Author: Oppermann R. Murchner B. Reiterer H. Koch M.
Tags: benutzerfreundlichkeit usability mensch-computer-interaktion hci ergonomische softwaregestaltung ux-design benutzerzentrierte gestaltung interface-design software-ergonomie
ISBN: 3-11-013506-X
Year: 1992
Mensch Computer Kommunikation 5/2
Herausgegeben von Helmut Balzert
R. Oppermann
B. Murchner
H. Reiterer
M . Koch
Software-ergonomische
Evaluation
Der Leitfaden EVADIS II
2., neu bearbeitete und erweiterte Auflage von
Evaluation von Dialogsystemen
Der Software-ergonomische Leitfaden EVADIS
w
DE
G
Walter de Gruyter • Berlin • New York 1992
Dr. phil. R e i n h a r d O p p e r m a n n 1 '
Dipl.-Soz. Bernd M u r c h n e r 2 '
Dr. soz. o e c . H a r a l d Reiterer 1 »
und 2)
Dr. soz. oec. M a n f r e d K o c h 3 )
1 Wissenschaftlicher M i t a r b e i t e r bei der
G M D , Gesellschaft für M a t h e m a t i k und Datenverarbeitung m b H ,
Postfach 1 3 1 6 , Schloß Birlinghoven, D - 5 2 0 5 St. Augustin 1
2 Universitätsassistent a m
Institut für Statistik und Informatik der Universität W i e n ,
Liebiggasse 4 , A - 1 0 1 0 W i e n
3 M i t a r b e i t e r "bei
Ernst Sc Y o u n g Unternehmensberatung Gesellschaft m b H
Reisnerstraße 4 0 , A - 1 0 3 0 Wien
M i t 14 Abbildungen
® Gedruckt auf säurefreiem Papier, das die US-ANSI-Norm über Haltbarkeit erfüllt.
Die Deutsche
Bibliothek
—
CIP-Einheitsaufnahme
Software-ergonomische Evaluation : der Leitfaden EVADIS II /
R. Oppermann ... — 2., neubearb. und erw. Aufl. von „Evaluation von Dialogsystemen". - Berlin ; New York : de Gruyter,
1992
(Mensch — Computer — Kommunikation ; 5)
ISBN 3-11-013506-X
NE: Oppermann, Reinhard; G T
© Copyright 1992 by Walter de Gruyter & Co., D-1000 Berlin 30.
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung
außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages
unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Printed in Germany
Druck: WB-Druck GmbH, 8959 Rieden am Forggensee. — Bindearbeiten: Dieter Mikolai,
Berlin. — Umschlagentwurf: Hansbernd Lindemann, Berlin.
Vorwort
Die Güte der Benutzbarkeit von Software-Produkten ist in den letzten Jahren unter
dem Schlagwort der "Benutzerfreundlichkeit" zu einem relevanten und vielbeachteten Kriterium geworden, das etwa bei Kaufentscheidungen eine immer wichtigere
Rolle spielt. Diese Entwicklung kam nicht von ungefähr, hat sich doch gezeigt, daß
selbst funktional mächtigen Software-Produkten der Erfolg beim Einsatz in der täglichen Praxis versagt bleibt, wenn sie den Benutzern den Zugang zu ihren Leistungen
erschweren oder gar immöglich machen. Dieser Zugang zu den Leistungen eines
Software-Produktes wird ganz wesentlich von der Beachtung oder Nichtbeachtung
ergonomischer Gestaltungsrichtlinien bei deren Entwicklung bestimmt. Derartige
Gestaltungsrichtlinien wurden in den letzten Jahren in nationalen (z.B. DIN 66234
Teil 8 "Grundsätze der Dialoggestaltung") und internationalen Normen (z.B. ISO
9241 Part 10 "Dialogue Principles") festgeschrieben. Damit wurde für SoftwareEntwickler und -Käufer ein gewisser Standard gesetzt, an dem sie sich bei ihren
Design- und Kaufentscheidungen orientieren können. Daraus entwickelte sich aber
auch ein Bedarf nach geeigneten Evaluationsverfahren, die eine Überprüfung der
Einhaltung derartiger Gestaltungsprinzipien ermöglichen.
Dieser Bedarf war Anlaß und Ausgangspunkt für das vorliegende Buch. Dabei beschränkt es sich aber in seiner Darstellung nicht auf die Präsentation eines bestimmten Evaluationsverfahrens, sondern macht den Leser auch mit einer Reihe von allgemeinen Grundlagen im Bereich der software-ergonomischen Evaluation vertraut.
Neben einer kurzen Einführung in den Gegenstand der Software-Ergonomie werden
dem Leser die wichtigsten Methoden der Evaluation vermittelt. Breiten Raum nimmt
eine umfassende Diskussion der ergonomischen Gestaltungsprinzipien ein, wobei
immer wieder auf nationale und internationale Normen bezug genommen wird.
Ausführlich wird auch auf jene Bereiche eingegangen, die bei einer Evaluation zu
berücksichtigen sind. Hierbei wird besonderes Augenmerk auf die Organisation, die
Aufgaben und die Benutzer gelegt, die den Kontext einer software-ergonomischen
Evaluation bilden.
Neben den allgemeinen Grundlagen der software-ergonomischen Evaluation wird
das von der Forschungsgruppe Mensch-Maschine-Kommunikation der Gesellschaft
für Mathematik und Datenverarbeitung entwickelte Evaluationsverfahren EVADIS II
im Detail vorgestellt. Bei der Entwicklung dieses Verfahrens dienten die im Buch
vorgestellten Grundlagen und Gestaltungsprinzipien der software-ergonomischen
Evaluation als Entwurfsleitlinien. EVADIS II basiert auch auf dem in der Zeit von
1985 bis 1987 entwickelten und im Jahre 1988 im Walter de Gruyter Verlag
publizierten Evaluationsleitfaden EVADIS1. Den damaligen Mitautoren Paetau,
vgl. R. Oppermann, B. Murchner, M. Paetau, M. Pieper, H. Simm, I. Stellmacher: Evaluation von
Dialogsystemen - Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS, De Gruyter, Berlin, 1988
VI
Vorwort
Pieper, Simm und Stellmacher dieser ersten Version von EVADIS möchten wir an
dieser Stelle für ihre Zustimmung zu einer Weiterentwicklung von EVADIS danken.
Zu besonderem Dank sind wir auch Herrn Tepper von der GMD für seinen Beitrag
zu Fragen der direkten Manipulation verpflichtet. Ebenso Herrn Helmer von der
GMD, der uns in Fragen der gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes und der
Datensicherheit beriet.
Der rasche Erkenntnisfortschritt im Bereich der Software-Ergonomie und die zahlreichen Anregungen von EVADIS-Anwendern veranlaß ten die Forschungsgruppe
Mensch-Maschine-Kommunikation, eine umfassende Weiterentwicklung vorzunehmen. Dazu konnte das Institut für Statistik und Informatik der Universität Wien als
Kooperationspartner gewonnen werden. Dafür möchten wir an dieser Stelle Herrn
Prof. Tjoa vom Institut für Statistik und Informatik für die Ermöglichung und die tatkräftige Unterstützung dieser Kooperation danken. Aus dieser Kooperation entstand
in der Zeit von 1988 bis 1991 die nun vorliegende 2. Version des Evalutionsleitfadens: EVADIS II.
Im vorliegenden Buch wird das gesamte EVADIS II-Verfahren dargestellt. Die
Kenntnis des ursprünglichen Verfahrens ist daher nicht erforderlich. Ziel des Verfahrens ist nach wie vor die software-ergonomische Bewertung der Schnittstellen
zwischen Benutzern und Anwendungssystemen für den Bürobereich. Gerade in
diesem Bereich spielt die Benutzbarkeit von Anwendungssystemen, aufgrund der
immer größer werdenden Anzahl gelegentlicher Benutzer mit oft unterschiedlichsten
Aufgabenstellungen, eine erhebliche Rolle. Das weiterentwickelte Verfahren ermöglicht nun neben einer detaillierten und umfassenden Beschreibung auch eine
Bewertimg der Eigenschaften der Benutzbarkeit. Dabei werden jetzt aber - im Gegensatz zum ursprünglichen EVADIS Verfahren - auch verstärkt Aspekte der Funktionalität des Anwendungssystems im Hinblick auf die Aufgabenstellung und der
Realisierung der Organisations- und Aufgabengestaltung in die Bewertung miteinbezogen.
Grundlage der Weiterentwicklung waren umfangreiche neuere Literaturauswertungen, zahlreiche Fachgespräche mit Experten aus dem Bereich der Software-Ergonomie und eigene Erfahrungen mit Software-Systemen unterschiedlichster Art. Gleichzeitig konnten die praktischen Erfahrungen, die an den Universitäten Wien und
Koblenz beim Einsatz des Leitfadens in der Lehre sowie bei verschiedenen Weiterbildungsmaßnahmen gewonnen wurden, in die Weiterentwicklung einfließen.
Neben einer umfangreichen Neukonzeption und Erweiterung des Verfahrens wurde
auch eine grundlegende Verbesserung des EDV-gestützten Leitfadens vorgenommen.
Die Ergebnisse der Weiterentwicklung werden mit der Vorlage dieses Buches
wiederum einem größeren Kreis der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Auch diesmal
sind die Entwickler an kritischen Anregungen zum Verfahren, Erfahrungen bei seinem Einsatz und Ergebnissen anderer Evaluationsansätze sehr interessiert, da die
Arbeiten zur Pflege und Weiterentwicklung des Verfahrens fortgesetzt werden
Vorwort
vn
sollen. Der Anwender erhält die jeweils aktuelle Fassung des Verfahrens im Rahmen
des Transferpaketes.
Die vorliegende Arbeit soll einerseits Grundlagen der software-ergonomischen Evaluation vermitteln und andererseits Interessenten in die Lage versetzen, das Evaluationsverfahren EVADIS II anzuwenden und zu beurteilen. Zur Anwendung ist eine
Lektüre des gesamten Buches angeraten. In der Einleitung wird in den Gegenstand
der Software-Ergonomie eingeführt. Im ersten Kapitel werden Grundlagen der
software-ergonomischen Evaluation vermittelt. Im zweiten Kapitel werden die Kriterien, an denen man sich bei der Durchführung einer ergonomischen Evaluation
orientiert, ausführlich beschrieben. Im anschließenden dritten Kapitel erfolgt eine
detaillierte Beschreibung des Evaluationsverfahrens EVADIS H. Im vierten Kapitel
wird eine Anleitung zum praktischen Vorgehen bei der Anwendung des EVADIS IiVerfahrens geliefert. Das letzte Kapitel enthält eine Beschreibung der Voraussetzungen und der Zielgruppen für den Einsatz des EVADIS II-Verfahrens. Im Anhang sind sämtliche Bestandteile des EVADIS II-Verfahrens dokumentiert. Diese
Auslagerung in den Anhang erhöht für den unerfahrenen EVADIS-Anwender die
Übersichtlichkeit und ermöglicht gleichzeitig dem geübten EVADIS-Anwender einen
direkten Zugriff auf die ihn interessierenden Teile des Verfahrens.
Die EDV-gestützte Anwendung des EVADIS II-Verfahrens erfordert den Einsatz des
Transferpaketes. Technische Voraussetzung dafür ist in der Regel der Einsatz von
zwei Computern, wobei einer für die Arbeit mit der EVADIS Ii-Software, ein zweiter
für die zu testende Software benötigt wird. Ein Bestellformular für die Software des
EDV-gestützten Leitfadens befindet sich auf der letzten Seite des Buches.
R Oppermann
B. Murchner
H. Reiterer
M. Koch
Sankt Augustin und Wien, im Februar 1992
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.
1
1.1
1.2
1.3
1.3.1
1.3.2
1.4
1.4.1
1.4.2
1.4.3
Grundlagen der software-ergonomischen Evaluation von
Bürosystemen.
Gegenstand und Ziel
Anlässe für den Einsatz von Evaluationsverfahren.
Prinzipien der Bewertung.
Ganzheitlichkeit
Aufgaben- und Benutzerorientierung
Methoden der Evaluation
Befragungen (Interview oder Fragebogen)
Experimentelle Evaluationsmethoden
Leitfadenorientierte Evaluationsmethoden
5
5
7
8
8
10
10
10
11
13
2.
2.1
2.2
2.3
2.3.1
2.3.2
2.3.3
2.3.4
2.3.5
2.3.6
2.3.7
2.3.8
2.3.9
2.3.10
2.3.11
2.3.12
Ergonomische Kriterien einer Evaluation.
Allgemeine Kriterien menschengerechter Arbeit
Kriterien zur Bewertung der Organisation und der Aufgaben
Kriterien zur ergonomischen Bewertung der Software
Verfügbarkeit
Nützlichkeit
Komfort
Übersichtlichkeit
Selbstbeschreibungsfähigkeit, Self-descriptiveness
Erwartungskonformität, Conformity with user expactations
Fehlerrobustheit, Error tolerance
Erlernbarkeit, Suitability for learning
Individualisierbarkeit, Suitability of individualization
Steuerbarkeit, Controllability
Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit
Datenschutz/Datensicherheit
15
19
22
30
30
31
31
33
35
37
39
41
43
44
47
47
X
2.4
2.4.1
2.4.2
3.
3.1
3.2
3.2.1
3.2.2
3.3
3.3.1
3.3.2
3.3.3
3.3.4
3.3.5
3.3.5.1
3.3.5.2
3.3.5.3
3.3.6
3.3.6.1
3.3.6.2
3.3.6.3
3.3.6.4
3.3.6.5
3.3.6.6
3.3.6.7
3.3.6.8
3.3.7
Inhaltsverzeichnis
Einordnung der Kriterien in arbeitspsychologische Theorien
Einbettung der Kriterien in das "Kontrollkonzept"
Einbettung der Kriterien in das allgemeine Konzept der
"menschengerechten Arbeit" unter Berücksichtigimg des
"Kontrollkonzepts"
48
48
Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
Erweiterungen des bestehenden software-ergonomischen
Leitfadens EVADIS
Bezugsrahmen von EVADIS IL
Technische Systemkomponenten
Ergonomische Kriterien
Bestandteile von EVADIS H
Fragebogen zur Erfassimg von Benutzereigenschaften
Untersuchung der Mensch-Mensch-Funktionverteilung und der
Arbeitsabläufe
Antwortblätter zur Festlegung der Inhalte und des Umfangs der
Software-Evaluation
Beschreibung der Funktionalität von typischen
Anwendungssystemen
Beispiele für Prüfaufgaben
Beschreibung des Aufbaus der Beispielprüfaufgaben
Beschreibung von Operationen der Beispielprüfaufgaben
Berücksichtigung der Installation des Anwendungssystems
Prüffragen zur Bewertung der Software
Verortung der Prüffragen in den Bezugsrahmen
Prüffragen-Nummern
Gruppen von Prüffragen nach dem Kontext ihrer Prüfung
Antwortvorgaben der Prüffragen.
Notizfeld.
Kommentare und Bewertung
Gesamtaufbau eines Prüffragensatzes
Dokumentation und Verwaltung der Prüffragensammlung
Anleitung zur Erstellung des Prüfberichtes
52
50
53
55
55
62
66
66
67
69
70
70
71
72
74
74
75
77
77
78
79
79
81
82
82
Inhaltsverzeichnis
4.
XI
4.1
4.1.1
4.1.2
4.1.3
4.1.4
4.1.5
4.1.6
4.2
4.2.1
4.2.2
4.3
4.4
4.4.1
4.4.2
4.4.3
4.4.4
4.5
4.5.1
4.5.2
4.5.3
Vorgehensweise beim Einsatz des EVADIS II-Leitfadens
- Durchführungsvorschrift
Vorbereiten und Erkunden des Anwendungssystems
Installation des zu prüfenden Systems
Einarbeitung in das zu prüfende System
Erkunden der Funktionalität des Systems
Prüfung der Eignung des Anwendungssystems.
Festlegen von Prüfschwerpunkten - Prüfstrategie
Auswählen, Anpassen und Übernehmen der Prüffragen
Bewerten der Aufgaben und Erstellen der Prüfaufgabe(n)
Bewerten der Aufgaben
Erstellen der Prüfaufgabe(n)
Charakterisierung der Benutzer des Anwendungssystems
Durchführen der Prüfung.
Vergegenwärtigen der ausgewählten Prüffragen
Ausführen der Operationen der Prüfaufgabe(n)
Beantworten der Prüffragen und Abgabe einer Bewertung.
Protokollieren von Besonderheiten
Auswerten der Ergebnisse und Erstellen eines Prüfberichtes
Erstellen eines Auswertungsdokuments
Prüfen der Konsistenz von Schnittstelleneigenschaften
Erstellen des Prüfberichtes
83
86
86
86
86
86
87
87
88
88
88
89
89
89
90
90
91
91
91
92
92
5.
5.1
5.1.1
5.1.2
5.2
5.3
5.4
Einsatz des EVADIS II-Verfahrens
Voraussetzungen für die Nutzung des EVADIS II-Verfahrens
System-, Aufgaben- und Benutzerkenntnisse
Ergonomiekenntnisse
Anwender des EVADIS II-Verfahrens
Einsatz des Evaluationsverfahrens mit EDV-Unterstützung
Fortschreibung des Verfahrens
;
94
94
94
95
95
96
96
Index
Literaturverzeichnis.
97
101
Xn
Inhaltsverzeichnis
Anhang A: Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
108
Anhang B: Prüffragen zur Untersuchung der Mensch-MenschFunktionsverteilung und der Arbeitsabläufe
121
Anhang G Antwortblätter zur Festlegung der Inhalte und des
Umfangs der Software-Evaluation
138
Anhang D: Funktionalität einiger typischer Anwendungen
eines Bürosystems
159
Anhang E: Beispiele für Prüfaufgaben.
170
Anhang F:
181
Prüffragensammlung
Anhang G: Anleitung zur Erstellung des Prüfberichtes
Anhang H: Transferpaket für die software-gestützte Evaluation
mit dem EVADIS II - Verfahren auf der Basis eines
Datenbanksystems
327
Bestellformular
332
330
Einleitung
Gegenstand des software-ergonomischen Interesses sind die benutzerbezogenen
Eigenschaften von Software-Systemen. Um das spezifische Ziel der Software-Ergonomie zu verstehen, soll zunächst eine Begriffseinordnung von Ergonomie im allgemeinen und Software-Ergonomie im besonderen vorgenommen werden. Damit
soll nicht nur ein klareres Verständnis des Forschungsgebietes, sondern auch ein besseres Verständnis des in diesem Band vorgestellten Evaluationsverfahrens vermittelt
werden. Der Evaluationsleitfaden erfaßt nämlich nur spezifische Aspekte ergonomischer Eigenschaften von Arbeitssystemen.
Ergonomie kann man mit Arbeitswissenschaft umschreiben (vgl. Luczak / Rohmert
1980,15). Es geht um das Verhältnis eines arbeitenden Menschen zu seinem Arbeitsgegenstand, seinen Arbeitsmitteln, seinen Arbeitsmethoden und seinen Arbeitsbedingungen. Manchmal wird Ergonomie auch verstanden als ein Teilgebiet der
Arbeitswissenschaft (vgl. Laurig 1980,12)1. Gegenstand der Arbeitswissenschaft ist
dann über die Ergonomie hinaus die Frage der Wirtschaftlichkeit und der gesellschaftlichen Bedeutung von Arbeit. Anliegen der Ergonomie ist das physische und
psychische Wohlbefinden des Arbeitenden. Erreicht werden soll dieses Wohlbefinden durch die Schaffung entsprechender Arbeitsbedingungen, d.h. durch Anpassung
der Arbeitsbedingungen an den arbeitenden Menschen; insofern ist die Ergonomie
also normativ orientiert und nicht nur analytisch. Entsprechend der technischen
Entwicklung und dem Vorherrschen unterschiedlicher Arten von Belastungen haben
am Anfang ergonomischer Betrachtungen physikalische Faktoren und ihre Auswirkungen auf physiologische Aspekte im Vordergrund gestanden. Dies gilt auch
für die ergonomische Gestaltung von Computersystemen. Hier ging es zunächst um
Strahlungsbelastungen, Flimmern der Bildschirme, Schäden durch Zwangshaltungen
etc.
Bei der Arbeit mit Computersystemen kann zwischen den drei Bereichen HardwareErgonomie, Software-Ergonomie und "Organisations-Ergonomie" unterschieden
werden.
Bei der Hardware-Ergonomie geht es um die Gestaltung der technischen Geräte, des
Rechners, des Bildschirms, der Tastatur, des Druckers und sonstiger Peripheriegeräte. Fragen der Hardware-Ergonomie richten sich auf die Geräuschentwicklung,
die Flimmerfreiheit und Auflösung des Bildschirmes, den Tastenanschlag und die
Tastaturausstattung, die Strahlenbelastung usw. Da dieses Gebiet nicht Gegenstand
dieser Veröffentlichung ist, wird hierauf nicht näher eingegangen.
Einer bei Laurig (1980) vorgenommenen Beschränkung der Ergonomie auf eine bestimmte Klasse
von Methoden, nämlich naturwissenschaftliche Methoden, folgen wir hier ebensowenig wie
einer Beschränkung der Ergonomie auf Mindeststandards der Ausführbarkeit und Erträglichkeit
im Vergleich zu weitergehenden Forderungen nach Zumutbarkeit oder noch weitergehenden der
Persönlichkeitsförderlichkeit (Hacker 1980) und Partizipation (Ulich 1986).
2
Einleitung
Software-Ergonomie bezieht sich auf die Beziehung von Programmsystemen zum
Benutzer. Software-Ergonomie umfaßt drei Gütebereiche von Software-Produkten:
die angemessene Funktionalität eines Systems, seine Fehlerfreiheit und eine
geeignete Schnittstelle zwischen Benutzer und System. Eine angemessene
Funktionalität bezieht sich auf das Verhältnis von Aufgaben des Benutzers und
Leistungsmerkmalen des Systems, d.h. auf das Vorhandensein von Funktionen im
System, die die Aufgaben des Benutzers effizient unterstützen. Die Fehlerfreiheit
eines Systems meint die Übereinstimmung des tatsächlichen Systemverhaltens mit
den spezifizierten bzw. beschriebenen Leistungen eines Systems. Die Schnittstelle
zwischen System und Benutzer bezieht sich auf die Art, in der sich das System dem
Benutzer präsentiert und in der sich der Benutzer das System erschließen, mit ihm
umgehen kann.
Wie in der Ergonomie allgemein, so können auch in der Software-Ergonomie für die
drei genannten Gütebereiche keine absoluten Richtgrößen angegeben werden. Eigenschaften von Arbeitssystemen lassen sich vielleicht noch hinsichtlich der "Schädigungs- und Beeinträchtigungslosigkeit" spezifizieren. Bei Fragen der "Persönlichkeitsförderlichkeit" oder der "Sozialverträglichkeit", um zwei andere arbeitswissenschaftliche Zielkriterien zu nennen, hört die Möglichkeit auf, absolute und überzeitlich geltende Eigenschaften positiv zu benennen. Hier kann höchstens noch
negativ bestimmt werden, welche Eigenschaften nicht vorliegen sollen.
Aus den Besonderheiten der Software-Produktion ergibt sich, daß absolute Fehlerfreiheit nicht erreichbar ist. Ab einer gewissen Komplexität von Systemen kann die
Korrektheit eines Systems nicht mehr verifiziert werden. Die Leistungen werden oft
von Systemversion zu Systemversion geändert, ohne daß die Beschreibung mit
geändert wird. Änderungen an einer Systemkomponente verursachen unbeabsichtigte und unbemerkte Änderungen anderer Systemkomponenten. Unvorhergesehene Aktionen des Benutzers führen zu nicht vorhergesehenen Systemzuständen2. Solche Probleme treten nicht erst bei der Wartung, sondern bereits bei
der Entwicklung von Software auf. Die Qualitätssicherung ist eine zentrales
Anliegen von Herstellern und eine Aufgabe, die von den "autorisierten Prüfstellen"3
der Gütegemeinschaft Software e.V. wahrgenommen wird. Die Eigenschaft, die mit
einer Korrektheit von Systemen erreicht wird, kann man mit "Verläßlichkeit" bezeichnen.
Das Fehlen von absoluten Richtgrößen bedeutet für die Funktionalitäten von
Software-Produkten , daß es z.B. von der Aufgabenentwicklung des Benutzers, von
dem Entwicklungsstand der Technik und von der Phantasie des Entwicklers
abhängt, welche Funktionen von technischen Systemen eine Aufgabe von Benutzern
„Programmfehler (»Bugs«) sind Mängel der Konkurrenz-Software. Unvollkommenheiten in
Ihrem eigenen Programm haben verschiedene Namen, je nach dem, wer Sie gerade sind: Bei
ACIUS heißen sie »Anomalie«, bei Claris »unerwartetes Ergebnis«, bei Microsoft »nicht
vorschriftsmäßiger Abschluß« und bei Apple »nicht dokumentiertes Leistungsmerkmal«."
(Kawasaki 1991,57).
Die Autorisierung erfolgt durch die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD),
Sankt Augustin, die die Funktion des Prüfinstituts übernommen hat.
Einleitung
3
effizient unterstützen können. Was heute unvorstellbar ist, ist morgen vielleicht
Stand der Technik und kann übermorgen schon als unzumutbare Beschränkung
empfunden werden. Nach dem heutigen Stand der Technik sollte ein Textverarbeitungssystem z.B. die Möglichkeit zur Definition von Formattypen bieten. Eine
Datenbank sollte variabel lange Felder verwalten können. Ein Graphiksystem sollte
die Möglichkeit von Beschriftungen in unterschiedlichen Schriftarten zulassen. Die
Eigenschaft, die mit einer angemessenen Funktionalität von Systemen erreicht wird,
kann man mit "Nützlichkeit" bezeichnen.
Die Schnittstellen-Ergonomie baut auf den beiden ersteren Güteeigenschaften von
Software-Produkten (Verläßlichkeit und Nützlichkeit) auf und fragt nach dem "Wie"
der Leistungserbringung. Hier geht es um die Interaktion zwischen Benutzer und
System. Die Eigenschaft, die mit einer angemessenen Handhabung von Systemen
erreicht wird, kann man mit "Benutzbarkeit" bezeichnen. Diese Schnittstelleneigenschaft ist der eigentliche Gegenstand der vorliegenden Arbeit.
Die "Organisations-Ergonomie" ist als Begriff nicht gängig. Sie wird in dieser
Notation lediglich in Parallele gesetzt zu den beiden ersten Gegenstandsbereichen
der Ergonomie (Hardware- und Software-Ergonomie). Das Untersuchungsobjekt der
Organisations-Ergonomie gehört jedoch zum selbstverständlichen Bestandteil der
Arbeitswissenschaft: "Im Vorfeld und parallel mit technischen Überlegungen zur
wechselseitigen Anpassung von Mensch und Arbeitsplatz verfolgt die
organisatorische Arbeitsgestaltung das Ziel, z.B. die Arbeitszeit, den Arbeitsablauf
und die Arbeitsbeanspruchung optimal zu gestalten" (Schnauber 1979,187). Sie fragt
nach der Einbettung technischer Systeme in eine Organisation, nach der Arbeitsteilung zwischen Mensch und Technik und zwischen Mensch und Mensch, nach
dem Verhältnis von Tätigkeitsprofilen und Qualifikationsanforderungen von
Benutzergruppen, den Gestaltungspotentialen bzw. -determinanten von technischen
Systemen in Organisationen und der "systematischen Gliederung des Arbeitsprozesses nach aufgabenmäßigen, räumlichen und zeitlichen Gesichtspunkten"
(Rahmert 1973, zit. nach Schnauber a.a.O.).
Die genannten software-ergonomischen Gütebereiche, d.h. die KorrektheitsErgonomie ("Verläßlichkeit"), Funktionalitäts-Ergonomie ("Nützlichkeit") und
Schnittstellen-Ergonomie ("Benutzbarkeit"), die gemeinsam die "Verwendbarkeit"
eines Software-Produktes ausmachen, sowie die "Organisations'-Ergonomie und die
Hardware-Ergonomie, stehen in einem komplementären, in einem gewissen Maße
sogar in einem multiplikativen Verhältnis zueinander: wenn ein Faktor so schlecht
wird, daß sein "Wert" gegen Null strebt, wird das gesamte Produkt wertlos. Ein noch
so gut "benutzbares" Produkt, das nicht die angemessenen Funktionen enthält, ist für
die Aufgabenerledigung unbrauchbar; ein System, das eine monotone und auf eine
Kommunikation zwischen Rechner und Benutzer reduzierte Tätigkeit eines
Beschäftigten in einer Organisation vorsieht, ist sozial untragbar. Hieraus wird
deutlich, daß man die ergonomische Güte eines Produktes unter verschiedenen
Gesichtspunkten betrachten kann, unter dem Aspekt der Produktionseffizienz
(Wirtschaftlichkeit), dem der ausgewogenen psychomotorischen und kognitiven
Belastung, dem der subjektiven Arbeitszufriedenheit und so weiter. Man kann das
Verhältnis der Gütebereiche zueinander auch unter der Metapher einer Kette betrachten: Ihre Stärke bestimmt sich nach dem schwächsten Glied. Eine Darstellung
4
Einleitung
der Modellvorstellung der verschiedenen Ergonomie-Aspekte enthält die folgende
Abbildung 1. In ihr ist auch angedeutet, daß es nicht-leere Schnittmengen zwischen
den einzelnen Ergonomie-Bereichen gibt, ohne daß hierauf näher eingegangen wird.
Das in diesem Buch zu dokumentierende Verfahren zielt primär auf die Erfassung
der software-ergonomischen Qualitäten der Schnittstelle zwischen Benutzer und
System, es geht also um die "Schnittstellen-Ergonomie". Gleichzeitig werden aber
auch Aspekte der "Funktionalitäts-Ergonomie" und der "Organisations-Ergonomie"
in die Betrachtung miteingeschlossen. Funktionalitätsaspekte werden durch die
Verwendung von möglichst realitätsbezogenen Prüfaufgaben zu erfassen versucht,
indem die "Nützlichkeit" des Software-Produktes bei der Durchführung dieser
Aufgaben zum Gegenstand der Bewertung gemacht wird. Organistorische Aspekte
werden dadurch erfaßt, daß im Vorfeld der eigentlichen Evaluation die
ergonomische Qualtität der Arbeitsteilung und der Gestaltung der Arbeitsabläufe
am Arbeitsplatz des Software-Produktes untersucht werden.
1. Grundlagen der softwareergonomischen Evaluation von
Bürosystemen
1.1
Gegenstand und Ziel
Gegenstand der Betrachtung von Evaluationsverfahren sind Software-Produkte des
Büro- und Verwaltungsbereiches. Produktionssteuerungssysteme, CAD-Systeme, etc.
sind nicht Gegenstand dieses Buches. Zielgruppe als Benutzer sind Arbeitende im
Büro- und Verwaltungsbereich, wie beispielsweise Schreibkräfte, Sachbearbeiter
oder Wissensverarbeiter (Fach- oder Führungskräfte). Typische Programmpakete,
die von dieser Zielgruppe eingesetzt werden, sind Datenbanken, Tabellenkalkulation, Bürographik, Textverarbeitung und Elektronische Post. Es kann sich
dabei um Einzelanwendungen oder um integrierte Programmpakete handeln.
Ein weiteres Charakteristikum von Evaluationsverfahren für den Bürobereich ist deren Ausrichtung auf Dialogsysteme. Dialogsysteme sind dadurch ausgezeichnet, daß
sie dem Benutzer die Abwicklung seiner Aufgabe in direkter Interaktion mit dem
System ermöglichen und - von laufenden Verarbeitungsprozessen evtl. abgesehen in jedem Zustand auf jede Aktion des Benutzers reagieren können. Dialogsysteme
können dem Benutzer mehr Eingriffsmöglichkeiten und Informationen über mögliche Aktionen und Effekte, verfügbare Funktionen und Dialogsequenzen bieten als
Stapelsysteme. Sie verlangen allerdings manchmal auch ein größeres Handhabungswissen als diese. Teilweise sind die genannten Unterschiede nicht streng kausal
durch die Systemeigenschaften bedingt, sondern gehen auf den Entwicklungsstand
und die spezielle Auslegung der Systeme zurück.
Evaluationsverfahren sollten alle relevanten ergonomischen Eigenschaften von Dialogsystemen für den Büro- und Verwaltungsbereich in einer ganzheitlichen Weise erfassen. Dies bedeutet, daß möglichst alle benutzer- und aufgabenrelevanten Eigenschaften der Schnittstelle in allen Teilen des fraglichen Arbeitssystems ermittelt werden sollen. Es geht also nicht nur um die Selbstbeschreibungsfähigkeit einer Schnittstelle, nicht nur um ihre Steuerbarkeit, um zwei allgemeine Kriterien für Schnittstellengüte zu nennen, sondern um die Berücksichtigung eines breiten Spektrums
von Kriterien. Es geht auch nicht allein um die Leistungsfähigkeit und Güte
einzelner Systemkomponenten, wie z.B. eines Hilfesystems, sondern um ein breit
gestreutes Spektrum von Systemkomponenten und deren Zusammenspiel. Ganzheitlichkeit bedeutet auf der anderen Seite allerdings nicht, daß das Verfahren
beanspruchen könnte, Schnittstellengüte abschließend und erschöpfend darzustellen.
Nicht nur, weil das Universum aller Güteeigenschaften grundsätzlich offen ist,
sondern prinzipiell kann ein praktisches Evaluationsverfahren genausowenig
vollständig und fehlerfrei sein, wie ein Softwareprodukt selbst.
6
1. Grundlagen der software-ergonomischen Evaluation
Die folgende Abbildung stellt die einzelnen Elemente des Arbeitssystems "Büro- und
Verwaltungsbereich" - "Benutzer", "Bürosystem", "Aufgaben" und "Organisation" und die Beziehungen zwischen diesen Elementen - "Aufgabenbewältigung",
"Funktionalität" und "Benutzung" - dar.
Die Ziele eines Evaluationsverfahrens lassen sich am besten an den oben
dargestellten Beziehungen zwischen den zu bewertenden Elementen erklären4:
Aufgabenbewältigung:
Durch die Gestaltung der Beziehung zwischen Benutzer und Aufgabe wird bestimmt, inwieweit der Benutzer in der Lage ist, die ihm anvertrauten Aufgaben zu
erfüllen und ob er diese als "menschengerecht" empfindet. Die Aufgabenbewältigung besteht einmal unabhängig davon, ob der Benutzer ein Bürosystem
verwendet oder nicht. Durch die Erfassung der ergonomischen Qualität der
Aufgabenbewältigung (Organisations-Ergonomie) soll sichergestellt werden, daß bei
der Bewertimg keine Verengung des Blicks nur auf Schnittstelleneigenschaften des
Bürosystems erfolgt. Eine menschengerechte Gestaltung der Aufgaben wird ¿ils eine
wesentliche Voraussetzung für eine ganzheitliche Bewertung der ergonomischen
Qualität von Bürosystemen angesehen. Bei der ergonomischen Bewertung des
Bürosystems interessiert aber auch, inwieweit die Aufgabenbewältigung durch das
Bürosystem unterstützt oder behindert wird, ob also die Primäraufgabe
"Aufgabenbewältigung" durch die Sekundäraufgabe "Benutzung des Bürosystems"
überlagert bzw. in den Hintergrund gedrängt wird. Dies wird durch die Bewertung
der nächsten beiden Beziehungen, zwischen den Elementen des Arbeitssystems, zu
erfassen versucht.
4
Vgl. (Frese 1989).
1. Grundlagen der sofhvare-ergonomischen Evaluation
7
Benutzung:
Durch die Interaktion zwischen Benutzer und Bürosystem wird bestimmt, mit welchem Handhabungsaufwand das Bürosystem durch den Benutzer benutzt werden
kann. Der Benutzungsaufwand wird beispielsweise von der Erlernbarkeit des Bürosystems durch den Benutzer bestimmt oder von den Möglichkeiten der individuellen
Anpassung des Bürosystems an den Arbeitsstil und die Persönlichkeit des Benutzers.
Die ergonomische Qualität der Benutzung ist dem Bereich der SchnittstellenErgonomie zuzuordnen.
Funktionalität:
Inwieweit das Bürosystem aufgabenrelevant und aufgabenangemessen ist, wird
durch das Ausmaß der Unterstützung der Aufgaben durch das Bürosystem bestimmt. Darunter wird die Funktionalität des Bürosystems verstanden. Diese ist davon abhängig, ob das Bürosystem bestehende Arbeitsaufgaben tatsächlich hinreichend genau abbilden kann, oder ob es diese entstellt und verkompliziert. Weiter
wird die Funktionalität davon bestimmt, inwieweit der Benutzer das Bürosystem, im
Hinblick auf bestimmte Aspekte seiner Arbeitsaufgabe, umgestalten kann (z.B.
Erweitern durch Hinzufügen neuer Funktionalitäten). Die ergonomischen Qualität
der Funktionalität ist dem Bereich der Funktionalitäts-Ergonomie zuzuordnen.
1.2
Anlässe für den Einsatz von Evaluationsverfahren
Für den Einsatz von Evaluationsverfahren lassen sich prinzipiell drei Anlässen
unterscheiden5:
1. Bewerten während der Systemgestaltung:
Einbeziehung des Evaluationsverfahrens in den Entwicklungsprozeß eines entstehenden Software-Produktes für ein Bürosystem. Beispielsweise beim Einsatz von Prototyping. Mögliche Anwender sind Software-Häuser oder EDV-Abteilungen.
2. Bewerten von Systemausprägungen:
Ein fertiges Software-Produkt für ein Bürosystem soll hinsichtlich der ergonomischen Qualität einzelner Systemausprägungen bewertet werden. Beispielsweise im
Rahmen eines Abnahmetests. Mögliche Anwender sind Software-Häuser, Auftraggeber von Software oder Software-Prüfstellen.
3. Bewerten zum Zwecke eines Systemvergleichs oder einer Marktorientierung:
Mehrere fertige Software-Produkte für ein Bürosystem sollen im Rahmen eines
Systemvergleiches bewertet werden. Beispielsweise vor einer Kaufentscheidung von
Standard-Software. Mögliche Anwender sind Auftraggeber von Software, SoftwarePrüfstellen, Konsumentenberatungseinrichtungen oder Technologieberatungsstellen
von Gewerkschaften.
5
In Anlehnung an (Piepenburg 1989, S. 9-14).
8
1.3
1. Grundlagen der soflware-ergonomischen Evaluation
Prinzipien der Bewertung
1.3.1 Ganzheitlichkeit
Die obige Abbildung zeigt den Bewertungsbereich, die Bewertungsrichtung und den
Gestaltungsspielraum bei einer ganzheitlichen Bewertung von Bürosystemen. Unter
Ganzheitlichkeit wird hier verstanden, daß sich bei der Bewertung von Bürosystemen die Gestaltungs- bzw. Bewertungsüberlegungen nicht auf die Software
und Hardware des Bürosystems beschränken, sondern auch den organisatorischen
Bereich miteinbeziehen.
Der Organisationsbereich umfaßt alle jene Fragen, die primär die Arbeitsorganisation (Aufbau und Ablauf der Arbeit) betreffen. Hier stehen Überlegungen
zur Gestaltung und Bewertung der "Aufgabenbewältigung" im Vordergrund, wobei
zwischen drei Ebenen unterschieden wird.
Mensch-Mensch-Funktionsverteilung:
Die oberste Ebene - die Mensch-Mensch-Funktionsverteilung (Arbeitsteilung, Spezialisierung) - bezieht sich vor allem auf die Gestaltung und Bewertung einer angemessenen Aufteilung der betrieblichen Gesamtaufgaben unter den Mitarbeitern der
Organisation. Die Arbeitsteilung erzeugt einen Koordinationsbedarf, der durch
1. Grundlagen der software-ergonomischen Evaluation
9
Koordinationsinstrumente (z.B. persönliche Weisungen, Organisationshandbücher)
unterstützt wird. Die auf gedachte Mitarbeiter verteilten Aufgaben definieren
Stellen, die durch Stellenbeschreibungen charakterisiert werden.
Gestaltung der Arbeitsabläufe:
Die zweite Ebene dieses Bereiches - die Gestaltung der Arbeitsabläufe - betrifft direkt
eine Stelle (Person). Während auf der Ebene der Mensch-Mensch Funktionsverteilung das "Was" der Arbeitsaufgaben, der Arbeitsinhalt, festgelegt wird, so wird
auf der Ebene der Gestaltung der Arbeitsabläufe das "Wie" festgelegt6. D.h. es wird
bestimmt, in welcher Reihenfolge welche Tätigkeiten einer Aufgabe bearbeitet
werden müssen (zeitliche und räumliche Aneinanderreihung von Tätigkeiten). Diese
Reihenfolge kann sachlogisch vorgegeben sein, vielfach gibt es jedoch eine große
Menge möglicher Arbeitsabläufe für eine Aufgabe. Es stehen daher Fragen der
Bewertung der (möglichen) Reihenfolgen der Tätigkeiten einer Aufgabe im
Vordergrund.
Mensch-Rechner-Funktionsverteilung:
In der dritten und letzten Ebene - der Mensch-Rechner-Funktionsverteilung - geht es
bei der Gestaltung und Bewertung vor allem um Fragen wie: "Welche Tätigkeiten
sollen vom Menschen durchgeführt werden?", "Was soll dem Rechner an Arbeit, in
Form von Funktionen, übertragen werden?" sowie "Welche Mischformen entsprechen einer ergonomisch angemessenen Funktionsverteilung?"
Im Softwarebereich stehen Fragen der Gestaltung und Bewertung der "Benutzung"
des Rechners und dessen "Funktionalität" im Vordergrund, wobei ebenfalls zwischen
drei Ebenen unterschieden wird.
Werkzeug-Ebene:
Auf dieser Ebene geht es um die Bewertung der komfortablen Handhabimg und der
Zugriffsmöglichkeiten des Benutzers auf die Leistungen (Funktionen, Daten) der
Software.
Dialog-Ebene:
Auf dieser Ebene stehen Fragen der Bewertimg des Dialoges (Dialogformen, Dialogtechniken, usw.) im Vordergrund.
Ein-/ Ausgabe-Ebene:
Die letzte Ebene bezieht sich auf die Gestaltung und Bewertung der Informationsdarstellung, der Eingabe, der Sprache usw. am Bildschirm.
Bei der Bewertung des Hardware-Bereiches gilt es zu überprüfen, ob die eingesetzte
Hardware, der Arbeitsplatz und die Arbeitsumgebung hardware-ergonomischen
Anforderungen entsprechen. Da es zu diesem Bereich ein Reihe von praxiserprobten
Bewertungsinstrumenten gibt (vgl. beispielsweise Köchling 1990, Baitsch 1989,
Grandjean 1987), wird er aus den weiteren Betrachtungen dieses Buches ausgeschlossen.
6
Vgl. (Rödiger 1987, S. 94).
10
1. Grundlagen der soßware-ergonomischen Evaluation
Wie die Abbildung 3 zeigt, verringert sich der Gestaltungsspielraum von Bewertungsebene zu Bewertungsebene. Dies unterstreicht die Bedeutung der
Einbeziehung des organisatorischen Bereichs in die Bewertung.
1.3.2 Aufgaben- und Benutzerorientierung
Durch eine Aufgabenorientierung werden die Aufgaben, die mittels eines Bürosystems bearbeitet werden, zu einem Ausgangspunkt der ergonomischen Bewertung
gemacht. Dies ist in der Schlüsselrolle, die der Aufgabe für die Effektivität und die
soziale Wirkung auf den Arbeitenden (Belastung und Persönlichkeitsentwicklung)
zukommt, begründet7.
Diese aufgabenorientierte Sichtweise führt gleichzeitig zu einer benutzerorientierten
(anthropozentrischen) Vorgehensweise bei der Bewertung. Der Benutzer stellt dabei
den Bezugspunkt des Bewertungsprozesses dar8. Es wird daher eine Bewertungsrichtung gewählt, in der zuerst die Aufgabenverteilung zwischen den betroffenen
Benutzern (Mensch-Mensch-Funktionsverteilung) und anschließend die Arbeitsabläufe (Aufgaben) des einzelnen Benutzers bewertet werden (Gestaltung der
Arbeitsabläufe). Erst dann ist die Aufgabenverteilung zwischen dem Benutzer und
dem Bürosystem (Mensch-Rechner-Funktionsverteilung) zu bewerten. Die eigentliche Bewertung der Software (Werkzeug-, Dialog-, Ein-/Ausgabe-Ebene) erfolgt erst
nach der Bewertung des organisatorischen Bereiches.
Gleichzeitig bedeutet eine Benutzerorientierung, daß bestimmte Benutzereigenschaften zu erheben (z.B. Ausmaß der EDV-Kenntnisse, Nutzungshäufigkeit des
Bürosystems) und im Bewertungsprozeß zu berücksichtigen sind.
Die Aufgaben- und Benutzerorientierung führen dazu, daß bei der Bewertung des
Bürosystems zuerst festgestellt wird, ob bei dessen Gestaltung auf die Aufgabenbedürfnisse und die Eigenschaften des Benutzers Rücksicht genommen worden ist.
1.4
Methoden der Evaluation
Zur Evaluation von Schnittstellen zwischen Benutzer und System lassen sich verschiedene Methoden einsetzen. Die wesentlichen sollen kurz umrissen werden, um
die in den Kapiteln 3 bis 5 beschriebene EVADIS Ii-Methode einordnen zu können.
1.4.1
Befragungen (Interview oder Fragebogen)
Bei der Befragung werden dem Benutzer eines Systems Fragen über bestimmte
Systemeigenschaften gestellt, die er aufgrund seiner Erfahrung mit dem System
beantworten muß. Die Erfahrung kann der Benutzer aufgrund eigener Initiative ge-
7
Vgl. (Dunckel 1989, Hacker 1987).
8
Vgl. (Nullmeier 1988).
1. Grundlagen der software-ergonomischen Evaluation
11
wonnen haben, d.h. er ist Benutzer eines Systems, das ihm als Arbeitsmittel dient.
Oder der Untersuchungsleiter definiert eine bestimmte Aufgabe, anhand derer sich
der Benutzer speziell für die Durchführung der Befragung eine Meinung bildet. Im
ersten Fall liegt der Vorteil in der größeren Erfahrungsgrundlage, während im letzten Fall die beteiligten Benutzer eher über eine kontrollierbare Erfahrungsbasis mit
dem System verfügen.
Bei Befragungen ist zu unterscheiden zwischen mündlichen und schriftlichen Befragungen sowie zwischen solchen, die ein Untersuchungsleiter mit Probanden durchführt und solchen, die er bei sich selbst anwendet (Durchführungsprotokoll). Bei
Befragungen werden eher subjektive Daten gewonnen (ob die Benutzung des Systems bequem, angenehm, klar, einsichtig ist etc.) und nicht so sehr objektive Daten
(ob die Aufgabe mit dem System schnell, fehlerfrei etc. bearbeitet werden kann). Die
Vorteile der Befragung können liegen in einer wenig aufwendigen und leichten
Durchführung, in der Anwendbarkeit in allen Phasen einer Systementwicklung, in
der Einsetzbarkeit zur Einkreisung unstrukturierter Probleme etc. Nachteile können
darin bestehen, daß sie anfällig sind für Übertreibungen, daß sie Suggestionen durch
die Untersuchungsfragestellung fördern, daß sie eine Vielzahl von Daten produzieren, die die Auswertung aufwendig gestalten, und daß Befragungen von den
Befragten nicht besonders geschätzt werden (vgl. Root/Draper 1983, S. 83; Blake
1987, S. 67). Wenn man eine Befragung durchführt, sollte man zwei Grundregeln
beachten: 1. sollte man sich bei jeder Frage und bei jeder Antwortvorgabe, die man
formuliert, vorab überlegen, was die möglichen Ergebnisse für das Untersuchungsanliegen bedeuten - ansonsten produziert man einen "Datenfriedhof"; 2. sollte man
jeden Fragebogen bzw. Interview-Leitfaden vor der eigentlichen Untersuchung an
einer Anzahl von Repräsentanten der Zielgruppe erproben.
Als eine Sonderform von Befragungen ist die Methode des "lauten Denkens" zu
nennen. Die Erkenntnisquelle ist wie bei der Befragung der Benutzer, das
gewonnene Material ist jedoch von einer anderen Qualität. Beim "lauten Denken"
führt der Benutzer eine Aufgabe aus und formuliert dabei laut seine Überlegungen,
Probleme, Handlungsalternativen etc. und bietet dadurch dem Untersuchungsleiter
Anhaltspunkte für die Interpretation des Versuchsgeschehens. Als Alternative zu
dieser manchem Teilnehmer künstlich erscheinenden Vorgehensweise wird
gelegentlich die Methode der "konstruktiven Interaktion" angewandt, bei der zwei
Benutzer eine Aufgabe gemeinsam bearbeiten und sich gegenseitig "erzählen", was
sie jeweils empfinden, tun bzw. zu tun gedenken etc. und dadurch auf "natürlichere"
Weise Interpretationsmaterial liefern. Eine weitere Spielart ist die VideoKonfrontation, bei der der Benutzer während der Arbeit gefilmt wird und nach der
Sitzung anhand des Video-Dokuments Gelegenheit zu Erläuterungen und
Interpretationen erhält.
1.4.2
Experimentelle Evaluationsmethoden
Bei den experimentellen Verfahren der Evaluation gibt es eine große Anzahl von Ansätzen. Sie fangen bei vor-experimentellen Studien an (z.B. "Wizard of Oz", bei dem
ein Beobachter an einem parallel geschalteten Monitor das Verhalten eines Benutzers
beim Arbeiten mit einem System beobachtet, auswertet und evtl. über System-
12
1. Grundlagen der software-ergonomischen Evaluation
eingriffe steuert9 - vgl. Pew 1987) und reichen bis zu klassischen Experimenten. Die
Beobachtung eines Benutzers kann mehr oder weniger ganzheitlich, mehr oder
weniger verdeckt erfolgen. Bei dem technisch übermittelten Protokollieren des
Benutzerverhaltens an den Gingabemedien kann die Beobachtung verdeckt durchgeführt werden; sie ist allerdings auf das Verhalten des Benutzers an der Tastatur
oder anderer Eingabemedien beschränkt. Aktionen oder Interaktionen des Benutzers
anderer Art, wie z.B. mimische/ pantomimische Ausdrucksweisen, Exklamationen,
Handbuchgebrauch, Kommunikation mit anderen Personen etc., können nicht
berücksichtigt werden.
Bei den experimentellen Verfahren spielt der "Benchmark-Test" eine prominente
Rolle. Bei Benchmark-Tests werden Systeme anhand von standardisierten Aufgaben
im Vergleich untersucht. Als Beispiel kann die Untersuchung von Roberts/Moran
(1983) dienen. In der Studie wurden 9 Texteditoren verglichen. Vergleichsbasis war
eine standardisierte Aufgabe, bei der fest definierte Operationen an einem Text vollzogen werden mußten. Versuchspersonen waren Anfänger und erfahrene Benutzer
von Texteditoren. Kennzeichen der Methode war ihre Objektivität, d.h. ihre Unabhängigkeit von individuellen Eigenschaften einzelner Editoren, die Generalität der
Evaluationsaspekte, d.h. die Erfassung verschiedener Variablen wie Ausführungszeit, Fehler, Erlernbarkeit und Funktionalität, sowie die Leichtigkeit der Anwendung, d.h. der geringe Aufwand beim Einsatz der Methode durch Entwickler. Das
Besondere der Benchmark-Tests ist ihr vorwiegend vergleichender Charakter. Sie
kommen - von einigen Beispielen im Hardware-Test abgesehen - nicht zu absoluten
Aussagen über ein System, sondern ordnen verschiedene Systeme anhand definierter Kriterien auf einer Rangskala.
Ein Problem bei der Planung von Experimenten liegt in der angemessenen Bestimmung der abhängigen und unabhängigen Variablen, ein anderes in der angemessenen Wahl der Untersuchungsumgebung (wenn dieser Faktor nicht mit als
unabhängige Variable betrachtet wird). Bei der Zusammenstellung von unabhängigen Variablen kommt man leicht auf einige Dutzend, wenn nicht hunderte
von Merkmalen. Schon bei einfachen Hard- und Software-Konfiguration kommt
man auf astronomischen Zahlen der möglichen Einflußfaktoren auf softwareergonomisch relevante Merkmale; mit verschiedenen Aufgaben, Tageszeit-, oder
Motivationsbedingungen hat man weitere Beispiele der zu berücksichtigenden
unabhängigen Variablen. Ebenso ist es mit den abhängigen Variablen. Auch hier
kann man sich beliebig viele Merkmale vorstellen, die zu erfassen wären:
Belastungsmaße, Ermüdung, Arbeitszufriedenheit, Leistungsmerkmale, mentale
Repräsentation der Abläufe etc. (in der Praxis scheint allerdings die Phantasie nicht
über die Einbeziehung von Zeit und Fehlem hinauszugehen). Die Zahl der praktisch
berücksichtigten unabhängigen Variablen ist relativ groß, wenn man nicht auf ein
einzelnes Experiment schaut, sondern über die verschiedenen Experimente
verschiedener Autoren hinweg. In einem einzelnen Experiment werden jedoch
jeweils nur ganz wenige Merkmale variiert, und tatsächlich ist etwas anderes auch
9
Diese Technik wird gelegentlich auch statt Prototyping eingesetzt. Dabei existiert noch kein
vollständiges technisches System, sondern ein menschlicher Experte agiert im Hintergrund und
simuliert die jeweiligen System-Antworten auf die Benutzeraktionen.
1. Grundlagen der software-ergonomischen Evaluation
13
nur schwer realisierbar. Trotzdem ist es unbefriedigend, aus Praktikabilitätsgründen
einfach bei zwei, drei unabhängigen Variablen stehen zu bleiben (z.B. zwei Typen
von Kommandoaktivierungen und zwei Gruppen von Benutzern) und alle anderen
möglichen Merkmale zu ignorieren (z.B. Art der Aufgabe, Relevanz von Fehlern,
Streßbedingungen etc.).
Probleme bezüglich der Berücksichtigung von Variablen im Untersuchungsdesign
liegen nicht nur in der technischen Einbettung in den Versuchsaufbau. Schwerwiegender ist der Mangel an grundlegender Theoriebildung zur Mensch-MaschineKommunikation für die Bestimmung der relevanten Variablen. Die Festlegung der
zu berücksichtigenden Merkmale ist daher meist der Phantasie und Einfühlung des
Forschers überlassen. Wenn man also aus praktischen und theoretischen Gründen
nur unzureichend in der Lage ist, die relevanten Variablen explizit zu kontrollieren,
so sollten die Bedingungen, unter denen Experimente durchgeführt werden, wenn
sie schon nicht systematisch variiert werden können, wenigstens sorgfältig dokumentiert werden, um die Möglichkeit zu Nachprüfungen zu bieten. Wichtige unabhängige Variablen, die häufig vernachlässigt werden, die die externe Validität der
Ergebnisse von Experimenten im Sinne der Übertragung auf reale Anwendungssituationen jedoch erheblich beeinträchtigen können, sind die Kontextbedingtingen
der Untersuchung. Hierzu gehören der Ort der Untersuchung (Labor oder "normaler" Arbeitsplatz), die Bedeutung der Aufgabe, die in Experimenten zu bearbeiten ist
(artifizielle Fingerübung oder repräsentative Arbeitsaufgabe eines Benutzers) und
die Art der einbezogenen Personen (fiktive Benutzer/Studenten oder reale Benutzer).
1.4.3
Leitfadenorientierte Evaluationsmethoden
Bei leitfadenorientierten Prüfverfahren wird ein System durch einen Experten geprüft, der sich dabei jedoch - anders als der Benutzer bei den oben besprochenen
Befragungen - weniger an (s)einer Aufgabe mit dem zu prüfenden System, als an
(seinen) software-ergonomischen Fragestellungen orientiert. Es gibt gegenwärtig
eine Reihe von Listen, die zur Prüfung von software-ergonomischen Qualitäten
eingesetzt werden können und die mehr oder weniger strenge Vorgaben hinsichtlich
der Operationalisierung und der Präzisierung der Fragestellung und der Kontextbedingungen der Prüfung enthalten.
Die Prüflisten variieren einmal nach dem Grad ihrer Detailliertheit. Eine relativ
abstrakte Zusammenstellung von Prüfkriterien stellt die DIN-Norm 66.234, Teil 8
und die ISO-Norm 9241 Part 10 dar, bei denen nur auf der Ebene von Beispielen eine
Konkretisierung geleistet wird. Die Gestaltungskriterien der MITRE-Corporation
(vgl. Smith 1986) stellen am anderen Ende der Skala den gegenwärtig wohl größten
Detailliertheitsgrad dar, wenn es sich hierbei auch nicht um eine Prüfliste, sondern
um eine Gestaltungsrichtlinie handelt.
Ein anderes Unterscheidungsmerkmal von Prüflisten ist der Grad ihrer Einbettung
in ein Testbett, d.h. in eine Verfahrensvorschrift für die Durchführung einer Evaluation. Die meisten Prüflisten - und dazu gehören die beiden gerade genannten - überlassen es dem Prüfer, wie er mit dem zu prüfenden System umgeht, um zu Antwor-
14
1. Grundlagen der soßxvare-ergonomischen
Evaluation
ten auf die Prüffragen zu kommen. Einige Verfahren bieten neben den eigentlichen
Prüffragen auch eine Durchführungsvorschrift. Hierzu gehört das EVADIS IiVerfahren, das ab Kapitel drei ausführlich dargestellt wird.
Viele der existierenden Leitfäden sind entweder ausschließlich der Orientierung bei
einer Systementwicklung oder bei einer Systemevaluierung gewidmet. Praktisch
kann man eine Kriterienliste jedoch gleichermaßen zur Entwicklung und zur
Evaluierung von Systemen verwenden (vgl. Kapitel 2).
Neben den bisher genannten gibt eine Reihe anderer Gestaltungs- und Evaluationsempfehlungen, auf die hier nur verwiesen wird, z.B. Baitsch (1989) beinhaltet eine
umfangreiche Sammlung von Checklisten zur Gestaltung von Bildschirmarbeit, zur
Benutzerfreundlichkeit, zur Benutzerbeteiligung und zur Gestaltung von Arbeitsplatz und Arbeitsumgebung; Hoffmann (1989) beinhaltet zahlreiche Beispiele zur
Masken- und Menügestatlung; Ravden (1989) beinhaltet eine ausführliche Checkliste
zur Softwarebewertung; Norman K. (1989) beinhaltet einen Fragenbogen zur
Bewertung der Benutzerfreundlichkeit durch die Benutzer; Clegg (1988) beinhaltet
eine umfangreiche Sammlung von Checklisten zur Bewertung von Arbeitsplatz und
Arbeitsumgebung, zur Benutzerfreundlichkeit, zur Arbeitsqualität und zu Organisationsaspekten; Lang (1988) beinhaltet ein Prüfinventar zu Minimalanforderungen
der Software-Ergonomie; Lauter (1987) versucht an zahlreichen anschaulichen
Beispielen die praktische Umsetzung der DIN 66234 Teil 8 zu demonstrieren; Smith
(1986) bietet mit über 900 Gestaltungsvorschlägen die umfangreichste Sammlung
von ergonomischen Gestaltungsrichtlinien für Benutzerschnittstellen.
2.
Ergonomische Kriterien einer
Evaluation
Software-ergonomische Gütekriterien liegen bisher nur in unzureichender Qualität
und Quantität vor. Dies gilt für alle drei im Einleitungskapitel genannten Bereiche
der Software-Ergonomie. Es mangelt nicht an einer Vielfalt von Entwurfsrichtlinien
als Empfehlungen zur software-ergonomischen Gestaltung von Systemen. In einigen
Teilbereichen, des Maskenaufbaus und der Bildschirmgestaltung zum Beispiel,
liegen bereits jetzt relativ griffige Erkenntnisse vor, die soweit operationalisiert sind,
daß man sie bei einer Systemgestaltung direkt umsetzen kann. Ein solcher Konkretheitsgrad wird auch für andere software-ergonomische Fragen erreichbar sein, wenn
auch das Problem der Gültigkeit der einzelnen Erkenntnisse prinzipiell bestehen
bleibt10.
Software-ergonomische Standards sind jedoch im allgemeinen weder in der Qualität
hinreichend gesichert, hinreichend verbindlich oder angemessen allgemein und präzise. Sie sind auch von der Quantität nicht umfassend, sondern weisen Lücken auf,
konzentrieren sich ausdrücklich oder faktisch auf Ausschnitte. Hieran läßt sich nur
zu einem Teil etwas ändern. Die Unbestimmheit und Lückenhaftigkeit softwareergonomischer Gütestandards liegt nämlich nur zum Teil an dem Erkenntnisstand
der Software-Ergonomie und nur dieser Teil der Unscharfe ist durch weitere
Forschung überwindbar. Die Unbestimmtheit von Gestaltungsrichtlinien liegt zum
anderen jedoch an ihrem Bezugsobjekt. Software-ergonomische Qualität ist ausgerichtet auf den Benutzer. Den Benutzer, die Benutzerin gibt es aber bekanntermaßen
nicht. Jeder Benutzer unterscheidet sich von jedem anderen Benutzer. Benutzer
unterscheiden sich in ihren Kenntnissen, ihren psycho-motorischen Fähigkeiten,
ihren Gewohnheiten. Sie unterscheiden sich über die Zeit hinweg auch von sich
selbst. Sie lernen, sie ermüden, sie suchen u. U. nach Abwechslung und neuen
Wegen. In diesen intra-individuellen Unterschieden unterscheiden sich die Benutzer
inter-individuell. Entsprechend können Gestaltungsrichtlinien nicht Einheitlichkeit
festschreiben, wo Unterschiede möglich sein sollen, um den unterschiedlichen
Anforderungen Rechnung tragen zu können. Konzeptionell werden diese Anforderungen unter dem Begriff der "differentiell-dynamischen" Arbeits- bzw Schnittstellengestaltung diskutiert (vgl. Ulich 1978; Paetau/Pieper 1985; Ulich 1988). Die
notwendige und prinzipiell nicht ausräumbare Unbestimmtheit software-ergonomischer Kriterien bezieht sich auf die Bereiche Funktionalitäts- und SchnittstellenErgonomie. Eine Korrektheit ist selbstverständlich unabhängig von jedem Benutzerkreis generell zu erstreben.
10
Als Problem ist besonders das der externen oder der "ökologischen" Validität zu nennen, d.h. die
Frage der Übertragbarkeit der in kontrollierten Experimenten gewonnenen Erkenntnisse auf
verschiedene Benutzergruppen mit verschiedenen Aufgabenbereichen und verschiedenen
Produkten.
16
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
Software-ergonomische Gestaltungsempfehlungen sind noch in einem weiteren
Sinne dynamisch. Der Grund hierfür liegt in der Entwicklungsdynamik der Technik
selbst. Es können immer nur Gestaltungsvorgaben für Gegenstände formuliert werden, die vorhanden oder zumindest in den Bereich der Vorstellbarkeit gerückt sind.
Dies gilt für die Funktionalität ebenso wie für die Schnittstellengestaltung.
Bestimmte Funktionen treten erst ab einem bestimmten technischen Entwicklungsstand oder aufgrund einer Entwicklungsidee auf den Plan. Dasselbe gilt für die
Schnittstellengestaltung. Als objekt-orientierte bzw. direkt-manipulative Schnittstellen noch nicht verfügbar waren, existierten auch keine diesbezüglichen
Gestaltungsempfehlungen. Alle Aussagen zur software-ergonomisch guten Systemrealisierung gingen von Kommando- oder Menü-orientierten Konzepten aus. Nicht
nur neue Gestaltungsprinzipien müssen damit zu bisherigen technischen Realisierungen hinzutreten, sondern auch das, was bisher für gut gehalten wurde,
erscheint durch neue technische Möglichkeiten plötzlich als die schlechtere Lösung.
"Gute" Standards sind demnach nicht absolut gut, sondern sind immer nur die
jeweils beste Alternative im Vergleich zu den bekannten Lösungen. Daraus folgt:
Software-ergonomische "Richtlinien und Empfehlungen... geben an, wie etwas funktionieren 'könnte', nicht wie es funktionieren 'muß"' (Stewart 1984, S. 97).
"Ergonomische Gestaltungsmaßnahmen sind streng genommen nicht logisch richtig
oder falsch, sondern mehr oder weniger angemessen..." (Dzida 1986, S. 39).
Diesen Beschränkungen hinsichtlich der Präzision und Bestimmtheit von
Gestaltungskriterien tragen die bekannten Richtlinien mehr oder weniger bewußt
Rechnung. Unter anderem ist die Problematik in der Entwicklungsgeschichte der
DIN-Normen (DIN 66.234, Teil 8) deutlich geworden. Viele Kriterien sind im Verlauf
der Diskussion uminterpretiert bzw. umbenannt worden (z.B. Konsistenz über
Verläßlichkeit zur Erwartungskonformität); einige sind wegen ihrer inneren Brisanz
und Mißverständlichkeit aus der Sammlung eliminiert worden (z.B. Erlernbarkeit).
Die Formulierungen der eigentlichen Normen sind recht allgemein gehalten und
lediglich in Beispielen ohne Anspruch auf Vollständigkeit erläutert; eine Reihe von
Empfehlungen sind lediglich in Negativform formuliert, um die nicht wünschenswerten Eigenschaften zu bezeichnen, ohne aber die "richtige" Lösung anzugeben, da
sie nicht angebbar ist.
Diese für die DIN-Normen aufgezeigte Problematik gilt in ähnlicher Weise auch für
die ISO-Normen. Das Pendant zur DIN-Norm 66234 Teil 8 auf Ebene der ISO ist die
ISO-Norm 9241 Part 10. Sie liegt mittlerweile in einer Version 3 (Commitee Draft) vor
und beinhaltet alle DIN-Kriterien. Sie geht aber sowohl bei den Forderungen zu den
einzelnen Kriterien als auch in der Gesamtzahl der Kriterien über die DIN-Norm
hinaus und spiegelt somit den raschen Entwicklungsprozeß im Bereich der SoftwareErgonomie wider.
