphtenbasisches Mineralel. Kaltetechnik, 12. Jahrg., Nr. 9. 1960. S. 256 - 259. /180/ Paul, J.: Warmequellen fUr Warmepumpen, dargestellt in einer Matrix. Haus der Technik.Vortragsvereffentlichungen 383. S. 26 - 27. /181/ Von Cube. H.L.: Warmequellen fUr Warmepumpen. Warmepumpen, Vulkan-Verlag Essen. 1978. S. 173 - 181. /182/ Balke, K.D.: Das Grundwasser als Energietrager. BWK 29. Nr. 5. 1977. S. 191 - 194. 5. KOMPONENTEN VON W~RMEPur1PEN /183/ Kruse, H.: Kompressoren fUr Warmepumpen - Probleme und Lesungsmoglichkeiten. Klima + Kalteingenieur 12, 1977. S. 608 617. /184/ Kruse. H.: Probleme an Warmepumpen-Kompressoren und deren Lesung durch moderne Rechenverfahren. Warmepumpen. Vulkan-Verlag Essen, 1978. S. 93 - 99.
no /185/ Kern, R.: How to Get the Best Process-Plant Layouts for Pumps and Compressors. Chemical Engineering, Dez. 1977, S. 131 - 144. /186/ Kammerer, H.: Kompressoren. Chemie - Technik, 7. Jahrg.,Nr. 1, 1978, S. 29 - 38. /187/ Ziesling, K.: Neue Einsatzbereiche und verbesserte Konstruktionen von Verdichtern in der Verfahrenstechnik. Verfahrenstechnik 7, Nr. 6, 1973, S. 179 - 183. /188/ Deniselle, L.: Hubkolben-Kompressoren fUr Warmepumpen. VDI-Berichte Nr. 289, 1977, S. 13 - 20. /189/ Bauder, H.J;: EinfluB der Anforderungen bei Warmepumpen auf die konstruktive Gestaltung der offen en Hubkolbenverdichter. Warmepumpen, Vulkan-Verlag Essen,1978, S. 84 - 92. /190/ Stenzel: Untersuchung und Entwicklung eines regelbaren Warmepumpenkompressors fUr die Beheizung von Wohnungen. Rationelle Energieverwendung, Statusseminar 1978, Teil 1, S. 441 - 447. /191/ Heimbach, P.: Offene Hubkolbenverdichter fUr industrielle Warmepumpen. Warmepumpen. Vulkan-Verlag Essen, 1978, S. 116 120. /192/ Kruse, K., Wrede, F., Reese, L.: Erweiterung des Anwendungsbereiches einstufiger sauggasgekUhlter Motorkompressoren. Klima + Kalteingenieur 6, 1975, S. 115 - 118. /193/ Reese, L.: Zugangliche hermetische Motorverdichter. Warmepumpen, Vulkan-Verlag Essen, 1978, S. 100 - 104. /194/ Schindelhauer, G.: Kreiskolbenverdichter im Einsatz fUr Warmepumpen. VDI-Berichte Nr. 289, 1977, S. 21 - 25. /195/ Klein, R.: Schraubenverdichter fUr den Einsatz in Warmepumpenanlagen. VDI-Berichte Nr. 289, 1977, S. 27 - 41.
271 /196/ Linneken, H.: Schraubenkompressoren fUr Kalteanlagen. Kaltetechnik - Klimatisierung, 22. Jahrg., Nr. 4, 1970, S. 116 -121. /197/ Cosyn, E. A.: Der Monoscrew-Schraubenverdichter und sei ne Anwendung fUr Warmepumpen. Warmepumpen, Vulkan-Verlag Essen, 1978, S. 139 - 144. /198/ Hertges, Th.: Vielzellenverdichter beim Einsatz in Warmepumpen. Warmepumpen, Vulkan-Verlag Essen, 1978, S. 121 - 123. /199/ LUdtke, K.: Turboverdichter im Einsatz fUr Warmepumpen. VDI-Berichte Nr. 289, 1977, S. 43 - 52. /200/ Moderegger, H.H.: Der Einsatz von Turboverdichtern in Warmepumpenanlagen. Warmepumpen, Vulkan-Verlag Essen, 1978, S. 145152. /201/ Hartmann, K.: Turbokaltemaschinen in Warmepumpensystemen. Haus der Technik - Vortragsveroffentlichungen 384, S. 46 - 61. /202/ Hartmann, K.: Offene oder hermetische Turbokaltemaschinen? Klima + Kalteingenieur 7, 1973, S. 13 - 18. /203/ Emblik, E.: Kalteanlagen mit olfreien Kompressoren fUr die chemische Industrie. Kaltetechnik, 16. Jahrg., Nr. 6, 1964, S. 175 - 178. /204/ Hage, M.: Flussigkeitsbeheizte Verdampfer fUr Warmepumpenanlagen. VDI-Verichte Nr. 289, 1977, S. 53 - 66. /205/ Zimmermann, F.: Entwicklung eines Hochleistungsverdampfers fUr Warmepumpenanlagen. Rationelle Energieverwendung. Statusbericht 1978, Teil I, S. 369 - 376. /206/ Schmitz, U.: Auslegung von luftbeaufschlagten Verdampfern von Warmepumpensystemen. VDI-Berichte Nr. 289, 1977, S. 67 - 70. /207/ Slipcevic, B.: Verdampfer fUr Kaltemittel. Warmepumpen, VulkanVerlag Essen, 1978, S. 50 - 61.
