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Tags: zeitschrift medizin zahnmedizin deutsche zahnärztliche zeitschrift
Year: 1932
Text
HemeiiKasi UewTDanbHan Casera
Proletarier aller
vereinigt Euchi
Herausgeber
Zentralorgan
des ZK der
KP(B) S U.
„PR AW DA“
Der kollektivwirtschaftliche Handel muss
organisiert werden
In der Periode des entfalteten sozialistischen | dukte ihrer Wirtschaft auf den Markt bringen.
Angriffs an der ganzen Front ist der Sowjethandel I Aber diese Bewegung ist nicht gleichmässig und
Deutsche Zenfral-Zeitunf
Einzelnummer 5 Kop.
in Westeuropa 3 Cent
Jahrgang 7. Nr. 128 (1056) Tageszeitung Montag, 6. Juni 1932
..... ....... ,,-7t---------- . -i7ar-- - --—
Schärfsten Kampf
den Demobilisationsstimmungen!
Der Aussaatplan muss in einigen Jagen
erfüllt werden
Die diesjährige Aussaatkampagne zeigte in
einer bestimmten Periode einen bedeutenden
Rückstand gegenüber dem in der vorjährigen
Aussaatkampagne eingeschlagenen Tempo auf.
'Am 10. Mai betrug dieser Rückstand 4 100 000
nenblumen wurden 4 297 000 ha gegenüber
4 077 000 ha im Vorjahre gesät. Die erfolgrei-
che Aussaat von Machorka-Tabak muss beson-
ders hervorgehoben werden. Am 31. Mai des
Vorjahres waren erst 23 000 ha mit dieser Kul-
Aussaatergebrjisse zum 31. Mai
75175000 ha bestellt —- Erfüllung des
Gesamtplanes — 7ff,4°/0 Planerfüllung in
der ASSR der Wolgadeutschen 73,2%
Angaben des LandwMschaftskommissariats
der USSR
Republiken und Gaue.
*
Hektar. Dank der durch das Zentralkomitee
der Partei getroffenen Massnahmen und der
bolschewistischen Mobilisierung der Massen
wurde die „Schere“ von Fünftagewoche zu
Fünftagewoche immer mehr zusammenge-
drückt, so dass der Rückstand am 20. Mai nur
noch 1 800 000 ha, am 25. Mai 1 500 000 ha und
am 31. Mai schon nur 268 000 ha betrug. Zum
81. Mai waren im ganzen 75 100 000 ha (73,2%
des Planes) gegenüber 75 400 000 ha im Vorjah-
re bestellt.
Eine Reihe von Gebieten zeigte wirkliches
bolschewistisches Tempo an der Aussaatfront.
Der Mittlere Wolgagau hat als erster nach
der Krim den Aussaatplan am 2. Juni erfüllt.
Auch die Kollektive, MTS und Sowjetwirtschaf-
ten der Tatarenrepublik konnten über die Plan-
erfüllung berichten. *)
In Westsibirien hält die Steigerung der Aus-
saattempi an. Gegenüber 874 000 ha der vor-
hergehenden Fünftagewoche wurden im Gau in
der letzten Fünftagewoche 911 000 ha bestellt.
Auch in Weissrussland und der Baschkire!
wird das Tempo von Tag zu Tag schneller. Das
Westgebiet hat heute bereits eine bedeutend
grössere Fläche bestellt, als zum selben Datum
tur bestellt. In diesem Jahre waren es am 31.
Mai schon 85 000 ha. Auch in der Bestellung der
Gemüsefelder ist das Tempo des Vorjahres
überholt worden.
In der letzten Fünftagewoche konnte nach
tatkräftiger Hilfe des Staates, dank der Auffül-
lung des Traktoren- und Autoparks und der
Stossarbeit in einer Reihe von MTS ein nennens-
werter Aufschwung in der Aussaat der Zucker-
rübe erzielt werden. Am 10. Mai dieses Jahres
waren im ganzen 400000 ha weniger Land mit
Zuckerrüben bestellt, als zum selben Datum des
Vorjahres. Am 31. Mai betrug der Unterschied
nur noch 50 000 ha. Die in der UdSSR bestell-
te Zuckerrübenfläche betrug am 31.
1353 000 ha (80,9% des Planes).
Diese in der letzten Zeit errungenen Erfolge
gestatten aber in keinem Falle, den Kampf an
der Aussaatfront aufzugeben. Das bezieht sich
insbesondere auf die Partei-, Sowjet-, und Kol-
lektivorganisationen der Ukraine und der Deut-
schen Wolgarepublil«, die nach wie vor die rück-
ständigsten Gebiete bilden. Der Kampf gegen
die Demobilisationsstimmungen muss energisch
weitergeführt werden.
Mai
Nordgau . < » . .
Karelien?.......
Leningrad. Geb. .
Westgeb.........
Moskau-Geb. . . .
Iwanow. Geb. . .
Nishegorod. Gau .
Ural-Geb. . . .
Basehkirenrep. • .
Tatarenrep. . . .
Mittl. Wolgagau .
Schwarzerdegeb. .
Unter. Wolgagau ,
ASSR d. WD . .
Nordkaukasien . .
Krim............
Kasakstan . . .
Karakalpak ...
Kirgisien ....
Westsibirien . . .
Ostsibirien . . . ,
Fern. Osten ...
Daghestan ....
Ukraine ... .
Weissrussland . . ,
Aserbaidshan , . ,
Georgien.........
Armenien ....
Usbekistan . . .
Turkmenistan . .
Tadshikistan • . .
3
Bestellte
Fläche
Erfüllung des
Gesamtplanes
des Vorjahres.
Auch die Aussaat der technischen Kulturen
kann als befriedigend bezeichnet werden. Mit
der Baumwollsaat konnte am 25. Mai abge-
schlossen werden. Erfolgreich verläuft die Saat
von Lein. Am 31. Mai waren bereits 1 885 000
ha (57,5% des Planes) gegenüber 1057 000 ha
zum selben Datum im Vorjahre bestellt. Son-
*) In der gestrigen Meldung über die Planerfüllung
in der Tatarenrepublik wurde nicht gesagt, dass der in-
dividuelle Sektor der Tatarenrepublik seinen Aussaat-
plan noch nicht erfüllt hat.
566 000 ha
19 000 „
918 000 „
2 424 000 „
2 887 000 „
I 1 027 000 „
2 473 000 „
3 470 000 „
1797 000 „
1 665 000 „
7 516 000 „
5 207 000 „
5105 000 „
849 000 „
7 548 000 „
451 000 „
4 699 000 „
101000 „
911000 „
5 437 000 „
855 000 „
392 000 „
205 000 „
12 795 000 „
1 579 000 „
l 396 000 „
! 565 000 „
I 290 000 „
2 087 000 „
376 000 „
522 000 „
70,7%
34,5 „
56,7 „
W„
72,6 „
62,6 „
64,9 „
53,9 „
65,2 „
83,8 n
100,2 „
70.4 „
83,0 „
73,2 „
87,5 „
100,2 „
85,4 „
89,4
69,3
41,7
32,7
102,0
67,0
69,6
99,5
83,6
87,6
87,7
96,2
81,2
Insgesamt in der UdSSR:
Am 25. Mai waren: . , .
75 132 000 ha
64 811000 „
73,4%
63,3 „
Angriffs an der ganzen Front ist
und der Warenumsatz zwischen Stadt und Land
eines der wichtigsten Abschnitte des Klassenkamp-
fes und des sozialistischen Aufbaues. Aus diesem
Grunde muss der Beratung der Konsumgenossen-
schaftsarbeiter, die am 12. Juni stattfinden und
die Probleme der Entfaltung des kollektivwirt-
schaftlichen Handels behandeln soll, solche Be-
deutung beigemessen werden.
Die Beschlüsse der Partei und Regierung über
die Getreide- und Viehbeschaffung sind mit den
vorherigen Direktiven der Partei in bezug auf die
Entfaltung des Handels organisch aufs engste ver-
bunden, und sind die konkrete Realisierungsform
der Direktiven der XVII. Parteikonferenz bezüg-
lich der Entwicklung des Warenumsatzes.
Unter den Bedingungen des siegreichen Vor-
marsches der Kollektivisierung, unter Verhältnis-
sen, wo die Kollektivwirtschaften, die Haupter-
zeuger der gesamten landwirtschaftlichen Produk-
tion sind, wird der kollektivwirtschaftliche Han-
del eine immer wichtigere Quelle der Versorgung
der Städte mit Waren der landwirtschaftlichen
Produktion. Es handelt sich nun darum, dass der
kollektivwirtschaftliche Handel so organisiert
wird, dass immer grössere Warenvorräte auf den
Markt gebracht werden.
Die ersten Berichte aus der Provinz signalisie-
ren jedoch schon opportunistische Uebergriffe,
Einstellen der Direktiven der Partei und Regie-
rung. So haben manche Opportunisten von der
Konsumgenossenschaft, die Verordnungen der
Partei und Regierung dahin zu deuten versucht,
dass die Konsumgenossenschaft nun zu denselben
Preisen verkaufen kann, wie die Kollektivwirt-
schaften und Kollektivisten. Sie „vergessen“ da-
bei, dass, wenn die Beschlüsse der Partei und Re-
gierung auch voraussehen, dass die Kollektivisten,
Kollektivwirtschaften und werktätigen Einzelbau-
ern ihre Produkte zu den auf dem Markte sich bil-
denden Preisen verkaufen, die Konsumgenossen-
schaft doch verpflichtet ist, die auf dem Markte
sich bildenden Preise in der Richtung der Senkung
derselben zu beeinflussen. Die Konsumgenossenv
schäft ist verpflichtet, als Organisator des kollek-
tivwirtschaftlichen Handels aufzutreten und die
Kollektivwirtschaften auf diesem Gebiete unmit-
telbar zu unterstützen aber dabei muss sie sich
fest an die Preispolitik halten, um dadurch die
Marktpreise zu beeinflussen.
Es ist selbstverständlich, dass hier keine allge-
meingültigen Direktiven gegeben werden können.
Die lokalen Besonderheiten, die Bildung der Preise
auf dem Markte und die besonderen konkreten
Aufgaben in jedem Gau, in jedem Gebiet müssen
hier berücksichtigt werden.
Seit den Beschlüssen der Partei und Regierung
ist erst eine kurze Zeit vergangen und doch sind
schon beträchtliche Veränderungen auf dem Le-
bensmittelmarkte zu verzeichnen. In manchen
Städten haben wir eine anwachsende Zahl von
Kollektivwirtschaften, einzelnen Kollektivisten
und werktätigen Einzelbauern, die tagtäglich Pro-
wir haben manche Gebiete und Rayons, darunter
die meisten deutschen Rayons, wo der kollektiv-
wirtschaftliche Handel noch sehr schwach entfal-
tet ist.
Da müssen die Erfolge und die Ursachen der
Misserfolge gründlich untersucht werden. Wir
wissen, dass jede Kollektivwirtschaft, jeder Kol-
lektivist jeder Werktätige Einzelbauer imstande
ist, die für den Markt bestimmte Produktions-
menge zu vergrössern. Durch bessere Ernteein-
bringung, durch besseren Anbau, kann unsere
Landwirtschaft gewaltige Mengen von Getreide
und Gemüse auf den Markt werfen. Bei richtiger
Organisierung des Kollektivwirtschaftshandels
können wir auf dem Markte soviel Getreide reali-
sieren, wieviel wir durch die zentralisierte Getrei-
debeschaffung aufbringen.
Und da entsteht vor der Konsumgenossenschaft
eine der wichtigsten Aufgaben, die sie gegenüber
der Partei und der Regierung zu erfüllen hat.
Durch den allseitigen Ausbau des kollektivwirt-
schaftlichen Handels, durch die Heranziehung des
Kollektivisten und werktätigen Einzelbauern zum
Verkauf ihrer Produktion auf dem Markte, ma-
chen wir es den Privathändlem unmöglich, Lä-
den aufzumachen und rotten die Spekulation aus.
Es ist klar, dass dadurch die kapitalistischen Ele-
mente im Warenverkehr nicht nur nicht gestärkt,
sondern dass die letzten Grundlagen der Existenz
von Spekulanten und Wiederverkäufern dadurch
beseitigt werden. Und da öffnet sich ein breites
Tätigkeitsfeld für die Konsumgenossenschaften.
Wie wird die Arbeit der Konsumgenossenschaft
auf dem Markte organisiert? Wie geht der Handel
mit Industriewaren vor sich? Wie wird der Kauf
und Verkauf auf dem Markte getätigt? Unter wel-
cher Maske erscheint der Wiederverkäufer? Alle
diese Fragen müssen sich die führenden Arbeiter
der Konsumgenossenschaft immer wieder stellen
und die Antwort in ihrer täglichen Tätigkeit durch
genaues Studium des Marktes finden. Nur dann
werden die notwendigen Massnahmen getroffen
Konsumg&nossenvt und der Beschluss des Präsidiums des „Zentroso-
jus“ über „die Entfaltung des kollektivwirtschaft-
lichen Handels“ verwirklicht werden können.
Die Unionsberatung der Konsumgenossenschaft-
ler am 12. Mai wird die ersten Erfahrungen des
kollektivwirtschaftlichen Handels zusammenfas-
sen. Jeder Kooperativarbeiter muss genau über
die Lage in seinem Gebiet, in seinem Rayon, in
seiner Stadt informiert sein. Jeder Kooperativ-
arbeiter muss auf Grund des Studiums seines Tä-
tigkeitskreises zur aktiven Beteiligung der Kon-
sumgenossenschaft an der Entfaltung des Kollek-
tivhandels beitragen. Das sind die Forderungen,
die heute gestellt werden müssen, wenn die Bera-
tung vom 12. Juni einen wirklichen Umschwung
zur Folge haben und den Konsumgenossenschaf-
ten helfen soll, ihre wichtigste Aufgabe, die Ver-
besserung der Lebensmittelversorgung der Arbei-
terschaft, entsprechend den gesteigerten Bedürf-
nissen, zu erfüllen.
Mehr Aufmerksamkeit der Ha e aussaat
Ufa, 3. Juni. — In der letzten Fünftagewoche
des Mai wurde das Tempo in der Baschkirenre-
publik gesteigert. Der Gesamtplan ist in der
Republik zu 65,3% erfüllt. Im vorigen Jahre
waren es zur selben Zeit 78,3%.
Die Baschkirenrepublik hat gute Erfolge bei
der Weizenaussaat erzielt. Am 1. Juni waren
877 000 ha mit Weizen bestellt, im vorigen Jah-
re dagegen nur 764 000 ha.
Äusserst schlecht verläuft die Haferaussaat.
Einstweilen ist um die Hälfte weniger Hafer
gesät als im Vorjahre. Man meint, Hafer sei
eine iflinderwertige Kultur. In der Republik
wird die opportunistische Unterschätzung die-
ser wichtigsten Futte Kultur nicht energisch
genug beKampft. ' V“ " " '
Aussaatergebnis in der
Ukraine
Charkow, 3. Juni. — In der letzten Fünftage-
woche des Mai wurde in der Ukraine ein, wenn
auch nur geringer, Aufschwung an der Saat-
front erzielt. In dieser Fünftagewoche wurden
1 700 000 ha bestellt. Der Gesamtplan ist zu
66,9%, gegenüber 82,7% im Vorjahre, erfüllt.
Die Kollektivfelder fordern Erntemaschinen
Rostow a. D., 3. Juni. Am 2. Juni wurden vom
Fliessband der Rostower Landmaschinenbau-
werke 25 Combines gehoben. Die erste Schicht
lieferte 10 Combines. Das ist der erste Schritt zur
Aneignung der projektierten Leistungsfähigkeit.
Die gute Stimmung der Belegschaft ist die beste
Gewähr für die Erfüllung des Programms, nur
sind die Metallvorräte knapp. Die Massenkon-
struktion von Motoren und Combines wurde in
Angriff genommen. In den nächsten Tagen wer-
den die Werke imstande sein 25—30 Combines
täglich zu liefern.
„Stalsbyt“ im Kampf um Metallversorgung
In einer Unterredung mit einem Korresponden-
ten der Zeitung „Sa Industrialisaziju“ erklärte der
stellvertretende Direktor des „Stahlsbyt“: „Stahl-
sbyt“ trifft alle Massnahmen um die Breschen in
jder Metallieferung für die Erntemaschinen zu li-
quidieren. Vor einigen Tagen haben sich der Di-
rektor der „Stahlsbyt“ und der Direktor des „So-
jusselmasch“ (Vereinigte Landmaschinenbauwer-
ke der Union) nach der Ukraine begeben, um bei
iden südlichen Hüttenwerken das Walzen und die
Lieferung des Metalls für die Landmaschinenbau-
»rerke zu beschleunigen. Die Landmaschir.enbau-
fabriken der Ukraine, die in der Nähe des süd-
lichen Hüttenwerkes liegen, werden schon in den
nächsten Tagen die Ergebnisse dieser Reise mer-
ken. Etwas später, so um die zweite Hälfte Juni
wird auch die Versorgung der entfernteren Land-
maschinenbauwerken besser werden.
Hallketten für Combines
Der stellvertretende Volkskommissar für
Schwerindustrie, Gen. Pjatakow, hat die Weisung
erteilt, die von „Sojusselmasch“ erzeugten Com-
bines mit Hallketten zu versorgen. Die „Roten
Putilowwerke“ haben den Auftrag erhalten, 50 t
Rundeisen und 35 t Stahlblech für die Fabrik
„Krassny Metallist“ sofort zu liefern. Die Herstel-
lung von Bestandteilen für die Hallketten, die bis
nun in der Fabrik „Krassny Metallist“ erzeugt
wurden, wurde nun den Fabriken „Max Hölz“
und „Engels“ übertragen. Die Fabriken <n Slatoust
und in Minjarsk wurden beauftragt in Fünftage-
frist das von der Fabrik „Krassny Metallist“ be-
stellte Metall rascher zu liefern. Den Werken
in Sestrorezk und „Stahlbyt“ wurde vorgeschla-
gen, die notwendigen Werkzeuge schnellstens an-
zufertigen.
te der ersten Objekte wurde erst kürzlich abge-
schlossen.