Software-ergonomische Kriterien kann man als Gestaltungsempfehlungen (vgl. Koch
u.a. 1991, Tjoa u.a. 1990) oder als Evaluationsrichtlinien auf ein Software-Produkt
beziehen. Im ersten Fall geht es darum, vor der Entwicklung bzw. bei der
Entwicklung die Qualität des Produktes zu beeinflussen. Im letzten Fall geht es
darum, die vorliegende Qualität eines fertigen Produktes zu bestimmen. Vom Inhalt
her unterscheiden sich Gestaltungsempfehlungen und Evaluationskriterien nicht.
Das Ziel und die Vorgehensweise sind jedoch verschieden. Gestaltungs-
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
17
empfehlungen sollen ein noch nicht existierendes bzw. noch nicht fertiges Produkt
möglichst optimal gestalten helfen. Methodisch geht es dabei um die Umsetzung von
software-ergonomischen Erkenntnissen in Spezifikationsvorgaben. Evaluationskriterien beziehen sich auf ein bereits vorliegendes Produkt und sollen die vorhandenen
software-ergonomischen Eigenschaften beschreiben. Methodisch geht es dabei um
das Verfahren zur Feststellung entsprechender Qualitäten. Praktisch kann es
gelegentlich einen fließenden Übergang zwischen Gestaltungsempfehlungen und
Evaluationsrichtlinien geben. Bereits im Stadium eines Systementwurfs kann nämlich z.B. die Angemessenheit des Gestaltungskonzeptes evaluiert werden. Dabei
ginge es um eine Prüfung bezüglich der Einbeziehung der bestmöglichen Ein/ Ausgabemedien, Dialogtechniken, Software-Werkzeuge usw. Auch die angestrebte
Integration einzelner Systemkomponenten für den Benutzer kann bereits in dieser
Phase überprüft werden. Eine Evaluation wird hier als Prüfung anhand einer noch
relativ allgemeinen Prüfliste software-ergonomischer Eigenschaften erfolgen.
Konkreter wird eine Evaluation, wenn der Systementwurf bereits in einen Prototyp
umgesetzt worden ist. Methodisch unterscheidet sich eine Evaluation von Prototypen nicht von der eines fertigen Systems. Man wird genauso anhand von
objektivierten Prüflisten oder mit Benutzerexperimenten arbeiten können, wenn
auch die Funktionalität oder Performanz noch unvollständig ist. Die Zielsetzung ist
jedoch eine andere. Während beim Prototyp der Entwickler ein Interesse daran
haben kann, aus der Evaluation zu lernen und sein System zu verbessern, ist es bei
einem fertigen System eher der potentielle Anwender, der eine Evaluation durchführt bzw. durchführen läßt, um sich ein Bild von der Eignung für seinen Bedarf in
Relation zu konkurrierenden Produkten zu verschaffen.
Eine Evaluation eines fertigen Produktes unterscheidet sich von der eines Produktkonzeptes in noch einer anderen Hinsicht. Während bei einem Produktkonzept
die zu realisierenden software-ergonomischen Prinzipien zu prüfen sind, spielt bei
der Produktevaluation darüber hinaus auch die Frage eine Rolle, ob diese Prinzipien
durchgängig realisiert sind. Dies ist insofern ein wichtiger Aspekt, als der mit dieser
Frage verbundene Prüfaufwand theoretisch gegen Unendlich strebt. Die Einlösung
z.B. des Gestaltungsprinzips, den Benutzer in jeder Dialogsituation über den Systemzustand zu informieren, müßte für jede mögliche Dialogsituation geprüft werden.
Hiervon gibt es aber eine nicht bestimmbare Anzahl. Daher wird man eine solche
Prüfung entweder nur an einem Beispiel durchführen, um zu sehen, ob das Prinzip
von dem Entwickler in der richtigen Weise verstanden und umgesetzt wurde und
ansonsten auf die Sorgfalt des Entwicklers vertrauen, oder man wird an einer mehr
oder weniger großen Zahl von Fällen die Durchgängigkeit der Realisierung stichprobenartig prüfen.
Aufgrund der im Kapitel 1 beschriebenen Bewertungsprinzipien
ergeben sich
folgende Anforderungen an eine ganzheitliche Bewertung. Es sind sowohl Benutzermerkmale als auch aufgaben- und organisations- sowie software-ergonomische
Kriterien gleichzeitig und gleichberechtigt zu berücksichtigen. Aus der aufgabe - und
benutzerorientierten Sichtweise folgt, daß der Benutzer und dessen Aufgaben die
Bezugs- und Ausgangspunkte der Bewertung darstellen. Somit stehen Benutzermerkmale sowie aufgaben- und organisations-ergonomische Kriterien am Beginn
18
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
eines Bewertungsprozesses. Weiters begründet sich darin die hervorgehobene
Stellung der Forderung nach Funktionalität einer Software. Die Software muß
zuallererst in ihren Anwendungsmöglichkeiten den Aufgaben des Benutzers
entsprechen.
Aufgrund der im Kapitel 1 beschriebenen Bewertungsgegenstände definieren sich die
bei einer ganzheitlichen Bewertung zu berücksichtigenden Merkmale und ergonomischen Kriterien. Die Berücksichtigung der Benutzer erfolgt durch das Erfassen
von Benutzermerkmalen, welche die (derzeitigen) Benutzeranforderungen bei der
Benutzung der Software beschreiben. Die Bewertung der Organisation und
Aufgaben erfolgt mittels aufgaben- und organisations-ergonomischer Kriterien. Die
Bewertung der Software erfolgt anhand von software-ergonomischen Kriterien.
Bezugspunkt der ergonomischen Bewertung ist der Benutzer, dem durch die
Beachtung von "allgemeinen Kriterien menschengerechter Arbeit" eine ergonomische Arbeitsumgebung und ergonomische Arbeitsmittel zur Aufgabenbewältigung zur Verfügung gestellt werden sollen.
Aus diesem Modell lassen sich einerseits ergonomische "Kriterien zur Bewertung
der Organisation und der Aufgaben" und andererseits ergonomische "Kriterien zur
Bewertung der Software" ableiten. Da die beiden letztgenannten Kriterien ihre
Wurzeln in den gleichen Zielvorstellungen haben (menschengerechte Arbeit), sollten
sie auch die gleichen Prinzipien widerspiegeln. Dies wird durch den Pfeil
"Prinzipienübergang" angedeutet11.
Bezüglich einer ausführlichen Diskussion der ergonomischen Kriterien vgl. (Reiterer 1990).
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
2.1
19
Allgemeine Kriterien menschengerechter Arbeit
Bei den folgenden Kriterien handelt es sich um allgemein anerkannte Kriterien zur
Gestaltung menschengerechter Arbeit, die in der Arbeitswissenschaft und Arbeitspsychologie entwickelt wurden. Da sie als generelle Entwicklungsleitlinien für die
Arbeitsgestaltung, ohne konkreten Bezug zu einer bestimmten Tätigkeit, gedacht
sind, sind sie notwendigerweise sehr allgemein formuliert und bedürfen für den
konkreten Anwendungsfall einer Konkretisierung. Derartige Konkretisierungen für
die Zwecke eines Evaluationsverfahrens finden sich in den nächsten beiden
Abschnitten.
Ausführbarkeit12
Definition
Die Art der Gestaltung des Arbeitssystems (z.B. Aufgabe, Arbeitsmittel, Arbeitsumgebung) ermöglicht dem Menschen (z.B.: dem Büromitarbeiter) ein zuverlässiges,
anforderungsgerechtes, langfristiges Ausführen der Aufgaben. Organismische - d.h.
mittels des sensorischen und muskulären Apparates auszuführende - Prozesse
stehen bei der klassischen Definition dieses Kriteriums im Vordergrund der
Betrachtung. Für den Bürobereich wird diese Definition wie folgt erweitert: Auch
kognitive Prozesse der Aufgaben (geistige Arbeit) müssen für den Menschen
hinsichtlich der definierten Eigenschaften ausführbar sein.
Eigenschaften
• zuverlässiges Ausführen
Durch die Einhaltung von ergonomischen - inkl. der anthropometrischen und
sinnespsychologischen - Normen und Richtlinien soll eine zuverlässige
Ausführbarkeit der Aufgaben gewährleistet werden. Diese Normen und Richtlinien
beziehen sich sowohl auf die Aufgabe (Organisationsergonomie) als auch auf die
Arbeitsmittel (Software- und Hardware-Ergonomie).
• anforderungsgerechtes Ausführen
Die Aufgabe und die einzusetzenden Arbeitsmittel müssen derart gestaltet werden,
daß der Mensch mit seinem Organismus den Anforderungen, die zur Ausführung
der Aufgabe gestellt werden, gerecht werden kann.
• langfristiges Ausführen
Die Aufgabe und die einzusetzenden Arbeitsmittel müssen langfristig - d.h. nicht
nur einmalig oder in kurzfristigen Testsituationen - den obigen Eigenschaften entsprechend ausgeführt werden können.
12
Vgl. (Triebe 1987, Frese 1989, Luczak 1987, Bundesanstalt für Arbeitsschutz 1983).
20
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
Schädigungs-13 und Beeinträchtigungslosigkeit14
Definition
Die Art der Gestaltung des Arbeitssystems (z.B. Aufgabe, Arbeitsmittel, Arbeitsumgebung) fügt dem Menschen bei der Ausführung seiner Aufgaben keine gesundheitlichen - physischen oder psychischen - Schädigungen zu. Sie beeinträchtigt bei der
Ausführung der Aufgaben auch nicht das Wohlbefinden des Menschen.
Eigenschaften
• physische oder psychische Schädigungen
Das Auftreten von Schäden wie: Augenbeschwerden, vermindertes Hörvermögen,
Haltungsschäden, rheumatische Erkrankungen, psychosomatische Beschwerden
usw. resultierend aus körperlicher und geistiger Über- bzw. Unterforderung (z.B.
Bewegungsarmut, Monotonie) ist zu vermeiden.
• Wohlbefinden des Menschen
Beeinträchtigungen äußern sich (noch) nicht in gesundheitlichen Schädigungen,
sondern vorerst als "Störungen des Wohlbefindens des Menschens". Diese Störungen
sind z.B. Monotonie-, Ermüdungs-, Streßzustände, soziale Isolation. Sind diese
Symptome von dauerhafter Natur, so kann dies zu psychosomatischen Beschwerden
wie: koronare Herzerkrankung, Krebs usw. führen. Die sofortige Beseitigung von
Störungen ist daher notwendig.
Persönlichkeitsförderlichkeit15
Definition
Das Kriterium bezieht sich auf die Möglichkeiten, die eine Arbeitstätigkeit und die
dabei zur Verfügung stehenden Arbeitsmittel dem Arbeitenden zur Entfaltung und
Weiterentwicklung seiner Persönlichkeit bieten. Die große Bedeutung dieses Kriteriums ergibt sich daraus, daß sich die Persönlichkeitsentwicklung des erwachsenen
Menschen in einem erheblichen Ausmaß in der Auseinandersetzung mit seiner
Arbeitstätigkeit vollzieht.
Eigenschaften
Die folgenden Eigenschaften einer Arbeitstätigkeit charakterisieren die Möglichkeiten, die eine Persönlichkeitsentwicklung erlauben:
Vgl. (Frese 1989), weitere Bezeichnung: Schädigungsfreiheit
Privatangestellten 1988), Erträglichkeit (Triebe 1987).
(Gewerkschaft
der
14
Vgl. (Triebe 1987, Spinas 1983, Baitsch 1989, Frese 1989), weitere Bezeichnungen:
Beeinträchtigungsfreiheit (Triebe 1987), Zumutbarkeit (Triebe 1987).
15
Vgl. (Triebe 1987, Spinas 1983, Baitsch 1989), weitere Bezeichnung: Lern- und
Persönlichkeitsförderlichkeit (Frese 1989), Zufriedenheit (Triebe 1987).
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
21
• der Arbeitsinhalt
Wichtig sind hier insbesondere die Häufigkeit und der Zeitanteil nicht nur ausführender, sondern auch planender und kontrollierender Tätigkeiten.
Damit unmittelbar im Zusammenhang stehend sind
• die (kognitiven) Anforderungen,
die die Arbeitstätigkeit stellt (Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse), insbesondere
inwieweit Auswahl-, Urteils-, Bewertungs- und Entscheidungsprozesse eine Rolle
spielen.
Daraus leiten sich
• die erforderlichen Qualifikationen des Arbeitenden
zur Erfüllung der Anforderungen ab, insbesondere wie groß das Spektrum der
Qualifikationsinhalte sein muß und welche qualifikatorischen Weiterentwicklungsmöglichkeiten sich daraus eröffnen.
Sozialverträglichkeit16
Definition
Das Kriterium bezieht sich auf die Ermöglichung sozialer Interaktion der
Mitarbeiter. Die große Bedeutung dieses Kriteriums ergibt sich daraus, daß die
Möglichkeit sozialen Austauschs und der Erlangung sozialer Unterstützung u.a.
Auswirkungen auf die psychosomatische Gesundheit der Mitarbeiter hat.
Eigenschaften
Die folgenden Eigenschaften einer Arbeitstätigkeit charakterisieren die Voraussetzungen, die eine soziale Interaktion der Mitarbeiter ermöglichen:
• die Möglichkeiten zur Kooperation und Kommunikation
Diese haben einen positiven Einfluß auf die Weiterentwicklungsmöglichkeiten des
Arbeitenden, da sie soziale Unterstützung und soziale Lernprozesse bei der Durchführung der Arbeitstätigkeiten ermöglichen.
• die gesellschaftliche Bewertung der Arbeitstätigkeit
Hier ist insbesondere von Bedeutimg, welcher Stellenwert und welche Bedeutung
der Arbeit von der Gesellschaft beigemessen wird.
Zur Umsetzung dieser "allgemeinen Kriterien menschengerechter Arbeit" wurden
eine Vielzahl konkreterer Kriterien entwickelt, die sich auf die Gestaltung und
Bewertimg der Organisation, der Aufgaben, der Software, der Hardware und des
Arbeitsraumes beziehen. Im folgenden sollen diese Kriterien näher definiert und
erläutert werden.
Vgl. (Frese 1989), Bezeichnung: Ermöglichung sozialer Interaktion.
22
2.2
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
Kriterien zur Bewertung der Organisation und
der Aufgaben
Ziel der Organisationsbewertung ist es, die Einbettung der Elemente - Aufgaben,
Benutzer, Bürosystem - und deren Beziehungen - Aufgabenbewältigung, Benutzimg,
Funktionalität - in die gesamte Organisation des Büros einzuschätzen. Das Ziel der
Aufgabenbewertung besteht darin, die Beziehung zwischen dem Benutzer und
seinen Aufgaben - die Aufgabenbewältigung - ergonomisch zu bewerten.
1. Anforderungsvielfalt17
Definition
Die Anforderungsvielfalt einer Aufgabe soll den Einsatz unterschiedlicher Fähigkeiten,
Kenntnisse und Fertigkeiten ermöglichen. Dies ist am ehesten durch eine Kombination
von Aufgabenanteilen zu erreichen, die Elemente der Planung, der Ausführung evtl. auch der Pflege/Instandhaltung (von Hard- und Software) - und der Kontrolle
enthalten. Anforderungsvielfalt beinhaltet sowohl die Beanspruchung mehrerer
menschlicher Sinne (Gesichtssinne, Gehör- und Tastsinn usw.) als auch die Möglichkeit
zur körperlichen Aktivität bei der Erledigung der Aufgabe.
Abhängigkeiten mit anderen Kriterien:
Es besteht eine enger Zusammenhang mit dem Kriterium "Ganzheitlichkeit", dessen
Verwirklichimg gleichzeitig einen positiven Beitrag zur Anforderungsvielfalt einer
Aufgabe leisten kann.
Eigenschaften
• unterschiedliche Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten
Zur Motivation des Menschen ist es einerseits erforderlich, daß die Aufgabe weder
zu Über- noch zu Unterforderung führt und andererseits, daß die Ausführung der
Aufgabe eine gewisse Vielfalt an unterschiedlichen Fähigkeiten, Kenntnissen und
Fertigkeiten erfordert.
• Beanspruchung mehrerer menschlicher Sinne
Werden menschliche Sinne nicht laufend genutzt, so führt dies langfristig zu
eingeschränkten Sinnesmöglichkeiten. Die Aufgabe soll daher verschiedene Sinne
beanspruchen.
• Möglichkeit zur körperlichen Aktivität
Bewegungsmangel führt zur Beeinträchtigung physischer und psychischer Prozesse.
Die Aufgabe soll daher Wechsel der Körperhaltungen (z.B. Gehen, Stehen, Sitzen)
und unterschiedliche Bewegungsformen ermöglichen.
17
Vgl. (Baitsch 1989, Ulich 1989, Ulich 1988, Spinas 1983,1987, Balzert 1986).
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
23
2. Ganzheitlichkeit18
Definition
Ganzheitlichkeit bedeutet, daß der Arbeitende ein "ganzes Stück" Arbeit vollendet
und nicht (für ihn) sinnlose Einzelteile einer Aufgabe bearbeiten muß.
Der Vorteil liegt darin, daß der Arbeitende den Bedeutungsgehalt und Stellenwert
seiner Aufgabe im betrieblichen Arbeitsablauf klar erkennen kann (Aufgabenidentität
und -relevanz). Dabei sollte dies durch einen Bezug zu realen Gegenständen und
sozialen Situationen unterstützt werden.
Abhängigkeiten mit anderen Kriterien:
Es besteht eine enger Zusammenhang mit dem Kriterium "Anforderungsvielfalt",
dessen Verwirklichung gleichzeitig einen positiven Beitrag zur Ganzheitlichkeit
einer Aufgabe leistet.
Eigenschaften
• ganzes Stück Arbeit
Damit ist gemeint, daß dem Arbeitenden ein sinnvoller Aufgabenzusammenhang
zur Erfüllung übergeben wird, welcher einen klar erkennbaren Anfang und Abschluß hat sowie den Ablauf und das Endprodukt der Aufgabe gut sichtbar werden
läßt. Nach Hacker und Ulich entspricht dies dem "Schema der vollständigen
Tätigkeit", das wie folgt beschrieben wird: Eine vollständige Tätigkeit besteht aus
den Teilhandlungen Vorbereiten (Aufgabenanalyse), Ausführen (Informationsbeschaffung, -prüfung und Anwendung von Fachwissen) und Kontrollieren
(Ergebnisbewertung)19.
• Bedeutungsgehalt und Stellenwert seiner Aufgabe
Das Erkennen des Bedeutungsgehalts und des Stellenwerts seiner Aufgaben im
Kontext mit den Gesamtaufgaben und Zielen des Unternehmens ist für den
Arbeitenden zur Erreichung einer hohen Arbeitszufriedenheit notwendig (vgl. auch
das Kriterium "Durchschaubarkeit").
• Bezug zu realen Gegenständen und sozialen Situationen
Dieser auch als "Umweltbezug" bezeichnete Aspekt spielt im abstrakten - vorrangig
im Umgang mit Zeichen und Symbolen befaßten - Bürobereich eine wesentliche
Rolle. Es ist daher sicherzustellen, daß auch Büroarbeit auf den materiellen
Produktionsprozeß (z.B.: durch den direkten Zugang des Einkäufers zum
Produktionslager) und auf soziale Situationen (z.B.: durch direkten Kundenkontakt
des Versicherungssachbearbeiters) bezogen bleibt.
18
Vgl. (Hacker 1989a, Spinas 1983,1987, Ulich 1988, Ulich 1989, Baitsch 1989, Balzert 1986).
19
Vgl. (Hacker 1989a S.1640.
24
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
3. Durchschaubarkeit20
Definition
Die Durchschaubarkeit einer Aufgabe setzt voraus, daß der Arbeitende die
technischen Bedingungen und Zusammenhänge, die organisatorischen Strukturen (der
raum-zeitliche und inhaltliche Zusammenhang seiner Arbeitsaufgabe), die Ereignisse
im Arbeitsprozeß und die Folgen des eigenen Eingreifens in den Arbeitsprozeß
durchschauen und vorhersehen kann.
Abhängigkeiten mit anderen Kriterien:
Dieses Kriterium ist einerseits von der klaren Auslegung und Abgrenzung der
Arbeitsaufgabe selbst abhängig und steht damit im engen Zusammenhang mit dem
Kriterium "Ganzheitlichkeit". Andererseits besteht eine Abhängigkeit von den dem
Arbeitenden zur Verfügung gestellten Informationen und Qualifizierungsmaßnahmen (vgl. Kriterium "Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten").
Eigenschaften
• technische Bedingungen und Zusammenhänge
Durchschaubarkeit ist hier gegeben, wenn der aktuelle Technikstand, die Ursachen
für diesen, die Nutzungsmöglichkeiten - d.h. die erreichbaren Ziele und Resultate erkennbar, nachvollziehbar und vorhersehbar sind.
• organisatorische Strukturen, Ereignisse im Arbeitsprozeß, Folgen des eigenen
Eingreifens in den Arbeitsprozeß
Durchschaubarkeit ist hier gegeben, wenn für die aktuell bearbeitete Aufgabe
eindeutig erkennbar ist
- woher zu bearbeitende Arbeitsgegenstände kommen,
- wann zu bearbeitende Arbeitsgegenstände von vorgelagerten
Stellen vorliegen,
- wohin das Arbeitsergebnis geht,
- wann das Arbeitsergebnis dort vorliegt (bzw. wann eine
Rückmeldung zu erwarten ist).
4. Rückmeldungen (Feedback)21
Definition
Rückmeldungen (Feedback) bewirken, daß der Arbeitende Meldungen über den
laufenden Fortgang seines Arbeitsablaufes (Ablauffeedback) und das Resultat seiner
Arbeit (Resultatfeedback) erhält. Diese sollen sich dabei auch aus der Aufgabe selbst
ergeben.
Abhängigkeiten mit anderen Kriterien:
Rückmeldungen sind eine notwendige Voraussetzung, um das Konzept der
20
Vgl. (Dunckel 1989, Balzert 1986, Dunckel 1989a).
21
Vgl. (Spinas 1989, Spinas 1983, Baitsch 1989).
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
25
"vollständigen Tätigkeit" umsetzen zu können. (Vgl. das Kriterium "Ganzheitlichkeit")
Eigenschaften
• Ablauffeedback
Der Arbeitende erhält damit Auskunft über den Stand der Ausführung seiner
Aufgabe. Dies stellt eine Voraussetzung für eine allfällige Handlungskorrektur dar.
• Resultatfeedback
Dieses liefert dem Arbeitenden die Möglichkeit, Ergebnisse der eigenen Handlungen
auf Übereinstimmung mit den gesetzten Zielen zu überprüfen.
5. Autonomie22
Definition
Die Autonomie beschreibt das Ausmaß an (Selbst)Kontrolle, daß dem Arbeitenden
bei der Aufgabenerfüllung zugestanden wird 23 . Dieses Ausmaß wird von der Qualifikation des Arbeitenden und von der Art der Arbeitsaufgaben mitbestimmt.
Eigenschaften
Die folgenden Eigenschaften einer Arbeitstätigkeit charakterisieren die Kontrollmöglichkeiten, die sich dem Arbeitenden bei der Aufgabenerfüllung bieten:
• Handlungsspielraum
Der Handlungsspielraum ist die Summe der Freiheitsgrade bzw. Gestaltungsmöglichkeiten in bezug auf die Verfahrenswahl (z.B. Methoden), die Vorgehensweisen und den Arbeitsmitteleinsatz, die sich dem Arbeitenden an seinem Arbeitsplatz bieten.
• Zeitspielraum
Er beschreibt die Wahlmöglichkeiten des Arbeitenden, die zeitliche Abfolge seiner
(Teil-)Aufgaben selbständig zu strukturieren und zu koordinieren. Das Ausmaß des
Zeitspielraumes wird maßgeblich durch die zeitlichen Vorgaben für die
Aufgabendurchführung bestimmt. Der Zeitspielraum hängt eng mit dem Handlungsspielraum zusammen24. Seine praktische und getrennte Bedeutung ist darin zu
sehen, daß häufig zu enge zeitliche Vorgaben einen ansonsten recht großen Handlungsspielraum wieder zunichte machen.
• Entscheidungsspielraum
Er kennzeichnet den Umfang der Entscheidungskompetenz des Arbeitenden bei der
Ausführung seiner Aufgaben. Der Entscheidungsspielraum spiegelt somit unmittelbar das Ausmaß der (Selbst)Kontrolle wider und legt somit fest, inwieweit der
22
Vgl. (Spinas 1983,1987, Ulich 1988,1989, Baitsch 1989, Balzert 1986).
Vgl. dazu die Bedeutung des Kontrollkonzeptes für das menschliche Handeln in (Spinas 1983)
und (Spinas 1987).
24
Manche Autoren treffen keine explizite Unterscheidung zwischen Handlungs- und
Zeitspielraum, vgl. (Ulich 1988, Frese 1989).
26
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
Arbeitende von dem vorhandenen Handlungs- und Zeitspielraum Gebrauch machen
kann.
• Abhängigkeiten und/oder Behinderungen
Organisatorische und technische Abhängigkeiten und/oder Behinderungen, wie z.B.
sachlich nicht begründbare einengende Vorschriften oder starke einseitige Abhängigkeiten von einem Arbeitsmittel (z.B. Unterbrechung des Arbeitsablaufes
durch Ausfall des Bürosystems ohne alternative Möglichkeiten zum Fortsetzen der
Tätigkeiten), führen zu einer Einschränkung der Autonomie und sind daher zu
vermeiden bzw. möglichst gering zu halten.
6. Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten25
Definition
Die allgemeine geistige Flexibilität des Arbeitenden soll erhalten bleiben bzw.
gefördert werden. Dazu müssen ihm Möglichkeiten geboten werden, seine
berufliche Qualifikation zu erhalten bzw. weiterzuentwickeln.
Dies setzt einerseits Arbeitsaufgaben und Arbeitsmittel voraus, die ausreichend
komplex und gestaltbar sind, so daß sie es dem Arbeitenden erlauben, seine
Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse weiterzuentwickeln. Andererseits müssen
dem Arbeitenden die notwendigen qualifikatorischen Voraussetzungen vermittelt
werden, die ihm eine Beherrschung der Arbeitsaufgabe und der Arbeitsmittel
ermöglichen.
Abhängigkeiten mit anderen Kriterien
Das Kriterium "Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten" steht in einem mehr oder
weniger engen Abhängigkeitsverhältnis zu den Kriterien "Anforderungsvielfalt",
"Ganzheitlichkeit", "Durchschaubarkeit", "Rückmeldungen", "Autonomie" und
"Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit". All diese Kriterien haben, bei
entsprechender Berücksichtigung, einen Einfluß auf die "Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten" des Arbeitenden.
So wird eine Aufgabe, die "ganzheitliche" ist und "Anforderungsvielfalt" besitzt,
auch entsprechend unterschiedliche Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse
erfordern und somit gute Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Die "Durchschaubarkeit" einer Aufgabenstellung ist eine wesentliche Voraussetzung für deren
Erlernbarkeit. "Rückmeldungen" über den Arbeitsfortgang und das Resultat der
Arbeit sind sowohl wesentlich für die Weiterentwicklung der beruflichen
Qualifikation als auch für die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten (z.B. höheres
Einkommen, Beförderung). "Autonomie" bei der Aufgabenerfüllung ist
Voraussetzimg dafür, daß der Arbeitende selbst gestalterisch tätig werden und so
seine Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse weiterentwickeln kann.
"Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit" eröffnet Möglichkeiten für
soziale Unterstützung und soziales Lernen, beides Aspekte, die wesentlich zu den
Entwicklungsmöglichkeiten eines Arbeitenden beitragen.
25
Vgl. (Balzert 1986, Baitsch 1989, Ulich 1988,1989).
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
TJ
Eigenschaften
Neben all den mit den obigen Kriterien verbundenen Eigenschaften, die einen
Beitrag zu den Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten eines Arbeitenden liefern, soll
hier auf zwei Eigenschaften gesondert hingewiesen werden:
• Lernmöglichkeiten (Qualifikationserhalt/-erweiterung)
Dem Arbeitenden sollen laufend Möglichkeiten zur Weiterentwicklung seiner
beruflichen Qualifikationen geboten werden (z.B. inner- und außerbetriebliche Fortbildungskurse), wobei die angebotenen Qualifikationsinhalte ein breites Spektrum
umfassen sollten (z.B. Organisationswissen, Fachwissen, EDV-Wissen, soziales,
strategisches, formales Wissen, ergonomisches Wissen).
• berufliche Entwicklungsmöglichkeiten
Die Weiterentwicklung der Lernmöglichkeiten sollte an berufliche Entwicklungsmöglichkeiten gekoppelt sein (z.B. Beförderung, höheres Einkommen), um den
Arbeitenden entsprechende Motivationen und Anreize zu bieten.
Die beiden folgenden Kriterien zur Bewertung der Organisation und der Aufgaben
Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit sowie Datenschutz/Datensicherheit sind zusätzlich auch für die Bewertung der Software (Absatz 2.3) relevant.
7. Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit26
Definition
Kooperation bei der Aufgabenerfüllung kann durch entsprechende Organisationskonzepte, wie z.B. "kooperative Arbeitsteilung/qualifizierte Assistenz" oder
"selbstregulierende Gruppen", erreicht werden. Derartige Konzepte sehen eine
Aufgabenverteilung zwischen den Arbeitenden vor, die eine gemeinsame - kooperative - Aufgabenerfüllung ermöglichen. Damit können soziale Beziehungen
zwischen den Arbeitenden aufgebaut bzw. erhalten werden.
Einen wesentlichen Bestandteil dieser Kooperation bildet die Kommunikation, wobei vom ergonomischen Standpunkt - vor allem der unmittelbaren - persönlichen Kommunikation zwischen den Arbeitenden ein hoher Stellenwert zukommt.
Abhängigkeiten mit anderen Kriterien
Kooperative Arbeitsformen bergen die prinzipielle Gefahr in sich, die
Selbständigkeit des Einzelnen in unzuträglicher Weise zu beeinträchtigen. Vor allem
wenn die Aufgabenverteilung so konzipiert ist, daß ein zu starkes
Abhängigkeitsverhältnis bei der Aufgabenerfüllung zwischen den beteiligten
Arbeitenden entsteht. Hier besteht ein Konflikt mit den Forderungen des Kriteriums
"Autonomie".
Eigenschaften
Die folgenden Eigenschaften einer Arbeitstätigkeit charakterisieren die Voraus-
26
Vgl. (Friedrich 1987).
28
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
Setzungen für den Aufbau von sozialen Beziehungen zwischen den Arbeitenden und
die Möglichkeiten, die sich daraus eröffnen:
• persönliche Kommunikation
Sie ist die wesentliche Voraussetzung für den Aufbau bzw. Erhalt von sozialen
Beziehungen und darf nicht durch organisatorische (z.B. strikte Aufgabentrennung)
und technische (z.B. Kommunikation ausschließlich mittels eines Electronic Mail
Systems) Bedingungen be- oder verhindert werden.
• soziale Unterstützung
Sie bietet Möglichkeiten zur Beseitigung von auftretenden Problemen und
Schwierigkeiten im Zuge der Aufgabenerfüllung. Dies hilft streßbeladene
Situationen bei der Aufgabenerfüllung für die Arbeitenden erträglicher und
handhabbarer zu machen.
• soziales Lernen
Durch die soziale Unterstützung eröffnen sich für die Arbeitenden gleichzeitig
Möglichkeiten, Lernprozesse bei der kooperativen Aufgabenerfüllung mitzuvollziehen.
8. Datenschutz/Datensicherheit
Definition
Es gilt einerseits den Arbeitenden vor elektronischer Leistungs- und Verhaltenskontrolle, die durch den Einsatz des Arbeitsmittels "Bürosystem" in neuer Qualität
und Quantität möglich werden, zu schützen. Daher sind die im Zuge der Aufgabenerfüllung erforderlichen und anfallenden Daten (sämtliche Informationen, die mittels
des EDV-Systems gespeichert oder verarbeitet werden) ausschließlich zum Zweck der
Aufgabenerfüllung zu verwenden.
Andererseits sollte dem Arbeitenden das Recht und die Möglichkeit eingeräumt
werden, bestimmte Daten (z.B. sensible persönliche Daten) und Arbeitsergebnisse
vor unbefugten Zugriffen zu schützen.
Generell sind die einschlägigen gesetzlichen Regelungen des jeweiligen Datenschutzgesetzes zu beachten. Im folgenden werden für das österreichische Datenschutzgesetz27 (DSG) und das deutsche Datenschutzgesetz28 (BDSG) die vor allem
zu berücksichtigenden Bestimmungen angeführt:
- Grundrecht auf Datenschutz (§1 DSG) (§1 Abs. 1 BDSG in Verbindung mit Artikel
2,1 des deutschen Grundgesetzes)
- Zulässigkeit der Ermittlung (Erhebung) und Verarbeitung von Daten (§6, §7, §17,
§18 DSG) (§4, §13-17, §28-30, §41 BDSG)
- Datengeheimnisverpflichtung (§20 DSG) (§5 BDSG)
Vgl. dazu das Österreichisches Datenschutzgesetz (DSG) in der ab 1. März 1988 geltenden
Fassung in (Dohr 1988).
Vgl. dazu das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG, Artikel 1 des Gesetzes zur Fortentwicklung der
Datenverarbeitung und des Datenschutzes vom 20. Dezember 1990).
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
29
- Informations- und Auskunftsrecht des Betroffenen (§1, §11, §25 DSG) (§19, §34
BDSG)
- Löschungs- und Richtigstellungspflicht (§12, §26, §27 DSG) (§20, §35 BDSG)
- Datensicherungsmaßnahmen (§10, §21 DSG) (§9 BDSG und Anlage zu §9)
In Dohr (1988)29 ist eine umfangreiche "Prüfliste zur Planung und Kontrolle der
Datensicherheit" zu finden, die eine Überprüfung der Einhaltung der einschlägigen
Bestimmungen des österreichischen DSG ermöglicht.
Im BDSG findet man als Anlage zu §9 10 Maßnahmen aufgezählt, die zum Schutz
personenbezogener Daten zu treffen sind.
Abhängigkeiten zu anderen Kriterien
Ein besonderes Problem für den Datenschutz ergibt sich aus der zunehmenden
Vernetzimg der Bürosysteme. Vom Standpunkt der Aufgabenerfüllung ("Aufgabenangemessenheit") ist es wünschenswert, daß Programme und Daten jederzeit für den
Arbeitenden verfügbar sind. Auf der anderen Seite ermöglichen bzw. verleiten
derartige zweckoffene Zugriffsmöglichkeiten zum Mißbrauch. Damit liegt ein
Konflikt zwischen den Schutzbedürfnissen einer Person und einer möglichst
aufgabengerechten Gestaltung vor. Die Auflösung derartiger Konflikte kann nur im
Rahmen einer abwägenden Bewertung - in Abhängigkeit von den Arbeitsbedingungen sowie Aufgaben und dem berechtigten Schutzbedürfnis der
betroffenen Arbeitenden - vorgenommen werden. Dabei sind insbesondere die
einschlägigen arbeitsrechtlichen Bestimmungen zu berücksichtigen, um arbeitsrechtliche Probleme (beispielsweise bzgl. der Leistungs- und Verhaltenskontrolle) zu
vermeiden.
Eigenschaften
Durch das Kriterium "Datenschutz/Datensicherheit" werden folgende Aspekte der
Datenverarbeitung und -speicherung berührt:
• Datenverwertung
Welche personenbezogenen Daten des Arbeitnehmers werden bei der Benutzung
des Bürosystems erhoben, verarbeitet, verknüpft (z.B. Anlegen eines
Benutzerprofils).
• Datenzugriffsrechte
Welche Art von Daten darf der Arbeitende verarbeiten, welche Datensichten auf den
Gesamtdatenbestand werden ihm gewährt. Daraus leitet sich ab, welche Datenqualität und Datenquantität dem Arbeitenden an seinem Arbeitsplatz zur Verfügung
gestellt werden.
• Datenlokalität
Welche Daten darf der Arbeitende lokal verarbeiten und speichern, welche nur
zentral.
• Datensicherungsmöglichkeiten
Welche organisatorischen, personellen, technischen und baulichen Sicherungsmaßnahmen stehen dem Arbeitenden zum Schutz seiner Daten zur Verfügung.
29
Vgl. (Dohr 1988, Anhang V).
30
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
2.3
Kriterien zur ergonomischen Bewertung der
Software
Ziel der Software-Bewertung ist, festzustellen, ob die Software über eine entsprechende Funktionalität verfügt (Unterstützung der Primäraufgaben) und eine
einfache Benutzung ermöglicht (Unterstützimg der Sekundäraufgabe). Die Kriterien
für die Bewertung der Software sollen sicherstellen, daß die menschengerechte
Organisation der Arbeit nicht durch den Einsatz eines Bürosystems beeinträchtigt
oder gar zunichte gemacht wird (Erhalt des Gestaltungsspielraumes!). Damit soll
gewährleistet werden, daß es nicht zu einem Bruch, sondern zu einer Fortsetzung
der diesen Kriterien innewohnenden Prinzipien - auch im Bereich der Software kommt.
Wie die folgenden Ausführungen zeigen werden, besteht bzgl. der ergonomischen
Kriterien für die Software eine "unbefriedigende" Begriffsvielfalt. Bei der folgenden
Diskussion wird überwiegend von den Begriffen der DIN 66 234 Teil 8 bzw. der ISO
Norm 9241 Part 10, Version 3, December 1990 ausgegangen. Im allgemeinen wurden
diese Begriffe auch in das im Kapitel 3 näher beschriebene Evaluationsverfahren
EVADIS n übernommen. Diese Entscheidung fiel vor dem Hintergrund, daß sie in
entsprechenden nationalen und internationalen Normen ihren Niederschlag
gefunden haben bzw. finden werden und somit bereits ein gewisser "Begriffsstandard" gesetzt wurde. Als Ergänzung werden die in Spinas (1989) definierten
Kriterien der Benutzerfreundlichkeit den jeweiligen DIN-Kriterien bzw. ISOKriterien zugeordnet. Ihre Bedeutung liegt darin, daß sie in einem langjährigen
Forschungsprozeß durch Feldstudien und experimentelle Untersuchungen überprüft
und präzisiert, strukturiert und in ein Gesamtkonzept der Benutzerfreundlichkeit
(Kontrollkonzept) integriert wurden30.
Bei den folgenden Definitionen wird zuerst die DIN-Definition angegeben. In der
Regel wurden diese direkt in die ISO-Norm übernommen (übersetzt). Sofern
Abweichungen bzw. Erweiterungen vorliegen, werden die (englischen) Originaldefinitionen der ISO-Norm angeführt. Anschließend erfolgt eine Zuordnung der von
Spinas (1989) definierten Kriterien. Letzteres erfolgte vor dem Hintergrund, daß es
sich bei den von Spinas et.al. definierten Kriterien um jene Gruppe von Kriterien
handelt, die im deutschsprachigen Raum - neben den DIN-Kriterien - eine hohe
Bedeutimg erlangt haben.
2.3.1 Verfügbarkeit31
Die Verfügbarkeit des Bürosystems beinhaltet die Forderungen, daß der Benutzer
nicht durch Störungen (z.B. häufige Systemabstürze) oder zu lange Antwortzeiten
30
Vgl. (Ulich 1986,1988, Spinas 1987,1989).
31
Vgl. (Baitsch 1989).
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
31
bei der Benutzung behindert wird. Lange bzw. stark variierende und deshalb
"unberechenbare" Antwortzeiten versetzen den Benutzer in einen Zustand angespannter Erwartung und Ungewißheit über die Akzeptanz der getätigten Eingabe.
Auch wirken unregelmäßige Antwortzeiten dadurch belastend, daß sie den Benutzer
in seinem Gedankenfluß stören und ihm einen unregelmäßigen Arbeitsrhythmus
aufzwingen. Wünschenswert sind Antwortzeiten, die in einem proportionalen
Verhältnis zur Komplexität der durchgeführten Operation stehen. Einfache
Operationen, beispielsweise die Eingabe von Zeichen mittels der Tastatur, sollen zu
einer unmittelbaren, unverzögerten Rückmeldung (Echo) führen. Das Wechseln von
Masken oder Fenstern sollte jedoch für den Benutzer noch erkennbar sein. Bei
komplexen Operationen, beispielsweise das Suchen eines Wortes in einem großen
Text, wird der Benutzer längere Antwortzeiten durchaus akzeptieren.
Die negativen Auswirkungen einer eingeschränkten Verfügbarkeit sind darin
begründet, daß der Benutzer in der Regel weder die Ursache für sie verursachende
Behinderungen durchschauen, noch deren weiteren Verlauf und die Folgen vorhersehen, geschweige denn beeinflussen kann, bei seiner Arbeit jedoch auf die
Computerbenutzung angewiesen ist. Er erlebt daher eine derartige Situation als
Streß.
Die Ursachen für derartige Behinderungen können einerseits bei der Hardware
liegen (z.B. Kapazitätsprobleme), aber auch in der Software begründet sein (z.B.
instabile Software-Version die leicht aufgrund von Bedienungsfehlern abstürzt). In
jedem Fall ist eine hohe Zuverlässigkeit des EDV-Betriebes durch geeignete
hardware- und/oder software-technische Maßnahmen anzustreben, um dem
Benutzer eine hohe Verfügbarkeit seines Arbeitsmittels zu gewährleisten.
2.3.2 Nützlichkeit
Das Kriterium "Nützlichkeit" wurde aus Spinas (1989) abgeleitet. Dort wurde eine
inhaltlich erweiterte Definition des DIN-Kriteriums "Aufgabenangemessenheit"
vorgeschlagen. Diese inhaltliche Erweiterung wird hier unter dem Begriff Nützlichkeit vorgestellt:
Das Kriterium "Nützlichkeit" beinhaltet jene Aspekte der "Aufgabenangemessenheit", die sich auf eine "angemessene" Funktionalität der Software für die
Aufgabenerfüllung beziehen. Dies entspricht einer weiteren Sichtweise des
Kriteriums "Aufgabenangemessenheit", wie sie in Spinas (1989) vertreten wird:
"Unter der 'Aufgabenangemessenheit' eines Dialogsystems ist zu verstehen, dass
dem Benutzer alle zur Aufgabenerfüllung benötigten Informationen und Funktionen
in einer der verlangten Arbeitshandlung entsprechenden Reihenfolge angeboten
werden."
2.3.3 Komfort
Das Kriterium "Komfort" wurde ebenfalls aus dem DIN-Kriterium "Aufgabenangemessenheit" abgeleitet, wobei hier die folgende Definition zugrunde gelegt
wird:
32
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
Das Kriterium "Komfort" beinhaltet jene Aspekte der "Aufgabenangemessenheit",
die in der DIN 66 234 Teil 8 gefordert werden: "Ein Dialog ist aufgabenangemessen,
wenn er die Erledigung der Arbeitsaufgabe des Benutzers unterstützt, ohne ihn
durch Eigenschaften des Dialogsystems unnötig zu belasten." Diese Forderung
beschränkt sich auf die "komfortable" Benutzung des Bürosystems durch den
Benutzer.
Das den Kriterien "Nützlichkeit" und "Komfort" zugrundeliegende Kriterium
Aufgabenangemessenheit 32 / Suitability for the task 33 ist von der DIN und ISO
definiert worden.
Definitionen der DIN3* und ISO^
"Ein Dialog ist aufgabenangemessen, wenn er die Erledigung der Arbeitsaufgabe des
Benutzers unterstützt, ohne ihn durch Eigenschaften des Dialogsystems unnötig zu
belasten.
Tätigkeiten, die sich aus der technischen Eigenart des Dialogsystems ergeben, sollen
im allgemeinen durch das System selbst ausgeführt werden.
Der Dialog soll den Arbeitsaufgaben angepaßt sein. Bei der Dialoggestaltung sind
insbesondere deren Komplexität sowie Art und Umfang der Information, die der
Benutzer zu verarbeiten hat, zu berücksichtigen."
In der ISO-Norm findet sich an dieser Stelle folgende zusätzliche Forderung:
"Wherever it is consistent with the task requirement there should be possibilities offered to
reduce complexity by either grouping, zooming or equivalent techniques."
"Art und Form der Eingabe sollen der Arbeitsaufgabe angepaßt sein."
In der ISO-Norm findet sich an dieser Stelle folgende zusätzliche Forderung:
"The presentation of output should match the user*s task requirements."
"Die im Dialog verfügbaren Arbeitsmittel sollten vom Benutzer an regelmäßig
wiederkehrende Arbeitsaufgaben angepaßt werden können.
Existieren für eine Arbeitsaufgabe Eingabevorbelegungen (z.B. Werte, die standardmäßig vorgegeben sind), soll dem Benutzer die Eingabe solcher Werte erspart
werden. Vorgabewerte sollen durch andere Werte oder durch andere Vorgabewerte
geändert werden können."
In der ISO-Norm findet sich an dieser Stelle folgende zusätzliche Forderung:
"It should be possible to condense input, minimize repetitive work, and control the data
according to the task specification."
32
Kriterium der DIN 66234 Teil 8, Vgl. (VDI 5005, Oppermann 1988, Frese 1989, Baitsch 1989,
Fähnrich 1987, Friedrich 1987, Fontana 1987).
33
Vgl. (ISO 9241 Part 10, Version 3, December 1990).
Zur Erläuterung der hier vorgestellten Definitionen findet man in der DIN-Norm 11 Beispiele.
35
Zur Erläuterung der hier vorgestellten Definitionen findet man in der ISO-Norm im Annex A 13
Beispiele.
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
33
"Wenn es für Vergleichszwecke erforderlich ist, sollen während der Erledigung einer
Arbeitsaufgabe, bei der Daten geändert werden, die ursprünglichen Daten erhalten
bleiben und wieder abrufbar sein; dies kann auch für fehlerhafte und unvollständige
Daten gelten."
In der ISO Norm finden sich noch die folgende zusätzliche Forderung:
"As an overall goal of the designer's aim to achieve suitability for the task, tradeoffs between
consistent and complexity may be necessary while still maintaining a task oriented view."
Definition von (Spinas 1989)
In Spinas (1989) wird die oben unter Nützlichkeit vorgestellte Definition gegeben
und abschließend bemerkt: "Zusammengefasst bleibt festzuhalten, dass die
theoretische Durchdringung dieses Kriteriums und seine empirische Überprüfung
erst begonnen haben; bisherige Untersuchungen weisen aber auf die zentrale Rolle
der Aufgabenangemessenheit hin."
Anmerkung
In zahlreichen Arbeiten wird das Kriterium "Aufgabenangemessenheit" als eines den
übrigen Kriterien - mit Ausnahme der Erlernbarkeit - übergeordnetes Kriterium
angesehen 3 6 . Dies wird mit der herausgehobenen Stellung der "Aufgabenangemessenheit" begründet, "da ein Dialogsystem seinen Zweck als Arbeitsmittel
sonst verfehlen müßte37."
2.3.4 Übersichtlichkeit38
Dieses Kriterium findet man weder in der DIN noch in der ISO-Norm. Dies ist in der
Ausrichtung dieser Normen auf die Dialogschnittstelle begründet (dynamische
Komponente des Dialogs).
Es geht hier um die statische Komponente des Dialogs (Ein-/Ausgabeschnittstelle)
zu der sich in den DIN 66 234 Teil 2 / 3 / 5 zahlreiche Gestaltungsforderungen finden,
die unter dem Sammelbegriff "Übersichtlichkeit" zusammengefaßt werden.
Bedingt durch die historische Entwicklung der Software-Ergonomie gibt es zum
Bereich Ein-/Ausgabeschnittstelle darüber hinaus eine Vielzahl von sehr
detaillierten Gestaltungsempfehlungen 3 9 .
36
Vgl. (Wittstock 1984, Triebe 1987, Lang 1988, Hoyos 1988).
37
Vgl. (Triebe 1987, S. 120).
3®
Dieses Kriterium beinhaltet Gestaltungsvorschläge der DIN 66234 Teil 3 und 5, vgl. (Oppermann
1988, Fähnrich 1987 S.197).
39
Vgl. beispielsweise (Hoffmann 1989, Galitz 1985, Zwerina 1987, Siemens 1987,1989,1989a).
34
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
Die Übersichtlichkeit bezieht sich auf die Darstellung und Anordnung der
Informationen auf dem Bildschirm (Ort, Farbe, Helligkeit, Struktur, usw.) und auf
die übersichtliche Gestaltung von Meldungen, Hilfeinformationen, usw., unter
Berücksichtigung der menschlichen Wahrnehmungs-, Verhaltens- und Denkprozesse
(Gestaltpsychologie). Das Ziel besteht in der Entlastung des menschlichen Kurzzeitgedächtnisses .
Anmerkung
Um eine differenzierte Betrachtung der Forderungen der "Übersichtlichkeit" zu
ermöglichen, schlagen wir in Anlehnung an Dzida (1988) folgende Gestaltungs- und
Bewertungsmaßstäbe vor:
Wahrnehmbarkeit:
Sie soll durch eine ergonomisch richtige Kombination von Zeichen und Hintergrundfarben bzw. die Dauer der Informationsdarbietung unterstützt werden.
Speziell dazu finden sich in der DIN 66 234 Teil 2 Gestaltungsempfehlungen.
Lesbarkeit:
Sie soll durch eine ergonomisch richtige Gestaltung von Zeichengröße, Gestalt der
Zeichen, Zeilenabstand, Zeichenkontrast, usw. erzielt werden. Gestaltungsempfehlungen dazu finden sich in der DIN 66 234 Teil 2.
Weiters kann durch die Verwendung von bildhaften Symbolen der Leseaufwand des
Benutzers minimiert werden. Empfehlungen dazu finden sich in DIN 66 234 Teil 5
Beiblatt 1.
Orientierungsförderlichkeit:
Sie soll durch das Ausmaß der dargestellten Informationsmenge und durch die
Plazierung der Information erreicht werden. Die DIN 66 234 Teil 3 (40) legt den
Aufbau und die Struktur von Informationen im Anzeigebereich eines Bildschirms
fest.
Lenkbarkeit der Aufmerksamkeit:
Sie soll durch eine entsprechende Codierung von Information unterstützt werden. In
der DIN 66 234 Teil 5 finden sich dazu Empfehlungen bzgl. der Gestalt, Farbe, Ort
und Zeit der darzustellenden Informationen. Als geeignete Codierungsmittel zur
Lenkung der Aufmerksamkeit können beispielsweise Blinksignale, Töne, Farbe, usw.
eingesetzt werden.
Unterscheidbarkeit:
Sie soll es dem Benutzer erlauben, wesentliche von unwesentlichen Informationen zu
trennen oder veränderbare von unveränderbaren Informationen zu unterscheiden.
Dazu findet man in der DIN 66 234 Teil 5 (sowie Beiblatt 1 und 2) entsprechende
Empfehlungen.
Zur Darstellung von unterschiedlichen Informationen findet man auch in der DIN 66
234 Teil 3 neu entsprechende Empfehlungen (z.B. Unterscheidung von
Informationen in Eingabe-, Ausgabe- und Konstantenfelder).
40
Vgl. auch (DIN 66 234 Teil 3 neu).
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
35
2.3.5 Selbstbeschreibungsfähigkeit41, Self-descriptiveness42
Zu diesem Kriterium gibt es Definitionen der DIN und der ISO, die hier übernommen werden.
Definitionen der DIN43 und ISO44
"Ein Dialog ist selbstbeschreibungsfähig, wenn dem Benutzer auf Verlangen
Einsatzzweck sowie Leistungsumfang des Dialogsystems erläutert werden können
und wenn jeder einzelne Dialogschritt unmittelbar verständlich ist oder der Benutzer
auf Verlangen dem jeweiligen Dialogschritt entsprechende Erläuterungen erhalten
kann." (DIN)
In der ISO-Norm findet sich folgende - in ihren Forderungen über die DIN-Norm
hinausgehende - Definition für dieses Kriterium:
" A dialogue is said to be self-descriptive if each dialogue step is either immediately
comprehensible or may be explained to the user on his/her requesting the relevant
information. After any user action the system should have the capability to provide feedback
or explanations on request or initiate feedback if severe consequences may result."
In der DIN-Norm geht es weiter mit der Forderung:
"In Ergänzung zur Benutzerschulung sollen diese Erläuterungen dazu beitragen, daß
sich der Benutzer für das Verständnis und für die Erledigung der Arbeitsaufgabe
zweckmäßige Vorstellungen von den Systemzusammenhängen machen kann; z.B.
über Umfang, Aufgaben, Aufbau und Steuerbarkeit des Dialogsystems, über
Benutzung dieser Erläuterungen, über Umgang mit Fehlermeldungen."
In der ISO-Norm findet sich an dieser Stelle folgende zusätzliche Forderung:
"Feedback or explanations should be presented in a consistent terminology which are derived
from the task environment rather than from dialogue system technology."
"Erläuterungen sollen an die allgemein üblichen Kenntnisse der zu erwartenden
Benutzer angepaßt sein (z.B. in deutscher Sprache, unter Verwendung beruflicher
Fachausdrücke). Dem Benutzer sollen nach Art und Umfang verschiedene Erläuterungen verfügbar sein.
Beschreibungen sollen situationsabhängig gegeben werden, um ihren Wert für den
Benutzer zu erhöhen."
In der ISO-Norm findet sich abschließend folgende zusätzliche Forderung:
"The quality of feedback or explanations should minimize the need for consulting user
manuals, and other external information media thus avoiding frequent media switches."
41
Kriterium der DIN 66234 Teil 8, vgl. (Frese 1989, Lang 1988, Triebe 1987).
42
Vgl. (ISO 9241 Part 10, Version 3, December 1990).
Zur Erläuterung der hier vorgestellten Definitionen findet man in der DIN-Norm 9 Beispiele.
44
Zur Erläuterung der hier vorgestellten Definitionen findet man in der ISO-Norm im Annex A 14
Beispiele.
36
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
Definitionen von (Spinas 1989)
In Spinas (1989) spiegeln die Kriterien "Transparenz", "Unterstützung" und
"Feedback" wesentliche Prinzipien der "Selbstbeschreibungsfähigkeit" wider:
"Die Transparenz eines Systems soll dem Benutzer die Bildung eines Struktur- und
Prozessmodells des Systems im Gedächtnis erleichtern, was ihm die notwendigen
Orientierungsgrundlagen für die Benutzung bietet. Der Benutzer muss sich ja über
den Inhalt (Funktionen, Informationen) und dessen Organisation im System
(Zugriffspfade, Ordnungskriterien) generell sowie über einen aktuellen Dialogzustand ein 'Bild' machen können, um die technische Unterstützung auch effizient
nutzen zu können. Ein System sollte dementsprechend seine Nutzungs- und
Kontrollmöglichkeiten sowie aktuelle Bearbeitungszustände dem Benutzer an der
Benutzungsoberfläche strukturiert offenlegen... Zusammengefasst ist festzuhalten,
dass die Transparenz ein zentrales, aber schwer fassbares bzw. isolierbares Kriterium
darstellt, das viele Bezüge zu anderen Kriterien - wie Aufgabenangemessenheit,
Konsistenz, Unterstützung, Feedback aufweist und ausserdem von der Erfahrung
des Benutzers abhängt."
"Das Kriterium Unterstützung bezieht sich auf rechnergestützte Lern- und
Arbeitshilfen, die dem Benutzer über die normalen Dialogmeldungen
hinausgehende Informationen zur Bewältigung von Problemsituationen zur
Verfügung stellen. Diese Lern- und Arbeitshilfen sollen dem Benutzer die
Orientierung erleichtern und ihm helfen, Software besser durchschauen ... sowie
Dialogabläufe besser vorhersehen ... und gemäss eigenen Zielen beeinflussen zu
können."
Als typische Instrumente zur Unterstützung werden computerunterstützte Handbücher, Hilfesysteme und Tutorials angeführt. Zusammenfassend wird festgestellt,
daß Untersuchungen die Bedeutung des Kriteriums "Unterstützung" und den
Nutzen von rechnergestützten Lern- und Arbeitshilfen belegen.
Es wird auf die Bedeutung des Kriteriums "Feedback" im Zusammenhang mit der
Gestaltung und Bewertung von Organisation und Aufgaben hingewiesen 45 und
daher gefordert, daß auch ein Dialogsystem in allen Phasen der Aufgabenbewältigung Rückmeldungen an den Benutzer gibt bzw. geben kann. Wobei
Ausführungsfunktionen mit einem Ablauffeedback und Ergebnisse mit einem
Resultatfeedback rückzumelden sind.
Anmerkung
Die Selbstbeschreibungsfähigkeit fördert die Erlernbarkeit einer Software maßgeblich, indem sich der Benutzer - aufbauend auf seinem mentalen Modell von der
Software - weitere Funktions- und Anwendungsbereiche der Software erschließen,
oder die Benutzung wesentlich vereinfachen kann (z.B. durch effektivere
Handhabung der Software).
Vgl. das Kriterium "Rückmeldungen" im vorhergehenden Kapitel.
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
37
Im Zusammenhang mit dem Kriterium "Selbstbeschreibungsfähigkeit" ist auf die
'Nievergeltschen Fragen' hinzuweisen, die in knapper Form die Forderungen dieses
Kriteriums zusammenfassen:
Das Bürosystem sollte auf Verlangen des Benutzers jederzeit Antwort auf die
folgenden Fragen geben können:
"Wo bin ich?"
"Was kann ich hier tun?"
"Wie kam ich hier her?"
"Wohin kann ich noch gehen?"
"Wie komme ich dorthin?"
2.3.6 Erwartungskonformität46, Conformity with user expectations47
Zu diesem Kriterium gibt es ebenfalls Definitionen der DIN und ISO, die übernommen werden.
Definitionen der DIN 48 und ISO 49
"Ein Dialog ist erwartungskonform, wenn er den Erwartungen der Benutzer
entspricht, die sie aus Erfahrungen mit bisherigen Arbeitsabläufen oder aus der
Benutzerschulung mitbringen sowie den Erfahrungen, die sie sich während der
Benutzung des Dialogsystems und im Umgang mit dem Benutzerhandbuch bilden."
In der ISO-Norm finden sich an dieser Stelle folgende zusätzliche Forderungen:
"In order to achieve conformity with user expectations it is important that the dialogue
system of the appplication incorporates as precisely as possible a model of the task the
application is required to perform under both procedural and structural aspects.
Hence, the user should have easy access to the task and simple navigation mechanisms."
"Das Dialogverhalten innerhalb eines Dialogsystems soll einheitlich sein. Uneinheitliches Dialogverhalten würde den Benutzer zu starker Anpassung an wechselhafte Durchführungsbedingungen seiner Arbeit zwingen, das Lernen erschweren
und unnötige Belastung mit sich bringen."
In der ISO-Norm findet sich an dieser Stelle folgende zusätzliche Forderung:
"The application should employ the user's vocabulary which is used for the task and commit
to polite formulations."
46
Kriterium der DIN 66234 Teil 8, vgl. (Lang 1988, Triebe 1987, Oppermann 1988, Fähnrich 1987
S.197, Friedrich 1987).
47
Vgl. (ISO 9241 Part 10, Version 3, December 1990).
Zur Erläuterung der hier vorgestellten Definitionen findet man in der DIN-Norm 11 Beispiele.
Zur Erläuterung der hier vorgestellten Definitionen findet man in der ISO-Norm im Annex A 13
Beispiele.
38
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
"Bei ähnlichen Arbeitsaufgaben soll der Dialog ähnlich gestaltet sein, damit er den
Erwartungen des Benutzers hinsichtlich des gewohnten Arbeitsablaufs gerecht
wird."
In der ISO-Norm findet sich an dieser Stelle folgende zusätzliche Forderung:
"Generally a standard structure for all commands and common syntax rules should be
maintained, and wherever possible consistent sets of names should be used."
"Der Benutzer soll Erwartungen hinsichtlich seines Arbeitsablaufs aufgrund der
Rückmeldungen des Dialogsystems bilden können. Die für die Führung des Dialogs
relevanten Zustandsänderungen des Systems sind dem Benutzer mitzuteilen. Für
Eingabedaten in Kurzform oder in verschlüsselter Form soll die Eingabe in Klartext
bestätigt werden, wenn die Gewißheit des Benutzers über die Richtigkeit seiner
Eingabe verstärkt werden soll. Für besonders schutzbedürftige Eingabedaten kann
die Rückmeldung in Klartext entfallen."
In der ISO-Norm finden sich an dieser Stelle folgende zusätzliche Forderungen:
"The user should get feedback and be able to request information on the work progress. He/she
should be informed on changes in the system status that are relevant to the task.
Dialogues should be consistent accross tasks which are similar, matching the user
expectation when developing common task solving procedures."
"Eingegebene Zeichen sollen im allgemeinen unmittelbar auf dem Bildschirm
angezeigt werden, um die für die Eingabe erforderliche Aufmerksamkeit nicht durch
verzögerte Anzeige zu belasten. Ebenso sollen Positionierungen (z.B. Bewegungen
von Positionsmarken) unmittelbar erfolgen.
Der Benutzer macht im Laufe der Benutzung Erfahrungen mit der Antwortzeit eines
Dialogsystems und bildet sich daraus Erwartungen. Bei ähnlichen Vorgängen, insbesondere solchen mit kurzer Verarbeitungsdauer, sollen die Antwortzeiten ähnlich
sein; bei kalkulierbaren, deutlichen Abweichungen von der üblichen Antwortzeit
(z.B. aufgrund einer verlängerten Verarbeitungszeit) soll der Benutzer hiervon
unterrichtet werden.
Der Benutzer sollte über den Stand der Bearbeitung informiert werden, damit seine
Aufmerksamkeit nicht unnötig gebunden wird.
Wird der Dialog aus technischen Gründen unterbrochen, sollen dem Benutzer soweit
wie möglich Art, Umfang und Dauer des Ausfalls mitgeteilt werden."
Definitionen von Spinas (1989)
In Spinas (1989) finden sich die Prinzipien der "Erwartungskonformität" unter den
Kriterien "Konsistenz" und "Kompatibilität" wieder.
"Das Kriterium der 'Konsistenz' bezieht sich auf die Berechenbarkeit des Systemverhaltens, wodurch Erwartungen des Benutzers erfüllt und Überraschungseffekte
vermieden werden sollen. Ein konsistent-regelhafter Aufbau von Dialogstruktur,
Semantik und Syntax ermöglicht dem Benutzer die Rekonstruierbarkeit ... und
entlastet dadurch das Gedächtnis von faktisch präziser Speicherung.... Konsistenz
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
39
kann insgesamt als empirisch relativ gut abgesichertes, theoretisch aber noch
entwicklungsfähiges Kriterium bezeichnet werden."50
"Unter dem Kriterium 'Kompatibilität' versteht man den Grad der Übereinstimmung
zwischen dem mentalen Modell des Benutzers und den - durch die Aufgabenerfordernisse bestimmten - Benutzeraktionen mit den Systemausgaben sowie den
verlangten Eingaben, m.a.W. eine Kompatibilität von Systemdarstellung und
geforderter Denkleistung des Benutzers." Es wird zwischen Sprach- und
Darstellungskompatibilität unterschieden. Erstere bezieht sich auf die Übereinstimmung der Dialogsprache mit der (Fach)Sprache des Benutzers, zweitere bezieht
sich auf die Übereinstimmung der dargestellten Informationen mit der
"Benutzermetapher" bzgl. seiner Aufgaben (z.B. Desktop-Metapher). Gleichzeitig
erfordert die Darstellungskompatibilität, daß bei der Darstellung von Einzelinformationen wie von ganzen Bildern (z.B. Bildschirmseite) eine Übereinstimmung
mit einer entsprechenden gedruckten Vorlage besteht (WYSIWYG-Prinzip: "What
You See Is What You Get").
In Spinas (1989) kommen die Autoren zu der Erkenntnis, "dass es noch relativ
wenige Untersuchungen zu diesem Kriterium gibt und damit eine Forschungslücke
besteht."
2.3.7 Fehlerrobustheit51, Error tolerance52
Hier wird ebenfalls die Definitionen von DIN und ISO zugrundegelegt.
Definitionen der PIN*» und ISQM
"Ein Dialog ist fehlerrobust, wenn trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben das
beabsichtigte Arbeitsergebnis mit minimalem oder ohne Korrekturaufwand erreicht
wird. Dazu müssen dem Benutzer die Fehler zum Zwecke der Behebung verständlich gemacht werden."
An dieser Stelle findet sich in der ISO-Norm die zusätzliche Forderung:
"Depending on the task it may be desirable to apply special effort in presentation techniques
to improve the recognition of error situations and their subsequent recovering."
"Eingaben des Benutzers dürfen nicht zu Undefinierten Systemzuständen oder zu
Systemzusammenbrüchen führen können. Es kann zweckmäßig sein, eindeutig
korrigierbare Fehler automatisch zu korrigieren und den Verarbeitungsprozeß
•5W
Bzgl. einer kritischen Auseinandersetzung mit der Forderung nach Konsistenz vgl. (Grudin
1989).
51
Kriterium der DIN 66234 Teil 8, vgl. (Lang 1988, Triebe 1987, Hoyos 1988, Oppermann 1988,
Fähnrich 1987S.197, Friedrich 1987).
52
Vgl. (ISO 9241 Part 10, Version 3, December 1990).
Zur Erläuterung der hier vorgestellten Definitionen findet man in der DIN-Norm 6 Beispiele.
Zur Erläuterung der hier vorgestellten Definitionen findet man in der ISO-Norm im Annex A 8
Beispiele.
40
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
fortzusetzen. Hierbei ist es im allgemeinen sinnvoll, dem Benutzer die Durchführung
der Korrektur in einer für ihn verständlichen Form mitzuteilen. Das automatische
Korrigieren muß abschaltbar sein.
Wenn ein Fehler auf verschiedene Weise vom System behoben werden kann, sollten
dem Benutzer Korrekturalternativen zur Auswahl angeboten werden, ohne die
Möglichkeit zur Neueingabe auszuschließen.
Bei allen Fehlermeldungen soll auch auf den Ort des Fehlers hingewiesen werden
(z.B. durch Markierung der Fehlerstelle). Die zur Aufmerksamkeitserregung
erforderliche Codierungsform sollte der Anwendung angemessen sein (siehe DIN 66
234 Teil 5). Es kann zweckmäßig sein, Fehlermeldungen unterdrückbar zu machen.
Es ist zweckmäßig, zusätzliche Erläuterungen zur Fehlerbehebung vorzusehen.