272 /208/ Paikert, P.: Kaltemittel-Kondensatoren fUr Warmepumpen. Warmepumpen, Vulkan-Verlag Essen, 1978, S. 41 - 49. /209/ Slipcevic, B.: Vereinfachte Auslegung von Trockenexpansionsverdampfern. Chemie-Technik, 5. Jahrg. Nr. 9, 1976, S. 367 371. /210/ Slipcevic, B.: Grafische Optimierung von KUhlern mit Verdampfung von Kaltemitteln in horizontalen Rohren. Verfahrenstechnik 6, Nr. 1, 1972, S. 23 - 27. /211/ Ruosch, E.: Leittechnik bei groBen Anlagen. VDI-Berichte Nr. 289, 1977, S. 81 - 84. /212/ Taubert, E., Reiner, K.E.: Wirtschaftlicher Betrieb bei der Regelung von Heizanlagen mit flUssigen Warmetragern. CAY, Juli 1973, S. 55 - 57. 6. MUGLICHKEITEN DER W~RMEROCKGEWINNUNG /213/ Albrecht, W.: Abwarmenutzung in der chemischen Industrie. VDI-Berichte Nr. 250, 1975, S. 77 - 84. /214/ Bannon, R.P., Marple, S.: Heat Recovery in Hydrocarbon Distillation. CEP, Juli 1978, S. 41 - 45. /215/ Huckins, H.A.: Conserving Energy in Chemical Plants. CEP, Mai 1978, S. 85 - 89. /216/ Baier, H.: Warme- und EinsatzstoffrUckgewinnung. CAY, Nr. 6, 1977, S. 79 - 84. /217/ Eder, W., Kogl, B.: Industrielle WarmerUckgewinnung unter besonderer BerUcksichtigung der Warmepumpe. Osterreichische Chemie-Zeitschrift, 80. Jahrg., Heft 1, 1979.
273 /218/ Daniel, H.: Moglichkeiten der Energieruckgewinnung in der chemischen Industrie. 4. Arbeitstagung Verfahrenstechnik in Graz, 1975. /219/ Bachl, H.: Die Ausnutzung des kalten Endes eines Warmekraftprozesses. BWK 18, Nr. 1, 1966, S. 20 - 23. /220/ Bohn, H.: Der WarmerUckgewinn im NaBdampfgebiet, BWK 12, Nr. 7, 1960, S. 314 - 317. /221/ Gasparovic, N.: HeizwarmerUckgewinnung aus Gasturbinenabgasen. BWK 12, Nr. 2, 1960, S. 45 - 50. /222/ Fernwarme auf "kaltem Weg"? Energie, 30. Jahrg., Nr. 5, 1978, S. 168 - 169. /223/ Beckmann, G.: Moglichkeiten der Verwendung von Warmespeichern in der Verfahrenstechnik. 4. Tagung Verfahrenstechnik in Graz, 1974. /224/ Schaefer, H.,u.a.: Vorschlage zur Definition und Begriffsabgrenzung bei der Umweltenergie- und Abwarmenutzung. BWK 29, Nr. 12, 1977, S. 479 - 481. 7. WIRTSCHAFTLICHKEIT VERFAHRENSTECHNISCHER ANLAGEN /225/ Steiner, R.: Kostenoptimierung chemischer Verfahren. Verfahrenstechnik 2, Nr. 3, 1968, S. 106-111. /226/ Schulze, J.: Vorkalkulation von Chemieanlagen und Anwendung summarischer Schatzmethoden des Anlagenkapitalbedarfs. Chemiker-Zeitung, 97. Jahrg., Nr. 12, 1973, S. 650 - 656. /227/ Schulze, J.: Zuschlagfaktor - Methoden der Vorkalkulation des Anlagenkapitalbedarfs fUr Chemieanlagen. Chemiker-Zeitung, 98. Jahrg., Nr. 2, 1974, S. 100 - 108.