Die Erdarbeiter der Brigade Lichanow ha-
ben das Programm der dritten Dekade bis 140
Prozent erfüllt. Am 25. Mai hat die Brigade
einen Rekord erreicht und durch Aushebung
von 66 kbm Erde in einer Schicht 170 Prozent
des Plans erfüllt. Im allgemeinen wurden in der
dritten Maidekade in der Martinofen-Zeche
4 800 kbm Erdarbeiten ausgehoben, 2 889 kbm
Beton gelegt und 550 t Schamott gesetzt. 69 t
Maschinen wurden montiert.
Montage des ersten Bloomings
vor dem Abschluss
Stalinsk, 4. Juni. — Im Walzwerk der Stalin-
sker Metallhütte wird die Montage der eiser-
nen Konstruktionen und einzelner Aggregate
erfolgreich durchgeführt. In der letzten Deka-
de hat die Montage des Bloomings und der
Schienenwalzbank gute Fortschritte gemacht.
Am 1. Juni war der Blooming zu 80 Prozent
montiert. Am 15. Juni muss er schon vollstän-
dig montiert sein. Das wird der erste in der
Sowjetunion montierte Blooming sein. Nach
dem Blooming folgt die Schienenwalzbank, die
auch die erste in der Sowjetunion konstruierte
Schienenwalzbank sein wird.
Die Aufgaben der KPD
ANTIFASCHISTISCHE MASSENAKTION!
Mit aller revolutionären Energie gegen die Macnter’gretfung duren Hitler!
Gen. Thälmann über die Taktik der Einheitsfront von unten
Fortschritte in ECusnezkstroj
INDUSTRIEFRONT
KOHLE
Abschliessende Sturmdekade am 2. Hochofen
Stalinsk, 4. Juni. — Die Partei-, Gewerk-
Schafts- und Komsomolzenorganisationen des
Hochofens mobilisieren zu den letzten Arbeiten
am zweiten Hochofen. Die erste Junidekade
wurde zur abschliessenden Sturmdekade er-
klärt. Die besten Brigaden sind in die gefährde-
ten Bunkerabschnitte beordert. Gleichzeitig mit
den Prüfungen der einzelnen Mechanismen wer-
den die letzten Ausbesserungen an den Cow-
pern, an der Brücke und an den Schläuchen
Vorgenommen. Nach dem Abschluss der Monta-
ge des dritten und vierten Gasgenerators ist die
Gasreinigungsanlage fertig. Die Montage ha-
ben vierzehn Komsomolzenbrigaden bewältigt,
wobei in jeder Dekade und in jedem Monat die
Pläne übertroffen und objektiv vorfristig dem
Betrieb übergeben wurden.
Die Direktion hat eine übemahmekommis-
sion, mit dem amerikanischen Ingenieur Fergus
an der Spitze, ernannt. Alle abschliessenden Ar-
beiten und alle Vorbereitungen zur Inbetrieb-
setzung des zweiten Hochofens werden vom
Hauptingenieur des Kusnezkstroj, Gen. Ale-
xandrow, gegenwärtig Zechenchef, geleitet.
Vor der Inbetriebsetzung
der Martinofen-Zeche
Das Donezbecken lieferte am 4. Juni 123 580
t Kohle. Sewkawugol 12 521 t, Artemugol
19 878 t.
METALL
Am 2. Juni wurden in der Sowjetunion
18 068 t Gusseisen und 16 905 t Stahl produ-
ziert.
TORF
BERUH, 4. Juni (TASS). — In der Funktionär-
versammlung der Hamburger Parteiorganisation
hielt Gen. Thälmann ein ausführliches Referat
über die nächsten Aufgaben der KPD. Gen. Thäl-
mann erklärte u. a.: „Die Verschärfung der inner-
politischen Lage in Deutschland zwingt die Partei,
unverzüglich Massnahmen zu treffen, um die
Schere zwischen unseren Beschlüssen und ihrer
faktischen Verwirklichung zu schliessen. Von der
Lösung dieser Aufgabe hängt in erheblichem
Masse das weitere Tempo der Faschisierung in
Deutschland ab. Das sogenannte Kabinett der „na-
tionalen Konzentration", das aus Vertretern der
reaktionären bürgerlichen Gruppen besteht, stellt
sich im Grunde genommen drei Aufgaben: erstens,
die möglichst schnelle Lösung des Finanzpro-
blems, da die sofortige Deckung des Defizits im
Staatshaushalt nötig ist; zweitens, die Lösung der
mit den aussenpolitischen Interessen Deutschlands
auf der Lausanner Konferenz verknüpften Pro-
bleme, und drittens, die Reichstagsauflösung und
Neuwahlen, von denen sich die Nationalsozialisten
zusammen mit den Deutschnationalen die Mehr-
heit und damit die Schaffung der Voraussetzungen
für die Machtergreifung erhoffen. Wir müssen uns
darüber im klaren sein, dass es unter den gegebe-
nen Verhältnissen und unter den Bedingungen der
starken chauvinistischnationalistischen Welle
durchaus möglich und denkbar ist, dass die Na-
tionalsozialisten im bevorstehenden Wahl-
kampf ihr Ziel erreichen. Und wir müssen verste
hen, dass dies die unmittelbare Gefahr des Ver-
bots der KPD, des KJV und der anderen revolutio-
nären Massenorganisationen bedeutet.
Auf der andern Seite ist trotz aller „radikalen"
Manöver eine zunehmende Annäherung zwischen
den Sozialdemokraten und den Nationalsoziali-
sten zu beobachten.
Dieses Zusammengehen der Sozialdemokraten
mit den Nationalsozialisten ist übrigens nicht nur
in Hinsicht auf die Arbeitsdienstpflicht, sondern
auch bei der Einbeziehung der Gewerkschaften in
den beschleunigten Faschisierungsprozess zu be-
obachten. Wenn die chauvinistische Welle die
Hauptursache für unsere Verluste bei den letzten
Wahlen war, so sind unsere unbefriedigenden Re-
sultate doch auch eine Folge unserer Fehler und
Mängel.
Wir müssen die Politik der Einheitsfront von
unten betreiben, um wirklich die Führung des
Kampfes in den Betrieben und Arbeitsämtern in
unsere Hände zu bekommen. Das bedeutet, dass
unsere Taktik, bei aller Reinheit unserer bolsche-
wistischen Generallinie, von der wir nicht um
einen Finger breit abgehen, noch hundertmal ela-
stischer und geschmeidiger werden muss, als sie
es bisher gewesen ist. Unser grösster Fehler war,
dass wir manchmal nicht rechtzeitig und nicht
energisch genug gegen Tendenzen eingeschritten
sind, die die rechtzeitige Verwirklichung unserer
Beschlüsse gehemmt haben. In der letzten Zeit
sind manche junge Parteimitglieder und auch be-
stimmte Arbeitslosenschichten der Meinung, dass
die Voraussetzungen für die revolutionäre Krise
erst mit der Machtergreifung Hitlers heranreifen
würden. Mit dem Faschismus darf man aber nicht
spielen. Wir müssen in antifaschistischen Aktio-
nen unsere ganz revolutionäre Energie gegen die
offene Machtergreifung der Nationalsozialisten
aufbieten.
Teilweise stossen wir auch noch auf ungesunde
Stimmungen, die die Arbeit in den Gewerkschaf-
ten ganz ablehnen. Jeder muss verstehen, dass die
Faschisierung, der Kampf der Arbeitslosen gegen
den Unterstützungsraub und der Kampf gegen die
Kürzung des Arbeitslohns die gespannten Bezie-
hungen zwischen den Führern und den Arbeitern
in den reformistischen Gewerkschaften und in der
SPD noch verschärfen müssen. Was wir erreichen
müssen, ist die Schaffung einer starken Opposi-
tion innerhalb der Gewerkschaften neben der
RGO; ohne das ist die Organisierung ernsterer
Kämpfe in den Grossbetrieben unmöglich."
Stalinsk, 4. Juni. — Die Inbetriebsetzung der
ersten Teile der Martinofenzeche rückt in die
Nähe. In der verflossenen dritten Maidekade1 Saison an insgesamt 1 598 730 t.
wurde der Bau einer Reihe von wichtigen Ob-
jekten beendet. Der erste und zweite Ofen ist
mit Schamotte belegt. Die Schamottesetzung
am dritten Ofen wurde begonnen. Nach den
Komsomolzen vollendet nun die Brigade Belikow
drei Tage vor der Frist die Fütterung der zwei-
ten Röhre.
Die mächtigen Brückenkräne sind schon dem
Betrieb übergeben, die Betonierung der Estoka-
de abgeschlossen, die Arbeitsqualität wurde von
dem amerikanischen Ingenieur Fokod sehr
hoch bewertet. Die Betonierung der Fundamen-
Arn 1. Juni wurden in der Sowjetunion insge-
samt 78 208 t Torf gefördert. Vom Anfang der
EISENBAHNEN
Am 3. Juni wurden auf dem Eisenbahnnetz
der Sowjetunion 54 800 Waggons gestellt.
Von allen Eisenbahnen hat die Moskauer
Ringbahn den Plan am besten erfüllt.
AUTOREPARATURWEKSTÄTTE IN '
TIFLIS
Tiflis, 5. Juni. — Hier wurde der Bau einer
Autowerkstätte feierlich in Angriff genommen.
Die projektierte Kapazität des Werkes beträgt
1 800 Maschinen. Im nächsten Jahr wird die Fa-
brik in Betrieb gesetzt werden.
Baron Gayl kuendigt die Legalisierung der Hltlersctien
Terrorbanden an
BERLIN, 5. Juni. — Der Reichsinnenminister] der es heisst: In einem Teil der deutschen Presse
Freiherr von Gayl gewährte dem Vertreter der | seien Angaben über die frühere aussenpolitische
„Ostpreussischen Zeitung“ ein Interview über die i Tätigkeit des Reichskanzlers von Papen in den
nächsten Regierungsmassnahmen. Auf die Frage,1 Vereinigten Staaten verbreitet worden, die
was mit dem Verbot der nationalsozialistischen grösstenteils auf „die Wahrheit völlig entstellen-
Sturmabteilungen geschehen werde, erwiderte von des“ Propaganda-Material der ehemaligen Gegner
Gayl, alle früheren Verordnungen über die Wah- Deutschlands im Weltkrieg zurückgingen. Nach
rung von Ruhe und Ordnung würden in nächster Auffassung der Reichsregierung sei dies ein unbe-
Zeit revidiert und dabei würden alle Ungerechtig- greiflicher Missbrauch zur Schwächung der Auto-
keiten gegenüber der nationalen Bewegung ausge- rität des Reichskanzlers. Die Reichsregierungjsei
merzt werden. (TASS.) fest entschlossen, „dieser Brunnenvergiftung mit
V allen zur Verfügung stehenden Mitteln Einhalt zu
Das Wolff-Büro verbreitet eine Mitteilung, in gebieten“..
2
DEUTSCHE ZENT.RAE-ZEITUNG
J® 12B
Die Schuldigen zur Verantwortung
ziehen
Bürokratisches Verhalten im Swerdlowsker Betrieb „WSS“ zu der Arbeit
der ausländischen Spezialisten
An Hand des Beispiels des Ingenieurs Flesch hintereinander erteilte? Ist dem Direktor
soll in nachfolgenden Ausführungen gezeigt Arbeit des Ingenieurs Flesch nicht genügend
werden, dass auch jetzt noch immer bürokrati- bekannt? Wo bleibt die Umgestaltung unserer
sehe Elemente in einzelnen Wi tschaftsorgani-
sationen versuchen, durch einfaches Admini-
strieren, durch ihr Verhalten gegenüber der ra-
tionellen Ausnützung der ausländischen Fach-
leute und Spezialisten eine der 6 historischen
Weisungen des Gen. Stalin, zu ignorieren.
Diese bürokratischen Elemente schätzen die
ausländischen Fachleute nicht vom Standpunkte Martynower Zeche bevorstehenden Breschen
der Ausnützung und Uebertragung ihrer techni-
schen, praktischen und technologischen Kennt-
nisse und Erfahrungen ein, sondern betrachten
sie als „importierte Arbeitskraft“, die in die
UdSSR kamen, ua sie entweder schon arbeitslos
waren, oder am Vorabend des Eintrittes in die
Reihen der Arbe tslosen-Millionen-Armee stan-
den. Sie behaupten z. ß.
„Wir benötigen schon heute nicht mehr die
ausländische Technik. Wir sind selbständig
geworden.“
Es ist klar, dass eine derartige Einstellung
durchaus unrichtig ist und nicht dazu beiträgt,
das Tempo unseres siegreichen sozialistischen
Aufbaues zu beschleunigen.
Ingenieur Flesch kam ungefähr vor einem
Jahr auf den Swerdlowsker Betrieb „WSS“.
Flesch wurde zuerst als Ingenieur der Martyno-
wer Zeche angestellt. Mit grosser Genauigkeit,
Pünktlichkeit und ohne Zeitverlust begann In-
genieur Flesch seine Arbeit. Der Vorsitzende
der technischen Sektion beim Betriebsgewerk-
schaftskomitee charakterisierte der „DZZ“-Bri-
gade die Arbeit des Ingenieur Flesch ungefähr
folgendermassen:
„Ingenieur Flesch ist ein sachkundiger
Fachmann und Spezialist, der nicht nur grosse
technische Kenntnisse, sondern auch kolossal
grosse praktische Erfahrungen besitzt. Wir
jungen Sowjetspezialisten und Ingenieure'
können von Flesch bezüglich des technologi-
schen Ausbaues unserer sozialistischen Gross-
kombinate lernen. Flesch besitzt auch grosse
administrative Fähigkeiten. Was die Arbeit
Fleschs in unserem Betrieb anbelangt, so
muss gesagt werden, dass Flesch nicht
schlecht arbeitet. Seit er als Ingenieur in der
Martynower Zeche tätig ist, wurde von ihm
schon eine ganze Reihe von technischen Ver-
besserungen und Rekonstruktionen der Stahl-
giessereiöfen durchgeführt. Dadurch wurde
die Arbeitsleistungsfähigkeit dieser Oefen,
die Arbeitsproduktivität der gesamten Zeche
gehoben und die Qualität der Produktion ver-
bessert. Die Martynower Zeche begann ihren
Promfinplan nicht nur rechtzeitig zu erfüllen,
sondern sogar zu überbieten. Das war, bevor
Flesch die Arbeit aufnahm, nicht der Fall.
Der Ausschuss wurde auf ein Minimum be-
schränkt. Ingenieur Flesch bemühte sich,
seine ganzen technischen Kenntnisse und Er-
fahrungen den Sowjetspezialisten zu überge-
ben indem er Lektionen und Referate über
wichtige technische Fragen abhielt und sich
aktiv an allen Produktionsberatungen, Pro-
duktionsversammlungen, technischen- und
BRIS-Sitzungen beteiligte. Die gute Zusam-
menarbeit des Ingenieurs Flesch mit den Be-
triebspartei-, Gewerkschafts- und gesell-
schaftlichen Organisationen liess bisher nichts
zu wünschen übrig. Auf Grund all dieser Tat-
sachen wurde Ingenieur Flesch zum Leiter
der Mardunower Zeche befördert, wo er auch
bis jetzt noch tätig ist.“
Nun fragt es sich aber, wie kam es, dass man
dem Ingenieur Flesch kürzlich auf Veranlassung
des Direktors des „Spezstahl“ zwei Verweise
die
Mehr Waren auf den Markt!
Steigerung der Produktion von täglichen Bedarfsartikeln
Trikotageproduktion im
zweiten Vierteljahr
und für 115 000 Rubel Sattlerwaren äusser den
im Programm vorgesehenen Mengen auf den
Markt gebracht.
Leningrad, 1. Juni. — Die Leningrader Betrie-
i von Bedarf arti-
keln. Besonders stark werden verschiedene
Produktionsabfälle zur Herstellung von Bett-
netzen, Matrazenfedern usw. benützt.
steigen und im zweiten Vierteljahr 30 000 in
im dritten Vierteljahr 100 000 und im vierten
Vierteljahr 300 000 m betragen.
Leningrad, 3. Juni. -In Leningrad wird die be entfsl ;en’ dje Pr;duktion
utinn vnn IV1 nccönhadnrrc'nrTilznln 'Jiicrrn-' _ _ _
Gesamtarbeit nach den sechs Weisungen des Ge-
nossen Stalin, die bessere Organisierung der
Arbeit und eine konkrete operative Leitung?
Ingenieur Flesch erklärt, dass ihm der Direk-
tor nicht ausreichend die Möglichkeit gab, sich
zu rechtfertigen. Ausserdem habe sich der Di-
rektor gegenüber der Signalisierung der in der
!VT <1 t mnwziw jArtLs rt V-vrtw »rtWVCvL rtvx x4rtM D -wvrtcx rtLs rtv^
gleichgültig verhalten. Er sagt:
„Ich habe meine Pflicht erfüllt, indem ich
alles, was bevorsteht, der Betriebsdirektion
und der technischen Verwaltung rechtzeitig
signalisierte und praktische Vorschläge gab.
Ich machte auf die Gefahr einer Bresche in i zum Ende des Jahres müssen 60 000 Paar
meiner Zeche aufmerksam. Die Ursachen da-1 Schuhe nach Massbestellungen angefertigt wer-
r i iw m i m A ow w-r-xL1 rt ।- 4- rt4T?rt L J rt rt A - n rt rt — .-71 rt — “t rrtT l l.rt rt —.