In der Regel sollen Fehlermeldungen sofort ausgegeben werden.
Wenn es der Arbeitsablauf erlaubt, dürfen auf Anforderung des Benutzers Fehlermeldungen später ausgegeben werden, um seinen Denkprozeß nicht unnötig zu
stören."
An dieser Stelle findet sich in der ISO-Norm die zusätzliche Forderung:
"Error messages should bei presented when the user needs them."
"Fehlermeldungen sind verständlich, sachlich und konstruktiv zu formulieren. Sie
sollten einheitlich strukturiert werden (z.B. nach Fehlerart, möglichen
Fehlerursachen und Möglichkeiten der Fehlerberichtigung). Fehlermeldungen
dürfen keine Werturteile enthalten, wie z.B. "Unsinnige Eingabe".
Der Benutzer sollte zwischen kurzen und umfangreichen Erläuterungen wählen
können. Es kann zweckmäßig sein, die Erläuterungen mit einem Hinweis auf eine
Stelle im Benutzerhandbuch zu versehen."
In der ISO-Norm finden sich noch folgende zusätzliche Forderungen:
"Regarding managing the error situation in addition to the error message, tools
should be provided to validate/verify data, to check correctness before activating
input.
Preventive techniques of additional control for commands with serious
consequences (e.g. delete, cancel, replace) in case of erronous input should be
provided.
The escape option should be consistent and always available. It should lead to well
defined states within the task execution sequence.
In general error correction should be possible without switching system states."
Definitionen von Spinas (1989)
In Spinas (1989) findet man unter dem Kriterium "Toleranz", dem Kriterium "Fehlerrobustheit" vergleichbare Forderungen:
"'Toleranz' bedeutet den Verzicht des Systems auf rigide, präzise Eingabeerfordernisse ..., die Unterbrech- und Wiederaufnehmbarkeit initiierter Prozesse, die
Reversibilität von Operationen ohne Verlust bzw. Zerstörung von Daten... sowie
unter Umständen die Akzeptanz geringfügig fehlerhafter Eingaben im Sinne von
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
41
Tippfehlern. Der Benutzer erhält dadurch eine grössere Sicherheit im Umgang mit
dem Computer und kann auch das System explorieren; zudem wird das Gedächtnis
... entlastet. Zu diesem Kriterium konnten bemerkenswerter Weise keine spezifischen
Untersuchungen gefunden werden."
Anmerkung
Damit der Benutzer aus den von ihm gemachten Fehlern - im Sinne der "Erlernbarkeit" - auch etwas lernen kann, müssen die folgenden Prinzipien berücksichtigt
werden 5 5 :
• Fehlerdiagnose:
Bei Auftreten eines Fehlers muß der Benutzer mittels einer klaren Fehlerrückmeldung darüber Aufschluß erhalten, daß ein Fehler auftrat (Hervorhebung),
warum dieser auftrat (Erklärung), wie man aus der Fehlersituation wieder herauskommt (Vorschläge) und welche Schritte zur Beseitigimg der Folgen notwendig sind
(Wiederaufsetzpunkt).
• Fehlervermeidung:
Die Fehler Vermeidung kann durch eine gute Software-Gestaltung im Sinne der
Beachtung der beschriebenen ergonomischen Kriterien und durch Fehlertoleranz
erreicht werden.
Die Fehlertoleranz einer Software erlaubt es dem Benutzer trotz eines
Eingabefehlers, ohne oder mit minimalem Korrekturaufwand zu seinem
gewünschten Arbeitsergebnis zu kommen (z.B. durch Formatfreiheit,
Variationsmöglichkeiten für Kommandos). Wichtig ist, daß die von der Software
automatisch vorgenommen Fehlerkorrekturen an den Benutzer rückgemeldet
werden.
• Fehlermanagement:
Mittels des Fehlermanagements werden die negativen Effekte von Fehlern
verringert. Dies kann durch Fehlerreversibilität (z.B. mittels einer UNDO-Funktion,
Wiederaufsetzpunkten) und durch eine Unterstützung des Gedächtnisses erreicht
werden. Im letzten Fall werden dem Benutzer Hilfen zur Verfügung gestellt, mit
denen er sich, z.B. vergessene Befehlsnamen, Programme, Einsteilgrößen
(Parameter), usw. wieder in Erinnerung rufen kann 56 .
2.3.8 Erlernbarkeit57, Suitability for learning58
Bei diesem Kriterium kann nur auf die Definition von ISO zurückgegriffen werden.
55
Vgl. (Frese 1989).
^
Vgl. dazu auch das Kriterium "Selbstbeschreibungsfähigkeit".
57
Vgl. (Spinas 1983, Frese 1989, Lang 1988, Triebe 1987, Wittstock 1984).
58
Vgl. (ISO 9241 Part 10, Version 3, December 1990).
42
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
Definition der ISO 5 9
"Dialogue systems are said to support learnability if they guide the user through the learning
stages minimizing the learning time.
Reducing complexity and maintaining consistency are the prerequesite goal for this principle.
Dialogsysteme unterstützen die Erlernbarkeit, wenn sie den Benutzer durch den
Lernprozeß führen und die dabei aufzuwendende Lernzeit minimieren.
Die Reduzierung der Komplexität und Erhaltung der Konsistenz sind hierfür die
Voraussetzungen.
Learning should be unterstood as a graceful evolution of increasing skill and knowledge about
the application before and during its use.
Attention should be given to the frequency of command usage. Frequently used commands
should offer the user shortcutting and defaulting. Seldom used commands should be in their
design more self-explaining and be accompanied with more guiding information.
Rules and design decisions (what, why) applied should be made transparent to the user
allowing him/her to build up own chunking strategies and rules for memorizing activities.
The general guidance should be:
- reducing user 's memory load
- avoiding 'getting lost'situations
- keeping the user always knowledgable about the current status of interaction
- maintaining a reasonable task oriented performance
This goes parallel with compromizing between complexity and functionality versus simplicity
and consistency.
All kinds of dialogue elements supporting 'getting used to' behaviour should be applied (e.g.
standard locations for same type of messages, similar layout of screen elements for similar
task objects).
Help information should be task dependent.
Relevant learning strategies (e.g. comprehension oriented learing by doing) should be
supported."
Anmerkung
Wie die obige ISO-Definition zeigt, werden hier viele Forderungen gestellt, die sich
in den bisher genannten Kriterien wiederfinden. Daher wird in zahlreichen
Arbeiten60 das Kriterium "Erlernbarkeit", ähnlich wie das Kriterium "Aufgabenangemessenheit", als ein übergeordnetes angesehen, dessen Verwirklichung von der
Realisierung der anderen genannten Kriterien abhängt.
Zur Erläuterung der hier vorgestellten Definitionen findet man in der ISO-Norm im Annex A 5
Beispiele.
60
Vgl. (Wittstock 1984, Triebe 1987, Lang 1988, Hoyos 1988).
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
43
2.3.9 Individualisierbarkeit61, Suitability of individualization62
Hier kann ebenfalls nur auf die Definition der ISO zurückgegriffen werden.
Definition der ISO 63
"Dialogue systems are said to support suitability for individualisation if the system is
constructed to allow for adaptation to the user's individual needs and skills for a given task.
Dialogsysteme unterstützen die Individualisierbarkeit, wenn sie so konstruiert sind,
daß die Anpassung an die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Benutzers
ermöglicht wird.
Parts of the dialogue which are developed with certain user characteristics in mind (such as
normal colour vision or low experience level) support individualization if they can be
modified to support users who differ in these characteristics (such als colour-blindness or high
experience level).
The user should be able to adapt the dialogue system to support hislher individual strategies
of planning, problem solving, and information processing strategies.
The dialogue system should allow for individual preferences with regard to structural,
procedural, and physical aspects.
The dialoge system should allow the user for choosing among alternative forms of
representation according to the complexity of the information to be processed.
Explanations (e.g. error messages, help information) should be adaptable according to the
individual level of knowledge of the user.
The user should be allowed to incorporate his/her own vocabulary to establish individual
naming for objects and actions. It should be also possible for him/her to add individualized
functions within the semantics (personal macros) or even beyond the semantics (personal
functions) of the application.
Regarding the speed of interaction the user should be able to influence the speed of operation.
He/she should be able to adapt the dialogue speed to his/her own individual working speed.
Individual preferences for selecting among the dialogue techniques should be supported when
applicable with regard to the user task.
The overall objective should be to provide mechanisms which allow the system to be adapted
to the individual
- knowledge and experience of computer
- knowledge and experience of task domain
61
Vgl. (Spinas 1987,1989, Hoyos 1988, Triebe 1987, Frese 1989).
62
Vgl. (ISO 9241 Part 10, Version 3, December 1990).
®
Zur Erläuterung der hier vorgestellten Definitionen findet man in der ISO-Norm im Annex A 7
Beispiele.
44
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
- language and culture
- perceptual/motor abilities
- cognitive abilities
of the user."
Definitionen von Spinas (1989)
In Spinas (1989) findet man unter dem Kriterium "Flexibilität" auch die Forderung
nach "Individualisierbarkeit":
"Im Unterschied zur Flexibilität eines Systems, die für Gruppen von Benutzern
Freiheitsgrade für Klassen unterschiedlicher Vorgehensweisen ermöglicht, soll die
Individualisierbarkeit eines Systems allen Benutzern die Möglichkeit bieten, die
Benutzungsoberfläche nach ihren persönlichen Bedürfnissen massgeschneidert
einzurichten... In naher Zukunft sollte es dem Benutzer eines Systems möglich sein,
durch einfache Veränderung einiger Parameter seinen Kenntnissen und
Bedürfnissen gerechte Formen der Interaktion, der Darstellung von Information, der
Belegung von Funktionstasten, etc. selbst zu realisieren.... In der Praxis haben sich ...
Systeme bewährt, deren Benutzungsoberfläche unterschiedliche Interaktionsformen z.B. Menü und Kommando - umfassen, die je nach Erfahrung des Benutzers von ihm
selbst gewählt werden können."
Anmerkung
Wie die obigen Ausführungen der ISO zeigen, ist das Kriterium "Individualisierbarkeit" aus dem Kriterium "Steuerbarkeit" hervorgegangen. Es finden
sich daher hier teilweise Forderungen wieder, die in der DIN unter "Steuerbarkeit"
subsumiert waren (z.B. das Schreiben von Makros).
2.3.10 Steuerbarkeit64, Controllability«5
Zu diesem Kriterium liegen wieder Definitionen der DIN und ISO vor, die übernommen werden.
Definitionen der DIN 66 und ISO 67
"Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer die Geschwindigkeit des Ablaufs sowie
die Auswahl und Reihenfolge von Arbeitsmitteln oder Art und Umfang von Einund Ausgaben beeinflussen kann."
64
Kriterium der DIN 66 234 Teil 8, vgl. (Friedrich 1987, Lang 1988, Triebe 1987).
65
Vgl. (ISO 9241 Part 10, Version 3, December 1990).
66
Zur Erläuterung der hier vorgestellten Definitionen findet man in der DIN-Norm 11 Beispiele.
Zur Erläuterung der hier vorgestellten Definitionen findet man in der ISO-Norm im Annex A 13
Beispiele.
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
45
Nur in der ISO-Norm findet sich anschließend an die prinzipielle Definition die
folgende Auflistung der Bereiche, die steuerbar sein sollten:
"The controllability principles requires provisions in the following areas:
1. speed of interaction
2. tools (static and dynamic usage)
3. dialogue flow
4. application feedback and level of interaction
5. presentation and formats
6. critical situations (error, destructive)
7. input/output equivalency "
Zu Punkt 1 finden sich in der DIN-Norm folgende Forderungen68:
"Der Benutzer soll die Geschwindigkeit des Dialogs an seine individuelle
Arbeitsgeschwindigkeit anpassen können, z.B. keinen Arbeitstakt, kein Treiben des
Benutzers durch Erlöschen von Bildanzeigen. Die Eingabetätigkeit des Benutzers soll
nicht durch unnötiges Warten auf die Ausgabe von Daten vorangegangener Dialogschritte aufgehalten werden."
Zu Punkt 2 finden sich in der DIN-Norm folgende Forderungen:
"Soweit es die Arbeitsaufgabe erlaubt, soll der Benutzer während des Dialogs die
Arbeitsmittel frei wählen und den Arbeitsweg selbst bestimmen können.
Der Benutzer soll Informationen erhalten können, die er für die Planung des Arbeitsweges benötigt, ohne seinen aktuellen Dialogschritt zu beeinträchtigen "
Die Forderungen der ISO-Norm zu diesem Punkt sind umfassender:
"Tools used in a dialogue should be configurable by the user. Furthermore the user should be
able to select the dialogue tools for the current task at hand.
The user should be able to receive information required for planning his/her work progress
concurrently in any dialogue step. Thus, requesting global information on scope, structure,
and status of the application should not disrupt the current activity."
Zu Punkt 3 finden sich in der DIN-Norm folgende Forderungen:
"Der Benutzer soll den Dialog jederzeit unterbrechen können, soweit es die Arbeitsaufgabe zuläßt. Nach einer Unterbrechung soll er (z.B. aufgrund von Zwischenergebnissen) entscheiden können, ob der Dialog an der Unterbrechungsstelle
fortgeführt werden soll.
An dieser Stelle wird in der ISO-Norm die umfassendere Forderung erhoben:
"The user should be able to interrupt the dialogue at any time, task permitting.
He/she should be able to decide after an interruption (e.g. on the basis of interim
results) whether the dialogue should be continued from the point of interruption,
whether some interaction activities should be reversed, or wheter the whole dialogue
should be cancelled with the possibility to define certain conditions for restarting the
dialogue. The last option might be realized via a general escape mechanism, which
should be possible at any time of the dialogue and should work observing user
Die Zuordnung der Forderungen der DIN-Norm zu den Bereichen der ISO-Norm erfolgte hier
aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit.
46
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
transparent switching rules according the structure and/or the hierarchical
organization of the task."
In der DIN-Norm geht es mit den folgenden Forderungen zu Punkt 3 weiter:
"Ist der Dialog wegen eines Systemausfalls unterbrochen worden, so ist ein Wiederaufnahmepunkt definiert durch den letzten Dialogschritt vor dem Systemausfall; es
kann zweckmäßig sein, eine Wiederaufnahme zu einem weiter zurückliegenden
Dialogschritt festzulegen. In jedem Fall ist der Wiederaufnahmepunkt bei Fortsetzimg des Dialogs mitzuteilen.
Der letzte Dialogschritt soll, soweit seine Folgen reversibel sind und die Arbeitsaufgabe es zuläßt, zurückgenommen werden können. Die Rücknehmbarkeit
mehrerer zusammenhängender Dialogschritte ist wünschenswert. Die Rücknahme
muß in einen Zustand zurückführen, der dem vor dieser Folge entspricht. Enthält
der Dialog Verarbeitungsprozesse von großer Tragweite, so sollen diese erst nach
einer besonderen Benutzerentscheidung ausgeführt werden können."
Zu Punkt 4 findet sich in der DIN-Norm folgende Forderung:
"Der Benutzer soll in für ihn leicht überschaubaren Dialogschritten vorgehen
können; eine Zusammenfassung von Dialogschritten sollte dem Benutzer ermöglicht
werden, wenn es von der Arbeitsaufgabe her sinnvoll ist."
Die umfassenderen Forderungen der ISO-Norm zu diesen Punkt lauten:
"The level of interaction, e.g. the amount of feedback, input, information exchange from and
to the application, should be under the control of the user."
Zu Punkt 5 findet sich in der DIN-Norm folgende Forderung:
"Der Benutzer soll die Menge der dargestellten Informationen steuern können,
soweit es von der Arbeitsaufgabe her sinnvoll ist."
Die Forderungen der ISO-Norm zu diesem Punkt sind wesentlich präziser:
"The way that input/output data are represented (format and type) should be under the
control ot the user, thus offering the possibility to avoid unnecessary input/output activities.
If the control oft the amount of data displayed is of use for a particular task, the user should be
able to exercise such control."
Zu Punkt 6 finden sich in der DIN-Norm keine Forderungen, dafür enthält die ISONorm dazu folgende Forderungen:
"Critical situations, e.g. caused by user errors or application errors, should be accompanied
with enough information and dialogue tools allowing the user to recover easily, and if
required to recover lost data. The application should prevent the user from making destructive
actions that were not intended."
Zu Punkt 6 finden sich in der DIN-Norm ebenfalls keine Forderungen, dafür enthält
die ISO-Norm dazu folgende Forderungen:
"Where equivalent input/output devices exist the user should have the control to select either
one."
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
47
Definitionen von Spinas (1989)
In Spinas (1989) werden die mit dem Kriterium "Steuerbarkeit" verbundenen
Prinzipien unter dem Kriterium "Flexibilität" beschrieben:
"'Flexibilität' gilt wohl zu recht als eines der zentralen Kriterien der Dialoggestaltung,
entscheidet sich doch an der Flexibilität bzw. Rigidität eines Systems, ob sich der
Mensch als Benutzer oder als Bediener des Computers fühlt. Unter dem
Gesichtspunkt der kognitiven Kontrolle ist mit der Flexibilität die Beeinflussbarkeit
des Systemverhaltens im Sinne objektiv vorhandener Freiheitsgrade zur selbständigen Setzung und Erreichung von (Teil-)Zielen durch variable Abfolge von
(Teil-)Schritten gemeint. Die Steuerung des Dialogablaufes - und damit die Reihenfolge von Arbeitsschritten - sollte in inhaltlicher und zeitlicher Hinsicht sowie
bezüglich einzusetzender Mittel weitgehend dem Benutzer überlassen werden,
damit unterschiedliche Vorgehensweisen - die durch Aufgabenerfordernisse
und/oder die Arbeitsweise des Benutzers bedingt sein können - möglich sind.... Der
Bedeutung des Kriteriums entsprechend haben sich auch einige Untersuchungen
damit befasst und sind zu mehrheitlich übereinstimmenden Ergebnissen gekommen:
Flexibilität eines Dialogsystems ist unbedingt notwendig, damit der Benutzer in
weiten Grenzen Teilaufgaben selbständig definieren, deren Bearbeitungsfolge
festlegen und auch bei unvorhergesehenen Ereignissen seine Pläne ändern kann."
2.3.11 Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit
Für die Evaluation der Software sind ebenfalls die Kriterien "Kooperations- und
Kommunikationsförderlichkeit" und "Datenschutz/Datensicherheit" relevant, auf die
im vorhergehenden Absatz 2.2 "Kriterien zur Bewertung der Organisation und der
Aufgaben" näher eingegangen worden ist. Hier werden nur mehr zusammengefaßte
Definitionen wiedergegeben.
Definition:
Kooperation bei der Aufgabenerfüllung kann durch entsprechende Organisationskonzepte, wie z.B. "kooperative Arbeitsteilung/qualifizierte Assistenz" oder "selbstregulierende Gruppen", erreicht werden. Derartige Konzepte sehen eine Aufgabenverteilung zwischen den Arbeitenden vor, die eine gemeinsame - kooperative Aufgabenerfüllung ermöglichen. Damit können soziale Beziehungen zwischen den
Arbeitenden aufgebaut bzw. erhalten werden.
Einen wesentlichen Bestandteil dieser Kooperation bildet die Kommunikation, wobei vom ergonomischen Standpunkt - vor allem der unmittelbaren - persönlichen Kommunikation zwischen den Arbeitenden ein hoher Stellenwert zukommt.
2.3.12 Datenschutz/Datensicherheit
Definition:
Es gilt einerseits den Arbeitenden vor elektronischer Leistungs- und Verhaltenskontrolle, die durch den Einsatz des Arbeitsmittels "Bürosystem" in neuer Qualität
48
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
und Quantität möglich werden, zu schützen. Daher sind die im Zuge der
Aufgabenerfüllung erforderlichen und anfallenden Daten (sämtliche Informationen,
die mittels des EDV-Systems gespeichert oder verarbeitet werden) ausschließlich
zum Zweck der Aufgabenerfüllung zu verwenden.
Andererseits sollte dem Arbeitenden das Recht und die Möglichkeit eingeräumt
werden, bestimmte Daten (z.B. sensible persönliche Daten) und Arbeitsergebnisse
vor unbefugten Zugriffen zu schützen.
2.4
Einordnung der Kriterien in arbeitspsychologische Theorien
Hier wird versucht, die zuvor beschriebenen software-ergonomischen Kriterien in
arbeitspsychologische Theorien einzuordnen, wobei zunächst auf das "Kontrollkonzept" von Spinas bezug genommen wird. Danach wird eine Klassifikation
vorgenommen, die zusätzlich das theoretische Konzept der Arbeitswissenschaften
berücksichtigt.
2.4.1
Einbettung der Kriterien in das "Kontrollkonzept"
Im folgenden werden alle Kriterien in ein theoretisches Konzept der Arbeitspsychologie eingebettet, das sich an der psychologischen Grundannahme orientiert,
den Menschen als - mehr oder weniger - autonomes Wesen zu begreifen, das
Sachverhalte und Ereignisse nach Strukturprinzipien ordnet und durch zielgerichtetes Handeln aktiv auf seine Umwelt einwirkt69.
Dieses wird als "Kontrollkonzept" bezeichnet und versteht unter Kontrolle:
• Durchschaubarkeit (bzw. Überschaubarkeit) von Sachverhalten und Zusammenhängen.
• Vorhersehbarkeit (bzw. Berechenbarkeit) von Prozessen der Umwelt und der Auswirkungen eigenen Handelns.
Beide können unter dem Begriff Orientierung zusammengefaßt werden und bilden
die Voraussetzung für die
• Beeinflußbarkeit von Bedingungen und Prozessen der Umwelt gemäß eigenen
Zielen.
"Kontrolle soll dann als vollständig gegeben gelten, wenn das Individuum Ereignisse
und Zustände ... durchschauen (erklären), sie ... vorhersehen und letztlich ... aktiv
beeinflussen kann 70 ". Die Bedeutung der Kontrolle bzgl. der Handhabung des
Arbeitsmittels Bürosystem ist darin begründet, daß ein wiederholter bzw. längerfristiger Kontrollverlust zum "Erlernen von Hilflosigkeit" führen kann. Dies
verunsichert den Benutzer nicht nur im Umgang mit dem Bürosystem (was bis zur
Ablehnung desselben führen kann), sondern es kann sogar zu schweren psychischen
""
Vgl. (Spinas 1987, S. 13-16); ähnliche Annahmen liegen auch der Theorie der Handlungsregulation zugrunde.
70
Vgl. (Spinas 1987, S. 15).
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
49
Störungen (z.B. Depression) des Benutzers führen (Streß als Folge mangelnder
Kontrolle bzw. Nichtkontrolle der Umweltbedingungen).
Abbildung 5: Einbettung der Kriterien in das Kontrollkonzept
Der Wert derartiger theoretischer Konzepte besteht darin, daß sie prinzipielle
Zusammenhänge zwischen den Kriterien in bezug auf die Handhabung des Bürosystems durch den Benutzer zeigen ("Benutzerperspektive").
So wird aus obiger Abbildung deutlich, daß als unabdingbare Voraussetzung für die
Benutzung einer Software deren V e r f ü g b a r k e i t gewährleistet seien muß
(repräsentiert durch das Kriterium "Verfügbarkeit").
Weiters muß die Software in ihren Anwendungsmöglichkeiten den Aufgaben des
Benutzers entsprechen (repräsentiert durch die Kriterien "Nützlichkeit" und
"Komfort"). Erst dadurch ist ein sinnvoller Einsatz des Bürosystems für den Benutzer
möglich.
Die Kontrollmöglichkeiten des Benutzers bei der Handhabung der Software haben
Einfluß auf seine Möglichkeiten zur Ausschöpfung der gebotenen Funktionalität. Die
Handhabung basiert zum einen auf den Orientierungsmöglichkeiten des Benutzers
50
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
bzgl. der angebotenen Funktionen (repräsentiert durch die Kriterien Übersichtlichkeit", "Selbstbeschreibungsfähigkeit", "Erwartungskonformität", "Fehlerrobustheit" und "Erlernbarkeit") und zum anderen auf den Beeinflussungsmöglichkeiten dieser Funktionen im Hinblick auf seine konkreten Aufgabenstellungen und individuellen Bedürfnisse (repräsentiert durch die Kriterien
"Individualisierbarkeit" und "Steuerbarkeit"). Daraus wird auch unmittelbar klar,
daß eine gute Orientierung eine wesentliche Voraussetzung für die Beeinflußbarkeit
der Software durch den Benutzer darstellt.
Vor ein konkretes Bewertungsproblem gestellt, sollten diese prinzipiellen Zusammenhänge zwischen den Kriterien beachtet werden. Dies wird sich vor allem in der
Reihenfolge der Bewertung der Kriterien widerspiegeln.
2.4.2
Einbettung der Kriterien in das allgemeine Konzept der
"menschengerechten Arbeit" unter Berücksichtigung des
"Kontrollkonzepts"
Die Kriterien zur Bewertung der Software lassen sich auch in das allgemeine
Konzept der "menschengerechten Arbeit" einordnen, wobei auch das zuvor
beschriebene "Kontrollkonzept" berücksichtigt werden kann. Die Zusammenhänge
werden in der folgenden Abbildung dargestellt; die vorgenommenen Zuordnungen
werden im Anschluß interpretiert.
Abbildung 6: Kriterieneinbettung - allgemeines Konzept menschengerechter Arbeit und Kontrollkonzept
2. Ergonomische Kriterien einer Evaluation
51
Das Kriterium Verfügbarkeit entspricht der Verfügbarkeit nach dem "Kontrollkonzept" und kann dem "arbeitswissenschaftlichen Kriterium" Ausführbarkeit
zugeordnet werden.
Die unter dem Kriterium Nützlichkeit erfaßten software-ergonomischen Qualitäten
können je nach der Betrachtungsweise des Evaluators entweder dem "Kontrollkonzept-Kriterium" Anwendungsmöglichkeiten oder dem "arbeitswissenschaftlichen
Kriterium" Ausführbarkeit zugeordnet werden.
Im gleichen Sinn kann das Kriterium Komfort alternativ dem "KontrollkonzeptKriterium" Anwendungsmöglichkeiten oder dem "arbeitswissenschaftlichen
Kriterium" Schädigungs- und Beeinträchtigungslosigkeit zugeordnet werden.
Das "arbeitswissenschaftliche Kriterium" Persönlichkeitsförderlichkeit umfaßt das
"Kontrollkonzept-Kriterium" Kontrollmöglichkeit/Handhabung. Dieses Kriterium
kann nach dem Kontrollkonzept weiter differenziert werden in Beeinflußbarkeit, der
die Kriterien Individualisierbarkeit und Steuerbarkeit zuzuordnen sind und in
Orientierung, der die Kriterien Übersichtlichkeit, Selbstbeschreibungsfähigkeit,
Erwartungskonformität, Fehlerrobustheit und Erlernbarkeit zuzuordnen sind.
Die Kriterien Kommunikations- und Kooperationsförderlichkeit und Persönlichkeitsschutz können dem "arbeitswissenschaftlichen Kriterium" Sozialverträglichkeit
zugeordnet werden. Eine Zuordnung zum Kontrollkonzept ist nicht möglich, da es
hierfür keine Entsprechimg gibt.
3.
Der software-ergonomische
Leitfaden EVADIS II
In den folgenden Kapiteln des Buches wird der Evaluationsleitfaden EVADIS II im
Detail vorgestellt. Bei der Konzeption des Leitfadens wurden die in den Kapiteln 1
und 2 beschrieben Grundlagen der software-ergonomischen Evaluation als
Entwicklungsleitlinien herangezogen. Als Grundlage diente der im Jahre 1988
publizierte Evaluationsleitfaden EVADIS (vgl. Kapitel 3.1).
Der Leitfaden ermöglicht eine software-ergonomische Evaluation, die ohne Versuchspersonen durchgeführt werden kann. Er unterstellt als Anwender einen
Software-Ergonomen, der ein grundlegendes Wissen um software-technische Eigenschaften wie auch um software-ergonomische Eigenschaften besitzt. Kenntnisse der
zu testenden Software sind ebenfalls erforderlich, um mit dem jeweiligen Produkt
arbeiten zu können. Das Verfahren zielt auf objektivierbare Eigenschaften der zu prüfenden Software ab. Die Prüffragen des Verfahrens beinhalten daher eindeutig
beantwortbare Eigenschaften der zu testenden Schnittstelle. Die Analyse anhand des
EVADIS II-Leitfadens in seiner jetzigen Fassung ermöglicht eine Beschreibung und
Bewertung der software-ergonomischen Qualitäten einer Software. Bei der Bewertung
sind jedoch gewisse Einschränkung zu beachten, die in dem zur Zeit verfügbaren
gesicherten Wissen begründet sind. Ob beispielsweise eine Fehlermeldung als
Fenster in die Arbeitsdaten eingeblendet werden sollte oder besser an einem festen
Ort plaziert würde, ist bisher nicht geklärt71. Welche Farbunterlegung oder
Invertierung für eine Fehlermeldung optimal ist, ist bisher ebenso unbekannt.
Trotzdem ist es für den Adressaten der Beschreibung interessant zu wissen, wo die
Meldung präsentiert wird, ob eine Hervorhebung erfolgt und ob das Systemverhalten einheitlich ist. Bei allen Prüffragen wurden Angaben zu "wünschenswerten" Schnittstelleneigenschaften auf der Grundlage des derzeit verfügbaren
software-ergonomischen Wissens, in Form von Kommentaren, gemacht.
Aufgrund der intensiven Forschungsaktivitäten im Bereich der Software-Ergonomie
wird zwar das Wissen über einzelne Schnittstellen-Eigenschaften wachsen und daher
angebbar sein, welches bessere und welches schlechtere Gestaltungen sind.
Allerdings wird auch die Gesamtzahl der relevant erscheinenden Eigenschaften
steigen, d.h. es werden immer wieder neue offene Fragen hinzukommen. Die
Evaluationsmethoden werden daher einer ständigen Weiterentwicklung bedürfen:
Hinsichtlich der Fragen und hinsichtlich der Antworten. Die Entwickler wollen mit
diesem Leitfaden hierzu beitragen; letztlich ist dies jedoch eine Aufgabe für die
gesamte software-ergonomische Forschungsgemeinschaft.
Ob es wirklich "eine richtige" Lösung gibt, ist überdies fraglich (vgl. Kapitel 2).
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
3.1
53
Erweiterungen des bestehenden softwareergonomischen Leitfadens EVADIS
Aufgrund der in Kapitel 1 definierten Anforderungen an ein ganzheitliches Evaluationsverfahren kann nur eine Kombination unterschiedlicher Evaluationsmethoden
den geforderten Ansprüchen genügen. Daher wurde das existieriende leitfadenorientierte Evaluationsverfahren EVADIS72, um die in der folgenden Abbildung dargestellten Methoden erweitert.
Methoden
Evaluations-^S^
Schwerpunkte
Benutzer
Benutzerbefragung
vereinfechte
Arbeitsanalyse
methodengeleitetes
Expertenurteil
(Methodenschwerpunkt)
Ziel: Erfassen von
Benutzereigenschaften
Werkzeug: standardisierter
Fragebogen
Ort: Arbeitsplatz
Ziele: Bewertung, Erstellen
von Priifaufgaben
Aufgaben
(Organisation)
Werkzeug: Leitfaden zur
Erstellung der Prüfaufgaben
Ort: Arbeitsplatz
Ziel: Bewertung der
ergonomischen Qualität
Werkzeug: Prüffragensammlung
Ort: Arbeitsplatz, Prüfstelle,
Entwickler
Software
Abbildung 7: Methodenkombination - EVADIS II
Kernstück der vorgeschlagenen Methodenkombination ist weiterhin der Leitfaden
EVADIS (methodengeleitetes Expertenurteil) - allerdings in einer erweiterten und
aktualisierten Fassung. Es dient zur Bewertung der ergonomischen Qualität und
Funktionalität der Software des Bürosystems und wird durch die Methoden "vereinfachte Arbeitsanalyse" und "Benutzerbefragung" ergänzt.
Durch die Benutzerbefragung können relevante Benutzermerkmale erhoben
werden, die dem Evaluator bei der Bewertung bzgl. der ergonomischen Qualität der
Software eine differenziertere Betrachtung ermöglichen (menschenzentrierte Vorgehensweise).
72
Vgl. (Oppermann 1988).
54
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
Die vereinfachte Arbeitsanalyse ermöglicht dem Evaluator eine Bewertung der
ergonomischen Qualität der Aufgaben und gleichzeitig eine realitätsbezogene
Erstellung von Prüfaufgaben für EVADIS II (aufgabenorientierte Sichtweise).
Ausgangspunkt für die Erweiterung von EVADIS waren Überlegungen, welche
Anforderungen ein ganzheitliches Bewertungsverfahren zu erfüllen hätte. Diese
zeigten, daß der bestehende Leitfaden in bestimmten Bereichen zu einseitig auf die
zu bewertenden Komponenten des Arbeitssystems Büro orientiert ist.
Als Benutzer der zu testenden Software wurden im ursprünglichen EVADISVerfahren Wissensverarbeiter angenommen, die keine eng umgrenzte Routineaufgabe bearbeiten, sondern mehr oder weniger sporadisch Software-Produkte
möglicherweise verschiedenster Art und möglicherweise breiter Funktionalität
benutzen. Beispiele dafür wären etwa qualifizierte Sachbearbeiter (Experten) bzw.
Stabs- und Führungskräfte (Manager).
Dementsprechend war auch die vorgegebene (Standard)Aufgabe auf diese Benutzergruppe zugeschnitten. Es wurde davon ausgegangen, daß die Arbeit der Benutzergruppe durch folgende Merkmale charakterisiert wird:
- Ganzheitlichkeit von Tätigkeiten,
- Vollständigkeit von Tätigkeiten,
- Komplexität von Problemlösungen,
- Gleichzeitigkeit von Wissensnutzung und -akquisition sowie
- geringer Grad an Formalisierung und Routinisierung.
Daraus resultierte auch die Orientierung der Standardaufgabe auf Multifunktionssysteme. Es wurde davon ausgegangen, daß die typischen Aufgaben der Wissensverarbeiter im Erstellen und Austauschen von "Mischdokumenten" besteht, wobei
der Arbeitsablauf durch ein hohes Maß an Aufgabenintegration (sowohl horizontal
als auch vertikal) gekennzeichnet sei.
Die angenommene Benutzergruppe und (Standard)Aufgabe beeinflußte auch die
Auswahl der Anwendungen (Module) der Software und deren Funktionen. Dabei
wurde auf 'durchschnittliche' System bezug genommen, d.h. auf solche, die gegenwärtig die Marktsituation beherrschen, nicht aber unbedingt auf die 'Speerspitzen'
der technischen Entwicklung.
Obwohl eine Standardaufgabe mit typischen Funktionen von Bürosystemen vorgegeben wurde, wurde auf eine Bewertung der Funktionalität der jeweiligen Anwendungen bei Aufgabenerfüllung verzichtet. Die Bewertung beschränkte sich
ausschließlich auf die Benutzimg (Benutzerschnittstelle).
Ziel der Erweiterungsüberlegungen für die vorliegende Fassung war nun, den
Einsatzbereich des ursprünglichen EVADIS-Verfahrens zu vergrößern und eine stärkere
"Aufgaben- und Benutzerorientierung" zu bieten. Diese Überlegungen wurden dadurch
erleichtert, daß EVADIS prinzipiell offen konzipiert worden war, d.h. es war für den
Evaluationsexperten jederzeit möglich, die Standardaufgabe zu verändern/erweitern bzw. eine andere als die angenommene Benutzergruppe zum
Ausgangspunkt seiner Bewertungsüberlegungen zu machen. Dazu sollte ihm in der
neuen Fassung eine entsprechende methodische Unterstützung geboten werden,
damit die Vorteile eines methodengeleiteten Expertenurteils (gute Nachvoll-
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
erhalten bleiben. Hier knüpften die Erweiterungsüberlegungen an, indem dem
Evaluator eine Methodenkombination angeboten wird, die ihm einerseits
methodische Unterstützung bei der Erstellung/Anpassung der Prüfaufgabe 73 gibt
und andererseits eine differenziertere Berücksichtigung der Benutzer ermöglicht.
Gleichzeitig ermöglicht eine realitätsbezogene Prüfaufgabe eine Bewertung des für
die (typische) Aufgabenerfüllung notwendigen Funktionalitätsausschnitts der zu
testenden Software, womit auch Funktionalitätsaspekte in den Bewertungsprozeß
einbezogen werden können.
3.2
Bezugsrahmen von EVADIS II
Das EVADIS II-Verfahren ist eingebettet in einen zweidimensionalen Orientierungsrahmen. Die erste Dimension bildet das sogenannte IFIP-Modell 74 für Benutzerschnittstellen (vgl. Dzida 1983). In ihm sind an dem Verhältnis System-Benutzer
orientierte Ebenen der Schnittstelle dargestellt. Die zweite Dimension wird durch
eine Reihe von aufgaben- und organisations-ergonomischen sowie softwareergonomischen Kriterien gebildet. In ihnen sind am Benutzer orientierte Kriterien
aus den Arbeitswissenschaften enthalten.
3.2.1
Technische Systemkomponenten
Die folgende Abbildung zeigt das IblT - Benutzerschnittstellenmodell eingebettet in
das Arbeitssystem.
Benutzer
^Ausgabe)
/nichtS.
/ technische)
[Organisation r
( Dialog J
»
WVerkzeuX
Rechner
1
:
''
Benutzerschnittstelle
ftechnische\
Organisation
organisatorischer Bereich
Abbildung 8: Das IFIP-BenutzerschnittsteDenmodell als Arbeitssystem
Früher Standardaufgabe genannt.
IFIP steht für "International Federation for Information Processing", eine internationale Dachorganisation nationaler Informatik-Gesellschaften.
55
56
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
Das ii-Lf-Benutzerschnittstellenmodell setzt sich aus vier Schnittstellen zusammen75:
Ein-/Ausgabeschnittstelle
Sie definiert die Regeln für die Eingabe des Benutzers und die Ausgabe des
Rechners. Bei den Eingaberegeln wird festgelegt, auf welche Weise Zeichen und
Befehle eingegeben werden oder womit etwa der Cursor auf dem Bildschirm
positioniert wird (z.B. mit Cursortaste, Maus). Bei den Ausgaberegeln wird
festgelegt, auf welche Weise Daten und Software-Werkzeuge (Funktionen,
Anwendungen) sowie Meldungen dem Benutzer auf dem Bildschirm oder anderen
Medien (z.B. Drucker) dargestellt werden.
Dialogschnittstelle
Sie definiert die Regeln, die den Dialog zwischen dem Benutzer und dem Rechner
festlegen. Der Dialog beschreibt den Ablauf der Arbeit des Benutzers mit dem
Rechner, ob er zum Beispiel in einem oder in mehreren Dialogschritten vorgehen
will, oder ob er einen Verarbeitungsprozeß unterbrechen möchte usw. Im Dialog
entscheidet der Benutzer auch über das Ausmaß an Erläuterungen und Unterstützungen, die er vom Rechner ausgegeben haben möchte.
Werkzeugschnittstelle
Sie definiert die Regeln, die die Art des Zugriffs des Benutzers auf SoftwareWerkzeuge und Daten bestimmen. Dieser Zugriff geschieht mittels Information.
Diese Information wird durch eine abstraktes Konzept bzgl. der Zugriffsmodalitäten,
und zwar sowohl für die Werkzeuge als auch für die Daten, vermittelt (z.B. DesktopMetapher). Das Anwendungsspektrum der einzelnen Software-Werkzeuge bestimmt
ebenfalls die Regeln bzgl. der Art des Zugriffs. Die "funktionale Gebundenheit" eines
Werkzeuges kann sehr spezifisch sein (z.B. für nur einen ganz bestimmten
Einsatzzweck geeignet sein), oder sie kann sehr allgemein sein (z.B. für viele Einsatzzwecke geeignet, wie etwa die Funktionen "Lösdien", "Einfügen"). Im letzten Fall
spricht man auch von "generischen" Werkzeugen.
Organisationsschnittstelle
Sie definiert die Regeln, die das Entstehen, Festlegen und Verteilen von Arbeitsaufgaben bestimmen sowie den Zusammenhang der Arbeitsaufgaben des Benutzers
mit den Arbeitsaufgaben anderer Benutzer. Wie die Abbildung 5 zeigt, kann die
Organisationsschnittstelle weiter in eine technische und nicht-technische
differenziert werden.
Die nicht-technische Organisationsschnittstelle76 regelt, wie der Benutzer in die
Organisation integriert ist, etwa durch ein entsprechendes Organisationskonzept
(Mensch-Mensch-Funktionsverteilung, Gestaltung der Arbeitsabläufe).
Die technische Organisationsschnittstelle regelt, wie der Benutzer mittels seines
Arbeitsmittels (Rechners) in die Organisation zu integrieren ist (Mensch-RechnerFunktionsverteilung). Neben der Integration des einzelnen Benutzers sind hier auch
Fragen der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Benutzern mittels des
75
Vgl. (Dzida 1988).
Sie wird von (Dzida 1988) auch als "Aufgabenschnittstelle" bezeichnet.
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
57
Rechners zu regeln (z.B. welche Nachrichten werden mittels Elektronischer Post
ausgetauscht).
Diese Unterteilung des IFIP-Benutzerschnittstellenmodells wurde vor allem im
Hinblick auf eine differenziertere Gestaltung und Bewertung der Benutzerschnittstelle und deren Einbettung in das Arbeitssystem vorgenommen. Ziel ist es,
die Benutzerschnittstelle und deren Einbettung in teilweise voneinander unabhängige Schnittstellen zu zerlegen, die dann auch getrennt gestaltet und bewertet
werden können. Das Modell erlaubt somit eine strukturierte Darstellung relativ
komplexer Sachverhalte, wie sie bei konkreten Gestaltungs- und Bewertungsproblemen auftreten.
Für eine konkrete Evaluation weisen die unterschiedenen Schnittstellen eine zu
große Generalität auf. Wenn auch das globale Konzept der Benutzerschnittstelle im
IFIP-Modell unterteilt wurde, so reicht diese Differenzierung doch nicht aus, um ein
konkretes System hinsichtlich der ergonomischen Eigenschaften zu beschreiben.
Daher wurde für den Strukturierungsrahmen des EVADIS Verfahrens das IFIPModell noch einmal ausdifferenziert. Die Unterteilung in einzelne Systemkomponenten der Schnittstellen orientierte sich zum Teil direkt an der Beschreibung
des IFIP-Modells selbst. Zum Teil rekurriert die Beschreibung jedoch auch auf
theoretische Modelle anderer Autoren (Organisationsschnittstelle: vgl. Kieser 1983,
Döbele-Berger 1985, Rödiger 1987, Nullmeier 1988, Dzida 1988; Ein-/Ausgabe-,
Dialog- und Werkzeugschnittstelle: vgl. Brown 1989, Brown C. 1988, DIN 66234/Teil
X, Dumas 1988, Frese 1989, Galitz 1985, Hoffmann 1989, Kearsley 1988, Oppermann
1988, Siemens 1987,1989,1989a, Smith 1986, Staufer 1987, SUN 1989).
Das Schnittstellen-Modell des EVADIS II-Verfahrens sieht in seinen wesentlichen
Bestandteilen folgendermaßen aus, die Feinstruktur und die inhaltliche Bedeutung
der Systemkomponenten wird im Anschluß an die Übersicht dargestellt.
1.
1.1
1.2
1.3
1.4
1.5
Ein-/Ausgabeschnittstelle
Informationsdarstellung (gute Gestalt/gutes Design)
Eingabemedien
Eingabe
Ausgabemedien
Sprache
2.
2.1
2.2
2.3
2.4
2.5
Dialogschnittstelle
Dialogtechniken
Dialogsteuerung/Dialogablauf
Statusinformationen und Meldungen
Fehlerbehandlung
Hilfen
3.
3.1
3.2
3.3
Werkzeugschnittstelle
Funktionalität des Anwendungssystems
Funktionalität der Schnittstelle
Antwortzeit/Durchsatz, Störungen
58
4.
4.1
4.2
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
Organisationsschnittstelle
Technische Organisationsschnittstelle
Nicht-technische Organisationsschnittstelle
Die Systemkomponenten der nicht-technischen Organisationsschnittstelle dienen als
Bezugsrahmen für die "Prüffragen zur Untersuchung der Mensch-MenschFunktionsverteilving und der Arbeitsabläufe" (vgl. Anhang B).
Die Systemkomponenten der restlichen Schnittstellen dienen als Bezugsrahmen für
die Prüffragen zur Bewertung der Benutzerschnittstelle und wurden der
"Prüffragensammlung" zur vollständigen Bewertung des Anwendungssystems
zugeordnet (vgl. Anhang F).
Im folgenden werden die einzelnen Komponenten und Subkomponenten des
Systemkomponentenschemas erläutert.
1.
Ein-/Ausgabeschnittstelle
1.1
Informationsdarstellung:
Regeln für die Informationsdarstellung auf dem Bildschirm unter Berücksichtigung
wahrnehmungs-psychologischer Gesetzmäßigkeiten.
1.1.1 Dialogbereiche:
Regeln bzgl. der Anordnung unterschiedlicher Informationstypen (z.B. Arbeitsdaten,
Systemmeldungen) auf dem Bildschirm.
1.1.2 Hervorhebungen:
Regeln bzgl. des Einsatzes von Codierungsmethoden (optische Signale /Farben,
akustische Signale) zur Hervorhebung unterschiedlicher Typen oder Qualitäten von
Informationen.
1.1.3 Ausgabeformate:
Regeln bzgl. der Darstellung von Ausgabefeldern sowie der Adaptierungsmöglichkeiten durch den Benutzer.
1.1.4 Darstellung von Texten, Zahlen:
Regeln bzgl. der Darstellung von Texten und Zahlen sowie der Adaptierungsmöglichkeiten durch den Benutzer.
1.1.5 Darstellung von Tabellen, Listen:
Regeln bzgl. der Darstellung von Tabellen und Listen sowie der Adaptierungsmöglichkeiten durch den Benutzer.
1.1.6 Darstellung von Graphiken (Ikone, Piktogramme):
Regeln bzgl. der Gestaltung von Graphiken nach wahrnehmungs-psychologischen
Gesetzmäßigkeiten ("gute Gestalt/gutes Design").
1.2
Eingabemedien:
Regeln bzgl. der Umfanges, der Benutzung und der Adaptierung der Medien für die
Benutzereingabe (z.B. Tastatur, Maus).
1.3
Eingabe:
Regeln bzgl. der Eingabe und Darstellung von Informationen die vom Benutzer
eingegeben werden.
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
1.3.1 Eingabeaufforderung (Prompt):
Regeln bzgl. des Hinweises auf die aktuelle Eingabestelle (Cursor).
1.3.2 Eingabeformate:
Regeln bzgl. der Darstellung von Eingabefeldern sowie der Adaptierungsmöglichkeiten durch den Benutzer.
1.4
Ausgabemedien:
Regeln bzgl. der Darstellung unterschiedlicher Informationen auf Medien für die
Ausgabe (z.B. Bildschirm, Drucker).
1.5
Sprache:
Regeln bzgl. der Terminologie und Grammatik der (Interaktions-) Sprache zwischen
System und Benutzer.
1.5.1 Abkürzungen:
Regeln bzgl. des Gebrauches von Abkürzungen für Bezeichnungen/Wörter.
1.5.2 Terminologie (Semantik):
Regeln bzgl. der Angemessenheit der Bezeichnungen/Wörter in bezug auf den
Benutzer und die Aufgabe.
1.5.3 Grammatik (Syntax):
Regeln für die Spezifikation von Operationen und für die Namensvergabe.
2.
Dialogschnittstelle
2.1
Dialogtechniken:
Regeln bzgl. der Möglichkeiten zur Aktivierung von Operationen mittels
verschiedener Dialogtechniken (z.B. Dialogsprachen, Menüs, Direkte Manipulation)
sowie der Möglichkeiten des Wechsel des Interaktionsstils (Benutzer- versus Systemsteuerung), ferner bzgl. Realisierungsmöglichkeiten individueller Arbeitsstile des
Benutzers.
2.1.1 Dialogsprachen (Kommando-, Abfrage-, Programmier- und Makrosprachen):
Regeln bzgl. der semantischen und syntaktischen Gestaltung von Dialogsprachen
sowie deren Anwendung durch den Benutzer.
2.1.2 Natürlich-sprachlicher Dialog:
Regeln bzgl. des Umfanges des Einsatzes von natürlich-sprachlichen Dialogen.
2.1.3 Funktionstasten:
Regeln bzgl. der Belegung von Funktionstasten.
2.1.4 Formulare/Masken:
Regeln bzgl. der Darstellung, der Handhabimg und der Adaptierung von Formularen/Masken.
2.1.5 Menüs:
Regeln bzgl. der Darstellung, der Handhabung und der Adaptierung von Menüs.
2.1.6 Fenster:
Regeln bzgl. der Darstellung, der Handhabung und der Adaptierimg von Fenstern.
59
60
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
2.1.7 Direkte Manipulation:
Regeln bzgl. des Umfanges und der Darstellung direkt-manipulativer Leistungen.
2.2
Dialogsteuerung/Dialogablauf:
Regeln bzgl. der Organisation der Interaktionsfolgen (Dialogschritte) zwischen
Benutzer und System.
2.2.1 Direktwahl:
Direktwahl von Masken/Formularen.
2.2.2 Feidanwahl:
Anwahl von Feldern innerhalb einer Maske/Formular.
2.2.3 Verschieben, Blättern:
Verschieben und Blättern von Bildschirminhalten.
2.2.4 Speichern des Bildschirminhalts:
Speichern und Anzeigen von Bildschirminhalten.
2.2.5 Abbrechen eines Dialogschritts:
Zeitpunkt des Abbruchs eines Dialogschritts.
2.2.6 Abbrechen /Unterbrechen eines Dialogs:
Zeitpunkt des Abbrechens/Unterbrechens eines Dialogs unter Berücksichtigung des
Arbeitskontextes.
2.2.7 Beenden eines Dialogs:
Beenden eines Dialogs unter Berücksichtigung des Arbeitskontextes.
2.2.8 Wechseln von Dialogeinstellungen (Anpaßbarkeit):
Umfang und Geltungsbereich von anpaßbaren Dialogeinstellungen.
2.2.9 Exploration, Makrobildung (Dialogprotokollierung):
Art und Umfang der Möglichkeiten zur Exploration der Anwendung.
2.3
Statusinformationen und Meldungen:
Regeln bzgl. der Ausgabe von Systemmeldungen (Fortschritts-, Ereignis- und Zustandsmeldungen).
2.4
Fehlerbehandlung:
Regeln bzgl. Art und Umfang der Unterstützung des Benutzers durch das System
zur Fehlervermeidung bzw. zur Fehlerbehebung beim Auftreten von Fehlern.
2.4.1 Fehlervermeidung:
Regeln, die den Benutzer vor Fehlern bei der Systemnutzung schützen sollen (z.B.
Plausibilitätskontrollen).
2.4.2 Fehlerdiagnose:
Regeln bzgl. Art und Umfang der Unterstützung des Benutzers durch das System
nach Auftreten eines Fehler (z.B. Ursachenerklärung).
2.4.3 Fehlermanagement:
Regeln, die den Benutzer bei der Fehlerbehebung unterstützen sollen (z.B.
Korrekturvorschläge).
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
61
2.5
Hilfen:
Regeln bzgl. aller dem Benutzer zur Verfügung stehenden Hilfen, deren Umfang,
Darstellung und die Art der Aktivierung durch den Benutzer.
2.5.1 Online-Hilfe:
Regeln bzgl. des Umfanges und der Darstellung von Online-Hilfen.
2.5.2 Online-Tutorial:
Regeln bzgl. des Umfanges und der Darstellung von Online-Tutorials.
2.5.3 Handbücher:
Regeln bzgl. des Umfanges und der Darstellung von Handbüchern.
3.
Werkzeugschnittstelle
3.1
Funktionalität des Anwendungssystems:
Umfang der Leistungen (Funktionen), die dem Benutzer innerhalb der Anwendung
zur Verfügung stehen.
3.2
Funktionalität der Schnittstelle:
Regeln bzgl. der Zugriffsmöglichkeiten des Benutzers auf die Leistungen
(Funktionen) der Anwendung, der Möglichkeiten ihrer Aktivierung und des Ausmaßes der Integration innerhalb der Anwendung sowie zwischen der Anwendung
und anderen Anwendungen.
3.3
Antwortzeit /Durchsatz, Störungen:
Regeln bzgl. der Reaktionszeiten zwischen Benutzereingabe und Anzeigen auf dem
Bildschirm, der Möglichkeiten der Steuerung der Antwortzeit durch den Benutzer
und der Handhabung von Störungen.
4.
Organisationsschnittstelle
4.1
Technische Organisationsschnittstelle:
Regeln, wie der Benutzer und der Rechner in die Organisation zu integrieren sind,
unter besonderer Berücksichtigung der Zusammenarbeit der Benutzer mittels des
Rechners.
4.1.1 Informationsaustausch:
Regeln bzgl. des Informationsaustausches des Benutzers mittels des Rechners (z.B.
Electronic Mail, Computer Supported Cooperative Work).
4.1.2 Datenschutz-/Datensicherungskonzepte:
Regeln bzgl. der Möglichkeiten des Datenschutzes und der Datensicherung.
4.2
Nicht-technische Organisationsschnittstelle:
Integration des Benutzers und seiner Aufgaben in die Organisation (Aufbau- und
Ablauforganisation)
4.2.1 Mensch-Mensch-Funktionsverteilung:
Art und Umfang der Arbeitsteilung bzgl. der Aufgaben des Benutzers.
4.2.2 Gestaltung der Arbeitsabläufe:
Gestaltung der Aufgaben des Benutzers bzgl. der Art der Aufgaben, der Reihenfolge
62
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
der Tätigkeiten, der Abhängigkeit von Arbeitsmitteln und Vorschriften (Weisungen),
der Qualifikationsanforderungen usw.
Die technischen Systemkomponenten bilden einen Bezugspunkt für die Einordnung
der Prüffragen. Als zweiter Bezugspunkt dienen die ergonomischen Kriterien, die im
nächsten Abschnitt vorgestellt werden.
3.2.2 Ergonomische Kriterien
Die Bedeutung der ergonomischen Kriterien für Evaluationsverfahren wurde im
Kapitel 2 ausgiebig diskutiert. Diese Kriterien wurden auch dem EVADIS IiVerfahren zugrunde gelegt. Im folgenden wird daher nur mehr eine Kurzdefinition
der einzelnen Kriterien gegeben. Der interessierte Leser möge die entsprechenden
umfassenden Definitionen sowie deren Einbettung in arbeitspsychologische
Theorien im Kapitel 2 nachlesen.
Die folgenden acht EVADIS II - Kriterien sind für die Evaluation der Organisation
relevant. Die ersten sechs Kriterien beziehen sich ausschließlich auf die nichttechnische Organisationsschnittstelle; die letzten beiden Kriterien werden auch zur
Evaluation der Software herangezogen.
1. Anforderungsvielfalt
Die Anforderungsvielfalt einer Aufgabe soll den Einsatz unterschiedlicher Fähigkeiten,
Kenntnisse und Fertigkeiten ermöglichen. Dies ist am ehesten durch eine Kombination
von Aufgabenanteilen zu erreichen, die Elemente der Planung, der Ausführung evtl. auch der Pflege/Instandhaltung (von Hard- und Software) - und der Kontrolle
enthalten. Anforderungsvielfalt beinhaltet sowohl die Beanspruchung
mehrerer
menschlicher Sinne (Gesichtssinn, Gehör- und Tastsinn usw.) als auch die Möglichkeit
zur körperlichen Aktivität bei der Erledigung der Aufgabe.
2. Ganzheitlichkeit
Ganzheitlichkeit bedeutet, daß der Arbeitende ein "ganzes Stück" Arbeit vollendet
und nicht (für ihn) sinnlose Einzelteile einer Aufgabe bearbeiten muß.
Der Vorteil liegt darin, daß der Arbeitende den Bedeutungsgehalt und Stellenwert
seiner Aufgabe im betrieblichen Arbeitsablauf klar erkennen kann (Aufgabenidentität
und -relevanz). Dabei sollte dies durch einen Bezug zu realen Gegenständen und
sozialen Situationen unterstützt werden.
3. Durchschaubarkeit
Die Durchschaubarkeit einer Aufgabe setzt voraus, daß der Arbeitende die
technischen Bedingungen und Zusammenhänge, die organisatorischen Strukturen (der
raum-zeitliche und inhaltliche Zusammenhang seiner Arbeitsaufgabe), die Ereignisse
im Arbeitsprozeß und die Folgen des eigenen Eingreifens in den Arbeitsprozeß
durchschauen und vorhersehen kann.
4. Rückmeldungen (Feedback)
Rückmeldungen (Feedback) bewirken, daß der Arbeitende Meldungen über den
laufenden Fortgang seines Arbeitsablaufes (Ablauffeedback) und das Resultat seiner
3. Der softtoare-ergonomische Leitfaden EVADIS II
63
Arbeit (Resultatfeedback) erhält. Diese sollen sich dabei auch aus der Aufgabe selbst
ergeben.
5. Autonomie
Die Autonomie beschreibt das Ausmaß an (Selbst)Kontrolle, daß dem Arbeitenden
bei der Aufgabenerfüllung zugestanden wird. Dieses Ausmaß wird von der Qualifikation des Arbeitenden und von der Art der Arbeitsaufgaben mitbestimmt.
6. Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit
Kooperation bei der Aufgabenerfüllung kann durch entsprechende Organisationskonzepte, wie z.B. "kooperative Arbeitsteilung/qualifizierte Assistenz" oder "selbstregulierende Gruppen", erreicht werden. Derartige Konzepte sehen eine Aufgabenverteilung zwischen den Arbeitenden vor, die eine gemeinsame - kooperative Aufgabenerfüllung ermöglichen. Damit können soziale Beziehungen zwischen den
Arbeitenden aufgebaut bzw. erhalten werden.
Einen wesentlichen Bestandteil dieser Kooperation bildet die Kommunikation, wobei vom ergonomischen Standpunkt - vor allem der unmittelbaren persönlichen Kommunikation zwischen den Arbeitenden ein hoher Stellenwert zukommt.
7. Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten
Die allgemeine geistige Flexibilität des Arbeitenden soll erhalten bleiben bzw.
gefördert werden. Dazu müssen ihm Möglichkeiten geboten werden, seine
berufliche Qualifikation zu erhalten bzw. weiterzuentwickeln.
Dies setzt einerseits Arbeitsaufgaben und Arbeitsmittel voraus, die ausreichend
komplex und gestaltbar sind, so daß sie es dem Arbeitenden erlauben, seine Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse weiterzuentwickeln. Andererseits müssen dem
Arbeitenden die notwendigen qualifikatorischen Voraussetzungen vermittelt
werden, die ihm eine Beherrschimg der Arbeitsaufgabe und der Arbeitsmittel ermöglichen.
8. Datenschutz /Datensicherheit
Es gilt einerseits den Arbeitenden vor elektronischer Leistungs- und Verhaltenskontrolle, die durch den Einsatz des Arbeitsmittels "Bürosystem" in neuer Qualität
und Quantität möglich werden, zu schützen. Daher sind die im Zuge der
Aufgabenerfüllung erforderlichen und anfallenden Daten (sämtliche Informationen,
die mittels des EDV-Systems gespeichert oder verarbeitet werden) ausschließlich
zum Zweck der Aufgabenerßllung zu verwenden.
Andererseits sollte dem Arbeitenden das Recht und die Möglichkeit eingeräumt
werden, bestimmte Daten (z.B. sensible persönliche Daten) und Arbeitsergebnisse
vor unbefugten Zugriffen zu schützen.
9. Belastung und Beanspruchung
Der Arbeitende soll bei der Aufgabenerfüllung weder unterfordert werden (z.B.
durch fachlich und inhaltlich wenig anspruchsvolle Aufgaben kommt es zur Demotivierung) noch soll er überfordert werden (z.B. durch Zeitdruck oder fachliche
Überforderung kommt es zu Hektik und Streß). Als belastungsmindert erweist es
sich, wenn der Arbeitende die Möglichkeit hat, zwischen anspruchsvolleren Aufgaben auch weniger anspruchsvollere (z.B. Routineaufgaben) durchzuführen.
64
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
Die folgenden 12 EVADIS II-Kriterien sind für die Evaluation der Software relevant.
Sie beziehen sich auf die Ein-/Ausgabe-, Dialog-, Werkzeug- und technische
Organisationsschnittstelle. In Klammern ist angegeben, ob der Kriteriumsname
direkt aus einer Norm übernommen worden ist oder ein eigener Begriff von seiten
der Entwickler des Evaluationsleitfadens gewählt wurde.
1. Verfügbarkeit (EVADIS)
Unter Verßgbarkeit wird verstanden, daß der Benutzer nicht durch Störungen (z.B.
häufige Systemabstürze) oder zu lange Antwortzeiten bei der Benutzimg behindert
wird. Lange bzw. stark variierende und deshalb "unberechenbare" Antwortzeiten
versetzen den Benutzer in einen Zustand angespannter Erwartung und Ungewißheit
über die Akzeptanz der getätigten Eingabe. Auch wirken unregelmäßige
Antwortzeiten dadurch belastend, daß sie den Benutzer in seinem Gedankenfluß
stören und ihm einen unregelmäßigen Arbeitsrhythmus aufzwingen. Wünschenswert sind Antwortzeiten, die in einem proportionalen Verhältnis zur Komplexität
der durchgeführten Operation stehen.
2. Nützlichkeit (EVADIS)
Das Kriterium Nützlichkeit beinhaltet jene Aspekte der "Aufgabenangemessenheit",
die sich auf eine angemessene Funktionalität der Software für die Aufgabenerfüllung
beziehen. Dies entspricht einer weiteren Sichtweise des Kriteriums "Aufgabenangemessenheit", wie sie etwa auch in Spinas (1989) vertreten wird: "Unter der
'Aufgabenangemessenheit' eines Dialogsystems ist zu verstehen, dass dem Benutzer
alle zur Aufgabenerfüllung benötigten Informationen und Funktionen in einer der
verlangten Arbeitshandlung entsprechenden Reihenfolge angeboten werden."
3. Komfort (EVADIS)
In zahlreichen Arbeiten wird das Kriterium "Aufgabenangemessenheit" als eines den
übrigen Kriterien - mit Ausnahme der Erlernbarkeit - übergeordnetes Kriterium
angesehen 7 7 . Dies wird mit der herausgehobenen Stellung der "Aufgabenangemessenheit" begründet, "da ein Dialogsystem seinen Zweck als Arbeitsmittel
sonst verfehlen müßte78."
Das Kriterium Komfort beinhaltet jene Aspekte der "Aufgabenangemessenheit", die
in der DIN 66 234 Teil 8 gefordert werden: "Ein Dialog ist aufgabenangemessen,
wenn er die Erledigung der Arbeitsaufgabe des Benutzers unterstützt, ohne ihn
durch Eigenschaften des Dialogsystems unnötig zu belasten." Diese Forderung
beschränkt sich auf die "komfortable" Benutzung des Bürosystems durch den
Benutzer.
4. Übersichtlichkeit (EVADIS)
Die Übersichtlichkeit
bezieht sich auf die Darstellung und Anordnung der
Informationen auf dem Bildschirm (Ort, Farbe, Helligkeit, Struktur, usw.) und auf
die übersichtliche Gestaltung von Meldungen, Hilfeinformationen usw. unter
Berücksichtigung der menschlichen Wahrnehmungs-, Verhaltens- und Denkprozesse
77
Vgl. (Wittstock 1984, Triebe 1987, Lang 1988, Hoyos 1988).
78
Vgl. (Triebe 1987, S. 120).
3. Der sofhvare-ergonomische Leitfaden EVADIS II
65
(Gestaltpsychologie). Das Ziel besteht in der Entlastung des menschlichen Kurzzeitgedächtnisses.
5. Selbstbeschreibungsfähigkeit, Self-descriptiveness (DIN/ISO)
"Ein Dialog ist selbstbeschreibungsfähig, wenn dem Benutzer auf Verlangen
Einsatzzweck sowie Leistungsumfang des Dialogsystems erläutert werden können
und wenn jeder einzelne Dialogschritt unmittelbar verständlich ist oder der Benutzer
auf Verlangen dem jeweiligen Dialogschritt entsprechende Erläuterungen erhalten
kann."
6. Erwartungskonformität, Conformity with user expectations (DIN/ISO)
"Ein Dialog ist erwartungskonform, wenn er den Erwartungen der Benutzer
entspricht, die sie aus Erfahrungen mit bisherigen Arbeitsabläufen oder aus der
Benutzerschulung mitbringen sowie den Erfahrungen, die sie sich während der
Benutzung des Dialogsystems und im Umgang mit dem Benutzerhandbuch bilden."
7. Fehlerrobustheit, Error tolerance (DIN/ISO)
"Ein Dialog ist fehlerrobust, wenn trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben das
beabsichtigte Arbeitsergebnis mit minimalem oder ohne Korrekturaufwand erreicht
wird. Dazu müssen dem Benutzer die Fehler zum Zwecke der Behebung verständlich gemacht werden."
8. Erlernbarkeit, Suitability for Learning (ISO)
Dialogsysteme unterstützen die Erlernbarkeit, wenn sie den Benutzer durch den
Lernprozeß führen und die dabei aufzuwendende Lernzeit minimieren.
Die Reduzierung der Komplexität und Erhaltung der Konsistez sind hierfür die Voraussetzungen.
"Dialogue systems are said to support learnability if they guide the user through the learning
stages minimizing the learning time.
Reducing complexity and maintaining consistency are the prerequesite goal for this principl."
9. Individualisierbarkeit, Suitability of individualization (ISO)
Dialogsysteme unterstützen die Individualisierbarkeit, wenn sie so konstruiert sind,
daß die Anpassung an die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Benutzers
ermöglicht wird.
"Dialogue system are said to support suitability for individualisation if the system is
constructed to allow for adaptation to the user's individual needs and skills for a given task. "
10. Steuerbarkeit, Controllability (DIN/ISO)
"Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer die Geschwindigkeit des Ablaufs sowie
die Auswahl und Reihenfolge von Arbeitsmitteln oder Art und Umfang von Einund Ausgaben beeinflussen kann."
11. Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit (EVADIS)
Die Definition findet sich oben bei der Beschreibung der Kriterien für die Evaluation
der Organisation.
12. Datenschutz/Datensicherheit (EVADIS)
Die Definition findet sich oben bei der Beschreibung der Kriterien für die Evaluation
der Organisation
66
3.3
3. Der sofhvare-ergonomische Leitfaden EVADIS II
Bestandteile von EVADIS II
Der Evaluationsleitfaden EVADIS II setzt sich aus folgenden Bestandteilen
zusammen:
• Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften (Absatz 3.3.1 u. Anhang A)
• Prüffragen zur Untersuchung der Mensch-Mensch-Funktionverteilung und der
Arbeitsabläufe (Absatz 3.3.2 und Anhang B)
• Antwortblätter zur Festlegung der Inhalte und des Umfangs der SoftwareEvaluation (Absatz 3.3.3 und Anhang C)
• Funktionalität einiger typischer Anwendungen eines Bürosystems (Absatz 3.3.4
und Anhang D)
• Beispiele für Prüfaufgaben (Absatz 3.3.5 und Anhang E)
• Prüffragensammlung zur Bewertving der Software (Absatz 3.3.6 und Anhang F)
• Anleitung zur Erstellung des Prüfberichts (Absatz 3.3.7 und Anhang G).
3.3.1 Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
Ziel ist das Erfassen von typischen Benutzereigenschaften,
die Einfluß auf das
Benutzerverhalten bei der Benutzung eines Bürosystems haben. Damit soll sich der
Evaluator ein Bild von der Benutzergruppe des zu testenden Software-Produktes
machen können. Dies ermöglicht ihm eine differenziertere Bewertung der softwareergonomischen Qualität.
Der Fragebogen ist von den (tatsächlichen oder zukünftigen) Benutzern des zu
testenden Software-Produktes auszufüllen. Die Auswertung wird vom Evaluator
vorgenommen. Gleichzeitig kann aber dieser Fragebogen vom Evaluator auch als
Leitfaden zur Erfassung der Benutzersituation verwendet werden. Dies wird immer
dann der Fall sein, wenn eine Benutzerbefragung nicht möglich ist oder zu
aufwendig erscheint. In solchen Fällen kann der Evaluator beispielsweise die im
Fragebogen abgefragten Sachverhalte mit dem Leiter der Abteilung besprechen, in
der die zu evaluierende Software eingesetzt wird.
Mittels des Fragebogens werden folgende Benutzereigenschaften abgefragt:
- allgemeine Benutzereigenschaften (Alter, Funktion des Benutzers im Unternehmen)
- fachliche Kenntnisse (Jobalter, Ausbildung)
- EDV-Kenntnisse (EDV-Jobalter, Ausbildung)
- Nutzimg von EDV (EDV-Arbeitszeit, benutzte EDV und Programme)
Beispiel einer Frage:
EDV-Arbeitszeit:
Frage: Wieviele Stunden pro Tag arbeiten Sie durchschnittlich am Computer (Bildschirmgerät)?
Antwortvorgabe:
Stunden
3. Der software-ergcmomische Leitfaden EVADIS II
67
Die Ergebnisse der Benutzerbefragung werden vom Evaluator mittels eines vorgegebenen Auswertungsvorganges ausgewertet und entsprechende Benutzerkategorien abgeleitet:
- geübter und regelmäßiger Benutzer
- geübter und sporadischer Benutzer
- ungeübter und regelmäßiger Benutzer
- ungeübter und sporadischer Benutzer
Es sei hier auf die grundsätzliche Problematik derartiger Kategorisierungen verwiesen, da natürlich jeder Benutzer im Laufe seines "Benutzerlebens" all diesen
Kategorien angehören kann 79 . Es kann sich daher bei einer derartigen Befragimg nur
um eine Momentaufnahme handeln, welch die derzeitige Benutzersituation
wiedergibt.
In Abhängigkeit von der Benutzerkategorie können nun Rangfolgen zur Gewichtving
der software-ergonomischen Kriterien für die Auswertung abgeleitet werden. Die
Faktoren spiegeln die Bedeutung der Kriterien für die jeweilige Benutzergruppe
wider und werden bei der Auswertung der beantworteten Prüffragen und bei der
Prüfberichterstellung berücksichtigt.
3.3.2
Untersuchung der Mensch-Mensch-Funktionverteilung und der
Arbeitsabläufe
Ziel ist die die Untersuchung der ergonomischen Qualität der Aufgaben (sowie deren
organisatorische Einbettung) am Arbeitsplatz des zu bewertenden SoftwareProdukts. Dies entspricht den Ansprüchen einer benutzerorientierten (anthropozentrischen) Vorgehensweise bei der Bewertung, bei der vor der eigentlichen
Bewertung der Software, die ergonomische Qualität der Mensch-MenschFunktionsverteilung und die der Gestaltung der Arbeitsabläufe zu bewerten ist.
Die Untersuchung geschieht mittels einer Anzahl von Prüffragen. Die Befragung
erfolgt durch den Evaluator - in Koopertion mit den betroffenen Arbeitenden - direkt
an ihren Arbeitsplätzen (Beobachtungsinterview). Die Prüffragen sollen die einzelne
Eigenschaften der Aufgabenbewältigung in durch die zwei beschriebenen
Dimensionen aufgespannten Raum repräsentieren. Die Repräsentation der
Prüffragen in diesem zweidimensionalen Raum soll die Prüffragen inhaltlich ordnen.
Dieser Sachverhalt kommt im "Prinzip der differentiellen und dynamischen Arbeitsgestaltung"
von mich (vgl. Ulich 1988) zum Ausdruck, das explizit auf die Veränderung der inter- und
intraindividuellen Differenzen des Menschens im zeitlichen Verlauf seiner Persönlichkeitsentwicklung bezug nimmt.
68
3. Der softivare-ergonomische Leitfaden EVADIS II
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2 I * für den Arbetowfcrt jedmeitdndeutig erkennbar, woher au bcaibatmdc Aufgab« (Auftrige) keemm und m wdAen Zätipunkt dteae Aufgab« anfallen?
Abbildung 9: Bezugsrahmen für die Verortung der Prüffragen
Die Verortung verbessert das inhaltliche Verständnis der einzelnen Prüffragen,
unterstützt die Suche nach einzelnen Eigenschaften, die in Prüffragen abgedeckt
sind, und hilft bei der Feststellung der Vollständigkeit der Fragensammlung. Es
wurden Prüffragen zu den einzelnen Eigenschaften der oben dargestellten Kriterien
und technischen Komponenten abgeleitet. Als Grundlage für die Prüffragen dienten
die Arbeitsanalyseverfahren KABA80, SAA81 und VBBA 82 .
Den Prüffragen wurden Prüffragennummern zugeordnet, die eine eindeutige
Zuordnung zu dem jeweiligen Kriterium und zu der entsprechenden Systemkomponenten des Benutzerschnittstellenmodells ermöglicht. Es erfolgte eine
kriterienweise Zusammenfassung der Prüffragen in Antwortblättern. Die Prüffragen
wurden, durch Vorgabe von jeweils drei Antwortvorgaben, als geschlossene Fragen
formuliert. Zusätzlich besteht aber für den Evaluator die Möglichkeit zu
persönlichen Anmerkungen.
Die Antwortvorgaben ermöglichen ein einfaches Auswertungsschema, das in
Anlehnung an das VBBA-Verfahren entwickelt wurde. Diese einfache Aufgabenbewertung ermöglicht ein rasches, aber naturgemäß auch nur oberflächliches
Aufzeigen von ergonomischen Mängel im organisatorischen Bereich. Denn "sehr oft
wird im Vorfeld der Einführung von Dialogsystemen die Aufbau- und Ablauforganisation im Betrieb so sehr nach tayloristischen Prinzipien der Trennung von
Planen und Ausführen verändert, daß auch eine bestens gestaltete Dialogschnittstelle diese Veränderungen nicht mehr aufheben kann. Ein für den Benutzer
leicht handhabbarer Dialog zur Bewältigung einer Arbeitsaufgabe kann nicht
darüber hinwegtäuschen, daß bei der Verteilung der Arbeit unter den Menschen
schon für den Einzelnen sinnentleerte Teiltätigkeiten abfallen."83
80
Vgl. (Dunckel 1989a, Dunckel 1989b).
81
Vgl. (Baitsch 1989).
82
Vgl. (Bonitz 1989).
83
Vgl. (Nullmeier 1988a, S. 114).
3. Der sofhvare-ergonomische Leitfaden EVADIS II
3.3.3
69
Antwortblätter zur Festlegung der Inhalte und des Umfangs der
Software-Evaluation
Ziel ist die Erstellung von realitätsbezogenen Prüfaufgaben. Anhand der erstellten
Prüfaufgaben kann dann mittels der Prüffragensammlung von EVADIS II die
ergonomische Qualität und die Funktionalität der Software bewertet werden. Die
Antwortblätter wurde in Anlehnung an das objektive Arbeitsanalyseverfahren
KABA84 entwickelt. Die Antwortblätter gliedern sich in folgende vier Teile:
Teil A: Bestimmung des zu untersuchenden Arbeitsplatzes, der zu evaluierenden
Anwendung(en) und Prüfen der Qualifikation des zu Befragenden
Teil A dient zur Bestimmung des zu untersuchenden Arbeitsplatzes im Betrieb, zur
groben Beschreibung dessen Aufgabenstellung sowie zur Überprüfung der Qualifikation des zu Befragenden. Letzteres ist Voraussetzung zur Durchführung der
Analyse, da nur ein hinsichtlich der Aufgabendurchführung "Geübter" die gestellten
Fragen hinreichend beantworten kann.
Teil B: Orientierung über die Aufgaben - Analyse und Auswahl bzgl. der zu
evaluierenden Anwendung(en)
Ziel von B ist die Kennzeichnimg der Aufgaben am untersuchten Arbeitsplatz sowie
die Auswahl der für die Prüfaufgabe(n) relevanten Aufgabe(n). Hierfür sind nur
mehr jene Aufgaben von besonderem Interesse, die durch die zu evaluierende
Software unterstützt werden bzw. deren Unterstützung geplant ist.
Teil C: Detailliertere Orientierung über die von der(den) zu evaluierenden
Anwendung(en) unterstützten Aufgabe - Arbeitsablauf und anzuwendende Funktionen der zu evaluierenden Anwendung(en)
In diesem Teil soll eine detailliertere Orientierung über eine Prüfaufgabe gewonnen
werden. Daher muß dieser Teil für jede der im Teil B ausgewählten Prüfaufgaben
durchgeführt werden. Das Ziel ist eine Analyse der Informationsflüsse und eine
Zuordnung der für die Durchführung der Aufgaben notwendigen Funktionen der
Software des Bürosystems. Dadurch soll gewährleistet werden, daß die Funktionen,
die für die Durchführung dieser Aufgabe erforderlich sind, auch tatsächlich beim
Evaluationsvorgang berücksichtigt werden.
Zur Erfassung der notwendigen Funktionalität wird der Evaluator in der Regel auf
die entsprechenden Produktbeschreibungen der Anwendung(en) (z.B. Benutzerhandbuch, Referenzhandbuch) zurückgreifen. Als Ergänzung und Anleitung wird
im Anhang D für einige typische Anwendungen von Bürosystemen (Textverarbeitung, Graphik- und Bildverarbeitung, Tabellenkalkulation, Elektronisches
Archiv, Datenbank, Elektronische Post) eine kurze Charakterisierung von deren
Funktionalität gegeben. Es kommt bei der Erfassung der Funktionalität vor allem
darauf an, die für die konkrete Aufgabenstellung benötigten Funktionen zu
ermitteln.
84
Vgl. (Dunckel 1989a,b).
70
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
Teil D: Orientierung über die eingesetzten Informations- und
Kommunikations-Techniken zur Unterstützung der Prüfaufgaben
Die Fragen dieses Teils sind nur bei bestehendem Einsatz von Informations- und
Kommunikationstechniken (I&K-Techniken) am Arbeitsplatz zu beantworten.
Teil D soll die für die Prüfaufgaben verwendeten I&K-Techniken beschreiben. Damit
sollen vor allem die hardware-technischen Rahmenbedingungen erfaßt werden.
Diese stellen vielfach Restriktionen für software-ergonomische Forderungen dar (z.B.
eingeschränkte Farbengestaltung bei Einsatz von Monochrombildschirmen).
Das Hauptaugenmerk soll dabei auf jenen I&K-Techniken liegen, die die zu
evaluierende Software unterstützen bzw. unterstützen werden.
3.3.4
Beschreibung der Funktionalität von typischen
Anwendungssystemen
Die Funktionalität des zu bewertenden Anwendungsprogrammes ist für die
Konstruktion der Prüfaufgabe von erheblicher Bedeutung. Im Anhang D werden,
unter Berücksichtigung von Integrationsmöglichkeiten, Übersichten über die
typischen Funktionalitäten von Datenbank-, Tabellenkalkulations-, Graphik/Bildverarbeitungs-, Textverarbeitungs- und Elektronische Post-Systeme gegeben.
Diese Funktionalitäten mögen dem Evaluator als Anregung dienen, ein möglichst
breites Funktionsspektrum bei der Konstruktion der Prüfaufgabe zu berücksichtigen.
Bei der Auswahl ist natürlich auf die aufgabenspezifischen Erfordernisse Rücksicht
zu nehmen.
3.3.5 Beispiele für Prüfaufgaben
Ziel einer Schnittstellen-Evaluation mit dem EVADIS H-Verfahren ist die Beurteilbarkeit einer kompletten Benutzerschnittstelle. Hierzu ist im Verfahren zu gewährleisten, daß die Benutzer des Bürosystems und deren Aufgaben in dem Prüfungsverfahren repräsentiert sind. Realisiert wird diese Repräsentation aufgrund einer
Prüfaufgabe, die mittels des 'Tragebogens zur Erfassung von Benutzereigenschaften"
(vgl. Anhang A) und den "Antwortblättern zur Festlegung der Inhalte und des
Umfangs der Software-Evaluation" (vgl. Anhang C) zu erstellen ist. Um den
Evaluator eine Vorstellung zu geben, wie derartige Prüfaufgaben beschaffen sein
müssen, sind dem EVADIS Ii-Verfahren Beispiele für Prüfaufgaben beigegeben (vgl.
Anhang E). Der Aufbau und Inhalt dieser Beispielprüfaufgaben wird in den
folgenden Abschnitten dieses Kapitels näher beschrieben.
Sollten diese Beispielprüfaufgaben auf die Zielgruppe der Benutzer, auf die von
diesen zu bearbeitenden Aufgaben und die Funktionalität des zu evaluierenden Anwendungssystem zutreffen, kann natürlich auf diese Beispielprüfaufgaben zurückgegriffen werden. In der Regel werden aber zumindest Anpassungen oder sogar eine
vollständige Neuerstellung der Prüfaufgaben erforderlich sein. In diesem Fall kann
auf die beigefügte "Abstrakte Musterprüfaufgabe" zurückgegriffen werden.
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
71
In den Beispielprüfaufgaben wurde für die gegenwärtig verfügbaren Bürosysteme
mit den häufig anzutreffenden Modulen Textverarbeitung, Datenbank, Tabellenkalkulation, Graphik-/Bildverarbeitung und Elektronische Post untersucht, welche
einzelnen Funktionen sie enthalten (vgl. Anhang D). Dabei wurde auf "durchschnittliche" Systeme bezug genommen, d.h. auf solche, die gegenwärtig die Marktsituation beherrschen, nicht aber unbedingt auf die "Speerspitze" der technischen
Entwicklung. Mit der Konzentration der Funktionsanalyse auf konventionelle Systeme soll die Bearbeitung der Beispielprüfaufgaben mit einer großen Anzahl von
potentiell zu testenden Systemen ermöglicht werden. Die Beispielprüfaufgaben und
das Verfahren ist jedoch offen für die Einbeziehung weiterer Funktionen neuer
Systemgenerationen.
3.3.5.1
Beschreibung des Aufbaus der Beispielprüfaufgaben von
EVADIS II
Die folgenden Prüfaufgaben sind Bestandteil des EVADIS II-Transferpaketes (vgl.
Anhang H):
1. Datenbankaufgabe
2. Kalkulationsaufgabe
3. Graphik- /Bild verarbeitungsaufgäbe
4. Textverarbeitungsaufgabe
5. Elektronische-Post-Aufgabe
6. Multifunktionsaufgabe
7. Abstrakte Musterprüfaufgabe
Die Beispielprüfaufgaben sind so strukturiert, daß sowohl ein die verschiedenen
Funktionen umfassendes integriertes System als auch jeweils spezielle Systeme
Gegenstand der Untersuchung sein können. Bei einem integrierten System werden
die Prüfaufgaben nacheinander in den einzelnen Anwendungsmodulen
abgearbeitet, zunächst in der Datenbank, dann im Tabellenkalkulationsmodul, im
Graphikmodul und zum Schluß im Texteditor und im Elektronischen Post-Modul.
Der Aufbau der Beispielprüfaufgaben bei der Untersuchung von Multifunktionssystemen ist in der folgenden Abbildung dargestellt.
72
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
• Datenbank
Abbildung 10: Aufbau der Beispielprüfaufgaben
3.3.5.2
Beschreibung von Operationen der Beispielprüfaufgaben
Die Beispielprüfaufgaben enthalten eine Beschreibung der Operationen, die im
Rahmen der Schnittstellenprüfung durchzuführen sind. Die vorgeschlagene Operationsfolge folgt einem typischen Arbeitsablauf beim Einsatz des jeweiligen
Anwendungssystems. Die Operationenbeschreibung ist so allgemein gefaßt, daß der
Prüfer mit der Beschreibung jedes System aus der definierten Kategorie der
Bürosysteme testen kann. Die Beispielprüfaufgaben sind mit anderen Worten nicht
systemspezifisch gehalten (d.h. auf Keystroke-Level), sondern systemneutral. Dies
bedeutet für den Tester, daß er die Beschreibung der Operationen, die in den
Beispielprüfaufgaben enthalten sind, umsetzen und interpretieren muß. Dies
erfordert eine Kenntnis des zu testenden Systems, die sich der Evaluator vor Beginn
des Systemtests erwerben muß. Die Reichweite und Bedeutung der Systemkenntnisse wird in Abschnitt 5.1.1 beschrieben.
Im folgenden sind als beispielhafte Auszüge aus den Beispielprüfaufgaben eine
Reihe von Operationsbeschreibungen im Rahmen des Graphik- und Text-
3. Der soßware-ergonomische Leitfaden EVADIS II
73
Verarbeitungsmoduls wiedergegeben; die vollständigen Beispielprüfaufgaben sind
im Anhang E dokumentiert.
Arbeit mit dem Graphik-/Bildverarbeitungsmodul (Ausschnitt):
3.5 Spezifizierung
Vorbereitung und Formatierung von Zeichnungen, Suchen, Löschung von (absichtlich) fehlerhaften
Eingaben
Symbole aus der Symbolbibliothek einfügen bzw. selbsterstellte Symbole dorthin abspeichern
Zeichnung formatieren (Links-/Rechtsbündig, Zentrierung);
Objektgestaltung/-darstellung (Anzeige Druckbild, Formatierung am Bildschirm, verschiedene
Diagramme)
Suchen nach Graphikobjekten (Linien, Flächen, Figuren etc.)
Generische Funktionen zur Spezifizierung und zur Korrektur verwenden, wie:
Markieren
Löschen
Spezifizierungen (teilweise) fehlerhaft durchführen
3.6 Verarbeitung
Durchführung von komplizierten Operationen (z.B. Drehungen, Freihandzeichnungen), Löschung
von (absichtlich) fehlerhaften Berechnungen
Durchführung von Dreh- und Verschiebeoperationen
Durchführung von Freihandzeichnungen
Arbeit mit Sonderfunktionen (z.B. Makroprogrammierung)
Generische Funktionen zur Verarbeitung und zur Korrektur verwenden, wie:
Markieren
Löschen
Verarbeitungen (teilweise) fehlerhaft durchführen
Arbeit mit dem Textverarbeitungsmodul (Ausschnitt):
4.5 Spezifizierung
Vorbereitung und Formatierung von Texten, Suchen, Löschung von (absichtlich) fehlerhaften
Eingaben
Übernahme von (Teil-) Tabellen (DB oder TK) und Graphiken und deren nachträgliche Bearbeitung
(Vergrößerung, Verkleinerung etc.)
Verwendung unterschiedlicher Schrifttypen (Typen, Größen, Math. Formeln, Zeichensätze)
Text formatieren (Links-/Rechtsbündig, Zentrierung, Tabulator;
Flatter-, Block-, Mehrspaltensatz, Tabellenerstellung;
Hoch-/Tiefstellung, Kopf- und Fußzeilen, Fußnotenverwaltung, Formularerstellung, Druckformatvorlagen)
Textgestaltung/-darstellung (Anzeige Druckbild, Graphik und Textmodus, Formatierung am Bildschirm darstellen, verschiedene Dokumente am Bildschirm anzeigen)
Suchen nach Begriffen, Namen, Datum etc.
Generische Funktionen zur Spezifizierung und zur Korrektur verwenden, wie:
Markieren
Löschen
74
3.3.5.3
3. Der softxvare-ergonomische Leitfaden EVADIS II
Berücksichtigung der Installation des Anwendungssystems
Anwendungssysteme werden gegenwärtig zu einem großen Teil für PCs angeboten.
Hierfür hat der Anwender oftmals keine eigene professionelle Wartungs- und Unterstützungsabteilung. Anwendungssysteme unterstellen in der Regel, daß der
Benutzer sie selbst installieren und in Betrieb nehmen kann. Auch für diese Aufgabe
ist das Schnittstellenverhalten des Systems von nicht unerheblicher Bedeutung, und
zwar sowohl auf der Ebene des Betriebssystems wie auch auf der Ebene des Anwendungssystems. Es kann mit dem EVADIS II-Verfahren getestet werden. Hierfür
ist ein besonderer Abschnitt am Anfang der Beispielprüfaufgaben und eine Reihe
spezieller Prüffragen vorgesehen. Die Prüfung des Installationsteils nimmt eine
Sonderstellung im Rahmen der Beispielprüfaufgaben und im Rahmen der gesamten
Schnittstellenprüfung ein. Ein gezieltes Testen bestimmter Aspekte des Schnittstellenverhaltens ist nämlich in der Regel nicht möglich, da die einzelnen Bearbeitungsschritte der Installation fest vorgegeben sind. Außerdem ist die Installation
eines Anwendungssystems in hohem Maße auf die spezifische Hardware und das
Betriebssystem zugeschnitten. Das Schnittstellenverhalten bezieht sich daher auch in
hohem Maße auf die Eigenschaften des zugrundeliegenden Betriebssystems und
nicht auf die Eigenschaften der Schnittstelle des Anwendungssystems. Man kann
daher die Prüfung der Installation beim Einsatz von EVADIS II ignorieren, wenn sie
für die Fragestellung der Evaluation oder für die Anwendungsbedingungen des
Systems keine Rolle spielt.
3.3.6
Prüffragensammlung zur Bewertung der Software
Die Prüffragen bilden das Kernstück des EVADIS II-Verfahrens. Sie dienen einer
möglichst vollständigen Bewertung der software-ergonomischen Qualität und
Funktionalität des Anwendungssystems anhand einer (oder mehrerer) Prüfaufgabe(n) und befinden sich im Anhang F.
Die Sammlung der Prüffragen basiert auf umfangreichen Literaturstudien, auf
eigenen Benutzungserfahrungen mit verschiedensten Anwendungssystemen und
auf Auswertungen von bisher bereits vorliegenden Evaluationsverfahren (vgl. Tjoa
1990; Reiterer 1990; Baitsch 1989; Galitz 1985; Hoffmann 1989; Lang 1988; Lauter
1987; Rödiger 1987; Smith 1986; Staufer 1987; Ravden 1989; Brown 1989; Brown C.
1988; Dumas 1988; Clegg 1988; DIN 66234 Teil 3 neu; DIN 66234 Teil X; ISO 9241 Part
10; Kearsley 1988; Gardiner 1987; Pigel 1989; Rupietta 1987; Frieling/DerisaviFard/Großmann (o.J.); Bleimann et al. 1987; RAL 1985; Siemens 1987, 1987a, 1989,
1989a; Apple 1987; SUN 1989; IBM 1989, 1989a; MOTIF 1990, Nixdorf 1988).
Trotzdem ist die vorliegende Sammlung von Prüffragen nicht absolut vollständig,
sondern reflektiert lediglich den Kenntnisstand relevanter Schnittstelleneigenschaften für Anwendungssystemen aus dem Bereich Büro und Verwaltung des
Jahres 1991. Außerdem wurde durch Konzentration auf wesentliche Eigenschaften
versucht, die Anzahl der Prüffragen soweit zu begrenzen, daß ihre Prüfung noch
praktikabel bleibt.
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
75
Eine wesentliche Hilfe für den Versuch, relativ flächendeckend software-ergonomische Eigenschaften von Schnittstellen in Prüffragen zu berücksichtigen, war die
Systematik der Zusammenstellung durch Orientierung an technischen Komponenten
und software-ergonomischen Kriterien.
An dieser Stelle soll nocheinmal auf die prinzipielle Bewertungsproblematik im
Bereich der Software-Ergonomie hingewiesen werden: Die Bewertung durch den
Evaluator kann nur zurückhaltend erfolgen, da zu vielen Schnittstelleneigenschaften
gesichertes software-ergonomisches Wissen noch nicht vorliegt oder weil einzelne
Schnittstelleneigenschaften hinsichtlich ihrer Angemessenheit von der Zielgruppe
der Benutzer bzw. von der Arbeitsaufgabe abhängen.
Durch die hier vorgestellten Erweiterungen des EVADIS II-Verfahrens wurde
versucht, der Problematik etwas an Schärfe zu nehmen, indem eine stärkere Berücksichtigung der Benutzer und der Arbeitsaufgaben erfolgte. Trotzdem wird die
ergonomische Bewertung in vielen Fällen weiterhin nur deskriptiven Charakter
haben können. Der Evaluator wird aufgrund der, mittels der Prüffragen festgestellten, Ist-Situation und der in den Kommentaren zu den Prüffragen vorgeschlagenen
Soll-Situation einen Soll-Ist-Vergleich bzgl. der ergonomischen Qualität der Software
durchführen können.
3.3.6.1
Verortung der Prüffragen in dem Bezugsrahmen
Die Prüffragen sollen einzelne Eigenschaften von Schnittstellen zwischen Benutzer
und System in einem durch die zwei beschriebenen Dimensionen aufgespannten
Raum repräsentieren. Die Repräsentation der Prüffragen in diesem zweidimensionalen Raum soll die Prüffragen inhaltlich ordnen. Die Verortung verbessert
das inhaltliche Verständnis der einzelnen Prüffragen, unterstützt die Suche nach
einzelnen Eigenschaften, die in Prüffragen abgedeckt sind, und hilft bei der Feststellung der Vollständigkeit der Fragensammlung. Die folgende Abbildung veranschaulicht die Einordnung der Prüffragen in den Bezugsrahmen.
76
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
Inhalte der Beispielprüffragen:
1 Wie ist der Bildschirm strukturiert? Unterteilung in Dialogbereiche, wie Kennzeichnungsbereich
(1), Arbeitsbereich (2), Steuerungsbereich (3) und Meldungsbereich (4)? Bitte ankreuzen und
entsprechende Nummer eintragen.
2 Kann in unterschiedlichen Dialogsituationen (z.B. Arbeit am Dokument, in einem Verzeichnis, in
einer Dialogbox) zwischen den verschiedenen Dialogtechniken wahlfrei gewechselt werden?
3 Können Objekte von einem Anwendungsmodul/-programm in ein anderes kopiert werden?
4 Sind Möglichkeiten zum Informationsaustausch in das Anwendungssystem integriert?
Aus der vorstehenden Abbildung geht der Rahmen für die Einordnung der Prüffragensammlung hervor. Einige Zellen des Bezugrahmens sind mit beispielhaften
Prüffragen versehen, um den Inhalt zu erläutern. Aus der Beschreibung der Kriterien
wurde ersichtlich, daß einige Kriterien speziell auf bestimmte Schnittstellenbereiche
ausgerichtet sind. Dies gilt beispielsweise für die Übersichtlichkeit, die auf die Ein/Ausgabe-Schnittstelle und dort insbesondere auf die Informationsdarstellung
ausgerichtet ist. Entsprechend ist die Matrix nicht vollständig besetzt, sondern weist
dichtere und weniger dichte bzw. sogar leere Sektoren auf.
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
3.3.6.2
T7
Prüffragen-Nummern
Um die Prüffragensammlung zu strukturieren und um einzelne Prüffragen identifizieren zu können, wurde aus den technischen Systemkomponenten und den
software-ergonomischen Kriterien eine Prüffragen-Nummer gebildet und durch eine
zweistellige Ziffer ergänzt. Die Prüffragen-Nummer ist wie folgt aufgebaut:
Die ersten drei Ziffern beinhalten die Komponenten-Nummer. Die zwei Folgeziffern
repräsentieren die Kriterien. Die letzten zwei Ziffern zählen die einzelnen Prüffragen
pro Kombination von Komponente und Kriterium fortlaufend durch.
Beispiel: Die Prüffragen-Nummer 211.07.20 ist wie folgt zu lesen:
211 =
Komponente:
2 =
Dialogschnittstelle
1 =
Dialogtechnik
1 = Dialogsprachen (Kommando-, Abfrage-, Programmierund Makrosprachen)
07 = Kriterium: Fehlerrobustheit
20 = zweite Prüffrage zur Kombination von Komponente und Kriterium
(die fortlaufende Numerierung der Fragen pro "Zelle" erfolgt in der
Regel in Zehnersprüngen, um nachträgliche Einfügungen zu
ermöglichen).
D.h., von rechts nach links gelesen handelt es sich um die 2. Prüffrage zur
Fehlerrobustheit der Dialogtechnik Dialogsprache an der Dialogschnittstelle.
3.3.6.3
Gruppen von Prüffragen nach dem Kontext ihrer Prüfung
Die Prüffragen des EVADIS Ii-Verfahrens bestehen aus zwei Gruppen, die durch unterschiedliche Prüfmethoden charakterisiert sind. Die Gruppeneinteilung richtet sich
im wesentlichen danach, ob die Prüfung und Beantwortung der Prüffrage einen ausgesprochenen Bearbeitungskontext erfordert. Der Bearbeitungskontext ist durch die
Sequenz bestimmter Dialogschritte definiert. Er ist erforderlich, wenn sich eine Prüffrage auf Eigenschaften der Schnittstelle bezieht, die bestimmte Operationen im
Rahmen einer Bearbeitungsaufgabe voraussetzen. Die Gruppierung der Prüffragen
ist folgendermaßen definiert:
Gruppe 1:
Prüffragen, die während der Durchführung der Prüfaufgabe mehrfache
- nach bestimmten, in der Prüfaufgabe eindeutig definierten Dialogsequenzen - abgefragt werden.
Beispielfrage:
Bleibt nach dem Unterbrechen eines Dialogs - etwa bedingt
durch eine Arbeitsunterbrechung - der Arbeitskontext
erhalten?
78
Gruppe 2:
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
Prüffragen, die erst nach Beendigung des Programms bzw. eines
Moduls, bei integrierten Programmen, abgefragt werden. Dazu wir
man vielfach auf Angaben im Handbuch, evtl. ergänzt durch eine mehr
oder weniger systematische Suchstrategien, zurückgreifen müssen.
Beispielfrage:
Werden die Informationen auf den verschiedenen
Ausgabemedien (z.B. Bildschirm und Drucker) in gleicher
Weise dargestellt (WYSIWYG-Prinzip)?
Insgesamt besteht die Fragensammlung aus knapp 150 Prüffragen. Von diesen
Fragen sind etwa die Hälfte der Gruppe 1 zugeordnet, sie sind also im Rahmen der
Prüfaufgabe zu beantworten; die anderen Prüffragen entfallen auf die Gruppe 2 und
sind durch Konsultation des Handbuchs bzw. durch gezielte Systemtests zu bearbeiten.
3.3.6.4
Antwortvorgaben der Prüffragen
Für jede Prüffrage sind eine Reihe von Antwortvorgaben formuliert. Diese Antwortvorgaben decken das grobe Spektrum der Antwortmöglichkeiten ab, das man sich
beim erreichten Stand der Forschung und Entwicklung vorstellen kann. Das Spektrum ist nicht vollständig. Einmal ist es nicht vollständig insofern, als eine technische
Entwicklung oder eine Erkenntnisentwicklung neue Möglichkeiten aufzeigen kann,
die in den Antwortvorgaben noch nicht abgedeckt sind. Zum anderen sind die Antwortvorgaben nicht vollständig insofern, als in ihnen nur eine grobe Orientierung
für die Beantwortung vorgegeben ist, die den Tester bei seinem Prüf- und Beantwortungsverhalten leiten soll. Besonderheiten bestimmter Realisierungen, die nicht in
den Antwortformulierungen enthalten sind, müssen in Ergänzung der Vorgaben
vom Tester notiert werden.
Beispiele von Antwortvorgaben für Prüffragen lauten wie folgt:
Prüffrage:
Werden optische/akustische Signale zur Veranschaulichung von Prozessen (z. B. Öffnungsvorgang
eines Dokumentes; Ausführung einer umfangreichen Auswertung; mehrfaches Kopieren eines
Dokumentes) eingesetzt?
Antwortvorgaben:
0 Bewegtbilder (z.B. Laufbalken, Animationen)
0 Symbol/Ikone (z.B. Uhr)
0 Zahlenwerte (z.B. Prozentangaben)
() akustische Signale
0 keine
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
79
Prüffrage:
Sind Menüs adaptierbar?
Antwortvorgaben:
0 ja, Anzahl der Menüoptionen in Abhängigkeit vom Expertisegrad des Benutzers (z.B. mittels einer
Menüoption "KurzeinsteHungen")
0 ja, Umbenennung von Menüoptionen
0 ja, Umstellung von Menüoptionen
0 ja, Herausnahme von Menüoptionen
() ja, Hineinnahme neuer Menüoptionen
() ja, sonstige Maßnahmen:
() nein
3.3.6.5
Notizfeld
Um eine ausführlichere Beantwortung der Prüffragen zu ermöglichen und um dem
Evaluator die Möglichkeit zu geben, ausführlichere Texte zu den Antwortvorgaben
zu verfassen, wurde zusätzlich ein Feld "Notiz" eingeführt. Vor allem soll hier auch
beschrieben werden, was an Besonderheiten auffällig ist und was nicht unmittelbar
auf die Inhalte der Prüffragen bezogen ist (z.B. aufgetretene Systemmeldungen,
Systemabstürze, etc.).
3.3.6.6
Kommentare und Bewertung
Für die Auswertung der Antworten auf die Prüffragen sind in die einzelnen
Prüffragensätze Kommentare aufgenommen worden. In diesen Kommentaren sind
Hilfen für die Interpretation und Bewertung der Prüffragen und der gegebenen
Antworten enthalten. Sie beruhen auf den bisher vorliegenden Erkenntnissen der
Software-Ergonomie. Sie geben entweder an, welche der in den Antwortvorgaben
enthaltenen Alternativen das zum gegenwärtigen Zeitpunkt optimale Schnittstellenmerkmal ist, von welchen Bedingungen zu bevorzugende Alternativen abhängen
oder ähnliches. Die Kommentare unterliegen natürlich einem schnellen Wandel. In
ihnen spiegelt sich noch am ehesten der Fortschritt software-ergonomischer
Forschung. Sie sind damit kontinuierlich fortzuschreiben (vgl. Kapitel 5.4).
Für einige Prüffragen sind die Kommentare beispielhaft wiedergegeben:
Prüffrage:
Welche einfachen optischen und akustischen Signale werden eingesetzt für die Anzeige wichtiger
Ereignisse, wie Meldungen bei Abschluß von Prozessen (1), Meldungen und Warnungen im Fall von
Fehlern und Störungen (2), Aufforderung zu Aktionen (3)? Bitte ankreuzen und entsprechende
Nummer eintragen.
80
3. Der softxvare-ergonomische Leitfaden EVADIS II
Kommentar:
Für die Meldung von Ereignissen, die eine sofortige Reaktion des Benutzers erfordern (z.B.
Störungen), sollen einprägsame optische Signale (z.B. Invertierung) oder akustische Signale (z.B.
Warnton) eingesetzt werden, da diese dessen Aufmerksamkeit unmittelbar ansprechen. Der Einsatz
von optischen und akustischen Signalen ist jedoch sehr sparsam vorzunehmen, da erste ansonsten die
angestrebte Übersichtlichkeit konterkarieren und zweite sich in bestimmten Arbeitssituationen (z.B.
Großraumbüro) sehr störend auswirken. Generell gilt, daß ein Zuviel an Signalen zu einer
Abstumpfung des Benutzers führen kann und damit den angestrebten Zweck - Erreichen der
Aufmerksamkeit des Benutzers - verfehlen.
Prüffrage:
Besteht die Möglichkeit, alternativ zwischen den vorhandenen Eingabemedien zu wählen?
Kommentar:
Der Benutzer soll bei der Aktivierung von Funktionen bzw. bei der Durchführung von Operationen
(z.B. Markieren, Positionieren, Scrollen) möglichst alternativ zwischen den vorhandenen
Eingabemedien wählen können. Damit kann die Steuerung des Anwendungssystems vom Benutzer
einerseits an seine persönlichen Bedürfnisse und andererseits an die jeweiligen
Aufgabenerfordernisse angepaßt werden.
Prüffrage:
Wie wird der Benutzer bei der Durchführung einer Fehlerkorrektur vom System unterstützt?
Kommentar:
Bei einer Fehlerkorrektur soll nur der fehlerhafte Eintrag und nicht die gesamte Eingabe neu
einzugeben sein. Bei unvollständigen Eingaben sollten Ergänzungen möglichst unmittelbar erfolgen
können (z.B. im Fehlermeldungsfenster eingegeben werden können). Außerdem sollten fehlende
Dialogschritte für die Ausführbarkeit eines Kommandos nachgeholt werden können.
Prüffrage:
Welche Arten von Handbüchern sind für das Anwendungssystem verfügbar?
Kommentar:
Handbücher sollten - in Abhängigkeit von ihrem Einsatzzweck - zumindest dreigeteilt sein: Ein
EinfUhrungshandbuch zum Kennenlernen der (Mindest-) Funktionalität für einen sinnvollen Einsatz
sowie zur Beschreibung der prinzipiellen Einsatzmöglichkeiten; ein Benutzerhandbuch zum
Nachschlagen, um weitergehende Informationen zu den einzelnen Funktionen zu bekommen; eine
Kurzanleitung für den täglichen Gebrauch, die knappe Auskunft über die wichtigsten Funktionen
(Syntax, Semantik, Belegung von Funktionstasten usw.) gibt.
Um dem Evaluator die Bewertung und anschließende Interpretation im Prüfbericht
zu erleichtern, ist für jede Prüffrage eine eigene Rubrik "Bewertung" vorgesehen.
Hier kann die festgestellte Eigenschaft der Benutzerschnittstelle im Vergleich mit
den Forderungen des Kommentars mit einer Note zwischen 1 und 5 bewertet
werden, wobei die Note 1 (vergleichbar der Schulnote "sehr gut") "Stand der Kunst"
und die Note 5 (vergleichbar der Schulnote "mangelhaft" bzw. "nicht genügend")
"völlige Mißachtung derzeitiger ergonomischer Gestaltungsmöglichkeiten"
bedeuten.
Zusätzlich kann für jedes Kriterium eine Gewichtung (hoch - mittel - gering) vergeben werden. Dadurch kann die Bedeutung dieses Kriteriums bzw. die diesem
zugeordneten ergonomischen Qualitäten der erfaßten Schnittstelleneigenschaften für
3. Der sofhvare-ergonomische Leitfaden EVADIS II
81
die Benutzergruppe des Anwendungssystems zum Ausdruck gebracht werden (vgl.
Kapitel 3.3.1). Diese Gewichtung ist aber nur als Hilfsmittel für den Evaluator zur
Interpretation der Ergebnisse im Zuge der Prüfberichterstellung gedacht. Gesamturteile bzgl. der ergonomischen Qualität von Benutzerschnittstellen sind bei dem
derzeitigen Stand des ergonomischen Wissens nicht ausreichend zu begründen und
daher wäre der Spielraum für den Evaluator zu groß. Dies resultiert auch aus den oft
nur sehr beschränkt quantifizierbaren Kriterien der Ergonomie (vgl. Kapitel 2). Des
weiteren ist die einzelne Gewichtung immer im Kontext mit der jeweiligen
Benutzergruppe und Prüfaufgabe zu sehen und daher nicht ohne weiteres in bezug
auf die grundsätzliche ergonomische Qualität eines Anwendungssystemes verallgemeinerbar.
Trotz der hier dargestellten Beschränkungen einer notenmäßigen Bewertung haben
die Erfahrungen des Einsatzes des EVADIS Ii-Verfahrens gezeigt, daß die
Evaluatoren ein Hilfsmittel für die Interpretation der Ergebnisse als wünschenswert
und hilfreich ansehen.
3.3.6.7
Gesamtaufbau eines Prüffragensatzes
Die einzelnen Bestandteile eines Prüffragensatzes sind bereits beschrieben worden;
der vollständige Aufbau einer Prüffrage sieht dann folgendermaßen aus:
Kriterium 06: Erwartungskonformität
Prüffragen-Nr.: 226.06.10
Komponente 226: Abbrechen/Unterbrechen eines Dialogs
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Bleibt nach dem Unterbrechen eines Dialoges - etwa bedingt durch eine
Arbeitsunterbrechung - der Arbeitskontext erhalten?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein
Kommentar:
Nach einer durch Zwischenoperation bedingten Arbeitsunterbrechung soll der
Inhalt der von bisher getätigten Eingaben (z.B. Parameterdefinitionen) und die
Positionierung des Cursors erhalten bleiben (vgl. dazu DIN 66234 Teil X bzw. ISO
9241 Part 15).
Bewertung:
Note:
Begründung:
Notiz:
Die Gesamtheit der Prüffragen ist im Anhang F wiedergegeben. Die Zusammenstellung enthält sämtliche Angaben, die zu einem Prüffragensatz gehören, so daß sie
auch als "Papierversion" zur Bewertung herangezogen werden kann.
82
3.3.6.8
3. Der software-ergonomische Leitfaden EVADIS II
Dokumentation und Verwaltung der Prüffragensammlung
Die Prüffragen sind zum einen im Anhang F vollständig abgedruckt. Zusätzlich
existiert eine Datenbankversion (vgl. Anhang H), bei der die Prüffragen von einem
Standardsoftware-Datenbanksystem verwaltet werden. Das Datenbanksystem kann
auf einem Personal Computer unter MS-DOS betrieben werden. Die Datenbank
umfaßt in separaten Feldern die einzelnen Bestandteile der Prüffragensätze. Auf die
einzelnen Felder kann man für Suchzwecke zugreifen. Die Datenbank kann erstens
nach den in Abschnitt 3.2.1 beschriebenen Komponenten und zweitens innerhalb der
Komponenten nach den in Abschnitt 3.2.2 beschriebenen Kriterien geordnet werden.
Ein Umkehrung der Sortierreihenfolge ist möglich.
Die Datenbank mit den Prüffragensätzen dient nicht nur der Dokumentation. Sie ermöglicht desweiteren eine Fortschreibung und Pflege der Fragensammlung aufgrund der Weiterentwicklung technischer Eigenschaften von Schnittstellen zwischen
Benutzer und System und wissenschaftlicher Erkenntnisse über softwareergonomische Qualitäten. Die Fortschreibung kann sich auf eine Erweiterung der
Fragensammlung beziehen, sie kann sich aber auch auf die Erweiterung und Korrektur der Antwortvorgaben, der Komponenten und der Kriterien beziehen.
Eine weitere Funktion der Erfassung der Prüffragensätze in einer Datenbank liegt in
ihrer Verwendung als Basis für die Erstellung einer Protokoll-Datei für die Erfassung
der Antworten des Prüfers auf die einzelnen Prüffragen während des Tests eines
Systems. Hierauf wird im Kapitel 4 im Zusammenhang mit der Beschreibung der
Vorgehensweise von EVADIS n eingegangen.
3.3.7
Anleitung zur Erstellung des Prüfberichtes
Die Prüfberichterstellung basiert auf den Ergebnissen der vorangegangen Arbeitsschritte. Die Zusammenfassung dieser Ergebnisse wird durch die Vorgabe des
Aufbaus des Prüfberichtes in systematischer Weise unterstützt und gleichzeitig
standardisiert. Damit ist eine gute Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit der
Ergebnisse des Prüfberichtes gewährleistet. Die "Anleitung zur Erstellung des
Prüfberichtes" befindet sich im Anhang G.
4.
Vorgehensweise beim Einsatz des
EVADIS II-Leitfadens Durchführungsvorschrift
In diesem Kapitel wird die Vorgehensweise bei der Durchführung einer Systemevaluation dargestellt. Auf Einzelheiten zur Erklärung der Elemente des Verfahrens
wird nicht mehr eingegangen. Diese wurden im vorigen Kapitel im Detail beschrieben.
Beim Einsatz des EVADIS II-Leitfadens ist zu unterscheiden, ob er mittels EDVUnterstützung oder manuell durchgeführt wird. In beiden Fällen ist die prinzipielle
Vorgehensweise die gleiche und wird daher in diesem Kapitel gemeinsam
beschrieben. Auf etwaige Abweichungen wird gesondert hingewiesen.
Beim Einsatz der EDV-unterstützten Version (vgl. Kurzbeschreibung und Voraussetzungen im Anhang H) des Leitfadens wird ein Installations- und Benutzungshandbuch mitgeliefert, das die Vorgehensweise näher beschreibt. Voraussetzung für
den sinnvollen Einsatz der EDV-Unterstützung ist ein eigener Personal Computer,
auf dem das EVADIS Ii-Programm installiert werden kann. Das zu bewertende
Anwendungssystem sollte ebenfalls auf einem eigenen Rechner zur Verfügung
stehen.
Bei einer manuellen Durchführung des Verfahrens wird man sich unter Rückgriff auf
die Prüffragensammlung (vgl. Anhang F) eine Kopie der gewünschten Prüffragen
anfertigen. Die entsprechenden Antworten, Noten und Notizen sind dann in diesen
Prüffragenkopien zu erfassen. Der gesamte Auswertungsprozeß ist hier vom
Evaluator selbst durchzuführen.
Der detaillierten Beschreibung der Vorgehensweise bei der Anwendung des EVADIS
II-Leitfadens wird eine Übersicht über die Bewertungsgegenstände, die erforderlichen Arbeitsschritte, die Bestandteile des EVADIS II-Leitfadens und die (Zwischen-)
Ergebnisse vorangestellt (vgl. die folgende Abbildung).
Die Bewertungsgegenstände dieses Leitfadens sind das Anwendungssystem, die
damit durchzuführenden Aufgaben und die tatsächlichen oder zukünftigen Benutzer
des Anwendungssystems.
Die einzelnen Arbeitsschritte, die beim Einsatz des EVADIS II-Leitfadens
durchzuführen sind, werden in den nachfolgenden Kapiteln - in der sachlogischen
Reihenfolge ihrer Durchführung - genauer beschrieben. Die den einzelnen Arbeitsschritten zugeordneten Kapitel sind aus der Abbildung ersichtlich. Da es nicht
immer möglich sein wird, den EVADIS II-Leitfaden vollinhaltlich durchzuführen,
sind die optionalen Arbeitsschritte in der Abbildung entsprechend gekennzeichnet.
Auf sie kann unter entsprechender Einschränkung der Aussagen des Prüfberichtes
verzichtet werden.
84
4. Vorgehensweise beim Einsatz des EVADIS II Leitfadens
Die Bestandteile des EVADIS II-Leitfadens sind die notwendigen Arbeitsmittel für
den Evaluator, die er zur Durchführung des Evaluationsverfahrens benötigt. Sie
befinden sich alle im Anhang dieses Buches, wobei der jeweils entsprechende
Hinweis auf den Anhang aus der folgenden Abbildung zu entnehmen ist. Diese
Separierung im Anhang ermöglicht es dem geübten EVADIS-Anwender, gezielt auf
das gerade benötigte Arbeitsmittel zuzugreifen, da er in der Regel auf die erläuternden Texte dieses Buches nicht mehr angewiesen ist.
Die jeweiligen Arbeitsschritte liefern verschiedene Zwischenergebnisse und schlußendlich als Endergebnis einen Prüfbericht, der Aussagen zu den einzelnen Bewertungsgegenständen beinhaltet.
4. Vorgehensweise beim Einsatz des EVADIS II Leitfadens
Abbildung 12: Ablauf des EVADIS Ii-Verfahrens
85
86
4. Vorgehensweise beim Einsatz des EVADIS II Leitfadens
4.1
Vorbereiten und Erkunden des Anwendungssystems
4.1.1
Installation des zu prüfenden Systems
Wenn das zu prüfende System noch nicht auf einem Rechner des Evaluators verfügbar ist, muß es zunächst nach den Anweisungen der Systembeschreibung installiert
werden. Hierzu gehört auch der Anschluß von Peripheriegeräten (z.B. Drucker).
Auch bereits verfügbare Anwendungssysteme sollten vom Evaluator neu installiert
werden, wenn man sich ein Bild bzgl. des Installationsaufwandes machen will. Vom
ergonomischen Standpunkt aus ist vor allem die Unterstützung des Benutzers durch
das Anwendungssystem beim Installationsvorgang von Interesse.
4.1.2
Einarbeitung in das zu prüfende System
Der Einsatz des EVADIS ü-Verfahrens setzt beim Evaluator gute Systemkenntnisse
voraus. Diese muß sich der Evaluator vorab erwerben. Hierzu dienen das Studium
des Handbuchs und die Probenutzung des Anwendungssystems für einfache
Operationen und ähnliche Schritte. Der Evaluator sollte das System nutzen können,
ohne im Regelfall auf das Handbuch oder ggfl. das online verfügbare Hilfesystem
angewiesen zu sein.
4.1.3 Erkunden der Funktionalität des Systems
Der Evaluator hat sich vor allem im Detail mit der Funktionalität des Systems
vertraut zu machen, um bei der Erstellung der Prüfaufgabe(n) (vgl. Kapitel 4.2) die
entsprechenden Funktionen zur Durchführung der Aufgaben berücksichtigen zu
können.
4.1.4
Prüfung der Eignung des Anwendungssystems
Nachdem der Evaluator sich mit der Funktionalität des Anwendungssystems und
den damit zu erledigenden Aufgaben (vergleiche insbesondere Anhang C, Teil C2)
im Detail vertraut gemacht hat, kann er dessen Eignung für den vorhergesehenen
Einsatz beurteilen. Fällt diese Beurteilung im wesentlichen positiv aus, kann die Vorbereitung des Systemtests fortgesetzt werden. Andernfalls ist ein Abbruch der
begonnene Prüfung vorzunehmen.
4. Vorgehensweise beim Einsatz des EVADIS II Leitfadens
4.1.5
87
Festlegen von Prüfschwerpunkten - Prüfstrategie
Die Einarbeitungsphase in das Anwendungssystem kann vom Evaluator gleichzeitig
zum Festlegen von Prüfschwerpunkten verwendet werden. In Abhängigkeit vom
Bewertungsanlaß
(vgl. Kapitel 1.2) kann die Bewertung auf bestimmte Systemkomponenten oder bestimmte Kriterien eingeschränkt werden. So kann beispielsweise bei einer Bewertung während der Systemgestaltung besonderes Interesse an
der ergonomische Qualität der Realisierung der Systemkomponente "Dialogsteuerung" bestehen. Wird hingegen eine Bewertung zum Zwecke eines Systemvergleichs oder einer Marktorientierung durchgeführt, kann beispielsweise ein
besonderes Interesse an der Realisierung der ergonomischen Forderung
"Individualisierbarkeit" in unterschiedlichen Anwendungssystemen vorliegen.
Die Überlegungen bzgl. der Prüfschwerpunkte werden maßgeblich von der Benutzergruppe (vgl. Kapitel 4.3) und den Aufgaben (vgl. Kapitel 4.2) beeinflußt. So variiert
die Bedeutung der ergonomischen Kriterien in Abhängigkeit vom Expertisegrad der
jeweiligen Benutzergruppe und bewirkt damit eine differenzierte Schwerpunktsetzung bei den Kriterien. Gleichzeitig wird davon auch die Bedeutung der
Systemkomponenten tangiert. So hat die Systemkomponente "Online-Hilfe" für
"ungeübte und sporadische" Benutzer eine andere Bedeutung, als für "geübte und
regelmäßige" Benutzer.
Gleiche Überlegungen sind auch in Abhängigkeit von den Aufgaben, die mittels des
Anwendungssystems erbracht werden sollen, anzustellen. So wird man bei einer
Datenbankanwendung, bei der der Benutzer vorwiegend bestimmte Abfragen
durchzuführen hat, bei der Bewertung besonderes Augenmerk auf die ergonomische
Qualität der Realisierung des Kriteriums "Selbstbeschreibungsfähigkeit" und der
Systemkomponente "Informationsdarstellung" legen.
Die wenigen Beispiele mögen verdeutlichen, welchen Stellenwert einer wohlüberlegten "Prüfstrategie" durch Schwerpunktsetzung zukommt. Sie lenkt die
Bewertungsaktivitäten nicht nur auf das im jeweiligen Anwendungskontext
Wesentliche, sie ermöglicht gleichzeitig eine erhebliche Reduktion des Prüfaufwandes.
4.1.6
Auswählen, Anpassen und Übernehmen der Prüffragen
Ist sich der Evaluator über die Prüfstrategie im Klaren, kann er aus der
Prüffragensammlung (Anhang F) jene Prüffragen auswählen, die dem jeweiligen
Prüfschwerpunkten entsprechen. Dazu muß sich der Evaluator zuerst mit der Prüffragensammlung im Detail vertraut machen, um dann die entsprechende Auswahl
vornehmen zu können.
In manchen Fällen kann eine Anpassung der Prüffragen an die spezifische
Prüfsituation erforderlich sein. Diese Anpassung kann entweder in einer Konkretisierung bestimmter Fragestellungen der vorhandenen Prüffragen oder im Neuformulieren zusätzlicher anwendungsspezifischer Prüffragen bestehen.
88
4. Vorgehensweise beim Einsatz des EVADIS II Leitfadens
Die ausgewählten und angepaßten Prüffragen sind dann in die Prüfaufgabe(n) zu
übernehmen (vgl. Kapitel 4.2.2).
4.2
Bewerten der Aufgaben und Erstellen der
Prüfaufgabe(n)
In der Regel wird man versuchen, eine oder mehrere realitätsbezogene Prüfaufgaben
zur Bewertung des Anwendungssystems heranzuziehen. Zur Erstellung derartiger
Prüfaufgaben, wird dem Evaluator methodische Unterstützung geboten. Dies setzt
allerdings voraus, daß der Evaluator Zugang zu den Arbeitsplätzen hat, an denen
das Anwendungssystem eingesetzt wird oder eingesetzt werden soll. Ist dies nicht
der Fall, so sind dem EVADIS II-Verfahren "Beispiele für Prüfaufgaben" mehrerer
typischer Anwendungen des Bürobereichs beigegeben (Anhang E). Diese sind vom
Evaluator an seine Bedürfnisse anzupassen bzw. als Muster für eine
Neukonstruktion heranzuziehen.
4.2.1
Bewerten der Aufgaben
Eine ganzheitliche ergonomische Bewertung setzt voraus, daß auch Aspekte der
Organisationsergonomie bei der Bewertung Berücksichtigung finden, zumal
gravierende ergonomische Mängel im organisatorischen Bereich eine wesentliche
Einschränkung im Hinblick auf die Zielerreichung aller ergonomischen
Bemühungen - "Schaffimg menschengerechter Arbeit" - darstellen.
Hat der Evaluator Zugang zu den Arbeitsplätzen des Anwendungssystems, kann er
sich zuerst, mit Hilfe der "Prüffragen zur Untersuchung der Mensch-MenschFunktionsverteilung und der Arbeitsabläufe" (Anhang B) einen ersten Eindruck von
der ergonomischen Qualität der Aufgaben verschaffen, die an den Arbeitsplätzen
des zu prüfenden Software-Produktes durchgeführt werden. Die Handhabung der
Prüffragen ist ausführlich im Anhang B beschrieben.
4.2.2
Erstellen der Prüfaufgabe(n)
Mittels der "Antwortblätter zur Festlegung der Inhalte und des Umfangs der
Software-Evaluation" (Anhang C) wird der Evaluator bei der Konstruktion der Prüfaufgabe(n) unterstützt. Die Handhabung der Antwortblätter ist ausführlich im
Anhang C beschrieben. Auch bei der Neuerstellung von Prüfaufgaben können die
"Beispiele für Prüfaufgaben" (Anhang E) wertvolle Anregungen liefern.
Aufgrund der Einarbeitungsphase in das Anwendungssystem ist dem Evaluator die
Funktionalität des Anwendungssystems bekannt (vgl. Kapitel 4.1). Aus dieser
Funktionalität kann er die für die Durchführung der Prüfaufgabe erforderlichen
Funktionen auswählen und in die Prüfaufgabe integrieren. Dabei kann dem
Evaluator der Anhang D als Anregimg dienen, der das Funktionsspektrum heutiger
Bürosysteme näher beschreibt. Die endgültige Prüfaufgabe besteht dann - ähnlich
4. Vorgehensweise beim Einsatz des EVADIS II Leitfadens
89
wie die Beispiele der Prüfaufgaben - aus einer Reihe von Arbeitseinweisungen zur
Durchführung der Aufgabe, den dazu erforderlichen Funktionen des
Anwendungssystems und den eingelagerten - ausgewählten und angepaßten Prüffragen. Letztere sind aus der "Prüffragensammlung" zu übernehmen (Anhang
F). Damit stellt die Prüfaufgabe eine Art "Drehbuch" dar, das bei der Durchführung
der Bewertung auszuführen ist (vgl. Kapitel 4.4).
4.3
Charakterisierung der Benutzer des
Anwendungssystems
Sofern der Evaluator Zugang zu den derzeitigen oder zukünftigen Benutzern des
Anwendungssystems hat, kann er mit Hilfe des "Fragebogens zur Erfassung von
Benutzereigenschaften" wesentliche Merkmale der Benutzer zur Charakterisierung
der Benutzergruppe erfassen (Anhang A). Die Handhabung des Fragebogens und
dessen Auswertung ist ausführlich im Anhang A beschrieben.
Die erfaßten Benutzereigenschaften liefern als Ergebnis eine Kategorisierung der
Benutzer und in Abhängigkeit davon eine Festlegung der Rangfolge und der
Gewichtung der ergonomischen Kriterien in ihrer Bedeutung für diese Benutzergruppe. Im Anhang A wird der "Auswertungsvorgang zur Einordnung der Benutzer
in Benutzerkategorien und zur Festlegung einer Rangfolge der ergonomischen
Kriterien" beschrieben. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können vom Evaluator
bei der Beantwortung der Prüffragen (vgl. Kapitel 4.4) und bei der Auswertung des
Prüfprotokolls (vgl. Kapitel 4.5) berücksichtigt werden.
4.4
Durchführen der Prüfung
4.4.1
Vergegenwärtigen der ausgewählten Prüffragen
Bevor die Operationen der Prüfaufgabe durchgeführt werden, muß sich der
Evaluator mit den Inhalten der ausgewählten Prüffragen im Detail vertraut machen,
die nach der jeweiligen Operation bzw. nach einer Gruppe von Operationen, die in
der Prüfaufgabe vorgeschrieben sind, zu beantworten sind. Zu diesem Zweck liest er
die im Protokoll der Prüfaufgabe am linken Rand durch die Prüffragen-Nummer
bezeichneten Prüffragen des entsprechenden Abschnitts der Prüfaufgabe durch. Je
nach Einsatzform muß der Evaluator dieses Prüfprotokoll selbst erstellen (nach der
Mustervorlage im Anhang E) oder er kann auf das EDV-gestützt generierte
Prüfprotokoll zurückgreifen. Die Sichtung der Prüffragen soll dazu dienen, daß der
Evaluator diejenigen Schnittstelleneigenschaften bei der Operationsausführung
beachtet, die in den entsprechenden Prüffragen anschließend abgefragt werden.
90
4. Vorgehensweise beim Einsatz des EVADIS II Leitfadens
4.4.2 Ausführen der Operationen der Prüfaufgabe(n)
Der Evaluator führt die Operationen aus, die in der Prüfaufgabe beschrieben sind.
Verwendet er dazu die vorgegebenen Beispielprüfaufgaben muß er die systemneutrale, d.h. abstrakte Beschreibung in der Prüfaufgabe in eine entsprechende
spezifische Folge von Operationen mit dem jeweils zu testenden System übersetzen.
Dies kann er in der Regel ohne große Schwierigkeiten leisten, da er sich vorab mit
der Handhabung des Systems vertraut gemacht hat. Die gedankliche Übersetzung
der systemneutralen Vorgaben in der Prüfaufgabe in die Aktionen des Evaluators
erfordert dann besondere Anstrengungen, wenn die Systemfunktionalität oder die
Benutzerschnittstelle außergewöhnliche Eigenheiten aufweist. In solchen Fällen ist
ein Rückgriff auf das Handbuch erforderlich.
Bei der Durchführung der Prüfaufgabe kann sich beispielsweise herausstellen, daß
bestimmte Operationsfolgen in dieser Form nicht möglich sind oder daß wesentliche
Aspekte vergessen worden sind. In solchen Fällen ist ein Anpassen der Prüfaufgabe
erforderlich.
4.4.3
Beantworten der Prüffragen und Abgabe einer Bewertung
Die kleinste Einheit der Bearbeitung der Evaluationsaufgabe besteht in der Beantwortung der Prüffragen. In ihnen werden einzelne Schnittstelleneigenschaften
abgefragt. Die Beantwortung hat das Schnittstellengeschehen an der definierten
Stelle der Prüfaufgabe zum Gegenstand. Sie erfolgt nach dem offensichtlichen Gehalt
der Prüffrage, unterstützt durch das Spektrum an angebotenen gängigen Antwortmöglichkeiten in Form von Antwortvorgaben. Je nach Einsatzform werden die
Antworten entweder auf der Kopie der Prüffrage (manuelle Version) oder in die
Antwortfelder der entsprechenden Bildschirmmaske (EDV-unterstützte Version)
eingetragen. Der Evaluator hat auch die Möglichkeit, die Antwortvorgaben zu
erläutern oder neue Antworten in zusätzlichen Antwortfeldern einzutragen. Die
Antworten sollten so ausführlich wie nötig, jedoch so präzise und anschaulich wie
möglich formuliert werden, da sie die Basis für die Beschreibung des Schnittstellengeschehens bilden und bei unklaren Darstellungen eine zwar mögliche, aber
aufwendige Rekonstruktion des entsprechenden Geschehens erforderlich ist.
Neben der Beschreibung der Schnittstelleneigenschaften hat der Evaluator auch die
Möglichkeit der Bewertung dieser Eigenschaften im Hinblick auf derzeit mögliche
Gestaltungsforderungen. Diese finden sich in den jeweiligen Kommentaren der
Prüffragen. Durch einen Vergleich des Ist- mit einem anzustrebenden Sollzustand
kann der Evaluator eine Bewertung der jeweiligen Schnittstelleneigenschaft ableiten.
Dies erfolgt in Form von Noten.
4. Vorgehensweise beim Einsatz des EVADIS II Leitfadens
4.4.4
91
Protokollieren von Besonderheiten
Bei der Benutzung des zu evaluierenden Systems können Besonderheiten auftreten,
die in den Prüffragen nicht angesprochen werden. Diese Besonderheiten können z.B.
Systemfehler sein, d.h. fehlerhafte Operationen oder fehlerhafte bzw. offensichtlich
unverständliche oder unsinnige Rückmeldungen des Systems an den Benutzer.
Solche Besonderheiten sind vom Evaluator gesondert zu erfassen und bei der Erstellung des Prüfberichtes zu berücksichtigen. Dafür ist bei jeder Prüffrage eine
eigene Rubrik "Notiz" vorgesehen.
4.5
Auswerten der Ergebnisse und Erstellen eines
Prüfberichtes
4.5.1
Erstellen eines Auswertungsdokuments
Je nach Einsatzform wird der Aufwand zur Erstellung des Auswertungsdokumentes
sehr unterschiedlich sein. Beim Einsatz der manuellen Version sind sämtliche
Sortierungen und Berechnungen von Hand durchzuführen. Beim Einsatz der EDVunterstützten Version erfolgen sämtliche Auswertungen automatisch. Der Auswerter
kann gemäß der Zielsetzung bzw. in Abhängigkeit vom Adressaten der Evaluation
im Auswertungsprogramm (vgl. Kapitel 5) festlegen, in welcher Reihenfolge er die
Prüffragen zusammengestellt haben möchte.
Wie bereits im Kapitel 3.2 beschrieben wurde, kann die Auswertung der
beantworteten Prüffragen nach technischen Komponenten oder softwareergonomischen Kriterien durchgeführt werden. Als Standardreihenfolge gilt die
Komponentengliederung als erstes Ordnungsfeld und die Kriteriengliederung als
zweites Ordnungsfeld (dies entspricht der Reihenfolge der Numerierung der
Prüffragen). Beim Einsatz der Evaluationssoftware kann man aber auch die Rangfolge der Ordnungsfelder umkehren und zuerst nach Kriterien und dann nach
Komponenten auswerten lassen.
In Abschnitt 3.3.6.3 wurde beschrieben, daß einzelne Prüffragen der Gruppe 1
mehreren Abschnitten der Prüfaufgabe zugeordnet und entsprechend auch mehrfach beantwortet werden. Nach dieser mehrfachen Beantwortung müssen die
Unterschiede der Einzelantworten beurteilbar gemacht werden. Dies geschieht durch
die Auflistimg der Einzelantworten pro Prüffrage in der Reihenfolge ihrer Prüfung
in der Prüfaufgabe. Die für die Interpretation der potentiellen Unterschiede der Prüffragenantworten erforderliche Angabe des Kontextes, in dem die einzelnen Antworten vergeben worden sind, erfolgt über die Prüfpunkt-Nummer.