274 /228/ Schulze, J.: Vorkalkulation des Umlaufkapitalbedarfs und der Kosten fUr chemische Produkte. Chemiker-Zeitung, 98. Jahrg., Nr. 4, 1974, S. 202 - 208. /229/ Guthrie, K.M., u.a.: Capital Cost Estimating. Chemical Engineering, Marz 1969, S. 114 - 142. 8. ENERGIEWIRTSCHAFT /230/ Grassmann, P.: Energieeinsparung bei Prozessen der Stoffumwandlung. Schweizer Bauzeitung, 93. Jahrg., Nr. 15, 1975, S. 209 - 214. /231/ Sander, U., Schmidt, H.W.: Verfahrenstechnische Entwicklung chemischer Prozesse unter dem Aspekt hoherer Energienutzung. VDI-Berichte Nr. 250, 1975, S. 103 -111. /232/ Schmidt, H.W.: Energieeinsparung in der anorganischen Chemie. 7. Arbeitstagung Verfahrenstechnik in Graz, 1978. /233/ Timmerhaus, K.D., Reusch, C.F.: Process Design with Energy and Environmental Constraints. Chem.-Ing.-Tech. 49, Nr. I, 1977, S. 30 - 38. /234/ Duckham, H., Fleming, J.: Better Plant Design Saves Energy. Hydrocarbon Processing, Juli 1976, S. 78 - 83. /235/ Riekert, L.: The Efficiency of E~ergy-Utilization in Chemical Processes. Chemical Engineering Science, Nr. 29, 1974, S. 1613 - 1620. /236/ Konig, W.: Die Warmeversorgung von Industriebetrieben und ihre Wirtschaftlichkeit. Haus der Technik - Vortragsveroffentlichungen 384, S. 7 - 12.
275 /237/ Wohlleben, G.: Nichtkonventionelle Energietrager fUr integrierte Energieversorgung in der Petrochemie. VDI-Berichte Nr. 222, 1974, S. 61 - 67. /238/ Schneider, A.: Energieversorgung eines Chemiewerkes nach betrieblichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. VDI-Berichte Nr. 222. 1974, S. 89 - 99. /239/ Gneuss, G.: Kraft-Warme-Kupplung in Industriebetrieben - Dezentralisierter ~nergieverbund spart Primarenergie und Kosten. VDI-Berichte Nr. 255, 1976. S. 123 - 132. /240/ Fleming, J. Duckham, H., Styslinger, J.: Recover Energy with Exchangers. Hydrocarbon Processing. Juli 1976, S. 101 - 104. /241/ Sander, W.: Energieeinsparen durch Ventile. Technik Report, Februar 1978. S. 24 - 25. /242/ Schaefer, H.: Energietechnik und Umwelt. BWK 24, Nr. 7, 1972, S. 280 - 282. /243/ Frank, W.: Energiesparen - Illusion und Moglichkeit. Osterreichische Ingenieur-Zeitschrift, Jahrg. 20, Nr. 9,1977. S. 289 - 297. /244/ Fratscher, W.: Einheit von Stoff- und Energieumwandlung in verfahrenstechnischen Systemen. Wissenschaftliche Zeitschrift Techn. Hochsch. Chem. Leuna - Merseburg 14, Nr. 1, 1972, S. 35 - 43. /245/ Pothmann, D.: Die Verteilung der Betriebskosten bei der gleichzeitigen Erzeugung von elektrischer Energie und Dampf als Mittel zur optimal en BetriebsfUhrung. Wochenblatt fUr Papierfabrikation, Nr. 9, 1977, S. 310 - 318.