Produktion von Massenbedarfsartikeln ausge-
baut. Die Konfektionsindustrie hat Individual-
bestellungen aufgenommen. Das Assortiment
der fertigen Produktion wird auf Kosten der
Berufskleidung erweitert und in den Arbeiter-
rayons werden spezielle Bestellpunkte für Mass-
bestellungen eingerichtet. Die Bestellungen
werden in einer Frist von 10 Tagen ausgeführt.
Im zweiten Halbjahr wird die Leningrader Tri-
kotageindustrie ihre Produktion um 1,5 Millio-
nen Rubel steigern. Die Lederindustrie wird
nicht weniger als 600 Paar Kinderschuhe und
5000 Paar Sommerschub.e täglich liefern. Bis
für sind in der Anhäufung von Rohstoffab-
fallen und Unreinlichkeiten zu suchen, die
dadurch entstehen, dass man vor einigen Mo-
naten aus der Zeche den Hebekran wegnahm
und nach Perm überführte, wo er jetzt aber
nicht ausgenützt werden soll. Für diesen
Kran erhielten wir einen alten, der nicht die
genügende Leistungsfähigkeit besitzt, um
die Zeche zu bedienen. Anstatt mitzuhelfen,
die entstandenen Schwierigkeiten zu überwin-
den, wurde die Zahl der Arbeiter in der Zeche
eingeschränkt und immer schwächere Rohma-
terialien gegeben. Diese Massnahmen trugen
nur noch dazu bei, dass sich die Abfälle an-
häuften. Ich habe die zwei Verweise nicht ver-
dient, um so mehr, da ich durch die Tat bewie-
sen habe, dass ich herkam, um mich aktiv an
der sozialistischen Industrialisierung zu be-
teiligen.“
An der Richtigkeit der" Ausführungen des In-
genieurs Flesch kann man um so weniger zwei-
feln, d< sie durch die oben bereits wiedergege-
bene Erklärung des Vorsitzenden der techni-
schen Sektion bestätigt werden. Sie beweisen
gleichzeitig das einleitend Gesagte.
Die Sachlage wurde vom Uraler Gebietsver-
band (von Gen. Krüge) an die U. G. A. d. A. B. J.
zur Untersuchung übergeben. Die Untersuchung
muss schnellstens beendigt werden.
„DZZ“-Brigade
Seb. Nungesser, .Toh. Root.
den. Ausserdem werden 175 000 Paar Schuhe
höherer Qualität auf den Markt gebracht wer-
den.
--------»-----
Neue Konlektionsf^rik in Irkutsk
Das Volkskommissariat für Leichtindustrie
der RSFSR hat beschlossen, eine neue Konfek-
tionsfabrik in Irkutsk zu bauen. Diese Fabrik
wird im Jahre 1933 für 28 Millionen Rubel Pro-
duktion liefern. Im Jahre 1935 wird die Produk-
tion bis auf 50 Millionen Rubel gesteigert wer-
den.
250000 Paar Schuhe mehr
Woronesh, 1. Juni. — Die Schuhfabriken des
Gebiets produzieren um 250 000 Paar Schuhe
und für 150 000 Rubel Sattlerzeug mehr als im
Programm vorgesehen. Die Konfektionsfabriken
werden Konfektion im Werte von 1 400 000
Rubel, das Fettkombinat 400 t Waschseife, die
Wattefabrik 30 t Watte) liefern. Die Invaliden-
genossenschaft erweiterte die Produktion der
Bedarfsartikel von 8 auf J.2 Millionen Rubel.
Die notwendigen Rohstoffe werden teils
durch Mobilisierung der inneren Reserven ge-
deckt, ausserdem werden für eine halbe Million
Rubel Schuhzeug, für 200 000 Rubel Konfek-
tion und Bettwäsche, für 100 000 Rubel Seife,
für 400 000 Rubel MetallGetten, für 110 000 Ru-
bel Tischgeschirr, für 450 000 Rubel Filzstiefel
Lettische Nationalitätenpolitik
Zehn Jahre autonomes Oirafl
. Juni. — Vor zehn Jahren schinenstationen organi
en
org:
Nowosibirsk, 3.
wurde das selbständige Gebiet Oiratien ge- ebenfalls organisiert,
gründet. In diesen 10 Jahren haben die Werk-! 7"™ g—— —
tätigen Oiratiens grosse Errungenschaften arbeiten im Gebiet,
zu verzeichnen. Auf Grund der Generallinie der weit gediehen, was die
Partei gelang es Oiratien, nicht nur seine, wäh- ( Gewerbegenoss ai haft
rend des imperialistischen und Bürgerkriegs dustrie entwickelt sich
zerstörte Wirtschaft wieder herzustellen, son- Werkstätten, Ziegeleien,
-Jrtvw» rt « - rtL. Jw _ 4- rt rtL« — Z rtT* rt 1 „ rt rt «rtrt V rt rtlrt rtw 111^. A rinn
lisiert. MTS werden
Zwei grosse mechanisierte Butterfabriken
V aldarbeiten sind auch
Entwicklung der Heim-
fördert. Die eigene In-
(Automobilreparatur-
Sägewerkstätten usw.)
dem auch die in technisch-ökonomischer Hin-'Auf dem Gebiet des Kulturaufbaus sind auch
sicht mehr vorgeschrittenen Gebiete unserer grosse bedeutende Erfolge zu vermerken. 70
Union einzuholen. Im Laufe des Jahres 1933 Prozent der Bevölkerung haben das Analphabe-
werden die Viehzucht treibenden Nomaden tentum in der Mutters,
endgültig ansässig gemacht.
Heute sind 50 Prozent der Klein- und Mit-
telbauernwirtschaften des Gebiets kollektivi-
siert. Es sind 122 Maschinen-Traktorenfarmen
und 26 Schafzucht- Warenfarmen organisiert.
Die in diesem Jahre organisierte Zonen-Ver-
suchsstation für Zuchtvieh züchtet Rassenvieh
mittels der Hybridisation (Mischung) und der
Metisation auf. Es sind drei Viehzucht-, eine
Pferdezucht-Sowjetwirtschaft und 10 Mähma-
• liquidiert. Es sind
I Klubs Schulen, Lesestuben und andere kultur-
I politische Anstalten geschaffen worden. Eine
Sowjet-Parteischule und ein pädagogisches
Technikum, ein Zootechnikum, ein Institut für
Kollektivwirtschaft, eine kommunistische Ju-
gendschule. S’ebenjahrschulen usw. wurden ge-
baut. Die leitenden Funkt'onen im Gebiet wer-
den zu 39 Prozent von Eingeborenen ausgeübt.
Die nationalen Ajmaken, wo die Altaj-Bevölke-
rung die Mehrheit bildet, bestehen zu 67 bis
100 Prozent aus Eingeborenen.
Erzählung eines Helden*)
Vom
MAXIM GORKI
„Nun ja, — eine andere Armee haben wir nicht —
Obgleich auch in der früheren, — doch dort natürlich ans
Notwendigkeit, auf Befehl, — aber bei uns aus freien
Stücken.“ —
Er schwieg, und wurde nachd nklich. — Eine Frau, mit
einem sieben bis acht Jahre alten Knaben trat heran; der
Knabe war maget und blass, — anscheinend krank. —
„Schlaft er nicht?“ — fragte das Mädchen.
„Ganz und gar nicht!“ —
„Ich will zu dir,“ — sagte der Knabe mürrisch', sich an
das Mädchen schmiegend; sie sagte:
. ,Setz dich und höre zu, dieser Mann erzählt nrterresante
Dinge." —
„Dieser?“ — fragte der Knabe auf den Rotarmisten
zeigend. —
„Der andere.“ —
Der Knabe blickle auf Saussailow und sagte enttäuscht
nnd gedehnt:
„Nu—u... der ist all.“ — Der Rotarmist zog den Knaben
au sich. —
„Alt — aber gut und liberal! zu gebrauchen," — äus-
serle Saussailow. — Der Rotarmist setzte den K aben auf
seine Knie und fragte:
„Genosse — aber wie bist du denn zu den Banditen
gekommen?“ —
„Ja — ich habe sie entdeckt, und nachher — sie mich.
Die Sache verhält sich so: ich bemerke, dass in den Bie-
nengarten irgendwelche gleichartige Leute kommen —
Wo’fsnaturen, — alle so finster dreinschauend. — Ich sagte
es den Genossen in der Stadt: verdächtig, Jungensl — Nun,
sie. sagten mir: beweise wer du bistl — Dies zu beweisen
war leichter als leicht, denn es war alles dunkles Volk
erbost bis zur Dummheit. — Etwas klüger als die anderen
war ein Kossarzt, — er kam auch am häufigsten. — Er war
auch Soldat gewesen — Artillerist, — um fünfzehn—zwan-
zig Jahre älter als ich . — Die Praxis hatte man ihm ver-
boten und deswegen war er beleidigt. — Ausserdem war er
Säufer. — Er und noch ein Soldat, aus dem Rostower Gre-
nadier-Regiment — ein sehr guter Harmonikaspieler, mach-
ten in dieser Bande gewissermassen den Stab. —
Der Knabe legte seine Wange an die Schulter des Rot-
armisten und schlummerte ein; das Mädchen stützte die
Ellbogen auf seine Knie, drückte ihr Gesicht in die Hände
und blickte mit hochgezogenen Augenbrauen über den
Bootrand. — Das Schifl fuhr nahe am rechten Ufer. Am.
Fusse eines Hügels breitete sich ein grosses Dorf aus:
eine Häuserreihe desselben ist, wie eine Zeile in Klam-
mern, von zwei Kirchen eingeschlossen. — Zur linken Hand
sieht man das sandige Ufer mit schwarzem Gesträuch; dies
alles scheint sicli schnei! zurückzubewegen, ganz so. als ob
es sich verstecken wollte. —
„Die Bande,“ — setzte der Erzähler fort, „war nicht
gross, ungefähr fünfz g Mann stark. — Das Kommando
führte ein gewesener Beamter, anscheinend em Förster
und — so ein ziemlicher Hundesohn. — Misstrauisch. —
Nun, — diese drei befehlen mir: erfahre — dies erfahre —
jenes. — Die Genossen sagen mir, was ich wissen darf,
und was ich nicht wissen darf. — Die Banditen arbeiteten
zerstreut — zehn Mann hier, zehn Mann — anderswo. —
Sie prügeln die Unsrigen, haben eine Schule niedergebrannt
und leben überhaupt vom Raub. — Mir wurde aufgetra-
gen, es so einzurichten dass sie sich in einer Faust zusam-
•) Fortsetzung und Schluss. Anfang siehe -Nr. 127
vom 5. Juni.
menballen. — Die Unsrigen wollten • sie, alle zusammen,
wie Vögelchen, mit einem Netz überdecken. — Es wurde
für sie ein Köder vorbereitet... wie mir erinnerlich, bei
Borissoglebsk, eine Ölpresse. — Sie glaubten mir, und fin-
gen an ihre Kräfte heranzuziehen. — Weiss der Teufel wie,
— aber der Alte hatte Wind bekommen nnd erschien plötz-
lich wie ein böser Geist, noch ehe sich alle versammeln
konnten — vierunddreissig Mann hatten sich jedoch schon
versammelt. — Der Alte fing an Zwietracht zu stiften —
man muss die Sache untersuchen, man muss abwarten,
nachsehen. — Ich sehe — er wird die ganze Sache zer-
stören und sage den Unsrigen, nehmt, was da ist. — Im
Hinterhalt waren wenige von uns. — Hier bekam ich mit
dem Revolverschaft auf den Schädel. — Das ist die ganze
kurze Geschichte.“ —
„Oh, Gott!“ — seufzte die Frau. — „Wann wird das
alles ein Ende nehmen?“ —
„Sobald wir init ihnen ein Ende machen, dann wird es
auch zu Ende sein,“ — antwortete der Erzähler mutwillig.
— Die Frau machte eine abwehrende Bewegung mit der
Hand nnd entfernte sich. —
„Aber wahrhaftig, sie sind in der Tat em Held,“ —
sagte vergnügt der Rotarmist. — Der Knabe fuhr zusam-
men und sagte:
„Warum schreist du?“ —
„Entschuldige, ich werde nicht mehr," — erwiderte der
Rotarmist. — „Wie streng er istl — Ist er ein Verwandter
von Ihnen?“ — fragte er das Mädchen. —
„Ein Neffe“ — antwortete sie. „Komm schlafen, Sa-
scha.“ —
„Ich will nicht. — Dort schnarcht jemand.“ —
Er lehnte sich wieder an die Schulter des Rotarmisten. —
Saussailow wiederholte halblaut:
„Sascha___“
Und seufzend, sich hin nnd her wiegend nnd mit den
Händen die Knie reibend, sprach er leiser, langsamer:
„Genosse, du sagst Held. — Diese Bezeichnung kommt —
glaube ich — unsereinem nicht ganz zu; — das Unsrige
verteidigen wir, nun, und auch die Banditen, die Kulaken
— das Ihrige. — Richtig?“ —
Der Knabe fuhr wieder zusammen nnd sagte laut, mit
einer Art Stolz:
„Die Kulaken haben meinen Vater erschlagen. — Ich
habe gesehen, wie. — Wir kamen aus der Stadt. — Vater
stieg aus, das Tor zu öffnen und sie fielen über ibn her.
Betrunkene zwei, nnd ich war schon erwacht, fi.ig an zu
schreien. Sie schlugen ihn mit Knüppeln.“ —
„So,“ — sagte Saussailow.
„Ja,“ — antwortete der Rotarmist und das Mädchen
sagte:
„Als er drei Jahre alt war — er erinnert sich ...“
„Ich erinnere mich,“ — bestätigte der Knabe nnd nickte
mit dem Kopf.
„Seit dieser Zeit wächst er nicht mehr,“ — fuhr das
Mädchen seufzend fort, „er ist im zwölften Lebens-
jahre.“ —
„Werde schon wachsen," — versprach der Knabe fin-
ster. — Saussailow patschte ihm auf die Knie und sagte:
„So, recht, vergiss das nichtl“ —
„So ist es also,“ — brummte der Rotarmist. — „Sie sind
Lehrerin?“ —
„Ja, wir beide — ich und seine Mutter.“ —
„Ist das ihre Schwester?“ — >
„Nein, die Frau des Bruders.“ —
„Des Erschlagenen?“ — .
„J*.“ —•
Steigende Seifenproduktion in
Leningrad
Leningrad, 2. Juni. — Die Seifensiederei an
der Newa erweitert die Lieferung von Waren
für den täglichen Bedarf. Im laufenden Jahr
werden 300 000 Dutzend Toilettenseife auf den
Markt gebracht,werden. Davon 130 000 Dutzend
gewöhnliche und 170 000 Dutzend medizinische
Seife. Die Seifenproduktion über Plan hat Ende
Mai begonnen; die Seife ist von bester Qualität.
430000 Meter Gewebe
Leningrad, 2. Juni. — Der Textil-Wattatrust
erhöht seine Produktion. Bis Jahresende wird
er 125 t Watte und 430 000 m Gewebe anferti-
gen. Die Zusatzproduktion wird progressiv
Aus der Industrie
Lebensmittelhalbfabrikate
Leningrad, 1. Juni. — Lengosnarpit beginnt
den Bau der ersten Fabrik für Lebensmittel-
halbfabrikate in Leningrad. Die Halbfabrikate
werden im rohen Zustand in die Speisehallen ge-
langen, wo sie gekocht werden. Die Bearbeitung
der rohen Produktion ist vollständig mechani-
siert. Die Fabrik wird auch eine Reihe von
Hilfsbetrieben zur Verwendung der Abfälle ha-
ben. Die neue Fabrik wird im zweiten Viertel-
jahr des nächsten Jahres in Betrieb gesetzt
Zitronensäureproduktion
Leningrad, 1. Juni. — Die Leningrader Ge-
। Werbegenossenschaft beginnt die Produktion
von Zitronensäure, die in der Konditoreiindu-
strie, in der Phototechnik, Textil- und chemi-
schen Industrie und in der Medizin breiteste
Verwendung findet. Bis nun wurde Zitronen-
säure aus Amerika und Italien eingeführt.
Maiprogramm übererfüllt
Leningrad, 2. Juni. — „Elektroapparat“ hat
im Mai seine Verpflichtungen in der Produktion
von Apparaturen für Hochspannungskraftsta-
tionen der Sowjetunion übererfüllt. Das Mai-
programm ist zu 103% erfüllt. Produktion für
5 615 800 Rbl. wurde geliefert. Die Radiofabrik
„Komintern“ hat das Maiprogramm zu 135% er-
füllt, die Fabrik „Ekonomeiser“ zu 110%, die
Lederfabrik „Radischew“ zu 101% . Ungeachtet
der schlechten Rohstoffversorgung haben die
Fabriken des „Krassny Wyborshetz“ ihr Pro-
gramm 100-prozentig erfüllt.
Chabarowsk, 2. Juni. — Dalsawod „Woro-
schilow“ hat das Maiprogramm zu 100,7%, die
Am Wolchower
Leningrad. — Die Hauptmontage der zwei
neuen Zechen des Aluminiumkombinats, der
Ba kanlage und der Zermahlungszeche, ist be-
endet worden. Allmählich wird mit der Inbe-
triebsetzung der Boxitmühle, der Dosierung-
und Trockenanlagen, welche ca. 7 t Beschickung
liefern werden, begonnen. Die Beschickung der
Backanlagen beginnt am 3. und 4. Juni. Die In-
betri bsetzung des gesamten Aluminiumwerkes
wird aufgehalten, weil einige Teile zur Einrich-
tung der Eliquationszeche fehlen, 'ie die Molo-
towwerke liefern sollen. Wenn diese Teile
rechtzeitig geliefert werden, wird der Betrieb
Ende Juni die Produktion aufnehmen können.