Weiters umfaßt die Datenaufbereitung beim Einsatz der Evaluationssoftware eine
Zusammenstellung der freien Anmerkungen des Evaluators in der Rubrik "Notiz" zu
den jeweiligen Prüffragen, unter Angabe der jeweiligen Prüfpunkt-Nummer. Die
92
4. Vorgehensweise beim Einsatz des EVADIS II Leitfadens
vom Evaluator vergebene Bewertung (Note) wird für jede Prüffrage ausgewertet
und ausgegeben. Zusätzlich wird, wenn vom Evaluator vorgenommen, eine
Begründvmg dieser Bewertung mit entsprechenden Empfehlungen ausgegeben. Am
Ende des Auswertungsvorganges wird für jedes Kriterium oder jede Systemkomponente eine Gesamtnote errechnet, die sich additiv aus den Einzelbewertungen
der jeweiligen Prüffragen, dividiert durch die Anzahl der beantworten Prüffragen
ergibt. Die so errechneten Gesamtnoten werden am Beginn des Auswertungsdokuments in Form einer Tabelle präsentiert. Wurde vom Evaluator noch zusätzlich
eine Gewichtung (Faktorenvergabe) vor Beantwortung der Prüffragen vorgenommen, erfolgt eine Sortierung der Ausgabe in der Reihenfolge ihrer Bedeutung.
D.h. zuerst werden alle mit einer hohen Gewichtung versehenen Kriterien oder
Komponenten ausgegeben, anschließend alle mit einer mittleren und schlußendlich
alle mit einer geringen Gewichtung versehenen. Dies ermöglicht es dem Evaluator,
auf einen Blick festzustellen, wie beispielsweise die von ihm mit einer hohen
Gewichtung versehenen Kriterien in der Gesamtbewertung abgeschnitten haben.
4.5.2
Prüfen der Konsistenz von Schnittstelleneigenschaften
Für diejenigen Prüffragen, die Schnittstelleneigenschaften ansprechen, die je nach
Anwendungsmodul bzw. je nach Dialogkontext unterschiedlich ausfallen können
und die daher in der Prüfaufgabe mehrfach abgefragt werden, ergeben sich entsprechend viele Antworten. Diese Antworten können einheitlich ausfallen, sie
können jedoch auch unterschiedlich sein. In beiden Fällen ergibt sich für den
Evaluator die Aufgabe, das Antwortmuster zu überprüfen und zu interpretieren. Im
Falle der gleichartigen Antworten kann die Einheitlichkeit eine interne Konsistenz
anzeigen, sie kann aber auch eine mangelhafte Sensibilität der Schnittstelle für den
Aufgabenkontext bedeuten, z.B. im Falle von gleichartigen Fehlermeldungen unterschiedlichen Schweregrades oder von Hilfeinformationen in unterschiedlichen
Dialogkontexten. Umgekehrt ist bei uneinheitlichen Antwortmustern zu prüfen, ob
die Uneinheitlichkeit auf Inkonsistenzen zurückgeht oder den genannten Aufgabenkontexten Rechnung trägt. Einheitlichkeit bedeutet mit anderen Worten nicht
unbedingt etwas Positives und Uneinheitlichkeit nicht automatisch etwas Negatives.
Vielmehr ist es die Aufgabe des Evaluators, das jeweilige Antwortmuster auf seine
Angemessenheit für die Orientierungs- und Bearbeitungsanforderungen des
Benutzers zu prüfen. Die Prüfarbeit kann sich der Evaluator bereits während der
Prüffragenbeantwortung im Rahmen der Bearbeitung der Prüfaufgabe erleichtern,
wenn er die Kontextangemessenheit der betreffenden Schnittstelleneigenschaft in
seiner Antwort mit zum Ausdruck bringt.
4.5.3
Erstellen des Prüfberichtes
Der prinzipielle Aufbau und die Gliederung des Prüfberichtes ist durch die
Anleitung im Anhang G vorgegeben. Im Sinne der Vergleichbarkeit und Einheitlichkeit verschiedener Prüfberichte, sollte sich der Evaluator an diese Vorgaben
halten.
4. Vorgehensweise beim Einsatz des EVADIS II Leitfadens
93
In dem Prüfbericht werden die software-ergonomischen Eigenschaften der
Schnittstelle beschrieben und bewertet. Die Beschreibung erfolgt als Darstellung der
Antworten auf die Prüffragen inklusiv der zusätzlichen Protokollnotizen.
Entsprechend dem Charakter der Prüffragen als deskriptive Erfassung von
Schnittstelleneigenschaften wird der Prüfbericht einerseits deskriptiv ausfallen.
Andererseits umfaßt der Bericht auch eine Bewertung des Evaluators bzgl. der
Angemessenheit bestimmter Schnittstelleneigenschaften gemäß den jeweils
vorliegenden software-ergonomischen Erkenntnissen. Als Orientierung dienen die
in den Prüffragensätzen enthaltenen Kommentare und die vom Evaluator
vergebenen Noten und Gewichte. Die Interpretation umfaßt außerdem Hinweise auf
Querbezüge zwischen verschiedenen Schnittstelleneigenschaften, z.B. hinsichtlich
der Einhaltung einer internen Konsistenz der Schnittstelle. Die Bewertung durch den
Evaluator kann nur zurückhaltend erfolgen, da zu vielen Schnittstelleneigenschaften
noch kein gesichertes software-ergonomisches Wissen vorliegt und durch die oft nur
geringe Operationalisierbarkeit ergonomischer Kriterien dem Evaluator ein großer
Interpreationsspielraum bleibt.
Die Antworten auf die Prüffragen werden je nach Zweck in unterschiedlicher
Ordnung dargestellt. Eine mögliche Form der Beschreibung software-ergonomischer
Eigenschaften wäre die nach Komponenten gegliederte Darstellung. Diese Form ist
besonders für den Designer geeignet, der möglichst konkrete Hinweise erwartet, an
welcher technischen Stelle des Produktes welche Probleme auftreten. Für Abschätzungen anderer Art, etwa um eine Kaufentscheidung treffen zu können, wird
man sich möglicherweise zusätzlich eine kriterienbezogene Darstellung wünschen
und sich hinsichtlich der Systemkomponenten mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse auf der Ebene von Oberbegriffen begnügen. In den bisherigen Einsätzen
des EVADIS-Leitfadens wurden beide Darstellungsformen erprobt und als mögliche
Gliederung der zu vermittelnden Ergebnisse demonstriert.
5.
Einsatz des EVADIS Ii-Verfahrens
5.1
Voraussetzungen für die Nutzung des
EVADIS Ii-Verfahrens
5.1.1
System-, Aufgaben- und Benutzerkenntnisse
Die Evaluation der Schnittstelle eines Systems setzt Kenntnisse über das System, die
damit durchzuführenden Aufgaben und die es einsetzenden Benutzer voraus.
Die Kenntnis des Systems muß nicht perfekt sein, der Tester muß nicht zu einem
vollen Experten des Systems werden. Seine Expertise verbleibt primär auf dem
Sektor der software-ergonomischen Evaluation und der Handhabung des Evaluationsverfahrens. Je mehr der Anwender jedoch über das zu testende System weiß,
desto leichter fällt ihm die Testdurchführung, desto mehr kann er seine Aufmerksamkeit auf die eigentliche Evaluationsaufgabe konzentrieren und desto mehr
Schnittstelleneigenschaften bzw. Belege für bestimmte Schnittstelleneigenschaften
kann er im Rahmen der Prüfung dokumentieren. Eine Möglichkeit zur Entlastung
des Evaluators von Systemeinarbeitungsaufwand bzw. von Systemkenntnissen
schlägt Patt (1988,61,67) vor. Danach würde ein Systemexperte (z.B. ein Entwickler)
unter der Anweisung und Kontrolle des Evaluators die in der Prüfaufgabe definierten Operationen mit dem zu testenden System ausführen und der EVADISAnwender würde sich ganz auf die Evaluationsaufgabe zur Prüfung und Beantwortung der Prüffragen konzentrieren. Wichtig wäre bei einer solchen
Kooperation, daß der Systemexperte die Bearbeitungsschritte in der nötigen Klarheit
durchführt, um dem beobachtenden EVADIS-Anwender eine Verfolgung der
Aktionen und der Systemreaktionen zu ermöglichen. Der Evaluator müßte
umgekehrt hinreichend "penetrant" sein, wenn es darum geht, auf der Langsamkeit
und Detailliertheit des Vorgehens zu bestehen.
Gute Aufgabenkenntnisse sind vor allem eine wesentliche Voraussetzung zur
Beurteilung der ergonomischen Qualität der Funktionalität der Software
(Funktionalitäts-Ergonomie). Diese Aufgabenkenntnisse sollte sich der Anwender,
wenn möglich, vor Ort verschaffen. Methodisch wird er dabei durch die
Antwortblätter zur Festlegung der Inhalte und des Umfangs der SoftwareEvaluation (Anhang C) unterstützt. Sollte dies, aus welchen Gründen auch immer,
nicht möglich sein, kann er auf die beigegebenen Prüfaufgaben als Beispiele
zurückgreifen. Dabei ist zu prüfen, inwieweit diese sinnvolle Aufgabenstellungen
für das zu evaluierende Anwendungssystem widerspiegeln. In der Regel wird der
Evaluator nicht umhinkommen, entsprechende Anpassung vorzunehmen. Generell
ist festzustellen, daß die Qualität der Evaluation maßgeblich von der realitätsgerechten Konstruktion der Prüfaufgabe(n) beeinflußt wird. Daher ist eine sorgfältige
5. Einsatz des EVADIS Ii-Verfahrens
95
Erstellung der Prüfaufgabe(n) eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung des
EVADIS n-Verfahrens.
Benutzerkenntnisse sind eine wichtige Voraussetzung zur Beurteilung der Bedeutung (Gewichtung) der einzelnen ergonomischen Kriterien für die jeweilige Benutzergruppe des Anwendungssystems. Diese Benutzerkenntnisse sollte sich der Evaluator ebenfalls, wenn möglich, vor Ort verschaffen. Methodische Unterstützung
liefert ihm dazu der beigegebene Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften (Anhang A). Ist eine Erfassung von Benutzereigenschaften durch eine
direkte Befragung aller oder einiger repräsentativer Benutzer nicht möglich, sind alle
Kriterien in ihrer Bedeutung gleich zu gewichten.
5.1.2
Ergonomiekenntnisse
Die Benutzung von EVADIS setzt Kenntnisse software-ergonomischer Art voraus.
Auch diese Kenntnisse müssen nicht perfekt sein. Es genügt ein Übersichtswissen,
das man sich z.B. durch die Lektüre der einführenden Kapitel dieses Buches erwerben kann (vgl. Kapitel 1 und 2). Man sollte jedoch ein Gefühl für das Anliegen ergonomischer Fragestellungen und die verschiedenen möglichen Methoden entwickelt
haben, bevor man die Evaluationsmethode EVADIS anwendet. Das vorliegende
Buch enthält zwar eine Beschreibung der einzelnen Verfahrensbestandteile (vgl.
Kapitel 3) und des Vorgehens (vgl. Kapitel 4), die Anwendung kann aber nicht
mechanisch erfolgen, sondern schließt verschiedene Übersetzungsleistungen und
Anpassungen durch den Evaluator ein.
5.2
Anwender des EVADIS II-Verfahrens
Anwender des Evaluationsverfahrens EVADIS II sollen nach den Erläuterungen in
Abschnitt 5.1.1 und 5.1.2 fachkundige Personen bzw. Institutionen sein. Dies können
Prüfstellen verschiedener Art sein (TÜV, RAL etc.), aber auch Software-Häuser oder
sonstige DV-Hersteller. Ebenso kommen gewerkschaftliche Einrichtungen in Frage
(vor allem die Technologieberatungsstellen) oder DV-Abteilungen von größeren Anwendern.
Als eine weitere wichtige Anwendergruppe des bisherigen EVADIS Verfahrens
haben sich facheinschlägige Ausbildungsstätten (Universitäten, Fachhochschulen,
Schulen) herausgestellt 85 . Für diese bietet sich der Einsatz der Datenbankversion des
EVADIS Ii-Verfahrens im Lehrbetrieb an, da gerade diese den Studenten und
Schülern ein "spielerisches" Vertrautmachen mit Gestaltungsforderungen und
Gestaltungsmöglichkeiten der Software-Ergonomie ermöglicht.
Am Institut für Statistik und Informatik der Universität Wien, wird das EVADIS Verfahren seit
dem Wintersemester 1988 regelmäßig im Rahmen von Praktika für Studenten der Wirtschaftsinformatik eingesetzt.
96
5.3
5. Einsatz des EVADIS Ii-Verfahrens
Einsatz des Evaluationsverfahrens mit
EDV-Unterstützung
Die Voraussetzungen für den Einsatz des EDV-gestützten Evaluationsverfahrens
EVADIS II sind im Anhang H beschrieben. Die Bestellung des EDV-gestützten
Verfahrens kann mittels des Bestellformulars am Ende des Buches erfolgen.
5.4
Fortschreibung des Verfahrens
Der Inhalt des Evaluationsverfahrens EVADIS ist fortschreibungsbedürftig. Die
vorliegende Version II ist Ausdruck für dieses Erfordernis. Die Fortschreibung von
EVADIS erfolgte durch die Autoren der Version I und durch Mitarbeiter des
Institutes für Statistik und Informatik der Universität Wien. Die im Anhang
beschriebenen Fassungen des Leitfadens zur Erstellung von Prüfaufgaben, des
Fragebogens zur Erfassung von Benutzereigenschaften, der Prüffragen und der
Beispiele für Prüfaufgaben sind daher lediglich als Ausgangsbasis anzusehen. Die
aktuellen Fassungen werden den Anwendern des Verfahrens jeweils auf den Datendisketten übermittelt.
Gleichzeitig verbinden die Autoren mit dem Vorlegen des EVADIS II-Verfahrens die
Erwartung, daß andere Forschungsgruppen im Bereich der Mensch-MaschineKommunikation dieses aufgreifen und weiterentwickeln. Die Software-Ergonomie
befindet sich, als noch relativ junge Teildisziplin der Informatik, in einem raschen
Wandlungsprozeß, der eine ständige Weiterentwicklung der Evaluationsverfahren
verlangt. Erforderlich ist, neben der Berücksichtigung neuer Erkenntnisse aus der
Forschung, eine Anpassung an innovative Konzepte neu verfügbarer Softwareprodukte, wofür die Kapazität einer Projektgruppe nicht ausreicht.
Index
Benutzereigenschaften, 10,66,89,95f
Benutzerfreundlichkeit, 14,30
Benutzerorientierung, 10,54
Blättern, 60
A
Abbrechen/Unterbrechen eines
Dialogs, 60,81
C
Abbrechen eines Dialogschritts, 60
Conformity with user expectations, 37,
65
Abkürzungen, 59
Controllability, 44,65
Anforderungsvielfalt, 22f., 26,62
Anpassung an Benutzer/Aufgaben, 13,
7,37,43,65,70
D
Darstellung von Graphiken, 58
Anpaßbarkeit, 60
Darstellung von Tabellen, Listen, 58
Antwortzeit, 30,38, 61,64
Darstellung von Texten, Zahlen, 58
Anwendung, 40,54ff, 60
Datenschutz, 27ff, 47,63,65
Anwendungsmöglichkeiten, 18,49,51
Datensicherheit, 27ff, 47,63,65
Anwendungssystem, 57,70,81ff, 86ff,
94
Datensicherungskonzepte, 61
Arbeitsabläufe, 4,9f, 37,56,65ff
Dialogbereiche, 58
Aufgaben, 2f, 5ff, lOff, 18ff, 25ff, 29,32,
36,39,47f
Aufgabenangemessenheit, 31ff, 36,42,
64
Ausführbarkeit, 19,51,80
Ausgabeformate, 58
Ausgabemedien, 17,57ff
Autonomie, 25ff, 63
B
Beeinflußbarkeit, 48,50f
Beeinträchtigungslosigkeit, 2,20,51
Beenden eines Dialogs, 60
Dialogablauf, 47,57,60
Dialogprotokollierung, 60
Dialogschnittstelle, 33,56f, 59,68
Dialogsprachen, 59
Dialogtechniken, 9,17,57ff
Direkte Manipulation, 60
Direktwahl, 60
Durchsatz, 57,61
Durchschaubarkeit, 23f, 26,48,62
E
Ein-/Ausgabeschnittstelle, 33,56ff
Eingabe, 31f, 57f
Befragungen, lOf, 13
Eingabeaufforderung, 59
Belastung /Beanspruchimg, lff, lOff,
37,63
Eingabemedien, 12,57f
Eingabeformate, 59
98
Index
Erlernbarkeit, 7,12,26,33,36,41,50f,
64f
H
Error tolerance, 39,65
Handbücher, 61
Erwartungskonformität, 16,37f, 50,65
Handhabung, 3,9,36,48f, 59
Evaluationskriterien, 16
Hervorhebungen, 58
Evaluationsmethoden, lOf, 53
Hilfen, 57,61
Evaluationssoftware, 91
Experiment, llf, 17,30
Exploration, 60
F
I
Ikone, 58
Individualisierbarkeit, 43f
Informationsaustausch, 61
Feedback, 24,35ff, 45,62
Informationsdarstellung, 57
Fehlerbehandlung, 57,60
Interview, lOf
Fehlerdiagnose, 60
K
Fehlermanagement, 60
Fehlerrobustheit, 39,65
Fehlervermeidung, 60
Feidanwahl, 60
Fenster, 59
Flexibilität, 26,44,47,63
Formulare, 59
Fragebogen, lOf, 66,89,95,96
Funktionalität, 2ff, 6f, 9,12,15ff, 30f,
49,53f, 57,66,69f
Funktionalität der Schnittstelle, 61
Funktionalität des
Anwendungssystems, 61
Funktionstasten, 59
G
Ganzheitlichkeit, 5,8,22f, 25f, 54,62
Gestaltung der Arbeitsabläufe, 61
Grammatik, 59
Komfort, 31,51,64
Kompatibilität, 38f
Konsistenz, 16,36,38,92f
Kontrollmöglichkeit, 51
Kooperations- und
Kommunikationsförderlichkeit, 26f, 47,
63,65
L
Leitfadenorientierte
Evaluationsmethoden, 13
Lenkbarkeit der Aufmerksamkeit, 34
Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten,
24,26,63
Lesbarkeit, 34
M
Makrobildung, 60
Makroprogrammierung, 73
Masken, 59
Meldungen, 24,57,60
99
Index
Mensch-Mensch-Funktionsverteilung,
8,10,56,67
Software-Ergonomie, lf, 15f, 33,52,75,
79,95
menschengerechte Arbeit, 18,21,50,88
Sozialverträglichkeit, 2,21,51
Menüs, 59
Speichern des Bildschirminhalts, 60
N
Natürlich-sprachlicher Dialog, 59
Nicht-technische
Organisationsschnittstelle, 58,61
Nützlichkeit, 3f, 31ff, 49,51,64
O
Sprache, 57,59
Statusinformationen, 57,60
Steuerbarkeit, 5,35,44,47,50f, 65
Störungen, 20,30,49,57,61,64
Suitability for learning, 41,65
Suitability for the task, 32
Suitability of individualization, 43,65
Online-Hilfe, 61
Syntax, 59
Online-Tutorial, 61
Organisationsschnittstelle, 56ff, 61f, 64
Systemkomponenten, 2,5,17,55ff, 62,
68,87,93
Orientierungsförderlichkeit, 34
T
P
Persönlichkeitsförderlichkeit, 2,20,51
Technische Organisationsschnittstelle,
58,61
Piktogramme, 58
Terminologie, 59
Prinzipien der Bewertung, 8
Toleranz, 40
Prompt, 59
Transparenz, 36
Prüfaufgaben, 4,54,66,69ff, 88,90,96
U
Prüfbericht, 66f, 80,82f, 91f
Übersichtlichkeit, 33,50f, 64,76
Prüffragen, 13,52,58,62,67f, 76ff, 81ff,
87ff
Unterbrechen eines Dialogs, 77
Prüffragensammlung, 58,66,77,87
R
Unterstützung, 7,21,26,28,30,36,41,
54ff, 60,69f, 74,83,86,95f
Rückmeldungen, 24,36,62,91
V
S
Schädigungs- und
Beeinträchtigungslosigkeit, 2,51
Unterscheidbarkeit, 34
Verfügbarkeit, 30f, 49,51,64
Verläßlichkeit, 2f, 16
Verschieben, 60
Selbstbeschreibungsfähigkeit, 35,65
Vorhersehbarkeit, 48
Self-descriptiveness, 35,65
W
Semantik, 59
Wahrnehmbarkeit, 34
100
Wechseln von Dialogeinstellungen, 60
Werkzeugschnittstelle, 56f, 61
Index
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Anhang A: Fragebogen zur Erfassung
von Benutzereigenschaften
Inhaltsübersicht
Vorgehen bei der Befragung
Auswertungsvorgang zur Einordnung der Benutzer in Benutzerkategorien und
Gewichtung der software-ergonomischen Kriterien
Auswertungsblatt
Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
Vorgehen bei der Befragung
Der folgende Fragebogen86 ist von den (tatsächlichen oder zukünftigen) Benutzern
des zu testenden Software-Produktes auszufüllen. Fertigen Sie zu diesem Zweck eine
entsprechende Anzahl von Kopien des Fragebogens an und verteilen Sie ihn, mit der
nachdrücklichen Aufforderung um vollständige Ausfüllung, an die Benutzer.
Versäumen Sie dabei nicht, den Benutzern den Zweck der Befragung zu erläutern
und betonen Sie, daß die Angaben vertraulich behandelt werden. Je mehr (tatsächliche oder zukünftige) Benutzer durch diesen Fragebogen erfaßt werden, desto
realitätsbezogener wird die Charakterisierung der Benutzergruppen erfolgen
können.
Sollte eine direkte Befragung der Benutzer nicht möglich oder zu aufwendig sein,
kann von Ihnen dieser Fragebogen auch als "Leitfaden zur Erfassung der Benutzersituation" verwendet werden. In solchen Fällen können Sie beispielsweise die in dem
Fragebogen zu beantwortenden Sachverhalte mit dem Leiter der Abteilung
besprechen, in der die zu evaluierende Anwendung eingesetzt wird oder Sie
beschränken sich auf die Befragung einiger weniger möglichst "repräsentativer"
Benutzer.
Die Auswertung der Fragebögen hat durch Sie zu erfolgen, wobei im nächsten
Kapitel dieser Auswertungsvorgang genauer erläutert wird. Als Ergebnis des Auswertungsvorganges können verschiedene Benutzerkategorien bestimmt werden. In
Abhängigkeit von diesen Benutzerkategorie kann eine Rangfolge und Gewichtung
der software-ergonomischen Kriterien abgeleitet werden. Diese Rangfolge und Gewichtung spiegelt die Bedeutung der Kriterien für die jeweilige Benutzergruppe
wider und wird bei der Beantwortung der Prüffragen (Bewertung) und bei der
Prüfberichterstellung berücksichtigt.
86
Quellen: Fragebogen zur Beurteilung von Dialog-Bildschirmsystemen (Fragen-Nr. 1, 2, 8, 9,10,
S.20) vgl. (ETH-LAO 1986); Arbeitsanalyseverfahren KABA (vor allem die Teile A2, B2) vgl.
(Dunckel 1989a,b); Fragebogen QUIS 5.0 (Part 1,2), vgl. (Norman K. 1989); zur Klassifikation von
Benutzergruppen, vgl. (Triebe 1987).
Anhang A: Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
109
Auswertungsvorgang zur Einordnung der Benutzer in Benutzerkategorien und Gewichtung der software-ergonomischen Kriterien
Auswertungsvorgang - Benutzerkategorien
Ordnen Sie aufgrund der Ausprägungen der Antworten des "Fragebogens zur
Erfassung von Benutzereigenschaften" die einzelnen Benutzer - mittels des Auswertungsschemas der Abbildung 1 - den jeweiligen Benutzerkategorien zu.
fachliche
Kenntnisse
EDVKenntnisse
EDV-Jobalter min.
1 Monat
und
Aufgaben-Jobatter
min. 3 Monate
und
Ausbildung
min. mit genügend
beurteilt
EDV-Ausbildungsinhalte zumindest
der Kategorie b
vorhanden
und
EDV-Ausbildung
min. mit gut
beurteilt
EDV-Jobalter
weniger als
1 Monat
oder
nur EDVAusbildungsinhalteder
Kategorie a vorhanden
oder
EDV-Ausbildung
weniger als gut
beurteilt
Nutzung von
EDV
Benutzerkategorien
Beispiele
Benutzerbetreuer
einer Fachabteilung
durchschnittliche
Nutzung von
2 bis 3 Stunden
pro Tag
"geübter und
regelmäßiger"
Benutzer
durchschnittliche
Nutzung von
weniger als 2 bis
3 Stunden pro
Tag
"geübter und
sporadischer"
Benutzer
Wissensverarbeiter
(Mitarbeiter einer
Stabsabteilung)
durchschnittliche
Nutzung von
2 bis 3 Stunden
pro Tag
"ungeübter und
regelmäßiger"
Benutzer
Assistenz- und
Schreibkräfte,
Sachbearbeiter in
Banken, Versicherungen
durchschnittliche
Nutzung von
weniger als 2 bis
3 Stunden pro
Tag
"ungeübter und
sporadischer"
Benutzer
Manager,
Sachbearbeiter
Abbildung 1: Benutzerkategorien - Auswertungsschema
Benutzer die die Anforderungen bzgl. der fachlichen Kenntnisse nicht erfüllen,
befinden sich i. d. R. noch in Ausbildung und sollten daher aus dem weiteren Auswertungsvorgang ausgeschieden werden. Finden sie bei der Auswertung dennoch
Berücksichtigimg, sollte der Umstand der noch fehlenden Fachkenntnisse vermerkt
werden.
Die Zuordnung eines Benutzers zu einer Benutzerkategorie mittels obigen Auswertungsschema geschieht nun in folgender Art und Weise:
Ein Befragter gilt beispielsweise als "geübter und regelmäßiger" Benutzer falls seine
Benutzereigenschaften die folgende Ausprägungen aufweisen:
fachliche Kenntnisse:
110
Anhang A: Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
Das Aufgaben-Jobalter beträgt mindestens drei Monate und die Ausbildung für die Arbeit wurde
mit mindestens genügend beurteilt.
EDV-Kenntnisse:
Das EDV-Jobalter beträgt mindestens ein Monat und bei der EDV-Ausbildung
(Ausbildungsinhalte) wurde zumindest eine Antwortvorgabe der Kategorie b angekreuzt und die
Qualität der EDV-Ausbildung wurde zumindest mit gut beurteilt.
Nutzung der EDV:
Die durchschnittliche Nutzung des Rechners beträgt 2 bis 3 Stunden pro Tag.
Der Fragebogen enthält noch eine Anzahl von Fragen, die nicht unmittelbar zur
Benutzerkategorisierung herangezogen werden. Die Antworten auf diese Fragen
liefern Ihnen aber wichtige Hintergrundinformationen für ein besseres Verständnis
bzgl. der Erfahrungen der Benutzer im Umgang mit der EDV. So können Sie etwa
beurteilen, ob die Benutzer bereits mit einer vergleichbaren Anwendung wie der zu
testenden, gearbeitet haben, bzw. ob sie mit den in der zu testenden Anwendung
eingesetzten Dialogtechniken bereits vertraut sind.
Anhang A: Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
111
Rangfolge und Gewichtung der Kriterien in Abhängigkeit von der
Benutzerkategorie
Die folgende Abbildung zeigt eine prinzipielle Rangfolge der software-ergonomischen Kriterien, die sich aus arbeitspsychologischen Erkenntnissen ableiten
läßt»?
Soziale
Eignung
Kooperattonsförderlichkeit
E r m ö g l i c h u n g der
sozialen Interaktion,
Schutz d e r
Persönlichkeit
<5 <a
/
'
Funktionalität
Unterstützung
der
Primäraufgabe
Datensch
u
u.
Kommunikations-
tzfDatensicherheit
\
1
Verfügbarkeit
Nützlichkeit
Handhabung
Unterstützung
der
Sekundäraufgabe
2
ge
ff
Orientieru ng
(Durchschaubarkeit
und
Vorhersehbarkeit)
Beein fl ußbarkeit
(Flexibilität)
Komfort
Erlernbarkeit
Erwartungskonformität
Selbstbeschreibungsfäh
Übersieh
tlichkeit
Fehlerrobustheit
igkeit
Steuerbarkeit
Indiznd ualisierba
rkeit
A b b i l d u n g 2: P r i n z i p i e l l e R a n g f o l g e d e r s o f t w a r e - e r g o n o m i s c h e n K r i t e r i e n
Die Beurteilung der soziale Eignung des Arbeitsmittels Computer sollte der
Ausgangspunkt eines Evaluationsvorganges sein. Daher ist den Kriterien
"Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit" sowie "Datenschutz/DatenVgl. das Kontrollkonzept in (Spinas 1987), die Ableitung von Rangfolgen in (Simes 1985) sowie
die allg. Ausführungen zur sozialen Dimension der Informationstechnik in (Rödiger 1989).
112
Anhang A: Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
Sicherheit", unabhängig von der jeweiligen Benutzerkategorie, ein hoher Stellenwert
einzuräumen (Organisations-Ergonomie).
Der Wunsch nach jederzeitiger Verfügbarkeit und Angemessenheit der Funktionen
des Anwendungssystems zur Durchführung der Aufgaben (Primäraufgaben), also
die Funktionalität der Software, wird bei allen Benutzern in der Regel im
Vordergrund stehen. Daher besitzt das Kriterien "Verfügbarkeit" und "Nützlichkeit"
(als Teilaspekt des Kriteriums "Aufgabenangemessenheit") eine hohe Priorität
(Funktionalitäts-Ergonomie).
Damit eine komfortable Handhabung der Software für den Benutzer möglich ist
(Durchführung der Sekundäraufgabe), darf er bei der Benutzung nicht durch die
spezifischen Eigenschaft der Software belastet werden (Schnittstellen-Ergonomie).
Diese grundlegende Forderung kann durch die folgenden drei Aspekte näher
charakterisiert werden:
Zuallererst sollte das Anwendungssystem die Sekundäraufgabe unterstützen.. D.h. der
Benutzer sollte bei der Durchführung seiner Aufgabe nicht durch Handhabungsprobleme behindert werden. Dies kommt in den Forderungen des
Kriteriums "Komfort" zum Ausdruck, das eine komfortable Handhabung des
Anwendungssystems bei der Durchführung der Aufgaben zum Ziel hat. Das
Kriterium ist für jede Benutzergruppe von grundlegender Bedeutung, und daher
kommt ihm - neben dem Kriterium "Nützlichkeit" - eine hoher Stellenwert zu (als
weiterer Teilaspekt des Kriteriums "Aufgabenangemessenheit").
Der Wunsch nach guter Orientierung im Dialog mit dem Computer ist insbesondere,
bei "Ungeübten" bzw. "sporadischen Benutzern" stärker ausgeprägt. Daher ist hier
den Kriterien "Erlernbarkeit", "Erwartungskonformität", "Selbstbeschreibungsfähigkeit", "Übersichtlichkeit" und "Fehlerrobustheit" besonderes Augenmerk zu
schenken. Gleichzeitig ist eine gute Orientierung im Dialog eine wichtige
Voraussetzung für die Beeinflußbarkeit des Dialoges durch den Benutzer.
des Dialoges mit dem Computer ist
Der Wunsch nach hoher Beeinflußbarkeit
insbesondere, bei "geübten" bzw. "regelmäßigen Benutzem" stärker ausgeprägt.
Daher ist bei diesen Benutzergruppen den Kriterien "Steuerbarkeit" und "Individualisierbarkeit" besonderes Augenmerk zu schenken.
Sie finden im Auswertungsblatt erste Vorschläge bzgl. der Rangfolge der SoftwareKriterien, in Abhängigkeit von der jeweiligen Benutzerkategorie. Diese Vorschläge
basieren einerseits auf den vorhin dargestellten Überlegungen zur prinzipiellen
Rangfolge der ergonomischen Kriterien und andererseits auf den Ausführungen der
ISO 9241 Part 10, Annex B. Natürlich besteht für Sie die Möglichkeit bzw. Notwendigkeit, diese Rangfolgen an die spezifische Benutzer- und Aufgabensituation
anzupassen.
Anhang A- Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
113
Handhabung des Auswertungsblattes
Häufigkeiten der Benutzerkategorien
Ordnen Sie vorerst jeden Befragten in eine der vorhin dargestellten Benutzerkategorien ein. Verwenden Sie dazu die obigen Erläuterungen bzgl. des Auswertungsvorganges als Anleitung (Abbildung 1). Tragen Sie die Anzahl der Benutzer
der jeweiligen Kategorie in den dafür vorgesehenen Feldern im Antwortblatt ein.
Rangfolge und Gewichtung der Kriterien
Am Ende des Auswertungsvorganges bekommen Sie durch Summenbildung einen
ersten Einblick, welche Art von Benutzer bei der/den zu evaluierenden Anwendungen) im Vordergrund steht; d.h. welche Benutzerkategorie am häufigsten
festgestellt wurde. Daraus läßt sich eine erste Rangfolge der Bedeutung der ergonomischen Kriterien ableiten.
Die Gewichtung der Kriterien können Sie durch Zuordnung zu einer der drei
Kategorien: hoch, mittel, gering vornehmen. Die gewählte Gewichtung ist bei
Verwendung der Datenbankversion, vor der Beantwortung der Prüffragen, im dafür
vorgesehen Schema einzutragen und ermöglicht eine abgestufte Bewertung der
Kriterien, z.B. in Abhängigkeit von der Benutzergruppe.
Berücksichtigen Sie bei der Gewichtung auch die Erkenntnisse bzgl. der Aufgaben,
die Sie aus der Erstellung der Prüfaufgabe(n) gewonnen haben. Diese Erkenntnisse
können zu einer Überarbeitung der hier vorgeschlagenen Rangfolgen und Gewichtungen führen.
114
Anhang A: Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
Auswertungsblatt
Häufigkeiten der Benutzerkategorien
Anzahl der "geübten und regelmäßigen" Benutzer:
Anzahl der "geübten und sporadischen" Benutzer:
Anzahl der "ungeübten und regelmäßigen" Benutzer:
Anzahl der "ungeübten und sporadischen" Benutzer:
Rangfolge und Gewichtung der Kriterien in Abhängigkeit von
B enutzerkategorie
"Geübter und regelmäßiger" Benutzen
Rang:
Gewichtung:
Kriterium:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
mittel
mittel
mittel
gering
"Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit'
"Datenschutz/Datensicherheit"
"Verfügbarkeit"
"Nützlichkeit"
"Komfort"
"Steuerbarkeit"
"Individualisierbarkeit"
"Erwartungskonformität"
"Selbstbeschreibungsfähigkeit"
"Übersichtlichkeit"
'Tehlerrobustheit"
"Erlernbarkeit"
"Geübter und sporadischer" Benutzen
Rang:
Gewichtung:
Kriterium:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
mittel
mittel
gering
gering
gering
"Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit'
"Datenschutz/ Datensicherheit"
"Nützlichkeit"
"Komfort"
"Erwartungskonformität"
"Selbstbeschreibungsfähigkeit"
"Erlernbarkeit"
"Fehlerrobustheit"
"Übersichtlichkeit"
"Steuerbarkeit"
"Individualisierbarkeit"
"Verfügbarkeit"
Anhang A: Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
"Ungeübter und regelmäßiger" Benutzen
Rang:
Gewichtung:
Kriterium:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
mittel
mittel
mittel
mittel
gering
gering
"Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit'
"Datenschutz/Datensicherheit"
"Verfügbarkeit"
"Nützlichkeit"
"Komfort"
"Erwartungskonformität"
"Erlernbarkeit"
"Fehlerrobustheit"
"Selbstbeschreibungsfähigkeit"
"Übersichtlichkeit"
"Individualisierbarkeit"
"Steuerbarkeit"
"Ungeübter und sporadischer" Benutzen
Rang:
Gewichtung:
Kriterium:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
hoch
gering
gering
gering
"Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit'
"Datenschutz/Datensicherheit"
"Nützlichkeit"
"Komfort"
"Erlernbarkeit"
"Fehlerrobustheit"
"Selbstbeschreibungsfähigkeit"
"Erwartungskonformität"
"Übersichtlichkeit"
"Individualisierbarkeit"
"Steuerbarkeit"
"Verfügbarkeit"
116
Anhang A: Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
Erläuterungen zum Fragebogen für den Befragten
Der vorliegende Fragebogen dient zur Berücksichtigung unterschiedlicher Benutzeranforderungen an das zu bewertende Programm:
Die Bewertung hat zum Ziel, die Benutzerfreundlichkeit dieses Programmes
festzustellen. Dabei sind die im folgenden Fragebogen beinhalteten Benutzereigenschaften zu berücksichtigen.
Der Fragebogen enthält eine Reihe von Fragen, die Ihre Arbeitstätigkeit mit und
ohne EDV betreffen. Dabei geht es uns stets um Ihre persönliche Meinung.
Alle Angaben, die Sie machen, werden vertraulich behandelt. Die Auswertung der
Fragen erfolgt absolut anonym, das heißt ohne Namensnennung. Niemand erfährt,
wer im einzelnen welche Antworten gegeben hat.
Wir bitten Sie, den Fragebogen möglichst vollständig auszufüllen.
Für zusätzliche Bemerkungen zu den Fragen sind wir Ihnen dankbar. Bitte benützen
Sie dazu die vorgesehenen Rubrik "Anmerkungen".
Anhang A: Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
117
Allgemeine Benutzereigenschaften
Frage: Bitte geben Sie Ihr Alter in Jahren an:
Antwort:
Frage: Bitte geben Sie Ihre Funktion in der Organisation/Abteilung an:
Antwortvorgaben:
- Sachbearbeiter(-in)
- Vorgesetzter)
- Sekretär(-in)
- Fachkraft
Anmerkungen:
Benutzereigenschaft: fachliche Kenntnisse
Aufgaben-Jobalter
Frage:
Wie lange führen Sie die an Ihren Arbeitsplatz anfallenden Aufgaben bereits aus? (Angaben
in Monaten oder Jahren)
Antwortvoigaben:
- Monate
-Jahre
Geforderte Ausbildung
Frage:
Welche Ausbildung haben Sie für die an Ihrem Arbeitsplatz anfallenden Arbeiten erworben
bzw. erhalten?
Antwortvorgaben:
- Anlernzeit weniger als 1 Woche:
- Anlernzeit weniger als 1 Monat
- Anlernzeit mehr als 1 Monat:
- Außerbetrieblich oder überbetrieblich anerkannte interne Lehrgänge;
aber keine abgeschlossene Ausbildung:
- abgeschlossene Ausbildung:
- abgeschlossene Ausbildung und zusätzliche Fachausbildung:
- Fachhochschul- oder Hochschulausbildung:
Anmerkungen:
118
Anhang A: Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
Frage: Wie beurteilen Sie insgesamt Ihre Ausbildung für die Arbeit?
Antwortvorgaben:
- sehr gut
-gut
- genügend
- schlecht
Anmerkungen:
Benutzereigenschaft: EDV-Kenntnisse
EDV-Jobalter
Frage: Wie lange arbeiten Sie bereits mit Programmen - wie z.B Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Graphik?
Antwortvorgaben:
- weniger als 1 Monat.
- 1 Monat und mehr.
EDV-Ausbildung
Frage: Wie lange wurden Sie in bezug auf die Benutzung von Programmen durchschnittlich geschult?
Antwortvorgaben:
- gar nicht:
- kurze Einweisung (bis 1 Tag):
- 1 Woche:
- 2 Wochen:
- 3 Wochen:
- 4 Wochen:
- mehr als 4 Wochen:
Frage: Welche Inhalte wurden Ihnen bei Ihrer Ausbildung oder bei Schulungsmaßnahmen
vermittelt bzw. haben Sie sich selbst angeeignet? (Mehrfachantworten möglich!)
Antwortvorgaben:
a)
- Kenntnisse der Bedienung/Nutzung von Programmen:
- Grundkenntnisse über EDV und eingesetzte Programme:
- Kenntnisse bzgl. neuer Arbeitsabläufe bedingt durch die Programme:
Anhang A: Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
b)
119
- weitergehende Kenntnisse über EDV und eingesetzte Programme:
- Programmierkenntnisse:
- Kenntnisse über Betriebssysteme:
- Kenntnisse über Entwurf und Anwendung von Datenbanksystemen:
- sonstige:
- Kenntnisse der Ergonomie und der sozialen Folgen des Einsatzes von EDV:
Anmerkungen:
Frage: Wie beurteilen Sie insgesamt Ihre Ausbildung für die Arbeit mit EDV?
Antwortvorgaben
- sehr gut
-gut
- genügend
- schlecht
Anmerkungen:
Benutzereigenschaft: Nutzung von EDV
EDV-Arbeitszeit:
Frage: Wieviele Stunden pro Tag arbeiten Sie durchschnittlich am Computer (Bildschirmgerät)?
Antwortvorgabe:
Stunden
Benutzte EDV und Programme:
Frage: Mit welchen der folgenden EDV-Techniken haben Sie bereits gearbeitet ? (Mehrfachantworten möglich)
Antwortvorgaben:
- Einplatzsystem: z.B. Personalcomputer, Stand-Alone PC, Mikrocomputer:
- Mehrplatzsysteme: z.B. Minicomputer, Workstations, Abteilungsrechner:
- Großcomputer: z.B. Großrechner, Hostrechner, Mainframe:
- Computerverbund (wahlfreier Zugriff auf verschiedene Computersysteme):
120
Anhang A: Fragebogen zur Erfassung von Benutzereigenschaften
Frage: Mit welchen der folgenden Programmen haben Sie bereits gearbeitet? (Mehrfachantworten
möglich!)
Antwortvorgaben:
- Textverarbeitung:
- Tabellenkalkulation:
_
- Graphik, Bildverarbeitung:
- Elektronisches Archiv:
- Datenbank:
- Elektronische Post:
- Organisationshilfen (z.B. Terminkalender, Notizblock):
- Integriertes Programm (z.B. Datenbank, Tabellenkalkulation, Textverarbeitung):
- Finanzwesen (z.B. Buchhaltung):
- Rechnungswesen (z.B.Kostenrechnung):
- Personalwesen (z.B. Lohnverrechnung):
- Einkauf/Materialwirtschaft:
- Verkauf/Vertrieb/Versand:
- Allgemeine Verwaltungssoftware:
- Branchenspezifische Software:
- sonstige:
Frage:
Mit welche der folgenden Dialogtechniken haben Sie bereits gearbeitet ? (Mehrfachantworten möglich)
Antwortvorgaben:
- Masken/Formulare:
- Menüs:
- Dialogsprachen (z.B. Kommandosprachen, Abfragesprachen, Programmiersprachen,
Makrosprachen):
- Direkte Manipulation (Fenstertechnik):
Anhang B:
Prüffragen zur
Untersuchung der
Mensch-MenschFunktionsverteilung
und der Arbeitsabläufe
Inhaltsüb ersieht
Funktion der Aufgabenbewertung
Vorgehen bei der Bewertung
Sammlung der Antwortblätter
Auswertungsschema
Auswertungshinweise
Interpretation der Ergebnisse
Im Zuge der Beantwortung der "Antwortblätter zur Festlegung der Inhalte und des
Umfangs der Software-Evaluation" (Anhang C), beantworten Sie die folgenden
Prüffragen. Deren Beantwortung geschieht im Rahmen eines "Beobachtungsinterviews", d.h. sie basiert auf Ihren Beobachtungen während der Festlegung der
Inhalte und des Umfangs der Software-Evaluation und der subjektiven Meinung des
Inhabers des zu analysierenden Arbeitsplatzes.
Daher sollte der Zeitpunkt zur Beantwortung während oder nach der Durchführung
der Beantwortung der Antwortblätter des Anhangs C gewählt werden, da Sie dabei
wichtige Informationen zu den abgefragten Sachverhalten erhalten und somit eine
gewisse Kontrollmöglichkeit bzgl. der gegebenen Antworten besitzen. Ihre
persönlichen Beobachtungen (z.B. Abweichungen zwischen beobachteten Sachverhalten und gegebenen Antworten) können Sie in der dafür vorgesehenen Rubrik
"Anmerkungen" festhalten.
Vom Aufbau her sind die einzelnen Prüffragen geschlossen formuliert, d.h. sie
besitzen die Antwortvorgaben "nein - teils - ja". Dies erleichtert den Auswertungsvorgang, der mittels eines vorgegebenen Auswertungsschema erfolgt. Im Auswertungsschema finden Sie Hinweise zur Auswertung und zur Interpretation der
Ergebnisse.
122
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung und Arbeitsabläufe
Die Ergebnisse der Aufgabenbewertung sowie Ihre persönlichen Anmerkungen sind
im Prüfbericht unter dem Punkt 4.1. "Aufgabenbewertung und Darstellung der Prüfaufgaben" festzuhalten.
Die folgenden Prüffragen sollen Sie in die Lage versetzen, die ergonomische Qualität
bzgl. der am untersuchten Arbeitsplatz durchzuführenden Aufgaben und deren
organisatorischen Einbettung zu bewerten (nicht-technische Organisationsschnittstelle). Dadurch soll eine ganzheitliche ergonomische Evaluation ermöglicht werden,
die sicherstellt, daß die "allgemeinen Prinzipien menschengerechter Arbeit" nicht nur
bei der Software sondern auch im organisatorischen Bereich Beachtung finden.
Dazu wurden die im Kapitel 2 ausführlich beschriebenen "Kriterien zur Bewertung
der Organisation und Aufgaben" mittels Prüffragen operationalisiert. Diese Prüffragen wurden den jeweiligen Kriterien zugeordnet und in Antwortblätter zusammengefaßt.
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Furiktionsverteilung und Arbeitsabläufe
123
Sammlung der Antwortblätter
Antwortblatt Kriterium Ol: "Anforderungsvielfalt"
Prüffragennummer: 422.01.10
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 01: Anforderungsvielfalt
Prfiffrage:
Sind die Aufgaben interessant und abwechslungsreich?
Quelle: Bonitz 1989 (VBBA Frage 5)
Antwortvorgaben:
() nein
() teils
0 ja
Anmerkungen:
Prüffragennummer: 422.01.20
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 01: Anforderungsvielfalt
Prüffrage: Erfordern die Aufgaben, daß mehrere Sinnesgebiete (z.B. Hören, Sehen, Tasten) zugleich
benutzt werden?
Quelle: Dunckel 1989a,b (KABA Frage L 1.02)
Antwortvoigabe:
() nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
124
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
und Arbeitsabläufe
Prüffragennummen 422.01.30
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 01: Anforderungsvielfalt
Prüffrage: Erfordern die Aufgaben unterschiedliche Bewegungsformen bzw. einen Wechsel der
Körperhaltungen (z.B. Gehen, Stehen, Sitzen)?
Quelle: in Anlehnung an Dunckel 1989a,b (KABA Frage J 1.02)
Antwortvorgaben:
() nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Antwortblatt Kriterium 02: "Ganzheitlichkeit"
Prüffragennummen 422.02.10
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 02: Ganzheitlichkeit
Prfiffrage:
Bilden die verschiedenen Aufgaben jeweils eine sinnvolle, zusammenhängende Einheit
(d.h. ist deren Anfang und Abschluß, sowie deren Ablauf und Endprodukt für den
Arbeitenden klar erkennbar = "ganzes Stück" Aibeit)?
Quelle: Bonitz 1989 (VBBA Frage 9)
Antwortvorgaben:
() nein
() teils
0 ja
Anmerkungen:
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
und Arbeitsabläufe
125
Prüffragennummer 422.02.20
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 02: Ganzheitlichkeit
Prüffrage:
Ist der Bedeutungsgehalt und Stellenwert der Aufgaben dem Arbeitenden bekannt (z.B.
deren Beitrag zur Erfüllung der Gesamtfunktion der Organisation)?
Quelle: eigene
Antwortvorgaben:
0 nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Prüffragennummer 422.02.30
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 02: Ganzheitlichkeit
Prüffrage: Hat der Arbeitende die Möglichkeit des "Umweltbezuges", etwa durch direkten Zugang
zum materiellen Produktionsprozeß (z.B.: durch den direkten Zugang des Einkäufers
zum Produktionslager) oder durch das Herstellen von sozialen Situationen (z.B.: durch
direkten Kundenkontakt des Versicherungssachbearbeiters)?
Quelle: eigene
Antwortvorgaben:
0 nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
126
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung und Arbeitsabläufe
Antwortblatt Kriterium 03: "Durchschaubarkelt"
Prüffragennummer: 421.03.10
Bewertungsbereich 421: Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
Kriterium 03: Durchschaubarkeit
Prfiffrage: Weiß der Arbeitende über die Tätigkeiten der Arbeitskollegen in seiner Abteilung
bescheid?
Quelle: in Anlehnung an Baitsch 1989 (SAA Frage 25)
Antwortvorgaben:
Onein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Prüffragennummer: 422.03.10
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 03: Durchschaubarkeit
Prüffrage:
Ist für den Arbeitenden jederzeit eindeutig erkennbar, woher zu bearbeitende Aufgaben
(Aufträge) kommen und zu welchem Zeitpunkt diese Aufgaben anfallen?
Quelle: in Anlehnung an Dunckel 1989a,b (KABA Frage G. 2.01)
Antwortvorgaben:
0 nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
und Arbeitsabläufe
127
Prüffragennummer: 422.03.20
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 03: Durchschaubarkeit
Prüffrage: Ist für den Arbeitenden jederzeit eindeutig erkennbar, wohin das Arbeitsergebnis geht und
wann dieses dort vorliegt (bzw. wann eine Rückmeldung zu erwarten ist)?
Quelle: in Anlehnung an Dunckel 1989a,b (KABA Frage G. 2.01)
Antwortvorgaben:
Onein
() teils
0 ja
Anmerkungen:
Antwortblatt Kriterium 04: "Rückmeldungen (Feedback)"
Prüffragennummer: 421.04.10
Bewertungsbereich 421: Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
Kriterium 04: Rückmeldungen (Feedback)
Prüffrage: Liefern das Arbeitssystem oder der Vorgesetzte Rückmeldungen über Qualität und
Quantität der Aufgabenerfüllung bzw. der Arbeitsergebnisse (= Resultatfeedback)?
Quelle: in Anlehnung an Bonitz 1989 (VBBA Frage 13)
Antwortvorgaben:
() nein
() teils
0 ja
Anmerkungen:
128
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung und Arbeitsabläufe
Prfiffragennummer: 422.04.10
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 04: Rückmeldungen (Feedback)
Prüffrage: Kann der Arbeitende die eigene Leistung qualitativ und quantitativ am Arbeitsfortschritt
ablesen (z.B. Stand der Ausführungen seiner Aufgabe = Ablauffeedback)?
Quelle: in Anlehnung an Bonitz 1989 (VBBA Frage 15)
Antwortvorgaben:
0 nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Antwortblatt Kriterium 05: "Autonomie"
Prüffragennummer: 421.05.10
Bewertungsbereich 421: Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
Kriterium 05: Autonomie
Prüffrage: Kann der Arbeitende selbst entscheiden, in welcher Reihenfolge, zeitlichen Abfolge und
mit welchen Methoden und Arbeitsmittel er die einzelnen Aufgaben bearbeiten kann (=
Handlungs- und Zeitspielraum)?
Quelle: in Anlehnung an Bonitz 1989 (VBBA Frage 2)
Antwortvorgaben:
0 nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung und Arbeitsabläufe
129
Prüffragennummer: 422.05.10
Bewerhmgsbeieich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 05: Autonomie
Prüffrage:
Kann der Arbeitende die auszuführenden Aufgaben selbstständig Planen, Vorbereiten
und Kontrollieren (= Entscheidungsspielraum)?
Quelle: in Anlehnung an Boritz 1989 (VBBA Frage 6)
Antwortvorgaben:
0 nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Prüffragennummer: 422.05.20
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 05: Autonomie
Prüffrage: Ist der Arbeitende von technischen Hilfsmitteln (z.B. Unterbrechung des Arbeitsablaufes
ohne alternative Möglichkeiten zur Fortsetzung der Tätigkeiten), von sachlich nicht
begründbaren einengenden Vorschriften, oder von Anweisungen seines Vorgesetzten
weitgehend unabhängig, um zu arbeiten?
Quelle: in Anlehnung an Bonitz 1989 (VBBA Frage 21)
Antwortvorgaben:
() nein
() teils
0 ja
Anmerkungen:
130
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung und Arbeitsabläufe
Antwortblatt Kriterium 06: "Kooperations- und Kommunikations-f örderlichkeit"
Prüffragennummer: 421.06.10
Bewertungsbereich 421: Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
Kriterium 06: Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit
Prüffrage: Können die Arbeitenden die anfallende Arbeit selbstständig untereinander verteilen (z.B.
durch Organisationskonzepte wie "kooperative Arbeitsteilung/qualifizierte Assistenz"
oder "selbstregulierende Gruppen")?
Quelle: in Anlehnung an Bonitz 1989 (VBBA Frage 24)
Antwortvorgaben:
() nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Prüffragennummer: 421.06.20
Bewertungsbereich 421: Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
Kriterium 06: Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit
Prüffrage: Können sich die Arbeitenden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben gegenseitig unterstützen
(z.B. bei aufgabenbezogenen Problemen)?
Quelle: in Anlehnung an Bonitz 1989 (VBBA Frage 22)
Antwortvorgaben:
Onein
() teils
0 ja
Anmerkungen:
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktbnsverteilung und Arbeitsabläufe
131
Prüffragennummer: 422.06.10
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Aibeitsabläufe
Kriterium 06: Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit
Prüffrage: Durch die aufgabenbedingte Kooperation kommt es zu keiner Einschränkung
/Behinderung des Arbeitenden bei seiner Aufgabenerfüllung?
Quelle: eigene
Antwortvorgaben:
0 nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Antwortblatt Kriterium 07: "Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten"
Prüffragennummer: 421.07.10
Bewertungsbereich 421: Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
Kriterium 07: Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten
Prüffrage: Werden dem Arbeitenden regelmäßig Möglichkeiten zur Weiterentwicklung seiner
beruflichen Qualifikationen geboten (z.B. inner- und außerbetriebliche Fortbildungskurse)?
Quelle: eigene
Antwortvorgaben:
() nein
() teils
0 ja
Anmerkungen:
132
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
und Arbeitsabläufe
Prüffragennummer: 421.07.20
Bewertungsbereich 421: Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
Kriterium 07: Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten
Prfiffrage: Werden den Arbeitenden berufliche Entwicklungsmöglichkeiten geboten (z.B. höheres
Einkommen)?
Quelle: in Anlehnung an Bonitz 1989 (VBBA Frage 27)
Antwortvorgaben:
() nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Prüffragennummer 422.07.10
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 07: Lem- und Entwicklungsmöglichkeiten
Prüffrage: Kann der Arbeitende bei der Aufgabenerfüllung seine Kenntnisse und Fähigkeiten
einsetzen?
Quelle: in Anlehnung an Bonitz 1989 (VBBA Frage 29)
Antwortvorgaben:
Onein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung und Arbeitsabläufe
133
Antwortblatt Kriterium 08: "Datenschutz/Datensicherheit"
Prüffragennummer: 421.08.10
Bewertungsbereich 421: Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
Kriterium 08: Datenschutz/Datensicherheit
Prüffrage: Wurde der Arbeitende schriftlich zur Hinhaltung des Datengeheimnisses verpflichtet?
Quelle: eigene
Antwortvorgaben:
0 nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Prüffragennummer 421.08.20
Bewertungsbereich 421: Mensch-Mensch-Funktionsverteilung
Kriterium 08: Datenschutz/Datensicherheit
Prüffrage: Wurde der Arbeitende durch organisatorische Maßnahmen dazu angehalten, von ihm zu
verarbeitende sensible (personenbezogene) Daten zu schützen?
Quelle: eigene
Antwortvorgaben:
0 nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
134
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung und Arbeitsabläufe
Antwortblatt Kriterium 09: "Belastung und Beanspruchung"
Prüffragennummer: 422.9.10
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 09: Belastung und Beanspruchung
Prüffrage: Sind die Aufgaben anspruchsvoll genug, um den Arbeitenden nicht zu unterfordern?
Quelle: in Anlehnung an Bonitz 1989 (VBBA Frage 32)
Antwortvorgaben:
() nein
() teils
0 ja
Anmerkungen:
Prüffragennummen 422.09.20
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 09: Belastung und Beanspruchung
Prüffrage: Ist der Arbeitsanfall so leicht zu bewältigen, daß weder Hektik noch Streß vermehrt
auftreten?
Quelle: Bonitz 1989 (VBBA Frage 33)
Antwortvorgaben:
Onein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktwnsverteilung
und Arbeitsabläufe
Prüffragennummer: 422.09.30
Bewertungsbereich 422: Gestaltung der Arbeitsabläufe
Kriterium 09: Belastung und Beanspruchung
Prüffrage: Kann der Arbeitende zur Entlastung kleine Routineaufgaben erledigen?
Quelle: in Anlehnung an Bonitz 1989 (VBBA Frage 36)
Antwortvorgaben:
0 nein
0 teils
0 ja
Anmerkungen:
136
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung und Arbeitsabläufe
Auswertungsschema88:
Skalen
Items
1. Anforderungsvielfalt
3
2. Ganzheitlichkeit
3
3. Durchschaubarkeit
3
4. Rückmeldungen (Feedback)
2
5. Autonomie
3
6. Kooperations- und Kommunikationsförderlichkeit
3
7. Lern- u. Entwicklungsmöglichkeiten
3
8. Datenschutz/
Datensicherheit
2
9. Belastung u. Beanspruchung
3
Gesamturteil
25
88
In Anlehnung an den VBBA von Bonitz (1989).
Rohwert
Urteil
Anhang B: Prüffragen - Mensch-Mensch-Funktionsverteilung und Arbeitsabläufe
Auswertungshinweise
1.
Die Rohwerte sind die Einzelsummen der Itemantworten jedes KriterienAbschnittes des Leitfadens, wenn man nein mit 0, teils mit 1 und
ja mit 2 kodiert.
2.
Das Urteil ist der Quotient aus Rohwert und Anzahl der Items jedes KriterienAbschnittes.
3.
Das Gesamturteil ist die Summe der Einzelurteile.
Interpretation der Ergebnisse
Sollten Sie bei der Bewertung der Aufgaben des untersuchten Arbeitsplatzes bzgl.
der einzelnen Kriterien (Rohwerte kleiner gleich 1) oder bzgl. des Gesamturteiles
(Wert kleiner gleich 13) Mängeln feststellen, so vermerken Sie dies im Prüfbericht
unter dem Punkt "4.1 Aufgabenbewertung und Darstellung der Prüfaufgaben".
Dabei sollten Sie festhalten, daß die Aufgaben, die mittels des evaluierten Anwendungssystems unterstützt werden, nicht den Prinzipien menschengerechter
Arbeit genügen und daher die Ergebnisse der Evaluation des Anwendungssystems
im Hinblick auf diese Beschränkungen zu sehen sind (Verletzung von Forderungen
der Organisations-Ergonomie).
137
Anhang C:
Antwortblätter zur
Festlegung der Inhalte und
des Umfangs der SoftwareEvaluation
Inhaltsübersicht
Teil A:
Bestimmung des zu untersuchenden Arbeitsplatzes, der zu evaluierenden
Anwendung(en) und Prüfen der Qualifikation des zu Befragenden
Teil AI: Bestimmung des zu untersuchenden Arbeitsplatzes
Teil A2: Prüfen der Qualifikation des zu Befragenden
Teil B:
Orientierung über die Aufgaben - Analyse und Auswahl bzgl. der zu
evaluierenden Anwendung(en)
Teil B1
Aufgaben des zu untersuchenden Arbeitsplatzes
Teil B2
Auswahl der Aufgaben bzgl. der zu evaluierenden Anwendungen) für
die Prüfaufgabe(n)
Teil C:
Detailliertere Orientierung über die von der(den) zu evaluierenden
Anwendung(en) unterstützten Aufgabe - Arbeitsablauf und anzuwendende Funktionen der zu evaluierenden Anwendung(en)
Teil Cl: Orientierung über die Einbettung der Aufgabe in die betriebliche
Ablauforganisation
Teil C2: Detailliertere Orientierung über die für den Arbeitsablauf einer
Aufgabe benötigten Funktionen der zu evaluierenden Anwendung(en)
Teil D: Orientierung über die eingesetzten Informations- und KommunikationsTechniken zur .i.Unterstützung; der Prüfaufgaben
Sammlung der Antwortblätter zu den Teilen A bis D
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der
Software-Evaluation
139
Teil A: Bestimmung des zu untersuchenden Arbeitsplatzes, der zu
evaluierenden Anwendung(en) und Prüfen der Qualifikation
des zu Befragenden
Funktion von Teil A
Teil A dient zur Bestimmung des zu untersuchenden Arbeitsplatzes im Betrieb, zur
groben Beschreibung dessen Aufgabenstellung, sowie zur Überprüfung der Qualifikation des zu Befragenden. Letzteres ist Voraussetzung zur Durchführung der
Analyse, da nur ein hinsichtlich der Aufgabendurchführung "Geübter" die gestellten
Fragen hinreichend beantworten kann.
Teil AI: Bestimmung des zu untersuchenden Arbeitsplatzes
Die folgende Bestimmimg des zu untersuchenden Arbeitsplatzes ist nur erforderlich,
wenn dieser nicht seitens der betrieblichen Organisation (z.B. der Geschäfts- oder
Verwaltungsabteilung) vorgegeben ist.
Vorgehen bei der Untersuchung
Versuchen Sie einen repräsentativen - für den geplanten oder tatsächlichen Einsatz
der zu evaluierenden Anwendung(en)89- Arbeitsplatz auszuwählen. Dieser sollte in
dieser oder ähnlicher Form öfters im Betrieb vorhanden sein.
Hinweis:
Die Qualität der zu erstellenden Prüfaufgabe(n) in bezug auf deren Repräsentativität
steigt, wenn mehrere Arbeitsplätze von Benutzern der zu evaluierenden Anwendungen) untersucht werden. Dadurch wird gewährleistet, daß die Ergebnisse
der Analyse nicht nur die subjektive Sichtweise eines Benutzërs bzgl. der Aufgaben
und Arbeitsabläufe widerspiegelt.
Handhabung des Antwortblattes AI
Ist der zu untersuchende Arbeitsplatz bestimmt, sind dessen Bezeichnung sowie die
zu evaluierende(n) Anwendung(en) in das Antwortblatt AI einzutragen.
Unter Anwendung bzw. Anwendungssystem werden im folgenden das zu evaluierende
Softwareprodukt verstanden.
140
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
Teil A2: Prüfen der Qualifikation des zu Befragenden
Funktion von A2
Als Voraussetzung für die weiteren Analysen müssen Sie zunächst feststellen, ob der
Befragte hinreichend geübt ist. Befragte in der Ausbildung können die notwendigen
Antworten nicht geben. Ist der Befragte nicht hinreichend geübt, dann sollte der
Befragte gewechselt werden. Ist dies nicht möglich, so ist dies im Prüfbericht unter
"2.2 Prüfumgebung" zu vermerken.
Erläuterungen
Ein Befragter gilt als hinreichend geübt,
- wenn das "Jobalter" (d.h. die Zeit, seit er die am zu untersuchenden Arbeitsplatz zu
erfüllenden typischen Aufgaben ausführt) mindestens drei Monate beträgt und
- wenn zweifelsfrei die Ausbildungsvoraussetzungen erfüllt sind, die für die Durchführung der Aufgaben vom Betrieb gefordert sind.
Wird am zu untersuchenden Arbeitsplatz bereits mit Informations- und Kommunikationstechniken (I&K-Techniken) gearbeitet, dann wird hinreichend geübt im
Umgang mit I&K-Techniken angenommen, wenn der Befragte seit mindestens
einem Monat selbständig mit diesen arbeitet. Ist der Befragte nicht hinreichend
geübt und sollte der Einsatz der I&K-Techniken für den Arbeitsplatz wesentlich sein,
dann sollte der Befragte gewechselt werden. Ist dies nicht möglich, so ist dies im
Prüfbericht unter "2.2 Prüfumgebung" zu vermerken.
Sonderfall: zu evaluierende Anwendung(en) bereits im Einsatz
Der Befragte arbeitet bereits mindestens ein Monat selbstständig mit der(den) zu
evaluierenden Anwendung(en). In diesem Fall können vor allem bei der Beantwortung der Fragen der Teile B3 und C2 wesentlich konkretere Antworten in
bezug auf den Einsatz der zu evaluierenden Anwendung(en) bei der Aufgabenerfüllung erwartet werden.
Handhabung des Antwortblattes A2
Notieren Sie die entsprechenden Antworten. Vermerken Sie den Sonderfall bei der
Beantwortung der Fragen zur I&K-Ausbildung.
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
Teil B:
141
Orientierung über die Aufgaben - Analyse und Auswahl bzgl.
der zu evaluierenden Anwendung(en)
Funktion von Teil B
Ziel von B ist die Kennzeichnung der Aufgaben am untersuchten Arbeitsplatz, sowie
die Auswahl der für die Prüfaufgabe(n) relevanten Aufgabe(n). Hierfür sind nur
mehr jene Aufgaben von besonderem Interesse, die durch die zu evaluierende(n)
Anwendung(en) unterstützt werden, bzw. deren Unterstützung geplant ist.
Erläuterungen
Für die Bearbeitung des Teiles B ist es notwendig, daß der Evaluator vor Ort
- die räumliche Situation begutachtet,
- typische Arbeitsabläufe analysiert,
- Gespräche mit dem zu Befragenden sucht und
- eventuell zusätzliche Expertengespräche (z.B. mit dem Abteilungsleiter)
unternimmt.
Als zusätzliche Hilfen sind (falls verfügbar)
- Organigramm / Organisationsplan der Abteilung
- Stellenbeschreibung für den Arbeitsplatz
- interne Richtlinien (z.B. Arbeits- und Geschäftsanweisungen) und
Organisationshandbücher,
- Arbeitsablaufdiagramme, Formulare, Pflichtenheft, Datenflußpläne, usw.
zu verwenden.