SACHVERZEICHNIS Absorptions-Kompressionswarmepumpe 98 Absorptionswarme 70 Absorptionswarmepumpe 69, 84 Amortisationszeit 117, 184 Anergie 18 Arbeitsbereich allgemein 121 Kompressionswarmepumpe 124 Sorptionswarmepumpe 128 Strahlwarmepumpe 137 Thermokompressor 130 Arbeitsmedien Kompressionswarmepumpe 145 Mehrstoff-Kompressionswarmepumpe 156 Sorptionswarmepumpe 149 Austreiber 69 Auswahlkriterien 142 azeotrope Kaltemittelgemische 156 azeotrope Mehrstoff-Kompressionswarmepumpe 61 Berechnung von Warmepumpen 207 Betriebsverhalten 97 BrUdenkompression 101 BrUdenwascher 188 Carnot-ProzeB 7 chemische Warmepumpe 120 Dampfstrahlverdichter 107 Dampfstrahlwarmepumpe 106 Dampfturbine 55 Destillation 168, 175, 209 Dieselmotor 55
277 Druck in der Warmepumpe 17, 147 Druckverhaltnis 146 elektrische Warmepumpe 49 EnergierUckgewinnung bei der Destillation 172 Energieversorgung 200 Entgaser 59, 88 Entgasungsbreite 60, 89, 150 exergetischer Wirkungsgrad 30, 33, 41, 103 Exergie 18, 247 Exergiediagramm 28 ExergiefluBbild allgemein 21 von Warmepumpen 31 Expansionsmaschine 197 Expansionsverhaltnis 107 Frigen 235 Gasnachbereitungsanlage 209 Gasturbine 55 Gaswarmepumpe 52 gegenlaufige Absorptionswarmepumpe 84 gegenlaufige Resorptionswarmepumpe 89 gleitende Verdampfungstemperatur 63 Grenzkostenrechnung 208 GUtegrad 73 Hauptsatze der Thermodynamik 20 HeiBflUssigkeits-Strahlpumpe 115 Hochdruckkaltemittel 148 Hochtemperatur-Warmepumpe 56 industrieller Warmepumpeneinsatz 164 innerer Warmetausch 79 integrierte Energieversorgung 200, 222
278 Joule-ProzeB 11, 57 KaltdampfprozeB 6, 44 Kaltemittel 145 KaltgasprozeB 10, 57 Kaltluft-Warmepumpe 57 Kaskadenschaltung 46 Kompressions-Sorptionswarmepumpe 98 Kompressionswarmepumpe mit Losungskreislauf 58 ohne Losungskreislauf 44, 49, 121 Kraftheizung 55 kritische Temperatur 147 kritischerDruck 147 Leistungsbereich allgemein 122 Kompressionswarmepumpe 125 Sorptionswarmepumpe 130 Strahlwarmepumpe 139 Thermokompressor 134 Leistungszahl 13, 91 Lorenz-ProzeB 12, 59 Losungsfeld 150 Losungskreislauf 71, 85 Losungsmittel 149 Meerwasserentsalzung 201, 216 Nahrungsmittelindustrie 187 Nesselmann-DreiecksprozeB 12 nichtazeotrope Kaltemittelgemische 157 nichtazeotrope Mehrstoff-Kompressionswarmepumpe 62 Niederdruckkaltemittel 147 Nutzungskriterien fUr Warmequellen 162
279 Ottomotor 55 Papierindustrie 188, 194, 197, 218 Parallelbetrieb 172, 184 Peltierwarmepumpe 118 Primarenergie 1, 42 Primarenergienutzungsgrad 42, 91 Regelung 60, 65, 81 Rektifikator 70 Rektifiziersaule 66 Resorber 59, 87 Resorptionswarmepumpe 87 Rotationswarmepumpe 119 Sorptionswarmepumpen 67, 121 spezifische Anlagenkosten 165 Stirling-ProzeB 11 Strahlwarmepumpe 106, 122 Summenwirkungsgrad 33 Templifier 56 thermische Kompression 68 thermische Warmepumpe 115 thermodynamische Mitteltemperatur 248 Thermokompressor 101, 121 Trocknungstechnik 193, 218 Verdampfungstechnik 187, 214 Verdichtungsverhaltnis 17, 146 verfahrenstechnische Industrie 164 Vergleichsleistungszahl 146 volumetrische Heizleistung 16, 146
280 Warmepumpe Definition 235 exergetische Beurteilung 42 exergetische Typen 29 Funktionsweise 5 in der Destillationstechnik 168, 175, 209 in der Nahrungsmittelindustrie 187 in der Papierindustrie 58, 188, 194, 197, 218 in der Trocknungstechnik 193, 218 in der Verdampfungstechnik 187, 214 in der verfahrenstechnischen Industrie 164 offener ProzeB 10 Prinzip 5 realer ProzeB 9 Regelung 60, 65, 81 Systematik 44 theoretischer ProzeB 8 zur Energieversorgung 200, 222 zur Meerwasserentsalzung 201, 216 zur WarmerUckgewinnung 225 Warmequellen 161 Warmestromverhaltnis 30, 36, 38 WarmeUbergang 64 Warmeverhaltnis 29, 72, 74, 91 Wirkungsgrad 15, 91 Zuckerindustrie 188 Zwischenkondensator 176 Zwischenverdampfer 176