Giesserei zu 103%, die Werften zu 102% und al-
le anderen Zechen zu 99—100% erfüllt.
Neue Stahlproduktion in Slatoust
SLATOUST, 2. Juni. — Nachdem die Slatou-
ster Metallhütte „Stalin“ das Walzen von rasch
schneidendem Stahl (Rapid) aufgenommen hat,
ist sie nun zur Produktion einer in der Sowjet-
union neuen, bisher aus dem Ausland importier-
ten Stahlsorte übergegangen. Das neue Profil
hat die Form einer Ellipse und wird gegenwär-
tig aus Deutschland, aus der Fabrik „Ruhr-Wer-
ke“ imporf rt. Die Hauptverbraucher dieses
neuen Stahlprofils sind die Moskauer und Jaro-
slauer Automobilwerke. Das erste Walzen hat
gute Ergebnisse gezeitigt.
Ahiminiumstro j
„Komsomolzen-Wannen“ bedienen sollen. Die
Bauarbeiter und Monteure verpflichten sich, die
noch vorhandenen Montagelücken im Sturm-
tempo auszufüllen.
22500 TONNEN IM JULI
Stalinsk, 1. Juni. — Der erste Stalinsker
Hochofen hat in kürzester Frist seine Kapazi-
tät übertroffen. Im Kampfe um die 10 Millio-
nen Tonnen steht der Hochofen in erster Reihe.
Im Mai wurden Rekordzahlen der Produktion
erreicht 947 t und 814 t im Tage. Diese Merk-
male beweisen die kolossalen Möglichkeiten des
Hochofens und gestatten, das Juni-Programm
bedeutend zu erweitern. Im Juni ist eine. Durch-
schnittsleistung von 750 t im Tage, also eine
Monatsleistung 22 500 t im Monat vorgesehen.
Die Maierfolge sind eine Gewähr für die Über-
bietung dieses Plans, vorausgesetzt, dass der
Hochofen mit Erz rechtzeitig versorgt wird.
Das Programm übertroffen
LENINGRAD, 2. Juni. — Im Alupiinium-
Kombinat am Wolchow ist die Montage abge-
schlossen, die Defekte in der Dosierung und Le-
gierungsabteilung wurden beseitigt. Das Elek-
trolysenwerk hat das Programm der Alumi-
niumproduktion erfolgreich erfüllt. Am 1. Juni
sind 59 t, d. i. 10 t mehr als im Plan vorgesehen,
produziert worden. Nach der Analyse ist das
Aluminium von erster Sorte. Die Komsomol-
zen haben vier Brigaden gebildet, die die vier wurde zu 101,2 Prozent erfüllt.
Alle schwiegen. — Der Rotarmist knöpfte seinen Mantel per. — In der Ferne siebt man zwei an einem Baume hän-
auf, hüllte den Knaben ein und drückte ihn fester an j
sich. — I
„Da haben wir den Heldenmut “ — begann Saussailow I
wiede — „Er ist bei uns — überall, Genosse.“ —
Mit den Fingern im Kästchen nach Zigaretten tast nd
sagte er leise und ohne sich zu beeilen:
„Ich kann mich rühmen, — habe einen Helden gekannt.
— Bei uns in der Abteilung war solch ein Bursche, — bat
auch Sascha geheissen. — Saschok nannte man ihn, aus
Tula war er, eine Messingseele.1) — Lustig war er, und steck
ihn hin, wohin du nur willst — überall ist er am richtigen
Platz. — Im Äusseren sah er dir etwas ähnlich, auch so
ein strammer Kerl, — hatte ein Gebiss wie ein Ulis. — Du
bist — Kavallerie?“ —
„Ja.“ —
„Ich sehs am langen Mantel. — Und akkurat bist du.“ —
Nachdem er angerauebt hatte, fuhr er lebhaft fort. —
„Ein Seminarist war er gewesen, der Saschok, hatte nicht
ausgelernt. Erzählte, dass man ihn wegeu eines Schaber-
nacks fortgejagt hätte. — War aber sehr gebildet. — Er bat
mir und vielen anderen die Gottesverneinung baigebracht.
— Er war ein Meister in der Religion — sehr überzeu-
gend. — Gott kannte er wie einen reichen Nachbarn und
verstand es zu beweisen, dass Gott für das Leben hinder-
lich ist, dass du, ob du willst oder nicht, ihm glaubst.“ —
„Es ereignete sich, dass unsere Truppe im Eifer zu weit
vorgerückt war, — es war hinter Kursk, — wir verfolgten
Denikin. — Überhaupt war die ganze Lage verworren. —
gen. — Nun, denk ich, wenn ich nicht fortlaufe — bleibe
ich hier. — Es ist dunkel, in den Fenstern fast nirgends
Licht. Mitternacht ist schon vorbei — die Weisse Armee
schläft. — Fünf Mann bergen sich vor dem Regen auf dem
Kirchenflur. — Man führte mich zum Schulgebäude. —
Gegenüber — ein gutes Haus, zwei Stockwerke, nur das
Dach ist zerstört. — Dort lärmt man, auch Licht ist zu
sehen. — Einer der Begleiter ging dorthin, der andere setzte
sich auf die Treppe des Schulgebäudes ich stehe natürlich
im Regen — hier ist an Entlaufen nicht zu denken.’ —
„Der andere Begleiter kam heraus, — er sagt. Befehl
bis zum Morgen dazulassen. — Das hiess also mich. — Sie
berieten, wo mich einsperren. — Führten mich nicht weit
von der Schule weg und stiessen mich in ein? Hütte. —
Dort war es schon ganz stockfinster, die Fenster zerschla-
gen. — Der Soldat zündete ein Streichholz an, — ich sehe
mich um, die Diele ist aufgei issen die eine Ecke ;st zer-
stört, die oberen Balkenreihen sind nacli innen gefallen,
in der einen Ecke liegen Lumpen — scheint ein Toter zu
sein. — Der Regen dringt überall durch. — Der Soldat
überblickte alles und ging in den Flur, schloss die Tür
aber nicht. — Das ist schlimm, von hier hinauszukommen
ist eine Kleinigkeit, denke ich. — Ich sitze. — Alles ist
still — nur die Pferde schnauben, der Regen rauscht, Men-
schen sind nicht zu hören. — Der Soldat im Flur wirt-
schaftet etwas herum, schnauft dabei, und bald höre ich
ihn schnarchen. —
j-rmiMJiii. — „m mc Ltagv vvswvrxeii. — „Die Zeit habe ich natürlich nicht beobachtet, der
Es war unbestimmbar: wo jene sind — wo die Unsrigen verflossenen Stunden kann ich mich nicht entsinnen, ich
sind. — Die Genossen sagen — nun Saussailow, geb mal, sitze, schliesse die Augen nicht und es ist, als ob ich
versuche herauszubekommen, wer links von uns steht, und , einen schrecklichen Traum sehe. — Die Seele seh t sich;
wie stark. — Wähle dir nach deinem Geschmack einen — eine Schande, wie ich hereingefallen bin. — Ich zün-
zwei Burschen. Das ist selbstvei stündlich, so muss es auch ' dete vorsichtig ein Streichholz an und sah mich um.
sein, weil ich Analphabet bin. ।— Ich wählte Saschok und Die Balken hängen so, dass es wohl möglich wäre von ]
Wassily Klimow, einen stattlichen Mann, wie ein Ober- . aussen her in die Hütte zu gelangen, aber aus der Hütte
II.. ,, »I r rt rtrtV, ä 7 rt rrtn rtCI XV« TJrtB Ortlrtl-n L .‘rt rt »Vrt n »VI-1 rt FFrtXrtl TTT1 ImVYVrt rt rt-11 Vl CXrtm 1 rt p» ,
hinauszuklettern — wird kaum möglich sein. — Ich
stand auf, versuchte — sie wackeln.“
.,Da mir ist, als ob man mich mit kochendem Wasser
101,2%
Das Maiprogramm der Fabrik „Dynamo1
Genosse, wie du willst — glaub’s od^r glaub's nicht,
ich hörte wie der Kndchen kracht, geradezu, weisst du,
ein Krachen. — Ja, ich hab ihn also zerdrückt. — Sa-
schok stöhnte leise und — verlor die Besinnung. —“
„Nun, denke ich----------verzeih, Saschok, auf Wie-
dersehen’“
Saussailow neigte den Kopf, betastete mit den Fin-
gern die Zigaretten, sucht jedenfalls eine fester ge-
stopfte. — Ohne den Kopf zu heben, fuhr er leiser und
wie gezwungen fort. —
„Während der Nacht langten Genossen an und ge-
gen Abend drängten wir die Weissen zum Abhang;
dort wurde der Sache ein Ende gemacht. — Mit Kli-
mow und noch zehn der Unsrigen kamen wir als erste
in dieses unglückselige Dorf. — Nun, es hat dort wie-
der gebrannt. — Saschok hängt an demselben Baum,
wo vor ihm ein anderer hing — auch ein Junger, man
hatte ihn abgenommen und in eine Pfütze, in den
S hmutz geworfen. — Saschok war nackend, nur ein
Hosenbein der Unterbose hatte er an. — Ganz zer-
schlagen, gar nicht mehr sein Gesicht, die eine Seita
aufgenssen. — Die Hände an der Seite, den Kopf nach
unten, zur Seite hängend. Ganz wie ein Schuldiger —
aber der Schuldige war ich. — “
„Das ist nicht so“, — murmelte der Rotarmist. —
„Beide habt ihr eure Pflicht erfüllt.— “
Saussailow rauchte seine Zigarette an, und das
Streichholz mit der Handfläche verdeckend, löschte
er das Feuer nicht eher, als es sich ganz den Fingern
genähert hatte — Er blies es aus, zerdrückte die rote
K/ohle mit den Fingern und sagte: '
„Das war ein wirklicher Held. — “
„Ja—a“, sagte leise die Lehrerin und fragte:
„Eingeschlafen? — “
| „Er schläft“, — antwortete der Rotarmist, dem Kna*
i ben ins Gesicht blickend und sagte, nachdem er eine
Weile geschwiegen hatte — gewichtig:
| „Noch haben wir Helden. — Nehmen wir z. B. die
I Grenzwache in Mittel-Asien — die Burschen halten
sich famos. — Folgender Fall passierte: zwei Krieger
„ .7 . • die Nacht war
dunkel. — Sie gingen nach verschiedenen Seiten ausein-
ander, und der eine stiess auf Basmatschi. — Sie er-
griffen ihn — es war zu spät sich zu verteidigen. — Da
rief er seinem Genossen zu — schiess auf meine Stimme
Hausknecht — zur Zarenzert gab es in Petersburg solche
Hausknechte: er ist nur ein schäbiger Hausknecht der
Hundesohn und stolziert einher, wie ein Kirchenvorste-
her.“ —
„Nun — wir gingen also. — Unbekannte Gegend. — Wir
richten uns nadi der Eisenbahi hnic. — Saschok nnd Kli- ' _
mow auf der einen Seite des Dammes, ich ungefähr hundert ein Soldat. — Er schweigt, darauf höre ich — er kratzt,
Schritte voraus — auf der anderen Seite.—Der W-^ ist ganz die Balken knarren. — Zu meinem Glück war ich eben ______________________________ ___________________________
schlecht. — Es ist mondheller Abend, der Wmd s’.re;ft um- t zum Ofen zurückgetreten — als es anfing zu knattern zu. — Ohne Verzug verschoss der Genosse ein Päckchen
her, die Wolken laufen, die Schatten kriechen. — Hier und die Balken in die Hütte stürzten. — Nun — jetzt! ~ " • ’ ....
ein Schatten, dort ein Schatten’ und auf einmal — „Halt!" sind wir beide verloren. —“
schiei einer. — Ich sehe — fünf Mann. — Obg’eicti Weis-1 „Der Soldat erwachte natürlich und schreit: was nommene Flinte zurück. — Unterdessen ergriffen diq
se, sind sit von derselben Farbe wie die Erde, und ini machst du da? — Ich antworte — nicht meine Schuld,. Basmatschi den anderen Genossen; er schreit — mach
die Ecke ist eingestürzt! — Ihm ist es natürlich Wurst,' es so wie ich. — Er hatte nicht mehr Zeit gehabt sein
wenn der Gefangene nur bis zum Kronsterniin am Leben! Flinte zu laden und verteidigte sich mit dem Kolben.—
bleibt. — Bedauerte, dass ich nicht erdrückt worden’Kun begann der erste, eine Kugel nach der anderen de»
bin. — Es wurde wieder still, neben mir höre ich atmen, Stimme nach zu sch'cken. — Auch er legte einen Bas-
ich taste mit der Hand — ein Kopf. — Saschok, — matsch nieder. — Sie kehrten zum Posten zurück —
flüstere ich, was machst du, wozu das? — Er erklärt:! erzählten, — man glaubte ihnen nicht. — Am nächste»
----—.. — ---—„ - .. „wir haben, sagt er, alles gehört. — Klimow habe ich Morgen prüfte man, fand die Blutspuren — Tatsache!
Saschok und Klimow hören, und beteure, dass ich ior den zurückgeschickt und bin dir nachgegangen. — Ihre — Nach der Stimme schiessen — heisst auf den Ge-
Roten fliehe, fürchte, dass man mich mobilisiert. — Es Hauptkrä te sind nicht hier, sagt er, sondern vier Werst nossen schiessen. — Verstehst du? — “
scheint, als ob er mir glaubt, aber ein Soldat tlüstcrt itiiu von hier, — er hatte schon alles genau ausgekundschaf-i
zu: Euer Wohlgeboren, seine Hahung ist verdächtig wahr- tet. — Sie, sagt er, glauben^ dass unsere ihnen im '
denke ich. —Nun, man schlug mich ein wen'g, schickte' und knirscht dabei mit den Zähnen. — Er scheint, als
zwei Mann mit mir und die brachten mich, wohin ihnen ob er erstickt. Mir, sagt er, ist die Seite stärk zer-
befehlen worden war. — Wir gehen langsam es regnet. — schunden, sie blutet stark, und ein Bein ist eingeklemmt.
Ich fange an, mit den Begleitern zu scherzen, sehe, dabei _ Ich fühlte nach — wirklich, das Bein ist verschüttet,
kommt nichts heraus — sie sind böse — müde jedenfalls.
„ua uui «na uh inan uuui uiiv sich ramos. — roigenuer ran passierte
bebrüht hätte, ich höre ein Flüstern: Saussailow!—Das gingen vom Posten aus in die Steppe —
ist — Saschok, das ist — er! — „Steig hei aus“ —
flüstert er. — Ich antworte: unmöglich und im Flur ist
Patronen; ein Basmatsch wurde verwundet, die ande-
ren liefen davon, ja sie liessen sogar die ihm abge-
,Der Soldat erwachte natürlich und schreit: was nommene Flinte zurück. — Unterdessen ergriffen die
Gebüsch, in der Nähe des Bahndammes nicht bemerkbar.
— Ein junges Kommandeurchen, hat ’s noch nient bis zum
Schnurrbart gebracht Revolverchen in der Hand. Säbelclteti
an der Seite, kurzes Flintchen am Riemen — bewaffnet
wie zum Photographieren. — Zielt mir ins Auge, verhört
mich, schreit mich an; ich natürlich — als ob ich cr-
! schreckt biu — schrei auch aus vollem Halse, damit
tu. x-uci wuin - — oie, sagt er, giauoen, aass unsere innen im -,—
scheinlich ein Soldat, ihr Kundschafter. — Du Hunclesohn, Rücken und auf der rechten Seite sind. — Er spricht be.
.Natürlich, das versteht man“, — sagte Saussailow;
„Ganz gut, nach und nach lernen wir unsere Aufga»
— Vom Urlaub, Genosse? — “
,,War abkommandiert. — “
Die Lehrerin erhob sich:
„Danke Ihnen. — Man muss Sanjka wecken. — *
„Warum? — Ich werde ihn so hineintragen“, — sag'
te der Rotarmist. —
Sie gingen fort. — Saussailow erhob sich auch, tra»
— Mach, dass du fortkommst,' an den Bootsrand und schleuderte die Zigarette in den
Fluss., —
Die silberne Mondscheibe hatte sich hocl zum Hirn-
und bewege wieder den Balken. — Er melsgewölbe hinaufgerollt, die Schatten des rechten
Mir, sagt er, ist die Seite stärk zer-
— Ich versuchte den Balken beiseite zu schieben, — er
— Beschloss zu schweigen, denn sonst knallen die einen' flüstert mir zu: nicht anrühven, ich werde schreien und I
Weg, die Teufel.“ — I dann bist du verloren! — Mach, dass du fortkommst,'
„Endlich kameu wir in ein Dorf, ein grosses mi’-'enom
menes Dorf.—An zwei Stellen brannte es. — Einige Hüllen
von Artillerie zerstört. — An der Kirchenmauer. unter
Bäumen ein Pferdestand, siebzehn Pferde — ’auter Klep-
’) Anspielung auf die Samowärproduktion Tulas.
, hast du alles behalten, was ich dir gesagt habe? —
Geh, schnell! — Nein, denke ich, wie werde ich ihn
; hier lassen, i „ ‘ ' 7 LI___ L_ „
zischt, lass bleiben, Teufel, Narr! — Ich werde schreien! Ufers waren kürzer geworden und es schien, als ob die-'
| — Was ist da zu machen? — Ich versuche noch einmal, ses Ufer noch schneller in die trübe Feme fortschwim-i
vielleicht gelingt es mir, das Bein zu befreien ... Nun, > me. —•
3
r® 128
DEUTSCHE ZENTB AC-ZEITtHW
Der Kälber „vergessen“
Äus dem Tagebuch eines Kollektivisten
Der Frühling hat den Winter verdrängt. Alles
lebte wieder neu auf. Die Wiesen grünen. Weit
auf dem Felde surren stählerne Pferde und
ackern das Land tief auf. Die Pferde schnauben
in der Morgenluft und gehen mutig an die Ar-
beit ...