Diese schriftlichen Unterlagen erleichtern die Orientierung, ersetzen jedoch nicht
das Gespräch vor Ort!
Vorgehen bei der Untersuchung
Nehmen Sie die obigen Unterlagen zur Hilfe und klären Sie vor Ort
- welche betrieblich vorgegebenen typischen Aufgaben,
- in welcher zeitlichen Folge bearbeitet werden.
Teil Bl: Aufgaben des zu untersuchenden Arbeitsplatzes
In Antwortblatt Bl sollen die betrieblich vorgegebenen typischen Aufgaben festgehalten werden, die mit der/den zu evaluierenden Anwendung(en) unterstützt
werden.
142
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
Vorgehen bei der Untersuchung
Bevor Sie einzelne Arbeitsaufgaben abgrenzen, verschaffen Sie sich einen Überblick
über die Arbeitstätigkeit, die an diesem Arbeitsplatz ausgeführt wird.
Erläuterungen
Es hat sich bewährt, folgende Fragen zu stellen:
- Wie sieht der Tagesablauf heute aus?
- Gibt es andere Abläufe an anderen Tagen (zyklisch oder sporadisch auftretende
Arbeiten)?
- Trägt der Befragte auch für andere Aufgaben Verantwortung? (Diese sind ebenfalls
in die Analyse einzubeziehen, falls sie durch die zu evaluierende(n)
Anwendungen) an diesem Arbeitsplatz unterstützt werden.)
Handhabung des Antwortblattes B1
Zu Beginn der Untersuchung klären Sie, ob es sich um einen typischen Arbeitstag
handelt. Wenn nicht, verschieben Sie ggf. die Untersuchung auf einen anderen
Zeitpunkt bzw. vermerken Sie diesen Umstand unter "2.2 Prüfumgebung" im Prüfbericht.
Beobachten Sie den Arbeitenden genau bei der Arbeit, fragen Sie ggf. nach und
notieren Sie Ihre Beobachtungen und Befragungsergebnisse auf dem Antwortblatt
Bl.
Tragen Sie in der ersten Spalte sämtliche Aufgaben ein, die von der/den zu evaluierenden Anwendung(en) unterstützt wird/werden. Halten Sie die Aufgaben in der
Form fest, wie sie betrieblicherseits (z.B. in Stellenbeschreibungen) benannt oder bestimmt sind. Die Aufgaben können dabei in beliebiger Reihenfolge auf dem
Antwortblatt notiert werden.
Tragen Sie in der zweiten Spalte bei den Aufgaben den oder die Namen der
unterstützenden Anwendung(en) ein.
Die dritte Spalte - Gewichtung - wird erst im Teil B2 ausgefüllt!
Geben Sie das Verhältnis zwischen den im Antwortblatt aufgelisteten Aufgaben und
der Gesamttätigkeit (Gesamtheit aller Aufgaben des Arbeitenden) in Prozent an (z.B.
40 % aller Aufgaben werden von der/den zu evaluierenden Anwendung(en) unterstützt). Daraus läßt sich die Bedeutung der zu evaluierenden Anwendung für die
Gesamtäigkeit ableiten.
Teil B2 Auswahl der Aufgaben bzgl. der zu evaluierenden Anwendung(en) für die
Prüfaufgabe(n)
Funktion von Teil B2
In diesem Teil werden jene Aufgaben ausgewählt, die für die zu evaluierende(n) Anwendungen) von Bedeutimg sind. Diese Aufgaben müssen für die Einbettung in die
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
Prüfaufgabe(n) nach bestimmten Kriterien ausgewählt und im anschließenden Teil C
detaillierter untersucht werden.
Vorgehen bei der Untersuchung
Für die Prüfaufgabe(n) sind insbesondere jene Aufgaben von Bedeutung, die einen
hohen Anteil an der täglichen Arbeitszeit benötigen und die von der zu evaluierende(n) Anwendung(en) (intensiv) unterstützt werden. Bezüglich der Auswahl der
im Antwortblatt B1 erfaßten Aufgaben bieten sich folgende Vorgehensweisen an:
Quantitative Aufgabenabgrenzung:
Die von der(den) zu evaluierenden Anwendung(en) unterstützten Aufgaben werden
in der Reihenfolge ihrers zeitlichen Anteils an der Gesamttätigkeit gereiht. D.h., die
entsprechende Gewichtung (z.B. "1" für die Aufgabe mit dem höchsten zeitlichen
Anteil, usw.) wird in der dafür vorgesehenen Spalte "Gewichtung" im Antwortblatt
B1 eingetragen.
Qualitative Aufgabenabgrenzung:
Der Befragte wird nach der Wichtigkeit der von der(den) zu evaluierenden Anwendungen) unterstützten Aufgaben in bezug auf seine Gesamttätigkeit befragt.
Die entsprechende Gewichtung (z.B. "1" für die wichtigste Aufgabe, usw.) wird in
der dafür vorgesehenen Spalte "Gewichtimg" im Antwortblatt B1 eingetragen. Durch
eine Kombination beider Strategien kann man zu einer differenzierteren Abgrenzung
der relevanten Aufgaben für die Prüfaufgabe gelangen.
Sonderfall: zu evaluierende Anwendungen) im Einsatz
Bei vorliegen des Sonderfalles, daß der Befragte ein hinreichend geübter Benutzer in
bezug auf die zu evaluierende(n) Anwendung(en) ist, kann auch noch das Ausmaß
der tatsächlichen EDV-Unterstützung der Aufgabe(n) durch die zu evaluierende(n)
Anwendung(en) bei der Erstellung der Gewichtung berücksichtigt werden. Aus der
Liste der Aufgaben ist nun jene Aufgabe zur Einbettung in eine Prüfaufgabe auszuwählen, die in der Spalte "Gewichtung" den höchsten Rang aufweist. Tragen Sie
die Bezeichnung der ausgewählten Aufgabe ins Antwortblatt B2 ein.
Wiederholen Sie für die restlichen Aufgaben diesen Vorgang solange, bis eines der
folgenden Kriterien erfüllt ist:
- Der geschätzte Zeitanteil pro Tag der bereits ausgewählten Aufgaben übersteigt 75
% des Zeitanteiles aller Aufgaben, die mittels der zu evaluierenden Anwendungen) unterstützt werden.
- Es wurden bereits 3-4 Aufgaben ausgewählt.
Handhabung des Antwortblattes B1 und B2
Nachdem Sie die für die Untersuchung relevanten Aufgaben im Antwortblatt B1 gewichtet haben, tragen Sie für jede dieser Aufgaben deren Bezeichnung, das Ziel und
das angestrebte Arbeitsergebnis auf dem Antwortblatt B2 ein. Es genügt hier eine
grobe Kennzeichnung des Ziels und des Arbeitsergebnisses.
143
144
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
Teil C: Detailliertere Orientierung über die von der(den) zu
evaluierenden Anwendung(en) unterstützten Aufgabe Arbeitsablauf und anzuwendende Funktionen der zu
evaluierenden Anwendung(en)
Hinweis
Dieser Teil muß für jede der in Antwortblatt B2 abgegrenzten Aufgaben einmal
durchgeführt werden. Kopieren Sie hierzu die Antwortblätter dieses Teiles so oft,
wie dies - aus Antwortblatt B2 ersichtlich - erforderlich ist.
Funktion von Teil C
In diesem Teil soll eine detailliertere Orientierung über eine Aufgabe gewonnen
werden. Das Ziel ist eine Analyse der Informationsflüsse und eine Zuordnung der
für die Durchführung der Aufgaben notwendigen Funktionen der Anwendung(en)
des Bürosystems. Dadurch soll gewährleistet werden, daß die Funktionen der
Anwendungen), die für die Durchführung dieser Aufgabe erforderlich sind, auch
tatsächlich beim Evaluationsvorgang berücksichtigt werden.
Teil Cl: Orientierung über die Einbettung der Aufgabe in die betriebliche
Ablauforganisation
Funktion von Teil Cl
Auf dem Antwortblatt Cl sollen Herkunft und Ziel der für die Aufgabe benötigten
bzw. erzeugten Informationen - wie z.B. Formulare, Briefe, schriftliche
Anweisungen, mündliche Mitteilungen, usw. - festgehalten werden. Sie können von
Stellen innerhalb und außerhalb des Betriebes kommen und auch an diese
weitergegeben werden.
Handhabung des Antwortblattes Cl
In die erste Spalte tragen Sie Namen oder Bezeichnung der internen oder externen
Stellen ein, mit denen ein Zusammenhang aus der Sicht der zu untersuchenden
Aufgabe bzgl. des Informations- und Belegflusses besteht.
In die zweite Spalte tragen Sie die Richtung des Informations- oder Belegflusses ein.
Die entsprechenden Symbole sind auf dem Antwortblatt erläutert.
In die dritte Spalte tragen Sie ein, um welche Art von Informationen (z.B.
Rechnungen, Lieferscheine, Texte, Graphiken) es sich dabei handelt.
In die vierte Spalte tragen Sie ein, durch welche Kommunikationsmittel die in der
dritten Spalte genannten Informationen übermittelt werden. Es ist nur das wesentlichste oder häufigste Mittel zu nennen.
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
145
Teil C2: Detailliertere Orientierung über die für den Arbeitsablauf einer Aufgabe
benötigten Funktionen der zu evaluierenden Anwendung(en)
Funktion von C2
Die Prüfaufgabe wird hier detaillierter betrachtet, indem ermittelt wird, welche
Funktionen der zu evaluierenden Anwendung(en) für die Unterstützung der Prüfaufgabe benötigt werden.
Vorgehen bei der Untersuchung
Führen Sie die benötigten Funktionen der zu evaluierenden Anwendung(en)
(Name, Bezeichnung) und ihre Bedeutimg für die Unterstützung der Durchführung
der Prüfaufgabe (hoch - mittel - gering) jeweils im Antwortblatt C2 an. Die
Funktionen der zu evaluierenden Anwendung(en) können Sie entweder dem
Anhang D entnehmen, der für einige typische Anwendungen von Bürosystemen
deren charakteristischen Funktionen beschreibt. Oder Sie greifen auf die Produktbeschreibungen der zu testenden Anwendung(en) zurück (z.B. Einführungshandbuch, Benutzerhandbuch. Dokumentationen. Tutorien).
Handhabung des Antwortblattes C2
Beschreiben Sie im Antwortblatt C2 die benötigten Funktionen der Prüfaufgabe.
Verwenden Sie gleichzeitig entweder den Anhang D und/oder die entsprechenden
Produktbeschreibungen der Anwendung(en). Daraus können Sie die für die Aufgabenerfüllung relevanten Funktionen der Anwendung(en) entnehmen.
Versuchen Sie im Antwortblatt C2 die Funktionen entsprechend der logischen
Reihenfolge der Aufgabendurchführung zu ordnen.
Stellen Sie gleichzeitig fest, ob die zu testende Anwendung(en) prinzipiell für die
konkrete betriebliche Aufgabenstellung geeignet ist/sind. Sollte dies nicht der Fall
sein, so vermerken Sie dies im Antwortblatt C2 und im Prüfbericht (unter Punkt 4.1
Aufgabenbewertung und Darstellen der Prüfaufgabe). In diesem Fall ist eine weitere
software-ergonomische Evaluation der Anwendung(en) wenig sinnvoll, da die
Anforderungen an die Funktionalität nicht erfüllt sind (Funktionaitäts-Ergonomie).
146
Anhang C: Antwortblätter -Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
Teil D: Orientierung über die eingesetzten Informations- und
Kommunikations-Techniken zur Unterstützung der
Prüfaufgaben
Hinweis:
Die Fragen dieses Teils sind nur bei bestehendem Einsatz von I&K-Techniken am
Arbeitsplatz zu beantworten.
Funktion von Teil D
Teil D soll die für die Prüfaufgaben verwendeten Informations- und Kommunikationstechniken (I&K-Techniken) beschreiben. Damit sollen vor allem die
hardware-technischen Rahmenbedingungen erfaßt werden. Diese stellen vielfach
Restriktionen für software-ergonomische Forderungen dar (z.B. eingeschränkte
Farbengestaltung bei Einsatz von Monochrombildschirmen).
Das Hauptaugenmerk soll dabei auf jenen I&K-Techniken liegen, die die eingesetztein) oder geplante(n) Anwendung(en) des Bürosystems unterstützen bzw.
unterstützen werden.
Erläuterungen
Unter Informationstechniken sind alle technischen Einrichtungen und Hilfsmittel
(Arbeitsmittel, DV-Anlagen usw.) zu verstehen, die dazu dienen, Daten zu erfassen,
zu speichern und zu verarbeiten. Kommunikationstechniken dienen der Übertragung und Vermittlung von Daten.
Alle Eigenschaften oder Beziehungen von Dingen oder Personen (z.B. Personaldaten,
Maschinendaten), die in objektivierter Form (d.h. als Zahlen, Buchstaben, Texte,
Zeichnungen usw.) vorliegen, werden als Daten bezeichnet.
Handhabung des Antwortblattes D
In Antwortblatt D ist einzutragen, welche Informations- und Kommunikationstechniken für die Durchführung der Prüfaufgaben verwendet werden.
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
147
Sammlung der Antwortblätter der Teile A bis D
Antwortblatt AI
Bezeichnung des Arbeitsplatzes durch den Betrieb/Verwaltung:
Kurzbeschreibung der zu evaluierenden Anwendung(en):
Anwendung 1:
Produktnamen:
Kurzbezeichnung^O
Einsatzzweck:
() monofunktionale Anwendung
() multifunktionale Anwendung
Anwendung 2z
Produktnamen:
Kurzbezeichnung:
Einsatzzweck:
() monofunktionale Anwendung
() multifunktionale Anwendung
Anwendung 3:
Produktnamen:
Kurzbezeichnung:
Einsatzzweck:
() monofunktionale Anwendung
() multifunktionale Anwendung
Anwendung 4:
Produktnamen:
Kurzbezeichnung:
Einsatzzweck:
() monofunktionale Anwendung
0 multifunktionale Anwendung
Wählen Sie eine "sprechende" Kurzbezeichnung für die Anwendung, die Sie beim Ausfüllen der
folgenden Antwortblätter für die jeweilige Anwendung verwenden können.
148
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
Antwortblatt A2
Aufgaben-Jobalter
Wie lange werden die am Arbeitsplatz anfallenden Arbeiten bereits ausgeführt?
(Angabe in Monaten oder Jahren)
Monate:
Jahre:
geforderte Ausbildung
Welche Ausbildung wird für die am Arbeitsplatz anfallenden Arbeiten vorausgesetzt (Bitte
ankreuzen)?
- Anlernzeit weniger als 1 Woche:
- Anlernzeit weniger als 1 Monat:
- Anlernzeit mehr als 1 Monat:
- Außerbetrieblich oder überbetrieblich anerkannte interne Lehrgänge;
aber keine abgeschlossene Ausbildung:
- abgeschlossene Ausbildung:
- abgeschlossene Ausbildung und zusätzliche Fachausbildung:
- Fachhochschul- oder Hochschulausbildung:
Prüfen Sie, ob die Ausbildungsvoraussetzungen vom Befragten für die Aufgabendurchführung erfüllt
werden.
Geübtheit Arbeitsaufgaben
Ist der Befragte für die am Arbeitsplatz anfallenden Arbeiten hinreichend geübt? D.h das AufgabenJobalter beträgt mindestens 3 Monate und die Ausbildungsvoraussetzungen sind erfüllt:
0 ja
0 nein
Falls nein, so sollte der Befragte gewechselt werden bzw. falls dies nicht möglich ist, vermerken Sie
dieses im Prüfbericht unter "2.2 Prüfumgebung".
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
149
Die folgenden Fragen sind nur zu beantworten, wenn am Arbeitsplatz bereits I&K-Techniken
eingesetzt werden.
I&K-Jobalter
Wie lange wird bereits mit I&K-Technik gearbeitet?
- weniger als 1 Monat:
- 1 Monat und mehr.
Sollte weniger als 1 Monat mit I&K-Technik gearbeitet werden, prüfen Sie, ob deren Einsatz für diesen
Arbeitsplatz/die typischen Arbeitsaufgaben wesentlich ist. Wenn ja, suchen Sie ggf. einen anderen
Arbeitsplatz bzw. vermerken diesen Umstand im Prüfbericht unter "2.2 Prüfumgebung".
Sonderfall: zu evaluierende Anwendung(en) bereits im Einsatz
Liegt der Sonderfall vor, daß der Befragte hinreichend geübt mit der zu evaluierenden
Anwendungen) gearbeitet hat?
0 ja
Onein
I&K-Ausbildung
Wie lange wurde der Befragte in bezug auf die Benutzung der I&K-Techniken bzw. die zu
evaluierende(n) Anwendungen) geschult?
- gar nicht:
- kurze Einweisung (bis 1 Tag):
- 1 Woche:
- 2 Wochen:
- 3 Wochen:
- 4 Wochen:
- mehr als 4 Wochen:
Welche Inhalte wurden bei Schulungsmaßnahmen vermittelt?
(Mehrfachantworten möglich!)
- Bedienung des Geräts:
- grundlegende Kenntnisse bzgl. der zu evaluierenden Anwendungen):
- tiefergehende Kenntnisse bzgl. der zu evaluierenden Anwendungen):
- praktische Übungen mit der/den zu evaluierenden Anwendungen):
- zusätzliche Fachkenntnisse:
- Grundkenntnisse der I&K-Techniken:
- Kenntnisse der Ergonomie und sozialverträglichen Arbeitsgestaltung:
150
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
- Kenntnisse der sozialen Folgen des Hinsatzes von I&K-Techniken:
- Kenntnisse der betrieblichen (EDV-) Organisation:
- Datenschutz, Datensicherheit, Persönlichkeitsschutz:
Prüfen Sie, ob die dem Befragten vermittelten Schulungsinhalte für die Benutzung der I&K-Techniken
ausreichend sind.
Geübtheit I&K-Techniken:
Ist der Befragte für die Arbeit mit I&K-Techniken hinreichend geübt? D.h.das I&K-Jobalter beträgt
mindestens 1 Monat und die I&K-Ausbildungsvoraussetzungen sind erfüllt:
0 ja
0 nein
Falls nein, so sollte der Befragte gewechselt werden bzw. falls dies nicht möglich ist, vermerken Sie
dieses im Prüfbericht unter "2.2 Prüfumgebung".
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
Antwortblatt B1 Liste der Aufgaben
Ist der Arbeitsablauf am heutigen Tag typisch für diesen Arbeitsplatz?:
0 ja
Onein
Aufgaben
zu
evaluierende
Anwendungen)
(Kurzbezeichnung)
2. _
3. _
4. _
5._
6._
7. _
8. _
9. _
10.
11.
Anmerkungen:
Verhältnis der erfaßten Aufgaben zur Gesamttätigkeit:
Prozent
Bedeutung der zu evaluieienden Anwendung(en) für den Arbeitsplatz:
0 hoch (mehr als 50 Prozent der Aufgaben)
0 mittel (zwischen 50 und 25 Prozent der Aufgaben)
0 gering (weniger als 25 Prozent der Aufgaben)
Diese Spalte wird im Teil B2 ausgefüllt!
Gewichtung
(Rangfolge)
151
152
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
Antwortblatt B2 Ausgewählte Aufgabe(n) für die Prüfaufgabe(n)
Aufgabe 1
Bezeichnung:
Ziel:
Arbeitsergebnis:
Aufgabe 2
Bezeichnung:
Ziel:
Arbeitsergebnis:
Aufgabe 3
Bezeichnung:
Ziel:
Arbeitsergebnis:
Aufgabe 4
Bezeichnung:
Ziel:
Arbeitsergebnis:.
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
153
Antwortblatt C1
Informationsfluß der zu untersuchenden Aufgabe mit anderen Stellen innerhalb und außerhalb des
Betriebes
Kennzeichnen Sie die außerbetrieblichen Stellen z.B. mittels Unterstreichung des Namens der
außerbetrieblichen Stelle.
Name der
anderen
Stellen
Richtung des
Informationsflusses
Art der
Information
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8..
9.
10.
Erläuterungen:
Richtung des Informationsflusses:
> Information fließt vom untersuchten Arbeitsplatz zu anderen Stellen
<
Information fließt von anderen Stellen zum untersuchten Arbeitsplatz
< — > Information fließt in beide Richtungen
Art der Information:
z.B. Rechnungen, Lieferscheine, Aufträge, Formulare, Briefe
Kommunikationsmittel:
z.B. mündlich, schriftlich, telefonisch, Elektronische Post
Kommunikationsmittel
154
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
Antwortblatt C2
Aufgabe mit der Nummer:
(aus Antwortblatt B3.2)
Bezeichnung:
Ziel:
Arbeitsergebnis:
Benötigte Funktionen der Anwendung (entnommen aus Anhang D und/oder
Produktbeschreibungen der Anwendung):
(hoch - mittel - gering)
1.
2.
(hoch - mittel - gering)
3.
(hoch - mittel - gering)
4.
(hoch - mittel - gering)
5.
(hoch - mittel - gering)
6.
(hoch - mittel - gering)
7.
(hoch - mittel - gering)
8.
(hoch - mittel - gering)
9.
(hoch - mittel - gering)
10.
(hoch - mittel - gering)
11 .
(hoch - mittel - gering)
12 .
(hoch - mittel - gering)
13 .
(hoch - mittel - gering)
14 .
(hoch - mittel - gering)
15 .
(hoch - mittel - gering)
16.
(hoch - mittel - gering)
17.
(hoch - mittel - gering)
18 .
(hoch - mittel - gering)
19 .
(hoch - mittel - gering)
20 .
(hoch - mittel - gering)
21 .
(hoch - mittel - gering)
den
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
22 .
(hoch - mittel - gering)
23 .
(hoch - mittel - gering)
24 .
(hoch - mittel - gering)
25 .
(hoch - mittel - gering)
26.
(hoch - mittel - gering)
27.
(hoch - mittel - gering)
28 .
(hoch - mittel - gering)
29 .
(hoch - mittel - gering)
30.
(hoch - mittel - gering)
31 .
(hoch - mittel - gering)
32 .
(hoch - mittel - gering)
33 .
(hoch - mittel - gering)
34 .
(hoch - mittel - gering)
35 .
(hoch - mittel - gering)
36 .
(hoch - mittel - gering)
37.
(hoch - mittel - gering)
38 .
(hoch - mittel - gering)
39 .
(hoch - mittel - gering)
40 .
(hoch - mittel - gering)
Prinzipielle Eignung der Anwendung für die Augabensteilung gegeben:
0 ja
0 nein
156
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
Antwortblatt D
Eingesetzte DV-Anlage (Mehrfachantworten möglich!)
- Einplatzsystem (z.B. Personalcomputer, Stand-Alone PC, Mikrocomputer):
welcher Hersteller bzw. Typ?:
welches Betriebssystem?:
- Myhrpfyfosyjjfenr^ (z.B. Minicomputer, Workstations, Abteilungsrechner):
welcher Hersteller bzw. Typ?:
welches Betriebssystem?:
- Großcomputer (z.B. Großrechner, Hostrechner, Mainframe):
welcher Hersteller bzw. Typ?:
welches Betriebssystem?:
Dateneingabegeräte (Mehrfachantworten möglich!)
- Bildschirm mit Tastatur:
- Bildschirm mit Zusatzeinrichtungen:
wenn ja, welche?
- Maus:
- Lichtstift:
- berührungsempfindlicher Bildschirm (touch screen):
- mobile Datenerfassungsgeräte:
- Belegleser / Formularleser:
- Klarschriftlesen
- Scanner (Bilderfassung), Strichcodeleser:
- Mikrofilmleser:
- sonstige (welche?):
Datenausgabegeräte (Mehrfachantworten möglich!)
- Drucker:
wenn ja, welche?
.- Typenraddrucker:
- Matrixdrucker:
- Laserdrucker:
- Tintenstrahldrucker:
- Graphikdrucker:
- Schnelldrucker:
- Plotter (Zeichengeräte):
- Mikroverfilmung:
- Sprachausgabe:
- sonstige (welche?)
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
157
Datenspeicherung (Mehrfachantworten möglich!)
- zentrale Datenspeicherung:
- dezentrale Datenspeicherung (z.B. Disketten, lokale Festplatte):
Kommunikationstechniken (Mehrfachantworten möglich!)
- Digitales Telefonsystem:
- Btx-Anschluß:
- Telefax (Fernkopierer):
- Teletex (Übertragung von Texten im Fernmeldenetz):
- Elektronische Post (Electronic Mail, Mailbox,
Telebox, elektronischer Briefkasten):
- Videokonferenzen:
- Integrierte Kommunikationssysteme (multifunktionaler
Arbeitsplatz zur Integration von Daten, Texten,
Bildern, Sprache):
- sonstige (welche?):
Daten- und Rechnernetze (Mehrfachantworten möglich!)
Werden mehrere Computer miteinander verbunden (Rechnernetz):
wenn ja, welche Netze werden verwendet?:
- Lokale Netze:
- Öffentliche Netze:
- analoge Übertragung (Fernsprechnetz):
- digitale Übertragung (Datex-L, Datex-P, ISDN):
Welche weitere(n) Anwendung(en) werden zusätzlich zu der(den) zu evaluierenden am Arbeitsplatz
eingesetzt? (Mehrfachantworten möglich!)
- jeweils kurze Angabe des Namens und Einsatzzweckes:
- Textverarbeitung:
- Tabellenkalkulation:
- Graphik, Bildverarbeitung:
- Elektronisches Archiv:
- Datenbank:
- Elektronische Post:
- Organisationshilfen
(z.B. Terminkalender,
Notizblock), wenn ja, welche?:
158
Anhang C: Antwortblätter - Inhalte und Umfang der Software-Evaluation
- Integrierte(s) Bürosystem(e):
wenn ja, mit welche Anwendungen (siehe beispielsweise oben):
- Finanzwesen (Buchhaltung):
- Rechnungswesen (Z.B. Kostenrechnung):
- Personalwesen:
- Einkauf/Materialwirtschaft:
- Verkauf/Vertrieb/Versand:
- Allg. Verwaltungssoftware:
- Branchenspez. Software:
- sonstige, wenn ja, welche?:
Welche Bedeutung hat/haben die untersuchte(n) Anwendung(en) im Verhältnis zu den anderen
eingesetzten?
Anwendung 1:
Ohoch
0 mittel
0 gering
0 mittel
0 gering
0 mittel
0 gering
() mittel
() gering
Anwendung 2:
Ohoch
Anwendung 3:
Ohoch
Anwendung 4:.
0 hoch
Anhang D:
Funktionalität einiger
typischer Anwendungen
eines Bürosystems
Die folgende Auflistung von Funktionen für einige typische Anwendungen von
Bürosystemen gibt Ihnen eine kurze Charakterisierung deren Funktionalität92. Für
eine tiefergehende Analyse der Funktionen der zu evaluierenden Anwendung(en)
ziehen Sie die entsprechenden Produktbeschreibungen zu Rate. In der Regel finden
Sie dort in einem eigenen Abschnitt eine komprimierte Beschreibung sämtlicher
Funktionen der Anwendung.
Die folgende Auflistimg kann dazu verwendet werden, die für die konkrete Aufgabenstellung benötigten Funktionen der Anwendung zu ermitteln.
In den beigefügten Prüfaufgaben (Anhang E) sind die hier beschriebenen Funktionen
eingearbeitet. Der "Integrationsgrad der Anwendungen" wird in den einzelnen Prüfaufgaben abgeprüft.
DATENBANK (DB)
Erstellen (Einrichten) von Datenbanken
Organisationsform
- Organisationsform
- hierarchisch
- relational
- Mischform
- verteilt
- Zugriffskontrolle
- Recordlocking
- Filelocking
- anderes:
- Data Dictionary
Kapazität/Änderungsmöglichkeiten
- Anzahl verknüpfbarer Tabellen
- Anzahl Datensätze pro Tabelle
- feste oder variable Satzlänge
- Anzahl Felder pro Satz
- Anzahl Schlüsselfelder
92
Literaturquellen: Hartmann 1989, Gergely 1989, Oppermann 1988, Katz 1987, Hölzenbein 1989,
Newman 1987.
160
Anhang D: Funktionalität typischer Anwendungen eines Bürosystems
- Anzahl Datentypen (Integer, Real, Char, Boolean, Formel, Datum, usw.)
- nachträgliche Änderung der Datenbankstruktur (z.B. Hinzufügen von Feldern, Löschen von
Feldern)
Generische Funktionen
- Markieren von Datensätzen
- Sortieren von Datensätzen
- Löschen von Datensätzen
- Einfügen von Datensätzen
- Kopieren von Datensätzen
- Suchen von Datensätzen
- mathematische und statistische Funktionen
Datenabfrage
- Abfragesprache
- SQL-Abfragen
- menügesteuerte Abfragen
- Abfragemasken (Query by Forms)
- Volltextsuche
- Speichern und Laden von Abfragen
- Verknüpfen von Abfragen
- Verknüpfungsoperanden:
- logische
- arithmetische
Programmierung
- Programmiersprache
- Art der Programmierung
- menügesteuert
- Programmeditor
- Entwicklungsumgebung (z.B. 4 Generationssprache)
- Makroprogrammieru ng
Allgemeine Ausstattung
- Maskengenerator
- Reportgenerator
Datensicherungsmaßnahmen
- Lese- und Schreibschutz (gesamte Datenbank, Tabellen, einzelne Felder)
- Sicherheitskopien
- Schutz von Daten bei Systemzusammenbrüchen
- Verschlüsselung von Daten
Druckersteuerung/Ausgabe
- Anzahl Druckertreiber
Anhang D: Funktionalität typischer Anwendungen eines Bürosystems
161
- Postscript-Druckerfähigkeit
- farbige Textausgabe
- Drucken im Hintergrund
- Ausgabe wahlweise in Hoch- oder Querformat
Schnittstellen zu anderen Anwendungen
- Konvertierungsmöglichkeiten zu anderen Anwendungen (z.B. - Datenbank, Tabellen, Text, Graphik)
- Zugang zum Betriebssystem
- Schnittstelle zu Programmiersprachen (z.B. C, Assembler)
- Netzwerkfähigkeit
TABELLENKALKULATION (TK)
Erstellen von Tabellen
- Anzahl Zeilen
- Anzahl Spalten
- Anzahl verknüpfbarer Tabellen
- Anzahl gleichzeitig geöffneter Tabellen
Generische Funktionen
- Funktionen auf Felder, Feldgruppen, Zeilen, Spalten
- Markieren
- Kopieren
- Sortieren
- Verschieben
-Löschen
- Suchen/Ersetzten
- Schutz von Feldern
- Paßwortschutz für Tabellen
- Notizen zu Feldern
- Formeln kopieren
Formatierungsumfang
- Linksbündig
- Rechtsbündig
- Zentriert
- Formatierungsmöglichkeiten für Zahlen
- Exponentialschreibweise
- Festkomma
-Ganzzahl
- Normal (d.h. entweder Festkomma oder Exponent)
- DM, ÖS, US, usw.
- Prozent
- Logarithmisch
162
Anhang D: Funktionalität typischer Anwendungen eines Bürosystems
- Eingabefeldformate automatisch erkennbar
- Fenstertechnik
- verschiedene Ansichten derselben Tabelle
Rechenfunktionen/Statistik
- Funktionsarten
- logische Funktionen
- Kalenderfunktionen
- Statistikfunktionen
- Indexfunktionen
- Arithmetische Funktionen
- Trigonometrische Funktionen
- Kaufmännische Funktionen
- Iterationen
- Auflösen von Gleichungen
- automatische Neuberechnung (abschaltbar)
Diagrammerstellung
- Liniendiagramm
- Säulendiagramm
- Balkendiagramm
- Kreis-/Tortendiagramm
-Punktdiagramm
- Spannweitendiagramm
- Verbunddiagramme
- Flächendiagrajnme
- Börsendiagramme
Makrofunktionen/Frogrammierbarkeit
- Makrosprache
- Makrobibliothek
Druckersteuerung/Ausgabe
- Anzahl Druckertreiber
- Postscript-Druckerfähigkeit
- farbige Textausgabe
- Drudken im Hintergrund
- Ausgabe wahlweise in Hoch- oder Querformat
- Gestaltungsmöglichkeiten bei der Ausgabe (Papierlänge, Papierbreite, Rand, usw.)
- Gestaltungsmöglichkeiten für Reports (z.B. vordefinierte Reports)
Schnittstellen zu anderen Anwendungen
- Konvertierungsmöglichkeiten zu anderen Anwendungen (Tabellen, Text, Graphik, Datenbank)
- Zugang zum Betriebssystem
- Netzwerkfähigkeit
Anhang D: Funktionalität typischer Anwendungen eines Bürosystems
GRAPHIK- UND BILD VERARBEITUNG (GB)
Graphikelemente
-Linie
- Bogensegment
- Rechteck /Quadrat
- Vieleck
- Kreis /Ellipse
- freies Zeichnen
-Text
Generische Funktionen
-Markieren
-Einfügen
- Verschieben
- Kopieren
- Speichern
-Löschen
-Spiegeln
- Vergrößeren/Verkleinern
- Zwischenablage
Graphische Gestaltbarkeit
- Diagrairunformen nachträglich manipulierbar
- Symbolbibliothek
- Freihandzeichnung möglich
- Maus/Digitalisierstift verfügbar
Anpassung der Graphikelemente
- Anzahl der Schriftarten
- Anzahl der Schriftgrößen
- Textelemente frei positionierbar
- Linienarten
- Strichstärken
- Falbunterstützung
Darstellungsmöglichkeiten/Freies Zeichnen
-Schraffuren
- Symbolbibliothek
- Zoomfunktion
- 3 D-Darstellungen
- mehrere Graphiken gleichzeitig am Bildschirm
- Fenstertechnik
- bewegte Bilder
- Gitter- oder Rasterfunktion
- automatische Legendenerstellung
- Überlagerung von Graphiken
- Objekttypen (Bogen, Ellipse, Linie, Rechteck, Vieleck, Kreis)
164
Anhang D: Funktionalität typischer Anwendungen eines Bürosystems
Rechenfunktionen/Statistik
- Rechen- und Statistikfunktionen
- mathematische Berechnungen
Druckersteuerung/Ausgabe
- Anzahl Druckertreiber
- Postscript-Druckerfähigkeit
- farbige Textausgabe
- Plotteranschluß
- Ausgabe auf Dia, Video, Folie, Speichermedium
- Drucken im Hintergrund
- Ausgabe wahlweise in Hoch- oder Querformat
- Gestaltungsmöglichkeiten bei der Ausgabe (Papierlänge, Papierbreite, Rand, usw.)
- Gestaltungsmöglichkeiten für Reports (z.B. vordefinierte Reports)
Integration von Scannern
- Einlesen von Scanner-Textdateien
- Einlesen von Scanner-Bildern
- Bearbeiten von gescannten Bildern und Texten
Schnittstellen zu anderen Anwendungen
- Zugang zum Betriebssystem
- Konvertierungsmöglichkeiten zu anderen Anwendungen (z.B. Graphik, Text, Tabellen)
- Netzwerkfähigkeit
TEXTVERARBEITUNG (TV)
Texterstellung
- durchschnittlicher Textumfang
- max. Textumfang
- max. Zeilenlänge
- automatischer Zeilenumbruch
- automatischer Seitenumbruch
- automatische Worttrennung
Textbearbeitung
- Maus verfügbar
Generische Funktionen, wie:
-Markieren
- Einfügen
- Verschieben
- Kopieren
- Speichern
-Löschen
Anhang D; Funktionalität typischer Anwendungen eines Bürosystems
-Suchen
-Ersetzen
-Springen
anwendbar auf folgende Dokumenteninhalte:
- Zeichen
-Wort
-Zeile
-Absatz
-Seite
-Satz
-Spalte
Rechtschreibhilfe
- Wörterbuch
- Wörterbuch erweiterbar
- Wörterbuch in verschiedenen Sprachen
Autorenfunktionen
- Indexierung (automatisches Stichwortverzeichnis)
- Sortierungsfunktion
- automatische Numerierung
- Gliederungsfunktion
- automatisches Inhaltsverzeichnis
-Thesaurus
Schrifttypen
- Anzahl der Schrifttypen
- Anzahl der Schriftgrößen
- Proportionalschrift
- Fettschrift/Kursivschrift
- Unterstreichung
- mathematische Formeln
- griechischer/mathematischer Zeichensatz
Formatierung
- Linksbündig
- Rechtsbündig
- Zentrierung
- Tabulator
- Flattersatz
- Blocksatz
- Mehrspaltensatz
- Tabellenerstellung
- automatische Formatierung
- Druckformatvorlagen
- Hoch-Tiefstellung von Texten
- automatische Paginierung
- Kopf- und Fußzeilen
- Fußnotenverwaltung (Seitenweise/am Textende)
- Formulargenerator
166
Anhang D: Funktionalität typischer Anwendungen eines Bürosystems
Textgestaltung/-darstellung
- Anzeige Druckbild
- Graphik und Textmodus
- Formatierung am Bildschirm darstellbar
- verschiedene Dokumente in verschiedenen Bildschirmausschnitten durch
- Bildschirmausschnitte (Screen Splitting)
-Fenstertechnik
Textbausteine
- Anzahl pro Dokument
Serienbriefe
- Selektion von Adressen
- integrierte Adressenverwaltung
Sonderfunktionen
- Rechenfunktion im Text
- Zeichnen im Text
- vordefinierte Benutzerformate (Datum/Zeit)
- Makroprogrammierung
- Sprachanmerkungen im Text
Druckersteuerung/Ausgabe
- Anzahl Druckertreiber
- Postscript-Druckerfähigkeit
- farbige Textausgabe
- Ausgabe auf Dia, Video, Folie, Speichermedium
- Drucken im Hintergrund
- Ausgabe wahlweise in Hoch- oder Querformat
- Gestaltungsmöglichkeiten bei der Ausgabe (Papierlänge, Papierbreite, Rand, usw.)
- Gestaltungsmöglichkeiten für Reports (z.B. vordefinierte Reports)
Schnittstellen zu anderen Anwendungen
- Konvertierungsmöglichkeiten zu anderen Anwendungen (z.B. Text, Graphik, Kalkulation)
- Zugang zum Betriebssystem
- Schnittstelle zu Teletex (Texte übernehmen)
- Netzwerkfähigkeit
Anhang D: Funktionalität typischer Anwendungen eines Bürosystems
ELEKTRONISCHE POST (EP)
Ablage von Briefen
Archivaufbau /Archivstruktur
- Archivtypen
- persönliche, arbeitsplatzbezogene
- Hilfsarchiv (z.B. "Papierkorb")
- allg. Archive, mehreren Benutzern zugänglich
- Anzahl Hierarchiestufen (z.B. Schrank - Ordner - Dokumente - usw.)
- selbständige Benennung der Hierarchiestufen
- Indexstufen
- Anzahl Dokumente pro Archiv bzw. Hierarchiestufe
- Referenzzeile
- elektronische Abzeichnungsliste
- Kurznotizen zu den Dokumenten, Dateimanager
- Modifikationsmöglichkeiten der Ablagestruktur:
- Veränderung von Indizes
- Verschieben von Archivzweigen
- Kopieren einzelner oder mehrerer Dokumente
- Sortierfunktion
- Auslagerung
- Löschen einzelner oder mehrerer Dokumente
- Aufbewahrungsfrist
Zugriffsregelungen
- Benutzerprofile
- Bearbeitungsstufen
- nur lesen
- lesen und hinzufügen
- lesen und hinzufügen und ändern
- lesen und hinzufügen und ändern und löschen
- besondere Schutzmechanismen (Autorenschutz, Dokumentenschutz)
Informationsmanagement
- Logbuch
- Zustand des Archivs
- verfügbare Speicherkapazität
- Anzahl Dokumente pro Index
- Gesamtzahl der Dokumente
Retrievalfunktionen
- Blätterfunktion
- Dokumentenaufruf aus der Recherche
- verschieden Suchkriterien (z.B Name, Datum, Autor, usw.)
- individuelle Schlagworte
- Sortierfunktionen
- Volltextsuche
16 7
168
Anhang D: Funktionalität typischer Anwendungen eines Bürosystems
Empfang von Briefen
- optische, akustische Signale für Posteingang
- Sichtbarmachen aller eingegangenen Nachrichten
- verfügbare Informationen:
- Absender
- Datum, Uhrzeit
- Dringlichkeitsstufe
- automatisches Löschen bei Archivübernahme
- Optionen bei Abwesenheit:
- Eingabe Dauer der Abwesenheit
- Benennen von Vertretern
-Sperrung
- Editierfunktionen
- Wiedervorlagefunktionen
- Terminabsprachen
- Anlegen von Benutzerprofilen
- genetische Funktionen:
- Löschen von Nachrichten,
- Drucken von Nachrichten,
- Anzeigen von Nachrichten,
- Ablegen von Nachrichten
Erstellung von Briefen
Verwendung genetischer Funktionen, wie:
- Markieren
-Einfügen
- Verschieben
- Kopieren
- Speichern
-Löschen
- Suchen
-Ersetzen
- Springen
Versand von Briefen
- Informationen in der Postausgangsliste:
- Kurzcharakteristik der Nachricht
-Adressat
- Datum, Uhrzeit
- Quittierungsvermerk
- "rechtsverbindliche" Orginalunterschrift
- Verteilerschlüssel
Druckersteuerung/Ausgabe
- Anzahl Druckertreiber
- Postscript-Druckerfähigkeit
- Drucken im Hintergrund
- Ausgabe wahlweise in Hoch- oder Querformat
- Gestaltungsmöglichkeiten bei der Ausgabe (Papierlänge, Papierbreite, Rand, usw.)
Schnittstelle zu anderen Anwendungen
- Konvertierungsmöglichkeiten zu anderen Anwendungen (z.B. Text, Datenbank, Elektron. Archiv)
- Zugang zum Betriebssystem
Anhang D: Funktionalität typischer Anwendungen eines Bürosystems
169
INTEGRATIONSGRAD DER ANWENDUNGEN (IG)
Integration - Textverarbeitung - Graphik- und Bildverarbeitung
- Einbindung von Graphik in Text
- Verändern von übernommener Graphik im Text
- Fließtext um Graphik
- übernommene Graphik mit Text überschreiben
- Einbindung gescannter Bilder und Texte in Textverarbeitung
Integration - Textverarbeitung - Tabellenkalkulation
- Einbindimg von Tabellen in Text
- Einbindung von Teilen von Tabellen in Text
- Erhalt von Formatierungen
- Feste Verknüpfungen
- automatische Änderung im Text, wenn sich Orginaltabelle ändert
- Rechnen mit Tabellenkalkulationswerten im Text
Integration - Textverarbeitung - Datenbank
- Einbindung von Datenbankberichten/Auswertungen in Text
- Datenbank als Adressenverwaltung für Textverarbeitung (z.B Serienbrieffunktion)
- Einbindung von Daten (z.B. Übernahme von Stammdaten zur automatischen Rechnungserstellung)
- automatische Änderung im Text, wenn sich Daten in Datenbank ändern
Integration - Graphik- und Bildverarbeitung - Tabellenkalkulation
- Einbindung von Tabellenkalkulationswerten in Graphik zur automatischen Graphikerstellung
(Businessgraphiken)
Integration - Datenbank - Graphik- und Bildverarbeitung
- Einbindung Datenbankberichte/ Auswertungen/Daten in Graphik
- feste Verknüpfungen zwischen Datenbank und Graphik (z.B. Standardgraphikformatierungen aus
Datensätzen)
- automatische Änderung in Graphik, wenn sich Daten in Datenbank ändern
Integration - Datenbank - Tabellenkalkulation
- Einbindung von Tabellenteile/-inhalte in Datenbank
- Einbindung von Datenbankinhalten in Tabellenkalkulation
Anhang E:
Beispiele für Prüfaufgaben
Die den vorangegangenen EVADIS-Versionen zugrunde gelegte "Standardaufgabe"
mit Anwendungen der Textverarbeitung, Datenbank, Tabellenkalkulation, Graphik/Bildverarbeitung und Elektronische Post steht als "Multifunktionsaufgabe" auch in
dieser neuen Version von EVADIS weiterhin für den Test von integrierten Paketen
zur Verfügung.
Zusätzlich werden Prüfaufgaben für den Test von Einzelanwendungen (z.B. Textverarbeitung, Kalkulation, Graphik-/BildVerarbeitung etc.) angeboten. Darüberhinaus ist ein abstrakt formuliertes Aufgabengerüst für den Test beliebiger Anwendungen beigefügt, das als "Abstrakte Musterprüfsaufgabe" bezeichnet wurde.
Die in den Prüfaufgaben eingearbeiteten Funktionen sind im Anhang D beschrieben.
Die folgenden Prüfaufgaben sind Bestandteil des EVADIS H-Transferpaketes:
1. Datenbankaufgabe
2. Kalkulationsaufgabe
3. Graphik- /Bildverarbeitungsaufgabe
4. Textverarbeitungsaufgabe
5. Elektronische-Post-Aufgabe
6. Multifunktionsaufgabe
7. Abstrakte Musterprüfaufgabe
Diese Prüfaufgaben werden mit Ausnahme der "Abstrakte Musterprüfaufgabe", die
hier als Beispiel vollständig mit den zugeordneten Prüffragennummern abgedruckt
wurde, ausschließlich auf Datenträger (Diskette) ausgeliefert.
Da das als "Abstrakte Musterprüfsaufgabe" bezeichnete abstrakt formulierte Aufgabengerüst für den Test beliebiger Anwendungen als Muster für alle Prüfaufgaben
zugrunde gelegt wurde, ist die Anordnung der Prüfragen jedoch bei allen Prüfaufgaben nahezu identisch, wobei nur folgende Ausnamen gemacht wurden:
Die "Datenbankaufgabe" und die "Kalkulationsaufgabe" entsprechen exakt der
"Abstrakten Musterprüfaufgabe".
In der "Graphik-/Bildverarbeitungsaufgabe" und der "Elektronischen-PostAufgabe" entfallen die auf Tabellendarstellung bezogenen Prüffragen
115.04.10
115.04.20
115.04.30
115.04.30
sowie die auf Formulare /Masken bezogenen Prüffragen
214.02.10
214.06.10.
In der "Textverarbeitungsaufgabe" werden die auf Tabellendarstellung bezogenen
Prüffragen
115.04.10
Anhang E: Beispiele für Prüfaufgaben
171
115.04.20
115.04.30
115.04.30
nur einmal unter "6. Verarbeitung" (Tabellenfunktion) abgeprüft; es entfallen ebenfalls die auf Formulare /Masken bezogenen Prüffragen
214.02.10
214.06.10.
Für die "Multifunktionsaufgabe" gilt das oben Gesagte in analoger Weise für die
einzelnen Module.
Die mitgelieferten Prüfaufgaben haben lediglich Beispielcharakter, sie sind an
das jeweils zu testendende Anwendungssystem anzupassen!
172
Anhang E: Beispiele für Prüfaufgaben
Abstrakte Musterpriifaufgabe (AM)
Die im folgenden beschriebene Musterpriifaufgabe ist abstrakt formuliert, d.h. sie beruht auf von
konkreten Anwendungen unabhängigen Arbeits (Dialog) -Schritten.
Diese beinhalten neben Eröffnung, Unterbrechung und Beendigung des Dialogs sowie einem
Stabilitätstest in jeder Anwendung benötigte Funktionen wie das Erzeugen, Laden, Speichern,
Löschen und Drucken.
Darüber hinaus sind Dialogschritte wie Eingabe, Änderung, Spezifizierung und Verarbeitung in die
Prüfaufgabe eingearbeitet, die jedoch bezogen auf die zu testenden Anwendungen mit konkreten
Anweisungen ausgefüllt werden müssen.
I
Installation des Anwendungsprogramms
251.05.30
230.05.10
230.05.20
230.05.60
230.05.70
II
INSTALLATION
MELDUNGEN
MELDUNGEN
MELDUNGEN
MELDUNGEN
Arbeitsschritte zur Bearbeitung der abstrakten Musterpriifaufgabe
1. Eröffnung des Dialogs
1.1 Laden des Anwendungsprogramms AM
111.04.10
DIALOGBEREICHE
120.10.20
320.03.10
210.10.10
210.10.20
216.04.20
230.05.10
230.05.20
230.05.60
230.05.70
WAHLMÖGLICHKEIT
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
DIALOGTECHNIKEN
DIALOGTECHNIKEN
FENSTER
MELDUNGEN
MELDUNGEN
MELDUNGEN
MELDUNGEN
1.2 Erzeugen eines Objekts
Aufruf eines leeren Objekts
113.04.10
230.05.60
230.05.70
AUSGABEFORMATE
MELDUNGEN
MELDUNGEN
2. Eingabe
Eingabe von Texten, Daten, Formeln etc.; Löschung von (absichtlich) fehlerhaften Eingaben
Eingaben vornehmen
Anhang E: Beispiele für Prüfaufgaben
173
Fehler in den eingegebenen Werten und Operationsspezifikationen verursachen
Generische Funktionen zur Korrektur verwenden, wie:
Markieren
Hinfügen
Verschieben
Suchen
Löschen
120.10.20
320.03.10
310.02.20
320.03.20
320.03.35
320.03.40
320.03.45
115.04.10
115.04.20
115.04.30
115.04.40
120.07.10
131.05.10
131.05.20
131.06.10
132.04.10
214.03.10
214.05.10
214.05.20
214.06.10
221.10.10
222.10.10
223.10.10
223.10.20
WAHLMÖGLICHKEIT
FUNKTIONALITÄT/ ANWENDUNG
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
FUNKTIONALITÄT/SCHNITTSTELLE
FUNKnONAUTÄT/SCHNITTSTELLE
FUNKTIONALITÄT/SCHNITTSTELLE
TABELLENDARSTELLUNG
TABELLENDARSTELLUNG
TABELLENDARSTELLUNG
TABELLENDARSTELLUNG
FEHLERVERMEIDUNG
EINGABEAUFFORDERUNG
EINGABEAUFFORDERUNG
EINGABEAUFFORDERUNG
EINGABEFORMATE
FORMULARE/MASKEN
DIALOGBOXEN
DIALOGBOXEN
FORMULARE/MASKEN
DIREKTANWAHL
FELDANWAHL
VERSCHIEBEN
BLÄTTERN
3. Unterbrechung des Dialogs
3.1 Anderes Programm aufrufen (z.B. Aufruf eines Textverarbeitungsprogramms mit (absichtlich)
fehlerhaften Programmnamen)
241.07.10
241.07.30
242.05.10
242.05.20
242.07.10
243.04.10
243.05.10
230.05.60
230.05.70
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
MELDUNGEN
MELDUNGEN
174
Anhang E: Beispiele für Prüfaufgaben
3.2 Rückkehr in das alte Anwendungsprogramm
120.10.20
320.03.10
113.04.10
210.10.10
210.10.20
216.04.20
225.10.10
WAHLMÖGLICHKEIT
226.06.10
226.07.10
UNTERBRECHUNG
UNTERBRECHUNG
230.05.10
230.05.20
230.05.60
230.05.70
MELDUNGEN
MELDUNGEN
MELDUNGEN
MELDUNGEN
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
AUSGABEFORMATE
DIALOGTECHNIKEN
DIALOGTECHNIKEN
FENSTER
UNTERBRECHUNG
4. Änderung
Ersetzen von (Teil-) Texten, Daten, Formeln etc.; Löschung von (absichtlich) fehlerhaften Eingaben
Generische Funktionen zum Ersetzen und zur Korrektur verwenden, wie:
(Suchen und) Ersetzen
Kopieren
Springen
Löschen
120.10.20
320.03.10
310.02.20
320.03.20
320.03.35
320.03.40
320.03.45
WAHLMÖGLICHKEIT
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
FUNKnONAUTÄT/SCHNITTSTELLE
FUNKTIONALITÄT/SCHNnTSTELLE
FUNKTIONALITÄT/SCHNITTSTELLE
Ersetzungen fehlerhaft durchführen
112.04.10
115.04.10
115.04.20
ÄNDERUNGEN
TABELLENDARSTELLUNG
TABELLENDARSTELLUNG
115.04.30
115.04.40
120.07.10
131.05.10
131.05.20
131.06.10
132.04.10
214.03.10
214.05.10
TABELLENDARSTELLUNG
TABELLENDARSTELLUNG
FEHLERVERMEIDUNG
EINGABEAUFFORDERUNG
EINGABEAUFFORDERUNG
EINGABEAUFFORDERUNG
EINGABEFORMATE
FORMULARE/MASKEN
DIALOGBOXEN
Anhang E: Beispiele für Prüfaufgaben
214.05.20
214.06.10
221.10.10
222.10.10
223.10.10
223.10.20
241.07.10
241.07.30
242.05.10
242.05.20
242.07.10
243.04.10
243.05.10
243.07.10
230.05.60
230.05.70
250.05.10
250.10.10
251.04.10
251.05.10
251.05.20
251.05.40
251.05.50
251.06.10
251.09.10
DIALOGBOXEN
FORMULARE/MASKEN
DIREKTANWAHL
FELDANWAHL
VERSCHIEBEN
BLÄTTERN
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
UNDO
MELDUNGEN
MELDUNGEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
5. Spezifizierung
Selektion von Objekten, Formatierung und Anzeige am Bildschirm, Suchen, Löschung von
(absichtlich) fehlerhaften Eingaben
Verwendung unterschiedlicher Schrifttypen (Typen, Größen, Math. Formeln, Zeichensätze)
120.10.20
320.03.10
114.10.10
WAHLMÖGLICHKEIT
FUNKTIONALITÄT/ ANWENDUNG
DARSTELLUNG TEXTE/ZAHLEN
Objekt formatieren (Links-/Rechtsbündig, Zentrierung,
Formular- /Tabellenerstellung, Druck- /Diagrammformatvorlagen)
Ojektgestaltung/-darstellung (Anzeige Druckbild, Graphik und Textmodus, Formatierung am
Bildschirm darstellen, verschiedene Objekte am Bildschirm anzeigen)
320.03.55
ANZEIGE MEHRERER OBJEKTE
Suchen nach (Feld-) Namen, Inhalten, Datum, Graphikobjekten etc.
Genetische Funktionen zur Spezifizierung und zur Korrektur verwenden, wie:
- Markieren
-Löschen
Spezifizierungen (teilweise) fehlerhaft durchführen
176
Anhang E: Beispiele für Prüfaufgaben
112.04.10
115.04.10
115.04.20
115.04.30
115.04.40
120.07.10
131.05.10
131.05.20
131.06.10
132.04.10
214.03.10
214.05.10
214.05.20
214.06.10
221.10.10
222.10.10
223.10.10
223.10.20
241.07.10
241.07.30
242.05.10
242.05.20
242.07.10
243.04.10
243.05.10
243.07.10
230.05.60
230.05.70
250.05.10
250.10.10
ÄNDERUNGEN
TABELLENDARSTELLUNG
TABELLENDARSTELLUNG
TABELLENDARSTELLUNG
TABELLENDARSTELLUNG
FEHLERVERMEIDUNG
EINGABEAUFFORDERUNG
EINGABEAUFFORDERUNG
EINGABEAUFFORDERUNG
EINGABEFORMATE
FORMULARE/MASKEN
DIALOGBOXEN
DIALOGBOXEN
FORMULARE/MASKEN
DIREKTANWAHL
FELDANWAHL
VERSCHIEBEN
BLÄTTERN
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
UNDO
MELDUNGEN
MELDUNGEN
HILFEN
HILFEN
251.04.10
251.05.10
251.05.20
251.05.40
251.05.50
251.06.10
251.09.10
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
6. Verarbeitung
Durchführung von komplizierten Operationen (z.B. Berechnungen, Gestaltungen), Löschung von
(absichtlich) fehlerhaften Berechnungen
Durchführung von Verarbeitungsprozessen
Arbeit mit Sonderfunktionen (z.B. Rechnen, Rechtschreibhilfe, Zeichnen, Sprachanmerkungen im
Text, Makroprogrammierung)
Anhang E: Beispiele für Prüfaufgaben
120.10.20
320.03.10
229.10.20
WAHLMÖGLICHKEIT
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
MAKROBILDUNG
Generische Funktionen zur Verarbeitung und zur Korrektur verwenden, wie:
- Markieren
-Löschen
Verarbeitungen (teilweise) fehlerhaft durchführen
112.04.10
115.04.10
115.04.20
115.04.30
115.04.40
120.07.10
131.05.10
131.05.20
131.06.10
132.04.10
214.03.10
214.05.10
214.05.20
214.06.10
221.10.10
222.10.10
223.10.10
223.10.20
241.07.10
241.07.30
242.05.10
242.05.20
242.07.10
243.04.10
243.05.10
243.07.10
230.05.60
230.05.70
250.05.10
250.10.10
251.04.10
251.05.10
251.05.20
251.05.40
251.05.50
251.06.10
ÄNDERUNGEN
TABELLENDARSTELLUNG
TABELLENDARSTELLUNG
TABELLENDARSTELLUNG
TABELLENDARSTELLUNG
FEHLERVERMEIDUNG
EINGABEAUFFORDERUNG
EINGABEAUFFORDERUNG
EINGABEAUFFORDERUNG
EINGABEFORMATE
FORMULARE/MASKEN
DIALOGBOXEN
DIALOGBOXEN
FORMULARE/MASKEN
DIREKTANWAHL
FELDANWAHL
VERSCHIEBEN
BLÄTTERN
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
FEHLER
UNDO
MELDUNGEN
MELDUNGEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
HILFEN
177
178
251.09.10
Anhang E: Beispiele für Prüfaufgaben
HILFEN
7. Speichern des Objekts mit Sicherungskopie
120.10.20
320.03.10
153.08.10
230.05.60
230.05.70
WAHLMÖGLICHKEIT
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
BENENNUNGEN
MELDUNGEN
MELDUNGEN
8. Laden des abgespeicherten Objekts
320.05.10
230.05.60
230.05.70
NAMENSÄNDERUNG
MELDUNGEN
MELDUNGEN
9. Löschen der Sicherungskopie
241.07.20
320.05.20
IRREVERSIBLE AUSWIRKUNGEN
LÖSCHUNG
10. Drucken des Objekts
(Drucken im Hintergrund, Ausgabe wahlweise in Hoch- oder Querformat)
120.10.20
320.03.10
140.06.10
310.02.30
310.09.10
230.05.60
230.05.70
WAHLMÖGLICHKEIT
FUNKTIONALITÄT/ ANWENDUNG
AUSGABEMEDIEN
DRUCKEN
DRUCKEN
MELDUNGEN
MELDUNGEN
11. Integration
(Schnittstelle zu anderen Programmen, Betriebssystem, Netzwerk, Postdienste /Teletex, etc.)
120.10.20
320.03.10
320.03.20
320.03.25
320.03.30
320.03.65
320.10.10
WAHLMÖGLICHKEIT
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
FUNKTIONALITÄT/SCHNITTSTELLE
FUNKTIONALITÄT/SCHNITTSTELLE
FUNKTIONALITÄT/SCHNITTSTELLE
FUNKTIONALITÄT/SCHNITTSTELLE
12. Stabilitätstest/Versuch ein Verursachung eines Sytemabshuzes
(nicht erforderlich, wenn bereits ein Systemabsturz erfolgt ist;
dann Fragen bitte direkt beantworten)
Anhang E: Beispiele für Prüfaufgaben
226.06.10
230.05.50
179
ARBEITSKONTEXT
BETRIEBSSTÖRUNGSMELDUNG
13. Beendigung des Dialogs
(Anwendung AM beenden)
227.06.10
230.05.60
230.05.70
BEENDEN
MELDUNGEN
MELDUNGEN
Die jetzt folgenden Prüffragen der Gruppe 2 sind im Anschluß an die Prüfaufgabe, teilweise unter
Zuhilfename des Handbuchs, zu beantworten:
112.04.20
HERVORHEBUNGEN
112.04.30
HERVORHEBUNGEN
112.04.40
HERVORHEBUNGEN
112.09.10
HERVORHEBUNGEN
113.07.10
AUSGABEFORMATE
113.09.10
AUSGABEFORMATE
114.04.10
DARSTELLUNG TEXTE/ZAHLEN
114.10.10
DARSTELLUNG TEXTE/ZAHLEN
116.04.10
DARSTELLUNG GRAPHIKEN
120.09.10
EINGABEMEDIEN
120.09.20
EINGABEMEDIEN
120.10.10
EINGABEMEDIEN
151.06.10
ABKÜRZUNGEN
TERMINOLOGIE
152.06.10
152.08.10
TERMINOLOGIE
152.09.10
TERMINOLOGIE
211.05.10
DIALOGSPRACHEN
211.06.10
DIALOGSPRACHEN
211.07.10
DIALOGSPRACHEN
211.07.20
DIALOGSPRACHEN
211.08.10
DIALOGSPRACHEN
211.10.10
DIALOGSPRACHEN
211.10.20
DIALOGSPRACHEN
211.10.30
DIALOGSPRACHEN
211.10.50
DIALOGSPRACHEN
212.10.10
NATÜRL. SPRACHE
213.06.10
FUNKTIONSTASTEN
214.06.10
FORMULARE/MASKEN
214.09.10
FORMULARE/MASKEN
215.05.10
MENÜS
215.06.10
MENÜS
215.07.10
MENÜS
180
215.09.10
215.10.10
215.10.20
216.04.30
216.05.10
216.10.10
217.03.10
217.05.10
220.06.10
224.10.10
228.09.10
229.05.10
229.10.10
229.10.30
230.05.30
230.05.40
230.09.10
252.05.10
253.05.10
253.05.20
310.02.10
310.02.20
320.03.50
320.03.70
320.03.75
320.05.30
320.10.20
320.10.30
330.01.10
330.01.20
330.06.10
330.06.20
330.09.10
411.09.10
411.11.10
411.11.20
411.11.30
411.11.40
411.11.50
412.05.10
412.12.10
412.12.20
412.12.30
412.12.40
Anhang E: Beispiele für Prüfaufgaben
MENÜS
MENÜS
MENÜS
FENSTER
FENSTER
FENSTER
DIREKTMANIPULATION
DIREKTMANIPULATION
DIALOGSTEUERUNG/ -ABLAUF
SPEICHERN BILDSCHIRMINHALT
WECHSELN DIALOGEINSTELLUNG
EXPLORATION/MAKROBILDUNG
EXPLORATION/MAKROBILDUNG
EXPLORATION/MAKROBILDUNG
MELDUNGEN
MELDUNGEN
MELDUNGEN
ONLINE-TUTORIAL
HANDBÜCHER
HANDBÜCHER
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
FUNKTIONALITÄT/ANWENDUNG
FUNKTIONALITÄT/SCHNITTSTELLE
FUNKnONALITÄT/SCHNITTSTELLE
FUNKnONALITÄT/SCHNITTSTELLE
FUNKTIONALITÄT/SCHNITTSTELLE
FUNKTIONALITÄT/SCHNITTSTELLE
FUNKTIONALITÄT/SCHNITTSTELLE
ANTWORTZEITEN/STÖRUNGEN
ANTWORTZEITEN/STÖRUNGEN
ANTWORTZEITEN/STÖRUNGEN
ANTWORTZEITEN/STÖRUNGEN
ANTWORTZEITEN/STÖRUNGEN
INFORMATIONSAUSTAUSCH
INFORMATIONSAUSTAUSCH
INFORMATIONSAUSTAUSCH
INFORMATIONSAUSTAUSCH
INFORMATIONSAUSTAUSCH
INFORMATIONSAUSTAUSCH
DATENSCHUTZ/-SICHERUNG
DATENSCHUTZ/-SICHERUNG
DATENSCHUTZ/-SICHERUNG
DATENSCHUTZ/-SICHERUNG
DATENSCHUTZ/-SICHERUNG
Anhang F:
Prüffragensammlung
Im Kapitel 3.3 sind die einzelnen Bestandteile eines Prüffragensatzes genau beschrieben worden. Zur Wiederholung sei hier nocheinmal der Aufbau eines vollständigen
Fragensatzes kurz erklärt:
Am Beginn jeder Prüffage wird jeweils die Kriteriumsnummer samt Kriteriumsbezeichung, die Prüffragennummer und die Komponentennummer samt Komponentenbezeichnung angegeben. Damit ist jede Prüffrage eindeutig dem
Bezugsrahmen des Evalutationsverfahrens zugeordnet. Anschließend finden Sie die
Gruppennummer samt erläuternden Kurztext. Die Gruppenzuordnung legt fest,
wann eine Prüffrage im Prüfaufgabenkontext zu stellen ist. Im Anschluß folgt der
eigentliche Prüffragentext mit den entsprechenden Antwortvorgaben. In der Regel
sind die entsprechenden Anwortvorgaben nur anzukreuzen. Manchmal werden Sie
jedoch im Prüffragentext dazu aufgefordert, eine Antwortvorgabe anzukreuzen und
eine entprechende Nummer (z.B. (1), (2), (3), (4)) anzugeben. Dies dient dazu, eine
genauere Spezifizierung der angekreuzten Anwortvorgabe vorzunehmen (z.B.
festzulegen, daß sich die Antwortvorgabe nur auf den Meldungsbereich bezieht).
Das K o m m e n t a r f e l d beinhaltet Hinweise, wie die abgeprüfte Schnittstelleneigenschaft nach ergonomischen Gesichtspunkten realisiert werden könnte.
Den Abschluß bildet das Bewertungsfeld, indem Sie die Note, die Kriteriumsgewichtung in Abhängigkeit von der Benutzergruppe (vgl. Anhang A) und eine
Begründung Ihrer Bewertung eintragen können. Das Notizfeld steht Ihnen für
ergänzende Erläuterungen zur Verfügimg.
182
Anhang F: Prüffragensammlung
Prüffragen-Nr.: 111.04.10
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
Komponente 111: Dialogbereiche
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Wie ist der Bildschirm strukturiert? Unterteilung in Dialogbereiche, wie Kennzeichnungsbereich (1),
Arbeitsbereich (2), Steuerungsbereich (3) und Meldungsbereich (4)? Bitte ankreuzen und
entsprechende Nummern eintragen.