Die Aussaat geht in unserem Kollektiv „Ener-
gie“ (Zurjupiner Rayon, in Kasakstan) mit bol-
schewistischem Tempo ihrem Ende zu. Alles ist
an der Arbeit. Aber etwas hatte man heute, wie
schon lange, wieder „vergessen“. Dies sind die
Kälber. Sie müssen in den dunklen Ställen
schmachten, haben die Frühlingssonne noch
nicht zu sehen bekommen. Keiner dachte an ihr
Wohl. Alle Kollektivisten waren ja mit Feldar-
beit beschäftigt. Kann das als Rechtfertigung
gelten ?
Die Pariei- und Regiernngsbeschtösse in die Massen
I if Gr nd der letzten Partei- und Regien rsgsbeseh! sse
die Vorbereitung zur Erntekampagne bolschewistisch
enfs Iten
Organisierung des Saatenschutzes, der Hack- und
Jätekampagne den Ernteertrag von 12 Zentner pro Hektar
Sichern wir durch mustergültige
Aus Dorfkorrespondenzen
— ROSENFELD, WOLGAREPUBLIK. — Das Neu-
Lauber Kollektiv hat unser Kollektiv ins gesellschaft-
liche Schlepptau genommen. Unser Kollektiv war an
der Aussaatfront weit zurückgeblieben, weil in den
Brigaden grösste Unordnung herrschte. Die Produktions-
brigaden sind bei uns nicht stabil. Die Brigademitglie-
der werden stets aufs neue zur Arbeit in andere Brigaden
geschickt. Die Schlepptaubrigade half uns, den Rest des
Getreideaussaatplanes — 450 ha — zu bestellen.
Laubach.
„Die werden schauen“, schmunzelte der Lese-
hallenleiter, wandte sich zu seinem Nachbar, der
ebenfalls als Mitglied einer Kulturkommission
mitgekommen war. Die Wandzeitung wurde
aufgerollt. Alles strömte zur Speisehalle. Wie
Gegenplan — die Antwort
der Kollektiv sten
Bericht aus dem Kanton Kamenka, ASSRdWD
In den Feldbrigaden der meisten Kollektive Rayon Bijuk-Onlar (Krim) äusserst langsam,
des Kantons Kamenka wurden die ZK-Beschlüs-1
se über die Getreide- und Fleischbeschaffung,
sowie der Beschluss über die Förderung des kol-
lektivwirtschaffliehen Handels durchgearbeitet.
Mit grosser Begeisterung begrüssen die Kollek-
tivisten die Beschlüsse. Ihre Antwort ist — be-
schleunigtes Tempo in der Aussaat und in der
Aufstellung von Gegenplänen.
Das Kollektiv in Kraft stellte 400 ha, Wiesen-
feld — 100 ha und Josefstal —- 500 ha als Gegen-
plan auf. Die Wiesenfelder Kollektivisten ver-
pflichteten sich ausserdem, eine Reihe von Kol-
lektiven ins gesellschaftliche Schlepptau zu neh-
men, sowie die landwirtschaftliche Steuer sofort
nach der Ernte lOOprozentig zu entrichten.
Es muss aber auch festgestellt werden, dass
es einzelne Parteizellen nicht verstanden haben,
der Kollektivistenmasse die grosse Bedeutung i
der letzten Partei- und Regierungsbeschlüsse I
gründlich klar zu machen. Die Folge davon ist,!
( dass die Kollektive von Göbel, Semenowk-a und
Köhler ihre Bresche in der Aussaat nicht wett
Langsames Tempo 'm Pfilugen der Brache
Bericht aus der Krim
Das Pflügen der Frühjahrsbrache verläuft im
ftiehr Aufmerksamkeit
dem SDatenschutz
In Seelmann (ASSRdWD) wird gegen
die
Weder Kollektive noch MTS erfüllen die Tages-
aufgaben. Am meisten bleibt der individuelle
Sektor zurück.
Die Grundursache der Nichterfüllung der Ar-
beitsnormen ist in der schlechten Arbeitsorgani-
sierung in den Kollektiven und dem verbrecheri-
schen Vergeuden der Pferdekraft zu suchen. So
pflügt man in allen Kollektivwirtschaften, wo mit
Pferden gearbeitet wird, 7 bis 8 Stunden täg-
lich, wobei ein bedeutender Teil der Pferde un-
ausgenutzt bleibt. Jeder Tag Verzögerung des
Brachepflügens bedeutet die Herabsetzung der
Qualität und gleichzeitig eine Hemmung im
Kampfe um Erzielung eines hohen Ernteertra-
ges.
Um so höher muss die erfolgreiche Arbeit
— NOWOGRAD-WOLHYNSK, UKRAINE. — In un-
serem Rayon wird gegenwärtig energisch an der Be-
stellung der technischen Kulturen gearbeitet. Als erstes
beendete im Rayon das Kollektiv „8. MÄRZ“ den Aus-
saatplan für Flachs. Es wurden 70 ha bestellt. Da-
j gegen gibt es aber auch Kollektive, die, wie das Kollek-
-------------in Marianowka, miserabel ar-
----—-------v, gegen giui rb auer buch noiieMive, tue, wie aas ivoiien-
zahlreich vorhandenen Zieselmäuse trotz vieler tiv „WOROSCHILOW“ in Marianowka, miserabel ar-
Instrukteure kein ernster Kampf unternommen, beiten. In diesem Kollektiv war am 24. Mai von 25 ha
sodass die Aussaat bedroht ist. ( — ; _ ; ___ — - _______z:_ ___
Bis jetzt unternahm die Kollektivverwaltung Organisationen müssen sofort eingreifen, damit die Bre-
nicht das geringste zur Einerntung der grossen sehe schnellstens liquidiert wird.
(der Plan) nur 1 ha mit Flachs bestellt. Die Rayons-
Grasmengen. Für die Reparatur der Erntema-
schinen fehlt es an Kohlen, und man denkt
nicht daran, sie zu besorgen.
Wie „ernst“ man in Seelmann den Kampf um
die Bessergestaltung der Obst- und Gemüsever-
sorgung nimmt, zeigt folgendes:
Seelmann besitzt schöne Obstgärten, mit de-
ren Ertrag man viel zur Versorgung der Stadt-
und Landbevölkerung beitragen könnte. Es ist
aber bei den herrschenden Zuständen keine
grosse Obsternte zu erwarten. Zwei Obstgärten
des Dorfrates lässt man von umherirrendem
Vieh vernichten. Der Obstgarten des Kanton-
> Kollektivverbandes ist den dort grasenden Pfer- I den Aussaatplan der Traktorenbrigaden durchzuführen.
) der Kurmaner MTS bewertet werden, die als ' den preisgegeben. 1 Kollektivist.
, erste in der SU am 19. Mai den Plan der -----------------------------------
. t, ... h d Dte Lotterwirtschaft im Kanton-Konsumverband Mariental
zu machen verstehen. Hier wird die vorhandene wmum uii«. hb
,7470 ha Brache gepflügt. Davon pflügten die
auDSC*,ul^’ U1YV^-| Traktoren in 16 Tagen 4256 ha und die Pferde
.... _ . . . _ .......... j der Kollektive 3214 ha m 13 Tagen. Die gesamte
Fläche ist geeggt. Die Arbeitsnorm des Trak-
tors betrug 11,4 ha, eines mit Pferden bespann-
ten Pfluges 1,7 ha.
Diesen Sieg erzielte die MTS durch richtige «q Meter entfernt liegen, dreizehn Tage lang. In
diesem Sektor wurden Wohlhabende den Armen
in der Versorgung mit Produkten vorgezogen.
So musste beispielsweise die Witwe eines Parti-
sanen vierzehnmal in den Konsumverband und
Nach neuester Technik eingerichteter Kuhstall in der Zugkraft nicht genügend ausgenützt, die SOZia-
staatlichen Viehzüchterei „Molotschnoje“
ein Magnet zog die Zeitung Frauen und Manner, faltet. Es herrscht Demobilisationsstimmung.•
Alte und Junge an. Mehrere Male wurde be-1 Der Regierungsbeschluss über die Errichtung
sonders der t kel gelesen, in dem so /enig der Kamyschiner Wasserkraftstation, die auch
E treuliches über die Haltung der Kälber stand., TZ , „ .
Der Zustand der Kälber ist schlecht. Täglich । fur den Kanton von grosser Bedeu-
müssen bis vier Kadaver auf den Anger ge- tunS lst> muss weit mehr popularisiert werden,
schleppt werden. Ja, ja, die Sonne fehlt. Im Das wird alle brachliegenden Kräfte zum Kampf
Winter würde viel Kraftfutter vermanscht.
Jetzt fehlt es.
Die Kollektivisten haben über den Artikel
viel gestritten. Einige sagten, die Kälberpflege-
rinnen — andere wieder, der Wirtschaftsleiter
haben schuld. Die wirkliche Schuld trug der
letztgenannte, denn er kümmerte sich absolut
nicht um die Kälber.
***
Der Artikel in der Wandzeitung hat geholfen.
Heute wurden die Kälber aus ihren dumpfen
Stallungen auf die Wiese getrieben. SolchenFroh-
sinn, wie sie die Kälber äusserten, kann man
sich nicht vorstellen. Aber sie sollte gar baldi------------,-----------------------
ein trauriges Ende nehmen. Am Abend standen es *I1,cr i ^ie def
sie zwar nicht in den alten Stallungen, sondern i
in einer abseits gelegenen Scheune. Doch hatte
man wiederum vergessen, die Tiere zu besorgen,
ihnen Milch zu geben. Sie brüllten, dass einem
d. * Ohren schmerzten.
für den Saatenschutz und die bolschewistische
Durchführung der Saatkampagne fördern.
SL
W.
— ROSA LUXEMBURG, NORDKAUKASIEN. — Bei
uns wurde die Hack- und Jätekampagne energisch in
Angriff genommen. Es wird zuerst das
Sonnenblumen und Welschkorn bestellte
Alle Arbeitsfähigen beteiligten sich an
im Herbst mit
Feld gereinigt,
der Arbeit.
Schmeer.
— SLAWGOROD, WESTSIBIRIEN. — Das Kollektiv
„ENGELS“ hat dank der richtigen Organisierung der
Brigaden erreicht, dass der Pferdebestand erheblich ge-
bessert wurde. Der Teil des Aussaatplanes, der durch
Pferdezugkraft zu verrichten war, ist bereits zu 137 Pro-
zent erfüllt. Diese Brigaden helfen so tatkräftig mit.
Kollektivist.
Kollektivist.
A .___________
Schaffen wir eine feste Futterbasis!
Straffere Arhestsorganis?ersing
Korrespondenz aus dem Rayon Halbstadt,
Ukraine
Im Dorfrat Alexandertal wurde infolge an-
haltenden Regenwetters der Aussaatplan zum
23. Mai erst zu 80,8 Prozent erfüllt. Am rück-
ständigsten sind die Kollektive von Elisabettal
und Alexandertal. Trotz dieses Rückstandes gibt
entscheidenden Etappe der Frühjahrssaat den
Sonntag feiern, trotzdem jeder versäumte Tag
eine Verminderung der Ernteerträge bedeutet.
Dies ist auch das Ziel des Klassenfeindes.
Derartige Beeinflussung seitens des Klassen-
feindes wäre unmöglich, wenn in diesen und
auch anderen Kollektiven des Alexandertaler
Dorfrates die Massenarbeit mehr entfaltet
würde. Auch die Feldzeitungen erscheinen oft
mit grossen Unterbrechungen und beschäftigen
sich nur ungenügend mit dem Kampf um 12
Zentner vom Hektar.
Die ZK-Beschlüsse über die Getreide- und
Fleischbeschaft’ung und das Gesetz über die
Landwirtschaftssteuer wurde in allen Kollekti-
ven besprochen und durchgearbeitet. Die Kol-
lektivisten antworten mit Verbesserung der Ar-
beitsorganisierung, mit Kampf für hohe Ernte-
erträge, für Hebung der sozialistischen Vieh-
zucht. Energischer setzt sich jetzt die Kollek-
tivistenmasse für vorfristige Erfüllung der Ge-
treide- und Fleischbeschaffungspläne, für recht-
zeitige und gründliche Bearbeitung der Häck-
kulturen, für Ueberbietung des Silosierungspla-
Beu ernte und Brachekampagne begonnen
Am 14. Mai beendete die 2. Abteilung der
ßowjetwirtschaft 121 (ASSRdWD) die Früh-
jahrssaat. Sie erhielt für die rechtzeitige Er-
füllung und Ueberbietung des Planes die Rote
Ehrenfahne.
Auch in der Heumahd und Brache wird die
2. Abteilung den ersten Platz erobern, da sie be-
reits am 22. Mai mit der Heuernte begann und
in einem Tag 109 Hektar Heu mähte, wogegen
Blle anderen Abteilungen erst 2 Tage später die
Arbeit begannen.
Zu gleicher Zeit kämpfte die 2. Abteilung für
rasche Beendigung der Frühbrache. In 21 Stun-,_____,
den wurden mit 15 Pferden 33,7 ha gepflügt. Die' nes ein.
Arbeit war von bester Qualität, dank der sozia- Diese entschlossene Kampfstimmung zeigte
iistischen Arbeitsmethoden. Nicht nur das land-'sich besonders in der allgemeinen Versammlung
wirtschaftliche Inventar wird sorgfältig behan-
delt, sondern auch das Arbeitsvieh wird sorg-
fältig gepflegt.
—h—
Rics'ge Grasmenoen gehen verloren
Ende Mai im Alexandertaler Kollektiv, die sich
für entschiedene Bekämpfung der Spekulanten,
Kulaken und Kulakenanhänger aussprach.
J. Ulmer.
Das Beispiel der Vordersten
Im Marientaler Kanton-Konsumverband herr-
schen — trotz der an ihm wiederholt geübten
scharfen Kritik — immer noch ungeheuerliche
Misstände. Bürokratismus und Kopflosigkeit er-
zeugen eigenartige Blüten. So wanderte z. B.
leine Versorgungsliste vom Versorgungssektor
•bis zum Konsumverband, die voneinander nur
Kräfteverteilung i
durch weitgehendste Mobilmachung der Massen 1
der MTS-Arbeiter und Kollektivisten.
E. Esau. I
Wo der Kooperalivvcrband schläft dort lachen sich Spekulanten und Aufkäufer
ins Fäusichen
„Während in vielen Konsumläden der Wolgarepublik Industriewaren monatelang
liegen bleiben, unternehmen die Kollektivverbände trotz der vielen Resolutionen und
Beschlüsse nichts, um den Sowjetmarkt mit Waren zu beliefern. Die von den Kol-
lektiven auf den Markt gebrachten Waren, geraten deshalb oft in die Hände
Spekulanten und Aufkäufer.“
Aus dem Brief des Dorfkorrespondenten „Stachel“
der
APf
De Konsumläden geschlossen—die Spekulanten zum Empfang der Kollektivisten stets bereit
rtfjUE..RESOLUTIONEN..
fünfmal in die Kantons-ABl laufen, um die ihr
und ihrer Familie zustehende Mehlration zu er-
halten. Die Wohlhabenden Brak, Seitz u. a. er-
hielten dagegen sofort eine doppelt so hohe Ra-
tion. Nicht anders als die Partisanenwitwe be-
handelt die Konsumgenossenschaft Familienmit-
glieder von Studenten, die in der landwirtschaft-
lichen Hochschule in Engels weilen.
Der Buchhalter Weber ist bis über die Ohren
mit Resolutionen vermauert, von denen eine jede
30—55 Seiten Text enthält. Dieser Papieronkel
bekam bereits sieben Verweise wegen dreimo-
natlicher Verspätung der Jahresverrechnung.
Kein Wunder, wenn in einer solchen Papier-
fabrik die Warenversorgung vollständig in den
Hintergrund tritt. In den meisten Kooperativen,
die unter der Leitung des Marientaler Kanton-
Konsumverbandes stehen, ist der Warenumsatz
ins Stocken geraten. So liegen z. B. in Rosen-
feld, Weizenfeld, Gnadendorf und Neulaub mo-
natelang nicht weniger als für 11 278 Rbl. Wa-
ren.
Solche Zustände sind in der Kanton-Konsum-
genossenschaft nur möglich, weil ihr Vorsitzen-
der Bolger bewusst eine parteifeindliche Linie
i verfolgt. Gegen die an Unterschlagungen Schul-
digen wird nichts unternommen, wenn sie mit
dem Vorsitzenden verwandt sind, hingegen wird
ein erst kürzlich zur Arbeit in die Kooperative
beförderter Landarbeiter, der sich aus Unwis-
senheit eine geringe Verfehlung zuschulden
kommen liess, hart angepackt. Indessen werden
32 Unterschlagungen, die im Laufe von 11 Mo-
naten in den Kooperativen des Kantons von gu-
ten Freunden der Konsumgewaltigen begangen
wurden, nicht einmal untersucht.
Die Wunderblume der bürokratischen partei-
feindlichen Linie ist Maier, ein notorischer Ver-
schwender. Er wurde zum Leiter des Orgmas-
sensektors befördert. Wagt man diese Zustände
zu kritisieren, dann wird die Kritik vom Ge-
nossenschaftsvorsitzenden brutal unterdrückt.
Das Kanton-Parteikomitee und KVK wollen
scheinbar so lange lammsgeduldig bleiben, bis
durch die Lotterwirtschaft des Kanton-Konsum-
verbandes noch mehr Unheil entsteht. Wir aller
sind der Auffassung, dass nicht einen Tag ge-
zögert werden darf und sofort alle Schädlinge
und Verzerrer der Parteilinie, sowie alle Büro-
kraten aus dem Konsumverband beseitigt wer-
den müssen. Frische Luft muss dort einziehen,
der Verband muss seiner Aufgabe gerecht wer-
den und sofort an die Schaffung eines schlag-
, kräftigen Kooperativnetzes, an die Entfaltung
des Sowjethandels bolschewistisch herantretem
H.— L.
Dorfkorrespondenz
Im Kanton Mariental (ASSRdWD) wurde die
Aussaat der Frühkulturen in vielen Kollektiven
allzulange hinausgezögert. Man kämpfte auch
richt für hohe Qualität der Saat. Eine Ueber-
prüfungskommission musste in Rosenfeld fest-
atellen, dass dort allein die Bestellung von 200
ha nichts taugt.
Durcu v evzu < rui!'; uei o-un.j.1101, iui j. zu<i- ----- ---o----------------------, , .. . ,
kulturen sind die Felder mit Gräsern bewachsen. Kollektivs (ASSR d. WD) statt. Auf diesem und Regierungsbeschlusse durchgearbeitet und
Statt nun da^ Gr'S in kürzester Frist abzu- Treffen wurde festgestellt, dass es die Briga- die Zeitungsmeldungen besprochen.
n. i r-n nm < nies Heu zu benutzen, vur-' dierin der Frauenbrigade Nr. 12, Gen. Katliari- Die Massenaufklärung wird in dieser Brigade
Ole Frsuenbrigade der Genossin Katharine Koch-
die führende im Ko lekt»v „B amenfeld“
Am 22. Mai fand auf dem Felde ein Treffen Einheiten, Brot u. a. einträgt. Bei diesen Ver-! Seit drei Fünftagewochen marschiert die
...... - —......... ’ --’ ’• prigade an der Spitze und hält auch die Wan-
derfahne fest in ihren Händen.
Für die wirkliche Stossarbeit und musterhaf-
te Pflege des Arbeitsviehs, richtigen Umgang
mit dem Inventar, ständige Erfüllung der Ar-
beitsnormen wurden die Brigade, der Rech-
nungsführer, Gen. Näb, und die Stossbrigadle-
rin, Gen. Greb, prämiiert.
Durch VVrzö-eiung der Saatfrist für Früh-' der Brigadiere aller Brigaden des Blumenfelder! Sammlungen werden auch die letzten Partei
kylturen ;
nrihen, um es afs gutes Heu zu benutzen, wur-1 dierin der Frauenbrigade Nr. 12, Gen. Katliari-
dm die T ekler <iuf Weisung1 des Vorsitzenden na Koch verstanden hat, in ihrer Brigade die systematisch geführt. Da täglich alles
des KVK ( en I-Brn umgepflügt und das schön- beste Arbeitsorganisation, pünktlichste Rech- Kollektivisten Zustehende
sie Grcbfutter ging verloren/ i nungsführung und die besten ResuF"4- - «
Die verantvvörtlichen Kantonarbeiter liessen Erfüllung der Tagesnorm zu erzielen
in ihrer Kopflosigkeit die ''erschlage erfahrener) Ihre rechte Hand und treuer Gehilfe ist der tung.
Ko \\tivist°n, i eiche zum Abmähen des Grases Tabellenführer Gen. Gottfried Näb.
: verabfolgt wird,
nungsführung und die besten Resultate in deri herrscht in der Prigade eine zuversichtliche
i Stimmung und völliges Zutrauen zu der Lei-
Ekkert
nricton, unbeachtet, wodurch in unserem Step-1 Von der Brigade Nr. 12 kann man sagen, dass
pep.’Rvon mindestem 150 Pud Heu pro Hektar sie eine ständige Brigade ist, denn seit der Aus-
fahrt ins Feld zur Saat hat sich in ihrem Be-
stände nichts geändert, es gab auch keinen ein-
zigen Fall der Samenverschleppung usw.
Aus der Sowjetunion
B „Sojusplodoowoschtsch“ muss im Juni 6 000 t Bee-
ren und Frühobst (Erdbeeren, Himbeeren, Stachel-
beeren, Weichseln, Aprikosen, Marillen usw.) beschaf-
fen. Nach Moskau und Leningrad werden 300 t Beeren
und Obst schon in den nächsten Tagen gebracht. Mos-
i kau erhält zwei Waggons Erdbeeren. Zwecks Beschlen-
[ nigung des Transportes dieser Obstmengen haben sich
| Vertreter der Konsumgenossenschaften nach Mittel-
' asien und Nordkaukasien begeben.
B Die Forschungsarbeiten des geologischen For-
schungsinstituts in Turkmenien haben auf der Insel
Tscheleken Vorkommen von jodhaltigem Gewächsen
festgestellt. Dieser Fund ist von Weltbedeutung, da
diese Jodvorkommen viel grösser sind als jene in Ba-
ku. Ausserdem wurde Brom in noch grösseren Mengen
gefunden.
B In diesem Jahr wird in Suchum (Abhasien) ein
physiotherapeutisches Institut gebaut. In Miussere
werden ein Sanatorium gebaut, eine Chaussee und
i Brücken angelegt. Ausserdem wird der Kurort Gagry
I ausgebaut.
Helden der dritten bolschewistischen FrQhjahrssaat
Die Kollektivwirtschaft „Kalinin“ in Neu- Auch die Komsomolzen betätigen sich sehr ak
Straub (Rayon Jagodnaja-Poljana, Unterer Wol- tiv im Kollektiv. Unter ihnen ist J. Litwin einer euauv
i ------------------------- gagau) vs’eist einige Kollektivisten auf, die sich1 der vordersten Stürmer. Er pflegt sorgfältig die) aubBeudUU . .
An den religiösen Feiertagen (Pfingsten und a]s wirkliche Arbeitshelden bewährten. I Arbeitstiere und erfüllte die Norm stets zu 1301 B Uie Leningrader Industrie nimmt an den Ausstel-
1 Sonntage) setzte die Frauenbrigade während i Der Kommunist Alexander Zahn übertraf als Prozent. In der Arbeit erreichte er eine hohe lunKen teil,' die die Union «Handelskammer in Yemen und
Uas Alexandertaler Kollektiv „Karl Marx“ (ASSR der ganzen Saatzeit ihre Arbeit im Stosstempo I Kartoffelsetzer täglich seine Tagesnorm. Aber Qualität. I " ’ '
swÄ namen^’streek- ununterbrochen fort. Diese Brigade ist die ein- nicht nur, dass er die Tagesleistung von 125-150) Die besten Stossbrigadler-Traktoristen, die
bem, verstand es, schwache Tiere hoch zu bringen und zige des Blumenfelder Kollektivs, welche die Prozent des Planes erreichte, sondern auch die ebenso für 12 Zentner vom Hektar enthusiastisch' -tzj--
mit genügend Futter zu versorgen. Die Alexanderta- Arbeitsnormen erfüllt und übererfüllt, obwohl j QUalität seiner Arbeitsleistung ist beispielge-: kämpf en, sind die Komsomolzen Ringler und Tabakerzeu£n,Ese> Kond-.toreiwaren usw. ausgestellt.
Ler Kälberiami kann allen Warenfarmen des Kantons, sje dje kleinste Anzahl Zugvieh besitzt. P--v ' ’ ' — ~- - --- • ’ jj- ”---=-=—
besonders aber jener von Norka, mit welcher sie im so- , p- d Fütterung des Arbeiisvieus
zjanstiscnen Wettbewerb steht, als Vorbild dienen. T , .
® Auf einer Beratung in Orleans (Rayon Slawgorod, sorgfältige Behandlung des Inventars hat die
Wm=tF;birien), die den Beschluss des ZK der KP(B)SU Brigade es erreicht, dass ihr Arbeitsvieh zu je-
\('1 .6 III. erörterte, wurden verschiedene „linke“ 1 der 2eit leistungsfähig ist und voll ausgenützt
l r.;. I 0 in Fragen der Fleischbeschaffung und fal- v/jrd jjgjrn Eggen, Pflügen Und Säen. Die Bedie-
sc c .nslcgung des Besch'usses durch den Rayonsver- ’ , ’ .. , . „ , , , , ,
tr< «’< Lewtschenko, vertuscht. Dadurch kam es zu ei- nungsarbeiten Beifahren der Saatfrueht, des
germ:icht:gur Zurücknahme des Viehs'aus dem Kollek- Wassers und Futters, — werden ausschliesslich
tiv. Die Kollektivistenmasse ist jedoch mit dieser Rege- mjt Kühen besorgt.
l iug unzufrieden. Die Rayonsbehörden müssen ferner
1 lehr darauf achten, wen sie in die Dörfer zur Durch-
führung solch wichtiger Arbeiten schicken.
Kollektivist
© In Wiesenniüller (Kanton Seelmann, ASSR der
VA ’ .ident.-chen) wurde die Fleisehbeschaffung auf ad-
Diiri ’rativcni Wege durchgeführt. Den Kollektivisten
r.ui.h- n’gespiogelt rn in wolle die Kühe in die Markt-
iu -de al liefern. Dem Einzelwirt,Michael nahm man die
1 nie all, um ihn so zum Eintritt ins Kollektiv zu
1 ri) 111. Die Kantonbehörden müssen die Schuldigen
s ' । irt zur Verantwortung ziehen.
Jän Kämpfer
i eiiorengi ngen.
W. Altergott.
Derfkcrrespundenteu beiichteii
j Iledschas (Arabien) errichtet. Im Herbst werden in
den internationalen Ausstellungen in Königsberg
. (August), Wien (September) Exportwaren aus der SU
.hwache Tiere hoch zu bringen und zige des blumenfclder Kollektivs, welche die' _________________________,
Die Alexanderta- ArbeitsnoiTOen erfüllt und übererfüllt, obwohl Qualität seiner Arbeitsleistung Lv Kanipien, smu uie iwiusoiuoiaai nu«ier unu
* - / ’ ? / ..D"rfh ’bend. Ebenso kämpfte Zähn für die Entfaltung Maul. Ihre Traktoren arbeiten ununterbrochen.
beste Pflege und rüttelung des Arbeitsviehs j dgj. Massenarbeit, für sozialistische Arbeitsme-) s>ie kä.mpfen um Brennstoffersparnis; auf ihre R u utai L n c -
+„ic T hoi y1O(jen und richtige Organisierung der Partei- Initiative wurde die Massenarbeit in der Brigade nen. End/des Jahres wird das gesamte Kleinhandels-
arbeit in seiner Brigade Er setzt sich für eine breit entfaltet und die letzten ZK-Beschlüsse netz der Verein,gung „Sojusplodoowoschtsch“ 345 Lä-
feste Produktionsbrigade f1 ----L - ----j ..„r---
B In den Sommeri^>naten wird die Vereinigung
„Sojusplodoowoschtsch“ nachträglich 104 Läden und
500 Kioske für den Obst- und Gemüseverkauf eröff-
Die Guten Resultate der Brigade sind das Er-
gebnis der bewussten Disziplin der Kollektivi-
—-----------------o---- für die organisato-; durchgearbeitet. Bei jedem Traktorenwechser un,d„^°5.K1°s^®_u™^?sen‘Umsatzplan ur das
risch-wirtschaftliche Festigung des Kollektivs werden Betricbsheratungen durchgeführt, in ।
energisch ein. Auf der Betriebsberatung heisst denen alie Arbeitsmängel kritisiert werden. Der
es jetzt: „Ja, bei Zahn müssen wir alle lernen!“ Komsomolze Maul wurde für gute Leistungen
Auch die Kommunistin, Stossbrigadlerin Ma- Zum Brigadier der Traktorenbrigade befördert.
rie Zahn, verdient hier genannt zu werden. Sie ... ... - - .....
erklärte sich zur I
weroen. einer der besten muss auch der Kollekti-j
... . , ., , ^u’Jn®™der. vist Frick genannt werden, der eine Sonnenblu-i
stmnen, der guten Massenarbeit sowie der nch- sehen Saat und verpflichtete sich die tägliche men.Dresehmaschine erfand. Sie kann aus!
A -..1—^.1 4- ^3 n.« I? , »t zvtn/J , 1 i’n r\/*\ I I A —, 4-rv 4- j 1TV'. rj ^,71 1 < r • . T, , ' rril
Holz hergesteilt werden, kommt sehr billig und
bewährte sich bereits im Vorjahre. ;
Diese Stürmer im Kampfe für eine hervorra- ]
Jahr 1932 ist mit 167 Millionen' Rbl. festgesetzt woiden.
N. Nowgorod. — Die Verwaltung der Moskau—
Kasan-Eisenbahn nimmt den Bau eines gut eingerich-
1 teten Personenbahnhofes auf der Station Tschanasch-
Kasanski, welche die grösste Station auf der Kasaner
Linie ist, in Angriff.
Für den Bau des Bahnhofs (der das Transportzen-
trum Tschuwaschiens sein muss) ist über eine Million
Rbl. assigniert.
Leningrad, — „Sojusmorsehowerprom“, (Vereinig-
te Seetierfangbetriebe der Union) organisiert am Kap
der Hognung (nördlichste^ Punkt des Franz - Josef-
men sechs Walfänger teil, welche gleichzeitig Lebens-
mittel für die Kolonien auf Nowaja Semlja mitnehmen.
Die Expedition wird drei Monate dauern.
tigen Arbeit der Brigadierin und des Tabellen- Arbeitsnorm quantitativ und qualitativ zu Über-
führers. j bieten. Alle Kollektivisten und Kollektivistinnen
Gen. Näh hat die Rechnungsführung so or- rief sie auf, ihrem Beispiel zu folgen. Gleich am
ganisiert, dass er alltäglich abends die Briga-' ersten Tag erfüllte Marie Zahn die Arbeitsnorm1 . - .. ......
denmitglieder versammelte und jedem genaue zu 140 Prozent. Sie wies aber nicht nur quanti-; SPnde Quahtat der Aussaat .und für hohe Ar-j Landes) eine Expedition auf Walrosse. Am Fang neh-
Angaben über seine geleistete Arbeit machte tativ, sondern auch qualitativ die besten Leistun-’.^ei^snormen verc^ienen prämiiert zu werden.
I und mitteilte, wieviel die geleistete Arbeit an gen auf. Jetzt richten sich alle nach ihr. R.
DEUTSCHE ZENTRAU-ZETTÜNG
NS 128
Papen-Begierung paktiert mit Hitler
VOR DER LEGALISIERUNG DER S. A.
Aufnahmebedingungen in die Deutsche Kommunistische
Universität
General Schleicher verhandelt mit Hitler und dem Exkronprinzen über Preussenregierung und S. A.
„Die SPD-Fiihrer sind die Totengräber der Arbeiterschaft“
Antifaschistische Aktionen in Breslau. Wuppertal. Plauen.
Freiberg
BERLIN, 4. Juni. In Breslau provozieren die
Nationalsozialisten täglich Schlägereien mit Arbei-
tern. Am 2. Juni belagerten sie das Gaubüro des
Reichsbanners. Die Reichsbanner-Arbeiter wand-
ten sich an die Kommunisten um Hilfe. Eintref-
fende Kolonnen revolutionärer Arbeiter verjagten
die Nationalsozialisten. Bei diesen Zusammen-
stössen mit den Nationalsozialisten gingen die
Kommunisten gemeinsam mit sozialdemokrati-
schen Arbeitern und Arbeitslosen vor. 17 Natio-
nalsozialisten und viele Arbeiter wurden verwun-
det. Als die Polizei eintraf, waren die National-
sozialisten schon auseinandergejagt.
Die Bestattung der zwei in Wuppertal getöteten
'Arbeiter wurde zu einer gewaltigen Massendemon-
stration. Aus allen Vororten und aus der ganzen
Umgebung strömten die Arbeiter zusammen.
Zehntausende von Arbeitern und Angestellten, da-
runter auch Sozialdemokraten, Mitglieder der
christlichen Gewerkschaften und des Reichsban-
ners, demonstrierten Schulter an Schulter gegen
die Faschisten. Auch eine geschlossene Kolonne
von Reichsbannermitgliedern nahm an dieser De-
monstration teil.
In Plauen demonstrierten 1 800 Arbeiter unter
kommunistischen Losungen. Die Zahl der De-
monstrationsteilnehmer erhöhte sich allmählich
auf 5 000. Gewaltige Demonstrationen fanden in
Freiberg statt.
In Wuppertal erhoben die sozialdemokratischen
'Arbeiter gegen sozialdemokratische Bonzen schar-
fen Protest. Ein alter sozialdemokratischer Ar-
beiter erklärte: „Unser jetziges Elend ist eine Fol-
ge der Politik des kleineren Uebels. Man hat uns
gesagt: Stimmt für Hindenburg, damit Hitler nicht
zur Macht kommt. Wir haben Hindenburg ge-
wählt und jetzt holt er selbst die Faschisten zur
Beteiligung an der Regierung. Die sozialdemokra-
tischen Führer sind die Totengräber des werktäti-
gen Volks.“
♦ *
*
General Schleicher, der neue Reichswehrmini- ‘eiligen. Unmittelbare Verhandlungen zwischen den deut
ster, hält ständig Konferenzen mit Hitler ab, an ,^n ^«"jösischen Industriellen haben im Sommer
j ' * • ’ . 11930 stattgeiunden. Äusser Arnold Kechberg hat an die-
denen mcinchmcil auch der ehemalige Kronprinz sen Verhandlungen auch eine ganze Reihe anderer Indu-
teilnimmt. Die Nationalsozialisten unterstützen istrieller teilgenommen.“
Voruntersuchung gegen Gorgulow abgeschlossen
Amtlich für zurechnungsfähig erklärt — Der .Populaire’ verteidigt weiter die
Version der .Unzurechnungsfähigkeit“
PARIS, 3. Juni (TASS). — Wie das „Journal des wesen wäre, z. B. Briand, würde ich ihn auch ermordet
Debats“ meldet, ist das Material der Voruntersuchung haben.“
in Sachen Gorgulow dem Staatsanwalt der französi-, Der Untersuchungsrichter zeigte dann Gorgulow die
sehen Republik übergeben worden. | „Prawda“ vom 27. Mai mit der Erklärung der Bewohner [
PARIS, 3. Juni (TASS). — Bei dem Verhör vom 2. der Station Labinskaja, mit einer Photographie seiner!