Antwortvorgaben:
() Strukturierung (wie?):
0 keine Strukturierung
Kommentar:
Die einzelnen Bestandteile des Dialogbereiches am Bildschirm sollen erkennbar gegeneinander
abgegrenzt sein (Vergleiche bzgl. der Begrifflichkeiten DIN 66234 Teil 3 neu). Der
Kennzeichnungsbereich muß immer angezeigt werden und muß einheitliche Angaben über den
dargestellten Dialogbereich (z.B. Benennung der Anwendung) beinhalten. Es ist anzustreben den
gesamten Arbeitsbereich gleichzeitig anzuzeigen (z.B. durch geeignete Strukturierung der
Arbeitsaufgaben). Ist dies nicht möglich, muß der Benutzer den darzustellenden Teil wählen können
(z.B. durch Verschieben, Blättern). Die Anordnung des Steuerungsbereichs hängt von der
verwendeten Dialogtechnik ab; er kann bei bestimmten Dialogtechniken entfallen. Die Anordnung
des Meldebereichs hängt ebenfalls von der verwendeten Dialogtechnik ab. In der Regel ist er im
unteren Teil des Bildschirms angeordnet.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
183
Prüffragen-Nr.: 112.04.10
Komponente 112: Hervorhebungen (optische Signale/Farben, akustische Signale)
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Werden bei Änderungsoperationen die Objekte vor der Änderung (1) und nach der Änderung (2)
hervorgehoben? Bitte ankreuzen und entsprechende Nummern eintragen.
Antwortvorgaben:
0 durch Schriftart:
0 durch Farbe:
() durch Unterstreichung:
() durch Umrandimg:
() durch Unterlegung:
() durch Invertierung:
() durch Blinken:
() durch sonstige Mittel (welche?):
0 abschaltbar:
0 nein:
Kommentar:
Bei Änderungsoperationen sollen die zu ändernden und die geänderten Dokumententeile
hervorgehoben werden (zumindest bei lokalen Operationen, die auf dem Bildschirm angezeigt
werden).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Kriteriumsgewich tung:
184
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
Prüffragen-Nr.: 112.04.20
Komponente 112: Hervorhebungen (optische Signale/Farben, akustische Signale)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Werden optische/akustische Signale zur Veranschaulichung von Prozessen (z. B. Öffnungsvorgang
eines Dokumentes; Ausführung einer umfangreichen Auswertung; mehrfaches Kopieren eines
Dokumentes) eingesetzt?
Antwortvorgaben:
0 Bewegtbilder (z.B. Laufbalken, Animationen)
0 Symbol/Ikone (z.B. Uhr)
() Zahlenwerte (z.B. Prozentangaben)
0 akustische Signale
() keine
Kommentar:
Zur Veranschaulichung von Prozessen bzw. zur Verdeutlichung der Prozeßdauer sollen möglichst
bildhafte Darstellungen gewählt werden; insbesondere Bewegtbilder vermitteln eindrucksvoll
nachvollziehbare Einsichten in den Ablauf von Prozessen. Gleichzeitig erhält der Benutzer eine
Rückmeldung, daß der von ihm initiierte Prozeß tatsächlich ausgeführt wird.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
185
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
Prüffragen-Nr.: 112.04.30
Komponente 112: Hervorhebungen (optische Signale/Farben, akustische Signale)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Welche einfachen optischen und akustischen Signale werden eingesetzt für die Anzeige wichtiger
Ereignisse, wie Meldungen bei Abschluß von Prozessen (1), Meldungen und Warnungen im Fall von
Fehlern und Störungen (2), Aufforderung zu Aktionen (3)? Bitte ankreuzen und entsprechende
Nummer eintragen.
Antwortvorgaben:
0 optische Signale, wie:
0
Farben:
0
Muster
()
Leuchtdichte:
0
Unterlegungen:
0
Invertierung:
0 akustische Signale, wie:
0
Töne:
0
gesprochene Sprache:
0 keine
Kommentar:
Für die Meldung von Ereignissen, die eine sofortige Reaktion des Benutzers erfordern (z.B.
Störungen), sollen einprägsame optische Signale (z.B. Invertierung) oder akustische Signale (z.B.
Wamton) eingesetzt werden, da diese dessen Aufmerksamkeit unmittelbar ansprechen. Der Einsatz
von optischen und akustischen Signalen ist jedoch sehr sparsam vorzunehmen, da erste ansonsten die
angestrebte Übersichtlichkeit konterkarieren und zweitere sich in bestimmten Arbeitssituationen (z.B.
Großraumbüro) sehr störend auswirken. Generell gilt, daß ein Zuviel an Signalen zu einer
Abstumpfung des Benutzers führen kann und damit den angestrebten Zweck - Erreichen der
Aufmerksamkeit des Benutzers - verfehlen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtimg:
186
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
Prüffragen-Nr.: 112.04.40
Komponente 112: Hervorhebungen
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Wie erfolgt die Farbgestaltung am Bildschirm?
Antwortvorgaben:
() Anzahl der verwendeten Farben pro Bildschirm beträgt max 3 bis 4
0 die Bedeutung der Farben entspricht jener im Alltag oder Beruf
0 die Farben werden einheitlich im gesamten Anwendungssystem verwendet
0 auf farbfehlsichtige Benutzer wird Rücksicht genommen (z.B. durch doppelte Codierung)
0 es werden nur gutverträgliche Farbkombinationen eingesetzt
Kommentar:
Prinzipiell sollte vom Farbeinsatz nur sparsam Gebrauch gemacht werden, da eine gute
Strukturierung der Information dem Farbeinsatz vorzuziehen ist. D.h. Farbe sollte primär als
zusätzliches Codierungsmittel angeboten werden. Weiters beeinflussen Faktoren wie,
hardwaretechnische Voraussetzungen (Farbbildschirm, Auflösung, Graphikkarte, usw.),
farbfehlsichtige Benutzer, nicht ausreichend oder zu stark beleuchtete Räume den sinnvollen
Gebrauch von Farbe als Codierungsmittel. Vorschläge zur Farbgestaltung finden sich in
Siemens/Nixdorf (1990) und Brown (1989).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
187
Prüffragen-Nr.: 112.09.10
Komponente 112: Hervorhebungen (optische Signale/Farben, akustische Signale)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Ist die Codierung von Bildschirmelementen, wie beispielsweise Systemmeldungen, Objekte, Menüs,
Fenster, Masken, Cursor vom Benutzer adaptierbar?
Antwortvorgaben:
0 ja, durch Ortscodierung
0 ja, durch Farbcodierung
() ja, durch Unterlegung
() ja, durch Blinken
0 ja, durch sonstige Mittel (welche?):
Onein
Kommentar:
Die Anpaßbarkeit der Codierung von Bildschirmelementen (z.B. Farbe, Unterlegung, Plazierung) an
die Bedürfnisse der Benutzer ist wünschenswert. Die Einrichtung und Verwendung von
gruppenspezifischen Anpassungen für Arbeitsgruppen (Computer Supported Cooperative Work)
sollte vom System unterstützt werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
188
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
Prüffragen-Nr.: 113.04.10
Komponente 113: Ausgabeformate
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Wie werden die Ausgabefelder strukturiert?
Antwortvoigaben:
0 Anordnung der Ausgabefelder in der Bearbeitungsreihenfolge
0 logisch zusammengehörige Ausgabefelder zu Gruppen zusammengefaßt
0 bei Ausgaben in Tabellenform wird die Struktur durch ausreichenden Abstand oder andere
graphische Mittel kenntlich gemacht
0 Ausgabefelder einer Aufzählung von Gegenständen, Eigenschaften usw. sind so angeordnet, daß
der Aufzählungscharakter hervorgehoben wird
() Ausgabefelder unterscheiden sich deutlich von Hingabefeldern
0 Feldbezeichnungen sind links vom entsprechenden Ausgabefeld oder als Überschrift bei Tabellen
angeordnet
0 Einheiten, wie Prozentangabe, Maßeinheit usw. werden angezeigt
Kommentar:
Die in den Antwortvorgaben dargestellten Gestaltungsregeln sollten erfüllt sein, um dem Benutzer
die Orientierung beim Lesen der Ausgabe zu erleichtern (vgl. DIN 66 234 Teil 3 neu).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 07: Fehlerrobustheit
189
Prüffragen-Nr.: 113.07.10
Komponente 113: Ausgabeformate
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Sind Ausgabefelder gegen Benutzereingaben geschützt?
Antwortvorgaben:
0 ja
() nein
Kommentar:
Durch den Schutz gegen Benutzereingaben, z.B. durch Sperrung des Ausgabefeldes, kann der
Benutzer vor möglichen Eingabefehlern bewahrt werden (vgl. DIN 66 234 Teil 3 neu).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
190
Anhang F: Priiffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
Prüffragen-Nr.: 113.09.10
Komponente 113: Ausgabeformate
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
PrUffrage:
Kann der Benutzer (durch Umschalten in einen Adaptionsmodus) die Konstantenfelder (z.B.
Feldbenennungen, Trennzeichen, Rahmen, Erläuterungen) adaptieren?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein
Kommentar:
Durch Adaptionsmöglichkeiten kann der Benutzer die Konstantenfelder an seine individuellen
Bedürfnisse (z.B. sprechendere Feldbenennungen) bzw. an spezifische Aufgabenerfordemisse (z.B.
aufgabenspezifischere Erläuterungen) anpassen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
191
Prüffragen-Nr.: 114.04.10
Komponente 114: Darstellung von Texten, Zahlen
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Werden bei der Darstellung von Texten auf dem Bildschirm (z.B. Erläuterungen) die folgenden
Gestaltungsregeln beachtet?
Antwortvorgaben:
() Strukturierung längerer Texte in Textblöcke mit in der Regel nicht mehr als 4 Zeilen
0 Textblöcke durch Leerzeile getrennt
() Zeichenanzahl pro Zeile beträgt in der Regel nicht mehr als 50 Zeichen
0 konsequente Beachtung der Groß-/Kleinschreibung
0 konsequente Verwendung der Punktation
() gleichmäßiger Abstand zwischen den Worten (daher ist einer linksbündigen Darstellung gegenüber
einer Blocksatzdarstellung der Vorzug zu geben)
() minimale Verwendung von Worttrennungen
0 Hervorhebung wichtiger Textstellen durch Fettschrift/Farbe
0 Plazierung von Graphiken in der Nähe ihrer ersten Erwähnung im Text
Kommentar:
Es sollten möglichst alle der obigen Gestaltungsregeln beachtet werden, um die Textpräsentation für
den Benutzer übersichtlich zu gestalten (vgl. Smith (1986)).
Vergleichen Sie dazu auch die Prüffragen zu den Komponenten 151,152 und 153.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
192
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr.: 114.10.10
Komponente 114: Darstellung von Texten, Zahlen
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Gibt es die Möglichkeit, mehrere Schriftzeichensätze (z.B. lateinisches, griechisches Alphabet) und
nicht auf der Tastatur abgebildete Sonderzeichen zu verwenden?
Antwortvorgaben:
0 ja, nicht abgebildete Sonderzeichen (welche?):
()
Art/Umfang der Sonderzeichen und erforderliche Tastenkombinationen zur Eingabe können
eingeblendet werden
0 nein, keine Sonderzeichen verfügbar
0 ja, mehrere Schriftzeichensätze (welche?):
()
parallel innerhalb eines Dokumentes verwendbar
0
Schriftzeichensätze (Tastaturbelegungen) können eingeblendet werden (permanent/ad hoc?):
() nein, keine unterschiedlichen Schriftzeichensätze verfügbar
Kommentar:
Die nicht auf der Tastatur abgebildete Sonderzeichen sollen vom Benutzer bei Bedarf mit der dazu
erforderlichen Tastenkombination zur Eingabe eingeblendet werden können.
Im Anwendungssystem sollen unterschiedliche Schriftzeichensätze gleichzeitig benutzt werden
können. Die dabei veränderte Tastaturbelegung soll sich der Benutzer sowohl permanent als auch ad
hoc einblenden lassen können.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F:
Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
193
Prüffragen-Nr: 115.04.10
Komponente 115: Darstellung von Tabellen, Listen
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Unterscheidet sich die Darstellung der Benennungen der Tabellenspalten und -Zeilen eindeutig von
den Dateninhalten der Tabelle?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein
Kommentar:
Eine eindeutige Unterscheidung kann beispielsweise durch eine unterschiedliche Schriftart (Fonts)
oder durch eine unterschiedliche Plazierung oder durch eine unterschiedliche Unterlegung, usw.
gewährleistet werden (vgl. Smith (1986)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
194
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
Prüffragen-Nr.: 115.04.20
Komponente 115: Darstellung von Tabellen, Listen
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Sind sowohl die einzelnen Tabellenspalten als auch die einzelnen Tabellenzeilen eindeutig
gegeneinander abgegrenzt?
Antwortvorgaben:
0 ja
Onein
Kommentar:
Die eindeutige Abgrenzung sollte durch eine entsprechende Anzahl von Leerzeilen bzw. Leerzeichen
oder durch Speratoren (z.B. Linien) erfolgen (vgl. Smith (1986)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
195
Prüffragen-Nr.: 115.04.30
Komponente 115: Darstellung von Tabellen, Listen
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prfiffrage:
Gibt es die Möglichkeit, die Benennungen von Tabellenzeilen und -spalten beim Navigieren durch
eine Tabelle am linken bzw. oberen Rand anzeigen zu lassen?
Antwortvorgaben:
0 ja (abschaltbar/nicht abschaltbar?):
Onein
Kommentar:
Vor allem bei größeren Tabellen wird, durch die Anzeige der Benennungen, der Benutzer in die Lage
versetzt, jederzeit eine eindeutige Zuordnung der Tabelleninhalte vorzunehmen. Die Anzeige sollte
jedoch abschaltbar sein.
Bewertung:
Note:
Begrfindung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
196
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
Prüffragen-Nr.: 115.04.40
Komponente 115: Darstellung von Tabellen, Listen
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Sind etwaige Maßeinheiten der Dateninhalte in der Bezeichnung der Tabellenspalte eingeschlossen?
Antwortvoigaben:
0 ja
() nein
Kommentar:
Etwaige Mafieinheiten sollten in der Tabellenspalte eingeschlossen sein, falls aus dem Kontext keine
eindeutige Bedeutung zu erkennen ist (vgl. Smith (1986)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
197
Anhang F: Prüffragensammlung
Prüffragen-Nr.: 116.04.10
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
Komponente 116: Darstellung von Graphiken (Ikonen, Piktogramme)
Gruppe Ii Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Sind beim Design von Icons wesentliche Gestaltungsempfehlungen berücksichtigt worden?
Antwortvorgaben:
() Das Icon ist als Ganzes deutlich vom jeweils eingestellten Hintergrund der AnwendungsUmgebung abgegrenzt (z.B. durch Linien oder Kontraste).
() Innerhalb der Grenzen des Icons ist die Figur (graphisches Zeichen, Bild etc.) deutlich vom Grund
abgegrenzt (Figur-Grund-Beziehung).
0 Innerhalb eines Icons sind zusammenhängende Elemente verbunden; nicht zusammenhängende
Elemente als unabhängige Elemente wahrnehmbar.
() Die wesentlichen Elemente des Icons sind durch eine symmetrische Darstellung betont
(symmetrische Formen werden bevorzugt wahrgenommen).
0 Das Icon enthält keine Elemente, auf die für den jeweiligen Zweck verzichtet werden könnte
(Einfachheit führt zu höherer Prägnanz).
0 Die Bedeutung des Icons kann durch einen kurzen Text näher erläutert werden.
0 Ein zum gewünschten Eindruck passender Font kann zur Beschriftung ausgewählt werden.
0 Verschiedene Icons bilden durch Faktoren wie Nähe, Ausrichtung, Form, Farbe etc. eine Familie.
Kommentar:
Für die Gestaltung eines Icons lassen sich kaum eindeutige Empfehlungen geben. Dies ist unter
anderem darin begründet, daß ihre Gestaltung von Aspekten wie Anwendungsbereich,
Benutzergruppe, Platz am Bildschrim, Darstellungsqualität am Bildschrim, usw. beeinflußt wird.
Grundlage für den Entwurf von Icons bilden die Gesetze der Gestaltpsychologie (vgl. Staufer (1987)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
198
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 07: Fehlerrobustheit
Prüffragen-Nr.: 120.07.10
Komponente 120: Eingabemedien
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Welche Vorkehrungen zur Verhinderung versehentlich angestoßener, im Arbeitskontext falscher
Aktionen gibt es auf instrumenteller Ebene?
Antwortvorgaben:
0 durch Sicherheitsabstände zur Vermeidung von Nachbarschaften zwischen kritischen Tasten (z.B.
Funktionstasten)
() durch geeignete Benennung bzw. unverwechselbare Darstellung (z.B. von Menüoptionen,
Funktionstasten, Icons)
() durch Sicherheitsabstände zwischen sensitiven Bereichen auf dem Bildschirm (z.B. zwischen
kritischen Menüoptionen oder Icons)
0 durch Hervorhebung der im Arbeitskontext aktivierbaren Bereiche auf dem Bildschirm
0 keine
Kommentar:
Vorkehrungen zur Verhinderung falscher Aktionen, wie sie in den Antwortvorgaben beschrieben
sind, sollten im Anwendungssystem vorgesehen sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
199
Prüffragen-Nr.: 120.09.10
Komponente 120: Eingabemedien
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Ist die Bedeutung/Auswirkung von Aktionen, die durch Eingabemedien ausgelöst werden, vom
Benutzer veränderbar (z.B. Tastenbelegungen)?
Antwortvorgaben:
0 ja, bei der Tastatur (Schriftzeichensätze)
() ja, bei den Funktionstasten
() ja, bei den Maustasten
() ja, bei sonstigen Eingabemedien (welche?):
Onein
Kommentar:
Die im Anwendungssystem durch Eingabemedien auszulösenden Aktionen sollen (z.B. durch
Veränderung der Tastenbelegung) vom Benutzer geändert werden können, um die Anpassung des
Werkzeuges an die Wünsche/Bedürfnisse des Benutzers zu ermöglichen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
200
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
Prüffragen-Nr.: 120.09.20
Komponente 120: Eingabemedien
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Sind die Eingabeeigenschaften der zur Verfügung stehenden Eingabegeräte (Tastatur, Maus, etc.)
einstellbar?
Antwortvorgaben:
0 ja, die Ansprechverzögerung der Tasten (Tastatur/Maus)
() ja, die Wiederholrate der Tasten (Tastatur/Maus)
0 ja, die Mausbewegung
0 ja, sonstige (welche?):
() nein
Kommentar:
Die Eingabeeigenschaften der zur Verfügung stehenden Eingabegeräte sollen an die
Bedürfnisse/Wünsche des Benutzers anpaßbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
201
Prüffragen-Nr.: 120.10.10
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Komponente 120: Hingabemedien
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Welche Eingabemedien werden vom Anwendungssystem unterstützt?
Antwortvorgaben:
0 Tastatur
OMaus
() Tablett
() Touch-Screen
0 Lichtstift
0 Spracheingabe mittels Mikrophon
0 sonstige (welche?):
Kommentar:
Das Anwendungssystem sollte neben der Tastatur mindestens ein weiteres Eingabemedium
unterstützen (z.B. eine Maus), damit der Benutzer entsprechend seinem persönlichen Arbeitsstil eine
Auswahl treffen kann.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
202
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr.: 120.10.20
Komponente 120: Eingabemedien
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Besteht die Möglichkeit, alternativ zwischen den vorhandenen Eingabemedien zu wählen?
Antwortvorgaben:
0 zwischen Tastatur und Maus
() zwischen Tastatur und sonstigen Eingabemedien (welchen?):
0 keine Wahlmöglichkeiten
Kommentar:
Der Benutzer soll bei der Aktivierung von Funktionen bzw. bei der Durchführung von Operationen
(z.B. Markieren, Positionieren, Scrollen) möglichst alternativ zwischen den vorhandenen
Eingabemedien wählen können. Damit kann die Steuerung des Anwendungssystems vom Benutzer
einerseits an seine persönlichen Bedürfnisse und andererseits an die jeweiligen Aufgabenerfordernisse
angepaßt werden. Beschränkungen finden sich oft in unterschiedlichen Diaologmodi (z.B. in
Dialogboxen) und bei sehr generellen Operationen (z.B. beim Öffnen und Schließen von Fenstern oder
Anwendungen).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
203
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 131.05.10
Komponente 131: Eingabeaufforderung (Prompt)
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Welche visuellen Hinweise auf die aktuelle Eingabestelle gibt es und sind sie adaptierbar?
Antwortvorgaben:
0 Cursor
() markiertes Eingabefeld
0 sonstige (welche?):
() Adaptierungsmöglichkeiten (z.B. Form, Blinkgeschwindigkeit, Größe, Helligkeit, Art der
Markierung, Farbe?):
Kommentar:
Die jeweils aktuelle Eingabestelle soll hervorgehoben sein, ohne penetrant oder störend auf den
Benutzer zu wirken (z.B. zu intensives Blinken, Überdecken der Eingabestelle, zu intensive
Farbunterlegung). Daher sollten dem Benutzer weitgehende Adaptierungsmöglichkeiten angeboten
werden, um eine Anpassung an seine individuellen bzw. aufgabenbedingten Bedürfnissen zu
ermöglichen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
204
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 131.05.20
Komponente 131: Eingabeaufforderung (Prompt)
Gruppe Ii Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Sind verschiedene Cursorsymbole, in Abhängigkeit vom Systemmodus, verfügbar?
Antwortvoigaben:
() ja, Mauszeiger
0 ja, Graphikcursor
() ja, Textcursor
0 ja, Wartesymbol
0 ja, sonstige (welche?):
() nein
Kommentar:
Aufgrund der verschiedenen Cursorsymbole kann der Benutzer den derzeitigen Systemmodus
erkennen. Weiters unterstützen die verschiedenen Cursorsymbole die jeweiligen Erfordernisse bei der
Eingabe (z.B. Graphikcursor ermöglicht punktgenaues Zeigen und Zeichnen; Textcursor ermöglicht
Einfügen von Texten ohne bestehende Texte zu überdecken, usw.).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 06: Erwartungskonformität
205
Prüffragen-Nr.: 131.06.10
Komponente 131: Eingabeaufforderung (Prompt)
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Ist der Cursor auf einem - im jeweiligen Arbeitskontext - sinnvollen Hingabefeld positioniert oder
positionierbar (z.B. bei Maske/Formular auf dem nächstfolgenden Eingabefeld)?
Antwortvorgaben:
0 ja, Positionierung vorgegeben
0 ja, Positionierung adaptierbar
() nein, weder noch
Kommentar:
In Abhängigkeit von der sachlogischen Reihenfolge der Eingaben, sollte der Cursor auf dem jeweils
nächsten Eingabefeld stehen. Der Benutzer erspart sich somit Positionierungsaufwand in bezug auf
den Cursor. Die automatische Cursorsteuerung sollte jedoch vom Benutzer adaptierbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
206
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
Prüffragen-Nr.: 132.04.10
Komponente 132: Eingabeformate
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Wie werden die Eingabefelder strukturiert?
Antwortvorgaben:
() Anordnung der Eingabefelder in der Bearbeitungsreihenfolge
0 logisch zusammengehörige Eingabefelder zu Gruppen zusammengefaßt
0 bei Eingaben in Tabellenform wird die Struktur der Tabelle durch ausreichenden Abstand oder
andere graphische Mittel kenntlich gemacht
0 Eingabefelder einer Aufzählung von Gegenständen, Eigenschaften usw. sind so angeordnet, daß
der Aufzählungscharakter hervorgehoben wird
() Eingabefelder unterscheiden sich deutlich von Ausgabefeldern
() Feldbezeichnungen sind links vom entsprechenden Eingabefeld oder als Überschrift bei Tabellen
angeordnet
0 Länge der Eingabefelder ist erkennbar
0 Vorbelegung der Eingabefelder zur Kennzeichnung von Feldeigenschaften (z.B. Mußfelder,
Kannfelder, numerische, alphanumerische Felder)
Kommentar:
Die in den Antwortvorgaben dargestellten Gestaltungsregeln sollten erfüllt sein, um dem Benutzer
die Orientierung bei der Eingabe zu erleichtern (vgl. dazu DIN 66 234 Teil 3 neu).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 06: Erwartungskonformität
207
Prüffragen-Nr.: 140.06.10
Komponente 140: Ausgabemedien
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prfiffrage:
Werden die Informationen auf den verschiedenen Ausgabemedien (z.B. Bildschirm und Drucker) in
gleicher Weise dargestellt (WYSIWYG-Prinzip)?
Antwortvorgaben:
0 ja, Schriftarten (Fonts) (z.B. Form, Abstände zwischen Zeichen)
0 ja, Schriftzeichensätze (z.B. lateinische, griechisch)
() ja, Hervorhebungen (z.B. fett, kursiv)
0 ja, Umrandungen
0 ja, Zeilenumbruch
0 ja, Absatz-/Seitendarstellung
() ja, Graphiken
0 ja, Tabellen
0 ja, Formulare/Masken
0 ja, Icons
0 nein
Kommentar:
Die Darstellung der Informationen soll auf den verschiedenen Ausgabemedien in gleicher Weise
erfolgen (WYSIWYG-Prinzip). Oftmals ist zwar das Prinzip realisiert, aber es gibt eine Reihe von
Ausnahmen im Detail!
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
208
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 06: Erwartungskonformität
Prüffragen-Nr.: 151.06.10
Komponente 151: Abkürzungen
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
PrOffrage:
Werden im gesamten Anwendungssystem (z.B. für Kommandonamen, Menüoptionen) einheitliche
Abkürzungsregeln verwendet?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein
Kommentar:
Beispiele für einheitliche, einfach verständliche Abkürzungsregeln (vgl. Baitsch (1989)):
- Abkürzungen aus dem Sprachgebrauch verwenden (z.B. H. bzw. Hr., Fr.)
- Selbstlaute weglassen (z.B. Aktion -> Aktn, speichern -> spchm)
- Wortanfänge verwenden (z.B. Information -> Info, Dokument -> Doku)
- Anfangsbuchstaben als Wortkombinationen verwenden (z.B. EDV)
- Substantiv-Verb-Form (z.B. statt "Bitte geben Sie die Kontonummer ein" -> "Kontonummer
eingeben")
Wünschenswert ist ein abrufbarer Index der verwendeten Abkürzungen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 06: Erwartungskonformität
209
Prüffragen-Nr.: 152.06.10
Komponente 152: Terminologie (Semantik)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Werden Kommandonamen, Parameter und Steuerzeichen für Funktionen vergleichbarer Wirkung im
gesamten Anwendungssystem einheitlich verwendet?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 ja, mit Abweichungen (welche?):
0 keine einheitliche Verwendung
Kommentar:
Die Verwendung von Namen, Parameter und Steuerzeichen für Funktionen sollte im gesamten
Anwendungssystem einheitlich sein. Bei integrierten Anwendungssystemen sollte eine Einheitlichkeit
zumindest in den einzelnen Anwendungsmodulen gegeben sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
210
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 08: Erlernbarkeit
Prüffragen-Nr.: 152.08.10
Komponente 152: Terminologie (Semantik)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Sind die im Anwendungssystem verwendeten Benennungen von Funktionen
(Kommandos/Menüoptionen), Systemmeldungen, Mafieinheiten, Interpunktionen an die
Umgangssprache bzw. die Fachsprache des Benutzers angepaßt?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 ja, mit Abweichungen (welche?):
() nein
Kommentar:
Die verwendete Terminologie soll allgemeinverständlich oder zumindest fachspezifisch sein, EDVtechnische Begriffe sind zu vermeiden (vgl. Baitsch (1989)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
211
Prüffragen-Nr.: 152.09.10
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
Komponente 152: Terminologie (Semantik)
Gruppe h Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
FrQffrage:
Stehen dem Benutzer Anpassungsmöglichkeiten (z.B. bei Kommandos, Menüoptionen,
Systemmeldungen) bezüglich der Sprache (1), der Bezeichnungen von Maßeinheiten (2), der
Währungseinheiten (3), der Dezimaldarstellung (4), der Datumsdarstellung (5) und der
Zeitdarstellung (6) zur Verfügung? Bitte ankreuzen und entsprechende Nummern eintragen.
Antwortvorgaben:
0 ja (welche?):
0 nein (welche?):
Kommentar:
Zumindest die Sprache, die Maßeinheiten, die Währungseinheiten und die Dezimaldarstellung sollen
vom Benutzer angepaßt werden können.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
212
Anhang F: Prüffragensammlung
Prüffragen-Nr.: 153.08.10
Kriterium 08: Erlernbarkeit
Komponente 153: Grammatik (Syntax)
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Welche Einschränkungen gibt es hinsichtlich der Benennung von Objekten (z.B. hinsichtlich der
zulässigen Länge, der Verwendung von Sonderzeichen oder Blanks in Wortfolgen)?
Antwortvorgaben:
0 keine Beschränkungen
() Beschränkungen vorhanden (welche?):
Kommentar:
Im Anwendungssystem soll es hinsichtlich der Benennung von Objekten keine Einschränkungen
geben. Etwaige durch das Betriebssystem bedingte Einschränkungen sollten durch das
Anwendungssystem abgefangen werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
213
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr. : 210.10.10
Komponente 210: Dialogtechniken
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Welche Dialogtechniken werden vom Anwendungssystem alternativ angeboten?
Antwortvorgaben:
() Dialogsprache
() Natürlich-sprachlicher Dialog
0 Funktionstasten
0 Formulare/Masken
() Menüs
0 Fenster
0 Direkte Manipulation
0 sonstige (welche?):
Kommentar:
In Abhängigkeit von der Aufgabe und dem Benutzer (Expertisegrad) sollten alternativ
Dialogtechniken angeboten werden. Das Anwendungssystem sollte dabei in der Regel "Menüeingabe"
und "Direkte Manipulation" alternativ anbieten, da diese leichter zu erlernen sind als
Kommandoeingaben.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
214
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr.: 210.10.20
Komponente 210: Dialogtechniken
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Kann in unterschiedlichen Dialogsituationen (z.B. Arbeit am Dokument, in einem Verzeichnis, in
einer Dialogbox) zwischen den verschiedenen Dialogtechniken wahlfrei gewechselt werden?
Antwortvorgaben:
0 Dialogsprache
() Natürlich-sprachlicher Dialog
0 Funktionstasten
() Formulare/Masken
() Menüs
0 Fenster
0 Direkte Manipulation
() sonstige (welche?):
0 nein, nicht bei folgenden Dialogsituationen:
Kommentar:
Eine Wahlmöglichkeit - in unterschiedlichen Dialogsituationen - zwischen den verschiedenen
Dialogtechniken ist wünschenswert.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtimg:
215
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 211.05.10
Komponente 211: Dialogsprachen (Kommando-, Abfrage-, Programmier- u. Makrosprachen)
Gruppe h Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Werden bei der Kommandoeingabe die Namen von Parameter(kette)n benannt?
Antwortvorgaben:
() ja, der Parameter ist in seiner (vollen) Bedeutung benannt
() ja, der Parameter ist in seiner Bedeutung durch Kürzel benannt
() ja, die Benennung bzw. Kurzbenennung ist frei wählbar
() nein, der Parameter ist durch die Parameterposition definiert
Kommentar:
Eine Benennung der Parameter ist wünschenswert.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
216
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 06: Erwartungskonformität
Prüffragen-Nr.: 211.06.10
Komponente 211: Dialogsprachen (Kommando-, Abfrage-, Programmier- u. MakroSprachen)
Gruppe h Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Praffrage:
Ist die syntaktische Form der Dialogsprache (z.B. Aufbau der Kommandos, Interpunktion)
einheitlich?
Antwortvorgaben:
Oja
0 nein, Uneinheitlichkeiten folgender Art:
Kommentar:
Die Syntax sollte im gesamten Anwendungssystem einheitlich sein, um dem Benutzer den Aufbau
eines mentalen Modells bzgl. der grammatischen Form der Dialogsprache zu ermöglichen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
217
Prüffragen-Nr.: 211.07.10
Kriterium 07: Fehlerrobustheit
Komponente 211: Dialogsprachen (Kommando-, Abfrage-, Programmier- u. Makrosprachen)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Werden Kommandoeingaben mit nicht spezifizierten Parametern (auch Namen von Dateien beim
Sichern, Namen von Empfängern beim Senden von Nachrichten etc.) angenommen?
Antwortvorgaben:
() ja, der fehlende Wert wird nachgefordert
() ja, mit sofortiger Ausführung des Kommandos
() ja, Ausführung nach nochmaliger Auslösung des Kommandos
() nein, es erfolgt eine Fehlermeldung
() nein, das Kommando läßt sich nicht auslösen
Kommentar:
Das Anwendungssystem soll auch unvollständige Kommandos annehmen und die nicht
spezifizierten Parameter durch Standardwerte ergänzen oder nachfordern; Standardwerte sollen
angezeigt werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
218
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 07: Fehlerrobustheit
Prüffragen-Nr.: 211.07.20
Komponente 211: Dialogsprachen (Kommando-, Abfrage-, Programmier- u. Makrosprachen)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Frfiffrage:
Findet bei fehlerhaften Kommandoeingaben eine automatische Fehlerkorrektur statt?
Antwortvorgaben:
0 ja (welche Fehler werden korrigiert?):
0 ja, die Korrektur wird zur Bestätigung vorgeschlagen
0 ja, die Korrektur wird ohne Hingriffsmöglichkeiten rückgemeldet
0 ja, die Korrektur wird ohne Rückmeldung durchgeführt
Onein
Kommentar:
Fehlerhafte Kommandoeingaben (Abweichungen von der geforderten Kommandosyntax) können
toleriert und für den Benutzer sichtbar automatisch korregiert werden - allerdings mit Rückmeldung.
Die aktive Fehlerkorrektur soll abschaltbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:
Notiz:
Kriteriumsgewichtung:
219
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 08: Erlernbarkeit
Prüffragen-Nr.: 211.08.10
Komponente 211: Dialogsprachen (Kommando-, Abfrage-, Programmier- u. MakroSprachen)
Gruppe h Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
PrOffrage:
Muß bei der Eingabe von Kommandos und Kommandokürzeln zwischen Groß- und Kleinschreibung
unterschieden werden?
Antwortvorgaben:
0 ja, Großschreibung bindend
() ja, Kleinschreibung bindend
() ja, Wechsel zwischen Groß-/Kleinschreibung bindend
Onein
Kommentar:
Eine Unterscheidung der Eingabe zwischen Groß- und Kleinschreibung sollte nicht erforderlich sein,
da solche Bedeutungsunterschiede wenig einprägsam sind.
Bewertung:
Note:
Begrfindung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
220
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
Prüffragen-Nr.: 211.09.10
Komponente 211: Dialogsprachen (Kommando-, Abfrage-, Programmier- u. MakroSprachen)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Kann der Benutzer Kommandonamen (-kürzel) anpassen?
Antwortvorgaben:
0 ja, vorhandene ändern
() ja, neue definieren
0 nein
Kommentar:
Vor allem bei langen Kommandonamen und bei Menüs sollen Kurzkommandos definiert werden
können.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
221
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr.: 211.10.10
Komponente 211: Dialogsprachen (Kommando-, Abfrage-, Programmier- u. MakroSprachen)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Können neben Einzelkommandos auch Kommandofolgen (Konkatinationen) verarbeitet werden?
Antwortvorgaben:
0 ja, Kommandofolgen werden verarbeitet
() ja, mit Anzeige der Zwischenergebnisse
0 ja, mit Eingriffs-/Änderungsmöglichkeiten
Onein
Kommentar:
Ein dialogsprachlich orientiertes Anwendungssystem soll auch Kommandofolgen (Konkatinationen)
verarbeiten können.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
222
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr.: 211.10.20
Komponente 211: Dialogsprachen (Kommando-, Abfrage-, Programmier- u. Makrosprachen)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Priiffrage:
Lassen sich logisch voneinander unabhängige Parameterwerte in beliebiger Reihenfolge eingeben?
Antwortvorgaben:
0 ja, bei unabhängigen Paramterketten
() nein, in keinem Fall
Kommentar:
Die Eingabe in beliebiger Reihenfolge ist bei logisch unabhängigen Paramterwerten eine
wünschenswerte Eigenschaft.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
223
Prüffragen-Nr.: 211.10.30
Komponente 211: Dialogsprachen (Kommando-, Abfrage-, Programmier- u. Makrosprachen)
Gruppe 2i Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Kann wahlweise eine Langform von Kommandonamen und eine Kurzform (Kommandokürzel)
verarbeitet werden?
Antwortvoigaben:
0 ja, wahlweise in Lang- oder Kurzform
() nein, nur in Langform
() nein, nur in Kurzform
() Kommandokürzel sind adaptierbar
Kommentar:
Das Anwendungssystem sollte auch Kommandokürzel verarbeiten können.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
224
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr. : 211.10.50
Komponente 211: Dialogsprachen (Kommando-, Abfrage-, Programmier- u. Makrosprachen)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prfiffrage:
Gibt es die Möglichkeit, die Durchführung von Aktionen des Systems mittels der Dialogsprache (z.B.
durch Makros) an das Auftreten von bestimmten Ereignissen (z. B. Eingang von Nachrichten,
Abschluß von Hintetgrundprozessen etc.) zu koppeln (Spezifizierung von Triggern)?
Antwortvorgaben:
0 ja, koppelbar (an welche Ereignisse?):
Onein
Kommentar:
Das Anwendungssystem soll die Koppelung von Aktionen an das Auftreten von bestimmten
Ereignissen erlauben (Spezifikation von Triggern).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
225
Prüffragen-Nr.: 212.10.10
Komponente 212: Natürlich-sprachlicher Dialog
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
PrUffrage:
Kann der Dialog natürlich-sprachlich geführt werden?
Antwortvoigaben:
() ja, unbeschränkt
() ja, aber auf bestimmt Kommandos beschränkt
0 ja, aber nur in bestimmten Dialogsituationen
0 ja, wahlfrei zu anderen Dialogtechniken
Onein
Kommentar:
Vor allem ungeübten Benutzern erleichtert die Möglichkeit eines quasi natürlich-sprachlichen Dialogs
den Zugang zum Anwendungssystem, da nur geringe syntaktische und semantische Kenntnisse
erforderlich sind. Ab einem bestimmten Expertisegrad des Benutzers erweist sich jedoch ein
natürlich-sprachlicher Dialog für den Benutzer als umständlich und aufwendig in der Handhabung
(hoher Schreibaufwand). Daher sollte diese Dialogtechnik entweder nur wahlfrei mit anderen
Dialogtechniken angeboten werden oder auf geeignete Anwendungsgebiete beschränkt bleiben (z.B.
Publikumsinformationssysteme, Auskunftssysteme).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
226
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 06: Erwartungskonformität
Prüffragen-Nr.: 213.06.10
Komponente 213: Funktionstasten
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Frfiffrage:
Ist die Belegung der Funktionstasten im Anwendungssystem einheitlich und kann die Belegung vom
Benutzer abgerufen werden?
Antwortvorgaben:
0 ja, einheitlich
() nein, uneinheitlich
() ja, Belegung einsehbar mittels Tastaturschablone
() ja, Belegung am Bildschirm einblendbar
() nein, Belegung nicht einsehbar
Kommentar:
Sollte eine einheitliche Belegung der Funktionstasten im Anwendungssystem nicht möglich sein,
sollte der Benutzer z.B. durch Anzeige am Bildschirm die aktuelle Belegung vermittelt bekommen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 03: Komfort
227
Prüffragen-Nr.: 214.03.10
Komponente 214: Formulare/Masken
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Wird auf einer Maske eine vollständige (Teil-) Aufgabe dargestellt?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein
Kommentar:
Wenn möglich, sollte jede Maske eine vollständige (Teil-) Aufgabe oder zumindest einen
vollständigen Arbeitsschritt darstellen, um dem Benutzer das häufige Springen zwischen Masken zu
ersparen (vgl. Baitech (1989)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
228
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 214.05.10
Komponente 214: Formulare/Masken
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prfiffrage:
Werden vor bzw. nach der Eingabe von Parametern in Dialogboxen die zugehörigen Maßeinheiten
angezeigt bzw. hinzugefügt?
Antwortvoigaben:
0 ja, die zugehörige Maßeinheit wird angezeigt
0 ja, die zugehörigen Maßeinheit wird nachträglich hinzugefügt
Onein
Kommentar:
In Dialogfenstern von Formularen/Masken sollen vor bzw. nach der Eingabe von Parametern die
zugehörigen Maßeinheiten angezeigt bzw. hinzugefügt werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
229
Prüffragen-Nr.: 214.05.20
Komponente 214: Formulare/Masken
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Wird in Eingabefeldern von Formularen/Masken der zuletzt spezifizierte oder voreingestellte Wert
des zugehörigen Parameters angezeigt?
Antwortvergaben:
0 ja, der zuletzt spezifizierte Wert
() ja, der voreingestellte Defaultwert
() ja, Wahl zwischen voreingestellten und spezifizierten Wert
() keine Werte angezeigt
Kommentar:
Eine Wahl zwischen voreingestellten oder spezifizierten Werten durch den Benutzer sollte möglich
sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
230
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 06: Erwartungskonformität
Prüffragen-Nr.: 214.06.10
Komponente 214: Formulare/Masken
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Wurden bei der Gestaltung der Formulare/Masken existierende gedruckte Vorlagen berücksichtigt?
Antwortvorgaben:
0 ja
Onein
Kommentar:
Ein Übereinstimmung mit existierenden gedruckte Vorlagen erleichtert dem Benutzer die
Orientierung am Bildschirm und bewirkt eine Anpassung des Anwendungssystem an die
Aufgabenerfordernisse (vgl. Baitsch (1989)).
Bewertung:
Note:
Begründung:
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
231
Prüffragen-Nr.: 214.09.10
Komponente 214: Formulare/Masken
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Können die Formulare/Masken vom Benutzer angepaßt werden (beispielsweise an existierende
Belegvorlagen)?
Antwortvorgaben:
() ja, Reihenfolge/Position der Eingabefelder
() ja, Reihenfolge/Position der Ausgabefelder
() ja, Benennung der Ausgabefelder
() ja, Aufteilung der Dialogbereiche
() nein
Kommentar:
Eine Adaptierung der Formular/Masken durch den Benutzer sollte möglich sein. Damit besteht für
ihm die Möglichkeit der Anpassung der Dialogtechnik an seine Aufgabenerfordemisse (z.B.
Orientierung an existierende Belegvorlagen oder an der Bearbeitungsreihenfolge).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
232
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 215.05.10
Komponente 215: Menüs
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Wieviele Menüoptionen kommen auf den verschiedenen Ebenen des Systems vor?
Antwortvorgaben:
() Anzahl der Menüebenen:
() Anzahl der Menüoptionen im Hauptmenü:
() durchschnittliche Anzahl der Menüoptionen in allen Ebenen:
Kommentar:
Die Menüstruktur sollte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Tiefe (Anzahl der Ebenen) und Breite
(Anzahl der Menüoptionen) aufweisen. Der Menübaum sollte i.d.R. nicht mehr als zwei bis max. drei
hierachische Stufen enthalten; flache, breite Menübäume sind besser als tiefe, schmale (vgl. Baitsch
(1989))! Dem ungeübten Benutzer sollte eine geringer Anzahl von Menüoptionen angeboten werden
(etwa 4 bis 8 pro Menü), dem geübteren Benutzer kann auch eine größere Anzahl von Menüoptionen
zugemutet werden (etwa 15 bis 20 pro Menü).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 06: Erwartungskonformität
233
Prüffragen-Nr.: 215.06.10
Komponente 215: Menüs
Gruppe h Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
In welcher Reihenfolge sind Menüoptionen angeordnet?
Antwortvorgaben:
() inhaltlich e Struktur
0 Häufigkeit der Benutzung
0 alphabetisch
0 sonstige (welche?):
Kommentar:
Die Auswahlmöglichkeiten im Menü sollen nach einem einheitlichen und für den Benutzer leicht
durchschaubaren Konzept konstruiert sein. Dies erleichtert dem Benutzer das Erlernen der
Handhabung dieser Dialogtechnik (Aufbau eines mentalen Modells). Hierbei ist eine inhaltliche
Struktur zu bevorzugen; falls diese nicht realisierbar ist, sollte eine Reihenfolge nach der Häufigkeit
oder dem Alphabet vorliegen (vgl. Smith (1986) und Baitsch (1989)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
234
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 07: Fehlerrobustheit
Prüffragen-Nr.: 215.07.10
Komponente 215: Menüs
Gruppe h Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Werden Sperrungen von kontextabhängig nicht verfügbaren Optionen in Menüs angezeigt?
Antwortvorgaben:
0 ja, durch Codierung (z.B. "Grauschaltung") der gesperrten Optionen
() ja, durch Auslassung der gesperrten Optionen
0 ja, durch Ausgabe einer Fehlermeldung bei Aktivierung einer gesperrten Option
() keine Anzeige der Sperrung
Kommentar:
Kontextabhängig gesperrte Optionen sollten durch Codierung vor einer Aktivierung geschützt
werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
235
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
Prüffragen-Np.: 215.09.10
Komponente 215: Menüs
Gruppe 2i Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Sind Menüs adaptierbar?
Antwortvorgaben:
() ja, Anzahl der Menüoptionen in Abhängigkeit vom Expertisegrad des Benutzers (z.B. mittels einer
Menüoption "Kurzeinstellungen")
() ja, Umbenennung von Menüoptionen
() ja, Umstellung von Menüoptionen
() ja, Herausnahme von Menüoptionen
() ja, Hineinnahme weiterer Menüoptionen (z.B. mittels externer Werkzeuge)
0 ja, sonstige Maßnahmen (welche?):
0 nein
Kommentar:
Menüs sollten adaptierbar sein, damit sie an benutzerspezifische (z.B. Expertisegrad) und
aufgabenspezifische Anforderungen angepaßt werden können.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
236
Anhang F: Prüffragensammlung
Prüffragen-Nr.: 215.10.10
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Komponente 215: Menüs
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Ist das unmittelbare Springen in gleichen und in verschiedene Menüebenen möglich?
Antwortvorgaben:
0 ja, jederzeit in das Hauptmenü
0 ja, in andere Menüoption derselben Menüebene
0 ja, in andere Menüoptionen anderer Menüebenen
0 nein
Kommentar:
Neben den Sprungmöglichkeiten zu Menüoptionen in höheren und tieferen Ebenen, sind direkte
Sprungmöglichkeiten zu Menüoptionen in gleicher Ebene und zu anderen Zweigen des Menübaumes
wünschenswert. Weiters sollte der Benutzer jederzeit die Möglichkeit haben in das Hauptmenü
zurückzuspringen (vgl. Baitsch (1989)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
237
Prüffragen-Nr.: 215.10.20
Komponente 215: Menüs
Gruppe 2: Am Ende eines Progranuns/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Pr&ffrage:
Können Menüoptionen durch Eingabe von (Anfangs-) Buchstaben oder Nummern oder direktmanipulativ ausgewählt werden?
Antwortvorgaben:
() durch (Anfangs-) Buchstaben
() durch Nummern
() direkt-manipulativ
Kommentar:
In Menüs sollen Optionen eher mit Namensabkürzungen als mit Nummern zu aktivieren sein, wenn
keine hierarchische/quantitative Ordnung möglich ist Das Erlernen der Namensabkürzungen wird
erleichtert, wenn sie im Menü hervorgehoben/angezeigt werden. Zusätzlich ist eine direktmanipulative Auswahlmöglichkeit wünschenswert, da sie vor allem von ungeübteren Benutzern
bevorzugt wird (vgl. Smith (1986)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
238
Anhang F: Prüffragensammlung
Prüffragen-Nr.: 216.04.20
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
Komponente 216: Fenster
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Können mehrere Fenster gleichzeitig am Bildschirm dargestellt werden?
Antwortvorgaben:
() ja (Begrenzung der Anzahl praktisch beeinträchtigend?):
0 nein
Kommentar:
Durch die Darstellung mehrerer Fenster kann der Benutzer mehrere Objekte (z.B. Dokumente) bzw.
mehrere Anwendungen (z.B. Textverarbeitung und Graphik) gleichzeitig darstellen und anwenden.
Dies entspricht seiner traditionellen Arbeitsweise (Desktop-Metapher) und erhöht somit die
Übersichtlichkeit. Dazu müssen die einzelnen Fenster erkennbar voneinander abgegrenzt sein. Eine
wichtige hardwaretechnische Voraussetzung ist ein entsprechen großer Bildschirm (zumindest A4,
besser A3).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
239
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
Prüffragen-Nr.: 216.04.30
Komponente 216: Fenster
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/ Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Wurden bei der optischen Gestaltung von Fenstern die folgenden Gestaltungsregeln befolgt?
Antwortvorgaben:
0 Fensterelemente (z.B. Titelleiste) erscheinen immer an der gleichen Stelle, in gleichbleibender
Gestaltung und in unveränderlicher Größe.
() Unterschiedliche Funktionen von Fenstern (z.B. Arbeitsfenster, Dialogfenster, Meldefenster) sind
durch die Fensterform erkennbar.
0 Fenster und Hintergrund sind optisch deutlich unterscheidbar.
() Mehrere Fenster sind deutlich voneinander abgegrenzt
0 Fensterrahmen und Fensterinhalt sind deutlich unterscheidbar.
() Die Fenstergröße ist den Erfordernissen der Arbeitsaufgabe angepaßt; beim Öffnen besitzt Fenster
eine Standardgröße.
() Die Position des Fensterinhaltes (z.B. angezeigtes Dokument) im Fenster wird deutlich.
Kommentar:
Bei der Gestaltung der Fenster sollten möglichst alle der in den Antwortvorgaben beschriebenen
Gestaltungsregeln befolgt worden sein (vgl. Siemens/Nixdorf (1989)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
240
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 216.05.10
Komponente 216: Fenster
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Gibt es Unterstützungen zur übersichtlichen Anordnung und zur einfachen Verwaltung von
Fenstern?
Antwortvorgaben:
0 ja, bei mehreren geöffneten Fenstern wird eine Information über die Zahl und Lage geboten
(welche?):
() ja, das jeweils aktive Fenster wird hervorgehoben
() ja, alle geöffneten Fenster sind in einer strukturierten Übersicht anzeigbar
0 nein
Kommentar:
Da es durch das gleichzeitige Öffnen mehrerer Fenster sehr schnell zu einer Beeinträchtigung der
Orientierung des Benutzers kommen kann, sollten ihm geeignete Unterstützungen (Verzeichnis,
Verkleinerungsmöglichkeiten) angeboten werden. Gleichzeitig kann durch eine deutliche
Hervorhebung des aktiven (eingabebereiten) Fensters die Orientierung unterstützt werden. Eine
Begrenzung der gleichzeitig offenbaren Fenster kann dem Benutzer zwar vor einem Verlust der
Orientierung bewahren, beschränkt jedoch seine Steuerungsmöglichkeiten (vgl. Siemens/Nixdorf
(1989))
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
241
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr.: 216.10.10
Komponente 216: Fenster
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Welche Manipulationen können an Fenstern vorgenommen und welche Operationen können an den
Fensterinhalten durchgeführt werden?
Antwortvorgaben:
() Fenster teilen
0 Fenstergröße voreinstellbar
0 Öffnen des Fensters
() Schließen des Fensters
0 Ort des Fensters änderbar (z.B. durch Verschieben)
() Plazierung der Fenster voreinstellbar
() Schnellaufzug (Resize, Rescale), Zoomfunktion verfügbar
0 Titel der Fenster änderbar
0 Limits (z.B. Zahl der geöffneten Fenster) änderbar
0 Vernetzen verschiedener Fenster möglich (z.B. durch Bestimmen der Reihenfolge der Fenster)
0 Einreihen, Hervorholen, Zurücksetzen von Fenster
0 Blättern innerhalb des Fensters
0 Fensterinhalte kontinuierlich horizontal und vertikal verschiebbar
() Vergrößern und Verkleinem der Fensterinhalte
() Fensterinhalte löschen
Kommentar:
Durch die in den Antwortvorgaben geforderten Manipulationen und Operationen an den Fenstern
und den Fensterinhalten wird dem Benutzer eine große Hexibilität bei der Steuerung des Dialogs
geboten. Es sollte daher die Mehrzahl dieser Operationen dem Benutzer zur Verfügung stehen.
Bewertung:
Note:
Begründimg:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
242
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 03: Komfort
Prüffragen-Nr.: 217.03.10
Komponente 217: Direkte Manipulation
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prfiffrage:
Welche Funktionen können direkt-manipulativ ausgeführt werden?
Antwortvorgaben:
0 Öffnen
0 Schließen
() Auswählen
0 Markieren
() Verschieben
0 Vergrößern /Verkleinern
0 Kopieren
() Drucken
() Löschen
() Kommandoaufruf in Menüs und Dialogboxen
Kommentar:
Die aufgelisteten Funktionen sollen möglichst vollständig direkt-manipulativ ausführbar sein. Mit
Rücksicht auf die geforderte Flexibilität (vgl. 210.10.20) sollen auch andere Dialogtechniken angeboten
werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
243
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 217.05.10
Komponente 217: Direkte Manipulation
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Können die verfügbaren direkt-manipulativen Funktionen angezeigt werden?
Antwortvorgaben:
() textuelle Darstellung (Liste)
() visuelle Präsentation (Film)
Onein
Kommentar:
Zumindest sollte eine textuelle Darstellung möglich sein. Wünschenswert wäre auch eine visuelle
Präsentation.
Bewertung:
Note:
Begründung:
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
244
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 06: Erwartungskonformität
Prüffragen-Nr.: 220.06.10
Komponente 220: Dialogsteuerung/Dialogablauf
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Erfolgt das Navigieren durch Programm-Module, Verzeichnisse (Directories) von Objekten, oder Teile
(Bildschirme, Felder, Sätze, etc.) von Objekten in einheitlicher und anschaulicher Weise?
Antwortvorgaben:
0 ja
() ja, aber mit Ausnahmen (welche?):
() nein
Kommentar:
Das Navigieren im System soll in konsistenter Weise unterstützt werden, z.B. über Laufbalken (scroll
bars), Cursortasten, Tabulatoren, Maussteuerung, klicksensitive Bereichsunterlegung von Objekten.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
245
Prüffragen-Nr.: 221.10.10
Komponente 221: Direktwahl
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
PrUffrage:
Kann eine gewünschte Maske (Formular) direkt angewählt werden?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein
Kommentar:
Der Benutzer soll im Dialog jederzeit die für die weitere Aufgabendurchführung gewünschte Maske
auswählen können. Diese Auswahl kann jedoch nur ausgeführt werden, sofern der begonnene Dialog
keine weiteren Dialogschritte erfordert. Vor dem Aufruf der gewählten Maske werden die im
aktuellen Dialogschritt eingegebenen Daten verarbeitet (vgl. dazu DIN 66234 Teil X bzw. ISO 9241
Part 15).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
246
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr.: 222.10.10
Komponente 222: Feidanwahl
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
PrUffrage:
Kann innerhalb einer Maske (Formular) ein Eingabefeld direkt gewählt werden?
Antwortvorgaben:
0 ja, Anwahl des nächsten, des vorhergehenden Eingabefeldes möglich
() ja, uneingeschränkte Feidanwahl möglich
0 nein
Kommentar:
Innerhalb einer Maske (Formular) sollte zumindest die Anwahl des nächsten oder des
vorhergehenden Eingabefeldes möglich sein. Die im aktuellen Dialogschritt eingegebenen Daten
werden dabei nicht verarbeitet. Wünschenswert ist eine direkte Anwahl aller vorhandenen
Eingabefelder (vgl. dazu DIN 66234 Teü X bzw. ISO 9241 Part 15).
Bewertung:
Note:
Begründung:
Notiz:
Kriteriumsgewichtung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
247
Prüffragen-Nr.: 223.10.10
Komponente 223: Verschieben, Blättern
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Kann der Inhalt des Arbeitsbereiches des Bildschirmes um eine wählbare Distanz (z.B. eine Zeile, eine
Spalte) verschoben werden (Scrolling)?
Antwortvorgaben:
() ja, um wählbare Distanz
0 ja, um vorgegebene Distanz
0 nein
Kommentar
Hin Verschieben des Inhaltes des Arbeitsbereiches soll zumindest um eine vom System vorgegebene
Distanz möglich sein. Wünschenswert ist ein uneingeschränktes (kontinuierliches) Verschieben des
Inhaltes des Arbeitsbereiches. Nach dem Verschieben soll die Position des am Bildschirm sichtbaren
Ausschnittes innerhalb des gesamten Datenbereiches angezeigt werden (vgl. dazu DIN 66234 Teil X
bzw. ISO 9241 Part 15).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
248
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr.: 223.10.20
Komponente 223: Verschieben, Blättern
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Kann der Inhalt des Arbeitsbereiches des Bildschirm durch (seiten- oder objektweises) Vor- und
Zurückblättern angezeigt werden (Blätterfunktion)?
Antwortvorgaben:
0 ja
() nein
Kommentar:
Eine Blätterfunktion sollte verfügbar sein. Nach dem Blättern soll die Position des am Bildschirm
sichtbaren Ausschnittes innerhalb des gesamten Datenbereiches angezeigt werden (vgl. dazu DIN
66234 Teil X bzw. ISO 9241 Part 15).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
249
Prüffragen-Nr.: 224.10.10
Komponente 224: Speichern des Bildschinninhalts
Gruppe 2i Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
PrUffrage:
Kann der Bildschirminhalt insgesamt oder ein Teil des Bildschirminhaltes gespeichert und auf
Anforderung wieder angezeigt werden?
Antwortvorgaben:
0 ja, gesamter Bildschirminhalt
() ja, Teile des Bildschirminhaltes
() nein
Kommentar:
Zumindest der vollständige Bildschirminhalt sollte unter einem vom System vorgegebenen Namen
gespeichert werden. Wünschenswert ist zusätzlich die Möglichkeit zum Speichern von Teilen des
Bildschirminhaltes sowie die freie Vergabe des Names (vgl. dazu DIN 66234 Teil X bzw. ISO 9241 Part
15).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
250
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr.: 225.10.10
Komponente 225: Abbrechen eines Dialogschritts
Gruppe 1: In der Priifaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Kann ein Dialogschritt (Folge von Eingabe, dazugehöriger Verarbeitung durch das System und
Ausgabe) zum Zeitpunkt, zu dem das System auf eine Benutzereingabe wartet, abgebrochen werden?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein
Kommentar:
Ein Abbrechen eines Dialogschritts sollte möglich sein. Danach sollte der Dialog in dem Zustand sein,
der nach Beendigung des vorherigen Dialogschritts erreicht wurde (vgl. dazu DIN 66234 Teil X bzw.
ISO 9241 Part 15).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
251
Prüffragen-Nr.: 226.06.10
Kriterium 06: Erwartungskonformität
Komponente 226: Abbrechen/Unterbrechen eines Dialogs
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Bleibt nach dem Unterbrechen eines Dialoges - etwa bedingt durch eine Aibeitsunterbrechung - der
Arbeitskontext erhalten?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein
Kommentar:
Nach einer durch Zwischenoperation bedingten Arbeitsunterbrechung soll der Inhalt der von bisher
getätigten Eingaben (z.B. Parameterdefinitionen) und die Positionierung des Cursors erhalten bleiben
(vgl. dazu DIN 66234 Teil X bzw. ISO 9241 Part 15).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewichtung:
252
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 07: Fehlerrobustheit
Prüffragen-Nr.: 226.07.10
Komponente 226: Abbrechen/Unterbrechen eines Dialogs
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Kann ein laufender Verarbeitungsprozeß unter- /abgebrochen werden?
Antwortvoigaben:
() ja, generelles Unterbrechen und Wiederaufsetzen möglich
() nein
Kommentar:
Eine Möglichkeit für einen gezielten Abbruch eines Prozesses (z.B. von Kopier- und Druckvorgängen)
sowie ein gezieltes Unterbrechen und Wiederaufsetzen ist wünschenswert (vgl. dazu DIN 66234 Teil
X bzw. ISO 9241 Part 15).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich hing:
Anhang F:
Prüffragensammlung
Kriterium 06: Erwartungskonformität
253
Prüffragen-Nr.: 227.06.10
Komponente 227: Beenden eines Dialogs
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Kann man das System - abgesehen von erforderlichen Benutzer-Bestätigungen für Sicherungszwecke mit Erhalt des Arbeitskontextes beenden (Öffnung mehrerer Dokumente /Anwendungen,
Positionierung des Cursors)?
Antwortvorgaben:
() ja, in einem Dialogschritt
() ja, aber umständlich
0 nein
Kommentar:
Das Anwendungssystem sollte unter Beibehaltung des aktuellenArbeitskontexte (z.B. des geöffneten
Dokumentes, der Position des Cursors)s, abgesehen von Benutzer-Bestätigungen für
Sicherungszwecke, in einem Dialogschritt beendet werden können (vgl. dazu DIN 66234 Teil X bzw.
ISO 9241 Part 15).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
254
Anhang F:
Prüffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
Prüffragen-Nr.: 228.09.10
Komponente 228: Wechseln von Dialogeinstellungen (Anpaßbarkeit)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Hat der Benutzer die Möglichkeit, den Geltungsbereich von Dialogeinstellungen (z.B. Art der
Dialogtechnik, Layout des Bildschirms, Vorgabe von Defaultwerten, Cursorposition) zu steuern?
Antwortvorgaben:
() ja, Dialogeinstellungen können an Anwendungssystem gebunden werden
() ja, Dialogeinstellungen können an Dokument gebunden werden
() ja, Dialogeinstellungen können an eine Anwendungssitzung gebunden werden
0 ja, sonstige Bindungen (welche?):
() nein, Dialogeinstellungen gelten generell bis auf Widerruf
Kommentar:
Die Dialogeinstellungen sollten möglichst differenziert gesteuert werden können. Dies ermöglicht
dem Benutzer einen aufgabengerechten Dialog zu führen und ihn seiner individuellen Arbeitsweise
anzupassen (vgl. dazu DIN 66234 Teil X bzw. ISO 9241 Part 15).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich hing:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
255
Priiffragen-Nr.: 229.05.10
Komponente 229: Exploration, Makrobildung (Dialogprotokollierung)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prfiffrage:
Sind die Dialogabläufe als "Maps" (karten-/netzähnliche Darstellungen) visualisierbar und können
diese "Maps" mit Hilfe eines "Browser" (ohne an den Arbeitsdaten Veränderungen vornehmen zu
können) durchlaufen werden?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein
Kommentar:
Durch eine graphische Simulation und durch entsprechenden Browsingmöglichkeiten soll der
Benutzer in die Lage versetzt werden, sich ein Bild von den Dialogabläufen machen zu können.
Bewertung:
Note:
Begründung:
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
256
Anhang F: Prüffragensammlung
Prüf£ragen-Nr.: 229.10.10
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Komponente 229: Exploration, Makrobildung (Dialogprotokollierung)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Kann der Benutzer die Dialogschritte protokollieren, abspeichern und editieren (Dialoggeschichte)?
Antwortvorgaben:
() ja, Definition von Start und Ende explizit durch den Benutzer
0 ja, Abspeichern unter einem vom Benutzer vergebenen Namen
() ja, Möglichkeiten zur Steuerung des Protokollumfanges (z.B. nur Ein-/Ausgaben,
Maskenidentifikationen, Arbeitsdatenveränderungen)
0 ja, Möglichkeiten zur Anzeige, zum Editieren, zur Kommentierung der Protokollinhalte
0 ja, Möglichkeiten zur parallelen Anlage von Protokollen für eine/mehrere Anwendungen
0 nein
Kommentar:
Die Aufzeichnung von Dialogschritten ist eine wünschenswerte Eigenschaft, da sich der Benutzer
damit von ihm im Dialog ausgeführte Schritte zu einem späteren Zeitpunkt wieder verfügbar machen
kann. Beispielsweise kann der Benutzer eine komplizierte Datenbankabfrage aufzeichnen,
kommentieren und sich zu einem späteren Zeitpunkt bei Bedarf nutzbar machen (vgl. dazu DIN
66234 Teil X bzw. ISO 9241 Part 15).
Ausschließlich der Benutzer soll die Verfügung über die Verwendung der in einem Protokoll
gespeicherten Daten haben (vgl. dazu die Forderungen der Prüffrage 412.12.30).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F:
257
Prüffragensammlung
Prüffragen-Nr.: 229.10.20
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Komponente 229: Exploration, Makrobildung (Dialogprotokollierung)
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Pr&ffrage:
Bietet das System die Möglichkeit, Dialogmakros zu bilden und zu editieren?
Antwortvorgaben:
0 ja, durch eine gespeicherte Folge von Dialogschritten
() ja, durch Abspeichern von Kommandofolgen
() ja, mittels aufgezeichneter Dialogprotokolle (Dialoggeschichte)
0 ja, es können variable Eingaben vorgenommen werden (beim Start oder während der Ausführung
des Makros)
0 ja, bei der Aufforderung zur Eingabe kann der Benutzer wählen, ob er die Ausführung fortsetzt
oder den Dialog individuell weiterführt
0 ja, auch editierbar
0 nein
Kommentar:
Das Bilden von Dialogmakros sollte vom Anwendungssystem unterstützt werden. Dies erlaubt dem
Benutzer den Dialog an seine individuellen bzw. aufgabenspezifischen Bedürfnisse anzupassen (vgl.
dazu DIN 66234 Teil X bzw. ISO 9241 Part 15).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
258
Anhang F: Prüffragensammlung
Prüffragen-Nr.: 229.10.30
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Komponente 229: Exploration, Makrobildung (Dialogprotokollierung)
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Können Auswirkungen von Operationen an bestehenden Arbeitsdaten exploriert werden?
Antwortvoigaben:
() ja, durch vorheriges Definieren eines "Freezing-Points"
0 ja, durch (mehrfaches) UNDO
() ja, in bezug auf einen Dialogschritt
0 ja, in bezug auf mehrere Dialogschritte
Onein
Kommentar:
Durch die Exploration der Auswirkungen von Operationen wird der Benutzer zu einem Erkunden
der Systemfunktionalität ermutigt. Gleichzeitig hat er die Möglichkeit die Auswirkungen kritischer
Funktionen zu simulieren bzw. verschiedene Strategien bei der Aufgabenerfüllung zu verfolgen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewichtung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
259
Prüffragen-Nr.: 230.05.10
Komponente 230: Statusinformationen und Meldungen
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Erhält der Benutzer eine Systemmeldung (Angabe) über den Namen der aktuellen Datei (1), deren
logische Verortung (Verzeichnis, Directory) (2), deren physikalischen Datenträger (Laufwerk) (3) und
das benutzte Programm/-modul (4)? Bitte ankreuzen und entsprechende Nummer eintragen.
Antwortvorgaben:
0 ja, permanent (z.B. Kopf- oder Fußzeile):
0 ja, steuerbar (z.B. über Infofenster):
0 nein
Kommentar:
Eine Statusanzeige über den Namen der aktuellen Datei, deren logische Verortung (Verzeichnis),
deren physikalischer Datenträger und das benutzte Programm/-modul ist wünschenswert; sie sollte
steuerbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
260
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 230.05.20
Komponente 230: Statusinformationen und Meldungen
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Erhält der Benutzer eine Systemmeldung (Angabe) über den noch verfügbaren Speicherplatz im
Arbeitsspeicher (1), auf der Festplatte (2) und auf der Diskette (3)? Bitte ankreuzen und entsprechende
Nummer eintragen.
Antwortvorgaben:
() ja, permanent:
0 ja, steuerbar
Onein
Kommentar:
Eine Statusanzeige über den verfügbaren Speicherplatz im Arbeitsspeicher, auf der Festplatte und auf
der Diskette ist wünschenswert; sie sollte steuerbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
261
Prüffragen-Nr.: 230.05.30
Komponente 230: Statusinformationen und Meldungen
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Gibt das System Informationen über die Ausführung von Verarbeitungsprozessen und die
Eingabebereitschaft?
Antwortvoigaben:
() ja, über die Art (z.B. Laden)
0 ja, über das Objekt, den Inhalt (z.B. Programme)
() ja, über den Umfang (z.B. Speicherbedarf)
0 ja, über die Dauer (Zeitbedarf)
() ja, mit Meldungen über Zwischenergebnisse und Vollzug
0 ja, Anzeigen sind steuerbar (z.B. Art, Umfang, Dauer?):
0 ja, Anzeige der Eingabebereitschaft
() nein, keine Informationen
Kommentar:
Rückmeldungen über die Eingabebereitschaft und über laufende Verarbeitungsprozesse sind
erforderlich, sie sollten aber steuerbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
262
Anhang F:
Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 230.05.40
Komponente 230: Statusinformationen und Meldungen
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Gibt das System Zustandsmeldungen über den Bearbeitungsstand von Hintergrundprozessen
(Prozesse, die unabhängig vom aktuellen Dialogablauf abgearbeitet werden) ab?
Antwortvorgaben:
() ja, permanent
0 ja, steuerbar
0 nein
Kommentar:
Zustandsmeldungen über den Bearbeitungsstand von Hintergrundprozessen sind wünschenswert; sie
sollten steuerbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
263
Prüffragen-Nr.: 230.05.50
Komponente 230: Statusinformationen und Meldungen
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Zeigt das System an, ob eine Betriebsstörung vorliegt und gibt es Hinweise auf Behebungsmöglichkeiten?
Antwortvorgaben:
0 ja, Anzeige eines Systemabsturzes (z.B. "Bombe")
() ja, Informationen über gesicherte Datenbestände
0 ja, Verweis auf "Therapiesoftware"
Kommentar:
Das System sollte anzeigen, wenn eine Betriebsstörung vorliegt, ob noch Datensicherungsmaßnahmen
durchgeführt worden sind (z.B. Anlegen von Sicherungskopien) und wenn möglich, Hinweise zur
Durchführung von Behebungsmaßnahmen ("Therapiesoftware") geben.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
264
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 230.05.60
Komponente 230: Statusinformationen und Meldungen
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Sind Systemmeldungen ausformuliert (und nicht kryptisch)?
Antwortvorgaben:
0 ja, Eingabeaufforderungen
0 ja, Quittierungen
() ja, Zustandsanzeigen
0 ja, Ereignismeldungen
() ja, Präsenzanzeigen
0 ja, Fortschrittsmeldungen
0 ja, Fehleranzeigen/-meldungen
0 ja, Hilfeinformationen
0 ja, Rückfragen
0 ja, sonstige Systemmeldungen:
0 nein, welche:
Kommentar:
Systemmeldungen sollten ausformuliert aber knapp und präzise sein (Reduktion des Leseaufwandes);
sie sollten sich auf die aktuelle Dialogsituation beziehen (kontextsensitiv); sie sollten keine
anthropomorphisierenden Redewendungen enthalten; sie sollten in der Fach- bzw. Umgangssprache
des Benutzers abgefaßt sein, daher sind EDV-Fachjargon und "Geheim-Codes" (z.B. Fehlernummern)
zu vermeiden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
265
Prüffragen-Nr.: 230.05.70
Komponente 230: Statusinformationen und Meldungen
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Sind Meldungen des Anwendungssystems für den Benutzer jederzeit unterscheidbar in
Rückmeldungen (bzw. Statusinformationen), Nachfragen des Anwendungssystems, Warnungen und
Fehlermeldungen?
Antwortvorgaben:
0 ja, Unterscheidungsmerkmale (z.B. Placierung, Invertierung, Umrahmung, Farbe, Akustik?):
0 nein
Kommentar:
Meldungen des Systems sollten jederzeit für den Benutzer unterscheidbar sein, damit er sofort aus der
Art der Meldungen auf den derzeitigen Systemzustand schließen und die entsprechenden Reaktionen
ableiten kann. Die Unterscheidung sollte durch entsprechende Hervorhebungen unterstützt werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
266
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
Prüffragen-Nr.: 230.09.10
Komponente 230: Statusinformationen und Meldungen
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Können Statusinformationen und Meldungen vom Benutzer an seine individuellen Bedürfnisse bzw.
an seine Aufgabenerfordernisse angepaßt werden?
Antwortvorgaben:
0 ja, Formulierungen
() ja, Umfang
0 ja. Ort
() ja, Kombination: Anzeige - Akustik - Bewegung
0 nein
Kommentar:
Eine Individualisierbarkeit der Statusinformationen und Meldungen sollte durch geeignete
Werkzeuge (z.B. Einstellfenster, Editor) unterstützt werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 07: Fehlerrobustheit
267
Prüffragen-Nr.: 241.07.10
Komponente 241: Fehlervermeidung
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Werden Eingabefehler durch Plausibilitätskontrollen des Systems abgefangen (Umfang und Art der
Kontrolle)?
Antwortvorgaben:
() ja, Kontrolle des zulässigen Datentyps
() ja, Kontrolle des Wertebereiches
0 ja, sonstige Kontrollen (welche?):
() ja, durch Tastenblockierung
0 ja, durch sofortige Rückmeldung nach fehlerhaften Eingabe
() ja, durch Rückmeldung nach Abschluß der gesamten Eingabe
() nein, keine Plausibilitätskontrollen
Kommentar:
Die Eingabe unzulässiger Zeichen soll durch Plausibilitätskontrollen abgefangen und durch
entsprechende Fehlermeldungen zurückgemeldet werden. Dies soll zum frühestmöglichen Zeitpunkt
erfolgen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
268
Anhang F: Prilffragensammlung
Kriterium 07: Fehlerrobustheit
Prüffragen-Nr.: 241.07.20
Komponente 241: Fehlervermeidung
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Wird vor der Ausführung des "Lösche-Kommandos" oder anderer Kommandos mit
schwerwiegenden (möglicherweise irreversiblen) Auswirkungen eine zusätzliche Bestätigung
verlangt?
Antwortvorgaben:
0 ja, abschaltbar
() ja, nicht abschaltbar
0 nein (bei?):
Kommentar:
Zur Vermeidung von Fehlern größeren Umfangs ist vor der Ausführung von Kommandos mit
schwerwiegenden (möglicherweise irreversiblen) Auswirkungen eine zusätzliche Bestätigung zu
verlangen. Für Folgen von Löschoperartionen ist eien Abschaltmöglichkeit wünschenswert.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F:
Prüffragensammlung
Kriterium 07: Fehlerrobustheit
269
Prüffragen-Nr.: 241.07.30
Komponente 241: Fehlervermeidung
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Bietet das Anwendungssystem Hinweise auf die in der jeweiligen Dialogsituation bzw. im jeweiligen
Eingabefeld erlaubten Operationen, Funktionen bzw. Zeichen, Wertebereiche?
Antwortvorgaben:
0 ja (z.B. durch Farbunterlegung, Invertierung, Ausblendung nicht zulässiger Operationen, Anzeige
von Grenzwerten?):
0 nein (bei?):
Kommentar:
Die in der jeweiligen Dialogsituation nicht erlaubten Funktionen bzw. Operationen sollten entweder
als derzeit nicht zulässig kenntlich gemacht werden oder nicht angezeigt werden.
Für das jeweilige Eingabefeld sollten die zulässigen Datentypen oder der zulässige Wertebereich
angezeigt werden oder abfragbar sein. Derartige Maßnahmen bewahren den Benutzer vor
Fehleingaben.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewichtung:
270
Anhang F:
Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 242.05.10
Komponente 242: Fehlerdiagnose
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Geben die Fehlermeldungen ausreichend Aufschluß
Behebungsmöglichkeiten von fehlerhaften Einträgen?
über
die
Ursache
und
die
Antwortvorgaben:
0 ja, über die Ursache eines Fehlers
0 ja, über Behebungsmöglichkeiten des Fehlers
() ja, aber unvollständig
0 ja, aber fehlerhaft
() nein
Kommentar:
Fehlermeldungen sollen sowohl die Ursache des Fehlers erklären als auch Behebungsmöglichkeiten
vorschlagen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
271
Prüffragen-Nr.: 242.05.20
Komponente 242: Fehlerdiagnose
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Werden Fehlerstellen hervorgehoben?
Antwortvoigaben:
() ja, durch Hervorhebung in der Eingabezeile
0 ja, durch Hervorhebung in einer eigenen Korrekturmaske
0 ja, durch textuelle Hinweise
Onein
Kommentar:
Eine Hervorhebung der Fehlerstellen ist erforderlich, da der Benutzer sonst Schwierigkeiten hat die
Fehlermeldung zuzuordnen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
272
Anhang F:
Prüffragensammlung
Kriterium 07: Fehlerrobustheit
Prüffragen-Nr.: 242.07.10
Komponente 242: Fehlerdiagnose
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Zu welchem Zeitpunkt wird ein Fehler vom System gemeldet?
Antwortvorgaben:
0 sofortige Meldung
0 Meldung nach Ausführung der Operation
() keine Meldung
Kommentar:
Fehler sollen zu frühestmöglichen Zeitpunkt gemeldet werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
273
Früffragen-Nr.: 243.04.10
Komponente 243: Fehlermanagement
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Wird eine Überlagerung des aktuellen Feldes, zu dem die Fehlermeldung Aufschluß geben soll,
vermieden?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein, aber Fehlermeldung verschiebbar
0 nein, Fehlermeldung fix
Kommentar:
Eine Überlagerung des aktuellen Feldes soll vermieden werden, falls das nicht möglich ist soll die
Fehlermeldung zumindest verschiebbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
274
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 243.05.10
Komponente 243: Fehlermanagement
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
PrUffrage:
Wie wird der Benutzer bei der Durchführung einer Fehlerkorrektur vom System unterstützt?
Antwortvorgaben:
() durch Überschreibungsmöglichkeit der fehlerhaften Eingabe
0 durch Ergänzungsmöglichkeit der unvollständigen Eingabe (z.B. nachträgliches Eingeben von
fehlenden Parametern)
() durch Ausführbarkeit von fehlenden Dialogschritten
() durch Editierungsmöglichkeiten direkt in der Fehlermeldung
() durch Editierungsmöglichkeiten erst nach Bestätigung der Fehlermeldung (Ausblendung) und
Rücksprung zur fehlerhaften Eingabestelle
0 keine Unterstützung
Kommentar:
Bei einer Fehlerkorrektur soll nur der fehlerhafte Eintrag und nicht die gesamte Eingabe neu
einzugeben sein. Bei unvollständigen Eingaben sollten Ergänzungen möglichst unmittelbar erfolgen
können (z.B. im Fehlermeldungsfenster eingegeben werden können). Außerdem sollten fehlende
Dialogschritte für die Ausführbarkeit eines Kommandos nachgeholt werden können.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 07: Fehlerrobustheit
275
Prüffragen-Nr.: 243.07.10
Komponente 243: Fehlermanagement
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Können bereits ausgeführte Operationen storniert werden (UNDO- Funktion)?
Antwortvoigaben:
0 ja (Anzahl der UNDO-Stufen?):
() ja, auch UNDO kann rückgängig gemacht werden
() nein
Kommentar:
Eine UNDO-Funktion sollte für alle Operationen verfügbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
276
Anhang F:
Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 250.05.10
Komponente 250: Hilfen
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Wie werden Hilfeinformationen angeboten?
Antwortvorgaben:
0 automatisch durch das System (aktive Hilfe), (abschaltbar?):
0 auf Anfrage des Benutzers (passive Hilfe), mittels:
0
speziellem Hilfekommando
0
spezieller Ikone (Pictogramm)
0
spezieller Funktionstaste
()
durch Glossar bzw Index
0
durch Anzeige der Struktur der Hilfeinformation (z.B. Baum)
0
sonstiges (wie?):
() konsistent mit Fehlermeldung
0 keine Hilfeinformationen verfügbar
Kommentar:
Hilfeinformationen sind in Anwendungssystemen für gelegentliche Benutzer unbedingt erforderlich.
Automatisch dargebotene Hilfen sollten abschaltbar sein. Hilfstexte sollten konsistent mit den
Fehlermeldungen sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
277
Anhang F: Priiffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr.: 250.10.10
Komponente 250: Hilfen
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
PrUffrage:
Wo sind Hilfeinförmationen dokumentiert bzw. zugänglich?
Antwortvorgaben:
0 im Anwendungssystem (Online-Hilfe /Online-Tutorial?):
() im Handbuch (Art und Anzahl der Handbücher?):
0 in sonstigen Medien (z.B. Videorecorder?):
() keine Hilfeinformationen verfügbar
Kommentar:
Hilfeinformationen sollen zumindest im Anwendungssystem und im Handbuch verfügbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
278
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 04: Übersichtlichkeit
Prüffragen-Nr.: 251.04.10
Komponente 251: Online-Hilfe
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Wird eine Überlagerung des aktuellen Bereiches, zu dem Hilfe angefordert wurde, vermieden?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein, aber Hilfemeldungen verschiebbar
() nein, Hilfemeldungen fix
Kommentar:
Der Bereich zudem Hilfe angefordert wurde, sollte nicht durch die (erste) Hilfemeldung überlagert
werden. Ausnahme: Ruft der Benutzer aufgrund der Hilfemeldung eine detailliertere Hilfemeldung
oder ein Online-Tutorial auf, kann der betroffene Bereich überlagert werden.Dann sollte allerdings
eine geeignete Navigationsmöglichkeit zwischen Hilfe und aktuellem Bereich angeboten werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
279
Prüffragen-Nr.: 251.05.10
Komponente 251: Online-Hilfe
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Sind die vom System angebotenen Hilfeinformationen gezielt auf Aspekte/Bereiche der aktuellen
Systembenutzung ausgerichtet und aussagekräftig?
Antwortvorgaben:
0 ja
Onein
Kommentar:
Die angebotenen Hilfeinformationen sollen sich auf den aktuellen Dialogzustand beziehen und die
Handlungsmöglichkeiten angemessen beschreiben.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
280
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 251.05.20
Komponente 251: Online-Hilfe
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prfiffrage:
Können Hilfeinformationen schrittweise auf übergreifende Zusammenhänge ausgedehnt oder
spezifiziert werden?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein
Kommentar:
Hilfeinformationen sollten schrittweise auf übergreifende Zusammenhänge ausgedehnt oder
spezifiziert werden können, damit sich der Benutzer an die gesuchte Information herantasten kann
bzw.die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Operationen und Funktionen des
Anwendungssystemes erkennen und erlernen kann (z.B. von einer konkreten Menüoption bis hin zu
generellen Informationen über aus dem Menü möglichen Operationen).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
281
Prüffragen-Nr.: 251.05.30
Komponente 251: Online-Hilfe
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Wird der Benutzer bei der Installation des Anwendungssystems geführt?
Antwortvorgaben:
() ja, durch Masken
0 ja, durch Menüs
() ja, durch Fenster (Dialogboxen)
0 nein, Führung nur durch das Handbuch
Kommentar:
Vor allem für gelegentliche Benutzer ist es unerläßlich, daß sie während des Installationsvorganges
des Anwendungssystems, mittels geeigneter Hilfen (beispielsweise Menüs, Masken, Dialogboxen),
geführt werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
282
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 251.05.40
Komponente 251: Online-Hilfe
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Enthalten Systemerklärungen Quellenbezüge auf das Handbuch/die Handbücher?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein
Kommentar:
Hilfeinformationen sollten Quellenbezüge auf das Handbuch/die Handbücher enthalten, da dies dem
Benutzer einen vereinfachten Zugang zu einem vertieften Systemverständnis ermöglicht.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewichtung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
283
Prüffragen-Nr.: 251.0550
Komponente 251: Online-Hilfe
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Werden auch bei zulässigen Operationsfolgen Vorschläge zur Optimierung des Dialogablaufes
gegeben (aktive Hilfe)?
Antwortvorgaben:
0 ja. Hinweise auf Entfernung überflüssiger Dialogschritte
() ja, Hinweise über Änderung der Reihenfolge der Dialogschritte
0 ja, Hinweise auf die Verfügbarkeit entsprechender Funktionen
() ja. Hinweise auf die Möglichkeit zur Bildung von Makros
0 ja, sonstige (welche?):
0 nein
Kommentar:
Auch bei korrekt eingegebenen Operationsfolgen können Vorschläge des Systems zu einer
Verringerung von Arbeitsschritten führen und damit zu einer Optimierung des Dialogablaufes
beitragen. Die aktive Hilfe sollte jedoch abschaltbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
284
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 06: Erwartungskonformität
Prüf£ragen-Nr.: 251.06.10
Komponente 251: Online-Hilfe
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Ist die Online-Hilfe im gesamten Anwendungssystem mittels derselben Funktions-/Maustaste, dem
gleichen Kommandonamen oder dem gleichen graphischen Symbol (Piktogramm) abrufbar?
Antwortvorgaben:
() ja, einheitlich nur eine Möglichkeit
() ja, wahlweise einheitlich mehrere Möglichkeiten
() nein, uneinheitlich (wie?):
Kommentar:
Im gesamten Anwendungssystem soll für den Benutzer eine einheitliche Möglichkeit zum Abrufen
von Hilfeinformationen bestehen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
285
Prüffragen-Nr.: 251.09.10
Komponente 251: Online-Hilfe
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prfiffrage:
Werden Detaillierungsstufen von Hilfefunktionen für unterschiedliche Benutzergruppen angeboten?
Antwortvorgaben:
0 ja, voreingestellt
() ja, frei wählbar (adaptierbar)
() ja, adaptiv
() nein
Kommentar:
Verschiedene Detaillierungsstufen von Hilfesystemen für Anfänger (mit ausführlicherem
Basiswissen) und für Fortgeschrittene (mit ausführlicherem Spezialwissen) sind wünschenswert.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
286
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 252.05.10
Komponente 252: Online-Tutorial
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Wurden die folgenden Gestaltungsregeln bei der Erstellung des Online-Tutorials berücksichtigt?
Antwortvorgaben:
() Möglichkeit zum kontextspezifischen Aufruf des Tutorials
() Wahrung der Anonymität des Benutzers (Lernerfolg und eventuell gespeicherten Daten nicht
identifizierbar durch Dritte)
0 angestrebte Lehr- und Lernziele sind für den Benutzer erkennbar
() Berücksichtigung von Merkmalen der Zielgruppe des Tutorials (Aufgaben, Kenntnisse der
Benutzer)
0 sachliche Korrektheit (Lerninhalte stimmen mit Anwendungssystem überein)
() inhaltliche Vollständigkeit (Präsentation aller Operationen, Funktionen, usw)
() aufgabenbezogene, modulare Gliederung des Tutorials in Lektionen sowie hierarchischer Aufbau
der Lektionen gemäß der angestrebten Lernziele
() angemessene Länge der Lektionen mit jederzeitiger Ausstiegsmöglichkeit
0 überblicksmäßige Präsentation der Leminhalte (Lektionen) mit gezielter Auswahlmöglichkeit durch
Benutzer
0 Wiederholungen und Zusammenfassungen von Lerninhalten in und am Ende einer Lektion
0 Stichwortverzeichnis, Glossar, Abkürzungsverzeichnis verfügbar
() vielfältige Verwendung von Darstellungsmitteln, wie Animation, Ton, Graphiken und Bildern,
Tabellen und Listen
() aktive Rolle des Benutzers (Eingaben machen, Fragen stellen und beantworten, weiteren
Programmablauf selbst bestimmen, usw.)
0 Diagnose häufiger Fehler mit anschließender Präsentation der entsprechenden Lektion
() Informationen des Benutzers über seinen Wissensstand mittels geeigneter Kriterien zur Evaluation
des Lernerfolges
Kommentar:
Es sollten möglichst viele der obigen Gestaltungsregeln erfüllt sein, um den Benutzer einen schnellen
und effizienten Zugang zu den Einsatzmöglichkeiten, zur Benutzung und zur Funktionalität des
Anwendungssystems zu ermöglichen (vgl. Pigel (1989)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
287
Prüffragen-Nr.: 253.05.10
Komponente 253: Handbücher
Gruppe 2: Am Ende eines Prognuruns/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Welche Arten von Handbüchern sind für das Anwendungssystem verfügbar?
Antwortvorgaben:
() Einführungshandbuch
() Benutzerhandbuch zum Nachschlagen
() Kurzanleitung für den täglichen Gebrauch
() sonstige (welche?):
Kommentar:
Handbücher sollten - in Abhängigkeit ihres Einsatzzweckes - zumindest dreigeteilt sein: Ein
Einführungshandbuch zum Kennenlernen der (Mindest-) Funktionalität für einen sinnvollen Einsatz
sowie zur Beschreibung der prinzipiellen Einsatzmöglichkeiten; ein Benutzerhandbuch zum
Nachschlagen, um weitergehende Informationen zu den einzelnen Funktionen zu bekommen; eine
Kurzanleitung für den täglichen Gebrauch, die knappe Auskunft über die wichtigsten Funktionen
(Syntax, Semantik, Belegung von Funktionstasten, usw.) gibt.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
288
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 253.05.20
Komponente 253: Handbücher
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prfiffrage:
Wurden die folgenden Gestaltungsregeln bei der Erstellung der Handbücher berücksichtigt?
Antwortvorgaben:
0 Berücksichtigung von Merkmalen der Zielgruppe der Handbücher (Aufgaben, Kenntnisse der
Benutzer)
() Beschreibung des Einsatzzweckes und von Einsatzmöglichkeiten des Anwendungssystems
(praxisnahe Beispiele)
() sachliche Korrektheit (Beschreibung stimmt mit Anwendungssystem überein)
0 inhaltliche Vollständigkeit (Beschreibung aller Operationen, Funktionen, usw)
0 Fehlervermeidung durch Hinweise auf typische Fehler und notwendiger Vorbeugemaßnahmen;
Beschreibung der Ursachen und Behebungsmöglichkeiten
() aufgabenbezogene, modulare Darstellung der einzelnen Kapitel (jedes Kapitel für sich verständlich
und mit Beispielen)
() einheitlicher Aufbau (z.B. Kapitelgliederung, Inhalts- /Abkürzungs- und Abbildungsverzeichnis,
Stichwortregister, Glossar)
() einfache Graphiken zur Erklärung von komplexeren Sachverhalten
() Kapitelüberschrift als Kopfzeile
() einheitliche Seitennumerierung
0 wichtige Teile hervorgehoben (Umrahmungen, Marginalien, usw.)
0 Aufzählungen in Tabellen- oder Listenform zur Steigerung der Übersichtlichkeit
() gut lesbares Schriftbild (nicht zuviele Typenarten, magere bzw normale Typenstärke, Typengröße
zwischen 8 bis 14 Punkten)
0 Loseblattsammlung (änderungsfreundlicher!)
Kommentar:
Es sollten möglichst viele der obigen Gestaltungsregeln erfüllt sein, um dem Benutzer einen schnellen
und effizienten Zugang zu den Einsatzmöglichkeiten, zur Benutzung und zur Funktionalität des
Anwendungssystems zu ermöglichen (vgl. Rupietta (1987)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 02: Nützlichkeit
289
Prüffragen-Nr.: 310.02.10
Komponente 310: Funktionalität des Anwendungssystems
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Sind die im Anwendungssystem realisierten Funktionen für die Erfüllung der vorgesehenen
Aufgaben angemessen ?
Antwortvorgaben:
() ja, Begründung:
() nein, Begründung:
Kommentar:
Eine angemessene Funktionalität des Anwendungssystems ist eine wesentliche funktionsergonomische Voraussetzung für die Erfüllung der Aufgabe(n). Unter der Voraussetzung, daß die
Prüfaufgabe unter Berücksichtigung und Erfassung der realen Aufgabensituation erstellt worden ist,
bietet sie eine gute Basis zur Beurteilung dieser Prüffrage.
Bewertung:
Note:
Begründung:,
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
290
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 02: Nützlichkeit
Prüffragen-Nr.: 310.02.20
Komponente 310: Funktionalität des Anwendungssystems
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des
Handbuches, prüfen
Prüffrage:
Welche Typen von Objekten werden vom Anwendungssystem unterstützt?
Antwortvorgaben:
0 Zeichen
0 Wort/Feld
0 Zeile
() Spalte
0 Satz, Datensatz
0 Absatz, Tabelle
0 Bereich, Datensicht
() Dokument
0 Rechteck
0 Quadrat
0 Kreis
0 Ellipse
0 Vieleck
0 Bogensegment
() sonstige (welche?):
Kommentar:
Alle für die Aufgabenerfüllung erforderlichen generischen Objekte müssen vom Anwendungssystem
zur Verfügung gestellt werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 02: Nützlichkeit
291
Prüffragen-Nr.: 310.0230
Komponente 310: Funktionalität des Anwendungssystems
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Sind erarbeitete Zwischenlösungen (Teile von Dokumenten) ausdruckbar?
Antwortvorgaben:
0 ja, ein zu spezifizierendes Objekt
() ja, der jeweilige komplette Bildschirminhalt
Onein
Kommentar:
Neben der Druckausgabe von zu spezifizierenden Objekten (Dokumententeilen) sollte auch der
Ausdruck von kompletten Bildschirminhalten möglich sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
292
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
Prüffragen-Nr.: 310.09.10
Komponente 310: Funktionalität des Anwendungssysteins
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Kann die Art der Ausgabe von Arbeitsdaten auf den Ausgabemedien (z.B. Bildschirm, Drucker,
Plotter) an die Bedürfnisse des Benutzers bzw. seiner Aufgabenstellung angepaßt werden?
Antwortvorgaben:
0 ja, Art des Ausgabemediums (z.B. Bildschirm, Drucker, Plotter?):
0 ja, Ausgabeort (z.B. Standort des Druckers)
0 ja, Spezifikation eines bestimmten Ausgabemediums (z.B. welcher von mehreren Druckern, welcher
von mehreren Bildschirmen)
0 ja, Anzahl der Kopien
0 ja, Größe der Ausgabe
() ja, Angabe der Seiten die angezeigt/gedruckt werden sollen
() ja, Farbe
() ja, Einzelblatt oder Endlospapier/Papierkassette (bei Druckern, Plottern?):
0 ja, Deckblatt
() ja, Druckrichtung (von hinten nach vorne/von vorne nach hinten?):
0 ja, Hoch- oder Querformat
() ja. Hintergrunddrucken (bei Druckern, Plottern?):
0 ja, Papierformate (z.B. DIN A 4, US?):
() ja, sonstiges (was?):
0 nein
Kommentar:
Je mehr Anpassungsmöglichkeiten bzgl. der Ausgabe verfügbar sind - in Abhängigkeit vom
jeweiligen Ausgabemedium - desto besser kann der Benutzer die Art der Ausgabe an seine
Bedürfnisse und Aufgabenerfordernisse anpassen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F:
Prüffragensammlung
293
Prüffragen-Nr.: 320.03.10
Kriterium 03: Komfort
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Steht dem Benutzer in jeder Dialogsituation ein sinnvoller Ausschnitt der Funktionalität des
Anwendungssystems zur Verfügung?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein, wo nicht:
Kommentar:
Dem Benutzer sollen in jeder Dialogsituation alle jeweils sinnvollen Funktionen zur Verfügung stehen
(z.B. Kopieren von Arbeitsdaten auch in Dialogfenstern). Die Sinnhaftigkeit der Funktionen ergibt
sich aus der jeweiligen Dialog- und Aufgabensituation (z.B. ist die Funktion Kopieren von
Arbeitsdaten nur dann sinnvoll, wenn vorher Arbeitsdaten ausgewählt worden sind).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
294
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 03: Komfort
Prüffragen-Nr.: 320.03.20
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Können die vom Anwendungssystem zur Verfügung gestellten Objekte mittels Betätigung einer
Taste(nkombination) (1), Mehrfach-/Kombinationsklick mit der Maus (2) oder sonstige Operationen
(3) aktiviert werden? Bitte ankreuzen und entsprechende Nummer eintragen.
Antwortvorgaben:
() Zeichen
0 Wort/Feld
0 Zeile
0 Spalte
0 Satz, Datensatz
0 Absatz, Tabelle
0 Bereich, Datensicht
() Dokument
0 Rechteck
() Quadrat
0 Kreis
() Ellipse
0 Vieleck
0 Bogensegment
0 sonstige (welche?):
Kommentar:
Die Objekte sollten mittels möglichst wenigen Dialogschritten aktiviert werden können.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
295
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 03: Komfort
Prüffragen-Nr.: 320.03.25
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Können Objekte von einem Anwendungsmodul/-programm in ein anderes kopiert werden?
Antwortvorgaben:
() ja, innerhalb des Anwendungssystems
0 ja, zwischen verschiedenen Anwendungssystemen
0 nein
Kommentar:
Objekte sollen von einem Anwendungsmodul/-programm in ein anderes kopiert werden können
(z.B. mittels einer Zwischenablage).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Kriteriumsgewich tung:
296
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 03: Komfort
Prüffragen-Nr.: 320.03.30
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prttffrage:
Sind aus einem Anwendungsmodul/-programm in ein anderes kopierte Objekte dort weiter
verarbeitbar?
Antwortvorgaben:
0 ja, Objekte aus allen Anwendungsmodulen
0 ja, Objekte aus bestimmten Anwendungsmodulen in allen anderen (welche?):
0 ja, Objekte aus bestimmten Anwendungsmodulen in bestimmten anderen (welche?):
0 nein
Kommentar:
Aus einem Anwendungsmodul/-programm (z.B. über die "Zwischenablage") übernommene Objekte
sollen hier möglichst nicht nur eingesehen und editiert, sondern auch weitergehend verarbeitet
werden können. D.h. die Funktionen des Zielprogrammes sollen auf die übernommenen Objekte
anwendbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F:
297
Prüffragensammlung
Priiffragen-Nr.: 320.03.35
Kriterium 03: Komfort
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prfiffrage:
Können Grundfunktionen wie Einfügen, Ausfügen, Kopieren etc. ohne Wechsel des Dialogmodus
durchgeführt werden?
Antwortvorgaben:
0 ja
() nein, Wechsel des Dialogmodus bei folgenden Grundfunktionen erforderlich:
Kommentar:
Die Grundfunktionen des Anwendungssystems sollen ohne Wechsel des Dialogmodus verfügbar
sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
298
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 03: Komfort
Prüffragen-Nr.: 320.03.40
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
PrUffrage:
Sind räumlich unzusammenhängende (Teil-) Objekte gemeinsam aktivierbar?
Antwortvorgaben:
0 ja
Onein
Kommentar:
Räumlich unzusammenhängende (Teil-) Objekte sollen gemeinsam aktivierbar sein (z.B. beim
Markieren von unzusammenhängenden Wörtern in einem Textdokument). Hierfür sollen möglichste
wenige Dialogschritte erforderlich sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 03: Komfort
299
Prüffragen-Nr.: 320.03.45
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Können Funktionen (z.B. Suchen und Ersetzen, Formatieren, Schriftsatz wählen, Drucken) gleichzeitig
bezogen auf mehrere Objekte (Dokumente/Dateien) ausgeführt werden?
Antwortvoigaben:
() ja, bei gleichartigen Objekten (z.B. Texte)
() ja, auch bei verschiedenartigen Objekten (z.B. Text und Graphik)
() nein
Kommentar:
Funktionen (z.B. Suchen und Ersetzen, Formatieren, Schriftsatz wählen, Drucken) sollen sich
gleichzeitig, auf mehrere Objekte bezogen, auslösen lassen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
300
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 03: Komfort
Prüffragen-Nr.: 320.03.50
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe Ii Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Welche Cursorbewegungen (Sprünge) sind möglich?
Antwortvorgaben:
0 Zeichen
0 Wort/Feld
0 Zeile
0 Spalte
() Satz, Datensatz
0 Absatz, Tabelle
() Bereich, Datensicht
0 Dokument
0 Rechteck
0 Quadrat
0 Kreis
0 Ellipse
() Vieleck
0 Bogensegment
0 sonstige (welche?):
Kommentar:
Das Anwendungssystem soll übergreifende Cursorbewegungen (Sprünge) durch Tastaturbetätigung
unterstützen, da dies die schnelle Erreichbarkeit von Eingabestellen ermöglicht und dadurch die
eigentliche Aufgabenabwicklung erleichtert wird.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
301
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 03: Komfort
Prüffragen-Nr.: 320.03.55
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Können mehrere (Benutzer-) Objekte (Dokumente/Dateien) gleichzeitig angezeigt werden?
Antwortvorgaben:
0 ja, verwendete Anzeigetechniken:
0
mittels Fenstertechnik (Anzahl?):
0
mittels "split-screen"-Technik (Anzahl?):
0
durch sonstige Techniken (welche?):
0 ja, Art der gleichzeitig angezeigten (Benutzer-) Objekte:
0
0
Objekte gleicher Anwendung
Objekte verschiedener Anwendung
nein
Kommentar:
Mehrere (Benutzer-) Objekte (Dokumente/Dateien) sollen gleichzeitig angezeigt werden können.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
302
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 03: Komfort
Prüffragen-Nr.: 320.03.65
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Besteht außerhalb eines laufenden Anwendungsprogrammes die Möglichkeit zu nebenläufigen
Operationen, deren Ergebnisse in das Bearbeitungsprogramm übernommen werden können (z.B.
Taschenrechneroperationen neben einer Textveraibeitungsanwendung, mit Möglichkeit zur direkten
Übernahme der Ergebnisse in die Textverarbeitungsanwendung)?
Antwortvorgaben:
0 ja (welche?):
0 nein
Kommentar:
Das Anwendungssystem soll bei einem laufenden Anwendungsprogramm die Durchführung
nebenläufiger Operationen erlauben. Die Realisierung dieser Forderung setzt entsprechende
Leistungen des Betriebssystems voraus.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Priiffragensammlung
Kriterium 03: Komfort
303
Prüffragen-Nr.: 320.03.70
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Sind sämtliche Einstellungsmöglichkeiten sowohl im operativen Kontext (beim Aufruf der zu
adaptierenden Funktion) als auch an einem zentralen Ort im Anwendungssystems (z.B. unter einer
Menüoption "Einstellungen") verfügbar?
Antwortvorgaben:
() ja, alles im operativen Kontext
() ja, alles zentral
0 ja, teil/teils
Onein
Kommentar:
Eine Zusammenfassung aller Einstellungsmöglichkeiten des Anwendungssystems an einem Ort
ermöglicht dem Benutzer eine zentrale Steuerung bzw. Kontrolle aller Einstellparameter. Er kann sich
damit jederzeit einen vollständigen Überblick über die derzeitige Konfiguration der Einstellungen
verschaffen. Zusätzlich sollten alle Einstellungsmöglichkeiten auch im operativen Kontext verfügbar
sein, um einen Umweg über eine zentrale Einstellmöglichkeit zu vermeiden (vgl. Oppermann (1991)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
304
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 03: Komfort
Prüffragen-Nr.: 320.03.75
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Kann das Betriebssystem so konfiguriert werden, daß sich der Benutzer direkt nach dem Einschalten
des Rechners im gewünschten Anwendungssystem befindet und daß beim Ausschalten des Rechners
alle geöffneten Anwendungen automatisch geschlossen werden?
Antwortvorgaben:
() ja, beim Einschalten im gewünschten Anwendungssystem
() ja, beim Ausschalten alle Anwendungen automatisch geschlossen
() nein
Kommentar:
Der Rechner soll so konfiguriert werden können, daß sich der Benutzer nach dem Einschalten im
gewünschten Anwendungssystem befindet. Weiters sollen beim Ausschalten alle technikbedingten
Dialogschritte zum Beenden der Anwendungen) vom Rechner automatisch ausgeführt werden.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
305
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.:320.05.10
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prfiffrage:
Kann die Namensänderung von Dokumenten im geöffneten Zustand der Datei erfolgen?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein
Kommentar:
Die Namensänderung von Dokumenten/Dateien soll auch erfolgen können, wenn diese geöffnet sind.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
306
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 320.05.20
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Kann die Löschung einer Datei im geöffneten Zustand der Datei vorgenommen werden?
Antwortvorgaben:
0 ja
() nein
Kommentar:
Die Löschung von Dateien soll auch erfolgen können, wenn diese geöffnet ist. Allerdings sollte vor
dem Löschvorgang eine Rückfrage durch das System erfolgen, die eine ausdrückliche Bestätigung des
Löschvorganges erfordert!
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
307
Prüffragen-Nr.: 320.05.30
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Kann sich der Benutzer logische Beziehungen zwischen Elementen seiner Arbeitsdaten anzeigen
lassen (z.B. Abhängigkeiten zwischen Zellen in einer Tabelle mittels einer Formeldarstellung)?
Antwortvorgaben:
0 ja, durch visuelle Hervorhebung abhängiger Elemente
0 ja, mittels eines bestimmten Modus (z.B. Formeldarstellung bei Tabellen)
() nein
Kommentar:
Die Darstellung von logischen Abhängigkeiten zwischen Elementen von Arbeitsdaten ist eine
wünschenswerte Eigenschaft. Sie unterstützt den Benutzer beim Aufbau eines mentalen Modells
bezüglich der logischen Beziehungen zwischen seinen Arbeitsdaten.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
308
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
Prüffragen-Nr.: 320.10.10
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 1: In der Prüfaufgabe in einzelnen Sequenzen prüfen
Prüffrage:
Besteht neben dem laufenden Anwendungssystem die Möglichkeit zur Nutzung anderer
Anwendungssysteme?
Antwortvorgaben:
() ja, aber nur nacheinander benutzbar
0 ja, auch gleichzeitig benutzbar (Parallelverarbeitung)
0 nein
Kommentar:
Neben dem laufenden Anwendungssystem sollen auch andere Anwendungssysteme benutzt werden
können, um beispielsweise in einfacher Weise auf neu auftretende Aufgabenerfordernisse reagieren
zu können (z.B. Telefonanruf während der Nutzung eines Textverarbeitungsprogrammes mit Bitte
um Auskunft, die eine Abfrage in der Datenbank erforderlich macht). Die gleichzeitige Nutzung
mehrerer Anwendungssysteme (Parallelverarbeitung) erhöht zusätzlich den Komfort der
Steuerbarkeit. Die Realisierung dieser Forderung setzt entsprechende Leistungen des Betriebssystems
voraus.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
309
Prüffragen-Nr.: 320.10.20
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe h Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Kann man in die Zwischenablage mehr als nur ein Objekte einfügen und können einzelne Objekte der
Zwischenablage gezielt angesteuert werden?
Antwortvorgaben:
() ja, aber nicht gezielt angesteuert werden
0 ja, können auch gezielt angesteuert werden
Onein
Kommentar:
Es sollen mehrere Objekte in der Zwischenablage abgelegt und dort auch gezielt angesteuert werden
können.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
310
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 10: Steuerbarkeit
" Prüffragen-Nr.: 320.10.30
Komponente 320: Funktionalität der Schnittstelle
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Hat der Benutzer die Möglichkeit, die Geltung von Einstellungen (z.B. Fensterplazierung, Anzeigen
von Steuerzeichen oder eines Zeilenlineals, Farbeinstellungen, Mausübersetzung, Belegung von
Maus- und Funktionstasten) zu steuern?
Antwortvorgaben:
0 ja, Geltungsbereich dokumentbezogen
0 ja, Geltungsdauer sitzungsbezogen
() ja, Geltungsbereich anwendungsbezogen (sitzungsübergreifend)
Onein
Kommentar:
Das Anwendungssystem soll eine möglichst differenzierte Steuerung des Geltungsbereiches und der
Geltungsdauer von Einstellungen ermöglichen.
Bewertung:
Note:
Begrfindung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium Ol: Verfügbarkeit
311
Prüffragen-Nr.: 330.01.10
Komponente 330: Antwortzeit/Durchsatz, Störungen
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Frflffrage:
Sind Störungen bei der Verarbeitung (Durchführung der Prüfaufgabe) aufgetreten?
Antwortvorgaben:
0 ja (welche?):
0 nein
Kommentar:
Die ergonomische Forderung nach "Verfügbarkeit" des Arbeitsmittels erfordert, daß der Benutzer mit
der Erwartung das Anwendungssystem benutzen kann, nicht durch Störungen (z.B. häufige
Systemabstürze, häufige Blockierung der Interaktion durch Wartungsarbeiten des Systems) in seiner
Arbeit behindert zu werden. Da der Benutzer vielfach die Ursachen der Störungen nicht erkennen
bzw. beeinflussen kann, erlebt er derartige Situationen als Streß. Somit stellt die Zuverlässigkeit
("Stabilität") des Anwendungssystems eine wichtige Voraussetzung für ein "streßfreies" Arbeiten mit
dem EDV-System dar (vgl. Baitsch (1989)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewichtung:
312
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium Ol: Verfügbarkeit
Prüffragen-Nr.: 330.01.20
Komponente 330: Antwortzeit/Durchsatz, Störungen
Gruppe h Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prfiffrage:
Gewährleisten die hardware-technischen Voraussetzungen (z.B. Prozessorleistung, Haupt- und
Plattenspeicherkapazität, Bildschirmgröße) einen angemessenen Betrieb des Anwendungssystems?
Antwortvorgaben:
0 ja
0 nein (welche ?):
Kommentar:
Die ergonomische Forderung nach "Verfügbarkeit" des Arbeitsmittels erfordert, daß der Benutzer mit
der Erwartung das Anwendungssystem benutzen kann, nicht durch unnötige Restriktionen (z.B.
durch unzureichende Kapazität der Hardware) in seiner Arbeit behindert zu werden, da er derartige
Restriktionen als Streß erlebt. Somit stellt die Hardware-Ausstattung eine wichtige Voraussetzung für
ein "streßfreies" Arbeiten mit dem Anwendungssystem dar (vgl. Baitsch (1989)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 06: Erwartungskonformität
313
Prüffragen-Nr.: 330.06.10
Komponente 330: Antwortzeit/Durchsatz, Störungen
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Praffrage:
Wird jede Eingabe verzögerungsfrei angezeigt?
Antwortvorgaben:
0 ja, beim Eingeben von Zeichen
0 ja, beim Löschen von Zeichen
0 nein (wann?):
Kommentar:
Eingegebene Zeichen sollen unmittelbar auf dem Bildschirm angezeigt werden, damit sich der
Benutzer auf die weitere Eingabe konzentrieren kann und nicht durch verzögerte Rückkoppelungen
belastet wird. Gelöschte Zeichen sollten unmittelbar auf dem Bildschirm verschwinden, damit der
Benutzer nicht versehentlich zuviel Zeichen löscht.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
314
Anhang F: Prüffragensammlung
Prüffragen-Nr.: 330.06.20
Kriterium 06: Erwartungskonformität
Komponente 330: Antwortzeit/Durchsatz, Störungen
Gruppe 2i Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prfiffrage:
Sind Abweichungen von gewohnten Antwortzeitenbei Verarbeitungen aufgetreten?
Antwortvorgaben:
() ja, ungleiche Antwortzeiten bei gleicher Komplexität der Daten und Funktionen
() ja, gleiche Antwortzeiten bei ungleicher Komplexität der Daten und Funktionen
Onein
Kommentar:
Unerwartete Antwortzeiten, also solche die von den gewohnten Antwortzeiten abweichen, sollten
möglichst nicht vorkommen. Weiteres sollte eine Verhältnismäßigkeit zwischen der Komplexität und
der Antwortzeit bestehen. D.h. komplexe Funktionen bzw. die Verarbeitung großer Datenmengen
benötigen längere Antwortzeiten als einfache Funktionen bzw.die Verarbeitung geringer
Datenmengen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
315
Prüffragen-Nr.: 330.09.10
Komponente 330: Antwortzeit/Durchsatz, Störungen
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prttffrage:
Ist die Antwortzeit bei der Abarbeitung von Dialogschritten vom Benutzer steuerbar?
Antwortvorgaben:
() ja, Verzögerung der Bearbeitungsgeschwindigkeit möglich
() nein
Kommentar:
Der Benutzer soll das Arbeitstempo bestimmen können, indem er als "zu schnell" oder "treibend"
empfundene Antwortzeiten verzögern kann.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
316
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 09: Individualisierbarkeit
Prüffragen-Nr.: 411.09.10
Komponente 411: Informationsaustausch
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Hat der Benutzer die Möglichkeit, ankommende Nachrichten zu steuern?
Antwortvorgaben:
() ja, Angabe von welchem Sender Nachrichten akzeptiert werden
() ja, Angabe wo die Nachrichten empfangen werden sollen (z.B. Bildschirm, Drucker, Briefkasten)
0 nein
Kommentar:
Der Benutzer sollte weitreichende Möglichkeiten zur individuellen Anpassung ankommender
Nachrichten besitzen.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
317
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 11: Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 411.11.10
Komponente 411: Informationsaustausch
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Sind Möglichkeiten zum Informationsaustausch in das Anwendungssystem integriert?
Antwortvorgaben:
0 ja
() nein
Kommentar:
Der Benutzer sollte die Möglichkeit besitzen, ohne Wechsel des Anwendungssystems Informationen
versenden bzw. empfangen zu können (z.B. direkt im Textverarbeitungssystem).
Bewertung:
Note:
Begründung:
Notiz:.
Kriteriumsgewich hing:
318
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 11: Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 411.11.20
Komponente 411: Informationsaustausch
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Bietet das Anwendungssystem Unterstützungsfunktionen für die Auswahl der internen bzw.
externen Kommunikationspartner bzw. Systeme, an die eine Nachricht gesandt werden soll?
Antwortvorgaben:
() ja, Adressenliste mit Suchfunktionen verfügbar
0 nein
Kommentar:
Derartige Unterstützungsfunktionen sind notwendig, um das Gedächtnis des Benutzers zu entlasten.
Die Adressenliste sollte einerseits Namen von Benutzern, Benutzergruppen, Institutionen, usw.
beinhalten und andererseits eine Aufstellung der ansprechbaren Systeme (z.B. Drucker, Datennetze,
Rechner) (vgl. Smith (1986)).
Bewertung:
Note:
Begründung:
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 11: Koiranunikations- und Kooperationsfähigkeit
319
Prttffragen-Nr.: 411.11.30
Komponente 411: Informationsaustausch
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Priiffrage:
Können abzusendende Nachrichten vom Benutzer gesteuert werden?
Antwortvorgaben:
0 ja, mit einer "Empfangsbestätigimg" versehen werden
() ja, zu einem vom Benutzer definierten Zeitpunkt versandt werden
0 ja, vor Absenden noch gelöscht werden
0 ja, ausgedruckt werden
0 ja, gepuffert werden
0 nein
Kommentar:
Um das Versenden von Nachrichten einfach und komfortabel zu gestalten, sollten möglichst alle der
oben genannten Operationen zur Verfügung stehen (vgl. Smith (1986)).
Bewertung:
Note:
Begründung:
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
320
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 11: Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 411.11.40
Komponente 411: Informationsaustausch
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Bekommt der Benutzer eine Rückmeldung über die erfolgreiche/nicht erfolgreiche Versendung der
Nachricht und werden bei der nicht erfolgreichen Versendung ausreichende Erläuterungen über die
Ursache des Mißerfolges gegeben?
Antwortvorgaben:
() ja, Erläuterungen ausreichend
0 ja, aber Erläuterungen nicht ausreichend
() nein
Kommentar:
Rückmeldungen an den Benutzer über die erfolgreiche bzw. aus welchen Gründen nicht erfolgreiche
Versendung der Nachricht sind unbedingt erforderlich.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F:
Prüffragensammlung
Kriterium 11: Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit
321
Prüffragen-Nr.: 411.11.50
Komponente 411: Informationsaustausch
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Wird der Benutzer beim Starten des Rechners und während der Anwendungssitzung darauf
hingewiesen, ob Nachrichten eingetroffen sind?
Antwortvorgaben:
0 ja, beim Starten
() ja, während der Anwendungssitzung
() ja, Hinweise abschaltbar
0 nein, keine Hinweise
Kommentar:
Der Benutzer sollte darauf hingewiesen werden ob, wieviele und Nachrichten welcher Art seit seiner
letzten Anwendungssitzung eingetroffen sind. Er sollte durch Meldungen während der
Anwendungssitzung nicht in der Benutzung des Anwendungssystems gestört werden (z.B.
Überlagerung des Arbeitsbereiches durch die Systemmeldung). Daher sollten die Meldungen
abschaltbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:
Kriteriumsgewich tung:
322
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 05: Selbstbeschreibungsfähigkeit
Prüffragen-Nr.: 412.05.10
Komponente 412: Datenschutz-/Datensicherungskonzepte
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Gibt es Online-Erklärungshilfen über die Zugriffsrechte auf Dateien?
Antwortvorgaben:
0 ja
() nein
Kommentar:
Online-Erklärungshilfen über die Zugriffsrechte auf Dateien sind wünschenswert; bei Systemen mit
mehreren Benutzern sind diese aber auf solche Dateien zu begrenzen, auf die der jeweilige Benutzer
zumindest Leserechte zugewiesen bekommen hat.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 12: Datenschutz/Datensicherheit
323
Prüffragen-Nr.: 412.12.10
Komponente 412: Datenschutz-/Datensicherungskonzepte
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
FrOffrage:
Kann der Rechner so konfiguriert werden, daß der Start des Anwendungssystems an die Eingabe
eines Paßwortes gebunden ist?
Antwortvorgaben:
0 ja
Qnein
Kommentar:
Bei Anwendungssystemen, die zur Verarbeitung sensibler Daten (z.B. personenbezogene Daten,
Betriebsgeheimnisse) verwendet werden, sollte deren Start an die Eingabe eines Paßwortes gebunden
werden können.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewichtung:
324
Anhang F:
Prüffragensammlung
Kriterium 12: Datenschutz/Datensicherheit
Prüffragen-Nr.: 412.12.20
Komponente 412: Datenschutz-/Datensicherungskonzepte
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Können durch Vergabe von Zugriffsrechten Objekte bzw. Objektinhalte (z.B. Dateien, Dokumente,
bestimmte Dokumenteninhalte, Datenbankeinträge) vor unberechtigten Zugriff geschützt werden?
Antwortvorgaben:
() ja, Zugriffsrechte auf Objekte
0 ja, Zugriffsrechte auch auf Teile von Objekten
0 ja, Schutz durch Paßwort
0 ja, Schutz durch sonstige Maßnahmen (z.B. kryptographische Methoden?):
0 ja, Vergabe durch Benutzer möglich
0 ja, Vergabe nur durch Systemadministrator möglich
0 nein
Kommentar:
Durch die Vergabe von Zugriffsrechten soll der Benutzer seine Arbeitsergebnisse oder sensible Daten
vor unberechtigten und unbeabsichtigten Zugriffen schützen können.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 12: Datenschutz/Datensicherheit
325
Prüffragen-Nr.: 412.12.30
Komponente 412: Datenschutz-/Datensicherungskonzepte
Gruppe 7i Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prfiffrage:
Wie werden Benutzerprotokolle vor unberechtigtem Zugriff geschützt?
Antwortvorgaben:
() durch Paßwort
() durch ausschließliche Speichermöglichkeit auf externen Datenträgern
0 sonstige (z.B. Verschlüsselung?):
0 gar nicht
Kommentar:
Bei automatische Protokollierung von Benutzereingaben (z.B. mittels Logfiles) besteht die prinzipielle
Gefahr des Datenmißbrauches (z.B. Auswertung personenbezogener Daten im Hinblick auf die
Fehlerhäufigkeit). Diese Gefahr ist vor allem dann gegeben, wenn die Daten über die jeweilige
Anwendungssitzung hinaus aufgezeichnet werden und somit für Auswertungen zur Verfügung
stehen. Aus Datenschutzgründen ist es aber oft unerläßlich, automatische Protokolle zu führen, um
beispielsweise unberechtigte Zugriffe feststellen zu können. In jedem Fall sollte dem Benutzer
zumindest ein Schutzmechanismus zur Verhinderung unberechtigter Zugriffe zur Verfügung stehen
(vgl. Friedrich (1990) und Dohr (1988)).
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Kriteriumsgewich tung:
326
Anhang F: Prüffragensammlung
Kriterium 12: Datenschutz/Datensicherheit
Prüffragen-Nr.: 412.12.40
Komponente 412: Datenschutz-/Datensicherungskonzepte
Gruppe 2: Am Ende eines Programms/Moduls, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme des Handbuches,
prüfen
Prüffrage:
Gibt es im Anwendungssystem automatische Datensicherungseinrichtungen (z.B. automatisches
periodisches Sichern von Dokumenten)?
Antwortvorgaben:
0 systemgenerierte Sicherungskopie der aktuellen Datei (Zeittakt)
0 Sicherungskopie(n) von Dateiversionen (Back-up)
0 mit zusätzlicher Systemunterstützung für die Rekonstruktion (durch die Führung von Logfiles)
0 keine
Kommentar:
Durch eine automatische periodische Datensicherungseinrichtung kann für den Benutzer in einfacher
Weise die Gefahr eines ungewollten Datenverlustes minimiert bzw. der Schaden begrenzt werden.
(Der Benutzer kann auf die letzte automatische Sicherung zurückgreifen.) Das Zeitintervall sollte
durch den Benutzer einstellbar sein.
Bewertung:
Note:
Begründung:.
Notiz:.
Kriteriumsgewich tung:
Anhang G: Anleitung zur Erstellung des
Prüfberichtes
Im folgenden wird eine inhaltliche Gliederung des Prüfberichtes vorgegeben. Im
Interesse einer Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse sollte diese
bei der Erstellung des Prüfberichts übernommen werden.
1. Name des Evaluators (evtl. der prüfenden Institution) und des
geprüften Anwendungssystemes
Prüfer (Name, Organisation, Abteilung, Institution, usw.);
Bezeichnung des geprüften Anwendungssystemes (Handelsname)
2. Prüfumfang, Prüfumgebung und Prüfdauer
2.1. Prüfumfang:
Angaben, in welchem Umfang das EVADIS Ii-Verfahren durchgeführt wurde, d.h.
ob alle Arbeitsschritte der Durchführungsvorschrift (vgl. Kapitel 4) durchlaufen
wurden (insbesondere ob eine Analyse der Aufgaben und Benutzereigenschaften vor
Ort erfolgte)
2.2. Prüfumgebung:
Angaben, wieviel Arbeitsplätze vor Ort untersucht und wieviel Benutzer befragt
wurden; welche Hardwareumgebung zur Durchführung des Prüfverfahrens zur
Verfügung stand; welche Einschränkungen bei der Durchführung der Prüfung
vorlagen; welche Unterlagen verwendet wurden (Dokumentationen, Handbücher,
usw.)
2.3. Prüfdauer:
Angabe der Prüfdauer (z.B. in Manntage)
3. Kurzbeschreibung des Anwendungssystems
3.1. Zielgruppe
Angabe, für welche Zielgruppe das Anwendungssystem primär ausgelegt ist (z.B.
für Wissensverarbeiter oder Sachbearbeiter oder Schreibkräfte)
3.2. Einsatzzweck
Art der Aufgabe(n), für die das Anwendungssystemes prinzipiell eingesetzt werden
kann (z.B. Textverarbeitung, Erstellen von Graphiken, Datenverwaltung, usw.)
328
Anhang G: Anleitung zur Erstellung des Prüfberichtes
3.3. Funktionalität
Kurzcharakteristik der Funktionalität; Angabe ob Einzelanwendung oder integriertes
Anwendungssystem; Hinweise auf verfügbare Dokumentationen und Handbücher
3.4. Hardwarevoraussetzungen
Kurzbeschreibung der Hardwarevoraussetzungen, die für den sinnvollen Einsatz
des Anwendungssystemes erforderlich sind; Hinweise auf am Arbeitsplatz
festgestellten Hardwarerestriktionen, die Einfluß auf die ergonomischen
Anforderungen haben (z.B. keine Maus, zu kleiner Bildschirm, kein Farbschirm,
beschränkte Speicherkapazität, zu langsamer Prozessor, usw.)
4. Prüfergebnisse
4.1 Aufgabenbewertung und Darstellen der Prüfaufgabe(n)
Aufgabenbewertung: Beschreibung der ergonomischen Qualität der Aufgaben am
Arbeitsplatz des Anwendungssystemes (Organisations-Ergonomie); Hinweis ob die
Grundsätze menschengerechter Arbeitsgestaltung berücksichtigt sind (entspricht
den Ergebnissen des Anhangs B: "Prüffragen zur Untersuchung der Mensch-MenschFunktionsverteilung und der Arbeitsabläufe")
Prüfaufgabe(n): Beschreibung der Prüfaufgabe(n) sowie der damit geprüften
Funktionen des Anwendungssystemes (entspricht den Ergebnissen der Aufgabenbeschreibung des Anhangs C: "Antwortblätter zur Festlegung der Inhalte und des
Umfangs der Software-Evaluation"); Hinweis ob eine eigene Prüfaufgabe konstruiert
wurde oder ob auf die Beispielprüfaufgabe (vgl. Anhang E) zurückgegriffen wurde
4.2 Charakterisierung der Benutzergruppe
Klassifikation der Benutzergruppe aufgrund der festgestellten Benutzereigenschaften (entspricht den Ergebnissen des Anhangs A: "Fragebogen zur Erfassung von
Benutzereigenschaften")
4.3 Gewichhing der Kriterien
Darstellung der abgeleiteten Rangfolge und Gewichtung der software-ergonomischen Kriterien (aufgrund der Ergebnisse des Anhangs A: "Fragebogens zur
Erfassung von Benutzereigenschaften")
4.4 Prüfschwerpunkte
Beschreiben der Prüfstrategien, d.h. wurde der Schwerpunkt der Prüfung auf
bestimmte Systemkomponenten oder bestimmte Kriterien gelegt oder wurde alles als
gleich wichtig erachtet; Begründung für die gewählte Prüfstrategie (z.B. hohe
Bedeutimg bestimmter Kriterien für die Benutzergruppe)
4.5 Ergebnisse der ergonomischen Bewertung des Anwendungssystemes Gestaltungsvorschläge
Anhang G: Anleitung zur Erstellung des Proßerichtes
329
Hinweis auf Eignung des geprüften Anwendungssystem für die Durchführung der
Prüfaufgabe(n) (Funktionalitäts-Ergonomie) und die Benutzergruppe
Darstellen der Prüfergebnisse der software-ergonomischen Bewertung (Zusammenfassung der Ergebnisse der Beantwortung der getesteten Prüffragen des
Anhangs F)
Ergebnisdarstellung der ergonomischen Qualität der Schnittstelle (je nach Zweck der
Prüfung) sortiert nach den ergonomischen Kriterien oder nach den Systemkomponenten (Schnittstellen-Ergonomie)
Gestaltungsvorschläge zur Beseitigung der aufgezeigten ergonomischen Mängel
abgeleitet aus den Kommentaren der Prüffragen (optional)
4.6 Zusätzlich erfaßte Mängel
Aufzählung von Mängel die zusätzlich erkannt wurden (vgl. die Notizen zu den
Prüffragen), d.h. die nicht durch die bestehenden Prüffragen erfaßt wurden
5. Zusammenfassung der wichtigsten Prüfergebnisse
Knappe Darstellung der wichtigsten Prüfergebnisse, um einen schnellen Zugang zu
den wichtigsten Aussagen des Prüfberichtes zu ermöglichen
Anhang H:
Transferpaket für die
software-gestützte
Evaluation mit dem EVADIS
II - Verfahren auf der Basis
eines Datenbanksystems
Das EVADIS II - Transferpaket basiert auf dem vorliegenden Buch und enthält,
neben den bereits in der Einstiegsversion verfügbaren Dateien der Beispiel-Prüfaufgaben und der Prüffragen, folgende Bestandteile:
EVADIS Ii-Dokumentationen (Installations- und Benutzerhandbuch)
EVADIS E-Software
EVADIS n-Schulung
Der Inhalt des Buches und der Dokumentationen ist für die Arbeit nach diesem
Verfahren verbindlich. Die hier vorgenommene Beschreibung des Transferpaketes
soll ausschließlich der Einführung in das Thema dienen und Interessierten die Entscheidimg für dessen Beschaffung erleichtern.
Ein Formular für die Anforderung des Transferpaketes, das bei der GMD bezogen
werden kann, befindet sich auf der letzten Seite dieses Buches.
1.
Vorteile der software-gestützten Evaluation
Durch den Einsatz der Evaluationssoftware kann der Prüfaufwand erheblich gesenkt
werden. Die Software unterstützt eine Reihe von Arbeitsschritten, die im Zuge einer
Bewertung eines Software-Produktes durchzuführen sind (vergleiche Kapitel 4).
Dadurch wird der Evaluator von Routinetätigkeiten entlastet und kann sich auf die
eigentliche Bewertungsaufgabe konzentrieren. Aufgrund der vorgesehenen Benotung der Schnittstelleneigenschaften und der Zuordnimg der Prüffragen zu einem
zweidimensionalen Bezugsrahmen (Komponenten, Kriterien) sind vielfältige - automatisierte - Auswertungsmöglichkeiten vorhanden. Dies ermöglicht eine zielgruppen- und anwendungsspezifische Auswertimg, die in Form und Umfang bei
einem manuellen Einsatz des Leitfadens (Papierversion) nicht zu leisten ist.
Gleichzeitig unterstützt und fördert der software-gestützte Leitfaden eine
explorative Vorgehensweise bei der Evaluation. Der praktische Einsatz des softwaregestützten Leitfadens in der Lehre hat gezeigt, daß durch ihn der "Spieltrieb" der
Evaluatoren (Studenten) angesprochen wird. Dadurch wird den Anwendern ein
spielerisches vertraut machen mit Zielsetzungen und Forderungen der SoftwareErgonomie ermöglicht.
Anhang H: Transferpaket EVADISII
2.
331
Technische Voraussetzungen
Der Einsatz der Software zu EVADIS II erfordert die folgende technische Mindestausstattung (detaillierte Angaben sind dem Installationshandbuch zu entnehmen):
IBM-kompatibler Personalcomputer mit schnellem Prozessor (z.B. Intel 386),
mindestens 1 MB Hauptspeicher sowie einen Plattenspeicher; als Betriebssystem
DOS (ab Version 3.3).
Das zu testende Anwendungsprogramm ist auf einem zweiten Rechner zu installieren, damit ein einfacher und ungestörter Ablauf des Verfahrens möglich ist.
3.
Das EVADIS II - Softwarepaket
Das Softwarepaket beinhaltet Programme zur Erstellung aller für die Anwendung
des Leitfadens relevanter Dokumente. Die Basis bildet eine Datenbank, die alle
Dokumente verwaltet und die Prüffragen sowie die Beispiel-Prüfaufgaben
beinhaltet.
Mit Hilfe der Programme wird die Vorgehensweise bei der Evaluation (vgl. Kapitel
4) unterstützt und angeleitet. Die Unterstützung beginnt bei der Erstellung einer
anwendungsspezifischen Prüfaufgabe, die aus einer der mitgelieferten BeispielPrüfaufgaben abgeleitet werden kann. Der Editiervorgang kann mit einem internen
(einfachen) Editor oder extern mit einem zur Verfügung stehenden Textverarbeitungsprogramm erfolgen. Aus der importierten Prüfaufgabe wird anschließend
das Prüfprotokoll erstellt, d.h. sie wird mit Prüfpunktnummern versehen. Anhand
des Prüfprotokolls werden die dort enthaltenen Prüffragen beantwortet. Dazu
bekommt der Evaluator jeweils eine Prüffrage am Bildschirm präsentiert ("interaktiver Fragebogen"), in der er entsprechende Antwortvorgaben ankreuzen, Noten
vergeben sowie schriftliche Anmerkungen und Ergänzungen vornehmen kann. Ein
gezieltes Springen zwischen allen Prüffragen ist jederzeit möglich. Nach Beantwortung aller Prüffragen des Prüfprotokolls kann der gewünschte Auswertungsvorgang nach software-ergonomischen Kriterien oder technischen Komponenten
veranlaßt werden. Das Ergebnisprotokoll kann wiederum in den (einfachen) internen
Editor oder in ein verfügbares Textverarbeitungsprogramm übernommen und dort
als Grundlage für die Erstellung des Prüfberichtes benutzt werden.
Bestellformular
An die
Gesellschaft für Mathejnatik und
Datenverarbeitung mbH
I3.MMK: EVADIS
Postfach 1316
5205 Sankt Augustin 1
Hiermit bitte ich um die Zusendung von Informationen über die aktuellen Lieferbedingungen und
Leistungsmerkmale der im Anhang G beschriebenen Datenbankversion des EVADIS II - Transferpakets.
Angaben über den verfügbaren DOS-Rechnen
Fabrikat/Typ, Haupt- und Plattenspeichergröße, DOS-Version
Angaben über die zu evaluierende Software:
Anwendungsbereich:
Entwicklungsphase:
fertiges Produkt:
Prototyp:
Systementwurf:
Angaben Aber die vorgesehenen EVADIS Ii-Anwender:
Entwickler des zu evaluierenden Systems:
Sonstiger Experte des Systems:
Potentieller Anwender des Systems:
Software-Ergonom (Forschung und Lehre):
Sonstige:
(Ort und Datum)
Adresse und Telefonnummer:
(Unterschrift)
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