Juni hat der Untersuchungsrichter Fougery Gorgulow | Mutter und mit ihrer Unterschrift auf einer Photogra-
die Resultate der zahlreichen gerichtlichen Expertisen phie Gorgulows. Gorgulow betrachtete aufmerksam die
mitgeteitt: 1) das Gutachten der psychiatrischen Sach-' Photographie und erklärte: „Ja, das ist die Unter-
verständigen über die Zurechnungsfähigkeit Gorgulows;
2) das Gutachten der medizinischen Sachverständigen
über die Arme Gorgulows, an denen keine Narben fest-
gestellt werden konnten, wie sie der „Bolschewik Solo-
tarjew“ nach den Worten des Weissgardisten Astaehow
haben sollte; 3) das Gutachten des toxilogischen Labo-
ratoriums über den Giftgehalt der bei Gorgulow nach
der Ermordung Doumers vorgefundenen Pillen, wodurch
indirekt die Erklärung Gorgulows Bekräftigung finden
sollte, dass er die Absicht gehabt habe, sich nach dem
Verbrechen das Leben zu nehmen; und 4) die Anerken-
nung der Echtheit des Studentenausweises Gorgulows
und des in Prag ausgestellten Arztdiploms.
Nach Verlesung des Gutachtens der psychiatrischen
Sachverständigen erklärte Gorgulow: „Die Aerzte wa-
ren mir gegenüber ungerecht; sie haben mich nur über
die Vergangenheit, über meine Studentenjahre, über
meine Aerztepraxis ausgefragt. Niemand hat für meine
Ideen Interesse gezeigt. Ich habe ihnen gesagt: „Das
ist eine Welttragödie, diese Idee ist für mich kostbarer
als das Leben. Ich will sterben, guillotiniert mich, aber
schnell. Ich will, dass alle in Frankreich erkennen sollen,
dass ich nicht nur Russland, sondern die ganze Welt,
darunter auch Frankreich, vor der todbringenden Ge-
fahr des Kommunismus retten wollte. Der Kommunis-
mus entwickelt sich und macht Fortschritte. Bald wird
die Weltkatastrophe einbrechen und alles zermalmen.
Mein Leben ist bedeutungslos, es ist zu Ende.“
Auf die Frage des Verteidigers Geraud, er möge die
Beweggründe zu der Mordtat erklären, antwortete Gor-
gulow: „Ich empfand gegen Doumer absolut keinen per-
sönlichen Hass. Ich war von ihm begeistert. Wenn an 1 Polizei müssen abgesetzt und die Weissgardisten müs-
seiner statt jemand anders Präsident der Republik ge- । sen vertrieben werden.“
Ein Befehl des weissen Banditengenerals Miller
Enthüllungen des .Rude Pravo’ über das Treiben und die Pläne der
weissgardistischen Interventionsbanden
Die kommunistische Fraktion des tschechoslowaki-1
sehen Parlaments hat vor kurzem eine Interpellation
eingebracht, in der sie die terroristischen Vorbereitun- (
gen der Prager Abteilung des weissgardistischen „Mi-
litärverbandes“ enthüllte. Diese Interpellation wurde
von der tschechoslowakischen Regierung mit der kate-
gorischen Erklärung beantwortet, die Tätigkeit der ge-
nannten Organisationen „weise nichts auf, woran man
Anstoss nehmen könnte“. Das Organ der KP der
Tschechoslowakei, „Rude Pravo“, erinnert nun an die-|
se Erklärung, indem es folgendes, an die Vertreter al-
ler Abteilungen des „Militärverbandes“ gerichtetes
Rundschreiben veröffentlicht:
„Paris, 15. April 1932 Nr. 276.
Gnädiger Herr, um die fernöstlichen Ereignisse und;
ihre Folgen für die russischen Nationalinteressen auf-
zuklären, halte ich es für notwendig, Ihnen folgende
Grundthesen mitzuteilen, mit denen Sie dann die Ihnen
unterstellten Organe bekanntmachen müssen: 1) Die
innerpolitische Lage in der Sowjetunion gibt keinen
Anlass dazu, auf den Sturz der Sowjetmacht mit inne-
ren Kräften ohne äusseren Stoss zu hoffen. 2) Keiner ।
der Nachbarstaaten wird die UdSSR nur zu dem
Zwecke angreifen, um dort die Sowjetmacht zu stür-
zen, wenn nicht besondere Weltereignisse vor sich ge-
hen werden. 3) Die Sowjetregierung, die in ihrer Funk-
tion als Vollzugsorgan der Kommunistischen Interna-
tionale in Japan und China den Kommunismus propa-
giert, ist ein absoluter Feind Japans, worüber sich die ।
weitsichtigen japanischen Staatsmänner vollkommen
ira klaren sind. 4) Bei der Erfüllung seiner nationalen
Aufgabe wird Japan unvermeidlich mit der Sowjet-
union Zusammenstössen. 5) In diesem Falle wird Ja-'
pan ebenso gegen den Kommunismus kämpfen (hier'
fallen unsere Interessen zusammen), wie für seine eige-
nen Interessen, die mit den unseren nicht übereinstim-
•nen.“
„Diese Grundthesen müssen wir der von uns einzu-
whlagenden Linie zugrunde legen. Abzuwarten und.
auf Gott zu hoffen wäre ein Verbrechen. Wir müssen
die neue Regierung und haben dafür weitgehende
Zusicherungen in Hinsicht auf die Preussenregie-
rung erhalten. Nachdem die erste Forderung der
Hitlerpartei — nach Reichstagsauflösung —erfüllt
ist, soll der nächste Schritt der Papen Schleicher-
Regierung in der Legalisierung der Hitlerschen
Sturmabteilungen bestehen. Die Sturmabteilun-
gen sollen schrittweise in den Staatsapparat einge-
fügt werden und mit der Reichswehr und Polizei
Zusammenwirken.
Der „Deutsche“, das Organ der christlich-ka-
tholischen Gewerkschaften, gibt an, Schleichers
Erklärung, dass die gegenwärtige Regierung kei-
neswegs ein Uebergangskabinett sein, sondern
wahrscheinlich volle vier Jahre lang an der Macht
bleiben werde, beruhe auf einem Abkommen
Schleichers mit Hitler, wonach nach den neuen
Reichstagswahlen zwar dieser oder jener Reichs-
minister durch einen Nationalsozialisten ersetzt
werden, Papen aber nach wie vor an der Spitze
der Regierung bleiben, den Nationalsozialisten da-
für aber die preussische Minister Präsidentschaft
in die Hände gespielt werden solle.
Von einem Teil der bürgerlichen Presse werden die von
Koenen im Landtag gemachten Enthüllungen nicht nur be-
slätigt sondern noch ergänzt. So schreibt das „12-Uhr-
Blatt“: „Der Umschwung der französischen Presse in ihrer
Stellungnahme zur Regierung von Papen hat die Aufmerk
samkeit der politischen Kreise auf sich gelenkt. Dieser
Umschwung hängt natürlich mit den Absichten zusammen,
in Paris eine sofortige Verständigung mit Frankreich her-
beizuführen.“
Der „Dortmunder Generalanzeiger“ schreibt: „Im Jahre
1928 haben mit Frankreich private aussenpolitische Ver-
handlungen stattgefunden. Damals handelte es sich um
die Vorbereitung eines französischen Militärpaktes, der ein
Bestandteil eines antibolschewistischen deutsch-französi-
schen Militärbündnisses sein und für Deutschland die Mög-
lichkeit zur Aufrüstung schaffen sollte. In diesen deutsch-
französischen Militärverhandlungen wirkte Genera! von
Heye mit. Äusser den Militärs waren an diesen Verhand-
lungen vor allem auch die Führer der Kriegsindustrie in-
teressiert. Der französischen Kriegsindustrie wurde da-
mals angetragen, sich an deutschen Kriegsaufträgen zu be-
schrift meiner Mutter.“
Die Verteidiger Gorgulows forderten vom Unter-
suchungsrichter die Veranstaltung eines neuen Gutach-
tens. Fougery hat zu dieser Forderung der Verteidiger
noch nicht Stellung genommen.
Die „Humanite“ schreibt in diesem Zusammenhang:
„Während noch keiner der weissgardistischen Mit-
schuldigen Gorgulows verhört worden ist, beeilt sich
die Justiz, den Befehl zum raschen Abschluss der Un-
tersuchung durchzuführen. Es ist ganz klar, dass man
bestrebt ist, sich so schnell wie möglich des Gorgulow
zu entledigen und in dieser Affäre die Weissgardisten
und die französische Politik in Schutz zu nehmen. Aber
auch das letzte Verhör Gorgulows hat Zeugnis dafür
abgelegt, dass der Mörder ein Weissgardist ist.“
**
PARIS, 2. Juni (TASS)? — Der sozialfaschistische
„Populaire“ sucht in einem langen Artikel zu beweisen,
dass das Gutachten, in dem Gorgulow als zurechnungs-
fähig bezeichnet wird, eine „Irrtum“ sei. Der „Populaire“
schreibt: „Der Mensch, der aus nicht stichhaltigen Be-
weggründen den Präsidenten in Anwesenheit von 3000
Personen ermordet hat, kann nicht geistig normal sein.“
Der „Populaire“ fordert die sofortige Veranstaltung
einer neuen Expertise in gegensätzlicher Richtung.
Die „Humanite“ hebt anlässlich dieser Erklärung her-
vor: „Der unw’ürdige Standpunkt des „Populaire“ wird
nichts helfen. Gorgulow war ein bewusster Agent der
unter dem Schutz der französischen Regierung stehen-
den Weissgardisten. Die Mitschuldigen Gorgulows müs-
sen unbedingt festgestellt, die Leiter der französischen
einen Ausweg suchen und danach streben, mit Japan
auf der Grundlage der Übereinstimmung der japani-
schen Interessen mit den unseren eine Verständigung
herbeizuführen. Hierbei müssen folgende Momente in
Betracht gezogen werden: 1) Breitangelegte russische
Operationen zur Beseitigung der Sowjetregierung sind
im Fernen Osten ohne Verständigung mit Japan un-
möglich. 2) Ohne Herbeiführung einer solchen Verstän-
digung werden die russischen Interessen im Fernen
Osten von Seiten Japans gefährdert werden. Es unter-
liegt keinem Zweifel, dass Russland das Territorium
am Stillen Ozean zu verlieren riskiert. Dieses Risiko
kann nur durch ein vorläufiges Abkommen verringert
werden. Japan wird die UdSSR auch ohne Abkommen
mit den russischen Nationalisten angreifen, wenn es
dies für zweckmässig erachten wird. Wenn wir ein sol-
ches Abkommen wünschen und selbständig im Fernen
Osten operieren wollen, müssen wir nach Möglichkeit
unseren Wert in den Augen der Japaner heben. Deshalb
müssen wir unsere Militärorganisationen im Fernen
Osten festigen und sie für die Unterstützung mögli-
cher Aufstände innerhalb der UdSSR vorbereiten. Um
ein einheitliches Vorgehen sicherzustellen, müssen wir
die Zersplitterung innerhalb der Emigration beseiti-
gen. In diesem historischen Moment zu zögern, wäre
gleichbedeutend mit Landesverrat.“
Wenn Japan das fernöstliche Problem ohne uns löst,
so würde die Gefahr entstehen, dass unsere Streitkräf-
te im Fernen Osten keine Anwendung finden werden.
General Miller.
„Diesem Dokument hängt das Blatt „Rude Pravo“
folgendes Kommentar an: „Die tschechoslowakische
Bourgeoisie hat diese weissen Banditen mit offenen
Armen empfangen. Beira Treffen der „Sokols“ (bür-
gerliche Militärorganisation) wollen sie an der Para-
de auf den Prager Strassen teilnehmen. Das tschecho-
slowakische Proletariat kann diese Provokation nicht
zulassen. Noch lauter muss die Forderung erschallen:
„Hinaus mit Euch, Ihr weissgardistischen Ban-
den“. (TASS).
„Soldatenstiefel u. Junkerstiefei“
Die Presse über die Regierungserklärung
BERLIN, 4. Juni (TASS), Im aussenpolitischen Teil der
Regierungserklärung heisst es: „Die wichtigsten und näch-
sten Aufgaben der Reichsregierung in der Aussenpolitik
entspringen den laufenden oder bevorstehenden internatio-
nalen Verhandlungen über die grossen Weltproblemc der
Abrüstung, der Reparationen und der allgemeinen Welt-
krise. Unser Ziel ist die friedliche Zusammenarbeit mit den
andern Völkern und die Herstellung vollständiger Gleich-
berechtigung, politischer Freiheit und wirtschaftlicher Ge-
sundung für unser Vaterland. Alle Bemühungen um das
Wohl der Völker können nur dann von Erfolg gekrönt
sein, wenn es gelingt, gleichzeitig die wirtschaftlichen Hem-
mungen im Kapital- und Handelsumsatz zu beseitigen, die
gegenwärtig die ganze Welt so sehr beunruhigen- Die
Reichstegierung ist bereit, alle in dieser Richtung gemach-
ten Anstrengungen zu unterstützen.“
Grundlage und Voraussetzung für jede wirksame aussen
politische Vertretung der nationalen Interessen sei die
Schaffung innerpolitischcr Klarheit. „Die finanzielle
Grundlage des deutschen Reichs, Preussens und der mei-
sten anderen Länder und Gemeinden ist erschüttert. Die
Sozialversicherung steht vor dem Bankrott. Alle Nach-
kriegsregierungen glaubten, vermittelst eines sich immer
mehr entwickelnden Staatssoziahsmus zu erheblichem Mass
die materiellen Lasten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer
auf sich nehmen zu können. Sie versuchten den Staat in
eine Art Wohlfahrtsanstalt umzuwandeln.“ Eben aus die-
sem Grunde sei die Arbeitslosigkeit immer grösser gewor-
den.
(Ueber den weiteren Inhalt der Papenschen Regierungser-
klärung — die Kriegserklärung an Marxismus, Atheismus,
„Kulturbolschewismus“ und Klassenkampf — haben wir
bereits berichtet. — Red.)
BERLIN, 4. Juni (TASS). Die ganze demokratische Presse
erklärt, die Regierungserklärung habe „die schlimmsten Er-
wartungen übertroffen.“ Das Ullstein-Blatt „Tempo'
schreibt, Phrasen wie „Auswüchse der Parlamentsbürokra-
tic“, „Staatssozialismus“, „Umwandlung des Staats in eine
Wohltätigkeitsanstalt“, „Kulturbolschewismus“, „Zerset-
zung durch die atheistische und marxistische Weltanschau-
ung“ usw. seien restlos von den Rechtsparteien übernom-
men. Nach Ansicht des „Tempo“ erinnert die Regierungs-
erklärung eher an einen Wahlaufruf als an eine Programm-
erklärung.
Das „Berliner Tageblatt“ nennt die Erklärung eine Her-
ausforderung an alles, was in Deutschland seit Annahme
der Weimarer Verfassung geleistet worden sei. Das Re-
gierungsprogramm sei ein „Programm der Reaktion“. Das
„Berliner Tageblatt“ hebt hervor, dass es der „Reichskanz-
ler von Papen nicht gewagt habe, mit einer derartigen Re-
gierungserklärung vor den Reichstag zu treten, und cs des-
halb vorgezogen habe, den Reichstag aufzulösen“.
Die „Vossische Zeitung“ schreibt, der innerpolitische
Teil der Erklärung sei von Hugenberg, der aussenpolitische
von Brüning übernommen. Die Regierungserklärung sei
die Ankündigung eines Regimes der schwärzesten Reaktion.
„Vor 70 Jahren war das Symbol Deutschlands der Solda-
tenstiefel. Jetzt wird das deutsche Volk erneut den Junker
stiefel zu spüren bekommen.“
Der „Vorwärts“ nennt die Regierungserklärung in einem
demagogischen Leitartikel eine „Kriegserklärung Papens“.
Das Blatt ruft mit dem unschuldigsten Gesicht von der
Welt das deutsche Volk zum Kampf gegen die Barone auf.
Die ganze Rechtspresse, insbesondere die nationalsozia-
listischen Blätter drücken die höchste Befriedigung über
die Regierungserklärung aus. Die „Deutsche Tageszeitung“,
Organ der Grossagrarier, schreibt, zum erstenmal in den
letzten 12 Jahre sei eine so scharfe Wendung des inner-
politischen Kurses so klar und entschieden angekündigt
worden. Der nationalsozialistische „Angriff“ erklärt, die
Regierung von Papen habe endlich getan, was jede Regie-
rung hätte tun müssen, die nicht die Katastrophenpolitik
der letzten Jahre hätte weiter bi treiben wollen.
Geplanter Raub von fünf Mandaten der KPF
PARIS, 4. Juni (TASS). Die jjeue Abgeordnetenkammer,
die gestern den Sozialisten BulVion zum Kammerpräsiden-
ten gewählt hat, hat die Wahl aller Abgeordneten mit Aus-
nahme von 59 Mandaten gebilligt, die in Anbetracht der
einlaufcnden „ernsten Beschwerden“ noch einer besonderen
Mandatprüfung unterzogen werden. Unter den Mandaten,
gegen die Protest erhoben worden ist, sind 5 kommunisti-
sche Mandate, und zwar die von Thorez, Peri, Midol, Ra-
mette und Dcwez.
Die „Humanite“ hebt bei diesem Anlass hervor, dass die
KPF im Falle bei einem Proportionalwahlsystem 49 Ab-
geordnete gehabt haben würde, in der Tat aber infolge des
betrügerischen Wahlsystems und der Manöver der Sozia-
listen, Renegaten, u. a. nur 10 erkalten hat. Jetzt plane die
Bourgeoisie unter den verschiedensten Vorwänden noch
weitere fünf kommunistische Mandate zu rauben.
Kämpfe zwischen Arbeitslosen und
Polizei in Holland
BERLIN, 1. Juni (TASS). — In der südholländischen Ha-
fenstadt Vlaadingen fanden blutige Zusammenstösse zwischen
Arbeitslosen und Polizei statt. Die Arbeitslosen demonstrier-
ten vor dem Magistratsgebäude gegen die Kürzung der Un-
terstützungen. Als der Magistrat neue Polizeiverstarkungen
alarmierte, verteidigten sich die Demonstranten gegen die
mit auf gepflanztem Bajonett attackierenden Polizisten mit
Steinwürfen. Erst nach vielstündigem Kampfe gelang es der
Polizei, die Arbeitslosen zurückzudrängen.
• Wie aus Brasilien gemeldet wird, wurden in den letz-
ten 18 Monaten, entsprechend dem Plan der Regierung,
etwa 6.245 000 Säcke Kaffe (ungefähr 374.000 000 kg) ver-
nichtet.
• Der Oberste Gerichtshof in Leipzig hat die Arbeiter
Berliner, Schnee, Göttling und Prcuss wegen Verbreitung
revolutionärer Literatur unter der Polizei zu je H/z Jahren
Gefängnis verurteilt.
• Der Redakteur des in Halle erscheinenden kommunisti-
schen Blattes „Klassenkampf“ wurde wegen Veröffentli-
chung eines „aufwiegelnden“ Artikels zu einem Jahre Fe-
stungshaft verurteilt.
• Im Berliner Gefängnis Moabit sind die politischen
Untersuchungsgefangenen zum Protest gegen schlechte Ver-
pflegung und schlechte Behandlung in den Hungerstreik
getreten.
Verschiedene türkische Blätter bringen Telegramme
über die äusserst gespannte politische Atmosphäre in
Syrien. In Aleppo wurden im Hofe der Gouverneurs-
wohnung 3 hohe Beamte getötet. Der Gouverneur selbst
hat, nachdem er eine Reihe von Drohbriefen erhalten
hatte, seinen Abschied eingerejeht, der jedoch von den
französischen Behörden nicht angenommen wurde. Die
Bevölkerung ist gegen die Behörden so aufgebracht,
dass die französischen Beamten es nicht wagen, sich auf
der Strasse zu zeigen.
Am „Jugendtag“ fanden in vielen Städten der USA
Demonstrationen der revolutionären Jugend statt. Die
Demonstrationen verliefen unter den Losungen: Vertei-
digung der UdSSR und der Werktätigen Chinas. Laut
Meldung des „Daily Worker“ haben an der Demonstra-
tion im Negerviertel von New York 6000 Negerarbeiter
und weisse Arbeiter teilgenommen.
Laut Meldung der Havas-Agentur aus Portugal ist
Lissabon und die ganze Provinz von einer Welle von
Proteststreiks gegen die Erhöhung der Steuern erfasst.
Die für Schulzwecke bestimmten Ausgaben der
Stadt Berlin wurden wieder um 26 Mill. Mark gekürzt.
In Anbetracht dieser neuen Kürzung wird sich die Zahl
der Volksschulen erheblich verringern. Die Stipendien
für die Studierenden wurden um 40 000 Mark gekürzt,
die Auslagen für die Gewerbeschulen um 2,6 Mill. Mark,
für die Hochschulen um 9 Mill. Mark, für die Mittel-
schulen um 1 Mill. Mark, für die Volksschulen um 11
Mill. Mark.
Die Deutsche Kommunistische Universität stellt sich,
als kommunistische höhere Lehranstalt, folgende grund-
legende Aufgaben: '
1. Qualifizierte, leitende Parteiarbeiter heranzubil-
den, die die marxistisch-leninistische Methode beherr-
schen und verstehen, diese auf den wichtigsten Gebie-
ten des sozialistischen Aufbaues und der internationa-
len Bewegung praktisch anzuwenden;
2. wissenschaftliche Arbeiter und Lehrer (Propa-
gandisten) zum Unterricht in sozial-politischen Fächern
in mittleren und höheren Stufen der Parteiaufklärung
heranzubilden;
3. das Zentrum der Umschulung des deutschen, Par-
teiaktivs auf dem Gebiete des Sowjet-, Partei- und
Kulturaufbaus zu bilden;
4. das Zentrum der wissenchaftlichen Parteiarbeit
unter der deutschen Bevölkerung der UdSSR zu bilden
und unter den breiten Massen des Partei- und des Ju-
gendverbandes u. des Gewerkschaftsaktivs die populär-
wissenschaftliche Arbeit zu entfalten.
5. Den zentralen, republikanischen und örtlichen lei-
tenden Parteiorganisationen bei Entscheidung sämtli-
cher Fragen, die mit dem Plan des wirtschaftlichen und
kulturellen Aufbaues in der UdSSR, in der ASSR d. WD
und den deutschen Rayons verbunden sind, Hilfe zu er-
weisen.
Die nächsten Aufnahmen in die DKU werden stattfin-
den: erste Aufnahme am 20. Juni — 120 Studenten;
zweite Aufnahme am 1. Dezember — 120 Studenten und
zwar wird die Aufnahme in folgende Abteilungen er-
folgen:
1. Kursus
Im Jgni in die a) Propagandistenabteilung, b) Abtei-
lung für Partei-Sowjetaufbau, c) Abteilung zur Heran-
bildung von Pressearbeitern, d) Vorbereitungsabtei-
lung. Im Dezember in die a) Abteilung für Parteiauf-
bau, b) Abt. für Sowjetaufbau, c) Abteilung zur Heran-
bildung von Aufklärungsarbeitern, d) Vorbereitungsab-
teilung.
1. Abteilung für Parteiaufbau
mit 3-jährigem Kursus: Heranbildung leitender Par-
teiarbeiter zur Arbeit in Kantonen, Rayons und gros-
sen, bei Sowjetwirtschaften, MTS und Kollektivwirt-
schaften bestehenden Parteizellen, die als Sekretäre
und Instrukteure der Kanton- und Rayon-Parteikomi-
tees und als leitende Arbeiter des Sowjet- und kollek-
tivwirtschaftlichen Systems ausgenutzt werden können.
11. Propagandistenabteilung
mit 3-jährigem Kursus: Heranbildung von Propagan-
disten und Lehrer zum Unterricht in Ökonomischen und
historischen Fächern in Abenduniversitäten- Sowjet-
Parteischulen, Arbeiterfakultäten, Techniken, sowie
zum Unterricht in marxistisch-leninistischen Fächern
in Zirkeln höherer Stufe.
III. Abteilung zur Heranbildung von Pressearbeitern:
mit 2-jährigem Kursus: Heranbildung von Redakteuren
für Räte-, kollektiv-wirtschaftliche und Fabrikzeitun-
gen, sowie zur Heranbildung von Abteilungsleitern der
Zentral Zeitungen.
IV. Halbjährige Kurse zur Vorbereitung zum Ein-
tritt in d. DKUi
In die Deutsche Kommunistische Universität werden
folgende Genossen auf genommen:
1. Industrie- und landwirtschaftliche Arbeiter mit
2-jähriger Parteizugehörigkeit, 3-jähriger Betriebsarbeit
und 3-jähriger Praxis in gesellschaftlich-politischer
Arbeit.
2. Kollektivisten mit 3-jähriger Parteizugehörigkeit,
4-jähriger Betriebsarbeit und 4-jähriger Praris in ge-
sellschaftlich-politischer Arbeit.
Anmerkung: Es ist in Ausnahmefällen zulässig, dass
die Parteizugehörigkeit bis auf 2 Jahre verringert wird,
wenn der betreffende Kollektivist eine grosse gesell-
schaftliche Arbeit ausgeführt hat.
3. Angestellte mit 7-jähriger Parteizugehörigkeit und
6-jähriger Praxis in Partei- und gesellschaftlicher Ar-
beit.
Die in die DKU Eintretenden dürfen nicht jünger als
21 und nicht älter als 34 Jahre sein.
Die für den Grundkursus Aufzunehmenden müssen:
1. in gesellschaftlich - politischen Fächern Kenntnisse
im Umfange der Sowjet-Parteischule besitzen und ver-
stehen sich in den Beschlüssen der letzten Parteikon-
gresse, Konferenzen, Plenarsitzungen des ZK, sowie in
der internationalen revolutionären Bewegung, in den
Beschlüssen des’ 16. Parteitages, der 17. Parteikon-'
ferenz, der X. und XI. Plenarsitzungen der EKKI gut
zurechtzufinden; 2. auf dem Gebiet der allgemein- |
bildenden Fächer verstehen, ihren Gedanken mündlich
und schriftlich gut Ausdruck zu verleihen, genügende
Kenntnisse im Rechnen mit ganzen Zahlen und Brüchen I
besitzen, sowie mit den hauptsächlichsten Begriffen auf ‘
dem Gebiete der physikalischen und politischen Geogra-
phie bekannt sein.
Für den Vorbereitungskursus werden angenommen:
Industrie- und landwirtschaftliche Arbeiter und Kol-
lektivisten, die zum Eintritt in die Universität nicht
genügend Kenntnisse besitzen, aber im allgemeinen den-
jenigen Anforderungen entsprechen, welche an die Ein- '
tretenden in die KU gestellt werden.
Anmerkung: Genossen, die Kenntnisse im Umfange des
1. Kursus besitzen und den übrigen Anforderungen ent-
sprechen, können, nachdem sie die Prüfung bestanden
haben, in den II. Kursus auf genommen worden. Jenen
Genossen die den Anforderungen, die an die in die Uni-
versität Eintretenden gestellt werden, entsprechen, je-
doch nicht genügend Kenntnisse besitzen, werden von
der Deutschen Kommunistischen Universität Anweisun-
gen und Programme zugesandt, damit sie sich selbst
vorbereiten können. Genossen, die solcher Programme
bedürfen, müssen sich schriftlich an die DKU wenden.
Es werden beim Kultprop der Kanton-Parteikomitees
der KP(B)SU und den ensprechenden Parteikomitees
unter dem Vorsitz des Leiters der Kultpropagandaabtei-
lung Kontrollkommissionen zur Auslese der in die DKU
zu Kommandierenden gebildet, und zwar aus Vertretern
der Org. Instruktorenabteilung und des KWK, dem In-
struktor für Bildungswesen und aus Vertretern des'
LKJV. j
Die Beschlüsse dieser Kontrollkommission sind vom ,
Büro der entsprechenden Parteikomitees und anderen ।
Organisationen zu bestätigen.
Personen, die an ansteckenden Krankheiten, an Neu-
rasthenie in klinischer Form und an Tuberkulose leiden,
so wie physisch Schwache werden in die KDU nicht auf- J
gekommen.
Bekanntmachung
In das Halbstädter Medizinische Technikum in
der Ukraine werden im Herbst 80 Personen aufge-
nommen: 40 in die Dispenserabteiluug (für Arzt-
gehilfen) und 40 in die Hebammenabteilung.
Die Bewerber müssen über eine der 7-jährigen
Schule entsprechende Vorbildung verfügen. Den
Gesuchen sind folgende Dokumente beizulegen:
1. Ueber die soziale Lage der Eltern vor der
Revolution und jetzt.
2. Schulzeugnis.
3. Aerztliches Zeugnis.
4. Empfehlung von der Partei, vom Kommuni-
stischen Jugendverband, Dorfrat, Profverband
oder Kollektiv.
Der Unterricht beginnt am 1. Oktober. Der Be-
schluss der Aufnahmekommission wird bis späte-
stens 1. September mitgeteilt.
Bewerber, die von den örtlichen Organisationen
(Rik, Dorfrat oder Kollektiv) mit Stipendien ver-
sorgt werden, geniessen bei der Aufnahme, bei
sonst gleichen Bedingungen, den Vorzug.
Adresse des Technikums:
Postabteilung MOLOTSCHANSK, Dnjeprope-
trowsker Gebiet, Medtechnikum.
Anmerkung: Invalidität bildet für den Eintritt in die
DKU kein Hindernis.
Die Arbeit der Kontrollkommission muss bis zum 15.
Juni beendigt sein und das gesamte Material bis zum 10.
Juni an die Adresse der Mandatkommission bei der KU
eingesandt werden.
Die Kontrollkommission muss für jeden abzukomman-
dierenden Genossen folgende Dokumente an die DKU
einsenden.
1. Gesuch um Aufnahme in die DKU mit Angabe der
Abteilung;
2. Fragebogen, der von d?m abzukommandieren'’
Genossen eigenhändig ausgefüllt und vom Kantonko-
mitee bescheinigt sein muss.
3. Beschluss des Parteikomitees über die Abkomman-
dierung;
4. eine von der Parteizelle bestätigte Autobiographie,
5. Auszug aus dem Protokoll der Partei-Reinigungs*
käommission mit beigefügter Charakteristik.
6. Farteicharakteristik.
7. Auskunft des Dorfrates über Vermögenslage und
Familienverhältnisse.
8. Erklärung des Eintretenden, dass ihm die Aufnah*
mebedingungen bekannt sind.
9. Auskunft über Gesundheitszustand.
10. Die örtlichen Organisationen übernehmen folgende
Verpflichtungen:
1. Dem abzukommandierenden Genossen, äusser dem
dekretierten Urlaub, einen l-monatlichen Urlaub zur
Vorbereitung für die DKU zu gewähren, wobei ihm sein
Gehalt laut Beschluss des VK für Arbeit vom 17. Sep-
tember 1930, Nr. 292, für die Dauer der Urlaubszeit
von der Unternehmung oder der Anstalt, in welcher der
betreffende Genosse dient weiter gezahlt werden muss.
Dem Eintretenden vom 15. Mai an äusser den Ruhe-
tagen in der Dekade 2 freie Abende zur Vorbereitung
zu ‘gewähren.
2. Tagegelder auszuzahlen, sowie die Kosten der Reise
nach der DKU und zurück, auch falls der Betreffende
nicht aufgenommen werden sollte, zu decken.
Die DKU deckt auf keinen Fall die Kosten der Rück-
reise.
Die Studenten der DKU erhalten ein Stipendium im
Betrage von 100 Rbl.
Es werden ihnen, äusser dem Stipendium, im Internat
der DKU Wohnung mit Beheizung, Beleuchtung und
Bedienung, sowie Lehrbücher, Hilfsmittel und anderes
zu Verfügung gestellt.
Die DKU übernimmt nicht die Verpflichtung, die Fa-
milien der Studenten mit Wohnungen zu versorgen.
Genossen, die ihre Familien mitbringen, werden nicht
aufgenommen. Die abkommandierten Genossen müssen
zur Prüfung die Mitgliedskarte der KP(B)SU, Militär-
karte und Kommandierungsbescheinigung mitbringen.
Beginn der Prüfung am 20. Juni, Beendigung am 25
Die von der Mandatkommission zugelassenen Genos-
sen müssen zur bestimmten Frist erscheinen, um sich
der Aufnahmeprüfung zu unterziehen. "
Sekretär des Gebietsparteikomitees der KP(B)SU
Pawlow
Berichtigung
In Nr. 127 vom 5. Juni soll es auf der 3. Seite unter
„Aus Dorfkorrespondenzen“ in der 4. Zeile statt „Die
Arbeitskrise“ richtig „Die Arbeitskräfte“ heissen.
Im Artikel „Ergebnisse der 3 bolschewistischen Aus-
saat“ (DZZ. v. 23. V.) soll es richtig heissen „die Aus-
saat konnte im Spartakus Rayon in fünfeinhalb Tagen
beendigt werden. (Nicht in 15).
Verantwortlicher Redaktenr: L KOMOR
Neuaufnahme in das Krassny-Kuter
Landwirtschaftliche Technikum
Das Krassny-Kuter Landwirtschaftliche Techni-
kum gibt bekannt, dass im Jahre 1932 die Neuauf-
nahme in den ersten Grundkursus der Abteilung für
Samenzucht zum 1. September und in den ersten
Grundkursus der Abteilung für Milchviehzucht
zum 1. August stattfinden wird. Aufgenommen
werden Personen im Alter nicht unter 15 Jahren,
die vollendete Siebenjähr- oder Bauernjugend-
schulbildung besitzen.
Gesuche um Aufnahme, mit Angabe in welche
Abteilung, sind an die Aufnahmekommission beim
Technikum zu schicken.
Dem Gesuch sind folgende Dokumente beizule-
gen:
1. Zeugnis über Bildung
2. Geburtsschein
3. Ausweis über die soziale Herkunft
4. Ausweis über die soziale Lage gegenwärtig,
sowie über den Arbeitslohn der Eltern.
5. Ausweis über den Gesundheitszustand
6. Eventuelle Empfehlungen von Organisatio-
nen.
7. Fotografien mit persönlicher Unterschrift.
8. Postmarke zu 15 Kopeken.
Adresse des Technikums: Krassny-Kut, ASSR
d. WD
Landwirtschaftliches Technikum
Direktion
Heinrich Emsen
aus Rosental, Kanton Krassny - Kut, 3
sucht seine Schwester Eugenie Emich.
Selbige war zuletzt wohnhaft in Wladikawkas. I
Ihren Aufenthaltsort oder ihren Verbleib mitzu- I
teilen an die Adresse:
Ct. IfleKBHO. MocK.-KypcKoii st. it., i vai.CKoro oKpvra
tob. Barnep float Hesm.
Redaktion und Verleg: Moskau, Leontjewskij Pereulok 24, Tel. 2-69-58. Bezugspreis. 1 Monat —1 Rbl., 3 Monate — 2,70 Rbl., 6 Monate —4,80 Rbln 1 Jahr — 9 Rbl. Zu beziehen durch alle Postämter.
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